Music. Hallo und herzlich willkommen. Es ist heute wieder Dienstag und heute gibt es wieder eine neue Folge von mir, von Sounds Familie. Und heute habe ich ein ganz tolles Thema für euch, für uns, was mich natürlich auch selber, ihr wisst ja, es sind immer Themen, die mich selber sehr beschäftigen und wo ich einfach noch mehr wissen will. Heute soll es um Lernschwierigkeiten gehen. Es ist einfach so, wenn man Schulkinder hat, gerade erste Klasse, zweite, dritte, die Grundschule ist ja wirklich sehr prägend. Ich hatte meine großen Kinder in Corona-Zeiten in den wichtigsten Jahren in der Grundschule, wo sehr viel Unterricht natürlich ausgefallen ist und wir zu Hause Homeschooling hatten und das war keine einfache Zeit und da ist mir erstmal wieder bewusst geworden, wie schwierig das eigentlich ist und auch was man da für Herausforderungen hat. Und gerade wenn Kinder vielleicht auch nicht so einfach lernen und da einfach ihre Schwierigkeiten mit haben. Es gibt ja wirklich 50 Prozent der Kinder, da läuft das total easy und dann gibt es halt 50 Prozent, wo man einfach noch ein bisschen genauer hingucken soll. Und ich habe mir heute da eine ganz tolle Gästin für eingeladen, mit der ich das Thema wirklich mal einmal Deep Dive mache, also mit der ich richtig reintauche und wo ihr vielleicht auch für euch rausziehen könnt, wenn ihr merkt, mein Kind hat da vielleicht auch ein paar Schwierigkeiten. Was muss ich tun? Worauf sollte ich achten? Wen spreche ich an? Was ist dann der richtige Weg? Ja, und ich habe auch wieder eine E-Mail von euch bekommen, von einem Hörer, der mir auch seine Sorgen dazu geschrieben hat oder das ihn gerade beschäftigt und die würde ich euch gerne einmal vorlesen. Liebe Sissi, mein Sohn ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Das Thema Hausaufgaben sorgt bei uns zu Hause regelmäßig für großen Frust auf allen Seiten. Zum Verständnis hier einmal ein konkretes Beispiel. Beim Abschreiben eines Satzes unterläuft ihm ein Fehler. Ich mache ihn darauf aufmerksam, doch auch beim erneuten Abschreiben und Verbessern macht er genau den gleichen Fehler wieder. So geht das mehrere Male. Erst wenn ich hinter ihm stehen bleibe und jede einzelne Buchstabe mitspreche, schafft er es, das Wort richtig zu schreiben. Ich verliere dabei schnell die Geduld, weil ich nicht verstehe, wo das Problem liegt und das Gefühl habe, er konzentriert sich einfach nicht. Dabei sage ich dann aus Frust auch mal so Sätze wie, stell dich nicht so an oder das ist doch nicht so schwer. Mein Sohn bekommt nachvollziehbarerweise schlechte Laune, wirft irgendwann den Stift hin und hat keine Lust mehr. Wie schaffe ich es, meinen Sohn in solchen Situationen zu unterstützen, ihn durch die Herausforderung zu begleiten, ohne selbst wütend zu werden? Liebe Grüße Till. Ich glaube, jeder, der Schulkinder hat, kennt solche Situationen, wo man einfach selber denkt, mein Gott, das ist doch nicht so schwer. Und dann natürlich auch der stressige Alltag, der auch immer mit hinzukommt, gerade vielleicht auch, wenn noch mehr Kinder da sind. Und einer will immer was und sich dann auch die Zeit zu nehmen, sich mit einem Kind wirklich in Ruhe und ohne seine tausend To-Dos im Kopf. Ich kann das total nachvollziehen, weil es einfach viel ist, sich da wirklich die Ruhe zu nehmen und dann auch ganz bewusst diese Aufgaben zu machen und weil es einfach auch oft sehr viele Themen sind. Und deshalb habe ich mir da eine Expertin heute eingeladen und die uns genau diese Fragen einfach heute beantworten kann. Und ich freue mich sehr, dass Natascha Eliasson heute bei mir ist. Natascha ist Sonderpädagogin, Lernteuropäutin und Autorin und ich freue mich, dass du heute da bist. Erstmal ein herzliches Hallo. Ja, hallo und danke für die Einladung. Du hast es eben schon gemerkt bei dieser E-Mail, das ist natürlich, also so geht es mir auch oft, dass man halt einfach die Ruhe braucht, um dann halt die bestimmten Aufgaben zu machen. Aber ich glaube auch einfach die größte Frage ist immer so, wie kann ich eigentlich herausfinden, dass mein Kind vielleicht Lernschwierigkeiten hat. Also, dass es einfach nicht so einfach geht, wenn ich tausendmal daneben sitze. Weil das war jetzt, glaube ich, hier in der E-Mail eher so die Situation, dass beide angespannt sind, beide wollen es fertig kriegen, aber dann ist so viel Spannung, dass da einfach gar nichts mehr läuft und das Gehirn auch einfach zumacht, oder? Genau, das ist richtig. Und ich finde diesen Spruch, den ich immer sage, auch bei den Eltern. Man lernt am besten da, wo du dich wohlfühlst. Oder halt auf Englisch, you only learn from those you trust. Und ich glaube, das ist so wichtig, dass man sich wohlfühlt und sicher fühlt und vor allem in dieser Beziehungsebene zu Hause diese Umgebung zu schaffen, wo ja Fehler erlaubt sind und das ist okay, aber ich kann das sehr, sehr gut verstehen bei Eltern, dass die irgendwann... Ihr Geduld verlieren und Wissen einfach nicht weiter. Und ich glaube, das ist ganz gut, immer hinzuhalten und zu überlegen, okay, was sind meine Ansprüche und Angst? Weil es ist natürlich erst mal zu gucken, okay, ein Kind hat einen Fehler gemacht, was ist so schlimm daran? Und es wird dann nie was lernen oder halt bei der Rechtschreibung, okay, das Wort wird immer falsch geschrieben und mein Kind wird es dann nie das richtige Wort hinkriegen. Und ich glaube, dass man da nochmal stoppen muss und sagen, okay, was ist genau das Thema bei mir? Ist es, dass ich selbst halt wirklich keine guten Erfahrungen in der Schule hatte? Wie schaffe ich dann zu Hause sozusagen auch eine gute Situation? Also was ist deine Empfehlung als Lerntherapeutin? Also Hausaufgaben ist ja immer ein Riesenthema, muss man machen. Besser ist es natürlich, wenn es nicht so viel ist. Es gibt ja meistens so Wochenhausaufgaben. Also was ist deine Empfehlung, wie wir da als Eltern am besten mit umgehen und gerade halt vielleicht auch bei Kindern, die nicht so viel Lust dazu haben. Es gibt ja auch solche, die einfach sagen, ja, mache ich jetzt, zack, zack, zack und bin damit durch. Also denen ist einfach einfacher, es geht ja eher darum, die gut zu begleiten, die halt einfach Schwierigkeiten haben, alleine, selbstständig und vielleicht das auch einfach hinzukriegen. Also was sind so die Dinge, die wir als Eltern beachten sollten? Ja, ich glaube, es ist ganz gut, auf jeden Fall den Plan zu haben und zu sagen, okay, diese Woche, lass uns ein Ziel setzen, die wir gemeinsam überlegen können. Und zwar schrittweise, dass die Kinder auch sehen können, okay, das ist zeitlich begrenzt. Also das gebe ich immer aus Empfehlungen. Wir machen erst mal zehn Minuten und dann eine Pause. Das ist auch sehr, sehr wichtig für Kinder zu wissen, wie viel muss ich schaffen, was ist wirklich wichtig und warum muss ich das überhaupt machen. Vielleicht nochmal diese Frage dahinter, das zu erklären mit dem Kind, warum das auch wichtig ist, die Hausaufgaben zu machen. Und ich glaube, es ist auch sehr, sehr wichtig, wenn es immer einen Kampf gibt, mit der Klassenlehrerin oder Lehrer zu sprechen und genau rauszufinden, warum ist das halt schwierig. Ist es auch im Unterricht so, dass das Kind da Schwierigkeiten hat? Ich glaube, viele Eltern trauen sich nicht, auch wirklich offen mit der Lehrkraft zu sprechen und zu sagen, okay, es ist wirklich gerade schwierig zu Hause, können wir vielleicht nicht irgendwie gucken, dass wir das ein bisschen reduzieren. Weil ich glaube, die haben auch sehr gute Tipps, wie man das gut schaffen kann. Es ist, glaube ich, immer so ein bisschen diese Hürde zu überspringen, dass ich das Gefühl habe, ich zeige Schwäche, also dass es einem schwerfällt und dass sich dann vielleicht auf die Bewertung sozusagen ausübt. Also das ist glaube ich so dieser, und auch wahrscheinlich auch so bei Lehrern ist es ja anders als bei Kindern, also gerade wenn man so in die Grundschule kommt, ist ja schon wieder so, es ist ja eine andere Distanz, also von Kindergarten auf Schule, dass man erstmal denkt so, okay, man hat da ja schon eine andere Distanz, auch diese Sachen zu besprechen. Ja, das stimmt. Aber ich muss sagen, als ich in der Schule gearbeitet habe und wir mit Eltern gesprochen hatten und die gesagt haben, du, wir kommen echt nicht weiter, Natascha, wir brauchen da Unterstützung. Wir haben jetzt Die Lehrer oder die Eltern? Wie meinst du das? Also die Eltern. Wenn die Eltern ins Gespräch kommen und sagen, wir kommen nicht weiter das war nie für uns ein Thema und gesagt haben, was sind das für blöde Eltern das ist eher, wenn das Kind gar nicht weiterkommt und die Eltern da gar nicht mit uns ins Gespräch kommen. Das fand ich viel schwieriger, weil man kommt auch auf eine ganz andere Ebene, wenn man so eine Art Verletzlichkeit, zeigt und auch die Lehrkräfte auch zu zeigen, dass das auch wertgeschätzt wird, also auch eine Rückmeldung zu bekommen und dass die auch die Experten sind. Also von meiner Erfahrung ist tatsächlich immer sehr positiv, wenn man das auch zeigt und sagt, hey, ich fand echt gerade schwierig, ich kann, wir brauchen Unterstützung. Und ich weiß, dass diese Hürde sehr, sehr groß ist für viele Eltern, aber da gibt es wirklich, ja, die Lehrkräfte haben nicht immer Zeit dafür, aber ich, ja. Das wäre erst immer der erste Schritt. Ja, das und genau, natürlich halt zu Hause eine Umgebung zu schaffen, wo halt, Wo Kinder keine Angst vor Fehler haben. Das ist halt ein sehr, sehr großer Ansatz, was ich halt auch immer gerne weitergebe. Das ist halt auch wichtig für Kinder, damit die sich wohlfühlen und sicher fühlen. Dass die auch wissen, dass Eltern auch nicht perfekt sind. Ich glaube, ich kenne das selbst auch von, dass ich auch lange als Kind immer dachte, meine Mutter ist perfekt, sie schafft das alles und ich wollte dann auch immer zeigen, was ich alles kann. Und ich glaube, es ist ganz wichtig, dass man auch Fehler macht und auch lernt. Und dass man auch irgendwie zum Beispiel so was kocht und ein neues Rezept probiert und zeigt, hey, das hat doch nicht geschmeckt, was kann ich jetzt irgendwie anders machen. Und dann können auch Kinder sehen, oh okay, guck, wir lernen zusammen und wir machen ja auch Fehler und wir müssen einfach mit der Übung, wird es dann irgendwann und das wird dann irgendwann besser. Aber besonders für Kinder mit Lernschwierigkeiten, es brauchen die umso mehr Übungen und andere Strategien auf jeden Fall. Und dass der Schreibtisch wahrscheinlich auch nicht immer der Ort ist, wo man lernt, also dass man da halt auch guckt. Also ich habe zum Beispiel ein Kind, die hat so eine. So ein großes Tuch, so ein Netz in ihrem Zimmer und die muss einfach eigentlich immer in Bewegung bleiben. Ja, das ist toll. Und dass sie sich einfach da reinlegt und da hatten wir auch damals, als sie mal eine Zeit lang bei der Ergotherapie, das ist das erste, was sie uns empfohlen hat, sie kann nicht am Tisch sitzen und lernen, sondern einfach in Bewegung. Und auch jetzt mache ich immer mit ihr so, dass sie, die schlägt am liebsten Rad und macht ihren, was weiß ich, Flickflack und ich frage sie dabei Sachen ab. Also das ist einfach da so seinen Weg zu finden. Aber ich glaube dadurch, dass die meisten Menschen einfach anders aufgewachsen sind, man sitzt am Tisch und dann lernt man, ist das natürlich da auch so sein. Das wird gemacht werden, ja. Ja und vielleicht hilft es manchmal, dass man dann irgendwie nebenbei sitzt und was eigenes macht. Also dass man nicht so über den Schulter guckt und irgendwie schaut, okay, das und das muss richtig sein, weil dann natürlich, dann fühlen sich die Kinder auch nicht unbedingt wohl. Das ist auch immer so hilfreich, dass man eine andere Beschäftigung sucht oder wenn es gar nicht mehr geht, auslagern. Du hast ja gerade gesagt, du hast auch in der Schule gearbeitet. Also kannst du mal erzählen, was deine Aufgabe sozusagen war? Weil das ist ja, glaube ich, nicht jede Schule hat leider so ein Glück, jemanden wie dich in der Schule zu haben. Genau, ich habe als koordinierende Sonderpädagogen gearbeitet. Das heißt, ich war dafür zuständig, die Kinder mit dem Förderschwerpunkt zu unterstützen und ich habe sehr eng mit Integrationserzieher gearbeitet und war eine beratende Tätigkeit. Das heißt, ich habe halt viel in Klassen hospitiert und geschaut, okay, was braucht das Kind jetzt zum Lernen? Und bevor überhaupt eine Diagnose kam, war ich als Ansprechperson da, um die Kinder gut zu begleiten und auch die Eltern und Lehrkräfte, weil viele Lehrkräfte, die schaffen das nicht, die Kinder so individuell zu begleiten im Unterricht und sind oft sehr überfordert. Und es war wirklich sehr, sehr toll, so als System dann alle zu unterstützen. Aber das hat doch nicht jede Schule. Das hat nicht jede Schule. Aber jede Schule soll, wenn Kinder zum Beispiel mit Förderschwerpunkt da sind, haben die schon ein Recht auf sonderpädagogische Maßnahmen oder Stunden. Natürlich ist das Problem, dass es in Deutschland sowieso den Lehrermangel gibt. Auch die Stunden, die wir hatten, das war nie genug für die Kinder da. Und ja, es ist halt auf jeden Fall, eigentlich sollen alle Schule jetzt, wenn man jetzt Richtung Inklusion gehen möchte, dass Sonderpädagogen auch in Schulen arbeiten, auch Lerntherapeuten. Ich glaube, wir müssen nochmal einen Schritt zurückgehen für die Menschen, die einfach nicht ganz genau wissen, weil das hört sich jetzt ja nach, wenn man Sonderpädagogik, dann denkt man eher sozusagen, es geht ja wirklich darum, dass Kinder einfach mit spezifischeren Lernschwierigkeiten, denke ich, also nochmal um das zu verstehen. Also Kinder gehen in die erste Klasse, zweite Klasse und es werden ja immer so, also das erinnere ich noch dran, es werden immer so Schreibproben. Also in Mathe gibt es ja diese, dass die einfach so Proben nehmen und dann gucken halt bei den Kindern, wo was auffälliger ist, dass man da halt einfach mit den Eltern spricht oder sich einfach erstmal so, wie du jetzt sagst, also bei dir wäre es ja in der Schule so gewesen, dass du damit hinzugezogen wurdest, oder? Genau, also ich habe ja nicht nur für die Kinder mit Förderschwerpunkt zum Beispiel Kinder mit Autismus oder Förderschwerpunkt lernen. Ich habe auch die Kinder mit Leserechtschreibschwäche unterstützt und Rächenschwäche. Wie finde ich das raus? Also ich würde so gerne, das ist mir so wichtig, wenn wir jetzt hier heute sitzen, weil ich finde, man hört das immer so ein bisschen LAS, Dyskalkulie, aber keiner weiß so richtig, was bedeutet das, wenn halt dann die Diagnose und es ist immer so diese, da muss man sich erstmal belesen, weil man bekommt keinen Leitfaden als Eltern und deshalb war mir diese Folge heute mit dir so wichtig, dass wir einfach mal gucken, okay, Wie wird das überhaupt festgestellt? Wie das festgestellt wird, auf jeden Fall. Also ich finde, man kann das schon relativ früh schon in der ersten Klasse Anzeichen dafür sehen. Also das heißt, sagen wir mal, das Kind lernen zu schreiben und lesen. Und es fällt dem Kind wirklich sehr, sehr schwer, Buchstabe und Laut zu Ordnung. Also das heißt, es vergisst, wie die Buchstaben aussehen oder Mitte, Ende, ersten Klasse kann jetzt nicht irgendwie als ganzes Wort lesen, sondern immer noch buchstabenweise lesen. Und das heißt, dass wenn diese Schwierigkeiten länger andauern, muss man genauer schauen. Diese Diagnose, das ist wirklich ein bisschen das Problem. Also wie lange wartet man, bis man eine Unterstützung bekommt? Und in vielen Schulen sollen die eigentlich prozessbegleitende Diagnostik machen. Das heißt, die machen Schreibproben, die schauen halt, wie die Kinder rechnen. Aber nicht alle Schulen und nicht alle Bundesländer machen das. Also hier in Berlin sind die verpflichtet, solche Lernstandsdiagnostik zu machen. Ist das schon mal gut? Genau, ist schon gut. Die Hamburger Schreibkurve benutzen viele. Sonst ist ja hier eigentlich eher weniger, was hier passiert. Aber ich finde, wenn ich das auch von anderen höre, ja, in Berlin ist es zumindest, dass man schon genauer geschaut wird, okay, wo steht das Kind und wann müssen wir genauer schauen. Und man sagt also zumindest, wenn da eine Förderung gibt bis sechs Monate und man keine Fortschritte sieht. Das heißt, das Kind hat immer noch Schwierigkeiten und hat Förderanträger bekommen oder irgendwelche Differenzierungen. Dann kann man schon oder man soll auf jeden Fall weiterschauen. Okay, was heißt dann weiterschauen? Weiterschauen. Die Frage ist, was bringt eine Diagnose? Und ich finde, eine Diagnose ist sehr, sehr wichtig. Ich glaube, viele Eltern haben da ein bisschen Angst davor, aber zumindest in Schulen wird es, und ich bin eher dagegen, weil die sagen, ja, wir warten, bis das Kind jetzt in der dritten Klasse ist und dann kann man eher irgendwie was machen. Und dann kriegt man eine bezahlte Lerntherapie zum Beispiel. Aber das Problem ist, das Kind sitzt vielleicht schon in der ersten Klasse und merkt, Dass es halt wirklich beim Rechnen Schwierigkeiten hat, beim Lesen und Schreiben. Und eigentlich muss man viel früher mit der Führung auch anfangen. Und das heißt mit oder ohne Diagnose. Es geht ja darum, das Kind auch zu stärken. Damit einfach sein Selbstwertgefühl nicht gleich im Keller. Genau, weil das Problem ist, Kinder kommen in die Schule. Und das ist erst der Ort, wo das Kind sich vergleicht mit anderen. Es sitzt da und sieht, okay, alle anderen sind schneller als ich. Und ich schaffe das einfach nicht und das Kind macht zu. Und ich glaube, das ist wirklich fatal. Und das habe ich, als ich in der Schule gearbeitet habe, gesehen und mitbekommen. Und das werde ich nie vergessen, dass ein Mädchen, sie hatte wirklich Schwierigkeiten beim Rechnen und saß im Unterricht und einfach mit dem Kopf auf den Tisch und hat einfach gesagt, ich bin dumm. Und das war so schlimm für mich zu sehen. Und genau, das war halt, dass man dort wirklich früh anfangen muss, wenn man schon merkt, also wenn man als Elternteil merkt. Wie reagiere ich als Eltern auch, wenn mein Kind einfach sowas sagt, ich bin dumm? Ja, also es ist erstmal, was macht es mit mir aus? Weil das hat bei mir wirklich halt, das war total schwierig für mich, das anzuhören, weil ich das selbst von der Schule damals, also ich mache diesen Beruf auch, weil ich wirklich eine schwere Zeit in der Schule hatte und das selbst als Glaubenssatz hatte. Ich bin dumm, ich schaffe das nicht und ja, das wird eher nichts. Und ich glaube, das hat sehr, sehr viel mit mir auch ausgemacht und ich glaube, für Eltern ist es sehr, sehr wichtig, wenn die sowas hören, wenn das Kind sagt, oh Mama, ich schaffe das doch gar nicht, ich bin dumm und was sind meine Angst da, was passiert denn, wenn mein Kind das sagt? Und dann erstmal finde ich das sehr, sehr wichtig, diese Gefühle erstmal anzunehmen und unsere eigenen Gefühle aber auch von dem Kind. Das heißt nicht zu sagen, nee, das stimmt doch gar nicht oder kannst du das sagen, du bist schlau, du kannst das und das und das, sondern erstmal, was ist da los oder irgendwie. War irgendwas in der Schule oder warum sagst du das? Warum glaubst du das? Und dann auch die nochmal zu stärken und zu sagen, das ist auch okay, solche Gefühle zu haben, aber wir wollen auch schauen, du hast so viele Stärken. Aber ich glaube so als erster Schritt, wenn man sowas hört, und das passiert sehr, sehr oft, vor allem bei Kindern, die Lernschwierigkeiten haben, dass man erstmal diese Gefühle anzunehmen und dann nicht zu sagen, nee, das stimmt doch gar nicht. Weil wir kennen das selbst als Kind, wenn wir irgendwie wütend waren und sonst was, die Gefühle waren, oft nicht erlaubt. Und das finde ich so wichtig, die dann, also das einfach, das ist gerade echt schwierig. Also auch wenn die zum Beispiel Fehler machen oder irgendwas, ist schwierig, dass man dann nochmal sagt, ja, dass alle Gefühle sind gut und die sind erlaubt. Ich habe auf deinem Instagram-Kanal ein schönes Video von dir gesehen. Um auch zu stärken, du hast es zwei Gläser und das eine schon, das kann ich noch nicht, das kann ich schon. Und dass man so ein Kind auch symbolisch einfach zeigt, guck mal, das sind einfach schon ganz viele Sachen, die du schon richtig gut kannst und das sind die, die man auch lernt. Also um das einfach mal so bildlich zu haben, das fand ich ganz schön. Einfach kannst du vielleicht auch nochmal erklären, wie man einfach so diesen Growth Mindset, das ist ja auch so dein Thema auf deiner Seite, wie man das einfach täglich stärkt. Es bringt ja auch nichts zu sagen, nein, du bist nicht dumm, du bist total super, sondern einfach auch realistisch einfach zu zeigen, hey, das kann ich, das muss man lernen und dass man sie halt einfach motiviert. Und das ist einfach, wie du gerade sagst, wenn wir erst in der dritten Klasse anfangen, da wirklich in die Therapie zu gehen und in der ersten Klasse haben sie schon einfach das Defizit immer und sie merken einfach so, sie sind vielleicht nicht so wie die anderen und dann drei Jahre zu warten, das ist natürlich einfach, das macht ja was mit den Kindern. Genau und ich glaube vor allem in der ersten Klasse kannst du super mit Growth Mindset auch anfangen. Also was überhaupt Growth Mindset ist, das ist in vielen Ländern schon oder in englischsprachigen Ländern auf jeden Fall sehr bekannt, schon in Schulen. Und das kommt von der Psychologen Carol Dweck und sie hat sehr viele Forschungen zum Thema Motivation, erlernte Hilflosigkeit. Und sie hat tatsächlich eine Studie gemacht, die super spannend ist. Und sie hat zwei verschiedene Gruppen gehabt und eine Gruppe hat ein Puzzle bekommen. Also beide Gruppen haben ein Puzzle bekommen und die Gruppen haben verschiedene Feedback zu der Anstrengung bekommen. Und die eine Gruppe, die haben Feedback bekommen, dass sie sich wirklich angestrengt haben und Mühe gegeben haben, also eher über die Anstrengung. Und die andere Gruppe haben Feedback bekommen, also über Intelligenz. Das heißt, die sind richtig schlau und schaffen das schon. Und die Gruppe, die Feedback zu der Anstrengung bekommen haben, haben weitergemacht und noch was Schwieriges probiert. Das hat dann Carol Dweck als Growth Mindset so genannt. Und diese andere Gruppe meinte, okay, wenn man eher über Intelligenz, dass das dann lobt, dass die Gruppe dann halt nicht, die haben dann nicht weitergemacht und die wollten nicht schön, genau, sie wollten jetzt nicht schönes machen, weil die wollen ja nicht irgendwie zeigen, dass die dann doch nicht schlau sind. Und es gibt sehr viele Studien dazu und ich finde auch Carol Dweck, sie hat super Videos zu dem Thema. Aber Growth Mindset oder Wachstumsdenken bedeutet tatsächlich, dass man wirklich Fehler als Helfer sieht und es ist sehr, sehr wichtig, dass Eltern... Wirklich halt die Anstrengung zu loben und nicht, also das ist eigentlich so als Ansatz zu sagen, okay, guck mal, du hast dich richtig angeschenkt und sie Mühe gegeben und das schaffen wir schon. Also wie man Feedback gibt, ist wirklich halt ein Ansatz. Also nicht zu sagen, dass ich so, du bist ja total schlau, sondern einfach zu gucken, dass man einfach der Weg dahin. Der Weg dahin ist wichtig, aber ich glaube, wie ich am Anfang auch gesagt habe, das ist auch sehr wichtig, auch Kinder zu zeigen, dass wir nicht perfekt sind und dass wir auch Fehler machen und wir sind auf einer Lernkurve, alle. Deshalb sind ja Noten auch einfach ganz schön schwierig. Noten sind sehr schwierig. Es ist auch sehr, sehr schwierig mit dem Ansatz auch für Kinder mit Lernschwierigkeiten, weil die eher, man sagt, die bekommen zwei bis drei Mal mehr negativen Feedback als andere Kinder, die keine Lernschwierigkeiten haben. Aber ich glaube, wenn man früh schon damit anfängt, dann ist es auf jeden Fall sehr hilfreich. Ja, gerade wenn man auch einfach so mit so Testsituationen einfach auch Probleme hat, weil es ist eine Momentaufnahme, diese eine Note. Und wenn du dann einfach einen schlechten Tag hast, das ist aber sonst eigentlich dich halt einfach gut. Es gibt ja auch wie bei Erwachsenen, die sind einfach, sagen wir mal, also gute Ärzte jetzt nochmal so zum Beispiel. Und dann haben die aber einfach so Prüfungsangst und sind da einfach, das ist ja einfach schwierige Situation. Deshalb finde ich das auch immer mit den Noten einfach, die beschreiben halt eine Momentaufnahme, aber nicht mein Kind, wie es die anderen Tage halt ist. Ja, ich kann dir auch meine Noten zeigen. Ich hatte auf jeden Fall drei und vier in der Grundschule und meine Mutter war trotzdem, also da war jetzt nicht sehr viel Druck und ich habe trotzdem ein Masterstudium geschafft. Und beim Arbeitgeber wollen die jetzt auch nicht meine Noten sehen noch von der Schule. Also da sind auch die sozialen Kompetenzen auch sehr, sehr wichtig. Und dass man, ich würde mal sagen, sehr, sehr wichtig ist die Soziale. Und das habe ich auch eher so das Gefühl. Also ich meine, dass. Und das beschreibt ja nicht, was ich dann nachher im Leben wirklich mache. Natürlich wissen wir, dass wir irgendwie schreiben lernen und rechnen, also dass man so die Grundsachen, aber das kennt glaube ich jeder aus der Schule, dass man den großen Teil, den man eigentlich gelernt hat, auch nicht weniger braucht. Ich würde gerne nochmal mehr auf dieses, weil 5 bis 10 Prozent, sagt dem Patient hier meine Statistik, der Kinder haben eine Leserechtschaftssträche. Also LRS ist das, wovon wir immer hier gerade geredet haben. Digasthenie. Also für Häufigkeit von 5 bis 10 Prozent. Ist das auch so dein Eindruck? Also ich habe eher das Gefühl, ich weiß nicht, ob früher keiner darüber gesprochen hat, aber ich habe immer das Gefühl, es sind eigentlich mehr Kinder jetzt oder war es einfach vor ein paar Jahren noch nicht so ein Thema? Also ich war da so, also das heißt ja, dass man Schwierigkeiten beim Lesen, das hast du ja schon beschrieben, beim Schreiben und Verstehen von Texten hat und dass diese Kinder natürlich auch eine besondere Aufmerksamkeit brauchen. Ich habe auf jeden Fall das Gefühl, das sind mehr Kinder. Man muss halt immer schauen, also wenn man halt allgemein von Lernschwierigkeiten, wenn man davon spricht, man muss ja auch die äußeren Faktoren auch bedenken. Also das heißt, war das Kind krank oder sowas oder hat im Unterricht nicht lange gefehlt. Das heißt, man kann nicht immer automatisch von spezifischen Lernschwierigkeiten sprechen. Also da muss man halt andere Tests, also es ist wirklich halt sehr umfangreich zu gucken. Aber ich habe auf jeden Fall das Gefühl, dass es mehr und mehr Kinder gibt, die da Schwierigkeiten haben. Und vor allem nach Corona ist es halt ziemlich gravierend. Aber du hast gesagt, in der ersten Klasse wird noch gar nichts gemacht. Also da wird geguckt. Eigentlich sagst du ja, dein Ansatz wäre gut, wenn man da einfach schon merkt, dass man die Kinder besonders unterstützt. Das wäre ja sozusagen dein Job als Lerntherapeutin. Das wäre toll, ja. Also in der ersten Klasse, wenn es wirklich eine Möglichkeit geben würde, dass die Kinder auch dort Förderentür bekommen. Das heißt, die Kinder, es gibt halt sowieso den, Lehrkräfte sollen differenzieren, das ist sehr, sehr schwierig, aber es gibt immer ein paar Kinder, die wirklich mehr Zeit brauchen und nicht nur mehr Zeit, sondern die brauchen auch andere Methoden. Das heißt, die brauchen das viel, viel spielerisch und die können nicht da sitzen und alles ausfüllen, sondern der Ansatz auch bei mir war sehr, sehr viel durch Spielen. Also waren wirklich halt zum Beispiel die Leserutsche, wo man zwei Buchstaben hat und man führt die zusammen. Oder halt beim Rechnen, dass wir halt sehr, sehr viel erstmal mit Material gearbeitet haben. Und ich habe tatsächlich auch von manchen Eltern höre ich, dass das im Unterricht auch gar nicht stattfindet, dass die Kinder dürfen ja nicht mal mit Material arbeiten. Also das wäre auch richtig toll, auch zu Hause, dass man das Lernen auch durch Spielen fördern kann. Aber man merkt schon auf jeden Fall in der ersten Klasse Kinder, die eigentlich eine Leserichtschreibschwäche haben. Da muss ich hellhörig werden als Eltern, wenn ich einfach merke, dass sie Wörter, also Silben wahrscheinlich noch nicht so gut zusammenziehen können. Also dass sie einfach wirklich Probleme haben, erste Wörter zu lesen. Weil ich finde ja auch immer so, wie du sagst, je eher ich einfach da auch rangehe, so weniger muss mein Kind ja auch leiden. Richtig, also genau, Buchstaben zusammenziehen oder laut Buchstabenzuordnung, die vergessen immer wie... Die Buchstaben aussehen. Das ist alles aber noch normal. Ich glaube, es ist einfach, wie gesagt, auch wichtig, da erstmal das Selbstbild zu stärken. Das ist wirklich an erster Stelle sehr, sehr wichtig, damit die auch weitermachen. Und dann weiter zu schauen, okay, habe ich das Gefühl, dass das Kind wirklich keine Fortschritte macht. Weil das war auch im Förderunterricht und wenn ich mit Kindern arbeite, die wirklich spezifische Lernschwierigkeiten haben, die Fortschritte sind im Vergleich zu anderen sehr, sehr, sehr klein. Und was man auch bedenken muss, dass Kinder besonders mit Lernschwierigkeiten wie Dyskalkulie, Lese-Rechtschreib-Schwäche, die haben von dem Arbeitsgedächtnis Einschränkungen, Schwierigkeiten. Das heißt, ganz oft sagen die Kinder, ich habe es wieder vergessen. Und es ist auch so, was bei Eltern dann auch, die verstehen das nicht. Ich habe das doch letzte Woche erklärt. Und die Kinder, die sagen ja auch oft bei mir in der Förderung so. Ich habe es ja wieder vergessen. Und die Kinder können nichts dafür. Das heißt, es ist halt vom Gehirn auch, die sind da eher eingeschränkte. Und das ist super frustrierend für die Kinder. Und das muss man einfach immer, dass die Kinder, die müssen nicht 10, 20 Mal mehr üben, sondern wirklich viel, viel mehr als anderen Kindern. Und dann auch mit der Erklärung, okay, Gehirn funktioniert ein bisschen anders. Aber das muss man auch noch bedenken, dass die brauchen einfach viel, viel länger. Und deswegen muss man genau schauen, okay, ist da eine Förderung stattgefunden? Hat das Kind wirklich immer noch Schwierigkeiten und dann noch genauer zu schauen, mit der Lehrkraft zu sprechen zum Beispiel, wie ist das im Unterricht? Aber in der Schule wird die Diagnostik ja nicht gemacht. Also habe ich sozusagen, ich bekomme jetzt die Prognose, hier in Berlin, die Hamburger Schreibprobe ist auffällig. Also die Lehrer melden sich und sagen, hier ist jetzt trotz, nachdem wir das und das gemacht haben, ist einfach auffällig. Wie geht es dann weiter? Also jetzt gerade bei LRS, also was muss ich als Eltern tun oder regelt das die Schule? Ja, also wünschenswert wäre Förderunterricht in der Schule. Aber es kommt immer erstmal Förderunterricht. Es wird gar nicht erst am Anfang gleich getestet. Ich bin schon wieder viel zu schnell hier. Ja, aber es ist halt super schwierig. Also zum Beispiel, okay, die sagen, dass die warten meistens für eine Diagnose erst in der dritten Klasse. Weil die sagen ja, okay, die Kinder, die brauchen erstmal Zeit anzukommen und so weiter. Aber sie sind jetzt in der dritten Klasse. Genau, in der dritten Klasse. Was wäre da dann? Es gibt meistens zwei verschiedene Möglichkeiten. Man könnte als Elternteil erstmal geht man zu der Kinderärztin oder Kinderarzt und beschreibt, dass man halt da, was man beobachtet und auch die Rückmeldung von der Schule. Und dann kriegt man hoffentlich eine Überweisung zum kinder- und jugendlichen Psychotherapeuten. Es gibt verschiedene Stellen, je nachdem, in welchem Bundesland man wohnt. Aber ein Jugendtherapeut, äh Jugend... Genau, die können sowas... Die diagnostizieren sowas. Diagnostizieren. Okay. Und man kann es aber viel früher machen. Also wenn man das privat testen möchte, also halt jetzt nicht irgendwie zu warten, dass die Schule das übernimmt. Die Schule macht das ab der dritten Klasse, dann kann man so einen Kinderarzt gehen. Genau, die Schulpsychologischen Dienst und das haben eigentlich alle Schulen. Okay. Genau. Als Elternteil, wenn man früher das machen möchte, also vielleicht eher so ab der zweiten Klasse und damit es schneller geht, kann man das auf jeden Fall privat machen. Das heißt, also immer an erster Stelle der Kinderarzt. Aber wenn ich jetzt zum Kinderarzt gehe und sage, ich habe ja das Gefühl, mein Kind hat hier Probleme und er stellt mir dann eine Überweisung aus, dann wird es doch auch übernommen, oder nicht? Genau, das ist ja. Also Privattesten meine ich, dass es nicht von der Schule übernommen wird, sondern eigene Initiative. Eigene Initiative, genau. Und hoffentlich wird man da unterstützt. Und dann ist es immer gut, alle möglichen Sachen mitzunehmen von der Schule, was bisher gemacht worden ist. Und dann kann man diese Diagnose dann... Genau, dann wird so eine Testung durchgeführt. Also das sind ja mehrere Frageburgen, wo auch... Genau, es sind mehrere Sachen. Und IQ-Test wird oft gemacht. Das ist auch wichtig zu wissen, weil es gibt ja die spezifischen Lernschwierigkeiten wie LRS, Dyskalkulie. Und dann gibt es allgemeine Lernschwierigkeiten. Und da geht es eher Richtung IQ. Und um eine LRS oder Dyskalkulie festzustellen, Du musstest vom IQ-Wert in eine normale, also ja. Also ich hatte ja gesagt, mein zweites Kind ist sozusagen in der Corona-Hochzeit, also sie ist eingeschult worden, dann kam Corona und dann war halt Ende. Und die hatte dann natürlich in der vierten Klasse totale Probleme und wo wir dann auch Hamburger Schreibhofer, war auffällig, bla. Und ich habe einfach gesagt so, ja, da müssen die da und da hingehen und ich fand es immer so schlimm, dass ich eigentlich von der Schule so allein, also die war dann irgendwie im Förderunterricht. Und dann sage ich, ja, aber sie braucht mehr. Ich so, ja, was brauchst du denn? Ja, eine Lerntherapeutin. Ja, ich bin ja Lerntherapeutin. Und da habe ich immer gedacht, ich habe mich so alleingelassen gefühlt. Letztendlich haben wir das jetzt noch mal letztes Jahr noch mal getestet, weil ich immer das gesehen habe, nee, ich glaube nicht, dass das das Problem ist, weil ich dann auch zu Hause gesehen habe, aber dann habe ich gesagt, die haben mich dann so lange, also die Lehrer dann immer wieder. Und jetzt haben wir es gemacht, das hat sich nicht bestätigt. Also sie hat keine LS, sie war zwar an der Grenze, Aber sie hat eher einen sehr hohen IQ und hat andere Sachen, die sie sehr gut kann. Und was wir aber herausgefunden haben, dass sie in diesen Situationen, wo sie Stress hat, also in der Arbeit, einfach sich so auf ihren Inhalt konzentriert und überhaupt gar nicht an ihre Rechtschreibung denkt. Also sie hat da schon eher so eine, dass sie jetzt, sagen wir mal, sie ist ein Kind, die jetzt von Anfang an so super geschrieben hat, aber sie hat halt, und wir haben jetzt das sozusagen, dass es ihr auch für später keine Probleme macht, weil das ist ja auch das Schlimme, dass die Menschen immer denken, okay, wenn ich das in meiner Akte drinstehen habe, dann bin ich halt irgendwie weniger wert. Hat, so aber dass sie halt einfach jetzt zehn Minuten mehr bekommt, dass sie einfach in Ruhe nochmal alles durchgucken kann. Aber man hat auch einfach gesehen, dass ihr diese zweite, dritte Klasse, die sie einfach super wenig Unterricht hatte, dass das einfach richtig gefehlt hat und dass es eher darauf zurückzuführen ist, als dass sie in der Leserechtscheid schweig, aber ich muss ganz ehrlich auch sagen, dass ich, obwohl ich in einer sehr guten Grundschule wie ich fand, irgendwie so dieses, dass ich mich sehr alleingelassen gefühlt habe und dann bin ich in so ein Institut gegangen, es gibt ja dann so Institute und so Und auch da fand ich, wollte man mir eher etwas verkaufen. Also ich habe so Testungen und dann, ja, sie müssen jetzt dreimal die Woche hierher kommen. Und ich hatte das Gefühl so, keiner gibt mir irgendwie so richtig, was mache ich. Und ich wollte meinem Kind auch nicht so das Gefühl geben, es ist jetzt irgendwie falsch, wie du halt sagst. Das ist jetzt irgendwie, was ich nicht kann. Und deshalb finde ich das einfach vom System her, wie man sich verhält, noch total schwierig. Und wenn ich mit anderen Eltern gesprochen habe, die die gleiche Problematik hatten, dass ihr Kind sozusagen den Hinweis bekommen hat, eventuell er ist, dass sie sich auch so alleingelassen fühlt, dass Eltern eigentlich praktisch... Nicht genau wissen, weil man muss ja dann auch, also wie du es gesagt hast, man geht zum Kinderarzt, dann muss man natürlich erstmal einen Jugendpsychologen finden. Die wachsen ja auch nicht auf Bäumen und ich glaube, die sind sehr lange ausgebucht. Und dann ist ja der nächste Schritt, wenn die Diagnose dann kommt, um dann halt die Unterstützung zu haben, wie durch dich zum Beispiel als Lernteilabäum, brauche ich ja sozusagen, muss ich ja zum Jugendamt gehen. Und das ist der Weg. Also mein Kind braucht ASEP-Hilfe as soon as possible, ab sofort. Und dann muss ich aber sozusagen diesen langen Weg gehen. Und bis ich dann wirklich endlich bei der Lerntherapie bin, ist ja wahrscheinlich ein halbes Jahr vergangen. Ja, da ist immer eine lange Warteliste. Und ich glaube, was wirklich fehlt, sind niedrigschwellige Angebote, um genau Eltern dann zu sagen, okay, das und das könnt ihr machen oder alleine Tipps zu geben, was ihr dann zu Hause machen könnt. Weil klar, das ist nur, also diese Hamburger Rechtschreibprobe ist nur eine Momentaufnahme und es gibt andere Bedingungen. Aber das ist genau das Problem in diesem System, dass es ist auch super schwierig, eine Lerntherapie zu bekommen. Also ich kenne auch viele Eltern. Natascha, wo finde ich eine Lern? Also ich meine, ich habe dich jetzt wieder über Instagram gefunden, weil ich habe darüber einen Aufruf gemacht. Aber das ist genau mein Thema hier auch in dem Podcast. so, wie finde ich diese Menschen? Weil das fand ich total schwierig. Also wie werde ich überhaupt Lerntherapeutin? Also vielleicht kannst du da nochmal was erzählen. Und du hast jetzt auch dieses, es gibt also keine niedrig, keine einfachen Angebote. Es gibt keine niedrigschwellige Angebote auch für Kinder, die jetzt noch keine Diagnose haben. Und das war eigentlich jetzt als Idee auch bei mir, warum ich jetzt seit Sommer auch selbstständig bin, weil ich glaube, das wirklich halt fehlt, um Eltern dann wirklich da zu begleiten, was können die machen zu Hause. Welche Stellen können die dann gehen. Ich kenne mich mit Berlin sehr gut aus, aber das fehlt ja auch. Also es gibt ja auch schulpsychologischen Dienst, wo Eltern hingehen können. Also das gibt es zumindest hier in Berlin, wenn man merkt, okay, das Kind hat ein Problem. Und ich glaube, nochmal da zu gucken und Stellen zu gehen, zu schauen, okay, Erziehung- und Familienberatungszentrum, die kennen vielleicht auch andere, die dann Eltern erstmal beraten können. Aber es ist super schwer. Also das sagen halt leider alle Eltern, dass die wissen ja gar nicht, was soll ich jetzt machen. Und überhaupt, um eine bezahlte Lerntherapie vom Jugendamt zu bekommen, muss es schon so weit gehen, dass die Kinder schon leiden. Also Schulen müssen das begründen, dass das Kind so darunter leidet, dass es unbedingt jetzt eine Lerntherapie braucht. Und es ist halt von der Kinder- und Jugendhilfe, Paragraf 35a, dass die sonst von einer seelischen Behinderung bedroht sind. Also das ist halt diese Begründung für eine Lerntherapie und es ist wirklich halt schade, dass da zum Beispiel auch nicht Lerntherapien in Schulen arbeiten, das wäre wirklich wünschenswert. Ich glaube, wir kommen dann irgendwann dahin, dass man als Team und multiprofessionell arbeitet. Aber es ist tatsächlich leider wirklich, was fehlt. Und wie du auch sagst, ich meine, du könntest halt zumindest wissen, okay, woher das jetzt kommt. Aber bei vielen Eltern, die wissen das ja nicht und die wissen ja gar nicht, wo die dann anfangen sollen. Und viele Lehrkräfte kennen sich auch nicht damit aus. Also das ist auch so ein bisschen das Problem. Also das Gefühl, was ich habe, was ich jetzt hatte, das ist eigentlich etwas, was eigentlich den meisten Menschen so geht, weil es einfach das Angebot eigentlich noch nicht da ist. Also es ist einfach, ja, was natürlich wieder, finde ich, sehr schwierig ist, weil man ist ja wirklich einfach alleingelassen, man möchte seinem Kind helfen. Und was ich wieder so schwierig finde, dadurch, dass es ja, wenn du sagst, wenn das Jugendamt nur schwerwiegend, also dass man wirklich mehrmals hinterher sein muss, dass es natürlich auch viele Kinder ausgeschlossen sind, wo die Eltern, das ist auch eine finanzielle Belastung. So eine Lerntherapie ist ja nicht mit einer Nachhilfe zu vergleichen, die jetzt vielleicht irgendwie ein Schüler einer Oberschule machen kann, sondern es geht da ja um richtige Strategien. Wie helfe ich dem Kind einfach besser lernen zu können und das hat ja auch eine pädagogische Aufgabe, sodass man ja dann nicht einfach die Nachbarstoch fragen kann, kannst du uns mal ein bisschen helfen in Deutsch. Das ist halt einfach richtig schwierig und das halt mit Geld zu tun. Ich würde gerne nochmal auf diese Institut, also hast du da so eine Erfahrung, weil diese Institute sind ja dann auch frei, also sozusagen freie Institute, die man zahlen muss, aber das Jugendamt würde sozusagen das auch übernehmen. Genau, das Jugendamt übernimmt das, also meistens ab der dritten Klasse und da braucht man auf jeden Fall, also es gibt. Also zwei verschiedene Wege. Entweder man hat die Diagnose als eigene Initiativ gemacht und dann geht man zum Jugendamt und beantragt dann die Lärmtherapie. Und von dem Jugendamt, die wollen ganz viele Unterlagen von der Schule haben und die müssen das auf jeden Fall nochmal zeigen, dass das Kind Förderunterricht hatte und das gut begründen kann, weil das sonst, wie gesagt, psychisch darunter leidet oder später Folgeerkrankungen haben kann. Genau, also das dauert wirklich. Ein Prozess dauert sehr, sehr lange. Wie ist so dein Gefühl? Es kann ein halbes Jahr dauern. Aber sag mal, wie ehrlich, wenn du diese Prozesse hattest, wie lange hat es gedauert? Ja, schon ein halbes Jahr. Es kommt darauf an, dass es auch wieder vom Bundesland, also selbst in Berlin ist es von den Jugendämtern völlig unterschiedlich. Also manche geben da gar keine Lerntherapie mehr aus. Und ja, das dauert auf jeden Fall ein halbes Jahr. Und ich sage auch, je früher, desto besser, wenn man wirklich Ende zweiter Klasse damit anfängt. Und das kann man wirklich als Elternteil auch als eigene Initiativ dann vorangehen, wenn man das Gefühl hat, okay, die Schule macht zu wenig. Das Ding ist, man muss eigentlich als Schule nachweisen, dass Förder natürlich stattgefunden hat. Also egal, wo man ist, dass das Kind wirklich individuell gefördert wird. Und ja, das schaffen halt viele Schulen ja auch nicht. Weil sie einfach auch kein Personal dafür haben. Genau, sie haben nicht genug Personal und auch Förderpläne ist auch sehr, sehr wichtig. Das sage ich auch, gebe ich immer als Eltern, also als Tipp, dass die Eltern einfach nachfragen sollen, ja, hat mein Kind den Förderplan? Vor allem, wenn das Kind schon eine Diagnose hat. Ja, aber das ist leider, ja, es ist wirklich... Nicht so ideal. Aber du hast ja gesagt, dass du jetzt nicht mehr in der Schule bist. Wie hast du jetzt sozusagen, also du hast dich jetzt selbstständig gemacht. Das heißt, du hilfst Eltern. Erzähl mal, wie jetzt gerade so dein aktueller Arbeitsalltag ist, was du machst. Genau, ich biete halt niedrigschwellige Angebote für Eltern an. Das heißt, wenn sie das Gefühl haben, da ist irgendwas mit meinem Kind. Also ich bin ja schon Ende 1. Klasse und Anfang 2. In der ersten Klasse, Natascha, kannst du irgendwie schauen, wo das Kind gerade steht. Ich mache zum Beispiel immer zuerst Lernstandsanalysen und Lernstandsanalyse heißt, dass ich wirklich umfangreich schaue, wo das Kind gerade steht. Also wo sind die Stärken, wo braucht es Unterstützung und genau dann da zu gucken, welche Förderung braucht es. Ich gebe dann Eltern Tipps, verschiedene Fördermaßnahmen spielen, die bekommen den Förderplan und dann kann ich tatsächlich, ich kann ja keine LAS oder Diskalkulier diagnostizieren, sondern ich kann dann immer Hinweise dafür geben, weil ich kann ja auch als Lerntherapeuten standardisierte Tests machen, um dann genauer zu gucken, okay, das Kind kann vielleicht doch, das sieht vielleicht doch nach einer Diskalkulier LAS aus. Ich würde da die Empfehlung geben, nochmal weiter zu schauen. Und das ist tatsächlich was, ja Lehrkräfte oder in Schulen, die schaffen das jetzt nicht, so etwas Umfangreiches zu machen, aber das ist auf jeden Fall für Eltern sehr, sehr hilfreich. Oder genau das, auch die Elternberatung und jetzt erstmal mit der Lerntherapie. Also das mache ich ja auch momentan online und nächstes Jahr werde ich eine Praxis dann suchen. Okay. Und dann würden Kinder sozusagen regelmäßig zu dir kommen. Genau. Ich finde es aber schon mal sehr hilfreich einfach zu wissen, dass du so eine Lernstandsanalyse machst, dass man einfach weiß, wo stehe ich, um dann halt einfach frühzeitig die Weichen zu stellen. Das übernimmt aber wahrscheinlich nicht die Krankenkasse. Ja, nein, leider nicht. Das wäre schon toll, dass man irgendwie, Aber es ist momentan. Eigenleistung. Auch hier merken wir schon wieder, wie früh sich sozusagen Kinder einfach privilegiert sind, dass Eltern sie unterstützen können oder nicht. Das ist ja immer einfach, finde ich, sehr, sehr schwierig. Ich habe jetzt nochmal eine Frage. Aber wie kann ich jetzt, wir haben jetzt auch von den wirklich Diagnostizierten oder wo man einfach sagt, das ist halt einfach eine, ja, dass Kinder da wirklich einfach eine Einschränkung haben. Aber wie kann ich generell vielleicht nochmal, wie kann ich einfach als Elternteil, wenn ich jetzt das einfach schon Strategien entwickeln, helfen meinem Kind einfach, dass es bei den Hausaufgaben nicht so schnell frustriert ist. Was kann ich einfach tun, einfach um eine gesunde, gute Lernung geben? Am Anfang hatten wir schon mal so ein bisschen dazu gesprochen, aber was hast du vielleicht noch für Lehrmethoden oder Tools, die du uns noch so mit an die Hand geben kannst, damit es einfach einfach kein Kampf ist. Oder welche Fehler wir auch vermeiden können. Die Fehler, wo man einfach sagt, wenn man in seinem Hustle so drin ist, dann kommen ja doch immer so Wörter, wo man auch denkt, das hätte ich mir jetzt auch sparen können. Ja, ich glaube, wir fangen erstmal mit unseren, also die Glaubenssätze vielleicht erstmal an, unsere eigenen Glaubenssätze als Eltern. Ich hatte zum Beispiel viele Eltern, die gesagt haben, ich bin ja eher so schlecht in Mathe, wie soll ich jetzt meinem Kind da helfen? Und das war tatsächlich meine Empfehlung für eine Mutter. Ja, doch zeig doch dem Kind, dass du da auch lernst. Und dann sitzt sie zusammen, schaut ein Video an und sieht ja, okay, wir lernen dann immer zusammen. Also ich finde, das ist auch sehr wichtig, unsere eigenen Glaubenssätze nochmal zu überlegen. Unsere Glaubenssätze zur Schule, zum Lernen. Immer sehr, sehr wichtig. So oder so. Und dann, ja, wir haben noch gar nicht so über Stärken, Stärken gesprochen. Ich glaube, da ist es auch sehr wichtig, dass wir nicht jeden Tag immer zu Hause, also dass das Kind dann zu Hause sitzen muss und die Hausaufgaben und nochmal, wenn es in Mathe Schwierigkeiten hat, dann muss es unbedingt jetzt jeden Tag alle Arbeitsblätter nochmal ausfinden, sondern zu gucken, okay, wir brauchen da diesen Ausgleich, weil sonst das Kind schaltet ab. Dann hat man wirklich ein Problem, weil dann macht Mathe und Lesen und Treiben keinen Spaß mehr. Und dass man da vielleicht wirklich zu schauen, dass man in diesen Ausgleich kommt und ja, so wie ich immer sage, die eigene Angst und Glaubenssätze uns zu hinterfragen. Wie ist es so schlimm, wenn das Kind da länger braucht? Und genau, Stärken stärken, sehr wichtig zu wissen, dass es nicht nur Fähigkeiten aus Stärken gibt, sondern auch Charakter stärken. Und da kann man die Kinder auch nochmal darin verstärken und sagen, du bist doch so sympathisch oder hilfreich. Hilfsbereit, genau. Das darf man nicht vergessen, Kinder da zu stärken, was die schon gut können und das weiter auf jeden Fall auch zu fördern. Was können wir unseren Till sagen vom Anfang unserer Folge mit dem Satz, wo er hinter ihm steht? Hinter ihm stehen ist wahrscheinlich schon erstmal nicht sie. Genau, das ist nicht so ideal, dahinter zu stehen und dem Kind das Gefühl zu geben, dass er irgendwie beobachtet wird. Und dann hat das Kind wirklich da Angst, einen Fehler zu machen. Ich hätte jetzt gesagt, an den Satz nochmal in Silben zu gehen. Genau, Kleinschrittiger zu gehen, nochmal zurück zu gehen, ein Spiel zu holen. Ich sage ja auch, multisensorisch ist immer toll. Ich mache immer so Lernspiele, zum Beispiel man hat die Lernwörter und dann kann man verschiedene, Also man nimmt ein Wort und dann kann man das Wort erstmal in Sand malen oder auf den Rücken malen. Ach, auf dem Rücken schreiben. Oder ja, da habe ich auch bei mir auf Instagram sehr viele Tools, wo das Kind wirklich dann Spaß hat beim Lernen. Den Satz zu schreiben, vielleicht mal ans Fenster. Genau, solche mit. Also das hilft total. Also ja, man sagt so, mit allen Sinnen zu lernen. Und manchmal hilft es auch einfach mal gut, eine Pause zu machen, einmal rauszugehen und dann nochmal ranzusetzen. Ja, weil man darf nicht vergessen, dass auch Lernen mit dem Nervensystem sehr dran verknüpft ist. Und wenn wir selbst so genervt sind und haben keine Geduld mehr, dann klappt es auch nicht. Das ist genauso mit dem Kind. Also erstmal zu gucken, okay, was brauche ich gerade und wie können das irgendwie so eine entspannte Lernumgebung schaffen, damit das Lernen auch gelingt. Und ich glaube, das ist das, wie ich am Anfang gesagt habe, you only learn from those you trust. Das ist so wichtig. Das ist immer so ein Ansatz, was ich habe und das, wo ich immer merke, ja, wenn ich irgendwo mich wohlfühle, dann ist das auch okay. Wenn irgendwie was nicht sofort klappt, dann ist das auch völlig in Ordnung. Das finde ich sehr schön. Ich finde es eigentlich schon einen ganz schönen Abschluss. Aber ich habe noch eine letzte Frage, weil ich habe nämlich auch eine Tochter, die immer, der ist immer sehr langweilig. Ich sage immer, ich finde Langeweile auch gut, dass ich immer sage, oh, das ist auch ein schönes Gefühl. Also das ist auch eine schöne Sache, dass man mal Langeweile hat. Aber wie gerade so, ich habe drei, die können sich super gut alleine gestalten. Und die eine, die muss halt immer so ein bisschen angeleitet werden. Aber wie kann ich das noch ein bisschen fördern, dass sie so einfach so kreativ ist, auch in ihren eigenen Lernprozessen? Hast du da noch einen? Was macht sie sonst gerne? Sie macht halt alles gerne. Sie möchte halt einfach nur immer beschäftigen. Also sie ist einfach so jemand, der gerne einfach, was machen wir jetzt? Also die ist so, was machen wir jetzt? Also nicht so sich auch mal alleine so hinsetzt. Es gibt ja Kinder, die da einfach immer sehr viel Input brauchen. Ja, das stimmt. Die brauchen da mehr Input von außen und da so die Kreativität immer dann, finde ich, fördern sie immer so schön. Also zum Beispiel, was ich auch mit den Kindern immer mache, okay, wir basteln ein Spiel, wir gucken, wie ein anderes Spiel aussieht. Und dann, also solche Anreize sind da, glaube ich, auch ganz gut zu gucken. Okay, was habe ich schon zu Hause und wie kann ich dann das selbst so ein bisschen anders machen? Ja, aber es ist auch gut einfach, wenn die Kinder auch Langeweile haben. Ja, das sagst du doch auch, oder? Und ich glaube, heutzutage höre ich auch von vielen Eltern, die gehen auch nach der Schule und haben sehr, sehr viel, viele verschiedene Hobbys. Und das ist auch, glaube ich, gut. Also das brauchen wir auch, ja auch einfach ein bisschen Ruhe und eine Pause. Also du bist auch eher so, dass man gerade in der ersten, zweiten Klasse schon auch genau hingucken sollte, nach dem Schultag, was mache ich wirklich jetzt noch und woran hat mein Kind auch wirklich viel Freude. Genau, was braucht das Kind und muss es unbedingt noch zum Schwimmen oder Sport oder je nachdem. Also nicht jeden Tag, also es ist einfach diese Erholungsphasen. Genau, diese Erholungsphase und wie ich immer sage, was das Kind gerne macht, davon vielleicht mehr zu machen und dann nicht jeden Tag irgendwas zu machen, wo es nicht so viel Spaß hat. So einen Ausgleich zu finden, das brauchen wir Erwachsene ja auch. Okay, ich danke dir. Schön, dass du da warst. Sag mir nochmal diesen schönen letzten Satz, den du auf Englisch so schön gehörst. Den muss ich mir jetzt hier. You only learn from those you trust. Ja, genau. Und das machen wir jetzt. Ich freue mich sehr. Also alles über Natascha packen wir euch natürlich in die Shownotes, wo ihr sie findet. Du machst ja auch Lerntherapie online. Das ist natürlich, glaube ich, auch gerade in so Gebieten, Wenn ihr jetzt in Randgebieten wohnt, wo das Angebot natürlich noch schlechter ist, wenn ihr da einfach selber einfach gerne mal gucken würdet. Ich habe gedacht, mein Kind ist vielleicht jetzt auch einfach, dass ich da einfach gerne mal nachhalte, wo ich es schon einfach von Anfang an besser unterstützen kann, um einfach sein Selbstwertgefühl einfach zu fördern und nicht generell allein zu lassen. Dann könnt ihr einfach bei Natascha mal vorbeischauen. Und ich danke dir ganz herzlich für die tolle Folge. Ja, danke dir für die Einladung. Tschüss. Ciao. Music. Also das war ja auch wieder für mich eine sehr intensive Folge, weil es mal wieder gezeigt hat, dass auch da einfach noch wirklich viel zu tun ist. Gerade wenn dann wirklich eine LRS diagnostiziert ist bei deinem Kind und man dann einfach in der Bürokratie wieder hängen bleibt und dass es einfach so ein langer Zeitraum ist, wie Natascha gerade gesagt hat, dass man mindestens ein halbes Jahr braucht, um dann einfach auch diese Förderprognose zu bekommen. Und dann halt natürlich auch die Befürwortung des Jugendamts, dass man Hilfe bekommt durch eine Lerntherapie, was mich natürlich wieder sehr erschreckt, weil eigentlich muss man eher eingreifen. Und auch da wäre es einfach schön, wenn Kindern früher geholfen wird und sie einfach bestmögliche Unterstützung bekommen und auch als Eltern. Also ich kenne dieses Gefühl einfach zu wissen, okay, was mache ich jetzt und wo gehe ich hin und wer kann mir helfen und das ist einfach toll, dass es auch mittlerweile so tolle Accounts gibt, wie den von Natascha und dass sie zum Beispiel auch ihre Lerntherapie online anbietet, also wenn man jetzt nicht gerade in Berlin ist und das ist natürlich sehr hilfreich, aber auch wieder eine Kostenfrage und da frage ich mich, warum wir einfach wieder mit allem so hinterherhängen und das macht mich eigentlich immer ein bisschen traurig, Aber ich hoffe, euch hat die Folge auch etwas mehr Aufklärung gegeben, wenn ihr gerade an so einem Punkt seid, wo ihr einfach nicht weiter wisst oder vielleicht auch schon einfach, wenn ihr merkt, dass es in der ersten Klasse doch schon ein bisschen holpriger losgeht. Natürlich heißt das nicht, dass jedes Kind dann gleich eine Leserechtschreibschwäche hat oder eine Diskalkulie, also Probleme beim Rechnen. Aber dass man schon ein bisschen aufmerksamer hinguckt, damit sie einfach nicht so dann in die Frustration kommen und sagen, ich fühle mich dumm und ich kann das alles nicht. Weil das ist ja genau das, was wir bei unseren Kindern vermeiden wollen. So und jetzt sind wir schon fast am Ende der Folge. Ich hoffe, sie hat euch gefallen. Zum Abschluss gibt es wie immer noch einen Mythencheck von mir. Und der heutige ist, Albert Einstein war schlecht in Mathe. Das ist nämlich ein Irrglaube, ganz im Gegenteil. Er war ein herausragendes und mathematisches Genie und entwickelte komplexe Theorien wie die Relativitätstheorie. Der Mythos, dass er mathematische Schwierigkeiten hatte, entstand durch ein Missverständnis seiner Schulnoten. Denn zu seiner Schulzeit galt in einigen Bundesländern, wie zum Beispiel in Bayern und Württemberg, noch das umgekehrte Notensystem. Hier war die 6 die beste und 1 die schlechteste Note. Erst 1910 wurde das heute bekannte Notensystem von 1 sehr gut bis 6 ungenügend vereinheitlicht und offiziell im Deutschen Reich eingeführt. In dem alten deutschen Notensystem bedeutete die Note 6 also sehr gut. Dies wurde dann im Nachhinein oft fälschlicherweise als schlechte Leistung interpretiert. Zudem zeigte Einstein als Kind Legasthenie-ähnliche Symptome, sprach spät und galt in der Schule als rebellisch und unkonventionell. Konventionell. Sein außergewöhnliches Denkvermögen und seine Abneigung gegen starre Lärmmethoden trugen wohl dazu bei, dass der Mythos bis heute existiert. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissy Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther Sounddesign und Postproduktion Milan Feig.