Music. Es ist wieder Donnerstag und es gibt heute wieder eine neue Folge für euch von Sounds Familia. Und ich habe natürlich, bin ich heute wieder nicht alleine, sondern habe eine tolle Frau mir gegenüber schon sitzen. Heute ist es ein großes Thema, was uns eigentlich schon, bevor wir Kinder haben, eigentlich beschäftigen sollte. Heute wird das Thema Vereinbarkeit hier besprochen und ich habe mir da eine richtige Expertin ins Podcaststudio geholt. Und das ist nämlich Susanne Dietz, Dr. Susanne Dietz, ganz wichtig. Du bist Autorin, Coachin, Speakerin und Expertin für Vereinbarkeit. Du hast ein wunderbares Buch darüber geschrieben und hast auch einen eigenen Podcast. Und ich möchte heute mit dir darüber sprechen, wie wir am besten, Familie, Kinder und vor allen Dingen als Frauen. Vereinbarkeit wirklich leben mit unserem Beruf, weil das ist nämlich gar nicht so einfach und ich glaube auch dich, uns, mich auch selber, es ist immer wieder eine neue Herausforderung und mit jedem Kind mehr wird der Schwierigkeitsgrad erhöht. Schön, dass du da bist, Susanne. Vielen lieben Dank für die Einladung. Ich freue mich sehr. Ich kriege ja auch viele E-Mails von Hörerinnen und Hörern und ich habe heute zu dem Thema nämlich Vereinbarkeit, weil er eine E-Mail bekommt, die ich dir gerne vorlesen würde und dann habe ich gedacht, steigen wir gleich ins Thema ein. Hallo liebe Sissi, ich bin 30, seit ein paar Jahren fest im Job, liebe meine Arbeit und denke gerade zum ersten Mal ernsthaft darüber nach, ein Kind zu bekommen. Der Wunsch ist da, gleichzeitig habe ich einen riesigen Kloß im Hals bei dem Gedanken, wirklich längere Zeit aus dem Job raus zu sein. Ich frage mich, wie es sich das anfühlen wird und ob ich danach überhaupt noch die gleiche im Team bin. Hinzukommt, dass mir die Vorstellung meinem Arbeitgeber zu sagen, dass ich schwanger bin, unfassbar unangenehm ist. Ich habe Angst, nicht mehr ernst genommen zu werden oder Chancen zu verpassen, über die ich vorher nicht mal diskutiert werden musste. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Folge freuen, in denen ihr das Thema aufgreift. Alles Liebe, Pia. Ja, da sind wir gleich mittendrin. Ja, wunderbar. Total gute Frage und irgendwie ein Klassiker. Ja, und du berätst ja Unternehmen, wie sie das Thema einfach auch besser… Richtig, also Unternehmen und auch die Mütter. Und idealerweise, ich sage, das ist wie in der Paarberatung, brauche ich halt beide. Also ich brauche sowohl die Arbeitgeber als auch die Mütter. Und momentan erlebe ich es immer noch so, dass der Leidensdruck bei den Müttern unfassbar hoch ist. Die machen und tun und reiben sich auf. Und die Arbeitgeber, die so ein bisschen reaktiv, ja, bis träge sind. Also die haben es noch nicht ganz verstanden, dass sie auch in der Verantwortung sind. Was für Unternehmen kommen auf dich zu, die sozusagen, also ich meine, da muss ja schon mal ein Umdenken stattfinden. Wenn jetzt ein Unternehmen sozusagen dich als Expertin anschreibt, anruft, bucht und sagt, Wir sehen hier ein Defizit, wir möchten was ändern. Sind das eher so konservative Unternehmen oder sind das eher die Jungen, die Start-ups, die sagen so, wie können wir das besser unterstützen? Also ich kann es jetzt gar nicht an Branche, Größe und so festmachen. Ich sage immer, das sind die smarten Arbeitgeber. Also das heißt, da sitzt irgendwie mindestens einer, der mal darüber nachgedacht hat, wir investieren unfassbar viel in unsere Frauen, also wenn sie kinderlos sind. Und da ist das überhaupt kein Thema. Also bei Hochschulabsolventinnen, dass die gute Jobs bekommen, dass die ein High Potential Programm bekommen. Und dann, und das ist für mich als ehemalige Personalerin irgendwie immer noch unfassbar, dann werden sie Mutter und dann, ich sage mal, vergisst man sie oder man verkrault sie sogar. Also man setzt sie weit unter ihren Qualifikationen ein, zahlt ihnen aber noch dasselbe Gehalt. Und in Bayern sagt man, das ist das hundsmiserables Management. Also es ist einfach total schlecht. Und deswegen, ich kann es gar nicht so festmachen an der Branche. Entschuldigung, dass ich unterbreche, aber wieso sagt sie das Gleiche? Also die bleiben beim gleichen Gehalt? Ja, die bleiben in der Regel ja beim gleichen Gehalt. Also natürlich quasi abgestuft im Prozent, wenn sie in Teilzeit zurückkommen. Aber du hast ja einen Anspruch auf deinen Gehalt weiterhin. Das heißt, da werden manchmal Gehälter gezahlt, wo eben vorher eine Teamleiterstelle ausgehandelt wurde und dann wird sie, ich sage mal, lediglich in Anführungszeichen als Assistentin eingestellt. Also viel weniger von der Qualifikation kriegt aber das Gleiche, ist in der gleichen Gehaltsstufe. Und das führt im Grunde dazu, dass Mütter irgendwann nur noch Job from 9 to 5 machen, also Dienst nach Vorschrift, weil sie ja selber auch nicht mehr gefordert sind. Ja, also das sagen ja auch die Zahlen. Also Mütter steigen sozusagen nach ihrem Wiedereinstieg, wenn sie ein Kind bekommen haben, in Teilzeit wieder ein. Also das sind 73 Prozent der erwerbstätigen Mütter mit einem Kind unter sechs Jahren sind in Teilzeit. Und 91 Prozent der Väter arbeiten Vollzeit. Also die Zahlen sagen einfach immer noch, wir haben eine klassische Rollenverteilung. Die Mütter übernehmen die Hauptarbeit der Care-Arbeit und gehen dann sozusagen in Teilzeit in ihrem Job zurück. Was können wir tun? Ich weiß nicht, ob das Ziel sein sollte, dass wir alle Mütter sofort in Vollzeit bekommen. Also da habe ich als Mutter von drei Kindern selber ein bisschen Bauchschmerzen, weil ich habe selber gemerkt, also ich war ja auch so eine Leistungstochter der Gesellschaft, ähnlich wie Pia, die die E-Mail geschrieben hat. Also habe dann immer sehr klar vorgeplant, vorgedacht und hatte auch einen festen Plan, wie ich nach vier Monaten wieder einsteige. Aber dann hat mich das Leben auf den Hosenboden der Tatsachen gesetzt und hat mir mal kein Anfängerbaby gegeben. Das heißt, das war ein Baby, du kennst dich ja da viel besser aus, als ich ein Jahr lang eigentlich nur rumgetragen habe. Deine erste Tochter. Genau, meine erste Tochter war halt so ein, hinterher habe ich erfahren, ein High-Need-Baby. Also da war nichts mit auf die Buchmesse gehen, Vortrag halten oder einen Workshop moderieren. Aber war es auch gut so. Und ich habe aber für mich auch gemerkt, ich hätte es rein von meinen körperlichen Ressourcen, auch mentalen, aber auch emotional, hätte ich es nicht geschafft, mein Kind nach wenigen Monaten dann wirklich Vollzeit in Fremdbetreuung zu geben, um Vollzeit arbeiten zu können. Und ich glaube deswegen, man darf gar nicht den Anspruch unbedingt haben, die müssen jetzt sofort alle wieder in Vollzeit kommen, weil ich glaube, jede Mutter kann das nachempfinden. Man hätte so tolle Pläne, aber wenn man Mutter wird, dann ist das oftmals anders. Was man aber schon tun sollte, diese mittelfristige Schiene, weil das ist ja dann diese sogenannte Teilzeitfalle, dass die Mütter da in dieser Teilzeit bleiben und nicht zurückkommen. Und da sehe ich jetzt schon die Arbeitgeber ganz stark in der Verantwortung intern zur Unterstützung. Ich sage immer, Vereinbarkeit ist nichts anderes als Führungsarbeit. Also die Führungskräfte dürfen da was tun. Ich sehe das auch so wie du. Ich meine, es geht gar nicht darum, dass alle Mütter in Vollzeit zurückkehren, weil es ist auch ganz wichtig, dass wir da sehr auf uns hören, was wir auch wollen. Es geht ja auch nicht darum, dass wir Kinder kriegen und dann keine Zeit für sie haben und in eine Vollzeitstelle zurückkehren. Ich glaube aber, dass Vereinbarkeit wirklich noch ein größeres Thema ist, als nur die Unternehmen, sondern die komplette Gesellschaft, die Politik mit betrifft. Weil ich habe eher immer so das Gefühl, dass Vereinbarkeit auch ein Zeichen von Privileg ist. Also das heißt, je höher ich meine Stellung habe, kann ich mir natürlich viel mehr Unterstützung haben. Wir müssen ja auch immer um die, ich denke ganz kraft, ich komme aus einem sozialen Beruf, ich bin Hebamme. Und ich denke mir dann halt so, wie ist es zum Beispiel für eine angestellte Hebamme, die sozusagen wieder in ihren Beruf zurückkehren möchte und hat einfach Schichtdienst. Oder wie geht es einer Kassiererin an einem Supermarkt oder auch bei einem Druckerie beim Barossmann. Also diese Vereinbarkeit von auch den Berufen, die nicht jetzt die Möglichkeit haben, auch noch eine Kinderbetreuung außerhalb eines Kindergartens zu organisieren. Deshalb habe ich immer so das Gefühl, dass diese Vereinbarkeit gerade oft eher, was für Familien ist, eher die das Privileg haben, die Ressourcen haben, die Gelder haben, um dann halt gute Möglichkeiten haben, sozusagen Fremdbetreuung, aber auf einem ganz anderen Level, als wenn ich jetzt mein Kind in eine Einrichtung gebe. Ja, das sehe ich auch so. Und manchmal muss ich jetzt kurz diesen Schlenker machen. Das ist was, was mich echt ärgert oft, dass sich dann Frauen hinstellen und sagen, das ist alles eine Frage der Organisation und muss sich halt einfach gut aufstellen und ich habe das ja auch geschafft. Und wenn du dann mal recherchierst, dann ist für jedes Kind eine Nanny-Dunge und noch zusätzliche Babysitter. Und das sind aus meiner Sicht ja nicht die Vorbilder, die es braucht. Weil da komme ich mir als normale Mutter immer vor, Entschuldigung, wie so eine arme Wurst, wenn ich sowas höre. Dann denke ich so, ja toll. Und ich kriege es nicht. Du strengst dich nicht genug an. Genau, ich bin halt einfach unorganisiert scheinbar. Also das macht mich hochaggressiv, wenn ich sowas höre. So, Schlenker wieder zurück, was brauchen wir? Und die Politik, da kommt ja dann immer, wir brauchen mehr Betreuungsplätze. Und ja, wir brauchen mehr Betreuungsplätze. Aber ich glaube, da muss man halt schon nochmal auch dahinter denken, wir brauchen halt mehr gute Betreuungsplätze. Also da sind wir halt wieder beim Personal und dann sind wir wieder bei der Wertschätzung für den Erzieherinnenberuf. Weil, also Beispiel aus meinem Leben, ich habe eine... Tolle Babysitterin mit Abitur. Die wäre predestiniert für diesen Beruf, aber sie sagt, sie könnte es doch nicht machen. Sie hat doch Abitur, sie muss doch studieren und dann verdient sie viel zu wenig. Also wo ich sage, da ist jemand, die bringt von Haus auf so viel mit, also wie sie mit den Kindern umgeht. Die hat so ein Gespür. Also die ist manchmal so viel besser mit meinen Kindern, als ich selber, denke ich mir. Aber die geht halt einfach nicht in diesen Beruf und da sollte man halt schon ansetzen. Also diese Wertschätzung für diesen Erzieher, Beruf und da auch investieren. Also auch, dass ich da eine gute Ausbildung bekomme. Es gibt ja inzwischen auch Studiengänge in Richtung Erzieher. Aber naja, wir haben halt das Problem des Fachkräftemängels bei den Erzieherinnen, weil einfach die Arbeitsbedingungen so schlecht sind, weil auch da ähnlich wie im ganzen Pflegebereich das Problem ist, dass die Leute einfach so ausgebrannt sind, weil sie einfach zu wenige Menschen sind, also immer am Limit arbeiten. Und da ist es ganz klar, wie du sagst, es ist einfach schlimm. Wir wissen eigentlich, was wir brauchen. Wir müssen unsere Fachkräfte halt fördern und ihre Ressourcen gut einteilen. Und da liegt der Schlüssel. Also wenn man sozusagen gute Betreuungsmöglichkeiten hat, weil wie schwierig ist es, als Mutter arbeiten zu gehen, wenn ich weiß, die Kinder sind einfach nicht gut betreut, weil heute schon wieder Fachkräftemangel ist. Es gibt keine, die einspringen können, wenn Leute krank sind. Also da geht man ja mit keinem guten Gewissen irgendwo hin. Ja und genau das ist ja der Schlüssel. Es wird auch nicht helfen, dass man sagt, irgendwie auf schnellen Qualifizierungswegen schnell Leute hinzubekommen, ich sage jetzt mal überspitzt, die es gerade mal so hinkriegen, Notruf zu rufen, wenn das eine Kind dem anderen den Finger abbeißt, aber für mehr legst du die Hand nicht ins Feuer. Also überspitzt gesprochen. Das heißt, ich will ja da als Eltern, will ich ja da schon auch leidenschaftliche Personen, die, wie du sagst, noch die Kraft haben, das auch zu tun. Aber die auch sagen, ja, ich habe da wirklich Bock drauf auf den Beruf und mache das jetzt nicht nur, weil mir nichts Besseres eingefallen ist. Und ich glaube, da dürfen wir hinkommen, dass halt gerade der Bereich mehr Wertschätzung erfährt und generell halt in der Gesellschaft, dass wir uns bewusst machen, dass das ja im Grunde das Wichtigste überhaupt ist. Also diese kleinen Menschlein, der quasi mit zu, ich mag das Wort nicht so, mit zu prägen, aber ein Stück weit. Und das ist ja auch unsere Aufgabe als Eltern, dass wir hier Menschen quasi mitentwickeln, mit großziehen, die ja unsere Zukunft prägen. Und im Grunde ist das das Allerwichtigste. Aber das vergessen wir halt oft. Aber wenn mir jetzt Pia ihre Antwort ist, also wie gelingt es Eltern berufliche Ziele zu verfolgen und gleichzeitig für ihre Kinder da zu sein? Also ich glaube, wenn du jetzt die Antwort hast. Wenn ich jetzt die Antwort habe, dann werde ich Millionärin und werde meinen Zauberspruch in die Welt verkaufen. Ich glaube, dass der Schlüssel da schon ein Stück weit in der Frage ist mit dem gleichzeitig. Also das gleichzeitig funktioniert ja nicht wirklich. Weil ich kann ja immer nur in einer Welt unterwegs sein. Also das, was ja bei Corona passiert ist, dass plötzlich das hochklarifizierte Homeoffice so die Lösung aller Dinge wäre. Dann waren die Mütter daheim mit dem Kleinkind und sollten noch ein Essay schreiben. Das geht nicht. Also das heißt, weil die Frage wäre, wie du berufliche Ziele erreichst. Also ich glaube, da dürfen wir einfach auch mal realistisch sein und uns realistische Ziele erst mal stecken. Und zu wissen, diese Zeit, wenn die Kinder klein sind, die ist ja überschaubar. Also ich sage mal, lassen wir zehn Jahre sein, wo man immer wieder mal mit Krankheiten oder, ja, brauchen wir jetzt nicht ausführen, sonstigen Ausfällen zu tun hat, wo ich halt einen Arbeitgeber auch brauche, der mich da unterstützt, der flexibel ist. Aber dann bin ich ja spätestens Vollzeit wirklich einsatzfähig. Also dann könnte ein Kind sich ja auch alleine versorgen. Und dass ich sage, okay, es ist eine kurze Phase in meinem Leben. Und wo sind der Ziele? Mit zehn sagst du, sie sind ja alleine versorgen. Naja, also rein theoretisch. Du hast doch eine Tochter, die zehn ist, oder? Ja, die ist elf. Elf? Ja, also die ist in der Tat sehr selbstständig. Also das heißt, dass rein theoretisch, sage ich immer, wäre meine Tochter mit zehn jetzt einigermaßen überlebensfähig. Wenn ich sage, pass mal auf, ich habe mir das Bein gebrochen, liege im Krankenhaus, schlüssele das Bein Nachbarn. Sie würde es hinbekommen, bis zum Abend alleine zu überleben. Das meine ich damit. Und ich glaube, dass ich genau diese Phase, die sollten wir halt auf dem Schirm haben, genauso die Arbeitgeber aber. Weil was ich erlebe, und das ist die Angst, die ja dahinter steckt, was sie ja auch sagt, ich habe Angst mit meinem Chef oder meiner Chefin da zu sprechen, also das zu verkünden quasi. Und erstaunlicherweise ist das einer meiner häufigsten Coaching-Anliegen. Also dass wirklich Frauen zu mir kommen ins Coaching und sagen, wie sage ich es meinem Chef? Dass sie schwanger sind? Ja, und das ist gar nicht mal so trivial, finde ich. Weil, also wir tröseln das dann immer auf, schrittweise das zu tun. Weil natürlich löst es bei meinem Gegenüber was aus. Also darf ich ein Stück weit immer Profiling machen, Kommunikationsprofiling. Wie tickt der denn? Wie reagiert der? Und aber auch meinem Gegenüber da Zeit zu lassen. Also gar nicht mal hinzugehen und zu sagen, ich bin schwanger und das ist die Lösung. und so stelle ich mir das vor, sondern ich habe im ersten Schritt immer erstmal, Die Information weitergeben, ich bin schwanger und das ist momentan der errechnete Entbindungstermin. Und mehr muss mein Gegenüber im ersten Gespräch gar nicht verstehen. Und dann macht euch gefasst auf alles. Es kann sein, dass er oder sie sich freut, dass er vielleicht wütend ist, enttäuscht wird oder was auch immer. Aber es wird irgendeine Emotion auslösen. Und dann machst du aber schon den zweiten Termin und in dem Termin ist es wichtig, dass ihr euch einen Plan macht. Aber da sind wir jetzt schon so in der Gesprächsplanung drin. Also ich verstehe die Angst dahinter, aber es ist wichtig, wenn eine Führungskraft noch nicht die Rolle annimmt, der Vereinbarkeit zu leben im Team, dass ich ihn oder sie dahin bringe als Mitarbeiter. Also ich sage immer, ich als Mitarbeiter und Mitarbeiterin, ich habe auch immer die Rolle, meine Führungskraft zu erinnern an die eigentlichen Aufgaben, die sie da hat. Und dann ist es natürlich immer ein bisschen abhängig von der Branche, von der Kultur. Wie du sagst, Schichtarbeit ist nochmal was ganz anderes. Aber wie flexibel sie sich da zeigen können. Und dann geht es halt um engen Kontakt. Ja, also beruflich, also du sagst erstmal ist es ganz wichtig, sich einfach kurz auch innezuhalten, dass man sagt, die ersten Jahre sind intensiv, da muss man einfach Abstriche machen, also man kann nicht so weitermachen wie vorher und dass man einfach für sich auch selber einfach so diese Eingrenzung hat, da muss einfach Veränderung her und da wird es auf jeden Fall nicht so weitergehen wie vorher. Und das auch einfach, weil es ist ja auch schwierig, Leute in dem Gedanken dann zu lassen, du kannst genauso weitermachen wie vorher, das ist ja einfach unrealistisch. Ja, das ist total unrealistisch. Und also meine Definition von Vereinbarkeit ist ja wirklich, also in erster Linie, es ist vereinbar mit mir selbst. Also ich muss mir ja selbst erstmal in den Spiegel gucken können und sagen, was will ich denn überhaupt, was kann ich leisten. Und da hast du mit Sicherheit einen viel, viel besseren Einblick als ich in der Arbeit mit den Müttern. Aber meine Erfahrung hat gezeigt, also ich stelle mir das immer vor wie so eine gausche Normalverteilung, es gibt halt wenige Mütter, die völligst drin aufgehen in dieser Mutterrolle und sagen, boah das ist geil, ich will nie wieder arbeiten gehen, ich bin angekommen und ich bin jetzt die nächsten 100 Jahre Mama. Mir fehlt mein Job überhaupt nicht. Und dann gibt es aber auf der anderen Seite auch noch einige, die sagen, mein Job ist mir total wichtig und ich habe überhaupt keinen Schmerz. Meine Kinder... Eben mit sechs Wochen schon bis um fünf in eine Gruppe zu geben. Und auch das, finde ich, das darf beides sein. Es steht völlig schwertungsfrei. Aber ich glaube einfach, dass der Großteil dazwischen ist. Und gerade die viel investiert haben in ihren Job, also die eine gute Ausbildung haben, die studiert haben, die in High Potential-Programm werden, die haben natürlich diese zwei Herzen, die da schlangen. Also zum einen für den Job, aber natürlich halt auch fürs Baby. Das ist ja total normal. Und ich glaube, genau diese beiden Welten, die darf man halt vereinen und das ist die Vereinbarkeit, beziehungsweise ich darf es halt im ersten Schritt schaffen, überhaupt die eigene Akzeptanz zu kriegen, die dürfen nebeneinander stehen. Weil das war das, was ich bei mir so gemerkt habe, dass das sich am Anfang so wie so ein Ausschlussprinzip angefühlt hat. Also entweder bin ich halt die gute Mutter, aber dann vielleicht werde ich dann so töddelig und für den Arbeitsmarkt überhaupt nicht mehr brauchbar. Oder aber ich bin halt irgendwie so das Karrierebiest und dann aber die schlechte Mutter. Also und das ist ja Käse, ist ja beides Käse. Und das darf halt beides nebeneinander stehen. Aber als du dieses Gefühl so hattest, hat er auch deine eigene, wie du aufgewachsen bist, damit was zu tun? Also deine eigene Kindheit, also dass du da einfach daran gedacht hast, dass es so wie du jetzt gerade Vereinbarkeit leben willst? Also hat dich das dann wieder so eingeholt? Ja, also in dem konkreten Fall, in der Zerrissenheit nicht, weil ich bin jetzt sehr traditionell, sage ich mal, traditionell bayerisch aufgewachsen. Also ich hatte eine Mama, die immer daheim war. Immer? Ja, fast immer. Aber so gut wie immer. Und auch nicht, als ihr zehn wart? Oder du? Bist du Einzelkind? Ich bin auch drei. Also ich bin drei. Ich bin zwei Persönlichkeiten. Du hast zwei Geschwister, Isa. Ich bin auch die Älteste. Dieselbe Konstellation. Also zwei Mädchen und der Jüngste ist mein Juni. Und ich habe dieselbe Konstellation. In dem Fall muss ich sagen, hat mich das jetzt wenig geprägt. Da habe ich mich, glaube ich, schnell irgendwie so, also mir war schon immer klar, mein Beruf ist mir total wichtig. Also da hat schon immer mein Herz dafür geschlagen und in den 20ern wollte ich auch immer die Welt verändern und die Unternehmen verändern und da bin ich auch ein bisschen ruhiger geworden. Naja, du möchtest ja trotzdem immer, das ist dein großes Thema. Ja, ich möchte auch noch die Welt verändern. Ich meine, man muss ja nicht immer gleich, aber die kleinen Sachen, im Kleinen, die Menschen. Ja, aber nicht mehr so wie früher. Früher war ich ja so mit der Machete unterwegs. Also da werde ich dann auch sagen, gehe ich jetzt zum Vorstand und ich habe es dann auch durchgezogen und mir manchmal ein blaues Auge geholt. Also da bin ich schon noch leidenschaftlich, aber auf deine Frage, das ist sehr, sehr spannend, weil das sage ich auch immer, überprüft man, wie ihr da sozialisiert wurdet. Das ist ja logisch. Das, was wir als Kinder erleben, also das Bild von einer berufstätigen oder nicht berufstätigen Mutter, das ist ja im Grunde das, was wir als Kinder als normal und richtig abspeichern. Und dieses Bild darf ich ja erstmal für mich überprüfen. Und ich habe auch so viele Frauen im Coaching, die sagen, ich habe irgendwann gemerkt, jetzt bin ich total wie meine Mutter geworden und ich wollte nie so werden. Und dann sage ich immer, das ist doch völlig normal, weil, also das wäre für mich halt so, diese ersten Monate mit Baby. Das wäre für mich halt Überleben. Und da schaltet dein kompletter Organismus auf Autopilot. Und Autopilot ist nichts anderes als ins Unterbewusstsein gehen. Und dann nimmt dein Organismus sich sämtliche Dynamiken, die halt in der Kindheit erlernt wurden. Und dann machst du es halt wie die eigene Mama. Das ist ja irgendwie logisch. Und bei mir, also um aus dem Nähkästchen zu plaudern, wäre das zum Beispiel der Fall, dass ich mit dieser Fremdbetreuung dann manchmal so in Stocken gekommen bin, weil ich ja eine Mama hätte, die immer da wäre. Also dass du da eher so ein schlechtes Gefühl hattest, wenn du deine Kinder... Ja, genau. Und das habe ich aber irgendwann gemerkt und dann für mich aber einen guten Weg gefunden, aber eben auch mit einer guten Partnerschaft, mit einer guten Kleinkindgruppe und dann Kindergarten, wo ich einfach dann auch das Vertrauen hätte und gemerkt habe, das ist total gut, wie es läuft und für meine Kinder, aber es hat Bewusstheit gebraucht, so das eigene, Modell, was ich quasi vorgelebt bekommen habe, mir zu reflektieren und sich dann herauszuziehen, was ist meins, was möchte ich beibehalten und was ist vielleicht wirklich das, was der Mama gehört. Wenn ich dich fragen darf, wenn es dir zu persönlich war, hast du deine Kinder in eine Fremdbetreuung gegeben? Wie alt waren sie da? Du kommst aus Bayern auch nochmal Ja, das stimmt. Das ist bei uns anders und ich bin ja auch noch aus einem Vorort, da ist es nochmal anders. Also ich habe auch gelernt, wir sind sehr viel traditioneller unterwegs Also ich hatte anfangs wirklich diese Babysitter-Situation, dadurch, dass ich auch keine Großeltern oder so vor Ort habe. Oder eben auch mein Bruder, der auch in München wohnt, der durfte ab und zu mal einspringen. Also so stundenweise oder aber dann mit meinem Mann. Also das wäre so ein hochflexibles Modell, weil ich hätte schon vor, sie in eine Krippe zu geben. Deswegen, ich glaube, das ist ein bisschen speziell mit meiner Ältesten. Das war so meine eigene Persönlichkeitsentwicklung. Aber ich habe auch gemerkt. Ich konnte sie nicht in eine Krippe gehen. Konnte sie, ja, ich hätte so, das wäre bei mir immer, vielleicht sollte ich das mal mit einem Therapeuten aufarbeiten, aber dieses Thema, ich hätte immer so... Ich weiß nicht, Schwierigkeiten, wenn ich mir vorgestellt habe, die schläft jetzt woanders. Also dass sie mittags schläft, weil ich hätte schon so Probleme, dass sie überhaupt bei mir so ruhig in den Schlaf kommt. Dadurch, dass das ja ein Baby war, was ständig überreizt war. Und dann war diese Option irgendwann so einfach völligst weg. Das funktioniert nicht. Und wann ist sie denn in die Betreuung gekommen? Und dann hätte ich sie mit zwei dann. Also das wäre eine Kleinkindgruppe, das wäre für mich so die abgeschwächte Version, da wäre sie dann einen halben Tag. Wenn man jetzt ehrlich ist, ist das ja auch eigentlich ein super Einstieg ins Kindergartenalter. Das fände ich auch toll. Also mit zwei Jahren. Also man muss das ja immer abwägen. Jedes Kind ist auch unterschiedlich, aber es ist ja schon einfach ein sehr gutes Alter und kann ich das auch verstehen. Und es ist ja auch deutschlandweit unterschiedlich, wie es sozusagen mit diesen Kinderbetreuung ist. In Berlin hat ja sozusagen jedes Kind einen Anspruch, ab einem Jahr einen Kindergartenplatz zu gehen und auch, es ist kostenlos. Also das ist ja nochmal, das ist ja in anderen Bundesländern ganz anders und da ist ja auch nochmal die Frage, ist der Nutzen so viel höher, dass ich so viel Geld, also da kommen wir wieder zu den Privilegien, kann ich mir, also ich glaube in München ist es ja unglaublich teuer, so einen Kindergartenplatz unter drei zu bekommen und der ist natürlich dann auch dementsprechend kostenintensiv. Ja, also inzwischen gibt es da auch, also ich kann jetzt die aktuelle Politik von München nicht wiedergeben, weil ich ja selber wie gesagt im Vorort bin und keine Kinder mehr in dem Alter habe, aber als ich quasi noch in München drin gewohnt habe, da hätte man... Der Krippenplatz, glaube ich, um die, also normaler um die 600 Euro gekostet und dann gab es aber auch welche für 1500 bis 2000. Also da ist aber dann, glaube ich, eine Sauna für Kinder und so mit dabei. Ich weiß es nicht. Aber da sind wir ja gerade bei dem Punkt, du hast es angesprochen, aber ich glaube, ein zentraler Punkt bei Vereinbarkeit ist ja auch immer die Partnerschaft. Ja. Also ich habe ja zu Beginn der Folge schon ein paar Zahlen vorgelesen. Also der Hauptteil der Väter in Deutschland geht sozusagen 91 Prozent wieder in Vollzeit zurück. Das heißt, der große Teil der Care-Arbeit bleibt bei den meisten Müttern. Und wie kann man sozusagen das auch einfach schaffen? Was denn da so, also du hast jetzt ein ganzes Buch darüber geschrieben, das verlinken wir euch natürlich in den Show Notes, aber was sind so die wichtigsten Sachen, die du auch dort empfiehlst, weil du hast ja schon so. Dass du in diesem Buch eher geschrieben hast, so realistische Beispiele hast du ja gerade gebracht und einfach auch so, dass man sich auf den Boden der Tatsachen auch so ein bisschen zurückführt. Aber was ist so auch deine Empfehlung und das wirst du ja auch in deinem Coaching, wenn Frauen sich zu dir wenden, wie kann es gelingen, dass man sozusagen einfach diese mentale Last, aber auch die Care-Arbeit gut zwischen den Partner, Partnerinnen aufteilt? Also das ist im Grunde so eine total unromantische Sache, die man da tun darf. Weil also idealerweise sollte man wirklich vor der Schwangerschaft sich schon mal hinsetzen und mal darüber sprechen, wie stellst du dir das vor. Und ich glaube auch da, dass da bei den Vätern natürlich wieder Rollenbilder mit reinspielen. Also das erlebe ich manchmal auch, Väter, das ist total traurig, die benehmen sich halt wie ein zweites Kind. Also die Kinder sind morgens aus dem Haus und haben nicht mal ihren Teller vom Frühstück weggeräumt, wo ich mir dann denke so, what? Aber damit darf man sich mal auseinandersetzen also wie ist mein Partner auch aufgewachsen was hätte er für eine Mutter und dann aber, das heißt ja nicht automatisch dass er es dann so lebt, aber dann schon mal gezielt drauf schauen, wie stellst du dir das vor und welche Möglichkeiten haben wir denn und dann ähnlich wie mit dem Arbeitgeber idealerweise einen Plan zu machen wie teilen wir das auf, gleichzeitig aber die Flexibilität im Kopf zu haben, das anzupassen weil also das ist wieder auch so, wie es bei uns passiert ist, auf einmal waren halt so Themen wie zum Beispiel Arzttermine, die hatte auf einmal ich alle. Und bei drei Kindern diese ganzen Arzttermine und Vorsorgetermine. Also irgendwann habe ich gemerkt, ich bin ja nur noch damit beschäftigt, ständig irgendwelche Arztimpf- und sonst was Termine zu vereinbaren. Alleine das. Und ich glaube, das hört sich so unromantisch und nüchtern an. Aber so kommt man ja auch in Dialog, sich da wirklich mal einen Abend zu nehmen. Und zu sagen, so, jetzt schreiben wir das mal auf, was machst denn du, was mache denn ich und wo ist das Gefühl, dass jemand zu viel oder zu wenig oder kannst du noch was übernehmen. Also es ist im Grunde Verhandlungen ein Stück weit und aber auch achtsam sein, das zu merken. Und ihr habt euch dann, also du hast dich auch so hingesetzt mit deinem Partner und ihr habt mal so aufgeteilt? Also ja, beziehungsweise ich habe dann in dem Fall schnell was über den Gartenzaun geworfen zu ihm. Ich habe dann gesagt, das machst jetzt du. Und wir haben es dann so aufgeteilt, zum Beispiel er macht Zahnarzttermine, ich mache noch Kinderarzt. Also dass wir da so Verantwortlichkeiten innerhalb dieser Arzttermine auch haben. Das ist natürlich jetzt nicht eins zu eins so runtergerechnet, wie viele Minuten im Jahr. Aber ich glaube, wichtig ist einfach, wenn einer von beiden merkt, das wird jetzt zu viel, dass man dann darüber spricht, das kommuniziert, weil wir Frauen sind halt schon oft auch sehr leidensfähig. Also wir sagen halt nichts. Machen es lieber alleine. Oder ja, weil wir es vielleicht auch denken, wir könnten es besser. Da darf man die Männer auch öfter mal wieder ins Boot holen und ihnen wir es zutrauen. Das kommt auch noch dazu. Ja, und dann eben auch die Haltung. Das habe ich auch ganz oft. Männer machen es ja nicht falsch. Sie machen es halt meistens anders. Ja, das wollte ich gerade zu dir sagen. Das ist ja glaube ich auch so ein bisschen, wollte ich dich fragen, ob du das Gefühl halt auch so kennst, wenn man halt Sachen dann abgibt. Da muss man ja damit rechnen, dass der andere das anders macht und das ist manchmal gar nicht so einfach, weil man so eine gewisse Vorstellung hat. Also da ertappe ich mich dann oft dabei. Ja, wenn ich dann abgebe und loslasse, dann muss ich auch damit rechnen, dass es jetzt nicht so in der Vorstellung vielleicht umgesetzt wird, wie ich sie habe. Ja, genau. Also das sehe ich auch so und das habe ich bei mir an manchen Stellen gemerkt, wobei ich hätte zum Beispiel nie das Thema, was ja viele haben, dieses klassische Thema ins Bett bringen. Also ich kann nur das Kind ins Bett bringen. Das kann momentan kein anderer, aber ich muss es ja stillen oder so. Das ist immer so ein bisschen die Volle. Und bei uns war es halt so, dass ich von vornherein irgendwie gemerkt habe, also ich... Er muss das auch hinbekommen, weil sollte irgendwas mal mit mir sein, was ist denn dann? Und gleichzeitig hätte er aber auch den Anspruch. Er wollte das auch. Er hat auch gesagt, er will das auch hinbekommen, sonst kommt er sich irgendwie doof vor, wenn er denkt, er steht halt nur daneben und kann nichts tun. Habt ihr euch also auch klassische, also praktische Tipps, Kommunikation vor der Schwangerschaft, also einfach bevor Kinderwunsch, also mit Kinderwunsch, wie stellen wir uns das eigentlich vor? Genau, also vor der Schwangerschaft schon idealerweise eben Erwartungshaltungen abklären. Wie stellst du dir das vor? Was kannst du dir vielleicht auch gar nicht vorstellen? Dann aber gleichzeitig zu sagen, wir gehen da rein und wir wissen einfach, wir müssen das auf jeden Fall irgendwann nachjustieren. Also ich würde sagen, auf jeden Fall, weil es ist ja immer anders, als man es sich vorgestellt hat. Und da immer wieder im Kontakt sein und dann vor allem wir Mütter auch, dass wir sagen, ja, es ist mir gerade zu viel, also auch das zuzugeben. Und das erlebe ich halt auch im Kontakt mit den Führungskräften, also die Mütter mit den Führungskräften. Ich habe ganz oft Chefs und Chefinnen, die mir dann sagen, jetzt hat die auf einmal gekündigt. Ich verstehe das überhaupt nicht. Da ging es doch gut bei uns. und eigentlich hätte die dann schon Burnout, die Mutter. Die hat sich zwei Jahre lang aufgeregt, hat aber auch nie kommuniziert, was sie eigentlich braucht. Und dann sage ich auch, da kann natürlich eine Führungskraft, die vielleicht selbst sogar kinderlos ist, kann gar nicht adäquat reagieren. Ich glaube, die Angst ist ja so groß, ne? Ja. Also jetzt gerade beim Arbeitgeber, würde ich jetzt sagen. Ja, und viele Mütter, tun halt immer noch so, das hättest du vorhin, glaube ich, an dem Punkt auch mal gesagt, die tun so, als hätten sie keine Kinder. Also die haben so den Anspruch, ich muss jetzt immer noch genauso performen wie vorher, weil sonst wird mir das als Schwäche gewertet und das darf aber möglichst auch keiner merken, dass ich Kinder habe. Und das funktioniert ja nicht wirklich gut, weil also alleine, da ist ein neuer Mensch in deinem Leben. Das verändert ja nicht nur dich, das verändert das ganze System und auch Das wäre ja in der Anfangsfrage drin, das fände ich auch so toll. Ich glaube irgendwie so, dass ich dann irgendwie eine andere bin oder dass ich dann anders bin vorher als im Team. Irgendwie so wäre die Frage. Ja, genau. Sie hat gefragt, wirklich längere Zeit aus dem Job sein. Ich frage mich, wie sich das anfühlen würde und ob ich danach überhaupt noch die gleiche im Team bin. Die gleiche im Team, ja. Die gleiche im Team bin, hat sie gefragt. Also erstmal privat ist es sozusagen ganz klar mit Partner, Partnerin seine Vorstellung. Also dass man sich da wirklich hin, ist praktisch auch wie ein Ehevertrag. Ja, ist also unsromantisch, aber sinnvoll. Ja, genau. Ihr Vertrag ist auch sinnvoll. Und du strebst sozusagen auch von vornherein an, beim Arbeitgeber sozusagen offen zu kommunizieren. Ja, ich würde es von vornherein offen kommunizieren. Und es kann dabei rauskommen, es kann immer sein, dass man merkt, okay, mein Arbeitgeber geht gar nicht mit und unterstützt er auch nicht. Hast du das viel? Nee, also eher weniger. Weil ich merke, wenn jemand wirklich proaktiv mit Lösungen auf eine Führungskraft zugeht, dann kann ich die auch mitnehmen. Was blöd ist, wenn ich quasi nur sage, ich bin jetzt schwanger und dann verfallen Führungskräfte manchmal in so eine Problemhypnose. So, oh nein, schon wieder. Und wie soll ich das denn schaffen? Aber wenn ich schon quasi, und ich sage ja im zweiten Gespräch, mit Lösungen komme und sage, so stelle ich es mir vor, Können sie da mitgehen? Was können wir uns da basteln? Dann gehen die in der Regel auch mit. Und das ist in vielen Situationen im Arbeitsleben so, dass ich als Mitarbeiter und Mitarbeiterin, wirklich schon mitdenken und Vorschläge bringen können. Und es ist immer viel einfacher für Führungskräfte, Vorschläge zu entscheiden, als selbst erstmal ein Konzept zu erstellen und dann zu entscheiden. Kommen die meisten Frauen, die dich aufsuchen, eher schon vorher zu dir? Also dass sie so ähnlich sagen wie Pia jetzt, sie plant jetzt so, okay, was sind so? Oder kommen sie eher, wenn sie merken, sie wissen nicht mehr weiter, wie kriege ich das jetzt wirklich gut hin? Ja, also eher meistens, wenn der Leidensdruck halt schon höher ist. Also wenn sie schon merken, ich komme mit meiner Führungssoftware gerade nicht weiter oder eben, wenn wirklich eine Angst da ist, also das, wie sage ich es meinem Chef, meiner Chefin, das schon. Aber ich hätte, ich überlege jetzt gerade, ich glaube, ich hätte das erst zweimal, dass wirklich eine Mutter zu mir ins Coaching gekommen ist und hat gesagt, ich plane irgendwann die nächsten Jahre schwanger zu werden. Also noch nicht mal jetzt. Aber ich hätte jetzt gern schon mal einen Plan dafür, wie ich es tun kann. Das ist natürlich schon sehr ambitioniert. Ich glaube, da darf man ja auch mal hinschauen. Das ist dann immer so ein Kontrollbedürfnis, was so oft dahinter steckt. Aber generell finde ich es gut, den Ansatz, sich selbst mal damit auseinanderzusetzen, weil das ist ja auch so ein Thema, manche werden ja Mutter, weil man halt Mutter wird. Also diese Entscheidung gegen ein Kind, das finde ich unglaublich stark, sich hinzustellen und zu sagen, das passt überhaupt nicht zu meiner Vorstellung von meinem Leben. Und ich glaube auch, das darf man tun, sich da mal hinstellen oder hinsetzen, um mal darüber nachzudenken, passt ein Kind in diese Vorstellung, wie ich mein Leben gestalten möchte? Ja, ich glaube, der Druck von außen ist halt etwas sehr hoch, dass Frauen, aber ich kenne einige Frauen, die sich ganz bewusst dagegen entschieden haben und kann das auch nachvollziehen. Das ist einfach eine super persönliche und individuelle Entscheidung. Was ich mir jetzt, also ich weiß nicht, ob du, wir kennen uns ja noch nicht so gut persönlich, aber ich habe immer so in meinem Beruf meine Vorstellung, das erzähle ich immer ein, also mein Wunschkrankenhaus, wie ich mir vorstellen könnte, so ist einfach der optimale, also so wäre das optimale Setting für Frauen, für Familien, sicher zu gebären, sicher anzukommen in den ersten Lebenstagen mit den ganz unterschiedlichen medizinischen Personal, was da vor Ort wäre. Also da wäre sehr viel vor Ort, was ich gerne hätte. Wie wäre sozusagen deine Wunschvorstellung einer optimalen Firma. Die sozusagen, was Familie braucht, um Vereinbarkeit wirklich im Beruf auch gut zu leben? Also wenn du dir jetzt was bauen könntest, also dein Unternehmen, ich meine, du kommst aus einer Personalentwicklung, wie wäre das aufgebaut? Was würdest du dir für Strukturen wünschen und was denkst du, was wäre eigentlich so das Non-Pulse-Ultra für? Also das ist eine ganz tolle Frage, weil da kann ich ja mal aus dem vollen schöpfen, wie ich es mir vorstellen würde. Also Vereinbarkeit muss dann Teil der Unternehmenskultur sein, weil Kultur ist ja quasi alles, was alles durchdringt. Die Stimmung, die Führungskräftekqualifizierung, die Entscheidungen im Vorstand. Also es muss Teil der Unternehmenskultur sein. Und was heißt es? Ich brauche intern, ich nenne es dann immer Wertebotschafter, also der Wert Vereinbarkeit müsste etabliert sein und als hoch angesehen sein und ich brauche dann konkret Personen, die als Wertebotschafter fungieren und in der Regel sind es wieder die Führungskräfte. Also für mich ist der Dreh- und Angelpunkt wirklich, dass Vereinbarkeit Teil auch einer Führungskultur ist und dass die Führungskräfte da in die Verantwortung kommen, in erster Linie, aber auch, dass sich Kollegen verantwortlich fühlen. Dass sie sagen, wenn da jetzt eben eine Frau Mutter wird oder auch ein Mann Vater wird, dass das uns alle angeht, dass wir als Team weiter funktionieren, wenn er oder sie dann eben weg ist, aber auch, wie können wir ihn oder sie wieder integrieren. Und wie können wir vielleicht sogar unterstützen? Und da braucht es halt ständigen Austausch. Und das ist eben so, das Nächste, was ich mir wünschen würde, wäre halt diese enge und vor allem menschliche Kontakt. Also einerseits zwischen Eltern und Führungskraft, aber auch zwischen Eltern und Teamkollegen. Und ich muss eine Kultur schaffen, in der ich offen über meine Herausforderungen sprechen kann. Das, was ich vorhin meinte, dass jemand flexibel reagieren kann. Und es braucht auch in dieser Kultur Vorbilder, also echte Vorbilder, die sichtbar sind. Weil das erlebe ich auch viel zu wenig, dass in den Unternehmen selber, dass es der Mütter oder Väter gibt, die sich hinstellen und sagen, das war damals eine turbulente Zeit, aber ich habe es geschafft und so und so haben wir es geschafft. Und dann, und dann höre ich auch auf, weil ich sonst hätte ich, wäre würde mein Ideal. Nee, super. Das ist total wichtig. Und dann, das rate ich den Unternehmen auch immer, weil dann heißt es immer, für Vereinbarkeit, da haben wir kein Geld. Du brauchst ja gar nicht so viel Geld. Das ist eine Frage der Haltung. Ich wollte gerade sagen. Ja und dann eben zum Beispiel, wenn du Vorbilder identifiziert hast, dass du dann Mentorenprogramme aufsetzt. Das kostet überhaupt kein Geld, das kostet halt ein Stück weit Lebenszeit. Aber mal ganz ehrlich, also wie oft sitzt jemand eine halbe Stunde länger in der Quarantine oder in der Raucherpause, da kann man auch mal ein gutes Mentorenprogramm aufsetzen. Also dass ich sozusagen fortgeschrittene Eltern mit älteren Kindern mit neuen zusammenbringe und wie haben die es geschafft quasi da auch Vereinbarkeit zu leben. Also dass ja unterm Strich Vereinbarkeit in Persona auch wieder menschlich wird und greifbar wird und dieser Kontakt zwischen den Menschen stattfindet. Ja, ich frage mich jetzt nur, wie das ist, wenn du jetzt eine Führungsposition hast, die vielleicht noch nie in dieser Situation war und auch nie sein wird, also die sich bewusst gegen Familie entschieden hat. Ich habe immer so das Gefühl, dass man glaube ich erstmal gewisse Sachen auch nachvollziehen kann, wenn man diesen Struggle auch überhaupt hat. Also alleine auch das alles zum Menschen zu managen, wie viel Care-Arbeit dahinter steckt. Also das, was wir jetzt alles gerade beschrieben haben, da verstehe ich mir. Da gehört ganz viel Empathie auch dazu und dass man auch, wenn man nicht in der Situation ist, dass man sozusagen nachvollziehen kann, wie fühlt sich jetzt die Person und da ist ja jetzt auch nicht jede Person mit ausreichend gesegnet. Deshalb, da denke ich jetzt gerade und gerade, wenn man auch oft vielleicht auch noch männliche Führungskräfte vorein hat, die ja, wenn wir leben, also wenn man ehrlich ist, ist es ja so, dass wir immer noch einfach oft die klassische Rollenverteilung haben, selbst wenn diese Person einfach ein Vater ist. Hat er es vielleicht selber nicht erfahren, wie es halt, also es gibt zu wenig Vorbilder. Ja, das stimmt. Und im Grunde, also das ist ja auch meine Definition von einer guten Führungskraft, dass sie empathisch ist. Also das heißt, wenn ich einen Mitarbeiter habe, der eine Krebserkrankung hat, dann muss ich auch empathisch sein, wie ich auf ihn oder sie reagiere. Also da muss ich nicht selbst diese Krankheit durchlaufen haben. Und manche können es besser, manche können es schlechter. Aber ich behaupte, das ist etwas, das kann ich ein Stück weit schon trainieren. Und dann braucht es halt einfach diese Bewusstheit, dass ich schon mit in der Verantwortung bin und diesen offenen Austausch bekomme. Der ist halt so unfassbar wichtig, weil als du das gerade gesagt hast, erinnerte ich mich an eine Situation, da habe ich den Vortrag halten dürfen vor, also wie man so sagt, vor den alten, weisen Männern. Also die waren echt 60 plus und das war so ein Netzwerk von Personalern. Und dann sollte ich was über Führung und Teilzeit. Und dann dachte ich erst, oh je, was erzähle ich denen, denn das wissen die doch schon alle. Und dann habe ich mich kurzfristig entschieden, ich erzähle denen jetzt, wie es den Müttern geht, also wie es mir ging. und was die brauchen. Und dann kam hinterher einer zu mir mit Tränen in den Augen und hat gesagt, er ist Vater von drei Töchtern und inzwischen hat er auch Enkelkinder. Er hat eine Frau daheim, aber er hat es nicht gesehen. Und ihm hat es nie einer gesangt. Und deswegen war das für mich auch nochmal so ein Anstoß. Was hast du ihm erzählt? Ich habe denen lediglich erzählt, wie es mir ging, als ich Mutter geworden bin. Und diese Sehnsucht nach meiner Arbeit. Also wirklich dieser Identitätszuwachs als Mutter, aber gleichzeitig eben auch meine Hebamme, du hast ja noch ein zweites Baby, das schreit und das ist dein Job. Eben dieser Job, der irgendwie zu kurz kam in dem Moment. Wann hast du den ganz explizit vermisst? Also war das gleich von Anfang an so oder? Ja, also ich habe ja total viel falsch gemacht. Ich habe ja quasi mit einem fertigen Buchmanuskript, was aber noch Korrektur gelesen werden musste, bin ich ja in mein Wochenbett. Also weil dann hat mir ja jeder gesagt, die schlafen ja so viel, das kannst du dann schon noch korrektur. Ich habe auch ein Wochenbett, ein Buch geschrieben, war auch der große Fehler. Echt? Ja, okay. Da bin ich ja froh, dass du sagst, das war auch ein Fehler. Aber ich dachte dann hinterher, da war ich dann wahnsinnig. Aber so bin ich ja da rein. Und deswegen war dieses, sage ich immer auch bei den Selbstständigen, im Nachhinein finde ich es total wichtig und das habe ich versucht dann bei den anderen beiden Kindern auch zu machen, diesen Mutterschutz wirklich wahrzunehmen, also sich ein paar Wochen vorher schon rauszunehmen und nicht wirklich bis zum letzten Tag am Schreibtisch zu sitzen, wie es ich gemacht habe, weil das ist ein paar Wochen vorher schon rauszunehmen. Also, weil einfach so von der inneren Einstellung, du weißt es ja besser als ich, von der inneren Einstellung, dass du da reinkommst in diesen neuen Abschnitt und einfach auch irgendwie wie so ein, naja, das ist wie so ein, ich habe es empfunden wie so ein Hohlraum, der da dazwischen ist, zwischen Arbeit, dann kommt eben Hohlraum, wo sich alles nochmal so ein bisschen ordnend aufsetzen darf und dann kommt ja das Neue. Ja, also deshalb gibt es ja auch diesen Nest, baut sich es einmal nochmal wirklich auch darauf vorzubereiten, nochmal auf diese neue Zeit und auch, ich glaube, wir sind ja auch alle immer sehr produktiv und denken halt, wenn man mal jetzt, also dieses Nichts, also was heißt Nichts zu, man tut ja nicht nichts, aber sich wirklich einfach mental sozusagen nochmal auf diesen neuen Abschnitt vorzubereiten, das ist gerade so in unserer schnelllebigen Zeit, einfach produktiv sein, wir haben immer ein Zeichen auch von Stärke und man macht viel. Und ich glaube, das ist halt auch so ein bisschen dieses Umdenken, dass es auch einfach ganz okay ist, sich einfach diese Zeit für gewisse Lebensabschnitte zu nehmen und das hast du ja auch am Anfang schon beschrieben, und da wäre jetzt auch nochmal meine Frage, weil. Die große Frage ist ja auch immer, wann ist denn der richtige Zeitpunkt für ein Kind? Weißt du es? Naja, ich sag halt immer, also es gibt keinen richtigen Zeitpunkt, also ich glaube, Aber so, wenn man, wenn das jetzt dich jemand fragt, jemand als Coach für Vereinbarkeit, wann ist im Berufsleben der richtige Zeitpunkt? Und ich glaube, dass es den einfach nicht gibt, also weil viele denken, ja, wenn ich jetzt noch den, gerade wenn man sehr, fokussiert auf seine Karriere ist und ich möchte dann noch diesen Step und diesen Step machen und dann ist es vielleicht einfach so, dann ist es vielleicht manchmal so, dass dann einfach die Biologen, also wir haben ja auch nur ein Zeitfenster, an dem wir Kinder kriegen können. Also manchmal finde ich es sogar gar nicht schlecht, dieses so Wie einige sagen, im Studium Kinder gekriegt haben. Das hat Vor- und Nachteile. Nachteil ist, dass man wenig Geld hat meistens und einfach noch so, aber dafür hat man halt andere, ist man einfach, ist man vielleicht noch nicht, kann man das einfach noch besser einbauen. Das geht auch. Also ich glaube, es gibt da nicht den richtigen Zeitpunkt. Ich glaube, es braucht eher den richtigen Partner oder Partnerin, dass man da merkt einfach, dass man da gefestigt ist. Aber ich will die Frage jetzt nicht selber beantworten, aber was sagst du denn dazu? Also ich sehe es absolut genauso, weil ich jetzt auch rückblickend dachte ich manchmal so, wenn ich jetzt Anfang 20 schon meine Kinder bekommen hätte, dann könnte ich jetzt schon fast wieder Oma sein. Also das hätte auch Vorteile. und vor allem, ich war Anfang 20 mit Sicherheit körperlich viel belastbarer, als ich Mitte 30 war. Also ich habe beim dritten Kind sehr viel stärker diese körperliche Anstrengung gemerkt. Gut, da hätten wir vielleicht auch noch zwei andere Kinder. Aber ich glaube, es macht einen Unterschied, was halt viele Frauen machen, auch gerade die beruflich ambitioniert sind. Das habe ich schon so erlebt. Die überlegen dann schon sehr strategisch, ah, jetzt nehme ich noch die Beförderung mit und dann mache ich noch Projekt B fertig. Dann gehe ich noch kurz ein halbes Jahr nach Indien Und dann wäre ein guter Zeitpunkt, das Kind zu kriegen, weil dann haben wir sowieso irgendwie ein Jahr und dann komme ich wieder zurück. Also das heißt, das Kind müsste dann genau in einem Zeitfenster von diesen drei Monaten auf die Welt kommen. Und natürlich sind dann Frauen oftmals frustriert bis unter Anspannung oder was auch immer, wenn es, oh Wunder, ja nicht sofort funktioniert. Und das war eben damals, als ich 30 wurde, hat meine Gynäkologin damals in Frankfurt gemeint, so sie sind jetzt 30. Jetzt dürfen Sie mal überlegen, ob Sie noch ein Kind wollen. Weil wissen Sie, ich habe hier so viele, die kommen zu mir und sagen, Sie wollen jetzt ein Kind und das muss jetzt funktionieren. Aber was glauben die denn, dass das ein Automat ist, wo man oben was reinschmeißt und unten kommt was raus? Und da bin ich da was raus, so wie geschüttelt. Und dachte so, okay, dann gucken wir mal. Und letztlich, also um die Frage zu beantworten, ich glaube auch nicht den richtigen Zeitpunkt gibt es. Es gibt immer ein Für und Wider. Das ist ein Thema, das kann ich so total zerdenken. Und ich habe aber für mich gemerkt, das ist vielleicht fast eine spirituelle Antwort, aber aus meiner Erfahrung glaube ich, hätte das schon immer seinen Sinn, wann meine Kinder zu mir wollten. Also ich habe da immer irgendwie was gespürt und ich glaube, und was auch immer das dann ist, ob das jetzt der eigene Zeitpunkt ist, dass es richtig ist, aber ich glaube, es geht da wirklich auch wieder darum, im guten Kontakt mit sich selber zu sein und da hinzuhorchen und wenn es eben dann heißt, oh ja, doch, ich glaube, so ein zweites Kind wäre noch ganz nett, dem dann einfach auch nachzugehen. Andere Frage Du beschäftigst dich Du hast es ja alles auseinandergenommen das Thema Vereinbarkeit Was ist für dich ein Land in Europa, wo du sagst, Da können wir uns ganz viel abgucken. Naja, also die Skandinavier gelten ja immer als die Vorreiter in vielen Dingen. Also auch von der Kultur, von der ganzen Kinderbetreuung. Das sind manchmal so kleine Sachen. Ich bringe mir das Beispiel, wenn du eine Kantine hast, dass du dann auch anbietest, dass Eltern sich fürs Abendessen etwas mitnehmen können. Also da kannst du etwas bestellen und dann richten die dir schon eine Tüte hin. Das ist in Skandinavien so? Ja, also gibt es Unternehmen, die das so anbieten. Ist ja eigentlich gar nicht so viel Aufwand. Ich meine, die machen ja sowieso schon Küche quasi mittags und es sind in der Regel dann schon kalte Sachen, aber jede Mutter, jeder Vater weiß, wenn du denn abends auch noch einkaufen gehen musst, wie stressig das ist. Also es sind manchmal so kleine Sachen, die sind da ganz gut. Aber ich weiß es nicht. Also das ist halt wie mit allem in der Vereinbarkeit. Ich glaube, es wird alles sein Für und Wider. Ich glaube, sie sind in der Haltung da oftmals ein bisschen weiter. Auch in Schweden zum Beispiel habe ich mit einem Unternehmen gesprochen. Die sagen schon, wenn sie wissen, ein Vater, also der ist ein Familienvater, auch gerade mit kleinen Kindern. Und der sitzt da eben um 18 Uhr immer noch im Büro. Dann wird der schon eher ein bisschen schief angeguckt. Und bei uns ist es ja andersrum. Wenn der Familienvater um 17 Uhr nach Hause geht, dann wird er auch schief angeguckt und da kommen so Sprüche wie, nimmst du dir jetzt einen halben Tag Urlaub und so. Also das heißt, da ist das Mindset schon ein bisschen anders. Aber auch da hat mir eine Mutter erzählt, eine Schwedin eben, die gesagt hat, ja weißt du, aber gleichermaßen ist es halt so, beim dritten Kind hätte ich das Gefühl, ich will jetzt gar nicht arbeiten sofort wieder. Also ich will jetzt eigentlich noch zwei Jahre daheim bleiben. Das ist mein letztes Kind und ich will das voll und ganz genießen. Und wir haben auch die finanzielle Sicherheit. Aber von außen erwartet jeder, dass ich jetzt wieder arbeiten gehe. Also das heißt, das hätte auch natürlich kleine Schatten sein. Aber es hätte auch Schatten sein. Naja, ich finde es eher besser, wenn man die Möglichkeiten hat, dass man Job und Familien vereinbaren kann. Wenn man sich einfach für was ganz anderes entscheidet, dann ist das ja auch okay. Aber da gibt es halt die Möglichkeiten und vor allen Dingen werden die Väter halt mehr ein. Weil ich glaube, was bei uns wirklich ein Problem ist, dass wir einfach noch zu wenige Väter haben, die einfach sichtbar einfach auch Vereinbarkeit mit Familie leben. Und das ist, glaube ich, einfach das Wichtigste. Wenn wir da mehr Vorbilder haben, dann wird das einfach auch umdenken, würden Firmen auch umdenken. Ja, es ist halt auch Unternehmenskultur immer noch. Also das erlebe ich schon auch. Also das ist halt meistens im Kontext von anderen Workshops, jetzt nicht Vereinbarkeit, sondern anders. Und wenn da jemand überlegt, eben Elternzeit zu nehmen und vor allem halt länger, ich sage mal eine echte Elternzeit, also nicht diese Elternzeit 13. Und 14. Monat auf Weltreise gehen, das denn schon so und da vorgehalten, ja dann, Ist der eigentlich bei uns angeschrieben? Also das sind halt irgendwie schon noch Dinge, die in den Unternehmen herrschen und das ist schade. Und da darf sich halt vor allem auch in den oberen Ebenen mal jemand hinstellen, wie du sagst, Vorbilder und das einfach tun. Weil da hatte ich nämlich eine Unternehmensberatung, da ist das so passiert. Also Unternehmensberater sind ja auch Menschen, die so rund um die Uhr arbeiten. Und dann hat einer der Seniorpartner eben zu seiner Frau gesagt, nee, also Elternzeit können ja keine nehmen. Das geht auf gar keinen Fall. Und da war aber die Partnerin auch in der Beratung. Dann ist sie hauptsächlich ausgestiegen. Er hat halt 100 Prozent weitergemacht. So und zwei Jahre später hat einer der Chefs Elternzeit genommen. Also nochmal bei Ihnen anrufen. Ganz oben, Geschäftsführer, richtig lang. Und das hat einen derartigen Druck in der Organisation gegeben, weil ihm ging natürlich die Argumentation aus diesem Seniorpartner, dass es nicht geht, weil jetzt hat es von oben einer vorgelebt und plötzlich haben sich das andere halt auch getraut. Also ich glaube, es ist schon... Ja, aber da siehst du, das braucht er erst ganz oben, damit sozusagen... So die Erlaubnis. Und vor allen Dingen auch Mut. Also Mut, das für sich einzugestehen und dass man das machen möchte. Wie ist das denn in der Beratung bei dir? Weil wir Frauen, wir haben über Teilzeit gesprochen, ich habe die Zahlen genannt. Das bedeutet aber auch für uns ja, dass wir einen finanziellen Nachteil haben, gerade wenn es vielleicht auch ist, dass sie die Partnerschaft nicht hält, sondern dass sie einfach berätst du Frauen auch dahin gehen? Einfach, dass man das... Also da bin ich zu wenig Expertin in Finanzen. Deswegen, das würde ich mir niemals anmaßen, da quasi Pläne aufzusetzen, Finanzpläne, da gibt es ja auch ganz tolle Frauen, die das Thema bespielen. Ich setze nur immer das Ausrufezeichen, ich sage immer Achtung, schaut da hin und rechnet da mit und verlasst euch auch nicht zu sehr auf die Männer. Also ich bin eher die, die so ein bisschen schüttelt und trüttelt, aber für die Umsetzung, für die Planung willst du alles für Altersvorsorge und so weiter tun, das kann ich nicht. Nee, das musst du ja nicht können, aber so, dass man darauf hinweist. Das schon, das ist mir wichtig. Oft ist es ja auch so, dass wir zwar in Teilzeit arbeiten, aber eigentlich eine volle, also das ist ja dann auch oft so, wo man sieht, ich gehe zurück in Teilzeit, aber arbeite trotzdem eigentlich gefühlt Vollzeit, verdiene aber weniger Geld. Ja, das ist ganz oft so, dass dann irgendwie so rumgerechnet wird. Jetzt mache ich nur noch 32 Stunden statt 36. Und dann sage ich immer, bist du wahnsinnig? Bleib doch bei deinen 36, dann kriegst du auch 36 bezahlt. Weil du machst mindestens 36 Stunden. Also dass Frauen dann oftmals auch zu ehrlich sind und sagen, ich schaffe das gerade nicht mehr, ich stufe jetzt runter. Und wie du sagst, die meisten arbeiten eh mehr. Das ist ja logisch. dass, wie viele kenne ich die abends, nachdem sie das Kind ins Bett gebracht haben, selber eigentlich völlig am Ende sind, nochmal einen Laptop aufkloppen und dann doch nochmal zwei E-Mails beantworten. Weil sie einen eigenen Anspruch haben, weil sie ja auch gut sind. Aber das sieht ja niemand. Also Pia, raten wir jetzt praktisch, dass es alles seine Zeit hat? Ja, das war die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt. Also dass sie da gut im Kontakt mit sich sein darf, der man hinspürt. Du hast ja auch gesagt, den richtigen Partner. glaube ich auch und mit dem Partner da auch eben rechtzeitig in, Verhandlung gehen, dann auch mutig sein und dann auch dem oder der Vorgesetzten kommunizieren beziehungsweise also entweder sie ist ja dann schon schwanger oder ich möchte das so. Und da ganz konkret dann im zweiten Gespräch schon Lösungen mitbringen. Würdest du auch raten sozusagen, wenn ich in so ein Bewerbungsgespräch gehe und ich meine, da gucken die Leute auch Wenn sich jetzt eine 30-Jährige noch keine Kinder hat, also dass man sowas auch schon proaktiv anspricht. Wie wird Vereinbarkeit hier in Unternehmen oder ist das gleich, dann wird... Naja, es kommt aufs Unternehmen drauf an. Also ich kann mir vorstellen, es gibt nur so Personaler, die sagen, die kriegt bestimmt nächstes Jahr ein Kind. Also ich empfehle es halt eher immer andersrum den Unternehmen, weil du darfst ja nicht fragen, möchten sie schwanger werden? Aber dass die Unternehmen von sich aus, das würde ich mir wünschen, dass die kommunizieren, wie wird es denn hier gelebt? Und dann kommt ja ein Dialog zustande. Also dann kann ja sein, dass die Frau sagt, also für mich ist das sowieso nicht relevant, weil ich möchte keine Kinder. Oder ich kann mich da schon mal austauschen, welche Möglichkeiten gibt es. Ja, aber wenn du als Frau, das wäre die Frage. Ich weiß es nicht. Also idealerweise würde ich immer offen ansprechen, weil ich will mich ja nicht verbiegen. Also was bringt es mir denn, wenn ich eine Stelle bekomme, die total toll ist und dann sagen die mir, aber wenn ich schwanger bin, ja mit ihnen können wir jetzt nichts mehr anfangen, dann will ich ja da auch nicht arbeiten. Aber wenn man jetzt so rein strategisch ist und quasi nicht auf dünnes Eis begeben will, dann würde ich, wenn es gar nicht zu dem Thema kommt, würde ich es wahrscheinlich nicht ansprechen. Ich bin inzwischen so weit, ich sage immer, es bringt nichts, zeig dich wie du bist, sag was du willst und dann kann auch dein Arbeitgeber dir ein Angebot machen. Und wenn das da gar nicht vorgesehen ist und in meinem Lebensentwurf weiß ich, ich will auf jeden Fall Kinder, dann macht es auch keinen Sinn. Und die Pia muss sich dann halt, also ich meine, man wird sich generell verändern. Und ich finde ja so, dass Arbeit für uns Mütter ja auch eher das neue Hobby ist. Ja, oder ich sage, es ist wie Urlaub. Wenn man dann um neun vielleicht seinen vierten Kaffee trinkt, den vierten in Ruhe, gefühlt der ganze Tag schon vorbei ist. Die Mütter sind also unfassbar dankbar. Und das habe ich auch schon erlebt, Mütter machen einfach dann auch nicht so viele Pausen. Also dieses einfach mal rumschwätzen auf dem Flur oder ach, gehst du mit einem Kaffee trinken, das machen sie weniger. Also ich erlebe, Mütter ist unglaublich dankbar und gleichzeitig, und das kann mir Pia auch noch mit auf den Weg geben, ist Mutter sein absoluter Entwicklungsbooster. Und das sind sich Frauen auch nicht bewusst. Du lernst ja so viel Kompetenzen, alleine Führung von Menschen oder Entscheidungen für andere Menschen zu treffen. Oder Resilienz, das schöne Modewort. Wir wollen ja alle resilient sein. Also wer ist resilient, wenn es nicht Mütter sind? Und das rate ich auch Frauen, gerade beim Thema Wiedereinstieg, schreibt euch mal auf, ganz bewusst, welche Kompetenzen hast du dazu gelernt? Und da sind sie selber oft hinterher erstaunt, wie viel das ist. Das ist man sich nicht bewusst. Gut, vielen Dank. Ja, danke dir. Das war ein sehr schönes Gespräch. Ich glaube einfach, dass wir noch viel Arbeit haben. Aber wichtig ist die Aufklärungsarbeit, also vor allen Dingen auch Mütter zu stärken. Also deshalb vielen Dank, dass du da so viel tust. Wir werden alles verlinken, was du zu bieten hast für uns und dass man sich einfach, glaube ich, das Wichtigste ist, wirklich vorher einfach für sich auch Gedanken machen muss, was will ich. Oder auch eine Neuorientierung nach, also berufliche Neuorientierung nach einer Schwangerschaft. Das ist ja auch oft so, dass man dann erst wirklich merkt, was will ich eigentlich wirklich. Das will ich wirklich, genau. Weil, wie du vorhin sagtest, du wirst eine andere Frau werden. Aber ich finde im positiven Sinne, es ist ein absoluter Entwicklungsbooster und den darf man nutzen. Danke. Danke dir. Also, ich hoffe, ich bin gespannt, was ihr zu der Folge gesagt, also schreibt uns gerne eure Erfahrungen auch, was ihr für Erfahrungen mit eurem Unternehmen gemacht habt, gerade wenn ihr angestellt wart. Das interessiert mich natürlich und ich bleibe mit Susanne auf jeden Fall in Kontakt und es ist ein ganz wichtiges Thema, was wir auf jeden Fall weiter in die Welt hinaustragen müssen. Dankeschön. Danke. So und dann sind wir schon wieder am Ende der Folge und bevor die Folge zu Ende geht, gibt es ja immer einen kleinen Mythen-Check. Kennt ihr schon von mir, aber heute ist es eher wieder die Kategorie Fun Fact und das Thema heute ist Papa-Tag in Norwegen, passt natürlich auch, was wir im Gespräch gerade hatten zu den Skandinaviern. Auch wenn dieser Begriff dort nicht offiziell existiert, steht er sinnbildlich für eine gelebte Realität. Väter übernehmen aktiv die Verantwortung in der frühen Kindheitsphase und das nicht nur gelegentlich, sondern strukturell verankert. Bereits seit 1993 gibt es in Norwegen eine sogenannte Vaterquote innerhalb der Elternzeitregelung. Ein Teil der Elternzeit ist ausschließlich Vätern vorbehalten. Wird er nicht genutzt, verfällt er ersatzlos. Aktuell umfasst dieser Abschnitt mindestens 15 Wochen bei voller Bezahlung oder 19 Wochen bei 80 Prozent des Gehalts. Diese Regelung zeigt Wirkung. Etwa 89 Prozent der norwegischen Väter nehmen Elternzeit. Ein Wert, der im internationalen Vergleich herausragt. Dadurch gelingt nicht nur eine frühzeitige berufliche Rückkehr der Mütter, sondern auch eine deutlich ausgewogenere Verteilung der familiären Verantwortung. Der Begriff Papatag steht somit symbolisch für eine Haltung, die die Väter nicht als Unterstützung, sondern als gleichberechtigte Elternteile begreift. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.