Music. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge Sounds Familia. Heute geht es mal wieder um Schulthemen und dazu habe ich mir einen ganz tollen Gast eingeladen, nämlich Bob Blume. Viele von euch kennen ihn sicher. Er ist Lehrer, er ist Bildungsaktivist und mit die bekannteste Stimme, die wir in der deutschen Bildungsdebatte haben. Er ist unter anderem auch Podcaster, er hat ganz viele Bücher geschrieben und er ist auch Vater und bringt also heute beide Perspektiven mit als Lehrer und als Vater, weil das Thema unserer heutigen Folge wird nämlich sein, dass wir darüber sprechen, wie eine gute Kommunikation zwischen Eltern und Lehrern stattfinden kann und auf was man achten sollte und wie einfach diese wichtige Zusammenarbeit gut funktionieren kann. Und deshalb herzlich willkommen, lieber Bob. Schön, dass du da bist, Bob. Danke für die Einladung. Ja, dass du Zeit findest in deinem vollen Terminplan. Jetzt mit mir hier eine Stunde zu quatschen, freue ich mich sehr drüber. Und es ist auch ein super wichtiges Thema, Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern. Du hast beide Perspektiven, ich bin mittendrin. Und ich habe auch gerade aktuell ein Thema. Ich habe vier Kinder, zwei in der Schule, eins kommt in die Schule. Mein Sohn ist jetzt schon auf der weiterführenden Schule und er hat neulich eine Arbeit geschrieben, mit der er nach Hause kam, war auch positiv. Er hat eine gute Zensur geschrieben, aber es hing an einer Aufgabe, es war eine Mathearbeit. Und dann haben wir uns das angeguckt oder mein Mann, besser gesagt, hat sich das angeguckt und hat gesagt, ja, also so wie ich die Aufgabe verstehe, hätte ich das auch so gelöst. Und sie hat einfach komplett die ganze Aufgabe gestritten und hat einfach nett eine E-Mail geschrieben, dass er das gerne nochmal verstehen wollte, weil er hat es eigentlich so, wie die Aufgabe war, dann eigentlich richtig gelöst. Sie hatte sich was anderes vorgestellt und da haben wir keine Antwort gekriegen, weil es war halt sozusagen, er hätte sonst volle Punktzahl gehabt und ich meine, wenn man mal eine Mathearbeit schreibt und dann auch mal eine glatte einschreibt, freut man sich ja schon. Und dann haben wir wirklich eine sehr, sehr nette E-Mail geschrieben und wollten das nochmal verstehen und nochmal nachfragen, weil in der Schule war da keine Zeit für. Mein Sohn hatte schon versucht, mit ihr das Gespräch zu führen und dann war es einfach so, dass wir dann zwei Wochen keine Antwort bekommen haben und dann haben wir jetzt nochmal nett geschrieben, weil wir es einfach nur verstehen wollten. Und jetzt frage ich mich, ist das jetzt so wie bei mir, wenn mir jemand eine E-Mail schreibt und eine Hebammenanfrage hat und man hat so viel zu tun oder würdest du jetzt nochmal nachfragen? Weil ich hätte schon gerne das Thema einfach geklärt oder ist das eher dann wieder so anstrengend? Also das ist jetzt gerade so meine Frage, weil ich weiß ja, wie viel ihr zu tun habt und auch nicht auf die Nerven gehen, aber ich fand es irgendwie schön, hätte man das nochmal kurz geklärt. Also ich muss jetzt nicht, oder ich müsste nicht direkt formal einsteigen, aber tu es jetzt doch. Im Schulgesetz steht, dass Eltern und Lehrer eine Erziehungspartnerschaft haben. Also das ist einfach Teil des Jobs, Punkt. Mir ist noch aufgefallen, als du das beschrieben hast, also zwei Dinge, ich fange mal mit dem etwas schwierigeren an. Das kann ja an ganz vielen Sachen liegen. Also bei mir ist es zum Beispiel so, ich bin immer kritikfähig, was sowas angeht. Das liegt zum Beispiel auch daran, ich habe viele Jahre, als ich auch noch so arbeite mit irgendwelchen Punkten in Geschichte oder so hatte, habe ich mir immer verzählt, das erste, was die Schüler gemacht haben, ist Punkte gezählt und dann verändere ich das so. Also ich habe da zu meinen eigenen Fehlern, wenn sie denn passieren, echt ein gesundes Verhältnis. Deshalb habe ich da überhaupt kein Problem mit, aber es gibt Leute, bei denen ist das anders. Und damit will ich nur sagen, ich kann mir kaum vorstellen, dass sie das nicht gesehen hat, sondern vielleicht hat es auch damit zu tun, dass sie sich selber unsicher ist. Da will ich die Lehrerin jetzt gar nicht in Schutz nehmen, weil ich das in Mathe auch manchmal nicht verstehe und auf Social Media kommen ja manchmal auch dann so Erwartungshorizont versus was dann da eigentlich steht. Da denke ich manchmal selbst, das ist doch Quatsch. Selbst in Deutsch ist das so, wenn was gut begründet ist, ich habe mir aber vorher nicht gesagt oder gedacht, dass das so da steht, dann nehme ich das trotzdem an. Aber nochmal, diese Offenheit hat nicht jeder. Das Zweite, du hast gesagt, eine sehr, sehr nette Mail. Ich meine, wir sprechen ja vielleicht nochmal drüber, das ist ja super. Also zugewandt zu sein in der Kommunikation, das ist das A und O. Da gibt es auch ein paar Tricks, über die wir sprechen können. Aber was will ich damit sagen? Ihr habt euch ja nichts vorzuwerfen, sondern ihr fragt das halt freundlich nach. Und weil ihr das freundlich macht, würde ich das auch ein drittes Mal machen. Weil man steckt in den Leuten nicht drin, warum die nicht zurückgeschrieben hat. Ich weiß es nicht. Mein Sohn ist 14 Jahre alt. Ist das eher eine Sache, die man jetzt, ich bin mir jetzt auch immer so, bin da auch immer ein bisschen unsicher. Ist das eine Sache, die er jetzt eher schon selber auch klären sollte, weil er hat das sozusagen auch so gesehen. Also er hat, wie er die Aufgabe verstanden hat, wie er sie dann gelöst hat und deshalb komplett gar keine Punktzeige gegeben hat. Oder ist man da schon immer noch, also mein Mann hat das jetzt in die Hand genommen, der hat sozusagen sich damit und hat dann jetzt nochmal, weil er auch einfach gerne mit ihr reden wollte. Aber ich frage mich dann auch mal so, ab was für einer Altersgrenze sollen die das dann auch einfach selber klären? Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich eine Altersgrenze definieren kann, weil das a. Fallabhängig ist und b. vom Verhältnis mit der Lehrkraft auch abhängt. Bei mir ist es zum Beispiel so, wenn mir solche Fragen von SchülerInnen gestellt werden, weiß ich, das Verhältnis ist intakt und dann kann ich das erklären. Wenn es ein Verhältnis ist von einer Lehrkraft, wo das Kind tendenziell zumindest die Befürchtung hat, da wird da eine Macht ausgespielt oder... Vielleicht habe ich da Probleme danach mal unabhängig davon, ob das jetzt so sein sollte oder nicht. Dann können das Eltern schon auch immer noch machen, weil man dann eine andere Ebene hat. Aber jetzt sozusagen ab 8. Klasse sollte das so oder so sein, weiß ich nicht. Ich bin halt super Fan von Transparenz bei Unsicherheit auch. Also ich bin grundsätzlicher Fan von Transparenz. Aber gerade bei sowas, das würde ich mit einbeziehen. Also in dem Fall habt ihr ja schon geschrieben, aber jetzt wenn Eltern da sind und die sagen, ich weiß gar nicht, ob mein Sohn das selber klären sollte oder nicht. Die Lehrerin fragen. Fragen hat ja auch immer einen großen Vorteil, nämlich ich erkenne an, dass sie hier eine Expertise haben. Also zu schreiben, wissen Sie, die haben ein Problem in Bezug auf eine Aufgabe, die haben wir nicht ganz verstanden. Aber bevor wir Fragen darzustellen, würden wir erstmal wissen, ist das aus Ihrer Sicht besser, wenn der Sohn das selber macht oder können wir uns da einklinken? Weil das immer so ein bisschen die Hand reichen ist und dann kann man ja immer noch schauen. Wenn die Lehrerin sagt, naja, das kann der Sohn auch selber machen, dann hätte man seine Antwort aus der Perspektive der Person, die es betrifft. Ich bin jetzt selber keine Lehrerin, aber ich finde immer, dass wir natürlich schon auch in einer Zeit leben, wo ich mir vorstellen kann, dass das auch ganz schön anstrengend sein kann, diese ganzen, weil gerade Eltern können ja auch immer sehr intensiv sein, würde ich mal sagen. Die wenigen Elternabende, obwohl ich vier Kinder habe, die ich so miterlebe, weil das ist so die Aufgabe in unserer Partnerschaft. Mein Mann übernimmt das mehr, weil ich finde es immer selber auch sehr, sehr anstrengend, dass ich mich auch immer gucke, wann greife ich ein, wann frage ich mal nach, weil ich finde jetzt auch gerade auf den weiterführenden Schulen merke ich ja schon, dass einfach der Kontakt auch weniger wird zu den Lehrern. Also dass man da sozusagen nicht mehr so, anders als in der Grundschule, wo man ja noch sehr viel Kontakt hat, wo ich dann auch mal finde, wo ist die Balance. Aber da war es jetzt für mich gerade mal so, also deshalb werde ich das jetzt nochmal annehmen, deinen Rat auch nochmal nachzufragen, weil ich es einfach gern schön gefunden hätte, da in den Austausch zu gehen. Ja und es ist ja schön, dass du das so reflektierst. Aber nochmal, das ist... Die Aufgabe der Lehrkräfte, so Elternarbeit. Und ich meine, das Wie, das hast du gerade gesagt, also das ist dann immer noch ein wichtiger Punkt und klar, ich würde mir auch nicht wünschen, dass irgendwie die Eltern jetzt bei jeder Hausaufgabe oder, also schlechtes Beispiel, weil ich gebe so gut wie keine Hausaufgaben mehr, das hat andere Gründe, aber bei jeder Kleinigkeit schreiben. Auf der anderen Seite würde ich auch nicht denken, wieso machst du das jetzt? Weil das ist einfach ein Informationsbedürfnis. Wenn ich was nicht verstehe, dann frage ich halt nach. Da könnte sich jemand drüber ärgern. Aber das dann nicht zu tun aus so einer falsch verstandenen Rücksicht vor der Arbeit, fände ich auch schwierig, weil es einfach Teil der Arbeit ist. Klammer auf, ein Teil der Arbeit, die man überhaupt nicht lernt, was ein großes Problem ist. Vor allem auch die Kommunikation. Die Kommunikation selber, Klammer zu, aber ein Teil der Arbeit. Deshalb würde ich niemandem raten nach dem Motto, frag da lieber nicht. Wie ist es so ein typischer Elternabend für Lehrer? Wie erlebt man den? Wie ist die andere Seite? Wie bereitet man das so vor? Es gibt ja meistens so einen pro Halbjahr. Gibt es da eigentlich auch eine Pflicht? Das weiß ich gerade gar nicht. Ja, wenn du solche Fragen stellst, dann muss ich immer ganz viel Aber, Aber, Aber machen, weil ich glaube ja, Aber ist wahrscheinlich schulformabhängig, Aber in den verschiedenen Ländern und so weiter und so fort. Ja, das ist so, wenn mich jemand fragt, wie jetzt irgendwelche Prozentzahlen von euren Geburts, also genau, das ist mir nur gerade so in den Kopf gekommen. Also meistens hat man ja einen Elternabend pro Halbjahr und genau, in der Grundschule, glaube ich, ist es noch mehr. Also wenn ich jetzt so, je nachdem, was auch so ansteht. Aber wie ist das so für dich als Lehrkraft? Also wie ist so ein typischer Elternabend? Ein typischer Elternabend ist redundant. Ich glaube, wir bräuchten eigentlich viel weniger Elternabende. Oder man müsste die Formate anders machen. So ein bisschen mehr Richtung tatsächlich Partizipation. Weil das, was passiert ist ja, die Eltern sitzen da wie die Schülerinnen und Schüler, trauen sich nicht, was zu sagen, außer wenn man es irgendwie rauskizt. Also es ist jetzt sozusagen sehr Holzschnittartig. Aber... Es gibt natürlich eine Funktion, eine grundsätzliche, wenn es keine Konflikte gibt und so weiter. Und das ist, dass die Lehrer halt mal vortanzen. Das ist halt so eine kleine Präsentation. Ich glaube, ehrlich gesagt, ich frage mich auch immer, warum die Eltern was zu schreiben dabei haben. Ist das wirklich so, dass sich jemand da hinsetzt und sagt, im zweiten Halbjahr Physik werden wir die Thermodynamik oder was weiß ich. Also denke ich immer so. Mein Mann hat immer Protokoll. Ja, aber irgendwie, also ich finde, Elternabende sind so ein kleines Theaterstück. Und weil das so ist und weil ich aber sowieso Vorträge gebe und so, ich kann das halt. Also deshalb weiß ich nicht, wie es für andere ist, aber ich habe da keine Angst mehr vor, weil ich stehe dann da und ich mache ein Witzchen und ich lockere auf. Meine Kollegin ist super strukturiert, die hat alle wichtigen Sachen dann. Aber manchmal denke ich, die könnte man auch per Mail verschicken. Aber, nicht falsch verstehen, ich glaube, das Bedürfnis, dass Eltern dann haben, jetzt vor allen Dingen, wenn es Schuljahresbeginn ist oder so ein Klassenwechsel ist, einfach mal die Lehrkraft auch zu sehen und so, wie ist der, wie gibt der sich und vielleicht kann ich dann besser einordnen, was mein Kind mir sagt oder so und ah, jetzt verstehe ich das. Die merkt man auch manchmal. Dann kommt ein Kollege rein und man merkt schon so eine leichte Unruhe. Und ja, ich glaube, das ist das Hauptding. Wenn ich das selber... Wie würdest du das dann gestalten? Naja gut, ich meine, die grundsätzliche Frage wäre, wie gesagt, eigentlich brauchen wir das. Und ich glaube, es gibt ja Dinge, an denen man theoretisch auch arbeiten könnte. Also, weiß nicht, vielleicht Workshop-artiger. So dass man eigentlich wie bei gutem Unterricht, müsste man ja sagen, man geht schlauer raus als rein. Und klar, jetzt kann man bei Eltern sagen, okay, ich weiß, wann die Klassenfahrt ist, aber nochmal, da kann ich auch eine Mail schicken. Sondern dieses schlauer rauskommen als rein, das... Könnten zum Beispiel Themensetzungen sein. Also zum Beispiel ein Elternabend zum Thema Handys. Und jetzt will ich mich nicht verlieren, aber auch das ist ja so, ich kann mich jetzt hinstellen und jetzt eine Dreiviertelstunde über Handys sprechen. Oder wir holen mal alle unsere Handys raus und gucken unseren eigenen Feed an. Oder gucken mal, wer hat TikTok? Wir gucken mal, wie ist unsere Bildschirmzeit? Ah, ich wusste gar nicht, dass das, ach man kann die Bildschirmzeit, ach Mensch, das kann ich ja bei Benno auch machen. Also themenspezifischer, mit mehr Mehrwert und halt weniger so dieses Spiel, was alle spielen. Oder? Also ich meine manchmal das Gefühl, jetzt waren wir drei Stunden da, aber irgendwie musste das sein. Ich bin mir unsicher. Du hast es gut angesprochen mit den Handys. Das ist ja gerade auch ein Riesenthema. Handys generell zu verbieten sozusagen ab einem bestimmten Alter. Was hältst du auch gerade so von, also das kennt ja jeder, es gibt ja mehrere Chats, die man ja auch so hat, wenn man Kinder hat in Schulen, also der Elternchat, WhatsApp oder Signal oder Telegramm oder was man sich da alles runterlehrt. Wäre deine Empfehlung eigentlich, wenn es diese Chats gibt, dass es eher auch der Lehrer da mit drin ist? Also möchtest du das? Oh Gott, nein, nein, ich möchte das nicht. Nee, aber weil es ja auch da viel besprochen wird. Ja, aber ich will das sowas von überhaupt nicht. Nein. Also und ich meine jetzt, also mehrere Sachen auf einmal. Zunächst mal ist mir wichtig zu sagen, ich bin gegen ein Handyverbot in Schulen, weil was die meisten Leute, die für ein Handyverbot sind, nicht kapieren ist, also privat von mir aus, ja, also die sollen in den Pausen miteinander sprechen und so. Aber wo ist denn der Ort, wo wir Medienkompetenz in Bezug auf das, was du gesagt hast, zum Beispiel lernen? Wo soll der denn sein? Und wenn mir Leute sagen, die haben ja iPads und die sollen nicht mit ihren persönlichen Geräten. Doch! Wir müssen irgendwo diese persönlichen Geräte angucken und wenn die Schulen nicht dürfen und die Eltern nicht können, entweder weil sie Expertise nicht haben oder weil sie so lange arbeiten und so, dann werden die Kinder mit den Smartphones alleine gelassen. Ich verstehe jeden, der sagt, Social Media sollte ab 16 sein, Smartphones gehören sowieso nicht in die. Ja, aber es ist Fakt. Die letzte Gym-Studie hat gezeigt, 91 Prozent der Kinder haben das. Also jetzt müssen wir doch damit umgehen. Ich kann doch nicht sagen, ich bin gegen Autos und für Wald und deshalb bringe ich dir keine Verkehrserziehung bei. So, das ist der erste Punkt. Also du möchtest gerne sozusagen, also du arbeitest mit deinen Schülern, also du kannst ja nicht selber entscheiden, du bist ja in der Schule sozusagen, aber du würdest sagen, dass sozusagen mit den eigenen Handys die Schüler mitbringen, da muss man natürlich die Voraussetzung haben, dass jeder Schüler ein Handy hat. Naja gut, aber das ist ja alles, das ist ja alles, das ist gar nicht so heiß alles und ich muss das ja auch nicht dauerhaft machen und das ist ja auch gar nicht, das steht in der Form ja auch in keinem Lehrplan drin. Also es passiert ja jetzt schon nicht. Ich will nur sozusagen das Auge dafür schärfen, dass Medienkompetenz nur entsteht, wenn man auch das reflektiert, mit dem man auch umgeht. Also klar, man könnte auch ein Arbeitsblatt verteilen und sagen, jetzt gucken wir mal alle, warum Handynutzung so böse ist. Aber das wäre ja Quatsch. Gleichzeitig finde ich es total interessant, dass wenn wir über Handyverbote sprechen, tun wir oftmals so, als wäre die Handynutzung von Kindern und Jugendlichen so problematisch, aber reflektieren unsere eigene gar nicht. Jetzt hat sich zum Beispiel gezeigt, dass über 40 Prozent der Kinder und Jugendliche erleben etwas, das heißt Fobbing. Fobbing heißt... Sie nehmen wahr, dass die Erwachsenen auf das Handy starren und die Aufmerksamkeit ihnen nicht geben. Und weiß ich nicht, muss man nur mal auf dem, keine Ahnung, Spielplatz oder so gucken. Und so, ich erwarte schon, natürlich erwarte ich nicht, dass jemand sozusagen seinem Kind drei Stunden beim Hüpfen zuguckt. Aber Aufmerksamkeit ist das Größte, was wir uns gegenseitig schenken können in der Präsenz. Und ich erlebe schon so, und das ist aber typisch Generationending, dass dann gesagt wird, die Kinder, die können das nicht und so. Und währenddessen guckt jemand aufs Handy. Und dann kommt die Frage, wie kann ich dafür sorgen, dass mein Kind mehr liest? Die Gegenfrage ist, wann lest ihr denn? Weil, nochmal, das kann man nicht verallgemeinern. Kinder sind unterschiedlich und so. Aber ich sage meiner Tochter nicht, jetzt lies was. Und ich setze mich hin und lese. Und meine Frau auch. Und wenn wir das machen, dann kommt die irgendwann dazu und liest auch. So, jetzt das andere. Man kann aus meiner Sicht Smartphone-Kommunikationsnutzung gar nicht vorgeben. Wenn es eine Gruppe mit mir als Lehrer gäbe, dann würden die wirklich wichtigen Sachen in einer anderen Gruppe ohne mich geklärt. Das wäre auch Quatsch, das einzufordern. Aber vor allen Dingen ist es so, dass genau das Problem, was Kinder und Jugendliche haben in ihren Klassengruppen, nämlich dass sie am Tag 4000 Nachrichten kriegen und das ist kein Scherz, da habe ich keine Lust zu. Also ich war mal in so einer WhatsApp-Gruppe mit einem Lehrer und der Theater-AG, damit man das schneller besprechen kann. Und ich mag die total gerne. Ich habe es echt nicht ausgehalten. Ich will das einfach. Ich will nicht jeden einzelnen Schritt lesen müssen. Und ich glaube auch, dass diese digitale Kommunikation ist ja vor allen Dingen, Schriftlich meistens. Was auch gut ist. Ich habe einen Freund, der so fünf Minuten Audionachrichten schickt, da denke ich immer, Junge, dann schreibt doch wenigstens kurz runter, worum es geht, damit ich weiß, ob ich es anhören will oder nicht. Und schriftliche Kommunikation kann dazu führen, dass man Dinge falsch versteht, weil man nicht die Möglichkeit hat, den Ton zu verändern und so. Und ich meine, in der Mail ist das noch so, da bin ich sehr vorsichtig in der Art oder ich versuche es zumindest zu sein in der Art und Weise. Aber bei so einer schnellen WhatsApp-Nachricht kann das ganz schnell mal in die andere Richtung gehen. Und das kennen übrigens Kinder und Jugendliche auch. Die sind besser als wir, weil die so viele Emojis benutzen. Aber die wissen zum Beispiel, wenn die schreiben G-Sterben-Smiley, dann ist das nett gemeint. Wenn da steht G-Sterben ohne Smiley, dann ist das ein echter Angriff. Diese Nuancen, die da fehlen, bei gleichzeitiger Menge. Ich glaube nicht, dass das so geil ist für eine Beziehungsebene zwischen Eltern. Also für mich sehr gerne nicht in so einer Gruppe. Ja, also diese Eltern-Chats sind ja auch, wie du sie gerade perfekt beschrieben hast. Ich bin auch immer nur stiller Leser sozusagen. Schreib selten, bin natürlich drin in sämtlichen Chats, aber ich finde genau das, was du gerade beschrieben hast, wenn dann diese Emotionen auch hochkommen. Ja und es ist immer, immer Eskalation. Also ich bin jetzt mal ein bisschen gemein. Ich glaube, manche Menschen haben diese Art der Kommunikation als Hobby. Also es ist ja nicht so besonders toll gewesen, dass wir das erst so spät, so und dann wird geguckt und dann so, nee, also echt, ach, was? Die kommen eine Stunde später, also das finde ich jetzt aber auch nicht. Da sollte aber mal jemand, da sollte aber mal jemand. Und dann sind da 300 Nachrichten. Man hätte einfach der Elternvertreterin schreiben können, eins zu eins, hör mal, kannst du kurz mal nachfragen, wir sind uns unsicher, weil es irgendwie sind die eine Stunde später in der Schule. Empfiehlst du das? Ich meine, du bist Gemeinsalehrer, also hast eher mit älteren Kindern aber so sonst verbunden. Unser Kind ist ja auch in der Grundschule. Ihr habt auch einen Elternchat sozusagen. Ich bin da aber nicht drin, weil ich sonst permanent eskalieren würde. Erst für mich. Und dann würde ich das wahrscheinlich auch in diese Gruppe schreiben und könnte mich auf keinem Elternfest mehr sehen lassen. Okay, also das macht alles dann auf. Es macht mich fertig. Ich finde, es sollte keine Elternchats auf dieser Welt geben. Okay. Manchmal finde ich es ganz so hilfreich, wenn man wirklich mal, was Kinder erzählen ja schon gerade in der Grundschule, die stille Post, es kommt nur die Hälfte an und wenn man dann doch mal vielleicht noch für irgendwelche Übungsblätter. Okay, Elternchat mit Lästerfilter. Sobald jemand irgendwas schreibt, was nicht pragmatisch oder substanziell ist, sondern gegen irgendeine Person gerichtet, einfach weg. Ich muss ganz kurz sagen, es gibt ein unfassbar lustiges Lied. Ich weiß nicht, ob du das kennst. Das müsst ihr mal suchen. Da geht es um Elternchats und das sind so drei Typen, die das singen, so Väter, und in dem Lied geht es ja immer darum, dass jemand sagt so, unsere Tochter hat, ich muss jetzt was erfinden, das Kuscheltier verloren, hat es jemand und dann schreibt jemand drunter, ich hab's nicht, ich hab's nicht dann steht jemand, stellt schon wieder die nächste Frage, und dann kommt irgendwann, ich hab's gefunden und dann kommt danach wieder, ich hab's nicht, ich hab's nicht und so also weil um diese, diese unglaubliche ja also. Diese Dynamik zu beschreiben, die das dann manchmal nimmt. Naja, also für alle, die gerne Elternschätzen nutzen, mach das weiter, aber ich werde nie eine Einladung annehmen. Als Lehrperson nicht, als Elternteil nicht und nicht als Mensch. Okay, gut. Ich schreibe auch nie was rein. Ich habe, es ist auch wirklich, wie du sagst, ich verstehe auch immer nicht, wenn derjenige, der das Kuscheltie, wie du es jetzt gerade beschrieben hast, Ich würde nie schreiben, ich habe es nicht. Also man soll doch nur schreiben, wenn man es hat. Also das ist genauso, wie wenn du so ein Gruppenschatz machst und du lädst Leute ein, einfach um sie einzuladen. Und dann schreiben dir die alle in diese Gruppe. Ich stelle das jetzt immer rein, dass da keiner mehr reinschreiben kann. Wir kommen mal wieder ein bisschen zurück zu der Kommunikation zwischen Lehrern und Eltern. Warum ist es manchmal einfach so schwer? Wo siehst du einfach die größten Hürden sozusagen Zwischen der Kommunikation, zwischen Schule und Eltern. Ich glaube, Lehrkräfte sind grundsätzlich umgeben von ganz vielen Menschen. Menschen, die Bedürfnisse an sie richten und sie müssen versuchen, richtige Entscheidungen zu treffen, Sachen richtig zu machen. Wenn man nicht irgendwann lernen würde, damit umzugehen, dann würde man aus dem Dienst ausscheiden. Und jetzt gibt es aber natürlich ganz unterschiedliche Persönlichkeitstypen und so weiter und so fort und ich habe da mit einer Lehrerausstiegshelferin drüber gesprochen, dass sie sagt, es gibt Lehrkräfte, die Persona und Mensch sozusagen sehr stark voneinander trennen können, was in dem Fall für Resilienz sorgt und es gibt welche, die können das nicht. Und wenn du das nicht so gut kannst, dann kann es passieren, dass es eben Personen gibt, die eine Kritik oder eine Rückfrage als grundsätzlichen Angriff auf sie als Person wahrnehmen. Das sollte nicht so sein. Deshalb sollte eben Elternarbeit und Kommunikation auch Teil der Lehrerausbildung sein und nicht erst sehr spät und dann nur sehr kurz. Aber das ist eben so. Weil ab diesem Zeitpunkt ist es eben dann schwierig. Und deshalb, ich habe es gerade eben angeteasert, soll man gar nicht in dieser Länge machen, aber vielleicht erinnert sich der eine oder andere an. Deshalb sind zwei Dinge so wichtig. Für mich als Lehrkraft, ich glaube für Eltern auch. Wir sind ja alle nicht perfekt. Also stell dir vor, ich schreibe dir eine Mail und du findest sie echt not amusing. 24-Stunden-Regel. Erstmal nicht zurückschreiben. Nicht in der Länge zu schreiben. Nicht direkt zurückschreiben. Das ist das A und O. Und das Zweite ist, ChatGPT und Co. sind unsere Freunde. Weil in dem Fall kannst du natürlich sagen, pass mal auf ChatGPT, ich will sagen, ob der noch alle Tassen im Schrank hat, ob der wirklich hier den Knall nicht mehr gehört hat, was dieser Scheiß soll, bitte formulier das auf eine sehr wertschätzende und freundliche Art und Weise. Weil... Aber Ärger zum Beispiel in Mails zu verpacken, nützt halt einfach gar nichts. Und das kann man üben. Ich habe zum Beispiel mal eine Mail bekommen von einer Mutter. Die war interessant. Da habe ich mit den Schülern ein Buch gelesen. Das hat ihr wohl nicht gefallen. Die hat gesagt, sowas Beschissenes hat sie ja noch nie gelesen. Sie wird sich da mit den Arsch abputzen oder so. Das hat sie dir geschrieben? Mhm. Auch an der Wortwahl? Ja, ja. Oh, krass. Ist schon ein bisschen länger her. Also deshalb kann ich das so sagen. Und jetzt können die natürlich schreiben, also sind sie noch ganz dicht oder geht es? Wenn ich angepisst bin, merkt man das daran. Also ich bleibe immer freundlich. Aber ich habe dann zum Beispiel geschrieben, also sehr geehrte Frau, so und so, herzlichen Dank für Ihre Mail. Zugegebenerweise hat mich ihre Wortwahl schon irritiert. Aber ich möchte darauf hinweisen, dass die Auswahl des Buches und so. Also ich bin gar nicht auf die Ebene mitgegangen. Also ich habe zwar gesagt, ich bin irritiert, aber mir kann jetzt wirklich keiner vorwerfen, dass ich irritiert bin. Insofern, weil es einfach nichts nützt und die Frage ist ja, Elternarbeit oder Kommunikation, Eltern, Lehrkraft sollte immer lösungsorientiert sein. Es gibt was, das nennt sich Problemtrance. Wenn man in einem Elterngespräch ist und dann sagt man, naja, das war ein Problem, ein Konflikt. Also ja, das ist ein Problem. Und dann sitzen alle und sagen, das haben wir ein Problem. Und dann redet man eine Dreiviertelstunde drüber und das bringt einen nicht weiter. Es ist zwar wichtig, den Zustand zu beschreiben, wenn was passiert ist oder so. Aber eigentlich ist es halt total sinnvoll, in die Problemlösung zu gehen, sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen. Und das war jetzt gerade ein extremer Fall. Aber es nützt nichts, wenn ich zurückschreibe, sagen Sie mal, haben Sie den Schluss nicht mehr gehört? Weil dann nehme ich die Ebene mit auf und dann geht es hin und her. Wie hat sie dann reagiert? Gar nicht mehr. Ich glaube, ich kann wirklich sehr freundlich sein. Und ich glaube, was soll die mir dann auch danach sagen? Die hatten das Buch ja schon gelesen. Ist ein gutes Buch. Jane Teller. Nichts. Wird am Ende, wie gesagt, ein bisschen extrem, sodass sich der eine oder andere aufregen kann. Ist übrigens ein schönes Beispiel. Ich war mal in der 10. Klasse in einer Realschule. Ich habe drei Jahre in der Realschule unterrichtet. Und da haben wir ein Buch gelesen, zwei Jahre ohne. Auch ein ganz tolles Buch, aber auf Seite 60 und 70 wird das Wort für das weibliche Geschlechtsteil ausgesprochen. Aber das war wahrscheinlich das Falsche. Dagamöse. Und das kann man jetzt blöd oder so finden, das Wort. Aber da gab es Stress. Und zwar jetzt nicht bei uns, aber es gab dann Aufstände von Eltern für eine zehnte Klasse. Und dann sah das Kultusministerium sich genötigt, das Buch zu wechseln. Was ich interessant fand aus zwei Gründen. Dachte ich so, wenn ich mir so die sozial-medialen Welten angucke oder mal meine Schülerfrage, wer von euch weiß, wie man einen Verlauf lehrt. Die Achtglässler sind dann immer ganz schnell, da sind die Arme oben und langsam begreifen sie dann, was sie gerade eigentlich gezeigt haben. Dann ist das ja total Quatsch. Das zweite ist, es wurde dann der Besuch der alten Dame gelesen und da dachte ich, Mensch, jetzt müsst ihr nicht das böse Wort lesen, aber eine alte Dame kommt und verurteilt ihren Ex-Lover zum Tode. Super. Ja, da hat natürlich keiner was gegen. Aber das zeigt auch, und deshalb erzähle ich es, dass Eltern auch zusammengeschlossen natürlich eine ganz schöne Macht haben, einen ganz schönen Einfluss haben. Und das ist gut manchmal. Und manchmal, wie in dem Fall würde ich jetzt sagen, Mensch, also kann auch ins andere Extrem gehen. Also dein Tipp ist sozusagen, du hast ja die etwas unsympathische Mutter, hast du natürlich einfach mit sehr großer Freundlichkeit reagiert sozusagen. Das ist aber natürlich auch deine jahrelange Erfahrung und ich glaube, das ist gerade für Einsteiger, also für junge Lehrer, die neu in den Beruf kommen und wie du ja sagst, dass es einfach keine, ja, dass es einfach auch nicht Teil der Ausbildung ist großartig, dass man in dieser Elternkommunikation ist, ist das natürlich einfach nicht so einfach. Und ich glaube, wenn man da als junge Lehrerin sitzt und gerade irgendwie alles macht und dann hat man es zu tun mit Eltern, die wirklich auch eine sehr hohe Meinung von Dingen haben, dass das einfach auch keine einfache Situation hat. Also ich muss eher ganz ehrlich sagen, dass ich mich eher immer ein bisschen mitfühlender bin mit den Lehrkräften, weil ich mir denke, so viele Schüler, wir haben einfach ein Riesenproblem in unserem Bildungssystem und dann hast du dann einfach vielleicht auch noch Eltern, die wirklich dich so angehen. Das stelle ich mir schon nicht sehr einfach vor. Ich glaube aber, was professionelle Elternarbeit angeht, haben wir eigentlich gerade schon zwei, drei Sachen gesagt. Also zum Beispiel die Problemlösungsorientierung, die Partnerschaft. Das, was du gerade nennst, das ist eine der wichtigsten Grundlagen, die auf Gegenseitigkeit beruht, nämlich Empathie. Wenn ich nur mit Erwartungen und Forderungen in so Gespräche auch reingehe, dann ist die Chance einfach nicht hoch, dass man zu einem Ergebnis kommt, weil man vielleicht auch gar nicht weiß, in welcher Situation ist jemand. Also wenn ich da hingehe und sage, ey, dein Sohn macht nie die Hausaufgaben, was soll das eigentlich? Ohne mich vielleicht zu fragen, Ist jemand von euch zu Hause? Kann der das überhaupt machen? Hat der die Möglichkeit? Hat der den Arbeitsplatz? Ist der mittwochs immer, was weiß ich nicht was? Natürlich könntest du mir das jetzt nicht sagen und danach sage ich, ach Mensch, der hat Reiten noch bis halb neun ist. Es ist ja klar, dass er keine Hausaufgaben macht, aber Bedingungen, also empathisch zu sein und Verständnis zu haben für das Gegenüber ist wahnsinnig wichtig. Und das andere, was du gesagt hast, ja, ging mir selber so. Ich habe mal einen Anruf bekommen von einem Manager und der hat gesagt, ihre Tochter hat hier, nee, meine Tochter hat hier eine 4, ich möchte, dass sie das ändern. Und ich dachte, hey, also weil ich ein junger Referender hatte, ich dachte, ändern. Und der hat mich richtig versucht unter Druck zu setzen, hat er nicht geschafft. Hatte ich später nochmal, wenn ich das sage, kann ich kurz Anekdote? Ja, natürlich, immer. Das war spannend. Da war ich aber schon ein bisschen fitter. Keine Ahnung, weiß nicht, wie alt ich da war. Ist nicht ewig lange her. Jedenfalls kam die ganze Brigage angetanzt. Vater, Mutter, Sohn. Alle über zwei Meter groß. Das heißt, ich habe es schon so klein mit Hut. Und dann setzt er sich hin und sagt, jetzt sollen wir das Gespräch führen. Ich sage, worum geht es? Ja, der hat hier einen Punkt in der Deutscharbeit. Einen Punkt muss man erklären. Also es gibt ein Punktesystem im Abitur in Wann-Württemberg. 15 Punkte ist ein 1+, ein Punkt ist halt einfach ein Punkt. Was nett war von mir. So und dann kam es zu der Situation, dass der halt wollte sich irgendwas dran ändern. Und ich habe gesagt, ja aber... Ich weiß jetzt nicht genau, was sie von, und dann hat er sogar Passagen vorgelesen, hat sich kaputt gelacht. Ich dachte, das kann er doch nicht machen. Also liest sozusagen die Arbeit von seinem Sohn vor, lacht und sagt, also irgendwie verstehe ich sie auch und so. Und Problemlösungsstrategie, ich kann die Note nicht verändern. Aber ich kann Ihnen mal sagen, was Ihr Sohn vorher alles hätte machen können, was wir auch zusammen besprochen haben. Das war nämlich folgendes, das ist das, das ist das, das ist das. Und wenn der das ab jetzt weitermacht, dann werden die Noten auch sich verändern. Der drohte mir dann nochmal so kurz, also er behalte sich vor, zur Schulleitung zu gehen, da habe ich gesagt, das können Sie ganz gerne machen. Und da habe ich es auch nicht persönlich genommen. Aber die schöne Pointe ist, der Sohn hat ab dem Zeitpunkt die Sachen gemacht, die ich vorgeschlagen habe und ist dann hinterher mit 14 Punkten aus dem Abitur rausgegangen. Und dieser Vater, der da vor mir saß und gesagt hat, ich soll doch bitte die Note verändern und so, kam nochmal zu mir und hat sich persönlich bei mir bedankt. Und ich weiß nicht, ist eine Anekdote, aber letzten Endes. Aber wie hast du denn jetzt sozusagen deinen Schüler dann dazu, also ich meine, du hast Vorschläge gemacht, wie er halt Sachen verbessern und du hattest ihm das ja vor der Ein-Punkte-Szenario auch schon gesagt. Also was hat ihn dann sozusagen bewegt, dass er. Also ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dem Vater und der Mutter irgendwann klar geworden ist, dass sie nicht wussten, welche Möglichkeiten der Sohn gehabt hätte, entsprechend zu handeln. Also ich glaube nicht, dass ich da so viel anders gemacht habe, sondern dafür war der Austausch dann ja gut. Nochmal, ich hätte mir den anders gewünscht und nicht unter so einer Drohkulisse. Aber ich glaube, das ist schon so, dass nochmal so dieses zu versuchen, so ein Verständnis zu entwickeln auf der einen Seite und eben zu gucken, was passiert. Was möchte ich eigentlich? Ich finde es ganz schlimm, dass mein Sohn einen Punkt hat. Ja, das finde ich auch. Aber woran können wir jetzt eigentlich arbeiten? Und ich kann die Note nicht anders machen. Also zumindest nicht, wenn ich sie fachlich korrekt gemacht habe. Natürlich, könnte man überprüfen. Nur in dem Fall weiß ich nicht so. Und ich mag Noten ja selber nicht, aber die Frage ist eher, woran können wir eigentlich was arbeiten? Weil dann ist das auch ein anderes Gespräch. Ein wertschätzungsgespräch. Also ich habe mich wirklich erschrocken, dass man so eine Punktzahl gekriegt hat. Zunächst mal können Sie mir erklären, wie sowas überhaupt zustande kommt. Das kann ich. Können Sie mir erklären, wie wir zusammen daran arbeiten können, dass das beim nächsten Mal besser wird? Auch das kann ich. Und schon hat man ein anderes Gespräch. Ja, mich stellt jetzt noch einmal die Frage, das war jetzt so die Seite, wie man sich als Lehrer fühlt, aber es gibt ja oft auch die Situation, gerade Kinder. Man sagt ja irgendwie so 50 Prozent kommen ja gut durch das aktuelle Schulsystem, was wir so haben und dann gibt es ja so 50 Prozent, die damit wirklich ihre Probleme haben, in Anführungsstrichen auch anders sind oder auffällig sind und ich glaube halt auch diese Seite, wenn man ein Kind hat, was nicht in dieser Norm so durchläuft, sondern einfach auffällt, dass wir da nochmal drauf eingehen, wenn man als Eltern sozusagen ein Kind hat, was vielleicht etwas Besonderes ist, was mehr Unterstützung braucht und man kommt dann in so ein Elterngespräch und das wird nicht vom Lehrer gesehen, weil vielleicht auch nicht viel zu wenig Zeit ist. Aber es gibt ja auch, es gibt einmal die Seite, die wir gerade eben besprochen haben, aber auch die andere Seite, dass man sozusagen sein eigenes Kind sozusagen da einfach untergeht und nicht gesehen fühlt. Wie verhalte ich mich da am besten als Eltern? Weil ich kann ein persönliches Beispiel nehmen. Wir waren sozusagen in der Leserechtschreib-Testung, das Gakulie hat sich nicht bestätigt, aber als wir sozusagen diese, ich habe mich sehr alleingelassen gefühlt sozusagen in der Schule. Keiner konnte mir wirklich sagen, also diese Leserechtschreibschwäche, was man jetzt zu tun soll. Also es war auch natürlich Corona-Zeit. Also wir sind in dieser Corona-Zeit, wo eh alles sehr schwierig war von der Kommunikation. Aber wenn ich jetzt gerade ein Kind habe, das vielleicht Probleme beim Lernen hat. Und es sind ja auch nicht wenige Kinder, die mit LRS diagnostiziert werden, da habe ich eher so gerade so das Gefühl, dass viele sich einfach in der Schule sehr alleingelassen fühlen. Wie kann ich da noch besser, was kann ich als Eltern tun und mich da ernst genommen fühlen? Wie kann ich an Hilfe rankommen? Ich bin wahrscheinlich gleichzeitig... Die falscheste Person, die du sowas fragen kannst und die richtigste. Du hast gerade ja schon was Interessantes gesagt. Du hast gesagt, für 50 Prozent funktioniert es. Caroline St. Orange formuliert das ja auch immer. Im Grunde genommen gibt es eine Superpower, die man für Schule braucht, das ist Adaptionsfähigkeit. Das heißt, du musst noch nicht mal neurodivergent sein. Also zum Beispiel LRS haben oder Hochsensibilität oder Hochbegabung oder ADS oder ADHS, was ja jetzt zusammengefasst wird. Sondern du musst einfach ein Junge sein zum Beispiel. Oft, weil du einen größeren Bewegungsdrang hast. Wie könnte man das ändern, indem man sich mehr bewegt? Aber wenn wir jetzt zu jedem Lehrer rumlaufen und sagen, ihr müsst mehr Bewegungsfahrt sein, könnte man machen. Es gibt auch Schulen, eine bewegte Schule oder so. Aber dann wird es größer. Also man merkt das direkt schon. Und du hast gesprochen von Andersartigkeit und Norm und so. Und jetzt, warum nicht der falsche und der richtige? Weil das ist ja das Hauptproblem unseres Schulsystems grundsätzlich, dass das so getaktet ist, als würden wir noch in den 1950er Jahren leben. Überall dort, wo Schulen den deutschen Schulpreis gewinnen, wird wirklich individualisiert. Und wirkliche Individualisierung, jetzt kommt der nächste Punkt, heißt auch wirkliches Lernen. Verstehst du, du hast gerade gesagt, viele Kinder können nicht lernen. Ja, wie sollen die das denn auch können? Die meisten Lehrkräfte wissen ja auch nicht, wie Lernen funktioniert. Weil sie es nicht lernen. Lehrkräfte lernen nicht, wie Lernen funktioniert. Die lernen, wie man Unterricht gestaltet. Und klar nimmt man auch mal was mit, aber die, Eine Kritik, die ich ja auch laut, also ich meine, der erste Satz in meinem letzten Buch ist, an deutschen Schulen wird nicht gelernt. Und wow, okay, es soll nicht nur Provokation sein, sondern zeigen, Schule war ganz oft der Ort, wo vorne jemand steht und erklärt. Und entweder kannst du dem dann eine Dreiviertelstunde zuhören oder nicht. Und entweder gehst du dann nach Hause und lernst, weil du es kannst oder weil du Eltern hast oder Chachepitie oder Nachhilfe oder halt nicht. Und das ist unfair. So, das ist das Große. Macht aber auch eine unglaubliche Ohnmacht, finde ich. Macht eine Ohnmacht, aber auf der anderen Seite hoffe ich immer, dass Leute das hören und auch denken, ich bin aber nicht alleine. Es geht einfach sehr vielen Menschen so. Es geht einfach vielen so. Ich warte aber ja natürlich auch immer noch auf den Aufstand der Eltern und Lehrkräfte. Wir hatten im Jahre 2023 Ende des Jahres einen Bildungsprotest, da waren 20.000 Leute bundesweit. Das ist nix. Also sorry. Also dann, so. Aber da muss man auch mal ein bisschen sagen, also klar, das ist der Ausstand. Ich glaube aber auch, die Problematik liegt natürlich auch daran, dass Familien natürlich auch einfach sehr eingespannt erschöpft sind. Absolut. Und es ist noch viel schlimmer. Aladin Elmar Falani hat vorgerechnet in seinem letzten Buch Kinder, Minderheit ohne Schutz, dass alle Eltern zusammengerechnet noch weniger sind als als der ADAC-Mitglieder hat. Wirklich? Also das heißt, die Kinder sind eine Minderheit und sogar die Eltern von Kindern sind eine Minderheit. Was wir sehr gut daran sehen, dass Bildungspolitik nie wirklich eine Rolle spielt in Debatten oder großen Politik. Also klar, immer sozusagen in der Nische, die ich dann auch versuche laut zu machen. Aber das sind ja alles größere Sachen. Dieses Ungesehensein. Du hast zwei Punkte genannt, Und die ja beide sich bedingen. Man kann ja nur sehen oder wahrnehmen, von dem man weiß, dass es da ist. Und deshalb, glaube ich, kann ich keine allgemeine Antwort auf die Frage geben, was mache ich, außer wieder Transparenz, für Transparenz sorgen. Und nochmal dieses Zugewandte und zu sagen, also wir haben hier, unser Kind hat hier eine Leserechtschreibschwäche, vielleicht an die Klassenlehrer, wissen Sie zunächst mal, an wen wir uns überhaupt wenden können? Wer ist eigentlich der Ansprechpartner? Und natürlich kann es dann passieren, dass es gar keinen gibt, der sich damit auskennt. Also ich bin zum Beispiel, ich finde das ja immer wichtig, ich habe verschiedenste Geschichten vom Scheitern. Mir wurde irgendwann mal, als ich da auf der Realschule war, gesagt so, also du machst jetzt die LRS-Testung nach dem Freiburger Modell. Und ich dachte, hä? Sondern muss ich mich da halt einlesen und das alles machen. Das hat geklappt. Ich hatte mal einen autistischen Jungen in der Klasse. Das habe ich nicht richtig gemacht. Jetzt rückwirkend. Damals habe ich mich dann gerechtfertigt mit den Strukturen. Es ist halt so. Und wenn er halt nur eine Einleitung schafft, dann kriegt er so. Aber da habe ich mich selbst rausgeredet. Aber eben das hat mit Sensibilisierung zu tun. Ja, aber LRS ist ja wirklich eine Sache, die so viele Kinder mittlerweile betrifft. Und da muss das eigentlich in den Schulen, also das muss wirklich sein, alleine der Gang zum Jugendamt, dass man sozusagen, das ist über die Jugendämter. Und stellen wir uns nur vor, einfach Familien, wo Eltern nicht die Möglichkeit haben oder nicht auch den Bildungsstand, dass sie sich da wirklich hinterhängen und dass die Kinder dann Förderung bekommen. Und das, finde ich, ist schon ein Auftrag, der auch oft zur Schule gehört, dass man halt, keine Ahnung, und von mir es kommt da irgendwie einmal im Monat einer vom Jugendamt, dass diese Anträge gestellt werden. Also so diese Hürden einfach viel einfacher zu machen, damit man allen Kindern halt helfen kann. Das finde ich schon ist einfach, wenn du ein Kind hast, was nicht in unser veraltetes Schulsystem passt, dann ist das Kind eigentlich finde ich verloren, wenn es nicht die familiären Möglichkeiten haben, dass Eltern sich außerhalb der Schule da großartig drum kümmern können. 100 Prozent. Alles, was du gesagt hast, also du hast zwei extrem wichtige Punkte gesagt. Der erste ist, wenn dich die Voraussetzungen und Bedingungen nicht interessieren, dann sagst du dann nachher, der kann ja nicht richtig schreiben, der ist nicht gymnasial, dann wird der weitergereicht, dann wird der so lange weitergereicht, bis er irgendwann in der Werkrealschule ist und wenn er da keinen Abschluss kriegt, so wie 50.000 Kinder im Jahr gerade, 50.000 Kinder sofort ins Sozialsystem. Können die sich nicht leisten, können wir uns nicht leisten, können wir es als Gesellschaft nicht leisten, aber so funktioniert es. Der zweite Punkt, genau. Hürde hat immer damit zu tun, überhaupt nicht Zu wissen, wie man an was rankommt. Und wenn man es nicht weiß, nützt es auch nichts, wenn die nächste staatliche Homepage gemacht wird, die auch wieder keiner versteht, sondern dann muss man hin. Und genau das ist auch belegt, dass Hilfsmaßnahmen funktionieren. Da, wo die Leute vor Ort hingehen und den Kindern und den Familien helfen. Wird aber nicht ausgerollt. Frag mich bitte nicht, warum. Ich bin nicht in der Politik, das macht mich auch wahnsinnig. Aber wir wüssten eigentlich, wie wir es besser machen. Wir machen es nur nicht. Also wir haben ganz viele tolle Beispiele, wie Bildung besser geht und wie wir so. Es ist einfach, ja, also das ist eine, also da nochmal rein, also ich habe jetzt sozusagen ein, also du sagst ja, das Gespräch suchen, transparent sein und zu gucken, dass empathisch sein, also einfach sagen so, hey, das sind, wir wissen um die Besonderheiten unseres Kindes, das und das versuchen wir schon so, aber wir brauchen in der Schule halt sozusagen auch Unterstützung, einfach da. Ja, was ich schon auch gut fand, die Saskia Niechzer hat in ihrem Buch »Ein Kopf voll Gold« geschrieben, dass es sowohl für die Eltern als auch für die Kinder und dann eben auch für die Schulen ganz sinnvoll sein kann. Eine Diagnose auch zu haben. Damit das nicht so ein, ich finde das auch immer schrecklich, wenn das so, vor allem alte weiße Männer sagen, heutzutage ist ja jedes Kind hochbegabt, ach haltet die Schnauze. Ja, das ist doch Quatsch. Aber, damit es nicht so ankommt, dass was vorgeschoben wird und jeder will für das Kind das Beste und jetzt, ach jetzt ist es eine Leserechtschreibschwäche und so. Ich will das den Lehrkräften gar nicht in die Schule schieben, dass die so denken. Aber die Chance oder die Situation selbst ist eine andere. Man sagt, es ist hier ein diagnostiziertes ADHS zum Beispiel. Das liegt vor und die Psychologin hat uns da Hilfestellungen für gegeben. Und wir würden gerne fragen, inwiefern das möglich ist, das auch umzusetzen. Es gibt ja auch Schulen, die machen das. Ja, dann manchmal auch mit Kleinigkeiten. Das hat jetzt nichts mit ADHS zu tun, aber weil es Kinder gibt, die sehr lautstärkeempfindlich sind. Da gibt es dann halt Kopfhörer zum Beispiel und da ins Gespräch zu gehen, ist glaube ich total sinnvoll und dann ist es wie gesagt auch gut, wenn man schon vorher, ja was an der Hand hat, so funktioniert Deutschland halt meistens ist, wenn man irgendeinen Zettel und Zertifikat hat, wird man ernster genommen. Ja, ich hatte das persönlich auch so, dass es eher so war. Dass diagnostiziert wurde, dass sie so in diesen Prüfungssituationen, also dass das ganz schwer für sie körperlich auch war, das haben wir wirklich auch in Gesprächen mit einer externen Psychologin gehabt und es wurde super gut bearbeitet, aber dann, es gilt halt nur, also das haben wir dann auch an die Lehrer herangetragen und gesagt, wir brauchen schriftlich, dass sie halt mehr Zeit, also es ging einfach darum, dass sie nochmal in Ruhe irgendwie die zehn Minuten haben. Nochmals zu lesen, das geht halt nur mit einer Diagnose. Und wir hatten halt dadurch, dass die Tests eher in eine andere Richtung gegangen sind, als das, was wir hatten, ging es eher nur darum, dass diese Prüfungssituation einfach... Schule ist halt hochgradig formalisiert. Also zum Beispiel bei dem, was du genannt hast, ein Nachteilsausgleich, muss auch die Klassenkonferenz dann darüber unterrichtet werden. Manchmal muss darüber abgestimmt werden und so. Also das ist wirklich, da geht es dann in... Ja, geradezu vorgeschriebene Strukturen rein, die nach einem bestimmten Muster funktionieren. Deshalb kann man dann leider nicht sagen, da könnte man nicht sagen, ja, können Sie meinem Kind bitte mal zehn Minuten mehr geben oder so, sondern das muss alles hochgradig offiziell sein. Ja, ich habe noch eine Frage an dich, weil es gibt ja auch so Situationen, wo Kinder sich ungerecht, also oft kommt es ja auch so, wenn Eltern das so, wo Kinder sich wirklich ungerecht behandelt fühlen oder einfach auch nicht gesehen oder vom Lehrer, ja genau, vom Lehrer oder Lehrerin einfach nicht gesehen oder auch, weiß ich nicht, neulich waren viele Kinder bei uns zu Hause und dann ging es, ja, die Jungs werden immer bevorzugt und das wird gar nicht gesehen und so. Und das ging wirklich in dem Freundeskreis das schon ein bisschen länger so, was würdest du da raten, wie man da auch Kinder stärkt, solche Sachen anzusprechen, ohne, weil wenn sie das so fühlen, ist es ja, finde ich ja schon mal wichtig, sie haben ein Gefühl und das will ihnen ja auch keiner absprechen, wo sie sich einfach nicht gesehen fühlen, auch dass Kinder sozusagen selber lernen, solche Dinge anzusprechen. Würdest du, wärst du sehr, also ich meine, du bist ja sehr offen als Lehrer, gibt ja viele andere Kollegen, die da jetzt nicht so, und Kolleginnen, die nicht so offen sind, aber dass man Kinder auch motiviert, solche Situationen anzusprechen? Ja, aber ich würde in dem Fall, also erstmal, mein Bauchgefühl sagt mir in dem Fall tatsächlich, dass, ja, also ich finde das immer schwierig, der bevorzugt den und dies und das. Ich meine, kann, weil man, das hat ja auch sehr viel mit Eigenwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Selbstreflexion zu tun. Was weiß ich, der bevorzugt immer die Mädchen, der bevorzugt immer die Jungen, ja, keine Ahnung, vielleicht waren es. Also, ich sag mal was Gemeines, erst mal, oder gemein nicht, Kinder haben grundsätzlich kein Zeitgefühl, ja, bis hinein in die 11., 12. Klasse, also das weiß ich wirklich, also die Theater AG, also wenn ich denen sage, wir müssen jetzt Zähne machen, es sind noch 5 Wochen, die haben keine Ahnung, was 5 Wochen sind, was auch gut ist, irgendwie, also, aber ich hab Wirklich, also ich habe das Gefühl, irgendwie ein Zeitgefühl wird erst entwickelt, wenn man dann halt so einen Kalender hat. Vielleicht, keine Ahnung. Also nochmal. Aber die müssen sich ja selbst organisieren in der Oberstufe. Ja, aber kriegen sie ja auch nicht hin. Was aber auch okay ist. Also ich gestehe denen das ja. Was ich nur meine ist, keine Ahnung, wenn ich sagen würde, wann haben wir folgendes Thema gemacht? Dann würde ich ja wahrscheinlich sagen, in den letzten zwei Wochen oder in den letzten fünf Monaten, keine Ahnung. Und deshalb ist dieses, der macht das immer so, weiß ich nicht, weiß ich nicht. Vielleicht waren in zwei Wochen vier Stunden, wo es um ein Thema ging, wo die Jungs meistens was dazu gesagt haben, wenn er ihn bevorzugt, weiß ich nicht. Also da will ich nur so ein kleines Fragezeichen hin machen. Aber das Ansprechen kann natürlich trotzdem wichtig sein. In dem Fall würde ich aber tatsächlich den... Schulischen Dienstweg gehen und die Klassensprecher beauftragen. Dafür sind die nämlich da. Weil die wie so ein Fußballkapitän, der zum Schiedsrichter gehen kann, einfach sozusagen das Schutzschild der Repräsentation, das muss man den Kindern ein bisschen anders sagen, aber, die, das ist deren Rolle und das würde ich immer so machen. Und dann ist es auch okay, dass ich jetzt so eine lange Vorrede gemacht habe, weil vielleicht ist es ja wirklich so. Vielleicht sagt der Lehrer ja auch, Also bei den Klassensprechern auch, könnte man natürlich auch hingehen und überlegen, wie kann man das formulieren. Ohne verletzend zu sein. Ohne verletzend zu sein oder sofort reinzugehen. Also sie bevorzugen immer die Jungs. Aber das wäre auf jeden Fall ein Weg. Finde ich schon auch ein wichtiges Thema, auch dass sozusagen die Rolle von Klassensprechern das auch nochmal wirklich so, die sollen ja sozusagen ihre Klasse vertreten und ich finde, wenn solche Gefühle oder solche Themen aufkommen, auch wichtig, dass Kinder da einfach auch schon frühzeitig in die Kommunikation gehen. Ich meine, das wollen wir ja auch. Das ist das wichtigste Tool, dass man ins Gespräch kommt, auch wenn es vielleicht manchmal unangenehm ist, aber respektvoll. Ja, und das hat mit Teilhabe zu tun. Klassensprecher sind ja nicht nur einfach Klassensprecher, weil die da einmal gewählt werden, sondern in dem Fall ist für mich Teilhabe, wir sind nicht machtlos, wir sind nicht ohnmächtig und wir haben ja gerade darüber gesprochen, wenn es um das eigene Kind geht, dass ich als Eltern da ruhig auch mal nachfragen kann und so, aber wenn es so eine Klasse auch betrifft und das ist ja, in dem Fall betrifft sie eher die Gemeinschaft. Also wir haben ja irgendwie das Gefühl, es gibt ein Missverhältnis, wer so drangenommen wird und so, dann ist das total gut. Weil im besten Fall kann sich dann ja wirklich was verändern. Oder, ich meine, ich hoffe immer, dass dann die Kolleginnen und Kollegen dann auch so sind, dass sie sagen, ja Mensch, das ist ja eine Ressource auch. Ey, also jetzt, wo ihr drüber echt, da muss ich jetzt mal selber drauf achten. Bei mir ist zum Beispiel so. Das ist ein bisschen anders gelagert, aber wenn diese bescheuerten mündlichen Noten, also ich finde Noten generell bescheuert, aber mündliche Noten sind noch bescheuert, weil man eigentlich den Charakter bewertet und nicht die Aussage. Aber es gibt einfach Leute, die haben Schwierigkeiten, sich zu melden. Aber ich muss sie ja trotzdem geben. Und dann habe ich schon verschiedene Sachen probiert und spreche zum Beispiel jemanden an und sage, pass mal auf, wenn du dich jetzt anstrengst, ich versuche dich mal positiv auf dem Kicker zu haben. Weil man bei 30 Schülerinnen und Schülern das vielleicht nicht immer schafft und das heißt, es ist ein Perspektivwechsel, und das ist ja das Beste, was passieren kann dass die Lehrkraft dann einen Perspektivwechsel dadurch hat und sagt Mensch, ist mir nicht aufgefallen, hätte ich jetzt auch nicht von mir gedacht, aber ich achte mal drauf weil die mündliche Note macht ja sozusagen ist ja mehr eine höhere, Ja, es kommt drauf an, kommt schon wieder aufs Fach an wahrscheinlich auch auf Schulform Bundesland und alles was es gibt bei dir ganz anders als bei uns in Berlin. Dass, ja, aber mündliche Notschrift, da ist auf jeden Fall Kinder, die sehr introvertiert sind und einfach auch sich nicht erstmal diese Hürde überwinden müssen, gerade vor vielen Kindern auch zu sprechen. Das stimmt. Vor allen Dingen ist das bescheuert. Ich habe mündliche Noten immer gerettet. Ja, und das ist ja auch schön. Mich ja auch. Also, ich weiß, den einen oder anderen wird es überraschen. Nein, Katsch, aber ist ja eher so, was, da könnte ich jetzt sehr lange drüber sprechen, aber letzten Endes ist es so, Am Ende der Schulzeit kriegt dann im blödesten Fall jemand den Studiengang zum Coding nicht, wo der nie wieder reden muss, aber einfach super begabt ist. Warum? Weil er nicht geredet hat. Also ist einfach Quatsch. Du hast jetzt schon mehrfach gesagt, dass du Noten doof findest. Wie wäre denn irgendein Bewertungssystem? Ich finde Noten auch nicht doof, sondern es ist wissenschaftlich belegt, dass Noten lernen zerstören. Punkt. Sie zerstören Motivation. Motivation besteht auf der Grundlage von Eingebundenheit, von Selbstkontrolle und Kompetenz erleben. Noten machen aus Lernen ein Wenn-Dann-Erlebnis und das wiederum führt dazu, dass das Wenn selber hinterher gar keine Rolle mehr spielt. Ich mache es nur noch, um etwas zu bekommen. Also es ist aus meiner Sicht gar nicht mehr die Frage, ob das jetzt belegt ist, was für ein Bewertungssystem wir haben können. Da gibt es unterschiedlichste Dinge. Für mich wäre es völlig in Ordnung, wenn man sagt, bestehen, nicht bestehen mit Exzellenz. Mit Exzellenz als Zugeständnis für diejenigen, die sagen, ich möchte in meiner Schwerpunktssätzen gerne zeigen, dass ich es richtig gut mache und sonst nur bestehen und nicht bestehen. Und bestehen heißt, ich habe die Kompetenz erfüllt. Okay. That's it. Und aber würdest du denn diese, also es muss ja dann sozusagen übers ganze Halbjahr verteilt oder, weil für viele Kinder ist es ja auch gerade so diese Prüfungssituation so, weil es dieser eine oder. Ja, aber das große Problem ist, über all die Sachen könnten wir jetzt nochmal eine Stunde sprechen. Weil Prüfungen selber ergeben auch keinen Sinn. Also wir haben uns ja nur daran gewöhnt. Wir machen sechs Wochen, machen wir eine Sache und dann schreiben wir eine Klassenarbeit und dann sage ich jemandem, du hast nicht Bestand. Okay, also du hast nur fünf. In sechs Wochen mit meiner Hilfe, mit deinen Klassenkameraden, mit Hausaufgaben, mit deinen Eltern hast du was nicht geschafft. Und was sage ich dann als Lehrer? Es wäre schön, wenn du dir das jetzt noch aneignen würdest. Warum? Weil das Thema ist jetzt eigentlich fertig, aber das nächste Thema, das baut übrigens darauf auf. Wie bescheuert ist das denn? Also das ist aus meiner Sicht, wir haben uns an so gewisse Dinge gewöhnt, die einfach keinen Sinn ergeben und deshalb, also ich meine, das ist ja einer der Gründe, warum ich und vieles davon hat miteinander zu tun, ja. Und was bewertet die Prüfung dann eigentlich, ne? Meine These aus dem Buch ist, Prüfungen bewerten das, was Prüfungen bewerten. Also muss man ein bisschen drüber nachdenken, aber es ist halt oft so, dass das, was tatsächlich bewertet soll, wird eigentlich gar nicht bewertet. Bei jeder deutscher Erörterung bewerte ich, wer am häufigsten Tagesschau guckt. Außer, wenn ich es so mache, wie ich gemacht habe, ich habe KI verwendet, die durften prompten, ich habe denen allen dieselben Informationen zur Verfügung gestellt. Plötzlich verändert sich das, weil es darum geht, wie gehe ich mit den Informationen um. Nicht, wer guckt am häufigsten Tagesschau. Aber das sind alles so Dinge, da könnte ich sehr lange drüber reden und deshalb cut. Zum Schluss nochmal, was sind die häufigsten Fehler, die Eltern häufig in Gesprächen mit Lehrer machen? Wir haben viel angegriffen, aber ich wollte es nochmal, viele brauchen immer so eine Zusammenfassung zum Schluss so, dass man sich nochmal die häufigsten Fehler. Ja, ich würde vielleicht sogar sagen, sich nicht zu melden anstatt sich zu melden ist ein Fehler. Ich bin, also ich hoffe, dass ich da jetzt hier nicht wütende Lehrkräfte, die sagen, seitdem ich die Folge gehört habe, werde ich die ganze Zeit mit melden. Aber ich würde immer einmal mehr fragen. Einfach damit man den Überraschungseffekt auch nicht hat. Wenn man das Gefühl hat, da ist irgendwie was im Busch oder dann so einfach eine Nachfrage und dann kann ich auch sagen, nee, ist alles in Ordnung. Und das ist viel besser, als wenn sich egal was aufstaut. Ein Problem in der Schule, ein Problem mit Klassenkameraden im WhatsApp-Chat und so weiter und man nach einem halben Jahr denkt so, boah, jetzt ist es völlig eskaliert, jetzt müssen wir schreiben. So lieber im Prozess. Das ist das eine. Das zweite haben wir ja schon gesagt, ich glaube, es ist wichtig, sich die Frage zu stellen, was ist das Problem und was wäre für mich die beste Lösung? Und nicht zu sagen, sie sind schuld, das. Da habe ich aber ehrlich gesagt nicht mit zu tun richtig, aber das ist schon was, was mir auch zugetragen wird, sage ich mal. Und, Ich muss jetzt mal eine Lanze für meine Eltern da brechen. Die sind total wertschätzend. Also es ist witzig, weil immer wenn ich so im Posteingang eine Eltern-Mail habe, dann merke ich, also ich merke schon sowas, ist mir wichtig. Also ich habe nicht Angst oder Befürchtung oder so. Ich denke so, oh, warum, wo, Ratter kurz, ist mir irgendwie, habe ich irgendwas gemacht. Aber ich habe da tatsächlich echt über viele Jahre jetzt nur positive Erfahrungen gemacht. Und bin auch jemand, der, wir hatten es von den Elternabenden, der das auch immer forciert. Also sagt, wenn irgendeine Frage ist, zögern Sie nicht, mir zu schreiben. Ich glaube, eine Sache noch, die ja wahrscheinlich auch ein bisschen wehtut, wenn man gerade in so Elterngesprächen ist und dann kommen halt Sachen raus, die vielleicht nicht so ist, ist, dass natürlich auch immer so ein Angriff auch an einen selber ist. Dass gerade so bei Eltern ja sozusagen auch eine sehr, ja, also sehr hohe Verantwortung haben. Und ich habe das Gefühl, dadurch, dass wir jetzt ja auch lange Schule haben, sehr viel auch an die Schule abgegeben wird. Und wenn man dann gespiegelt bekommt, dass vielleicht zu Hause brauchst du auch noch ein bisschen Arbeit, dass das natürlich auch wehtut. Und ich glaube, es geht dann auch gar nicht so um die Kinder, sondern dass man sich selber halt auch einfach denkt, so Mist, da fühle ich mich jetzt auch verantwortlich für. Also das ist so, ich finde das auch schwierig, dass man nicht die komplette Erziehung an die Schule abgeben darf. Und deshalb hatten wir diesen einen Punkt, ich meine, wir haben jetzt Dinge wieder aufgenommen, so dieses Transparenz in der Kommunikation, Lösungsorientierung, Empathie. Und vor allen Dingen auch gut, was du gesagt hast, dieses so 24 Stunden, die waren gut, gerade wenn es um Themen sind. Also das kennt man ja selber, wenn man so denkt, das kriege ich jetzt, diese Nachricht und dann. Also ist klar, ist über den Daumen gepeilt. Der eine oder andere wird seine Halsschlagader auch nach zwei Stunden wieder abgeschwollen sehen. Also bei mir ist das zum Beispiel so, ich kann das jetzt schneller, aber so als Leitlinie. Einmal drüber schlafen ist schon mal nicht schlecht. Ja, gut. Ich danke dir sehr für dieses Gespräch, Bob. Ich habe auch das Gefühl, wir könnten jetzt noch viel weiter reden, aber diese ganzen Themen behandelst du ja auch in deinen mehreren Podcasts. Von daher würde ich alles hier verlinken, wenn ihr euch mehr mit dem Thema Bildung beschäftigen wollt, was wir alle tun sollten. Und wenn wir die Kraft haben, sollten wir einfach dann nochmal mehr auf die Straße gehen, weil es ist wirklich so ein wichtiges Thema. Und es macht uns, gerade die mit Familien arbeiten, einfach immer wieder so, es ist so wichtig darüber zu sprechen, aber es macht auch ohnmächtig, weil wir einfach sehen, wir wissen, wie es anders geht, wie man es besser machen könnte. Es gibt so viele tolle Ansätze und es ist einfach so schade, dass es so wenigen Kindern einfach zugänglich ist. Danke für deine Zeit. Danke für die Einladung. Tschüss. Ja, was für ein tolles Gespräch mit Bob. Ich finde es einfach immer so toll. Es ist wunderbar, Menschen zu haben, die für ihre Arbeit so sehr brennen und was natürlich wieder die Kehrseite hat, dass einfach, wenn Menschen so sehr für ihren Job und für ihre Arbeit brennen, aber dann trotzdem vor so viele Hürden gestellt werden und die Hürde Bildungssystem ist einfach, hatten wir ja auch schon mehrmals hier im Podcast, ist so groß und deshalb ist es einfach schrecklich, dass es da noch so viele Probleme ist. Aber es war ja nicht das Thema der Folge, sondern Kommunikation. Aber es kommt natürlich immer wieder auf und ich glaube einfach, es war nochmal schön so zu sehen, die andere Seite, einfach mal die Sicht eines Lehrers und auch zu sehen, dass es so wichtig ist, im Gespräch zu sein, sich einfach auch zu trauen, nachzuhaken, ja auf einer guten Ebene miteinander zu kommunizieren, das einfach den Kindern auch sozusagen vorzuleben und dann immer wieder im Gespräch zu bleiben, um einfach auch dran zu sein. Also ich habe selber dieses Gefühl, wenn man so vom Kindergarten ist, da ist man ja sehr nah dran an den Erziehern. Dann gibt es die Grundschule, ist schon mal so eine kleine Höhle. Okay, das sind jetzt die Lehrer. Und das geht natürlich auf der weiterführenden Schule nochmal so, wo die Kinder einfach selbstständiger sind, aber trotzdem einfach... Einfach wahrscheinlich nicht zu lange zu warten, sondern einfach frühzeitig, wenn man merkt, das läuft jetzt hier gerade nicht ideal, in das Gespräch gehen, reflektiert zu sein und einfach dran zu sein und das fand ich ganz schön, die andere Seite mal zu sehen. Witzig natürlich auch noch Bobs Anekdoten zu Elternabenden und den Chats. Ich werde auf jeden Fall das Lied für euch raussuchen und in die Shownotes packen und war vielleicht nochmal ein ganz gutes Beispiel hier auch zu sehen für einen selber, je nachdem was man für ein Typ Mensch ist, in diesen Elternchats einfach da nicht jeden Satz reinzuschreiben, sondern einfach zu gucken, dass wir hier bei einer Strukturierung bleiben, wo es wirklich um Themenaustausch geht. Ja, ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt und freue mich natürlich auch, wenn ihr mir einen Kommentar da lasst, wenn ihr uns fünf Sterne gebt, generell, wenn ihr unseren Podcast oder meinen Podcast abonniert. Das ist immer ganz wichtig und freue ich mich auch immer, wenn ihr gerne Feedback da lasst, könnt uns eine E-Mail schreiben und natürlich Themenwünsche sind auch immer herzlich willkommen. Und jetzt freue ich mich erstmal, wenn wir uns nächste Woche wieder hören. Und unser heutiger Mythen-Check. Und ein Mythos ist ja, der immer wieder auftaucht, Lehrerinnen müssen doch neutral sein. Klingt erstmal richtig, ist aber nicht so ganz korrekt. Neutralität heißt nicht, keine Meinung zu haben. Lehrkräfte dürfen und sollen Haltung zeigen, zum Beispiel gegen Rassismus oder Diskriminierung. Wichtig ist dabei der sogenannte Beutelsbacher Konsens, der sagt, SchülerInnen dürfen nicht indoktriniert werden. Kontroverse Themen müssen auch im Unterricht als kontrovers dargestellt werden und Kinder sollen sich eine eigene Meinung bilden können. Das bedeutet, LehrerInnen sollen sich nicht aus allem raushalten, sondern professionell mit ihrer Haltung umgehen, also nicht überrollen, sondern Orientierung geben. Auch in Gesprächen mit Eltern darf und muss eine Lehrkraft klar Positionen beziehen. Auf Augenhöhe, aber nicht meinungslos. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissi.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther Sounddesign und Postproduktion Milan Feig.