Eine breite Öffentlichkeit. Er ermöglicht einen Einblick in andere Organisationsstrukturen und bietet die Chance, Best-Practice-Beispiele aus der Praxis kennenzulernen.
ASD Wissen, der Podcast der BAG ASD und heute zu Gast in Heinsberg bei der Fortbildungsreihe Neu im ASD. Ich freue mich, dass ich zwei Teilnehmenden aus dem Fortbildungsangebot bei mir sitzen habe. Einmal den Tobi und einmal den Hamza. Hallo zusammen. Hallo. Ich freue mich, dass ihr hier seid. Und ja, Tobi, vielleicht magst du dich ganz kurz einmal vorstellen, damit die Hörenden auch ein bisschen, kein Bild, aber so eine kurze Idee von dir bekommen. Ich bin Tobi, ich bin 28 Jahre alt. In meiner Freizeit mache ich gern Kampfsport und bin sonst sportlich aktiv und ich lese ziemlich gern. Wunderbar. Und Hamza, auch für dich herzlich willkommen. Ja, hallo zusammen. Ich bin der Hamza, ich bin 30 Jahre alt. Ich betreibe tatsächlich auch Kampfsport, mache Kraftsport und spiele in meiner Freizeit gerne Fußball. Als erstes würde ich gerne einmal von euch beiden erfahren, wie ist eigentlich euer Werdegang? Wie seid ihr in den ASD gekommen und wann war vielleicht auch der Zeitpunkt in eurer, Ausbildung, in eurem Studium, dass ihr euch überlegt habt, Mensch, der ASD wäre jetzt ein Arbeitsfeld, wo ich, glaube ich, mich ganz wohlfühlen würde. Hamza, vielleicht magst du einmal anfangen. Ja, also mich begleitet der Bereich der sozialen Arbeit schon mein Leben lang quasi. Ich habe dann während der Studienzeit über das Jugendamt in meiner Kommune, wo ich auch wohnhaft bin, Omas begleitet und begleitete minderjährige Ausländer.
Und habe da den Bereich des ASDs kennengelernt. Und grundsätzlich bin ich auch ein Mensch, der Verantwortung übernehmen möchte. Und für mich war schon immer die Garantenstellung sehr attraktiv.
Also der Punkt, den viele Menschen eigentlich eher abschreckend finden, Verantwortung zu haben, Garantenpflicht, war für dich von Anfang an eigentlich ein Thema, wo du sagst, das finde ich eigentlich besonders spannend, diese Verantwortung zu tragen. Ja, wie gesagt, ich fand die Garantenstellung immer sehr attraktiv. Ich bin grundsätzlich ein Mensch, der sehr gerne Verantwortung übernimmt. Und ich habe dann in dem Bereich, in dem ich gearbeitet habe, kennenlernen dürfen, dass der RSD, wie ich es nenne, die Grundsäule der Jugend- und Familienhilfe ist. Und der Bereich ist halt auch sehr umfangreich und bezieht quasi alle Bereiche mit ein. Ich habe das Gefühl, wenn man ein, zwei Jahre RSD hinter sich hat, könnte man quasi in allen Bereichen der sozialen Arbeit tätig sein. Und ich habe auch einen hohen Anspruch immer an mich selbst gehabt und ich finde, der ASD ist der perfekte Bereich, um sich dort quasi auszuleben und sich zu entfalten.
Also aus deiner Perspektive gar kein abschreckendes Arbeitsfeld für BerufseinsteigerInnen, die aus dem Studium kommen? Erstmal überhaupt nicht so gewesen. Der Einstieg hat mir tatsächlich nochmal ein bisschen was anderes gelehrt. Es war so, dass ich...
Und typischerweise gedacht habe, alles klar, es ist natürlich anspruchsvoll, man kennt es, man hat Schnittstellen gehabt während der Studienzeit und wie gesagt, ich habe ja auch Familien und Omas begleitet und HPGs da schon geführt, und dachte, es ist jetzt quasi nur der Bereich. Ja, also du bist aus dem Studium in die Universität gekommen und bist mit der Erwartung da reingegangen, Mensch, ich habe durch die Mitarbeit in dem UMA-Bereich eigentlich schon sehr viel mitbekommen und sehr viel kennengelernt, aber die komplette Komplexität des Arbeitsfeldes ist dir da noch nicht ganz, so bewusst gewesen. Genau. Es ist nämlich so gewesen, dass ich bei meinem Einstieg in der ersten Woche direkt den Krisendienst begleiten durfte. Habe dann am ersten Tag schon einen Hausbesuch miterlebt und da war das dann so, dass die Wohnung wirklich übermüllt war und die Zustände waren katastrophal, so nenne ich es jetzt einfach mal. Und da wurde einem auch schon bewusst, alles klar, hier geht es dann tatsächlich zur Sache und hier muss man voll konzentriert sein und, Psychohygiene ist natürlich auch ein wichtiges Thema und es kam so quasi in den ersten zwei Wochen eine Riesenwelle auf mich zu von neuen Eindrücken, vor denen ich dann erstmal einen riesen Respekt bekommen habe. Das glaube ich. Genau, aber mit der Zeit, ich denke nach vier Wochen war es dann so, dass ich.
Mich schon sehr darauf gefreut habe, irgendwann dann auch eigenständig die Aufgaben zu übernehmen und in die Verantwortung zu gehen und, bei uns ist es tatsächlich auch so, wir haben ein, zwei Praxisanleiter, eine direkte Mentorin und mein Motto ist eigentlich auch immer, Fragen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen von Lernbereitschaft. Deshalb, ich schaue mich auch nicht Fragen zu stellen und wenn ich Hilfe brauche, habe ich super Ansprechpartnerin. Wunderbar, also der Start eigentlich perfekt bei dir gelaufen. Ja, Tobi, wie war das bei dir? Wie bist du in den ASD gekommen? Ja, ich habe nach dem Studium erst mal dreieinhalb Jahre in der Schulsozialarbeit gearbeitet. Tatsächlich hatte ich den ASD, also besonders den ASD, aber das Jugendamt immer auf dem Schirm. Aber ich habe mich so nach dem Studium noch nicht bereit dafür gefühlt. Also auch aufgrund der Garantenstellung und dass ich da quasi schon eine sehr wichtige zentrale Funktion habe. Dann habe ich dreieinhalb Jahre Sozialarbeit schnüffeln dürfen. Ich habe in der Hauptschule gearbeitet, also sozioökonomisch sehr schwach.
Wöchentlich Polizeieinsätze, Krankenfangeinsätze. An dem Schulstandort selber? An dem Schulstandort, ja. Also keine Ahnung, ziemlich viele, also auch Geschichten mit Waffen, mit Messern, mit Drogen. Also schon ein relativ krasses Arbeitsfeld, sage ich mal. Dementsprechend waren halt auch die Schnittpunkte mit dem ASD bei uns ziemlich hoch. Wir hatten das häufig, auch wurden wir halt dazugezogen, wenn es Meldungen wegen der Kindeswohlgefährdung gibt. Das heißt, ich hatte den Kontakt während der dreieinhalb Jahre halt schon häufiger und das war halt immer so ein Traumziel von mir, in dem AST zu arbeiten. Und nach dreieinhalb Jahren hat sich halt die Möglichkeit ergeben, sich beim Kreisjugendamt zu bewerben und die Gelegenheit habe ich dann genutzt. Und dann ging es los. Dann ging es los, ja. Kannst du dich noch an deine erste ASD-Woche erinnern? Ja, die erste Woche, besonders die ersten Tage, waren ziemlich viel für meinen Kopf. Okay. Also es war sehr voll mit Kontaktpersonen, die man kennenlernt, mit Personen, mit Programmen, mit Dokumentationsweise. Das war sehr viel, aber es war tatsächlich eine sehr gute Woche. Es hat sehr viel Spaß gemacht, weil man sehr gut und sehr herzlich aufgenommen wurde und direkt das Gefühl hat, so Teil eines Teams zu werden und man sich auch aufgefangen und sicher fühlt, weil alle total offen waren und auch einem Sicherheit vermitteln. Ein perfekter Start auch für dich sozusagen. Ja, tatsächlich. Gab es denn Momente in dem ersten Vierteljahr für euch beide, wo ihr überlegt habt, Mensch.
Der Arbeitsbereich ist doch so herausfordernd, dass ihr euch mal die Frage gestellt habt, ist es wirklich der Bereich, in dem ich arbeiten möchte? Haben sie vielleicht erstmal für dich, Also so einen Moment gab es bei mir tatsächlich nicht. Ich habe mich aber teilweise selbst erwischt, wie ich dann zu Hause im Bett lag abends und darüber nachgedacht habe, ob es meinen Klienten gut geht. Ah, okay. Genau, dann bin ich natürlich quasi in einen Zustand der Selbstreflexion gekehrt, habe es auf der Arbeit dann nochmal mit Kolleginnen besprochen und, das ist wieder das Thema Psychohygiene. Das heißt, ich habe gelernt, dass es sehr wichtig ist, das Nähe-Distanz-Verhältnis zu bewahren. Genau. Und hast du das Gefühl, das ist besser geworden im Laufe der Zeit, wenn du jetzt da bist? Es ist definitiv besser geworden. Ich meine, am Anfang sind die Eindrücke ja auch so intensiv, dass man die mit nach Hause nimmt. Und ich denke einfach dadurch, dass so vieles innerhalb von so kurzer Zeit passiert, ist es dann so, dass man sich auch schnell daran gewöhnt.
Und Tobi, bei dir hattest du mal in der Zeit, seit dem Beginn schon mal die Überlegung, Mensch, irgendwie ist doch ganz schön was los. Wobei du ja eben berichtet hast an deiner Schule, an der du vorher warst, in der Schulsozialarbeit, war ja auch nicht gerade wenig Betrieb. Also ich bin jetzt erst zwei Monate dabei. Wunderbar, also wirklich ja noch sehr frisch. Noch sehr frisch. Also tatsächlich ist man schon mit Situationen konfrontiert, die halt schwieriger sind oder wo man Psychohygiene braucht. Aber ich habe es im Gegenteil wahrgenommen. Also die dreieinhalb Jahre in der Schulsozialarbeit saß ich quasi auf einer Seite, die weniger Einfluss hatte. Ich hatte ja da nicht so die Garantenstellung. Das heißt, ich konnte zwar Beobachtungen machen, mit dem Jugendamt kommunizieren, aber es lag einfach der Ball nicht so bei mir. Und jetzt quasi in einer Position zu setzen, wo ich einfach mehr Einfluss auch habe oder das vielleicht mehr meine Entscheidung ist oder ich mehr Beobachtungen machen kann, gibt mir tatsächlich mehr Selbstwirksamkeit.
Fühlt ihr euch beide denn eigentlich, wenn ihr an euer Studium zurückdenkt, auf diese vielfältigen Aufgaben im ASD gut vorbereitet? Oder würdet ihr sagen, Mensch, das Studium grundsätzlich eher so eine Grundlagenbildung, aber für den ASD braucht es noch ganz viel, Tobi? Ganz grobe Grundlagen, finde ich, hat das Studium vermittelt. Ich finde aber so für die Arbeit fehlt auch einiges. Also so rechtliche Grundlagen, methodische Grundlagen, da entdecke ich schon, dass man ganz viel gelernt hat. Ich glaube aber, das ist auch einiges, was einfach so ein Gespür, was man braucht oder einfach eine wahrscheinliche Erfahrung, die man entwickeln muss. Und ich glaube, das kann das Studium einfach alleine nicht vermitteln.
Dafür ist der Input, den man dann benötigt, auch zu groß. Und haben Sie aber jetzt deine Einschätzung dazu? Ja, ich sehe das ähnlich. Ich finde auch, dass die Uni einen nicht perfekt auf den ASD vorbereiten kann, einfach auch, weil es so umfangreich ist. Die Uni vermittelt meistens einfach nur die Grundlagen, jetzt beispielsweise auch die Grundlagen der Psychologie, sowas bei uns. Ich habe auch nach zwei Wochen ASD den Eindruck gehabt, dass es perfekt wäre, wenn man das quasi dual studiert, dass man den Praxisanteil oder die Praxissemester dann aufbaut. Oder beziehungsweise, dass man den theoretischen Teil in der Uni macht und das Ganze berufsbegleitend ist und dann halt im Bereich des ASD arbeitet. Dass man sich also theoretisch fundiert ausbilden lassen kann und darüber hinaus direkt die Anwendung findet in der Praxis. Genau. So ein bisschen ist es ja jetzt in diesem Weiterbildungsangebot neu im ASD, in dem ihr beide teilnehmen könnt, ist es ja so. Ihr habt so mehrere Blöcke über mehrere Wochen verteilt und habt so Grundlagen der ASD-Arbeit, die euch hier in der Theorie einmal angeboten werden. Ich habe gelesen, es geht um Hilfeplanung, Steuerung von Hilfen. Es wird auch über die Rolle und den Auftrag des ASDs gesprochen. Wie ist euer Start hier gewesen, Tori, in dieser Fortbildungsreihe?
Hat man sich darauf gefreut, dass es nochmal so einen konzentrierten Input gibt? Ich habe mich tatsächlich sehr darauf gefreut. Also in meinem Fall bin ich auch sehr frisch quasi da reingestartet. Aber das hat mir schon sehr viel gegeben. Also ich merke jetzt so, viel ist einfach, dass man gesagt bekommt, man weiß eigentlich schon viel, man kann viel, dass man das einfach nur mehr einbringt. So zum Beispiel bei der Gesprächsführung fand ich, das war viel, also was man schon kannte, aber das wird einem nochmal näher gebracht. Und grundsätzlich finde ich das schon sehr hilfreich. Auch oft wird eben über eine gewisse Haltung, über Selbstbewusstsein gesprochen. Das hilft mir schon. Also ich gehe am nächsten Tag schon mit mehr Wissen und einer anderen Haltung wieder zurück ins Büro. Wunderbar. Und wie ist es mit dir, Hamza? Haben dir diese Veranstaltung bisher ganz gut was gebracht fürs Weiterkommen? Ja, ich finde diese Veranstaltung sehr wertvoll. Sie bringen einen weiter. Es ist auch der richtige Zeitpunkt, gerade zu Beginn, also gerade zum Berufseinstieg, dass man diese Fortbildungen wahrnimmt, einfach um nochmal den theoretischen Teil zu vertiefen. Ja. Und auch die Beratungsgespräche, die man dann quasi in Form eines Rollenspiels simuliert, die sind dann auch nochmal sehr hilfreich und so kann man, wie gesagt, auch sich nochmal ein neues Selbstbewusstsein bilden. Ja. Gibt es ein Themenfeld, wo du, Hamza, vielleicht sagen würdest, das wäre etwas, was du im Rahmen dieser Fortbildungsreihe noch vertiefen würdest am liebsten? Ja, es ist tatsächlich, ich würde sagen, die rechtlichen Grundlagen.
Weil gerade jetzt auch was Hilfeplanung angeht, wir haben eben ein paar Paragraphen sind wir durchgegangen und da hat man nochmal gesehen, alles klar. Da gibt es eventuell noch die eine oder andere Wissenslücke, die hilfreich sein könnte. Und gerade auch, ich finde es auch sehr interessant zu sehen, wie dann die anderen Jugendämter teilweise bei der Hilfeplanung vorgehen. Und es ist einfach so, dass die Herangehensweise sich unterscheidet von Kommune zu Kommune. Und ich finde es ist auch cool, hier kann man nochmal sein Netzwerk ausbauen. Man lernt die Kolleginnen kennen von anderen Kommunen. Und ich denke, im Laufe der Arbeit wird man sich bestimmt nochmal begegnen. Also man baut ja auch regelrecht bei dieser Fortbildungsreihe ein Netzwerk aus. Und genau, was man natürlich wissen muss, ist die neue ASD-Reihe ist ein Verbundprojekt von mehreren Stadt- und Kreisjugendämtern. Wir werden auch gleich noch zwei Organisatoren dazu hören, die uns ein wenig mehr über die Idee nennen kann. Aber es ist natürlich dieses interkommunale Vernetzen, was ja vielleicht auch eine Idee dahinter ist. Tobi, wie ist es bei dir? Habt ihr schon irgendwie untereinander euch ausgetauscht und hast du vielleicht auch schon Unterschiede kennengelernt zwischen den Arbeitsweisen unterschiedlicher ASD?
Ja, ich finde, Unterschiede kommen, vor allem wenn man in Gruppenarbeiten sitzt, relativ schnell irgendwie zu Tage, ob es das größere oder kleinere sind. Ich finde es total nützlich. Also man vernetzt sich schon stark, denkt, okay, den könnte ich mal ansprechen. Wahrscheinlich sieht man sich irgendwann mal wieder. Man sieht einfach, die Arbeitsweise sind unterschiedlich. Teilweise ist die Organisation unterschiedlich oder die gehen an bestimmte Prozesse unterschiedlich ran.
Das ist schon interessant. Man sieht völlig andere Perspektiven, weil so einheitlich ist das nicht, wie man das denkt.
Gibt es etwas ganz Konkretes, was du festgestellt hast, was zum Beispiel bei euch anders läuft als in anderen Jugendämtern?
Ich finde jetzt in meinem Fall ganz konkret, das ist die Einarbeitung. Ja. Also alle haben mehr oder weniger eine Art von Einarbeitungskonzept, eine Art von Einarbeitung, aber wie konkret die verläuft, das finde ich oder kann ich wahrnehmen, ist schon unterschiedlich. Ab wann man was alleine macht, wie sehr man geführt wird, wie basal oder wie kleinschrittig die Einarbeitung erfolgt oder auch nicht erfolgt. Also ich finde, da gibt es mehr oder weniger schon größere Unterschiede. Hamza, wie ist das aus deiner Perspektive? Ist so ein strukturiertes Einarbeitungskonzept etwas, wo du sagst, okay, das würde ich heute schon erwarten in einem ASD oder würdest du es individueller betrachten und schauen? Je nachdem, was jemand auch mitbringt an Erfahrung, müsste man da individuell schauen, was für diejenige Person notwendig ist. Ja, also die Frage der Einarbeitung war für mich tatsächlich auch beim Vorstellungsgespräch sehr wichtig. Ich habe explizit danach gefragt und habe mir gewünscht, dass es strukturell vorgeht und dass ich immer einen Ansprechpartner an der Seite habe und dass man das teilweise auch individuell sieht. Ich bin nämlich der Meinung, dass ich viel mitbringe, schon viele Kompetenzen habe, ohne jetzt erhaben zu sein. Und ich möchte nach dem bewertet werden, was ich quasi zeigen kann. Und bei mir ging es eigentlich auch ganz schnell. Ich habe die ersten Gespräche geführt mit Begleitung und mein Praxisanleiter und meine Mentorin haben dann gesagt, alles klar, du hast ein selbstbewusstes Auftreten, Selbstsicherheit, bringst viel theoretisches Wissen mit und, dann durfte ich die Gespräche auch alleine führen.
Und kannst du dich noch an dieses erste Gespräch, was du alleine geführt hast, erinnern? Hat es dann gewisse Vorbereitungszeit gebraucht oder warst du so sicher, dass du reingegangen bist ins Gespräch und es ganz gut führen konntest? Ich gehe immer sehr gut vorbereitet in Gespräche. Ich nehme mir Zeit. Ich tausche mich natürlich auch mit meinen Kolleginnen aus, frage nochmal nach, worauf soll ich achten. Beim ersten Gespräch ging es beispielsweise, das war eine Umgangsberatung. Und dann habe ich mir nochmal die verschiedenen Modelle angeguckt und meine Mentorin hinzugezogen, sie hat mich nochmal gut darauf vorbereitet und es lief tatsächlich super.
Also die Paarebene war zunächst sehr konfliktbehaftet, ich habe, dann schnell hinbekommen, dass die Stimmung nicht mehr so angespannt ist, sondern dass es ein bisschen aufgelockert ist und dass gerade diese Streitigkeiten und diese Schuldzuweisung und dieses vorwassvolle Reden nicht kennenswohldienlich ist Und da haben wir dann die gemeinsame Ebene gefunden und, so haben wir es geschafft, ein vernünftiges Modell. Am Ende dann auch ein Erfolgserlebnis, wenn solche Gespräche gut laufen. Habt ihr eigentlich einen bestimmten Lieblingsbereich in eurer ASD-Tätigkeit? Wir wissen ja, das ist ein unglaublich breites Feld.
Nun sind die ASD unterschiedlich aufgebaut, auch strukturell. Ich gehe mal davon aus, dass ihr auf jeden Fall die Hilfen zur Erziehung macht, dass ihr die Kinderschutzverfahren macht. Aber auch darüber hinaus gibt es ja viele weitere Themen, wo der AST aktiv ist. Tobi, wie ist es bei dir? Gibt es da etwas, was du besonders gerne machst in deiner Tätigkeit? Also aktuell, so wie es für mich aussieht, geht es in den Bereich bei den Hilfen zur Erziehung. Ja, und es ist auch ein Bereich, wo du sagst, da fühle ich mich wohl. Ja, da fühle ich mich wohl. Da konnte ich halt schon recht früh auch quasi Initiative, ergreifen und eigenverantwortlich Dinge erarbeiten. Und ich finde, da sieht man halt relativ, also mehr oder weniger schnell, aber kann man konkret sehen, dass man halt einfach einen Einfluss hat. Und bei dir haben sie? Ja, ich bin ein großer Fan tatsächlich vom Krisendienst. Ja, Feuerwehr. Genau. Ich habe also Umgangsberatung und so weiter, das ist quasi das tägliche Brot. Aber Krisendienst fand ich sehr spannend, sehr interessant. Ich habe ja, wie gesagt, die erste Woche komplett im Krisendienst verbracht und finde, also ich fühle mich da auch sehr wohl. und fühle mich da auch, also ich habe das Gefühl, ich bin auch eine Bereicherung in dem Gebiet. Das ist dann aber auch ein tolles Gefühl, mit dem man aus der Arbeit rausgeht, oder? Ja, definitiv. Man merkt oder spürt, ich persönlich bin eine Bereicherung für einen Dienst, dann kommt man am nächsten Tag auch gerne wieder zum Job. Genau.
Gibt es etwas, was ihr beiden jungen angehenden Sozialarbeiterinnen vielleicht mit auf den Weg geben wollt, die sich jetzt vielleicht noch im Studium befinden und im Bereich ASD für sich als interessantes zukünftiges Tätigkeitsfeld identifizieren, oder auch gerade irgendwo angefangen haben und sich überlegen, ob es da noch andere Tätigkeitsfelder geben. Tobi, ist da vielleicht irgendetwas, wo du sagen würdest, Mensch, da setzt mal euren Fokus drauf, das würde euch helfen später? Ich finde es wichtig, dass man nicht so die Scheu vor dem ASD und dem Jugendamt hat. Also aus der Schulsozialarbeit, wo ich herkomme, ist das schon so ein bisschen verrufen, das böse Jugendamt. Das finde ich aber in der Wahrnehmung gar nicht. Also ich finde auch, das erweitert einfach die Perspektive, weil viele Dinge, über die man in Anführungszeichen als Schulsozialarbeiter schimpft, die sind schon begründet oder die liegen einfach nicht in der Macht des ASDlers zum Beispiel, da was zu ändern. Ich finde, wenn man vor allem der Jugendhilfe tätig ist, das ist so ein zentraler Aspekt, der die Perspektive, den Horizont total erweitert und einem auch, Ja, total viel mit an die Hand gibt. Also das ist so ein großes Lernfeld. Und also meine Empfehlung wäre nur quasi, das nicht zu scheuen oder ja quasi auf die Kritik, die teilweise wahrscheinlich auch berechtigt ist, einzugehen, aber dem ASD vielleicht eine Chance zu geben. Sich sozusagen auch selbst ein Bild davon zu machen.
Und Hamza, hast du etwas, was du mitgeben würdest? Ja, ich denke, das ist natürlich wie alles andere auch sehr individuell. Es gibt ja viele Menschen, die sehr niedrigschwellig arbeiten möchten, nah am Menschen sein möchten. Dann spielt natürlich der finanzielle Aspekt auch noch eine Rolle. Ich glaube, gerade bei männlichen Kollegen ist das so, dass die sich dann meistens für eine Wohngruppe entscheiden aufgrund der Schichtzulagen, Zwecks, Familienplanung und so weiter. Aber es ist, wie gesagt, wie der Tobi schon gesagt hat, der Ruf des Jugendamts ist natürlich wahrscheinlich auch in der gesamten Gesellschaft nicht der beste. Aber ich habe auch das Gefühl, das Jugendamt an sich und die Behörden an sich, die befinden sich auch gerade in einem Umbruch. Und ich sehe jetzt auch in der Fortbildung, dass es sehr viele neue Kolleginnen gibt, junge Kolleginnen. Und ich finde es cool, dass das Team auch so durchmischt wird. Also wir haben auch beispielsweise ein paar ältere Kolleginnen und der Rest des Teams ist sehr jung.
Und man muss keine Angst davor haben. Auch wie gesagt, keine Angst vor der Garantenstellung. Wir sind alles professionelle Fachkräfte, sind gut ausgebildet und man wird auch nicht alleingelassen. Das heißt, wenn man sich bewirbt und wenn man in den Beruf einsteigt, ist es so, dass man immer einen Ansprechpartner hat, dass man nicht alleingelassen wird und man kann quasi nichts falsch machen. Ein gutes Plädoyer für den ASD. Vielleicht zum Abschluss, dann haben wir es schon fast geschafft, eine kurze Frage zu euren persönlichen Stärken. Gibt es da etwas, wo ihr sagt, jetzt wenn ich die nächsten zwölf Monate ASD in die Zukunft schaue, daran möchte ich jetzt noch arbeiten, das ist etwas, was ich noch ausbauen möchte?
Ich denke, also Abgrenzung in einem gewissen Bereich, dass man für sich auch quasi ein bisschen noch mehr Psychohygiene betreibt. Ja. Das wäre so dein Feld. Genau. Und haben sie also bei dir noch was, wo du sagst, Mensch, da würde ich jetzt in den nächsten zwölf Monaten nochmal meinen Fokus draufsetzen? Meistens meiner Fälle ist es so, dass es Jugendliche sind oder Familien sind. Und jetzt habe ich ein, zwei neue Fälle dazu bekommen, wo es dann beispielsweise um Muckis geht, also Mutter-Kind-Einrichtungen und junge Mütter. Und da ist mir dann bewusst geworden, dass ich die Sachen nur aus der Theorie kenne. Was muss da sein? Wickeltisch, Windeln, Hygiene. Okay, Versorgung.
Und da habe ich mir dann eine erfahrene Kollegin hinzugezogen, die auch Mutter ist. Und die quasi lernt mich da auf dem Gebiet nochmal ein bisschen intensiver ein, sodass ich auch jedes Gebiet, also sodass ich in jedem Gebiet kompetent handeln kann. Also mir ist einfach aufgefallen, vielleicht auch aufgrund meines Geschlechts, ich bin natürlich ein Mann. Und vielleicht auch noch keine eigenen Kinder. Und noch nie damit konfrontiert gewesen. Und habe mir gedacht, als ich dann den Säugling gesehen habe, alles klar. Also ich war sehr froh, dass meine Kollegin dabei gewesen ist. Ich hätte jetzt natürlich die Liste abklappern können, die ich aus der Uni kenne. Aber es gab so viele blinde Flecken, die mir dann quasi vorgezeigt wurden von meiner Kollegin, wo ich mir gesagt habe, okay, wow, alles klar, das sind Bereiche, die ich nochmal intensiver lernen muss. Und wo ich mir auf jeden Fall immer Hilfe hinzuziehen werde.
Total nachvollziehbar und auch total sinnvoll. Ja, super. Vielen Dank für diesen kurzen Einblick in eure erste Zeit im ASD und auch, dass ihr bereit wart, ein bisschen über eure persönlichen Stärken zu sprechen und auch euer Entwicklungspotenzial, was ihr selber ja auch schon gesehen habt. Ich danke euch ganz herzlich, wünsche euch viel Erfolg weiterhin. Danke sehr. Vielen Dank für die Möglichkeit, an diesem tollen Format teilnehmen zu dürfen. Ja, sehr gerne. Und dass wir unsere Erfahrungen tatsächlich haben.
Ja, jetzt haben wir eben die Rolle der Teilnehmenden besser kennengelernt. Und ich freue mich jetzt, dass ich Jürgen Rütten vom Kreisjugendamt in Heinsberg bei mir habe und Stefan Piech vom Allgemeinen Sozialdienst der Stadt Eschweiler. Zwei Führungskräfte, die diesen Rahmen hier schaffen für dieses Fortbildungskonzept. Und ich freue mich, dass wir auch diese Perspektive im Rahmen dieser Folge einmal mit aufnehmen können. Erstmal hallo Jürgen, hallo Stefan. Hallo. Hallo Felix. Ja, wir haben das eben schon mit den beiden Teilnehmenden gemacht. Da habe ich die Frage gestellt, Mensch, euer erster Tag im ASD ist noch nicht so lange her. Bei euch beiden würde ich sagen, ohne euch zu nahe zu treten. Rein optisch würde ich sagen, ein paar Tage länger ist es schon her. Und ich würde mich freuen, wenn ihr euch den HörerInnen einmal vorstellt und vielleicht auch einen ganz kurzen Satz dazu, wann eigentlich euer erster Tag im ASD war. Und Jürgen, ich würde dich bitten, einmal anzufangen. Sehr gerne. Mein Name ist Jürgen Rütten. Ich arbeite seit 37 Jahren im Jugendamt, habe in der Tat im ASD angefangen und habe dann verschiedene Bereiche wie Erziehungsbeistandschaft, Amtsvormundschaften und so weiter durchlaufen. Bin jetzt seit 1.10.2024 in der Sachgebietsleitung.
An meinen ersten Tag im ASD konnte ich mich bis zu Beginn dieser Fortbildung gar nicht mehr so gut erinnern. Aber als ich dann hier 23 junge Kolleginnen und Kollegen beim ersten Modul sitzen sah, sah ich auch den kleinen Jürgen hier mit 23 Jahren völlig unwissend, aber mit vielen Motivationen, die Welt zu verbessern, sitzen, und habe mich schon so ein bisschen zurückgefühlt in so eine Zeitreise. Aber von daher kann ich mich jetzt wieder ganz gut erinnern. Ich hätte mir damals eine solche Fortbildung gewünscht. Alles klar. Zu den Startbedingungen von damals kommen wir auch gleich noch. Stefan, wie lange ist es bei dir her?
Ja, ich bin tatsächlich jetzt auch schon 26 Jahre im Jugendamt der Stadt Echweiler. Ich habe da ganz unterschiedliche Bereiche durchlebt, absolviert. Angefangen von der Jugend der Firmstrafverfahren, dann war ich relativ lange in einem Micharbeitsplatz, Beistandschaften, Amtsugenschaften, habe das auch sehr gerne gemacht, in dem Feld gearbeitet. Bin dann vor 14 Jahren in die Leitungstätigkeit der sogenannten sozialen Dienste übergewechselt. Das beinhaltet in Echwalder verschiedene Spezialdienste vom Pflegekinderwesen, bis hin zur Einliederungshilfe und natürlich im Kern der allgemeine Sozialdienst, sprich Bezirkssozialdienst der ASD. Dafür bin ich verantwortlich. Ich habe tatsächlich operativ selbst nie im ASD gearbeitet, bin dann direkt in diese Leitungsfunktion gewechselt, aber tue immer wieder natürlich auch operative Tätigkeiten in diesem Feld, was mir ungemein Spaß macht.
Jürgen, du hast gerade angesprochen, du hättest dir damals zu deinem Beginn so ein Angebot gewünscht. Wie lief denn das vor 37 Jahren, als man da seinen ersten Tag im ASD war? Wie war denn das Onboarding, wie man das heute so schön nennt? Man hatte einen Schreibtisch und einen Berg voller Akten, Papierakten auf diesem Schreibtisch. Es gab weder PCs noch ähnliches. Es gab Diktiergeräte, die man erklärt bekam und einen Haufen Sekretärinnen, die die Diktate abschrieben. Und ansonsten mit viel Glück hatte man sehr nette Kollegen, was in meinem Fall auch zutrifft, die einen so ein bisschen an die Hand nahmen. Aber es war schon größtenteils learning by doing. Ja, also dieser Sprung ins kalte Wasser. Das Wasser war sehr kalt. Das kann ich mir gut vorstellen. Wir haben ja heute das Thema eures Verbundfortbildungsprogramms neu im ASD. Stefan, kannst du uns ein bisschen was darüber erzählen, wie es überhaupt zum Entstehen dieses Fortbildungsangebotes gekommen ist?
Das Angebot gibt es schon länger tatsächlich als meine Leitungstätigkeit in der Stadt Echweiler, also seit circa 20 Jahren, basierend auf einem Arbeitskreis der ASD-Leitung im Altregierungsbezirk Aachen. Und ja, die Problemstellung war von Anfang an relativ klar, so wie Jürgen das gerade auch nochmal geschildert hat, wir brauchen da neue Formate, wir müssen.
Unsere Ressourcen auch gemeinsam mündeln Und daraus ist halt diese Fortbildungsreihe entstanden, die sich dann, wie gesagt, jetzt auch seit 20 Jahren tatsächlich in dieser Form etabliert hat. Das ist ja schon eine unglaublich lange Zeit für so ein Fortbildungsprogramm. Und auf dem Markt der Sozialarbeitsfortbildung oder der ASD-Fortbildung gibt es ja auch dieses Programm Neu im ASD oder Dein Staat im ASD, ganz unterschiedliche Namen hat das. Jörg, wie ist es denn dazu gekommen, dass ihr als Kommunen, als Verbund euch eigenständig entschieden habt, das in Eigenregie durchzuführen und euch keine, externen Institutionen eingekauft habt dafür?
Ich glaube, da gibt es mehrere Gründe. Zum einen ist der ASD gerade zu Beginn ein unglaublich komplexes Arbeitsfeld, eigentlich das komplexeste Arbeitsfeld im Jugendamt, innerhalb der sozialen Dienste. Und wir favorisierten so eine Mischung aus viel Theorie, Rechtswissen, Handlungssicherheit, aber auch auf Vermittlung von Erfahrungen von Fachkräften. Und wer ist da besser geeignet als die Kolleginnen und Kollegen Sachgebietsleitungen, die eben sowohl über das eine wie auch über das andere verfügen. Und unsere Hoffnung war immer, dass die Teilnehmer neben der Anleitung durch die Kolleginnen und Kollegen vor Ort, die natürlich immer noch existenziell ist, eben durch die Fortbildung noch ein bisschen mehr Input kriegen, was man im besten Fall verknüpfen kann. Sowohl die Anleitungen vor Ort als auch den Input in den verschiedenen Modulen, sodass wir uns einfach eine theoretische und praktische Handlungssicherheit versprechen.
Und das Feedback von den Studierenden, von den Studierenden sage ich schon, von den neuen Kolleginnen ist zumindest eben in dem Gespräch klar worden, total positiv. Also man nimmt das total positiv auf und freut sich auch darüber, dass man Dinge, die im Studium nicht so vertieft Thema war, hier nochmal mit der Brille ASD betrachten kann. Ist es denn immer leicht, aus dem Kolleginnenkreis entsprechende Dozierende zu bekommen oder ist es manchmal auch Überredenskunst, da jemanden zu finden?
Also ich war jetzt dieses Jahr erstmalig für die Organisation der Fortbildung, verantwortlich und fand, die Kollegen waren total super entgegenkommend. Es gab kaum Probleme mit Terminfindung. Also klar, die Inhalte, die stehen, die Inhalte der fünf Module, die sind fix. Aber ich fand, da braucht man gar nicht groß zu bitten oder zu betteln, sondern das war sofort ein super Entgegenkommen. Wir profitieren ja letzten Endes alle davon. Auf jeden Fall, ja. Stefan, ist das denn eine verbindliche Fortbildung für die neuen Mitarbeitenden bei euch? Oder läuft es über einen Angebotscharakter, dass die neuen KollegInnen, frei entscheiden können, ob sie daran teilnehmen möchten? Also bei uns ist das verbindlicher Teil unseres Einarbeitungskonzeptes und auch eine Erwartung natürlich an die neuen Kollegen und Kolleginnen, daran teilzunehmen.
Nicht nur teilzunehmen, auch aktiv mitzuarbeiten. Wir glauben, dass das einfach ein tolles Format ist, was ja verschiedene Effekte auch haben kann. Es geht ja nicht nur um das Thema hier neues Handlungswissen sich anzueignen. Es geht auch tatsächlich um die gegenseitige Vernetzung, ja, um das Ankommen in diesem Berufsfeld, gerade für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, den Kopf so ein bisschen aus der eigenen Kommune herauszustrecken, nach links und rechts zu hören, wie machen das andere, sich dabei auch nochmal zu reflektieren, neue Ideen aufzuschnappen, die dann auch wieder zu uns in die allgemeinen Sozialdienste mit zu transportieren. Also wie gesagt, neben dem Handlungswissen, was hier erworben werden soll, Handlungs- und Theoriewissen, halt auch tatsächlich dieser Netzwerkgedanke und insofern auch tatsächlich die Verbindlichkeit, in der wir das halt auch von neuen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einfolgen. Also ein absoluter Mehrwert für beide Seiten.
Interessant ist vielleicht auch noch die sehr verschiedene Struktur der teilnehmenden Jugendämter. Wir haben von Landkreisen wie Kreis Euskirchen, Kreis Heinsberg hin zu Städten wie Eschweiler, Stolberg, Alsdorf, Würseln und so weiter bis hin zur Stadt Aachen. Eigentlich alle als Großstadt, alle Strukturen vertreten, die ja nicht nur marginale Unterschiede im Berufsfeld ASD bieten, sondern schon erhebliche. Und da kann ich dem Stefan nur zustimmen, das Vernetzen gerade der jungen Kollegen und der Austausch untereinander ist sicherlich fast genauso wichtig wie das vermittelte Wissen. Also geht es im Input her auch eher.
Um Haltungen, die transportiert werden, als um konkretes Wissen, wie ein Fall bearbeitet wird, weil die Grundlagen ja stelle ich mir dann je nach Kommune auch deutlich unterschiedlich vor, wie vielleicht.
Die Strukturen eben dann auch vorgeben, wie Fälle zu bearbeiten sind. Oder gibt es da zwischen diesem Verbund-Kommun-Reflektionstreffen, man versucht das irgendwie ein bisschen anzupassen? Oder geht es dann wirklich darum, um so Grundlagen und Haltung zu transportieren? Ja, von allem etwas. Ich kann ja aus meinem Modul sagen, ich hatte heute den Vormittagsbereich zum Thema Hilfeplanung gestaltet. Und das ist letztendlich eine Mischung aus konkreten Wissen, insbesondere rechtliche Fragestellungen zum 27, zur Leistungsvoraussetzung, aber auch natürlich dann zum 36, zur Hilfeplanung. Dann habe ich methodisch verbindende Elemente, wo es darum geht, von den anderen jeweils zu erfahren in Interviewformen, wie Hilfeplanung in den einzelnen Kommunen stattfindet. Und es gibt Elemente, das hat mein Kollege gemacht zum Thema Partizipation, wo wir aus einem gemeinsamen Gespräch oder aus, einer Aktion gemeinsam mit dem Landschaftsverband, wo wir Jugendliche in Heimeinrichtungen in der Städteregion befragt haben zu ihren Erfahrungen in der Hilfeplanung, wo wir diese Ergebnisse präsentiert haben, um natürlich an Themen wie Haltung, Einstellungen, Perspektivwechsel mit den Teilnehmenden der Fortbildung zu arbeiten.
Ich habe im Modulplan gesehen, die erste Veranstaltung ging in die Richtung Rolle und Auftrag ASD. Könnt ihr das ein bisschen mit Leben fühlen, was inhaltlich dort in diesem Modul vermittelt wird? Ja, ich glaube, es geht da auch um dieses klassische doppelte Mandat des Hals. Die Haltungen sind ja völlig konträr, wenn es A, Richtung Beratung, Unterstützung, Vermitteln von Hilfen geht und B, der Übernahme des staatlichen Wächteramtes. Da, denke ich, ist es schon wichtig, nicht nur das bloße Wissen zu vermitteln, sondern, wie Stefan eben auch schon sagte, die innere Haltung und den Perspektivwechsel auch plakativ fast deutlich zu machen, Weil gerade für die jungen Kolleginnen und Kollegen ist das schon dieses Zwitschen.
Zwischen der helfenden, unterstützenden Brille und der des staatlichen Wächters, das stellt die Kollegen schon für auch nicht zuletzt psychohygienische Herausforderungen. Das ist auch ein Thema eines Teilnehmers von Hamza gewesen, der sagte, Mensch, diese Psychohygiene und diese Selbstfürsorge zu lernen, das ist etwas, was man eben aus dem Studium heraus nicht entwickelt, weil man eben in dieser akuten Situation selten ist. Wenn man dann einmal in dieser Feuerwehrposition im Rahmen von 8a unterwegs ist, dann sagt er, dann merkt man schon, wenn man nach Hause geht, Mensch, ich denke gar nicht so sehr an mich und wo sind meine Schwächen, sondern ich habe vor allen Dingen daran gedacht, wie geht es denn heute eigentlich den Klienten, die ich heute begleitet habe. Also auch ein großes und wichtiges Thema. Ja, wir haben ja auch, muss man sagen, eher generalistische Studiengänge bei uns und die neuen Mitarbeiter müssen sich tatsächlich auch erstmal finden in diesem Feld. Natürlich gibt es Ansätze bei uns nochmal schärfer, zentraler auf den ASD hin auszubilden, aber vom Grundsatz sind wir da noch ein Stück weit entfernt. Vertiefungsspur hier als Stichwort, als ein Instrumentarium darauf hinzuwirken. Aber de facto kommen die Mitarbeitenden erstmal bei uns an und müssen ihre Rolle und ihren Auftrag auch ein Stück weit finden.
Eine Frage zieht so ein bisschen auf eure Erfahrung auch als Führungskräfte in diesem Bereich ab. Ich habe vorhin gehört, Mensch, ich bin in ein Bewerbungsgespräch gegangen im ASD und eine meiner zentralen Fragen war auch, wie gewährleistet ihr eine gute Einarbeitung von mir? Wie laufen Onboarding-Prozesse ab?
Ich bin nun vor 13 Jahren in den ASD gekommen. Da war ich damals froh, dass man mir einen Drei-Monats-Vertrag anbieten konnte. Das ist noch gar nicht so lange her, aber die Lage bei uns damals, zumindest in Schleswig-Holstein, war für AbsolventInnen nicht so rosig. Also unbefristete Verträge, das war schon etwas, was eher selten zur Verfügung stand. Hat sich das aus eurer Sicht auch ein bisschen verändert, und in welchen Ansprüchen neue Kolleginnen in die ASDs kommen, wenn es darum geht, auch eine vernünftige Einarbeitung zu bekommen. Und kann das ein guter Teil davon sein, euer Fortbildungsangebot? Ja, da hat eine gewaltige Veränderung aus meiner Sicht stattgefunden. Zum einen gibt es gar keine befristeten Verträge mehr, sondern jeder, der bei uns im Kreis Heinsberg, im Kreis Jugendamt Heinsberg beginnt, startet mit einem unbefristeten Vertrag. Unser internes Einarbeitungskonzept, wovon diese Fortbildung, um die es hier geht, ein Teil ist, beläuft sich auf einem Zeitfenster von einem Jahr und beinhaltet verschiedene Aufgaben für Sachgebietsleitung, für Arbeitsgruppenleitung, für die Kolleginnen. Wir sind dezentral organisiert. Wir haben vier Außenstellen, sodass den Kolleginnen und Kollegen in den Außenstellen auch eine zentrale Rolle zukommt.
Aufgrund der Personalsituation, ich weiß nicht, der Stefan kann vielleicht gleich noch ergänzen, ist es natürlich schon so, dass... Die Autonomie der Bewerber deutlich höher ist. Klar wissen die Kolleginnen und Kollegen, dass sie nahezu überall gerne gesehen werden als Absolventen. Und von daher können die Arbeitgeber sich nicht mehr auf ihr hohes Ross setzen und sagen, wir schauen mal. Sondern ich glaube, da haben beide Seiten von profitiert von der Entwicklung.
Stefan, wie ist es aus deiner Perspektive? Ja, Bewerber und Bewerber sind auf jeden Fall selbstbewusster geworden. Ich muss zum Glück sagen, den letzten Mitarbeiter, die letzte Mitarbeiterin habe ich vor dreieinhalb Jahren eingestellt. Wir haben wenig Fluktuation bei uns im ASD, aber auch das ist natürlich auch nur eine Momentaufnahme und kann auch im nächsten Jahr auch schon wieder sich anders gestalten. Es gibt ja immer Einflüsse, die man tatsächlich auch nicht beeinflussen kann. Aber unabhängig jetzt vom Selbstbewusstsein der Bewerber und Bewerberinnen ist es auch ein Selbstverständnis eigentlich oder sollte es ein Selbstverständnis des Arbeitgebers sein, neue Mitarbeiter, neue Mitarbeiterinnen auch entsprechend einzubinden, weiterzuentwickeln. Denn da ist gar nicht auch nur der Fokus auf neue Mitarbeiter, sondern natürlich auch auf die, die da sind. Also das ist ja tatsächlich ein ganzheitlicher Blick auf jeden, der da ist in seiner Rolle und in seiner Funktion. Und, ohne Einarbeitungskonzept geht es de facto nicht mehr. Zu dem Thema haben wir ja auch eine unserer ersten beiden Folgen, gesund älter werden im ASD mit einer Kollegin, die ja auch schon.
Viele Jahrzehnte im ASD tätig gewesen ist und dann direkt sozusagen in den Ruhestand gestartet ist. Darüber haben wir ja auch gesprochen. Was brauchen eigentlich KollegInnen, die auch wirklich bis zum Renteneintritt im ASD bleiben möchten? Hier nochmal das Thema für die Kommunen, die vielleicht noch nicht über so ein Angebot verfügen und Interesse haben. Wie hoch muss man sich denn den Koordinierungsaufwand für diese Art, wie ihr es durchführt in mehreren Modulen und dann im Verbund mehrerer Kommunen den Koordinierungsaufwand vorstellen? Ihr macht es glaube ich zweimal im Jahr aktuell einen Durchlauf. Wie aufwendig ist das denn zu koordinieren?
Also ich für meine Seite fand es jetzt nicht so aufwendig, was die Koordination vor Ort, sprich Räume, sprich Infrastruktur oder auch Mittagessen angeht. Das war jetzt nicht wirklich. Überschaubar. Ja, war überschaubar. Ansonsten finde ich, ist dieser Arbeitskreis, aus dem diese Fortbildung hervorgeht, ja ohnehin recht gut vernetzt. Wir haben E-Mail-Verteiler, über die wir uns kurz schließen. Wir treffen uns viermal im Jahr innerhalb der teilnehmenden Jugendämter, also auf Sachgebietsleitungsebene. Und da herrscht aus meiner Sicht ein sehr kollegiales Miteinander, sodass auch da der Aufwand, der sicherlich da ist, auf viele Schultern verteilt werden kann. Ich kann ja nochmal was auch zu den Rahmenbedingungen sagen. Wir haben insgesamt fünf Module, was eben schon gesagt, Felix, Rolle und Auftrag des ASD ist immer das Eingangsmodul. Dann haben wir noch Methoden der Gesprächsführung, Hilfeplanung, Hilfeplansteuerung, Modul 8a, SGB VIII, also Kinderschutz, und dann nochmal rechtliche Rahmenbedingungen, Trennung und Scheidung, also so ein kleiner Ritt durch einen typischen, allgemeinen Sozialdienst, Jeweils Tagesveranstaltungen, muss man noch erwähnen, von 9 bis 16.30 Uhr, die dann auch tatsächlich von ganz unterschiedlichen Referenten, geleitet und durchgeführt werden. Und wie gesagt, organisatorisch hängt das erstmal jetzt hier an dem Veranstalter, in dem Fall hier den Jürgen über den Kreis Heinsberg.
Und dann sind die Referenten natürlich für ihre eigenen Module, die das aber auch schon teilweise auch seit Jahren jeweils ihr Modul dann auch machen, verantwortlich. Insgesamt muss man sagen, das ist natürlich absolut ressourcenschonend für die beteiligten Jugendämtern. Die Referenten bekommen bei uns keine Aufwandsentschädigung oder ähnliches, machen das im Rahmen natürlich ihrer Diensttätigkeit hier, weil halt auch tatsächlich jeder davon profitiert. Und insofern fallen minimale Kosten für kleinere Auffällungen wie Verpflegungen an.
Also eine wunderbare Lösung, um einen tollen und auch großen Austausch zwischen, nicht nur zwischen KollegInnen, sondern zwischen verschiedenen Kommunen und Organisationsaufbauten zu ermöglichen. Und wie wir auch eben von den beiden Teilnehmern schon erfahren haben, auch ein sehr wertvoller Start oder eine sehr wertvolle Hilfe für einen Start im ASD. Wenn ihr beiden jetzt die Möglichkeit hättet, nochmal etwas Zusätzliches in diese Fortbildungsmodule einzubauen, hättet ihr da etwas, wo ihr sagt, okay, dieses Thema, das wäre nochmal etwas, was sich lohnen würde, nochmal zu integrieren? Gibt es da irgendetwas?
Nee, spontan fällt mir nichts ein. Es ist sicherlich immer wieder auch eine, Frage der Gewichtung der Module. Ob man mit einer Tagesveranstaltung beim Thema Trennungs- und Scheidungsberatung hinkommt, ist sicherlich fraglich. Ob man beim Thema 8a mit einem Modul hinkommt, ist fraglich. Aber besser diese Themen in einem Tagesmodul abzuhandeln als gar nicht. Und sicherlich die Komplexität oder auch die Gewichtung bei den teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen ist unterschiedlich. Aber wir versuchen eben eine größtmögliche Schnittmenge des Bedarfes und des Angebots hinzukriegen. Ja, also ich glaube schon auch in Zukunft, gerade das Thema Inklusion betrachtet, das könnte nochmal auch ein Feld sein, wo wir nochmal spezialisiert ein Modul dann auch zu entwickeln könnten. Vom Grundsatz hat Jürgen recht, also man kann vieles natürlich breiter machen, umfangreicher, nochmal konkreter gestalten. Wir können auch natürlich nochmal die Module anders noch miteinander verzahnen, aber auch das muss man auch ehrlicherweise sagen, sind dann auch nochmal Ressourcenfragen, wo es dann je nachdem auch nochmal einen bräuchte, der das nochmal zentral auch, didaktisch vielleicht auch entwickelt. Da gibt es sicherlich auch nochmal Entwicklungsbedarf, muss man ganz klar sagen. Oder könnte, anders formuliert, könnte Entwicklungsbedarf auch nochmal liegen.
Was ich jetzt beispielsweise bei diesem Durchlauf auch nochmal interessant habe, dass wir relativ viele Männer dabei hatten. Weil wir hatten wirklich auch Jahre mit ein, zwei Männern. Also insgesamt haben wir immer um die 20, 25 Teilnehmende. Heute in der Runde, glaube ich, sechs oder sieben Teilnehmern.
Und das Berufsfeld braucht grundsätzlich, finde ich, eine Durchmischung.
Wir brauchen ganz, ganz unterschiedliche Typen einfach in diesem Feld. Davon lebt soziale Arbeit, von Pluralität, von Hedrigonität, von Mitarbeitenden. Und ich bin ja auch ein Beirat der BAG ASD. Ich freue mich immer, wenn es so gelingt, also wirklich auch dieses plurale Teilnehmerfeld hier mit an den Start zu bringen. Und freue mich dann auch immer tatsächlich ein Teil dieser Ausbildung sein zu können. Ein ganz, ganz kleiner Teil nur, das weiß ich, das ist mir bewusst. Aber ich finde es einfach toll, dass wir das mit dieser Selbstverständlichkeit, die du auch gerade nochmal geschildert hast, wirklich auch seit so vielen Jahren hier auf die Bühne bringen. Und da gilt natürlich auch ein Dank unseren Kommunen, unseren Arbeitgebern, die sowohl die Teilnehmenden als auch die Referentinnen und Referenten freistellen, die die Räume zur Verfügung stellen und so weiter. Ist in der heutigen Zeit auch nicht immer selbstverständlich. Ein wichtiger Teil von guter Einarbeitung, von einem guten personellen Aufbau, von Mitarbeiterperspektive, aber auch von Führung. Und alle können am Ende von so einem Fortbildungskonzept profitieren. Für diejenigen, die Interesse daran haben, eine ähnliche Reihe aufzustellen, können über asd-wissen.de sich mehr Informationen dazu einholen. Und wir sind natürlich auch immer in der Lage, Kontakt herzustellen, falls es im Einzelfall dann.
Vertiefte Information benötigt. Ja, ich danke Jürgen, ich danke Stefan.
Dass ihr euch bereit erklärt habt, ein bisschen eure Perspektive zu dieser Fortbildungsreihe einzuführen. Und bedanke mich bei euch und wünsche euch alles Gute weiterhin.
Sehr gerne. Danke dir, Felix.