Music. Heute gibt es wieder eine neue Folge von Sounds Familie. Es ist Donnerstag und ich habe heute ein Thema, was mir als Mutter ganz besonders am Herzen liegt. Ich bin ja auch Mutter von vier Kindern und vor einigen Jahren habe ich eine ganz tolle Frau bei Instagram kennengelernt oder sie wurde mir vorgeschlagen, das Profil. Und dann bin ich mal wirklich noch tiefer in das Thema eingestiegen. Das Thema heute ist schwer, aber es ist super wichtig und vor allen Dingen ist es für uns als Eltern wichtig, dass wir darüber Bescheid wissen, dass wir einfach genau wissen, auf was wir achten müssen. Und es geht heute um den Schutz vor Missbrauch. Wie können wir als Eltern unsere Kinder schützen? Und ich habe mir dazu eine Expertin eingeladen. Heute ist zu Gast aus Hamburg bei mir, gegenüber sitzt sie mir, wunderschön, Lena Jensen. Und Lena ist selber Betroffene. Sie wurde im Alter von zwei bis sechs Jahren von sehr nahestehenden Personen sexuell missbraucht. Ihre Mutter hat es dann rausbekommen. Seit 2018 klärt sie bei Instagram als Content-Creatorin über das Thema auf und ich freue mich einfach, dass sie heute hier ist und mir helfen wird, uns helfen wird, wie wir einfach diesem wichtigen Thema noch mehr Sichtbarkeit geben und damit wir einfach noch mehr Kinder schützen können. Auch die Dunkelziffer ist einfach so hoch und viele Menschen wissen einfach nicht genug darüber und deshalb ist Lena heute hier. Ich freue mich so sehr, dass du da bist, Lena, dass du extra nach Berlin gekommen bist und wir hier zusammen in meinem kleinen, feinen Podcaststudio sitzen. Herzlich willkommen, Lena. Hallo, danke, dass ich hier sein darf. Lena, du bist ja selber Mutter geworden, du hast einen kleinen Sohn, der ist jetzt glaube ich anderthalb, richtig, und lebst mit deinem Ehemann in Hamburg. Hat dieses Thema für dich dich nochmal noch mehr verändert, seitdem du jetzt Mutter geworden bist? Ja, also ich glaube, es hat nochmal meine Motivation auf jeden Fall bestärkt, mehr zu machen, weil man möchte ja nicht nur sein eigenes Kind beschützen, sondern allgemein einfach Kinder beschützen. Und umso mehr ich mein Umfeld sensibilisieren kann, die Augen aufzuhaben, umso mehr Menschen habe ich ja auch, die dann mein Kind und auch andere Kinder beschützen. Ich würde gerne, bevor wir heute nochmal in dieses Thema einsteigen, wie wir unsere Kinder schützen, gerne auch nochmal ein bisschen was über deine persönliche Geschichte erfahren. Das ist super toll, dass du einfach auch so offen darüber berichtest. Du hast als Kind, als sehr kleines Kind, sexuelle Gewalt erfahren. Wie ist es rausgekommen? Du sprichst ja auch offen darüber, dass es mehrere Jahre waren. Ich meine, im Alter von zwei Jahren, also dein Sohn wird jetzt bald zwei. Ist das für dich jetzt auch nochmal so immer, dass du immer darüber nachdenkst? Ich finde immer, wenn man selber Mutter geworden ist, dann denkt man, oh Gott, und man hat Dinge erlebt, dass man dann immer, du bist wahrscheinlich jetzt auch so, okay, jetzt ist es bei mir losgegangen. Ja, ich bin mir gar nicht sicher, ob es jetzt mit zwei direkt losgegangen ist. Ich sage das immer, weil ich da die ersten Erinnerungen habe und auch mein Verhalten sich sehr geändert hat. Das kann natürlich auch vorher gewesen sein, aber da erinnere ich mich halt an die erste Missbrauchssituation, weil wir halt auch oft entweder sediert waren oder im Schlaf oder es so ein bisschen sehr schleichend passiert ist und erst zum Ende hin bei vollem Bewusstsein am Tag, sodass ich im sehr wachenbewussten Zustand war. Und ich glaube, wenn ich den Kleinen heute sehe, also ich kenne viele betroffene Eltern, die in der Kindheit das erfahren haben und später echt Probleme haben, beziehungsweise getriggert worden sind und dann teilweise sehr kühl werden. Also ich weiß nicht, gerade wenn unsere Generation jetzt zuhört, manchmal können halt Eltern, also ich meine, es gibt ja, ich fange nochmal an, ZDF heute hat so eine Studie gerade rausgebracht, dass jede fünfte Frau auf der Welt sexualisierte Gewalt in der Kindheit und Jugend erfahren musste. Und ich hatte darüber auch mal was gemacht, weil ich finde nämlich. Das geht, also das trifft ja nicht nur uns, unsere Kinder, sondern auch unsere Mütter und auch Väter natürlich. Und ich glaube, viele wissen gar nicht, was das für eine Auswirkung hat, wenn man selber Eltern wird. Ich habe halt dazu mal gelesen, dass viele dann vielleicht kühl werden und die Kinder dann nicht immer umarmen können, weil sie das halt triggert, weil sie selber es nicht aufgearbeitet haben. Oder sie haben es aufgearbeitet und dann sind die Eltern die beste Prävention für die eigenen Kinder, weil sie das eben im Kopf haben, dass es möglich ist. Es ist dann nur wichtig, eben die eigenen Ängste nicht auf die Kinder zu übertragen. Also du bist ja sozusagen, du hast ja deine Geschichte aufarbeitet und machst es ja auch mal täglich, dass du damit aufklärst. Also du bist sozusagen die beste Prävention für deinen Kind. Ich hoffe. Ja, du sagst ja, dass du sediert worden bist und ich frage mich halt immer, du darfst nicht über die Personen sprechen, die dir das angetragen haben, weil sie bis heute nicht dafür, ja, sie wurden nicht dafür verurteilt. Das stellt sich für mich natürlich die Frage, okay, wo ist hier unser Rechtssystem, also wie kann das sein? Und also sie waren einfach in so engem Umfeld vor dir, dass es deine Eltern sozusagen nicht mitbekommen haben. Genau, also tatsächlich waren es auch beliebte Personen. Die konnten supergut mit Kindern umgehen und meine Eltern haben natürlich auch beobachtet, wie gehen sie mit uns um? Und dann ist ja auch das Vertrauen so entstanden und sonst wäre es auch nicht wirklich da gewesen. Also vielleicht fangen wir so an, dass es als. Als damals alles rausgekommen ist, sind wir zur Polizei. Wir haben ja auch die Aussagen gemacht, also wir waren mehrere Kinder und wir haben alle die gleichen TäterInnen benannt. Es gab eine medizinische Untersuchung, da wurde der sexuelle Missbrauch auch festgestellt, beziehungsweise im Anal- und Genitalbereich halt eben Vernarbungen und dass die Hymne halt nicht da war und so weiter. Also die Täter haben dann auch Bescheid bekommen, dass eben das Verfahren läuft. Und Wochen später kam dann auch eine Hausdurchsuchung, weil wir eben von kinderpornografischem Material berichtet haben. Natürlich wurde da nichts mehr gefunden, weil sie dann ja schon Bescheid wussten, dass halt was läuft. Und ich glaube, all diese ganzen Beweise haben halt nicht dazu ausgereicht, die zu verurteilen. Also unsere Aussage vor allem dann halt nicht. Und ich glaube, da gibt es halt so ein paar Probleme im Rechtssystem. Es ist halt einmal, dass es nicht auf Kinder ausgelegt ist. Weil zum Beispiel als ich damals diese Aussage gemacht habe, die Leute haben mich nicht behandelt wie ein Kind, sondern wie ein Erwachsener, der eine Aussage machen soll. Die wussten nicht, wie man Kinder vernimmt. Aber sind da keine Psychologen mit dabei? Keine Ahnung. Das ist ja auch jetzt schon viele Jahre her. Ja, aber ich muss halt sagen, während des gesamten sexuellen Missbrauchs war ich ja auch in ärztlicher und psychologischer Betreuung. Und das Fachpersonal hat nichts davon gemerkt. Also du warst verhaltensauffällig sozusagen und dann wirst du eine psychologische Betreuung bekommen, weil deine Eltern natürlich irgendwie gedacht haben, was ist mit ihr los. Aber da hat keiner gemerkt, dass es vielleicht auch das sein kann. Genau. Also ich war auch beim Arzt, auch der Genitalbereich wurde untersucht. Keiner hat irgendwas festgestellt und das ist halt auch das, warum ich sage, es ist so wichtig, das für möglich zu halten, weil es so unsichtbar ist. Und das Fachpersonal war halt auch nicht so gut geschult dann, denke ich mal, weil sonst hätten sie ja einen Verdacht mal äußern können. Und wie ist es letztendlich rausgekommen? Also aus rechtlichen Gründen darf ich nicht so viel sagen, aber ich kann sagen, es gab so mehrere Zufälle. Weil es war dann nachher so, dass ich im Kindergarten wohl ein sexualisierendes Verhalten hatte, das so über normale Doktorspiele quasi hinausging. Und die Kindergärtnerin den Verdacht zu meiner Mama geäußert hatte, dass es ja sexuell im Missbrauch sein könnte. und dann hatte sie uns auch einmal zufällig früher abgeholt. Meine Mama hat geklingelt und ich erinnere mich tatsächlich auch noch an die Situation, dass ich in diesem Zimmer war. Es war alles dunkel und ich war ganz benommen und habe halt nur so einen irrigierten Penis quasi gesehen und auf einmal klingelt es und irgendwie war es so ein bisschen verschwommen. Dann war irgendwas, lassen wir klingeln, dann klingelt es nochmal und irgendwann ist dann jemand runtergegangen und dann ja. Dass meine Mama halt da ist und dann wurden wir halt rausgeholt aus dem Zimmer und ich weiß noch, wie das Licht mich total geblendet hatte. Mama hatte dann erzählt, wir sind dann die Treppe runtergekommen und dann hatten die Täter gesagt, dass wir uns nochmal kurz waschen gehen sollen. Und genau, das fand sie alles richtig komisch, das Haus war wohl auch abgedunkelt und dann hatte sie gesagt, sie bringt uns da halt nicht mehr hin. Ist dann direkt zum Jugendamt gegangen. Das Jugendamt hat dann gesagt, sie dürfen den Kindern keine Worte in den Mund legen, also keine suggestiven Fragen stellen, wie, oh, wurdest du sexuell misbraucht zum Beispiel, die man mit Ja oder Nein beantworten kann. Und dann gab es eine Spieltherapie und dann habe ich mich Wochen später geschafft, mich ihr langsam zu öffnen. Und dann sind wir eben auch zur Polizei. Und das ist halt so krass, weil bei der Polizei selber, ich saß da und die Leute, die wollten halt, dass ich denen in kurzer Zeit alles erzähle. Und die Täter haben über Jahre mich so manipuliert, dass ich nichts erzähle. Meine Mutter brauchte Wochen, bis ich mich öffne. Und dann soll ich das wildfremden Menschen innerhalb von einer Stunde, weil die wollen ja auch Feierabend machen, erzählen, ohne irgendwie einen Schutz zu haben. Das ist fast unmöglich. Ich kann mir das einfach gar nicht vorstellen. Wie war das, also als deine Mutter wirklich den Verdacht geschöpft hat, dass da was nicht, wie war das zwischen euch? Also kannst du dich da noch daran erinnern? Ich meine, wie alt warst du? Sechs, sieben? Ja, also ich weiß nur, dass sie aus dem Zimmer rausgegangen ist und dann wieder kam und sie war einfach die ganze Zeit wie so eine Löwin. Also wirklich, meine Mama hat mir erzählt, dass sie ein Kloß gespürt hat und es gebrannt hat in ihrer Kehle. Und sie dann gesagt hat, okay, ich schluck das jetzt runter, ich muss jetzt funktionieren. Und erst Jahre später ist ihr bewusst geworden, dass in dem Moment bei ihr ein Trauma entstanden ist. Und das ist das, was viele unterschätzen. Wenn ein Kindsexuilmes braucht wird, dann entsteht nicht nur da ein Trauma, sondern bei der ganzen Familie. Und ein Trauma, wenn ein Trauma entsteht, können halt die Reaktionen sein, ich glaube das nicht. Wie viele Eltern das auch machen, nee, das kann ich mir nicht vorstellen, spalten das ab oder total zerfallen und gar nicht eine Stütze sein können für das Kind oder halt eben, wie jetzt meine Mama so stark funktionieren. Erstmal runterschlucken und später alles eben verarbeiten. Das ist ganz, ganz schwer und deshalb ist es so wichtig, für Betroffene und Angehörige Hilfe zu haben. Du hast dann sozusagen ausgesagt, aber es ging ja wahrscheinlich nicht so richtig, weil du, wie du es gerade sagst, du konntest dich ja gar nicht öffnen, was ja auch ganz normal ist. Das heißt, die Aussagen, die deine Eltern und die du gemacht hast, die waren dann nicht ausreichend, um die Täter, Täterinnen sozusagen zu verurteilen. Also es ist dann sozusagen, die Anzeige ist dann einfach verlaufen. Also die Aussagen waren schon ausreichend. Also ich habe ja auch ausgesagt dann, es fiel mir nur schwer. Und ich konnte nicht in der Qualität aussagen, wie ich es vielleicht hätte machen können. Und es waren ja auch mehrere Kinder betroffen, die haben auch ausgesagt. Das Problem ist halt bei, es wird bei Kindern ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellt. Und das Glaubwürdigkeitsgutachten könnte man denken, geht darum zu gucken, ob man den Kindern glauben kann. Aber es geht um die Nullhypothese. Und die lautet, hat ein Kind Suggestion erfahren oder nicht? Und das ist ganz schlimm, weil es gibt kaum Gutachten, die positiv ausfallen. Also angenommen, ich bin jetzt quasi die Psychologin und soll ein Kind befragen, dann geht es mir nicht darum, glaube ich dem Kind jetzt oder nicht, sondern wurde das Kind irgendwie suggestiv beeinflusst. Also hat die Mutter eine Frage gestellt, wo ist Sex, wo ist es, ist es schon eine Suggestion? Und ich schreibe ins Gutachten, eine Suggestion kann nicht ausgeschlossen werden, das Gutachten fällt negativ aus. Und man liest es, Kind wird nicht geglaubt. Aber das stimmt nicht und das nimmt die Presse manchmal auch so auf, Das stimmt nicht, dass dem Kind nicht geglaubt wird, sondern es kann eine Suggestion nicht ausgeschlossen werden. Und das heißt, alles ist eine Suggestion. Wenn ich eine Therapie mache, ist es Suggestion. Alles ist das. Und deshalb ist so ein Gutachten fast nie positiv. Und ein Richter kennt sich oft nicht immer mit allen Gutachten aus, liest denn, Gutachten ist negativ. Und dann war es das quasi. Und es gibt mittlerweile so viele Forschungen zu neuen Arten, Gutachten zu machen. Also auch oder Gegenüberstellungen, dass man zum Beispiel mehrere Menschen in einem Raum hat und man guckt, wie das Kind mit den Menschen agiert und unter anderem eben auch mit dem Täter zum Beispiel. Und dass man aus Begegnungen ein Gutachten erstellen kann oder sich mehr Zeit nehmen kann. Da gibt es mittlerweile so viele Fortschritte, aber es kostet halt Geld, Zeit und das ist halt da nicht drin. Und vor allem, weil es auch vielleicht zu wenig Leute fordern. Wenn ich das jetzt so höre, dann denke ich mir so, okay, also Kinder sind unser höchstes Gut, was wir haben und sie haben eigentlich gar keinen Schutz im Rechtssystem. Ja. Also wir wissen ja, wie viele Kinder sexuellen Missbrauch einfach betrifft. Das heißt, selbst wenn sie aussagen, dann hat es eigentlich gar keinen. Ja kein, also es ist einfach nicht relevant. Also das ist, das kann ja, also ich würde mir ja da denken, wie man sich für andere Sachen einsetzt, Petitionen für das und das und das, dass man da einfach jetzt mal guckt, wie können wir, wie du jetzt sagst, es gibt neue Studien, die belegen, so kann man ein Gutachten erstellen, dass es das einfach geben muss. Also ich bin... Also was würdest du dir wünschen, wenn du dir jetzt, also ich sage immer, ich sage ganz oft so bei vielen Experten, die ich hier habe, was würdest du dir jetzt da wünschen, wie das ablaufen würde? Also ich würde mir wünschen erstmal, dass Kinderrechte überhaupt im Grundgesetz verankert werden. Das bedeutet nämlich auch, dass die mehr Mitsprache haben, dass viel mehr auf Kinder geguckt wird, dass die im Rechtssystem viel mehr stattfinden, weil kaum einer studiert übrigens auch Kindrecht, das will niemand. Weil es kein Geld bringt. Ja, Kinder sind ja keine Mandanten oder die jetzt Geld zahlen. Und dass die Kinderrechte von Menschen vertreten werden, das ist einfach unglaublich wichtig, auch vor Gericht. Und dass Kinder ein Teil des Systems auch im Rechtssystem werden. Also wenn die jetzt befragt werden von der Polizei, dass die Polizei, dass die Menschen einfach geschult sind, wie geht man mit Kindern eigentlich um? Stellt man die gleichen Fragen, macht man das anders? Auch die ganze Betreuung, also dass zum Beispiel auch Anwälte, Ärzte mehr zusammenarbeiten und man nicht 10.000 Untersuchungen im Genitalbereich hat, sondern vielleicht eine. Oder dass man die Möglichkeit hat, nochmal mehr an mehr Information einfach vom Kind zu kommen, indem man sich mehr Zeit lässt bei den Aussagen, dass man erstmal Vertrauen schafft, einen geschützten Raum, in dem das Kind sich langsam öffnen kann und dann viel qualitativ bessere Aussagen machen kann. Und es gibt es mittlerweile auch, also es gibt zum Beispiel die Schalltothäuser und so, die das machen, die schaffen Räume, die stellen Anwälte und so weiter. Die die Kinder quasi unterstützen, aber das ist alles immer nur spendenbasiert. Das ist nicht Teil das System. Wie ist es bei dir denn weitergegangen? Du hast deine Aussagen getätigt. Ich finde es auch sehr schwierig, wie du sagst, dass die Täter, Täterinnen selber informiert werden, dass es einen Verdacht gibt. Also ich meine, wie dumm sind denn bitte die Leute? Also es ist doch klar, dass die dann jedes Beweisstück, was es gibt oder irgendwelche, Fotos, Dateien einfach gelöscht werden. Also da musste man doch ganz anders vorgehen, dass man alles gleich beschlagnahmt. Also das ist ja schon wieder einfach... Ja, ich habe mal mit jemandem gesprochen, der in der Drogenfahndung und der meinte, bei Drogen wird sofort das Haus gestürmt und bei Kinderpornografie wird erst mal angerufen. Ja, hallo, wir würden dann mal übernächste Woche vorbeikommen. Wirklich? Nein, jetzt überspitzt gesagt. Aber deshalb, ich weiß auch nicht, warum das so lapidar gesehen wird. Das Problem ist auch, dass die Täter, also ich weiß es noch aus meiner Erinnerung, die nehmen die Polizei halt überhaupt nicht ernst. Sie lachen einfach über die. Weil sie wissen, ihnen passiert nichts. Genau. Genau, also du hast dann deine Aussage tätigt, dann wurde sozusagen das ganze Rechtsverfahren da eingeläutet, Aber bis heute... Genau, wurde eingestellt. Wurde eingestellt. Nach wie vielen Jahren? Ich glaube, es war nicht lange danach. Das weiß ich ehrlich gesagt gerade gar nicht. Obwohl mehrere, wie viele Kinder waren betroffen? Drei. Drei, okay. Wie ist dein Leben dann weitergegangen? Also erstmal war das so, ich erinnere mich noch an eine Situation, das Verfahren lief und irgendwas muss in diesem Verfahren gewesen sein, weswegen die wirklich diesmal irgendwie ängstlicher waren. Auf jeden Fall haben die uns ja angefangen zu bedrohen, weil wir halt nicht aufgehört haben. Und dann stand der Täter am Gartenzaun und ich habe halt hinten in der Sandkiste gespielt. Und dann hat er so meinen Namen gesagt. Ich habe mich so umgeregt, habe ihn halt gesehen. Ich hatte so Angst, aber ich konnte mich nicht bewegen, weil mein ganzer Körper war so komplett. Wie Schockstarre. Ja, und dann kam meine Mutter und hat gesagt, Lena, geh rein. Und erst dann konnte ich mich überhaupt bewegen. Und sie hat ihn dann angeschrien wie so eine Löwe wieder und keine Ahnung. Und das war aber immer so. Irgendwer stand immer vor unserem Haus. Egal, wo wir langgegangen sind, jemand stand da. Das war halt für uns eine Bedrohung. Es war jetzt keiner, der uns mit einer Pistole bedroht. Aber diese Anwesenheit, diese Einschüchterung war halt permanent da. Und dann kamen wir eben ins Opferschutzprogramm, weil es waren noch andere Sachen, die passiert sind, die ich aus rechtlichen Gründen nicht sagen kann. Aber wir kamen ins Opferschutzprogramm, aber auch nicht vom Staat, sondern vom Weißen Ring. Wir haben immer wieder gesagt, bitte beschützt uns. Aber die Polizei konnte halt nichts machen. Und dann mussten wir uns eben an den Weißen Ring wenden. und der hat uns dann geholfen, einen neuen Nachnamen zu bekommen. Dann sind wir in ein neues Haus gezogen und auch da... Wir haben alle Vorhänge runtergemacht in dem Haus, haben uns in dem Haus alle Sachen gepackt, dass es halt keiner merkt. Und dann sind wir nachts in das neue Haus quasi gezogen, konnten da neu anfangen. Und dann musstest du ja sozusagen, das ist ja wie eine neue Identität. Also du hast nicht einen neuen Vornamen bekommen, aber einen neuen Nachnamen. Und dann habt ihr einfach als Familie dann nochmal angefangen. Du warst ja, hast ja gesagt, du warst während des Missbrauchs schon in psychologischer Betreuung. Hast du dann neue Therapeuten bekommen? Ja, also ich hatte echt keinen Bock mehr auf Therapeuten. Ich hatte so viele und es war dann auch irgendwann so, das Problem ist ja, es gibt so viele Komponenten. Ich habe das geäußert, die ganze Welt ist zusammengebrochen. Ich dachte, das wäre normal. Das, was die Täter mit mir gemacht haben, dachte ich, wäre Liebe. Ich wurde ja selber auch aggressiv und gewalttätig, weil ich dachte, so zeigt man Liebe. Und ich war so manipuliert von denen. Und als meine Mama mir dann sagte, dass das alles gar nicht stimmt, dass das falsch ist, was sie gemacht haben, ist meine ganze Welt zusammengebrochen, weil ich erst da verstanden habe, dass das nicht okay war. Ich musste alles neu lernen. Meine ganze Wahrnehmung, mein Selbstvertrauen, alles war weg. Meinen Eltern ging es super schlecht. Und auch wenn die mir Schlimmes angetan haben, hatte ich Angst, dass ich sie jetzt verraten habe. Und ich habe die irgendwo ja auch geliebt und hatte trotzdem einen Trauerprozess und war aber trotzdem auch froh, weg von dieser Gewalt zu sein. Aber das alles hat dann eben zusammengeführt, dass ich dachte, okay, ich halte das hier nicht mehr aus. Und wenn ich weg bin, dann geht es vielleicht auch allen besser. Dann habe ich halt versucht, mir mit sieben Jahren halt mein Leben zu nehmen. Und der letzte Versuch war eben auf öffentlichem Grund. Und dann kam ich halt direkt in die Psychiatrie. Wie lange warst du da? Das weiß ich nicht mehr genau. Auf jeden Fall lange, weil ich habe da die EMDR-Therapie dann gemacht, weil eine Psychologin aus Süddeutschland hat dann von dem Fall gehört, kam dann hoch und hat dann angeboten, an mir diese EMDR-Therapie auszuprobieren. Magst du kurz was darüber erklären? Ja. Oder damals, also es war eben die erste Therapieform, die damals sehr neu war. Mittlerweile ist die gängiger. Da geht es darum, die Gehirnhäften quasi neu zu verknüpfen, also neu zu synchronisieren. Man geht in ein schlechtes Erlebnis und verknüpft das mit der Sicherheit heute, sodass es quasi keine Flashbacks mehr auslösen kann. Das war so krass, weil ich sah sie und ich dachte so, nee, ich habe echt keinen Bock, jetzt schon wieder eine, die so mitleidig guckt und sagt, ja, das kann ich alles verstehen, es ist so schrecklich, dein Leben ist jetzt vorbei. Weil alle haben gesagt, wirklich, ich saß immer daneben. Dann wurde über mich in dritter Person gesprochen. Ja, ganz schlimm. Ja, also ihre Tochter, sie können froh sein, wenn sie die Schule schafft. Und ich saß da und dachte so, toll, ich habe was richtig Krasses gerade eigentlich überlebt, was der, der das sagt, wahrscheinlich noch nicht mehr im Ansatz verstehen kann oder überleben könnte. und dann sagt der mir, wie mein Rest des Lebens ist, also da war ich schon richtig sauer und dann immer diese mitleidigen Blicke. Weil man fühlt so viel Leid und man kann das nicht aushalten, vor allem nicht als Kind, wenn die dann auch noch mitleiden, weil man sich so verantwortlich fühlt für all das Leid, was da gerade passiert. Also man selbst gibt sich so die Schuld. Und dann saß diese Psychologin da so und ich so und sie dann, also ich glaube, sie hat das so gespürt, auch mein Vibe. Und sie hat aber dann einfach nur die Frage gestellt, Lena, was ist eigentlich dein größter Traum? Und dann dachte ich so, hä? Okay, das hat mich jetzt doch keiner gefragt. Und dann meinte ich so, keine Ahnung, ich habe keinen größten Traum. Und dann hat sie halt immer weiter gebohrt und meinte, ich soll die Augen zu machen und mir vorstellen, egal auf der Welt, wenn alles wirklich wäre, was würdest du dir wünschen? Und dann habe ich so die Augen geschlossen und dann habe ich so gesehen, wie ich auf einer Bühne stehe und singe. Und dann habe ich das gesagt. Dann meinte sie so, oh, jetzt stell dir das so richtig doll vor, dass das wahr wird. Und ich so, ja, das wäre richtig toll und ich habe hier das Gefühl und so. Und dann sagt sie so, okay, wenn du mir jetzt vertraust, dann wird das wahr. Und ich so, hä? Okay. Ja, du musst jetzt nur das machen, was ich sage. Und ich so, okay. Und das ist so genial, weil sie hat in mir, wenn jemand das Leben verlassen will, hat der Mensch keine Hoffnung mehr. Du brauchst aber Hoffnung, um zu kämpfen. Das ist der größte Motor. Den wir haben, um dich neu fürs Leben zu entscheiden. Und sie hat in mir einfach nur diese Motivation geweckt, überhaupt noch hier sein zu wollen, dass es einen Funken Hoffnung gibt auf ein schönes Leben, was ich erreichen kann, wenn ich ihr jetzt vertraue. Egal, weil ich meinte auch so, sie verstehen mich eh nicht und wieso, wenn sie mir helfen. Und sie meinte immer nur, ja, ich muss dich nicht verstehen, ich muss es nicht erlebt haben, ich muss nur mein Handwerk beherrschen. Sie war einfach kühl, trotzdem irgendwie voller Herz, habe mich an die Hand genommen und gesagt, so, sie haben die letzten sieben Jahre deines Lebens genommen, aber jetzt holen wir uns den Rest des Lebens zurück. Und das hat mir einfach... Das war der Wendepunkt. Ja, das war der Wendepunkt. Hast du noch Kontakt zu ihr? Nee, leider nicht. Aber sie war ja so die erste Person, Weil wie du es eben beschrieben hast, fand ich sehr, ich glaube einfach, also selbst die Fachpersonen, die dich sozusagen begleitet haben in dieser Phase. Waren ja wahrscheinlich so überfordert, weil der Missbrauch ja auch so lange war. Und also, dass du ja, wie du es beschrieben hast, immer dieses Mitleid, du hättest eigentlich, wie sie war, so eine Person, die jetzt einfach mal sagt, okay, das haben wir jetzt hier, aber wir machen jetzt weiter. So nicht dieses, du hast immer dieses Betroffene so gespürt, also dass man einfach denkt, alle Mitleid und denken, oh Gott, das arme Kind. Also ja, das war, und die ist extra aus Südtörlischland sozusagen gekommen und, hat, ja, davon hast du auch neulich in einer Story, habe ich das bei dir auch gesehen, weil du warst ja gerade nominiert auch und da hast du von der Bühne nochmal gesprochen und das ist einfach so schön, also diese Frau hat ja auch mit das Leben auch so ein bisschen gerettet, weil sie einfach dir Ziele wiedergegeben hat. Ja, also Lena, wirklich eine, danke, dass du deine Geschichte hier teilst. Ich würde jetzt gerne mal so ein bisschen auf die Punkte eingehen, welche Strategien die Täter, Täterinnen bei dir angewandt haben, damit du dich niemandem sozusagen über so lange Zeit auch anvertraut hast. Weil ich glaube, das sind ja so die wichtigen Sachen, die wir wissen müssen als Eltern, als Großeltern, dass man einfach auch als Freunde, dass man einfach merkt, so okay, hier ist, was passiert da mit den Kindern? Die schlimmste Strategie und die mir noch mehr wehgetan hat als der sexuelle Missbrauch an sich ist, dass Täter versuchen, das Kind von der engsten Bezugsperson zu trennen. Also sie haben mir immer wieder gesagt, du darfst deine Mutter nicht lieb haben, sie ist böse, nur wir sind die Guten. Und auch mein Vater, aber meine Mutter war halt meine engere Bezugsperson. Und das war für mich ganz schlimm, weil ich liebe sie ja. Und dann das nicht zu dürfen oder dass es eine Strafe ist oder was Schlimmes, das hat so meine Art der Liebe und mich emotional sehr fertig gemacht. Und das haben sie auch erst angefangen, als ich zu denen auch einen Bezug hatte. Also man ist ja dann so in so einem Loyalitätskonflikt. Und das ist schlimm. Und die nutzen das gezielt aus. Also Täter gucken wirklich, okay, wie ist das familiäre Umfeld? Wo sind da Schwächen? Wie nutzen wir das? Meine Mama war zum Beispiel sehr unsicher, hat sich immer Rat von außen geholt, als ich mich dann verändert hatte und ihr gegenüber sehr aggressiv war, weil sie war ja das Böse, ich darf sie nicht lieb haben, ist meine Mama dann auch zu denen gefragt, ja, ich bin so unsicher. Lena verändert sich so, ich glaube, ich würde sie immer mehr bei mir behalten. Und dann haben die halt gesagt, dass bei ihnen ja ich gar nicht so wäre, Sie sich das gar nicht vorstellen können, ich bei denen immer glücklich bin, dass es ja an sie liegen muss, also an ihr. Und dann dachte meine Mama, ich bin vielleicht... Die Lena nicht gut tut, ich muss an mir arbeiten, dann gebe ich Lena mal lieber zu denen. Und diese ganze Manipulation vom Umfeld, nicht nur vom Kind. War halt bei denen leider genial und so aufgefächert. Also da waren halt noch andere Sachen, die ich aus rechtlichen Gründen leider nicht sagen darf, aber das war so verzwickt. Und dann gab es natürlich eben noch so Strategien, dass es eben nur nachts stattfindet oder erstmal im sedierten Zustand, dass man halt nicht genau weiß, ist das jetzt passiert, war das ein Traum und nachher eben so konditioniert wird, dass es halt das Geheimste ist, dass es was Besonderes ist und dass man das eben so macht, wenn man sich lieb hat. Okay. Also war es bei dir dann wirklich so, dass du dich immer mehr entfernt hast von deiner Mutter? Ja. Also du bist gar nicht mehr zu ihr? Doch schon, aber ich hatte immer ein schlechtes Gewissen. Also ich konnte sie nicht mehr so frei lieb haben, weil ich die anderen ja auch lieb hatte. Und Kinder lieben bedingungslos und die wollen Liebe. Und wenn du das ausnutzt und dem Kind so richtig Lovebombing diese Liebe quasi gibst und dann aber unter Bedingungen stellst, dann ist das so schwer. Also eine Strategie ist sozusagen, dass Täter versuchen, sich zwischen die emotionalen Bindungspersonen zu stellen. Man merkt ja einfach bei dir, es war ein sehr enges Umfeld. Aber was sind andere typische Strategien, die wir als Eltern kennen sollten? Wie so dieser strategische Aufbau funktioniert, die Geheimhaltung, Einschüchterung vielleicht auch noch ein bisschen. Also man sagt ja, dass die meisten sexuellen Missbrauch also wirklich auch so, wie es bei dir im nahen Bekanntenkreis, aber ich denke mal Sportvereine sind ein Thema. Kita, also was sind so Strategien, wo du sagst, die müssen wir einfach wissen, um da noch aufmerksamer zu sein? Also tatsächlich ist es selten ein plötzlicher Übergriff, sondern der ist meistens geplant über einen langen Zeitraum. Und das gibt uns die Möglichkeit, das vorwegzugreifen. Also es kann halt sein, dass zum Beispiel ein Täter ein Kind sehr lange beobachtet und guckt eben, wo die Schwächen sind. Wird es sehr autoritär erzogen, dann hat das Kind vielleicht auch Angst, nach Hause zu gehen. dann sage ich dem Kind als Täter vielleicht, das, was du gemacht hast, du wirst so Ärger kriegen. Das ist ja deine Schuld, du hast ja mich verführt oder so. Sodass das Kind nicht darüber sprechen wird. Also wir müssen solche Sachen am besten direkt unterbinden. Und das können wir, indem wir das Kind immer wieder fragen, wen magst du gerne, wen magst du nicht, bei wem hast du ein komisches Gefühl, warum? Also dass man immer im Gespräch bleibt mit dem Kind über die Beziehungen von dem Kind zu anderen Menschen. Also generell dein komplettes Umfeld würdest du sagen, dass man immer fragt, wo hast du gute Gefühle und wo hast du schlechte Gefühle? Offene Fragen stellen dem Kind, wen er mag und wen nicht und warum. Okay, finde ich jetzt, finde ich gar nicht so, also ich denke mir, man ist ja eh die ganze Zeit im Kontakt mit seinem Kind. Wie würdest du es so beöffentlichen? Also ja, wenn man jetzt so, also ich denke immer ganz viel an Sportvereine. Da habe ich ja immer so meine Bedenken. Also ich bin sowieso schon immer sehr vorsichtig, aber du hast mir einfach, also ihr solltet unbedingt Lena auf Instagram folgen, weil das hat mir einfach so viel geholfen, dass man einfach, du sagst ja auch, hast zum Beispiel neulich ein tolles We geteilt, wo du gesagt hast. Wie kann ich einfach noch aufmerksam sein und zu gucken. Und da hast du gesagt, dass man einfach auch, das Wichtigste ist, immer Fragen zu stellen, wenn Kinder anfangen, in Sportvereine zu gehen. Du hast auch gesagt, glaube ich, so früh sollen sie gar nicht, wenn sie noch nicht richtig sich äußern können, würdest du sie? Ja, also ich weiß, aus finanziellen Mitteln ist es für viele gar nicht möglich. Aber im besten Fall gibt man die Kinder erst ab, wenn sie sich äußern können. Also zumindestens ja oder nein, dass man so ein bisschen Feedback von denen bekommt. Und in der Körpersprache sieht man ja auch viel, aber so können sie zumindestens sich ein bisschen äußern. Aber einmal zum Thema Sportverein. Also tatsächlich ist es ja so, dass die Sportvereine auch ein Schutzkonzept haben müssen für Kinder. Und gerade, oder was halt unbequem ist für Täter. Was bedeutet Kinderschutzprogramm? Also was muss da in den Sportvereinen stattfinden? Schutzkonzepte sind, dass die Leute, die da arbeiten, eben Kenntnisse haben über sexuellen Missbrauch oder auch Gewalt an Kindern, dass sie Weiterbildungen machen müssen, dass klar ist, welche Maßnahmen werden getroffen, wenn was passiert. Wie wird damit umgegangen, wenn ein Kind mit einem Erwachsenen alleine ist? Darf das überhaupt sein? Oder wenn nicht, wie wird das genau geregelt? Wie sind die Räumlichkeiten zum Beispiel, wenn sich Kinder umziehen? Gibt es da Fenster? Also diese Schutzkonzepte sind mittlerweile Pflicht. Und kaum einer, also du weißt das. Also kaum einer weiß das. Ich glaube nicht, dass viele Eltern jetzt, die zuhören, wissen, dass sie eigentlich nachfragen können in ihrem Fußball oder Handball oder was auch immer. Aber die meisten haben auch keinen Bock, das umzusetzen. Also ich habe echt viel Feedback bekommen, die sagen einfach, ja, so ein Gesetz, jetzt machen die so einen Zettel fertig, das ist unser Schutzkonzept, aber wir setzen es nicht um und keiner prüft es. Und wir brauchen die Nachfrage von den Eltern. Wir brauchen das, dass man hingeht und fragt, okay, und was macht ihr hier eigentlich so für gegen Kindesnussbrauch zum Beispiel? Oder wie ist euer Schutzkonzept bei Kindern? Wie ist es eigentlich, wenn jetzt jemand mit dem Kind alleine ist? Oder ich weiß, man ist unbequem und die haben wahrscheinlich auch keinen Bock. Aber man signalisiert erstmal, dass man offen ist für dieses Thema. Das heißt, Täter wissen, okay, man ist im Gespräch vielleicht auch mit dem Kind. Man guckt genau, dann fühlen die sich vielleicht auch nicht ganz so sicher. Und man setzt die auch ein bisschen unter Druck, auch wirklich was zu tun. Also wenn du jetzt sozusagen dein Kind im Fußballverein oder was auch immer in irgendeinem Sportverein, würdest du erstmal fragen, wie ist denn euer Kinderschutz? Ja, das wäre so deine... Ja, nicht meine erste, aber... Das würdest du beim zweiten Mal auch gleich fragen. Ja, auf jeden Fall. Einfach, um auch so ein bisschen die Ausrufezeichen zu setzen. Hier, hier ist jemand, hier sind Eltern, die einfach wachsam sind und das auf dem Schirm haben, sodass man es den Täter, Täterinnen gar nicht so leicht macht, dass sie halt einfach sich nicht sicher fühlen. Genau. Würdest du Kinder auch sozusagen nicht alleine lassen bei Sportveranstaltungen? Ich glaube, es ist ein schmaler Grad zwischen, okay, wir müssen Prävention betreiben, wir dürfen aber auch nicht in Angst verfallen, weil ich merke das auch ich als Mama. Ich kann alle Präventionspunkte einhalten, aber letztendlich muss ich irgendwann auch loslassen. Ich muss mein Kind loslassen und darf meine Angst nicht auf ihn überstülpen. Ich kann nur alles in meiner Macht Stehende machen. Ja, ich glaube, das Wichtigste ist ja auch, wie du sagst, dass man Kinder sozusagen zu selbstbewussten Menschen erzieht und dass wir über Gefühle sprechen. Ich glaube, du bist auch in einer Generation noch aufgewachsen, wo das Thema halt noch, ich weiß nicht, Ich glaube, du bist ein bisschen jünger, glaube ich, als ich, aber ich glaube einfach, dass wir einfach schon deutlich weiter sind mit unseren Kindern jetzt, dass wir einfach Gefühle benennen, dass wir mehr über Gefühle sprechen, Körperteile, dass es Sexualität gibt. Also es ist nicht mehr so hinter verschlossenen Türen. Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe drei Töchter und gerade mit meiner Ältesten, die ist zwölf. Natürlich gibt es unangenehme Momente für sie, aber wenn man so Filme guckt, auch dass man darüber spricht. Also wir haben neulich einen Film geguckt und da hatten die dann Sex und dann wurde es sogar besprochen, dass sie die mit Kondom verhüten. Da habe ich gesagt, guck mal, das ist doch hier Prävention. Und sie war dann natürlich erst so, aber dass es einfach kein schambehaftes Thema ist, dass man einfach sagt, wenn man jemanden hat, den man liebt, dass man dann halt auch im beiden Einverständnis sozusagen miteinander Geschlechtsverkehr hat. Und ich glaube einfach, je offener man Kinder, glaube ich, einfach in diesen Themen bezieht, dass sie halt nicht so eine, wie du vorhin auch gesagt hast, dass es irgendwie ein unangenehmes Thema ist, dass sie da nicht irgendwie peinlich berührt sind, ist, glaube ich, auch die beste Prävention, dass sie da halt einfach nicht peinlich berührt sind. Ich habe auch eher immer so das Gefühl, oder alles, was ich jetzt auch gelesen habe, bei dir und so weiter, dass es ja oft auch einfach Kinder betrifft, die vielleicht auch benachteiligt sind, also um die sich nicht so gut gekümmert wird. Oder sehr autoritär erzogen. Oder sehr autoritär erzogen und die einfach schon eigentlich immer Angst haben. Einfach leichte Opfer. Wir haben jetzt einmal die emotionale Entfremdung von den Bezugspersonen. Was hattest du eben gerade noch? Hilf mir nochmal kurz gesagt. Also auf jeden Fall die Geschlechtsteile benennen. Also diese gängigen Sachen, die wir alle mittlerweile auch kennen. Und auch wenn jetzt eine Tante vorbeikommt, die das Kind rücken will eben und das Kind möchte das nicht, auch für die Grenzen einstehen. Das Kind halt lernt nicht Erwachsene entscheiden über meinen Körper und man darf machen mit mir, was man will, sondern ich entscheide über meinen Körper und wenn ich etwas nicht möchte, dann sage ich das auch. Und das Nein auch akzeptieren und selbst auch vorleben. Wenn ich etwas nicht möchte, dann darf ich auch Nein sagen. Und das ist ganz wichtig. Und der wichtigste Punkt für mich eigentlich ist, zu sagen, dass es sexualisierte Gewalt an Kindern gibt und dass es verboten ist. Weil wir haben so Angst vor dem Thema, dass wir Angst haben, mit unseren Kindern darüber zu sprechen. Aber wir sagen auch, wenn ein Kind über eine Straße geht, guck nach links oder rechts, sonst wirst du überfahren. Sonst kann dein Auto dich überfahren. Und das ist doch eigentlich voll schrecklich. Also eigentlich ist es so schrecklich, aber dafür haben wir nicht so viel Angst. Aber wenn wir sagen, ja, es gibt Menschen, die wollen deinen Penis anfassen und das ist verboten, das wissen auch alle Erwachsene und daran hast du nie Schuld, sondern immer der Erwachsene, dann dürfen wir das sagen oder dann müssen wir das sagen. Und dadurch, dass wir so Angst selber vor dem Thema haben, sagen wir es dann einfach nicht, weil wir Angst haben, dem Kind damit Angst zu machen. Also das finde ich nochmal ein guter Punkt, weil ich muss ganz ehrlich sagen, klar sind meine Kinder aufgeklärt und so, aber dass ich das so klar bin, mit ihm besprochen habe, wie du es gerade gesagt hast, dass ich, wenn nicht jemand an deinen Penis oder an deiner Wurve anfasst, also ich sage halt immer so, Wenn ich da jemanden anfasse, das darf keiner. Also das ist deins. Und das habe ich schon gesagt, aber dass man wirklich das so klar benennt, ist auch einfach nochmal. Aber das ist ja schon super. Und so würde man ja nur einen Schritt weitergehen und sagen, es gibt Erwachsene, die wollen das machen. Aber das ist verboten und das wissen auch alle Erwachsene. Und darin tragen Kinder nie Schuld, sondern immer nur der Erwachsene. Und so... Weiß man das dann. Okay. Was wäre dein Rat, wenn man als Eltern ein komisches Gefühl hat, dass man sagt, etwas stimmt hier vielleicht nicht, aber keinen konkreten Beweis hat? Wie geht man vor sich da vor, um dem Kind zu helfen oder vielleicht auch, weil man will ja nicht, also es ist ja so ein sensibles Thema, dass man irgendwie Angst hat, man will jetzt hier auch keinen falschen Alarm auslösen. Was würdest du uns sagen, wie würde man da vorgehen? Was würdest du sagen? Also ich würde auf jeden Fall erstmal beim Hilfetelefon anrufen, weil da kann man immer anrufen, auch wenn man ein komisches Bauchgefühl hat. Ich würde das alles schildern und erstmal die die Situation einschätzen lassen. Und manchmal geben die einen auch Gesprächsleitfaden, weil wenn es jetzt zum Beispiel eine Situation ist, wo man das Gefühl hat, da ist vielleicht schon was mit dem Kind passiert, dann ist es ganz wichtig, drei Punkte zu beachten. Und zwar einmal, eben keine suggestiven Fragen zu stellen. Also so, was hat der Mann jetzt das und das bei dir gemacht, sondern eher offene Fragen zu stellen. Wie fühlst du dich und was habt ihr gemacht und sowas, dass das Kind anfängt zu erzählen. Und zweitens, ganz wichtig, auch da nicht, weil oft reagieren und das ist völlig verständlich, Menschen dann so, wenn das Kind jetzt zum Beispiel erzählt, mein Opa hat an meiner Scheide gekitzelt oder so, dann sagt man. Nein, das ist aber verboten, das darf man nicht machen, das Kind rudert sofort zurück. Oh Gott, ich habe was Falsches gemacht, das war nicht okay, nein, hat er nicht, hat er nicht oder so. Und wenn man sowas hört, dann versuchen gegen den Instinkt zu sagen, danke, danke, dass du mir das gesagt hast und zurückzugehen und später das aufzuklären und einmal durchzuatmen quasi. Und wenn man. Und der dritte Punkt ist halt noch, bevor ich da weiterrede, ist, man muss bereit sein, das zu hören. Also wenn man jetzt mit dem Kind darüber sprechen will oder Fragen stellt und man ist nicht bereit, das zu hören und man hat Angst, das Kind spürt das. Und das Kind wird es dann nicht sagen, weil es möchte die Eltern nicht belasten. Und das ist völlig verständlich, dass man das nicht hören kann, dass man vielleicht auch keine Kraft hat und dass man Angst davor hat. Aber das Kind sieht das im Blick. Und dann ist es einfach wichtig, sich Hilfe zu holen. Und das kann man beim Hilfetelefon zum Beispiel abklären, dass man sich jemanden zur Seite nimmt, dass man an eine Beratungsstelle geht und fragt, kann ich so einen Gesprächsleitfaden haben? Wie stelle ich die richtigen Fragen? Kann ich jemanden vielleicht dabei haben oder so, der mich unterstützt oder mich aufhängt? Ich weiß, es ist super viel Arbeit und das alles zu organisieren und so, aber das kann einfach wirklich viel retten im Nachhinein. Also das Hilfetelefon ist so die erste Adresse, die du immer... Ja, weil die ist ja vom Missbrauchsbeauftragten, also vom Bund. Gab es das schon bei dir? Nee, nee, da gab es gar nichts. Ja, vielleicht, also bei uns gab es nur den weißen Ring, an den ich mich jetzt so erinnere. Aber es gibt bestimmt auch andere Vereine. Es gibt ja auch zum Beispiel noch das Schalthothaus, da kann man auch hin, einfach mit dem Kind, wenn ein akuter Fall vorliegt und da wird das Kind auch untersucht und so. Wir verlinken alle Sachen natürlich hin. Ja, also es gibt schon viele Anlaufstellen mittlerweile, aber so das Hilfetelefon finde ich so am unkompliziertesten. Was hätte dir denn damals eigentlich mehr geholfen, dass du dich eher anvertraut hättest bei deiner Mutter? Du hast gerade deine Mutter als sehr unsicher auch beschrieben. Ehrlich gesagt, glaube ich, habe ich nie so daran gedacht, dir das zu sagen. Egal, ob sie jetzt früher angefangen hätte zu bohren oder so. Also ich brauchte wirklich diese Wochen Zeit, weil ich so da drin war, dass, also ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich so gedacht habe, boah, ich muss das meinen Eltern erzählen oder so. Gar nicht? Nee. Ich glaube, das ist so ein Trugschluss, den viele haben, weil viele denken ja, ich gebe mein Kind dahin und dann, wenn was Schlimmes passiert würde, will mir ein Kind mir das ja sofort erzählen. Aber erst mal, wenn das über so viele Jahre, also erst mal, wenn das im Schlaf stattfindet, dann bist du vielleicht gar nicht bei Bewusstsein, dann weißt du nicht, dass es stattgefunden hat. Wie soll ein Kind das dann erzählen? Hattest du Schmerzen? Ja, im Intimbereich danach. Aber die Schmerzen im Intimbereich waren halt Wundsein wegen zu viel Orangensaft. Und das konnte man alles einfach so leicht abtun. Und ich frage mich auch, also ich glaube, wir dürfen nicht so unterschätzen, wie genial diese Täter vorgehen. Also wie viel Manipulation im ganzen Umfeld und bei den Kindern ist. Gab es Phasen in deinem Leben später, wo du sauer auf deine Eltern warst, dass sie es nicht eher herausgefunden haben? Nein, das hätten sie nicht. Sie hätten es nicht herausfinden können. War unmöglich einfach. Das war wirklich so gut. Wir haben jetzt ja gerade schon über deine Mutter geredet. Wie hat dieses ganz, also diese schlimme Zeit auch und danach, wie hat das euer Verhältnis geprägt? Wie hat es das verändert? Also ich habe ja schon das Gefühl, ihr seid immer noch sehr eng und du hast ja auch gerade eben gesagt, dass du ihr gar keine Schuld gibst, weil es einfach so gut geplant war. Also keine Sekunde habe ich jemals ihr da eine Schuld gegeben, überhaupt nicht. Aber ich glaube auf jeden Fall, dass sie mir gegenüber Schuldgefühle schon hat, immer noch. Also meinte sie auch, aber das ist glaube ich auch etwas, was echt schwer ist. Sie hat ihr auch Therapien gemacht, aber ich glaube, so etwas kann eine Familie oft einfach nicht aushalten, was alles passiert. Und ich bin richtig stolz auf uns, wie wir das als Familie so trotzdem gewuppt haben und was sie alles danach auch für uns getan hat. Und sie hat sich ganz schön aufgeopfert, weil sie, glaube ich, viel wieder gut machen wollte. Deshalb ist es ja auch so wichtig, dass sozusagen nicht nur du als Opfer Therapie gemacht hast, sondern auch die betroffenen Eltern müssen, glaube ich, auch einfach psychologisch begleitet werden. Aber das ist, glaube ich, eine Narbe, die bleibt da, wenn man lernt, damit zu leben. Aber was mich jetzt natürlich nochmal interessiert, ich meine, ich weiß gar nicht, wie es war, so in der Phase so ist, wie war das generelle Umfeld bei euch? Ich meine, du wirst ja sicherlich auch schon Freundinnen gehabt haben oder warst du sehr isoliert? Also habt ihr das eurem engsten Freundeskreis, Familienumfeld, haben die das berichtet? Also wie war, das ist ja auch, also wenn sowas rauskommt, dann erschüttert das ja nicht nur die eigene Kernfamilie, sondern auch das nahe Umfeld. Wie war das? Also damals haben das ziemlich viele mitbekommen, weil das schon ein großer Fall war. Und das war dann so, dass die Familie auch ein bisschen, also viele Menschen auch gesagt haben, das ist jetzt nicht so angesehen. Also ich hatte so ein bisschen das Gefühl, dass eher die Reaktion kam, ja hast du dir das nicht nur ausgesagt, hast du das im Fernsehen gesehen, du weißt ganz genau, wenn du sowas sagst, es hat große Auswirkungen sozusagen. Also, dass ich so sehr in Frage gestellt worden bin, was mir unglaublich schwer fiel. Weil ich meine, man muss sich nur heute vorstellen, wenn jemand sagt, du bist hässlich oder so. Oder deine Klamotten sind hässlich. Dann stellt man sich vielleicht eine Frage und denkt so, okay. Und jetzt stell dir mal vor, das sagen hunderttausende Menschen. Dann denkst du noch mehr, okay. Und jetzt als kleines Kind und alle Erwachsenen sagen dir, ja, bist du dir denn sicher? Außer vielleicht zwei, drei. Dann stellst du dich natürlich in Frage. Aber die Erinnerung und all das, was in einem ist, das geht dadurch ja leider nicht weg. Ich hätte mir so gerne gewünscht, das alles nur ausgedacht zu haben, im Fernsehen gesehen zu haben oder so, aber es war halt einfach nicht so. Habt ihr viel Unterstützung bekommen oder eher, so wie du es gerade beschrieben hast, also gab es auch Menschen, die euch geholfen haben? Ja, also es gab auch Menschen, die uns auf jeden Fall geholfen haben, die uns unterstützt haben und es gab aber auch Menschen eben, die uns eher Steine in den Weg gelegt haben. Weil sie es nicht geglaubt haben. Ja, weil es auch einfach, ja, das war damals 1999. Es wirft ein schlechtes Blick auf die Familie. Die Menschen waren beliebt und sehr angesehen. Konnte sich kaum einer vorstellen, dass die sowas tun. Andere wiederum haben uns komplett sofort geglaubt und haben uns halt unterstützt. Das, was dir passiert ist und die Täter, Täterinnen wurden ja nie verurteilt. Hattest du einfach jetzt im Nachhinein einfach Angst, dass es weiteren Kindern passiert und dass man sie nicht schützen kann? Also denkst du darüber viel nach? Ja, also tatsächlich werde ich ja auch oft gefragt, fühlst du dich nicht schuldig, dass die jetzt noch weitermachen? Und ich muss mal wieder sagen, ich bin nicht daran schuld, dass die weitermachen. Erstens, dass die Täter und das Rechtssystem, weil es kann ja sogar sein, dass ich noch nicht mal eine Anzeige machen wollte, wegen dem ganzen Druck und so. Aber ich habe ja sogar eine Anzeige gemacht. Und wenn die Polizei es nicht schafft, vernünftig dazu ermitteln, dass da was zustande kommt quasi, oder wenn die Beweise halt nicht reichen, dann kann ich halt nichts machen. Und ja, es ist schlimm zu wissen, was die vermutlich weitergemacht haben. Also es wurde gar nicht weiterverfolgt? Nee. Ihr wart die einzigen drei Kinder und dann wurde das... Das war richtig wütend. Ja, also es macht mich so unglaublich wütend, weil das so schlimm ist. Und wir leben ja auch gerade in superschwierigen Zeiten. Ich meine, wenn wir jetzt gerade gucken, wie es den Kindern und Familien in Gaza geht, wie es Kindern in Syrien geht, wo man auch denkt, da ist ja genau auch dieses, also in Kriegsgebieten ist es ja nochmal extremer, Wer leidet in Kriegsgebeten, das sind Frauen und Kinder, die einfach so schlimme sexuelle Gewalt dort erfahren, weil einfach die Macht da einfach so groß ist und das ist ja auch etwas so. Aber wenn man jetzt überlegt, man ist hier in normalen Verhältnissen in Deutschland und da ist es auch so ein großes Thema, das kann man sich einfach nicht vorstellen. Denn ich würde gerne nochmal, also du hast super wichtige Punkte gesagt, also ich glaube einfach, dass wir heute schon in einer Zeit aufwachsen, wo wir Kinder einfach stärken, über Gefühle zu reden, über zu sagen, dass ihr Körper ihnen gehört, dass man Grenzen setzt und Grenzen akzeptiert. Weil man kennt das, wie du es vorhin auch schon einmal gesagt hast, wenn die Tante kommt, bitte umarmen sie oder bitte küsst sie, dass Kinder müssen das nicht tun. Das ist, glaube ich, auch immer noch so ein ganz wichtiger Punkt. Aber wir haben ja jetzt auch noch einen viel größeren Punkt, wir haben das Internet. nett. Es gab ja auch diese Netflix-Sendung über, ich weiß gar nicht mal, wie die heißt, Bad Fluence oder so. Hast du die geguckt? Da geht es halt darum, dass Kinder im Internet halt ausgebeutet werden. Und zum Beispiel die letzten, die im Film bezahlt worden sind, sind Kinder. Die wurden ganz lange gar nicht bezahlt. Erst als irgendwelche Erwachsene aufgestanden sind und gesagt haben, äh. Ihr benutzt hier Kinderschauspieler, aber die werden nicht bezahlt, weil Kinder können ja nicht selber sagen, ja, ich möchte gerne Geld haben für meine Arbeit. Im Internet ist es nämlich genauso. Das wird jetzt kommen irgendwann. Ich habe jetzt auch schon in den ersten Verträgen mit Brands, weil ich mache ja auch Kooperationen mit Brands, und da stand jetzt auch drin so, wenn Kinder auf ihrem Profil sind und sie sind ein öffentlicher Account, der Geld verdient, dann sind die Kinder Teil ihrer Arbeit. Das heißt, sie müssen gewisse Jugendschutzrichtlinien befolgen. Das heißt, wenn Kinder jetzt in einem Film arbeiten, müssen sie ja auch, es müssen Zeiten eingehalten werden, Pausen, Essen und so weiter. Aber gut, das ist so eine Firma, also sehr fortschrittlich. Ja, die legen Wert auf und das wird auch kommen, weil die machen sich eigentlich strafbar, wenn Kinder zum Content gehören, egal jetzt, ob sie ganz drauf sind, halb oder so. Du musst dann diese Jugendschutzrichtlinien befolgen und eigentlich müssen sie auch Geld bekommen. Und nicht Geld, was dann ausgegeben wird für Essen, für die Familie, sondern Geld, was zurückgelegt wird auf einen Treuhandfonds oder so, wo die Kinder selber alleine ohne Bedingungen, ob sie jetzt netzende Eltern sind oder nicht, darauf zugreifen dürfen. Und das ist viel nicht klar. Viele Kinder sind doch die ganze Zeit Teil von Social Media, aber kriegen nichts. Und was noch krasser ist, ist, dass sie eigentlich auch, das sind auch Kinderrechte, die immer noch nicht im Grundgesetz verankert sind. Wenn die im Grundgesetz verankert werden, dann wird sich so viel ändern. Weil Kinder haben ein Recht auf einen geschützten Raum. Das ist ein Kinderrecht. Und wenn wir einen Raum filmen, ist der nicht mehr geschützt. Das heißt, wenn wir das Kinderzimmer filmen quasi, mit dem Kind, wo ist das Kind in dem Moment nicht mehr in einem geschützten Raum sozusagen. Und es ist einfach so wichtig. Da Unterscheidungen zu machen. Ich sage nicht, weil das finde ich auch schlimm, also damit würde ich jetzt auch nichts erreichen, wenn man sagt, so alle Kinder müssen jetzt aus dem Netz und alle, die das machen, sind böse, weil so erreicht man niemanden mit so viel Hass, sondern es geht eher darum, auszuklären. Zu sensibilisieren. Genau. Kinder können ja, wenn sie Lust haben, ab einem gewissen Alter auch YouTube machen. Da werden wir nicht dran vorbeikommen. Ja, ja, aber da fühle ich mich jetzt auch angesprochen, also weil ich auch auf jeden Fall Teil aus meinem Alltag mit meinen Kindern. Sehr so und ich finde das so, aber das ist einfach wichtig, darüber zu sprechen und da Menschen zu sensibilisieren. Das ist ihr geschützter Alltag und es ist total wichtig, dass du das ansprichst und es ist klar. Und vor allen Dingen auch ihre Privatsphäre zu schützen. Also ja, also auch Erfahrungen, was man hat einfach mit ihnen, wie sie Gefühle betreffen und so weiter, dass das natürlich schon weit oft über die Privatsphäre hinaus geht. Und wenn man das dann später dann halt mal liest, das ist natürlich ganz anders jetzt schon bei meinem 14-jährigen Sohn, der da jetzt einfach sagt, oh Mama, ich würde jetzt irgendwie auch gerne Content mit Tennis machen. Da ist es ja schon wieder so. Aber ich habe das natürlich auch schon oft beobachtet, dass Kinder dann gezwungen werden, jetzt müssen sie dieses Bild hier machen und so. Also ich würde jetzt auch keine, wenn sich das so ergibt, aber jetzt einfach so, wir müssen jetzt das und das drehen. Oder zum Beispiel, mein Sohn hatte auch Lust, der wollte sich unbedingt bei so einer Werbeagentur anmelden, weil er einfach gerne, er verdient einfach kein Geld. Er ist wirklich immer so, wo kann er arbeiten, was kann er verdienen? Das ist nicht so, es fehlt ihm. Aber so, das ist aus seinem eigenen Interesse entstanden. Und dann hat er sich da angemeldet, hat Fotos gemacht und so. Jetzt hat er da keine Lust mehr, jetzt macht er wieder mehr Sport. Aber dass man das halt einfach sieht, das ist schon total wichtig, dass du das sagst. Weil ich jetzt sozusagen Kinder in dem Alter habe von 12 und 14, das heißt... Die sind eh schon total genervt von mir oder von uns als Eltern, weil auch soziale Netzwerke natürlich, ich total, also die haben noch kein Instagram, die haben kein TikTok. Krass, dass ihr das durchhalten könnt. Also ich kenne mich da nicht aus, aber ich kann mir vorstellen, dass es bestimmt auch nicht so einfach ist. Nee, es ist nicht einfach und es ist auch wirklich eine, ich habe kein Snapchat, aber alles, was die ja machen, ist ja Snapchat. Und das haben wir jetzt erlaubt. Da kannst du ja auch so Videos drüber gucken und diese Einstellung. Und ich habe halt auch meiner Tochter erklärt, dass es einfach auch Menschen gibt, die sind böse und die wollen Kontakt zu jungen Mädchen wie dir haben. Wir haben natürlich die Einstellung durchgegangen, dass das irgendwie alles privat ist und mir die, die sie einlädt. Aber das ist ja auch ein großes Thema. Was so weit ist, das ist ja auch schon Halbtagsjobs sozusagen mit Kindern im Gespräch, was soziale Medien gekriegt, weil da tummeln sich ja auch so viele böse Menschen, die einfach Kontakt sich als Gleichaltrige ausgeben. Hast du schon zu diesem Thema Erfahrung? Das ist ja natürlich mit deinem kleinen Kind noch nicht so das Thema. Hast du noch Glück? Genieße die Jahre? Weil alle sagen ja immer, das Anfang ist so anstrengend. Ich finde eher, es wird wirklich anders anstrengend, wenn diese großen Jahre kommen, weil man sich genau mit diesen Themen halt auseinandersetzen muss. Ja, also ich glaube, es ist halt wichtig, es eben nicht mit Fremden zu schreiben. Ja, aber wie, da musst du ja ganz nah an deinem Kind dran sein, weil das ist ja, manchmal gibt sich ja einer auf. Ich meine, die Geschichten kennen wir ja aus den Medien, wo Mädchen irgendwo hingehen, weil sie sich dann im Internet verlieben. Ja, genau. Also das ist ja hochgradig gefährlich. Also hast du da schon Erfahrung, wie wir unsere Kinder davor schützen können? Nee, nicht so richtig. Das ist noch nicht dein Thema, ne? Also ich denke mir halt so, dass, wie du auch sagst, halt nicht so früh Sozialmedien, wobei es halt auch abhängig ist, wahrscheinlich von Schule und sowas alles, aber ich kenne mich auch nicht mit den Einstellungen so richtig aus. Kann ich ja ein bisschen was in meinem Leben erzählen. Das Problem ist, das kennst du ja selber noch, wenn man in dieser Phase ist, die anderen haben es alle und diese Gespräche, die man am Küchentisch führt, nur ich darf es nicht, nur ich darf es nicht. Ich glaube, dass man einfach aufklärt, was Social Media auch macht, also auch mit dem Gehirn. Also ich merke es ja selber, ich arbeite mit Social Media, ich bin auch Content Creatorin und das versuche ich meinen Kindern, meinen großen Kindern immer auch zu sagen, dass es halt auch einfach, also Zeitverschwendung ist auch viel. Wenn man jetzt nicht gezielt guten Content sich anguckt und wir haben eine App, die sozusagen alles steuert. Also ich kann sozusagen auf deren Telefon sozusagen zugreifen und kann halt gewisse, also ich kann YouTube sperren, ich kann Zeitsperren anmachen, ich kann alleine gewisse Seiten, die schon mal rausgefiltert sind. Also ich glaube, das wird immer mehr Thema. Das hat mir geholfen. Aber ich glaube, das Wichtigste ist so mein Gefühl mit größeren Kindern, ist einfach dieses im Gespräch mit dem Bleiben. Also die Zeit, sich zu nehmen, nah dran zu bleiben. Und gerade in diesen schwierigen Phasen. Also das ist gerade so mein großes Thema als Mutter jetzt. Weil man denkt, die machen ja viel selbstständig so sind, aber dass man sich wirklich bewusst diese Zeit nimmt für sie, um halt diese Nähe nicht zu verlieren. Ja, es klingt auf jeden Fall plausibel. Aber dann habe ich ja noch die Kleinen und ich habe eine Geschichte, die ich vielleicht nochmal erzählen würde. Da hätte ich gerne nochmal deine Einschätzung. Das hattest du nämlich auch schon oft gesagt. Wir haben jetzt sehr viel über den, wie wir unsere Kinder schützen können. Aber ich glaube auch, das Wichtigste ist immer, dass wir auch so ein bisschen auf unser Gefühl hören. Ich hatte neulich eine Situation beim Sport, wo meine Kleinkinder, die sind drei und sechs, gleich mit so Verniedlichungen angesprochen worden sind. Also so Schätzchen, Engelchen, Mäuschen. Da war bei mir ja schon gleich der Ofen. Also da war schon die Alarm. Weil ich habe dann gleich gesagt, also entschuldigen Sie bitte. Meine Kinder haben Namen und darauf können Sie sie ansprechen. Aber ich hatte gleich ein komisches Gefühl. Und das ist gut. Ich meine, du bist für die Kinder eingestanden, hast auf dein Gefühl gehört, bist für dein Gefühl eingestanden, hast auch signalisiert. Hab aber, ich muss ganz ehrlich sagen, hab im Bekanntenkreis dafür echt gleich wieder so, ich würde mich anstellen. Ja, das ist schade. Ja, ne? Also, dass das wirklich immer noch so ist, dass viele Menschen einfach denken, das gibt es nicht. Ja, das ist leichter. Und wenn man selber betroffen ist oder man Betroffene kennt, dann will man das vielleicht auch gar nicht wissen, weil es einen dann triggert. Also man schaltet das aus, wenn ein Trauma stattfindet. Ja, und ich hatte gleich so ein ganz, ganz, ganz tiefes Gefühl, ich kann es dir gar nicht so genau sagen, dass ich dir sofort aus dieser Gruppe rauskomme. Also ich habe mir das zweimal angeguckt, auch nicht alleine gelassen und habe gesagt, nee, das passt sich nicht gut an. Ich lasse dich auch immer nie irgendwo duschen. Ich bin auch so bei Sportvereinen, so Duschen sind für mich auch immer so, dass ich immer sage, ach komm, das machen wir zu Hause. Ich weiß nicht, ob es einfach so, dadurch, dass ich die einfach schon so lange Folge so sensibilisiert bin und so, aber weil ja viele einfach immer oft wirklich zu mir sagen, ich würde mich anstellen. Und das finde ich halt... Das ist eigentlich traurig. Ja, aber ich glaube, so ist unsere Gesellschaft. Also wie empfindest du das? Naja, ich glaube, dieses Anstellen wird eher Frauen gesagt, dass sie schnell, wenn sie unbequem ist, sich anstellen, zickig sind oder irgendeine negative Eigenschaft verbindet man damit. Ich glaube, man ist nicht gewohnt, dass Frauen aufstehen und sagen, ich möchte das nicht. Und ich finde, das ist aber wichtig. Und ich glaube, die Leute werden sich auch daran gewöhnen, dass das passiert. Ich glaube, man muss sich davon loslösen, dass andere von einem denken. Natürlich ist es wichtig, Prävention zu treiben. Und natürlich ist es auch wichtig, in Angst zu verfallen und loszulassen und die Kinder auch irgendwo zu lassen und nicht einzusperren. Aber wenn man ein schlechtes Bauchgefühl hat, dann darf man dafür einstehen. Und wenn andere einem sagen, du stellst dich an, dann soll man für die jetzt gegen sein eigenes Gefühl gehen. Das wäre für mich toxisch. Ja, nein, aber ich habe so ganz oft so, dass ich so das Gefühl habe, dass dieses Thema sexualisierte Gewalt einfach immer noch nicht so in den Köpfen ist. Also wir haben die Zahlen und wenn ich mich jetzt zurückerinnere an meine Jugend, ja, ich habe jetzt keine Vergewaltigung gehabt, aber sexualisierte Gewalt, also unangenehme Situation, die ich jetzt im Nachhinein auch im Sportverein ganz, die war mir damals gar nicht bewusst. Oder ich habe sie gar nicht angesprochen, ich habe mich nur unwohl gefühlt. Und dass man das jetzt erst merkt, wenn man mehr darüber weiß, dass das schon nicht okay war. Also diese Momente, die vielleicht noch kein Anfassen sind, aber die einfach schon im Kopf passieren, dass wir schon als Frauen damit einfach denken, das ist normal. Ja. Und das darf einfach nicht sein. Ja, und die Gesellschaft anscheinend auch, weil wenn wir was sagen, stellt man sich ja an. Ja, genau. Und uns wird es nicht geglaubt. Und ich habe jetzt auch wirklich im Freundeskreis bei meinen Freundinnen, die im Nachhinein jetzt so, ich meine Therapie sozusagen, Traumaarbeit, so man setzt sich ja viel mehr jetzt mit seiner Vergangenheit auseinander, wo so oft sexuelle Gewalt rausgekommen ist. Die abgespeichert ist, nicht unter diesem Thema, aber wo man jetzt merkt, okay, da waren Momente, wo ich eigentlich vergewaltigt wurde. Das ist schon krass. Ja, das ist richtig krass. Und dass sich das einfach so festsetzt und wir gar nicht denken, da ist uns irgendwas Böses, was Schlimmes passiert. Und da muss ein Umdenken stattfinden. Und dafür brauchen wir halt Sichtbarkeit. Dafür brauchen wir Menschen, die aufstehen, für sich einstehen, für die Kinder einstehen, sprechen. Wir müssen einfach, auch wenn Menschen das nicht wahrhaben wollen, dass es das gibt, einfach das unterm Teppich hervorholen und quasi ins Licht holen, dass das jeder sieht. Und dass man auch eben die Angst davor verliert. Weil genauso, wie wir darüber reden, dass Autos Kinder überfahren, müssen wir auch über Kindesnutzbrauch sprechen. Umso länger das schambehaftet ist, umso länger ist es halt auch im Dunkeln. Wie ist das jetzt nochmal mit deinem Kind? Ich meine, du wirst ja ganz oft gerade auch gesagt, du willst jetzt ja nicht die überängstliche Mutter, du müsst dein Kind auch freierziehen, du möchtest es schützen. Aber so ist Fremdbetreuung für dich nach so einer Erfahrung in deinem Leben Thema? Und wie gehst du vor? Also ich habe tatsächlich nie in Frage gestellt, dass ich ihn nicht fremd betreuen lassen will, weil ich finde, man nimmt den Kindern auch ein Stück. Er wird irgendwann in den Kindergarten gehen oder er wird irgendwann zur Schule gehen. Und wenn er sich natürlich auch gut ausdrücken kann, reden kann und ich finde, das ist einfach etwas, was ich ihm nicht nehmen will mit meiner Angst. Ich kann, Alles in meiner Machtstehende tun. Die Geschlechtsteile benennen. Den Körper, die Grenzen akzeptieren, das Vorleben aufklären, auch Aufklärung im Umfeld schaffen, Sichtbarkeit dafür schaffen. Aber dann muss ich eben auch lernen, loszulassen. Und dann muss ich eben auch lernen, ich kann nicht alles kontrollieren. Für dich ist eher klar, du wirst ihn erst in den Kindergarten geben, wenn er sich wirklich noch besser äußern kann? Ja, Kindergarten ist ja meistens ab drei. Ja, also Krippe ist für dich kein Thema. Also das ist auf jeden Fall schon klar, dass du sagst, er muss sich auf jeden Fall richtig äußern können. Ja, und ich möchte ja auch einfach gerne Zeit mit ihm verbringen. Ja, das ist natürlich super, aber es gibt natürlich auch immer die Situation, wo es Familien nicht möglich ist. Ich meine, du kennst ja, wo Frauen alleinerziehend sind, dass sie dann halt einfach nicht, ich glaube, das ist halt immer. Aber vielleicht ist auch nochmal wichtig zu wissen, dass statistisch gesehen, ich glaube, ich weiß die Zahl gerade nicht genau, 80, 90 Prozent oder so in der Familie stattfindet. Also sexueller Missbrauch ist im familiären Kontext wesentlich höher als in Kitas oder so. Natürlich gibt es das da auch, aber wesentlich seltener. Aber dir ist es auf jeden Fall wichtig, dass er sich erst richtig äußern kann, also richtig sprechen kann, bevor die ihn sozusagen eine Fremdbetreuung gibt. Und jetzt regelst du es komplett mit deinem, also ihr beide oder wie? Und meine Mama. Und deine Mama. Okay, das ist natürlich richtig schön. Liebe Lena, eine Sache ist, glaube ich, nochmal ganz wichtig. Ich glaube, darauf gibt es auch gar nicht so die perfekte Antwort, aber trotzdem wollte ich sie dir einmal stellen. Wenn ein Kind jetzt sozusagen sexuellen Missbrauch erfährt, gibt es Anzeichen, die uns als Eltern sozusagen einfach, dass wir da wirklich nochmal hellhörig sein können? Also auf jeden Fall plötzliche Verhaltensveränderungen, wenn das Kind auf einmal ganz aggressiv wird oder sich sehr doll zurückzieht, wenn es wieder ins Bett näst. Verhaltensauffälligkeiten können auch sein, dass das Kind sich zum Beispiel weniger konzentrieren kann, öfter Bauchschmerzen hat. Oder bei mir war es ja zum Beispiel auch, dass ich mich dann irgendwann mit Kot eingerieben habe und so, weil das ist eigentlich so, dass auch was Leute im Gefängnis machen, das Tiefste in einem Menschen, sich vor Feinden zu schützen, sich eben eklig zu machen oder auch eben Änderungsessverhalten, ganz viel zu essen oder gar nicht mehr zu essen, die Kontrolle zu behalten. Also es gibt ganz viele Anzeichen, die auf Kindeslustrauch hindeuten können, aber alles können auch andere Sachen sein. Auf jeden Fall ist dann etwas nicht in Ordnung und das sollte auf jeden Fall auf die Spur gegangen werden. Ja, Kinder können auch einfach ganz ruhig werden, in sich gekehrt. Man könnte denken, ja gut, die verändern sich ja eh ein Leben lang und man merkt es halt gar nicht. Das kann genauso sein. Es kommt auch immer auf das Ausmaß drauf an und wie das Kind das aufnimmt. Und auch im Genitalbereich, man sieht das nicht immer unbedingt. Es kann auch einfach nur ein Wundsein sein. Man denkt ja einfach so, weil es ist alles so klein an Kindern, dass man einfach größere Verletzungen einfach da auch, aber die gehen so geschickt vor, dass man das einfach nicht sieht. Ich glaube einfach, da ist auch irgendwas so ganz wichtig. Und das ist in unserer schnelllebigen Zeit ja so, dass man einfach immer in Kontakt mit seinen Kindern ist. Also gerade, dass man da dran bleibt, auch egal welches Alter, dass man einfach im Kontakt ist und dass man sowas auch einfach bemerkt. Ich würde sagen, liebe Lena, ich danke dir sehr für deine Offenheit, dass du mit so einem sensiblen Thema uns täglich sozusagen aufklärst. Es hat mir gerade nochmal wirklich so geholfen, einfach dieses Präsentsein, einfach auf sein Gefühl hören, dass wir wirklich uns Frauen einfach auch täglich passiert, dass wir einfach wirklich einfach damit an die Öffentlichkeit gehen, dass es nicht okay ist und bei unseren Kindern einfach umso wichtiger und wir müssen unsere Kinder schützen. Und ich überlege mir jetzt die ganze Zeit, was können wir jetzt gerade noch tun gemeinsam? Also schreibt uns einfach auch, wenn ihr eine Idee habt, was Kinderrechte angeht, weil das ist ja das, was einen wirklich so erschüttert, dass Kinder keine Rechte haben, dass die nicht gesichert sind. Und wenn man deinen Fall hört, wo drei Kinder einfach betroffen wurden, jahrelanger schwerer Missbrauch stattgefunden hat und dass diese Menschen einfach immer noch wahrscheinlich weitermachen und wenn sie das hören, sich ins Fäustchen lachen und denken halt so, ja, uns kann keiner was, das darf einfach nicht mehr passieren. Also deshalb, wenn ihr da Ideen habt, wie können wir, außer dass wie Lena wirklich täglich aufklärt, dass man da rechtlich einfach noch, wie können wir das besser verankern? Also das ist jetzt gerade, wo ich die ganze Zeit nachdenke, das darf doch einfach nicht sein. Dann meldet euch gerne und jetzt danke ich dir erstmal für deine Zeit. Schön, dass du hier warst. Ich würde sagen, wir verlinken alles. Es gibt ein Buch über deine persönliche Geschichte. Also sozusagen, es ist ja nicht dein Name, aber deine Geschichte wurde sozusagen gerade in einem Buch. Wie heißt das Buch, Max? Tausend Splitter zu dir. Ja, und schon Spiegelbester da. Ja, ist doch echt schön geworden. Meinst du, es wird auch verfilmt? Das wäre cool. Ja, also ich glaube, das kommt auch meistens als nächstes. Ja, wer weiß. Genau, alles Wichtige zu Lena verlinke ich euch in euren Shownotes. Ich danke dir für dieses wichtige Thema und danke für deine Zeit. Danke für deine Zeit. Tschüss. Ich glaube einfach, dass diese Folge einfach so, so wichtig ist, vor allen Dingen uns als Eltern dann nochmal wirklich mehr zu sensibilisieren, dass sexuelle Gewalt bei Kindern einfach nicht selten ist und dass wir einfach unsere Kinder einfach super aufgeklärt erziehen müssen, dass wir sie einfach in ihren Gefühlen stärken, alles das, was ich mit Lena besprochen habe und dass nicht alle Kinder einfach auch Verhaltensveränderungen zeigen, also deutliche Anzeichen, dass ihnen irgendwas Schlimmes passiert und darum geht es nämlich heute auch in unserem Mythencheck. Kinder, die sexuell missbraucht wurden, zeigen immer deutliche Verhaltensänderungen. Das muss aber nicht immer stimmen. Zwar gibt es Warnsignale wie Ängstlichkeit, Aggressivität, Bettnässen, sozialer Rückzug oder plötzliche Leistungseinbrüche, aber viele Kinder verhalten sich nach außen hin sehr brav oder angepasst, weil sie es so den von den TäterInnen angedrohten Ärger vermeiden wollen. Das heißt auch, ein scheinbar unauffälliges Verhalten kann ein Hinweis auf Missbrauch sein. Wichtig ist, nicht nur auf offensichtliche Veränderungen zu achten, sondern sensibel zu bleiben und auch subtile Signale ernst zu nehmen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissi-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.