Music. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sounds Familia. Heute gibt es eine kleine Premiere, weil ich heute zum ersten Mal in meinem Podcast einen männlichen Gast habe. Und da kommen wir gleich zu einem wichtigen Thema. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galt ja der Vater vor allem als Ernährer und Autoritätsperson. Emotionale Nähe, Erziehungsarbeit und natürlich Care-Arbeit waren kulturell kaum mit Vaterschaft verbunden. Und erst als sich sozusagen so gesellschaftliche Umbrüche in den 70er und 80er Jahren, natürlich auch unter anderem durch die Frauenbewegung und auch durch neue psychologische Ansätze, wurde auch die Rolle des Vaters als emotionaler und aktiver Elternteil stärker thematisiert. Vaterschaft wurde sozusagen flexibler denkbar, doch zwischen Ideal und Alltag klafft bis heute eine riesengroße Lücke. Und das ist das Thema unserer heutigen Folge, nämlich Wo stehen Väter heute? Und dazu habe ich mir Fabian Södhof eingeladen. Fabian ist Vater zweier Kinder, Journalist und Autor. Er hat ein wunderbares Buch geschrieben. Das heißt, Väter können das auch. Und ich freue mich, dass Fabian heute zu Gast ist bei mir bei Soundsfamilie und wir über die Vaterrolle von heute sprechen können und welcher Vater willst du eigentlich sein? Hallo Fabian, schön, dass du da bist. Hallo Cici, danke für die Einladung. Ja, ich freue mich sehr über deine Zeit und wie eben gerade schon alle gehört haben, hast du ein ganz wichtiges Buch geschrieben, Väter können das auch und für mich war so die Frage, ich spreche jetzt auch so ein bisschen auch als Hebamme, weil ich natürlich auch viel mit Vätern Kontakt habe und meine erste Frage wäre so an dich, wie war es so, als ihr erfahren habt, also du und deine Frau, dass ihr Eltern werdet, bist du auch gleich so mit in diese Schwangerschaft mitbekommen? Eingestiegen oder war es erst so der Moment der Geburt eures Kindes, der sich so ein bisschen dieses Verständnis für Vatersein verändert hat? Wie war das so bei euch? Das interessiert mich natürlich als... Man könnte meinen, jetzt, weil du mit dem Buch eingestiegen bist, dass ich gleich auf 180 im positiven Sinne war und toll und endlich hat mein Leben einen Sinn und so weiter und so fort. Ich wollte immer Kinder haben, aber als Mann, wir wissen alle, wie es ist, das war so ein bisschen so entfernt noch. Also ich hatte auch nichts dagegen, dass es dann passiert ist. War ja auch Wunschkind. Aber das hat man ja gedanklich und biologisch eben auch ein bisschen mehr Zeit. Und als es dann soweit war, habe ich mich natürlich gefreut, aber es war ganz lange trotzdem weit weg. Weil es sind ja noch neun Monate oder acht dann oder wann man es erfährt. Dann plötzlich hieß es, oh, in zwei, drei Wochen ist es soweit. Ich übertreibe nur geringfügig. Und ich habe also sehr spät realisiert, dass es jetzt bald soweit ist. Und ich habe auch, da wirst du nachher noch genauer daraus zu sprechen kommen wahrscheinlich oder Fragen stellen. Ich habe auch sehr spät realisiert, was die Tragweite davon ist, was das alles bedeutet. Und da bin ich immer noch nicht angekommen, weil die Tragweite und die Bedeutung verändert sich ja auch mit dem Alter der Kinder. Und nee, das war für mich ein bisschen diffus alles. Aber wenn du sagst gerade, dass ihr sozusagen ein Wunschkind, das heißt ihr habt euch Kinder gewünscht, war es dann sozusagen, dass ihr vorher darüber schon gesprochen habt, was wollen wir für Eltern sein, wie stellen wir uns auch ein Leben mit Kind vor? Weil du sagst, okay, dann war es irgendwie zwei Wochen vor der Geburt. Also es ist ja so am besten schon, dass man heutzutage, das ist ja auch unser Thema, wie ist meine Vaterrolle heute? Also dass man sich eigentlich im besten Fall schon mal vorher, bevor eine Schwangerschaft eintritt, unterhält, wie ist dann eigentlich unser Konstrukt? Also war das bei euch auch schon Thema? Das ist ja schon ein bisschen her. Seine Kinder sind ja schon ein bisschen älter. Also war das bei euch Thema, dass ihr euch darüber schon mal Gedanken gemacht habt? Weil für eine Frau verändert sich ja relativ schnell was. Also man ist schwanger, dann hat man meistens auch noch gleich Schwangerschaftsbeschwerden. Es geht eigentlich so gut für den Mann, verändert sich ja erstmal nicht so viel. Aber viele Frauen müssen ihren Job ja auch aufgeben, wenn sie zum Beispiel Ärztin sind oder Kindergärtnerin wegen Infektionssachen und so weiter. Aber wie war das bei euch? Habt ihr da schon von Anfang an drüber geredet? Oder war das erst nach der Geburt sozusagen Thema? Wie stellen wir uns jetzt auf mit unserer Betreuung, mit gleichberechtigter Partnerschaft? Es war natürlich nicht nicht Thema. Also man kann ja nicht darüber sprechen, wenn sowas einem bevorsteht. Aber... Es war nicht so ein großes Thema meinerseits, muss ich ganz offen zugeben, wie es hätte sein sollen. Das ist auch der Grund, warum ich irgendwann dieses Buch geschrieben habe und meinen Blog gegründet und da so ein bisschen versucht habe, öffentlich drüber zu sprechen und auch für mich da mal ein paar Sachen klarzustellen und mich selbst viel mehr zu hinterfragen. Weil ich zwar einerseits von mir behauptet habe, dass ich mich engagieren würde und machen und tun, aber eigentlich hat sich für mich damals nicht viel geändert. Ich war nicht derjenige, ich war nicht der Vater, der gleich gesagt hat, das was ich jetzt in dem Buch fordere oder sage, dass es gut wäre, weil ich in ein paar Jahren dann irgendwie Abstand habe und zum Glück ein bisschen was dazugelernt habe vielleicht. Ich war nicht der, der gesagt hat, toll, ich werde das Wort zum Chef gehen und ein Jahr Elternzeit einreichen und leg dich zurück, ich kümmere mich um alles. Ich habe gedacht als Mann, ich würde was tun, weil ich vielleicht irgendwie, damals noch nicht mal irgendwie zwei Prozent mehr als andere getan habe. Und heute mit ein paar Jahren Abstand, wo man dann auch beim zweiten Kind irgendwie was verändert hat, habe ich dann manchmal schon geglaubt, ach guck mal, jetzt mache ich ja ein bisschen mehr als andere. Und gleichzeitig so, ja, aber immer noch das, wie liest man oft, vom Bare Minimum. Also ich versuche mich zu engagieren und zu hinterfragen, merke aber gleichzeitig, je mehr ich das tue und getan habe, dass das alles immer noch ein Fuss ist, sozusagen. Aber wann kam der Wendepunkt, also wo du einfach dich auch, also du hast ja schon Dinge auch verändert. Du hast ja schon auch deine Arbeitsstunden reduziert, aber wo war für dich so, was war der Punkt so, der Moment der Geburt, das Wochenbett, also wo hast du realisiert, okay, ich möchte mich jetzt hier mehr einbringen oder kam das erst viel später? Ich habe realisiert und ich kann und will ja nur über mich und meine Perspektive sprechen, weil das ist, was ich am besten kenne. Und auch da muss ich ehrlich sein, ich habe realisiert, dass bei aller Liebe für die Kinder es natürlich ganz schön anstrengend ist. Viel anstrengender als gedacht. Man muss auch diesen ganzen Schlafmangel nicht nur in den ersten Wochen, sondern wird ja später auch ein bisschen schlimmer, wenn die Kinder halt ein bisschen wacher werden und dann noch kein Rhythmus da ist. Man muss das alles mal erfahren haben, um wirklich zu merken, wie krass das ist, im Guten wie im Schlechten. Und trotzdem hat das bei mir nicht dazu geführt, dass ich gesagt habe, so geht es nicht weiter. Also ich habe damals geglaubt, ich reiße mir schon ein Bein aus. Wenn Mittagspause ist, hole ich das eine Kind von der Krippe ab und bringe es nach Hause. und ich dachte, ich tue schon viel, habe aber nicht gemerkt, dass man ja vielleicht noch ein bisschen mehr tun könnte. Und auch da, so ehrlich muss ich sein, war es wie immer und deswegen fordere ich auch jetzt, dass es auch schön wäre, wenn Männer, mich selbst angeschlossen, da mal anders denken würden oder proaktiver darüber nachdenken würden. Ich brauchte damals den Anschluss von meiner Frau, dass sie sagt, pass auf Fabian, Ja, du bist auch gestresst. Ich weiß, ich bin hier noch viel gestresster. Ich glaube, so persönlich darf ich werden, das zu sagen, weil das jede Mutter kennt. Einen geht es so, wer hätte auch zunehmend. Und dass ich diesen Anstoß brauchte, wir müssen hier noch mehr verändern. Aber war das erst beim zweiten Kind oder war das beim ersten Kind? Das war, glaube ich, spätestens beim zweiten Kind. Also beim ersten habe ich den Klassiker gemacht. Elternzeit, als das Kind sechs, sieben Monate war. Wie lange hast du das Wochenende betreut? Meine Lieblingsfrage. Beim ersten Kind? Ja, also wie lange hast du sozusagen nach der Geburt, warst du zu Hause, warst du da? Beim ersten Kind war es der Klassiker, diese zwei Wochen und dann erstmal wieder arbeiten und gucken. Beim zweiten Kind habe ich länger Elternzeit genommen. Ich glaube insgesamt, ich weiß nicht mehr genau, von Geburt an waren es insgesamt neun oder zehn Monate, davon aber nur fünf oder so frei ohne Arbeit, die anderen vier Monate in Teilzeit wieder einsteigend sozusagen. sagen. Das war schon besser als vorher, keine Frage, aber es war immer noch eine Ausnahmesituation. Also irgendwann ist auch diese Zeit vorbei und irgendwann geht dann wieder einer mehr arbeiten als der oder die andere, in den meisten Fällen die andere und man steht dann genauso wie vorher da. Und dann war dann nochmal der Input, den ich nochmal gebraucht habe, so, sorry, das war jetzt diese Situation, schön, jetzt stehen wir wieder da, wo es irgendwie für eine Person anstrengend ist, für die andere. Und dann auf den Input hin, bin ich dauerhaft in Teilzeit gegangen, wofür ich mir auch nicht auf die Schultern klopfen möchte, weil das ist ja auch das naheliegendste, was man dann irgendwie tun kann. Und dadurch wurde vieles, Besser. Ich glaube für alle Beteiligten, aber nicht zuletzt für mich. Und das versuche ich immer zu sagen, dass Männer da auch selbst was von haben, das zu tun. Und es war und blieb alles ein Kompromiss, aber einer, mit dem man besser leben konnte. Das heißt, ihr habt sozusagen, also beim zweiten Kind hast du mehr Elternzeit genommen, wahrscheinlich so nach sechs Monaten und dann ist deine Frau wieder arbeiten gegangen oder habt ihr die gemeinsam, also das ist ja gesagt, fünf Monate? Ich weiß es gerade ehrlich gesagt nicht mehr hundertprozentig. Es sind ja erst acht Jahre her, aber trotzdem, manchmal weiß ich nicht mehr, was vor der Wochen war. Ich bin mir eigentlich ganz sicher, aber was ich ganz grundsätzlich sagen kann und will und dafür jetzt ja auch zunehmend plädiere. Ist, dass viele Männer immer sagen, und so diese Finanzen ist ja immer ein Hauptargument, was ich vollkommen nachvollziehbar finde und bei jedem Menschen 100%ig ernst nehme, dass sie sagen, ich kann das nicht so tun. Du redest ja schön und gut daher, dabei geht das schön, du kannst im Homeoffice arbeiten, das ist alles ein bisschen flexibler als bei mir. Ja, sehe ich, aber gleichzeitig sehe ich und ich finde und hoffe, das sollten noch mehr Leute sehen, dass in dem Moment, wo der Vater beruflich kürzer tritt, kann die Mutter ja wieder einsteigen. Also das verlorene Geld, ich bin kein Wirtschaftswissenschaftler, aber so mal ganz grob gerechnet, kann ja so wieder reingeholt werden. Und sie hat ja auch eine Ausbildung genossen oder ein Studium und will da vielleicht gerne wieder arbeiten. Und warum sollte ich derjenige sein, ja sorry, der Kohle wegen, muss ich jetzt hier leider wieder 80 Stunden die Woche arbeiten und bleibst schon zu Hause? Man könnte es ja auch anders aufteilen. Ja, wir haben ja leider noch einen Gender Pay Gap, das ist ja auch immer noch ein Problem. Aber das ist ja der Abfuck, da habe ich ja fluchen. Ja, natürlich. Das ist ja der Abfuck, dass dieser Teufelskreis dann ja einer bleibt. Also das ist jetzt eine schöne Utopie von mir. Für manche auch eine Dystopie vielleicht, aber für die Mehrheit Utopie. Dass erst in dem Moment, wo... Wenn Väter sagen, ich möchte selbstverständlich mehr in Teilzeit gehen, Elternzeit gehen, kürzer treten. Kürzer treten klingt ja so wie als nächstes Negativ, deswegen habe ich das eben schon hier so in Anführungszeichen gesetzt, was man nicht sieht ohne Kamera, aber ich sage es ja jetzt. Desto normaler wird es ja auch für Arbeitgeber, dass sie denken, ah Moment, jetzt ist eine Frau mit Ende 20, Anfang 30, ist nicht das einzige Ausfallrisiko, was hier in die Firma kommt, weil sie vielleicht schwanger wird, sondern die Väter nehmen ja heutzutage auch selbstverständlich sechs Monate, ein Jahr und wenn, dieser Gedanke eintritt, dann müsste sich ja diese Gender Pay Gap und auch Gender Care Gap, das schließe ich dadurch dann ja und Gender Pay Gap auch. Ich habe es gerade schon gesagt, ich bin kein Zahlenexperter, Aber ich glaube, es ist so, dass diese Lücke relativ okay geschlossen ist bis zur Geburt und danach klappt sie wieder auf. Und daran sieht man ja das ganze Problem. Ja, das Problem ist natürlich ein gesellschaftliches Problem. Und wenn sozusagen die Politik da nicht mitmacht, jetzt haben wir ja auch sozusagen, du hast es jetzt gerade beschrieben, du hast diese zwei Wochen Urlaub genommen. Das war ja unbezahlter Urlaub wahrscheinlich nach der Geburt. Und es gab ja auch die Petition dazu, dass sozusagen Firmen es Vätern, Partnerinnen ermöglichen, sozusagen die gebärende Person oder die Frauen im Wochenbett zu unterstützen. Und dann ist bezahlten Wochenbetturlaub. Das ist ja kein Urlaub, da hat man ja sehr, sehr viel zu tun im Wochenbett. Schlimmes Wort, übrigens auch Vaterurlaub oder sowas. Genau, aber so. Und die SPD hat das ja sozusagen in ihr Programm aufgenommen. Es hat sich natürlich noch nichts umgesetzt. Also wir haben aktuell, Stand, den wir jetzt haben zu der Folge, ist natürlich noch nichts beschlossen, weil wenn sozusagen mehr Väter, denke ich, in diese Zeit auch einfach, dass es halt möglich ist, dass sie bezahlt, also dass sie halt mehr in diese Zeit auch nach der Geburt, weil das finde ich persönlich als Hebamme total wichtig, weil zwei Wochen kann man eigentlich auch, also zwei Wochen ist für mich ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil man braucht mindestens vier bis sechs Wochen. Also das ist eigentlich das komplette Wochenbett. Natürlich gibt es Frauen, die sind schneller wieder fit und haben nicht so viele Probleme, aber um wirklich einfach in der Zeit jemanden gut zu versorgen, braucht es halt viel, viel mehr als zwei Wochen Urlaub in Anführungsstrichen, weil es ist ja kein Urlaub, man hat ja sehr, sehr viel zu tun und man kann sich vorher gar nicht vorstellen, wie pflegeintensiv so ein Neugeborenes ist und ein Baby, dass man halt wirklich, man hört immer die Geschichte, man denkt immer so, was haben die Leute alles, aber dass man einfach den ganzen Tag auch, es gibt natürlich Neugeborene, die schlafen eher mehr, Andere sind halt sehr pflegebedürftig, also dass man wirklich in dieser Zeit schon Unterstützung braucht für die ganze Care-Arbeit und darüber hinaus wäre es dann ja schön, wenn es unsere Gesellschaft sehen würde, dass es halt einfach auch die Arbeitszeit verkürzt wäre. Also du hast ja sozusagen dich dann entschieden, mit den Stunden runterzugehen. Von was hast du so im Schnitt sonst vorher gearbeitet? Ich meine so als Journalist in der Musik. Also damals war ich noch festangestellt, sonst hätten wir ja auch nicht, wie wir es eben schon ansatzweise getan haben, über Elternzeit und Teilzeit reden können. Dafür selbstständig, ich bin seit zwei Jahren selbstständig, ist das ja nochmal ein anderes Thema. Ich hatte einen Vollzeitjob, laut Vertrag wahrscheinlich 38 Stunden, ich weiß gar nicht mehr, was genau drin stand. Man ist als Onlinejournalist relativ flexibel, ich konnte auch schon da mal ein bisschen frühe Feierabend machen, weil es ja oft genug so war, dass man sich eine Abendsnummer hingesetzt hat, weil der Onlinejournalismus ja nicht schläft. Um die Frage zu beantworten, Vollzeit 38 Stunden plus minus vor der Geburt des ersten Kindes, vor der Geburt des zweiten Kindes auch erst wieder und später dann dauerhaft Teilzeit. Deine Frage stieg aber ja ein mit diesem Eltern- oder Familienstaatsgesetz, so heißt es glaube ich, was ja schon seit Jahren diskutiert wird als EU-Richtlinie, die nicht umgesetzt wurde, weil es hieß, wir sind hier doch schon soweit und wir brauchen das nicht. Das eine schließt das andere ja nicht aus, finde ich. Was ich aber finde, ist, dass du zwar einerseits gerade zu Recht sagst, das ist ja nur ein Tropfen auf den heißen Stein so zwei Wochen. Aber ich glaube, dass dieser Tropfen ja ganz viel auslösen kann. Weil wenn dann auch Väter oder andere Partner, Partnerinnen, das kann die Mutter sich aussuchen, aber wir reden jetzt hier erstmal klassischerweise wahrscheinlich von Mutter, Vater. Wenn der Vater dann sagt, ach guck mal, ich habe jetzt keinen finanziellen Einboosten und das ist quasi irgendwie, von mir aus denkt er auch, es ist bezahlter Urlaub am Anfang, kann er ja machen. Und dann ist er zwei Wochen zu Hause. Weil toll, extra Zeit. Und ist dann da, diese zwei Wochen. Dann kommt er ja nicht umhin zu sehen, dass das alles ein ganz schöner Aufwand ist. In den ersten zwei Wochen noch nicht so richtig. Weil je aktiver das Kind wird, desto anstrengender auch die Arbeit. Aber trotzdem kriegt er was mit. Und wenn sich von denen wiederum nur ein paar Prozent denken, okay, ist irgendwie anstrengend, aber auch krass, ich will das viel mehr miterleben. Und es geht ja auch. Sprich, die sind zwei Wochen auf Arbeit ohne mich ausgekommen. Dann werden sie das auch länger tun. Dann ist ja schon viel gewonnen. Also einerseits bin ich nicht für Pflichten, Andererseits vielleicht schon, weil das, worüber wir gerade sprechen, ja einfach ein finanziell so großer Anreiz ist, dass das viel mehr machen müssten. Und gleichzeitig glaube ich, wenn mehr Leute zu ihrem Glück gezwungen werden, in Anführungszeichen wieder, sehen aber auch nicht nur viele, dass das für die was Positives bringen kann, sondern die sehen auch, was das eigentlich für eine krasse Arbeit ist, die dahinter steckt. Und da werden sie nicht mehr nach Hause kommen abends und sagen, warum ist die Bude nicht sauer, warum steht mein Abendbrot auf dem Tisch? Ich übertreibe wieder bewusst, aber ihr wisst oder du weißt, worauf ich hinaus will. Ich glaube nicht nur die Arbeit immer im Vordergrund. Ich finde das Wichtigste, was man halt sieht, Bindung entsteht ja sozusagen auch nur durch Zusammensein und Verbindung. Und wenn man jetzt als Vater sozusagen, wie es ja wirklich, ich habe es in dem Vorspann gesagt, dass halt bis weit im 20. Jahrhundert einfach Väter ja nur als Versorger und gar nicht als emotionale Personen da waren. Und das merkt man ja auch in unserer Generation, in der wir sind, dieser Kontakt ja auch einfach fehlt. Und viele, also würde ich jetzt sagen. Könnte ich jetzt, dass man das irgendwie anders machen will, als es vielleicht bei seinem Vater. Es gab ja wenige, also ich habe von, wenn ich im Freundeskreis bei mir schaue, dann gab es durchaus immer so ein paar Väter, die so rausgestochen sind, die schon auch vor vielen Jahren einfach sehr präsent waren. Aber ansonsten war ja die Figur des Vaters einfach nicht präsent und das macht ja auch emotional was. Und wenn man einfach sieht, dass man sozusagen erst so spät einsteigt in die Beziehung zu seinen Kindern, dann verliert man ja einfach eine ganz wichtige Verbindung. Und wenn man das sieht, dass man von Anfang an da ist und in Verbindung mit seinen Kindern ist, das ist ja ein ganz großartiges Geschenk und dass sie dann nicht irgendwie denken, vom Papa will ich aber nicht ins Bett gebracht werden oder ich gehe immer erst zur Mama, sondern sehen einfach, ich habe eine Beziehung, das ist ja eigentlich das größte Geschenk und nicht immer nur über diese Arbeit geredet. Also Familie, Kinder, das ist sehr, sehr viel Arbeit, aber dieses Band, was gesponnen wird und das ist ja einfach, das wissen wir aus psychologischen Aspekt, dass es ja in den ersten Jahren ist und nicht erst, dass man einsteckt, wenn die jetzt irgendwie 15 sind. Ja, und auch da ein guter Punkt, dass du sagst, lass uns nicht nur über den Stress reden und die Arbeit, die damit einhergeht, was scheifellos der Fall ist. Und ich finde es auch total wichtig, das zu tun, weil das ist das, was mich damals genervt hat vor der Geburt unseres ersten Kindes, dass man damals Leute gefragt hat und wie ist es so mit Kind und alle so, hast du halt so rosarot, wunderschön und hast du fünfmal nachgefragt und dann hat mir der Arbeitskollege erzählt, naja, also mein Sohn, der pennt irgendwie nur ein, wenn ich mit Tempo 38 über die Buckelpiste fahre und dazu Lucky Prayer von Madonna anmache. Danke, das sind die Antworten, die ich hören will. Und das hat sich zum Glück ein bisschen geändert, habe das schon als Negative rein, also mittlerweile ist es ja manchmal schon fast en vogue sich zu beschweren, was alles stressig ist, aber, Stichwort Bindung, was du gerade nennst, was du aus beruflicher Perspektive natürlich auch ganz anders siehst und miterlebst, als ich das tue, der seine eigenen Kinder kennt, aber nicht weiß, wie der Rest der Welt da draußen so unterwegs ist. Ich finde das einen total wichtigen Punkt, weil ich erstens. Jetzt, ohne auf die Schulter zu klopfen, das ist mir auch immer wichtig zu sagen, dass ich ja eigentlich über Selbstverständliches rede, aber leider ist es noch nicht selbstverständlich, deswegen müssen es vielleicht wohl auch mehr Männer tun, in der Hoffnung, dass wir vielleicht auch zwei, drei Männer dann eher zuhören. Ich finde, dass es mir nur hilft, nicht ein Besserer oder Guter, sondern irgendein Vater zu werden, der sich aber später in den Spiegel gucken kann. Also ich rege mich täglich über mich auf heutzutage, dass ich mal wieder zu genervt war mit den Kindern, wie es vielleicht viele Eltern tun. Gleichzeitig weiß ich, ja, ich bin aber stinknormal da für meine Kinder. So wie es in vielen anderen Familien oder Generationen vielleicht nur die Mütter waren. Und ich möchte von meinen Kindern keinen Dank dafür. Ich weiß aber, wenn die erwachsen sind, sie werden mir auch vieles vorwerfen können vielleicht, wie es alle Kinder ihre Tramme tun. Aber sie werden nicht sagen können, ich war nicht da und habe mich gekümmert. Und ich war vor allen Dingen nicht nur, und das ist mein Punkt, nicht dieser Wochenend-Fun-Date, der irgendwie nur da ist und sagt, so, jetzt mal kurz auf den Spielplatz und nicht kaufe ich noch ein Eis und eine Pizza und jetzt muss ich aber auch schon wieder los. Tschüss. Das bin ich nicht und das ist dieser Punkt mit der Bindung, von dem ich auch hoffe, dass ich das selbst wertzuschätzen weiß, dass die Kinder wertzuschätzen wissen und da sind wir wieder beim gesellschaftlichen Aspekt, es ist ja rein statistisch gesehen auch wohl oder übel, ich will das gar nicht werten, nicht so unwahrscheinlich, dass Paare sich wieder trennen, ob mit oder ohne Kinder, aber auch mit Kindern. Und was ist denn dann, wenn man sich trennt, weil vielleicht Papa, Achtung, dieses große Klischee, 80 Stunden arbeiten war und Mama den ganzen Scheiß allein zu Hause gemacht hat, dann sagen die Kinder, wenn sie ein bisschen älter sind, was soll ich denn bei dem? Der weiß nicht mal, wie ich heiße. Und er selbst sagt auch, wie soll ich das denn jetzt machen mit meinem Job? Und Kinder, keine Ahnung, keine Bindung. Also auch das sage ich wieder, um zu sagen, da hat ja der Vater selbst was von, wenn er diese Bindung nicht nur zwei Wochen lang, sondern auch zwei Monate, sechs Monate, was auch immer, verfolgt, weil er ein persönliches Interesse daran hat, weil er aber auch weiß, und das ist meine Erfahrung, die ich gemacht habe, gerade so Stichwort Job und Elternzeiten, alle denken immer am Anfang, aber wieso lass den gehen? Das sagen ja auch Chefs oder Chefinnen dann auch zu einem noch. Wieso lass den hier laufen ohne dich? Gerade wenn das Leute mit einer Führungsposition sind. und meine Erfahrung bei allem Respekt für meinen Arbeitgeber oder Ex-Arbeitgeber, das kann ich hier laut und öffentlich sagen, es hat immer gut geklappt. Im Nachhinein war es immer besser als vorher. Vorher hieß es, wie soll das denn gehen und ich habe mich natürlich auch gekümmert, dass das gut geht, dass ich gut vertreten werde und danach hat es wunderbar geklappt und zwei Jahre später hat sich aber niemand mehr, wie gesagt bei allem Respekt für meinen ehemaligen Arbeitgeber, hat sich niemand mehr so recht daran erinnert, dass ich vielleicht der Firma zuliebe zwei Monate weniger Elternzeit genommen habe, als ich eigentlich wollte. Aber die Kinder werden sich vielleicht erinnern. Warst du so in deinem Unternehmen so der Erste, der damit gestartet ist und hattest du so eine Vorbildfunktion? Oder waren die da einfach schon ein bisschen, das hört sich ja schon eigentlich sehr, weil viele machen ja, man muss ja den ersten Schritt gehen. Also zum Beispiel mein Mann hat in einem sehr großen amerikanischen Unternehmen gearbeitet und als ich eben zu ihm gesagt habe, also Elternzeit, da hat es ja auf gar keinen Fall, das kann ich nicht machen. Also da war einfach die Hürde auch gar nicht da, die er so gegangen ist. Ich glaube jetzt so nachher, mein ältestes Kind ist jetzt 14, wir hatten Gott sei Dank ein Berufswechsel, da hatte er viel Zeit dann, weil er einfach eine Auszeit genommen hat. Aber bei Kind 2 und 3 war da gar nichts dran zu denken, dass er sozusagen Elternzeit nehmen konnte. Aber was das konnte, er hat ja jedes Recht dazu. Ja, aber nee, es ist ein amerikanisches Unternehmen, gibt es ja andere Regelungen und deshalb ging das nicht. Also das war einfach gar nicht so gut. Aber ist er, Entschuldigung, muss ich nicht beantworten. Das hat mich gerade persönlich interessiert. Dann hat er auch einen amerikanischen Arbeitsvertrag, oder? Also wenn er in Deutschland hat, dann müsste das ja... Nee, es war international sozusagen und da war es einfach gar nicht. Und das ist ja, glaube ich, einfach das Problem, dass wir halt in diesen Unternehmen einfach das schaffen müssen, dass es einfach selbstverständlich ist. Deshalb würde ich mich jetzt interessieren, wie es bei dir war. Warst du so mit der Erste und dann haben die anderen alle nachgelegt? Weil es braucht ja immer so einen, weißt du, so einer muss springen und dann kommen die anderen hinterher. Es war gar kein Problem. Wir waren ein kleiner Unterverlag, eines damals größeren Verlags. An dieser Unterverlag ist mittlerweile ein bisschen losgekoppelt da von dem großen Verlag. Und da wusste ich aber genau, das weiß hier jede Führungskraft, dass das mein gutes Recht ist. Und ich habe ja gleichzeitig gezeigt, dass mir der Laden nicht scheißegal ist, sondern dass ich trotzdem Interesse habe, dass das hier für alle Beteiligten gut läuft. Und es lief dann ja auch gut für alle Beteiligten. Und deswegen war das gar kein Problem. Aber natürlich hat es vielleicht mal Leute gegeben, ich denke jetzt gar nicht mal an den Konkreten, oder Versucher nur stellvertretend für andere zu reden, die sie vielleicht gedacht haben, naja, früher ging das aber auch anders. Aber es war zum Glück eine Kultur, wo das auch irgendwie niemand gesagt hat. Und es war alles gut, hat alles gut geklappt. Im Nachhinein ist es immer entspannter, als es vorher hochgekocht wird. Und weil du fragst nach Vorbildern oder nicht, kleines Unterhaus, die Väter, die nach mir Väter wurden, die haben auch Elternzeit genommen, die einen länger, die anderen kürzer. Aber es geht, es ist alles kein Problem. Deswegen da gar kein Grund zum Jammern. Wenn es den Gelben gäbe, würde ich das jetzt nicht öffentlich sagen. Man sieht sich im Zahmel, ich arbeite ja noch für die. Es ist alles cool gelaufen, keine Frage. Gleichberechtigung sozusagen erst angefangen hat, als die Kinder auch in der Betreuung waren. Also dann habt ihr beide eure Stunden runtergeschraubt, um zu gucken, dass ihr beide sozusagen präsent sein könnt. Ja, also. Kinder sind eingewöhnt in der Kita, wahrscheinlich so. Also wir hatten das Glück, das sprechen wir auch viel über Privilegien hier. Direkt oder indirekt. Und. Das war mein oder unser Privileg, auch zu wissen, hey, wir arbeiten beide wieder, aber wir sind flexibel genug und es nicht, wie es ja viele Elternberater, Beraterinnen auch empfehlen, setzt euch sonntags zusammen und plant die Woche durch. Das war nie so krass nötig, weil beide, teilweise wegen Homeoffice-Regelungen, was auch immer, flexibel genug waren zu sagen, ey, sorry, ich muss heute eine halbe Stunde länger, kannst du mal die Kinder abholen oder umgekehrt. Das war immer nie ein Ding, ist mir aber auch bewusst, dass das nicht selbstverständlich ist. Wenn das nicht so wäre und jemand wirklich acht Stunden in einem Büro am anderen Ende der Stadt sitzen muss, ist es wieder was anderes. Also ihr habt beide im Homeoffice gearbeitet? Nicht nur, aber... Aber war möglich. Du sprichst ja auch viel, auch in deinem Buch über Care-Byte. Warum ist das auch gerade ein Männerthema? Also das ist so, das ist ja so ein bisschen so, dass man immer... Die eigentliche Antwort ist ganz kurz, weil ich der Vater meiner Kinder bin. Und wie regelt ihr das so? Also Care-Arbeit, also ist das auch so, du sagst, ihr macht nicht so ein Sonntags Küchen-Meeting. Ich finde das ja immer ganz gut, weil man so ein bisschen so einen Überblick hat. Also ich bin jemand immer, der so, gerade wenn man auch mehr Kinder hat, so vergisst so, wer was wo wie. Also es ist schon immer so auch eine ganz organisatorische Sache so. Und ich habe einfach auch gemerkt, dass wir uns so ein bisschen aufgeteilt haben, wer kann was gut. Also es gibt ja einfach Dinge, die einem leichter fallen, gerade auch in der Care-Arbeit. Also ich koche zum Beispiel nicht gerne. Das übernimmt mein Mann. Ich koche kaufe auch nicht gerne an. Also dass wir schon so ein bisschen so dieses Küchen-Meeting etabliert haben, um so ein bisschen die Sachen so ein bisschen aufzuteilen. Wie ist da deine Erfahrung? Ich denke gerade, deshalb ein bisschen länger darüber nach, weil ich nicht weiß, wie lange ich dafür gedanklich zurückgehen müsste, weil es damals kurz nach der Geburt der Kinder schon so war. Also mittlerweile in diesen Elternbammeln und auch darüber hinaus wird ja oft über Mental Load gesprochen, völlig korrekt und nachvollziehbar. Das habe ich damals auch nicht kapiert. So, dann dachte ich, Klassiker, dann dachte ich, wo ist denn das Problem? Ich gehe auch einkaufen. Und am Ende habe ich aber nur einkauft, was jemand anders für die Liste geschrieben hat. Also jetzt war jetzt nicht konkret so, aber das ist ja dieses Beispiel dafür. Aber je mehr man als Elternteil auch mal alleine und selbstständig sein muss, sei es aus Jobgründen der anderen Person zum Beispiel, desto selbstständiger muss das klappen. Und je früher du dich, oder ganz konkret in meinem Fall, weil du noch mehr fragst. Dich um die Dinge kümmerst und versuchst, sie auch mitzudenken, desto normaler werden sie ja auch. Es gibt ja ganz viele Väter, die irgendwann sagen, ja, sorry, aber meine Frau, die kann das einfach besser. Was natürlich totaler Bullshit ist, dieser Satz. Aber er stimmt in deren Wahrnehmung, weil sie sich zwei Jahre lang gar nicht gekümmert haben. Wenn ich zwei Jahre lang nie eine Windel gewechselt habe, weiß ich natürlich nicht, wie das geht. Und irgendwann brauchen die Kinder noch keine Windeln mehr, dann ist ja auch egal. Aber dann stimmt das. Aber Mütter werden ja genauso wie Väter nicht mit einer Bedienungsanleitung geboren, fürs Kinderkriegen und haben auch nicht. Man könnte sich das also gegenseitig beibringen oder woanders abgucken und einfach mal machen. Und das habe ich auch viel zu spät erkannt. Aber jetzt auch durch meine berufliche Selbstständigkeit bin ich da auch noch, flexibler, was Zeiten angeht und kann einfach sagen so, nee, wenn das was zu tun ist, dann muss ich das tun, weil es muss ja getan werden. Ob es jetzt Kinderarzttermine oder Spielverabredung oder was auch immer sind, so als die Kinder noch nicht, dass es alles alleine klappt. Und. Wichtig ist mir aber auch, das wollte ich eben noch sagen, ich weiß nicht bei welcher Frage, dass es natürlich immer eine Rejustierung ist. Also du hattest ganz am Anfang gefragt, ob wir denn vor der Geburt darüber gesprochen hätten, wo ich sagte, man kann nicht nicht darüber sprechen, dass man Kinder kriegt, aber natürlich nicht in dem Ausmaß und wichtig ist auch, finde ich, ganz grundsätzlich, dass du ja immer wieder darüber sprechen musst. Das Beispiel, was ich eben hatte, Kindergarteneingewöhnung, keine Ahnung, ob das zwei Wochen oder sechs Wochen dauert, dann dauert es bis sie acht Wochen oder du sagst, oh, wir müssen noch ein halbes Jahr komplett zurückziehen, weil das irgendwie gar nicht geht, dann musst du dich ja als Elternteile, musst du dich ja immer wieder neu besprechen und umplanen. Und die Flexibilität muss gegeben sein. Aber auch in alle Richtungen. Also es kann ja sein, dass die Mutter zum Beispiel sagt, so, sorry, läuft ja alles, ich möchte jetzt gerne, weil ich meinen Job so toll finde, möchte ich jetzt gerne wieder 40 Stunden arbeiten. Warum kann man das dann nicht aushandeln und besprechen? Oder umgekehrt, ich habe jetzt das Beispiel aufgemacht, was für die Leute irgendwie unwahrscheinlich erwirkt, aber wenn der Mann das machen würde, ist es noch viel zu normal. Und das kann man alles besprechen. Und ich finde, solange das auf Augenhöhe passiert und mit Respekt, ist doch alles cool. Dann kann man auch noch so leben wie seine Eltern oder Großeltern, wenn das für beide okay ist. Ja klar, also wenn das für beide okay ist, ist es ja nur einfach, dass es bei Frauen ja immer der Einstieg einfach immer viel schwieriger ist und diese Verhandlungsmöglichkeiten, die wir haben. Und ich muss auch ganz ehrlich sagen, ich weiß nicht, wie du es siehst, aber es gibt ja wenig Vaterbilder auch in den Medien sozusagen, die das Moderne einfach vorleben. Also mir fehlen da immer noch echte Vorbilder. Wir leben jetzt in Berlin, das ist natürlich hier schon mal was ganz anderes, aber gehen wir mal eher in die Randgebiete, wo wir jetzt auch so in noch klassischeren Rollenverteilungen sind. Und vielleicht auch, weil du hast es, glaube ich, auch in deinem Buch als Beispiel, man hat einen Handwerksbetrieb und das ist natürlich viel schwieriger umzusetzen, als wenn man jetzt, wie du sagst, im Beruf, wie du ihn mit deiner Frau ausübst, wo man eher flexibler ist. Aber es gibt ja so Arbeitszeiten oder eine Krankenschwester oder einen Arzt, die ja einfach an diese Zeiten so gebunden sind. Da ist natürlich das nochmal viel, also es ist ein viel größeres Problem, da einfach flexibel zu sein und darauf einzugehen. Also mir fehlen immer noch so ein bisschen so diese Vorbilder und ich glaube schon, dass dadurch natürlich auch das gesellschaftliche Bild einfach immer noch eher in der alten Rollenverteilung ist. Und uns Müttern wird natürlich auch viel mehr ein schlechtes Gewissen gemacht als jetzt ein Vater. Also das ist ja, wenn sich Mütter für Karriere entscheiden, dann sind es hauptsächlich auch Mütter, die sagen, also das geht ja nicht. Ja, sie kann da nichts richtig machen. Also wenn sie sich für die Karriere entscheidet, entscheidet sie sich in den Augen anderer gegen die Kinder. Das musste ich mir als Vater nie anhören. Und wenn sie sich für die Kinder entscheidet, sagt sie, du lebst ja hier wie Oma. So, muss ja auch nicht sein. Denkt auch mal an deinen Job, an deine Karriere. Das stimmt. Also die Erwartungen an Männer und Väter sind immer noch sehr viel geringer als an Mütter. Natürlich ändern die sich auch, weil je mehr Väter das tun, worüber wir gerade sprechen. Desto schwieriger wird es ja auch für die, gewisse Erwartungshaltung zu erfüllen, weil es dann mehr werden, auch aus sich selbst heraus. Also wenn deine einzige Erwartungshaltung ist, dass dein Chef sagt, sei ein guter Arbeitgeber, dann kriegt man das schon irgendwie hin. Wenn du aber die Erwartungshaltung hast von zu Hause, dass du dich bitte ein bisschen mehr kümmerst und die aber auch intrinsisch in dir spürst und sagst, ich würde ja gerne, ist aber schwierig, wegen all der Dinge, über die wir gerade reden, dann wird es natürlich erstmal nicht leicht oder bleibt schwer. Oder bleibt erstmal schwerer sogar, weil man sich ein bisschen bewegen muss. Aber ich finde, man hat ja viel davon, auch ohne Vorbilder. Hast du so Vaterbilder in den Medien? Wie nimmst du das so wahr? Also das Problem ist, dass die, die eigentlich Vorbilder sind, gleichzeitig noch Applaus dafür kriegen. Ich möchte keinen Applaus dafür, dass ich mittags mit meinem Kind auf dem Spielplatz stehe oder sitze. Fand ich ganz witzig, das habe ich neulich in einem anderen Podcast gehört, wo der Moderator, einer der Hosts sagte, die richtigen Väter, die würde man ja am Spielplatz daran erkennen, dass die die ganze Zeit immer Handy daddeln, weil denen gar nicht wichtig sein muss, jetzt hier einen coolen, tollen Vater dazugeben, weil die sind ja immer am Spielplatz mit den Kindern. Also könnte man die ruhigen Gewissen da mal dran lassen, weil sie wissen, sie müssen ja gleich zu Hause noch kochen und putzen und haben den ganzen anderen Stress auch. Wie Mütter halt. Aber das nur am Rande. Ich finde, man sollte natürlich irgendwie Respekt und Anerkennung dafür kriegen, was man macht. Jeder Mensch in jedem Bereich, nicht nur Elternschaft. Aber ich brauche keinen Applaus für. Viele kriegen den noch, weil sie da ein bisschen mehr als andere machen. Aber Vorbilder sind natürlich trotzdem wichtig in, also wenn wir, über das Berufliche reden also klar, wenn ich in der Firma der Erste bin der sich eine Chef oder die Chefin herantraut mit der Frage, kann ich Elternzeit nehmen und das nicht länger nur als zwei Monate, dann weiß ich, kann ich theoretisch noch so sehr wissen, dass ich dann Recht drauf habe das ist praktisch schwierig. Wenn aber der Chef schon irgendwie gemerkt hat, das haben wir schon acht andere Kollegen hier gemacht und das hat alles wunderbar geklappt dann wird er beim 9.9 mal dagegen haben und dass man da weniger diskutieren muss. So gesehen sind Vorbilder schon wichtig. Auch gesellschaftlich, weil oft, ob in Podcasts oder bestimmten Elternbüchern, Ratgebern darüber gesprochen wird, was man privat so als Team, als Paar alles ändern müsste. Das ist fraglos richtig, finde ich auch, weil man muss ja zu Hause anfangen im Privaten. Aber vieles lässt sich halt nicht ändern, weil das politisch halt nicht mitspielt. Was würdest du dir denn wünschen, sozusagen, wenn du sagst, politisch geht es nicht, also was wünschst du dir für die nächste Generation, dass wir sozusagen dann, also wie möchte ich als Vater sein, was ist da so deine Wunschvorstellung? Du hast ja, 22 ist dein Buch rausgekommen, wir sind jetzt im krass, sind schon wieder drei Jahre her. Ja und bis auf ein paar Zahlen ist es leider, sagen wir aus Eigenwerbungsgründen, ist es aktueller, als es damals war, weil wir jetzt hier. In einer Welt aufgewahrt sind, möchte ich nicht sagen, aber wo plötzlich diese starken Männer, ich mache wieder so Anführungszeichen, diese Cheftypen, diese Vorstandstypen, diese weißen alten Männer, ich will es gar nicht sagen, weil das selbst schon so aus so ein Klischee verkommen ist, aber ich glaube, du weißt genau, was ich meine, die irgendwie Trumps und Merz, ich will die beiden nicht vergleichen, aber ihr wisst, worauf ich hinaus will, dass da irgendwelche Typen stehen, die sagen, wie die Welt zu laufen hat. Also das ist ein totaler Rückschritt. Ich glaube, in dem Bereich waren wir vor ein paar Jahren schon ein bisschen weiter. Dann ist es so, dass wir jetzt innerhalb dieser großen Koalition noch nicht so genau wissen, wie viel aus Elternsicht Schlechtes wird die CDU nicht mit aufnehmen oder aufgenommen haben, je nachdem wann genau dieser Podcast hier ausgestrahlt wird und wie viel hat die SPD irgendwie noch reinbekommen. Ich mache hier keine Wahlwerbung, aber das ist das, was hier passiert. Also es ist einfach aktuell wieder, also Familienpolitik ist einfach wieder ganz weit nach hinten gerutscht. Genau, dann hieß es, Elterngeld ist nice to help, das kann alles weg. Jetzt hieß es zum Glück irgendwie kann vielleicht doch rein. Dann wird zwar darüber diskutiert, dass diese Einkommenshöchstgrenze niedergesenkt wird, dass man glaube ich, wenn man über 175.000 im Haushalt pro Jahr verdient, dass man das nicht kriegt. Das ist alles Diskussion für sich. Kann man irgendwie... Diskutieren und nicht diskutieren. Aber das Elternklima muss einfach freundlicher werden, weil gerade bei dem Beispiel Elterngeld-Höchstsatz kann man ja auch einfach mal argumentieren, warum wird denn überhaupt hier an Eltern rangegangen? Warum kann man nicht mal woanders rangehen? Weil das angeblich nicht so wichtig ist. Das ist das Klima, was kacke ist oder dass immer noch Leute wollen, dass das Ehegattensplitting irgendwie verankert bleibt. Schürt halt genau diese alten Traditionen. Und dann sagen Paare halt auch. Du, wir können da jetzt im Privaten so sehr darüber reden, wie wir wollen oder nicht, aber die Kohle muss nicht reinkommen und dann wird uns keine eine andere Wahl gelassen, als das so zu machen, wie es angeblich laufen muss, obwohl wir eigentlich das alle anders wollen. Und wenn es Paare anders machen, dann ist es oft einfach auch ein Privileg, sich leisten zu können, dass man einfach auch die Unterstützung hat. Also es braucht ja sozusagen einfach auch das Dorf und das lässt sich natürlich auch nur finanzieren, wenn man es jetzt nicht vielleicht gerade wirklich familiär auch hat. Genau und gerade in Berlin, wo wir hier sitzen und sprechen, die meisten, zumindest in der Branche, in der ich arbeite, Leute, Kinder sind irgendwann zugezogen, haben vielleicht keinen Verwandten hier und können da nicht, wie damals bei mir auf dem Dorf, ich bin im Niederrhein groß geworden, da war halt Oma, Tante, Nachbarin, irgendjemand war immer da, wo man sagen konnte, ah, kannst du die Kinder mal kurz im Kindergarten abholen oder kurz eine Stunde aufpassen. Meistens Frauen, ist mir damals nicht aufgefallen, im Nachhinein schon. Und das hast du nicht. Also dieses Takes the Village, das stimmt. Und weil du eben über Bindung sprachst, oder wir hier auch über Bindung sprechen. Das entlastet ja wirklich alle. Also es nimmt, je mehr Bindungspersonen da wären, desto cooler für die Kinder, weil sie verschiedene Bindungspersonen wahrnehmen. Glaube ich, das weiß du als Hebamme viel genauer als ich. Aber auch die Erwachsenen, also Stichwort Entlastung und auch Stichwort Vorbildfunktion. Also wie oft sitze ich abends zu Hause und denke, da habe ich wieder was doofes gesagt zu den Kindern. Da war meine Zündschnur wieder zu kurz. Also ich könnte mal argumentieren, toll, dass ich da immer drüber nachdenke, das hinterfrage. Gleichzeitig könnte ich auch entspannter sein, wenn ich weiß, ja gut, die Kinder haben aber irgendwie auch fünf, sechs Anspielpersonen täglich um sich rum, die sie indirekt ja haben, auch durch Lehrerinnen, Lehrerumfeld und so weiter. Aber ja, das würde vielen entlasten, was du sagst. Was würdest du einem Mann sagen, der jetzt gerade Vater wird und sich fragt, was da auf ihn zukommt? Tu es nicht! Lauf! Nein, Quatsch. Also, meine Kinder waren bei uns. Lies dein Buch. Lies dein Buch. Achso, dann, ja, nein, musst du ja auch nicht lesen. Natürlich. Es ist kein Roman, man kann es auch häppchenweise lesen. Ich finde... Also meine Kinder waren Wunschkinder, was nicht heißt, dass es mir voll ins Klagwesen wäre, was da auf mich zukommt. Das habe ich eben schon ein bisschen gesagt. Ich möchte jetzt diesen Väter, nach dem du gerade fragst, keine Angst machen. Gleichzeitig möchte ich denen sagen, ey, also wenn du das versuchst, halbwegs richtig zu machen, ob direkt oder später irgendwann, wie ich, dein Leben wird sich sehr krass verändern. Es wird nichts mehr mit dem von der Worte zu tun haben. Vieles davon kommt wieder. Du kannst irgendwann wieder feiern gehen und die Kinder schlafen irgendwann besser. Das ist ja alles okay. Vielleicht hast du da aber keinen Bock mehr drauf, weil du einfach so müde bist. Also eigentlich, wenn ich so abends mit Freunden sitze und mal über, bin ja zum Glück in die Kinder in einem Alter, wo ich nicht mehr die ganze Zeit über Kinder rede. Das hat mich auch genervt immer, wenn man dann irgendwann mit drei Jahren Kinderkurs da, tralala hier, irgendwann dachte ich, ich kann doch nicht nur über Kinderthemen reden. Man muss immer was anderes erleben. Das wird wieder besser. Und ich sage dann aber abends immer, oder in solchen Gesprächen, dass meine Kinder natürlich das Beste sind, was mir hier passiert ist. Ich liebe sie unendlich, gar keine Frage. Aber ganz ehrlich, und das kann ich auch sagen, wenn sie in ein paar Jahren den Podcast hören werden, die werden wissen, wie es gemeint ist. Aber auch das Anstrengendste. Nicht wegen diesen beiden Kindern, sondern anstrengend wegen der Welt, in der wir leben und über die wir gerade sprechen. Nur 100% Vater sein wäre anstrengend, aber machbar. Nur 100% Arbeitnehmer sein wäre anstrengend, aber machbar. Aber plötzlich all das so ein bisschen zu vereinen und machen zu wollen und irgendwie zu müssen, diese Verkeinbarkeit, so habe ich es mal genannt, die macht mich fertig. Also das finde ich so am anstrengend, dieses einfach in diesen unterschiedlichen Welten. Genau und sich in jeder Welt irgendwie zu überlegen, bin ich hier gerade so gut, wie ich sein sollte? Wäre hier nicht nur das cool gewesen, wäre da nicht das cool gewesen? Und gleichzeitig beide Welten aber zu brauchen. Also am Ende ist die familiäre Welt, die Kinder natürlich immer wichtiger, aber die Kohle brauche ich auch. Jetzt wird irgendwie alles immer teurer, steht von Inflation und ich denke so, ich bin jetzt selbstständig und ich habe viele Freiheiten, was toll ist. Das heißt, ich denke, ich muss aber auch hier mehr Geld verdienen. Ich kann aber jetzt auch nicht, oder ich will nicht irgendwie jeden Tag erst zehn Stunden arbeiten, weil ich finde es auch ganz angenehm, dass ich meine Kinder selbstständig nicht zu spät irgendwie aus einem Hort abhole und mit denen auch irgendwas mache. Die Tage sind trotzdem kurz, weil es irgendwie noch Hausaufgaben gibt und Abendessen kochen und ich weiß nicht was. Also, um auf die Frage zurückzukommen, was ich sagen würde, ich würde sagen, das ist es, aber du musst das alles mal erfahren haben und sei aber froh, dass es so ist, weil das, ich war glaube ich 32, als ich das erste Mal Vater wurde und ich war auch schon aus egoistischen Gründen trotzdem ganz froh. Also einerseits fühlte ich mich körperlich schon zu alt, so mit einem kleinen Kind im dritten Stock im Altbauer, das war mir, fand ich da schon anstrengend. Das klingt so. Vielleicht war ich aber nicht sportlich genug. Aber ich meine, das war auch körperlich anstrengend. Aber was ich sagen will, ist, ich war gleichzeitig froh, dass es so gekommen ist. Natürlich. Aber auch deshalb, weil ich dachte, ich will doch auch mit Ende 40 oder was auch immer. Ich bin jetzt 43. Ich will doch mit Ende 40 nicht noch das Leben leben, was ich irgendwie mit Ende 20 gelebt habe. Und das Schöne ist, dadurch, dass Kinder kommen, hast du einen sehr guten Grund dafür, dass in deinem Leben ein neuer Abschnitt eintritt. Und den will ich auch nicht mehr missen. Schön. Ich finde auch, dass man nicht so viel Angst machen sollte, dass man auch offen sozusagen reingeht, aber es ist ja sowieso alles immer super individuell. Also weil du hast es dann vorhin mal gesagt, dass gerade im Moment, also du hast gesagt, dass man jetzt nicht alles rosa-rot sehen soll, aber ich finde momentan finde ich es auch mal schwierig, dass immer alles so schrecklich dargestellt wird. Das ist halt einfach das Wichtigste, glaube ich, am Elternsein ist auch so ein bisschen, man muss flexibel bleiben und sollte sich an Situationen anpassen. Ich glaube, gerade für Eltern, die immer eine sehr starke Ordnung brauchen, ist das vielleicht am Anfang, die können sich nicht vorstellen, dass es dann auch mal ein bisschen anders aussieht. Ich hatte gestern gerade ein Vorgespräch mit einer Familie, die ich schon mal betreut habe. Und als ich das erste Mal da war, beim ersten Kind, da war immer alles so, die hatten einfach die perfekte Wohnung und immer alles so. Und dann kam ich jetzt so, das zweite Kind unterwegs, und da habe ich gesagt, ach, ich finde es jetzt richtig schön bei euch. Jetzt sieht es so normal aus. Das ist so, es war kein Chaos, aber einfach so Leben. Also das ist, finde ich, auch immer so, dass man sich so ein bisschen von seinen. Ja, wenn man das immer so braucht, so dass man einfach so ein bisschen flexibel braucht. Und du hast oft beschrieben gerade, dass du, Dich dann auch manchmal ärgerst, wenn du dann auch mal gestresst bist. Ich glaube einfach auch bei Kindern ist es auch einfach ganz normal, dass es, wir sind ja, wir können ja nicht jeden Tag the best performance abliefern und auch wir sind ja nur Menschen und ich glaube in dieser Kommunikation zu bleiben, dass du sagst, ich habe heute auch mal einen schlechten Tag, es tut mir leid, so, die ist auf Augenhöhe, weil in unserer Welt ist ja der Perfektionismus auch so groß, dass man immer denkt und dann auch Social Media, dann kriegt man tausend, also wenn man so ein bisschen über Kindererziehung, Kennst du das, dass du die ganzen Wheels eingespielt bekommst, wie man was so, das setzt natürlich enorm unter Druck. Also mein Mann schickt mir am Tag, glaube ich, irgendwie zehn so, ah okay, so könnte es sein. Ich kriege immer nur so Bitte-Lächeln-Style-Videos angezeigt, wo Kinder runterfallen, ha ha ha, vielleicht gucke ich mir jetzt auf die falschen Seiten. Aber es ist ein total wichtiger Punkt, den du gerade sagst, auch wieder im privaten und gesellschaftlichen oder gesellschaftlich hier als Synonym für Social Media. Dieses Erklären und Sagen, dass nicht alles immer perfekt sein muss. Also wenn ich mit meinen Kindern streite, erkläre ich denen auch, woher das gekommen ist und entschuldige mich und sind aber auch alt genug, dass ich irgendwie einfordern kann, sorry, das und das fand ich jetzt aber auch von dir nicht. Okay, guck mal, ich muss dir jetzt nicht nur hinterher räumen, du bist auch alt genug, dass du dir mal selbst wegpacken kannst. So Kleinigkeiten, um halt irgendwie das zurecht zu justieren, dass nicht alles immer so perfekt sein muss, wie es scheint für einen selbst, für den Bekannten, Freundeskreis, aber auch, weil du gerade selbst das sagst, Stichwort Instagram, das hat sich auch geändert vor ein paar Jahren, Aber es gab und gibt halt immer noch, und da haben Accounts mit großer Reichweite natürlich auch eine Verantwortung, finde ich. Du hast gerade gesagt, du fandst total sympathisch, dass die Küche da beim dritten Mal Besuch nicht mehr so aufgeräumt war. Dann wäre es aber toll, falls diese Leute auch noch einen Instagram-Account haben, dass sie die Küche dann auch mal so zeigen und nicht nur perfekt poliert und alle Kinder haben irgendwie weiße gebügelte Hemden an, wenn die Kinder überhaupt gezeigt werden, was man ja auch nicht tun sollte. Weil das ja auch... Mir hat es keinen Druck gemacht, aber ich verstehe, dass das vielen Müttern vor allen Dingen bis vor ein paar Jahren Druck gemacht hat, zu sagen, guck mal, die haben ja irgendwie drei oder vier oder fünf Kinder und sind trotzdem total entspannt und lächeln in die Kamera und bewerben Produkt X und Z. Kann man ja machen, alles cool, aber man muss sich dieser Verantwortung auch bewusst sein und sagen, ja, dann macht das vielleicht aber Leuten da draußen auch Druck. Jetzt kann man auch sagen, wir sind alle erwachsene, mündige Social-Media-Nutzerinnen und Nutzer, aber das finde ich trotzdem einen wichtigen Mitpunkt. Aber auch, wie ich eben sagte, das hat sich ja schon verändert. Bis vor ein paar Jahren war alles immer nur toll und rosa-rot mit Kindern. Jetzt ist das nicht so. Wie immer stimmt irgendwie die Mitte. Ja, auf jeden Fall. Aber mich setzt dann auch unter Druck, wenn ich dann sehe, dass Väter irgendwelche tollen, es gibt auch so einen Vater, der macht immer so geile Do-it-yourself-Sachen auf Instagram. Also er baut wirklich die krassesten Sachen, wo du auch immer denkst, oh mein Gott, das würde mich auch unter Druck stellen. Aber nochmal einmal zurück auf Männer, auf Väter. Was denkst du hilft sozusagen, also was spielen Männergruppen, Podcasts, Väter-Netzwerke für die Entwicklung auch eine Rolle? Ja, also ich finde, es kann helfen, wenn es mit einer gewissen Selbstständigkeit vorgetragen wird. Also wenn da niemand als der Superdad dargestellt wird, weil er jetzt mal ein bisschen mehr macht als die anderen, wenn aber auch derjenige, der all das, was wir gerade reden, aus welchen Gründen auch immer nichts machen kann, dass die auch nicht gleich als der Blödmann dargestellt wird. Wir alle haben das Leben, das wir leben und in dem wir groß geworden sind. Und dass sich Leute gedanklich oder auch tatsächlich ein Stück weit bewegen, ist nicht so leicht, wie man denkt. Deswegen sage ich nicht, dass die Leute dafür Applaus kriegen wollen, wenn sie das mal machen. Aber es ist, glaube ich, schon gut, wenn man den Leuten... Nicht nur an den Karren pinkelt, nein, ans Bein pinkelt, sagt man, oder vor den Karrenpferd. Vor den Karrenpferd, sagt man glaube ich. Vor den Karrenpferd kann man tun, mache ich ein Buch auch, um so ein bisschen zu provozieren, um dann aber zu sagen, ey Väter, ich meine es ganz ernst, ihr habt was davon. Ihr habt keinen Bock, ihr werdet euch selbst irgendwie, ihr wollt nicht mit 40, 50 einen Burnout haben und nicht mehr können vor lauter Arbeit, ihr wollt aber auch nicht mit 80 im Sterbebett liegen oder noch älter hoffentlich und da gibt es auch Statistiken zu und Umfragen. Niemand wird da liegen und sagen, hätte ich mal mehr gearbeitet. Klar, es gab finanzielle Pflichten, aber abgesehen davon wünscht sich doch jeder Mensch, mehr Zeit mit der Familie verbraucht zu haben, mit den Kindern, überhaupt eine Verbindung mit den Kindern zu haben. Und das sich jetzt schon bewusst zu machen, hilft glaube ich. Das ist jetzt kein konkretes Vorbild, aber sowas allgemeines. Und weil du gerade nach diesen Vorbildern, Podcasts, was auch immer fragst, ich bin ja da in dieser Bubble irgendwie aktiv. Da gibt es auch ganz viele Verteberater, die da Coachings anbieten und so weiter. Das finde ich cool, dass es das gibt. Und je öfter man darüber spricht, desto natürlicher wird es auch. Mir hat mal ein Väterberater gesagt, dass die seine Kurse immer dann viel besser verkaufen oder erkunden kriegen, wenn das Coaching nennt und nicht Therapie oder sowas. Weil natürlich Coaching, das hat noch ein bisschen Workethos für die Leute. Da holen sie sich eher aber abgeholt. Ich war und bin immer noch Teil einer Facebook-Gruppe. Facebook, die Älteren erinnern sich, junge Leute melden sich da wahrscheinlich gar nicht mehr an. Das ist so eine Vätergruppe. Die hatte damals, als ich das Buch schrieb, hatte die so 16.000 Mitglieder. Mittlerweile sind es 30, 40, 50.000. Und im Guten und wie im Schlechten zeigt die, glaube ich, einen totalen Durchschnitt des deutschen Vaters. Und ich fluche so sehr, weil da oft ganz schlimme Postings drin sind. Also mal sehr gute Postings, deswegen sage ich das Gute zuerst. Und welche ärgern dich? Also welches Klischee rund um Vater und Väter hält sich immer noch so? Also die guten sind die, wenn da jemand sagt, ey meine Frau und ich trennen uns, wie läuft das hier mit irgendwie... Das finde ich zu gut. Naja, nein, dass da jemand sich Hilfe sucht, dass sie jemand fragt. Also nicht, dass die sich da trennen, aber dass jemand offenbar keine Leute im Umfeld hat und dann da fragt, wie lief das denn bei euch? Und manchmal kommen da auch so typische Männerpostings. Guck mal, ich habe mein neues Auto gekauft und welcher Kinderwagen ist der beste? Oder geiler Auspuff von mir. So mein Gott. Die sind schon so ein bisschen nervig, aber da gab es dann auch Sprüche drin, die so richtig stammtisch Humor, die so ein bisschen in Richtung Vergewaltigungswitze liefen und so. Wo ich dachte, ist das der Querschnitt von deutschen Vätern? Vielleicht, aber um auch hier positiv zu enden. Grundsätzlich ist es gut, dass es so Gruppen gibt, Weil es ja offenbar einen Bedarf gibt für Väter, sich in einem Safe Space, Safe Space würde ich so eine Gruppe nicht mehr nennen, aber sich da austauschen zu können. Viele dieser Angebote, wie übrigens auch mein Buch, was Gott kein Ratgeber ist, ich kann nur sagen, was ich journalistisch recherchiert habe und persönlich erfahren, ich möchte nicht mal sagen, wie was zu laufen hat oder nicht, aber... Ich merke, dass so Angebote wie so ein Buch oder Seminare, über die ich gerade spreche, damit beschäftigen sich Leute, die sich Gedanken eh schon damit beschäftigen. Also auch wenn ich Lesungen gebe, dann ist es toll, wenn dann mal mehr Vetter als Mütter da sitzen. Das ist selten der Fall. Meistens sind es mehr Frauen. Und die, die da sitzen, die sind aber schon ja gedanklich so weit, dass sie sich in eine Lesung zu einem Thema setzen, dass man mit denen schon eigentlich gar nicht mehr sprechen muss. Also viel wichtiger wäre es ja, dass man sich in eine Firma wie die, ich sage das nur, weil du es gerade selbst gesagt hast, in die deines Mannes setzt und sagt, so Leute, ich verstehe, geile Arbeitsethos hier und so und ihr müsst irgendwie Zahlen liefern, weil wir nicht kennen das Unternehmen nicht. Weil ihr international performen müsst, aber und dann mal darüber sprechen. Dann können die immer noch sagen, ja, schön und gut, aber auch wirkswirtschaftlich müssen wir hier langfristiger blabliblub, aber da kann, glaube ich, viel mehr getan werden und dann finden nämlich auch die Väter Vorbilder, die nie gemerkt haben, dass sie welche brauchten, dass die merken, ach so, mein Lifestyle. Ist gar nicht so unumstößlich. Ich könnte es ja eigentlich auch anders machen. Und da haben nicht nur meine Frau, sofern man verheiratet ist, oder Partnerin oder Partner was davon und auch nicht nur meine Kinder und auch nicht nur die Gesellschaft, weil die könnte mir persönlich auch egal sein, sondern nee, ich selbst habe da was davon. Und das ist, glaube ich, so ein bisschen dieses vereinde Element zwischen dem, was ich hier provokativ da irgendwie aufgeschrieben habe und dem, was auch Väterberater da draußen sagen. Die sagen auch genau, nicht angreifen, sondern abholen und ernst genommen werden und Safe Space bieten. Viele Leute gehen diesen Schritt nicht, aber grundsätzlich glaube ich, dass das nicht nur im Bereich Elterenthemen, sondern, das wissen wir alle, Therapieformen und sich selbst auseinandersetzen und reflektieren, schadet, glaube ich, niemandem in keinem Bereich. Ja und ich glaube einfach auch Vorbild zu sein. Also du bist ja Vater von zwei Söhnen, wenn ich das sagen darf. Ja. Und hast ja sozusagen eine Vorbildfunktion und wenn Kinder sozusagen, wie in allem ist ja die Vorbildfunktion am wichtigsten, dass man halt sieht, dass es einfach ganz normal sind, dass beide Elternteile sozusagen im Haushalt Dinge übernehmen, dass es nicht nur eine Sache gibt, die nur Mama macht und nur Papa macht. Kann es ja geben. Also ich zum Beispiel staubsaugen total gerne, weil ich da direkt den Erfolg sehe. Dafür mache ich andere Sachen vielleicht nicht so gerne. Genau, aber einfach, dass die Arbeit des täglichen Lebens einfach beide machen und nicht nur eine Person. Nur eine Person geht morgens aus dem Haus und kommt abends wieder und dann ist diese Vorbildfunktion, glaube ich, so wichtig und das ist, glaube ich, auch die neue Generation. Ich meine, deine Kinder sind jetzt auch schon ein bisschen älter, die einfach damit ganz normal aufwachsen und ich glaube dann. Es ist ja immer so ein schleichender Prozess und es dauert immer alles ein bisschen, bis ich das so setze. Aber ich glaube, da ist es jetzt ganz wichtig für die Väter, die sozusagen jetzt Väter werden oder die jetzt gerade Väter sind, dass ihr eine Vorbildfunktion habt euren Kindern und wenn gerade Jungs sehen, dass Väter tragen ihre Kinder, die machen genau die gleichen Dinge, die auch die Mütter machen, ist das natürlich etwas, was sich fest verankert und man wächst damit aus. Generell, wenn wir jetzt zurückkommen in unsere Generation, unsere Väter, also ich weiß nicht, wie es bei dir war, aber dass das natürlich einfach gar nicht so die meisten ja nicht so präsent waren und das hat sich natürlich festgesetzt, also dieses Rollenbild. Und das ist ja genau der Punkt, viele sagen, nicht nur im Bereich Elternschaft, sondern auch im Bereich Umweltschutz, Chemischutz, was auch immer, Standardargument ist immer, was kann denn ich als kleiner Mann oder kleine Frau schon tun? Nix, ich kann die Welt ja nicht verändern, aber genau das, was du gerade sagst, das ist ja Genau der Punkt. Natürlich kann ich dadurch, wie ich mich verhalte oder nicht verhalte, verändern, wie jetzt gerade aktuell die Elternzeitquoten in Deutschland sind oder dass sich das Gender Care Gap schließt oder so weiter. Was kann ich schon tun? Aber genau das kann ich tun. Ich kann meinen Kindern zeigen, dass es stinknormal ist, wie du gerade sagst, dass Mama auch mal wegen Arbeit oder Videocalls oder was auch immer nicht kann und dass Papa irgendwie die Spülmaschine ausräumt und kocht. Das sind so... No-Brainer, sagt man in manchen Bereichen. Das ist so selbstverständlich eigentlich, dass ich es absurd finde, dass wir darüber sprechen. Aber wenn das das ist, was ich mitgeben kann und die Kinder noch darüber mit auf den Weg gegeben habe, dass die irgendwie vielleicht auch irgendwie mündige Bürger werden und keine Arschlöcher sind und auch an andere denken und nicht nur an sich selbst, dann habe ich ja schon als Elternteil das erreicht, was ich erreichen kann. Ja, und auch eine emotionale Bindung. Also es ist ja gerade auch so dieses, gerade Jungs brauchen ja sozusagen, ist ja die Vaterfigur nochmal eine ganz wichtige Person. Und wenn die halt nicht da ist, dann ist das halt, gerade die brauchen ja wie so einen Leitwolf auch so, da gucken die ja auch schon drauf. Deshalb ist es ja auch immer so schwierig, gerade du hast jetzt gerade Trennungsthemen. Was jetzt ja nicht heißt, dass irgendwie die Kinder von allein ziehenden Müttern irgendwie die ganze Zeit eine große Lippe nehmen. Nein, oder auch von gleichgeschlechtlichen Paaren. Nee, aber ich meine, es ist einfach so diese, wenn der Vater da ist und aber nie anwesend ist, dass das schon auch emotional einfach schwierig ist. Nein, und wenn jemand grundsätzlich da ist, aber dann nicht da ist. Ja, genau. Ich glaube, wir haben über sehr, sehr viele Themen jetzt angeschnitten. Ich finde, dieses Thema ist halt wichtig, dass man es immer wieder präsent macht. Ich finde auch, dass bei deinem Buch so schön ist, wie du ja gerade gesagt hast, das muss man nicht am Stück lesen. Ich finde es gut, dass man so einzelne Kapitel auch reinlesen kann. Aber wenn wir jetzt nochmal so zusammenfassend sagen können, was wäre es, was wir uns jetzt so wünschen würden. Was wir, also ich meine, wir haben gerade eine sehr schwierige politische Situation, was die Familienpolitik, das haben wir schon kurz angerissen, aber was wären so die drei Punkte, die wir uns sozusagen jetzt, also du, du, ich wünsche mir auch Dinge, aber die wir uns jetzt wünschen würden, dass wir die sozusagen in den nächsten Jahren einfach umgesetzt haben, dass es einfach selbstverständlich ist. Ich wünsche mir, dass es selbstverständlich ist, dass wir. Wo fange ich an? Bei den drei Punkten? In welcher Reihenfolge? Ich wünsche mir, wir sprachen eben so ein bisschen über Rechte und Pflichten und Hilfen und so weiter. Dass es einfach so gute Anreize da draußen gibt, dass Eltern Teile und ob sie zusammenleben oder nicht, es gehören ja dann, zumindest biologisch immer zwei dazu, dass es gar nicht mehr zur Debatte steht, wer sich jetzt bitte mehr oder weniger kümmert. Also natürlich kann man darüber reden, wie gerade die persönlichen Situationen sind, aber dass es wie in manchen anderen Ländern einfach so ist, dass es heißt irgendwie, ey, die Anreize sind hier so geil. Natürlich nehme ich als Vater selbstständig irgendwie auch sieben Monate Elternzeit, weil es dann so ist, dass wir irgendwie noch doppelt so viel Geld bekommen, wie wir ohne bekommen würden. Natürlich mache ich das. Und wenn das alle machen, dann ist es auch stinknormal, dass der Vater sieben Monate oder wie lang auch immer nicht da ist. Und beide wirklich gleichberechtigt, wahrscheinlich keine Ahnung, ob es das geben wird, aber gleichberechtigter als jetzt, der draußen stehen können, mit erhobenen Hauptes in der Berufswelt und in der Privatwelt. Ja, das wollte ich sagen. Also das wünsche ich mir, dass ich keinen Elternteil mehr für irgendwas rechtfertigen muss, weder Mütter noch Väter, so dass ich jetzt früher nach Hause gehen muss, dass es gar kein Thema mehr ist, dass mittags um fünf irgendwelche wichtigen Meetings stattfinden, wenn wir jetzt von solchen Unternehmen reden. Es gibt ja auch genug Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die eben nicht wie ich im Homeoffice sitzen, sondern irgendwie Dachdecker sind. Kassierer, Kassiererinnen, was auch immer, also Jobs, wo man wirklich anwesend sein muss. Da gibt es auch mehr Mittel und Wege, als man sich so vorstellen kann. Es gibt irgendwie Tagewochen, es gibt irgendwie die Soziologin Jutta Allmendinger, Plädiert, glaube ich, zumindest war das letztes Jahr so, daran würde sich ja nicht viel geändert haben, an ihrer Meinung, für eine 32-Stunden-Wohr zum Beispiel für alle, dass das so ein schöner Mittelweg wäre. Und das finde ich ganz schön, weil da haben dann alle was davon. Niemand muss Karriereknicks hinnehmen sozusagen. Und bis so Sachen kommen, finde ich es total schön, wenn... Alle Beteiligten in diesen Konstellationen, über die wir gerade reden, halt ernst genommen werden. Dass nicht jetzt auf die Männer gehauen wird grundsätzlich, die jetzt erstmal weiter arbeiten gehen und auf die Frauen nicht gehauen wird, die weiterhin zu Hause bleiben, wenn das alles, wie ich eben schon sagte, auf Augenhöhe besprochen ist. Dass es aber doch schön wäre, wenn alle aufeinander zugehen könnten und man am Ende dann kein Gegeneinander hat, sondern ein Miteinander und sie einfach irgendwie alle, unabhängiger als jetzt von wirtschaftlichen Pflichten, überlegen können, was sie denn wirklich wollen oder nicht wollen. Schön. Vielen Dank. Wenn ihr mehr über Fabian erfahren wird, dann verlinke ich euch alles in den Shownotes, aber Fabian hat auch noch einen Podcast, wo es nicht um Eltern sein geht. Da geht es darum, wie ihr niemals mehr Eltern werdet. Das möchte ich abschließend noch sagen. Das ist eine Anekdote, die ich immer gerne droppe, weil du netterweise auch das Buch jetzt zwei, drei Mal genannt hast. Bevor ich das Buch schrieb, das ist genau 2022, mein Blog damals gründete ich jetzt 2013 und Und ein damaliger Kollege, das war einer der ersten Väter-Blogs, glaube ich, ich habe es aber nie verfolgt, also nie kommerziell verfolgt. Verfolgt schon. Und ein paar Jahre, nachdem ich den Blog so hatte, drei, vier Jahre, sagte ein damaliger Kollege zu mir, damals kinderlos, Fabian, deinen Blog zu lesen ist echt die beste Verhütungsmethode, die ich mir vorstellen kann. Und das habe ich als Kompliment aufgenommen, weil ich habe eben meinen Ansatz erklärt. Ich wollte nicht, dass alles immer nur als rosarot dargestellt wird, sondern dass auch der Stress irgendwie mal Platz findet. und hat der offenbar so wahrgenommen. Ist er mittlerweile Vater? Nee. Also war seine Filme. Hat gehalten. Genau, das Buch und den Podcast, der gar nichts mit Eltern zu tun hat, heißt Never Forget, der 90er Podcast. Zwei Staffeln, da geht es um die Musik der 90er Jahre. Also wenn ihr mal mehr über Nirvana und DJ Bobo und Blümchen erfahren möchtet, geht es darum. Aber natürlich Infotainment, nicht nur Nostalgie. Journalistisch völlig sauber, ein bisschen nerdig vielleicht oder auch nicht, wenn jemand drinsteckt. Und es gab auch ein zweites Buch, wenn du mir gerade so ein Werbeblock hier erlaubt hast, das heißt Back for Good, warum uns die Musik der 90er nicht loslässt. Dann geht es genau um das. Vielen Dank fürs Zuhören und genau, schreibt mir gerne für Themenwünsche einfach an die E-Mail-Adresse, die ihr unten im Linktree findet und dann hören wir uns nächsten Dienstag wieder. Ganz liebe Grüße. Danke. Ja, es ist unsere Folge auch schon wieder zu Ende und was für mich jetzt nochmal so relevant war, gerade in der Folge, ist, dass es einfach eine Vorbildfunktion einfach sein soll und gar nicht eine, nee, nicht eine Vorbildfunktion, sondern, also, dass wir Vorbilder für unsere Kinder sind, dass es sich einfach. Dass es einfach keine Besonderheit sein sollte, welches Eltern sich Teil jetzt sich um was kümmert, sondern dass es einfach da ganz selbstverständlich sein sollte, dass. Väter genauso zur Untersuchung gehen, zum Fußballtraining und dass es dann nicht so ein Aha, das macht der aber toll, sondern dass es einfach selbstverständlich ist, dass Kinder damit aufwachsen mit diesen Rollenbildern, dass Elternteile sich halt die Aufgaben teilen und dass es einfach selbstverständlich ist und dass nicht einer sozusagen nur für die Sache zuständig ist. Das heißt nicht, dass, was ich ja auch immer wieder sage, dass ich so wichtig finde, dass man auch Dinge macht, die man gut kann. Also wenn man jetzt der eine sozusagen, es ist nicht selbstverständlich, dass die Mutter zum Beispiel kocht, so wie es bei mir persönlich auch ist, da kocht immer der Vater, weil er es einfach besser kann. Aber es gibt jetzt keine klare Aufteilung, sondern wir gucken immer, dass alle alles machen, sodass es für die Kinder auch einfach selbstverständlich ist, dass sie das halt sehen. Und ich glaube, dann wird sich Gesellschaft auch verändern, dass Väter genauso die Verantwortung übernehmen und nicht immer nur in diesen Fun-Part kommen, nur am Wochenende oder abends und so weiter. Ich glaube, da ist es einfach noch wichtig, einfach, dass es was ganz Selbstverständliches ist. Und in der anderen Folge habe ich da ja auch schon mal drüber gesprochen mit Johanna Fröhlich-Zapater über gleichberechtigte Elternschaft. Das ist vielleicht auch nochmal eine Folge, falls ihr die noch nicht gehört habt, dass ihr da nochmal reinhören solltet. Und es war einfach schön, heute auch mal die Sicht eines Vaters zu haben. Ich war sehr dankbar, dass Fabian Zeit hatte und einfach seine Sicht immer geschildert hat. Das ist ja immer einfach sehr wichtig. Und ja, jetzt ist die Folge auch schon wieder vorbei und es gibt jetzt sozusagen noch einen schnellen Mythen-Check. Da könnt ihr nochmal reinhören und dann hören wir uns nächste Woche wieder. Vater sein beginnt erst nach der Geburt? Stimmt das denn wirklich? Viele denken immer noch, dass Männer erst mit dem ersten Windelwechsel oder der ersten durchwachten Nacht so richtig in ihre Rolle als Vater hineinwachsen. Aber die Forschung zeigt hier längst, Vaterschaft beginnt nicht erst nach der Geburt, sondern deutlich früher. Schon während der Schwangerschaft entwickeln viele werdende Väter eine emotionale Bindung zum Kind. Sie sprechen mit dem Bauch, denken darüber nach, wie ihr Leben sich verändern wird und bauen erste Bilder im Kopf auf. Studien belegen, wer sich in der Schwangerschaft aktiv mit der eigenen Rolle auseinandersetzt, übernimmt nach der Geburt häufiger Verantwortung und ist präsenter im Alltag. Das wurde 2006 von Habib und Lancaster festgestellt. Kann ich eigentlich nur bestätigen, wenn Väter sozusagen in der Hebammenbetreuung schon von Anfang an präsenter sind, sehe ich sie auch nach der Geburt häufiger und merke, dass sie sich einfach viel stärker mit einbeziehen. Dabei verändern sich auch im Körper des werdenden Vaters Dinge, nicht nur emotional, sondern hormonell. Wenn Männer sich intensiv einbringen, sinkt der Testosteronspiegel, während das Bindungshormon Oxytocin steigt. Wer sich früh beteiligt, zum Beispiel bei Vorsorgeterminen, Geburtsvorbereitung oder im Gespräch mit der Partnerin. Stärkt nicht nur die eigene Bindung zum Kind, sondern auch die Beziehung zur Mutter und die eigene Sicherheit in der neuen Rolle. Und auch das ist wichtig zu sagen. Auch Väter erleben emotionale Belastung. Allerdings auf andere Weise. Während Mütter gesellschaftlich häufig mit Erwartungen rund um Perfektion, Kehrarbeit und Selbstaufopferung konfrontiert werden, stehen Väter oft zwischen traditionellen Rollenbildern und dem Wunsch, es anders zu machen. Viele wollen präsent und verantwortlich sein, stoßen dabei aber auf strukturelle Hürden, fehlende Vorbilder, wenig Raum im Gesundheitssystem, berufliche Nachteile bei Elternzeit. Das führt bei manchen Männern zu Überforderung, Unsicherheit oder inneren Rückzug. Studien zeigen, rund 8 bis 10 Prozent aller frischgebackenen Väter entwickeln nach der Geburt eine postpartale Depression, besonders dann, wenn sie sich ausgeschlossen oder alleingelassen fühlen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.