Music. Heute gibt es wieder eine neue Folge von Sounds Familia und ein Thema, was sich ganz viele von euch gewünscht haben, ist das Thema Patchwork-Familie. Ich habe mir mal die Zahlen dazu angeguckt, weil ich gedacht habe, es sind bestimmt sehr, sehr hohe Zahlen, wie viele Patchwork-Familien es in Deutschland gibt. Es sind ungefähr so 17 bis 13 Prozent. Ich hätte vor allen Dingen mehr gedacht. Und ich habe heute mir zu dem Thema überlegt, dass ich nicht eine Psychologin einlade, die jetzt über da redet, wie trennt man sich am besten und wie baut man dann das Wechselmodell aus, sondern ich habe gedacht, es ist viel besser, jemanden einzuladen, der das lebt, also der in einer Patchwork-Familie lebt, der uns vielleicht auch seine persönlichen Erfahrungen teilen kann, was gut lief, was schlecht lief. Und dazu habe ich mir heute Nike van Dinter eingeladen. Sie sitzt mir auch schon gegenüber. Schön, dass du da bist, Nike. Hallo Sissi, ich freue mich riesig. Wer von euch Nike noch nicht kennt, Nike ist Journalistin, Unternehmerin, Mitgründerin des Modeblogs This is Jane Wayne. Einige der wichtigsten Plattformen hier in Deutschland, was Mode, Gesellschaft und vor allen Dingen Feminismus in Deutschland angeht. Also da solltet ihr auf jeden Fall mal vorbeischauen. Sie lebt in Berlin und ist Mutter von zwei Söhnen. Du hast deine Söhne mit zwei unterschiedlichen Vätern. Und deshalb leben ihr in einer Patchwork-Familie. Und meine Gedanken dazu sind, du bist ja sozusagen die Mutter und dein neuer Partner hat kein Kind mit in die Beziehung gebracht. Also wir fangen mal vorne an. Wann hast du dich sozusagen, dein erster Sohn ist wie alt? Mein erster Sohn ist zehn. Der wird in diesem Jahr noch elf. Da schlittern wir jetzt gerade in die Vorpubertät, würde ich sagen. Oder vielleicht sind wir auch schon mittendrin. Und mein zweiter Sohn ist gerade drei geworden. Und wann hast du dich getrennt sozusagen von dem ersten Papa deines Sohnes? Das ist eine spannende Frage. Du wirst lachen, aber ich kann mich nicht so richtig daran erinnern und ich frage mich mittlerweile, ob ich mir das selber so oft erzählt habe, dass wir uns noch vor dem ersten Lebensjahr getrennt haben, dass ich das mittlerweile selbst glaube, weil manchmal habe ich das Gefühl, wir haben uns erst so kurz nach dem ersten Lebensjahr getrennt und wir wissen es bald nicht mehr. Und daran kann man, glaube ich, schon erkennen, dass es wirklich so eine Phase war wie unter einer Glasglocke. Wir haben dann, glaube ich, also der Papa meines ersten Kindes und auch ich, wir haben das einfach nur überlebt. Wir sind da so durch und haben funktioniert. Aber ich glaube, wir haben beide keinen Stichtag im Kopf, an dem jetzt irgendwelche Koffer gepackt wurden. Das war so ein Prozess. Wie war so die räumliche Trennung? Das ist ja auch gar nicht so einfach, gerade wenn man in Berlin wohnt. Ich glaube, dein Sohn wird elf, also vor zehn Jahren war es, ich weiß nicht, ob es da schon einfacher, Wohnungen zu finden. Das ist ja dann auch immer so. Ich glaube, das ist auch der Schritt, den viele immer so haben. Okay, wenn sie jetzt merken, sie möchten sich trennen, aber dann räumlich sich zu trennen, ist ja auch einfach gar nicht so einfach. Ich würde auch sagen, also ich kenne es auch aus meinem Bekanntenkreis, dass es heutzutage so viel mit Glück, mit Privilegien zu tun hat, auch welches Modell man wählt. Also weil da kommt ja dann häufig die Frage, wie machen wir das Nestmodell oder auch die Problematik, dass sich dann Frauen auch oft gar nicht trennen können, beziehungsweise können ist immer so ein Begriff. Aber es ist auf jeden Fall erschwert dadurch, dass natürlich nicht einfach so eine neue Wohnung vielleicht parat steht. Und damals war das noch okay. Also es war so, dass ich das große Glück hatte, mir die Wohnung, die wir zusammen hatten, weiterhin leisten zu können. Also ich bin da quasi wohnen geblieben. Und was auch ein Glücksfall war, ist, dass der Papa meines Kindes dann in eine WG mit einem anderen getrennten Papa gezogen ist am Ufer. Und das war auch total schön. Dann hatte quasi mein Sohn einen etwas größeren Bruder eine Zeit lang. Und ich glaube, die beiden konnten sich ein bisschen austauschen. Ich meine, Männer rühren jetzt nicht unbedingt andauernd über Dinge. Da muss man vielleicht auch ein bisschen dran arbeiten. Aber ich glaube, vielleicht war es eher so das Gefühl, dann nicht ganz alleine damit zu sein. Aber zum Beginn war es trubelig, weil die Wohnung musste erst gefunden werden. Und es war schon hart. Also ich glaube, als wir es dann wirklich entschieden hatten, ist dann erstmal der Papa meines Kindes, meines ersten Kindes, zu einem seiner besten Freunde in die Wohnung gezogen und hat dann da quasi mehr oder weniger in einem Gästezimmer geschlafen und die Jo dann auch, weil wir von Anfang an... Das Wechselmodell gefahren haben. Ja, das wäre meine nächste Frage. Wie habt ihr das gemeinsam entschieden? Und wie, also Wechselmodell, kannst du ja nochmal erklären, wie habt ihr das sozusagen aufgeteilt unter euch? Also weil dein Sohn war ja noch unter eins. Oder eins, wir wissen es nicht. Oder eins oder vielleicht knapp über eins. Aber es ist ja so, in der Phase werden ja einige Kinder auch noch gestillt. Also wie war das so? Konntest ihr da? Wenn die Frage nicht so persönlich ist. Nö, überhaupt nicht. Also es hat ja auch immer, die Frage kommt ja oft, weil ich habe da auch viele Jahre eher so, ja, also nicht leichtfüßig drüber gesprochen, aber ich glaube, wir sind erst mit den Jahren Problematiken bewusst geworden, die ich gar nicht so kannte, weil jetzt im Abgleich mit meinem jetzigen Kind, der ist jetzt drei, der Kleine, und wenn ich mir vorstelle, ich würde mich jetzt trennen, dann sieht die Welt ganz anders aus als damals mit einem einjährigen Kind, dass das vielleicht natürlich den Trubel, die haben natürlich wahnsinnige Antennen. Also ich sage gar nicht, dass das keine Auswirkungen auf das Kind hat, aber er ist natürlich, er konnte jetzt noch nicht, glaube ich, so aktiv vermissen oder es uns zumindest nicht zeigen. Also solange er nicht geweint hat und das hat er wirklich sehr selten, konnten wir uns eigentlich sicher sein, dass er glücklich ist und mit der Situation wächst, in die Situation rein wächst. Deswegen haben wir von Anfang an, also wie gesagt, eher Kraut und Rüben so nach unseren Bedürfnissen gewechselt, nie zu lange Abstände. Das waren zu Beginn wirklich so zwei Tage, höchstens drei, weil ich glaube, wir Eltern die Vermissung sonst kaum ausgehalten hätten und wir auch ihm das nicht zumuten wollten, so lange von uns weg zu sein. Und so hat es dann gestartet, weil wir auch beide viel gearbeitet haben. Und es kam eigentlich erstmal nicht in Frage, dass dann eine Person, also sowieso auch wegen der Bindung nicht. Wir sehen uns da sehr, sehr auf Augenhöhe. Also ich hätte mir gar nicht vorstellen können, ein Wochenend-Vater so an meiner Seite zu haben oder auch andersrum mein Kind so lange nicht zu sehen, obwohl ich dafür wahnsinniges Verständnis habe. Auch das ist mir total wichtig, dass ich ja über meine Perspektive hier spreche. Und es gibt auch immer äußere Umstände oder eigene Einstellungen, die das alles komplett anders aussehen lassen. Aber da war es so. Zwei bis drei Tage, das finde ich super. Und vor allen Dingen, dass er zu beiden Elternteilen einfach so eine, weiterhin so eine gute Bindung aufbauen konnte. Was du gerade sagst, die wird ja auch in den ersten Lebensjahren gesetzt, sodass ihr das ermöglicht habt. Aber trotzdem wart ihr im Prozess einer Trennung, einer partnerschaftlichen Trennung. Wie habt ihr das so gut hingekriegt? Also es hört sich ja sehr harmonisch aus. Es gab bestimmt auch mal Tage, wo es jetzt nicht so gut lief, aber trotzdem hört es sich ja auch diese Trennung sozusagen, dass ihr das einfach im Wohle eures Sohnes entschieden habt. Also hast du da persönliche Erfahrungen, wo du sagst, darum hat das so gut funktioniert auch? Ich glaube, wenn ich ganz ehrlich zu mir selbst bin, weil ich bin ein wahnsinnig impulsiver Mensch, dann hat das vor allen Dingen wegen des Papas so gut funktioniert, weil der ist eine total ruhige Seele. Und es ist deswegen eigentlich kaum Drama möglich. Und ich sage jetzt nicht, dass es nicht auch seine Kehrseiten hat, aber es war schmerzhaft. Aber wir konnten in jedem Augenblick miteinander sprechen. Und das war, glaube ich, das Wichtige, dass wir auch nichts in Stein gemeißelt haben und dass wir nicht gesagt haben, okay, jetzt sind wir getrennt und dann läuft es so, sondern dass wir bis heute eigentlich anerkennen, dass Patchwork immer eher so ein fließendes Familienliebeshaufenkonstrukt ist, was sich verändern darf und kann und auch mit den Bedürfnissen der Beteiligten gibt. Wachsen darf oder sich verändern darf. Und das fand ich ganz schön, weil es gab dann auch, also ich glaube, radikale Empathie ist wichtig und trotzdem natürlich eigene Grenzen zu haben. Aber wenn ich angerufen habe und gesagt habe, hey, ich bin hier irgendwie gerade noch in einer Gründungsphase und ich bin jetzt zwei, drei Tage im Ausland und ich weiß, es ist hart und wir haben es nicht abgesprochen, dann war das kein Problem. Und gleichzeitig hat man automatisch darauf geachtet, es nicht auszugleichen eins zu eins, aber man hat versucht, sich respektvoll diese Räume zu geben. Und ich bin wirklich der Meinung, dass das geklappt hat, weil wir ein Kind hatten. Ich weiß nicht, wenn wir ohne Kind uns getrennt hätten, hätten wir uns vielleicht viel mehr gezankt und gestritten. Und so ist es ja bei mir zumindest so, dass auch wenn ich heute noch mal richtig Groll habe, denn du hast recht, also ich glaube, es ist bei uns sehr harmonisch, aber wir sind eine Familie und welche Familie ist immer harmonisch? Also ich schreibe manchmal wirklich auch Nachrichten, da fliegen dir die Ohren ab und auch da ist es okay, dann auch Fehler zu machen und dann kann man danach dann irgendwie so einen Boden stampfen und dann rufe ich eine Stunde später und sage so, ich bin richtig sauer. Dann kommt zurück so, ja, okay, verstehe ich, aber so geht es nicht, aber ist okay, dann lass uns jetzt drüber sprechen. Und ich glaube, diese Offenheit zu haben, dass man sich daneben benehmen darf, dass man trauern darf, dass man Sachen falsch machen darf, und dass man miteinander versucht, den Alltag zu gestalten und nicht versucht, so die eigenen, ja, so, wie sagt man denn, so Prinzipien durchzusetzen. Wir haben gesagt, alle zwei Tage, dann ist es jetzt auch alle zwei Tage. Auch da, wahnsinniges Glück. Wir waren zu dem Zeitpunkt natürlich beide Solo-Selbstständig und das bedeutet nicht, dass wir weniger gearbeitet haben, aber es war eben möglich, in die Nacht hereinzuarbeiten oder sowas. Das ist natürlich dann, will ich auch nochmal betonen, mir ist bewusst, dass es für Familien oder Einzelpersonen in Festeinstellungen nochmal eine ganz andere logistische Herausforderung auch ist, da um die Bedürfnisse eines Kindes rum. Alles zu justieren. Weswegen dann auch, glaube ich, viel häufiger die Konstellationen zustande kommen, dass es eben kein 50-50-Modell ist, weil das muss man sich natürlich auch leisten können. Also die Selbstständigkeit gibt einem schon eine andere Flexibilität. Total, sie hat Vor- und Nachteile. Ich würde sagen, manchmal denke ich, wenn ich in einer Festanstellung gewesen wäre, vielleicht sogar auch mehr Zeit für mein Kind gehabt. Aber ich hatte anders Zeit. Ihr hattet ja zu dem Zeitpunkt der Trennung, die ging ja sozusagen, du hast es toll beschrieben, aber da waren ja keine anderen Partner involviert. Also ihr seid ja sozusagen bei mir ehrlich gesagt relativ schnell. Ja, aber erstmal ja nicht, oder? Ja. Das Mann, ich habe wirklich manchmal, ich muss es so sagen, ich habe manchmal ein richtiges Spatzen und ich lebe irgendwie im Jetzt und was früher war oder was später kommt, ist teilweise problematisch. Also ich würde jetzt fast sagen, dass vielleicht zwei, drei Monate vergangen sind, bis ich in einer neuen Beziehung war. Aber das ist nicht die Beziehung, in der du jetzt bist. Nee, also es war eine Zwischenbeziehung quasi. Und es war mit einer Schulliebe quasi. Es war jetzt kein neues Kennenlernen und da ist auf einmal so ein neuer Mann. Das war vielleicht auch eine Art von Eskapismus, der mich auch gerettet hat über die Trauer hin. Also wenn mich Leute oder Freundinnen fragen, die vielleicht so in etwas schwierigeren Situationen gerade sind. Und die haben auch immer gesagt, ich weiß gar nicht, wie du das schaffst, dass du irgendwie nicht so richtig trauerst oder man merkt es nicht. Und dann muss man immer sagen, ja, man merkt es nicht. Also ich habe natürlich auch getrauert und Rotz und Wasser geheilt. Aber ich meine, ich war 26, meine FreundInnen sind gefühlt ins Berghain gegangen und ich saß da ohne Großeltern in der Stadt mit einem Kind. Also ich habe auf jeden Fall Tränen vergossen. Ich stelle mir das halt so vor, wenn der eine dann schon in einer neuen, also zum Zeitpunkt der Trennung, es gibt ja durchaus Situationen, wo das. Und ich habe mich da volle Möhre reingeworfen. Ich habe halt, das war so dieses, er lebt in Österreich in den Bergen und ist so voll der Abenteurer. Und eigentlich sind wir seelenverwandt, aber die äußeren Umstände passen nie. Und man verpasst sich nicht. Und dann hat es auf einmal so gemacht. Und jetzt ist es das. Also man muss sich vorstellen, er ist dann auch wirklich nach Berlin gekommen für mich und dann haben wir so mit einem Campingkocher in der Hasenheide Pfannkuchen gemacht im Schneeanzug. Also solche Sachen. Und es war einfach, es war echt und es war wunderschön. Ich bereue das überhaupt nicht. Keine Minute. Aber natürlich hat das dazu beigetragen, dass da so ein neues Gefühl war, was mich hat besser umgehen lassen mit dem anderen, was um mich rum passiert. Und was Vertrautes, weil es war ja keine... Was Vertrautes, also das und ich glaube, enge Freundschaften. Also vor allen Dingen, obwohl ich weiß noch nicht mehr, Freundinnenschaften, klar, aber es waren wirklich... Viele Menschen, die dann einfach an meiner Seite waren, es hätte diesen Mann nicht gebraucht, um da lebendig durchzukommen. Aber das hat auf jeden Fall in dem Moment geholfen und da mache ich mir auch keine Vorwürfe. Es gibt ja immer dieses, naja, dann schlittern die Leute von einem ins andere und überlagern das. Und meine Therapeutin, die ich dann irgendwann mal hatte, hat auch gesagt, ist doch auch okay für eine Zeit. Wenn das hilft, ist es in Ordnung. Hast du den neuen Partner, den du dann für einen Zeitraum hattest, schon auch deinem Sohn vorgestellt? Ich meine, dein Sohn war jetzt ein Jahr, bin ein bisschen älter als ein Jahr. Ja, das ist eine sehr heikle Frage, weil ich bin da ganz vorsichtig. Und man muss jetzt dazu auch sagen, dass das ja auch eh schon ein Freund, ein Kumpel war und jetzt auch keine fremde Person, die auch schon regelmäßig in Berlin zu Besuch war. Und ich habe aber, also ein Jahr lang bestimmt, haben wir darauf geachtet, dass er jetzt nicht mitbekommt, dass wir Händchen halten. Sehr ein liebes Paar sein. Also er war so eine, also ich weiß gar nicht, er war natürlich auch sehr klein, aber ich glaube, es war schon klar, was soll ich auch einem Zweijährigen? So diese ganzen komplizierten erwachsenen Dinge. Nein, das kann man ja gar nicht. Aber ich glaube, es war klar, er ist eine Vertrauensperson, eine Bezugsperson, eine wichtige, auch eine männliche Bezugsperson. Also er war schon im Zeitraum da. Er war schon im Zeitraum da. Wie lange ungefähr? Anderthalb, zwei Jahre. Das ist ein fließender Übergang, weil er ist dann auch zwischendurch mal abgehauen auf ein Segelschiff. Und dann war er mal in anderen Bergen und nicht erreichbar. Also es war auch turbulent. Und deswegen war aber auch normal, dass er plötzlich nicht da war oder weg. Also es war dann auch, als wir uns getrennt haben, okay. Und vor allen Dingen, wir sind bis heute super dicke Freunde. Dein Sohn auch? Mein Sohn auch. Wir haben noch Kontakt mit dem? Der kommt uns auch einmal im Jahr, also so Pi mal Daumen besuchen, weil ihm das auch wichtig ist, da den Kontakt zu haben. Und der ist wirklich wie so ein guter Freund von Mama, der ihm immer so, er bringt dann so eine Fallenkiste mit, wo dann einfach so ganz viele Seile drin sind und Karabinerhaken und dann bauen die so Fallen, dass wenn die Tür aufgeht, dann fällt irgendwas um, was ich auch nicht leisten kann. Und auch meine beiden Papas, die ich ausgesucht habe, sind andere Typen und deswegen finde ich das eigentlich auch immer noch. Total bereichernd. Ich habe eine Frage noch, hast du das mit dem Papa von deinem ersten Sohn von Anfang an so gemacht, dass sie auch gemeinsam weiterhin Zeit verbracht habt, Oder erst mal? Ja, das war uns wichtig. Das war uns tatsächlich wichtig. Also ich glaube, ganz in der ersten Zeit nicht. Und dann war es natürlich auch so, ich meine, es ist jetzt, glaube ich, schon sehr privat, aber ich meine, wir sind auch erwachsen, sowas passiert. Als ich dann zum ersten Mal mitbekommen habe, dass dann in diesem Berlin es vielleicht eine Knutscherei gab auf einer Party, dann bin ich natürlich auch Hollywood-mäßig. Ich bin leider sozialisiert wie die meisten von uns Millenials. Bin ich dann auch erst mal Hollywood-mäßig am Telefon ausgeflippt. Habe ich mal kurz meinen Besitzanspruch raushängen lassen. Also du durftest klutschen eher nicht. Ja, kann man so sagen. Und ja, dann habe ich das aber dann auch nach drei Tagen verdaut gehabt und habe dann auch verstanden, dass es jetzt vielleicht nicht ganz so cool ist, dann mit zweierlei Maß zu messen, obwohl ich da auch immer im privaten Scherz drüber mache mit den Freunden. Und so, klar kann man mit zweierlei Maß messen. Ist auch manchmal in Ordnung. Solange man das irgendwie reflektiert bekommt, nach außen oder nach innen eher gesagt, ist es auch in Ordnung. Aber was ich eben vergessen hatte, ist, in allererster Linie haben wir das ja so gut geschafft, weil wir ein Kind haben. Das finde ich immer noch erstaunlich, diese Bären- oder Löwinnenkräfte, die man aufbringt, um dem Kind gerecht zu werden, selbst in der größten Trauer. Also ich glaube, ich hätte mich ohne Kind viel mehr hängen lassen, weil die Liebe war echt und groß und man hätte mich, glaube ich, eher so anderthalb Monate mit Eiscreme füttern können, so richtig klischeemäßig oder bei mir eher mit Pizza, Doppel, Käse und sowas. Aber so, was willst du denn machen? Du musst ja aufstehen. Und da würden jetzt auch andere sagen, klar, es ist auch kräftezehrend und ob das so gesund ist, immer alles runterzuschlucken und immer weiterzumachen, weiterzumachen, weiß ich nicht, aber welche andere Wahl hat man als Eltern? Auf jeden Fall. Und ich habe dann versucht, wirklich das Beste daraus zu machen. Oh Gott, ich will jetzt auch nicht so FDP-mäßig klingen, also. Nichts gegen die FDP? Doch, schon. Doch, oder? Doch, auf jeden Fall, wenn man das jetzt hier in dem Podcast so sagen darf. Scheiß drauf, aber genau, also dieses, du bist deines eigenen Glückes Schmied. Nee, Mann, also da spielt so viel mit ein. Das ist ja das Schlimmste. Das ist ein bisschen so wie, you can have it all. Das ist wirklich, you can have it all am Arsch. Geht auch nicht. Dieses ganze Coaching, also ich habe total Respekt vor Coaching. Ich meine jetzt immer diese Art von Coaching, was immer so ist. Also wenn du dich nur genug liebst, dann lieben dich andere. Und wenn du nur genug willst, dann kannst du es schaffen. Nein, auch ich in meinem glücklichen Patrick habe extrem viel Glück gehabt und privilegierend, klar. Aber nach einer gewissen Zeit habt ihr sozusagen als der Schmerz so vorbei, also als einfach, habt ihr sozusagen gemeinsam gleich diese Tage angeführt. Weil ich finde ja immer so, was man ja so beobachtet, man kriegt ja viele Trennungen auch im Bekanntenkreis mit. Das Schlimmste ist ja, und ich habe wirklich sehr viele negative Erfahrungen, ist, wenn Kinder in diese Situation laufen, sie müssen sich entscheiden, sie werden manipuliert. Und haben das Gefühl, sie müssen halt das irgendwie immer ausgleichen, weil sich die Eltern sich nicht grün sind. Also ich meine, ich kann das verstehen. Ja, Entschuldigung, jetzt habe ich dich unterbrochen. Ich stelle es mir schrecklich vor und ich kann aber absolut nachvollziehen, dass es Situationen gibt im Leben, wenn der Partner, die Partnerin, wenn da Dinge vorgefallen sind, die so verletzend sind, dass ich die in dem Moment nicht verarbeitet bekomme, dass ich einfach nicht die Kraft aufbringen kann, egal wie sehr ich mein Kind liebe. Da irgendwie eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Also es gibt durchaus Dinge, die ich mir vorstellen kann, wenn die passiert hätten, dass das bei uns auch nicht so rösig wäre. Und alle Menschen, die das dennoch schaffen, die bewundere ich aufs tiefste im Herzen. Aber bei uns war es zum Beispiel auch nicht so, dass wir dann jeden Mittwoch, also ich erinnere mich noch daran, ich glaube, dass ich damals, meine Eltern sind dann irgendwie erst mal am Anfang jeden Mittwoch, also ich bin selber am Patchwork groß geworden, mit mir Pizza essen gegangen zusammen oder so. Und das war, glaube ich, schwer für die. Also deine Eltern. Meine Eltern, ja. Fand ich richtig cool, aber ich kann mir vorstellen, dass meine Mutter richtig viel runtergeschluckt hat. Aber das haben wir gar nicht so gemacht, sondern eher so ein organischer, wie sagt man das, also die großen Feste. Wir haben sogar Weihnachten zusammen gefeiert mit Freundinnen oder natürlich die Geburtstage. Aber der Papa ist auch immer auf meinem Geburtstag eingeladen. Und Ostern und sowas. Ich habe auch schon mal eine potenzielle Partnerin mit. Von dem Papa glaube ich vergrault an Ostern, weil ich die eingeladen habe zu uns und sie hat dann auch glaube ich gedacht, nee, das ist mir zu viel, da gehe ich lieber, es tut mir auch bis heute ein bisschen leid, obwohl auch nicht, weil jetzt ist ja eine Partnerin da, die wir alle sehr lieb haben, aber ja. Wir haben das nicht so starr, auch das nicht starr gemacht, wir haben jetzt nicht gesagt, wir müssen jetzt alle zwei Wochen mit unserem Kind gemeinsam in eine Kunstausstellung gehen, sondern dadurch, dass wir beide in Berlin leben und auch beide auch in einem gewissen Umfeld arbeiten. War es dann auch irgendwie so, dass wir manchmal auf den gleichen Veranstaltungen eingeladen waren oder Geburtstage im Park. Und dann ist man klar, da auch zusammen hingegangen. Aber es ist ja für euren Sohn schon schön, weil, das finde ich ja gerade bei deiner Trennung so, das sind trotzdem noch meine Eltern und es gibt Situationen, da können die einfach, die können sich zusammen am Tisch setzen. Total. Und die können mit mir gemeinsam Geburtstag feiern. Ich glaube, das ist ja, dass man so seine persönlichen Emotionen da dann auch, auch wenn es vielleicht nicht so einfach ist, also wie du es gerade bei deiner Mama beschrieben hast, dass sie... Na, ich habe das natürlich im Kleinen immer wieder und ich glaube auch, dass mein Ex-Partner mir manchmal im Kopf beißen will. So ist ja nicht. Ich kann ja auch ein richtiges Biest sein. Also wenn man mich auch zu lang provoziert, dann ist da auch überhaupt nicht mehr gut Kirschen essen und wie habe ich ja eben schon mal gesagt, dann schicke ich da auch mal eine Nachricht oder ruf da an und dann kann ich auch mal schön ins Telefon reinmotzen und ja, aber am Ende des Tages wissen wir, glaube ich, dass wir so einen krassen Respekt füreinander haben. Dass wir das wirklich als Patrick-Familie oder auch als Eltern des großen Kindes richtig, richtig gut machen. Und dass ich dann in den Momenten immer überlege, ist es mir das jetzt wert, da irgendwas dran kommen zu lassen. Also ist dieser Konflikt, den ich gerade habe und meine innere Wut, also ich finde natürlich, dass die immer valide ist. Aber dann muss ich halt überlegen, ist besser, ich gehe jetzt in das Gespräch rein und sage auch, wie ich mich fühle und warum ich mich so aufrege. Oder sage ich jetzt einfach per se, du bist scheiße. Lenkt mich am Arsch und dann haben wir aber in der Zukunft andere Probleme noch. Aber natürlich, die gibt es bis heute, die wir nicht beinahen. Ich bin eine Frau. Wie viel Mental Load kann man für, also man denkt ja, ich habe ja zwei coole Väter. Ich müsste eigentlich nichts zu tun haben. Aber es sind halt Männer. Ja. Also da kannst du aber dreimal, sorry, dass ich das jetzt erzähle, P, aber Schule. Wir brauchen verschiedene Paar Hausschuhe, weil es gibt einen Nachmittagsraum und es gibt einen Klassenraum und so. Und dann ist halt nach den Ferien war das halt so eine Situation, dass dann neue her mussten. Und dann hatte ich halt welche geholt und das gesagt. Und dann habe ich gesagt, kannst du das andere Paar vielleicht holen? Irgendwie so war es. Würde ich jetzt wahrscheinlich sagen, war ein bisschen anders. Und dann war der so, hä, warum denn zwei? Ich so, sag mal, der ist in der fünften Klasse. Wir müssen wirklich seit fünf Jahren Dann hole ich jedes Jahr zwei, also jedes Halbjahr eigentlich schon fast, weil die immer so durchgenudelt sind. Aber das ist ja auch für zwei verschiedene Räume. Weil das ist eine Ganztagsschule und die haben halt ihren Klassenraum und dann haben die halt nachmittags mit ihrer Klasse. So hort dann? Ja, aber es ist halt nicht hort, also es ist nicht die ganze Schule, sondern so ein bisschen so, ja. Und da haben die dann halt natürlich auch Hausfuhl und da musste ich halt so lachen, weil ich dachte, das kann nicht sein. Ja klar, habe ich auch schon wieder automatisch natürlich alles persönlich. Also diese Themen haben wir natürlich. Wer sucht denn die Sportvereine aus oder was auch immer. Aber ich glaube, die hat man ja immer. Ja, deswegen meine ich. Aber es gibt auch, ich habe das jetzt doppelt. Das ist doppelt zwei Männern. Aber da kommen wir später noch drauf hin. Du hast ja gesagt, jetzt gibt es auch auf der anderen Seite schon eine neue tolle Frau, die du sehr gerne magst. Aber ich wollte nochmal zurück, du selber sagst, du bist in Patchwork groß geworden. Glaubst du, dass das dir geholfen hat, jetzt in deiner eigenen Patchwork-Familie? Ja, sehr. Ich habe auch ein Stück weit ein richtig gutes Negativbeispiel da mitgekriegt. Also deine Fäße war negativ? Also sie war, ich kann es nicht genau sagen, sie war sehr viele Jahre positiv, aber toxisch, würde ich es beschreiben. Also man merkt es ja nicht als Teenagerin. Man hat ja oft dieses, wenn eine Person oder vor allen Dingen Männer so toxisch sind, Und es geht jetzt nicht um Gewalt oder so, dass man, glaube ich, dieses starke Bedürfnis vor allen Dingen als Mädchen verspürt, dann aber doch gemocht zu werden und sich dann auch so überanzupassen. Und ich habe das dann auch gemacht. Ich bin dann auch auf einen Golfclub mitgegangen und weiß ich nicht, ich habe meinen Polokragen mal zeitweise hochgestellt oder so. Also ja, nein, und ich glaube, der war auch sehr, sehr viel da und hat mich auch sehr, sehr als Tochter angenommen. Aber danach dieser Trennung, weil die sind mittlerweile geschieden und ich habe gar keinen Kontakt mehr. Und dann in der Reflexion über diese Zeit sind mir natürlich ganz viele Dinge bewusst geworden, die ich nicht für mich möchte. Aber ich glaube, das ist auch egal, ob es eine eigene Familie ist. Ich habe mir sowas ganz Beruhigendes gelesen, weil ja so viele Mütter Angst haben, was falsch zu machen und so wahnsinnig unsicher sind und ich weiß gar nicht mehr, wo der Artikel, wo ich den gelesen habe, aber ich fand das irgendwie so heilsam. Am Ende, wenn man jetzt von dem Gros ausgeht und nicht von Extremfällen, wo es irgendwie um häusliche Gewalt oder so geht, dann können wir uns alle sicher sein, dass wir das Beste für unsere Kinder wollen. Und dann hat diese Kinderpsychologin gesagt, diese Kinder, die sie hat oder auch die Erwachsenen, die älter werden, die sie dann. Oder die sie kennenlernt, die haben alle einen an der Waffel. Und es ist egal, ob die einen an der Waffel haben, weil die Eltern übertüttelt haben, zu fürsorglich waren, überhaupt nicht die Leiden losgelassen haben oder ob da zu wenig passiert ist oder ob da Patchwork ist. Dann gibt es Leute, die sagen, hätten sich meine Eltern einfach mal getrennt. Und unterm Strich kam einfach dabei raus, Familie ist schwer. Eigentlich jeder Mensch, der geboren wird in einer Familie, und das kann ja auch eine alleinerziehende Mutter mit einem Kind sein. Eine Familie ist auch jemand mit einem Hund. Aber gut, mit einem Hund, da braucht man es wahrscheinlich nicht in Therapie. Also es ist vielleicht von allen Familien die beste Art und Weise. Wer weiß das schon. Ich glaube, Männer müssen vor allem bestimmt auch verhalten, so Auffälligkeiten. Aber du weißt, was ich meine. Man kommt da nicht raus, ohne einen Zacken aus der Krone zu verlieren. Unter jedem Dach ein Ach. Genau. Ja, so ist es da auch. Es ist ein Prozess. Es ist ein Prozess. Und ich habe auch aus dem, also ich weiß nicht, ich hatte es glaube ich, ich weiß manchmal nicht, ob ich es leichter oder schwerer hatte, weil es damals Social Media noch nicht so gab. Ich konnte mich nicht vergleichen, ich konnte nicht abgleichen. Ich habe das ganz oft bei dem Mutterschaftsthema, Schwangerschaftsthema, dass ich so kaum irgendwie diese Schuldgefühle oder schlechtes Gewissen, diese, ich muss den Hashtag auch sagen, also Mom gilt. Ich hasse es ja so sehr. Ich kenne das wenig, weil ich, glaube ich, verschont geblieben bin. Und wenn ich jetzt heute mit meinem dreijährigen Kind nicht schon den Zehnjährigen als Positivbeispiel hätte, dass ich jetzt so viel nicht falsch gemacht habe, beziehungsweise so viel wie halt alle falsch machen, dann wäre ich jetzt wahrscheinlich auch ein bisschen kirre in der Birne und würde andauernd alles in Frage stellen. Und so habe ich das nicht. Und so ist es bei dem Patchwork auch. Ich habe gar nicht fünf Ratgeber gelesen, sondern wir haben sehr viel geschaut, wie es dem Kind geht und wie sich das Kind verhält und... Weil die auch alle unterschiedlich sind. Ja, aber das ist ja auch richtig, dass man auf das Kind schaut und guckt, was das Kind braucht. Deshalb ist es ja, glaube ich, auch, wie du gerade sagst, also da kannst du, deshalb wollte ich einfach auch gerne dich heute, mit dir heute sprechen, weil es gibt ja so viele verschiedene Möglichkeiten. Aber man muss, glaube ich, immer ganz besonders gucken, was brauchen meine Kinder oder mein Kind und dann als Eltern entscheiden, wie machen wir es. Was ich mir nur schwierig vorstelle, ist halt, du hast natürlich jetzt auch einen Ex-Partner, der wirklich, ihr scheint ja gut, also na klar, wie bei jedem gibt es, wie du sagst, dass man Meinungsverschiedenheiten oder was anderes sieht oder Mental Load, aber dass ihr schon immer auf euer Kind schaut und wenn das halt nicht gegeben ist, dann ist das halt schwierig. Deshalb wäre meine nächste Frage, wie macht ihr das so mit Erziehungsfragen? Seid ihr da, ich meine auch selbst wenn man mit seinem Paar, also ich bin mir auch nicht mit meinem Mann immer einig und wir leben in einer Partnerschaft, was Erziehungsfragen angeht. Aber wie ist das natürlich noch, wenn man jetzt auch kein Paar mehr ist? Ja, wir sind uns alle drei nicht einig. Achso, ihr seid euch alle drei nicht einig. Ich kann mir so sagen, wir sind uns alle drei nicht einig und trotzdem versuchen wir uns zusammen zu rücken. Aber wir haben auch irgendwann festgestellt, dass es okay ist, dass wir drei verschiedene erwachsene Menschen sind und auch zu Dingen verschiedene Meinungen haben. Wir versuchen, dass das nicht verwirrend ist und dass wir so eine konsistente Haltung haben zu Dingen, die wichtig sind. Wie zum Beispiel Medienzeit ist bei uns ein riesengroßes Thema. Weil ich würde mir wünschen, dass mein Kind super mit Medienzeit umgehen würde, weil ich hätte gar kein Problem damit, dass er jeden Abend Logo guckt und was weiß ich nicht was oder ein bisschen zocken darf. Und es funktioniert aber einfach nicht. Da ist so eine große Dopaminausschüttung, dass dieses Suchten so doll ist. Dass sie es einfach komplett aufstellen müssen. Nicht komplett, aber es ist jetzt zehn. Das ist zum Beispiel so lustig. Jetzt sind wir mal ganz ehrlich kurz. Ganz ehrlich. Ich habe ja auch als Mensch und Mutter, ich habe ja auch manchmal von dir Postings gesehen, wo ich mir am liebsten selber in meinen Arm gebissen hätte, weil ich dachte so, Und nein, das hat sie jetzt nicht so gesagt. Da haben doch jetzt wieder zehn andere Mütter ein richtig schlechtes Gewissen, wenn man immer sagt, Stillen ist das Beste fürs Kind. Und wir sind ja bei Erwachsenen genug, deswegen finde ich ja nicht eine ganze Person doof. Und ich war so eine Mutter, ich habe immer gesagt, also diese ganzen Leute, wo die Kinder nicht durchschlafen, was machen die denn nur falsch? Oder Medienzeit, wie kann man denn da so pingelig sein? Dann gucken die halt ein bisschen. Ist doch scheißegal, was machen die sich alle immer so verrückt? Jetzt habe ich aber selber ein Kind Und jetzt bin ich halt ungefähr die spießigste Mutter, die ich kenne, weil der Dreijährige hat noch nie irgendwas geguckt, weil ich einfach nicht weiß, wann, weil das Leben so voll ist. Ich wüsste jetzt gar nicht, was ich denn mal hätte absetzen sollen. Die hat noch gar nichts geguckt. Der hat noch nie irgendwas geguckt. Ah, geil. Und aber halt nicht aus Prinzip, sondern wann. Und der Ältere… Aber ist ja erstmal alleine bei dir. Also sein Bruder ist ja nicht immer da. Nee, aber irgendwie ist das immer irgendwie. Ja, aber zum Beispiel, ich war getrennt erziehend bei dem Älteren und der hat viel früher irgendwas gucken dürfen. Ich bin doch nicht fünf Stunden mit dem Zug zu meiner Mutter gejuckert, ohne dass ich den dann irgendwie mit zwei oder zweieinhalb, weiß ich nicht, wie es da war, Pedersonnen und Fitness oder was weiß ich, vor die Birne gehalten hätte. Also auch das ist ja ein Wachsen. Und er hatte auch mal mehr Medienzeit als jetzt, aber es geht nicht. Er kann in der Woche eigentlich keine Medienzeit haben. Wir gucken abends zusammen Logo, reden darüber. Wir gucken auch mal irgendwas Schönes. Aber zocken geht einfach nicht in der Woche. Das kann er am Wochenende machen. Was zockt der denn? Der zockt Minecraft am besten. Aber ich habe ihm zum Beispiel auch mal Brawl Stars erlaubt. Ah, das ist dieses komische Spiel, das muss er abstellen. Ja, das Ding ist, dass wir es auch immer selber zocken. Und gerade da ist mein Mann super gut. Wirklich? Er probiert alles dann aus. Und weil das für uns auch total wichtig ist, weil er hat so super Inselinteressen. Und das ist dann auch alles dieses Thema. Das ist aber dann auch das Problematische, weil bei Minecraft kann ich das ertragen. Da kann ich auch mal ein Pancake machen, der viereckig ist und das finde ich auch schön. Da kann man bauen. Alles klar, hat auch seine Risiken. Aber dieses Prolstars, das war für mich wirklich so, wenn ich noch einmal am Abend pro Tisch sitzen muss und ich muss mich da eine halbe Stunde drüber unterhalten, ich flipp glaube ich aus und es war wirklich nur noch Thema. Nur noch, nur noch, nur noch, nur noch. Und da bin ich dann einfach auch so, nee. Und dann rufe ich den anderen Papa an und bin so, ey, sorry. Das und das ist hier gerade Phase. Lass uns bitte an einem Strang ziehen. Und es ist wirklich noch nie vorgekommen, dass er dann gesagt hat, nee, ich möchte jetzt aber, dass er bei mir das zocken darf oder das gucken darf. Und das ist aber schwer, weil ich habe da natürlich so ein Kontrollverlust Ding. Und dann gab es auch Situationen, dass er dann aber gesagt hat, hey, sorry Leute, aber bei mir ist das irgendwie kein Problem, dass er das macht abends. Und er sucht auch nicht. Und er macht auch total lieb das aus. Und Und das habe ich auch verstanden. Und das meine ich mit dem, dann gab es heute mal so Testphasen. Dann haben wir gesagt, okay, wenn das bei dir so funktioniert, dann ist das okay. Bei uns kriegt er auch irgendwann mal eine Chance, aber jetzt gerade nicht. Und das muss man aushalten. Es gibt natürlich auch diese Sorge, wenn er dann mal 14, 15 ist, dann zieht er bestimmt zu Papa, weil da läuft er dann die ganze Zeit dieses und jenes. Aber so ist es gar nicht, weil am Ende... Ist ja das, was Kinder brauchen, so Sicherheit und auch so ein bisschen eine Leitung durch das Leben, Anleitung durchs Leben, so gut es halt geht. Also er hat dann auch gesagt, ja irgendwie habe ich jetzt auch gemerkt, dass ich gesuchtet habe und es ist gar nicht so schlimm jetzt ohne. Weil dann war auf einmal wieder Raum für andere Sachen da. Auch wenn es dann natürlich im ersten Moment vielleicht mal eine Türe geknallt wird, aber ich stelle mich ja nicht hin und sage so. Wenn, dann und das ist jetzt einfach weg, sondern Wir sind ja im Dialog und ich sage immer, ich bin nicht gegen dich, weil es wäre voll einfach für mich, dich machen zu lassen, was du willst. Easy. Also Kinder haben, einfach mal so per se, ist ja nicht das Komplizierte. Das Komplizierte ist ja, euch zu haben in dem System, in dem wir leben und wenn wir es irgendwie halbwegs so machen wollen, dass wir denken, es ist so ein bisschen gesund für euch und für eure Birne. Und es ist anstrengend, weil ich diskutiere hier gerade mit dir. Siehst du, ich könnte dich jetzt auch einfach in ein anderes Zimmer setzen, dir ein Tablet geben und meine Ruhe haben. Mache ich jetzt aber nicht. Es ist mega okay, wenn man das mal macht. Also auch hier niemals Eltern judgen. Alles gut. Ja, und so funktioniert es dann auch. Okay, dass beim Papa solche Regeln gelten und bei uns solche. Ich habe jetzt gerade total auch die ganze Zeit über Stillen nachgedacht, dass ich das habe, weil ich immer auch die Muttermilch-Ersatzprodukte an. Nein, aber ey, also jetzt mal ohne Witz. Ich habe so kurz gedacht, so kann ich in den Podcast gehen, aber ich habe auf jeden Fall schon mal über dich geflucht. Ja, total, weil ich bin natürlich auch in vulnerablen Zeiten gewesen und ich hatte das noch nicht mit mir selbst, aber ich erinnere mich daran, dass eine meiner Freundinnen, die hat so krass gestruggelt mit dem Stillen, dass sie darüber auch eine Wochenbettdepression entwickelt hat. Und ich bin ja auch total tief in diesem Thema Schwangerschaftsabbrüche damals drin gewesen. Aber da bin ich ja auch immer. Genau, nee, aber jetzt nur um diese Erklärung so. Und da ist ja auch immer mit so Studien hier und Studien da. Und das ist ja immer so ein bisschen so, selbst wenn es eine Studienlage gibt, wer hat die Studie aufgegeben? Und dann ist ja aber auch die Frage, wie vergleichst du das? Also wie kannst du diese eine Person, die einen Schwangerschaftsabbruch hatte, mit sich selbst vergleichen, wenn sie keinen hatte? Und es ist natürlich so beim Stillen ein ähnlicher Punkt. Und dann, ich sage gar nicht, dass es nicht nachgewiesene Vorteile gibt, nur dann sagen, es ist das Beste. Ist es denn auch das Beste fürs Kind, wenn die Mutter am Ende ist und da im Bett liegt? Und das waren dann oft so Sachen, nicht oft, sondern das waren dann so Momente, wo ich so dachte. Ja, natürlich hat sie Sissis Post gesehen, weil die ganze Welt und deiner Mutter folgt dir natürlich. Und natürlich machst du dich verwirklich. Und da kannst du, glaube ich, auch nur 20 Mal sagen, aber Leute, macht euch locker und dieses und jenes. Und dann ist man aus der eigenen Betroffenheit, ist man dann so, warum sagt sie das? Ich finde das super mit dem Feedback, was ja beim Stillen, wir wollen auch gleich wieder zurück zum eigentlichen Thema, aber was mir, was ich so schade finde ist, dass nicht jede Frau sozusagen die gleiche Betreuung bekommt. Die Unterstützung. Die Unterstützung, weil wenn deine Freundin jetzt unbedingt stillen wollte, dann finde ich, hat sie einfach die Betreuung verdient, fachkompetent. Und das ist ja so etwas, worüber ich halt oft spreche, dass ich das so furchtbar finde, weil wir einfach nicht ausreichend fachkompetentes medizinisches Personal haben, die sich auskennen und dass die meisten Fehler ja einfach schon ganz in der frühen Phase gemacht werden, weil erstens zu wenig Personal, da ist dann keine Zeit und dass dann Frauen, die eigentlich das gerne wollen, nicht die Unterstützung bekommen. Und dann fängt es wieder an, dass das alles Geld kostet, wenn man dann wirklich Stillprobleme hat, dann braucht man Osteopathen, dann braucht man eine Stillberater. Das zahlt ja alles keiner und wenn man dann nicht irgendwie privilegiert ist und das ist etwas, was ich sehr... Total. Und du bist da natürlich auch Präbock gewesen. Und das ist ja auch so dieses. Also das hat man ja auch, guck mal, es schauen jetzt Leute dieses Interview oder hören das und stoßen sich an mir, weil sie vielleicht auch eigene Verletzungen haben und irgendwas richtig doof finden. Und das ist ja aber auch was, dass man auch mal was, was jemand macht. Doof finden kann und dass man disagreeen kann, ohne dass die Person eine Person dann nur ein Krater wird oder auch ohne, dass ich das verändern darf. Also weil ich habe dann auch irgendwann nicht mehr so richtig verfolgt, weil dann war auch Gusti nicht mehr im Babyalter und dann habe ich auch nicht gewusst. Und das ist ja auch die Sache, das ist bei mir das Gleiche, ich als Person im Internet. Die Leute, die sehen auch, was sie sehen wollen. Und das habe ich bei dir dann auch gemacht, wahrscheinlich. Und ich höre ja nicht alles, was du sagst. Ich sehe nicht jede Story, die du teilst. Und du hast mit Sicherheit voll umfassend das genau so alles erklärt, wie ich das 100 Prozent unterschreiben würde. Nur das kann niemand erfüllen, dass alles, was du sendest, bei den Leuten ankommt und andersrum. Und das ist glaube ich dann dieses, dass man so denkt, das passt jetzt hier irgendwie nicht und das verunsichert Leute und das habe ich zum Beispiel bei diesem Patchwork-Thema auch total, achso, was ich eben noch sagen wollte, aber ich habe dann angefangen deinen Podcast zum Beispiel zu hören und ich war so total wie so, ich war so released, dass ich dachte, nee, das ist voll geil, weil da kommen unterschiedliche Leute zu Wort und das ist total schön. Und das ist, glaube ich, dieses, was im Patchwork so wichtig ist. Das Patchwork ist das echte Leben und im echten Leben dürfen sich Menschen verändern, entwickeln. Oder auch du, weil du checkst, hey, die andere Person war jetzt gar nicht so falsch, sondern vielleicht hing da auch was bei mir fest. Und das ist, glaube ich, im Patchwork so diese Fähigkeit zu haben, auch zu sagen, ich habe mich vertan. Das ist ein bisschen Helge-Schneider-Vibe. Das ist, glaube ich, das, was wahnsinnig dazu beiträgt, dass alles irgendwie weiterläuft. Und dass es auch mal schlechter läuft. Und dann läuft es wieder besser. Und ja. Es ist für mich voll schön, dass wir so ein bisschen abgedrückt sind, weil dieses im Gespräch bleiben mit unterschiedlichen Meinungen, mit unterschiedlichen Ansichten ist ja gerade mehr aktuell denn je. Weil es einfach, wir leben in einer Welt, die super anstrengend ist, gesellschaftspolitisch, diese ganzen schlimmen Sachen, die auf unserer Welt passieren. Und Corona war sehr anstrengend für uns alle. Die unterschiedlichen Meinungen zur Medizin, zur Impfung haben ja sehr viele Freundschaften, Familien auseinandergebracht. Und das finde ich gerade so schön, dass du das nochmal so toll zusammengefasst hast. Und ich finde es auch total toll mit deinem Feedback. Nein, das sollte ich jetzt gar nicht. Nein, nein, aber es ist total wichtig, dass wir einfach trotzdem einfach den Menschen dahinter sehen und dass man auch unterschiedlicher Meinung sein kann, aber trotzdem respektvoll miteinander. Ich lese ja auch genau deine Beiträge und oft bin ich manchmal wirklich schockiert, wenn Leute dann da unterschreiben, wo ich einfach denke so, wow, ihr kennt die Person gar nicht persönlich und es geht hier um Gedanken, die sie mit uns teilt. Die einfach auch mal zum Andersdenken, zum Umdenken oder auch vielleicht einfach nur so vielleicht eine Idee sind, das auch mal so zu sehen. Und dann ist einfach gerade, weil wir ja beide Content Creator sind, unsere Gedanken teilen. Und es ist dann wirklich einfach auch manchmal, dass man so viel darüber nachdenkt, kann ich das jetzt teilen? Weil ich will das eigentlich schon im Gespräch mit meiner Community sein, mit den Menschen da draußen. Aber man hat auch einfach Angst oder macht sich verletzbar, weil einfach dieses Gespräch und dieser Austausch aktuell einfach mehr so schwierig ist. Weil man ja nicht, so wie wir jetzt hier, schön gemütlich in zwei Sesseln uns gegenüber setzen und einfach respektvoll uns einander zuhören. Und das ist im Internet einfach so, wie man auch eine Nachricht schreibt. Du hast ja auch gerade gesagt, du schreibst dann irgendeine Nachricht an deinen Ex-Partner, den Vater deines Sohnes, weil du jetzt gerade dieses geführt, du musst es loswerden. Und dann, eigentlich wäre es jetzt so gar nicht rübergekommen. Also mir geht es sehr ähnlich, aber was beim Internet ja hinzukommt, ist, dass wir, glaube ich, auch Menschen wie du oder ich Kritik bekommen, weil die Leute eine Erwartungshaltung haben daran, wie du bist. Und du bist die allwissende Hebamme, die immer... Das Richtige sagt und immer Leute unterstützen muss. Und wenn das unabsichtlich andersrum gelesen wird, weil man nicht alles lesen kann, was du sendest oder aufnehmen, dann ist das eine riesen Enttäuschung. Und dann werden die Leute sauer. Das ist so, wie wenn die Leute bei mir sehen, dass ich dann mein Accessoire oder so von einem Fast Fashion Label oder was auch immer, dass ich fehlbar bin oder ach Gott, was denkst du denn, wie doof die Leute mich finden, wenn die sich meine Bilder anschauen. Und das finde ich aber auch so, mich hat diese ganze politische Situation. Auch sanfter gemacht. Also am Anfang war ich noch viel mehr auf Krawall und war auch so, wie kann er oder sie das jetzt so stehen lassen oder so und jetzt bin ich gerade, tut mir das fast leid, dass ich mit ein, zwei Menschen im Internet gebrochen habe durch, Anfollower, was weiß ich nicht, was ich denke so, ach wie dumm eigentlich, wie blöd. Nee, dumm ist ja auch, sagen wir jetzt nicht mehr, aber bescheuert einfach, das nicht auszuhalten oder da eher in Dialog zu gehen, als gleich zu verurteilen. Ist aber auch schwierig, einfach übers Netz immer, finde ich. Es ist total schwierig und ich habe aber, ich meine, ich habe das ja auch, aber es gibt auch Situationen, da ist es nicht so. Also um nochmal auf Patchwork zurückzukommen, also weil, guck mal, als du mich angefragt hast, dachtest du, hä? Also ich habe ja wirklich Patchwork-Light. Ich habe ja die einfachste Version, die man sich vorstellen kann. Ich habe, mein Mann hat keine eigenen Kindern mit in die Beziehung gebracht. Also es ist, also die Konstellation ist so, er ist easy. Aber du hast von deiner eigenen Situation geschildert. Ich würde jetzt gerne auf deinen neuen Mann nochmal ausgehen, wie alt dein erster Sohn war. Aber du hast ja gerade selber beschrieben, deine Mutter hat sozusagen eine neue Beziehung und dann hast du nochmal Geschwister bekommen. Und diese Situation, du hast dich angepasst. Das heißt, dein Sohn ist jetzt in genau die gleiche Situation gekommen. Also du hast neu geheiratet, du hast einen neuen Mann kennengelernt, du hast dann noch ein Kind gekriegt. Also das heißt ja, er ist eigentlich auch in der Situation, wie du damals warst, natürlich eine ganz andere. Aber das finde ich jetzt noch auch mal interessant, weil klar, wenn jetzt noch mehr Kinder involviert wären, auch wenn er noch Kinder hätte, aber trotzdem ist es ja einfach eine Situation, dass du schon ein Kind mit in die Beziehung gebracht hast und dann habt ihr noch ein gemeinsames Kind gekriegt, nämlich euren dreijährigen Sohn, der jetzt noch. Und wie war das für dein erstes Kind? Weil da kam ja ein neuer Mann. Ich meine, ihr werdet wahrscheinlich nicht sofort schwanger geworden sein. Wir haben das geschickt eingefädelt. Da sage ich dir, wie es ist. Also man muss wirklich sagen, ich weiß gar nicht, wo ich ansetzen soll. Bei allem, was ich jetzt sagen werde, möchte ich nochmal betonen, dass dieser Coaching, oder nicht Coaching, das ist jetzt auch schon wieder gemein gegenüber dem Coach ist, die ich kenne, die ich vergöttere. Aber dieser Ansatz, wenn du dich nur richtig entscheidest, wird das alles. Aber ich glaube wirklich, also es ist auch alles so gut, weil ich habe auch wirklich streng und gut die Männer ausgesucht. Und das kann ich immer nur meinen Freundinnen sagen oder auch, wenn so ein Patchwork anfängt, ist es normal, dass die sich am Anfang nicht so grün sind, denn es ist ja total logisch, dass Zweifel und Ängste oder so ein Unbehagen, das ist ja ganz, ganz schnell. Und Vertrauen und Liebe, das ist was, was sich langsam aufbaut. Ich möchte also nicht sagen, dass wenn die sich am Anfang nicht grünen sind, dass man sofort sagen sollte, renn, geh weg, verlasse diese Beziehung. Aber ich bin schon der Meinung, dass wenn es über einen längeren Zeitraum geht und sich rauskristallisiert, das wird nicht mehr. Ich könnte das für mich persönlich nicht. Ich hätte keinen Mann in mein Leben gelassen, der ein Problem mit meinem Kind hat oder der ein Problem damit hat, dass ich Mutter bin. Und ich weiß auch nicht, ob ich das weitergeführt hätte auf lange Sicht, wenn mein Kind ein wahnsinniges Problem mit ihm gehabt hätte. Weil es nicht das Leben ist, was ich führen möchte. Und ich glaube, dass dieses Verlieben, und da sind wir bei dem Punkt, ich möchte niemals in der Retrospektive den Frauen die Schuld geben, dass sie sich bescheuerte Männer ausgesucht haben, weil die meisten Männer sind wahrscheinlich bescheuert und es ist auch nicht so leicht, da jemanden rauszufinden. Aber ich finde, ein Stück weit diese Selbstermächtigung, sich zu bewahren, dass Verlieben auch nicht was ist, was vom Himmel fällt oder von so einer Elfe dir in den Kopf gestolpert, sondern dass Verlieben auch immer eine Entscheidung ist, finde ich. Aber vielleicht bin ich da auch irgendwie auf einem anderen Planeten runtergefallen und dann vom anderen Planeten gefallen und bei mir funktioniert das so. Aber ich konnte mich da schon immer ein bisschen entscheiden, ob ich mich da jetzt drauf einlasse. Und wenn ich dann eigentlich schon merke, das ist ein Arschloch und der hat keinen Bock. Oder was ich zum Beispiel auch, es gab jetzt neulich einen Artikel, der war glaube ich brandaktuell, der hat eine Mutter in der Pet Shop Konstellation darüber geschrieben, dass sie eifersüchtig ist auf die Tochter. Und ich war schockiert, also von ihrem neuen Partner, sie hat selbst keine Kinder. Und ich war schockiert darüber, wie viel Zuspruch sie bekommen hat. Und auch da musste ich erstmal wieder sanft werden und mich zurücknehmen, weil ich bin natürlich auf der anderen Seite. Also ich dachte wirklich, hat sie einen Triller unter dem Pony? Das wäre ja für mich so eine Red Flag, wenn jemand auf mein Kind eifersüchtig ist, dann würde ich sagen, Schatzi, Mausi, Hasi. Wir haben alle Verletzungen und bestimmt sogar Traumata in uns stecken, aber dann musst du dir helfen lassen, weil das kann so nicht sein, dass du auf ein Kind eifersüchtig bist. Aber klar, dann habe ich es kurz sacken lassen und war so im Moment, ja gut, aber andersrum warte. Ich bin ja jetzt auch die Mutter, die sagen würde, Oder wenn das jetzt die Partnerin meines, also des Vaters meines ersten Kindes wäre, dann würde ich ja sagen, Entschuldigung, also nee, sowas habe ich mir jetzt nicht vorgestellt als Bonus-Mama, dass die jetzt eifersüchtig ist auf den L. Aber klar, wenn man sich dann, das meine ich mit dieser radikalen Empathie, dann habe ich mich kurz hingesetzt, durchgeatmet, habe mir das andersrum vorgestellt und war so, ja okay, kann auch schon eine ganz schöne Schrechsituation sein. Heißt nicht, dass man nicht dran arbeiten sollte und dass es dusch ist. Aber ja, also es gibt natürlich solche Sachen und ich weiß schon wieder überhaupt nicht, wie ich darauf gekommen bin. Du wahrscheinlich auch nicht, weil ich zu viel gelabert habe. Ich weiß auch nicht, weil ich aber zugehört habe. Es ging um den Papa, also dass ich ja, ich bin so kurz im Patchwork. Und dass jetzt dein neuer Mann im Spiel kam und wie alt war dein Sohn da, als der... Dreieinhalb, wahrscheinlich. Dreieinhalb. Also der kennt auch gar nicht mehr so richtig eine Zeit ohne den. Das ist ganz lustig. Nennt ihr den auch Papa? Der nennt ihn tatsächlich Papa. Also er hat zwei Papas. Er hat zwei Papas. Er hat Papa K und Papa B. Und das ist auch für den anderen Papa auch okay? Also für den leiblichen Papa? Da sind wir wieder beim zweierlei Maßmessen. Also andersrum wäre ich, glaube ich, Also ich hätte da wahrscheinlich eine kleine Verletzung, wenn jetzt auf einmal es zwei Mamas gäbe. Das hätte ich auch. Also ich habe eine große Verletzung. Da habe ich das aber für geackert. Ich habe dich ja auch gebrutzelt und ich habe dir eine Nase daran gemacht und nur, was man so braucht. Da wäre ich glaube ich ein bisschen, aber ich glaube, weil er so klein war und es kam so ganz natürlich. Und wir haben uns aber alle ein bisschen erschrocken. Also wir haben es ihnen nicht... Hat der es einfach selber gesagt? Ja, der hat es einfach selber gesagt. Und dann haben wir am gleichen Abend sofort haben wir uns hingesetzt nachher, als der Kleine dann im Bett war, dann haben wir den Papa-Papa, den biologischen Papa angerufen und haben gesagt, also da wurde jetzt hier jemand Papa genannt und wie fühlst du dich damit und ist das okay? Weil mein Sohn hat das selber sogar dann thematisiert und dann auch so gesagt, ja, aber bist du doch auch, oder? Also er hat seinen, glaube ich, Sohn so wahrscheinlich so ein bisschen gemerkt. Und dann haben wir dann nicht gesagt, nein. Und auch da muss ich sagen, ich habe auch Bekannte, da ist es den Leuten unangenehm. Da haben die gesagt, hey, es ist total süß von dir und das Gefühl darf für immer bleiben. Und ich bin auch eine Erziehungsperson und du bist was ganz Besonderes. Aber ich hätte voll gerne, dass du mich beim Vornamen nennst, weil ich Respekt habe vor deinem anderen Papa oder auch, weil ich mich nicht wohl damit fühle. Das darf man ja auch kommunizieren. In dem Fall war es aber irgendwie so ein schmeichelhaftes Gefühl, glaube ich. Und dann habe ich ein bisschen Angst gehabt vor der Reaktion, weil ich es mir so schmerzhaft vorgestellt habe. Und der Papa, also der Biologische, hat dann nur ganz laut ins Telefon gelacht und hat echt gesagt so, hä, das ist das Beste, was mir passieren kann, überleg doch mal bitte. Ich lasse mein Kind ja jede Woche, also mittlerweile tauschen wir, tauschen wir als Vers eine Ware, schrecklich. Warum habe ich das so gesagt? Also wir wechseln einmal die Woche jetzt quasi das Kind. Aber wann habt ihr das gestartet? Er durfte das immer ein bisschen mitgestalten. Da komme ich vielleicht jetzt gleich nochmal zu. Ich würde so sagen, seit 1. Klasse ungefähr. Es wurde ihm dann zu nervig immer diese ganzen Sachen, alle zwei, drei Tage und auch Wechseltags ein bisschen schwieriger geworden und dann so an einem Ort ein bisschen sich einpegeln, aber dazu gleich. Jedenfalls hat er gesagt, naja, ich gebe mein Kind aus der Hand in eure Hände und wenn da jemand ist, der ihm so nah ist, dass er ihn auch... Papa, also dass er auch der Papa will, dann ist das das Beste, was mir passieren kann. Und das hat mich so gerührt. Ich fand es so cute. Und da war ich wirklich dankbar. Und ja, mein aktueller Mann ist sowieso so eine Liebmaus. Also es ist wirklich auch wie Papa. Er lässt da auch nichts drauf kommen und nichts irgendwie dazwischen. Und zwar mir, das ist zum Beispiel was, wo mir auch wieder, es ist sehr individuell, ich kann verstehen, dass man sich unwohl damit fühlt, aber für mich war es so, aus meiner eigenen Erfahrung, dass ich heilfroh darum war, dass es nicht diese Hierarchien gab, dass ich ein Stiefkind bin, noch nicht mal ein Bonuskind, wie ich es bezeichnen würde. Sondern dass meine Schwestern sind auch meine Schwestern. Also wir haben noch nie in unserem Leben Halbschwestern gesagt und wir sind Schwestern. Und ich komme ja von einem alten Hof, also meine Mutter ist keine Bäuerin, aber die leben auf einem alten Hof und meine Schwestern sind beide in der Pandemie, weil die jünger sind als ich, während sie studiert haben, wieder nach Hause gezogen zu meiner Mama. Und es ist richtig süß, weil es sind meine Oma, meine beiden Schwestern und meine Mama. Es sind richtige Frauenhaushalt, also so zwei Häuser nebeneinander. Und es ist wirklich so cute. Und ich kann mir da nicht vorstellen, zu sagen, meine Halbschwestern. Also irgendwie, ja, und das war mir total wichtig, dass es von Anfang an nicht dieses Konkurrenzding gibt zwischen den Brüdern und dass das Geschwister sind. Und weißt du, es wird irgendwann der Tag kommen, wo das Thema ist. Und es gibt es ja unter Geschwistern, wo die beiden Eltern identisch sind, biologisch auch. Warum sollte das nicht auch im Patchwork passieren, dass sich irgendwann jemand benachteiligt fühlt und dann wird bestimmt irgendwann diese Karte gezogen. Und wir haben uns auch schon darauf eingestellt, was passiert denn, wenn dann mal jemand sagt im Streit, du bist aber nicht mein Papa oder so. Das wird sehr schwerzhaft werden und wahrscheinlich wird es aber irgendwann passieren. Die Pubertät wird kommen. Ja, die wird kommen. Und es ist schlimm für alle, aber für den Moment und für das Großwerden war es uns jetzt erstmal wichtig, unabhängig von wie man jemanden bezeichnet, dass das Gefühl aber so ist und dass wir auch beide erziehen und dass es nicht diese Trennung gibt zwischen ich bin die Mutter und ich erziehe. Und dein neuer Mann hat nichts zu sagen. Und der neue Mann hat nichts zu sagen und ich bin dennoch wirklich, also und das meine ich aber, es macht für mich nicht so einen großen Unterschied zu einem, wenn es jetzt der leibliche Vater wäre. Ich bin immer noch jemand, ich weiß, dass immer alle sagen, die Eltern dürfen keine Konflikte haben über die Erziehung vor den Kindern, weil das verwirrend ist und nicht konsistent oder weil die dann anfangen einen auszuspielen. Aber ich werde für den Rest meines Lebens, wenn ich finde, dass meine Kinder ungerecht behandelt werden, dem Vater in die Hacken grätschen. Und da regt er sich schrecklich drüber auf. Und ich versuche das auch, wenn es keine relevanten Dinge sind. Natürlich nicht, ich diskutiere jetzt nicht von meinen Kindern, unsere Erziehung oder irgendwie Medienzeit, irgendwas. Ich finde dieses Gefühl, als Kind ungerecht behandelt zu werden und meine Mama oder mein Papa, die schreiten nicht ein, ist eines der schlimmsten. Und ich hatte solche Momente und das möchte ich nicht für meine Kinder. Und ich verstehe diese Theorie darum, warum man sagt, wer ist auch schon Mann. Du weißt, was ich meine. Ja, aber ich verstehe, dass du das sagst, weil ich finde schon, dass man sozusagen, wenn man selber auch nicht der Meinung ist, dass man jetzt in einer Diskussion dann sagen. Man muss ja nicht irgendwie dem anderen so krass in den Rücken und dann sagen, hm, sehe ich persönlich ja. Finde ich gerade nicht. Ja, man kann das ja, ist ja schon, dass eine gewaltfreie Kommunikation dahinter ist, dass man halt sagt, das sehe ich jetzt aber nicht, dass sie, also er oder welches Kind es darum geht. Also dass man da in einer Diskussion bleibt, das finde ich schon, also das fühle ich total. Total. Also klar, also das sowieso, aber natürlich. Aus einem Komplikator immer zu Eltern. Das ist ja Theorie und Praxis, aber ich bin natürlich auch nicht immer so diplomatisch, dass ich sage, Entschuldigung, also ich habe jetzt die Situation ja gerade mitgeschnitten und ich fühle mich jetzt hier irgendwie so, als wäre dieses und jenes. Sondern ich bin auch schon manchmal so, nee, finde ich jetzt nicht. Aber Kinder. Stehe jetzt halt auf. Kinder kommen immer zu einem Elterntal. Das ist ja nun mal so. Also meine Kinder kommen auch zu mir, weil sie wissen, bei mir können sie die und die Dinge. Und wenn zum anderen gehen, finde ich auch okay. Dafür sind wir auch zu zweit. Was ich schwieriger finde, ist, dass man wirklich darauf achten muss, dass man. Jetzt mache ich das selber, man muss erstmal überhaupt nichts, sondern ich versuche darauf zu achten, dass ich nicht schlecht über seinen Papa, seinen biologischen Papa spreche, also auch nicht über den anderen. Man soll ja eher, also ich möchte eher gut auch über die anderen Familienmitglieder sprechen. Ich habe da was ganz Süßes, das war mir gar nicht so klar, weil ich war immer so jemand, ich habe dann immer so mit meinen Kindern geredet und ich habe dann irgendwann mal gesehen, dass es so ist, dass man miteinander darüber auch mal spricht, was die Tolles machen oder ich auch immer zu meinen Kindern sage, hat der Papa nicht sich mega Mühe gegeben, weil das Bild ist, das auch voll cool ist, dass man so lernt, wie man sich lobt und miteinander ist. Und das fällt einem aber natürlich auch in so manchen Situationen, wo man sich gerade wirklich aufregt, dass da jetzt schon wieder irgendwie die Wasserflasche weg ist und ich habe jetzt halt die 28. Wasserflasche bestellt oder das Ladekabel von der Uhr ist irgendwie nicht da oder natürlich, dann ist mir das auch schon mal rausgebrochen und dann merke ich aber sofort, dass das große Kind so erstarrt und so ist so. Und dann so ein bisschen in so einen Beschützermodus geht und dann denkt so, warum? Aber der Papa hat ja jetzt gar nichts falsch gemacht. Das finde ich aber auch richtig und wichtig von ihm, dass er mir das dann spiegelt. Und dass ich dann sagen kann, das war jetzt auch nicht so cool von mir. Ist mir jetzt gerade rausgerutscht, wir regeln das. Du sollst da gar nichts mehr zu tun haben, aber er ist jetzt mittlerweile natürlich auch 10. Ich kann ihm jetzt auch verbalisieren, dass manche Dinge für mich als Mutter anstrengend sind. Und dass ich mich jetzt gerade aufgeregt habe. Und dass ich trotzdem nicht möchte, dass er darunter leidet und dass es mir jetzt gerade leidet und dass ich hoffe, dass er das irgendwie für sich rausklüngeln kann, dass das meine Gefühle gerade waren und nichts zu meinem Liebhaben zu seinem Papa. Er möchte ihn auch verteidigen, ist doch klar. Ja, voll. Was sind gerade so eure größten Herausforderungen? Du hast ja schon viel beschrieben, aber was findest du? Also ich finde für Patchwork-Familien wirklich die herausforderndsten Dinge sind tatsächlich so Erziehungsfragen, so im Großwerden. Also wie justieren wir uns dadurch? Und weil Erziehen, so wie wir das irgendwie für gerecht halten oder zugewandt, ist einfach total kräftezehrend und zeitintensiv. Und ich finde auch, aber das ist auch kein Patchwork-Thema, sondern dass man auch so exklusive Zeiten mit den Kindern hat. Also ich mit dem kleinen Kind, ich mit dem Großen, aber auch der Große mit dem Bonus-Papa. Und also das sind schon, dass man sich da Freiräume schafft. Auf jeden Fall Themen, wenn neue PartnerInnen reinkommen. Wie seid ihr jetzt sozusagen, jeder hat einen neuen? Genau, aber das ist halt noch nicht lange. Also es ist jetzt seit zwei Jahren so. Und das war natürlich für mich eine Herausforderung, weil ich musste ganz doll aufpassen, dass ich nicht in diese, ja im Prinzip auch in diese patriarchale Falle tapse, dass die Frau dann jetzt für alles verantwortlich ist. Ich denke, dass sie dann zu dem Thema eigentlich was sagen müsste, wenn ich das nicht cool finde von dem Papa oder dass ich dann irgendwie dachte so, ja, jetzt spielt sie aber eine sehr große Rolle und ich möchte aber, dass immer unsere Kinder die größte Rolle spielen. Und dass ich dann da vielleicht dann und wann auch so viel reininterpretiert habe. Und dann so, weil natürlich ist man verknallt und will halt auch mal Zeit für sich haben. Dass man dann aufpasst auch. Dass ich da aufpasse, dass ich dann nicht so bin. Also es ist ein bisschen nach dem Motto, jetzt hat er nur noch Augen für sie. Wo bleibt denn dann jetzt unser Kind? Weil da ist man ja total Anwältin auch für das eigene Kind. Und dann redest du aber mit deinem Kind und versuchst so behutsam nachzufragen, ohne dass er merkt, dass das ein Thema ist. Und dann wisst ihr so, es ist in meinem Gehirn. Das ist gar kein Thema für ihn. Also er fühlt es gar nicht. Aber auch, jetzt komme ich immer so von Stöckchen zu Steinchen, aber das ist ja auch, es gibt so viele Negativbeschreibungen von Patchwork und auch Zeitungsartikel, die man einem vor die Nase gehalten bekommt, sind meistens so Albtraum-Patchwork oder Herausforderung-Patchwork. Und es gibt so wenig Positivbeispiele, die erzählt werden. Das Narrativ ist eher super, super anstrengend. Und das ist ja auch viel Arbeit. Und ich sage, ich will niemals negieren oder aberkennen, dass es für viele Menschen eine sehr schmerzhafte Erfahrung ist. Aber es kann auch einfach eine richtig, richtig schöne Erfahrung sein, wenn man auch zulässt, dass man natürlich auch negative Gefühle zwischendurch hat. Und keiner ist perfekt. Und dann musste ich zum Beispiel auch lernen, dass ich habe immer gesagt, naja für mein Kind ist es total normal, dass es zwei Kinderzimmer hat. Es gab wirklich die Situation mal in der Eisdiele auf der Grieferstraße. Wo dann so ein anderes Kind kam, als alle noch jünger waren. Und dann ging es um ein Kinderzimmer. Und dann hat wirklich, das ist nicht gelogen, dann hat wirklich mein Kind zu mir gesagt so, die hat nur ein Kinderzimmer, Mama. Und dann musste ich so lachen. Ich so, ja klar, das findet er total komisch, dass jemand nur ein Kinderzimmer hat und ein Zuhause und halt nicht bei Zweien ist. Und da muss man gleichzeitig sagen, dass ich auch dazu tendiert habe, das zu romantisieren. So, bestimmt. Weil ich sage immer, mein Kind darf mitbestimmen. Wir haben immer eingecheckt und gefragt, ist das jetzt zu stressig mit den zwei, drei Tagen wechseln? Das habe ich ja eben auch schon mal angesprochen. Dann haben wir irgendwann, irgendwann kam dann ja. Können wir mal anders ausprobieren? Es ist mir zu anstrengend zu wechseln. Ich bin jetzt lieber mal eine Woche komplett in einem Zuhause, damit ich da ankommen kann und nicht alles immer rumschleppen muss. Man hat auch seine Lieblingssachen und bei uns ist es die Wechseltasche und tralala. Also schleppt ihr immer alles hin und her? Nicht alles, aber so Lieblingssachen. Es ist ja immer so ein Lieblingst-T-Shirt oder die Sportsachen für die Nachmittagsaktivitäten. Da kaufe ich jetzt nicht alles dreifach, vierfach. Also schon immer so ein bisschen umziehend. Es ist immer also eine Tasche und die ist mal eine Ikea-Tasche und mal ist die nur ein kleiner Rucksack, je nach Interessenlage. Aber ja, das sind Dinge, die wir auf uns nehmen und die er nicht zu spüren kriegen soll. Dann sind wir diejenigen, die das noch rumfahren, damit er damit nicht belastet ist. Aber hat er zwei Fahrräder oder sowas so gut? Nein, das ist ja auch die Sache. Das meine ich mit dem Glück. Also die Schule ist quasi genau in der Mitte von seinen beiden Zuhauses. Ah, okay. Aber das habt ihr auch schon bewusst so gewählt, ne? Ja, und wir haben auch lange gesucht und es ist auch für mich deswegen außer Frage in einem anderen Stadtteil, auch wenn es da, also ich sage immer, mein größter Luxus ist unsere Wohnung. Wir bezahlen viel zu viel Miete. Ich könnte mir ganz andere Dinge leisten, dafür ist die aber auch wunderschön. Und ich sage, ich weiß, dass das ein Glück ist, dass wir das überhaupt bezahlen können. Aber natürlich ist mir klar, dass andere Leute einfach keine Wohnungen in der Nähe bezahlen können und das nicht immer so leicht ist. Also halt von beiden Wohnungen den gleichen Abstand ungefähr. Und das sind wahnsinnig viele Vorteile, wahnsinnig viele Vorteile, aber natürlich auch Dinge, wo ich für mich Abstriche mache und auch das hat sich bei mir geändert in der Mutterschaft, dass ich immer dachte, hä, wie können sich Leute so aufgeben, wo sind die eigenen Bedürfnisse und mittlerweile bin ich eher manchmal so, dass ich denke, voll, ich möchte auch nicht unsichtbar werden, ich bin ein Mensch. Ich sage auch oft, ich bin keine Dienerin. Okay, Leute, ich bin ein Mensch und ich habe Gefühle und ich habe Bedürfnisse. Und jetzt gerade brauche ich meine Ruhe. Und ich möchte mich kurz ausruhen und meinen Kaffee trinken. Und dann bin ich wieder für euch da. Aber es gibt trotzdem viele Punkte, wo ich mittlerweile merke. Ich bin glücklicher, wenn ich gewisse Opfer für meine Kinder bringe, weil meine Kinder dann auch glücklicher sind. Und das habe ich früher nie für möglich gehalten. Da dachte ich so, was verbiegen sich die Leute und warum? Die Kinder, die wachsen doch mit in dem Leben, da müssen die doch mitgehen und so. Und ich bin jetzt mittlerweile so, nee, also ich kann jetzt auch nicht darüber nachdenken, ob ich mir irgendwo im Grünen mal irgendwie ein Haus oder so vorstellen kann oder so. Weil, also ich kann mir das ja gar nicht vorstellen, dieses Kind von seinem Papa irgendwie zu entzweit. Oder auch, dass er dann sagt, nee, sorry, aber jetzt, also Land, ich bin ein Berliner, dann bleibe ich jetzt bei Papa. Das kann ich mir für mich nicht vorstellen, den Schmerz. Also klar sind das Dinge, die würde ich vielleicht in anderen Konstellationen anders entscheiden. Ja, bei Veränderungen spielen ja immer zwei Familien jetzt Entscheidungen. Ja, total. Also auch für den Papa, also für den biologischen Papa, dass er natürlich auch, also die neue Frau, muss ich ja jetzt auch sozusagen, da kann er jetzt nicht sagen, wir ziehen jetzt morgen nach Kopenhagen, weil dann würde euer ganzes Kunstdruck, also. Ja, also das weiß ich jetzt natürlich nicht. Nee, aber es ist natürlich was anderes. Es ist ja schon in einer Kernfamilie, wenn du jetzt nicht, da ist ja schon ein Jobwechsel oder so. Ja, voll. Aber wenn dann noch. Das meinte ich auch mit dem Romantisieren. Also dieses, dass man natürlich sich so oft erzählen kann, wie man will, dass es total schön alles ist und toll. Aber es wird immer schmerzhafte Momente geben. Und mein Kind hat mich auch schon mal gefragt, können wir nicht alle zusammen wohnen? Wir verstehen uns doch alle so gut. Ja, und ich habe auch, aber das ist diese Anfangsfrage, die ich dann gestellt habe. Beim Thema Stillen, weil ich bin manchmal so, aber über was reden wir jetzt, wenn wir jetzt 50 Mal aufschreiben, dass es für Kinder besser ist, wenn irgendwie die Eltern sich nicht trennen. Also A, ja weiß ich jetzt nicht. Also je nachdem, welche Eltern man da hat, trennt euch vielleicht besser. Und B, es bringt mir ja nichts. Selbst wenn es besser wäre, was ich bezweifle, aber selbst wenn es besser wäre, ist ja keinem damit geholfen. Wir müssen ja jetzt trotzdem da durch und es uns irgendwie so gemütlich wie möglich in diesem neuen Familienkonstrukt machen, aber das heißt nicht, dass wir nicht Verletzungen offen zugeben dürfen und auch sehen dürfen, dass es für die Kinder anstrengend ist. Er würde niemals tauschen wollen, wenn ich sage, willst du mal zwei, drei Wochen bleiben, ist es dann einfacher oder so. Nein, auf keinen Fall, weil er ist dann so, hä, wieso das denn? Aber er hat auch diese Gleichzeitigkeit, diese, Ambiguität, dass halt, es ist anstrengend, jede Woche zu wechseln, aber es ist genau das, was ich will, in dem Rahmen der Möglichkeiten, die ich habe, weil meine Eltern sind nun mal nicht zusammen und deshalb ist es okay so für mich. Fahrt ihr zusammen Urlaub? Ich muss sich gerade mal überlegen, sind wir schon mal zusammen? Nee, also so weit sind wir nur nicht gegangen. Da werden wir aber auch, glaube ich, der Papa ist ein ganz ruhiger, entspannter, Und also, nee, das hat ja auch Gründe, warum wir uns ganz schön schnell getrennt haben. Nee, das würde, glaube ich, nicht funktionieren, Urlaub zu sein. Aber ihr feiert Feste gemeinsam. Ja. Ich habe gesehen, er hat vor ein paar Tagen auch auf dein anderes Kind aufgepasst, dass du mit deinem jetzigen Mann ausgehen kannst. Das fand ich so einen schönen Post. Vater Tram, also man muss dazu sagen, wir haben es immer noch nicht. Also wir sind auch wirklich eine schusselige Familie. Und ich sage mal, Organisation ist nicht unsere Stärke. Und deswegen haben wir keinen Babysitter noch nie gehabt oder Nanny oder irgendwas und wir haben aber auch überhaupt gar keine Großeltern in der Stadt, also die sind sechs Stunden die nächsten entfernt und wir haben wirklich seitdem das zweite Kind geboren wurde. Das war jetzt glaube ich unser vierter unser viertes Date zu zweit sonst sind wir immer zusammen als Familie und irgendwie wir haben es noch nicht so richtig vermisst weil das auch eigentlich ganz gut ist und wir haben ja auch eigene Freiräume. Aber ich glaube, jetzt langsam wird es auch mal so. Und dann hat nämlich immer der Papa auf beide Kinder bei uns. Aber toll. Das finde ich so großartig, weil das ist überhaupt nicht selbstverständlich und das ist witzig, weil das hat man ja auch oft bei Großeltern, dass irgendwie Kinder manchmal merken, dass Personen besonders sind und ich würde jetzt gar nicht mal sagen, dass die sich so mega oft sehen, weil wo sind die Berührungspunkte, außer mal an Wechseltagen oder wenn dann noch ein Kaffee getrunken wird, wenn die Tasche vorbeigebracht wird mit den Basketball-Sachen oder so. Aber der ist auch irgendwie was ganz Besonderes für das zweite Kind. Der Papa P. Und dann so, hallo. Und dann ist das ganz, ganz süß und wupfelig. Also Struktur ist nicht euer Thema? Also ich hätte jetzt gefragt, das fragen ja alle, wie regelt ihr, welche Tools nutzt ihr, dass ihr eure Termine, eure, wann wechselt ihr denn immer? Donnerstags. Ganz pragmatisch, weil eigentlich mittwochs, so in der Mitte der Woche, das immer so, genau, haben wir irgendwann so einfach so festgelegt. Aber dann ist es auf Donnerstag gerutscht, weil mittwochs war zu viel Zimmelüben, weil da war irgendwie Kunstschule und Training oder sowas. Und dann sind das zu viele Taschen und dann haben wir auf Donnerstag gelegt. Und ich weiß überhaupt nicht, irgendwann hat mal jemand gesagt, eigentlich war es ja freitags oder so logischer, aber das ist oft, weißt du, ich hatte ja dann einen Partner, einen Mann und Lios, Papa ja nicht. Der war alleine und der konnte viel besser seine Arbeit schaffen und planen, wenn er halt die Hälfte der Woche von einer Woche immer auch voll zum Arbeiten hat und nicht eine Woche eine Woche. Und das ist so ein Grund, warum wir nicht am Wochenende wechseln oder so, sondern in der Woche, damit da so ein bisschen Entlastung stattfindet für die arbeitenden Mitanteile. Wie macht ihr das mit Kranken? Derjenige, der das Kind gerade hat, wenn es krank wird, Du bist in charge. Und wenn jetzt irgendwie die Hütte brennt, dann ist erst so, hey, bring rüber. Aber eigentlich machen wir es nicht, weil wenn jetzt mein Kind recht durchfährt und ich habe eine Abgabe, dann sage ich trotzdem, hey, ich bring dir jetzt das kotzende Kind vorbei. Alles klar, du wirst dann auch morgen kotzen, aber deal with it. Mache ich nicht. Also unter dem Strich verliere ich Geld, weil ich dann vielleicht eine Abgabe nicht schaffe. Aber das ist dann irgendwie eine Priorität. Aber ihr seid schon, und wie ist es denn, Hörst du was von deinem Sohn, wenn er jetzt die Woche nicht da ist? Wie ist das? Das ist eine gute Frage. Wird oft gefragt und da sind, glaube ich, alle Kinder verschieden und wir hören sehr, sehr wenig voneinander, weil wir, als er kleiner war, haben wir gemerkt, dass das gar nicht gut tut, weil er so ein bisschen rausgerissen wird und dann erst eine Vermissung beginnt. Dass man eigentlich, dass er dadurch erst realisiert hat, dass die andere Person nicht da ist. War irgendwie manchmal so ganz herzterreißend, wenn wir dachten so, hey, voll cool, es gibt ja, wir sind ja im Zeitalter von, weiß ich nicht, Videotelefonie angekommen. Wie cool, wir checken ein. Nee, das heißt irgendwie, war gegenteilig. Aber jetzt ist es so, kennt ja auch jeder die Diskussion Handy oder nicht. Auch da, bei mir gibt es auch kein Smartphone, denn dadurch, dass ich ja selber in den sozialen Medien arbeite, bin ich so spät wie möglich. Deswegen hat er aber eine Uhr bekommen, mit der er anrufen kann. Er ist ja jetzt auch erst elf. Ja, genau. Ja, aber glaub mal. Gibt es schon Handys? Ich habe in der Klasse, fangen die so langsam an? Es ist ja immer so, ich habe ja zwei Große, die sind so ein Jahr und neun Monat auseinander. Das ist klar, der erste muss immer und die zweiten. Natürlich, das war bei mir. Also, wie habe ich damals für mein Handy gekämpft? Und dann meine Schwestern, die haben ja sofort eins in die Hand gedrückt bekommen mit dem Schulbus auf dem Dorf. Ich war stinksauer. Ich so, Mama, ganz ehrlich, ich hatte so ein dusseliges Alcatel mit 15 oder so. Und die dürfen jetzt hier mit dem Handy irgendwie in die Schule juckeln. Und dann war sie auch so, ja, aber dann mache ich mir jetzt Sorgen, wenn die dann wieder den Bus nicht erreichen. Und dann kommen die eine Stunde später, da habe ich ja schon einen kleinen Herzinfarkt hinter mir. Also ihr habt eine Uhr gerade aktuell. Da waren wir. Genau, der hat eine Uhr. Und seitdem er da diese Autonomie hat, kann es auch schon mal sein, dass wir dann so auf dem Schulweg oder so angerufen werden, wenn er uns dann irgendwas erzählen will oder eine Klassenarbeit zurück. Aber bis dato ist es eher seltener vorgekommen. Was macht das mit deinem Mutterherz? Boah, ich würde sagen, ist eigentlich ähnlich. Also ich fand es auch schlimmer eigentlich, dann immer so ein bisschen was zu hören. Also es ist bei mir auch zum Beispiel, je älter er wird, desto schlimmer finde ich das Abgeben. Also desto schlimmer fände ich auch das Loslassen, als der so klein war. Ich glaube, ich war auch in so einer Überlastung konstant drin mit Arbeit und dieser neuen Situation und irgendwie keine Familie in der Stadt, dass ich so dermaßen einen Akku aufgeladen habe und mich um so viele Sachen gekümmert habe, wenn mein Kind diese zwei Tage nicht bei mir war, dass ich kaum Raum hatte, da irgendwelche großen theatralischen Gefühle zuzulassen. Und auf der anderen Seite... Weil man einfach seine Batterien aufgeladen hat, also schlafen. Ja, total. Und jetzt ist es manchmal so, dass ich an dem Kinderzimmer dann vorbeigehe und das ist leer. Und dann kriege ich direkt so Tränen. Das ist das aller Stimmste. Ich vermisse ihn total. Er ist so toll und cool. Und ich will jetzt mit ihm abhängen. Das wird schlimmer, je älter er wird. Nicht besser. Aber... Ja, vor allen Dingen wird es ja jetzt nicht nur, dass er ein Wechselmodell ist, sondern weil die wären einfach eigenständiger, die strukturieren sich alleine. Der kleine Bruder vermisst ihn auch. Also wir haben jetzt übrigens nicht nur Wechseltag-Feelings. Also die Eltern, die im Wechselmodell sind, die wissen, was ich mit Wechseltag meine. Irgendwie sendet da manchmal was quer, glaube ich, weil man sich umstellen muss. Das ist manchmal ein bisschen gefühlsintensiver. Und das hat jetzt der Kleine manchmal auch, dass er dann irgendwie so... Entweder so überwältigt ist, wenn dann der große Brudi da ist und sich so freut und dann so ganz aufgeregt überdreht ist oder halt dann auch so, ist der Brudi heute nicht da? Oder ist der nur beim, weiß ich nicht, Sport oder so? Und dann so, nee, der ist heute bei Papa P. Und klar, das ist, also mein Mamaherz ist da so, bröselt in tausend Teile. Und ich möchte dennoch sagen, denn ich habe mich ja gefragt, warum du mich hier überhaupt einlädst, weil es gibt ja viel krassere Fälle von Patchwork. Und ich sehe so ein bisschen meine Rolle da, in diesem Patchwork-Ding oder auch in diesem Trennungsding den Leuten einfach mitzugeben, dass sie das schaffen können. Also das ist kein Weltuntergang und es kann gut sein und es tut zwischendurch weh und natürlich höre ich nicht auf, mein Kind zu vermissen, aber ich kann heute Scherze darüber machen, dass ich, wenn ich mit meinen getrennten Freundinnen, die jetzt so in den 40ern auf einmal gibt es mehr Trennungen und die sind jetzt und ich bin dann so empathisch und weil ich habe mich ganz oft als getrennt erziehende Mutter oder auch zwischenzeitlich aufgrund von anderen Themen alleinerziehend, vielleicht auch mal streckenweise. So oft nicht gesehen gefühlt, dass ich dann meinen Freundinnen heute, die getrennt erziehen sind, immer so diese Sichtbarkeit geben würde und dann auch oft sage so, Mann, was du schaffst und guck mal. Und die sind ganz oft so, ich habe ein bisschen Mitleid mit dir, weil du hast ja deine Kinder immer. Also mindestens eins und dein Mann ja auch. Und dann musste ich manchmal so krass lachen, weil ich habe immer gesagt, Patchwork, getrennt erziehen ist für mich das ideale Familienmodell, weil alle haben Raum für sich, und trotzdem gibt es diese unfassbare Liebe und es ist eine Herausforderung, dass wir in diesem Patchwork jetzt ein gemeinsames Kind haben, was immer bei uns ist, weil das kannten wir ja auch nicht als Paar und da habe ich jetzt wieder neuen Respekt vor Leuten, die zusammen sind, die mit ihrem eigenen Partner Kinder haben. Das ist aus der Patchwork-Perspektive manchmal so krass. Ich war wirklich, ich war am Anfang, wir saßen dann manchmal so auf dem Balkon mein Mann und ich bin so, was machen wir denn jetzt? Also jetzt, das ist ja voll geil und so, aber da ist ja jetzt nichts mehr mit einfach mal kurz so auf die Straße gehen und die anderen Leute treffen und so. Weil ihr jetzt ein Kind habt. Ja, ja, weil wir haben jetzt ein gemeinsames Kind. Also es ist wirklich, ich kann nur sagen, bei allen Verletzungen, bei diesem ganzen Schmerz, der dabei ist, wenn ihr gerade in so einer Phase seid und darüber nachdenkt und ihr denkt, das ist wirklich nötig, dann lasst euch bitte nicht von der Sorge abhalten, dass euer Leben schlechter werden könnte. Denn natürlich hat es, wie wir schon zu Beginn festgestellt haben, viel mit Privilegien zu tun und ich rede jetzt auch davon, dass klar ist, dass man in ein getrennt erziehendes Modell geht und nicht alleinerziehend. Also da ist ja sowieso schon mal Alleinerziehende sind ja für mich, weiß ich nicht, ich glaube ja nicht an Gott oder irgendwas. Also wenn, dann glaube ich an Alleinerziehende oder pflegende Eltern. Aber ja, Das ist richtig geil. Also das ist wirklich eine spitzen Klasse, super Modell, weil man einfach Raum hat. Ja, und weil man sich auch erholen kann kurz mal. Seine Schwinge mal auszuspannen und sich, so doof diese Flosse klingt, sich zu verwirklichen und irgendwie so richtig mal wieder so, die Mutti geht auf die Rolle mit ihren Girls. Ich hatte ein viel sozialeres Leben. Ja und jetzt? Viel weniger. Aber bist du nicht trotzdem auch glücklich? Ich bin mordsmäßig glücklich, aber es gibt für mich wirklich kein Besser und Schlechter. Das gibt es nicht und ich würde lügen. Und ich glaube, mein Mann, also für mich persönlich, weil ich habe mich jetzt dazu entschieden, sonst hätte ich mir jetzt einfach keinen neuen Mann angebracht. Ich habe mich dazu entschieden, dass ich das für mich möchte. Ich bin total der Familienmensch. Ich brauche nie Ruhe. Je mehr Menschen um mich herum sind, desto besser. Kommt alles zu mir nach Hause, setzt euch an einen Riesentisch. Ich habe das hässlichste, die hässlichste Eckbank ganz Berlins aus schwarzem Leder. Das glauben Sie. Da sprechen mich Leute darauf an, wenn die das immer auf einem Foto sehen bei Instagram und sagen, das habe ich jetzt irgendwie nicht verstanden bei dir. Und dann sage ich immer, ja, aber es ist halt scheiße praktisch, weil da passen bestimmt 20 Leute drauf. Also zumindest 20 Kinder und ich liebe das. Meine Entscheidung ist die absolut richtige, dass ich noch ein Kind bekommen habe. Du hast auch geheiratet. Und ich habe geheiratet. Ich finde es toll. Ich finde das überhaupt nicht spießig. Ich finde das einfach der Knaller, so etwas zu zelebrieren. Also auch das muss man sich natürlich leisten können, Hochzeit zu feiern. Ich hätte die jetzt wahrscheinlich nicht gefeiert, wenn es nur auf dem Papier wäre. So ehrlich möchte ich auch sein, das wäre mir dann zu langweilig. Aber ich brauche ja nicht ein Papier, damit ich jetzt weiß, dass ich geliebt werde. Es geht ja dann schon so. Ist trotzdem nicht aufzuwiegen. Also es ist wirklich ein wunderschönes Leben, auch weil man, finde ich, merkt, dass man Kapazitäten hat für echte Verbundenheit mit viel mehr Menschen. Und das ist, finde ich, mit einer Kernfamilie und mit diesem Konstrukt viel, viel schwerer, sich in diesen kapitalistischen Zeiten oder in dieser Welt, in der wir leben, zwischen Care und Lohnarbeit und Tralala Raum zu schaffen für diese ganzen Verbindungen. Und die waren zahlreicher, als ich getrennt erziehen war und nicht eine eigene Familie hatte. Nicht von, ich kann zahlenmäßig, ich habe meine gleichen Freunde und Freundinnen nur, ich sehe die seltener. Ja, würde man nicht denken, weil eigentlich würde man ja denken, hey, da ist ja jetzt noch ein Vater, du kannst ja einfach rausgehen. Aber so ist es ja nicht. Es gibt ja ganz oft einfach abends einfach Sachen, die man noch erledigen muss, während der Papa gerade die Kinder ins Bett bringt, wegen der Familie. Und es ist natürlich auch eine andere Sache, wenn du in einer Beziehung bist, dann hast du ja auch die Zeit, dann ist ja mal abends eure Zeit. Ja, oder auch als Single. Ja, aber dann hast du ja sozusagen diese Woche oder diese Tage, er war ja noch kleiner, die drei Tage gehabt, wo du sagen konntest, okay, jetzt kann ich den ersten Tag schlafe ich, den zweiten Abend gehe ich wahrscheinlich aus und dann stelle ich mich wieder auf Kind ein. Also das erlebe ich ja auch bei meinen Freundinnen. Meine Freundin, es hat mich neulich angerufen und hat gesagt, Nika, du glaubst nicht, was ich mache. Und ich so, was machst du denn, Prinzessin? Und ich so, ich habe einen Kater und ich gucke eine Serie nach der anderen. Und ich war so, geil, wie hat sich das nochmal angefühlt? Enjoy. Also wirklich keine Angst davor haben, weil wenn es so scheiße ist, dass man wirklich denkt, dass das... Was eventuell eine gute Idee wäre, meistens ist es dann auch eine gute Idee und meistens ist es dann auch, es wird anders, aber ich glaube wirklich, dass es in den allermeisten Fällen besser wird. Ich habe das in meinem eigenen Umfeld und die sind nicht alle weiß und reich und was weiß ich nicht, noch nie erlebt, dass jemand gesagt hat, ich habe mich getrennt und jetzt bin ich unglücklicher als davor. Hast du Menschen erlebt, die wieder zusammengekommen sind? Habe ich auch. Weil vorhin hast du ja die Phase beschrieben, dass das einfach für dich auch sehr anstrengt, also das ist für uns alle ja anstrengend, die Kleinkindphase, das wollte ich auch nochmal sagen, diese Phasen mit Kindern sind ja unterschiedlich anstrengend und es gibt halt Phasen, die sind sehr körperlich intensiv. Ich würde immer sagen, trennt euch nicht in den ersten zwei Jahren. Ich war da jetzt eine Ausnahme. Hast du es gemacht? Das war aber ja, aber jetzt muss man sagen, ich bin aus Versehen schwanger geworden. Das war überhaupt nicht geplant. Wir waren super jung und wir haben uns total gern gehabt und auch geliebt, aber es war total klar, Das ist nicht fürs Leben. Und dann haben wir ganz bewusst die Entscheidung getroffen, uns so früh zu trennen, damit das nicht ein noch größeres Drama wird, als es sein muss. Wir haben gar nicht versucht, uns zusammen zu raufen, weil wir wussten, wir wollen beide mehr vom Leben. Und nicht im Sinne von, ich reiche nicht aus oder er reiche nicht aus, sondern so. Das lassen wir so stehen. Das lassen wir so stehen. Aber... Ja, wenn man ein Kind bekommt gemeinsam und man ist eigentlich der Meinung, man hat jetzt mit, ich bin da ganz romantisch und auch vielleicht ein bisschen spießig, ich glaube noch an die große Liebe, mag auch an meine Oma Mia und Opa Edmund liegen. Oh, wie süß. Die waren einfach immer und da habe ich so ein Ideal. Also ich glaube daran, wenn man das wirklich meint, dass man das geschafft hat, sich einen guten Mann zuzulassen, den man festhalten will, dann ist echt so, also was man Nacht sagt, zählt nicht. Und die ersten anderthalb, zwei Jahre würde ich auch sagen, don't do it. Also denk nicht drüber nach. Setz dich zu einer Freundin aufs Sofa oder zu einem Freund und heul dich aus und let it all out. Pretende nicht. Tu niemals vor anderen Eltern oder Freundinnen so, als wäre bei euch alles in Ordnung, obwohl es das nicht ist. Weil das ist so ein Mindfuck, also verstehe ich gar nicht und man weiß es ja auch. Man sitzt dann immer vor den Leuten und denkt so, ja, ja, alles in Ordnung. Also ja, hallo. So wie die Kinder schlafen. Also wirklich. Deswegen alles rauslassen, gemeinsam fluchen, auch im Dialog bleiben. Irgendwie checken, dass beide am Arsch sind und dass man wirklich aufpasst, dass man nicht gegeneinander ist, sondern dass man anerkennt, dass beide im Eimer sind, auf eine unterschiedliche Art und Weise. Und dann kann man sich im besten Fall Hilfe holen, wenn man denkt, man kommt alleine nicht raus. Und dann gut überlegen, ob man sich trennt. Aber wenn man wirklich die Entscheidung getroffen hat und da sind Verletzungen passiert, die nicht mehr zurückgehen oder man merkt erst durch diese Belastung, ich habe mich vertan. Weil dieser Typ hat wirklich gar keinen Bock auf Kehrarbeit. Und Mental Load ist auch so ein Thema. trage ich alles alleine. Also da bin ich mittlerweile auch radikal. Da bin ich so weg damit. Brauchen wir alle nicht. Dann hast du halt noch ein Kind dazu. Aber dann wird halt das Patchwork auch nicht easy. Nee, aber ich finde, man kann ja für sich die Entscheidung treffen, dass man halt keinen Bock hat, noch ein Kind großzuziehen im Körper von einem erwachsenen Mann und dass sich das wahrscheinlich nicht ändern wird bei ihm, weil sonst hätte er ja schon mal zugehört nach den 200 Streits und dass man aber trotzdem respektvoll miteinander umgehen kann. Ich muss dem ja nicht ins Gesicht sagen, du kleines Baby, steck dir einen Schnucki in den Mund und verpiesel dich, sondern ich kann ja kommunizieren, dass die Belastung groß ist und dass ich einfach nicht sehe, dass sich das ändert und dass ich das so nicht für mich will und für mein Leben, weil ich finde, dass ich mehr verdient habe. Dieses, ich finde, ich habe mehr verdient, ist für mich so wichtig und dann kann man ja auch in Dialog gehen und dann könnte dieser Mann sagen, ich verstehe, dass ich so und so sozialisiert bin, dass ich ein Mann bin, dass ich Dinge nicht sehe, weil ich einfach andere Augen habe als eine Frau oder. Queere Leute oder was auch immer. Und deswegen möchte ich an mir arbeiten und wenn er das nicht machen möchte, weil er denkt, er ist ein König, dann tschau. Also da bin ich wirklich so, es wird sich wahrscheinlich nicht ändern. Ich meine, man kann sich auch noch mit 50, 60 trennen, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Verstehe ich übrigens auch. Ich kenne keine engen Leute, aber so entfernt. Gibt es auch Leute, die sagen, ganz pragmatisch, wir bleiben zusammen. Oder ich trenne mich nicht von dem Otto da, weil das ist mir zu stressig, ist es finanziell nicht möglich. Ich will es den Kindern auch gerade nicht antun, weil es sehr kompliziert wäre aufgrund der finanziellen Situation etc. pp. Deswegen ziehe ich das durch. Habe ich auch früher gedacht, wie kann man sich so hängen lassen, wie kann man sich so verraten, kann man niemals tun, aber ich bin mittlerweile einfach solidarisch mit allen Frauen, nicht im Sinne von Choice-Feminism, nicht jede Entscheidung, die eine Frau trifft, ist feministisch, Gott bewahre, damit kann man mich bis nach Montekukuli jagen, aber es gibt. Diesen Momentum des rationalen Abwägens, ob das jetzt gerade klug ist oder nicht und ob ich mir selber das Leben damit schwerer gestalte oder ob ich mich mit einer Situation kurz abfinden kann, weil es vielleicht für alle Beteiligten klüger ist, gibt es. Aber wenn das nicht der Fall ist, würde ich immer sagen, renn, geh, es wird besser. Ja, da machst du, glaube ich, einigen Mut. Ich habe jetzt noch zwei Fragen an dich. Und zwar, das haben wir eben vergessen, habt ihr ein Tool? Meinst du so ein technisches Tool? Ja, genau. Sagst du jetzt, die App hat euch geholfen, euch zu organisieren. Du hast aber gesagt, ihr seid nicht so strukturiert. Der Kalender. Es gibt einfach einen Familienkalender. Da sind alle Patchwork-Erwachsenen drin. Und da werden Dinge wie Urlaube oder wichtige Termine, jetzt zum Beispiel Konzerte bei dem anderen Papa, weil wir sind sowieso immer zu Hause. Also einer von uns ist eh zu Hause mit dem Kleinen. Wir gehen jetzt nicht irgendwo wahrscheinlich zelten. Deswegen, wenn du ein tolles Konzert hast oder eine Geburtstagsparty ansteht, dann tragst du den Kalender ein und dann kann natürlich mein Kind bei mir schlafen. Ich sage dann nicht, nee, sorry, aber es ist jetzt nicht mein Tag. Geht jetzt nicht. Also für sowas ohne den Kalender werden wir aufgeschmissen. Da sind dann auch die Arzttermine und alles drin. Das teilt ihr euch aber auch. Das teilen wir uns auch alles auf. Und was wir haben, ach nee, stimmt, wir haben eine App, diese To-Do-App. Und da habe ich zum Beispiel eine, also da haben wir zwei Listen, da haben wir eine Liste, was muss neu besorgt werden und wer hat es besorgt. Also da kannst du dann quasi neue Basketballschuhe draufpacken oder neue Raditzefummel, weil wieder alle abgekaut sind. Und dann, wenn man es halt abgehakt hat, dann schreiben wir halt dahinter Nike 50 Euro Schuhe. Und dann, dass man auch so ein bisschen einen finanziellen Überblick hat, wer hat jetzt was. Also wir machen das nicht auf einen Euro genau. Aber checkt ihr so einmal im Monat so ein bisschen so? Nee, das auch nicht. Aber ich glaube, es ist so ein bisschen visuell für einen selbst. Man merkt so entweder, ich fühle mich gerade ungerecht behandelt, weil ich habe jetzt 300 Sachen gekauft. Und dann kann man das mal ansprechen und dann überweist der andere so einen Gefühlsbetrag. Und sagst, hey danke auch, dass du dich darum gekümmert hast und dass man es einfach mal sieht, weil es ist oft ja eine komplette Ambivalenz so dieses, also ich finde auch wieder, das haben mehr Männer als Frauen, dass die manchmal denken, dass sie total viel besorgen und total viel gemacht haben und wenn man es dann aber mal so visualisiert, dann sieht man dann oft den Kontrast zwischen dein Anteil und mein Anteil. Das hilft uns total. Ja, nee, das ist eigentlich, das ist so in einem, die App. Also das ist diese Liste. Ich wollte gerade sagen, wir haben eine Ausgabe und eine To-Do, aber das ist so eins. Ja, dadurch, dass ihr 50-50 macht, habt ihr ja sozusagen auch keine finanziellen, also Nee, aber das ist natürlich auch, ich kriege mit, dass es da oft Streit gibt um das Finanzielle. Ja. Und das ist glaube ich so, weil ich würde immer sagen, ich verdanke das vor allen Dingen den Papas, dass es so harmonisch ist bei uns, aber dass es keinen Streit gibt. Und das Finanzielle würde ich sagen, ist vielleicht der einzige Punkt, der so ein bisschen auf meine Lorbeerenkarte geht, weil ich habe dann immer, weil ich es auch konnte irgendwie oder weil ich es wollte, beide Augen zugedrückt und einfach, wenn ich wusste, ich habe vielleicht gerade mehr dann auch einfach besorgt und nicht keine Rechnungen aufgemacht. Aber mittlerweile bin ich so ein bisschen, dass ich da so mehr drauf achte, wenn man dann, das meine ich mit der Entwicklung, es ist auch das Leben des anderen, Papa ist ein bisschen anders und der leistet sich andere Sachen und dann bin ich jetzt schon mal so, dass ich sage so. Wenn das geht, dann zeige ich dir jetzt auch mal, was ich dir jetzt alles besorgt habe und dann können wir das vielleicht doch aufteilen. So gut. Ja, voll. Und die letzte Frage, die ich noch habe. Also erstmal vielen Dank, dass du hier so offen über eure Familie geredet hast, über eure Patchwork-Familie. Also das finde ich wirklich ein sehr schönes Vorbild, auch wenn du jetzt immer sagst, dass es die einfachste Form hat. Ich glaube, es ist immer ein Prozess und das egal, welche Konstellation hat, vielleicht wird es ja auch nochmal ein bisschen, vielleicht kommen ja nochmal mehr Kinder hinzu, weiß man ja nicht. Bei uns nicht, kann ich dir sagen. Wir sind da fertig, weil ich finde. Meine Kinder so cool und ich weiß aber auch, dass das ein Glück ist und wir haben ein neurodivergentes Kind auch und ich weiß, ich hätte gerne, also ich liebe Kinder so krass, ich sage immer, wenn ich eine Villa hätte, ein Haus, dann hätte ich zehn Kinder, dann sagen andere Leute, das sollte man nicht am Geld festmachen, aber ich bin so ein bisschen. Dass ich denke, wir können aber auch mal ehrlich darüber sprechen, dass Dinge leichter werden mit Geld und ich möchte Ich möchte einfach zum Beispiel auch nicht aus Kreuzberg wegziehen und die Wohnungspreise sind massiv. Und wenn ich mir jetzt eine noch größere Wohnung, dann sagen andere, ja, die müssen ja auch keine eigenen Wohnungen haben. Dann sage ich, gut, frag mal meinen, Quatsch, keine eigenen Zimmer haben. Aber ich weiß jetzt nicht, ob mein Elfjähriger mit dem Dreijährigen gerne. Aber auch das sind wahnsinnige Privilegien. Darüber brauchen wir nicht sprechen. Aber aus meiner Perspektive, ich bin komplett fertig, denn ich möchte einfach für die da sein. Und die brauchen mich und ich will ganz viel Zeit mit denen verbringen. Und wer sagt mir denn, dass ich nicht noch ein Kind bekomme, was einfach ein bisschen mehr Aufmerksamkeit benötigt als die anderen und die haben ja genauso verdient, all die Liebe und Zeit zu bekommen von mir und da hätte ich nur zu große Sorge, dass ich das jetzt bei dreien entdeckte. Dem Leben, was wir führen, mit unserer Arbeit und mit dem, was wir haben oder was wir nicht haben, nicht so gut hinkriegen. Und das ist echt der Grund für meine Entscheidung gegen ein weiteres Kind. Ja, kann ich verstehen. Aber vielleicht auch auf der anderen Seite, ich meine, wer weiß. Du hattest mich übrigens gefragt, wie wir das gemacht haben, dass der Größere, weil der ja dann plötzlich ein Geschwisterchen bekommen hat, das habe ich nämlich gar nicht beantwortet. Da habe ich doch gesagt, wir haben das geschickt eingefädelt. Ja, das wollen wir das wissen. Das haben wir nämlich so gemacht, dass wir so langsam immer mal so nachgehorcht haben, ob er sich dann vorstellen könnte, ein Geschwisterchen zu haben. Und er hat am Anfang gesagt, nein, das nicht, keine Ahnung. Und irgendwann war er aber so, ja doch, könnte er sich schon vorstellen. Dann waren wir so, ja, aha. Und dann irgendwann hat er dann gesagt, ja, könnt ihr euch das dann auch vorstellen? Und wir waren so, ja, wissen wir nicht so genau, weil wir wussten es wirklich nicht, weil ich habe immer gesagt, nö, eins, auf keinen Fall ein zweites, auch witzig, ich habe sogar Artikel darüber geschrieben. Da lache ich mir auch heute ins Fäustchen über mich selbst. Für mich war ganz klar, ne, finde ich richtig gut so. Und dann fing das irgendwann an, dass der richtig so war, so, könnt ihr mir jetzt mal ein Geschwisterchen machen? Und der hat dann wirklich morgens mich gefragt, und, kriege ich jetzt ein Geschwisterchen? Habt ihr es jetzt geschafft? Und wir mussten so lachen. Und dann meinte ich so, Leo, ich weiß gar nicht, was meinst du damit? Weil eigentlich haben wir natürlich auch schon aufgeklärt über alles gesprochen, Kindlich. Dann war ja so, du musst jetzt einfach mal richtig viel mehr Kuchen essen. Das finde ich jetzt wirklich langsam doof von dir. Und dann war ich so, Schatz, ich glaube, wir müssen uns noch mal hinsetzen. Da muss ich jetzt noch mal dein Gedächtnis auffrischen. Da weiß ich jetzt auch nicht, was da jetzt bei dir. Damit der Bauch wächst. Und dann haben wir das dann geklärt. Dann war er so, ach ja, stimmt. Und dann hat er mich wirklich jede Woche gefragt, ob es denn jetzt geklappt hat. Das ist ja richtig Pressure. Und dann habe ich zum ersten Muttertag... Als ich schwanger war, also währenddessen so ein Klappherz bekommen, da stand da drauf, liebe Mama, danke, dass du mit Papa K. gesext hast. Wirklich? Ja, habe ich bekommen, weil er sich so gefreut hat, dass er jetzt ein Geschwisterchen kriegt. Und der hat das dann so wahrgenommen, als hätten wir jetzt quasi für ihn dieses Geschwisterchen gemacht. Und dann haben wir es auch so gemacht, er war zu dem Zeitpunkt noch ein großer Fußballfan. Habe ich auch nie gedacht, dass ich mal Sockermann werde. Bin ich auch geworden. Also auch das, Leute, macht euch locker. Wir sind alle nicht cool. Dann haben wir halt so ein Trikot, ich weiß gar nicht, welches Paris Saint-Germain oder so, haben wir dann halt mit ins Krankenhaus genommen und als dann der große Bruder quasi dann ins Krankenhaus kam und uns besucht, haben wir quasi dieses Klassische, nicht auf meinem Arm, sondern halt lag dann halt da im Bett und dann haben wir so das Trikot so daneben gelegt und dann hat er einen Schleimanzug bekommen, wo irgendwie so Best Brother oder so draufsteht. Boah, der war so stolz. Also mit diesem Schlafanzug und diesem Trikot, das der Bruder hier mitgebracht hat von was weiß ich nicht, was für einem Stern. Also da war wirklich, ja. Und so ist es wirklich bis heute eher andersrum, dass mir der Große manchmal leid tut, weil der Kleine ist wirklich auch, also das ist eine kleine lustige Flitzpieper, aber der hat sowas von Zaster unterm Po, dass ich dann manchmal denke, so Gott, der Große kommt und sagt, wollen wir kuscheln? Wollen wir uns umarmen? und dann ist der so, nein, nein. Aber die haben eine gute Beziehung. Ganz süß. Also ich muss sagen, auch da am Anfang war es ein bisschen Latte. Er ist halt ein Baby. Ja, und der Ältere war jetzt auch kein Kümmerer. Also genderneutrale Erziehung hin oder her, der hat sich da jetzt nicht hingesetzt und hat jetzt total Bock, jetzt ein Fläschchen zu geben oder so. Das hat den wirklich null interessiert. Aber ich würde mal sagen, seit anderthalb oder so, wo er dann nicht nur laufen, sondern auch mal irgendwie einen Ball werfen konnte oder irgendwie Double-Bahn oder so. Seitdem ist es ganz niedlich, ja. Schön, richtig gut. Total. Das hört sich gut an. Was wünschst du dir für die gesellschaftliche Wahrnehmung für Petwork-Familien? Ich würde mir wünschen, dass es einfach als genauso ein liebevolles Familienkonstrukt und als genauso ein großer, chaotischer. Liebeshaufen und Gefühlshaufen angenommen wird, wie jede andere Familie auch. Also ich weiß gar nicht, ob ich da jetzt so primär auf Patrick gehen würde, sondern einfach so ein Bewusstsein dafür, dass Familien ganz verschieden sind und ganz verschiedene Bedürfnisse haben und dieses Entstigmatisieren von jetzt gibt es Stiefmütter und Stiefväter und ich finde, dass Prachlichkeit schon so viel macht, dass wir einfach. Zugewandt damit umgehen. Also ich finde, ich weiß nicht, wer sie eingeführt hat, aber die Bezeichnung Bonus-Mamas, so wie bei Kaiserschnitt oder Bauchgeburt. Also es sind halt so Entscheidungen, ich sage auch Kaiserschnitt, je nachdem in welchem Kontext, aber es ist trotzdem meine Bauchgeburt, das große Kind. Das finde ich schön, dass man da einfach auch mehr Perspektiven aufzeigt und auch, also wie gesagt, man kann ja mal die Zeitungsartikel durchgehen und mir, vielleicht ist es auch ein eigener Trigger, aber mir fallen eher so negative. Artikel auf oder halt so hinter Paywalls, Tipps, wie kann Patchwork funktionieren, wo ich so denke, ja gut, aber wie kann eine Familie mit beiden biologischen Eltern funktionieren, wie kann eine Familie mit einer Oma und einem Vater funktionieren, weil es vielleicht keine Mutter gibt oder ja, einfach da und mehr Flexibilität. Also ich glaube, wenn es irgendwie normalisierter wäre und man auch nicht so beschämt damit umgehen würde. Ich erlebe das oft, dass so Familien verstecken wollen, dass sie Patrick sind. Und dann auch so, wenn sie im Restaurant sitzen oder im Urlaub, dass es dann so unangenehme Momente gibt, wenn dann rauskommt, ah, es ist gar nicht der Papa, sondern der wird jetzt Steffen genannt. Oder dass man sich auch erklärt, dass man dann sagt, nee, das ist jetzt nicht mein Kind. Ja, und ich habe das bis heute, dass ich diesen Reflex bei mir spüre, Obwohl ich mich so sicher fühle in den Patchwork. Aber wenn wir unterwegs sind und die Leute nehmen an, dass der Papa der Papa von beiden Kindern ist und die wissen, ich habe zwei, aber das weiß ja jetzt auch nicht jede Nachbarin oder jeder Nachbar, wie das konstrukt ist. Und dann ist so, ja, wo ist denn der Große? Und es ist immer so eine kleine Hürde, über die ich hüpfen muss. Zu sagen, bei seinem Papa, bei seinem anderen Papa. Ich bin dann auch gewillt zu sagen, beim Basketball, in der Kunstschule, wo auch immer. Weil da noch so eine kleine Hürde ist? Ja, also sogar bei mir ist dann so eine kleine Hürde da und das einfach viel mehr reindrücken. Und auch, weißt du, auch Schule ist ja so ein Thema. Schule ist ja eh kompliziert für viele Kinder. Und auch es ist für alle Menschen schwer, pünktlich zu sein und alle Sachen beisammen zu haben. Und ich will auch keine Extrawurst haben, aber ja, es ist manchmal tatsächlich im Patchwork, wurden jetzt die Hausaufgaben gemacht beim anderen Eltern, weil wie konnte da gelernt werden, wie sind die Voraussetzungen, sind vielleicht andere, bei uns sind die anders mit einem kleinen Geschwisterchen dabei als in Ruhe in der Wohnung bei den anderen. Dass man auch darüber sprechen kann und dass man sagen kann, hey, ich sehe das und ich will keine Extrawurst, aber es ist so, ohne jetzt eine Schuldzuweisung. Der Vater hat die Hausaufgaben nicht eingepackt, aber es ist manchmal ein Kuddelmuddel und dann tut es mir leid und dann muss ich aber vielleicht nochmal nach Hause fahren oder zum Papa und irgendwas holen. Ja, also ich glaube ja, ich meine, du weißt es am besten, wenn ich darüber spreche, dass ich mehr Akzeptanz für Patchwork-Familien oder mehr Liebe für Patchwork-Familien sichtbar machen würde, dann inkludiert das aber das... Ja, eigentlich der Kern ist, dass alle Familien gesehen werden müssen und nicht genug gesehen werden. Sonst hätten wir die Diskussion gar nicht, dass wir Abstufungen machen zwischen verschiedenen Modellen. Also ich halte Deutschland für ein wahnsinnig kinderfeindliches und familienfeindliches Land und das ist ja kein Gefühl. Also es ist ja nicht eine Meinung, die wir haben, sondern es ist ja mit Zahlen zu belegen und deswegen können wir uns viel darüber unterhalten, wie andere Eltern auch ihre eigenen Kinder aufklären können. Darüber schon Kinderbücher kaufen in verschiedenen Konstellationen, finde ich total wichtig. finde ich immer, kriege ich eine kleine Künstehaut, wenn es Familien schaffen, auch andere Familien mitzudenken. Und zwar auch nicht nur so Konstellationen, sondern auch Familien, die vielleicht mehrere Marginalisierungsmerkmale aufweisen. Und das können die im Privaten tun, aber an sich, es ist so, wir über das Klima reden, über politische Dinge, es muss sich strukturell was verändern. Und erst dann wird es wahrscheinlich einen richtigen Durchbruch geben. Und erst dann werden wahrscheinlich alle Familienmodelle gefördert und angesehen. Also ist ja auch bei Patchwork 50-50. Ich werde ja im Prinzip dafür benachteiligt, dass sich beide Eltern drum kümmern. Also wenn man sich, glaube ich, so steuern und alles anguckt, da rechnet ja keiner mit, dass ich ja trotzdem, ich kann ja das Bett nicht in der Hälfte durchsägen, in der Mitte durchsägen. Ich kann auch den Schrank nicht auseinanderklappen und eine Hälfte steht beim Papa und die andere bei mir. Es sind Kosten, die damit verbunden sind. Eine ganz andere Doppelbelastung. Ja, und das meine ich halt so. Also für manche ist einfach auch das Modell alleinerziehend, das was funktioniert, weil Unterhalt gezahlt werden muss oder etc. Pp. Also es ist eine Farce. Ja. Vielen Dank, liebe Nike, für das schöne Gespräch. Siti, danke für die Einladung. Wirklich, von Herzen. So gerne. Und alles, was ihr von Nike natürlich noch wissen möchtet, das packe ich euch in die Shownotes. Da könnt ihr sie, könnt ihr gucken, ihren Blog, Instagram und so weiter. Siti, ich wollte es jetzt vorher nicht sagen, weil Patrick ist ja auch was Fluides. Wir sind bei der Entwicklung, aber du hast jetzt genügend so angekündigt, aber wir sind, es gibt es jetzt nicht mehr erstmal so. Also es ist jetzt nur, da braucht ihr jetzt nicht gucken. Grundsätzlich, wir sind jetzt gerade in einer Findungsphase. Du hast es so süß vorgestellt und ich wollte dich nicht unterbrechen. Aber ja, also Dinge im Leben verändern sich. Und wir sind nach 13 Jahren, haben wir gedacht, wir kommen nicht aus diesen Kinderschuhen raus. Aber es ist noch online. Mit Angestellten. Ihr könnt da voll gerne lesen alte Dinge. Da sind es auch, glaube ich, ja, ihr könnt die Kolumnen von Sarah und mir und von allen anderen Autorinnen bis heute lesen. Es ist alles da zu verschiedenen Themen. Ich gehe da auch manchmal noch drauf, weil ich es vermisse und weil es so schön war. Es war eine Heimat im Internet. Und ich hasse das Wort Heimat. Ein Zuhause im Internet. Und da kommt bestimmt auch was Neues. Okay. Aber lassen wir uns jetzt mal, da müssen wir noch hingaloppieren ins Neue. Okay, aber ihr findet erstmal deinen Instagram-Kanal, da kann man ganz viel über dich lesen. Genau. Und da schaut ihr am besten vorbei. Vielen Dank, liebe Nike. Danke, Sissi. Tschüss. Tschüss. Das war ja eine sehr schöne, persönliche und emotionale Folge zum Thema Patchwork-Familien. Und bevor unsere Folge jetzt schon zu Ende ist, obwohl schon, wir hatten ja ein sehr schönes, langes Gespräch, kommt natürlich noch unser kleiner Mythencheck. Und heute ist das Thema Patchwork-Familien sind eine moderne Erfindung. Dieser Gedanke ist weit verbreitet, doch tatsächlich sind Petwork oder Stiefamilien, diesen Begriff wollen wir nicht benutzen, kein neues Phänomen. Schon im Mittelalter gab es Familien, in denen Elternteile nach dem Tod ihrer Partner in neue Ehen eingegangen sind, wodurch auch da schon Kinder aus unterschiedlichen Beziehungen zusammenlebten. Diese Familienform war damals vor allem praktischer Natur, um den Lebensunterhalt und den sozialen Status zu sichern. Was sich im Laufe der Zeit verändert hat, sind vor allem die rechtlichen Regelungen, die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Familienformen und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Patchwork-Familien werden ja nicht nur beim Tod eines Partners eingegangen, sondern häufig wegen Trennung oder Scheidung. Heute ist das Patchwork-Modell außerdem sichtbarer und vielfältiger als früher. Somit ist die Patchwork-Familie keine moderne Erfindung, sondern ein Familienmodell mit Tradition. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.