Music. Hallo und herzlich willkommen. Ich freue mich, dass ihr wieder mit dabei seid. Heute geht es darum, wie man sich emotional gut auf die Geburt und auch vor allen Dingen auf die Zeit danach vorbereiten kann, weil man hat ja immer so eine gewisse Vorstellung und ja, man kann sich das auch, glaube ich, gerade beim ersten Mal auch noch nicht so vorstellen, dass es vielleicht doch alles ein bisschen anders kommt. Und ich kenne das nur selber auch zu gut, diesen Moment der Desillusion. Also bei mir war es natürlich auch nicht anders, auch wenn ich Fachperson bin. War gerade das Wochenbett, dann dieses neue Lebewesen in unserer Familie, auch bei Geschwisterkindern, ja diese ganze neue Einordnung und sich wieder neu zu sortieren als Familie, jeder seinen Platz zu finden, das ist doch alles schon sehr emotional. Und eigentlich denkt man, das wird irgendwie schon, weil die meisten Menschen denken ja immer nur bis zur Geburt und danach. Das klappt irgendwie alles. Und gerade ich persönlich und auch meine Gäste, die ich heute dabei habe, finden, dass es total wichtig ist, sich auch auf die Zeit danach vorzubereiten, darüber zu sprechen, auch schon in der Schwangerschaft, am besten sogar schon vorher, was man so für Vorstellungen hat. Und heute habe ich im Gespräch hier neben mir schon sitzen die liebe Annika. Hallo. Hallo Annika, schön, dass du da bist. Annika Brix ist Doula, begleitet Familien also in dieser besonderen Zeit, ist aber auch Co-Founderin einer Kommunikationsagentur mit dem Fokus auf Female Empowerment, Nachhaltigkeit und Diversität. Und selber ist sie auch Mutter zweier Söhne. Und sie hat einen ganz tollen Instagram-Account. Vielleicht kennt ihr sie darunter. Der heißt Reflecting Motherhood und da schreibst du einfach wundervolle Texte. Gibst tolle Denkanstöße, teilst deine, ja auch deine Situation, wie du dich gerade fühlst. Und ja, ich freue mich, dass du heute da bist. Herzlich willkommen nochmal. Danke für die Einladung. Ja, und ich möchte mit dir heute über dieses emotionale Thema sprechen, weil du glaube ich nochmal auch als Doula nochmal eine andere Sicht, weil du bist ja dafür da, die Familien sozusagen auch zu empowern, sie zu begleiten. In gewisser Weise mache ich das ja auch, aber ich habe natürlich mehr auch immer noch den medizinischen Aspekt und das ist immer, wenn viele auch immer nicht wissen, was ist eigentlich der Unterschied zwischen Doula und Hebamme. Ich arbeite unglaublich gerne auch in dieser Kombination zusammen, weil das kann eine Hebamme alleine ja gar nicht auffangen, weil ich ja noch den medizinischen Aspekt habe. Und vielleicht kannst du einmal kurz auch mal beschreiben, was so deine Arbeit als Doula so ausmacht ist, weil einige, die jetzt vielleicht zuhören, gar nicht so wissen, brauche ich das, was macht die und so weiter. Sehr gerne. Also die Frage kommt natürlich auch häufig bei uns Doulas. Was ist denn der Unterschied und brauche ich dann keine Hebamme mehr? Und das können wir natürlich total verneinen. Wir wissen, wie wichtig Hebammen sind und dass der Wirkungsbereich sich teilweise überschneidet, aber im heutigen System ja leider es gar nicht möglich ist, so viel emotionale Arbeit zusätzlich zu dieser ganz wichtigen medizinischen Versorgung und Begleitung dann auch in den ersten Tagen und Wochen zu leisten als Hebamme. Und wir Dulas sind genau dafür da, eben diese einmal emotionale Veränderung zu begleiten, ganz speziell auf die Mutter bezogen. Also Mothering the Mother ist ganz oft das Motto, was wir dann eben mitbringen und worunter man sich, glaube ich, auch viel vorstellen kann. Die Mutter kümmert sich ums Baby und wir kümmern uns um die Mutter, die gerade auch neu geboren wurde, kann man ja so sagen nach der Geburt. Wir durchlaufen da ja einfach Veränderungen als Frauen, die biochemisch feststellbar sind, aber auch eben einfach in der persönlichen Stimmungslage, emotional. Ja, man kann sich das, wie du es schon im Intro gesagt hast, gar nicht vorstellen, was da alles passiert. Und wir sind da, um dafür Raum zu halten. Ich nehme das auch immer noch ein bisschen weiter. Ich nehme auch das Familiensystem mit rein, die Väter mit rein, Geschwisterkinder, um da einfach ein sanftes Ankommen miteinander zu ermöglichen. Wie lange begleitest du Familien so? Also wie läuft das so ab? Ganz unterschiedlich. Also Frauen oder Familien dürfen sich wünschen, was sie brauchen. Also wir begleiten teilweise schon ab Kinderwunsch, weil auch da kann man ja schon viel machen. Da verändert man sich schon, man denkt sich schon in Dinge rein. Da auch einfach begleitend schon zur Seite zu stehen. Ich habe mich viel mit Ernährung beschäftigt zu dem Thema, da schon eben reinzugehen, zu gucken, was ist da alles möglich. Aber dann auch während der Schwangerschaft unter der Geburt und dann aber auch ganz speziell im Wochenbett. Und wie lange betreust du Familien, so gerade nach der Geburt? Das ist ja so heute so unser Thema. Meistens vier bis sechs Wochen, ganz intensiv. Und dann immer, wenn sie es noch brauchen. Es kommt ja auch immer auf die Familiensituation drauf an. Manche Väter können zum Beispiel eine kleine Elternzeit einrichten, schon direkt nach der Geburt. Dann bin ich da auch präsent, um zu unterstützen. Ich finde es lustig, wie du es sagst, können das einrichten. Ja, das nenne ich für alle möglich leider. Es sollte so sein. Wir haben ja auch gesetzlich da eigentlich eine EU-Vorgabe. Die kommt dann vielleicht, die Umsetzung in Deutschland. Ja, in Absprache. Also Dula bedeutet ja Dienerin ursprünglich im Griechischen. Und das ist auch so ein bisschen der Ansatz. Also wir stehen für die Frauen, für die Familie zur Verfügung und versuchen alles möglich zu machen, dass es genau so funktioniert, wie es für sie passt. Schön. Was denkst du, wie man sich gut mental auf die Herausforderungen, auf die Zeit nach der Geburt vorbereiten kann? Was sind so deine Tipps, was du sagst, das würde ich jedem ans Herz legen? Also ich glaube, die Vorbereitung fängt schon in der frühen Schwangerschaft idealerweise an, indem man sich einfach damit auseinandersetzt, dass jetzt eine entscheidende Veränderung im eigenen Leben stattfindet. Und ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt, den ich auch immer wieder in der Begleitung sehe, dass Frauen und Paare und Familien dachten, es geht dann einfach ein bisschen so weiter wie vorher. Und ich glaube, das einmal anzuerkennen, dass sich da jetzt was Großes verändert, dass da ein neuer Mensch kommt, was Wunderschönes, was aber eben auch transformative Prozesse auslöst. Und das bedeutet auch, Abschied zu nehmen von einer vorherigen Lebensphase. Und damit bewusst umzugehen ist, glaube ich, mein größter Tipp. Nämlich auch zu trauern darum, dass man sich jetzt von einem Leben ohne Kinder verabschiedet und anzunehmen, dass diese Veränderung auch Zeit braucht und nicht zu erwarten, dass man direkt einsteigt, in allem Profi ist, was man da jetzt gerade tun muss. Es ist nämlich ganz schön viel, sondern sich Zeit zu geben und sich eben auch aktiv um Hilfe zu kümmern. Ja, das finde ich total wichtig und vor allen Dingen, glaube ich, auch nochmal hier zu betonen, weil ich glaube, man denkt ja dann so, man wird jetzt Eltern und dann wird gleich alles so super, also auch gerade so Liebe. Also ich glaube, dass viele Frauen auch so Angst haben, dass sie sich so in dieser Rolle finden als Mutter, jetzt mit dem Baby und irgendwie erstmal denken, sie sind eher so fehlern Platz. So klar, sie versorgen das Kind, aber das ist emotional noch gar nicht so da. Also das ist auch, glaube ich, auch ein ganz wichtiger Punkt. Richtiger Punkt, genau. Und ich glaube, es ist dann immer viel, was ist die Erwartung? Was habe ich auch mitbekommen? Was erwartet vielleicht mein Umfeld oder was habe ich aus gesellschaftlichen Kontexten mitgenommen? Und sich da auseinanderzusetzen und sich Zeit zu geben und zu verstehen, dass Bindung auch zum eigenen Kind, auch wenn man es neun Monate im Bauch getragen hat und da schon gespürt hat, es ist ja etwas, was dann auch die Mütter oder gebärenden Personen den anderen Partnern voraus haben und dennoch darf diese Beziehung wachsen. Und dennoch muss es nicht so sein, dass man quasi das Kind das erste Mal sieht und es ist ein Überschwang an Gefühlen und Glücksgefühlen, sondern es darf auch erst mal einfach nur sein. Und man muss sich erst mal reinfinden. Das ist völlig normal. Gefühle zulassen, auch diesen Moment dann so zu begleiten. Also ich glaube auch so, schon viele Jahre her gab es mal so einen Film über postnatale Depression. Und das fand ich für mich als medizinisches Personal nochmal so einschneidend war. Die Frau hat in diesem Film das Kind geboren und dann wurde es ihr so raufgebatscht. batscht. Aber so, was ich mir angewöhnt habe, als ich das nochmal so bildlich vor Augen gesehen habe, ich frage immer, ob man schon bereit ist, weil ich merke auch bei der Geburt, wenn ich Frauen begleite, dass die erstmal kurz im Moment brauchen. Ankommen müssen. Ja, und deshalb ist immer so dieses, sich das auch immer noch als Personen, die so nah dran sind, wie du und ich, dass man nochmal sagt, so erstmal gucken, was da gerade gebraucht wird. Und ich finde, das war so einschneidend für mich, dass ich das, also das ist das Erste, was ich immer sage, so. Und neulich hatte ich auch wieder so eine Geburt, wo ich gemerkt habe, die war einfach, weil es war einfach lange, es war kraftvoll und dann lag das da erstmal, also zugedeckt und so weiter, aber dass man einfach wirklich wartet, wenn man bereit ist, man ist ja nicht leider jeder so hier, take it. Absolut, genau. Und das ist ja auch etwas, was für mich in meiner Arbeit wichtig ist, die Frau zu respektieren und zu ehren in allem, was sie gerade braucht. Und eben genau den Kontext vielleicht vom Geburtsverlauf mitzunehmen. Aber eben auch, wenn es für dich augenscheinlich eine leichte Geburt war, wenn sie den Moment braucht, dann braucht sie den. Und das aber wahrzunehmen und einzuchecken, zu fragen, das finde ich wunderschön und sehr wichtig, weil eben das manchmal so, ja ich glaube, da spulen dann manchmal so Programme ab, aber... Es ist einfach sowas Schönes und Wertvolles, glaube ich, auch für die Frauen, wenn sie wissen, da wird ihr Raum gewahrt. Annika, wie kann man gut lernen, mit den emotionalen Höhen und Tiefen nach der Geburt umzugehen? Ja, also ich habe immer ein Beispiel. Es gibt einen Vergleich, einen medizinischen Vergleich, den ich unglaublich kraftvoll finde. Der hormonelle Status einer Frau von der Schwangerschaft versus nach der Geburt ist, als würdest du in der Schwangerschaft jeden Tag 100 Anti-Baby-Pillen nehmen und danach keine einzige mehr. Super Vergleich. Und das ist ja so eine kraftvolle Veränderung, dass es, glaube ich, klar ist, dass das auch Stimmungsschwankungen hervorruft. Das zu verstehen, zu wissen, also sich auch wieder als Frau, als gebärende Person zu informieren darüber, was ist mit meinem Körper, was für Prozesse durchläuft er da gerade, empfinde ich als die beste Vorbereitung, um dann sanft zu sich sein zu können. Und dann zu wissen, ja, wenn ich jetzt weinen muss, wenn da Dinge fließen, dann darf das so sein, denn ich durchlaufe gerade diesen Prozess. Ich muss so viel verarbeiten, die Schwangerschaft ist beendet, ich habe eine Geburt erlebt. Das ist ja auch ein so kraftvolles Rite of Passage, sagt man immer, also ein Übergangsritual, wo vielleicht auch Dinge passiert sind, die ich erstmal für mich einordnen muss. Und dann bin ich gleich in der Rolle, auf mein neues Baby aufzupassen, es zu versorgen, vielleicht zu stillen oder mit der Flasche zu füttern. Also es ist einfach unglaublich viel gleichzeitig. Und das anzunehmen und zu akzeptieren, dass es mich überfordern darf, Das finde ich ganz wichtig. Ich meine, es sind ja auch zwei Aspekte. Du hast ja einmal den Heilungsprozess, den du als gebärrende Person hast. Und dann hast du ja noch das Baby, was versorgt werden will. Das sind ja also zwei so große Komponenten. Und man selber ist eigentlich am Heilen, am Recovern, am Regenerieren und dann auch noch in Kommunikation zu gehen. Deshalb ist es, glaube ich, auch total wichtig. Also man muss ja immer so, und ich glaube, es ist bei dir ähnlich so, Also auch zwischen den Eltern die Kommunikationsebene wieder herzustellen. Genau das. Und ich finde aber auch, ich würde noch einen dritten Aspekt hinzufügen, nämlich das Verarbeiten. Also ich habe da Dinge hinter mir gelassen. Ich war fast zehn Monate schwanger. Das ist ja auch eine Phase, die da gerade geendet ist. Ich habe dieses Geburts-Event, was nicht umsonst immer ein riesiger Fokus ist in der Reise. Dabei wissen wir, eigentlich ist es so der Startpunkt von allem. Da fängt erst alles an. Alle bereiten sich immer vor auf die Geburt, als ist danach alles vorbei. Und dann ist es einfach, aber eigentlich ist das der Beginn. Und dann sind wir in dieser Situation mit all diesen Gleichzeitigkeiten so plötzlich. Und wie soll sich das nicht auch bedrohlich, überfordernd, traurig anfühlen dürfen? Und natürlich auch wunderschön, besonders sanft. Also ich glaube, es darf so alles haben und sich vielleicht auch mit Emotionen, die da kommen könnten, auseinanderzusetzen, mit der eigenen Geschichte vielleicht auch. Also weiß ich über mich als Person, dass ich nicht sehr sensibel bin oder hatte ich vielleicht Erlebnisse in meiner Vergangenheit, die vielleicht auch nochmal aufkommen könnten. Also sich da einfach auch nochmal in Vorbereitung schon so ein bisschen nochmal reinzufühlen und sich selbst ein bisschen zu kennen, ist, glaube ich, sehr hilfreich, um dann auch festzustellen. Ist das jetzt hier einfach quasi eine Verarbeitung, die ein paar Tage stattfindet? Das ist ja dieser bekannte Baby-Blues. Oder geht es mir gar nicht gut? Und dann darf ich das auch ansprechen. Dann darf ich mir da auch Hilfe suchen. Weil das gibt es auch. Also es ist normal und gleichzeitig gibt es auch dann wieder Modi, die sind nicht normal. Da darf ich mir dann auch Hilfe suchen. Da muss ich nicht alleine durch. Da muss ich nicht einfach nur abwarten. Und ich glaube, es tut total gut, wenn ich mich als gebärende Person, als Mutter schon vorher so ein bisschen damit auseinandersetze. Kenne ich mich da? Was sind da meine individuellen Anteile? Du hast es gerade so schön beschrieben, dass die meisten Menschen sozusagen bis zur Geburt denken und die Zeit danach. Ich glaube, das ist auch nochmal eine wichtige Sache, die wir als Gesellschaft nochmal mittragen müssen, dass dieser Zeitraum nach der Geburt mehr Aufmerksamkeit bekommt. Und ich habe so das Gefühl, wir beide reden sehr viel über den Zeitraum nach der Geburt, über das Wochenbett, über das erste Babyjahr. Aber wenn man eigentlich mal so ein bisschen weiter hinauskommt, man sich außerhalb dieser Bubble bewegt, in der Wochenbett-Bubble, habe ich immer so das Gefühl, dass es eher so abgetan wird. Ich weiß nicht, ob es aus Verletzbarkeit, also dass viele Menschen verletzt sind, wenn sie das hören, wie vielleicht ein Wochenbett im besten Fall ablaufen soll, weil es wird dann ja immer so abgetan. Ja, hatte ich auch nicht und war auch nach einer Woche wieder fit und habe die Kinder in die Kita gebracht oder war wieder arbeiten oder whatever. Was denkst du denn, was können wir noch tun, um diese verletzliche Phase einfach, in der man sich in dieses Ankommen, Regenerieren, Kennenlernen, was können wir einfach tun, damit das endlich mal auch nicht immer so abgetan wird. Ich habe immer das Gefühl, wenn Frauen länger als zwei, drei Wochen sich wirklich auch zu Hause, was ich ja super finde und du glaube ich auch, in diese Höhle zurückziehen und heilen und kennenlernen und einfach auch auf ihren Instinkt zu hören, dass das dann immer so ein bisschen so abgetan wird. Was ist deine Meinung? Was können wir dafür tun, dass das endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt? Wir können darüber sprechen. Wir können es normalisieren. Also ich leite ja auch viele Frauenzirkel und Mütterzirkel und ich spüre selbst da, wo ich denke, da hat jede Frau sich vielleicht auch gut informiert oder hat auch Lust, sich auseinanderzusetzen. Wir leben einfach in einer Gesellschaft, die Aktion, die weitermachen, die das Aktivsein total bevorteilt und die immer dir das Gefühl gibt, noch ein bisschen mehr und noch ein bisschen schneller ist besser. Und das Wochenbett ist ja genau das Gegenteil davon. Und das ist, glaube ich, schwer auszuhalten. Gleichzeitig sind die individuellen Situationen von den Frauen auch häufig so, dass es ihnen gar keine Wahl lässt, weil sie sich nicht bewusst darüber waren, wie es ihnen gehen würde vielleicht. Oder was es bedeutet, dann mit einem Neugeborenen sieben, acht Stunden alleine zu Hause zu sein, während man vielleicht noch eine Geburtsverletzung aushalt und einfach auch noch erschöpft ist von dieser Geburt, die immer intensiv ist. Ich glaube, darüber sprechen, dass das okay ist, dass es gut ist, langsam zu sein, dass es gut ist, sich zurückzuziehen, dass es genau richtig ist, auch für die Bindung von der Familie so wichtig ist, diesen Schutzraum zu genießen. Ich glaube, es bringt schon viel. Ich spüre das dann immer in den Unterhaltungen so, ah ja, okay, ist ja interessant. Ach, und dann vier Wochen. Und selbst wenn vielleicht so ein bisschen Resistance kommt, einfach zu sagen, wie du das ja auch immer so schön sagst, es ist eine medizinische Indikation, die das Wochenende zu halten. Aber es ist auch etwas, was ich spüre in der Begleitung, was auch unglaublich gut tut. Weil die Welt da draußen ist dann überfordernd. Und wenn ich mir zutraue, das auch wahrzunehmen und dem so ein bisschen meinem eigenen Gefühl und meiner Intuition zu folgen, dann bleiben die Frauen meistens doch gerne im Bett. Wenn jemand da ist, der ihnen vielleicht mal einen Snackteller bringt oder der die Wäsche macht, die da halt so rumliegt, und ihnen so ein bisschen hilft, ja einfach in einem schönen Ort in Ruhe zu sein. Und ja, das ist die Aufgabe, die wir als Dulas einfach haben und auch Mütterpflegerinnen ja haben, die auch eine ganz wichtige Arbeit machen, diesen Raum zu gestalten, sodass Frauen in Ruhe sein können. Ja, was ich immer noch immer so merke, ist einfach, wenn man jetzt nicht gerade irgendwie die übelsten Stillprobleme hat, die schlimmste Geburtsverletzung, dann ist es immer so, habe ich immer oft das Gefühl, dass man sich das halt gar nicht verdient hat, sozusagen, diese Zeit des Regenerierens zu haben und das finde ich wirklich unglaublich schade und ich versuche das auch immer in den Betreuungen dann schon auch am Anfang zu besprechen. Bei den Mehrgebärenden habe ich immer das Gefühl, je mehr Kinder geboren sind, die wertschätzen es mehr. Ja, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Also, dass sie einfach genau wissen, okay, ich bereite mir das gut vor. Gerade so bei ersten Kindern ist es immer so ein bisschen, wo ich denke, die wissen noch gar nicht, was so auf sie zukommt. Genau. Und da Da habe ich immer so das Gefühl, dass man eher so sagen muss, das ist jetzt wirklich wichtig. Also ich bin ja auch die Letzte, die jetzt niemandem seine Freude gönnt. Oder das heißt ja nicht, dass man rausgehen soll. Genau, ich glaube auch, das auch zu akzeptieren, wenn jemand den dringenden Wunsch hat, dann vielleicht daran zu erinnern, dass das immer noch Wochenbett ist. Ich finde, das darf auch individuell ausgestaltet werden. Jede Geburt war unterschiedlich. Jede psychische, aber auch physische Verfassung ist unterschiedlich. Es kann auch mal total gut tun, einen kurzen Spaziergang draußen zu machen. Muss ich jetzt zwei Stunden um den Block laufen? Weiß ich nicht. Aber wenn es gut tut, sich mal in einen Kaffee zu setzen, dann finde ich das auch toll und wichtig. Dann unterstütze ich das auch. Nicht so dogmatisch zu sein. Genau. Und einfach auf die individuelle Situation zu gucken mit dem Hinblick auf Schonung ist schon gerade wichtig. Und ich möchte auch nochmal daran erinnern, dass man ja auch sagt, dass diese Wochenbettzeit quasi sich, also gerade auch Beckenboden, das ist dir ja auch immer sehr wichtig, wie ich weiß, dass das sich ja auf die nächsten 20 Jahre einer Frau erstreckt, die Gesundheit. Also wenn ich da gut Wochenbett halte, wenn ich gut regeneriere, dann habe ich da nicht nur nächste Woche was von, sondern dann habe ich wirklich für die nächsten 20, 30 Jahre einen wichtigen Beitrag zu meiner Gesundheit geleistet, um diese Geburt, die eben körperlich auch so fordernd ist, ja gut zu integrieren in meinen Körper. Und wir haben ja auch immer dieses Bild von der Wunde, von der Plazenta-Wunde im Bauch, die Teller groß ist und wo man immer sagt, wenn die draußen getragen werden würde, dann würde dir niemand nach drei Tagen sagen, ich glaube, du kannst jetzt schon wieder aufstehen und staubsaug doch gerne auch mal das Wohnzimmer, sondern dann würden alle dich zwingen, sechs Wochen im Bett zu sein, bis das wirklich zu wird. Du hast jetzt über deine Arbeit als Dula gesprochen. Das ist natürlich auch etwas, was nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. Das geht mir immer so, auch uns allen in diesem Bereich, wo mit Familien und Kindern und Frauen gearbeitet wird, dass das natürlich sehr privilegiert ist. Und man natürlich, wenn man sich zum Beispiel jetzt eine Doula nicht leisten kann, hast du Tipps, wie man gut Freunde, Familie, weil wir reden ja immer von dem It Takes a Village. Ich habe neulich mal so ein lustiges We auf Instagram gesehen. Das war auf jeden Fall sehr einschneidend. Alle reden vor Village and you have to pay for the Village. Das war irgendwie auf den Armenkreis in Amerika. Das ist ja auch noch mal noch teurer sozusagen, weil ja da noch nicht mal die Hebammenbetreuung, glaube ich, bezahlt wird. Tragen ja Eltern irgendwie fast alles selber und man muss auch irgendwie nach zwei Monaten, glaube ich, wieder direkt in die Arbeit. Das ist natürlich schon gut, da sind wir doch anders aufgestellt. Aber die hat dann halt so witzig gesagt, okay, for what do you have to pay for your village? Das ist, glaube ich, nochmal so ein Punkt, den sich auch immer viele fragen, wie mache ich das dann? Also was sind da deine Erfahrungen, wenn ich jetzt zum Beispiel nicht die Möglichkeit habe, eine Dula mir zu ermöglichen, wie schaffe ich, dass mein Umfeld, dass mein... Hoffentlich irgendwie ein bisschen vorhandenes Dorf, dass ich die gut mit einbeziehe. Ja, also erstmal gibt es mittlerweile die Möglichkeit, dass Dulas auch, also gerade für den Postpartum-Bereich, über die Kasse finanziert werden unter Haushaltshilfe, also ähnlich wie Mütterpflegerin. Selbst das weiß ja kaum jemand. Nee, das wusste ich jetzt auch nicht. Genau, also eben auch mit Mütterpflegerin ja auch. Also dass wir prinzipiell Anspruch haben darauf, dass jemand uns im Wochenbett unterstützt, wenn wir es selbst nicht können, wenn unser Partner arbeiten muss. Und vor allem zum Beispiel Geschwisterkinder zu versorgen sind. Und diese Arbeit können Dulas auch über die Kasse abrechnen. Also die Dula rechnet das über die Kasse ab? Genau, also ähnlich wie eine Mütterpflegerin in den entsprechenden Tätigkeiten, also leichte Haushaltstätigkeiten. Also du kriegst das Rezept dann? Genau, man wendet sich an die Krankenkasse und mit der treten wir dann in Kontakt. Also das gibt es mittlerweile. Und das freut mich auch extrem, weil das ist eben so ein wertvoller Part. Also ich glaube, jede Familie zehrt so sehr von dieser Unterstützung im Wochenbett, die eben dann auch manchmal genau nicht die Familie ist oder nicht die Freunde sind. Dann kann man vielleicht nochmal anders loslassen. Man hat da einfach ein anderes Verhältnis. Also wie die Mother-in-Law without the baggage ist auch so ein geflügeltes Wort, finde ich, dass man eben weiß, genau, da ist jetzt niemand, der auch noch vielleicht das Baby die ganze Zeit halten möchte, sondern einfach so ein bisschen noch mehr in Service denkt und in Favor für diese Familien. Aber auch das ist ja manchmal nicht möglich. Dann kann man Familie und Freunde sehr gut einmenden. Ich glaube, es hilft, wenn man das im Vorfeld schon bespricht und da auch klar macht, was man sich wünscht und nicht wünscht. Also so ein bisschen wirklich sich gemeinsam hinsetzt und wie eine Art Fahrplan entwickelt. Es würde mir total helfen, wenn du in der Zeit, in den ersten vier Wochen nach der Geburt, das große Geschwisterkind von der Kita abholst und dann ihr vielleicht nochmal eine Stunde auf den Spielplatz geht, also sich so selber so ein bisschen überlegen, was ist mein ideales Setup und wem vertraue ich das an? Vielleicht kriegt auch, unterschiedliche Menschen kriegen unterschiedliche Aufgaben. Ja, manchmal. Weiß man irgendwie auch schon, ich möchte in der ersten Woche vielleicht keinen Besuch bekommen, dann dürfen die Freunde und Freundinnen vielleicht gerne was kochen und vor die Tür stellen, ohne reinzukommen, ohne das Baby gleich zu sehen, ohne dich zu sehen, wie du da gerade noch so raw in deinem Wochenbett sitzt. Also ich glaube, Essen im Wochenbett ist wirklich so, auch über das Wochenbett hinaus, ich glaube so selbst gekochtes Essen, weil man sagt, ja, es gibt ja Liefer... Nee, es ist nicht das Gleiche. Man will auch irgendwann nicht mehr Lieferservice-Essen haben. Es schmeckt einfach anders und man spürt, dass es mit Liebe gekocht ist. Also ich empfinde das auch als eines der größten Geschenke. Es gibt auch Websites, wir können das ja vielleicht in den Shownotes verlinken, für Foodtrains, wo dann verschiedene Freundeskreise sich eintragen können, sodass dann auch klar ist, wann bringt wer was. Und das habe ich zum Beispiel auch schon für Freundinnen organisiert, die sich eben explizit von mir Dula-Betreuung gewünscht haben, aber von ihren Freunden das Essen, weil sie das so als so was Wertvolles gesehen haben, dass sie bekocht werden von denen. Und dann haben sich zehn Freunde zusammengetan und wir konnten quasi immer gucken. Haben die jeden Tag was oder bringt man irgendwie drei Tage hintereinander was und dann eine Woche gar nicht. Und dann konnte man so ein bisschen sich informieren und es war eine total schöne Erfahrung und für alle war es sehr einfach. Sie wussten genau, was sie machen müssen und wann. Ja, super. Also das ist sehr hilfreich. Also so Essen, so mit Liebe gekocht. Frische Blumen sind sowas Schönes, so einfach. Es hilft. Also ich finde, darauf achte ich auch immer im Wochenende, dass es einfach schön zu Hause aussieht und wenn man dann besuchen darf, dann ist es auch total toll, wenn der Besuch, der kommt, Und sich immer erst mal die Hände wäscht. Das wissen nicht alle, genau. Wirklich? Ja, ich finde, ich sehe das schon auch relativ oft, dass das nochmal ein Thema ist. Und vielleicht mal die Spülmaschine einräumen, den Tisch abwischen. Also Kleinigkeiten und natürlich gerne auch in Absprache. Also da muss man jetzt auch nicht einfach reingehen und irgendwie anfangen, in der Wohnung rumzuwischen. Das ist für manche auch unangenehm, aber es einfach zu sehen und dann anzubieten. Ich könnte es jetzt schnell machen. Das finde ich sehr, sehr hilfreich und es ist einfach so wertvoll. Ich finde das gerade aber auch mit dem Essen im späten Wochenbett oder auch im ersten Babyjahr, gerade so nach einem halben Jahr, wenn so wirklich die intensiven Phasen so, also oft fängt es ja nochmal so mit fünf, sechs, sieben Monaten, wo... Wenn dann mehr Aktivität ins Kind kommt. Aktivität, die Außenwelt super spannend ist, viel lernen. Dann nimmt das ja auch einfach zu, dass die Kinder nachts viel häufiger trinken wollen. Und man wirklich auf ein Zahnfleisch geht, was ja ganz normal ist. Da ist ja dann immer so, wo ich angerufen werde, ihr habt zu wenig Milch. Und das ist eigentlich eher, dass die Kinder sich nachts das holen, was sie tagsüber machen. Durch alles andere vergessen. Und da finde ich auch immer nochmal ganz gut, dass man da einfach guckt. Und das ist halt in den Großstädten, in der Anonymität, in der wir auch leben, wo man auch einfach oft einfach alleine ist. Da kannst du vielleicht nochmal erzählen, du hast ja auch sogenannte Gruppen ins Leben gerufen, wo Frauen, Eltern, Menschen sich wiederfinden, um nicht alleine zu sein. Ja, genau. Also ich glaube, prinzipiell dürfen wir auch noch lernen, wenn wir uns über das Wochenbett informieren, dass wir viel länger uns regenerieren, als wir denken. Also körperlich auch das ganze erste Babyjahr. Dann, wenn man stillt, kommen noch diese Herausforderungen dazu. Das ist ja auch immer ein Auf und Ab. Dann stellt der Körper sich immer um, aber die hormonelle Struktur ist ja auch noch eine ganz andere. Das Baby verändert einfach seine Nietzsche so schnell. Und man kann sich das, glaube ich, manchmal gar nicht vorstellen. Ich erlebe auch oft Frauen in den ersten Babymonaten, dass sie eher so eine Leichtigkeit fühlen und denken, ich habe das hier rausgefunden, das ist gar nicht so schlimm. Und ich schlafe eigentlich ganz gut. Und dann fängt es an. Das weiß ich. Dann fängt es an. Dann sind die Kinder aktiv. Dann kommen die Schlafrhythmen, verändern sich. Das Wachstum kommt, die Agilität kommt. Und die Kinder werden auch schwerer. Das heißt, du hast auch eine andere körperliche Belastung. Und was ich auch so ganz persönlich in meiner Mutterschaft gelernt habe, ist vier, sechs Wochen Schlafmangel und Aufregung und alles anders. Eine Sache aber über Monate, das zu leisten. Daher kommt ja auch viel Erschöpfung, Müdigkeit, wenig Ressourcen für sich zu haben in der ganzen Zeit. Und das eben nicht nur für kurz, sondern für Jahre. Da brauchen wir einfach Unterstützung. und das auch nochmal anzunehmen, zu verstehen. Ich bin vielleicht auch einfach viel alleine erst mal mit dem Baby. Dann brauche ich, ich brauche einen Kreis. Ich brauche Unterstützung. Ich brauche andere Eltern, mit denen ich mich austauschen kann. Mit denen ich vielleicht auch gemeinsam Eltern sein kann, weil es leichter ist, schöner ist. Genau, und so habe ich diese Gruppen ins Leben gerufen. Ich bin selber in meiner ersten Elternschaft durch den Park gelaufen, im Volkspark Friedrichshain und habe immer am gleichen Stein die gleichen einsamen Mütter gesehen. Und dachte mir, das kann doch nicht sein. Und habe dann irgendwann angefangen, mal Hallo zu sagen oder zu fragen, ob wir ein Stück gemeinsam gehen wollen. Weil natürlich kann ich weiterlaufen mit meinem Podcast auf den Ohren, aber dann gehe ich nach Hause und bin auch alleine. Und so kam dann eigentlich diese Idee, dass ich gespürt habe, wir brauchen Zirkel, wir brauchen Gemeinschaft. Das ist das, was uns wirklich heilt. Wie oft macht ihr das jetzt? Also es gibt unterschiedliche Formate. Jetzt gerade habe ich genau einen Mother Circle, der ist einmal im Monat und ein Frühstück, was einmal im Monat ist. Und da kann jeder kommen. Bei dem Frühstück ist es eine Gruppe, in die wir immer einladen, weil sonst werden es auch ganz schnell zu viele. Also da müssen wir auch immer gut gucken, natürlich mit dem Ort, wo können wir das machen. Ja, weil es ja mit Babys auch ist. Genau. Und mit Kinderwegen. Also da kommen wir dann auch manchmal wieder an die gesellschaftlichen Grenzen von Infrastruktur. Und dann gibt es quasi noch ein Format, das ist mit oder ohne Baby. Und mir ist eben auch immer wichtig, dass Austausch auch stattfindet und dass wir auch wirklich eine Frage stellen oder kurz einmal am Anfang sagen, wie geht es uns gerade, weil das ist etwas, wofür Mütter einfach strukturell dann wenig Zeit haben. Die kümmern sich die ganze Zeit um einen kleinen Menschen, der das auch absolut braucht. Wann werde ich mal gefragt, wie es mir geht oder wann frage ich mich das selber? Was ist gerade schwierig für mich oder wo könnte mir jemand mal helfen? Die Frage taucht manchmal gar nicht so auf und das spüre ich in den Gruppen oft, dass das richtig gut tut, dass man sich das mal fragt. Ja, ich fand das, wir hatten im Vorfeld kurz gesprochen und da hattest du halt auch gesagt, dass irgendwie neulich ist es ausgefallen, weil du so krank warst und dass du wirklich einfach dieses Feedback zurückgekommst. Ich war so traurig, weil keiner hat gefragt, wie es mir geht. Ja, dann spürt man das auch erstmal und ich hoffe natürlich, dass es sich auch weiterträgt. Also ich hoffe, dass wir diese Inspiration bieten können. Also ich mache das nicht alleine, sondern auch mit Freundinnen zusammen, vor allem das Frühstück. Und ja, da eben zu merken, ach, ich darf die Frage stellen, dann stelle ich die jetzt morgen vielleicht auch meiner anderen Mutter und gebe ihr den Raum zu teilen. Weil es eben, es ist super wichtig, sich über den Kinderschlaf auszutauschen und wer gerade wie die Beikost angefangen hat. Dafür habe ich auch eine Telegram-Gruppe, da gibt es dann auch immer, ja, auch irgendwie über die Krankheiten und wer bei Fieber was gibt. Aber wie geht es denn mir als Mutter gerade? Was ist denn gerade schön, herausfordernd, ärgerlich? Also dann auch so Partnerkonflikte sind ja auch irgendwie für jeden ein Thema in der Familienkonstellation, in diesem ersten Jahr vor allem, wo es so intensiv ist. Ja, sich darüber auszutauschen und sich vor allem selbst mal zu fragen, wie nehme ich das gerade wahr? Das finde ich sehr wichtig und deshalb heißt mein Account auch Reflecting Motherhood, weil ich das gespürt habe bei mir selbst. Ich brauchte selbst so viel Raum, darüber nachzudenken. Das hast du auch einfach in deinen Texten so schön wiedergegeben. Immer toll, solltet ihr unbedingt folgen. Ich finde es auch sehr inspirierend, gerade das so zu hören, weil das war ja jetzt einfach, hast du ja auch aus deinem Niet heraus gemacht oder ihr als Freundin sozusagen. Finde ich eine schöne Inspiration auch für andere, die hier zuhören, das in anderen Städten sozusagen, diesen Raum zu geben. Das kann ja auch ganz klein anfangen und es einfach schön in den Austausch zu gehen. Genau, braucht nicht viel. Eigentlich braucht es eine Verabredung einmal die Woche. Und ich finde, man darf das auch, das dürfen wir vielleicht auch als Frauen lernen, wir dürfen danach auch fragen, wir dürfen das sagen. Fände es schön, wenn wir einmal die Woche uns sehen oder alle zwei Wochen wollen wir vielleicht einen festen Termin vereinbaren, weil ich merke, dass diese Struktur mir hilft, mich auf was zu freuen. In einem Alltag mit Baby, der ja auch manchmal sehr unvorhersehbar ist, der immer wieder neu ist für uns, vor allem wenn wir die Person sind, die zu Hause ist mit dem Kind die ganze Zeit oder für bestimmte Zeiten. Das wahrzunehmen, was brauche ich da und dann auch zu besprechen. Das fällt, glaube ich, auch manchmal noch schwer, weil wir uns gar nicht vorstellen können, dass wir um was bitten dürfen. Ich finde, das, was du alles beschreibst, ist ja auch dann so eine Stärkung fürs Elternsein. Also auch wenn jetzt zum Beispiel die Hebammenbetreuung nachlässt. Also das merke ich auch immer auch so ganz stark. Die ist ja dann vorbei. Und das kann ja gar nicht die Hebamme übernehmen, auch wenn es irgendwie nett wäre. Und das finde ich auch immer für mich selber ganz schwierig, aber es gibt ja einfach immer wieder Fragen und dann einfach sich mit anderen zusammenzutun und dann einfach, das ist für mich einfach so schön, wie du es beschreibst, eigentlich wäre es eine Frage, die ich dir stellen wollte, aber eigentlich hast du sie schon beantwortet, einfach auch die Fähigkeit sozusagen, auch Eltern sein, Mutter sein, so zu stärken und ja, richtig gut. Also finde ich ein total guter Ansatz. Könntest du vielleicht gleich noch so einen Farbplan mit rausgeben, wie ihr das so angefangen habt. Ich hatte jetzt noch eine Frage. Du hattest eben schon angesprochen, was glaube ich auch ganz natürlich ist, auch in jeder guten, liebevollen Partnerschaft ist, kommen dann doch die ersten Auseinandersetzungen im Wochenbett, im Elternsein gerade, was das Thema Care-Arbeit angeht. Was sind da noch Tipps von dir? Ich meine, Auseinandersetzungen sind ja auch nicht schlecht, ist ja auch gut ins Gespräch zu bekommen. Ja, und sie sind, glaube ich, einfach auch ein Zeichen von dem, was gerade da los ist, nämlich Transformation, Veränderung, das immer wieder anzuerkennen. Es ist viel, keiner ist daran schuld. Wir haben einfach jetzt dieses neue Baby. Wir sind zum ersten Mal Eltern oder zum ersten Mal Eltern von zwei oder drei oder vier Kindern. Also es ist immer wieder die gleiche Erfahrung oder eine weitere Transformation, die man durchläuft. Und da einfach zu verstehen. Das ruckelt jetzt hier. Ja, es gibt jetzt Konflikte, es gibt Reibung. Und auch da nochmal auf die Veränderungen, die auch in den jeweiligen Partnerpersonen stattfinden. Also als Mutter, man weiß ja, dass das Gehirn schrumpft, insofern als dass die graue Masse schrumpft, was gut ist, weil dadurch das empathische Vermögen gestärkt wird. Also die Feinzeichen von zum Beispiel Babys, die sich ja noch nicht ausdrücken können, über Wörter werden viel mehr gestärkt. Du bist einfach viel mehr darauf fokussiert, emotionale Schwingungen wahrzunehmen, dieses Zwischenmenschliche. Aber ich finde, das beschreibst du gut, aber ich habe das Gefühl, gerade in unserer aktuellen Gesellschaft wird das immer wieder ein bisschen gestört. Genau. Und wieder auch diese empathische Intuition. Wir werden doch sehr abgelenkt und eigentlich ist der erste Impuls eigentlich immer der richtige und dann lassen wir uns doch wieder davon ableiten. Also gerade diese Feinzeichen finde ich total spannend. Also auch so Babys zu lesen, weil alles so schnell ist, wir so abgelenkt sind. Finde ich da nochmal, das ist ganz gut, dass du das nochmal sagst, diesen Fokus auch wirklich zu gucken, was macht mein Baby. Und nicht, was muss ich tun. Genau und das ist auch ein wichtiger Teil oder sehe ich als wichtigen Teil meiner Arbeit, da zu unterstützen und immer wieder daran zu erinnern. Du kannst es oder ihr als Eltern, ihr könnt es. Ihr seht es, wenn ihr hinguckt und wenn ihr euch glaubt, dass ihr das verstehen könnt, dann könnt ihr mit eurem Kind in Kommunikation sein, lange bevor es spricht. Du weißt das sowieso auch, aber das möchte ich wirklich nochmal sagen, das sehe ich so oft, dieses eigene Misstrauen in die Fähigkeiten. Was mache ich dann? Auch bei Vätern ganz viel. Das weiß ich ja gar nicht. Woher soll ich denn wissen, was es braucht? Guck es an. Und dann wirst du es sehen. Und nach und nach wird es auch besser. Man wird besser darin. Man wird Profi darin, sein eigenes Kind zu lesen, wenn man sich glaubt. Am Anfang weiß man es noch nicht. Dann probiert man es aus. Davon geht nichts kaputt. Das ist super. Aber wir hatten ja das Partnerthema und da können wir auch die Brücke schließen nochmal. Nämlich, dass wir vielleicht auch an unterschiedlichen Positionen gerade stehen. Also ich als gebärende Person, als Mutter durchlaufe diese Transformation gerade. Ich habe diese Themen. Du als Vater, Partnerperson kommst dazu und bist an einem anderen Punkt. Und das alleine erzeugt schon Reibung. Wir sind in unserem Wachstum, in unserer Entwicklung nicht ganz konkurrent. Sondern das darf dann nachziehen. Und Väter und Partnerpersonen können ja genauso gut Bindungen aufbauen. Bei denen verändern sich auch Strukturen, nur nicht ganz so schnell wie bei der gebärenden Person. Aber dafür braucht es halt die Zeit. Und den Invest in die Nähe. Genau. Und das ist natürlich was, ja, dafür kämpfe ich, dass wir das uns alle nehmen dürfen. Dass auch diese ersten Wochen dafür ganz wichtig sind, sich die Zeit zu nehmen. Und der Besuch gerne draußen bleiben darf. darf die Arbeit gerne, wenn es geht, liegen gelassen werden darf, weil der Invest in diese Zeit, in diese Bindungszeit für diese neue Familie ist. Unmessbar wertvoll. Der macht alles danach einfacher und der, finde ich, hilft auch Konflikte besser auszuhalten, weil du eben auch schöne Zeiten hast, weil du auch verbindende Zeiten hast und nicht nur sich darüber gestritten wird, wer die Waschmaschine jetzt nicht ausgeräumt hat. Ja, und wenn man sich halt auch da mehr reingeht, weil man besser es nachvollziehen kann. Ich glaube, jeder, der auch wirklich mal 100% Care-Arbeit gemacht hat oder mal mit Kindern den ganzen Tag zu Hause war, Kann auch einfach nachvollziehen, warum einfach in diesen klassischen Paar-Konstellationen, wo ja immer so, wenn man die klassischen Bilder jetzt sieht, dass einfach so die Frustration einfach so groß ist, weil das ist ein super intensiver und 24-Stunden-Job. Wenn man da halt auch beide Seiten gleich, ob es jetzt Partner oder Partnerinnen, die einfach da mit reingehen und auch dieses Bonding mit aufbaut, ist es natürlich schwierig, wenn man erst nach einem Jahr mit einsteigt. Das ist halt klar, wenn man sich entschieden hat, ich gehe jetzt in den Job zurück, du bleibst jetzt zu Hause, aber trotzdem ist es total wichtig. Dass ihr, was du gerade so schön beschrieben hast, in diese Bindung mit rein geht, weil wenn man da erst nach einem Jahr einschickt, dann kannst du dein Kind einfach nicht mehr ins Bett bringen abends. Genau, du kannst das schon lernen, also ich möchte dich auch nochmal sagen, es dauert einfach aber ein bisschen. Aber es ist dann halt einfach nicht so smooth. Genau und es ist dann vielleicht auch für euch alle ersten Moment nochmal frustrierender. Also das geht aber. Also man kann Bindungen auch aufholen und manchmal ist es finanziell nicht möglich oder man hat es sich einfach so eingerichtet und aus irgendwelchen Gründen gibt es diese Aufteilung. Also wir können Bindungen schon immer wieder herstellen. Es ist einfach ein zeitlicher Invest und davor ist es einfach auch schön. Mir war es nur so wichtig, das zu sagen, weil klar, Bindung kannst du immer wieder herstellen, aber ich glaube halt, wenn man sich, wie du das gesagt hast, diesen Invest am Anfang schon nimmt, dann ist es natürlich ein bisschen einfacher und ich finde es schon gut, wenn Partner oder Partnerinnen auch diese Zeit bekommen. Unbedingt und das wollte ich gerade noch sagen, dass ich glaube, dass es nämlich auch für die Person, die arbeiten geht, sehr viel und die Kinder dann sehr wenig mitkriegt in diesen ersten Monaten, auch einen Schmerzmoment gibt. Also das ist auch nicht wirklich schön, dass man dann irgendwie manchmal die Babys gar nicht sieht, weil sie halt immer schon schlafen, wenn man nach Hause kommt und dann vielleicht irgendwie, ja meinetwegen nachts nochmal, wenn sie dann aufwachen. Aber es ist ja auch nicht, was sich irgendwie investierte Eltern darunter vorstellen. Und das ist auch hart. Und ich glaube, wenn wir über Konflikte reden, immer wieder zu gucken, nicht, wer macht es wem schwerer oder wer hat es schwerer, sondern es ist für uns alle eine intensive Zeit. Und wie können wir jetzt gemeinsam gucken, dass wir es uns besonders schön machen und auch da nochmal externe Hilfe annehmen. Wir sind nicht dazu gemacht, das alleine zu stemmen. Keine Mutter sollte alleine mit ihrem Baby sein müssen die ganze Zeit, vor allem nicht mit mehr als einem Kind. Und eigentlich ist es auch nicht so gedacht, dass irgendwie eine Person arbeitet und die andere macht die komplette Care-Arbeit und den Haushalt vielleicht noch, sondern wir müssen strukturell feststellen, das ist zu viel und wir dürfen uns helfen lassen. Vor allem am Anfang, aber eigentlich immer. Was müssen wir für Strukturen schaffen, damit das so ist? Weil momentan. Es ist einfach so, dass viele Mütter alleine sind. Wie ist es dann? Wen kann ich finden? Welche Mutter auf dem Spielplatz spreche ich an? Welchen Vater? Wo merke ich, vielleicht haben die Kinder einen Bond. Auch wenn die älter werden, man spürt das ja dann schon. Am Anfang probiert man es einfach aus. Aus sich auch trauen, darauf zuzugehen. Genau, einfach mal fragen, wollen wir das zusammen machen? Ich war ja auch dann wieder früh selbstständig und habe weitergearbeitet. Wir haben es dann auch gemacht, dass wir uns getroffen haben zu viert oder zu sechs, zwei bis drei Mütter und die Babys. Und dann hat eine gekocht, eine mit den Kindern gespielt und eine hat was gearbeitet. Und es hat funktioniert. Und eigentlich waren das die schönsten Zeiten, muss ich sagen. Also wir haben alle was geschafft, wir hatten was Gutes zu essen und wir wussten, unsere Kinder sind toll betreut, wir sind nicht weit weg. Und ich glaube, wir dürfen, ja, statt immer nur uns zu fragen, wann kommt diese Struktur, können wir aber auch fragen, was kann ich jetzt heute machen, damit es mir oder uns besser geht und sich das trauen. Finde ich super. Gerade in Großstädten, wenn man in Häusern, dass wir versuchen, eher auf Leute zuzugehen. Ich habe gerade aktuell eine Frau, die in einem Mehrfamilienhaus wohnt und da sind einfach viele, die sich untereinander kennen und auch, wie du sagst, dieses Kochen morgens bringt einer drei Kinder in die Kita. Also so dieses Gucken, wie können wir uns wieder mehr Gemeinschaft schaffen, als er zu tun. Ich muss das alles alleine schaffen. Genau, ja. Ich glaube, diese Idee entstand einfach aus diesem Kleinfamilienkonstrukt und tatsächlich höre ich auch oft noch, wir haben neulich das Thema gehabt, dass dieser Satz, andere Mütter schaffen es doch auch. Ja, das ist wie ein Schwert und ich möchte das auch nochmal sagen, andere Mütter schaffen es doch auch nicht, ist die Wahrheit. Weil wir alle werden strugglen, wenn wir alleine sind. Das ist einfach so. Wir haben nicht acht Arme, wir können nur gewisse Dinge machen und wir wollen ja auch Bewusstsein mit unseren Kindern verbringen. Also es ist natürlich möglich, auch mal Haushalt zu erledigen und auch mal eine E-Mail zu schreiben. Aber es ist utopisch, dass wir das alles hinkriegen, als hätten wir kein Kind und dabei auch noch unseren Kindern gerecht werden und uns selbst. Hast du sehr schön gesagt. Aber jetzt kommen wir zu dem nächsten Thema nochmal ganz kurz. Selbstfürsorge, Annika. Weil das ist ja wirklich einfach eine Riesenaufgabe alles. Ich habe jetzt Netzwerkschaffen hast du angesprochen, super wichtig. Aber dann gibt es ja einfach noch, was ich auch selber immer wirklich als super schwierig empfinde, wie schaffe ich eine gute Selbstfürsorge, um halt einfach auch eine gute Person zu sein. Oder auch so, weil es fängt ja bei mir an. Und ich finde es super, super schwierig, das irgendwie im Alltag unterzubringen. Es ist auch super schwierig. Ja, es ist auch super schwierig. Und ich finde, da fängt es für mich schon an, den Druck rauszunehmen, weil genau das wird Selbstfürsorge zu noch einem To-Do. Haben wir dann nicht so viel davon. Dann fühlt die sich eigentlich ad absurdum. Dann brauchen wir die auch nicht. Ja, aber momentan ist es ja wirklich so, also wenn du keine Selbstfürsorge machst, dann funktioniert es ja. Ja, und was ist Selbstfürsorge? Das ist ja ganz spannend. Also ich sage, in meiner Instagram-Bio steht Community Care over Self-Care, weil es treibt uns doch in den Wahnsinn. Wir dürfen uns natürlich wünschen, dass wir Selbstversorgung betreiben können und die ist wichtig und es sollte uns ermöglicht werden. Aber wenn keine Struktur da ist, Dann können wir sie vielleicht nicht betreiben und vielleicht ist es dann okay für eine Zeit. Andersrum, natürlich würde ich jede Mutter, jedes Elternpaar dazu unterstützen, Zeit für sich zu nehmen, wann immer es geht und jeden dafür einzuwenden. Also sich gegenseitig das Kind zu geben, um dann Zeit alleine haben zu können oder Zeit mit Freundinnen, je nachdem, was da gerade gut tut. Für mich zum Beispiel ist es auch super wichtig, einfach alleine zu sein. Und in den ersten Monaten geht das dann mal für eine Stunde und irgendwann wird es auch wieder länger gehen. Konntest du gut abgeben? Ich musste ja abgeben, also gerade jetzt beim zweiten Kind musste ich mein Baby abgeben, weil ich hatte eine Beckenbodenschwäche und konnte dann einfach auch nicht tragen. Dann musste ich es lernen und es war auf jeden Fall ein Prozess. Aber für so kurze Zeit, für so eine halbe Stunde, Stunde konnte ich auch da schon mal abgeben. Aber manche möchten das gar nicht. Und das ist dann auch okay, weil dann ist es halt keine Selbstfürsorge, wenn du die Zeit zum Tagebuchschreiben nimmst, aber die ganze Zeit dein Kind vermisst. Also das darf man dann auch wieder, finde ich, sehr individuell entscheiden, was brauche ich da jetzt gerade. Ist es dir beim zweiten eher einfacher gefallen als beim ersten? Beim ersten hatte ich nicht so viel Unterstützung, da habe ich nicht so viel abgegeben. Also mein Partner hat schon viel übernommen, würde ich sagen. Das war auch wichtig für mich. Ich konnte dann schon auch mal eine Stunde Yoga machen und da gut abschalten. Ich habe auch gemerkt, dass ich danach auch wieder ganz anders zurückkommen kann mit ganz anderer Kraft. Das ist wichtig, aber es geht eben nur, wenn man sich dafür nicht verrückt macht und irgendwie denkt, eigentlich fühle ich es gar nicht, aber ich muss doch Selfcare betreiben. Also diese Idee würde ich nicht so unterschreiben wie das ganz intrinsische Gefühl, was wir dann haben, Sich immer wieder zu fragen, was würde mir heute gut tun? Ansonsten, manchmal ist ja auch die Frage, was ist Selfcare? Und da denken ja auch dann viele an, weiß ja nicht, Manipädie, Friseurbesuch. Aber ich finde auch andere Arten von Selbstfürsorge darf es geben, wie zum Beispiel Selbstmassage. Also sich mal wieder in den Kontakt mit dem eigenen Körper bringen. Einfach mal nur aus dem Fenster gucken und gar nichts machen. Wahrnehmen, dass man gerade nicht in Verantwortung ist. Voll der gute Selfcare-Moment. Einfach mal gar nichts machen. Genau. Einfach mal sitzen. Ja. Und gucken. Genau. Oder wel. Ja, oder wel. Meine schöne kleine Telenovela gucken. Genau. Das war ein kleiner. Trash-TV. Genau, es war ein kleiner Insider zwischen Annika und mir. Wir haben, ich kann es ja noch sagen. Unsere Wochenbett-Show. Unsere Wochenbett-Show. Ich durfte Annika ja als Hebamme begleiten bei ihrem zweiten Kind. Und da hat sie mir eine Serie genannt. Und ich konnte nicht mehr aufhören. Und das war. Haben wir gemeinsam geguckt. Ja, genau. Genau, das ist auch schön. So abtauchen. Ja, genau. Sich darüber austauschen. Nachts. Nachts, genau. Also ich glaube, es darf alles sein und so ein bisschen die, ja, einfach loslassen, sich fragen, was einem gut tut. Und wenn man dann sich gut Raum schaffen kann, dann ist Self-Kern ein super Konzept. Letzte Frage an dich, meine Liebe. Was würdest du dir in deiner Traumwelt wünschen für Eltern, nach der Geburt, wenn du dir jetzt was bauen könntest, was wäre jetzt so deine Sache, die du als Doula, als betreuende, also als betreuende Doula im Postpartum auch in der ersten Zeit, im ersten Babyjahr, was würdest du dir wünschen, was, wie das abläuft? Ich würde eine standardisierte Wochenbettbetreuung durch Doulas oder Mütterpflegerinnen sehr begrüßen und natürlich Wochenbetthotels en masse, aber genau, einfach diese Begleitung, dass die Familien nicht alleine sind, dass da Menschen sind, die sich kümmern können, mit denen sie sich austauschen können und die ihnen vielleicht auch so ein bisschen den Weg in die Elternschaft bereiten. So ein Wochenbethotel, also wenn man jetzt im Krankenhaus sein Kind bekommt, so eine Wochenbettstation, aber einfach noch kuscheliger, gutes Essen. Ja, genau. Und so, bevor man so in diese Welt rausgelassen wird. Genau, ja. Also es gibt ja diese asiatischen Confinements, also dass dann irgendwie vier Wochen quasi auch wieder zurück zu den Eltern zieht mit dem Baby und die Mutter und Baby wirklich komplett umsorgt werden, sich wirklich um nichts kümmern müssen und es so viel Leichtigkeit hat und auch haben darf, weil der Rest ja auch schon so intensiv ist. Und diese Anerkennung, ja, fände ich wichtig. Und dieses, dass da erfahrene Menschen sind, die wissen, wie man mit Babys umgeht. Ich weiß noch, dass ich mal in meinem ersten Geburtsvorbereitungskurs die Frage hatte an die Hebamme, was mache ich, wenn ich nach Hause komme? Was mache ich dann? Ach so, mit dem Baby meinst du? Ja, und auch so, wie sieht es dann aus? Weil ich finde, das fiel so völlig weg. Und sie hat uns auch dann tolle Tipps gegeben. Ja, so wie so einen kleinen Fahrplan. Genau, und auch wirklich dieses, also ich habe heute ein Reel gesehen, da haben die so witzig nachgespielt, so ja, oh Gott, die lassen uns hier aus dem Krankenhaus jetzt wirklich mit diesem Baby alleine nach Hause gehen. Das war so. Und ich dachte mir so, ja, so fühlt man sich dann auch. Wie geht es da weiter, wer empfängt mich oder wo habe ich das Gefühl, kann ich mich mit einer Frage hinwenden. Natürlich haben wir die Hebammenbetreuung, aber es geht ja auch immer um den Raum. Habe ich dann was zu essen? Wie fangen wir an? Wie richten wir das ein? Und da sind, finde ich, einfach auch Menschen, die erstens präsent sind überhaupt, egal ob die Erfahrung haben oder nicht, aber dann vielleicht auch erfahren sind und dich so an die Hand nehmen, in deine eigene Elternschaft anzukommen, so wichtig. Das würde ich mir sehr wünschen. Ich mir auch. Vielen Dank für dieses schöne Gespräch, Annika. Danke dir. Und für euch da draußen, ich werde euch alles zu Annika Briggs verlinken. Ich hoffe, ihr seid inspiriert für Gruppen, für Elterngruppen. Du hast einen Breakie-Club, so heißt das, ne? Genau. Vielen Dank und bis nächste Woche. Ich freue mich auf euch. Ich fand das Gespräch mit Annika wirklich total toll, weil es auch nochmal für mich natürlich, Natürlich, weil wir im gleichen Tätigkeitsfeld auch arbeiten, also Frauen, Familien nach der Geburt betreuen und ich fand viele Ansätze von ihr total gut und vor allen Dingen, dass man sich miteinander verbindet. Also dass man, wie sie es so schön beschrieben hat, ja mit ihren kleinen Clubs, die sie gegründet hat, aber auch, wenn ihr einfach Personen seht im Park immer wieder, dass man sich einfach traut, sie anzusprechen, sich verbindet, dass man eine Gemeinschaft schafft. Das fand ich nochmal schön und auch der Punkt, den sie nochmal gesagt hat zur Selbstfürsorge, weil der macht mir persönlich auch immer sehr viel Druck, das Thema Selbstfürsorge, aber auch einfach mal. Nichts zu tun und nicht jetzt unbedingt auch noch irgendwie zum Yoga zu gehen oder so einfach mal kurz innezuhalten, dass das auch einfach schon Selbstversorge ist. Das fand ich wirklich sehr schön, das nochmal so prägnant zu hören. Und bevor unsere Folge schon wieder zu Ende ist, gibt es für euch wieder noch meine Kategorie Mythencheck und die ist heute mit dem Thema Mutterinstinkt. Der Mutterinstinkt ist ein tief verwurzeltes Konzept, das Frauen ein angeborenes Wissen und eine intuitive Fürsorgefähigkeit zuschreibt. Diese Idee entstand im 19. Jahrhundert, als die Industrialisierung Frauen zunehmend in die Rolle der Hauptverantwortlichen für die Kindererziehung drängte. Religiöse und kulturelle Einflüsse idealisierten die Mutter als moralisches Zentrum der Familie und Medien verstärken diese Idealisierung bis heute durch Darstellung der perfekten Mutter. Wissenschaftlich ist der Mutterinstinkt jedoch widerlegt. Studien zeigen, dass mütterliches Verhalten keine angeborene Fähigkeit ist, sondern durch Erfahrung, soziale Prägung und Hormone wie Oxytocin beeinflusst wird. Dieses Hormon fördert die Bindung zwischen Mutter und Kind und garantiert jedoch kein instinktives Wissen oder fehlerfreies Verhalten. Der Mythos des Mutterinstinkts verstärkt Geschlechterstereotype, setzt Frauen unter Druck und ignoriert die Fähigkeiten von Vätern und anderen Bezugspersonen. Moderne Erkenntnisse aus Psychologie und Neurowissenschaften zeigen, dass Elternschaft eine erlernte Fähigkeit ist. Dies öffnet den Raum für eine gleichberechtigte Verteilung der elterlichen Verantwortung und entlastet Frauen von unrealistischen Erwartungen. Wenn ihr euch zu diesem Thema noch genauer informieren wollt, kann ich euch einen kleinen Buchtipp geben, nämlich das Buch Mythos Mutterinstinkt, wie moderne Hirnforschung uns von alten Rollenbildern befreit und Elternschaft neu denken lässt. Und das ist geschrieben von Annika Röstler und Evelin Höllrige-Zeichner. Ich bin sehr dankbar, dass ihr wieder eingeschaltet habt und freue mich natürlich, wenn ihr meinen neuen Podcast weiter verbreitet, wenn ihr mir gerne fünf Sterne da lasst und ich freue mich natürlich auch über Feedback und Anringen und Themenwünsche, dann schreibt einfach an meine angegebene E-Mail-Adresse. Bis nächste Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissi.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.