WEBVTT

00:00:02.437 --> 00:00:07.377
Hallo und herzlich Willkommen zu Raumrauschen. Wir erzählen uns hier am digitalen

00:00:07.377 --> 00:00:11.837
Lagerfeuer persönliche Geschichten und blicken hinter die Texte der AutorInnen.

00:00:13.257 --> 00:00:14.897
Schön, dass ihr dabei seid.

00:00:24.156 --> 00:00:27.316
Hallo und herzlich willkommen wieder zum Raumrauschen-Podcast.

00:00:27.796 --> 00:00:30.396
Heute ist wieder die Annika bei mir zu Besuch.

00:00:30.516 --> 00:00:33.176
Hallo Annika, grüß dich. Hallo, danke, dass ich wieder hier sein darf.

00:00:33.676 --> 00:00:37.696
Sehr schön. Wir fangen heute wieder an mit den Wertvoll-Ich-Fragen,

00:00:37.856 --> 00:00:42.536
mit dem Check-In, wo ihr das Ganze bestellen könnt oder auch online findet,

00:00:43.296 --> 00:00:44.756
verlinke ich in den Shownotes.

00:00:44.956 --> 00:00:48.196
Liebe Annika, hier habe ich wieder die schönen Check-In-Fragen.

00:00:48.396 --> 00:00:51.356
Du darfst eine ziehen und dann fangen wir mal an.

00:00:52.196 --> 00:00:56.036
Die Frage ist, du hast einen Wettbewerb gewonnen, was wäre deine Siegerpose?

00:00:58.716 --> 00:01:03.396
Ich weiß es nicht. Ich würde wahrscheinlich irgendeiner Person,

00:01:03.516 --> 00:01:05.576
die mir am Herzen liegt, einfach in die Arme fallen.

00:01:05.856 --> 00:01:09.536
Wenn das als Siegerpose zählt, dann würde ich damit gehen.

00:01:10.316 --> 00:01:12.776
Ja, finde ich auch. Also beim Fußballspielen sieht man das ja,

00:01:12.916 --> 00:01:16.656
wenn die Spieler ein Tor geschossen haben, die machen nicht alle unbedingt den

00:01:16.656 --> 00:01:20.696
Ronaldo, sondern fangen dann an, sich erstmal gegenseitig zu umarmen oder sich

00:01:20.696 --> 00:01:24.356
bei dem zu bedanken, der einem den richtigen Pass gegeben hat.

00:01:24.476 --> 00:01:27.836
Von daher, eine herzliche Umarmung ist deine Siegerpose.

00:01:28.156 --> 00:01:31.796
Perfekt. Und dann nimmst du gleich noch jemand anderen mit in diese Pose und

00:01:31.796 --> 00:01:33.696
der lässt sich wieder umarmen. Sehr schön.

00:01:34.096 --> 00:01:38.816
Du hast uns heute wieder ein Gedicht mitgebracht.

00:01:39.396 --> 00:01:43.116
Wie heißt dieses Gedicht denn? Das Gedicht heißt Dezemberstelle.

00:01:43.556 --> 00:01:46.356
Dann hören wir einmal in dieses Gedicht rein.

00:01:55.124 --> 00:02:01.124
Dezemberstille. Mir fällt es schwer, sie zu ertragen, diese Stille um mich herum.

00:02:01.604 --> 00:02:07.524
Doch manchmal glaube ich, ich sollte es wagen, zu lernen, in ihr auszuharren.

00:02:08.164 --> 00:02:12.364
Ich fürchte mich und kann es nicht, dass alles um mich leise ist,

00:02:12.824 --> 00:02:17.044
weil jede Stille für mich auch irgendwie laut ist.

00:02:17.684 --> 00:02:24.144
Doch da gab es ihn, den Moment der Stille, als ich einfach saß und hörte in mich hinein.

00:02:25.124 --> 00:02:30.464
Ich hörte mich, meinen Atem, mein Herz und ich war allein.

00:02:31.124 --> 00:02:34.244
Allein in diesem Raum, Leere lag in der Luft.

00:02:35.244 --> 00:02:37.664
Und doch war etwas zum Greifen nah.

00:02:38.764 --> 00:02:43.844
Es war im Dezember in jenem Jahr, als die Stille erneut über mich kam.

00:02:44.404 --> 00:02:48.664
Als ich wieder gemerkt habe, du bist wirklich nicht mehr da.

00:02:49.384 --> 00:02:52.624
Und zum ersten Mal blieb dort wirklich Stille.

00:02:53.384 --> 00:03:00.404
Und kein Ton, der den Raum erfüllt, keine Stimme, die das Schweigen um mich herum umhüllt.

00:03:01.124 --> 00:03:10.444
Und zum ersten Mal höre ich mich ganz klar und nehme ganz bewusst wahr, ich bin hier, ich bin da.

00:03:20.249 --> 00:03:24.509
Annika, was bedeutet für dich Stille?

00:03:25.069 --> 00:03:29.969
Für mich bedeutet Stille jetzt etwas anderes als noch vor ein paar Jahren.

00:03:30.369 --> 00:03:33.249
Während ich eine Zeit lang einfach Probleme hatte,

00:03:33.569 --> 00:03:37.589
Stille auszuhalten und ständig immer irgendwie die drei Fragezeichen gehört

00:03:37.589 --> 00:03:45.349
habe oder andere Hörspiele wie die fünf Freunde, habe ich für mich irgendwann herausgefunden,

00:03:45.509 --> 00:03:49.269
dass Stille mir Ruhe schenkt und mir Frieden gibt,

00:03:49.889 --> 00:03:57.049
dass ich in Stille endlich mir selbst zuhören kann und endlich meine Gedanken sortieren kann,

00:03:57.309 --> 00:04:04.269
dass ich mir selbst nah sein kann und gleichzeitig aber auch viel besser den

00:04:04.269 --> 00:04:09.629
Menschen um mich herum nah sein kann oder auch Gott nah sein kann, wenn ich in Stille bin.

00:04:10.849 --> 00:04:15.429
In der Vorbesprechung zu diesem Text haben wir auch nochmal darüber gesprochen,

00:04:15.649 --> 00:04:22.289
wo dieses Gedicht entstanden ist und magst du uns nochmal kurz mitnehmen in diesem Prozess?

00:04:23.112 --> 00:04:27.872
Sehr gerne. Ich bin damals tatsächlich in meine Heimatkirche gegangen.

00:04:28.192 --> 00:04:33.412
Ich war vorher auf dem Friedhof und bin dann dort hineingegangen und habe mich hingesetzt.

00:04:33.592 --> 00:04:37.812
Es war im Dezember, das heißt rechts und links standen schon die Tannenbäume

00:04:37.812 --> 00:04:40.732
geschmückt und die Krippe war schon halb aufgebaut.

00:04:40.732 --> 00:04:46.072
Und ich habe mich einfach in eine Kirchenbank gesetzt und habe der Stille Raum

00:04:46.072 --> 00:04:48.912
gegeben und habe dann irgendwie gedacht,

00:04:49.612 --> 00:04:54.632
wow, das ist das erste Mal gerade, dass ich diese Stille genießen kann oder

00:04:54.632 --> 00:04:58.972
dass ich zum ersten Mal seit einiger Zeit diese Stille genießen kann.

00:04:59.512 --> 00:05:05.072
Und dann habe ich mein Handy rausgezückt und dachte, das schreibe ich jetzt in ein Gedicht um.

00:05:05.932 --> 00:05:09.852
Das kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man gerade in einem Kirchenraum auch

00:05:09.852 --> 00:05:14.572
genau diese Stille finden kann, die einem helfen kann, auch zur Ruhe zu kommen.

00:05:15.612 --> 00:05:21.352
Der Text, die Dezemberstille, ich kann es ja so sagen, nachdem wir schon einige

00:05:21.352 --> 00:05:24.292
Geschichten und Gedichte von dir gehört haben, reiht sich ein.

00:05:25.552 --> 00:05:28.752
Als wir wirklich angefangen haben, so in Kontakt zu kommen und zu gucken,

00:05:29.272 --> 00:05:33.092
wie geht es eigentlich, kannst du dir vorstellen, bei Raumrauschen was zu veröffentlichen

00:05:33.092 --> 00:05:34.572
und mit mir auch darüber noch zu reden.

00:05:35.072 --> 00:05:39.572
Hast du mir diesen Text vorgestellt als Teil einer, ich sage jetzt mal Trilogie,

00:05:40.112 --> 00:05:43.792
nämlich als letzten Teil von den Geschichten und dem Gedicht,

00:05:43.892 --> 00:05:45.632
was wir bisher schon gehört haben.

00:05:45.872 --> 00:05:54.272
Da reiht sich ein in diesen Prozess, den du uns als Trauerprozess auch mitgenommen hattest.

00:05:54.552 --> 00:05:59.412
Und hier wird für mich deutlich, in diesem letzten Text, in diesem letzten Gedicht,

00:06:00.012 --> 00:06:04.452
dass du einen Wandel genommen hast. Du hast auch gerade so schön bei der Einstiegsfrage

00:06:04.452 --> 00:06:06.752
gesagt, Stille ist für dich jetzt was ganz anderes.

00:06:07.612 --> 00:06:12.292
Magst du uns im Gesamtkontext nochmal mitnehmen, also wenn wir jetzt alle drei

00:06:12.292 --> 00:06:19.012
Texte hier zusammenfassen, was dieser Text nochmal ganz prägnant für dich macht?

00:06:19.997 --> 00:06:27.697
Ich würde sagen, diese kleine Reise durch meine Texte war ja zum Ersten diese Realisierung, okay,

00:06:27.897 --> 00:06:31.437
ich mache jetzt etwas alleine oder ich bin jetzt alleine und muss gucken,

00:06:31.597 --> 00:06:37.057
wie kann ich selbstständig irgendwie mein Leben leben ohne eine geliebte Person.

00:06:37.057 --> 00:06:43.297
Und im zweiten Schritt gab es diesen Moment, wie kann ich zwischen all diesem

00:06:43.297 --> 00:06:47.357
Leid und dieser Trauer irgendwie auch diese positiven Gefühle zulassen?

00:06:47.457 --> 00:06:51.017
Wie kann ich damit irgendwie weiterleben? Wie kann ich weitermachen?

00:06:51.297 --> 00:06:56.297
Wie sieht mein Weg aus? finde ich, dass es im dritten Text halt mehr darum geht,

00:06:56.577 --> 00:07:00.417
bei mir selbst anzukommen und mich selbst mehr in den Fokus zu setzen,

00:07:00.737 --> 00:07:05.237
nicht aus egozentrischen Gründen, sondern tatsächlich einfach,

00:07:05.437 --> 00:07:11.717
um zu merken, mein Leben funktioniert auch ohne das Leben dieser Person,

00:07:11.917 --> 00:07:13.297
die in meinem Leben verstorben ist.

00:07:14.037 --> 00:07:19.617
Dass ich genauso stark bin wie vorher auch und dass ich genauso die Kraft habe.

00:07:19.937 --> 00:07:24.777
Und all das, all diese positiven Attribute stecken in mir und die sind immer

00:07:24.777 --> 00:07:29.177
noch da und die kann ich irgendwie zu etwas Positivem umwandeln.

00:07:29.797 --> 00:07:34.257
Und das ist so, oder das Gedicht handelt genau von diesem Moment zu merken.

00:07:35.211 --> 00:07:41.491
Hier ist gerade Stille im Raum, die ich selbst befüllen kann mit neuen Inhalten,

00:07:41.671 --> 00:07:46.871
mit neuen Geräuschen, mit neuen Tönen, mit einer neuen Stimme, mit meiner Stimme.

00:07:47.631 --> 00:07:51.031
Und das Ich bin ich und ich darf sein.

00:07:51.271 --> 00:07:56.071
Und das ist so für mich eine ganz große Erkenntnis, die ich in diesem Moment für mich gewonnen habe.

00:07:57.191 --> 00:08:02.791
Ich finde das auch sehr eindrucksvoll, wie du in diesem gesamten Prozess,

00:08:02.911 --> 00:08:04.511
also aus den ganzen Texten,

00:08:05.571 --> 00:08:11.551
diese Veränderung wahrnimmst oder diesen Prozess, dass du erst,

00:08:11.771 --> 00:08:15.751
klingt alles sehr metaphorisch, sehr verkopft und die Gedanken,

00:08:15.771 --> 00:08:19.251
die sprechen dich da direkt von außen und innen an.

00:08:19.251 --> 00:08:24.531
Und hier gibt es diesen leiblichen, für mich leiblichen Moment,

00:08:24.911 --> 00:08:29.651
wo du auch zur Ruhe kommst und wo die Stille auch akzeptiert wird.

00:08:29.811 --> 00:08:35.211
Also wenn ich jetzt hier lese, ich hörte mich, meinen Atem, mein Herz und ich

00:08:35.211 --> 00:08:43.291
war allein, dann ist es ein für mich sehr inniger Moment des Leiblichen.

00:08:43.291 --> 00:08:51.031
Also das, was wirklich deine Körpersprache und deinen Körperrhythmus auch dir sagen möchte.

00:08:52.371 --> 00:08:57.111
Würdest du dem so zustimmen, meiner Interpretation, meinen Gedanken dazu?

00:08:57.111 --> 00:09:01.551
Ich würde vor allen Dingen sagen, dass ich im Einklang mit mir selbst war.

00:09:01.851 --> 00:09:06.691
Also diese körperliche Dimension war total im Reinen mit meiner geistigen Situation,

00:09:06.931 --> 00:09:07.971
wenn man es so nennen möchte.

00:09:08.271 --> 00:09:12.831
Und ich habe zum ersten Mal irgendwie das Gefühl gehabt,

00:09:13.191 --> 00:09:21.911
ich bin gerade vollständig bei mir und kann so jetzt in Zukunft für mich agieren

00:09:21.911 --> 00:09:24.891
und handeln und irgendwie weitere Prozesse angehen.

00:09:25.711 --> 00:09:27.371
Jetzt muss ich selber kurz überlegen.

00:09:28.388 --> 00:09:33.748
Also vor allem diejenigen, die diese Podcast-Folge zum ersten Mal hören,

00:09:34.388 --> 00:09:39.028
den empfehle ich wärmstens noch, die Geschichten von Annika zu lesen,

00:09:39.148 --> 00:09:43.688
die da heißen, du bist überall und doch nicht hier und Veränderung.

00:09:43.848 --> 00:09:48.228
Und dann kriegt man auch ein Gesamtbild von den Gedanken, die wir jetzt hier

00:09:48.228 --> 00:09:50.108
gemeinsam haben und uns auch teilen.

00:09:50.108 --> 00:09:56.508
Wenn du den Text, dieses Gedicht nochmal für sich alleine nimmst,

00:09:57.148 --> 00:10:03.148
gibt es einen Satz oder eine Stelle, die dir ganz besonders leicht gefallen ist zu schreiben?

00:10:03.508 --> 00:10:08.868
Also wo du sagst, da ist so das beflügelnde Moment vielleicht auch und das sollte

00:10:08.868 --> 00:10:13.948
der Hörer, die Hörerin oder der Leser, die Leserin ganz besonders im Augenmerk

00:10:13.948 --> 00:10:15.388
haben, so ganz subjektiv?

00:10:16.148 --> 00:10:22.468
Ich mag total die Verse und zum ersten Mal höre ich mich ganz klar.

00:10:22.748 --> 00:10:26.728
Ich finde, das ist für mich so der Moment, in dem ich gemerkt habe.

00:10:27.628 --> 00:10:33.508
Boah krass, ich kann auf einmal irgendwie ganz anders mit mir selbst und meinen

00:10:33.508 --> 00:10:38.348
Gefühlen andocken und kann Dinge ganz anders und neu begreifen,

00:10:38.668 --> 00:10:42.048
weil ich zum ersten Mal mir selbst Raum schenke.

00:10:42.848 --> 00:10:46.668
So, es rauscht nicht mehr an mir vorbei und alles ist irgendwie so super laut,

00:10:46.928 --> 00:10:52.368
sondern ich habe diese Stille und diese Stille ist nicht nur äußerlich,

00:10:52.508 --> 00:10:57.708
sondern zum ersten Mal auch innerlich und das ist für mich so ein Zeichen von

00:10:57.708 --> 00:11:03.288
so einem sehr friedlichen Moment des Zufriedenseins und der streitet für mich

00:11:03.288 --> 00:11:05.728
halt diese Zufriedenheit aus,

00:11:05.968 --> 00:11:11.088
die ich auch in dem Gedicht Veränderung irgendwie nochmal versucht habe einzubetten.

00:11:11.088 --> 00:11:16.548
Und das ist etwas, was irgendwie so sehr positiv in mir noch resoniert.

00:11:17.360 --> 00:11:21.260
Und ich finde auch, du strahlst das auch aus, so eine innere Zufriedenheit und

00:11:21.260 --> 00:11:24.400
auch neben der Aufregung, dass wir jetzt hier eine Aufnahme machen,

00:11:24.600 --> 00:11:26.580
trotzdem eine gewisse Ruhe.

00:11:27.160 --> 00:11:31.280
Du hast gesagt, dass dieser Text in einem Kirchraum entstanden ist.

00:11:31.480 --> 00:11:37.800
Jetzt würde ich einfach mal ganz konkret fragen, wie nimmst du denn so Kirchräume jetzt wahr?

00:11:37.900 --> 00:11:43.400
Findest du diesen Moment in allen Kirchen, die dir begegnen oder würdest du

00:11:43.400 --> 00:11:45.640
sagen, da gibt es besondere Orte für dich?

00:11:46.500 --> 00:11:53.940
Ich liebe Kirchräume. Ich finde, wenn ich von Stille spreche,

00:11:54.180 --> 00:11:57.140
dann gibt es verschiedene Arten von Stillen.

00:11:57.460 --> 00:12:00.660
Ich weiß nicht, ob das der Plural ist. Aber wenn ich zum Beispiel in den Dom

00:12:00.660 --> 00:12:04.120
gehe, man hört dieses Rauschen von den ganzen TouristInnen.

00:12:04.620 --> 00:12:09.220
Super viele Menschen laufen den ganzen Tag durch den Dom und es ist an sich

00:12:09.220 --> 00:12:13.380
leise und andächtig, aber trotzdem ist der Aachener Dom sehr laut,

00:12:13.800 --> 00:12:16.200
zumindest in den BesucherInnenzeiten.

00:12:16.200 --> 00:12:21.600
Trotzdem gibt es dann diese Seitenkapelle, die Umgangskapelle oder Sakramenzkapelle,

00:12:22.180 --> 00:12:28.760
in die ich mich sehr oft setze und dann sitze ich da und plötzlich höre ich nichts mehr.

00:12:29.540 --> 00:12:34.920
Dieses ganze Rauschen, was vorher irgendwie spürbar war, was hörbar war, ist auf einmal vorbei.

00:12:35.896 --> 00:12:40.116
Weil es super ruhig wird in dieser Kapelle.

00:12:40.376 --> 00:12:44.396
Und das ist für mich ein sehr großer Kontrast. Aber jedes Mal,

00:12:44.456 --> 00:12:48.536
wenn ich da drin sitze, komme ich zur Ruhe und kann innehalten in einem hektischen

00:12:48.536 --> 00:12:51.896
Alltag, in einem hektischen Leben, sage ich jetzt mal.

00:12:52.116 --> 00:12:55.856
Man kann in eine Kirche gehen und es ist einfach ruhig.

00:12:56.156 --> 00:12:58.036
Da ist irgendwie diese besondere Stille.

00:12:58.556 --> 00:13:04.536
Und die trägt mich manchmal einfach total stark. Und bisher kann ich sagen,

00:13:04.736 --> 00:13:08.716
ja, in allen Kirchen, in denen ich war, habe ich diesen Moment spüren können.

00:13:09.156 --> 00:13:14.156
Ob das jetzt in jeder Kirche so ist, das weiß ich nicht. Aber Kirchen haben

00:13:14.156 --> 00:13:16.556
für mich einfach etwas Besonderes.

00:13:16.736 --> 00:13:19.316
Und jeder Stein erzählt irgendwie eine Geschichte.

00:13:19.556 --> 00:13:22.916
Und ich finde das einfach besonders.

00:13:23.696 --> 00:13:30.296
Ja, danke dir, Annika, für all die Ausführungen, für ja auch diese Trilogie

00:13:30.296 --> 00:13:36.296
an Geschichten, die du uns gegeben hast, die ja jetzt ein bisschen den Abschluss findet.

00:13:36.296 --> 00:13:41.356
Und ich würde dich jetzt nochmal als so letzte Frage vorm Ende fragen,

00:13:42.116 --> 00:13:49.596
wie du jetzt für dich diese Trilogie an Geschichten, diese ersten drei Geschichten,

00:13:49.696 --> 00:13:52.536
Gedichten für dich nochmal so wahrnimmst.

00:13:52.536 --> 00:13:56.596
Ob du damit jetzt sagst, da ist ein Kapitel abgeschlossen oder ob du sagst,

00:13:56.636 --> 00:13:59.436
das ist ein Doppelpunkt für dein Leben und damit,

00:13:59.676 --> 00:14:03.596
dass du es geteilt hast, hast du nochmal eine neue Ebene erreicht,

00:14:03.776 --> 00:14:09.676
wie du mit dem Prozess der Trauer, aber auch mit der Begegnung und auch vor

00:14:09.676 --> 00:14:11.876
allem mit dir selbst weitermachst.

00:14:12.706 --> 00:14:16.546
Ich finde es ja so super spannend, dass ich erst durch die Zusammenarbeit mit

00:14:16.546 --> 00:14:19.966
dir gemerkt habe, diese drei Texte ergeben für mich irgendwie eine Trilogie.

00:14:20.786 --> 00:14:25.466
Das war inhaltlich für mich irgendwie vorher schon klar, aber erst jetzt ergibt

00:14:25.466 --> 00:14:29.066
es für mich nochmal so viel mehr Sinn, diesen Dreischritt zu haben.

00:14:30.406 --> 00:14:34.646
Und natürlich ist das etwas, was, ich will nicht sagen, verarbeitet ist,

00:14:34.786 --> 00:14:38.226
aber es ist natürlich schon ein Prozess gewesen, in dem ich mich befand,

00:14:38.226 --> 00:14:40.446
in dem Moment, in dem ich diese Texte geschrieben habe.

00:14:40.506 --> 00:14:43.106
Ich habe meine Gedanken, meine Gefühle in Worte gefasst.

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Jetzt den Schritt zu haben, diese Texte mit anderen Menschen zu teilen,

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ist für mich auf jeden Fall nochmal ein nächster Step, weil ich vor allen Dingen

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auch ein Mensch bin, der nicht häufig und auch nicht oft davon spricht.

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Und diesen Inhalt oder das, was man daraus lesen kann, mit anderen Menschen zu teilen,

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wenn auch abstrakterweise, ist für mich schon was Besonderes und hilft mir,

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glaube ich, auch für mich nochmal mehr, ich will nicht sagen, Abschluss zu finden,

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weil das ist nicht mein Ziel, aber damit irgendwie anders leben zu lernen und das, finde ich,

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ist irgendwie ein wunderschönes, oder zumindest eine wunderschöne Idee in meinem Kopf gerade,

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weil es auch etwas ist, was ich mit anderen Menschen teilen kann und nicht nur

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auf meinen eigenen Schultern irgendwie lasten muss.

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Und das mag ich, dieses Gefühl, man ist nicht allein auf der Welt und man kann

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mit Menschen interagieren und irgendwie sich austauschen und das finde ich eigentlich ganz schön.

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Boah, danke dir für diese schönen Worte, auch nochmal für dieses indirekte Lob.

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Ich bin da sehr happy, dass du auch diesen Schritt gewagt hast,

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mit mir auf diese Reise zu gehen und über diese drei tollen Geschichten auch zu sprechen.

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Von daher danke ich dir sehr, dass das jetzt, dass du damit einen Next Step

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gegangen bist und genau, bevor wir uns ganz verabschieden, nach dem Check-In

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gibt es auch den Check-Out,

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lass uns mal gemeinsam schauen, welche Karte du als nächstes ziehen darfst.

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Und die Karte schreibt, eine Erkenntnis, die ich heute mitnehme.

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Ja, es ist die Erkenntnis, dass es manchmal schön ist,

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mit seinen eigenen Worten Raum einzunehmen und miteinander irgendwie ins Gespräch

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zu kommen und miteinander irgendwie

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in Begegnung zu sein und irgendwie das Lebendige aufrecht zu erhalten.

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Ja, dann danke ich dir, dass du diesen Raum auch eingenommen hast,

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in den ich dich eingeladen habe.

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Wir wünschen jetzt allen Hörerinnen und Hörern natürlich noch einen guten Abschluss.

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Vielleicht seid ihr auch so neugierig und lest nochmal die anderen Geschichten im Ganzen.

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Und liebe Annika, danke dir, dass du heute in der Folge dabei warst.

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Und ich bin schon sehr gespannt und voller Freude, was wir als nächstes von

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dir noch hören oder lesen werden.

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Bis dahin, alles Gute dir. Mach's gut. Dankeschön. Ciao.

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Den Blog und die Geschichte findet ihr unter www.raumrauschen.de.

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Raumrauschen ist ein Angebot der Berufungspastoral im Bistum Aachen.

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