WEBVTT

00:00:02.397 --> 00:00:07.377
Hallo und herzlich Willkommen zu Raumrauschen. Wir erzählen uns hier am digitalen

00:00:07.377 --> 00:00:11.837
Lagerfeuer persönliche Geschichten und blicken hinter die Texte der AutorInnen.

00:00:13.217 --> 00:00:14.897
Schön, dass ihr dabei seid.

00:00:24.408 --> 00:00:28.108
Hallo und herzlich willkommen zum Raumrauschen-Podcast. Hi Annika,

00:00:28.208 --> 00:00:30.388
schön, dass du da bist. Hallo, danke, dass ich hier sein darf.

00:00:30.728 --> 00:00:37.248
Wir fangen heute mit einer der Check-In-Fragen an von dem Karten-Set Wertvoll

00:00:37.248 --> 00:00:41.948
Ich, was ich natürlich wieder in den Shownotes, in den Captions verlinken werde.

00:00:42.328 --> 00:00:46.008
Übrigens, diese Karten gibt es auch als digitale Fassung.

00:00:46.168 --> 00:00:49.988
Das heißt, wenn ihr das am Handy brauchen könntet, dann findet ihr den Link

00:00:49.988 --> 00:00:52.188
dazu auch bei uns in den Shownotes.

00:00:52.728 --> 00:00:58.108
Liebe Annika, du darfst jetzt eine dieser Karten ziehen, ganz analog. Ich bin aufgeregt.

00:00:59.354 --> 00:01:02.854
Und dann darfst du mal uns einsteigen lassen hier.

00:01:03.154 --> 00:01:06.654
Genau, ich bin jetzt gebeten worden, auf der Karte einen Funfact zu nennen,

00:01:06.734 --> 00:01:08.174
den andere noch nicht von mir wissen.

00:01:08.894 --> 00:01:11.034
Und den du natürlich mit uns teilen möchtest.

00:01:12.234 --> 00:01:17.594
Ja, natürlich. Oder? Ich würde sagen, ich bin in einem Karnevalsverein,

00:01:17.754 --> 00:01:20.894
mittlerweile nicht mehr so aktiv, aber ich bin immer noch angemeldet.

00:01:21.054 --> 00:01:23.774
Und ich bin länger in diesem Verein, als ich lebe.

00:01:24.874 --> 00:01:31.294
Was? Wie ist das denn möglich? In dem Jahr vor meiner Geburt gab es so einen,

00:01:31.294 --> 00:01:34.214
ich weiß nicht, wie man das nennt, es gab so einen Kinderschal.

00:01:34.454 --> 00:01:38.814
Also für alle Kinder gab es einen kostenlosen Schal. Und meine Familie wollte,

00:01:38.934 --> 00:01:40.194
dass ich auch einen Schal habe.

00:01:40.374 --> 00:01:44.474
Und sie haben mich quasi angemeldet, bevor ich geboren wurde.

00:01:44.954 --> 00:01:48.234
Also bin ich sozusagen eigentlich schon länger in diesem Verein,

00:01:48.654 --> 00:01:51.114
als ich lebe. Aber krass.

00:01:51.494 --> 00:01:54.434
Das heißt, du bist ein ganz besonderes Mitglied in diesem Verein.

00:01:55.354 --> 00:01:58.354
Zumindest höre ich das so raus. Aber das ist ein krasser Funfact.

00:01:59.274 --> 00:02:00.934
Danke dir für das Teilen.

00:02:02.614 --> 00:02:06.294
Ja, das lassen wir jetzt einfach mal so stehen. Das macht mich ein bisschen

00:02:06.294 --> 00:02:10.774
sprachlos, aber wunderbar. Damit würde ich sagen, gehen wir direkt weiter,

00:02:11.034 --> 00:02:16.294
denn deine Eltern haben dir mal so einen Schal vor deiner Geburt mehr oder weniger geschenkt.

00:02:16.454 --> 00:02:23.454
Du schenkst uns heute eine weitere Geschichte, die wir auf raumrauschen.de veröffentlichen.

00:02:23.734 --> 00:02:26.634
Und liebe Annika, wie heißt die Geschichte denn heute?

00:02:27.154 --> 00:02:31.554
Die Geschichte beziehungsweise das Gedicht, was ich heute mitgebracht habe, ist Veränderung.

00:02:32.674 --> 00:02:35.434
Veränderung. Dann hören wir mal gemeinsam rein.

00:02:45.521 --> 00:02:51.641
Veränderung, Dunkelheit, die mich umgibt, Kälte, die ich verspüre,

00:02:52.801 --> 00:02:58.061
Wege, die ich verlassen habe, Gedanken, die mich überfordern.

00:02:58.641 --> 00:03:03.941
Ich stehe hier mit einem Gefühl der Leere, denke mir, was wohl wäre,

00:03:04.361 --> 00:03:08.381
wenn du an meiner Seite stündest und lauthals mir verkündest,

00:03:08.681 --> 00:03:12.981
du bist hier und verweilst mit mir, die folgende Zeit des Lebens hier.

00:03:13.601 --> 00:03:20.281
Und ehe ich mich versehe, zu dir blicke und mich nur ganz kurz von dir wegdrehe,

00:03:21.301 --> 00:03:26.661
stehe ich hier, mit einem Gefühl der Leere, denke mir, was wohl wäre.

00:03:27.721 --> 00:03:30.081
Wärst du noch hier, bei mir.

00:03:31.097 --> 00:03:35.917
Ich wünsche mir so sehr, dass die Zeit mit dir zurückkehrt, die Stunden mit

00:03:35.917 --> 00:03:40.297
dir zu verbringen, Lieder mit dir zu singen, nicht fragen zu müssen,

00:03:41.117 --> 00:03:44.617
dich noch ein letztes Mal auf die Stirn zu küssen.

00:03:45.237 --> 00:03:50.577
Ich schreie nach dir, doch niemand ist hier. Mein Herz weint und ich selbst

00:03:50.577 --> 00:03:52.397
bin mir der größte Feind.

00:03:53.117 --> 00:03:57.797
Meine Stimme bricht. Ich kann das nicht allein durchstehen,

00:03:58.497 --> 00:04:02.797
Aber ich werde sehen, dass dort jemand ist, am Ende des Tunnels,

00:04:03.357 --> 00:04:08.117
der mir trotz des ganzen Rummels hält das Licht und mir zeigt,

00:04:08.377 --> 00:04:11.117
welcher Weg der richtige für mich ist.

00:04:11.937 --> 00:04:16.637
Nicht gehofft und nicht geglaubt, dass mir jemand wieder so die Sinne raubt,

00:04:16.837 --> 00:04:19.197
dass ich jemals wieder fühlen kann.

00:04:19.537 --> 00:04:22.457
Und zu verdanken habe ich das dem Mann.

00:04:22.997 --> 00:04:27.717
Dem Mann, der einfach so in mein Leben kam, der mir half und wegnahm das Gefühl

00:04:27.717 --> 00:04:31.277
meiner Scham und mir zeigte, dass ich es kann.

00:04:31.757 --> 00:04:36.117
Dass ich es schaffe, weiterzugehen. Ich bereit bin, mich auch mal umzudrehen,

00:04:36.517 --> 00:04:41.657
aber ich erkenne, dass der nächste Tag mir täglich gibt den besten Rat.

00:04:42.117 --> 00:04:46.377
Für mein weiteres Leben. Ohne dich und doch mit dir.

00:04:46.857 --> 00:04:52.897
Und ich gehe hier den neuen Weg neben dem, der einst für dich bestimmt war.

00:04:52.897 --> 00:05:00.197
Und plötzlich wird mir wieder ganz klar, mein schlimmster Gedanke wurde wahr.

00:05:01.037 --> 00:05:05.357
Aber ich stehe hier nicht mehr mit diesem Gefühl der Leere, das mich umgibt

00:05:05.357 --> 00:05:10.277
in der Dunkelheit, in der Hoffnung, dass du irgendwann wiederkehrest und mir sagst,

00:05:10.777 --> 00:05:16.077
du seist bereit, bereit, mit mir den Weg zu gehen, über Berge und über Seen,

00:05:16.517 --> 00:05:18.217
bis hin zum Wald und zum Meer.

00:05:19.177 --> 00:05:22.197
An unseren Ort, zu flüchten, einfach fort.

00:05:22.897 --> 00:05:28.317
Zu atmen die frische Luft, zu überbrücken die Kluft, die uns nun umringt.

00:05:29.404 --> 00:05:35.044
Und in der Ferne dann erklingt Zufriedenheit, die jetzt danach schreit,

00:05:35.784 --> 00:05:43.024
Hoffnung, die mich umgibt, Liebe, die ich verspüre, Wege, die ich neu entdecke,

00:05:44.044 --> 00:05:46.684
Gedanken, die ich nun sortiere.

00:05:57.113 --> 00:06:02.173
Vielen Dank, Annika, für diese Geschichte, für dieses Gedicht,

00:06:02.493 --> 00:06:04.673
wie ich jetzt von dir ja gehört habe.

00:06:05.653 --> 00:06:09.973
Mich würde interessieren, wie du an dieses Gedicht rangegangen bist,

00:06:10.233 --> 00:06:14.673
an den Text, wie es dir beim Schreiben vielleicht auch ergangen ist,

00:06:15.413 --> 00:06:21.893
wie schwer oder wie leicht so ein Prozess ist, damit die Hörerin oder der Hörer

00:06:21.893 --> 00:06:25.953
ein Gefühl dafür hat, wie du schreibst, wie du ins Schreiben kommst.

00:06:26.613 --> 00:06:30.093
Da wäre ich dir sehr dankbar, wenn du das mit uns teilen könntest.

00:06:30.533 --> 00:06:35.053
Sehr gerne. Ich hatte damals tatsächlich in der Uni eine mündliche Prüfung.

00:06:35.313 --> 00:06:39.793
Und für diese mündliche Prüfung müssten wir einen Text, ein Buch,

00:06:39.953 --> 00:06:44.633
Zitat oder ein Gedicht, irgendwas Literarisches vortragen.

00:06:44.873 --> 00:06:48.073
Und dann wurde unsere Stimme, unsere Körperhaltung und so weiter bewertet.

00:06:48.193 --> 00:06:49.793
Und irgendwas in mir drin hat gesagt...

00:06:50.839 --> 00:06:54.499
Schreib ein Gedicht, schreib einen eigenen Text, nimm diesen eigenen Text mit

00:06:54.499 --> 00:06:57.379
in diese Prüfung und lies ihn vor oder trag ihn vor.

00:06:57.739 --> 00:07:01.439
Und dann saß ich am Wochenende, bevor die Prüfung stattfinden sollte,

00:07:01.799 --> 00:07:06.499
tatsächlich in meinem Bett und habe gedacht, ja, ich schreibe jetzt einfach drauf los.

00:07:06.499 --> 00:07:14.119
Und da gab es dieses große Gefühl in mir, was diesem Titel entspricht, nämlich Veränderung.

00:07:14.399 --> 00:07:18.679
Ich wusste den Namen des Gedichts, bevor ich überhaupt den Inhalt kannte.

00:07:18.959 --> 00:07:22.939
Für mich war klar, dieses Gedicht heißt Veränderung. Und dann habe ich einfach

00:07:22.939 --> 00:07:28.679
darüber nachgedacht, wie ich irgendwas in Worte fassen kann und habe angefangen zu schreiben.

00:07:28.959 --> 00:07:33.519
Und das war vielleicht ein Tag oder so, wo ich geschrieben habe,

00:07:33.639 --> 00:07:39.459
beziehungsweise immer wieder geguckt habe, okay, wie passen meine wunderbar

00:07:39.459 --> 00:07:42.479
hochqualifizierten Reimworte gut zueinander?

00:07:42.479 --> 00:07:46.219
Und wie passt das alles für mich und wie ist das stimmig und wie kriege ich

00:07:46.219 --> 00:07:51.879
das hin, dass ich eine Dynamik in diesem Gedicht habe, das dem Titel entspricht.

00:07:52.419 --> 00:07:55.299
Und ja, so habe ich das Gedicht geschrieben.

00:07:55.979 --> 00:08:00.599
Also ich höre raus, dass dieses Gedicht neben der Tatsache, dass die Überschrift

00:08:00.599 --> 00:08:05.299
so herausgekommen ist als erstes, dass das ja schon in dir schlummerte,

00:08:05.459 --> 00:08:08.739
weil das war ja von dem Prozess, so wie ich ihn jetzt wahrgenommen habe.

00:08:09.699 --> 00:08:13.679
Relativ klar, wie als ob er immer schon da gewesen sei.

00:08:13.959 --> 00:08:17.499
Nur, dass er eben auf Papier oder eben in den digitalen Medien,

00:08:17.679 --> 00:08:19.959
auf dem Tablet oder sonst wo geschrieben werden müsste.

00:08:21.159 --> 00:08:26.999
Oder? Ich finde, das ist eine spannende Sichtweise, aber eigentlich schon irgendwie.

00:08:27.339 --> 00:08:31.239
Also wenn ich darüber nachdenke, was ich eigentlich in diesem Gedicht ausdrücke

00:08:31.239 --> 00:08:35.279
oder was ich eigentlich dort hineingelegt habe, etwas, was nicht unbedingt jetzt

00:08:35.279 --> 00:08:37.879
daraus zu lesen ist, was bei mir passiert ist,

00:08:38.539 --> 00:08:42.939
dann glaube ich schon, dass das einfach sehr klar war in mir drin und einfach

00:08:42.939 --> 00:08:47.719
nur noch in Worte gepackt werden musste oder konnte, wollte.

00:08:48.409 --> 00:08:52.389
Das Gedicht heißt ja Veränderung und ich verstehe Veränderung so,

00:08:52.489 --> 00:08:56.609
dass man von der einen Situation zur anderen Situation kommt und dazwischen

00:08:56.609 --> 00:08:58.389
gibt es so eine Phase des Übergangs.

00:08:58.869 --> 00:09:04.549
Und ich würde gerne mit dir nochmal kurz die Zeit nutzen, um ja diesen Prozess

00:09:04.549 --> 00:09:11.249
auch nochmal in eigene Worte mitzunehmen, denn du fängst das Gedicht mit der Dunkelheit an.

00:09:12.069 --> 00:09:18.369
Also wir kommen hier in den Bereich, in dem nächsten Vers heißt es Kälte,

00:09:18.609 --> 00:09:20.909
der erstmal sehr negativ konnotiert ist.

00:09:21.069 --> 00:09:25.689
Also die Ausgangslage ist eine, ich sag mal in eigenen Worten, sehr düstere.

00:09:26.609 --> 00:09:31.869
Magst du uns da nochmal mitnehmen in diese erste Phase, wo du da gerade stehst

00:09:31.869 --> 00:09:37.229
oder wo du sagst in diesem Gedicht, das ist der Kern des Punktes?

00:09:37.769 --> 00:09:41.669
Und das Spannende an diesem Text ist ja, dass der Text sozusagen eine,

00:09:41.849 --> 00:09:47.509
ich nenne es jetzt mal, Fortführung ist von einem Text, den ihr schon kennt,

00:09:47.769 --> 00:09:51.629
nämlich Du bist überall und doch nicht hier. Hört euch gerne auch diese Folge an.

00:09:51.869 --> 00:09:56.349
Schaut einfach mal bei den üblichen Podcast-Kanälen oder auf raumrauschen.de

00:09:56.349 --> 00:09:58.289
und sucht Du bist überall und doch nicht hier.

00:09:58.968 --> 00:10:05.168
Ähnlich wie dort handelt dieses Gedicht auch von dem Verlust eines geliebten Menschen.

00:10:05.568 --> 00:10:09.308
Das ist so ein bisschen die Ausgangslage, wenn ich davon erzähle,

00:10:09.488 --> 00:10:15.288
mit negativen Worten oder negativen Gefühlen erst mal irgendwie da zu stehen.

00:10:15.288 --> 00:10:21.868
Es ist die Suche nach, wie führe ich mein Leben weiter ohne diesen geliebten Menschen,

00:10:22.248 --> 00:10:27.528
wie kann ich überhaupt Freude empfinden in Tagen, in denen ich eigentlich so

00:10:27.528 --> 00:10:31.188
viel Trauer und ja auch Angst irgendwie empfunden habe.

00:10:31.188 --> 00:10:36.328
Und der Moment, beziehungsweise in der Zeit, in der ich dieses Gedicht geschrieben

00:10:36.328 --> 00:10:41.868
habe, da gab es einen Moment, wo ich genau diesen Wendepunkt erlebt habe,

00:10:41.948 --> 00:10:44.548
den ich versucht habe, in diesem Gedicht irgendwie darzustellen.

00:10:45.228 --> 00:10:49.628
Und ich war damals in Rom, ich erzähle kurz diese Anekdote, ich war damals in

00:10:49.628 --> 00:10:54.968
Rom und bin auf den Petersdom oben, auf die Kuppel sozusagen gestiegen und ich

00:10:54.968 --> 00:10:56.588
war voller Angst, dort hochzugehen.

00:10:56.648 --> 00:11:00.228
Es war so hoch und irgendwie wurde alles immer enger und so viele Menschen und

00:11:00.228 --> 00:11:04.108
ich wollte keine Menschen zur Last fallen und ich bin trotzdem Stufe für Stufe

00:11:04.108 --> 00:11:09.148
hoch und habe alle anderen Begleitungen schon weggeschickt und habe gesagt, ich schaffe das,

00:11:09.248 --> 00:11:12.728
ich kriege das hin und bin dann Stufe für Stufe hoch, hab immer wieder tief

00:11:12.728 --> 00:11:15.468
durchgeatmet und dachte, alle sind schon weg.

00:11:15.928 --> 00:11:18.828
Und dann stand da aber trotzdem immer noch dieser eine Mensch,

00:11:19.088 --> 00:11:23.568
der auch in diesem Gedicht irgendwie nochmal erwähnt wird, der auf mich gewartet

00:11:23.568 --> 00:11:25.988
hat und der mich nicht alleingelassen hat und der mir auch nicht das Gefühl

00:11:25.988 --> 00:11:30.688
gegeben hat, gerade zu viel zu sein oder irgendwie in der Last zu sein.

00:11:30.848 --> 00:11:36.548
Und dann standen wir da oben auf der Kuppel des Petersdoms und der Himmel war

00:11:36.548 --> 00:11:39.508
strahlend blau und ich konnte in die Berge, in die Ferne sehen.

00:11:39.508 --> 00:11:45.248
Und ich habe mich dieser geliebten Person, die verstorben ist in meinem Leben,

00:11:45.915 --> 00:11:50.135
Noch nie so nah gefühlt oder ich habe mich in diesem Moment dieser Person so nah gefühlt.

00:11:50.235 --> 00:11:54.575
Ich habe mich in diesem Moment Gott so nah gefühlt. Ich hatte das Gefühl, ich bin in den Wolken.

00:11:54.675 --> 00:11:58.195
Das klingt jetzt alles auch sehr komisch, aber ich hatte das Gefühl,

00:11:58.295 --> 00:12:02.215
ich bin in den Wolken und kann meine Hand ausstrecken und dann ist da irgendwas.

00:12:03.295 --> 00:12:08.695
Und dieser Moment hat mir so viel Frieden geschenkt. Und den Moment geschenkt

00:12:08.695 --> 00:12:11.775
zu bemerken, hier verändert sich jetzt was.

00:12:12.015 --> 00:12:16.775
Ich kann all diese negativen Gefühle der Trauer und der Angst und der Unsicherheit

00:12:16.775 --> 00:12:19.275
in etwas Positives jetzt umwandeln.

00:12:19.455 --> 00:12:23.795
In eine Hoffnung, in etwas, was vor mir liegt.

00:12:23.855 --> 00:12:27.575
In etwas, was mich bestärkt und was mir einfach noch neue Kraft schenkt.

00:12:28.075 --> 00:12:31.335
Ich finde das ganz spannend, wie du das jetzt so sagst in den Ausführungen.

00:12:31.335 --> 00:12:35.675
Wir haben vorher noch kurz über dieses Gedicht gesprochen und da war einfach

00:12:35.675 --> 00:12:36.935
so dieser Moment der Wende.

00:12:37.115 --> 00:12:42.135
Ich habe ihn auch so für mich herausgefunden, dass das in der Begegnung mit den Menschen war.

00:12:42.955 --> 00:12:46.655
Hier steht jetzt der Mann und das war ja auch jetzt mit der Anekdote,

00:12:46.795 --> 00:12:48.635
er schließt sich mir nochmal ein bisschen mehr.

00:12:48.635 --> 00:12:55.915
Und ich glaube, da nochmal ergänzen zu können, dass die Veränderung eben nicht

00:12:55.915 --> 00:12:59.815
nur bei einem selber passiert und nicht nur abhängig ist von einem selber,

00:12:59.975 --> 00:13:02.535
sondern durch Begegnung möglich ist.

00:13:02.535 --> 00:13:06.455
Und dass dadurch eben, wie du es hier danach so schön schreibst,

00:13:06.615 --> 00:13:11.315
eben dieser Wendepunkt da ist und dass Dinge anders werden können.

00:13:11.575 --> 00:13:15.555
Und ich finde es gar nicht so pathetisch, dieses Gefühl in den Himmel greifen

00:13:15.555 --> 00:13:19.735
zu können, ist doch ein wunderbar passender Begriff, um zu sagen,

00:13:19.935 --> 00:13:23.595
hier passiert etwas, was vorher unbegreiflich war,

00:13:23.875 --> 00:13:30.195
dass ich da einen Pack anzuhabe, das mir ermöglicht, das zu verarbeiten und weiterzumachen.

00:13:30.195 --> 00:13:33.535
Und mit einem Guten, im Guten damit auch weiterzumachen.

00:13:33.695 --> 00:13:38.775
Von daher, glaube ich, ist diese Petersdombegegnung da gar nicht so verkehrt zu sagen.

00:13:39.506 --> 00:13:44.966
Annika, gibt es denn für dich in diesem Gedicht so eine Zeile,

00:13:45.506 --> 00:13:51.506
die du der HörerInnen oder auch den LeserInnen so sehr ans Herz legst, dass du sagst,

00:13:52.086 --> 00:13:55.586
der sollte am besten Falle hängen bleiben, unabhängig davon,

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dass jeder und jede das anders sieht.

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Aber was wäre so dein ganz subjektiver Blick an deine Herzensstelle vielleicht?

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Ich finde die Frage sehr schwierig, würde aber eigentlich bei dem Satz bleiben,

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Hoffnung, die mich umgibt.

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Weil es etwas ist, was oder wonach ich immer strebe und immer daran glaube,

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dass selbst an den dunkelsten Tagen immer irgendwo das Licht scheint.

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Und das ist etwas, was ich in meinem Leben so tief verankert habe,

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dass ich immer daran glaube, es wird wieder gut oder es wird anders werden,

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aber es wird weitergehen.

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Und diese Hoffnung ist so ein ganz körperliches Gefühl bei mir.

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Und das ist nicht nur etwas, was irgendwie in meinem Verstand passiert,

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sondern etwas, was ich spüre.

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Das ist etwas, wenn ich diese Geschichte von Peterstum erzähle,

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dass ich wieder dieses Kribbeln habe und diese Aufgeregtheit und dieses,

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oh mein Gott, dieser Moment, der war wirklich, der war ein Wendepunkt in meinem Leben.

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Und diese Hoffnung ist etwas, was ich mir immer wieder wünsche,

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dass auch andere Menschen erfahren können.

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Dann hoffen wir sehr, dass das auch durch diese Gedichtzeilen irgendwie auch

00:15:05.226 --> 00:15:08.466
deutlich wird für die HörerInnen oder auch den LeserInnen.

00:15:08.646 --> 00:15:12.546
Annika, vielen lieben Dank fürs Teilen deiner Geschichten.

00:15:12.966 --> 00:15:18.766
Jetzt haben wir ja mit den Check-In-Karten angefangen. Jetzt habe ich eine Check-Out-Frage.

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Auch wieder ein kleines 6 Karten. Ich lade dich ein, da einfach mal loszuziehen.

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Das nehme ich mir vor. Ich nehme mir vor, meine Hausarbeit jetzt zeitnah zu

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schreiben und abzugeben.

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Das ist ein sehr guter Vorsatz. Dann wünsche ich dir auf jeden Fall viel Erfolg

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damit und gutes Durchhaltevermögen.

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Dankeschön. Und danke, dass du nebenbei es schaffst, auch noch eine so tolle

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Geschichte, so ein tolles Gedicht mit uns zu teilen.

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Von daher wünsche ich dir jetzt alles Gute, allen Zuhörerinnen und Zuhörern

00:15:49.745 --> 00:15:52.945
auch und bis zum nächsten Mal. Macht's gut. Ciao.

00:15:55.925 --> 00:16:02.205
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