Eine breite Öffentlichkeit. Er ermöglicht einen Einblick in andere Organisationsstrukturen und bietet die Chance, Best-Practice-Beispiele aus der Praxis kennenzulernen. ASD Wissen, der Podcast für die Fachkräfte im ASD. Und heute freue ich mich ganz besonders. Ich habe heute Sarah bei mir. Sarah studiert im dualen Studiengang Soziale Arbeit und ist gleichzeitig neben dem StudentInnen-Sein auch in einer Praxisstelle, und zwar in den Hilfen zur Erziehung und hat darüber hinaus auch ganz eigene Erfahrungen mit dem ASD, mit Hilfeplanung und dem System Kinder- und Jugendhilfe als sogenannte Care-Lieberin. Ich freue mich auf jeden Fall ganz doll, dass Sarah heute bereit ist, mit mir über ihre Erfahrung, ihre Haltung zu sprechen. Hallo Sarah. Hallo. Erstmal nochmal ganz herzliches Dankeschön, dass du hier bist. Da freue ich mich wirklich drüber. Ja, gerne.

Magst du ganz kurz dich einmal vorstellen, was du machst, wer du bist und vielleicht auch, warum du heute genau die Richtige bist, um heute ein Gespräch mit mir zu führen? Ja, klar. Ja, genau. Ich bin Sarah. Ich bin 22 Jahre alt und duale Studentin für soziale Arbeit. Ich bin noch mitten im Studium. Ich bin jetzt im fünften Semester und bin Care-Lieberin.

Also ich bin jetzt seitdem ich 17 bin in den Hilfen zur Erziehung und bin genau immer noch, also bin offiziell Geldieberin und bin noch in der Kinder- und Jugendhilfe tatsächlich. Also ich bin eben selbst tätig in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Praxis und eben irgendwie, also immer noch selbst in der. Im Rahmen von Hilfen für junge Vorjährige. Genau. Darfst du auch noch ein wenig Unterstützung in Anspruch nehmen. Also eine total interessante Perspektive, weil diese Kombination ja wirklich besonders ist. Also Teil der Kinder- und Jugendhilfe zu sein und zwar aus eigentlich allen Perspektiven. Als Studentin, als Mitarbeiterin im Rahmen des dualen Studiums und eben als jemanden, der auch Hilfe zur Erziehung empfängt. Genau, dementsprechend weiß ich gar nicht, wo fange ich an. Mit meinem sozialarbeiterischen Dasein oder mit meinem persönlichen Dasein. Also es wird ja irgendwann in deinem Leben ein Interesse ausgelöst worden sein, dass du sagst, Mensch, ich möchte ins Studium für die soziale Arbeit gehen. Das wird dabei auch noch gar nicht so lange her sein.

Kannst du dich noch erinnern, wie es zu diesen Gedanken und zu dieser Entscheidung gekommen ist? Ja, also gut, das ist ein guter Anfang. Also genau bei mir hat das dem Interesse, hat das glaube ich schon ziemlich, ziemlich früh angefangen. Ich bin mit drei Brüdern groß geworden und ich war immer schon, glaube ich, eine fürsorgliche Person, habe mich immer schon auch für meine jüngeren Geschwister interessiert und ja, wollte schon, als ich selbst Kind war, selber irgendwie Kinder betreuen. Also ich wollte irgendwie schon selbst als Kind irgendwann Erzieherin werden. Diesen Wunsch hatte ich ganz lange.

Und ich habe auch, der Wunsch hat sich irgendwie weiter verfestigt, weil ich gemerkt habe, ich fühle sehr viel Empathie zu Menschen. Und ich glaube, dass ich selber und auch andere gut profitieren könnten, davon eben mit Menschen zu arbeiten. Das war mir irgendwie schon klar. Ich habe mich in meiner Lebensgeschichte mit vielen Dingen beschäftigen müssen, auch irgendwo und auch beschäftigt und irgendwann habe ich zum Beispiel mich sehr, also als ich jugendlich war, mit, fand ich, Ungerechtigkeiten, die so in der Welt passieren, haben mich sehr, sehr betroffen und irgendwie hatte ich auch ein bisschen den Wunsch gehegt, irgendwie was zu verändern oder was zu tun gegen solche Art von Ungerechtigkeiten, und eben auch wahrscheinlich auch verbunden mit der eigenen Ungerechtigkeit, die ich eben sozusagen erlebe, also Also in deiner eigenen Biografie. Genau, ja.

Dann habe ich auch gemerkt, dass ich auch selbst, also ich hatte dann irgendwie im Abitur Pädagogik und Psychologie in der Schule und ich habe gemerkt, dass das ein Feld ist, was mir wirklich, wirklich etwas sehr, also sehr dolle Dinge antriggert. Also es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich konnte damit sehr viel erfassen. Also ich konnte gut lernen. Das hat mich damals sehr bestärkt, weil ich schon irgendwie mal ein bisschen das Gefühl hatte, Schule, ich verstehe irgendwie eh nicht so viel und irgendwie fällt mir vieles sehr schwer. Aber da hatte ich das Gefühl, das geht echt gut rein. Also du hast so einen direkten Zugang zu, ohne dass du dich groß bemühen musstest, um den Einstieg zu finden. Genau. Und eben noch dazu konnte ich das gut verstehen und auch eben für mich gut nutzen. Weil dadurch kannte ich zum Beispiel gut verstehen, was in mir vorgeht oder was… Was für Prozesse in dir ausgelöst wurden, was sie vielleicht ausgelöst haben. Also dass du eine Art theoretischen Einblick in dein eigenes Fühlen bekommst. Kann ich das so verstehen. Ja, genau. Interessant. Und dann habe ich gemerkt, dass das etwas ist, was ich gut für mich nutzen kann und vielleicht eine Sache ist, die ich auch weiter verfolgen möchte in meinem Leben.

Und du hast dich ja für ein duales Studium der sozialen Arbeit entschieden. Das heißt, du bist für diejenigen, die das hören und noch nicht so richtig wissen, wie man das einordnen kann. Was bedeutet duales Studium? Wie viele Tagen in der Woche bist du dann in deiner Praxisstelle?

Genau, ich hatte ein FSJ gemacht und danach habe ich gewusst, ich glaube, dass das Studium Soziale Arbeit genau das Richtige für mich ist. Und ich habe dann so geguckt, was so meine Möglichkeiten sind. Und genau, bei mir hatte das auch ein bisschen einfach auch was mit meinem NC auch zu tun. Und... Genau, auch so ein bisschen damit, dass ich, also ich hätte auch irgendwie erst einen Erzieher machen können, aber ich hatte irgendwie schon, ich wusste ganz genau, es ist soziale Arbeit und ich möchte diesen direkten Weg gehen auch. Und bei mir ist das so, dass ich, bei uns funktioniert das so, dass ich eben beides in einer Woche habe. Also ich habe Theorie und Praxis in einer Woche. Also ich arbeite 20 Stunden die Woche und habe meistens Anfang der Woche eben Vorlesungen.

Und ich, genau, ich arbeite dann in der stationären Kinder- und Jugendhilfe 20 Stunden in der Woche. Alles klar. Also du bist sozusagen wöchentlich mit den Theorien sozialer Arbeit und den Bezugswissenschaften konfrontiert und erlebst dann auch im allerbesten Fall, wie diese Theorien dann in der Praxis direkt wirken. Und ich weiß nur aus eurem Studiengangs-Curriculum, dass ihr auch so etwas wie eine Praxisreflexion habt, also auch regelmäßig die Möglichkeit habt, eben das, was ihr in der Praxis erlebt, auch an der Hochschule zu reflektieren.

Und dein Start, vielleicht kannst du da ein bisschen was zu sagen, wie war das im Studiengang loszulegen und das erste Mal im Rahmen deiner Praxistätigkeit dann an einer Stelle zu arbeiten, die dir persönlich eigentlich aus einer anderen Perspektive noch ganz nah ist? Ja, ich muss sagen, ambivalent auf jeden Fall. Also ich kam ja sozusagen aus meinem FSJ und habe mich aber sehr bemüht, eine Stelle zu finden, um das Sozialarbeitsstudium eben machen zu können und mein Einstieg war tatsächlich ein bisschen holprig. Also weil aus verschiedenen Gründen, also erst einmal habe ich eben auch einen sehr hohen Anspruch an mich selber. Also mir war bewusst, okay, ich fange jetzt dieses Studium an. Das ist mein erster Job und den möchte ich auch gerne gut machen.

Andererseits war das auch... Ja, ein bisschen, also ja, auch irgendwie ein bisschen total spannend und interessant, aber ich hatte auch, ehrlich gesagt, so ein bisschen Angst auch davor, weil ich weiß, ich bin selber aus der Kinder- und Jugendhilfe und arbeite jetzt in dem Bereich. Also, da habe ich auch schon, ich wollte, also mir war es sehr wichtig, also ich habe da angefangen, weil ich ganz genau, ich wusste, ich habe, also ich habe sehr, sehr positive Erfahrungen gemacht in meinem, Hilfezugang. Deiner Erfahrung im Rahmen deiner eigenen. Genau. Und dann habe ich, also ich hatte den großen Wunsch, auch das zu, also das ist sozusagen der Kern, weswegen ich das Gefühl hatte, dass ich dort genau richtig bin, weil ich das auch sicherlich auch so wiedergeben kann oder nutzen kann und auch, ja, genau. Genau. Du hast also auch so eine gewisse Motivation gehabt, das, was dir an positiven, ja, an positiven Einfluss entgegengebracht worden ist, auch relativ schnell den Kindern und Jugendlichen entgegenzubringen, die jetzt von dir betreut werden. Genau. Habe ich das so verstehen. Ja, genau.

Ja, und dann bin ich irgendwie ehrlich gesagt erst mal so ein bisschen aufs Gesicht gefallen. Okay. Kannst du das irgendwie ein bisschen beschreiben? Was war so eine Erfahrung für dich, wo du sagst, okay, das war jetzt doch nicht so leicht? Ja, also eigentlich eben, dass ich eben erst verstehen muss, dass das eben ganz andere und unterschiedliche Personen sind und eine ganz andere Einrichtung, ganz andere Klientinnen, ganz irgendwie andere Biografien und andere Hürden sozusagen und dass das nicht einfach so funktioniert, dieses so, ja, ich weiß, wie ich das erlebt habe, ich weiß irgendwie, wie es funktioniert und.

Das kann ich so nutzen und das kommt bestimmt an. Also so war das halt eben nicht. Also ich habe zu einer herausfordernden Zeit dort angefangen, weil wir hatten da eine Umstrukturierung mit der Hausleitung. Also wir hatten gerade keine Hausleitung und wir hatten auch ja keine angenehme Gruppendynamik. Also die, genau, ich bin erst mal auf sehr viel Ablehnung gestoßen von den Kindern. Die Arme waren nicht sonderlich offen von der Struktur der Klientinnen dort, sondern es gab eben strukturell einfach eine Herausforderung und das war dann erstmal so ein bisschen, ja nicht so der Start, den wir vorgestellt haben. Genau, weil das war so ein bisschen so, hier, also ich begrüße euch doch mit offenen Armen, so ich bin doch bereit für alles, warum seid ihr, also was ist passiert hier, warum seid ihr das nicht sozusagen? Das war, ja, erstmal schwierig, auch so ein bisschen, auch so, ja, einzuordnen. Ja.

Kanntest du denn so eine Situation aus deiner eigenen Hilfeerfahrung, dass es Situationen gab, wo du gemerkt hast, hey, dort in der Einrichtung, wo ich selber gewohnt habe, hatten wir sowas auch mal, dass wir vielleicht neuen KollegInnen oder neuen ErzieherInnen gegenüber ein bisschen verschlossener wurden oder dass es gruppendynamische Problematiken gab, die sich dann auch auf dieses Zusammenleben ausgewirkt haben. Konntest du sowas aus der Perspektive? In dem Sinne nicht. Also ich glaube, ich hatte das schon so ein bisschen...

Ich hatte beides. Also bei neuen KollegInnen bin ich schon, glaube ich.

Offener mit umgegangen. Also ich war immer sehr interessiert und bin auch irgendwie da so mit umgegangen. Und wir hatten auch, also wir hatten schon mal so ein paar neue Betreuerinnen, wo ich dann schon das Gefühl hatte, das sind vielleicht welche, die sind ein bisschen härter und fieser. Aber es war jetzt glaube ich nicht so, ich habe das von mir nicht erlebt und von anderen auch nicht so, dass sie dann diesen Personen gegenüber auch irgendwie ablehnt stehen. Wir hatten das eher andersrum. Also wir hatten das eher so, dass, ja, wir hatten, glaube ich, auch einfach viele, also ich komme aus einer reinen Mädchenwohngruppe, dass da einige Mädchen eben waren, die sich nicht verstanden gefühlt haben, glaube ich. Auch viele Konflikte zwischen den Mädchen und den Betreuerinnen gab, sodass sie dann eben nicht mehr in der Wohngruppe gewohnt haben. Okay, es gab damals dann eben auch eine Art, ja, eine Fluxation innerhalb der Bewohnerinnenschaft. Ja, genau. Ja, wenn du mal an den Anfang deines Studiums zurückdenkst, du bist ja nun im fünften Semester, du bist ja schon recht weit fortgeschritten. So viel kommt da eigentlich auch nicht mehr, sondern du wirst eigentlich immer mehr vorbereitet, dass du bald soziapädagogische Fachkraft bist. Und wenn du an den Anfang zurückdenkst, gab es auch Momente.

Wo du vielleicht auch im ersten oder zweiten Semester aufgrund deiner eigenen Sozialisationsgeschichte auch unsicher geworden bist, ob du doch die richtige Entscheidung getroffen hast mit einem Studium Soziale Arbeit, weil du dich vielleicht irgendwie verstrickt gefühlt hast oder genau, also gab es da solche Momente? Ja, also auf jeden Fall und, Ich muss ein bisschen lachen, weil ich am Anfang gar nicht wusste, wo soll ich anfangen, weil es ist so, dass ich irgendwie das Gefühl habe, ich habe auf so vielen Ebenen Arbeit. Also ich habe eben irgendwie das soziale Arbeitsstudium, was ich erlernen möchte, das Praxisfeld, meine psychische oder persönliche Ebene, die ich bearbeiten muss. Und ich glaube, dass ich vor allem an dem Punkt, an dem eben, also wie gesagt, ich habe so ein bisschen in der Krisenphase in der Kinder- und Jugendhilfe angefangen und die Situation hat sich auch immer mehr zugespitzt erst mal. Also bis zum dritten, vierten Semester war das ehrlich gesagt super schwer, dass ich auch wirklich gemerkt habe, bin ich da zu dünnhäutig, weil ich selber aus dem Bereich komme, selber viele Dinge sehr auch mitempfunden habe. Dass ich mich auch gefragt habe, ob ich in dem Bereich bin, äh, richtig bin. Und das hat mich aber eher so ein bisschen gekränkt, weil.

Ich eigentlich das nicht einsehen wollte, so ein bisschen. Also dieses irgendwie, also... Weil auf der anderen Seite würden sich Menschen, die nicht im Teil einer HZE gewesen sind oder mit Studierenden diese Frage nämlich ja nie stellen.

Also stellen sich ja nicht in Frage, ist es aufgrund meiner Biografie mir jetzt nicht möglich, eine gute Sozialarbeiterin zu werden. Aber du hast diese sehr kritische Selbsthaltung eben teilweise da gehabt. Ja, auf jeden Fall. Also das ist auch etwas, was mich auch immer begleitet und ich glaube aber, dass so ein bisschen, also es ist natürlich ein bisschen anstrengend mit dieser kritischen Sicht zu arbeiten, aber ich habe auch ein bisschen das Gefühl, dass sie mich auch dazu anleitet, bewusster zu schauen, glaube ich. Ja, bewusster auf das, was passiert im professionellen Handeln, dass du bewusster darauf schaust gegebenenfalls, weil du eben auch, naja, du hast die Perspektive aus beiden Richtungen. Du hast selber im Vorgespräch noch mal gesagt, Mensch, ich habe eigentlich den perfekten Lauf von Hilfen zur Erziehung erlebt als Hilfe empfangende Person. Also du, wir sind ja ein Podcast für Fachkräfte aus dem ASD und wir versuchen ja auch immer so ein bisschen diesen Blick für diese Fachkräfte, die uns zuhören, ja zu eröffnen. Wie kommen wir denn eigentlich mit unseren Angeboten bei denen an, die diesen Hilfen eben auch benötigen? Und wenn man jetzt mal darauf schaut, dass du diesen Doppelblick ja auch hast...

Oder auch einnehmen kannst. Ich finde, es ist keine Notwendigkeit oder Verpflichtung, weil man selber mal in einer HZE auf der Empfängenseite war. Auch du hast immer alles mögliche reflektieren und besonders beurteilen zu können. Ich finde, man darf sich auch vollkommen in einer Rolle wohlfühlen und die dann auch abschließen. Aber wenn du sagst, Mensch, ich hatte so viel Glück, also bei mir ist das so positiv gelaufen, ich bin so ein Positivbeispiel.

Vielleicht kannst du nochmal zurück dich erinnern, wie war denn so deine ersten Kontakte zu ASD-Fachkäften? Was ich total spannend finde, ist, wie hast du eigentlich auch gewusst, wohin du dich wenden musst, als du wusstest, Mensch, ich möchte jetzt Hilfe bekommen aus Gründen und ich möchte, habe schon vielleicht auch ein gewisses Bild, was mir helfen könnte. Wie hast du da den Kontakt eigentlich gefunden? Ja, also ich glaube, einiges frage ich mich irgendwie, also ist immer noch so ein bisschen unklar und frage ich mich bis heute, aber ich glaube, der erste Weg so richtig, würde ich sagen, zur Hilfe war auch, glaube ich, so über den therapeutischen Rahmen, würde ich sagen. Also ich war schon im jugendlichen Alter mit 15, 16 in Therapie und wo ich mir bewusst geworden bin über mich und meine Gefühle und auch der Einfluss meines Umfelds unter anderem.

Und ich weiß, also man kennt das ja, dass es ein Jugendamt gibt und dass wenn was ist, dass man sich da sozusagen melden kann. Ist das schon eine Perspektive, die ein bisschen weitergeht? Also es gibt ja auch viele Jugendliche oder Kinder, wo das Jugendamt sehr negativ besetzt ist und wo man eher Angst davor hat, anstelle von, das sind Menschen, die mir helfen können. Aber du warst da reflektiert, du wusstest, okay, da ist auch für mich als junge Person jemand, der mich unterstützen kann, beziehungsweise du warst auch angeleitet so ein bisschen durch deine Therapeutin. Ja, also ich glaube, von mir aus hätte ich das auch, also es ist schon wirklich sehr, also zum Glück in diesem Rahmen halt sehr gut so irgendwie darauf hingelaufen, weil ich glaube, von mir aus, ich hatte damals, glaube ich, also von mir aus hätte ich das, glaube ich, auch eher nicht gemacht. Also ich meine, ich selber war früher auch so, also dachte auch so, oh je und Kinder, die in Heim wohnen und das ist doch bestimmt total verrückt da und so. Also ich hatte schon eher schon so einen negativen Blick auf alles.

Aber ich war also selber, ich habe für mich selber gemerkt, dass ich, ja, dass ich irgendwie, dass ich, also auf jeden Fall aus meinem System, also ich brauche Hilfe und irgendwie muss es, also kann das, funktioniert mein System sozusagen nicht. super. Und auf jeden Fall hat damals auch die, also meine damalige Therapeutin auch mir von anderen Wegen erzählt und das auch immer davon berichtet, dass es Wege gibt und Hilfen und Unterstützung. Und ja, dann war das eben auch...

Als ich gemerkt habe, dass ich sozusagen die Konflikte mit meinen Eltern auch nicht so richtig loswerde, habe ich mich dann auch eher wieder auf solche Systeme beruht. Also ich war dann damals auch in der Psychiatrie und von dort aus habe ich dann klar geäußert, dass das für mich so nicht funktioniert und dann wurde eben das Jugendamt eingeschaltet. Und dann ging es los. Genau. Und hast du denn für dich die ersten Kontakte zum ASD als eine Hilfe wahrgenommen? Also konnte man dir schon eine gewisse Richtung vorgeben oder hast du erst mal gedacht, jetzt muss ich hier echt überzeugen? Ach so.

Ja, also ich glaube, man ist immer davon geprägt, dass man eigentlich keine Ahnung hat, was da jetzt so richtig wäre, wie wann kommt und was genau jetzt passiert und ich war auch so, also ich, Ja, wusste es halt nicht. Ich wusste nur, hier sind Menschen, die wollen mir helfen und ich versuche das mal. Ich gehe diesen Weg mal. Aber es war echt so, alles war so ein bisschen, ja, es war irgendwie auch so ein bisschen, also für mich war es halt auch irgendwie spannend, dass dann irgendwie auf einmal dann irgendwie so ein, ja, ein Mensch dann kommt und ich irgendwie so nicht ganz seine Rolle verstehe, aber ich weiß, dass er mir helfen will. Und darauf habe ich mich dann eingelassen sozusagen. Okay, du warst aber aus der Situation heraus eben auch sehr offen dafür. Und dann ging es los, dass wahrscheinlich eine Art Bedarfseinmittlung gemacht wurde, um zu schauen, Mensch, womit kann man dir denn eigentlich helfen? Und bei dir ist es dann eine Hilfe zur Erziehung nach 34 geworden, also eine Heimerziehung. Hast du dich auf dem Weg bis zu deinem Einzug gut beteiligt gefühlt im Rahmen von Mensch? Das sind die Wege, die wir ermöglichen können oder hast du das eher so überstöpend erlebt? Ich habe das auf jeden Fall sehr...

Ja, ich sage mal sehr zentriert mit meiner Person. Also so habe ich das erlebt. Also weil ich aber eben auch von Anfang an gut sagen konnte, was ich mir wünsche, was ich möchte, was ich brauche. Die Zeit in der Hilfe ist ja auch, wenn es um den Kontakt mit dem ASD geht, ja in der Regel auf Hilfeplanung konzentriert. Also man sieht sich alle paar Monate mal zur Hilfeplanung. Mit 17 hast du, glaube ich, gesagt, bist du in die Heimatziehung gegangen, warst ja schon sehr am Rande der Verselbstständigen, bis wenn ich jetzt mal aus der ASD-Brille auf diese Fallkonstellationen achte. Wie schnell war das dann, dass diese Thematik im Rahmen von Hilfeplanung aufgegriffen wurde? Du sagst, Mensch, du bist ja schon an der Schwelle, zumindest was das Alter angeht, im Bereich zum jungen Erwachsenen. Wir gucken auch schon früh danach, wie kannst du auch auf eigenen Füßen stehen? War das schnell Thema und hast du vielleicht das Gefühl, dass es...

Eher aus einer klassischen strategischen Überlegung dann Thema wurde. Dieses betreute Wohnen zum Beispiel ist ja etwas, was man häufig macht bei jungen Vorjährigen, die in Heimatziehung sind, also dieses Betreuungssetting langsam etwas runterfahren. Oder hast du das Gefühl, dass es bei dir genau im richtigen Tempo abgeworfen ist? Ich habe das Gefühl, das war bei mir auf jeden Fall im richtigen Tempo, Weil ich auch eben klar gesagt habe, dass ich mir erst mal wünsche, dass ich einen Ort habe, wo ich ankommen kann und darf. Und das wurde mir eben so auch geboten. Weil es ist so, ich bin eben spät irgendwie echt erst in die Hilfe zur Erziehung gekommen. Aber das war mir wichtig, dass ich erst mal ankomme, weil ich halt schon früh eben meine Ziele hatte, die ich verfolgen wollte. Sowas wie das Abitur machen und ich wusste, ich möchte dafür eben erstmal ankommen, weil ich ja so viel Stress sozusagen erlebt habe und ich habe schon gemerkt, ich möchte erstmal ankommen und das habe ich eben so auch gesagt und das wurde so auch gut angenommen. Und mir fällt auch nochmal ein zum Weg vorher, also bevor ich den Einzug hatte.

Wurde, also finde ich, wurde sehr gut kooperiert. Also ich hatte auch erst, also wir haben auch erst versucht sozusagen die Konflikte in der Familie zu lösen. Also wir hatten auch viel Familientherapie, viel, ja, also auch Krisengespräche und so, wo das eben nochmal versucht wurde. Und ich glaube, ich war mir damals schon sicher, dass das nicht geht. Aber ich wusste auch, dass es vielleicht gut ist für mich zu wissen, wir haben allen, sind jeden Weg gegangen. Und das ist ja auch so ein typischer Weg vom ASD, also so eigentlich. Und das hat mich tatsächlich so ein bisschen, glaube ich, genervt, weil ich wusste, da ist eine große Not in mir. Aber andererseits bin ich halt eben auch sehr... Also sehr, konnte ich den so ein bisschen standhalten und war damit einverstanden und den Weg sind wir gegangen. Und das, was eben gut war ist oder wichtig war ist, ich war halt dann schnell in einer Situation, wo ich nicht ganz genau wusste, was passiert jetzt und was passiert jetzt mit mir. Und das, was auch gut war damals ist, dass immer wieder gesagt wurde, ja, wir sind gerade dabei.

Noch zu überlegen, wo du hinkommen kannst. Und wir sind gerade dabei und wir machen gerade das, dass man nicht das Gefühl hatte, also es wird sich nicht um mich gekümmert. Du bist ja schon dann sehr eng beteiligt geworden, auch an den internen Überlegungsprozessen, die innerhalb des ASDs dann zu der Hilfe, die du bekommen könntest, gelaufen sind. Und das habe ich halt eben auch gesucht. Ja, okay. Also auf Augenhöhe mitgenommen zu werden und transparent zu sein. Hey Sarah, das sind die Überlegungen, die wir machen, das sind aber auch die Wege, die wir noch gehen müssen, bevor wir eine Entscheidung treffen können.

Wenn du jetzt in deiner Rolle als Mitarbeiterin in deiner Heimerziehung, wenn du das reflektierst und die Kinder und Jugendlichen, die du dort betreust, hast du das Gefühl, dass es bei allen, die du da so in deinem professionellen Rahmen begleitest, ähnlich gut läuft oder gelaufen ist? Oder merkst du da schon Unterschiede? Ich merke da auf jeden Fall Unterschiede. Also in letzter Zeit ist mir das nämlich auch so ein bisschen präsenter, dass ich das Gefühl habe, dass ich wusste, mir wird geholfen, aber irgendwie wusste ich auch nicht genau, wie das System funktioniert und ich konnte mich da irgendwie gar nicht so richtig orientieren, aber ich hatte den Bedürfnis, mich da zu orientieren und das ist dann auch passiert. Und wir arbeiten ja auch viel mit jüngeren Kindern und Jugendlichen und Dinge selbst zu merken, zu realisieren, zu verbalisieren, ist schwieriger.

Und da diese Kinder und Jugendlichen dann mitzunehmen, das ist schon, also da merke ich die Herausforderung auf jeden Fall auch. Und weil sie halt eben nicht von alleine so sind, dass sie sagen, hier, ja, aber wie läuft denn das und wie ist das und dies und jenes. Teilweise ist das schon, das ist ja immer unterschiedlich. Und ich habe aber das Gefühl, dass wenn man versucht, sie mit einzubinden, dass sie... Mitmachen wollen. Positiv darauf reagieren. Ja, aber es ist eine Schwierigkeit eben. Und gibt es denn im praktischen Handeln dann auch Momente, wo du merkst, das ist jetzt persönlich für mich ein schwieriges Setting, weil ich dann doch schon merke, dass da Dinge aus meiner eigenen Biografie sehr präsent werden, wenn vielleicht Kinder erzählen, aus welchen Situationen sie kommen, was sie erleben. Oder ist das etwas, wo du sagst, nö, Das kann ich ganz gut beiseite packen, wenn ich dort in der Praxis bin. Also ich glaube, das, was auch immer am präsentesten ist, ist dieses, alle Kinder und Jugendlichen.

Die das Bedürfnis nach Nähe zu den Eltern empfinden. Oder dass es ihnen sehr schmerzt, nicht bei ihren Eltern sein zu können.

Ich glaube, immer wenn das auch so ein bisschen Thema ist, dann merke ich das auch, also in mir und bei den Kindern und Jugendlichen. Und das finde ich ehrlich gesagt, also das ist auch teilweise sehr schwer. Hast du da einen Ansatz, wo du sagst, okay, ich habe eine Idee, wie ich lernen kann, damit umzugehen? Oder ist das ein Gefühl, was dann so präsent wird, wo man sagt, okay, das ist vielleicht etwas, was einfach auch noch braucht, noch ein bisschen Zeit braucht, bis ich in der Lage sein werde, das auch so ein bisschen abzuspalten von meiner eigenen Biografie. Hast du da ein Gefühl für... Ich glaube, das ist, ja, ich bin ja jetzt irgendwie immer noch, ja, also bei mir ist auch teilweise, das fällt mir nämlich auch so ein bisschen auf, bei mir sind teilweise Dinge auch immer noch ein bisschen frisch. Also, es ist einfach so. Ist ja ein Fakt auch. Genau. Und da dann zu, also es passiert, also es arbeitet die ganze Zeit so total viel. Also viel, ich glaube Dinge, es gibt auch Dinge, die gehen schon ganz gut. Und es gibt Dinge, die brauchen eben einfach ihre Zeit und Geduld, bis sie irgendwie ankommen oder irgendwie ihren Platz finden. Und es gibt, und das ist irgendwie einfach so, das merke ich in mir, das ist mir auch, also teilweise fällt mir das auch einfach schwer. Und da frage ich mich dann schon auch, bin ich jetzt hier richtig?

Und andererseits weiß ich, oder habe ich halt in meiner Praxiszeit auch gelernt, dass es eben seine Zeit und Geduld braucht. Genauso wie das, und genauso ist das, glaube ich, auch bei den Kindern und Jugendlichen. Also ich merke, dass ich Zeit und Geduld mir entgegenbringen möchte und muss. Und das dann, also da ist dann auch der Transfer, dass es den Kindern und Jugendlichen auch genauso geht. Ja, genau. Ist das eigentlich, wissen die Kinder und Jugendlichen aus deiner Einrichtung, was du selber in der Einrichtung gelebt hast? Also ich bin auch mit da reingestartet, auch mit dieser Offenheit, die ich entgegenbringen wollte. So, hey, hier, schaut mal, ich bin auch Teil der Kinder- und Jugendhilfe gewesen. Und das hat bei mir funktioniert. Also wir macht euch mal keinen Stress sozusagen. So ein Best-Practice-Beispiel. Bisschen so, aber ich habe dann auch gemerkt, das sind halt bei uns halt auch eben jüngere Kinder und Jugendliche oder eben die mit ihren eigenen Biografien und das haben die nicht so ganz verstanden. Okay, also war das für sie wirklich so wie, hä, das geht? So von dieser Warte? Genau.

Also dieses so, hä, das geht und ja, auf jeden Fall, das war halt eben genau so. Und es gab aber auch Verärgerungen von meiner Seite. Und das ist also sowas wie so, Also Leute, ihr sitzt doch eigentlich alle im Boot. Warum seid ihr so gemein zueinander? Wie solche Dinge. Also ich habe da auch viele Dinge nicht verstanden erst mal. Okay. Also ein bisschen für Solidarität geworben untereinander. Ja.

Wenn du jetzt mal aus der Perspektive Fachkraft und aus der Perspektive Teil von Jugendhilfe als Empfängerin Anfängerin, den ASD betrachtest. Gibt es was, wo du sagst, das würde ich angehenden ASD-Fachkräften oder vielleicht sogar auch schon Menschen, die lange im ASD tätig sind, mal gerne zurückmelden? Gibt es da irgendetwas?

Dinge, die ich zurückmelden möchte. Ja, oder vielleicht auch jetzt gerade aus der Perspektive, wie du mitbekommst, wie der ASD in einigen Fällen aktiv ist von Kindern, die du betreust, wo du sagst, oh, das ist eine Thematik, die ich häufig wahrnehme, die sich wiederholt, wo ich denke, das müsste eigentlich besser laufen. Also das, was bei mir eben gut gelaufen ist, ist, dass halt klar war, wer zuständig ist, dass ich immer eben auf dem Laufenden gehalten wurde und wusste, woran ich bin sozusagen. Das hat mir geholfen. Und das, also ich habe da, also in meiner Einrichtung, als ich in der Einrichtung gewohnt habe, schon gemerkt, dass das nicht immer so ist. Es hat sich angefühlt, als hätte ich Glück. Weil es eben ganz oft so ist, dass bei unseren Kindern und Jugendlichen das teilweise in Zuständigkeiten nicht klar hat. Teilweise melden sich, ist die Sachbearbeiterin krank oder im Urlaub und es wurde seit einem halben Jahr oder einem Jahr kein Hilfeplangespräch mehr gemacht. Und ja, was super, super ärgerlich und verärgernd und stagnierend ist eben in der Arbeit. Und das erlebe ich teilweise sehr viel. Mhm.

Und man sieht ja auch, was aus sehr guter Beteiligung und einer offenen Transparenz im Rahmen der Hilfeplanung eben auch, oder wie viel positive Wirkung das dann auch im Rahmen der Hilfeleistung hat. Wenn du dann dein eigenes Beispiel denkst, wie gut das da auch gelaufen ist, wo du auch wirklich sagst, ja, ich habe aber eigentlich sehr gute Erfahrungen gemacht und als wir im Vorgespräch waren, also das mehr oder weniger schon fast entschuldigst, dass du gar kein ASD-Bashing betreiben kannst, wobei das ja auch überhaupt nicht hier der Raum dafür ist, sondern wirklich ja auch die Realität uns gerne anschauen. Und dann gibt es eben auch die Realität, dass Hilfeplanung eben sehr wirksam ist und eben junge Menschen auch mit an die Hand nimmt und eben auch deutlich was an ihrem Leben verändern kann. Auch wenn es so spät erstartet, also diese helfende Hand, in Anführungsstrichen, die du natürlich auch echt gegriffen hast oder auch echt offen warst dafür, hat dich ja auch echt auf den Weg gebracht. Total.

Also ja, das war auch wirklich echt so. Also das ist auch so ein bisschen echt der Schlüssel. Also ich hatte auf jeden Fall auch das Gefühl, also das fand ich halt eben so schön. Dieses, da sind Menschen, die sind wirklich, also die sind bereit oder die wollen auch wirklich was, also gute Lösungen für mich finden und sie wünschen sich auch wirklich für mich einen guten Weg zu finden und lassen sich auch darauf ein und ja, sind selbst eben auch bemüht und ja, haben auch also mir auch die Rückmeldung gegeben, dass sie sich auch total über die Entwicklung freuen und das hat mich eben auch gefreut.

Hast du also auch direkt ein positives und ein wirksames Feedback bekommen und eben auch eine Authentizität von den Helfenden erfahren. Wenn es Zuhörende gibt, die selber sich als Care-Lieberin sehen und auch mit dem Gedanken vielleicht spielen, Teil von sozialer Arbeit zu werden.

Dann hast du ja schon ein bisschen auch rausblitzen lassen, dass man doch hier und da auch auf Herausforderungen stößt, weil man mit der eigenen Biografie, mit den eigenen Erfahrungen eben, gerade wenn es noch nicht lange her ist, häufiger reflektkonfrontiert sein kann. Gibt es denn etwas, was du denen auch, die da Interesse haben, vielleicht auch so ein bisschen angstnehmend mit auf den Weg geben kannst, was wichtig ist, aus deiner Perspektive vielleicht begleitend zu machen, um eben nicht in so eine Überforderungssituation zu kommen? Ich glaube, es ist eigentlich auch irgendwie wichtig, sich bewusst zu sein, dass man diese Erfahrungen gemacht haben und einen geprägt haben und begleiten. Also, dass das eben einfach Dinge sind, die einen passieren und betreffen. Also, dass das eben dazugehört. und ich glaube genau, dass das nicht unprofessionell ist also auf jeden Fall das und dass es, ich glaube auch dass es.

Auf jeden Fall, also ich war der Überzeugung oder bin der Überzeugung, dass mein Werdegang oder auch meine Geschichte und auch so die Art und Weise, wie ich bin und auch meine Interesse an der Pädagogik, an der sozialen Arbeit für mich gute Voraussetzungen sind. Und ich glaube, das ist etwas, woran solche Menschen auch festhalten und festhalten dürfen oder also was einfach genau richtig ist. Und ich glaube, was auch wichtig ist, ist zu wissen, dass wir eben alle Menschen sind und dass wir alle.

Also das ist, also ich weiß nicht, ich kann nur darauf zitieren, dass ich muss nur daran denken, dass es auch super wichtig ist und gut ist, wenn man sich auch eben Hilfe sucht. Also in dem Sinne von, ich suche mir auf jeden Fall verschiedene Hilfen, um eben zu reflektieren, zu bearbeiten, zu verarbeiten. Und ich glaube, das ist auch super, super hilfreich. Also als ich zum Beispiel gemerkt habe, oh, wir haben eine totale Krise hier auf der Arbeit und das irgendwie betrifft mich, habe ich halt explizit danach gesucht, was ich tun kann, um meine Situation zu verbessern und habe mir ein Coaching zum Beispiel gesucht. Oder halt eben mich auch mitgeteilt und ich war auch in einer gewissen Weise eben auch einfach auch transparent mit meinen Kollegen und Kolleginnen und habe da auch guten Zuspruch bekommen und ich denke, also.

Das ist ja also nichts Fremdes sozusagen, diese Hilfe zur Erziehung. Also im Kontakt bleiben, offen sein und wenn man sich dazu entscheidet, eben auch zu wissen, dass ein da auch die eigene Biografie und das ist im Übrigen kein Exklusivanspruch für Care-Leaver im Studiengang sozialer Arbeit, sondern das betrifft natürlich alle Menschen, dass sie jederzeit aus der eigenen Sozialisation heraus an Momente kommt, die ihr dann doch irgendwann mal vielleicht auch triggert. Da braucht man sich, wie gesagt, überhaupt nicht unsicher sein. Und ich glaube, dass das eine Perspektive ist, die innerhalb der sozialen Arbeit und insbesondere auch innerhalb des ASDs unglaublich wertvoll ist, hier Menschen auch zu integrieren, die selber Teil von HZE gewesen sind. Damit auch ein Teil zur Normalisierung des Ganzen beitragen, dass es eben nichts vom Labeling-Approach her irgendwas Etikettierendes ist, was ein ganzes Leben lang begleitet, sondern es kann einfach mal Teil der Biografie sein, sich hier Unterstützung zu suchen und die auch anzunehmen.

Sarah, herzlichen Dank für deine Offenheit. Gerne. Es war total interessant, deine Sichtweisen zu hören.

Und ich denke, auch für die Zuhörenden war das eine ganz tolle Perspektive. Danke für deine Offenheit. Ja, gerne.