Music. Es ist schon wieder eine Woche vergangen und heute gibt es wieder eine neue Folge für euch von Sounds Familie. Ich habe ja jede Woche tolle Menschen hier in meinem Podcast und diese Woche ist es wieder so eine persönliche Folge, weil die Frau, die mir jetzt schon gegenüber sitzt, mit der habe ich auch selber als Mutter ganz viel zu tun. Und ich habe mir, als dieser Podcast sozusagen in Planung war, also als ich schwanger mit diesem Podcast war, Da habe ich gleich gesagt, ich möchte gerne diese wunderbare Frau in meinen Podcast einladen. Jetzt hat es endlich heute geklappt und ja, ich will euch nicht weiter auf die Folter spannen. Heute ist Daniela Aschenbrenner bei mir und Daniela Aschenbrenner ist Ergotherapeutin hier in Berlin. Und so haben wir uns nämlich kennengelernt, weil mittlerweile fast alle meine Kinder sozusagen bei ihr waren. Und das Thema Ergotherapie, das hört man ja immer so ein bisschen. Und eigentlich weiß man gar nicht, also ich wusste es auch nicht vorher, vielleicht aus meiner Hebammenausbildung schon, dass man Berührungspunkte auch mit Ergotherapeuten im Krankenhaus hat. Aber eigentlich ist es immer so ein Thema und man weiß immer gar nicht so, um was es da so richtig geht. Und ich finde, Ergotherapie ist was total Wichtiges. Wichtiges und ich hatte gedacht, dass das bestimmt auch viele von euch interessiert, die Eltern sind. Warum man zu Ergotherapie geht, wann man vielleicht auch vielleicht selber das mal, wenn man das bei seinen Kindern einige Sachen beobachtet, wann man das mal bei seiner Kinderärztin ansprechen soll. Und deshalb habe ich mir heute Daniela. Und ich freue mich unfassbar, dass du hier bist. Du bist natürlich nicht nur Ergotherapeutin, sondern du hast unfassbar viele Zusatzausbildungen, die du in deine Arbeit mit einfließen lässt. Und man findet dich bei Instagram gemeinsam mit deiner Kollegin Anne als Kinderheilcoaching. Also ihr habt ja schon einen größeren Begriff da auch gefassen. Deshalb habe ich jetzt nicht alle Zusatzausbildungen will ich jetzt hier aufziehen, sondern ich freue mich erstmal, dass du da bist und dass du Zeit gefunden hast, in unser kleines Studio hier zu kommen. Schön, dass du da bist. Vielen Dank. Ja, richtig schön. Vielen, vielen Dank für die Einladung. Ich habe mich auch total gefreut darauf, gerade weil wir uns schon so lange kennen. Und ja, und das ist einfach meine Passion. Also ich liebe diesen Beruf schon mein Leben lang. Deswegen freue ich mich. Wann wusstest du, so ähnlich wie, also ich wusste so mit 15, dass ich irgendwie Hebammen, also da bin ich so mit diesen, oder mit 14 so mit diesem Beruf zum ersten Mal so in Berührung gekommen und dann war das so mein Berufswunsch. Wann bist du das erste Mal so, wann wusstest du das für dich. Dass du Ergotherapeutin? Ja, total früh. Also ich hatte das große Glück, dass meine Nachbarin waren, wie heißt es nochmal, Kinder, beim Kinderarzt, Arzthelferin, genau, Arzthelferin. Ich wollte gerade irgendeinen anderen Begriff. Und die beiden haben mich kennengelernt und ich habe bei uns in der Nachbarschaft schon immer auf die Kinder aufgepasst und dann haben die gesehen, wie viel Freude mir das macht und vor allen Dingen, wie so Kindermagnet ich war. Und dann haben sie gesagt, Ela, du müsstest eigentlich Ergotherapeutin werden. Und dann war ich in der siebten Klasse und hatte mein erstes Praktikum dort und dann ab da wusste ich das schon. Und das ist halt so ein schönes, wenn man so einen Fokus schon hat, wo man hingeht dann, wo es hingeht, das war echt so ein richtiger Anschub. Dann habe ich Abi gemacht und konnte es kaum erwarten und habe dann die Ausbildung gemacht. Das ist ja ein unglaubliches Geschenk, wenn man weiß, wo seine Berufung ist, wenn man einen Berufswunsch sozusagen hat und denen auch nachgehen kann, ohne dass man jetzt, also das ist glaube ich wirklich so etwas, wenn man das schon so früh weiß und da so mit seinem Herzen hingehen kann, das ist ein unglaubliches Geschenk. Aber jetzt habe ich eine Frage, jetzt haben wir gleich schon angefangen. Magst du einfach mal so ganz grob erklären, was ist eigentlich Ergotherapie und gerade Ergotherapie mit Kindern? Also es gibt ja Ergotherapie auch für Erwachsene, aber wir wollen uns ja auf die Kinder hier heute. Du arbeitest mit Kindern von welchem Alter? Von 8, ich hatte schon Neugeborene, also von 0 bis 18 tatsächlich. Genau. Ja, also als ich das damals dann gehört hatte von meinen Nachbarinnen, wusste ich auch erst mal gar nicht, was das ist. Dann habe ich mich damals im BITS Berufsinformationszentrum, habe ich mir so einen Film angeschaut, der war ganz schräg. Und dann habe ich es eigentlich erst im Praktikum gelernt, genau. Und Ergotherapie, also der Begriff Ergon ist von Handeln und Tun, also beschäftigt sein. Und früher hieß es dann tatsächlich Beschäftigungstherapie, also ganz ursprünglich. Bisschen negativ. Genau. Und das war halt so negativ besetzt und viel belächelt. Und dann hat der Verband irgendwann beschlossen, das umzunennen. Und als ich dann die Ausbildung gemacht habe, 2003 war das, da hieß das dann schon Ergotherapie. Und es geht tatsächlich darum, wieder in die Selbstständigkeit zu finden. Also eigentlich ist Selbstständigkeit über das Handeln wieder in die Selbstständigkeit zu kommen oder sie auch zu erhalten. Das ist so das große Ziel, was über allem schwebt. Und in der Ausbildung zum Beispiel, also ich kann auch wirklich jedem empfehlen, der Lust hat auf Arbeit mit Menschen, sich diese Ergotherapieausbildung mal anzugucken, weil die ist so facettenreich. Also wir haben zum Beispiel dann gelernt, alle möglichen Handwerkstechniken von Holzarbeit, Weben mit Filzen. Also das Maltechniken, also es ist total toll gewesen und dann aber auch den medizinischen Aspekt als auch den psychologischen Aspekt und dann auch je nach Bereich, wo du dann dich spezialisieren möchtest, eben auch die Pädagogik. Ich finde es sehr, sehr umfangreich. Es ist auch so wie im Hebammenberuf, dass es mittlerweile noch eine Ausbildung ist. Es ist eigentlich ein Studiumgang, weil ich finde gerade, was ich so in meiner Zusammenarbeit mit dir gesehen habe, dass es ja einfach super viel auch Psychologie ist. Und das ist ja jetzt, finde ich, so in drei Ausbildungsjahren eigentlich gar nicht alles zu schaffen. Oder lernt man es eher so wie bei der Hebamme in seiner Berufserfahrung auch viele Dinge. Ja, also ich glaube, es ist wirklich so, dass du, wir kriegen in der Ausbildung, die geht genau drei Jahre, davon ist ein Jahr komplett praktisch. Und ich hatte das Glück, eigentlich musst du in jedem Bereich einmal reinschnuppern. Es gibt ja noch Geriatrie, also die Alten, Orthopädie ist ein großer Bereich, Rehabilitation ist ein großer Bereich, Psychiatrie. Und ich war schon so klar, dass ich eh nur zu den Kindern will, dass es dann immer in meinem Fall nur noch Praktikastellen im Kinderbereich gab. Genau und da spezialisierst du dich eigentlich erst nach der Ausbildung so richtig, dann noch mit entsprechenden Fortbildungen. Wann, oder dass es einfach die Familien draußen auch besser verstehen, wenn man jetzt denkt, das hört sich ja toll an, Ergotherapie, aber in welchen Situationen wenden sich dann Familien typischerweise an dich oder an Ergotherapeuten? Die Wege sind ganz unterschiedlich. Also wichtig ist zu wissen, dass es wirklich was ist, was man verschrieben bekommt. Also wir brauchen eine ärztliche Verordnung, um behandeln zu dürfen. Das heißt, der Weg am Kinderarzt, da kommt man nicht drum rum. Oft ist es so, dass die Eltern von den Erziehern oder auch in der Schule eine Rückmeldung bekommen, tatsächlich, dass da, keine Ahnung, irgendwas mal angeschaut werden darf und dann melden die sich bei uns. Und ganz selten kommt es direkt vom Kinderarzt, dass der Kinderarzt sich bei uns meldet. Oder es sind dann tatsächlich die Eltern, die eine Frage haben, also die irgendwie spüren, ist es im Bereich der Entwicklung irgendwie was verzögert. Gerade jetzt sind bald Einschulungen, das ist ein großes Thema. Schulreife ist ein ganz großes Thema, dass wir dann auch kontaktiert werden und gefragt wird, ob wir mal gucken können. Also Entwicklungsreife gucken wir an. Und dann natürlich ein Riesenthema sind Verhaltensverfälligkeiten, dass quasi im Familienalltag oder in der Kita oder in der Schule ein Verhalten Fragen aufwirft. Und dann werden wir kontaktiert und dann brauchst du die Verordnung vom Arzt. Und dann... Also ohne ärztliche Verordnung darf man nicht anfangen zu arbeiten? Nee. Also auch wenn man jetzt so sei Dank, wie in Privat das zahlen möchte, das würde nicht gehen, du brauchst die. Okay. Wie ist es sozusagen, wie seid ihr aufgestellt, ihr Ergotherapeuten für Kinder? Wie ist da so die aktuelle Lage auch? Also findet man einfach Plätze? Ist es wie mit allen Menschen, die hier in den Podcast kommen, die so wichtige Berufe machen, wo man einfach, Leider ist es genau so wahrscheinlich. Es gibt ellenlange Wartelisten bei uns auch tatsächlich. Und deswegen habe ich auch einmal in der Woche eine Online-Sprechstunde zumindest, weil ich gemerkt habe, die Themen wiederholen sich. Tatsächlich hat sich jetzt auch meine Ergotherapie, also die wir in der Praxis leben, ja auch nochmal fast reformiert, würde ich sagen. Also wir haben auch nochmal ganz andere Dinge. Also ich habe sehr viel über Bord geschmissen, was ich am Anfang gelernt habe, wo ich glaubte, dass es wichtig ist. Was ist das zum Beispiel? Dass ich meine Kinder bekommen habe. Zum Beispiel ist das Konzentrationstraining, das biete ich gar nicht mehr an. Auch Diagnostiken mache ich überhaupt gar nicht mehr. Das war auch ein großer Teil, den wir gemacht haben, sondern es geht mehr wirklich darum, Raum zu geben für das, was ich zeigen will und ganz, ganz viel Ressourcen orientiert zu schauen. Also was es da ganz großes Thema ist, wirklich auch zu sehen und zu anzuerkennen, was die Kinder da auch mitbringen und was sie ausleben wollen. Genau, und das ist anders. Also das habe ich tatsächlich nicht gelernt in der Ausbildung. Da haben wir Techniken gelernt. Und was übrig geblieben ist, ganz wichtig, ist die sensorische Integration. Das ist ein riesen tolles Feld und ich würde es heute als Körperintelligenz bezeichnen. Machst du Ziele? Also das ist ja auch schon wieder so. Ja, müssen wir. Ihr müsst ja Ziele wahrscheinlich doch haben, um das halt auch abzurechnen mit den Krankenkassen. Aber es ist ja eigentlich gar nicht in deinem Herzen so drin, wie das gerade so, sondern du sprichst ja gerade so, dass du diesen Raum halt für die unterschiedlichen Sachen halt geben wirst, um zu gucken, auch mit den eigenen Ressourcen zu arbeiten. Das stimmt. Also ich kann ja mal ganz kurz, es gibt halt drei Bereiche, wo Ergotherapeuten für Kinder arbeiten. Und das ist das, was dann auch auf der Verordnung steht. Und das ist zum Beispiel motorisch funktionelle Behandlung. Da geht es um Sachen, die wirklich, Kind hat sich einen Arm gebrochen oder einen Finger gebrochen. Dann ist es sensomotorisch perzeptiv. Das bedeutet alles, was rund um die Körperwahrnehmung so ist. Also auch Überempfindlichkeiten, Hypersensibilitäten fallen da rein. Und dann gibt es noch den psychisch funktionellen Bereich. Das ist halt alles, was mit Verhalten zu tun hat. Also Konzentrationsfähigkeit, Wutausbrüche, Impulskontrolle nennt man das. Also das sind so die drei Bereiche. Tatsächlich ist es schon so, dass man natürlich mit den Eltern zusammen, also es gibt immer vorher ein Elterngespräch. Und in diesem Elterngespräch wird schon mal ganz viel deutlich. Und eines der wichtigsten Aspekte ist tatsächlich die Geburt auch. Das ist in unserer Anamnese ein richtig ausschlaggebender Punkt. Also wie war deine Schwangerschaft? Hattest du da Stress? Wie hast du dich gefühlt? Hast du dich gefreut? War es eine überraschende Schwangerschaft? Dann auch, wie war die Geburt? Und alleine schon da kann man schon so viel oft erkennen. Also gerade bei Kindern zum Beispiel, die sich so richtig Zeit gelassen haben. Das ist so süß oft. Also wo die Eltern dann sagen, ja und dann war ich schon zwei Wochen drüber. Und dann waren wir kurz vor der Einleitung und dann hat es sich doch nochmal anders überlegt und ist alleine gekommen. Und wenn man das so ein bisschen so, was man die Assoziation, die man zu diesem Bild bekommt, Also das sitzt so jemand gemütlich im Bäuchlein und wartet und lässt es sich da gut gehen. Und das kann man eigentlich fast dann übertragen oft. Also es sind dann wirklich oft Kinder, die halt eher gemütlich sind, denen vieles zu viel ist, die ganz viel in ihrer Zeit machen wollen. Und umgekehrt ist es genauso, wenn Kinder geboren werden und es ist eine stressige Situation, irgendwie auch brenzlige Situation. Die Mama ist natürlich im Stress, dann hat das Kind Stress im Mutterleib. Dann sind es Kinder, die auch mit einem Nervensystem auf die Welt kommen, was einfach gestresster ist. Also was schon ein höheres Stresslevel insgesamt hat. Und das merkt man dann, wenn man dann weiterfragt, wie war, also die nächste Frage ist dann immer in der Anamnese, wie war das erste Jahr für euch oder noch kürzer gefasst, wie war die erste Zeit, ist auch super spannend, auch direkt diese erste Zeit nach der Geburt dann zu Hause, also hat das Baby viel geweint. Dann ist das natürlich auch ein Zeichen dafür, dass dieses Nervensystem alles Mögliche aufnimmt und gar nicht gut regulieren kann. Und das zieht sich ganz oft weiter. Genau, und deswegen sind das gerade so meine liebsten Fragen. Und dann guckt man natürlich mit den Eltern, was wünscht ihr euch? Also was wünscht ihr euch für euer Familienalltag? Darf ich da gleich nochmal reinfragen in die Geburt? Weil ich glaube, das ist natürlich ein ganz grundlegendes Thema für mich auch als Hebamme, weil ich mir natürlich wünsche, dass jede Frau sozusagen eine 1 zu 1, also warum auch, also ich meine, man sieht ja wieder, wie sich das so, ja, es sieht sich ja wie so ein roter Faden durch, ja, durch die, also die Geburt sozusagen der Staat und dann über die kindliche Entwicklung und wie wichtig halt auch, dass es eben einfach nicht egal ist, wie wir geboren werden. Andersrum will ich auch einfach Eltern hier nochmal sagen, das heißt jetzt nicht, weil Geburtshilfe ist ja manchmal auch einfach. Es gibt Situationen, da kann man sich noch so gut vorbereiten, hat man die beste 1 zu 1 Betreuung. Es sind Notfälle. Aber ich glaube halt einfach, wenn man schon weiß, hier wie du es jetzt gerade beschreibst, okay, das ist schon mal ein Zeichen, das ist vielleicht nicht optimal gelaufen. Aber wir gucken schon hier, wie können wir die Familie und das Kind weiter begleiten, damit man das gleich schon wie so ein kleines Aufrufezeichen in der Achse hat, auch beim Kinderarzt. Dass er auch fragt, wie war dann die Geburt und nicht nur, wie viel hat das Kind gewogen und wie ist dann die Zunahme, sondern einfach so. Wie war die ganze Situation, damit man einfach von Anfang an diese Familien, dieses Kind einfach noch besser dann begleiten kann, wenn es einfach auch stressige Situationen gab. Weil es heißt ja nicht gleich, es ist jetzt alles verloren, nur wenn die Geburt nicht optimal gelaufen ist. Überhaupt nicht. Ich finde es auch ganz wichtig und das sage ich auch immer in den Elterngesprächen. Es geht bei diesen ganzen Sachen, Erziehung und Kinder begleiten, niemals um irgendwelche Schuldfragen, weil es ist ganz klar, dass wir immer, immer unser Bestes geben. Und was ich jetzt auch gelernt habe in den über 20 Jahren Begleitung von Kindern ist, dass auch gerade natürlich in den Dingen, die nicht so laufen, wie wir uns das vielleicht vorgestellt haben. Also ich habe auch oft Mütter, die hätten so gerne gestillt. Und dann hat das aber alles irgendwie nicht geklappt. Warum auch immer. Und daraus ergeben sich dann manchmal andere Dinge. Und da aber rauszugehen aus dieser Schuld und in die Annahme zu gehen, in diesen Frieden zu gehen und das Gute auch darin zum Beispiel zu erkennen, dass dann zum Beispiel auch der Papa stillen konnte, in Anführungsstrichen. Also genau, das ist super wichtig auch, dass immer wieder, das geht überhaupt nicht in Schuld. Wie ist es so, wenn du jetzt mit Babys arbeitest und gerade jetzt so Regulationsstörungen sind ja ein großes Thema, also gerade Kinder, was du gesagt hast, die jetzt viel weinen. Wie geht man da so mit dem Baby ran? Wie versucht man das? Es ist ja eher auch Elternarbeit wahrscheinlich dann am Anfang. Ja, ich liebe das. Also ich liebe jedes Alter. Aber es ist wirklich so, dass ich mir erlaubt habe als Therapeutin, dass ich nicht die Lösung haben muss. Das ist richtig, oh Gott, das hat erstmal so viel Erleichterung gebracht. Und das heißt, in dem Moment, wo ich mir erlaube, nicht die Lösung zu haben, bin ich halt offen für alles, was sich zeigt. Und deswegen gibt es jetzt auch nicht bei den Babys diese eine Lösung. Aber was sich immer wieder zeigt, ist natürlich, dass die Eltern die Co-Regulation übernehmen dürfen. Und bei uns in der Praxis ist es ja auch so, das weißt du ja, dass wir, Anne und ich, dann parallel auch oft arbeiten und die Eltern einfach bei sich das Nervensystem nochmal regulieren können. Durch bestimmte Übungen, Entstressungsübungen. Und dass, wenn die Eltern wieder reguliert sind und vor allen Dingen auch ihren Kummer, den sie vielleicht über eine stressige Geburt noch in sich tragen und die Schuld, dann wirklich mal verarbeiten und loslassen und in die Liebe gehen und in die Weichheit gehen, dann haben sie damit schon mal einen großen Schritt für die Regulation ihres Babys getan. Und dann gilt es wirklich, diese Intuition von den Eltern zu stärken. Und da ist es wirklich altersunabhängig zu spüren. Also weil wir haben alle diese Intuition in uns und diese Wahrheit. Und ganz oft ist da ganz viel überlagert, was wir glauben sein zu müssen, wie man eine gute Mutter ist, diese ganzen seltsamen Themen, die wir da irgendwie mitbringen und die auch so zwischen uns und unseren Kindern stehen können. Und dann halt wirklich zu fühlen, hast du schon was entdeckt, was deinem schreienden Baby wirklich hilft? Und dann ist es ganz unterschiedlich. Manche, weißt du wahrscheinlich auch, so die warme Badewanne oder tragen, tragen, tragen, tragen. Draußen sein. Also es ist ganz unterschiedlich und für mich ist es immer ganz wichtig, Denn was ich aus der Ergotherapie da auch für alle Altersgruppen tatsächlich sagen kann, ist nochmal, sich darüber bewusst zu werden, dass wir so tolle Regulationsmöglichkeiten in unserem Körper mitgebracht haben. Und dass wir jetzt nicht auch unbedingt sofort therapeutische Maßnahmen ergreifen müssen, sondern dass wir wirklich so viel bei uns schon haben und daran sich immer wieder zu erinnern. Und zum Beispiel ist es so, dass unser Nervensystem, da kommen ja alle Einflüsse von außen zusammen und werden gebündelt. Also die Sinneswahrnehmung meine ich damit. Und dann sagen wir in der Ergotherapie zum Beispiel, wir haben die oberen Sinne, also das ist Sehen, Riechen, Hören, Schmecken und diese oberflächliche Taktilität, also so dieses Zarte. Und das sind die, mit denen bin ich in den oberen Sinnen und in der Außenwelt. Und dann habe ich die anderen, die Tiefensinne, das ist Propriozeption, Tiefensensibilität. Das ist zum Beispiel, wenn man irgendwo hängt, wenn man hängt und dann sein Körpergewicht spürt oder wenn nicht jemand so richtig, richtig fest in den Arm nimmt, das ist Tiefensensibilität und Gleichgewicht ist ein tiefer Sinn. Und da zu verstehen, dass die beiden in so einer Waage sein dürfen. Und die Kinder, zum Beispiel Schreibabys oder Kinder, die sehr schnell in die Wut gehen, leicht abgelenkt sind, da kann man ganz deutlich sehen, dass da ein Ungleichgewicht ist. Und zwar sind die oberen Sinne, hören, schmecken, riechen, tasten, oft zu viel. Also ich erkläre das immer so, es gibt so einen Türsteher im Nervensystem und der sagt halt dann so, herein, spaziert. Alle rein. Alle rein hier, wir haben Platz. Und dann ist halt alles wichtig. Dann müssen sie nach draußen gucken, weil da draußen ein Vögelchen lang fliegt. Oder dann fällt der Stift runter und dann müssen sie sich bücken. Oder alles ist halt einfach wichtig. Und das führt natürlich dazu, dass ich mich erstens nicht konzentrieren kann, zweitens super schnell overloaded bin irgendwann. Die Kinder können dann zum Beispiel nicht auf Familienfeste, ist für die oft ganz, ganz anstrengend, einkaufen. Also alles, was noch zusätzlich kommt, zusätzlich zur Kita oder Schule, ist eigentlich zu viel, weil der Türsteher eben noch nicht reguliert. Und dann müsst ihr auch da noch nicht zur Therapie, sondern da haben wir dann diese anderen beiden Sinne, Tiefensensibilität und Gleichgewicht, die, wenn die aktiviert werden, kann man das auf so einem, wenn man scannen würde auf dem Nervensystem, also unser Gehirn, dann würden diese beiden Reize schaffen es, sich zu überlagern. Die überschaffen, die Überreizung zu überlagern. Aber wie mache ich das? Also in dem Moment quasi, wo du in diese Überreizung gerätst und dich jemand in den Arm nimmt. Das ist ja so ein bisschen, wenn du überreizt bist, bist du ja außer dir. Also du bist ja zu viel im Außen. Fast wie ein Schock. Und wenn jemand einen Schock hat, den nimmst du fest in den Arm. Aber manchmal ist die Überreizung ja auch so stark. Dass erstmal gar nichts geht. Genau, das stimmt. Also wenn dann Overload ist und dann kommt quasi erstmal eine Explosion, dann muss erstmal eine Entladung tatsächlich stattfinden. Das stimmt. Und das Ziel ist es nur, wenn du quasi ein Kind hast, oder es gilt ja auch für uns Erwachsene, wir spüren das bei uns ja auch. Wenn du merkst, du bist schnell überreizt, wäre es natürlich richtig cool, wenn du schon diese anderen beiden Sinne stärkst. Also wenn du ganz viel schaukelst zum Beispiel oder dich massieren lässt. Also das sind quasi die, die dann dieses Gleichgewicht wieder bringen. Also dass du dir wirklich vorstellst, das ist eine Waage und das eine ist immer zu viel, also brauche ich von dem anderen ganz viel. Das heißt, zu Hause im Alltag kann man dafür sorgen, zum Beispiel eine Schaukel auch zu haben. Also diese Schaukel ist ein Game Changer in vielen Familien. Ich empfehle immer so ein Yogatuch, was an einem Tropfen aufgehängt wird, an einem Haken. Wie die Gebärmutter. Ja. Ja, das hast du uns auch empfohlen, aber ich will nochmal einen Schritt zurück, weil ich glaube, die Herausforderung, du sagst es nicht therapiebedürftig, ist ja erstmal zu wissen, gerade wenn du das erste Mal Eltern wirst, ich finde auch das zweite Mal, weil alle Kinder sind ja unterschiedlich und dann hast du so ein kleines Lebewesen vor dir, da musst du ja erstmal lernen oder verstehen, dass es jetzt die Überreizung ist. Also da ist, weil oft ist es ja auch so, dass Eltern genau das Richtige eigentlich tun, aber dann verunsichert sind von der Außenwelt. Wir haben ja eine so hohe Informationsflut, was natürlich immer im Fluch und Segen zugleich ist, aber es gibt ja sozusagen, Babys sollen nicht so lange in der Trage sein oder sie sollen nicht so viel getragen werden. Das ist verwöhnen. Es gibt ja super viel Verunsicherung von draußen und so viele Informationen. Und das dann zu filtern, finde ich auch wiederum für die Eltern schwierig, weil du hast eben was ganz Tolles gesagt, dass du diesen Ansatz abgetan hast für dich. Ich muss jetzt hier die Lösung finden. Also diese eine Sache, das machst du und dann funktioniert das alles. Und das geht mir auch ganz oft in der Beratung, weil da bin ich ja auch noch da im späten Wochenbett, dann wieder an der Beikorstelle, dass man immer das Gefühl hat, man muss jetzt hier irgendwie genau und so funktioniert es. Und das ist eher so ein Begleitnis, dass man rausfindet, was am besten funktioniert. Aber man lässt sich halt wieder so verunsichern. Deshalb finde ich schon, was du jetzt alles so wunderbar beschrieben hast, für mich wäre es eher so, es müsste so ein Check-in geben mit Kinderergotherapeuten auch so, einmal zu gucken, wie so ein, was zur U-Untersuchung eigentlich, also ich habe immer so Vorstellungen in meiner perfekten Welt, wie es sein könnte, wie man Eltern gut unterstützt, weil es gibt schon mal wieder gar keine Plätze für Kinderergotherapie. Aber wo es so was U3, U4, so ein kurzes Check-in gibt, weil du sagst, das ist nicht alles Therapie, wo man einfach sagt, so ist gerade der Alltag und wo man so ein paar Impulse nochmal sendet. Und das wäre doch optimal. Das wäre richtig schön, ja. Ja, hätte ich auch sofort Lust. So gar nicht irgendwie, wir müssen jetzt irgendwie sechs Wochen gleich oder mehrere Monate zur Ergotherapie mit meinem Baby, aber zu wissen, okay, ich muss mir diese Flut an Informationen nicht selber holen und über irgendeinen Wheel, Was natürlich toll ist, aber dass das eigentlich zur Kindergrundversorgung halt mit zugehört. Das wäre total schön. Ich sage ja auch nicht, jeder braucht eine psychologische Beratung, aber so ein kurzes Check-in. Wie hat sich das für sie angefühlt? Und das sieht ja das Gesundheitspersonal auch nicht so. Für mich als Thema, ich weiß, es war eine gute Geburt, aber die Frau kann es ja total anders empfunden haben. Und deshalb, ja, das war gerade so mein Gedanke. Ja, total. Und solange es das noch nicht gibt, dürfen wir halt wirklich einfach ganz, ganz stark wieder uns mit unserer Intuition verbinden. Also als Beispiel war für mich wirklich, ich habe mir so sehr mein erstes Kind gewünscht. Also ich habe zwei Söhne und ich war aber schon Ergotherapeutin, ich war Pickler-Pädagogin. Ich hatte sämtliche reformpädagogischen Ansätze, ich wusste das alles und ich habe gedacht so, boah, also ich kann das mit Kind, also wenn ich ein Kind kriege, das wird easy peasy und ich kann das einfach. Und dann kam der kleine Spatz auch, genau, die erste Überraschung war schon mal, dass er, Wir dachten, es werden Mädchen. Es war als Mädchen angekündigt. Auch per Ultraschall? Ja, zweimal sogar. Wirklich? Hat er sich immer gut versteckt. Und dann war es ein Junge und da dachte ich schon mal so, wie cool ist das denn? Ja, schon mal erste Überraschung. Und dann habe ich gedacht, also ein Schnuller? Nee, also nee, das weiß ich. Das ist fremdbestimmt und nee, geht gar nicht nach Pickler. Und dies ging dann auch nicht. Dann natürlich Familienbett, Familienbett, Familienbett, weil Körperkontakt. Und er hat nur geschrien. Und alles war irgendwie total schwer und anstrengend und nichts hat von dem funktioniert, was ich gelernt hatte. Und dann hatte ich auch eine tolle Ehepamme damals, die dann gesagt hat, okay Illa, wie schwer möchtest du es dir jetzt noch machen? Erstens, er hat ein totales Bedürfnis zu saugen, also er hat ein extremes Saugbedürfnis und wenn du da, also das ist ja auch für die Brüste irgendwie eine Entlastung gewesen und, ja, ich weiß gar nicht, was ich noch gesagt habe, Auf jeden Fall habe ich dann so einen Aha-Moment gehabt und habe gedacht, okay, ich merke, das steht mir gerade das theoretische Wissen völlig im Weg. Ich darf jetzt richtig unseren eigenen Weg finden. Und das ist auch, was ich zum Beispiel jedem Kind erzähle, was zu mir in die Ergotherapie kommt. Wie oft gibt es deinen Fingerabdruck? Und das wissen die meistens, dass es den nur ein einziges Mal auf der Welt gibt. Und dann sage ich auch so, und es gibt dich demnach auch nur ein einziges Mal und es gibt deine Mama nur ein einziges Mal und es gibt deinen Papa und es gibt uns alle nur ein einziges Mal. Wie können wir denn denken, dass wir alle gleich funktionieren? Wir dürfen uns erlauben, einen ganz einzigartigen Weg mit unseren Kindern zu leben. Und das durfte ich dann von meinem Sohn lernen. Danke, dass du das mit uns teilst, weil ich glaube, ich habe hier Tränen in meinen Augen. Das ist so wertvoll, weil genau so ist es ja einfach oft, dass wir so wunderbare Dinge auch lesen von tollen, schlauen Menschen. Aber das echte Leben sieht ja dann doch immer ein bisschen anders aus. Und ja, vielen Dank, weil es war ja sehr persönlich gerade. Und dann ging es besser sozusagen? Dann ging es besser. Dann hat er einen Schnuller. Er hatte einen Schnuller und dann natürlich Nummer zwei kam dann ein paar Jahre später und der hatte dann sofort einen Schnuller und er wollte ihn nicht. Er wollte ihn nicht. Er hat ihn ausgespuckt. Und ja, und ich habe auch gedacht, ich kann das mit dem Schlafen, weil der war eindeutig eingepuckt, abgelegt, geschlafen. Und dann kam Nummer zwei und schläft noch bis heute eigentlich an meinem Körper. Und da wirklich in den Frieden damit zu gehen und in die Annahme, dass wir halt diese Einzigartigkeit mitbringen und immer wieder neu denken dürfen. Also ich glaube, wir dürfen uns einfach als Eltern richtig krass erlauben, unseren Weg zu gehen. Und natürlich, diese ganzen Methoden, die es gibt, da dürfen wir uns auch erlauben, uns da was rauszupicken. Also es gibt ja so wundervolle Sachen und wie gesagt, ich habe einiges über Bord geschmissen in der Ergotherapie, aber ich habe auch vieles behalten und zu meinem eigenen gemacht. Ja, ich glaube einfach, sage ich auch mal, dass ihr euch von vielen Sachen einfach für euch die Dinge, die zu eurer Familie passen, einfach so rauspickt. Bitte, ja. Dass man nicht immer alles so dogmatisch sieht. Und das ist aber dieses ständige Vergleichen in dieser Gesellschaft, die wir leben, das stresst. Also da nehme ich mich jetzt nicht raus und dass man dann immer denkt, also ich finde es sehr schön, dass du auch diese zwei Beispiele mit deinen Kindern genannt hast. Der eine, der nicht so gerne im Familienbett geschlafen, der seinen Raum braucht so wahrscheinlich. Total. Aber es war wahrscheinlich auch schwierig für dich dann so, dass du eher so dein Mutterherz, wenn du dir dieses Baby so sehr gewünscht hast, dann will er eigentlich eher mit Abstand zu dir schlafen. Voll, das war voll die Challenge. Also der hat dann ganz früh in seinem Bett geschlafen? Ja. Wirklich? Ja, alleine. Er ist um 17 Uhr eingeschlafen und ist auch erst morgens um 7 Uhr wieder aufgewacht und mir war einfach echt langweilig. Aber jetzt noch ganz kurz, wie hat das mit dem Stillen funktioniert? Es hat irgendwie geklappt. Ja? Ja. Wahnsinn. Okay, das ist bei meinen vier Kindern alle gleich. Die wollten gerne immer alle lange im Familienbett schlafen. Ja, und ich habe dann irgendwann, und das ist das, was ich dann meine, natürlich war ich dann erstmal enttäuscht, in Anführungsstrichen, und dann darin auch die Geschenke zu sehen. Klar, das ist ein Mega-Geschenk, dass man dann irgendwie viel schlafen konnte. Warst du nicht müde? Ich war nicht müde. Ich war nicht ausgelastet. Ich hätte noch drei andere Kinder wahrscheinlich gehabt. Okay. Ich möchte gerne nochmal jetzt so ein bisschen auf die Kommunikation gehen. Ich habe ja auch alle vier Kinder sozusagen bei dir, waren bei dir, sind aktuell bei dir. Ich habe aber auch natürlich gerade, das ist ja auch immer so, wir haben einen gemeinsamen Kinderarzt, mit dem du auch viel zusammenarbeitest, der da einfach auch einen ganz genauen Blick zu hat. Und ja, ich finde es auch immer so, dieses Wort Therapie hat ja immer so ein bisschen, als wenn irgendwas nicht richtig an einem Kind ist. Also da haben ja, glaube ich, auch viele Eltern dann immer erst so ein bisschen so, ja, das musst du eher gut hören. Also ich sehe das eher als Geschenk. Also wir nennen ja die Stunde bei dir immer so wie so eine Energiestunde. Eine Energietankstelle. Du bist die Energietankstelle. Und es ist eher so ein wunderbares Geschenk. Und jetzt gerade auch für unsere Sechsjährige, die ja zur Schule kommt, ist es glaube ich nochmal richtig wichtig, einfach da zu sein, weil im Kindergarten da gerade gar nicht so viel Raum für ist. Das ist ja auch manchmal so, wenn einfach nicht so viele Erzieher da sind. Aber ich wollte jetzt nochmal fragen, wie auch die Ergotherapie sozusagen die Kommunikation in der Familie auch verbessern kann. Weil das ist ja auch, je mehr Kinder oder auch wenn nur ein Kind da ist, wenn einfach die Sprache nicht gesprochen wird. Und es gibt ja einfach Eltern, die schicke ich auch, wenn ich dann höre, mich rufen Eltern nach einem Jahr verzweifelt an und sage, okay, ich frage mal Daniela, also wie sie euch einfach helfen können. Wenn einfach die Kommunikation, die ist ja gar nicht auch verbal, aber auch Körper, wie kannst du da helfen? Du meinst jetzt zwischen Eltern und Kind? Ja, zwischen Eltern und Kind und auch Geschwistern. Ah, okay. Das sind wahrscheinlich zwei Fragen. Lassen wir mal mit den Eltern anfangen. Genau, also wenn zwischen Eltern, hast du ein konkretes Beispiel? Naja, so ein konkretes Beispiel einfach ist, glaube ich, auch eine Phase, wo es Kinder gibt, die sehr viel anecken, weil sie vielleicht ein bisschen anders sind als so. Also die einfach in der Kita, ich mag das immer nicht so, weil ich finde immer so dieses Anders- und Auffälligsein, aber die einfach nicht so mitfließen. Also eigentlich eher Kinder, die ja sehr viel mitbringen, aber sie fügen sich nicht so unseren Strukturen, sagen wir, oder auf dem Spielplatz. Und dann vielleicht auch mit Aggression oder mit Wut und wo man dann natürlich auch als Eltern einfach auch so, ich fühle mich jetzt hier einfach auch so, ich weiß nicht, was ich machen soll. Gerade wenn andere Kinder dann noch mit in den Konflikt kommen oder wenn zu Hause einfach alles schwierig wird, alles anstrengend ist und so weiter und man einfach gar nicht mehr weitermacht, weil ich mache ja schon alles und da einfach Hilfe brauchen, weil die Kommunikation halt einfach auch nicht mehr spricht. Das sind immer so Punkte für mich. Okay, dann weiß ich, was du meinst. Oder wenn Kinder einfach auch vielleicht später mit Sprechen anfangen, wo ich immer denke, die haben gerade andere Themen. Das ist okay, aber man vergleicht sich ja immer so. Und das ist ja gerade in dem Alter von 1, 2, 3 sehr stark. Wie kann da sozusagen Ergotherapie helfen, dass das Miteinander wieder harmonischer wird oder die Kommunikation? Da sind ja wirklich sehr viele auch sehr hilflos. Total, ja. Also man könnte ja schon sagen, das sind so Verhaltensauffälligkeiten, die du meinst. Ich wollte das nicht so, ich finde das immer so. Ich weiß, aber das wird so natürlich. Ja genau, Verhaltensauffälligkeiten. Sind das Verhaltensauffälligkeiten und bei uns ist ja, also ich habe ja auch auf Instagram, da kann man auch ganz viel bei uns lesen, auf jeden Fall sind es genau die Kinder, die wir ja brauchen, um einfach zu lernen. Und deswegen feiere ich genau diese Kinder so sehr und das ist natürlich eine Haltung. Also als ersten Step würde ich deswegen sagen, wenn dein Kind aus der Reihe tanzt, kannst du dich erstmal eigentlich richtig freuen, auch wenn es mega anstrengend ist. Aber es bringt dich ja dazu, das, wie du es bisher machst, zu überdenken. Das heißt, da drin steckt immer für uns Eltern eine Einladung zu schauen, okay, war ja als mein Sohn geboren wurde genauso. Also die Einladung zu schauen, okay, wie wir das jetzt hier gerade machen, das funktioniert nicht. Weil ich die Haltung vertrete, dass ich erstmal nichts an den Kindern verändern möchte, sondern die sind richtig so, wie sie sind. Die sind so pur, die kommen auf die Welt, die folgen ihren Impulsen. Wir können so viel wieder von ihnen lernen. Und deswegen, dein Kind verhält sich anders oder anstrengender, als du dir das wünschst. Check mal bei dir ein und prüf mal, okay, was kann ich hier verändern oder was passiert. Wenn zum Beispiel ein Kind durch sein Verhalten dich dazu bringt, dass du beim Supermarkt ständig an der Kasse stehst und nicht vorankommst und dann ist da der Wutausbruch, dann entschleunigt dich das ja. Das kann ja auch was passieren, Man kann das auch positiv sehen. Irgendwie geht es jetzt hier gerade zu schnell. Irgendwas ist hier überfordernd. Irgendwas ist überladen. Da gibt es jetzt gerade eine Überforderung. Und dann ist der zweite Schritt, wirklich in die Präsenz zu kommen. Also ich glaube, dass Kinder, die aus der Reihe tanzen, uns einmal einladen zu gucken, was mache ich hier und darf ich was anderes machen und die brauchen Präsenz. Das ist halt mega wichtig. Also wirklich alles dann auch mal wirklich stehen und liegen zu lassen und sich mit dem Kind zu verbinden. Also wirklich wieder auf Augenhöhe zu gehen und das ist Zeit natürlich. Also da fordern die Kinder, die nicht funktionieren, fordern unsere Zeit und sagen demnach auf der anderen Seite, ich wünsche mir eigentlich mehr Zeit mit dir. Das Dritte, was ich dann den Eltern auch raten kann, ist wirklich in die Annahme zu gehen. Also Annahme ist ein Game Changer, so krass. Wirklich nicht zu glauben, dein Kind hat jetzt irgendeine Störung, weil es immer wieder aus der Reihe tanzt, sondern in die Annahme zu gehen, gerade weil du so bist und dir alles auf den Kopf stellt und die Kita sich jetzt wegen dir Gedanken machen darf, wie sie es vielleicht anders machen darf, bist du richtig so, wie du bist und wirklich sich mit der Liebe zu diesem Kind zu verbinden. Kannst du hier nochmal so ein Beispiel auch nennen, wo jemand mit dir mit einem Problem oder mit einer Verhaltensauffällung gekommen ist und wie du durch deine ergotherapeutische Arbeit auch mit den Eltern sozusagen, dass der Familienalltag spürbar ist? Entspannter wurde? Also ich glaube, das war jetzt ja schon auch so ein bisschen so, ja, beantwortet du mal die Frage, aber so wirklich. Ja, aber das ist natürlich immer, es sind immer Puzzleteile. Also es gibt nie, also es gibt jetzt nicht diese eine Sache, die wir machen und danach ist alles supi, sondern es ist wirklich, sind Puzzleteile. Ein Beispiel wäre zum Beispiel, dass es gab oder es gibt immer mehr Kinder, die die Schule verweigern. Und ich hatte ein Kind, das hat die Kita verweigert und ist nicht mehr in die Kita gegangen. Also ganz strikt. Und ich habe es schon wieder gefeiert, weil ich das auch mutig finde von den Kindern, wenn die sowas machen. Und weil ich weiß, dahinter steckt eine Botschaft. Dies müssen wir jetzt mal uns anschauen. Und auch für die Eltern ist das erstmal total dramatisch, weil alles wird auf den Kopf gestellt. Und dann bin ich zum Hausbesuch gefahren. Das machen wir auch, weil das Kind noch nicht mal mehr aus dem Haus wollte. Und dann habe ich mit dem Kind eine Spielsituation gehabt. Also zum Beispiel ist so Aufstellungsarbeiten machen wir dann auch manchmal in der Ergotherapie. Dann haben wir im Spiel, hat das Kind bestimmte Sachen gestellt mit den Schleichfiguren und ich habe einfach ganz, ganz viel Raum gegeben und in dem Aufstellen hat sich dann gezeigt, was eigentlich die Herausforderung ist, dass das Kind nämlich eine Angst hatte, eine Angst zu versagen, weil es gab eine Situation, da war es irgendwie im Kreis und es wurde ausgelacht und das war so tief, dass es da einfach nicht mehr hin wollte und hat einfach richtig gut für sich gesorgt. In dem Moment. Also ich setze mich jetzt nicht mehr dieser Situation aus. Das war für mich ganz, ganz schlimm. Und was habt ihr dann wieder hinbekommen? Wir haben nur gespielt und dann hatte ich mit den Eltern das Gespräch und habe erst mal da, und das ist wirklich eines der wichtigsten Sachen, die Haltung zu dieser Situation gemacht. Ganz weich gemacht. Also weil wenn wir alle dann in Panik geraten und in den Druck und das ist halt wirklich, glaube ich, für uns Eltern die größte Herausforderung, loszulassen, diesen Leistungsdruck, den wir einfach spüren, dieses Perfektsein, perfekte Eltern sein müssen, dass wir uns keine Fehler erlauben, dass wir natürlich als Familie dann auch auffallen. Und wenn wir da das schaffen und deswegen ist Elternarbeit so ein großer und wertvoller Aspekt, da wirklich als Familie in diese Annahme für die Situation zu gehen, auch die anzunehmen als Chance, also wirklich aus dieser Krise für uns was herauszuziehen, dann öffnet sich plötzlich aus dem Nichts wie so ein Wunder, wir laden ja auch immer Wunder ein. Öffnet sich plötzlich eine Tür und dieses Kind ist dann in die Kita wieder gegangen. Das sind halt wie gesagt Puzzleteile. Ein ganz großer Punkt ist immer die Haltung der Erwachsenen, die das Kind begleiten. Ich gehe zum Beispiel auch in Schulen, wo Kinder schon so einen richtigen Stempel haben. So Störenfriede. Wo die Lehrerinnen oder Lehrer da schon morgens reinkommen und schon Angst haben, dass das Kind jetzt wieder die ganze Klasse crasht, weil es bestimmte Sachen nicht mitmacht, weil es nicht sitzen bleiben kann. Und dann probiere ich, alle Beteiligten an einen Tisch zu setzen. Das sind alles Erwachsene. Und dann erzähle ich mit voller Liebe über dieses Kind und gucke auf die positiven Dinge, was dieses Kind besonders toll macht. Weil die haben, jedes Kind hat eine super Gabe, jedes Kind hat eine super Kraft, die es eigentlich hier ausleben möchte. Und damit verwandle ich quasi die Haltung. Also alle kommen in einfach eine ganz, ganz andere Haltung dem Kind gegenüber. Und die Kinder, die bedienen ganz oft die Haltung, die andere ihnen gegenüber haben. Also wenn ein Kind in einen Raum kommt, wo alle schon denken, ach ja, das ist der Störenfried, der wird gleich durchdrehen, das kannst du jetzt auf die Uhr gucken und zählen, wird das auch passieren. Aber wenn ein Kind dann in einen Klassenraum kommt, Wo plötzlich eine Lehrerin sich geöffnet hat von Herzen für ihn und ihn auch auf seine Sachen hinweist und sogar die Klasse darauf aufmerksam macht, was er zum Beispiel für tolle Sachen malt. Ein Deutsch soll er vielleicht nicht malen, aber auf dem Heftrand sind vielleicht richtig coole Comiczeichnungen, weil das seine Gabe ist. Dann wird plötzlich alles sich verändern und dann muss er vielleicht nicht mehr den Clown spielen. Dann kommt er auch in seine Annahme und dann kann er was anderes leben. Und deswegen ist das meine größte Empfehlung, die Haltung der Eltern oder egal, auch der erwachsenen Personen, die Kinder begleiten, in voller Liebe und Weichheit zu verwandeln. Aber ich glaube, das ist oft ein Punkt, der sehr wehtut. Ja, weil? Ja, weil man vielleicht gerade in auch einer Situation ist, wo man es vielleicht nicht sofort ändern kann. Also du sagst ja dieses Hinschauen. Eigentlich alles, was du gerade erzählst, also ich bin, ich finde es super emotional, weil man sich das ja für jedes Kind wünscht. Also das, was eure Arbeit macht, wünscht man ja eigentlich sich, dass jedes Kind sozusagen das mal erfahren darf. Dass es halt einfach wertvoll ist. Also ich finde, es ist gerade total berührend. Aber das braucht ja Zeit. Also ich glaube, Zeit ist ein ganz großer Faktor. Und das ist unsere neue größte Herausforderung in dieser Welt, in der wir leben, weil wir ja alles optimieren. Genau. Und da laden uns die Kinder eben ein, innezuhalten. Auch da geht es nicht wieder um die Schuld. Aber wenn du mich fragst, was ist wirklich ein geheimer Schlüssel, dann ist das das. Also dann ist es das und alles andere würde dazu führen, die Kinder passend zu machen für ein System, was wir ja eigentlich verändern wollen. Deswegen Schulsystem und ich, wir sind auch auf, also das Schulsystem ist einfach auch überhaupt nicht mehr kindgerecht. Es ist da, da werden Probleme gemacht, auf die es nicht gäbe. Wenn die Kinder mehr das ausleben dürften, was sie mitbringen. Ich habe hier im Podcast auch mit einer Bildungsaktivistin gesprochen und da hat sie das auch so ganz klar formuliert, dass es halt einfach 50 Prozent der Kinder gibt, die fügen sich einfach gut. Die können einfach da gut trotzdem ihren Weg führen. Und dann gibt es halt diese anderen 50 Prozent, von denen wir jetzt auch gerade so, wo man hinschauen muss und die einfach in diesem System halt total untergehen und wo wir eigentlich komplett neu denken müssen. Das ist natürlich einfach. Genau. Und deswegen ist es auch in der Ergotherapie, wenn du selbst auf die Suche gehst, Ergotherapie kann ein super tolles Puzzleteil sein, um dein Kind an die Herausforderungen, die es im Alltag hat. Dass es das einfach erleichtert oder auch für die Familie erleichtert. Ich würde halt einfach schauen, dass man anders drauf guckt, dass man nicht diesen Förder- und Anpassungscharakter im Vordergrund hat, Sondern eigentlich ist es eine Potenzialentfaltung, so nenne ich das mal. Und natürlich bringen die Kinder auch ultra viel mit. Das habe ich dann auch gelernt durch meine eigenen Kinder, weil ich früher zum Beispiel Elterngespräche, da habe ich schon oft, muss ich ehrlich sagen, als ich noch keine eigenen Kinder hatte, gedacht, naja, die müssen ja nur mal das und das machen. Und seitdem ich eigene Kinder habe, weiß ich, boah, die bringen so viel mit, mit dem wir gar nichts zu tun haben. Und deswegen ist es total schön zu schauen, kann dein Kind sein Potenzial entfalten? Das ist also dein Aha-Moment. Das ist ein Aha-Moment, definitiv. Und Potenzialentfaltung bedeutet dann zum Beispiel zu gucken, hat der Körper, hat mein Nervensystem alle Voraussetzungen, die ich brauche, um in der Schule auch mitzukommen? Das ist zum Beispiel Potenzialentfaltung. Also ich brauche bestimmte Voraussetzungen und da ist ein Stichpunkt zum Beispiel bei uns, die sind die frühkindlichen Reflexe. Also das bedeutet neuromotorische Schulreife. Wenn bestimmte frühkindliche Reflexe noch im Nervensystem bestehen, dann machen die zum Beispiel Unruhe oder die machen dadurch Schwierigkeiten sich zu konzentrieren oder die führen dazu, dass Kinder kein Mengenverständnis so leicht entwickeln können. Und da ist es schon total wertvoll, mal zu gucken, wie sind die körperlichen Voraussetzungen. Und da bin ich total dafür, dann auch zu sagen, da machen wir vielleicht eine Reflexintegrationstherapie. Das sind dann auch ganz wenige Sitzungen, nicht so lang wie so eine Ergotherapie. Und dann hat der Körper überhaupt erst die Voraussetzungen. Und dann kommt das Kind in sein Potenzial. Also das ist jetzt so ganz viel diese Schulvorbereitung, wenn die bei der Schulärztin waren. und, Die gesagt hat, du hast gerade eine Menge Verständnis gesagt. Was mir aber auch immer öfter auffällt, wenn Kinder beim Vorlesen nicht so gut folgen können. Also das ist ja auch so, es gibt ja Kinder, die können stundenlang schon sehr früh Hörspiele hören und andere gar nicht. Also das ist auch so eine... Super spannend. Also mir kommt das ganz oft so vor, dass gerade in der Schule, also gerade die Erstklässler müssen ja in der ersten, also in einem Jahr, das sind noch nicht mal zwölf Monate, da lernen die ja alles parallel. Also sie müssen rechnen, schreiben und lesen, parallel lernen. Da habe ich auch immer von den Kindern gelernt, dass das eigentlich total absurd ist, das zu verlangen, weil es ist so, als wären die, also wie so Türchen, die auf sind. Und oft, das ist nämlich so, wie du sagst, gibt es Kind, das kann halt mega gut schon lesen. Also liest alle unter den Tisch. Unglaublich, hat ganz viel Freude daran und ist aber noch nicht so gut in Mathe. Aber das System möchte, dass es auch beides gut kann. Und dann erkläre ich immer, ja, aber das Türchen ist gerade noch gar nicht auf und das Nervensystem ist so komplett damit beschäftigt, jetzt dieses Lesen zu feiern und zu üben. Genau, also da auch den Kindern ihr eigenes Tempo immer wieder auch zu erlauben. Also schon auch gut hinzugucken, braucht es vielleicht eine kleine Unterstützung. Aber ich habe eher immer das Gefühl, dass viele Kinder schon super viel können, bevor sie in die Schule können, weil wir natürlich auch sehr Das ist neu, ja. Also das finde ich, habe ich extrem, weil ich denke mir immer so. Also habe ich auch in einigen Kitas jetzt so gemerkt, ich denke immer so, die sollen doch jetzt hier nochmal spielen, das fängt dann nächstes Jahr, ist ja schon anstrengend genug. Aber dass da so dieser, das muss man schon können und so weiter, weil das lernt man doch eigentlich in der Schule. Finde ich auch, total. Ja, finde ich auch sehr früh. Also ich finde auch nach wie vor sechs immer noch richtig früh für die Einschulung. Eigentlich würde ich das allen wünschen. Irgendwann war es mal so, wenn die Wackelzähne kommen, dann bist du schulreif. Aber da gibt es auch Kinder mit fünf. Das stimmt, dann gibt es auch Kinder, die schon vorher gehen können. Ja, also das ist so. Ja, ich finde auch immer, ich würde mich auch eher für den späteren Zeitpunkt, glaube ich, aber dann heißt es ja immer, da können wir vielleicht mal, kannst du noch mal kurz was zu sagen als Therapeutin? Wenn ich das höre im Freundeskreis so, ja, aber dann sind ja alle Kita-Kinder weg, also die dann schon so und dann ist so diese, und dann sage ich immer so, ja, aber es ist doch cool, nochmal eine andere Erfahrung zu haben, nicht immer der Kleinste zu sein, doch auch mal nochmal ein Jahr in der Kita. Der oder die Große zu sein. Aber das ist ja immer so das Hauptargument, dann sind alle Freunde weg. Das stimmt. Ja, das stimmt. Und ein Argument, was ich auch noch sehr oft höre, weil ich eigentlich immer plädiere, dass sie noch ein Jahr länger bleiben, ist, die langweilen sich doch dann. Und da finde ich es einfach ganz wichtig, immer auch die Kinder mit einzubeziehen. Also auch wirklich die Kinder zu fragen, kannst du dir das schon vorstellen? Bist du schon bereit? Weil ganz oft können die das eigentlich sehr, sehr gut einschätzen. Aber ansonsten gibt es auch da nicht diese eine goldene Regel. Auch da intuitiv entscheiden. Und dieses Jahr, was noch länger in der Kita ist, es geht so schnell vorbei. Und die Freunde, da gibt es ja dann auch, die anderen kennen sie ja dann auch noch. Also nee, ist glaube ich nicht so. Es lässt sich immer gut, die Kinder arrangieren sich dann schon gut mit der Situation. Ich habe noch eine weitere Frage, weil du hast ja ganz oft betont, dieses Hinschauen ist so wichtig zu gucken. Also, dass unsere Kinder uns was sagen wollen, wenn sie Verhaltensauffälligkeiten zeigen. Sagen wir es jetzt mal ganz klar so, wir sind jetzt hier gerade in Berlin. Du hast dich ja auch bewusst als deine Familie und ich glaube, da haben deine Kinder ja auch einen großen Anteil gehabt, dass ihr rausgezogen seid, weil das Stadtleben nicht mehr für euch kompatibel war. Ich sehe das alles. Ich will bloß auch immer so zeigen, dass wir natürlich auch in einer sehr privilegierten Situation immer leben. Aber das so umzusetzen, auch zu sagen, wenn ich jetzt so ein Kind habe, wo es eigentlich vielleicht gar nicht gut ist, zum Beispiel in Berlin zu leben, weil es eine unglaubliche Reizüberflutung ist. Hast du das auch, dass du das wirklich mit Eltern dann so ganz klar besprichst und sagst so... Also ich weiß, das ist wahrscheinlich nicht einfach, aber für euer Kind wäre es einfach das Beste? Tatsächlich, ja. Also weil da kommen wir dann an den Punkt, wo es dann nur noch um passend machen geht. Und wenn das Kind auf so viele verschiedene Weise zeigt, dass die Stadt überfordert, dann ist das auch eine Entscheidung, trotzdem in der Stadt wohnen zu bleiben. Das ist ja auch eine Entscheidung, das darfst du auch. Du darfst dann trotzdem mit deinem Kind in der Stadt wohnen bleiben und vielleicht gucken, dass man möglichst am Wochenende und in der Freizeit vieles draußen macht, auf dem Land oder in der Natur. Natur reguliert auch unfassbar, also so ganz von sich aus, genauso wie das Spielen, einfach Spielzeit. Aber die Konsequenz ist dann halt ein Kind, was schneller in die Wut gerät oder ein Kind, was schneller überfordert ist. Und Schwierigkeiten hat dann auch vielleicht im sozialen Umgang, weil es einfach immer drüber ist. Und da gibt es aber bestimmt auch Möglichkeiten, Kompromisse zu finden, auf jeden Fall, um das zu überbrücken. Können wir nochmal auf Spielplätze eingehen? Ich war jetzt gerade am Wochenende, am Samstag war ich auf einem Harry-Potter-Spielplatz, heißt der hier in Berlin. Das ist in Schöneberg, wurde mir gesagt, muss man mal hin. Ich kam dort an und war völlig überfordert. Du warst nicht die Einzige. Nee, ich war natürlich, okay, war auch eine doofe, aber ich hatte das übersprochen. Also habe ich gesagt, machen wir das jetzt. Also ich merke das ganz stark immer als Mutter. Also ich gehe eigentlich nie auf Spielplätze, weil sie mich völlig überfordern. Das ist halt auch, wo ich denke, das kann auch nicht gesund sein für bestimmte Kinder. Aber ich war nur wirklich damit beschäftigt zu gucken und auch so diese unterschiedlichen Altersgruppen, also dieses Rück sich nehmen auf andere, da sind ja auch alle anders gepolt, das hat mich total gestresst. Und dann denke ich immer, wenn mich das schon so gestresst hat, deshalb bin ich wirklich so, ich finde auch immer so nach der Kita, dann ist auch irgendwie... Ende, ne? Also das dann so. Kann ich auch, ja. Fühle ich total. Also ich habe auch die Spielplätze, ich bin dann eher mal auf die Spielplätze gegangen, die klein waren, die auch eher eigentlich für Babys, ja, so, weil da fand ich es irgendwie, habe ich mich wohler gefühlt und da war auch nicht so viel los. Und wir sind auch damals immer schon ganz viel in den Wald gegangen. Wir haben natürlich auch in Charlottenburg gewohnt, da ist der Wald ja so dicht. Aber ich habe immer schon Natur bevorzugt. Genau, Genau, da muss man auch ganz, ganz genau gucken für sich. Also Spielplatz bietet natürlich motorisch gesehen total viele Möglichkeiten, auch ein bisschen was zu trainieren, so ganz spielerisch nebenbei. Also alles, was das Kind sich von alleine sucht, ist immer richtig. Da ist diese Körperintelligenz. Wir dürfen unsere Kinder, wir müssen die nicht fördern, auf der Schaukel hoch und runter zu machen oder die Treppe hoch und runter zu gehen. Die suchen sich genau das, was sie brauchen. Das ist nochmal ganz wichtig, glaube ich. Also die Körperintelligenz bei den Kindern ist so pur, so roh und wir dürfen einfach da richtig gut uns zurücknehmen und die beobachten. Ich habe ganz oft Eltern, die sagen, boah und dann geht es abends so vorauf und runter und das ist mir dann viel zu viel. Und dann sage ich als Ergotherapeutin, hey, wie cool, die regulieren sich nochmal richtig schön, weil dieser Gleichgewichtssinn und die Tiefensensibilität angesprochen wird. Also abends toben? Nicht jedes Kind, es ist ganz unterschiedlich. Aber wenn es das einfordert, kannst du davon ausgehen, dass es richtig wichtig ist und richtig. Weil meine Oma hätte gesagt, also jetzt nicht nochmal aufpushen, vorm Schlafen. Es gibt auch die Kinder. Wenn ich dann bei einem, die haben Trampolin im Garten gehabt, habe ich gesagt, da geht er nochmal Trampolin springen. Das war halt voll, ist in die Hose gegangen, weil das Kind dann so aufgewühlt war. Eine Familie mit viel Alltagsstress. Siehe, uns zum Beispiel auch. Und natürlich auch Konflikten unter Geschwistern. Ich glaube, du hast eigentlich schon alles gesagt. Dein wichtigster ergotherapeutischer Impuls ist eigentlich... Ach ja, was ich wirklich eigentlich... Allen Familien sagen kann, ist, richtet euren Fokus auf das, was da ist. Also wirklich, was ihr als Familie auch Großartiges macht, was dein Mann, was dein Mann Tolles leistet oder dein Partner, was deine Frau leistet. Also auch sprecht es aus, gebt euch Komplimente, macht es euch einfach richtig schön. Und innezuhalten und auch zu erkennen, der Stress, den ich habe, ist der jetzt gerade echt? Also ist das jetzt echt? Weil wir haben immer die Wahl, es auch anders zu machen. Also da gehört natürlich unfassbar viel Bewusstsein und Präsenz dazu. Aber wenn der Stress dann schon da ist und wenn irgendwie alles funktionieren muss, dann abends sich so leicht wie möglich zu machen. Also ich sage auch ganz oft immer, setzt euch die Pipi Langstrumpf auf eure Schulter und wenn es gerade richtig alles drunter und drüber geht und ihr nicht weiter wisst, wie es jetzt leicht sein kann. Einer liegt am Boden und wütet, der andere will keine Spaghetti essen. So, dann guck kurz zur Pippi Langstrumpf und frag sie, okay, wie kann es jetzt leicht gehen? Und dann lässt man halt pädagogisch wertvolle Dinge auch mal los und guckt einfach, wie es jetzt wirklich leicht gehen kann. Und dann zur Not kriegt das Kind dann auch noch ein anderes Abendessen und du legst dich zu deinem Kind, was auf dem Boden wütet, dazu und nimmst es fest in den Arm. Also loslassen, loslassen, loslassen ist natürlich dann ganz wichtig. Bewusstsein, Bewusstsein, Bewusstsein und Freude, Freude, Freude. Und deswegen kann man auch abends... Ist eine schöne Zeit auch nochmal zu reflektieren, was ist heute richtig schön gewesen? Was habe ich vielleicht auch für Erfolge gemacht? Wo spüre ich richtig viel Dankbarkeit? Weil sich viel im Alltag tatsächlich um die Dinge dreht, die wir nicht können, die wir besser machen dürfen oder müssen. Es geht viel um Optimierung, wie du schon gesagt hast. Und da den Fokus innerhalb der Familie immer wieder auf unsere aller Superkräfte zu richten, ist halt richtig wertvoll. Mir persönlich ist es immer so, man hat so eine bestimmte Vorstellung, außer von so Sonntagsausflügen oder Wochenendausflügen. Und dann hat man ja diese, also ich habe nun mal, wir haben vier verschiedene wunderbare Kinder und jeder hat dann doch eine andere Vorstellung. Ich hatte eigentlich so dieses Bild, wie es jetzt so sein sollte und dann wir gehen jetzt alle im Wald und dann wird es schön, der eine meckert, die anderen finden es toll. Also ich glaube auch immer so, dass man dieses Bild so hat, wie das jetzt so sein sollte und dann nicht in diese Situation geht, weil man denkt ja immer, dann ist alles wunderschön. Und das ist, finde ich, auch immer ganz schön schwierig. Ja, loslassen. Wie kann es leicht sein? Also mir hilft es zum Beispiel morgens mich schon wirklich, bevor jetzt der ganze Wusel losgeht, hilft es mir morgens, mich wirklich bewusst zu entscheiden, okay, ich habe richtig Bock auf einen schönen, leichten Tag. Und dazu gehört es dann auch, mich darauf einzulassen, was mir begegnet und vielleicht Termine abzusagen, Dinge langsamer zu machen. Denn die Selbstfürsorge ist im Familienalltag natürlich echt was richtig Wichtiges. Also je aufgeräumter und je glücklicher du bist. Meinst du aufgeräumter die Wohnung? Nee, du innerlich. Das ist schwierig. Genau, also je wohler wir uns einfach in uns fühlen, die Selbstliebe, die wir uns selber schenken, umso leichter können wir all diesen krassen Herausforderungen begegnen. Das wissen wir ja. Magst du vielleicht noch kurz erzählen, wo man dich vielleicht, ich höre ja viele Menschen, du hast einen Instagram-Account zusammen mit deiner wunderbaren lieben Freundin und Kollegin, Anne, den habt ihr Kinderheilcoaching genannt. Da hattest du auch neulich, war ja Autismus, internationaler Autismustag, da hattest du auch schöne. Dann hattest du auch gerade die letzten Tage so einen tollen Post mit diesem kleinen Zwerg. Oh Gott, ja. Ich habe die Zwerge gerade entdeckt. Genau, ganz wunderbar. Wo du schöne viele Impulse auch teilst. Genau. Und wir haben den gegründet quasi, weil es eben keine, wir haben das Kinderheilcoaching gegründet, weil es keine ausreichenden Therapieplätze gibt. Und in dem Kinderheilcoaching habe ich wirklich aus diesen über 20 Jahren Erfahrungen mit Kindern und ich habe vor allen Dingen von den Kindern gelernt, alles reingepackt, was wir auch heute geteilt haben. Und das bringen wir quasi Eltern bei, aber eben auch Berufsgruppen. Also wir haben ganz viele Therapeutinnen und Lehrerinnen. Lehrerin, wir haben Ärztin, eine Hebamme war letztes Jahr dabei. Schön. Also man kann sozusagen, aber erzähl nochmal kurz, wie man dich über dieses Kinderheil, also du hast einmal den, du hast ja deine Ergotherapie, wo du über Verordnung arbeitest, aber du hast das Kinderheilcoaching aus, einfach aus den, naja, gegründet, weil es einfach so viel Bedarf gibt. Genau. Und weil ich gemerkt habe, ich habe ja selber diese ganzen Methoden losgelassen und habe gemerkt, es geht um ganz andere Dinge, um Kinderaugen wirklich zum Strahlen zu bringen Und das, genau, das haben wir in diese Ausbildung gepackt und es sind sechs Monate, die wir ganz eng begleiten. Das ist quasi mein zweites Standbein. Und kann man darüber auch dich online, du hast ja gesagt, eine Beratung bietest du auch an. Und ich biete Online-Beratung an. Immer dienstags gibt es eine ELA-Sprechstunde. Okay, super. Wir packen natürlich alles zu Daniela und ihrer wunderbaren Arbeit in meine Shownotes. Da könnt ihr sie finden, da verlinke ich euch alles und dann könnt ihr euch sozusagen da noch weiter informieren. Ich hoffe, dass euch diese Folge genauso viel gute Energie gebracht hat. Ich bin wirklich, viele Momente, die ich hier in dieser guten Stunde hatte, waren sehr emotional, weil natürlich auch das ich immer selber sehe, wenn meine Kinder aus deiner Stunde kamen. Also es ist einfach wirklich krass, was du für eine tolle Arbeit machst. Und ich kann dir nur von Herzen danken. Und das meine ich wirklich so ernst, weil ich wünschte mir eigentlich, dass so viel mehr Kinder dich in deinem Leben hätten, weil du einfach eine unglaubliche Gabe hast. Vielen, vielen Dank, dass du hier warst. Oh, vielen Dank. Oh, du bist so toll. Du hast so richtig tolle Arbeit. Ja, das darf man mal sagen. Oh, das hat man auch in jeder in jedem Satz gespürt. Ihr habt ja eben gemerkt, es war ein sehr für mich auch emotionales, eine emotionale Folge heute. Ich fand das unglaublich toll, was Daniela alles so für Impulse gegeben hat und vor allen Dingen dieses Hinschauen als Eltern ist ja das, was manchmal vielleicht auch einfach sehr weh tut. Auch bei mir persönlich war das so, bei unserer dritten Tochter, die ist auf jeden Fall die, die uns nochmal genau hinschauen lassen hat, uns auch so ein bisschen zu entschleunigen als Familie. Die auch nochmal den Impuls so gegeben hat, dass wir vielleicht ein bisschen aus der Stadt weiter raus. Wir sind jetzt so ein bisschen nicht komplett raus, aber wir haben für uns als Familie einen guten Kompromiss gefunden, auch für uns als Eltern, die beide berufstätig sind. Und ja, das war oder das ist halt, glaube ich, immer so dieses so wirklich genau hinschauen und zu sagen und auch diesen Spiegel zu sehen, was uns unsere Kinder so sagen möchten. Das ist natürlich auch für uns Eltern immer sehr emotional. Ich fand, das waren tolle Impulse heute von Daniela. Schaut unbedingt bei ihr vorbei. Ich habe eben ja schon gesagt, dass ich alle wichtigen Informationen in unsere Shownotes packe. Und wenn euch die Folge genauso wie mir super gefallen hat, dann freue ich mich natürlich auch, wenn ihr sie bewertet, wenn ihr sie teilt. Ich finde, das ist eine Folge, die man, die auf jeden Fall viele Eltern hören sollten. Deshalb verbreitet sie auch gerne in eurem Freundeskreis. Das bedeutet mir immer sehr viel, weil genau deshalb suche ich mir diese Themen auf. Weil ich wünschte mir, dass jeder so eine Daniela hätte, die einen einfach da nochmal ein bisschen... Begleitet, um einfach das Familienleben noch harmonischer und auch entschleunigter zu gestalten. Und bevor die Folge jetzt zu Ende ist, gibt es heute keinen richtigen Mythencheck, sondern eher ein Funfact für euch. Wenn man heute an Ergotherapie denkt, sieht man vielleicht ein Kind, das konzentriert mit bunten Perlen arbeitet oder jemanden, der nach einem Schlaganfall mit einer Therapeutin das Greifen übt. Was die wenigsten wissen, die Anfänge dieser vielseitigen Therapieform sind alles andere als modern. Sie reichen zurück in eine Zeit, in der man Menschen durch Handarbeit heilen wollte. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert in psychiatrischen Einrichtungen und Sanatorien begann man erstmals damit, Patientinnen durch sogenannte beschäftigungstherapeutische Maßnahmen zu aktivieren. Statt nur ruhig gestellt oder isoliert zu werden, durften Menschen auf einmal mit Tonarbeiten, Holz bearbeiten, weben oder basteln. Das galt als beruhigend, sinnesstiftend und irgendwie auch heilsam. Und tatsächlich, viele Patientinnen blühten auf, fanden neue Strukturen und erlebten sich als handlungsfähig. Was damals fast schon zufällig entdeckt wurde, bildet heute die wissenschaftlich fundierte Basis der Ergotherapie. Das Tun heilt. Nicht im Sinne von einfach beschäftigt halten, sondern mit konkreten Zielen, motorisch, emotional, sozial. Ein Tonklumpen ist also nicht einfach Ton, er ist ein Werkzeug für Feinmotorik, für Selbstwirksamkeit, für Konzentration, für Ausdruck. Was früher ein Stück Ton war, ist heute ein professionelles Mittel, um Motorik, Wahrnehmung, Selbstvertrauen und Alltag zu stärken. Die Methoden haben sich weiterentwickelt, aber die Seele ist geblieben. Sinnvolles Tun als Schlüssel zu mehr Lebensqualität. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche. Music.