Music. Hallo und herzlich willkommen. Es ist heute wieder Dienstag und ich habe eine neue Folge Soundsfamilie für euch. Und ich freue mich, ich freue mich ja immer auf meine Folgen, das wisst ihr ja, weil es alles Herzensthemen sind und die ich wichtig finde, dass wir die hier besprechen sollten, weil sie unseren Blick auch nochmal verändern und einfach nochmal genau schauen können, wo stehen wir und Themen, die vielleicht auch im Alltag oft so ein bisschen untergehen, weil man ja auch viel zu tun hat als Eltern. Und ich hoffe einfach, dass ihr in den Podcast folgt. Man schafft die wahrscheinlich nicht immer am Stück zu hören, aber dass ihr einfach viel mitnimmt und ich euch nochmal einfach auch zeigen kann, auf verschiedene Themen einfach verschiedene Sichtweisen zu haben. Und heute habe ich eine Folge, die mir persönlich sehr, sehr wichtig ist, weil es jeden betrifft sozusagen. Und heute soll es nochmal um Muster gehen, Empregungen, die man selber mitbekommen hat als Kind und Und das erste Mal setzt man sich ja dann eigentlich damit auseinander, wenn man selber Eltern geworden ist. Und es gibt ja jetzt auch nicht so einen Kurs dafür, wie bereite ich mich perfekt vor. Und ich finde, viele Dinge werden einem auch erst bewusst, falls man auch vielleicht ein Trauma hat oder spezielle Prägungen, wenn man selber in der Elternschaft ist. Also wenn die Kinder da sind und wenn man merkt, wie es einem geht, dann kommen einfach viele Dinge erst hoch. Und deshalb war mir dieses Thema super wichtig. Und da habe ich mir natürlich auch wieder eine ganz tolle Frau an die Seite geholt, die ein wunderbares Buch geschrieben hat. Das ist jetzt am 20. Februar dieses Jahr neu rausgekommen und sie hat es mir zugeschickt und ich habe es in den Händen gehalten und habe gedacht, oh Gott, das ist einfach so ein wichtiges Buch. Und ich habe einfach gleich quer gelesen, als ich es bekommen habe und habe gedacht, das ist einfach ein Thema, das muss unbedingt in dem Podcast und das müssen wir besprechen, weil das ist ein Thema, was einfach immer viel zu kurz kommt. Und ich will jetzt gar keine, nicht weiter um den heißen Brei herumreden. Ich habe heute Leandra Vogt bei mir zu Gast. Sie sitzt mir auch schon gegenüber, aber ich stelle sie euch erstmal einmal kurz vor. Sie hat ein wunderbares Buch geschrieben, nämlich Cycle Breaker. Für mein Kind mache ich es anders. Toxische Muster in der Familie durchbrechen und nachsichtig mit sich selbst sein. Und ich finde, das beschreibt auch ihr Buch, also es beschreibt dein Buch so gut, nachsichtig mit sich selbst bleiben, weil es ist nicht so ein Ratgeber, den man jetzt noch liest. Das werdet ihr auch merken, wenn ihr es selber lest, dass man denkt, oh Gott, das habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht. Jetzt habe ich alles versaut. Sondern es ist auch einfach schön, dieses Buch zu lesen und als Eltern zu sehen, okay, ich erkenne das jetzt an. Wir gehen da auch gleich weiter darauf ein. Aber ich muss mich nicht so stressen. Also ich kann einfach auch mit mir in Versöhnung gehen und das finde ich halt so gut, weil das Schlimmste, und das merke ich ja auch in meiner Hebabenheit immer, dass man immer, das habe ich jetzt falsch gemacht oder das habe ich anders gemacht und jetzt ist mein Kind irgendwie, das Kind in den Brunnen gefallen und ja, deshalb... Wollte ich unbedingt für euch diese Folge machen. Und Leandra hat nicht nur dieses Buch geschrieben, sondern sie ist auch Kindheitspädagogin. Und sie ist zertifizierte Coach für Resilienzförderung im Familien- und Bildungsbereich. Und ist auch ein eigener Podcast. Und es ist auch nicht ihr erstes Buch. Sie hat schon, jetzt musst du mich gleich mal verbessern, 2020? Nee, 22. Ich weiß es ehrlich gesagt. Du weißt es selber nicht. Aber zwischen Corona. Genau, es war zwischen Corona. Aber es war nicht 2020, ich glaube 2022. Ja, 2021, 2022. Genau, das ist schon dein zweites Buch. Genau. Also herzlich willkommen, dass du hier bist. Ich freue mich ganz doll, dass du Zeit gefunden hast, weil du bist ja auch nicht aus Berlin und bist jetzt extra hier und wir sitzen zusammen und dürfen über dieses wichtige Thema sprechen. Also vielen, vielen Dank für deine Zeit. Ich weiß das sehr zu schätzen und freue mich, dass du da bist. Also erstmal tausend Dank für die Einladung und für die wunderschönen Worte. Das freut mich voll zu hören, was du gerade gesagt hast, dass es nicht noch ein Ratgeber ist, den man sich irgendwie zu Gemüte führt. Weil genau das war meine Intention. Ich habe dem Verlag von Anfang an gesagt, ich habe irgendwie keine Lust, Eltern das nächste To-Do nochmal auf die Liste zu schreiben. Gerade bei dem Thema nicht. Und es war mir super, super wichtig, ein Buch zu schreiben, was wirklich entlastet, einfach entlastende Impulse setzt. Gerade bei so einem Thema, was ja super, super deep sein kann. Ja, ich habe dir ja sofort geschrieben. Also ich habe es wirklich ausgepackt und habe gedacht, das mache ich nicht sehr oft. Weil ich kriege natürlich viele PR-Samples zugeschickt von Büchern und es sind auch ganz viele tolle, aber das ist einfach so, was mich gleich angesprochen hat und dann habe ich halt so ein bisschen quer gelesen und das habe ich auch einfach gemerkt, weil diese Ratgeber machen ja oft einfach noch mehr Druck, weil wir ja sowieso schon in dieser sehr. Ja, wir haben einfach alle diesen Perfektionismus auch. Also will ich mich jetzt nicht ausschließen, dass wir es irgendwie in Anführungsstrichen besser machen wollen und das setzt natürlich unheimlich unter Druck und ich finde, wir betreuen ja beide Eltern, ich natürlich ganz früh in der Schwangerschaft und dann im ersten Lebensjahr, aber dass man einfach merkt, dass die manchmal so blockiert sind und, Dann einfach gar nicht wissen, was ist dann richtig oder falsch und dadurch auch so ein bisschen die Intuition verlieren. Also ich weiß nicht, ob du es anders empfindest, aber ich finde das einfach ganz stark so. Ja, ich empfinde das genauso und ich glaube, wir sind jetzt in so einer Generation, wo wir durch Social Media und das Internet und die Buchläden, wir haben Zugang zu so unfassbar vielen Informationen darüber, was gut ist für Kinder und was eben nicht gut ist für Kinder. Und das ist unfassbar viel und gleichzeitig ist ja dieser Perfektionismus, also so das innere Streben danach, gut für sein Kind zu sorgen, ist ja eigentlich total wichtig und gesund. Wenn du aber 24-7 irgendwie konfrontiert wirst mit das nicht und so nicht und lieber so sagen und so, dann weißt du irgendwann gar nicht mehr, wie rede ich denn mit meinem Kind? Genau und diese Dynamik, die beobachte ich auch total stark und auch bei mir selber ehrlich gesagt, also wenn ich zu viel auf Instagram war und zu viel Input hatte, dann denke ich auch irgendwann nur noch danach, ob ich jetzt richtig gehandelt habe oder nicht und genau mit dem Buch wollte ich auch ein bisschen dazu einladen, mal wieder zu sich zu finden, wer bin ich eigentlich, was bringe ich eigentlich mit in meine Elternschaft, was habe ich eigentlich für eine Kindheit erlebt und für eine Erziehung und was davon will ich vielleicht auch erhalten und weitergeben und was eben nicht Und wenn nicht, wie sieht es denn dann aus? Das muss jeder für sich selber herausfinden und das ist halt ein krasser Prozess. Ja, das ist glaube ich auch so dieser Unterschied in der Zeit, wie wir leben, du hast es gerade angesprochen, dieses unglaubliche Wissen, was ja toll ist. Wir haben Zugang zu so viel Wissen, was zum Beispiel unsere Eltern. Also auch so schnell, also man hat einfach so einfach zu ganz vielen Themen, die einen interessieren, jetzt kommt noch KI hinzu, dass man einfach fragt, okay, was ist da und dazu. Also man hat einfach unglaublich schnell ganz viel Wissen und das hat die Generation vor uns ja gar nicht so gewollt. Das war ja gar nicht so greifbar für die und dadurch ist es natürlich diese Verunsicherung auch so groß, weil viel Wissen ist natürlich auch, das wirklich für sich zu filtern, was nehme ich daraus mit, das ist glaube ich ganz schwierig so für die neue Elterngeneration. Genau und dann auch liegen lassen zu können, was einfach nicht funktioniert. Ganz oft denkst du irgendwie, shit, sorry für die Ausdrücke hier, ich bin in Berlin. Ganz häufig findest du ja viele gute Impulse und Wissen im Internet und probierst es dann irgendwie selber aus, aber es in Anführungsstrichen klappt nicht bei dir und dann denkst du, du hast was falsch gemacht. Aber eigentlich passt es halt einfach nicht für dich und dein Kind. Und das ist ganz normal, dass nicht alles, was du pauschalisiert irgendwo im Internet findest, dass das jetzt gerade zu deiner Situation, dem Entwicklungsstand deines Kindes, deiner Vorgeschichte, eurer familiären Situation, dass das da eben einfach gar nicht passt. Das heißt, wir müssen auch ein bisschen mehr lernen, liegen zu lassen, was für uns einfach gerade nicht funktioniert. Und das ist okay. Deswegen sind wir nicht weniger perfekte Eltern. Aber das ist glaube ich auch so ein Punkt, also dieses Individuelle kannst du ja auf alle Bereiche des Elternseins perfekt anpassen sozusagen und das ist ja auch in Freundschaften so, in Mütterfreundschaften, Elternfreundschaften, dass man halt denkt so, ich habe jetzt hier alles voll im Griff und meine Freundin ist total lost und dann denkt man jetzt mach das mal so, aber das ist einfach so super individuell, weil ja auch die Kinder, alleine was für einen Charakter sie mit sich bringen, das merkt man ja schon, wenn man mehrere Kinder hat. Ja, 100 Prozent. Du hast zwei Kinder, ich habe vier Kinder und was bei dem ersten Kind gut funktioniert hat, muss jetzt bei dem vierten gar nicht funktionieren. Also das hat mich auch nochmal so wirklich auch immer wieder so, wo ich denke so, okay, was habe ich denn jetzt falsch gemacht? Weil man dann natürlich an seine Grenzen kommt, aber da würde ich gerne später nochmal ein bisschen tiefer drauf eingehen. Ich weiß nicht, ob du es vielleicht schon mal mitbekommen hast, ob du eine Folge schon gehört hast, aber ich kriege halt auch, also ich rufe auch immer dazu aus, dass sich die Hörerinnen auch immer gerne melden mit Themen. Ich habe jetzt eine E-Mail bekommen von Daniel und die war einfach passend zu unserem Thema heute und deshalb würde ich dir die gerne mal vorlesen, dass wir da auch nochmal ein bisschen drauf eingehen können, weil es finde ich voll schön, dass ihr einfach eure Gedanken auch mit mir teilt. Ihr findet die E-Mail dazu auch immer in den Shownotes, wenn ihr da Wünsche habt und mir gerne eine E-Mail schreiben könnt und die hat mich neulich erreicht, bevor wir den Podcast geplant haben. Deshalb passt sie jetzt super gut. Also, hi Sissi, ich bin Vater eines wundervollen fünfjährigen Sohnes. Ich habe mir fest vorgenommen, vieles anders zu machen als meine eigenen Eltern, vor allem, wenn es um den Umgang mit Emotionen geht. Mein Vater war ein liebevoller Mann, aber in Stresssituationen wurde er schnell laut und strenge war sein Mittel, um Respekt einzufordern. Ich erinnere mich noch gut daran, wie klein und machtlos ich mich gefühlt habe, wenn er mich angebüllt hat. Es hat mir nicht geholfen, sondern nur Angst gemacht und dafür gesorgt, dass ich grundsätzlich eine komische Beziehung zur Emotion Wut habe. Nun merke ich jedoch, dass ich selbst oft genau das Gleiche tue. Wenn mein Sohn nicht hört, wenn er wütend wird oder mich herausfordert, merke ich, wie ich selbst zu wütenden und lauten Vater werde. Ich spüre den Ärger in mir hochkochen, höre mich selbst mit scharfer Stimme sprechen, genau wie mein Vater damals. Und während ich das tue, weiß ich, dass es falsch ist, dass ich damit nichts gewinne außer einem verängstigten Kind und einem schlechten Gewissen. Wie kann ich das ändern? Ich habe mir vorgenommen, ruhiger zu bleiben, aber in diesen Momenten fühlt es sich an, als hätte mein Körper schon entschieden, bevor mein Verstand eingreifen kann. Wie kann ich mich aus diesem Kreislauf befreien? Habt ihr Tipps oder Erfahrungen dazu? Viele Grüße, Daniel. Und ich übergebe direkt an dich. Richtig schöne E-Mail erstmal. Also da ist ja schon super viel Bewusstsein. Dafür da, also erstmal danke, Daniel hieß ja, gell? Daniel. Ja, richtig schön. Danke für das Öffnen. Finde ich auch sehr, das sind so Themen aus der Kindheit immer, die wir selber mitbringen, sind ja auch super sensible Themen für uns. Das tut ja auch immer weh. Ja, voll. Und überhaupt auch erstmal zu realisieren, dass der Papa, den man so lieb hat und so, dass die Art und Weise, wie der uns teilweise begleitet hat, dass das für uns nicht immer gesund war und uns heute nachhängt oder daran hindert, so mit unserem Kind umzugehen, wie wir es eigentlich wollen, das tut einfach weh. Ich würde immer sagen, der allererste Schritt ist, den Schmerz zuzulassen, einzuladen und sowohl die Wut als auch die Trauer, die Frustration und auch das schlechte Gewissen nicht als Teile des emotionalen Spektrums zu sehen, die wir wegmachen wollen, die wir weghaben wollen, sondern ganz im Gegenteil. Dankbar dafür zu sein, dass sie da sind, weil jedes einzelne Gefühl, wenn wir uns das mal in der Tiefe angucken, die sind so hilfreich für uns. Unser schlechtes Gewissen in der Elternschaft ist eigentlich für uns da, weil das sagt uns, hey Achtung, du hast hier gerade was mit deinem Kind gemacht, was für dich eigentlich nicht in Ordnung ist. Da solltest du vielleicht nochmal hinschauen. Und stell dir vor, es wäre nicht da. Stell dir vor, du schreist deinem Kind ins Gesicht und hast kein schlechtes Gewissen. Das wäre für das Kind nicht unbedingt gesund. Weil ich glaube, dass da oft dann das Problem ist, weil ich glaube, jeder hat ja diese Situation schon mal gehabt, dass man dann immer denkt, oh Gott, ich habe jetzt was kaputt gemacht. Also die Wunde ist entstanden und was mache ich jetzt? Also ich habe es jetzt einfach schon versaut. Ja genau, da ist erstmal voll wichtig zu wissen, dass so eine wirkliche langfristige Wunde oder ein Entwicklungstrauma oder so, wenn man von sowas sprechen kann und möchte, das passiert, wenn man systematisch über einen langen Zeitraum immer wieder so handelt und das beim Kind sozusagen auch nicht in Anführungsstrichen repariert. Also es nicht thematisiert, keine Eigenverantwortung dafür übernimmt, sich nicht entschuldigt, sondern es so stehen lässt. Und ... So Ausschläge nach oben und unten, die sind ganz normal in jeder Elternschaft und das ist nicht schön für das Kind in der Situation, aber es ist Teil vom ganz normalen Leben. Also keine Ahnung, wenn wir uns unsere Freundschaft oder unsere Partnerschaft angucken. Dann sehen wir auch ganz schnell, ja läuft ab und zu auch mal ein bisschen in den Midos-Bereich und dann kann man es aber reparieren und drüber sprechen und einander erzählen, hey es tut mir unglaublich laut, wie ich da gestern reagiert habe, es war nicht okay, ich will dich eigentlich gar nicht anschreien, ich war unfassbar gestresst, Entschuldigung. Wie würdest du das jetzt machen? Also die Situation ist ja natürlich auch nochmal unabhängig, wie alt so ein Kind ist. Also gerade wenn du jetzt sagst, ist wichtig dann auch da einzugestehen, dass ich was falsch gemacht habe. Und wenn man jetzt eher so auf das Alter geht, wo vielleicht einfach die Kommunikation noch ein bisschen schwieriger ist, also Sprachverständnis noch nicht ganz so gut ist. Also sie verstehen aber, dass man einfach nicht mit, also wenn man das jetzt mit Zehnjährigen hat, ist das natürlich eine andere Kommunikation, als wenn ich das jetzt mit einem Zwei-, Dreijährigen habe. Wie gehe ich in die Kommunikation, wenn mir da sowas vielleicht auch gerade in diesen Phasen bei Zwei-, Dreijährigen, wo sie viel alleine machen wollen. Ich finde ja auch mal schwierig, das ist jetzt nicht das Thema, dass wir in diese Autonomiephase gehen, aber wo man ja auch öfter einfach selber sehr gestresst ist, Weil halt auch vielleicht das Kommunikation noch nicht so ausgereift ist, dass man einfach gut reden kann. Also wie sollte ich denn, wenn mir so eine Situation passiert, was sagst du auch als Kindheitspädagogin, wie gehe ich da gut auf mein Kind ein? Ja, genau. Also erstmal vielleicht nochmal ganz grundlegend, bevor man an diesen Punkt überhaupt kommt, sich zu entschuldigen, dass das muss ja auch eine authentische Entschuldigung sein. Das heißt, im allerersten Schritt darf man auf sich gucken und sich selbst Empathie schenken. Da können wir später nochmal auch in die Tiefe gehen. Aber angenommen, wir haben das schon gemacht und haben realisiert, ups. Wir haben unser Kind angeschrien und vielleicht haben wir bei unserem Kleinkind die aufgerissenen Augen gesehen, die Schultern haben gezuckt, vielleicht hat es geweint, er ist... Das ist unglaublich schwierig auszuhalten dann mit dem schlechten Gewissen. Und ich wünschte, es gäbe so einen pauschalen Leitfaden. Wenn dir das passiert ist, machst du dies und jenes. Aber was ich immer empfehle, ist in den Kontakt mit deinem Kind zu gehen. Also zu gucken, was macht es gerade? Weint es noch? Gehst du erstmal auf Augenhöhe? Versuchst Blickkontakt herzustellen? Vielleicht spiegelst du in deiner Mimik wieder. Also so eine vorgeklappte Unterlippe ist schwer im Podcast jetzt zu erklären. Aber dass du mit deiner Mimik zeigst, ich fühle dich. Es tut mir leid, das wollte ich gerade nicht. Die Arme aufmachen, Umarmung anbieten. Körperkontakt. Körperkontakt. Und hier ganz wichtig, auch das Kind entscheiden lassen. Ob es das jetzt will. Genau, weil das ist wieder dann, da können wir in so eine ganz unangenehme, das wäre fast eher übergriffig, geht in Richtung Adultismus, dass wir sagen so, ich bin jetzt bereit mich zu entschuldigen, nimm die jetzt an. Ja, also wirklich anbieten und dem Kind auch das Recht auf Trauer, Abweisung, Wut uns gegenüber einräumen. Davon geht die Beziehung nicht kaputt. Im Gegenteil, wenn wir unserem Kind erlauben, sauer auf uns zu sein, geben wir ihm ja genau den Raum, den wir ihm vorher genommen haben, wenn wir es angeschrien haben. Wir sprechen dann zu, du bist wütend, verstehe ich, vollberechtigt. Du sollst dich auch nicht anschreien lassen von niemandem, auch nicht von mir. Es tut mir leid, nur Hand aufs Herz, Blickkontakt, zeigen in der Mimik, Arme öffnen und wenn das Kind bereit ist, dann wird es kommen. Ja, das finde ich nochmal einen ganz, ganz wichtigen Punkt, weil das ist ja, glaube ich, irgendwie immer so, wofür wir so Angst haben, wie mache ich das jetzt? Und auch gerade, glaube ich, eher auch so bei älteren Kindern, was du gerade schön erklärt hast, wenn diese Abneigung da gerade, weil ich jetzt auch einfach verletzt bin. Und man hat ja das Gefühl, okay, ich will das jetzt sofort wieder gut machen, dass man sich dann auch erstmal wieder zurücknimmt vom Gefühl her. Ja, voll. Und weil wir so ein noch immer gesellschaftliches Bild vom Kind haben, dass wir sie irgendwie formen und sie müssen irgendwie lernen, so und so zu werden, neigen wir halt voll schnell dazu, jetzt auch nochmal dirigieren zu wollen, ich entschuldige mich jetzt. Guck mal, das funktioniert so, sag ja und sag mir jetzt, wie es dir geht, damit ich es reparieren kann. Aber das ist ja genau wieder die gleiche Dynamik. Das heißt, und das ist super gesund, wenn wir unserem Kind dann Platz für Frustration einräumen, weil wir wollen ja, dass sie lernen, dass sie sich nicht anschreien lassen müssen. Und wenn wir ihnen den Raum dafür geben... Und halten in einer gewissen Weise auch und sagen, hey, okay, ich sehe, du bist noch sauer. Ich koche jetzt was. Du kannst jederzeit zu mir kommen und dann sprechen wir drüber. Oder wenn du kuscheln magst, ich bin jederzeit bereit. Daniel hat das ja gerade angesprochen mit seinem Vater, dass er sich einfach zurückversetzt fühlt, dass er sozusagen, wie er als Kind war, was er empfunden hat. Wie würdest du jetzt sagen, also es ist ja unbewusst einfach ein Muster sozusagen, was er übernommen hat. Also wie kann ich das, also er hat es ja eigentlich schon erkannt, aber wie können Eltern das sozusagen erkennen, dass da was ist, was sie halt unterbewusst sozusagen weitergeben? Also da hast du ja auch in deinem Buch, also du hast es so schön aufgeteilt, dass man das von Muster, Traumata und Prägung, also da kannst du ja vielleicht nochmal ganz gut das ein bisschen erklären, das ist glaube ich ganz wichtig. Super gerne. Also grundlegend finde ich es eben wichtig, deswegen habe ich das im Buch oft integriert, dass wir unterscheiden zwischen einem Muster oder einem Glaubenssatz, der resultiert aus einer wirklich traumatischen Erfahrung oder einem gesellschaftlich geprägten Glaubenssatz oder einer Denkweise oder eben auch einfach Handlungsweisen, die wir beobachtet haben bei unseren Eltern und einfach übernommen haben. Also Glaubenssätze meinst du jetzt so, dass es halt früher ganz normal war, dass Kinder zum Beispiel nicht im Elternbett, also das ist einfach diese Voraussetzung, dass sie das alleine machen müssen. Das war ja zu der Zeit einfach so üblich von der Erziehung her. Zum Beispiel, da muss das Kind durch, Kinder müssen halt durch Härte lernen, robust zu werden oder ein Glaubenssatz wäre auch, du darfst keine Schwäche zeigen. Das kann auch so. Und dann…, Du darfst keine Schwäche zeigen, das ist zum Beispiel ein ganz gutes Beispiel. Das kann einfach eine Haltung sein, die in der Familie vielleicht sehr leistungsorientiert einfach so gelebt wurde. Und dann kann sowas aber auch resultieren aus, weiß ich nicht, körperlicher Züchtigung, die wir selber erleben mussten, immer dann, wenn wir zu laut geweint haben oder so. Also das wäre ein Beispiel für so einen Glaubenssatz aus einer wirklich schwierigen Erfahrung heraus und da müssen wir differenzieren. Ein Trauma sind wirklich Erfahrungen, die extrem belastend sind, also Schläge, Kriegserfahrungen, es kann aber auch chronische Armut sein oder einmalige Erlebnisse, Gewalterlebnisse. Die wir erlebt haben. Also da gibt es ganz vielfältige Erfahrungen, aber fest steht, es ist wirklich schwerwiegend oder über einen langen Zeitraum gewesen oder beides im schlimmsten Fall. Wenn wir nicht genug Ressourcen, ich komme ja auch aus der Resilienzförderung. Ja, ganz richtig. Genau, wenn wir nicht genug, also da spricht man sozusagen von Stressoren und je nachdem wie vulnerable, also wie verletzlich wir zu diesem Zeitpunkt waren. Je nachdem wie lange das angehalten hat, diese Situation oder dieser Stress in unserem Leben war, wie wir den bewertet haben. Also da gibt es ganz viele Faktoren, die beeinflussen, ob wir das halten können und sozusagen widerstandsfähig keine posttraumatische Belastungsstörung zum Beispiel entwickeln oder eben doch. Und wenn wir nicht genügend Ressourcen, sogenannte Resilienzfaktoren in unserem Leben hatten, wie eine stabile Beziehung zu jemandem, wo wir mit jemandem sprechen konnten oder auch ein Gefühl von Selbstwirksamkeit, dass wir selber schon irgendeinen Einfluss haben auf unser Leben. Ja, aber das hat, also ich meine, Resilienzförderung bist du ja auch in deiner Arbeit erst dazu gekommen, indem du dich als Kindheitspädagoge damit auseinandergesetzt hast. Wenn man das jetzt sozusagen, es müsste eigentlich auch ein Schulfach sein. Voll, voll. Also? Voll. Also ich glaube, dieses Wort Resilienz ist mir erst sozusagen in den letzten Jahren immer begegnet. Also vorher hatte ich keine Ahnung. Da könnte man auch Folgen ohne Ende machen und Bücher schreiben. Aber grundsätzlich ist einfach wichtig zu verstehen, Resilienz beschreibt einfach unsere Fähigkeit, so schwierige Erlebnisse zu meistern. Und eben kein Muster oder Glaubenssatz zu entwickeln, der hinderlich für uns sein kann. Kann ich das auch unbewusst sozusagen? Also ist es auch typbedingt, dass Menschen resilienter sind als andere? Ja, also grundsätzlich finde ich, also da gibt es so ganz viele, das ist ein sehr komplexes Thema, aber man kann es runterbrechen auf, erstens ist nicht ein Mensch generell resilient oder nicht, sondern das ist wirklich eine ganz dynamische Fähigkeit und es kommt darauf an, was für eine Herausforderung erlebst du gerade und wie gut geht es dir auf der anderen Seite? Wie viel Puffer hast du, die das abfangen können gerade? Und dann gibt es auch sogenannte personelle Schutzfaktoren. Das sind dann wirklich unsere intrinsischen Fähigkeiten, Haltungen und Eigenschaften, die wir teilweise ja mitbringen, wenn wir auf die Welt kommen, teilweise aber auch erlernbar sind. Und das Allerwichtigste ist, jeder kann zu jedem Zeitpunkt seine Resilienz fördern. Also du bist nicht dazu verdammt, irgendwie generell weniger resilient zu sein als jemand anderes. Ja, das ist die große Frage. Ja, also in meiner Arbeit habe ich zum Beispiel acht sogenannte Starkmacher identifiziert. Das sind eben zusammengefasste Resilienzfaktoren, wo wir aus der Forschung wissen. Die können uns empirisch belegt dabei unterstützen, Herausforderungen zu meistern. Und das sind dann so Sachen wie Emotionsregulationsfähigkeiten. Also wie gut sind wir in der Lage, unsere Gefühle auszuhalten und auch in gewisser Weise als Leuchtturm zu nehmen. Wie können wir unsere Gefühle regulieren in stressigen Situationen? Und das kann man eben lernen. Ist nicht einfach, aber vor allem nicht dann, wenn man es in der eigenen Kindheit nicht gelernt hat. Ja, aber das ist ja wirklich einfach ein Thema, was schon in die frühe Kindheitsförderung gehört, wo ja eigentlich wieder gar keine Zeit für ist jetzt. Also keine Zeit mehr? Ja, vom Fachkräftemacher. Also ich spreche ja hier sehr viele Themen an in dem Podcast, wo es eigentlich immer wieder darum auch einfach geht, haben wir die, also nicht jeder hat also so eine, könnte ja auch Leandra in jedem Kindergarten einfach sozusagen diese Fortbildung machen, damit man einfach dafür bewusster ist. Das sind ja alles Sachen, die man, ist man jetzt Erzieherin, dann ist das ja eine Sache, mit der man mit Resilienz sich eher eher beschäftigt, weil man halt eine Fortbildung besucht. Also solche Sachen sind ja oft nicht in den, da lehne ich mich ja zu weit aus dem Fenster, weil ich jetzt nicht weiß, was genau in dem Lernplan da drin steht. Aber ich meine, das sind ja oft so Themen, das ist ja wie als Hebamme, also mit Themen, die ich eigentlich für meine tägliche Arbeit brauche. Davon habe ich eigentlich in meiner Hebammausbildung damals einfach wenig gelernt. Das sind alles Sachen, die ich mir dann, weil sie mich interessieren, weil ich einfach gemerkt habe, ich muss einfach wissen, dass es traumatische Erlebnisse gibt und wie man Frauen durch die begleitet. Und deshalb meine ich halt einfach, das sind ja einfach so Themen, die oft in so den klassischen Lehrplänen nicht drin sind und auch als Arzt oder wie gesagt, also es sind einfach so Sachen, da muss man sich selber halt dann drum kümmern. Und das ist ja irgendwie immer so dieses Bewusstsein zu schaffen, dass diese Themen wie Resilienzförderung, du bist ja Coach dafür, dass das einfach so Themen sind, wenn wir die Anfang an Eltern auch an die Hand geben oder auch schon auch im Kindergarten Kinder sozusagen dann begleiten. Das wäre ja großartig. Ja, das sprichst du mir voll. Deswegen habe ich auch, ja Reifam heißt das ja, deswegen habe ich das entwickelt und das Schöne ist, du hast was angesprochen, was mir so, das schlägt so in die Kerbe. Wir beschäftigen uns irgendwie nur damit, wenn es irgendwie im Sinne von einer Fortbildung oder im, weiß ich nicht, Berliner Bildungsprogramm steht, dass wir das den Kindern vermitteln müssen. Aber, und das ist, finde ich, das Schönste überhaupt an dem Wissen rund um Resilienz, die beruht grundlegend auf Beziehungen. Das heißt, wann immer wir unseren Kindern diese Fähigkeit mitgeben oder sie fördern wollen, dürfen wir auf uns gucken. Egal, ob wir jetzt die Mama, der Papa sind oder eben die Erzieherin oder die Hebamme. Wann immer wir gut auf uns schauen und lernen, unsere Kraftressourcen zu haben, Wirklich zu identifizieren und immer wieder mit uns einzuchecken und zu fragen, wie geht es mir gerade? Was brauche ich? Welche Dinge, von denen ich weiß, dass sie mich auftanken. Habe ich in meinem Leben? Und wenn nicht, was ist der kleinste gemeinsame Nenner, wie ich ein bisschen davon in mein Leben reinziehen kann? Wenn wir das machen, ist unseren Kindern schon so viel geholfen, weil die lernen eh durch Beziehung, durch Beobachten und deswegen ist dieses Programm ja auch entstanden und das ist übrigens, da gibt es auch ganz viele Programme, die eben nicht nur die Kinder in den Fokus stellen, sondern vor allem die Erwachsenen. Und auch ein ganz krasser Unterschied ist bei der Resilienzförderung bei Kindern. Wenn wir der Annahme folgen, die beruht grundlegend auf Beziehungen. Wie stark können unsere Kinder ihre eigenen Beziehungen eigentlich steuern? Die sind angewiesen auf ihre Bezugsperson. Wenn die eine Erzieherin haben, die sie nicht sieht oder abwertet oder so, die können nicht einfach gehen. Wir Erwachsenen, wenn wir einen Chef haben, der uns wirklich mobbt oder keine Ahnung für uns wirklich schwierig ist, können wir nicht immer so ohne weiteres. Aber mithilfe und in letzter Instanz können wir entscheiden, so das war's. Ich gehe jetzt und suche mir was anderes. Bei unserem Partner, bei unseren eigenen Eltern. Unsere Kinder sind ausgeliefert. Ausgeliefert. Und auch übrigens im Klassenverbot. Die können sich ihre Kinder, mit denen sie jeden Tag so viele Stunden verbringen, gar nicht aussuchen. Das heißt, wenn wir die Resilienz von unseren Kindern fördern wollen, können wir eigentlich auch nur auf diese personalen Schutzfaktoren gucken. Also wie lernen die Emotionen zu regulieren oder wie lernen sie Verantwortung zu übernehmen, auch mal Sachen selber zu bewirken und auszuprobieren. Bei uns Erwachsenen können wir aber schon auch gucken, von wem bin ich eigentlich umgeben? Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung und wie kann ich da mehr in mein Leben reinholen, dass es mir besser geht, dass ich besser aufgestellt bin, einfach für Situationen, wo es dann mal brennt. Ich habe da eine ganz spezifische Frage noch, weil du es gerade angesprochen hast, dass Kinder dem ausgeliefert sind. Und das finde ich gerade, das betrifft mich auch gerade so persönlich, weil gerade so die Betreuungssituation ist ja so, du hast ja gar nicht so den Einblick. Du hast natürlich so, also jeder von uns hat ja eigentlich immer ein ganz gutes Bauchgefühl, man denkt so, aber man kann ja nicht sehen, wie es den Kindern, sind ja schon längere Zeit auch in der Betreuung, dass man einfach gar nicht weiß, wie geht es denn, wie kann ich, also hast du da nochmal Erfahrung, weil ich persönlich habe diesen Gedanken gerade bei einer meiner Töchter. Dass ich ganz stark merke, ihre Bedürfnisse werden hier überhaupt gar nicht gesehen. Und ich bin mir jetzt schon mehrmals in Kommunikation gegangen. Das ist ja jetzt auch immer nicht so einfach, wie du sagst, dass man das jetzt aus dieser Situation rausgehen kann. Also ich bin schon dabei, da gerade eine Lösung zu finden, aber wenn ich dieses Gefühl habe, wie kann ich das bei meinen Kindern erkennen, dass diese Person gar nicht auf sie eingeht und wie äußert sich das bei den Kindern? Weil ich habe gerade so eine Situation, wo ich jeden Morgen einfach, also das hatte ich noch nie bei den anderen Kindern, dass sie nicht gerne in die Kita gehen. Das ist für mich jetzt schon mal so ein Punkt. Ich finde dich ganz schwierig. Ich habe da gerade eine richtig schwierige Situation und weiß gar nicht, wie ich, ich habe das jetzt schon mehrmals geäußert, dass da gar nicht auch ich nicht gesehen werde. Kann ich gut verstehen. Also du meinst, du warst schon in Gesprächen mit den Bezugspersonen? Ja, aber du hast jetzt gerade gesagt, was du gerade in deiner Erklärung, da habe ich mich gerade selber gesehen, dass die Kinder dem ausgeliefert sind, und dass ich sie ja eigentlich jetzt in ihrer Resilienz stärken muss, dass sie das halt einfach gut schafft. Aber woran erkenne ich, also jetzt nicht auf meine Sache, aber woran erkenne ich zum Beispiel, wenn ein Kind zum Beispiel, ist ja in der Betreuung, dass es vielleicht nicht so gut betreut ist und ich da eingreifen muss. Deshalb ich jetzt auch so Erfahrung hast. Ich glaube, du musst mich hier heute richtig an meine Zeit halten oder Leandra kommt einfach nochmal, weil es einfach, die Themen gehen so ineinander über. Voll. Ich würde auch sagen, es ist fast so das große Thema irgendwie im Elternsein, oder? Dass du willst es gut machen und bringst deinen Rucksack mit und dann haben die Kinder, sammeln ihren Rucksack und so. Genau, aber zur Situation, also grundlegend würde ich halt sagen, so eine Veränderung im Verhalten, also von geht ohne Probleme hin, zu. Möchte morgens nicht mehr gehen. Das ist ja schon mal ein Hinweis darauf, dass irgendwas los ist. Es muss gar nicht unbedingt sein, dass da jetzt im Kindergarten was los ist. Kann auch vielleicht ein Entwicklungsschritt sein, wo dein Kind irgendwie plötzlich was Neues lernt oder die Welt anders sieht und begreift und dann einfach Nähe und Geborgenheit bei dir sucht. Also es kann sein. Das heißt, je nachdem, wie alt dein Kind ist und wie gut du schon verbal, einfach kognitiv mit dem sprechen kannst, kannst du in der Situation fragen, angenommen es gäbe was, was dir hilft hinzugehen, was wäre das? Und dann ist es vielleicht, ja Mama soll mitkommen und dann ist es okay, ja verstehe ich ich kann nicht den ganzen Tag mitkommen und es ist für uns gerade notwendig, dass du da bist, aber was erinnert dich an Mama Liebe? Was kann ich dir geben, was dich in den Situationen wo du dich unwohl fühlst, an Mama an Zuhause, an. Geborgenheit erinnerst und dann ist das vielleicht ein Tattoo auf der Hand, was ihr so symbolisch Das geht nicht, dass es ein Tattoo ist, weißt du doch kann man doch jetzt nicht mehr drauf machen, das ist zu viel Darf man nicht? Nee, Tattoos. Hallo? Okay, wir malen mit dem Stift. Ja, Tattoos gibt es gerade in verschiedenen, hat man gesehen, dass die halt einfach krebserregende Stoffe haben. Deshalb sollte man auch bei Kindertattoos. Muss man aufpassen. Okay, egal. Das ist ein Armband oder eine Verbindung einfach. Wir sprechen ja Pädagogik von so Übergangsobjekten. Und die kann man so ganz bewusst mit Liebe aufladen und so, dass sie projizieren können. Aber grundsätzlich, wenn sich das häuft, wenn das Kind vielleicht einnässt zu Hause oder plötzlich nicht mehr schlafen kann oder so, dann lohnt sich das schon hinzugucken und dann wünschte ich, könnte ich jetzt was ganz Individuelles zu sagen, aber da muss man das Kind kennen, da muss man die Situation kennen, da muss man vielleicht auch beobachten, ein Tagebuch führen. Grundsätzlich, was wir als Eltern machen können, ist ganz eng in Kontakt mit unseren Kindern stehen und fragen, wie fühlen sie sich? Was brauchen sie? Je nachdem, wie gut sie sprechen können. Was ist, erzähl mal. Oder eine schöne Frage ist immer so, ich bin neugierig. Erzähl mir was vom Kindergarten heute. Und nicht so, wie war es heute? War es gut? Da kriegt man meistens so gut. Nicht viel. Und dann erzähl mir was. Und dann überlegen sie und dann brauchen die auch Zeit zum Überlegen und wenn dann erstmal nichts kommt, ist auch okay. Aber ja, du siehst, man kann nicht pauschal sagen, dann machst du das, das, das. Aber grundsätzlich würde ich sagen, es ist immer eine Einladung hinzuhören, nachzufragen und dann würde ich auf jeden Fall auch bei der Einrichtung das zur Sprache bringen und sagen, hey, mir ist aufgefallen und ich wollte mal fragen, ist irgendwas vorgefallen, seht ihr einen bestimmten Bedarf oder so, weil das dürfen wir auch. Ich finde es super wichtig, mache mich immer gerne bei den Eltern für die Fachkräfte auch stark. Ich weiß, die handeln nicht immer sensibel, aber die Arbeitsbedingungen, die sie auch haben, sind absurd. Also die sind teilweise mit 15 unter Dreijährigen, sollen die innerhalb von einer halben Stunde im Schnee rausgehen und machen dann 15 Reißverschlüsse von Schneeanzügen zu. Wenn die das fertig haben, können sie gleich wieder rein. Ja. Also da bin ich ganz bei dir. Also das ist auf jeden Fall. Aber so, es hat mich einfach gerade, weil du das gesagt hast, dass ich mal kurz, wir müssen auch jetzt wieder zurück zu uns Eltern kommen, weil das war ja das Thema unserer Folge. Also wir waren ja sozusagen, also Daniel hat ja das Muster sozusagen erkannt und ja, auch welche Rolle spielt denn so das Unterbewusstsein sozusagen bei der Weitergabe von diesen Erziehungsmustern? Das ist ja glaube ich auch so ein Punkt, da sollten wir nochmal reingehen. Ich habe neulich so ein schönes Zitat gefunden. Ich weiß jetzt leider nicht mehr von wem das war. Ich glaube von irgendeinem Otto. Muss ich dir nachher nochmal nachreichen. Aber es ging irgendwie so, solange du dir das Unbewusste nicht bewusst machst, bestimmt es dein Leben, ohne dass du es merkst. Und ich finde, das sagt so schön aus, die Art und Weise, wie wir erzogen wurden, was wir als Kind erlebt haben, das beeinflusst immer Menschen. Immer, immer, immer, wie wir heute mit unseren Kindern handeln. Der einzige Unterschied, den wir machen können, ist Bewusstsein schaffen dafür. Was ist eigentlich meins? Was habe ich eigentlich erlebt? Wo fehlt mir vielleicht auch noch der Emotional Support, um das lösen zu können von meinem Kind? Genau, also Unterbewusstsein spielt eine riesengroße Rolle und ich würde sagen, gar nicht die Aufgabe, wir wollen ja weg von den To-dos, sondern das Schöne am Elternsein ist, dass du anfängst, das aufzudecken. Susanne hat das so schön gesagt, Susanne Mirauer, die hat in irgendeinem ihrer tollen Bücher geschrieben, dass Elternschaft wie so eine Zeitreise nach vorne ist. Irgendwie verändert sich ganz viel, aber auch nach hinten. Weil in dem Moment, wo du immer einen weiteren Schritt mit deinem Kind nach vorne gehst und neue Sachen erlebst, wirst du so zurückgeworfen und merkst und fragst dich, wie habe ich das eigentlich erlebt? Und komisch, so wie ich das jetzt mit meinem Kind machen möchte, so habe ich es aber eigentlich anders gelernt. Was ist denn jetzt das Richtige? Und das ist so eine Dynamik. Ich finde, das ist eigentlich so schön. Schwierig, ja, manchmal schmerzhaft, ja, aber doch eigentlich so schön. Das Elternsein macht uns auf so viele Aspekte aufmerksam, schafft Bewusstsein für so Sachen, die zu unserer Lebensgeschichte dazugehören, wo es eigentlich total sinnvoll ist, wenn uns das mal bewusst wird, weil dann können wir es verändern, wenn wir möchten. Ja, das stimmt. Aber ich finde gleichzeitig ist es auch etwas, dass es ein Bewusstsein schafft auf Dinge, die vielleicht anders gelaufen sind. Und dann ist man ja auch in Kontakt mit seinen Eltern. Und das macht ja auch wiederum Wunden auf. Und vor allen Dingen will man ja auch nicht seine Eltern jetzt sagen, oh, du hast jetzt alles falsch gemacht. Also das ist ja auch nochmal eine schwierige mit der Generation davor. Also mit seinen eigenen Eltern, die man ja im Leben des Kindes auch haben will, als Großeltern. Und dann, das finde ich einfach auch, ist ein sehr, ja, also auch immer so ein Balanceakt zu, das merkt man ja auch schon im Wochenbett, also wenn Dinge anders laufen jetzt so. Also Wochenbett gab es ja zum Beispiel, als ich geboren worden bin vor 40 Jahren eigentlich gar nicht. Also da ging ja eigentlich ein Adlus über. Also dass man auch dieses Bewusstsein schafft für die Generation davor und die auch nicht so verletzt, weil das ist glaube ich auch oft so ein, ja, also ich finde das nicht so einfach, also man will ja auch irgendwie in einer guten Beziehung mit seinen Eltern noch sein und ihnen nicht immer das Gefühl geben, sie haben alles falsch gemacht, auch wenn man jetzt merkt so, oh ich möchte gern für mich diese Muster lösen. Klar, also…. Du hast gerade gesagt, man will sie nicht verletzen und natürlich will man die Menschen, die man liebt, nicht verletzen. Und gleichzeitig würde ich sagen, darf man differenzieren zwischen verletze ich sie jetzt, weil ich super unreflektiert was Fieses sage und alle Schuld auf sie lege oder sind sie vielleicht verletzt, weil sie selber spüren, oh nein, eigentlich das Schlimmste, was alle liebende Eltern sozusagen befürchten, mein erwachsenes Kind kommt zu mir und sagt, ich habe es blöd gemacht. Das ist, finde ich, eine Verletzung, die auch Zusammensein schaffen kann, wenn wir auch verbalisieren. Ich weiß, das hört man gar nicht gerne als Mama oder Papa. Mir ist es aber super wichtig anzusprechen, weil ich sehe jetzt irgendwie die Chance, dass wir das jetzt mit K1 und K2 von mir, dass wir das irgendwie neu denken können, zusammen. Hast du Lust, mit mir drüber zu sprechen? Würde ich mich mega doll freuen. Und auch da die Empathie, die wir unseren Kindern jetzt schenken wollen, auch unseren eigenen Eltern und uns selber auch zu geben. Darf ich dir so eine persönliche Frage stellen, wie ist das gerade also deine Eltern, die jetzt einfach eine Tochter haben, die ja dieses Thema einfach so, für ganz viele Eltern zugänglich macht, wie haben die reagiert oder auch dein Buch werden sie ja wahrscheinlich gelesen haben. Hat das auch was in eurer Beziehung gemacht? Ja, also ich würde sagen mit dem Buch jetzt nicht unbedingt, weil das ist ja ein Prozess, der läuft seit ich eigentlich gar nicht erst seit ich Mama bin, ehrlich gesagt, sondern seit mir im Studium, weil wir im Studium eben, gelernt haben, natürlich selber zu reflektieren. Was habe ich denn für einen Bindungstyp zum Beispiel oder so? Und ich muss sagen, dass ich da ganz, ganz tolle Erfahrungen mache und nur Support bekomme und durch Austausch einfach für uns jetzt ganz viel möglich ist und war und viel umgedacht wird, manches nicht. Und das ist auch okay und das finde ich auch wichtig, dass wir, das schreibe ich auch im Buch, dass nicht alles, was wir neu denken und handeln, auch unsere Eltern übernehmen müssen. Also klar, wo dem Kind geschadet wird, da müssen wir nicht drüber diskutieren, das ist unsere Aufgabe, unsere Kinder zu schützen. Da könnte man auch noch mal fragen, wie man das macht. Aber nehmen wir irgendwie das Plastikspielzeug. Meine Mama liebt es, unsere Kinder glücklich zu machen und shiny, Glitzer, was weiß ich, Zeug, so in die Pop-A-Tree-Phase zum Glück vorbei. Aber so. Und ich finde das einfach schwierig und nicht so schön. Aber sie ist ja Oma, ne? Ja, ja, genau. Omas dürfen sowas. Genau, aber dann können sich ja manche daran stören, dass dann dieses, da kommt Geschenk nach Geschenk und die Kinder werden überhäuft und dann hängt es zu Hause rum und so und dann sagt man, ey, ich möchte es nicht. Also da ist so Potenzial, Konfliktpotenzial und da, wo ich darauf hinweisen wollte, kann es einfach total schön sein auch stehen zu lassen. Wenn ich jetzt zum Beispiel meinen Kindern nicht vermitteln möchte, so viel zu konsumieren und zu kaufen und alles neu und andauernd irgendwie ein Geschenk, dann kann es aber für unsere Kinder super wertvoll sein, An unterschiedlichen Bezugspersonen zu sehen, ah, die Person macht das so, die Person handhabt das so und dann können sie irgendwann, vielleicht nicht heute, aber irgendwann können sie selber entscheiden, was sich für sie irgendwie sinnvoll anfühlt. Und das ist eigentlich super schön und natürlich lieben die Kinder das dann, wenn sie da 20 Pupperturzentralen bekommen und Mama so denkt, toll, wieder das 20. Spielzeug eingeschleppt. Also das Wichtigste einfach sagst du ist die Reflexion sozusagen, dass man zu diesem Punkt kommt. Wie wirken sich aber so ungelöste eigene Kindheitstraumata auf die Beziehung zum eigenen Kind aus, wenn ich da noch nicht so reflektiert bin? Können wir da nochmal drüber sprechen? Ja, genau. Dann nehmen wir am besten ein Beispiel. Also wenn ich als Kind emotional vernachlässigt wurde, wenn ich zu laut war. Bei Mädchen vor allem war das ganz häufig so. Die dürfen nicht laut und wild und wütend sein und dann vielleicht mit Liebesentzug bestraft wurde. Du hast dich daneben benommen, geh auf dein Zimmer und komm erst wieder, wenn du dich entschuldigst oder so. Voller Klassiker. Dann habe ich als junges Mädchen gelernt, okay, ich darf auf gar keinen Fall zeigen, wenn ich wütend bin. So, dann habe ich jetzt heute eine Tochter, die wird richtig wütend und wenn mir nicht bewusst ist, dass das ein Muster war, was meine Eltern so nur, vielleicht hatten die den Glaubenssatz, Mädchen müssen lieb und artig sein, ist ja auch gesellschaftlich damals total gängig gewesen. Dann wird mich das massiv triggern, wenn mein Kind irgendwas kaputt macht, superlaut rumschreit, hochrot, keine Ahnung, an der Kasse, wo alle gucken, irgendwie ausrastet und das, da können wir vielleicht einmal, hilft so ein Blick in die Hirnforschung, ist wirklich manchmal ein bisschen hilfreich. Wir haben so ein System in uns, was bei Stress aktiviert wird Und das bedeutet Stress für uns, ein lautes Schreien des Kindes. Und wenn dann auch noch eine schwierige Erfahrung von uns selber da angestoßen wird, das stresst ungemein. Und dann haben wir die sogenannte Amygdala im limbischen System. Das ist ein Teil von unserem Hirn, der will für uns schnell Ruhe schaffen, Sicherheit. Und was fühlt sich nach Sicherheit an? Das, was wir lange über einen langen Zeitraum immer wieder erlebt haben, vorgelebt bekommen haben, vermittelt bekommen haben, wo wir wussten und das ist in unserer Kindheit ja dann, das ist so logisch. Du hast dann gelernt, A, bei Wut runterschlucken, nicht zeigen, sonst musst du ganz allein in deinem Zimmer sitzen, obwohl du eigentlich gerade eine Ehe brauchst. Und dann, ich nenne die Amygdala übrigens immer gerne Amy, weil das ist sonst zu abstrakt. Also wir haben alle so eine innere Amy, die will uns in Sicherheit bringen. Und dann gibt es so den sogenannten Fight, Flight oder Freeze-Modus. Entweder schreien wir es raus, grenzen uns ab, unterbinden das. Freezen, wollen es irgendwie weg haben und schicken weg oder gehen selber weg, entziehen unsere Liebe. Oder freeze, wir sind total perplex und überfordert und wissen gar nicht mehr, was wir machen. Und dann greift unser Gehirn, das steht dann die Amy, die steht dann so vor verschiedenen Wegen. Und da ist dann die wunderschön ausgegossene, breite Autobahn mit Schildern und so und dann denkt die so, perfekt, da biege ich ab. Das ist dann irgendwie Wut unterdrücken und so, da bin ich in Sicherheit gewesen immer, wenn ich das gemacht habe. Nicht zeigen, dann bin ich in Sicherheit. So und wir heute als Eltern wollen dann aber vielleicht, weil wir es gelernt haben, weil wir jetzt ganz viele Informationen zur Verfügung haben und wissen, wie wichtig das ist, Wut fühlen zu dürfen, damit wir sie überhaupt regulieren können. Das wäre dann ein mit Moos bewachsener, matschiger Trampelfahrt im Wald. Und Amy denkt sich so, nee Leute, auf keinen Fall. Und das ist erstmal wichtig zu verstehen. Unsere innere Amy, die will uns in solchen Situationen schützen. Wir sind in einer Situation mit unserem Kind. Das triggert uns an. Wir stehen unter Stress. Amy sagt, alles klar, hier lang. Und dann unterdrücken wir genauso die Wut beim Kind, wie sie bei uns unterdrückt wurde. Das passiert in uns, wenn wir ungelöste, unbewusste Muster in uns tragen. Und das ist halt einfach wichtig, dass ich das erkenne. Ja. Und was mache ich da? Also ich würde mal sagen, das erkennt man ziemlich schnell. Aber wie kann man Menschen helfen, die das halt einfach nicht erkennen? Oder die nicht zu dir kommen oder die sozusagen, das finde ich einfach gerade so schwierig. Also wie kann man so Warnsignale auch einfach immer wieder sehen, dass man in so alte Muster verfällt und das ist ja glaube ich ganz wichtig. Ja, also ich würde erstmal grundsätzlich sagen zu, die erste Frage, Menschen, denen das gar nicht irgendwie jeder, da ist wirklich Aufklärung wichtig. Deswegen haben wir auch diese im Buch zum Beispiel diese 20 häufigsten Muster. Er ist super beschrieben. Genau, und ich glaube, also da ist das Internet und Social Media so ein großes Geschenk. Wir haben jetzt so einen krassen Zugang zu wissen, wenn wir nicht wissen, dass es mittlerweile empirisch belegbar ist, dass Wut unterdrücken für uns backfired und für unsere Kinder. Wenn wir das nicht wissen, dann ist da auch kein Anreiz, da irgendwie Bewusstsein zu schaffen, das zu verändern. Das heißt, Bewusstsein in allererster Linie ist das Allerwichtigste und Aufklärung ist das Allerwichtigste. So und dann Bewusstsein, woran merken wir, dass die Amy auf der Autobahn unterwegs ist. Das können dann so, das ist auch wieder nicht pauschal, aber es können so Sachen sein, wenn wir irgendwie am Ende des Tages so denken, ich habe mich genau angehört wie meine Mama oder ich habe genauso geredet. Und manchmal ist es auch so richtig eine Tonlage, die man so, oh Gott, ich habe mich wirklich genauso angehört. So das kann so ein Hinweis sein. Dann würde ich sagen, Hunger, dann würde ich sagen, ist das schlechte Gewissen, deswegen, also ich bin so ein Fan davon, das so zu enttabuisieren für Eltern. Das schlechte Gewissen ist eigentlich so ein wichtiger Punkt. Ein hilfreicher Leuchtturm. Ja, aber das ist ja auch immer die Situation, dass man damit dann ja oft alleine ist, weil man sich auch gar nicht traut, jemandem das anzuvertrauen. Also auch engen Bezugspersonen wie Freundinnen und so, weil man ja immer gleich denkt, ich bin jetzt die schlechte Mutter oder der schlechte Vater. Also das ist ja auch nochmal so ein Thema, sich da zu öffnen. Und meine Frage wäre jetzt einfach, wenn ich das erkenne, kann ich das alleine lösen oder brauche ich dazu professionelle Hilfe? Also in welchen Stadien sind wir denn, dass ich halt Muster, ich meine ein Trauma ist natürlich nochmal eine andere Situation, da braucht man bestimmt professionelle Hilfe, aber da sind wir dann auch wieder in den, also wann sollte ich mir Hilfe suchen? Oder kann ich viele Dinge auch einfach schon alleine regulieren? Genau. Ja, das ist super wichtig. Da müssen wir auf jeden Fall differenzieren. Stimmt, da haben wir auch am Anfang drüber gesprochen mit den Traumata. Also ein Muster und ein Glaubenssatz, der aus dem Trauma heraus entstanden ist und wo ich das Gefühl habe, ich habe wirklich einen wiederkehrenden oder auch einen chronischen Leidensdruck, aus dem ich mich irgendwie nicht alleine befreien kann. Der passiert immer wieder und ich schaffe es da einfach nicht raus und ich leide wirklich so Sachen, wie ich will morgens schon gar nicht mehr aufstehen, weil ich weiß, ich werde mein Kind wieder anschreien oder man fühlt sich dauerhaft einfach so fremdbestimmt in sich selber. Dann würde ich auf jeden Fall immer dazu ermutigen, sich eine therapeutische Unterstützung zu holen. Und wenn man keine Ahnung hat, wo man hingehen kann, habe ich einmal im Buch extra, da gibt es so einen Download-Bereich, da habe ich extra zusammengetragen im Dachraum, wo man wen kontaktieren kann. Aber wenn man das Buch nicht kaufen kann oder will, dann kann man das Buch nicht kaufen. Einfach zum Hausarzt erst mal. Erste Anlaufstelle Haus- oder Kinderarzt und sagen, ich habe das Gefühl, es belastet mich so doll irgendwas und ich kann es gar nicht mal richtig benennen, aber es fühlt sich so schwer an. Wo kann ich hingehen? Ich wünschte, ich könnte jetzt sagen, dass die therapeutische Versorgung tipptopp ist. Das habe ich dir ja gesagt. Das sind halt wieder diese wichtigen Themen, wo einfach wir einen so starken Fachkräftemangel haben. Ja, voll. Und da kommen wir wirklich auf so eine übergeordnete Ebene. Aber ich finde auch das wichtig zu wissen, dass du weißt, wenn du keinen gerade findest, das liegt nicht an dir. Du kommst nicht aus dem Tritt oder du stellst dich nicht blöd an, sondern es ist einfach schwierig. Aber dranbleiben lohnt sich. Immer wieder anrufen, immer wieder nachfragen, am Ball bleiben und dann wirklich einfach sich in therapeutische Hände begeben. Aber wenn ich jetzt nicht schnell rankomme, hast du da Übungen. Wo man einfach gucken kann, dass ich vielleicht gerade, weil ich glaube, diese Situation kennt ja jeder, wenn dann auch noch einfach der Alltag mit hinzukommt. Und das ist ja immer so schön zuzuhören, dass ich meine, die Theorie ist ja natürlich immer, hört sich ja fantastisch an in vielen Dingen und die Praxis ist ja dann immer die andere und ich glaube, selbst du, als die das ganze Wissen hast, hast natürlich bestimmt auch Situationen, also auf jeden Fall beschreibst du das auch immer wieder bei Instagram, dass du einfach auch sagst, auch wenn ich weiß, wenn ich Fachkraft für Resilienz-Themen bin, wenn ich dieses Buch geschrieben habe, ist der Alltag natürlich immer ein anderer und mit Kindern, dass man da auch, einfach merkt, wie kann ich mir da mal kurz, ja, wie kann ich mich da dann wieder einfach so wieder darauf fokussieren, weil das ja einfach in diesem schnellen Leben, in dem wir uns befinden, mit auch diesen ganzen Informationen, ist das ja unglaublich schwierig. Und dann kommt wieder dieses schlechte Gewissen, oh Gott, ich habe jetzt gerade alles versaut. Genau, also. In dem Kontext sagen wir, du weißt, du brauchst eigentlich eine Therapie und willst Hilfe haben und es zieht sich jetzt einfach. Hier auch nochmal der Hinweis, du kannst auch eine gute Mama oder ein guter Papa sein, wenn du gerade nicht deine Kindheit aufarbeitest. Das ist kein Pflichtprogramm. Und ich wünsche jedem, dass der schnellstmöglich die Hilfe bekommt, gerade wenn man was Akutes hat, die ihm zusteht. Wenn du lange warten musst, es gibt immer kostenlose Notfalltelefone, ruf da einfach jeden Tag an. Also da bin ich wirklich rigoros, ruf an. Wenn du, und Freunde, gute Beziehung der Partner, also ich würde versuchen, alle Beziehungen, die ich in meinem Leben habe, irgendwie zu mobilisieren und auch wirklich sagen, hey, ist das mir super unangenehm, dir jetzt gerade diese Sprachnachricht zu schicken, aber mir geht es nicht gut und ich brauche irgendwie jemanden, der mir zuhört, wärst du bereit? So, da kriegt man eigentlich kein Nein. Und wenn doch, dann kannst du den eh aus dem Handy löschen, Person. Genau, also es ist eine super schwierige Situation, wenn du Bedarf hast und warten musst. Aber ich finde es super wichtig zu sagen, du kannst trotzdem, bist du genug, ja, dann ist es eine super schwierige Situation einfach, gerade wenn, weiß ich nicht, sagen wir, du hast eine Angststörung und deine Kinder sind auch noch gerade in der Kita-Eingewöhnung und es fällt dir schwer, morgens aufzustehen. Das ist einfach schrecklich belastend. Und genau in so einer Situation Unterstützung holen, wenn du warten musst auf eine Therapie. Aber so praktische Übungen, wie ich mich immer so kurz zurückhalten kann, also ich kenne das ja selber so, dann hat man irgendwie das Telefon klingelt, man hat irgendwie noch fünf unbeantwortete Nachrichten, gerade wenn man in so einem Büro, dann möchte der was und irgendwann ist man auch so, okay, jetzt schreit schon wieder einer, also einer schreit ja immer. Dass man dann einfach manchmal immer so kurz, okay, eigentlich musste ich jetzt mal kurz rausgehen, erst atmen, bevor ich jetzt wieder in diesen Konflikt gehe und den löse und versuche da irgendwie einfach ruhig zu bleiben. Genau. Das ist eigentlich genau, was du gerade gesagt hast, dieser Moment zwischen Reiz und Reaktion. Aber manchmal ist es so schwierig, dann da raus zu kommen. Es ist auch schwierig. Wenn man so in diesen, wenn man selber so wütend, das ist ja auch so, das ist ja auch ein Muster sozusagen, wenn man diese aufgestaute Wut hat und dann kommt die genau in diesen stressigen Situationen, dass man Und dann wirklich einfach... Das ist unglaublich schwierig. Und ich glaube, uns ist am allermeisten geholfen, wenn wir einfach sagen, es ist unfassbar schwierig und nervt und es anstrengt. Und ich bin ganz oft nicht die Mama, die ich in meiner Idealvorstellung wäre. Das ist einfach so. Und die Frage ist eigentlich gar nicht, ob wir Fehler machen, weil die machen wir auf jeden Fall. Egal wie viele Bücher wir lesen, wie viele Atemübungen wir machen, welche Technik, welchen Fütterring wir tragen. Wir werden auf jeden Fall Fehler machen und deswegen bin ich immer ein großer Fan davon, eine positive Fehlerkultur in der Familie zu etablieren. Also vielleicht auch gemeinsam zu besprechen, was brauchst du, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst? Was hilft dir dann? Was brauche ich, wenn meine Bedürfnisse nicht gesehen sind? Wenn meine Grundbedürfnisse vielleicht, Hunger, Schlafmangel, was weiß ich, was hilft mir dann? Und dann zu versuchen, den kleinsten gemeinsamen Nenner in Richtung, also wenn ich merke, okay, weiß ich nicht, Kind 1 hat gerade das berühmte Orangensaftglas umgestoßen, Kind 2 und 3 kloppen sich gleich, die streiten und ich war irgendwie seit 5 Stunden nicht auf dem WC, weil ich die ganze Zeit im Reaktionsmodus bin. Dann ist niemandem geschadet, wenn du einfach kurz sagst, okay, stopp Leute, ich gehe jetzt kurz raus, mache das Fenster auf oder ich setze mich jetzt kurz auf den Boden, kommt gerne mit dazu. Also auch immer ist es aber dieser Blick auf sich und dieses Anerkennen von, ja, es ist gerade absolut unideal und es läuft gerade nicht schön, das ist okay. Ich verspreche dir, in jeder Familie gibt es täglich mindestens Und es ist ein Moment, wo man sagen könnte, das Problem ist, man hat ja auch mal so eine idealistische Vorstellung, wie so etwas zu laufen hat, so ein Urlaub oder so ein Ausflug. Und dann ist es einfach überhaupt nicht so, sondern so irgendwie alle maulen, alle sind irgendwie unglücklich. Und man hat halt diese Vorstellung und dann denkt man so, ich habe das jetzt hier organisiert. Wir sind irgendwie rausgefahren oder was weiß ich, keine Ahnung, was man für einen schönen Ausflug geplant hat. Und irgendwie sind alle unglücklich. Das macht ja auch was mit allem. Natürlich. Und denkt so, hey, ich habe mir jetzt echt viel Mühe gegeben und so diese Wertschätzung, das ist ja auch immer so, wenn man denkt so, hey, ich mache echt alles möglich. Ich glaube, das ist auch, glaube ich, ganz schlimm immer für Eltern, wenn man irgendwie versucht, wirklich alles hinzukriegen und dann wird man eigentlich nur angebaut. Voll. Ist übrigens Wertschätzung des Bedürfnisses. Ist übrigens auch, wenn man sich so Burnout-Prävention anguckt und so, ist so Mangel an Wertschätzung ein ganz signifikanter Treiber, der uns in den Burnout reinfühlt. Das ist ja bei Eltern sehr stark. Ja, wenn wir gerade über Mamas sprechen, wo ja klar uns wird das in die Wiege gelegt, dass wir alles organisieren und wir sind so geboren und wir machen das auch noch super gerne. Nee, ich organisiere generell nicht gerne, aber so. Das wird ganz häufig nicht gesehen und deswegen, du hast danach gefragt, in so Situationen, wo mich mein Altersmuster überkommt, was kann ich machen? Also ich erstens auf so Signale wie schlechtes Gewissen, Wut, Trauer, Frustration immer hören und die auch so ein bisschen, weiß nicht, die armen Dinger enttabuisieren und Tagebuch führen, aufschreiben, was ist heute passiert, was habe ich da eigentlich gefühlt. Angenommen, dieses Gefühl, wäre meine Freundin und könnte sprechen, was würde das sagen, was habe ich da gebraucht, was war für mich nicht okay, dann sind wir eben ganz schnell bei der Wertschätzung, so hallo, ich habe ja alles gemacht und organisiert und vielleicht auch noch bei der Organisation schon gedacht, ich würde lieber das, aber für meine Kinder will ich und dann sind die nicht dankbar und das wirklich zulassen, aufschreiben. Darf ich das sagen, abkotzen, wenn man möchte, wenn man das Gefühl, ja, Ja, dann kotzt du da in deinem Tagebuch über deine Kinder und deinem Mann ab und sagst so, kein Mensch ist dankbar. Ja, und du hast es mal schwarz auf weiß und kannst dann, wenn du das mal, weiß ich nicht, ich mach es mal zwei, drei Wochen abends. Ja, und ja, das ist ein Invest. Du liegst dann nicht mit Kardashians gucken im Bett, sondern du setzt dich hin und guckst dir nochmal genau das an, worauf du eigentlich, was unangenehm war heute. Ist auch schon Therapie. Voll. Also Therapie darf ich gar nicht sagen, ich bin ja keine Therapeute. Aber es ist so wohltuend. Genau, aber es ist ja schon für, es ist natürlich eine hohe Selbstreflexion. Genau, ein Einchecken. Ja, so ein Einchecken. Und da hat man das einfach mal schriftlich. Das macht schon was aus, wenn man was für sich mal schriftlich unterschreibt. Voll. Und wenn du das mal einen Zeitraum, sag dir mal, du machst das eine Woche. Sieben Tage lang setzt du dich abends hin, checkst es kurz ein. Wir haben ja auch die App. Da haben wir es ganz easy gemacht. Da kannst du einfach drei Worte eintippen. Was wollte los? Und es muss... Die ganzen Sachen, die Leandra so macht, die packen wir alle in die Shownotes, von den Dingen, die ihr jetzt vielleicht nicht so schnell mitschreiben könnt. Wir machen alles nochmal gebündelt, nur das mal als kleine Randnotiz hier. Danke, genau. Du musst auch nicht, dann gehen wir wieder in den Anspruch, dann kaufen wir uns ein wunderschönes Notizbuch und wollen dann da Romane schreiben. Nein, es reichen drei Wörter am Abend. Wut, Trauer. Also Geschwisterstreit, keine Ahnung. Und dann, wenn du das über einen längeren Zeitraum mal machst und sich das wiederholt und du siehst, ah krass, immer im Geschwisterstreit. Ja, ich habe jetzt jeden Tag den Streit aufgeschrieben. Da passiert es mir. Genau. Da kommt das schlechte Gewissen. Da höre ich mich an wie meine Eltern, wenn ich das nicht möchte. Und ich mag es nicht. Oder da fühle ich mich, habe ich das Gefühl, es ist richtig so Energie weggegangen in der Situation. Und es kommt immer wieder. Dann würde ich sagen, ist das eine Einladung, da mal hinzugucken. Und da müssen wir noch gar nicht wissen, ist das ein Trauma, ist das einfach ein Glaubenssatz. Sondern da gucken wir einfach mal hin und fragen uns, okay, was habe ich denn in dieser Situation gefühlt? Was haben meine Gefühle zu mir gesagt? Und ist das wirklich wahr, was mir da gesagt wird? Also so Sachen wie, es ist ganz peinlich, wenn meine Tochter, wenn eine fünfjährige Tochter einen Wutanfall bekommt. Aha, wie peinlich. Sehe ich das wirklich so? Und dann dürfen wir, also in den meisten Fällen realisieren wir es natürlich nicht peinlich, aber trotzdem fühlen wir so. Und uns dann zu fragen, woher kommt dieses Gefühl? Und das müssen wir eben nicht alleine machen, je nachdem, was wir für einen Rucksack haben. Und ich weiß nicht, wer hier zuhört, was für schreckliche Erfahrungen manche Menschen in ihrer Kindheit hatten. Das müssen wir nicht alleine machen. Und ich würde auch sagen, wenn wir wissen, wir hatten eine bewegte Kindheit, dann sollten wir das auch nicht alleine machen. Dann haben wir einen Anspruch darauf, dass jemand uns hält, den Raum dafür hält und auch sieht oder mit bestimmten Fragetechniken uns dabei unterstützen kann, auch immer wieder nach vorne zu kommen und sich nicht so zu verlieren in dem alten Schmerz. Also da gibt es ja ganz, ganz viele verschiedene Ansätze auch in der Therapie. Du hast jetzt das Einchecken für uns Erwachsene gesagt. Hast du auch so Empfehlungen, wie man als Familie vielleicht einchecken kann? Ich glaube, das ist ja auch total wichtig. Also, dass man da einfach auch mal gucken kann. Wir checken mal irgendwie alle hier so gegenseitig ein. Wie fühlen wir uns gerade? Was finden wir gerade doof und was finden wir gerade nicht doof? Also wir haben immer so ein bisschen, das ist auch immer so ein bisschen tagesrumabhängig. Also wir haben immer so eingeführt, feiern und bedauern beim Abendessen zu machen. Aber es ist auch immer so, das macht, also wir versuchen es zu machen, aber es ist ja, also es ist glaube ich auch normal, dass es dann auch mal untergeht. Aber ich finde immer, wenn man das macht, checkt man ja eigentlich immer ganz schön ein. Voll. Weißt du, was ich meine mit Fein? Voll. Ja, ja, ja, genau. Kenn ich aus der GFK, ne? Ja, voll. Und ich finde es voll schön, dass du das fragst, weil ich finde auch hier können wir auch nochmal so darauf hinweisen, dass wir müssen ja nicht jetzt alles perfekt aufgearbeitet haben für unsere Kinder, sondern wir können es auch mit denen gemeinsam lernen. Wir können unseren Kindern sagen, weißt du was, als ich Kind war, Und durften Kinder nicht schreien. Da gab es eine Strafe für. So habe ich das gelernt. Ich will das für dich nicht, aber es fühlt mir mega schwer, das anders zu machen. Je nachdem, wie alt die Kinder sind. Aber sobald die kognitiv ansatzweise in der Lage dazu sind, würde ich das denen sagen. Also es fällt mir auch schwer. Lass uns mal, wollen wir ein Codewort ausmachen oder so. Wenn du spürst, jetzt wird es unfair oder ich fühle mich nicht gesehen oder so. Klar kann es sein, dass sie es dann inflationär benutzen, aber auch das ist ja ein Hinweis für irgendwas. Dann fühlen sie sich vielleicht nicht ernst genommen oder so oder wollen sich gerne stark fühlen oder so. Das ist auch so eine freche Unterstellung unseren armen Kindern, dass die irgendwie manipulieren oder testen oder so. Nein, die wollen, die suchen, die testen nicht, die suchen nach Halt, nach Sicherheit, nach irgendeinem Feedback. Da würde ich auch gerne gleich noch ganz kurz was zu sagen in Sachen so laissez-faire und so. Das ist ja nur die Kehrseite der Medaille von der Autorität. Also wir dürfen mit unseren Kindern zusammen lernen, wie das geht, Wut zu regulieren. Und wir dürfen mit unseren Kindern zusammen lernen, wie wir mit Fehlern umgehen wollen, wie wir Eigenverantwortung übernehmen wollen, wie wir uns miteinander entschuldigen wollen. Wir dürfen auch von unseren Kindern sagen, weißt du was, fand ich nicht okay. Da hast du eine Grenze von mir überschritten. Ich brauche jetzt Ruhe. Ja, das dürfen wir schon sagen. Natürlich müssen wir gucken, dass unser Kind in Sicherheit ist. Aber so im zwischenmenschlichen Kontakt dürfen wir unseren Kindern auch zumuten, bei uns zu sehen, wie man eine Grenze setzt. Genau, ich bin immer ein Fan von einer Familienkonferenz, aber ohne... Wie sieht sowas aus, so eine Familienkonferenz? Je nachdem, wie alt die Kinder sind. Also ich würde sagen, bei Babys können es die Eltern alleine machen. Das ist eine Elternkonferenz, aber auch schon wichtig und hilfreich. Würdest du das zum Beispiel, wenn man so zwei Altersgruppen wie bei mir hast, so eher trennen? Also ich habe ja jetzt 12 und 14 und 3 und 6. Also es ist ja schon. Würde ich ausprobieren. Also mit 6 und 12 geht das schon, aber 3 ist natürlich jetzt so. Familienkonferenz würde ich jetzt immer da. Ja, also ich würde grundsätzlich einladen mal an den Tisch. Und wenn dein dreijähriges Kind dann irgendwie aufsteht, dann steht es halt auf und geht. Kannst ja irgendwie Spielzeug bereitstellen oder so. Und dann, ja, darf man als Familie voll kreativ werden. Ich würde sagen, grundlegend ist immer schön einmal ein Check-in, wie geht's jedem, wie war die letzte Zeit und dann, keine Ahnung, vielleicht hast du Spielzeuge, Schleichtiere, Smileys ausgedruckt, Emojis, vielleicht nehmt ihr das Handy und jeder soll ein Emoji drücken oder so. Also da kann man wirklich ausprobieren, was haben wir gerade zur Verfügung, aber symbolisieren, wie geht's jedem, was ist gut gelaufen und, Und ganz wichtig auch, was ist gut gelaufen? Von wie oft können wir das wiederholen? Weil wir sind oft so defizitär unterwegs und fragen uns, wie können wir das schlechter ausgleichen? Aber auch bewusst danach zu fragen, was war cool? Und dann, okay, wo kriegen wir das jetzt diese Woche rein? Oder wie können wir es noch weiter ausbauen? Was hat dir Spaß gemacht? Wie können wir das vervielfachen? Und dann, was ist nicht so cool gelaufen? Was hättest du da gebraucht? Und dann kann man versuchen, je nachdem, was es ist, das ist halt super individuell. Aber da wirklich dem Kind zuhören und fragen, oh, was hättest du dir gewünscht? Was hätte dir geholfen? Und wie können wir das in die nächste Woche mitnehmen? Und auch einfach mal die Kinder antworten lassen. Nicht irgendwie, könnte dir das, ja genau, sondern einfach mal warten und nachfragen. Ich glaube, das ist eigentlich auch das Wichtigste, immer in Kommunikation zu sein, was auch so ein bisschen untergeht in dieser schnellen Zeit, dass man halt wirklich einfach so Familienzeiten so einfügt, wo irgendwie alle einfach, gerade wenn man dann schon ältere Kinder hat, einfach so Handy-freie Zeit. Und das geht auch für die Eltern. Also dass man dann einfach wirklich in Kommunikation ist. Das ist ja auch immer so ein bisschen so, dann kriegt man mal alle, gerade wenn viele Menschen in einer Familie leben, dass man wirklich einfach guckt, wie machen wir das hier, dass es so ein paar Regeln gibt. Und ich glaube auch so Familienberatungen sind einfach ganz unglaublich gut. Ich hatte das jetzt auch einfach mal überlegt, gerade wenn ein Kind vielleicht einfach viel, viel mehr braucht als die anderen, weil der ganze Fokus ist natürlich dann immer diese Gefühle zu begleiten von dem einen Kind und da leiden natürlich die anderen auch immer so ein bisschen drunter, weil es einfach sehr intensiv ist. Das sind glaube ich einfach Familienberatung einfach auch mal wirklich so, wenn jemand von außen da so reinguckt grundsätzlich. Wo kann ich so Familienberatung gut machen? Kommt drauf an, was für einen Bedarf man hat. Ich bin immer ein großer Fan von systemischer Familientherapie nach den DGSF-Richtlinien. Und da kannst du einfach formen, das ist die Deutsche Gesellschaft für systemische, nicht Therapie, SRF, weiß ich jetzt nicht, aber DGSF ist super. Und da kannst du einfach auf die Website gehen und gucken, wer in deinem Umfeld da ist oder eine Onlineberatung macht. Also da bin ich ein riesengroßer Fan, weil in der systemischen Therapie gehen die ja davon aus, dass... Wenn ein Mitglied des Systems wankt, wankt das ganze System oder reagiert miteinander und das ist im Familienkontext natürlich voll hilfreich zu beachten. Dann bin ich immer ein großer Fan davon, das Netzwerk, was man schon hat, irgendwie mit einzubeziehen. Also Kinderarzt, mal nachfragen des Vertrauens, Pädagogen des Vertrauens in Kita und Schule. Mal erzählen, hey, wir haben gerade eine schwierige Situation, kennen Sie jemanden oder so. Und ansonsten würde ich wirklich empfehlen, auch sich mal im Umfeld umzuhören und sich zu öffnen und zu sagen, hey, wir haben gerade irgendwie eine Herausforderung, kennst du irgendjemanden? Hattet ihr das auch schon mal? Ganz oft kriegt man da eine tolle Empfehlung. Ja, weil das ist ja wirklich einfach, wenn viele Menschen viele Bedürfnisse aufeinandertreffen, ist ja einfach da immer wirklich genau hinzugucken, wie man da einfach miteinander gut umgeht. Und das ist halt, finde ich, das ist auch immer nicht so. Also ich habe eine Frage noch, weil das hatte ich auch Fragen so, also wenn halt sozusagen wir diese Prägung haben, sind Kinder in irgendeinem bestimmten Alter besonders empfänglich dafür, dass das sozusagen, also irgendeine Altersphase, in der Kinder besonders empfänglich für die Prägung der Eltern sind? Also dass man da, wenn man jetzt wieder hier was kaputt machen kann, gibt es da eine Altersphase oder das ist in jeder Phase sozusagen. Also ich glaube, das ist auch nochmal so, wo man nochmal besonders hinguckt. Ja, also erstmal finde ich das voll schön, dass man Angst hat, was kaputt zu machen, weil das ist einfach ein gesundes, fürsorgliches Verhalten. Ja. Wenn du jetzt mal so an deinen Partner denkst oder an deine Freunde, man kann immer in einer Beziehung was kaputt machen. Und jeder Mensch kann zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben eine traumatische Erfahrung machen und dann geht was kaputt. Aber das kann man auch in den meisten Fällen reparieren. Genau, wenn wir von der Entstehung von wirklich psychischen Störungen reden, dann ist das so komplex und ich bin ja wie gesagt auch keine Psychotherapeutin, aber ich frage immer ganz gerne danach, wie viel Gutes können wir mitgeben und wie schaffen wir es zu reparieren. Also Schaden entsteht vor allem dann, wenn es systematisch über einen langen Zeitraum und unbesprochen stattfindet und die Gefühle und Signale vom Kind ignoriert werden. Also Kind nässt ein, kriegt auch noch eine Strafe dafür. Dann kann es wirklich passieren, dass das einen Schaden mitnimmt. Und gleichzeitig, selbst dann, wenn ich jetzt weiß, ich habe jahrelang irgendwie nicht ideal reagiert, kannst du jeden Moment in deiner Elternschaft sagen, so bis hierhin und jetzt machen wir es anders. Jetzt gehen wir zum Kinderarzt und fragen mal, wer uns unterstützen kann. Jetzt frage ich mein Kind zum ersten Mal, dann denkt das vielleicht so, hä, was soll ich jetzt sagen? Traut sich vielleicht nicht. Und ja, das ist dann. Oder jetzt schaue ich wirklich mal bei mir hin. Genau. Das kannst du zu jedem Zeitpunkt in deiner Elternschaft sagen. Von der kindlichen Entwicklung her, klar, man geht immer so die ersten drei Entwicklungsjahre, dann 0 bis 6 und 3 bis 6 ist nochmal relevant, insbesondere was so Autonomiebedürfnis, Bindungstyp und so angeht. Und gleichzeitig finde ich es immer wichtig dazu zu sagen, auch dann, wenn du jetzt die ersten sechs Jahre verkackt hast, sozusagen, kannst du, auch wenn dein Kind sieben oder acht ist, ab sofort sagen. Das anders machen. Das ist okay. Und im Sinne von verkackt, das ist auch so scharf und böse gesagt, aber wir sind fühlende Wesen und auch uns muss erstmal was bewusst sein und auch wir müssen überhaupt erstmal die Ressourcen dafür haben, uns mit solchen Dingen zu beschäftigen. Also wenn ich vielleicht Mama werde und in einer superschwierigen ökonomischen Situation vielleicht, habe ich jetzt nicht einen Kopf irgendwie in meiner Kindheit rumzuwühlen. Und das ist auch nicht schön, aber das ist dann halt so. Also ich bin immer ein Fan davon zu gucken, wo stehe ich jetzt gerade, wie geht es uns jetzt im Hier und Jetzt und was brauchen wir. Manche brauchen eine Rückschau und eine emotionale Aufarbeitung, eine Therapie und manche brauchen einfach den Trampelfahrt, der dann Stück für Stück über Jahre hinweg zur Autobahn ausgebaut werden kann. Aber ich glaube, wenn du das jetzt so sagst, ist das ja glaube ich auch sehr beruhigend für viele, die jetzt zuhören, weil die Situationen, wo wirklich über Jahre lang wirklich. Würde ich jetzt mal sagen, nicht optimal reagiert wird, sind ja eher diese Situationen, wo wir als Eltern oft verzweifeln, wenn wir in diesen stressigen Situationen sind und wo wir einfach dann vielleicht nicht angemessen reagieren, Weil wir einfach selber überhaupt gar keine Energie und Kraft mehr haben, weil Elternsein ja einfach unglaublich anstrengend sind. Und das sind ja einfach oft die Situationen, wo man selber denkt, so scheiße ey, jetzt war ich einmal laut und so. Und ich finde halt auch immer ein bisschen so, das Leben ist ja nicht nur rosa-rot und in Beziehung sein heißt ja auch, dass ich mit Freunden streite ich mich ja auch, aber wieder in Kommunikation zu gehen, in Bindung, in Verbindung, wie du es ja auch beschrieben hast, das ist glaube ich etwas, was auch so schön du beschreibst in diesem Buch, dass es einfach, es ist nicht gleich alles kaputt, sondern einfach sich wieder zu verbinden, zu sprechen. Und das ist, finde ich, glaube ich, die wichtigste Aufgabe, die wir als Eltern haben, immer in Kontakt mit unseren Kindern sein. Also ich hatte letzte Woche auch eine Situation, wo ich einfach super unglücklich über mich war, weil ich war einfach sehr, sehr gestresst. Und es hat mich einfach aufgeregt, dass meine großen Kinder. Wo ich denke, okay, die können jetzt auch schon mal ein bisschen Verantwortung übernehmen. Also ich mache sehr viel für die. Aber ich habe mir gedacht, ich muss nicht an alles erinnern. Und da war einfach so, das war jetzt so ein intensiver Tag. Und dann bin ich einfach auch laut geworden, Und habe mich natürlich danach geärgert, weil ich hätte das auch in Ruhigen mit denen klären können. Bin dann aber auch danach zu meiner Tochter oder am nächsten Morgen zu ihr hingegangen. So, hey, das war jetzt nicht in Ordnung, aber die und die Punkte stören mich einfach. Weil ihr kriegt hier Wellnessprogramm von mir. Aber ein bisschen Mitarbeiten ist halt einfach, wenn wir in so einer großen Familie arbeiten, kann ich nicht alles alleine machen. Also das ist ein super wichtiger Punkt. Und da war ich einfach auch so total so, ach scheiße, das hätte jetzt nicht sein müssen. Aber es war wie so ein... Wenn man dann schon so drin ist, dass man das ausspricht und laut und wütend ist, ich war einfach wütend, dass man da schon denkt, oh kacke ey, aber manchmal ist man ja auch nur Mensch. Natürlich, natürlich. Und du hast gesagt, das ist so eine der wichtigsten Aufgaben für uns, wieder in Kontakt zu gehen mit unseren Kindern. Und damit wir das machen können, müssen wir in Kontakt mit uns selber sein. Das heißt, wenn wir geschrien haben und gestresst waren, dann dürfen wir wirklich auf uns gucken und sagen so, oh shit, das war für dich heute ein richtig schwieriger, erschöpfender Tag. Was brauchst du denn? Musst du was essen, trinken, brauchst du Schlaf, brauchst du mal Zeit mit einer Freundin, brauchst du mal einfach nur kurz Fenster aufmachen oder was auch immer. Also wir dürfen wirklich sanft zu uns sein. Deswegen ist der Untertitel vom Buch nachsichtig mit sich selber sein. Weil was passiert denn, wenn wir uns jetzt auch noch dafür verurteilen und verdammen, dass wir nicht ideal gehandelt haben? Wir stehen unter Stress. Und was macht Amy unter Stress? Genau das Gleiche. Dann sind wir in so einer Abwärtsspirale. Das heißt, das Allerhilfreichste für Cyclebreaking ist Hand aufs Herz. Genau, wir haben jetzt gar nicht über den Namen geredet. Das Allerwichtigste ist dann Hand aufs Herz und sagen, ey gut, bist auch nur ein Mensch und ist es nicht schön für unsere Kinder zu sehen, dass ihre Eltern auch Fehler machen, weil, und deswegen bin ich gar kein Fan von so der Heroisierung der Mutterschaft oder der Vaterschaft, so eine Supermom oder Superdad, weil das ist ja dann, die Superhelden machen Superheldenfehler, nein. Also was ist dann die logische Schlussfolgerung beim Kind, wenn irgendwas schief läuft? Ich habe was falsch gemacht. Weil Mama oder Papa, die wissen es ja, wie es richtig geht. Und das ist ja genau, was wir nicht wollen. Deswegen ist es für unsere Kinder genauso ein großes Geschenk wie für uns, wenn wir. Uns zugestehen, dass wir natürlich Fehler machen. Also ob wir uns das zugestehen oder nicht, wir machen die. Und die Frage ist, sind wir dann nachsichtig mit uns selber und sagen, ups, das lief nicht gut, was hätte ich denn gebraucht fürs nächste Mal? Ja, was würde mir denn ein Stück weiter helfen, damit es weniger passiert oder weniger intensiv oder dass ich mich in der Situation besser fangen kann? Und was hilft meinem Kind, wenn es passiert ist? Ja, das ist auf jeden Fall, ja da brauche ich jetzt nichts hinzufügen. So ist es einfach, aber diese Fehler, dass Fehler okay sind und wir sagen ja auch immer, auch in der Bildung, Fehler sind wichtig, um zu lernen und wir sind halt alle nicht perfekt, aber ich glaube, dass es vielen schwerfällt, über Fehler zu reden, weil wir ja gerade beim Elternsein so perfektionistisch unterwegs sind. Wir wollen die richtige Beikost geben. Das fängt mit Muttermilch oder Pränahrung an. Die perfekte Geburt ist nur, wenn sie vaginal gelaufen ist. Also wir haben ja einfach so unheimlich viel Druck. Und da dann einfach auch ehrlich zu sich selber zu sein. Und wann hat man dann auch mal diese Gespräche, selbst mit seinen engsten Freundinnen. Also ich hatte neulich eine wirklich gute Freundin von mir gesagt, ich bin einfach keine gute Mutter, weil es mich so triggert. Und ich sagte, das ist überhaupt nicht der Punkt. Du hast einfach gerade auch eine super herausfordernde Situation und du bist einfach ganz viel alleine und das ist einfach anstrengend. Aber dass man gleich immer so dieses so, ich bin jetzt keine gute Mutter. Allein diese Frage zeigt dir schon, wie fürsorglich du eigentlich bist, weil du machst dir Gedanken darüber, wie sich dein Verhalten auf deine Kinder auswirkt. Das alleine ist ja schon so wunderschön eigentlich, dass man sich diese Frage überhaupt stellt. Und ich hatte ja vorhin gesagt, dass du auch die Situation hast mit deiner Familie. Und ich habe auch letzte Woche bei meiner Therapeutin gesessen und gesagt. Also ihnen geht es bestimmt nicht so, die hat auch Kinder. Und klar geht es mir, ist auch so. Aber man immer denkt, wenn man so Fachpersonen vor einem hat, dass die halt natürlich immer angemessen reagieren. Und wir sind ja halt einfach noch hoffentlich keine Roboter. Das ist ja die Kurs der Sache. Wir haben das kognitive Wissen, aber wir haben auch unsere Amy. Und wir haben alle unsere Autobahn. Also auch wir stehen unter Stress, dann suchen wir den am weitesten, schicksten, ausgebauten Weg. Das ist ganz menschlich und wir sind Menschen, auch Pädagogen und auch Hebammen. Wir bleiben Menschen und gerade bei den eigenen Kindern wird einfach die eigene Geschichte und die eigenen Werte und das eigene Bedürfnis, ja auch die Kinder zu schützen, aktiviert in einem ganz besonderen Maße. Und das ist einfach ein Crazy Ride. Leandra, du wolltest vorhin noch eine Sache, war dir ganz wichtig zu sagen, da sind wir dann aber wieder weiter in unserem Gespräch gegangen. Deshalb, ich erinnere dich jetzt nochmal kurz daran, was war das, was du noch unbedingt einbringen wolltest in die Folge? Ja genau, danke. Da ging es um das Laissez-faire. Das ist mir super wichtig zu sagen. Wir sind alle, oder nicht alle, aber sehr, sehr, sehr viele von uns sind mit einer autoritären Erziehung aufgewachsen, wo der Erwachsene sich als Menschen sieht, der entscheidet, der es besser weiß. Die Füße unter meinem Tisch. Genau, der das Kind formen muss auch. Das Kind muss lernen, sich anzupassen. Sonst wird es ein kleiner Haustür an. Das ist so die autoritäre Erziehung. Und wir wissen heute, das ist für die gesunde, mentale und psychische Entwicklung von Kindern hinderlich. Das ist schwierig, weil eben Gefühle übergangen werden, abgewertet werden, weil das Kind Strafen erhält, die willkürlich gesetzt werden und gar nichts mit einer logischen Konsequenz zu tun hat, die das Kind ja so oder so erleben würde. Und dann, wenn uns das nicht bewusst ist, dass das unser Thema ist, dass das unsere Geschichte ist, dann neigen wir dazu, zu überkompensieren. Wir machen dann genau das Gegenteil von dem, was unsere Eltern gemacht haben und denken, wir wären jetzt auf einer guten Linie unterwegs. Das ist zum Beispiel in den 60ern. In den 60ern gab es ja so diese anti-autoritäre Bewegung. Und heute wissen wir aber auch das, die anti-autoritäre Erziehung, ist nur die Kehrseite der Medaille. Die ist genauso schwierig, weil Kinder sich dann… Das war sozusagen die Kehrseite von die deutsche Mutter und ihr Kind. Genau. Was übrigens bis in die 80er verkauft wurde. Ja, ich weiß, bis in die 80er verkauft wurde. Aber wenn man es jetzt sieht, das war ja in der sozusagen dritten Reichzeit, ist dieses Buch, ne? Und da war ja, oh Gott, also was man da mit den Kindern gemacht hat. Schrecklich. Ich finde das krass, dass das bis in die 80er, also wenn unsere Eltern in den Buchladen gegangen sind, dann haben sie erstens wenige Elternratgeber gefunden. Und wenn, dann den auf jeden Fall. Ja, aber das passt Das ist ja von der Zeit her, 60er, 20 Jahre später sozusagen, das sind die Kinder dann. Genau und dann hat sich so eine Gegenbewegung etabliert und wir wissen aber, anti-autoritär ist genauso schwierig, weil da fühlt das Kind sich tendenziell nicht gesehen. Hat das Gefühl, ich bin Mama und Papa irgendwie egal anscheinend. Ja. Gar nicht ein Gespür für Sicherheit. Was ist denn jetzt der sichere Rahmen? Und sucht und sucht und sucht. Und so viel Freiraum. Habe ich auch mal eine Frau betreut, die genau in so einer Bewegung, in einer Kommune groß geworden ist. Und sie hat genau das Gegenteil wieder gemacht. Sie hatte einfach, da hat sich eigentlich nie jemand wirklich drum gekümmert. Die liefen da halt so rum. Und selber hat sie ein ganz anderes, sie hatte dann dieses Sicherheitsbedürfnis. Genau. Also es ist eigentlich nur die Kehrseite der gleichen Medaille. Und das passiert, das ist so eine Überkompensation. Das passiert halt oft, auch wenn wir nicht reflektieren. Also entweder geben wir die unbewusst weiter oder wir schaffen wie neue Probleme transgenerational, weil wir halt genau das Gegenteil machen. Deswegen ist es so wichtig, mit sich selber einzuchecken und für sich selber differenzieren zu lernen, was ist meins und was ist von meinem Kind, damit wir gucken können, was braucht jetzt mein Kind gerade und nicht, was brauche ich. Weil die Freiheit, die wir im Laissez-faire unseren Kindern geben, ist eigentlich die Freiheit, die wir uns gewünscht haben. Und heute wissen wir, es gibt noch den autoritativen Erziehungsstil. Das ist so die gesunde Mischung. Kinder brauchen schon Grenzen und Regeln und Struktur und die Sicherheit, dass die logischen Konsequenzen, die ihr Handeln mit sich bringt. Also ich weiß ich nicht, bin wild am Esstisch und dann schubse ich halt mal was um. Ja, die brauchen, okay, das muss man jetzt auch wegmachen. Das mache nicht ich für dich, das ist nicht irgendwie egal, sondern du hast was umgestoßen. Und sie brauchen aber auch Freiheit und einen Raum, in dem sie selber explorieren dürfen, hinfallen dürfen und so. Das heißt, wir müssen einen sicheren Rahmen stecken, innerhalb dessen sie frei explorieren können. Und das ist schwierig, wenn wir eben das selber nie gelernt haben. Aber das ist ja weh mit allem. Das Extrem ist eigentlich immer nie gut. Also kannst du auf jegliche Lebensbereiche eigentlich zählen, dass man da halt sagt, also Kinder brauchen schon Struktur. Ist aber auch schwierig, wenn wir Eltern haben, die aus ihrer Struktur gar nicht mehr rauskommen und dadurch halt irgendwie auch Lebensqualität verlieren, weil sie sich so in dieser Struktur befinden, wenn das jetzt nicht alles stündlich genauso geplant ist für das Kind, dass sie dann halt einfach, ja da kann ich jetzt nicht kommen, weil da macht das und da. Also das ist halt natürlich auch wieder zu extrem und zu schwierig. Ja, ich hatte auch mal eine Mama, die hatte auch ein Thema mit Wut. Also in der Beratung hatte ich sie sitzen und sie kam zu mir ursprünglich, weil die Wutausbrüche von ihrer Tochter so doll waren und... Und dann in vielen Gesprächen und Sitzungen haben wir dann rausgearbeitet und das fand ich so spannend, dass sie, weil sie so stark unterdrückt wurde in ihrer Wut und auch wirklich systematisch abgewertet wurde, wollte sie ihre Tochter darin bestärken, Wut zu zeigen. Mädchen dürfen wütend sein und laut sein und für sich einstehen und sie hat ganz früh, also sorry, dass ich so lache, ist das so süß einfach, weil das so aufzeigt, wir dürfen wirklich auch uns das schenken und nicht so den Umweg über unsere Kinder gehen. Sie hat ihre Tochter angefeuert, immer wenn sie wütend wurde, schon vom Kleinkindalter. Ja und stampf auf und so. Das heißt, die Tochter hat halt gelernt einfach, aha, Wut besonders stark ausdrücken. Und dann hat das halt irgendwann, als es dann aus der Autonomiephase rausging, hat das halt ein bisschen gebackfired, weil das natürlich inadäquates Verhalten ist, dass man jetzt bei jedem Wutanfall Schierlieder macht. Und das Kind ist auffällig geworden, weil sie eben unverhältnismäßig stark reagiert hat, weil sie immer angefeuert wurde in der Wut. Und ich finde, das macht so schön deutlich, wie hilfreich das einfach ist für unsere Kinder und für uns zu gucken, was hätte ich eigentlich mir gewünscht in so einer Situation. Und das ist nochmal unfassbar schwierig, ein lebenslanger Prozess für immer und das müssen wir nicht als Aufgabe sehen, sondern als wunderschöner Teilprozess vom Elternsein. Das ist eigentlich so wertvoll. Ich danke dir sehr für dieses schöne Gespräch, weil ich glaube einfach, dass wir viele Dinge angesprochen haben. Wir könnten jetzt noch intensiver reingehen, aber ich glaube, die wichtigste Botschaft ist einfach hinzuschauen. Erstmal zu gucken, was brauche ich? Und auch reflektiert zu sein und keine Angst zu haben. Und ich finde, du hast es jetzt so oft erklärt, es geht nicht um etwas kaputt machen, sondern dass es einfach auch menschliche Situationen sind, aber dass man sich immer wieder bewusst macht und in diese Situation geht und dann wieder in Verbindung. Und deshalb hoffe ich, dass euch die Folge gut getan hat, einfach auch, ihr euch gesehen fühlt. Das finde ich immer so wichtig, dass man einfach sagt, okay, ja, so ging es mir auch. Und ich brauche jetzt vielleicht nicht mal ganz so ein schlechtes Gewissen haben. Ich fand das total schön, was du gesagt hast, dass man einfach nicht so ein, stundenlanges Tagebuch führt, sondern einfach auch die drei Worte, diesen Check-in. Den Familienrat finde ich ganz gut. Also ich glaube sowieso, die Kommunikation ist das Wichtigste. Es fängt dann nur an, dass dann Kinder einfach weniger kommunizieren, wenn sie in die Pubertät kommt. Aber es ist ein anderes Thema. Daran muss ich nicht gerade. Daran arbeite ich gerade. Ich will doch alles wissen. Das ist aber nicht mehr alles für mich bestimmt. Das ist auch nochmal so. Da muss man ja auch wieder an sich arbeiten als Mutter, als Eltern, dass man einfach jetzt merkt, jetzt werden sie selbstständig und gehen ihren eigenen Weg. Genau und es hört nicht auf. Ja, es hört nicht auf. Vielen Dank, Leandra. Schön, dass du da warst. Wie gesagt, alle wichtigen Sachen und vor allen Dingen das Buch. Du hast gesagt, wenn ihr es nicht lesen wollt, ich finde, es ist auf jeden Fall, das gehört für mich mittlerweile, kommt auf meine Pflicht. Lektüre, es ist super schön und ihr müsst es auch nicht an einem Stück lesen, sondern man kann immer so ganz gut wieder reingucken. Das finde ich auch immer gut so in meinem Buch, dass man das jetzt nicht so, das muss man so durcharbeiten, weil das ist auch schön aufgeteilt in den Kapiteln. Ja, und dann wünsche ich uns, dass wir alle da so ein bisschen auf uns achten, das Thema Resilienz nochmal so ein bisschen mitnehmen. Vielleicht wird es ja ein Schulfach. Ja, ich arbeite dran. Vielen Dank für deine Zeit und alles Gute für deine wunderbare Arbeit. Vielen Dank. Vielen, vielen Dank für die Einladung und das schöne Gespräch. Hat mir großen Spaß gemacht. Dankeschön. Tschüss. Music. Ich weiß nicht, wie es euch ergangen ist beim Zuhören. Für mich war dieses Gespräch nochmal, es hat so ganz viel Beruhigung auch gebracht, dass man einfach, ja, dass man auch so ein bisschen liebevoller zu sich selber sein soll, als Eltern, als Mutter. Ich finde, das hat Leandra einfach so gut rübergebracht und das beschreibt sie auch in ihrem Buch so gut. Und das war für mich jetzt persönlich nochmal total wichtig, einfach zu sehen, es ist okay, dass man nicht perfekt ist. Ich meine, das wusste ich auch schon vorher, aber einfach auch nochmal das so zu besprechen. Und dass wir alle diese Situation haben, wo wir einfach nicht so reagieren, wie wir gerne reagieren würden. Aber dass es okay ist und dass man, wenn man in Verbindung bleibt und im Gespräch bleibt und ja, dass man einfach guckt, wie kann ich mir helfen und wenn ich halt diese Prägung und Muster habe und merke, dass ich mir Hilfe suchen kann und dass diese Hilfe auch wichtig ist. Und das fand ich einfach total beruhigend und deshalb fand ich das Gespräch richtig, richtig gut und ich hoffe, euch hat es auch gefallen. Und jetzt habe ich natürlich noch, wie immer, einen kleinen Mythencheck für euch. Trauma wird nur durch Erziehung weitergegeben? Ein besonders prägendes Beispiel ist das Erbe der Kriegskinder und Nachkriegskinder in Deutschland. Millionen von Menschen erlebten im Zweiten Weltkrieg Flucht, Zerstörung und existenzielle Ängste. Doch nach dem Krieg ging es ums Weitermachen. Es gab keinen Raum für Verarbeitung, kein Bewusstsein für psychische Folgen. Stattdessen wurde geschwiegen. Viele Eltern der Nachkriegskinder hatten selbst nie gelernt, über Gefühle zu sprechen und so wurde emotionale Unverfügbarkeit zum Erziehungsstil. Die Journalistin Sabine Bode beschreibt in ihrem Buch Nachkriegskinder, wie dieses Schweigen ganze Familien prägte. Eltern, die funktionieren mussten, vermittelten oft unbewusst, dass Gefühle Schwäche seien. Sätze wie Reiß dich zusammen oder Stell dich nicht so an waren Ausdruck dieses emotionalen Rückzugs. Doch die Vorstellung, dass Trauma nur durch Erziehung weitergegeben wird, greift zu kurz. Studien zeigen, dass transgenerationale Traumata auch biologisch weitergegeben werden. Extreme Belastungen wie Kriegserfahrung können dauerhafte Veränderungen in der Stressverarbeitung hinterlassen, sichtbar in der nächsten Generation. Diese epigenetischen Anpassungen beeinflussen, wie das Nervensystem auf Stress reagiert, wie schnell jemand in den Kampf- oder Fluchtmodus wechselt und wie schwer es fällt, sich zu beruhigen. Das bedeutet, auch wer selbst keine traumatische Erfahrung gemacht hat, kann die Auswirkungen der Ängste und Bewältigungsmechanismen seiner Eltern oder Großeltern spüren. Nicht durch bewusste Erziehung, sondern tief verankert im Körper. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissy Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther Sounddesign und Postproduktion Milan Fai.