Music. Willkommen in meinem neuen Podcast Sounds Familie. Ich freue mich jetzt jeden Dienstag mit euch über Themen, die mich nicht nur als Hebamme, sondern als Mutter beschäftigen zu sprechen. Und heute ist meine erste Folge. Ich bin total aufgeregt und freue mich aber, dass ich diese besondere erste Folge mit einer Gästin zusammen machen darf, die natürlich ein Thema, was mich als Mutter, als Hebamme total beschäftigt, ist nämlich die Geburt. Und ich habe mir überlegt, dass ich den Podcast so starten werde. In den weiteren Folgen werden wir viel über Themen reden, die uns als Eltern einfach bewegen und begleiten. Aber die Geburt setzt ja nun mal den Anfang ins Elternsein. Und deshalb spreche ich heute mit Prof. Dr. Manny Mangler über die Geburt und warum Geburt wichtig ist und warum wir ihr mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Und dass sie einfach nicht nur einfach eine Geburt ist, sondern einen Grundstein setzt für unser weiteres Leben. Und deshalb möchte ich jetzt ganz herzlich Prof. Dr. Mandy Mangler bei mir in meinem kleinen, feinen Podcaststudio begrüßen. Wir kennen uns noch nicht persönlich und deshalb freue ich mich heute, dass wir hier zusammen sitzen und über natürlich auch mein Lieblingsthema, die Geburt sprechen, über die Geburtshilfe in Deutschland. Und nochmal für euch, also Frau Prof. Mandy Mangler ist Chefärztin zweier Berliner Kliniken vom Vivantes Klinikum. Einmal vom Auguste Victoria und auch von der Klinik in Neukölln. Und sie lehrt auch Hebammenwissenschaft an der Evangelischen Hochschule Berlin und ist Vorsitzende der Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtsmedizin Berlin. Und, habe ich was vergessen, hat auch natürlich einen ganz tollen eigenen Podcast, den Gün-Kas, den ich auch sehr gerne höre. Und ja, schön, dass du da bist, Mandy. Ich freue mich, dass wir uns mal auf diese Weise treffen und ganz persönlich miteinander sprechen können. Ja, freut mich auch total. Das ist eine gute Gelegenheit. Genau. Es ist sozusagen meine erste Folge heute von meinem neuen Podcast. Und der neue Podcast geht ja eher nicht so wie mein Hebammen-Podcast über, was mich so begleitet. Aber die Geburt ist ja ganz essentiell, also wenn man Eltern wird und wir beide begleiten Geburtshilfe. und ich wollte einfach gerne heute nochmal darüber sprechen. Was wir einfach machen können, damit Geburt gut begleitet ist. Und man hört ja immer so viel über diese ganzen schlimmen Geschichten, über Geburtstraumata, sowohl bei der Mutter als auch beim Kind. Und wie die halt einfach die Entwicklung beeinflussen können und was wir dafür tun können, dass das halt nicht so ist. Und ich würde einfach gerne dich erst mal fragen, wie das als Chefärztin ist an der Klinik, Zweierkliniken, wie ihr da nochmal Geburtshilfe neu gedacht habt. Weil die Geburtsmedizin ist 200 Jahre, also die moderne. Und momentan kommen wir ja immer mehr in ein Umdenken, was natürlich erstmal alle ein bisschen aufrüttet. Wir haben den Rose Revolution Day, ich merke das immer selber, dann sind immer alle so, ja, was wollen wir denn machen, schon das Beste. Aber so dieses einfach neue Denken der Geburtshilfe, dass es einfach viel mehr ist als nur Geburt, sondern einfach Familien da schon zu begleiten. Das ist natürlich eine ganz neue Aufgabe und deshalb würde ich gerne dich einfach fragen, wie ist es bei euch im Kreißsaal, in euren beiden Kreißsaal und wie ist das für dich als Chefin, weil das ist ja eine so große Aufgabe, auch gerade in dieser schwierigen Zeit, wenig Personal und trotzdem irgendwie ein gutes Klima zu schaffen. Wahrscheinlich eine Aufgabe, wo du jetzt eine Stunde drüber reden kannst. Ja genau, auf jeden Fall ist es eine Teamleistung und ich habe das große Glück, dass ich eine ganz tolle leitende Hebamme habe, Claudia Reinbei und auch mit dem Kreißsaalleiter zusammen, dem Oberarzt Tino Hendrich, dass wir sehr viele Impulse und Ideen besprechen können und dann eben auch uns sehr als Team verstehen, was eben gemeinsam mit den Familien, die zu uns kommen. Begreift, dass es ein zentraler Lebensmoment ist im Leben der Familien, ein zentraler Moment, die Geburt. Und dass es gut ist, wenn das nicht nur sicher ist, was natürlich mal das primäre Ziel ist, eine sichere Geburt für die Gebärende und für das Kind, aber eben auch, dass sie sich stark fühlen und möglichst durch diesen Prozess, egal wie er ist, durch diese Geburt, Stärke auch mitnehmen für das restliche Leben. Weil ich glaube, wenn man da so selbstbestimmt durch die Geburt geht und mit Würde und gesehen und versteht, dass Menschen da sind, die einen begleiten und helfen, dann kann man da sehr viel Energie für den Rest des Lebens daraus ziehen und immer wieder daraus schöpfen. Und das finde ich schön. Ja, ich auch. Wie schafft ihr das als Team, das so umzusetzen? Also hast du mehr Hebammen und Ärzte als andere Krankenhäuser? Weil das zentrale Problem, was wir ja aktuell immer haben, wir haben eine Leitlinie, die eigentlich uns sagt, Dass eine gute Geburtshilfe eine Geburt eine Hebamme zum Beispiel, das wird empfohlen. Aber so sieht ja der Alltag auch nicht aus. Wie ist das bei euch? Also wie schafft ihr sozusagen Frauen zu begleiten? Also ich habe das Gefühl, ich weiß nicht wie es dein Gefühl ist, aber dass in den letzten Jahren schon die Personaldecke in der Berliner Geburtshilfe sehr viel stärker geworden ist oder in der Geburtshilfe in Deutschland. Dafür haben natürlich auch Hebammen und Geburtshilfende sehr viel getan, sodass das schon besser ist. Wir haben Hip-Hop-Studentinnen, die da sind, die von Praxisanleiterinnen begleitet werden. Wir haben definitiv eine bessere Personaldecke. Erinnere dich an die Zeit, wo Motherhood eine Reisewarnung für Berlin rausgegeben hat, weil die gesagt haben, also hier kann man nicht sicher gebären. Es gibt zu wenig auch betreuende Hip-Hop. Das glaube ich haben wir überwunden, ohne dass das jetzt eine perfekte Situation ist, weil das ist es eben nie. Wir haben auch Personalherausforderungen trotzdem noch, aber es ist schon auf jeden Fall auf einem guten Weg zu eben dieser idealen oder guten Eins-zu-eins-Betreuung, die dann eben jede Person unter der Geburt haben kann und haben sollte. Ich arbeite sozusagen als Beleghebamme, also ich bin nicht fest angestellt in dem Krankenhaus, Aber wir haben einfach für die Angestelltenhebammen einfach immer noch super viele offene Stellen und haben eher das Problem, es sind die Stellen da, aber wir finden keine Hebammen, die dort arbeiten möchten oder es sind so wenig Hebammen. Das halt einfach immer noch in jeder Schicht eigentlich das Problem ist durch Krankheitsfälle, dass einfach eine Unterbesetzung ist und der Kreise oft einfach gesperrt ist. Ja, also in meinem Kreise gibt es keine unbesetzten Stellen. Das liegt an zwei Faktoren. Der eine ist natürlich diese kluge leitende Hebamme, die eben sehr auch Personalakquise macht und die durch ihre großartige Persönlichkeit, wo sie sehr gerecht eben auch mit dem Team umgeht und sehr fair, das gut besetzen kann. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Die zweite Sache ist natürlich, dass man in einem Perinatalzentrum, wo die Dinge einfach, da gibt es sehr stressige Situationen, Geburten, die sehr früh stattfinden, Notfallsituationen, ein sehr hoher Arbeitsload. Das ist prinzipiell schwieriger in Perinatalzentren, die Stellen zu besetzen, weil man kriegt ja auch als Hepa mit das gleiche Gehalt, ob man jetzt in einem stressigen Perinatalzentrum arbeitet oder in einem, sag ich mal, ruhigeren Kreißsaal wie dem meinen. Deswegen ist schon lange klar, dass man eigentlich da noch mehr unterstützen müsste, auch strukturell, finanziell in den Perinatalzentren. Da, denke ich, müssen wir noch weiterdenken und weiterentwickeln, damit es eben nicht so ist, dass in diesen Hochleistungsorten, die sehr wichtig und sehr gut sind, eben Personalmangel besteht. Jede fünfte Geburt in Deutschland wird eingeleitet. Fast jedes dritte Kind wird via, es ist natürlich unterschiedlich, welches Krankenhaus, wird via Kaiserschnitt, also Sektio im Fachbegriff genannt, geboren. Was sagst du dazu? Ja, es ist interessant. Wir haben eine, sagen wir mal, relativ hohe Kaiserschnittrate, wobei die in anderen Ländern noch höher ist. Also es ist schon, sagen wir mal, für ein Land mit so einer starken medizinischen Infrastruktur okay, ohne dass ich das jetzt gutheißen möchte. Und das können wir sicherlich definitiv hinterfragen, diese Rate. Aber du sprichst etwas an, was mich natürlich auch total bewegt oder alle Hebammen und Geburtshelferinnen, dass man sagt, wie können wir unterscheiden zwischen einer physiologischen Geburt und einer pathologischen Geburt und wie können wir noch besser die Menschen herausfiltern, die eine liebevolle, inspirierende Betreuung brauchen und möglichst eben physiologisch und ohne viel Interventionen gebären. Und versus die Menschen, die eben eine Pathologie vielleicht haben oder erleiden unter der Geburt oder wo dann eben Interventionen notwendig sind, wie zum Beispiel ein Kaiserschnitt. Und diese Unterscheidung ist ja das, was uns umtreibt. Und ja, da haben wir eigentlich, würde ich immer sagen, wir haben knapp 700.000 Geburten pro Jahr in Deutschland. Das sind 700.000 Datensätze, die wir eigentlich idealerweise auswerten könnten und sollten, um eben diese Unterscheidung zwischen physiologisch und pathologisch noch besser treffen zu können. Glaubst du, Angst spielt eine große Rolle? Also weil ich finde auch immer so, wenn man jetzt gerade so auch eine junge Ärztin ist, kommt in so ein großes, ich rede jetzt mal um ein großes Perinatalzentrum, wie du gerade angesprochen hast, man hat gleich eine sehr hohe Verantwortung. Es gibt wenig, es geht sehr auf Zeit, weil man muss einfach seine Sachen dort machen, dass ich auch immer oft das Gefühl habe, wir gehen lieber den, wir machen das jetzt einfach so, da sind wir auf Nummer sicher und da kann uns nichts passieren. Ich habe so mein Gefühl auch mal ganz oft ist so Angst so ein Riesenthema, weil, Und dass Geburtshilfe natürlich ein sehr sensibles Feld ist, wo man natürlich auch viele Fehler machen kann. Und wenn man dann halt frisch von der Uni kommt, man wird nicht gut angeleitet, dass einfach Angst immer so ein großes Thema ist. Naja, ich glaube, wir kommen halt so von der Geburtshilfe von vor 100 Jahren oder mütterliche Sterblichkeit und auch kindliche Sterblichkeit. Das war halt ein Riesenthema, noch bevor sozusagen die Medizin sich weiterentwickelt hat. Und es ist ja auch weltweit immer noch ein Riesenthema in unterschiedlichen Ländern. Sodass also man schon natürlich erst mal sehr viel Sorge hatte und hat, dass ein Kind stirbt oder eine Mutter stirbt. Und das ist ja auch das, was es unbedingt zu vermeiden gilt. Und aus dieser Perspektive heraus haben wir nicht so richtig irgendwie irgendwann den Absprung geschafft, finde ich, dass wir immer noch aus der Risikoperspektive denken. Das ist auch partiell richtig. Aber zum Beispiel, da fällt es mir immer total auf, für außerklinische Geburtshilfe der Risikokatalog. Der heißt Risikokatalog. Und den könnten wir aber auch umbenennen in Physiologiekatalog. Also was sind die Einschlusskriterien für eine physiologische außerhektinische Geburt, könnte man sich ja fragen. Stattdessen wird gefragt, was sind die Risiken? Also wir gucken immer sehr viel auf das Risiko und wir könnten nochmal mehr den Fokus vielleicht auf die Physiologie legen. Und eben nicht immer nur von Risiken sprechen, die eben dann Angst machen, wie du sagst. Sondern gucken, wie stärken wir, wo sind die bestärkenden, empowernden Elemente von Geburt und wo ist die Physiologie. Das fehlt uns manchmal, finde ich, als Perspektive. Auf jeden Fall. Ich habe so einen guten Spruch gehört von einer sehr erfahrenen Hebamme. Die Kunst ist es, die Frau in eine Geburt gut reinzubringen. Weil dann, also gerade die Latenzphase ist ja so eine sensible Phase und da ist ja oft gar keine Zeit da. Und ich habe das Gefühl, da entscheidet sich auch immer so ein bisschen so, wie läuft die Geburt? Die kann natürlich für die betreuende Hebamme, ich spreche aus Erfahrung, weil ich ja sozusagen eine 1 zu 1 Begleitung bin, sehr kräftezehrend sein, sehr langwierig. Also es gibt ja Frauen, die von Anfang an eine Betreuung, aber da sich einfach wirklich so entscheidet, kommt die Frau gut in die Geburt und wie ist der weitere Verlauf, wird sie dort in dieser wichtigen Phase der Geburt, wo man natürlich auch noch nicht so viel machen kann. Das heißt, wenn sie da nicht gut betreut ist, dass da oft dann auch schon dieser Scheideweg ist, dass wir einfach mehr Intervention brauchen. Ich sage jetzt so einfach Wehenmittel, Schmerzmittel und so weiter. Und diese Phase der Geburt, habe ich mal das Gefühl, da ist in der modernen Geburtsmedizin gar keine Zeit für, weil wir die Kapazitäten nicht haben, die Räumlichkeiten nicht haben und das Personal nicht. Oder auch, wenn man sich anguckt, Hebammen sind ja schon lange vor der Geburt dann mit den Familien verhaftet und kriegen ein Gefühl für diese, besuchen sie zu Hause und informieren sie und klären sie auf. Und ich glaube auch, dass darin nochmal sehr viel bestärkende Elemente liegen. Wie viel weiß die Gebärende schon vorher zum Beispiel, was könnte ihr begegnen während der Geburt und wie kann sie eben angstfrei das erleben? Wenn man, glaube ich, erst mal unter der Geburt sich fragt, ist eine PDA, was ist eine PDA und kommt die für mich in Frage, dann hat man, glaube ich, so eine Unsicherheit, die ganz schnell auch in Angst umschlagen kann. Wenn man aber diese Information schon vorher bekommen hat und sich das für sich so einigermaßen klar hat oder wenn man weiß, dass eben 30 Prozent Kaiserschnitte in Deutschland sind, dann geht man da vielleicht ein bisschen angstbefreiter rein und ist irgendwie informierter und stärker. Und aber ich gebe dir völlig recht, für mich ist das alles ein Zeichen dafür, dass wir... Obwohl wir 700.000 Menschen haben, die gebären, und da kommen ja nochmal die ganzen Schwangeren mit Fehlgeburten und Schwangerschaftsabbrüchen dazu, also wir haben ungefähr eine Million Schwangere pro Jahr in Deutschland, plus die dazugehörigen Männer, also zwei Millionen Menschen. Obwohl wir zwei Millionen Schwangere sozusagen haben pro Jahr in Deutschland. Haben wir dieses Thema nicht so, das ist nicht Teil unserer Gesellschaft jeden Tag, überall, alltäglich. Wir haben eben nicht mehr diese Großfamilien, wo wir viel eben wissen, sondern Geburt wird oft entweder total rosa, flauschig oder als blutiges Spektakel beschrieben und so. Und Geburt ist überhaupt nicht normal. Oder Schwangerschaft auch. Also jede Geburt ist ja wieder neu, auch jedes weitere Kind, was man, also es ist ja nicht so, wenn man es einmal gut gefahren hat, läuft es beim nächsten Mal genauso. Aber ich glaube, dass wir noch gut daran tun, das mehr in unsere Gesellschaft einzuflechten und ein Bewusstsein für die Stärke dieser von Schwangerschaft, Geburt, Hebammen, Geburtshilfe und so weiter bekommen. Also du bist Fan von Geburtsvorbereitungen, habe ich gerade gehört. Auch das. Ich glaube, ich bin Fan davon, dem Ganzen den Wert zu geben, den es eigentlich hat. Nämlich die Basis unserer Gesellschaft, ohne die wir nicht existieren würden. Und manchmal entwerten wir das so. Und das ist dann so eine Frauensache und so. Und das macht mich immer ein bisschen traurig. Ich habe so immer die Vorstellung, ich rede immer ganz viel, ich habe so eine Vorstellung von so einem Krankenhaus, was ich selber sozusagen mitgestalten dürfte. Ja, schön. Und dass man halt einfach das einfach auch allen Frauen möglich macht, weil das ist ja auch ein Grundrecht an, Und dass jede Frau sozusagen diese würdevolle Geburt, diese Begleitung bekommt, ohne dass sie dafür halt bezahlen muss. Weil momentan läuft ja die Gesellschaft darauf hinaus, dass sich die Menschen, die sich das leisten können, einfach sich die Geburt verdienen. Kaufen können, die Geburtsbegleitung, um dann halt sozusagen einfach gut aus einer Geburt herauszugehen. Und das ist natürlich eine total falsche Entwicklung. Das ist genau das Gleiche wie im Bildungssystem haben wir ähnlich in der Geburtshilfe, dass die Menschen, die sich das leisten können, einfach Dinge halt auch kaufen können. Und das ist, finde ich, einfach eine ganz schlimme Entwicklung. Und deshalb hätte ich gern so ein Zentrum, wo einfach diese Zusammenarbeit, Also wo Gynäkologen, Geburtshelferinnen, Hebammen, Psychologen, Beckenboden, Physiotherapeuten, also diese ganze Zusammenarbeit. Ich liebe das auch. Ich könnte dir an jeder Hand immer fünf Leute nennen, wo ich weiß, wenn man ein sehr spezielles Problem hat, wo man die dann hinschickt. Und viele Frauen sind einfach so alleine mit diesen Problemen, mit ihren Ängsten und denken immer, sie sind nicht richtig. Und das ist einfach so, glaube ich, dieses Grundproblem, weil das Geburt ist ja nicht nur Geburt, sondern wir setzen einen Grundstein für die Familie. Und das ist ja auch das Thema einfach der heutigen Folge. Welche Auswirkungen hat sozusagen eine nicht gute Geburtshilfe auf das weitere Leben? Also was wir da einfach machen und deshalb ist unsere Arbeit ja auch jeden Tag so wertvoll und deshalb, also wie wäre dein Krankenhaus? Du fängst ja schon im Kleinen an, aber diesen Zugang wirklich allen Menschen. Wir haben ja schon einfach so dieses, wir haben privat versichert und gesetzlich versichert und man merkt einfach im System, ich meine, ich glaube einfach jeder, der da arbeitet, versucht es nicht so, aber es ist einfach so, dass wir einfach eine Zweiklassengesellschaft darauf hinlaufen und das finde ich einfach richtig schlimm. Also ja klar, mein Krankenhaus, was ich idealerweise konzipieren könnte, würde auch so einen ganzheitlichen Ansatz haben, wie du ja sagst, dass man eben nicht nur eine sichere Geburt hat, sondern auch die ganzen Aspekte. Wir haben 30 Prozent der Frauen, die zu uns kommen, haben Gewalterfahrung. Das zieht sich natürlich auch in die Geburt hinein. Und all diese Menschen, die eben unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen haben, wie kann man sie so bestärken und begleiten, dass sie eben dann einen starken Start ins Familienleben haben? Das ist eine sehr gute, starke Frage, die man eben mit Babylotsinnen, Psychologinnen. Gynäkologinnen und so weiter und einer starken auch Beckenboden-Fokus oder Training oder Informationen und Begleitung durch Hebammen lange Zeit, dass man die dann haben kann, genau. Was habt ihr alles so vor Ort, so dass man, also was du jetzt gerade beschreibst, du hast gesagt, viele Frauen mit Gewalterfahrung, wie ist das so im täglichen, wie begleitet ihr die dann? Du siehst ja schon in der Sprechstunde, also man stellt sich vor und dann, wie läuft das so bei euch ab im Krankenhaus? Ich glaube, dass viel sich auch entscheidet im Team. Also je nachdem, wie das Team eben auch miteinander ist, je nachdem, welche Philosophie im Team steckt. Ich glaube, dass Teams so einen Geist haben können. Und ich hoffe, dass es mir in den letzten Jahren... Oft merke ich es auch, aber natürlich wünsche ich es mir vor allem auch sehr, dass es mir gelungen ist, dass in unserem Team eben auf Augenhöhe miteinander mit einer gesunden Feedbackstruktur und einem absoluten Fokus auf der Frau und der Familie liegt, die dann zu uns kommt und die dann bestärkt und ermächtigt werden soll, eben die Geburt zu haben, mit der sie dann glücklich nach Hause geht und ein starkes Fundament für ihre Familie hat. Sodass sie kommen, dann von Hebammen aufgenommen werden oder ihre Daten und ihre Wünsche dann auch. Je nachdem, ob es Herausforderungen gibt, gibt es Babylotsinnen. Es gibt Beckenbodenberatung, Training, Geburtsvorbereitungskurse, Väterkurse zum Beispiel auch. Und was mir immer ein bisschen fehlt, was auch so ein bisschen Strukturerausforderung ist, wie ich finde, sind Psychologinnen, die für die Frauen da sind, für die Familien, aber auch fürs Team. Weil wir hatten zum Beispiel am Wochenende eine schwierige Situation fürs Team und eine Ärztin in meinem Team hat gerade ein zehn Monate altes Baby arbeitet, stillt. Das Baby, was zu uns verlegt wurde, oder genau, was zu uns verlegt wurde, war sehr, sehr, sehr krank. Und das hat sie wirklich sehr aus der Fassung gebracht. Das muss man natürlich alles mitbedenken. Und deswegen gut, sie noch Besser psychologisch auch zu betreuen oder so zu unterstützen in dieser Situation. Also es gibt natürlich auch auf der Seite der Hip-Hop- und Geburtshelferinnen Schwierigkeiten bei extremen Situationen. Ja, also genau. Also nicht nur die, also wenn die Fachkraft sozusagen auch gut betreut ist, kann sie ja nur gut arbeiten. Wie oft macht ihr so Supervision? Also habt ihr monatlich oder macht ihr so wie jetzt den Fall, den besprecht ihr dann sofort? Oder also wie läuft das so bei euch ab? Also weil ich glaube auch einfach, oft ist es wirklich ein Kommunikationsproblem innerhalb des Teams, wo dann einfach diese Sachen halt, weil in dem Moment kann man jetzt nicht drüber sprechen, wenn man Notfallsituationen hat, wo man einfach, man muss ja in der Geburtshilfe sehr wenig tun, aber wenn man was tun muss, dann muss man einfach schnell und ja auf Zack sein und da kann man ja dann nicht viel reden, da ist der Augenkontakt wichtig. Da sieht man auch mal, wie ein Team zusammenspielt, dass jeder weiß, was zu tun ist. Und das ist aber so wichtig, dann im Nachhinein das immer nochmal durchzugehen. Das sehe ich auch ganz oft, das zeigt ihr auch oft bei Instagram, dass ihr, wenn ihr einfach Simulationstraining super wichtig ist. Genau, Simulationstraining ist ein starkes Tool, finde ich, weil man da eben Notfälle im Team trainieren kann, bevor sie geschehen. Also einfach so tut, als wäre es jetzt ein Notfall und das dann durchspielt. Das ist sehr hilfreich. Meine Leitende Hippamme und der Oberarzt des Kreißsaals, die kümmern sich um Simulationstrainings, die regelmäßig stattfinden. Psychologische Betreuung hatten wir fürs Team regelmäßig. Jetzt haben wir diese Regelmäßigkeit aufgehoben und machen das bei Bedarf durch eine Psychologin, wenn es belastende Situationen gibt. Wir haben aber auch bei, sagen wir mal, Extremsituationen so eine Art Ablauf. Wir besprechen uns dann im Team. Es gibt dann Einzelgespräche auch und die Möglichkeit, dann eben diese Psychologin zu treffen. Ja, ich glaube, das ist gut, weil wie du schon sagst, jemand, der selber sehr mitgenommen ist von Situationen, kann eben auch Frauen nicht stark begleiten, sondern das muss schon auch verarbeitet werden dann. Ja, also das ist auf jeden Fall ganz, ganz wichtig und was mir nochmal in der Folge heute auch wichtig ist, dass wir darüber sprechen, man hat ja einen gewissen Anspruch, also als Frau eine Vorstellung, wie ich gerne mein Kind zu wählen, also ohne PDA, am besten ohne Schmerzwillen und manchmal läuft es ja einfach ganz anders. Sondern dass man vielleicht dann auch am Ende eine Bauchgeburt hat und viele Frauen sind darüber ja sehr, sehr, ja haben Schuldgefühle, dass sie das irgendwie nicht so. Also wie ist deine Erfahrung hinten raus, um einfach auch Frauen da die Angst so zu nehmen, dass sie jetzt nicht schlechter geboren haben und wie sich das auf die Entwicklung des Kindes, weil viele denken, ja jetzt ist es nicht vaginal geboren, sondern es ist via Bauchgeburt geboren und jetzt sind die Lungen nicht so gut. Also dass wir da auch so ein bisschen, ich glaube halt einfach, die Begleitung ist so wichtig. Wie ist da deine Erfahrung als Ärztin, die Frauen gerade in diesen, dass wir so hohe Ansprüche haben und wenn es dann einfach anders läuft, dass sie nichts dafür können. Also man macht ja sich schon die Vorwürfe, was habe ich jetzt falsch gemacht, habe ich mich nicht gut vorbereitet. Ja, ich glaube, dass auch eine Kaiserschnittgeburt eine sehr ermächtigende Erfahrung sein kann. Das kommt darauf an, wie man begleitet wird und wie die eigenen Wünsche und Bedürfnisse gesehen werden und wie man vielleicht auch kommuniziert oder wie mit einem kommuniziert wird. Und wenn wir jetzt eine Kaiserschnittrate von 30 Prozent in Deutschland haben, dann können wir nicht sagen, diese 30 Prozent der Frauen, die haben irgendwie nicht wirklich geboren oder so, wenn wir dann noch zusätzlich die vaginal operativen Geburten und so, das ist ja nicht so. Sondern jede Einzelne, die in den Kreißsaal kommt, hat unfassbar viel geleistet, hat dieses Baby ja kreiert. Knochen sind aus ihr selbst, haben sich gebildet. Das ist eine Wahnsinnsleistung und jeder Einzelne hat einfach einen riesen Respekt verdient und eine riesen Würdigung dafür. Und von daher finde ich, das zu kommunizieren und den Frauen mitzugeben, ist wichtig. Und da war ja klar, man hat sich dann natürlich in Studien gefragt, wie ist denn das jetzt? Welche Nachteile haben jetzt Babys, die per Kaiserschnitt geboren wurden? Und da gibt es diese Phase, die weißt du ja auch noch, wo man dann eben das Mikrobiom aus der Vagina eben an die Babys geschmiert hat und so Tupfer in die Vagina der Frau und dann geguckt hat, ob die Babys dadurch nicht dann gesünder werden. Das hat sich ja als falsch erwiesen, sondern das Mikrobiom, also die guten Bakterien, die dann das Baby besiedeln nach der Geburt, die entstehen nicht durch die vaginale Geburt, sondern durch den Körperkontakt mit den Eltern in den ersten Tagen. Das konnte man dann nachweisen. Aber ja, trotzdem gibt es natürlich Vor- und Nachteile bei vaginaler Geburt und Kaiserschnitten, wie immer im Leben letztendlich. Und es gibt ein bisschen mehr Lungenadaptationsprobleme bei Babys nach Kaiserschnitt. Und auch Studien, die sagen, die Allergierate, also später im Leben auch die Lungenprobleme sind da. Asthma wird ja oft gesagt. Asthma. Also es heißt nicht jedes Baby, sondern es könnte sein. Kritikerinnen sagen jetzt dazu, die vaginale Geburt birgt ja auch Risiken für dieses Baby. Und deswegen finde ich es so wichtig, dass man eben nüchtern auf die Fakten guckt für sich selbst als Schwangere oder als Familie und sich fragt, was möchte ich? Oder wie ist es in meiner Familie? Wie war es bisher? Welche Risikofaktoren gibt es? Wie hat meine Mutter geboren? Wie hat meine Schwestern geboren? Ist das auch eine Frage, die du immer stellst? Wenn zum Beispiel Ängste da sind, finde ich das eine ganz relevante Frage. Ich weiß zum Beispiel, dass deine eigene Geburt, was deine Mutter dir darüber erzählt, meine Mutter hat zum Beispiel mir meine Geburt immer als so schauriges Spektakel erzählt, das ist natürlich was, was direkt auch deinen Geburtsverlauf beeinflussen kann. Je nachdem. Habe ich auch gedacht bei meiner Geburt. Ja, ja. Also ich glaube schon, ich habe mir den Geburtsbericht, man kann das übrigens zur Information, die werden 30 Jahre aufgehoben. Ich habe mir, also das ist jetzt auch schon ein bisschen her, aber ich habe mir meinen Geburtsbericht sozusagen besorgt, als ich hier beim Schülerin war. Schön, hast du deinen eigenen? Meine eigene, meine Geburt. Wie cool. Weil meine Mutter mir, die halt natürlich auch aus ihrer Wahrnehmung, die war auch auf jeden Fall nicht einfach und sie war sehr, sehr lange allein. Also schon von der Betreuung. Also ich bin in den neuen Bundesländern geboren. Es war auch schon eine taffe Geburtshilfe da. Also das habe ich mir halt durchgegeben. Und man kann sich dann anfordern, also 30 Jahre, wenn ihr aufgehoben habt. Also könnt ihr, wenn ihr jetzt 29 seid, könnt ihr euch noch den Geburtsbericht besorgen. Und dann habe ich mir das halt mal angeguckt und ich habe halt auch immer gedacht, dass ich dieses Thema bei meiner eigenen, bei der Geburt meines ersten Kindes sozusagen, habe ich nie gedacht, das wird auf jeden Fall Stunden dauern. Ich habe viermal ganz easy peasy geboren, aber hätte ich nicht mit gerechnet, weil ich gedacht habe, das ist auf jeden Fall ein Thema, was ich da so mit reinnehme. Und ich habe mir das nämlich genau angeguckt. Aber was ich ganz interessant habe, was du gesagt hast, was glaube ich viele nochmal hören wollen mit dem Mikrobiom, da würde ich gerne nochmal näher drauf angehen, dass du ja gesagt hast, dass die Forschung gerade sagt, dass der Haut-an-Haut-Kontakt so wichtig ist. Das heißt, was unsere Aufgabe ist, eigentlich egal in was von einer Situation, dass wir diesen Haut-an-Haut-Kontakt, also ist ein Baby vaginal geboren oder auch per Bauchgeburt, ist jetzt natürlich bei euch im Krankenhaus, ihr seid kein Level-1-Zentrum, das heißt, ihr habt keine Frühchen. Aber dass wir immer wieder, dass wir versuchen müssen, dass die Kinder sozusagen Kontakt mit ihrer Mutter haben. Und dass wir diese Bindung und diesen Haut-an-Haut-Kontakt ermöglichen. Vater auch. Vater auch, genau. Wenn die Mama gerade nicht kann. Aber das ist halt einfach so ein Thema. Und da denke ich auch immer noch, dass wir auch nochmal so Intensivmedizin, also Neonatologie neu denken müssen. Weil das ist ja auch immer noch so ein Feld, was mich jedes Mal fertig macht, wenn Babys und Mütter getrennt sind. Also, dass wir noch nicht die Möglichkeit haben, obwohl ich in Neukölln war, vor zwei Jahren mit einer Frau, weil wir verlegen mussten. Ich begleite auch außerklinische Geburten. Und das Kind hat in den ersten Tagen eine Infektion entwickelt und die waren die ganze Zeit in einem Zimmer. Und ich fand es so schön. Und habe gedacht, wieso kann das nicht immer so sein? Also dass wir einfach das Bett, egal in welchem, also dass wir solche Stationen bauen, wo wir einfach gemeinsam arbeiten, Hebammen, Intensivmedizin und dass die Mutter, auch wenn ihr Baby noch so klein ist, einfach da schlafen kann. Ja, das ist wichtig auch, weil sie gerade Eltern von Frühgeboren haben so einen Kontrollverlust, Angst, ganz viel Angst, Sorge, alles rauscht an ihnen vorbei. Ja, und das ist natürlich jetzt mit dem Vaginae Seedium, was du angesprochen hast, dass der Haut- und Hautkontakt so wichtig ist. Das ist natürlich einfach schon mal, das nimmt ganz viele Menschen, die jetzt zuhören, einfach so, oh Gott, ich habe jetzt nichts. Das Mikrobiom kann auch gerettet werden. Auf jeden Fall. Das fand ich auch eine interessante Erkenntnis übrigens, dass das eigentlich das Mikrobiom sich erst nach der Geburt aufbaut und diese vaginale Geburt dafür nicht relevant ist. Ich habe vorhin ein paar Fragen, was Leute interessiert über die Geburt. Die meisten Frauen und Familien haben natürlich auch Angst, wenn zum Beispiel es eine vaginale operative Geburt ist und die sich dann sozusagen, also es gibt einmal ja die VE, also Sauglocke und auch eine Zanggeburt, wird eher weniger heute gemacht. In Deutschland. Ja, in Deutschland. Was das für eine Rolle spielt und wie sich das natürlich auf die Entwicklung des Kindes auswirkt. Was sind da deine Erfahrungen? Was kannst du uns darüber berichten? Die Geburt an sich wirkt sich natürlich schon aus, auch auf die Entwicklung des Kindes. Wobei man sagen kann, dass schon auch vor der Geburt, also die Schwangerschaft sich auswirkt. Das ist ja da auch eine Art von Programmierung und sogar bis hin zu der Ernährung der Mutter wirkt sich dann eben auf das Essverhalten des Kindes aus und auf potenziell eben auch zum Beispiel dessen Erkrankungswahrscheinlichkeit. Also das ist Wahnsinn, wie das schon miteinander verflochten ist. Und die Geburt an sich, je nachdem wie sie abläuft, wenn das jetzt eine schnelle Geburt, aber eine vaginal operative ist und nichts passiert ist im Sinne von Verletzung oder so. Dann ist es jetzt auch nicht unbedingt ein traumatisierender Verlauf dann zu erwarten oder irgendwelche Folgen. Das kommt glaube ich auch immer darauf an, welche Konsequenzen das körperlich für das Kind hatte. Ja, ich glaube aber, was die Eltern ja mal so ein bisschen ist, so der Kopf, gerade wenn es jetzt diese Marke, nennt man das ja, diese VE-Marke, hat, dass es natürlich schon immer ein bisschen erschreckend ist und die natürlich einfach Angst haben, oh Gott, der Kopf ist jetzt irgendwie, das ist einfach deformiert und sieht das morgen auch noch so und wie lange dauert das. Ist das bei der Einschulung noch da? Ja, genau. Da gab es Untersuchungen, dass wenn jetzt keine Pathologie vorhanden ist, dass dieses Ödem, also das sieht dann tatsächlich so aus, dass das Baby hier irgendwo, wo eben diese Saugglocke dran war, eben so eine Erhebung hat und das Gewebe so da eingesaugt ist und so eine kleine Beule letztendlich, dass das jetzt keine Folgeschäden in der Entwicklung verursacht. Aber was du eben schon angesprochen hast, auch die damit verbundene Angst und die Konsequenzen für die Familie. Was nimmt die Familie davon mit? Ist es eben dann eine angstbesetzte Basis, die dadurch durch entstanden ist? Oder wurde das eben dann doch als Hilfe erlebt und dann ist es vielleicht positiv besetzt? Ja, weil auch bei einer vaginaloperativen Geburt ja immer so ein bisschen auch dieses Versagen im Hintergrund. Also ich meine, wir als Geburtshelfer sind ja eigentlich immer ganz froh, wenn wir eine Geburt haben. So beenden können, weil ich finde nichts Schlimmer, also das ist, aber es ist so, man hat Stunden und dann ist es ja manchmal, es sind ja auch die Kräfte am Ende, gerade wenn eine Geburt sehr, sehr lange dauert, dass natürlich auch die mütterliche Kraft einfach irgendwann auch und dann, weil man so ein bisschen helfen kann, das muss ja auch nicht, es ist ja nicht, also wenn man sich das so immer vorstellt, manchmal ist es ja einfach wirklich nur so eine kleine, wo man einfach hilft mit der Sauglocke und dann ist das Kind einfach geboren, als wenn man in dieser Endphase dann halt noch einen Kaiserschnitt machen müsste. Also ist man ja als Geburtshelfer eigentlich immer sehr. Und ich glaube einfach, dass viele einfach Angst haben, dass einfach was mit dem Gehirn passiert. Und dass diese Angst, einfach dieser Druck so groß ist und dass es dann einfach zu Folgeschäden kommt. Und ich glaube, da können wir beide einfach sagen, dass das langfristig gesehen die Kinder, dass es denen gut geht. Also Geburt ist ja einfach so. Du kannst ja nochmal sagen, es wird ja im Klinikum immer der pH-Wert abgenommen. Das ist ja, glaube ich, nochmal ganz wichtig. Genau, da wird im Blut eine kleine Blutgasanalyse durchgeführt, dann aus der Nabelschnur, wenn das Baby geboren ist und untersucht, wie viel Stress hatte dieses Baby jetzt in den letzten Stunden. Also weil Stress sich eben auswirkt durch eine Acidose im Blut, also der pH-Wert wird saurer und das kann man dann daran ablesen. Also man kann zum Beispiel, wenn man sich, so wie du sagst, die eigene Geburtsakte anguckt und anfordert und da ist der pH-Wert oder der Abgarwert drin, dann kann man davon auch ablesen, ob man Stress hat bei der Geburt als Baby sozusagen, aus der Perspektive des Babys. Und das ist interessant, das gilt ja auch als Qualitätskriterium. Zum Beispiel ein pH-Wert unter 7,0 ist ein Qualitätskriterium, ist dann sehr sauer, dann ist ein Problem. Und dann muss man gucken, warum ist das geschehen und was bedeutet das für die langfristige Entwicklung? Aber man merkt auch immer wieder, dass wirklich Babys ja wirklich sehr stressresistent sind, dass sie auch so kurze, also wie du es gerade beschrieben hast, diese kurzen Phasen einfach wirklich sich dann wieder richtig gut erholen. Also ich finde es immer wieder, wenn es dann wirklich mal so Situationen gibt. Manchmal finde ich, ich weiß nicht wie es dir geht, manchmal wundert man sich auch so, alles war eigentlich wunderbar und dann kommt da ein pH-Wert, mit dem man gar nicht gerechnet hat. Das sind ja auch so Situationen und dass die sich wirklich dann einfach wieder schnell auch brappeln. Das auch und manchmal gibt es aber auch, dass das Baby so eine Leihazidose hat, also von der Mutter, die vielleicht wenig gegessen hat unter der Geburt oder der Zucker irgendwie verschoben ist, also der Blutzucker, dann kann es sein, dass sich das auf das Baby überträgt, ohne dass das Baby Stress hatte. Also das heißt jetzt auch nicht immer, dass das Baby Stress hatte. Manchmal kriegt das Baby das auch geliehen, diese Azidose, also diese Übersäuerung von der Mutter. Dann nennt man das Leihazidose. Das kann man feststellen, indem man eben das Blut der Mutter zusätzlich testet und dann vergleicht. Und beeinflusst der Geburtsstress die spätere Stressregulation des Kindes? Da kenne ich keine Studien dazu, wäre aber natürlich interessant zu untersuchen. Also ich glaube, dass wir der Geburt mehr Wert beimessen können, aber dass jetzt vielleicht eine stressige Geburt nicht unbedingt heißt, dass man dann so ein stressiger Mensch wird. Ja, das finde ich auch. Und vielleicht kannst du noch mal was dazu sagen, welche Bedeutung sozusagen das Geburtsgewicht für die Entwicklung des Kindes hat, weil das ist ja auch immer noch so ein Thema, was viele beschäftigt gerade so. Also das ist ja wie, es wird ja immer wieder verglichen, dieses Geburtsgewicht und das wäre ganz toll, wenn du da nochmal deine Einsätze. Also was wir in der Geburtshilfe eher oft machen, ist, wir machen so eine Schublade auf und da muss dann das Baby rein, zum Beispiel zum Gewicht. Und dann sagen wir ja hier, oh je, das Baby ist zu groß, zu klein oder wie auch immer. Und da finde ich es immer ganz wichtig, dass man sich die Eltern anguckt und auch das miteinander verbindet und es gibt große Menschen, kleine Menschen und so weiter und dass man nicht per se sagt, das sind jetzt unsere Normwerte, da passt das Baby jetzt nicht rein, das ist jetzt gleich per Definition eben krankhaft, sondern dass man sich das nochmal im Gesamtkontext anguckt und nicht immer gleich vielleicht so hart bewertet. Und so kann natürlich ein Geburtsgewicht, ein niedriges, eher physiologisch sein oder aber zum Beispiel aber auch uns einen Hinweis geben, dass die Plazenta vielleicht doch nicht mehr so gut gearbeitet hat und dass deswegen nicht so viel Versorgung beim Baby angekommen ist und dass deswegen klein geblieben ist. Oder dass andere Ursachen dahinter liegen. Oder wenn es ein sehr, sehr großes Baby ist, über fünf Kilo zum Beispiel, könnte es sein, dass die Mutter Diabetes hatte und deswegen dann eben auch durch diese Stoffwechselveränderung das Baby eben sehr groß geworden ist und schwerer. Also man kann daraus Dinge ableiten. Ich finde es eher aus der Perspektive interessant und wir gucken mal, was das für das Baby bedeutet. Vielleicht da so ganz bestärkend. Ja, also das Problem ist ja, oder die Herausforderung ist ja immer, dass wir natürlich gewisse Standards haben. Wir müssen uns ja an irgendwelche Sachen halten, aber das ist ja auch immer so dieses, wir brauchen eigentlich in jeder medizinischen Fachbereich eigentlich dieses individuelle Raufschauen, weil kein Mensch ist ja gleich und jeder bringt ja seine ganzen Voraussetzungen mit. Und ich glaube, das ist einfach in diesem täglichen Arbeitsalltag, in dem wir arbeiten, immer so schwierig und da oft einfach keine Zeit für. Und da entstehen dann viele Verunsicherungen und Frauen bekommen dann so, oh Gott, ist so klein, ist so groß. Und man hat gar nicht diese Zeit, diese Verlaufsuntersuchung. Dann ist nächsten Tag wieder jemand anders da, der schaltet ein bisschen anders. Also das ist immer, finde ich immer so dieses und das finde ich ja das Schöne, gerade so wie ich arbeiten kann, dass man halt in dieser 1 zu 1 Betreuung ist, dass man ja so nah dran ist und das ganz anders begleiten kann. Also ich kann nur sagen, ich habe wenig Einleitung, weil ich natürlich aber auch immer wirklich lückenhaft dabei bin und das natürlich auch ganz anders begleiten kann. Und das wäre natürlich schön. Deshalb denke ich, ist auch immer nochmal wichtig. Wie wichtig ist einfach diese Kontrollverlaufsuntersuchung, dass auch da einfach immer geguckt wird, dass es halt vielleicht die gleiche ist, natürlich nicht umsetzbar. Alle sind mal frei und im Urlaub, aber dass man schon gerade bei diesen Frauen, die ich jetzt mal sage in Anführungsstrichen Risikopatienten sind, einfach guckt, dass man da halt einfach genau alle zusammen rauf guckt. Oft geht es so um stressigen Klinikalltag, so unter, der eine hat das gesagt, der andere das und keiner weiß am Ende mehr, was los ist und das ist natürlich immer sehr verunsichernd für die Frauen, weil sie natürlich ganz anders begleitet werden müssten, damit sie einfach wissen, was das Problem ist. Ja, hast du sehr schön gesagt. Natürlich ist eine starke Geburtshilfe eine individualisierte Geburtshilfe, dass wir eben nicht so standardisierte Konzepte über die Menschen stülpen, sondern dass wir sagen, es sind eure Bedürfnisse, was möchtet ihr, wo steht ihr gerade, wie können wir euch bestärken, begleiten und dann ist es eine sichere und starke Geburt. Wie schaffen wir das umzusetzen? Das schaffen wir umzusetzen, indem wir dem Ganzen mehr Wert geben als Gesellschaft auch. Da sind die Berufsverbände, die Fachgesellschaften gefragt, die Struktur zu verstärken. Wir messen dem Ereignis Geburt zu wenig Wert bei. Woran können wir das ablesen? Zum Beispiel in der Krankenhausreform war keine Hebamme in der Expertinnenkommission, keine Geburtshelferin oder keine Gynäkologin. Niemand war da drin und hat sich das Thema Geburtshilfe angeguckt, sondern es waren andere Experten, Expertinnen, Aber das Thema wurde eben nicht mit adressiert. Das ist in der Krankenhausreform auch ein bisschen mitgedacht, aber nicht zu dem Ausmaß, dass man sagen kann, wir haben in Deutschland verstanden, dass unsere Zukunft abhängt von der Geburtshilfe. Wir haben eine sinkende Geburtenzahl. Wir kriegen immer weniger Kinder, weil es ist ja auch total unattraktiv, muss man sagen. Wenn ich jetzt eine junge Frau bin, ich weiß gar nicht, was ich dir raten soll. Also zum Beispiel meinen Töchtern, ich weiß überhaupt nicht, was ich denen sagen soll, wenn die in dieses Alter kommen. Und wenn die mich fragen, soll ich eine Familie gründen, dann muss ich eigentlich hart evidenzbasiert sagen, du musst mehr unbezahlte Care-Arbeit machen. Du triffst auf eine Gesellschaft, die überaltert ist und wo die Geburt und die Schwangerschaft keinen hohen Wert hat. Du wirst eher diskriminiert dafür. Du kriegst keinen bezahlten Wohnraum. Das ist für Familien in Berlin fast undenkbar, irgendwie eine Wohnung zu finden. Du musst irgendwie ins Umland ziehen, was jetzt nicht per se schlecht ist, aber vielleicht nicht zu deinem Lebenskonzept unbedingt passt und so weiter und so fort. Du hast eine Rentenlücke und so. Es gibt Studien, die sagen, Frauen sind in Beziehungen unglücklicher und leben kürzer und Männer sind in Beziehungen glücklicher und leben länger. Das alles muss man sich nüchtern angucken und dann eine Entscheidung treffen. Also von daher ist es schon auch so die Frage, wie gehen wir mit den Gebärenden und dem Wert Geburt um? Und wie können wir es als Gesellschaft schaffen, dem einen besseren Wert zu geben und mehr Kraft und die Stärke, die es ja eigentlich hat? Also das ist ja etwas wahnsinnig Unglaubliches und wir werten das ab, wir denken das nicht mit. Es kommt in der Krankenhausreform nicht vor. Aber Hebammen müssen ständig kämpfen, um gesehen zu werden, um Schwangere gut versorgen zu können. Ja, man ist irgendwann auch müde. Also es ist einfach, man ist müde und man erklärt es immer wieder, wie wichtig das ist. Und man kann ja genau auch darlegen und wir wissen es ja, dass wenn wir an Geburtshilfe neu denken würden, dass wir ein besseres Outcome hätten, dass Frauen und Familien besser versorgt wären und es nach hinten langfristig raus. Das ist einfach nicht egal, wie wir geboren wären. Aber ich frage mich halt immer so, warum sieht das keiner und warum schaffen wir nicht das? Doch, die Leute sehen das. Es ist ja auch genau so, wie du sagst. Es ist ganz klar. Es ist innerhalb von Sekunden, kannst du dir dieses Wissen erwerben, wie wichtig Geburt ist und welche strukturellen Herausforderungen bestehen und so. Wir leben halt im Patriarchat. Und die Menschen, die die Regeln machen, für die ist dieser Wertgeburt eben nicht so groß wie vielleicht für dich und für mich. Und das ist eine traurige Erkenntnis, aber an der Erkenntnis kann man erstmal stehen bleiben und sich dann vergegenwärtigen, dass zum Beispiel, wie du sagst, man wird auch immer so müde, indem man es immer wieder erklärt. Man muss es eigentlich gar nicht erklären, weil es ist eigentlich da und wenn Interesse bestünde, könnten sich alle Beteiligten innerhalb von Sekunden dieses Wissen verinnerlichen. Das bedeutet für uns. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren und uns gegenseitig stärken und eine starke Geburtshilfe vorantreiben und unsere Energie, anstatt sie in Menschen zu investieren, uns zu erklären, die uns sowieso nicht. Die uns eigentlich ermüden. Das ist eigentlich vielleicht sogar ein Konzept des Patriarchats, dass wir uns immer zu erklären und dadurch unsere Energie sinkt, anstatt dass wir uns sozusagen gegenseitig stärken und sagen, okay, pass auf, wir investieren unsere Energie in die Leute, die die gleichen Ziele haben, um nämlich dem Geburtsereignis mehr Wert zu geben und das zu stärken. Das ist so mein derzeitiges Problem, was ich so mit mir rumtrage. Und einfach weiter aufzuklären, sichtbar zu sein. Und ich glaube, da hast du recht, weil genau das, das merke ich jetzt, wo du das einfach beschreibst, wenn man das immer sich wieder erklärt, das macht einen müde, es zieht dir eher Energie, anstatt einfach dafür zu stehen. Und ich finde auch mal, auch wenn ich vielleicht, ich persönlich und du, wir beide würden ja nicht alle Frauen retten, Aber die Sachen, die wir verändern können im Kleinen, die geben einem ja schon so viel. Und wenn man irgendwie so nach so einer langen Geburt eine Frau gut begleitet hat und dann das Ergebnis sieht, das ist einfach, ich bin auch jedes Mal immer noch so, ich finde, egal wie viel Geburt man gemacht hat, das ist immer noch dieses Wunder und man denkt sich mal, wow, es ist einfach Demut. Also ich habe jedes Mal so, dass ich das begleiten darf und es bleibt immer wieder so ein bisschen die Welt kurz stehen. Also so, wer das einmal erlebt hat, das ist einfach, man ist einfach kurz, ist alles andere egal, egal was wir für eine weltpolitische Situation haben, es ist einfach kurz so, jetzt kommt hier ein Kind auf die Welt und einmal ist kurz so. Und ich finde, diesen Zauber, den will ich mir auch nicht nehmen lassen. Und deshalb möchte ich auch immer weiter für so eine Geburtshilfe kämpfen. Und ich glaube, dass wir gerade den Grundstein setzen, dass es zwar noch dauern wird, aber wenn wir das jetzt nicht machen, dann wird es sich auch langfristig nicht verändern und dieses Umdenken kommen. Und ich glaube, wir sind gerade noch am Anfang und deshalb werde ich mir das auf jeden Fall zu Herzen nehmen, was du gerade gesagt hast, dass es stimmt. Das hast du sehr schön auch beschrieben mit dem Zauber. Ich bin auch immer bei jeder Geburt, wo ich dabei bin, denke ich immer, immer und zwar schon, also obwohl ich auch viele Geburten erlebt habe, denke ich immer, wow, was für eine Leistung so. Also auch Bauchgeburt, vaginale Geburt, alles so. Was hat diese Person für eine Kraft und hat es geschafft, dieses kleine Menschenwesen zu kreieren und das ist Wahnsinn. Ja, vielen Dank. Also ich glaube, es gibt gar nicht so viel jetzt mehr hinzuzufügen, sondern einfach, dass ich einfach eine tolle Frau mir gegenüber sitze, die auch einfach in ihren, was dir möglich ist, darin kämpft, dass andere Frauen gut ihre Kinder gebären können und gut begleitet sind. Und das wünschen wir uns eigentlich. Und mit jedem Podcast, den wir machen und mit jedem Interview, was wir geben, versuchen wir das ja weiter zu streuen. Und ich hoffe, dass du das genauso weitermachst, wie du es jetzt so toll machst. Du hast ein wunderbares Buch geschrieben. Das können wir vielleicht nochmal kurz erwähnen, weil das ist auch so eine neue Bibel, finde ich, wo du einfach auch aufräumst. Das kannst du, glaube ich, nochmal auch gerne etwas darüber erzählen. Von diesen ganzen, auch die Gynäkologie und die Geburtshilfe war ja sehr männerdominiert. Und da gab es einfach natürlich auch ganz viele falsche Darstellungen. Und du hast jetzt ein wunderbares Buch geschrieben für jede Frau, das eigentlich jede Frau gelesen haben sollte, jedes junge Mädchen, was alles so perfekt zusammenfasst. Ja, genau. Das große Gyn-Buch habe ich geschrieben mit Esther Kogelbohm. Das ist eine Journalistin vom Tagesspiegel. und wir haben da alle Aspekte des weiblichen Wesens und Körpers und Lebens zusammengefasst, also alle medizinischen. Und das ist interessant, weil ich bin ja Gynäkologin und ich bin ja 47 Jahre alt und ich habe schon einiges mitgemacht, auch so wie alle Frauen letztendlich. Wir haben zu tun mit dem Thema Verhütung, Sexualität, Schwangerwerden oder nicht, Schwangerschaft, Stillen, Menopause und all die Sachen, die wir tun. Und das ist alles in dem Buch. Und als ich es dann fertig hatte, habe ich mir das Kapitel Geburt nochmal angeguckt Und dachte so, krass, das hätte ich gern gewusst. Und ich, weißt du, wo ich so dachte, das hätte ich einfach gerne gewusst vor meiner ersten Geburt, weil so viele Sachen eben man nicht weiß. Auch wenn man vielleicht, sogar wenn man Medizin studiert hat. Auf jeden Fall. Deswegen, also genau. Weil man auch, also ich betreue, wir betreuen ja auch immer viele Kolleginnen und die andere Fachbereiche. Es wäre ja auch utopisch, wenn man, diese Medizin ist ja so ein großes Feld und wenn man eine Internistin betreut, die natürlich gar nichts von Geburtshilfe weiß. Sie wollen ja auch gut begleitet werden, deshalb ist das natürlich toll, so ein Buch. Und ich finde auch als junge Frau einfach, nicht immer, sondern ein Buch aufschlagen zu können, wo einfach alles perfekt zusammengefasst ist. Ich finde es wirklich ein ganz tolles Buch und ja, toll, was du da geschaffen hast. Ich meine, ich weiß ja auch, wie lange man an sowas sitzt. Also diese Recherche und das auch zu gucken, wie man das einfach so umfassend alles da reinkriegt. Also vielen Dank für dieses schöne Buch und danke für deine Zeit heute. Ja, ich danke dir. Es war sehr schön. Für alle, die natürlich noch mehr wissen wollen über Prof. Dr. Mandy Mangler, ich packe alles in unsere Shownotes, alles, wo ihr sie findet, von Podcast bis Artikeln und natürlich auch ihr Buch, könnt ihr dort alles finden. Und ich sage danke für dieses schöne Interview. Ja, danke dir. Music. Jetzt gerade dieses Gespräch nochmal kurz auf mich wirken lassen und ich fand einfach diese eine Sache, die Professor Dr. Mandy Mangler gesagt hat zu mir, die für mich auch nochmal super relevant ist, weil man natürlich immer denkt, man kommt nicht weiter, sodass wir uns mehr auf die Kraft, dass wir diese Energie behalten, mit der wir etwas vorantreiben wollen, für das wir kämpfen, für eine gute Geburtshilfe, für Familien einfach. Begleiten, dass sie selbstbestimmt sind, auf diesem besonderen Weg zum Eltern sein und dass wir uns nicht so daran eher diese Energie ziehen lassen bei Menschen, die das einfach nicht sehen, wie wichtig das ist. Und das war für mich jetzt nochmal ganz besonders, auch weil ich immer denke, ich kann nur so wenige Familien gut unterstützen, aber auch diese vielleicht wenigen Familien machen halt den Unterschied und dass wir halt uns auf diese Sachen einfach fokussieren müssen. Und ich glaube auch, diese Folge, wenn ihr sie jetzt hört, tragt sie in die Welt hinaus, dass einfach noch mehr Menschen verstehen, dass wir mit einer guten Geburtshilfe einen Grundstein für eine gute Gesellschaft schaffen, weil es ist einfach nicht egal, wie wir geboren werden. Und deshalb sollten wir das immer wieder laut aussprechen, wie wichtig es ist. Es ist bewiesen. Wir haben die Studienlage gesagt, dass das eine gut begleitete Geburtshilfe einfach super wichtig ist. Es war für mich eine ganz tolle erste Folge. Ich freue mich jetzt auf viele weitere, euch damit zu begleiten, beim Elternsein, die ganzen Fragen, die man hat. Und deshalb war es einfach schön, die erste Folge über die Wichtigkeit der Geburt nochmal wirklich hervorzuheben. Deshalb freue ich mich, wenn ihr ein Herz da lag, wenn ihr das teilt, wenn wir es einfach gemeinsam verbreiten, dass sich einfach wirklich was ändert in der Gesellschaft. Am Ende jeder Folge von Sounds Familia räumen wir mit einem kleinen Mythos immer auf und der heutige Mythos, der sich hartnäckig hält, ist einmal Kaiserschnitt, immer Kaiserschnitt und das Das stimmt natürlich nicht. Tatsächlich können viele Frauen nach einer Bauchgeburt erfolgreich vaginal entbinden. Laut einer Studie liegt die Erfolgsquote hierfür bei beeindruckenden 60 bis 80 Prozent. Das heißt, die Mehrheit der Frauen kann nach einer Bauchgeburt sicher eine vaginale Geburt erleben. Doch warum hält sich dieser Mythos so hartnäckig? In der Vergangenheit, vor allem vor den 80er Jahren, wurde oft pauschal davon abgeraten, nach einer Bauchgeburt vaginal zu entbinden. Aber moderne Forschung und bessere Operationsmethoden haben gezeigt, es ist nicht nur möglich, sondern in vielen Fällen sogar sicher. Natürlich hängt eure Entscheidung für eine vaginale Geburt nach einer Bauchgeburt von individuellen Faktoren ab. Der Zustand der Narbe, der Verlauf der vorherigen Geburt und die aktuelle Schwangerschaft spielen hier eine große Rolle. Auch Risiken wie eine Uterusruptur, bei der die Narbe belastet werden könnte, müssen bedacht werden. Deshalb ist es super wichtig, diese Option immer in enger Absprache mit Ärztinnen zu prüfen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.