Music. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sounds Familia. Ich freue mich, dass ihr heute wieder mit dabei seid und wir heute auch wieder ein super, super, super wichtiges Thema besprechen werden, was uns einfach sehr betrifft. Vor allen Dingen, wenn ihr vielleicht noch auch zuhört und noch kein Kind habt, sondern gerade vielleicht schwanger seid und ihr mit eurem Partner oder Partnerin über gleichberechtigte Elternschaft sprecht, dann ist diese Folge ein Must-Have für euch. Und ja, wie teilt man die Verantwortung auf? Wie generell wird sich auch unsere ganze Beziehung einfach verändern, wenn jetzt sozusagen noch ein neuer Mensch hinzukommt? Und dieses Thema wollte ich nicht alleine besprechen, sondern hat mir eine super tolle Frau an meine Seite geholt. Heute darf ich gemeinsam mit euch begrüßen, Johanna Fröhlich-Zapater, die heute bei mir zu Gast ist. Hallo. Hallo, schön, dass du da bist, Johanna. Ich stelle dich nochmal kurz vor, bevor wir ins Thema gehen. Johanna, du machst super viele wichtige Sachen und ich kann jetzt hier eine lange Liste vorlesen. Ich habe ganz viele Sachen zu dir gelesen und von dir gehört. Aber ganz wichtig finde ich einfach deine feministische Arbeit in der Psychotherapie und Coaching. Also du berätst Paare, super toll. Du bist Heilpraktikerin für Psychotherapie, Gestaltungstherapeutin. Hast einen ganz wunderbaren Podcast mit dem RBB Alltagsfeministinnen. Dann findet man dich auf Instagram, da ist auch der Name Programm Alltagsfeminismus und du hast ein wunderbares Buch geschrieben, was ich hier auch liegen habe. Und das Buch hat eigentlich schon den wunderbaren Titel, das Buch, das du gelesen haben solltest, bevor du Mutter wirst. Also wisst ihr, um was es heute geht? Ein bisschen ein sperriger Titel. Nee, ich finde ihn super. Es ist wirklich wichtig, diese Prävention sozusagen, wollten wir da gleich zum Programm machen, bevor mit vollen Windeln und Brustentzündungen und all dem, was dann im Wochenbett kommt, diese vulnerable Zeit, da lässt sich so schwer über gleichberechtigte Elternzeit oder Fürsorgeausgleich oder Mental Load verhandeln. Deshalb diese heilige Zeit davor zu nutzen, erlebe ich immer wieder in der Praxis als so besonders hilfreich. Ja, das kann ich unterstreichen als Hebamme, dass ich auch mir in der Schwangerschaft, wenn ich die Paare, die ich betreue. Kennenlerne, dass ich mir da auch ganz bewusst, also ich meine, ich glaube einfach, es ist sogar noch besser davor, bevor man überhaupt schwanger ist oder bevor man sich für Familie, für Kinder entscheidet, mit seinem Partner oder Partnerin zu sprechen, was sind unsere gemeinsamen Vorstellungen. Aber ich komme ja erst ins Spiel, wenn die Person schwanger ist und dann ist auch immer meine Empfehlung, dass ich immer sage so, wie habt ihr euch das hier vorgestellt? Sehr gut, dass du das fragst. Wie ist das Wochenbett aufgeteilt und wer kümmert sich? Und da ist dann auch immer so großes Schweigen oder so. Ja, ja, alles geregelt. Und ich habe mir mittlerweile wirklich angewöhnt, dass ich mir von den Partnern und Partnerinnen einfach sage, ich will es genau wissen, weil ich habe einfach immer keine Lust, dass dann dieses große Drama kommt danach. Genau. Aber wir wollen jetzt nicht so viel über meine Arbeit reden, sondern über deine Arbeit. Und ich habe eine, nicht in jeder Folge, Aber oft lese ich eine E-Mail aus der Community vor, weil die Menschen, die mir zuhören und zuhören, einfach auch Themenwünsche äußern dürfen natürlich. Ich habe ja sozusagen den Podcast auch gestartet, weil ich einfach gerne über Dinge reden wollte, die mich als Mutter, als Frau beschäftigen. Und ich gedacht habe, das beschäftige ich bestimmt noch mehr. Also nicht immer nur dieses Thema Geburtsschwangerschaft und Wochenbett, was natürlich immer wieder auch ein bisschen mit einfließt. Und heute habe ich eine E-Mail bekommen, die ich gerne vorlesen wollte und dann wollte ich mit dir ins Thema eingehen. Aber bevor ich das mache, habe ich irgendwas Wichtiges vergessen, weil dann darfst du jetzt natürlich noch sagen, weil du so viele tolle Sachen machst. Du bist in Berlin, habe ich gesagt. Du machst dieses Coaching in Berlin. Ich mache das in Berlin, genau. Und ich bilde auch Frauen, die beratend arbeiten aus in der Feministischen Coaching Akademie. Stimmt, die habe ich vergessen. Das mache ich sogar allermeistens. Aber das macht überhaupt nichts. Also wenn man Alltagsfeminismus googelt, dann tauche ich da auf. Ja, nein, ich habe mich natürlich auch mit diesen ganzen Sachen beschäftigt, aber es sind so viele Dinge, da habe ich, deshalb ist es gut, dass du mich nochmal daran erinnert hast. Also ich habe diese E-Mail, ich lese die uns beiden jetzt mal vor und dann können wir ins Thema Mental Load und gleichberechtigte Elternschaft direkt einschreiben. Liebe Sissi, ich schreibe dir, weil mich das Thema Mental Load beschäftigt. Oft habe ich das Gefühl, dass ich als Mama diejenige bin, die alles im Blick behalten muss. Von den Einladungen im Kindergarten, über die Dekoration, das Essen und die Geschenke bis hin all zu den kleinen Details, die diese besonderen Tage ausmachen. Mein Partner und ich versuchen zwar die Care-Arbeit bestmöglich gerecht aufzuteilen, dennoch merke ich, dass die Hauptverantwortung für unser Familienleben oft bei mir liegt. Häufig funktioniert es nur, wenn ich ihm konkrete Aufgaben zuteile oder ich ihn erinnere. Er versteht nicht, dass auch kleine Fragen wie zum Beispiel, wo sind die Geburtstagskerzen für den Kuchen, welchen Joghurt soll ich kaufen etc. Auch eine Form von Mental Load bei mir verursachen und er so die Aufgabe nicht komplett eigenständig erledigt. Ich wünsche mir, dass er von sich aus Verantwortung übernimmt und wir die Organisation wirklich gemeinsam tragen, ohne dass ich immer die Rolle der Projektleiterin bin. Hast du Tipps, wie ich dieses Thema ansprechen kann, ohne dass es direkt zu Konflikten oder Vorwürfen führt? Liebe Grüße Nina. Nina, ich glaube, das spricht ganz vielen Müttern vor allem aus der Seele. Ich fühle es auch. Ja, es gibt eine Lösung. Zumindest erstmal einen Tipp. Lest das Buch raus aus der Mental Load-Falle von Patricia Kamerata. Und sie entwickelt eine schöne Lösung, die ich kurz skizziere. Sie schreibt so schön, Nina, von dieser Verantwortung, diesem Gefühl, am Ende habe ich die Verantwortung auch für das Resultat. Ob mein Partner jetzt irgendwie eine kleine Teilaufgabe übernimmt, vielleicht noch ein Geschenk einkauft, das löst nicht diesen Druck, dieses Gefühl, am Ende stehe ich dafür gerade. Und was Patrizia Kamerata vorschlägt, ist das Schnüren sogenannter Kompetenzpakete. Das heißt zum Beispiel, mein Partner ist für die Gesundheit verantwortlich, deshalb muss er mich nicht fragen, wo ist denn die Krankenkassenkarte und all diese kleinen Mental Load Fragen sozusagen und wann ist nochmal die nächste Untersuchung und überhaupt so. Das heißt, Kompetenzpakete zu schnüren, ganze große Bereiche untereinander aufzuteilen, kann dem Mental Load total entgegenwirken. Und diese Erfahrung zu machen, deshalb auch in der Schwangerschaft oder wie du schon sagst, im besten Fall davor zu sprechen, wie haben wir uns das vorgestellt, kann dazu führen, dass man sich auch mit diesen Themen, die, weil viele beschreiben es als feministischen Erweckungsmoment, diese Geburt, Und was diese ganze Mäntellot bedeutet, dieses ganze Klein-Klein, ist schwer vorstellbar. Und vorher zu wissen, egal was kommt an Klein-Klein, wir teilen uns ganze Pakete von vornherein auf. Aber ich finde das auch super mit diesen Kompetenzpaketen. Und ich bin jetzt gespannt auf deine Antwort, aber ich finde auch, jeder sollte so ein bisschen in der Beziehung, in der man ist, auch das machen, was er gut kann. Weil wenn ich dann ein Kompetenzpaket, klar, man muss auch, es gibt ja bestimmt auch Sachen, die beide nicht so gerne machen, da muss man sich da aufteilen, aber ich finde es auch gut, wenn dann einfach man auch guckt, wer hat dann einfach die Kompetenzen, die diesen Bereich einfach gut abdecken und dem es einfach leichter fällt. Ja, nun leben wir ja im Patriarchat. Die Idee dieser Fürsorgearbeit, die ist ja nun einmal unbezahlt und dass die vor allem und am allerbesten von Frauen übernommen werden kann, weil wir von vornherein schon im Gendermarketing ist das sichtbar, Mädchen spielen mit Puppen und es wird an die herangereicht. Ganz automatisch wird die Fürsorgearbeit von Frauen erwartet. Jetzt ist sie unbezahlt und wir sehen es an diesen Mental Load Fragen. Bestimmte Aufgaben, die vor allem in diesen Bereich Fürsorgearbeit gehören, zum Beispiel das Abendessen zuzubereiten. Haben bestimmte Merkmale. Leben und Tod hängt davon ab, das ist zeitkritisch, all das. Und das Rasenmähen, das mache ich mal voll klischeehaft, das vielleicht die Männer übernehmen, das kann ich mir frei einteilen Leben und Tod hängt nicht davon ab. Auch diese Frage danach, schmeckt es allen und so weiter. Also viele haben dazu eine Meinung. Du siehst schon an den Aufgaben, die typischerweise Frauen oder Männer beziehungsweise Mütter oder Väter übernehmen, sind, wenn wir genauer hingucken, bestimmte Eigenschaften damit verbunden, die diese Aufgaben haben. Und es ist lange untersucht, auch in diesem Buch von der Patrizia Kamerata, sehr gut nachlesbar, warum die einen Aufgaben so krank machen und die anderen die Lebenserwartung steigern. Mich interessiert es auch als Medizinantropologin. Also Rasenmähen ist natürlich ein bisschen schöner. Genau und ich habe mich den Themen als Medizinantropologin genährt und habe mich lange mit dem Zusammenhang zwischen Gesundheit und Gender beschäftigt. Diese Aufgaben, die typischerweise Frauen übernehmen, machen krank. Das ist jetzt ganz polemisch gesagt und das ist gar nicht richtig, ist gar nicht korrekt. Aber es ist vereinfacht, genau was ich sagen will, wenn die Lebenserwartung steigt bei Männern, weil die Frau fürsorglich, wie sie ist, darauf hinweist, guck mal, du hast deinen Leberfleck, mein Schatz. Und Männer, wegen des Paträchers, eigentlich viel zu spät zum Arzt gehen. Auch weil die Männlichkeit es so unterbindet, dann sehen wir, dass unter dieser patriarchalen Glocke, wir werden wie gestutzt, also als Pflanzen, ich mache mal ein Bild auf, als Pflanzen kommen wir unter dieser patriarchalen Glocke oder in diesem patriarchalen Gewächshaus auf die Erde und werden je nachdem, ob man uns als männliche oder weibliche Pflanze identifiziert, gestutzt, richtiggehend gezüchtet. Und nehmen also auch wirklich Verwundungen, also patriarchale Wunden, die uns nicht im Wesen erkennen, diese Gesellschaft, sondern je nachdem, ob wir dieser Kategorie Junge oder Mädchen auch entsprechen. Das heißt, es ist ein unconscious bias, heißt dieses Prinzip, wenn dieses Kind, was ein Mädchen ist, vermeintlich weiblich gelesen wurde. Dann sehr fürsorglich ist und freundlich und liebt, dann weil es ein Mädchen ist. Wenn das Kind andere Eigenschaften hat, die nicht in diese Kategorie passten, dann übersehen wir die glatt. Das heißt, die Kinder werden nicht im Wesen erkannt, sondern je nachdem, es ist schon ganz früh, in diese Kategorien gestopft. Und das hat Langzeitfolgen, wenn wir sehen zum Beispiel in der Begleitung des Kindes dann als Erwachsene und wir natürlich oft das besser können, weil wir darin so trainiert worden sind. Du sagst, jede Person sollte machen können, was sie vielleicht gut kann. Dann sind es Mädchen und junge Frauen, die darauf gepolt sind, sehr gut Gefühle zu identifizieren, emotional load zu tragen, Teilaspekt von Mental Load, der ganz wichtig ist und der viel Kraft kostet. Okay, dann ist bei uns der Mental Load einfach falsch auf, weil ich denke gerade so, okay, du hast in allen Sachen da recht, was du gerade so beschreibst, aber zum Beispiel, ich bin überhaupt nicht verantwortlich, was alles angeht, kochen, einkaufen und so weiter, was ja eigentlich als Frau bedeutet. Ein Patriarchat meine Aufgabe wäre. Genau. Davon habe ich, weil ich habe mir gerade jetzt gedacht, okay, mental load ist riesig und ich kann halt zum Beispiel besser, dass ich liebe es einfach, Geburtstage vorzubreiten und wie sie es jetzt gerade in der E-Mail geschrieben hat und dafür alles zu besorgen. Voll. Das ist auch voll schön. Ich bin auch voll, ich plädiere für so einen ganz fehlerfreundlichen Ansatz und auch zu gucken, genau, wer ist da eigentlich? Ja. Was macht Spaß? Nur ganz wachsam zu sein dabei, weil typischerweise, Das Schema F führt zu weiblichen Altersarmut und zu finanzieller Abhängigkeit, die immer, immer, immer in emotionaler Abhängigkeit landet. Und all das, also nicht, weil wir uns fragen müssen, ganz im Gegenteil. Wir sind aufgefordert, uns im feministischen Coaching zu fragen, wer bin ich? Was kann ich gut? Worauf habe ich Spaß? Worauf habe ich Lust? Aber eben auch, wie lässt sich das inmitten dieser strukturellen Unwägbarkeiten vielleicht ausgleichen? Weil ich im Wochenbett, typischerweise einfach, stillen ist ja ein Vollzeitjob, da so viel mehr Zeit reinstecke. Ich habe eine App entwickelt, die heißt Care Rechner. Da kann man mal ausrechnen, wie viel diese Mehrarbeit, dieses Rückenfreiheiten in Geld wert ist. Nicht, weil ich denke, dass wir hier so einen Haushalt prämiermäßig uns Rechnung stellen sollten, aber um sichtbar zu machen. Wie viel Arbeit ist es? Ja, wie viel Zeit ist das bitte? Und diese Emanzipation sozusagen dazu geführt hat, dass Frauen viel mehr Erwerbsarbeiten, aber der Anteil der letzten Generationen der Männer und Väter in der Fürsorge eben nicht gleichmäßig angestiegen ist. Das heißt, die Gesamtarbeitslast, Theresa Böcker ist Expertin. Ist wahnsinnig in die Höhe geschnellt und führt dazu, dass sich Frauen notorisch überlastet sind. Das ist kein individuelles Problem. Macht er leise. Hast du in deiner, wenn du jetzt im Coaching kommen ja Paare zu dir, kommen nur Paare oder auch einfach, kann ich jetzt auch sozusagen einsippeln? Es kommen Frauen ein Jahr lang in so eine Kontinuität, die dann nachhaltig ist, ein Jahr lang und können im zweiten Teil ihren Partner mitbringen. Achso, nicht gleich von Anfang an so sein. Können sie auch. Aber typischerweise geht es im ersten Teil darum, dieses Selbst zu stärken und ganz viel auch die Sichtbarkeit der Fürsorgearbeit, ganz viel feministische Psychodokation zu leisten. Und im zweiten Teil dann oft kommen Paare nämlich nach Geburt des zweiten Kindes, wenn dieses Missverhältnis noch immer größer wird. Genau. Und dieser feministische Erweckungsmoment mit den Kindern, vorher haben viele Frauen den Eindruck, erzählen sie, ich dachte, ich bin viel gleichberechtigter. Jetzt bin ich in einem Leben, in dem ich mich gar nicht mehr zu Hause fühle und komme dann, ich mache die Arbeit präventiv viel lieber, aber die meisten kommen dann, wenn sie das Gefühl haben, ich habe mein Selbstwert leider darunter, dass ich jetzt als Mutter mit diesen vielen Belastungen, bei Wegbruch, Alterfamilienstrukturen, mit den Dingen, mich allein fühle. Und deshalb ein Jahr lang und im ersten Teil gibt es ein inneres Aufrichten sozusagen. Und im zweiten Teil kommt der Partner mit und ich erlebe die größten Überraschungen. Da werden dann Fürsorgearbeit und all die Dinge neu aufgeteilt. Fürsorgeausgleichszahlungen beschlossen, Ehevertrag oder Partnerschaftsvertrag vereinbart. Alles ganz handfest dann, um wieder in diese Augenhöhe zu kommen. Meine Frage, das interessiert mich einfach so. Also hast du das Gefühl, wenn du jetzt Frauen betreust, die vielleicht selber das bei ihrer Mutter gesehen haben, die sich dieses Abhängigkeits, also die Generation, also ich bin jetzt, ich werde dieses Jahr 40 Jahre alt, aber so diese Generationen. Wo wirklich einfach ganz klar Frauen ihren Job aufgegeben haben, indem sie in die Ehe gegangen sind, Kinder bekommen haben und dann wirklich jahrelang ja nur Care, also was heißt nur, in Anführungsstrichen Care Arbeit geleistet haben und sozusagen gar keinen Erwerbseil und die dann sich sozusagen in Abhängigkeit an den Partner gegeben haben. Da gab es bestimmt keine Eheverträge und Ausgleichszahlungen und was sich. Und dann einfach gemerkt haben, wenn dann diese Beziehung vielleicht auch gescheitert ist, dass sie in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis gelebt haben. Hast du das Gefühl, dass diese Frauen, die daraus aus diesen Beziehungen entstehen, einfach das für sich ganz klar so merken, das soll mir nicht passieren? Oder gibt es da schon so ein Umdenken? Oder merkst du eher, dass sie doch auch wieder in diese alten Strukturen fallen? Weil das würde mich jetzt mal interessieren. Ich habe den Eindruck, dass die allermeisten von uns, auch in unserer Generation, dass die allermeisten von uns patriarchale Vorbilder haben, auch in den eigenen Familien. Und es entsteht wie ein patriarchales Implantat, wie so ein Implantat, das ganz unbewusst wirkt, weil wir das so erlebt haben als Kinder und weil wir das in unserer Gesellschaft auch über die Familie hinaus als ganz normal und ganz natürlich erleben. Das wird gar nicht in Frage gestellt. Richtig. Und dieses Lernen im Patriarchat führt dazu, dass wir wie so ein Patriarchates Implantat entwickeln. Deshalb feministische Psychotherapie. Wir verlernen das Patriarchat vor allem auf der Gefühlsebene. Da wirkt das in diesem Implantat. Das heißt, meine Tochter, ich beschäftige mich Tag ein, Tag aus mit diesen Themen. Die hustet und ich zücke das Taschentuch und stelle fest, ach, da wirkt es. Also ich weiß nicht alles, aber ich weiß viel um diese Ungleichberechtigung und Ungleichbehandlung in den Familien. Auch weil ich sie begleite und stelle an mir selbst fest, wie das wirkt. Und ich gehe auch zur Qualitätssicherung meiner Arbeit in Supervision. Ich will nur sagen, es ist sehr menschlich und deshalb gebe ich mich auch zu kennen mit dieser Herausforderung. Ich finde es ganz wichtig zu sehen, es ist nicht dein persönliches Versagen und es ist eine Erleichterung, auch so eine kollektive Erleichterung zu führen, okay, wo stehen wir denn in dieser Geschichte des Feminismus, des Privates, politisches, politisches Privat. Wir stehen ganz am Anfang, weil wir das Teil der patriarchalen Logik, die Gefühle noch nicht dabei sind, mitzunehmen auf diese Reise. Und solange wir das nicht tun, weil wir denken, Gefühle sind weiblich und weiblich ist nichts wert, ich überziehe jetzt bewusst. Dann können wir lange viele Theorien und ganz viel lesen zu Feminismus und uns streiten darüber, was feministisch ist oder nicht. Wir müssen es leben. Wir müssen es fühlen auch. Wir müssen Feminismus fühlen. Und diese Idee von Augenhöhe als was sehr lohnenswert ist, sozusagen in unseren Alltag integrieren und feststellen, wo bin ich patriarchal verwundet und uns diesen Wunden auch widmen. Zeit und Liebe und Energie da reinstecken, weil du sagst, es ist die Vorbilder, aber auch in unserem eigenen Leben als Kinder. Aber ich glaube, wenn man sich das jetzt so bildlich, wie du es auch gerade bestimmt hast, vorstellt und vielleicht gerade selber so lebt, das tut dir auch total weh. Genau, festzustellen, oh guck, da stehe ich gerade und festzustellen, kennst du das? Apropos patriarchale Wunden, wenn ein Ast von einem Baum abgeschnitten wird, diese Wulstartige, dieser Verschluss, der sich da rumbildet, diese Wundheilung sozusagen. Dieses Gewebe heißt Kallusgewebe. Das ist total resistent. Das heißt, es lohnt sich total, dem sich zu stellen und festzustellen, als allererstes, oh kacke, ich bin verwundet. Aua. Und sich dann Hilfe zu suchen. Ich sag es nicht, um Werbung zu machen. Das geht auch im Gespräch. Und in der Feststellung, oh man krass, ich dachte, ich bin längst gleichberechtigt. Und jetzt sitze ich hier vor allem als Mutter, dann Retraditionalisierungseffekt, heißt das Retraditionalisierung nach Geburt des ersten Kindes, festzustellen, wow, Ich habe mir das ganz anders vorgestellt. Dazu viel lesen. Diese feministische Psychodokation machen einfach hier diese super vielfältigen Beiträge, die es zu diesen Themen gibt. Vor allem im ersten Moment zu verstehen, es ist nicht mein individuelles Versagen. Und das gibt die erste Erleichterung nach dem Schock. Ah ja, krass. Und diese Fehlerfreundlichkeit zu entwickeln und ein großes Selbstmitgefühl, finde ich ganz wichtig zu sehen. Okay, gut, ich bin jetzt diesen Weg bis hierhin gegangen und kann es aber gut verstehen, kann den Schulterblick wagen und angesichts meiner Geschichte und auch der eigenen Familiengeschichte erkennen. Ah ja. Und ab jetzt anders mit viel Bewusstsein, dass wir dann in Therapie, aber auch in Gesprächen, diese Öffnung, Selbstoffenbarung, ey Scheiße, Maske darf sich aufweichen darüber, dass ich nicht diese taffe, perfekte, sexy Powerfrau und Mutter und alles, was die Gesellschaft an uns sehr heranträgt, dass ich dem nicht immer damit kann man ja mal beginnen, nicht immer gewachsen bin. Und dann entsteht auch Augenhöhe in den Begegnungen, auch in den Freundinnschaften und dem, was uns dann durch diese Zeit trägt, in der wir versuchen, Dinge zu verändern und feministisch Share. So Schritt für Schritt. Ja. Was bedeutet für dich gleichberechtigte Elternschaft und warum sagst du, das ist einfach so wichtig? Ich kann ja mal anfangen zu sagen, dass ich denke, dass es nicht 50-50 bedeuten muss. Das ist, glaube ich, ganz wichtig. Weil du bist ja Hebamme und erlebst gerade im Wochenbett. Das geht ja gar nicht. Genau. Und ich denke, dass gleichberechtigte Elternschaft, ich bin ja nun Therapeutin, dass es ein Gefühl ist in so einer Wellenbewegung, weil es gibt Phasen, in denen die Beteiligten, ich lebe zum Beispiel in der Fürsorgegemeinschaft, nicht nur mit meinem Partner und dem Kind, sondern auch mit meiner Zwillingsschwester, der Tochter und so weiter. In meinem Wochenbett hat meine Schwester jeden Tag gekocht. Jeden Tag. Morgens, mittags, abends. Für alle. Und so ist gleichberechtigte Elternschaft auch so ein Erspüren, wie wollen wir euch zusammenleben? Was gibt die Gesellschaft vor? Und wie schlagen wir jetzt unsere Bahn inmitten dieser patriarchalen Struktur, in diesem Dschungel, innezuhalten und zu schauen, wer ist das eigentlich? Und wie wollen wir das gestalten? Also gleichberechtigte Elternschaft ist eine Lösung zu finden für diese strukturelle, absolut wahnsinnige Ungerechtigkeit im Privaten. Also wie kann ich in dieser Struktur, in ganz kleinen, in dieser kleinen Mini-Beziehung, in dieser Familie einen Weg finden, der wie so eine kleine Insel oder Oase, expatriarchales Gebiet, in dem unsere eigenen Regeln herrschen, Und das zu verhandeln und zwar auch, ich sage es bewusst, zu verhandeln, wie wollen wir das ausgestalten. Das ist gleichberechtigte Elternschaft. Also das bedeutet nicht nur Listen und Kompetenzpakete schnüren, sondern wirklich wie so eine Heldinnenreise. Ich hoffe, das ist nicht zu privat, wenn ich das frage. Wie war das für dich, als du in deiner Partnerschaft, also du bist Mutter einer Tochter. Und wie war, wie sah das für euch die Aufteilung vor der Geburt an eurer Partnerschaft auch und wie war es nach der Geburt? Also wie hat sich das verändert? Also wie bist du da in den Diskurs gegangen? Ich hatte das Glück, ich habe, bevor ich entschieden habe, Mutter zu werden, habe ich… Hast du dieses Buch geschrieben? Nee, ich habe vor allem viele Frauen durch das Alltagsfeminismus-Coaching-Programm geführt und habe gesehen, wie viele gesagt haben, das hätte mir mal jemand vorher sagen müssen. Das heißt, die Motivation für das Buch ist schon in der Zeit entstanden, aber ich musste in der Zwischenzeit Mutter werden auch, um festzustellen. Du hast es nach der Geburt geschrieben. Ich glaube, es ist jetzt ein Jahr alt, ne? Drei. Nein, das Buch meinte ich. Das Buch ist ein Jahr ein. Ja, das Buch ist ein Jahr ein, würde ich sagen. Das Kind ist drei. Ja, das Kind ist drei. Ich habe zum Glück diese Erfahrung gemacht mit den Frauen und konnte dann sehenden Auges diesen Kinderwunsch formulieren und ganz viel sprechen. Und es hat ganz viel gebracht und trotzdem sind wir dann an vielen Dingen auch gescheitert. Gut, dass du das auch sagst. Ja, das gebe ich gerne zu. Ich bin nämlich auch gescheitert im Wochenende. Dieses Sprechen und dieses darüber vorher klar haben, ich gehe keinen Tag lang länger in Elternzeit als du, hat mich trotzdem durch diese Zeit getragen auf eine Art. Also so bestimmte Dinge klar zu haben. Prinzipien, weil so ein Kompetenzvorsprung nicht nur in der eigenen Sozialisation, sondern vor allem in dieser Zeit mit Kind. Ich habe ja auch vieles, ich konnte gar nichts, nicht vieles, ich wusste überhaupt nicht, wie ich das Kind tragen sollte. Und wir lernen ja dann in dieser, gerade in dieser Elternzeit. So mit dem Umgang im Kind und so, wie das überhaupt ist, jetzt Eltern zu sein. Und deshalb wusste ich zum Beispiel, mein Lieber, wir teilen uns diese Elternzeit auf jeden Fall auf. Und wie habt ihr das dann aufgeteilt? Einen Monat eher, einen Monat ich, einen Monat eher, einen Monat ich. Ah, okay. Also du hast natürlich den ersten Monat genommen, weil du warst dann noch im Wochenbett und Recovery. Genau. Also heilen ist ja ganz wichtig. Oder habt ihr ihn gemeinsam gehabt, der war gar nicht da? Er war zwei Wochen da. Das finde ich ja zu wenig. Ja, ist auch zu wenig. Ich hätte es auch gar nicht geschafft, wenn wir jetzt nicht in Gemeinschaft leben würden. Also du lebst mit deiner Zwillingsschwester? Ihrem Kind und zwei lieben Freundinnen in einer WG-Familie. Ja, das ist mega. Und diese ganz erste Zeit waren wir, ich glaube, ich war sogar noch drei Tage im Krankenhaus. Ja. Und dann zu Hause. Und dann war ich total umgeben wie so eine Löwin. Das war ganz schön. Das war eine ganz besondere Zeit. Aber ich war auch sehr vulnerable. Also es war auch wahnsinnig emotional. Für mich war das wie eine Landung auf einem anderen Planeten, wo andere Kräfte wirken. Ich habe natürlich vorher besprochen, guck, wir gehen Monat für Monat in Elternzeit oder teilen uns bestimmte Kompetenzpakete untereinander auf und all das. Dann habe ich gemerkt, gut, dass ich diese Regeln hatte, diese Leitsätze, aber ich stelle fest, es ist eine Landung auf einem anderen Planeten und hier wirken andere Kräfte. Und dann ist es aber gut, wie sowas in der Hand zu haben und zu sehen, auch das muss ich anpassen. Hier gibt es was, das geht sich nicht aus. Das funktioniert so nicht. Aber das zu haben war für mich ganz viel wert. Und klar, hat vieles nicht geklappt. Aber die zwei Wochen im Nachhinein würdest du auch sagen, war zu wenig. Das war okay, aber weil wir jetzt in Gemeinschaft leben. Das würde ich auf jeden Fall, wenn ich jetzt mit ihm allein gelebt hätte, Nicht so machen, dann den ersten Monat zu Hause oder wie auch immer. Dann hatten wir Corona, das Kind ist 22 geboren und er konnte dann auch gar nicht zu arbeiten gehen. Und es kam dann alles. Wir waren der erste Fall in Berlin mit der Delta-Variante. Es kam alles ganz anders als gedacht. Er ist gar nicht dann auf die Arbeit gegangen, weil das gar nicht funktioniert hat. Wir waren isoliert in irgendeinem Krankenhaus in Lichtenberg oder weiß ich nicht. Also es ging natürlich alles, das Leben war auch krass zu der Zeit, aber auch für jede Familie, denke ich, ist es wichtig, Leitsätze zu haben. Diese Themen zu besprechen und dann in die Antworten hineinzuleben, sagt der Rücke, so schön. Ja, aber wie können Eltern wirklich im Alltag gleichberechtigte Verteilung einfach mit Verantwortung erreichen? Das finde ich einfach so schwierig. Also du sagst, die Kompetenzpakete schnüren. Vielleicht dieses Bewusstsein, dass wir in diesem Patriarchat leben und was es mit uns macht. Die Entspannung ist jetzt nicht mein rein individuelles Versagen, aber lass uns hinsetzen und sprechen. Also diese Kommunikation darum, auch aus einer emotional informiert, ja, ich bin überlastet. Weil oft auch kollektive Wut im Raum steht, ganz, ganz nachvollziehbar. Kommt aus so einer Überforderung, wird eine Forderung. Hey, du sollst es doch mal unter Müll und der berühmte Müll, der runtergebracht werden soll. Und Vorwürfe, die dann natürlich formuliert werden, weil wir uns nicht geübt sind, die Zeit zu nehmen, Ende zu halten und zu schauen, okay, was passiert hier gerade? In Therapie und Coaching, das ist ja so ein heiliger Raum, in dem geschaut wird. Wie geht es mir damit? Wie kann ich das kommunizieren? Und auch viel Empathie geübt wird. Empathie ist erlernbar. Und mit dem anderen, also auch Männer leiden am Patriarchat und da in Übungen, die wir machen, auch festzustellen, du und ich, wir sind beide Verwundete in diesem Krieg sozusagen. Und wie können wir uns verbinden? Ich glaube, es geht ja immer schnell in diese Vorwurfshaltung. Du hast das nicht. Ich glaube, das ist wirklich ein ganz großes Problem. Und dann auch einfach auszusprechen, was man sich wünscht. Also das merke ich im Wochenbett immer so, dass einfach so viel Traurigkeit dann auch da ist, weil man nicht weiß, wie man das halt benennen wird. Und man erwartet eigentlich, dass der andere das wiederum sieht. Es ist ganz wichtig, sich zu öffnen und zu sagen, ich bin vulnerable, ich bin überfordert, ich bin traurig. ich war im Wochenbett so vulnerable? Ja, es ist eigentlich fast jeder. Aber zu sagen, ich wünsche mir einfach auch, dass du mal hier bist und nicht immer nur organisierst, sondern auch mal dieses so gesehen werden. Also ich fand das immer so, ich habe mich bei meinen Wochenbetten sehr gut organisiert, was so meine Frauen, ich habe mir Frauen gesucht, die mich umgeben, weil irgendwie, aber ich habe auch ganz oft meinen Mann in dem Sinne vermisst, dass er das gar nicht so gesehen hat, Dass das für mich einfach vulnerable Zeit ist und dass das irgendwie nicht nur ist, alles andere zu organisieren, auch mal da zu sein. Genau. Und das auszusprechen. Also ich habe dann geheult und gar nicht verstanden, was sie will. Ich will, er macht doch alles. Ja, voll. Wir müssen das richtig üben, auch gerade als Eltern, eine Sprache zu finden. In der diese Selbstoffenbarung stattfindet und dann so einen Ausdruck von, was brauche ich eigentlich? Und dafür braucht es auch Zeit. Ich finde, diese ganze super toughe Powerfrau, die Kinder hat und tralala, es braucht ganz dringend so richtig, will ich mal, einen Appell für diese Zeit. Nicht im Sinne von Self-Care und nimm dir Zeit für dich, deine Zeit ist sowieso deine Zeit. Und so ein totales Reframen dieser Idee von, was eine Frau in unserer Gesellschaft soll. Vor allem, denke ich, im ersten Moment zu sehen, ich bin, erst mal ist es meine Zeit und ich nehme dir Zeit für dich, ich bin wertvoll, ich bin diese ganze Selbstwertarbeit, ich bin, ich bin, wer bin ich eigentlich? Also diese Auseinandersetzung mit den großen philosophischen Fragen auch und dem, was dann sich irgendwie organisch anschließt. Selbstversorge ist nicht baden, sondern zu gucken, wie will ich mein Leben machen? Wie will ich leben? Und die Auseinandersetzung mit ihren Emotionen. Ich habe natürlich als Therapeutin dieses Thema auch zum Beruf. Aber ich sehe es auch, vielleicht habe ich eine selektive Wahrnehmung, aber ich sehe es als existenziell wichtig an. Und ich sehe das sehr feministisch an, weil darüber sehr viel Kraft frei wird. Es ist nicht sich auslaugen und dann baden. Da werde ich richtig wütend. Es ist inhalten, beobachten, weitergehen. Inhalten, beobachten, weitergehen. Und aussteigen aus dieser scheiß kapitalistischen Logik. Welche gesellschaftlichen Hürden, Johanna, siehst du für die gleichberechtigte Elternschaft? Also die, die das erschweren. Ja, dieser Dschungel. Ach, jetzt habe ich richtig auch Sorge vor dem, was uns politisch erwartet, muss ich sagen, wenn du so fragst. Weißt, wie dann die alten Strukturen gehen würden. Ehegarten Splitting, das bedeutet ja, dass dieses steuerliche Mehr oft auf seinem Konto landet. Dann das Thema Gender Marketing. Es gibt eine tolle Initiative, die heißt Der goldene Zaunfall. Die darüber aufklären, ganz wichtiges Thema. Und das hat natürlich eine politische Komponente, weil wir diese Gender-Stereotype-Werbung eigentlich gesetzlich verbieten müssten. Dann natürlich diese Sache mit der Abwertung der Emotionen als Teil der patriarchalen Logik. Die Ausnetzung mit Gefühlen schon im Kleinkind- und Schulalter, finde ich, gehört in den Lehrplan. Also ganz viel fällt mir ein. Und ich glaube, wir sind so durchdrungen, von diesen Strukturen sich zu hinterfragen, was finde ich das Normalste von der Welt, sozusagen. Und da hingucken und feststellen, oh krass, das ist gesellschaftlich vorgeprägt. Ich denke, dieser Kontext zu wissen, wir sitzen im Glashaus und dieses Ambiente herrscht in unseren Familien, auf der Arbeit, überall, dieses Bewusstsein zu schaffen und irgendwie feststellen, wie wirkt das auf mich gerade in diesem Moment. Aber das heißt ja auch einfach, wenn du das schon so beschreibst, die Strukturen fangen ja früh an. Es spielt ja wieder alles, also eigentlich fängt es ja auch vor der Geburt an. Dann die Geburtsbegleitung, da fängt es ja eigentlich auch schon an. Also eine Gleichberechtigung, eine Einbeziehung, eine Frau wirklich wahrnehmen, was auch Geburt bedeutet. Dann gehen wir in die Strukturen, was die Care-Arbeit angeht. Die Frauen sind meistens alleine. Also man fällt ja schon, auch wenn man das vielleicht vorher nicht will, wenn man das sieht, versieht man die Vereinsamung im Wochenbett. Und dann ist man mit den Kindern alleine. Dann geht es nachher in die Kita-Betreuung. Da haben wir wenig Fachkräfte. Und dann in Teilzeit, weil sie die Fürsorge verantwortet. Genau. Und die Konsequenzen, die das ein Herr für das Rentenkonto bedeutet? Genau, da gibt es also kaum Ausgleich. Also ich meine, da kannst du gleich vielleicht auch nochmal, wie ihr als Paar das gemacht habt, also wie ihr eure Vorstellungen und wie ihr das dann auch umgesetzt habt. Aber dann gehen wir in die Gap wieder rein, dass wir einfach diese Ausgleichszahlungen nicht haben. Hauptteil der Care-Arbeit machen und Kinder brauchen halt auch Betreuung. Also das ist ja einfach gute Betreuung und da verzichtet man dann halt. Das ist schon einfach ein, ja und wenn wir einfach auch von der Politik, wenn es einfach selbstverständlich ist, wir haben ein gutes Gesundheitssystem, Frauen sind gut betreut unter der Geburt im Wochenbett, dann gibt es einfach, dass Familien jetzt von Partner und Partnerin dann auch da sind, dass sie, also ich finde es auch einfach eine wichtige Sache, die der Arbeitgeber mit hat, dass man das ermöglicht, dass Familien dann zusammen sind. Aber da kannst du bitte nochmal was zu sagen, also das sind so meine Gedanken. Das bräuchte es ganz dringend. Auch Vorbilder in den Unternehmen. Was können Unternehmen tun? Ich denke, im Unternehmen selbst, solange die politischen Strukturen jetzt auch so auf düster eingestimmt, solange die noch nicht verändert sind. Das beste Beispiel war ja Christian Lindner, der einfach gesagt hat, klar gibt es keine Elternzeit für Bundestagsabgeordnete, aber könnte er doch einfach sagen, okay, gibt es nicht, aber das müssen wir ändern. Und deswegen mache ich das jetzt vor. Ja, deshalb mache ich das jetzt vor. Aber das ist genau das. Wir leben in diesen Umständen und es bräuchte zum Beispiel Preise für wirklich familienfreundliche Unternehmen. Also hier ist von Seiten des Enats zum Beispiel. Hast du ein familienfreundliches Unternehmen im Kopf, wo du denkst, da läuft es? Hast du durch deine Arbeit im Coaching, dass du jetzt sagst, die machen das super? Ich habe es von der Friederike gehört, von der Branddirektorin von Kindsgut. Ja, stimmt. Die hat es gesagt. Kindsgut sei ein familienfreundliches Unternehmen. Das stimmt. Kindsgut ist ein familienfreundliches Unternehmen. Also das stimmt wirklich, weil die machen, also die fahren ja auch mit allen Mitarbeitern und Kindern zusammen im Urlaub, sorgen für Kinderbetreuung, also auch verbinden das Teamgefüge, dann Familie und so. Also das stimmt. Aber ich denke jetzt gerade an große, also ich meine klar, Kindsgut ist jetzt ein Berliner Unternehmen, also super, dass du da gleich drauf. Aber jetzt so in großen Unternehmen, da sind einfach diese Strukturen noch gar nicht da. Es widerspricht auch dieser kapitalistischen Logik. Also es ist ganz wichtig, dass wir sehen, es gibt wirklich ein strukturelles Problem. Es ist unvereinbar, diese Idee von der unbezahlten Fürsorgearbeit mit dem immer weiter, immer höher, immer schneller. Wir müssen strukturell das auf den Kopf stellen, das Ganze. Also wenn man jetzt sagt, eine Person ist im besten Alter, Kinder zu kriegen, also das ist ja eigentlich zwischen 20 und 25 von der Biologie her, dann müsste man ja eigentlich abraten, weil die Bedingungen, heute ein Kind zu kriegen, nicht gut sind. Genau. Oder so ein bisschen positiv auch über diese Möglichkeiten zu sprechen, die wir haben, inmitten dieser Unbewegbarkeiten genau prüfen, was brauche ich in dieser Zeit, weil ich spreche mit Menschen darüber, die die Erfahrung gemacht haben. Ich lasse mir vorher einen Partnerschaftsvertrag unterschreiben und notariell beglaubigen, indem diese Fürsorge, mehr Arbeitszeit mir später in Form von zum Beispiel Vermögen dann übertragen wird, damit ich nicht in Altersarmut lande. Also dieses Bewusstsein erstmal zu schärfen dafür, was ist hier eigentlich los. Ja, auch von meinem Partner oder Partnerin, der es auch sieht, weil viele denken ja so hell, also sind da ja gar nicht bereit für, da ändert sich ja nichts. Ich glaube, Wissen ist wirklich ganz wichtig. Ich kann noch empfehlen das Buch von Alexandra Zykonow. Was wollt ihr denn noch alles? Die hat ganz viele Fakten da zusammengetragen und stellt ganz klar dar, wie das unseren Alltag und unser eigenes Leben auch betrifft. Dass Stillen wirklich ein Vollzeitjob ist. Und zitiert da tolle Studien. Wie war das bei dir? Gab es dann bei dir sozusagen berufliche Ein... Also du hast gesagt, ein Monat, ein Monat. Aber gab es trotzdem berufliche Einschnitte und Anpassungen? Ja, auf jeden Fall. Auf jeden Fall. Nach der Elternzeit hat mein Partner, arbeitet bis heute nur vier Tage, also nur, aber arbeitet von Montag bis Donnerstag. Heute ist Freitag. Heute ist Freitag, deshalb bist du hier. Ich kann jetzt entspannt hier sein. Also die Ausstrahlung hört ihr Dienstag, aber wir nehmen heute Freitag auch. Genau. Das heißt, ich habe ganz klar, wir haben so einen Plan, an dem wir arbeiten, während das Kind in der Kita ist. Aber es ist klar, an welchem Tag Person A oder B oder C, wir haben ja ein Betreuungsnetzwerk, dann abholt. Also ich weiß auch, an einigen Vormittagen bin ich auf Abruf, wenn in der Kita irgendwas ist. Und an anderen Tagen kann ich wirklich konzentriert arbeiten. Und auch meine Klientinnen terminieren und weiß, ich kann nicht aus einer Sitzung gerissen werden. Das funktioniert in meinem Job gar nicht. Das funktioniert, wie bei Christelle, das funktioniert in meinem Job gar nicht. Nein, aber ganz ernsthaft. Ich habe den Eindruck, dass es super viel Gespräch darum braucht. Aber es ist, irgendwann hatte ich so einen Moment der Einsicht, es wäre ja auch komisch, wenn sich nichts verändert und ich mein Leben weitermachen könnte, wie vorher in Bezug auf die Karriere. Ich habe ein Kind, verdammt. Und mir dem anzunehmen, weil auch dieses Abwerten der Care-Arbeit ist Teil meines jedenfalls patriarchalen Implantats. Zu denken, okay, wie kann ich das möglichst auslagern. Also ihr habt feste Tage. Wir haben feste Tage, wir haben vor allem feste Tage. Aber jetzt hat er vier Tage und du arbeitest ja nicht nur einen Tag. Nee, wir haben die Möglichkeit zwischen Hamburg und Berlin, einen kleinen Ferienort oder einen Ort meines Partners, an dem er das Kind oft über das lange Wochenende mitnimmt, sodass ich am Wochenende, weil ich habe viele Frauen, die aus Bielefeld, Lüneburg und sonst wo kommen und dann übers Wochenende zu mir in die Praxis kommen. Einmal im Monat sehe ich meine Klientinnen. Und dann arbeite ich oft von Donnerstag bis Montag. Aber ihr habt ja keine gemeinsame Zeit. Wir haben wenig gemeinsame Zeit, das stimmt. Wir haben wenig gemeinsame Zeit und sind dann an den langen Weihnachtsferien auch da auf dem Land zusammen und haben nach Möglichkeit Nachmittage, an denen wir zusammen dann mit dem Kind sind. Aber das kommt nicht so oft vor. Wir haben wirklich wenig, das ist wie in der Elternzeit auch schon, Dieses Abwechseln und das wäre vielleicht auch wie der Preis, den ich im Moment, den wir als Familie dafür zahlen, dann uns aufzuteilen und den Anspruch, Zeit mit dem Kind, mit der Zeit der Erwerbsarbeit zu vereinbaren. Das stimmt. Weil das finde ich irgendwie auch nicht toll. Also klar, dieses Aufteilen, das meine ich auch. Also einer macht das, der andere macht das und dann ist aber diese Schnittmenge. Und das ist ja auch das, was Therese auch immer über dieser Zeit sagt. Wir essen Abendbrot, ganz ehrlich. Wir haben kaum, wir haben nur diese Zeit. Des Abendbrotessens und morgen ist Kind fertig. Das ist durchkuratiert der Morgen, wie vermutlich in jedem Familienzimmer. Das Kind wird von einem Partner angezogen. Ich mache dessen Frühstück. Das ist ja auch so ein nebeneinander her durchkuratiertes Ding. Wer macht was? Das ist ja diese unsichtbare Care-Arbeit. Wie teilt ihr euch die auf? Da gibt es auch ganz klare... Ja, zum Beispiel diese Morgene sind so aufgeteilt, dass der Papa das Kind anzieht. Es ist sogar ins Detail, ich trage sie zum Zimmer, in dem sie angezogen wird. Dann übernimmt er das, also auch fürs Kind zu erleichtern. Und das habt ihr euch alles so aufgeteilt? Ja, es ist natürlich eskaliert morgens, ganz oft, weil es schnell gehen musste und so weiter. Dann haben wir gesprochen, wie wollen wir es machen? Auch damit es dem Kind leicht fällt, durch diesen Morgen zu kommen und mir auch. Ich wusste, ich will sofort erstmal meinen Kaffee trinken. Ich bin total kaffeesüchtig. Und dann hat er super geduldig. Dann manchmal das Kind will sich jetzt immer öfter alleine anziehen und sowas. Nach dem Motto, er kann das viel. Das hast du doch vorhin auch gesagt. Da muss man gucken, was man auch. Natürlich muss ich das in anderen Situationen auch machen. Aber das erleichtert es uns. Und es braucht so viel reden. Also das stimmt schon. Du hast recht. Es ist auch anstrengend. Es ist auch emotionale Arbeit. Ja, also ich muss ganz ehrlich sagen, weil es geht mir persönlich immer so, dass schon mein Partner, also wie ich gesagt habe, also ich muss gerade sagen, ich koche und einkaufen und so weiter. Aber letzte Woche war es bei uns auch wieder so, wenn ich kommuniziere manchmal nicht gut und wenn ich nicht genau ansage, wie es laufen hat, dann funktioniert das halt nicht. Wo ich denke, es steht doch im Familienkalender. Also wieso muss ich jetzt nochmal explizit sagen, dass heute Schwimmen ist? Kannst ja auch lesen. Aber dieses, eigentlich muss man sich jeden Abend, also gerade jetzt auch noch bei uns, sind ja jetzt wirklich mittlerweile vier Kinder, müssen wir... Ich empfehle ein wöchentliches Küchenmeeting. Machen wir manchmal. Wir machen es auch leider nicht wöchentlich, aber wirklich zu wissen, was steht an. Ganz konkret nochmal durchzusprechen und das ist ja auch was Verbindendes. Es ist, was ich immer schön finde, viele sagen, oh man, deine Arbeit ist so unromantisch mit deinen Küchenmeetings und mit dem Reden um Altersvorsorge und Ehevertrag und so weiter. Es ist total romantisch, weil wir immer die Möglichkeit haben, uns füreinander zu entscheiden. Wir müssen nicht beieinander bleiben. Das ist doch geil. Das ist doch total romantisch. Was gibt es romantischeres, als auf Augenhöhe zu leben und zu wissen, Ich kann mit dir zusammen sein, ich muss nicht. Ja, aber ich glaube, das kommt eher daher, dass es so viel Absprache braucht, um das alles zu organisieren. Also das ist halt einfach krass. Also man ist ja eigentlich schon den ganzen Tag damit beschäftigt. Wenn ich jetzt denke, was ich auch noch so arbeite, ich kann mich auch den ganzen Tag eigentlich nur mit meinem Familienmanagement beschäftigen. Also von Arzttermin bis Sporttermin und da musst du mal mit dem Lehrer schreiben, mit dem Arzieher. Also so dieses Ganze, da musst du schon wieder Schränke von Winter auf Sommer. Also es ist ja einfach crazy. Das ist crazy. Ich habe auch wirklich Hochachtung vor dir mit vielen Kindern. Wissen, was das bedeutet? Du machst auch so viele Dinge auch erwerbsarbeitsmäßig. Ich will dir mal sagen, das imponiert mir richtig. Ja, aber das will ich immer gar nicht so, weil das ist ja das Problem, dass Leute immer denken, ich jongliere ja auch. Also ich jongliere und es fallen Dinge runter. Ich merke halt auch, dass es einfach nicht immer so geht, weil Kinder brauchen Aufmerksamkeit und man muss sich, wie du sagst, dieses Abwechseln. Es ist schon immer gut, wenn einer da ist. Jetzt habe ich Gott sei Dank auch meine Mutter hier, die uns unterstützt, die dieses Dorf mit aufrechterhält. Aber toll ist eigentlich auch so ein Lebensmodell, wie ihr es gefunden habt, in der Gemeinschaft zu lesen, weil es braucht einfach mehr Menschen, die das einfach machen. Und ich glaube, die Hauptfamilienkonstellation sind halt einfach zwei Personen und zwei Personen sind einfach nicht viel. Und wenn man dann alles alleine, Erwerbsarbeit, Care-Arbeit macht, ohne irgendwelche Hilfestellungen. Also ich glaube, wir sollten Familie auch nochmal neu denken und zu gucken, sind vielleicht doch andere Lebensmodelle, lebe ich es. Das heißt ja nicht, dass man gleich in einer Wohnung wohnen muss, aber schon alleine suche ich mir vielleicht mit wirklich engen Familien, Freunden. Das muss ja auch nicht immer die Kernfamilie, also die Verwandtschaft sein, aber Freunde. Also ich habe zum Beispiel, wir haben so eine befreundete Familie, die haben auch vier Kinder. Und wir wohnen leider ein bisschen zu weit voneinander im Pferd. Aber ich denke immer, es wäre das Perfekte, würden wir in einer Doppelhaushälfte wohnen, weil wir uns so gut gegenseitig unterstützen können. Wir machen das eh schon viel. Also ich habe auch viele gute Freundinnen, mit denen wir uns gegenseitig unterstützen. Und ich glaube, das ist auch ganz wichtig, in der Kita zu schauen, dass man sich abwechselt beim Abholen, mit anderen Menschen sprechen, die uns da sympathisch sind und so weiter. Das ist total wichtig. Dass man sich diese… Ganz zu erkennen, wir müssen es gar nicht alleine schaffen, weil dieses Ideal Kleinfamilie oder Kernfamilie…, wir wuppen das schon, dass erstmal, dass das in sich zusammenbricht. Das ist sehr gesund. Und festzustellen, ja geil, dank, das Kompliment, aber ist gar nicht so geil. Ja, und ich habe auch eine Familie, die ich aktuell betreue. Die leben in einem Haus, also in einem Mehrfamilienhaus. Dieses Haus hat aber mal vor Ewigkeiten sozusagen der Vater mit einem Freund gekauft. Und da wohnen praktisch eigentlich nur entweder die Geschwister oder Familien. Die gucken halt immer, wenn irgendeine Wohnung frei wird, wer braucht den. Und das ist so toll, weil da ist es auch so, da sind dann die gleich, die wechseln sich mit Kita morgens ab, dann bringt die eine einen Hut ab. Also so, das meine ich halt. Wir können nicht alles alleine schaffen. Und wenn das von mir jemand sagt, ich schaffe, bei mir fällt so viel auch hinten runter, was ich ja nicht. Wie gut, dass du das sagst. Das Denken hat immer alles so. Es braucht halt einfach viele Hände. Ich würde mal sagen, ich schaffe, also ich bin schon so ein Typ, der mehr macht als vielleicht viele andere, dass ich das auch brauche. Das ist ja auch eine Typsache. Und ich finde, man darf sich da auch mal nicht so vergleichen. Es gibt einfach Menschen, da gehöre ich zu, die einfach immer gerne viele Projekte haben, viele Dinge machen und das irgendwie verwirklichen wollen. Aber das ist auch nicht für jeden gut. Und ich habe ja letztes Jahr auch gemerkt, so geht es nicht weiter und habe das auch ganz klar öffentlich gesagt, dass ich mir auch zu viel zugemutet habe, um einfach mal die Notbremse. Ich kann sehr schwer Nein sagen. Aber ich glaube halt, wenn wir uns Familie neu denken und wenn ich deine Arbeit sehe, was du so beschreibst, ist glaube ich einfach das Wichtigste irgendwie, dass wir gucken, wie können wir unsere Gesellschaft wieder näher zusammenbringen und nicht diese kleinen. Es ist zwar das Patriarchat, was wir gelebt haben, aber es gab früher einfach generationsübergreifendes Wohnen, wo man ja mehr mit den anderen, also mit Großeltern und so weiter. Und ich glaube, es hat viel auch geholfen. Selbst eine Stunde würde dich ja schon mal, wenn du jetzt einmal machst, einer von euch beiden macht das Abendessen und das Kind ist dann nebenan bei den Nachbarn, dass man das mal in Ruhe machen kann. So macht man ja alles gleichzeitig. Aber ich bin gespannt, was deine Gedanken dazu sind. Und so denke ich halt immer, wenn wir das irgendwie anders gestalten können. Ich denke, das ist ganz wichtig, auch Menschen, die den Podcast hören. Was ist denn das, was uns so Familia sounds? Sounds Familia? Was ist so gewohnt? Und wie kann man das auch kritisch prüfen und schauen, was von dem nehme ich denn mit? Wenn ich jetzt vor meinem inneren Auge, ich würde mit diesen alten Familienstrukturen leben, Das ist ja auch gar nicht so einfach. Mit den Schwiegereltern zum Beispiel im Haus oder die Dinge, die vielleicht vor 100 Jahren noch total zumindest im ländlichen Gang und Gebe waren. Und von dem so rosinenpickend zu schauen, was von dem, was ich für mich so vielleicht auch aus den Vorbilden und in der eigenen Ursprungsfamilie, was ich haben will, das nehme ich mir mit. Das macht man ja auch in einem Therapieprozess. Was nehme ich mit und was darf dazukommen? Ja, wo entwickle ich mich weiter. Und die Community lernen und zu schauen, wenn nicht von vornherein klar ist. Wer übernimmt hier welche Rolle, dann lass doch mal gucken. Worauf habe ich Bock und was hat das vor allem für Konsequenzen? Welche Merkmale haben die Aufgaben, die wir uns untereinander aufteilen? Wie können wir vielleicht auch zwischendurch ein System etablieren, wo wir es anpassen? Und nicht, so wie du es so schön beschreibst, ich habe vom letzten Jahr festgestellt, das geht nicht mehr so weiter. Also uns die Möglichkeit auch der Entwicklung zuzustehen von vornherein. Auch einzuplanen. Wir machen dieses... Ich weiß nicht, zwischen den Jahren für dieses Gespräch, wie wollen wir uns, neu ausrichten zum Beispiel. Oder wann auch immer. Aber zu prüfen, was funktioniert und was geht eben nicht mehr. Und ich finde es total schön, wie du sagst, diese Familie neu zu definieren, hat auch eine feministische Sprengkraft. Das finde ich ganz schön. Ja, dieses gemeinsam einfach unterstützen. Ich merke das immer mehr so. Fürsorge ist im Zentrum unseres Lebens. Und das wertzuschätzen ist total, also Also implizit feministisch, weil es unser Leben zusammenhält, unseren Alltag, die Aufgaben sichtbar macht und es ist eine Anerkennung, wir brauchen diese Fürsorge, um hier zu sitzen einfach und sprechen zu können. Wir sind abhängig voneinander. Also das so positiv neu zu framen und zu prüfen, aber es darf nicht die Konsequenz haben, dass der Großteil der Frauen in die Altersarmut geht. Also was spielt so rein? Und das wirklich kritisch zu hinterfragen und einen eigenen Weg zu finden, der manchmal auch in Phasen total traditionell sein darf. Das finde ich auch als Feministin ganz wichtig. Das ist kein feministischer Ablasshandel. Und es ist wirklich das Prüfen, was kann ich gerade leisten, wie geht es mir gerade, aber ganz genau zu wissen, welche Konsequenzen hat das und wie kann ich dem vorbeugen. Wie kann ich dem vorbeugen, dass wir in eine Abhängigkeit geraten, die nicht gesund ist. Es gibt diese schöne Abhängigkeit, diese menschliche Abhängigkeit voneinander, weil wir als Einzelperson gar nicht existieren könnten. Und in den Familien auch total sichtbar. Aber die Kinder brauchen diese bindungsorientierte Begleitung. Und dann gibt es die furchtbare Abhängigkeit, die uns nicht mehr frei entscheiden lässt, die krank macht. Ja, das stimmt. Gab es bei euch Situationen, in denen ihr gemerkt habt, dass eure Aufteilung einfach nicht so funktioniert und wie habt ihr das dann geändert? Ja, total. Ich habe gestillt. Ich habe gedacht, ich stöße das Kind bestimmt schnell ab. Und dann habe ich das Kind gestillt und gestillt. Und habe gemeint, ich mache das eigentlich sehr gern. Hätte ich nicht gedacht. Ja, das habe ich neulich auch irgendwo, hatte mal jemand gesehen, dass das Stillen halt auch nicht mehr modern ist und dass es Frauen halt in die Abhängigkeit bringt und dass es nicht feministisch ist. Nicht zwangsläufig, da muss ich so widersprechen direkt. Und da habe ich so gedacht, also ich habe vier Kinder sehr, sehr lange gestillt. Also mit jedem Kind mehr. Also es wurde immer mehr und ich war erwerbstätig und ich glaube, wenn man sich entscheidet, dafür ein Kind zu stillen, brauchst du halt einfach ganz viel Kinder. Planung wie immer. Aber ich fand das irgendwie so, ich sehe halt die Vorteile auch. Da bist du doch bestimmt in deiner feministischen Arbeit jetzt auch nicht dazu sagen, wo es stillen schadet jetzt. Nein, im Gegenteil. Es ist ja das Schöne, diese menschliche Beziehung, die menschliche Begegnung steht im Mittelpunkt. Und dann zu schauen, wenn es einen Nachteil hat, zum Beispiel einen Zeitaufwand, das hier stehen ja bedeutet, da habe ich mit meinem Partner gesprochen, es muss gar nicht jetzt diese Auszahlung dieser Beträge sein, sondern ich möchte gerne, wenn das Kind drei wird, jetzt bald, für eine Woche alleine nach Spanien fliegen, deine Kosten. Der Flug oder die Bahnfahrt und das Übernachtung und das Essen und sowas, alles auf deine Kosten symbolisch. Aber ich stelle mir das vor, während ich das Kind stelle, dass ich dann, wenn es soweit ist, dass ich dann diesen Urlaub mache. Und das meine ich mit so unkommerzieneren Lösungen, die Paare auch in der Beratung finden. Was machst du, wenn das zum Beispiel aus bestimmten Sachen finanziell einfach nicht geht, weil einen Urlaub in Spanien, das so ermöglichen, ist natürlich jetzt auch schon wieder so, es gibt Familien, die können einfach gar nicht im Urlaub fahren. Also wie regelst du das? Die kommen wahrscheinlich auch nicht ins Coaching bei dir, weil das ist natürlich auch... Ja und doch, ich finde es ganz wichtig zu sagen, es ist dieses Leben auch in der WG. Wir haben kein Wohnzimmer. Es ist natürlich, klingt geil privilegiert, wir wohnen da fünf Erwachsene in einer riesigen Wohnung in Prenzlauer Berg, aber wir haben Platzmangel ohne Ende in der Küche. mit so vielen Erwachsenen und Kindern. Wie viel seid ihr jetzt insgesamt? Fünf Erwachsene. Fünf Erwachsene. Und drei Kinder. Und drei Kinder. Ich will nur sagen, es ist auch ein Abwägen und natürlich muss ich in der Familie schauen, was kann ich mir leisten und was funktioniert. Und das ist wie eine Aufforderung zu gucken, was kann ich mit den Möglichkeiten, die wir haben. Denn ist es ein Ostseeurlaub bei der Tante oder sonst was, dass es ermöglicht, es muss auch nicht irgendwie ein Urlaub sein, ist ja Quatsch. Ich habe nur ein Beispiel ich habe jetzt nur einfach gesagt, ich glaube es ist mal wichtig einfach so, weil dann denken, oh Gott, aber wir können uns das nicht, also das ist ja schon immer so ein Thema deshalb, es muss ja nicht immer das, sondern es geht ja einfach darum, erstmal um die Wertschätzung und, das ist ja genauso, wenn Leute mal sagen, das kann ich nicht, aber wenn mich jetzt jemand fragt, was kann man halt machen, es tut ja einfach das schon mal erstmal zu sehen eine Medaille zu basteln ja. Du hast drei Jahre gestillt. Ja, Wahnsinn. Oder etwas Symbolisches. Ich denke wirklich, das ist wichtig, diese Wertschätzung, dieses Danke und Krass, das anzuerkennen. Das ist Salbe auf die patriarchale Wunde, das ist richtig gut. Und es muss nicht immer mit Geld oder mit irgendeinem Fürsorgeausgleich oder Fürsorgeausgleichsurlaub oder sonst was zu tun haben, sondern es ist auch eine Frage der Haltung, die wir als Paar entwickeln. Die Menschen, die sich damit beschäftigen wollen, als Paar entwickeln, die von gegenseitiger einfach Respekt und Wertschätzung des Beitrags, den wir leisten, damit das hier passieren kann, was wir Familie nennen. Dann auch wirklich sehen und wertschätzen und uns bedanken. Das sind auch Umgangsformen und Dinge, die das ausmacht oder die das so beleben. Und ich sehe es auch bei den Paaren, also Frauen, die kommen und sagen, ich fühle mich nicht gesehen mit dem, was ich leiste und über diesen Prozess erstmal selber faszinieren. Oh, und so eine innere Aufrichtung, was ich leiste. Und mit der Ausstrahlung und dem Wissen, auch vor allem, ganz anders in Kommunikation auszugehen. Und der Partner, der erkennt, krass, mir war gar nicht klar, dass das Patriarchat überhaupt nur existiert. Das habe ich schon gehört. Von ganz schlauen Männern. Dass es in der Form auf unser Leben wirkt, war mir nicht klar. Es tut mir leid. danke für deine Arbeit. Und das ist viel mehr wert als irgendein Urlaub oder irgendeine Stillurkunde oder sonst irgendwas, sondern ist eine Frage der Begegnung auf Augenhöhe und dem Wertschätzen. Ich bin jetzt mal gespannt, was du sagst. Welche langfristigen Vorteile siehst du für Kinder, die in so einem Umfeld gleichberechtigter Elternschaft aufwachsen? Ja, natürlich Respekt, der dann auch den Müttern gezahlt wird. Respekt einfach. Und hoffentlich auch das Verlernen, dass das patriarchale Implantat, das wir weitergeben, unseren Kindern immer kleiner wird und die Möglichkeit zu sehen, ich kann wirklich alles werden, weil ich glaube, diese Idee von Kindern können ja sich einfach frei entfalten und eine Wahlfreiheit wirklich vorzuleben, ist was anderes, als den Kindern zu erklären, okay, Farben sind für alle, da such dir einfach aus, ob du es blau oder rosa tragen willst, so einfach ist es ja gar nicht. Sondern, dass das Kind erlebt, Ich habe diese Freiheit, ich erlebe diesen Raum zum Atmen. Es ist ja eher sowas Emotionales, es ist Platz, so ein Gefühl von Platz, der auftaucht. Und keine Automatismen und das Schema-App, sondern okay, hier in dieser Familie habe ich Luft zu atmen. Ist das nicht geil? Ja, das ist richtig super. Wie machst du das? Also kommen auch oft einfach so Paare zu dir ins Coaching, die dann einfach, oder eher Frauen, die sich wirklich so ungerecht behandelt fühlen und einfach gar nicht mehr gesehen. Und wenn dann der Partner oder die Partnerin mitkommt, die das wahrscheinlich gar nicht so empfinden, hast du da wirklich, dauert das lange oder kannst du sie schnell überzeugen? Also ich meine, das ist wahrscheinlich auch unterschiedlich, aber hast du auch so krasse Fälle, wo du gedacht hast, okay, da können wir jetzt nichts mehr ändern? Doch, man kann immer, also meine Erfahrung ist, Es ist wirklich eine Arbeit am Selbstwert und eine Arbeit mit den Gefühlen. Auch wirklich emotional, es muss kein totaler Ausbruch von Wut oder Traurigkeit sein, sondern wirklich zu erspülen, krass, okay. Und es verändert was auf der Paar-Ebene. Du würdest sagen, es gibt eine Familie zum Beispiel, in der sie sagt, ich bin so ausgebrannt, mein Partner sieht mich nicht. Dann zu erkennen, okay, so geht es mir eigentlich. Und da auf der emotionalen Ebene zu begreifen, nicht nur im Verstand. So kann es nicht weitergehen. Und da diesen Schritt zu machen und sich so zu zeigen, auch dem Partner, das ändert es. Also sich mit den Gefühlen und mit dem zu offenbaren, es führt in die Beziehung hinein. Das habe ich so oft gesehen. Also sich eben nicht aus der Beziehung raus entweder so anzupassen oder zu sagen, ja, ich schaffe das oder anzugreifen, das wird auch aus der Beziehung raus, sondern wirklich im Bewusstsein, okay, das sind meine Altlasten, das sind meine Erfahrungen, das sind meine Vorbilder mit all dem Wissen darum und emotional informiert, ich bin überlastet, ich kann nicht mehr, ich möchte nicht so weiterleben. Sich zu offenbaren, öffnet das Herz der Person, der wir das nahe bringen, weil das ist ein intimer, schöner. Das ist ein schönes Geschenk eigentlich. Und das ist vielen Männern, ich bleibe mal bei dem Klischee, vielen Männern nicht bewusst. Auch die eigene Rolle und die eigene Verantwortung fürs Aufrechterhalten des Patriarchats ist den Männern nicht bewusst. Und du sagst jetzt wahrscheinlich, warum ist es jetzt Aufgabe der Frauen, dafür zu sorgen, dass Frauen sind. Jetzt eher so das Gefühl, dass ich das nochmal klarstellen will, weil ich denke jetzt gerade an Leute, die Menschen, die uns zuhören, dass es ja oft einfach das Problem ja auch ist, dass wir halt einfach. Diese Gender Gap haben, ja auch was die Bezahlung angeht und dass wir ja oft in dieses klassische Rollenbild wieder verfallen, weil einfach, dann heißt es ja immer so ganz klar, ja, aber ich verdiene mehr Geld, deshalb bleibst du zu Hause. Also wir haben ja auch, das Problem sehe ich ja auch in dieser ganzen Gleichberechtigung ist ja einfach auch, dass wir immer noch diese Herausforderung haben, dass einfach Frauen einfach viel schlechter bezahlt werden. Eine spezifische Berufswahl. Frauen übernehmen dann Berufszweige, die sind dann mit der Zeit schlechter bezahlt. Da kann man mal sehen, wie stark diese Fürsorgearbeit den Frauen herangetragen wird, die Unbezahlte. Und dann wird halt gesagt und so argumentiert, dass das ganz klar jetzt für uns in der Familie, und es ist ja klar, wenn die Miete und so weiter und die ganzen Lebenserhaltungskosten, die man hat, dass dann halt die Frau zu Hause bleibt und der Mann. Wir sind wirklich jetzt beide im ganz klassischen Rollenbild, also um das jetzt aber, dass der Partner dann wieder zur Arbeit geht, weil einfach ganz klar diese Voraussetzungen sind. Und das heißt, viele Frauen, die vielleicht eine gleichberechtigte Elternschaft anstreben, können es aber gar nicht, weil dann solche Sachen sind, die man ja einfach, ja, also von dem anderen Gehalt kann man nicht leben. Das ist ja schon, glaube ich, die Problematik. Erst mal zu verstehen, was da wirkt an Patriarchat und dann zu erkennen, das ist jetzt wie so ein Spruch oder ein Motto, was ich oft höre dann in der Beratung, Zeit ist die neue Währung. Zeit ist das neue Ding, nicht Geld. Und zu prüfen, wie können wir ab jetzt? Es gibt dann meinetwegen ein totales Missverhältnis, es gibt dann. Einen krassen Job des Partners, oder nicht so krassen, was auch immer, aber diese Ernährerrolle sozusagen, die eingenommen wurde und damit den Partner zu prüfen, Und was ist der kleine erste Schritt? Wie können wir doch, wenn es nur an den Wochenenden ist, an denen wir anfangen zu prüfen, wer macht hier eigentlich was? Also wie kann man langsam in sowas Neues hineinwachsen und Übergang finden? Vielleicht auch durch das Bewusstsein dann, sich zu öffnen für einen Jobwechsel, habe ich auch oft begleitet. Krass. In die Selbstständigkeit zu gehen, tausend Möglichkeiten, um, wenn erstmal klar ist, so wollen wir nicht mehr weiterleben. Weil ich sehe halt immer schon auch noch viele Frauen, wo ich dann auch denke, da ist der Mann super erfolgreich und sie ist halt einfach, macht alles zu Hause und das wird aber einfach nicht gesehen. Also sieht man ja nur die Zahl auf dem Konto von diesem krassen Job, den er macht, aber um das ganze Konstrukt aufrechtzuerhalten, das ganze Management mit, wie gesagt, Care-Arbeit, Kindern und so weiter, das ist ja dann wieder unbezahlt. Sichtbarkeit ist ganz wichtig. Keine Sichtbarkeit. Und das ist einfach, in solchen Strukturen leben ja immer noch sehr, sehr viele Frauen. Es gibt auch die Möglichkeit, was ich auch oft genug mache, sind so Kontenmodelle, drei Kontenmodelle, dass das Geld von beiden und wenn es auch nur von dem Ernährer in Anführungszeichen auf ein großes Gemeinschaftskonto geht, die Fixkosten davon bezahlt werden und wenn was übrig bleibt, dieses Geld durch zwei sozusagen auf die Konten beide, auf ihr und sein Konto geteilt werden. Also Möglichkeiten über Wege, die erstmal, die man sich erarbeitet in so einem Prozess, zu gucken, wie können wir diese Augenhöhe herstellen. Über Verträge oder auch Kontenmodelle und Möglichkeiten, die, jede Lebenssituation ist anders. Vielleicht hat sie berufliche Ambitionen oder sie findet es richtig geil, diesen Job zu machen, der Care-Arbeit und will trotzdem nicht in Altersarmut landen. Also für diese unterschiedlichen Dinge. Ja, aber dass das jetzt in den Körper kommt. Da würde so ein Drei-Konten-Modell oder die Möglichkeit der Altersvorsorge, er schließt typischerweise er, wir bleiben die ganze Zeit in diesem Klischee, aber wir wollen ja verdeutlichen, wo das Problem auch ist, schließt eine Rentenversicherung ab für sie und zahlt er ein. Also tausend Sachen, die man machen muss, um auch in dieser inneren Freiheit da beieinander bleiben zu können, wie gesagt. Ja, und es ist ja auch total okay, wenn man dieses Modell lebt. Also das würde ich jetzt auch nicht so, aber es muss einfach ganz klar sein, dass die Frau abgesichert ist, wenn sie sich für diese Arbeit, sozusagen die Arbeit der Care-Arbeit der Familienorganisation entscheidet. Ja und auch wirklich zu prüfen, wo kommt diese Idee her und gibt es diese Frage überhaupt, wie will ich wirken in der Welt und der nachzugehen und zu spüren, auch in so einem Therapieprozess, wo stehe ich da gerade und wenn das nicht auftaucht, dann wie kann ich über dieses Wirken in der Familie hinaus oder nicht einfach fair Ausgleichszahlungen, Verträge abschließen, partnersches Verträge oder Kontenmodelle. Oder Dinge einführen, die das ermöglichen, dass man sich nicht in eine finanzielle Abhängigkeit so lange verharrt, weil das macht emotional abhängig. Das ist schwierig, da wieder rauszukommen und ist eine Form in der partnerschaftlichen Gewalt. Das will ich auch mal so klar benennen. Ja, also ganz klar Kommunikation in der Partnerschaft hast du angesprochen. Also ist, glaube ich, das Wichtigste, dass man in eine Kommunikation kommt. Wenn man da nicht drin ist, holt man sich bei dir Hilfe. Machst du eigentlich auch Online-Beratung? Ja, am allerliebsten vor Ort, aber online auch. Ah, okay, gut. Das ist ein wichtiges Wissen. Hast du Vorbilder, die dich inspirieren und die dich auch motiviert haben, bevor du Mutter geworden bist, gleichberechtigte Elternschaft gelebt hast? Ja. Einmal habe ich die Arbeit, ich habe ehrenamtlich gearbeitet bei der Initiative Equal Care Day. Almut Schnering und Sascha Wellon, die machen auch diesen goldenen Song, weil dieses Projekt hat mich total inspiriert. Deren Form auch darüber so persönlich zu werden. Und so wirklich auch Equal Care heißt ein Buch, das sie geschrieben haben. Literatur, also ganz tolle Leute. Und dann bin ich Fan von der Susanne Mierau. Da war ich jetzt auf der mini kleinen Lesung des neuen Buchs Emotional Load, heißt das? Ja, stimmt. Ich habe es noch nicht gelesen, aber ich habe es wahrgenommen. Ich mag die sehr. Sie war bei uns im Podcast da bei den Alltagsfeministinnen und da habe ich so gedacht, oh, das ist wunderbar von Frauen zu wissen, die auch diese Idee von Fürsorgearbeit ist so wertvoll. Und wir versuchen es feministisch, also da irgendwie so ein sowohl als auch so sehr. Auf Integration dieser Dinge bedacht und nicht so schwarz weiß ist, das gefällt mir gut, ich mag die einfach und alle meine Klientinnen, wenn du so willst, die zu begleiten und festzustellen, wie die ihren eigenen Weg gehen dann und, mit kleinen Sachen, ich bin ja nur Zeugin im Grunde, wie die aufgrund der eigenen Lebensgeschichte dann ihren eigenen Weg gehen, das motiviert mich jeden Tag. Ich finde, deine Arbeit gehört eigentlich auch schon wieder in die Schulbildung. Vielen Dank. Ja, finde ich auch. Auch weil gerade diese emotionalen Themen, das kippt einfach so hinten runter. Ja und auch gleich diese Gleichberechtigung bei Kindern. Man weiß ja einfach, dass sozusagen bei Kindern bis sechs, ich weiß jetzt, ich halte mich nicht ganz fest, wann ich das mal gelesen habe, aber so bis sechs, sieben Jahren irgendwie alles gleich ist und dann werden sie halt so in diese Gender reingedrückt und dann können halt nur noch Jungs machen eher mehr Mathe und so weiter. Aber dass man halt Mädchen in ihre Rollen so reindrängt und wenn man da halt einfach eine Gleichberechtigung mehr stattfinden würde, deshalb gehört eigentlich dieses Thema auch in die Bildung. Total, ein Mutschnering und Sascha Belongi machen so Workshops auch für PädagogInnen und das braucht es ganz dringend. Aber es sollte halt nicht wieder so Pilotprojekte in irgendeiner Schule XY geben, das müsste einfach im Lehrplan auch. Eine riesige Aufklärungskampagne über diesen Care-Gap, dass der die ganze Ursache für diese ganzen anderen, auch den Pay-Gap, der viel berühmter ist. Es bräuchte richtig eine Aufklärungskampagne und dann, so wie du sagst, Personal, das ist so Multiplikatorin, so wie Lehrerin. Ja, die müssen geschult werden und einfach wirklich da Aufklärung betrieben werden. Und auch, ich weiß nicht, ob es in der Hebammenschule da eine Sensibilisierung fürs Thema gibt, feministische Geburtsvorbereitung. So etwas gibt es noch gar nicht, oder? Nein, nächstes Thema. Gleichberechtigte Elternschaft ist ja nun auch kein Thema. Das sind Sachen, die man sich natürlich, indem man sich das aneignet, was gehört eigentlich mit dazu und sollte in die Aufklärungsarbeit gehen. In die Ausbildung. Und das ist ja genau das, was man in der täglichen Arbeit mit den Frauen hat, sieht, dass man einfach Partner und Partnerin mit einbezieht. Das ist ja jetzt hier kein Alleingang. Eine letzte Frage noch, die ich so habe, weil wir haben, ich denke, einen guten Überblick gegeben und so. Was ist so dein Tipp nochmal, gerade diese schwierigen Phasen, kennst du ja selber, vielleicht deine Tochter ist mittlerweile drei, aber so Schlafmangel, Stress, emotional, Achterbahnfahrt. Wie kann man trotzdem da in diesen schwierigen Situationen an Gleichberechtigung, an Kommunikation festhalten? Was hast du da als Therapeutin für uns Eltern mit Schlafmangel an der Hand? Als allerwichtigster Punkt, bevor wir überhaupt in so Gespräche gehen können, dass wir unsere Kraftquellen aufsuchen. Das ist, was ich so sehe, es ist viel auch die Freundinnen, das Umfeld, also ein stärkendes Umfeld, Und auch zu sagen, gut, ich gehe schwimmen oder ich mache nicht als Zeit für mich und Selfcare, sondern als Existenz erhaltene Maßnahme. Also das ist wirklich so zu sehen, was es ist in dieser ersten Zeit. Kraftquellen aufsuchen und dann Schritt für Schritt und ohne dieses große, wir sind nächstes Jahr dann bei 50-50, sondern ganz fehlerfreundlich und voller Selbstmitgefühl, wo wir herkommen. Ganz kleinschrittig, wie könnte ich den allerersten kleinen Schritt hier aus dieser Tür raus sozusagen, den gehen und dann den nächsten. Step by Step. Vielen Dank, liebe Johanna. Ja, es hat Spaß gemacht. Sehr viel Spaß gemacht und man merkt wieder, das ist einfach, wir müssen den Grundstein viel, viel früher setzen. Wir machen das alle Stück für Stück und dann wird es sich hoffentlich gut verbreiten. Danke für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg für deine wunderbare Arbeit. Alle wichtigen Informationen und vielleicht auch ein gutes Geschenk oder für euch auch selber zu lesen ist das Buch von Johanna. Ich verlinke euch alles in unseren Shownotes. Dankeschön. Vielen Dank. Music. Ich weiß nicht, wie ihr es empfunden habt, aber ich fand das Gespräch mit Johanna super. Es war einfach nochmal so ganz deutlich zu sehen, wo wir einfach nochmal rangehen müssen, wie wichtig die Kommunikation ist und dass es oft daran ja schon scheitert, dass wir einfach nicht gut im Kommunizieren sind, in Partnerschaften, Bedürfnisse zu äußern und wenn man gerade dann, dass man diese ganzen Themen, was Elternschaft betrifft, einfach schon bevor man einfach Eltern wird, für sich durchdenkt, für sich in seiner Partnerschaft, in dem man lebt, einfach, Lösungen findet, Ansätze, sodass, wenn man erstmal drinsteckt, ist das, finde ich, viel, viel schwieriger. Ich fand die Ansätze einfach gut, die sie genannt hat, dass man diese Verträge auch miteinander macht, damit es einfach auch eine andere Anerkennung gibt und auch, ja, dass man sich auch an solche Sachen hält. Also das fand ich super. Und auch nochmal, als wir darüber gesprochen haben, dass man vielleicht auch für dich gucken, lebe ich irgendwie das Familienmodell, was ich leben möchte oder gibt es irgendwie andere Ansätze? Fand es auch total spannend, wie sie berichtet hat, wie sie einfach zusammenlebt mit anderen Paaren in einer WG, um sich auch gegenseitig zu unterstützen, fand ich super. Ich glaube, da wird auch einfach... Dass wir da irgendwie immer noch sehr traditionell unterwegs sind und dass da bestimmt sich auch noch Möglichkeiten ergeben, wo man vielleicht einfach gucken könnte, wo auch man als Familie noch Unterstützung bekommt oder wie wir uns allgemein das Zusammenleben erleichtern können mit Familie. Das war eine Sache, die ich super interessant fand und einfach nochmal wieder zu sehen, dass das Thema gleichberechtigte Elternschaft einfach auch schon ins Bildungssystem muss, also dass wir einfach viel mehr da reingeben müssen, dass Gleichberechtigung einfach wichtig ist, dass wir Mädchen und Jungen nicht in Schubladen passen, sondern dass sie alle Möglichkeiten haben, das ist einfach nochmal so ein wichtiges Thema. Genau und ich danke euch, dass ihr wieder mit dabei wart bei dieser wichtigen Folge. Alle Infos habe ich euch ja schon während der Folge auch schon gesagt, packe ich euch in die Shownotes zu Johanna. Ihr Buch, wo ihr sie finden könnt, ihren Blog, ihren Podcast. Und jetzt wünsche ich euch erstmal eine gute Woche. Vielleicht guckt ihr auch mal bei euch und geht ins Gespräch mit eurem Partner, eurer Partnerin, wenn ihr euch in vielen Dingen wiedergefunden habt, in dem Gespräch, was ich heute mit Johanna geführt habe. Und guckt mal, wo ihr da auch für euch schon vielleicht Weichen stellen könnt, dass ihr da euch mehr gesehen fühlt und in eine Gleichberechtigung kommt. Und bevor wir uns nächste Woche wieder hören, gibt es natürlich jetzt für euch noch den Mythen-Check. Der Mythos, dass Kinder keine Hautfarben sehen, ist wissenschaftlich widerlegt. Studien zeigen, dass Kinder bereits im Säuglingsalter Unterschiede in Hautfarben wahrnehmen können. Eine Untersuchung ergab, dass weiße Babys länger Bilder von weißen Gesichtern betrachten, während schwarze Babys schwarze Gesichter bevorzugen. Diese Präferenz wurde jedoch nur bei Säuglingen beobachtet, die in einer homogenen Umgebung mit Menschen ihrer eigenen Hautfarbe aufwuchsen. Kinder, die sowohl mit weißen als auch mit schwarzen Menschen regelmäßig in Kontakt kamen, zeigten keine solche Bevorzugung. Ab etwa drei Jahren beginnen sie, gesellschaftliche Stereotype zu verstehen und zu übernehmen, was ihre Wahrnehmung von ethnischen und kulturellen Unterschieden prägt. Forschungsergebnisse betonen, dass Kinder nicht farbenblind geboren werden, sondern durch soziale Einflüsse lernen, wie sie diese Unterschiede bewerten. Es ist daher essentiell, früh über Vielfalt zu sprechen und Kindern zu vermitteln, dass Hautfarben zwar unterschiedlich sind, aber keinen Wertunterschied bedeuten. Schweigen verstärkt Vorurteile, aktive Aufklärung hingegen fördert Toleranz. Alles Liebe und bis nächste Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissy Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther Sounddesign und Postproduktion Milan Fai.