Music. Wir haben wieder Donnerstag und es gibt eine neue Folge Soundsfamilie für euch. Heute mit einem Thema, was einfach so aktuell ist, weil die Zeiten, in denen wir leben, sind einfach gerade wirklich sehr intensiv, kann man dazu sagen. Und mein heutiges Thema ist Weltschmerz und der Umgang mit Ängsten und Sorgen bei Kindern und wie wir unsere Kinder in diesen schwierigen Zeiten unterstützen können. Wie können wir darauf eingehen? Wie können wir diese Dinge mit ihnen besprechen? Was ja für uns Erwachsene schon manchmal nicht so leicht ist. Aber wenn man sich in die Kinder hinein versetzt, auch in die unterschiedlichen Altersgruppen, wie gehen wir da am besten um? Für dieses wichtige Thema habe ich mir natürlich ganz wunderbare Unterstützung heute geholt, damit wir es gemeinsam besprechen können, weil dieses Thema ist einfach so groß und so intensiv. Und bei mir zu Gast ist heute die Universitätsprofessorin für Klinische, Kinder- und Jugendpsychologie und Psychotherapie Claudia Calvano. Claudia Calvano arbeitet hier in Berlin an der Freien Universität im Fachbereich Erziehungswissenschaften und Psychologie. Liebe Claudia, schön, dass du da bist, dass du Zeit gefunden hast, hier in das kleine Podcast-Studio zu kommen. Ist ja auch immer eine Weltreise. Wir sind nämlich hier in, Ja, Grenze Friedstein-Lichtenberg. Und du bist zwar aus Berlin, aber trotzdem ist es ein kleiner Weg. Das war ein kleiner Weg, das stimmt. Und das seht ihr jetzt aktuell nicht. Auf meinem Fuß liegt auch deine Hündin, die mich hier sehr gemütlich gemacht hat. Auf und unter dem Fuß. Ja, einer unter. Okay, aber scheint bequem zu sein. Also lassen wir das jetzt mal so. Ich habe es gerade eben schon angekündigt, als ich dich angekündigt habe in dem Podcast, dass wir heute einfach über unsere Zeit reden, in der wir leben und das ist ja als Eltern vor allen Dingen auch nicht ganz so einfach. Diese unruhigen Zeiten ist jetzt gerade auch aktueller denn je. Also ich meine, die politische Lage, jetzt hatten wir gerade vor ein paar Wochen wieder einen weiteren Anschlag in einer Schule. Das sind ja einfach wirklich auch die Angst, die bei den Eltern so tief sitzt und das dann irgendwie Kindern zu erklären, ohne ihnen Angst für die Zukunft zu machen, das finde ich gar nicht so einfach. Und ich habe auch eine Hörerin-E-Mail, die ich bekommen habe, die würde ich dir gerne vorlesen und dass wir dann gemeinsam in das Thema einsteigen. Ich lese einfach einmal vor. Liebe Sissi, ich bin Mama eines zehnjährigen Sohnes und je mehr ich über die aktuelle politische Lage, die Klimakrise, den gesellschaftlichen Ton und all die Unsicherheiten nachdenke, desto mehr frage ich mich, wie wirkt das eigentlich alles auf ihn? Was macht es mit meinem Kind, in einer Welt groß zu werden, die sich so unsicher und angespannt anfühlt, in der ständig von Kipppunkten, Kriegen, Umbrüchen die Rede ist. Ich beobachte, dass mein Sohn natürlich viele Dinge mitbekommt, auch wenn er nicht immer direkt darüber spricht. Ich merke auch, dass ich selbst oft ratlos bin, wie ich damit umgehen soll. Wie viel Realität ist gut? Wie viel Zuversicht ist ehrlich? Und wie kann ich ihn stärken, ohne ihm die Augen vor der Welt zu verschließen? Vielleicht ist das auch ein Thema für deinen Podcast. Ich bin sicher, dass ich mit diesen Fragen nicht alleine bin. Liebe Grüße, Edith. Ich würde sagen, Edith ist nicht alleine. Gar nicht. Ich bin aktuell auch einfach in dieser Lage, vor allen Dingen, weil ich Kinder im Alter von 3, 6, 12 und 14 Jahre habe. Und da finde ich es so ganz schwierig, das auf diese beiden Altersgruppen, die wir ja zu Hause haben, einzugehen. Und meine erste Frage an dich einfach, wie ist das für Kinder, einfach dieser aktuelle Weltschmerz und wie entsteht auch dieses Gefühl bei denen und wie gehen die damit um? Das ist eine wichtige Frage, finde ich. Und in der Tat sind so die, das Alter ist da ganz relevant. Und drei, sechs Jahre ist nochmal wirklich eine andere Entwicklungsphase, Entwicklungsstand, Wissensstand, Verstehensfähigkeiten als jetzt 13, 16 Jugendliche sozusagen. Es kommt wirklich auf das Alter drauf an. Manchmal kann das junge Alter ein bisschen schützen, wenn die jüngeren Kinder sich nicht so viel weiter Gedanken machen können, weil sie es einfach noch nicht wissen. Gleichzeitig kann es aber auch das junge Alter die umso mehr überfordern, weil sie die Dinge gar nicht einordnen können, weil sie gar nicht wissen, ist jetzt der Krieg in Ukraine nah oder fern? Alle sagen, der ist irgendwie nah, aber der ist doch gar nicht hier oder doch. Also die Einordnung des Ganzen kommt wirklich aufs Alter drauf an. Würdest du proaktiv, wenn wir jetzt mal erstmal bei den kleineren Kindern bleiben, weil ich glaube von den höheren sind, haben wir auch, würdest du proaktiv solche Sachen ansprechen oder eher immer warten, was kommt da von den Kindern? Also wann fange ich auch an, Weltgeschehen mit jüngeren Kindern, was ist ein gutes Alter, das zu besprechen? Oder lasse ich sie erstmal in ihrer Welt? Ich würde so einen Mittelweg finden. Also bei den Jüngeren beobachten, mal gucken. Und ich glaube, wichtig ist sozusagen, gesprächsbereit zu sein und einfach auch zu versuchen, Zeit zu schaffen, Raum zu schaffen, zu signalisieren, dass das Kind auch sagen kann, was ihm durch den Kopf geht, ob es vielleicht Sorgen hat. Und sowas, finde ich, kann man schon proaktiv ansprechen. Gibt es was, worüber du dir gerade Sorgen machst? Ich denke, im jüngeren Alter würde es überfordern sein zu sagen, okay, wir setzen uns mal hin, wir reden jetzt mal über die geopolitische Gesamtsituation. Man kann das alles ja auch runterbrechen, so die Komplexität der Politik, aber ich sage jetzt mal, bis sechs Jahre muss das auch noch nicht sein. Ich glaube, wichtig, machst du dir Sorgen über irgendwas? Ab welchem Alter nehmen sie denn so die weltpolitische Lage überhaupt wahr? Gibt es da so, ich meine, es ist ja wahrscheinlich von Kind zu Kind unterschiedlich, wie es auch die Interessen zeigt, aber gibt es da so? Ja, schon so Ende Grundschulalter, so 19, 11, kriegen die das ja schon so ein bisschen mit, was ist Europa, kriegen ja vielleicht ein bisschen mehr die Nachrichten mit und sowas. Können natürlich auch viel mehr lesen, können ja auch die Schlagzeilen lesen, Berliner Fenster hier beispielsweise in der U-Bahn. Genau. Ich habe ein konkretes Beispiel auch, wo ich als Mutter auch ein bisschen unsicher war, wie ich das mache. Also wir haben ja in Berlin sozusagen die sogenannten Stolpersteine. Also wir haben bis vor kurzem in Charlottenburg gewohnt, also bis vor einem Jahr und da sind natürlich ganz viele Stolpersteine und Kinder spielen ja auf dieses Spiel nicht Linien treten und so. Und da war halt, also ich habe denen halt immer gesagt, ich möchte nicht, dass ihr auf diese goldenen Steine tretet, weil das ist Respekt gegenüber diesen Menschen. Aber dann kamen natürlich sehr viele Nachfragen und warum darf man nicht raufen, was ist mit diesen Menschen passiert. Das ist jetzt so ein ganz konkretes Beispiel, was ich habe und jetzt habe ich eine sechsjährige Tochter, wo das so Thema war. Kannst du mir da helfen also wie würde man das einfach gut weil wenn ich jetzt gleich anfange da wurden, Millionenfach Menschen umgebracht aufgrund ihrer Religion oder an wen sie geglaubt haben oder wie sie aussehen das natürlich irgendwie fand ich so ein bisschen schwierig da war ich einfach unsicher wie ich das einfach gut in einem Vorschulalter also jetzt die kommen in die erste Klasse gut erklären kann ich voll gut nachvollziehen sozusagen kann ich total gut nachvollziehen und ich finde es gleichzeitig Gleichzeitig ist es ja irgendwie auch wichtig und ich denke, so geht es dir auch so. Ich will jetzt auch nicht sagen, deshalb geht es gar nichts. Da ist nichts sozusagen. Ich glaube, ich würde es ganz grob, du kennst deine Kinder am besten, ganz grob runterbrechen sozusagen. Das ist in Erinnerung an die Menschen, die hier mal gewohnt haben, die aber mitgenommen wurden, weil Krieg war. Das wäre ja jetzt erstmal so ein Punkt. und dann kann man immer noch, wenn dann die Frage kommt, ja warum wurden die? Die Fragen kommen. Ja genau, dann kann man sozusagen, ja da gab es Krieg und eine Partei, die da Krieg gemacht hat, die wollte nicht, dass die Menschen da weiterleben. Also du würdest nicht auf den Tod eingehen? Und die wurden umgebracht, wäre dann sozusagen. Die wurden ja erstmal weggebracht und sind die auch sehr wahrscheinlich gestorben. Kann man schon sagen. Es kommt ein bisschen drauf an, finde ich sozusagen. Was sind so Anzeichen, dass sich mein Kind vielleicht emotional dann überfordert mit solchen Sachen? Worauf müssen wir da eigentlich achten als Eltern? Also manchmal hören ja die Kinder dann gar nicht mehr zu. Also dann sind sie so, machen dann was anderes und wollen ablenken. Wollen nicht mehr, wollen über was anderes reden. Dann merkt man auch, so kenne ich die Kids, dann merkt man, okay, das ist sozusagen ein Thema, was denen unangenehm ist. Und bei sowas würde ich sagen, voll, dann ist es auch voll okay. Zu sagen, okay, das reicht jetzt vielleicht. Und dann aber gucken, ob man nochmal das Gesprächsangebot macht. Und irgendwann sagt, du, hast du da nochmal Fragen zu oder geht es dir noch durch den Kopf? So, nicht, dass irgendwie da, dass man einfach wirklich zeigt, ich bin da, ich höre dir zu sozusagen, ich bin auch für deine Sorgen da und vielleicht auch für Fragen, die du hast. Ich finde ja oft ist es so bei Kindern, dass dann diese Situation ja oft, wenn man sie ins Bett bringen kommt, also wenn das so der Tag so runterfährt und dann kommen halt nochmal so die Gedanken, da finde ich es aber immer so ein bisschen schwierig und habe immer oft, Angst, dass man sie emotional so überfordert, aber man möchte natürlich auch auf die Antwort, also auf die Fragen eingehen, aber so kurz vorm Schlafen gehen, sondern mit so, tiefen Themen, finde ich immer sehr schwierig. Genau, so die auch nicht machen. Dann würde ich also mindestens am Ende wirklich noch einen Bogen kriegen, gucken, okay, und was war heute schön, auch wenn das jetzt sich wie ein Bruch anhört, irgendwie, aber sozusagen da ist man die schon vorm Schlafen gehen, irgendwie eher was Positives, auf was Positives, zurückblickt und einfach, wenn es irgendwie geht, schaut, wie man das irgendwie tagsüber nochmal besser sich Zeit schafft. Wenn man eben merkt, ach, irgendwie wirkt mein Kind anders, es wirkt ein bisschen grübeliger, Es wirkt irgendwie so ein bisschen in Gedanken oder man sieht das ja auch manchmal, wenn die dann einfach irgendwie ängstlicher, unsicherer werden oder unausgeglichener, reizbarer. Da stimmt irgendwas nicht, dass man dann tagsüber eben auch schaut, okay, kann ich da irgendwie mal ein Ohr geben und zuhören und Zeit geben. Du hast eben gerade gesagt, dass du eher zum Ende des Grundschuhalters sozusagen mehr auf diese Themen eingehen würdest. Also so Nachrichten, also wie bringe ich Kindern überhaupt Politik, gesellschaftspolitische Themen bei? Also eher so ab vierter Klasse ist dann eine bekannte Serie, also Nachrichten, Kindernachrichten, sowas wie Logo. Oder würdest du auch schon Tagesschau, also so? Nee, ich glaube Logo ist gut, sowas erstmal. Die müssen ja nicht Tagesschau. Tagesschau sind zwar auch immer kurze Beiträge, aber das ist ja sozusagen... Es geht ja wirklich darum, vielleicht, dass sie ein bisschen wissen, was los ist auf der Welt und vor allem, dass sie eben Dinge, die sie mitkriegen, dass sie die einordnen können. So, und dann muss es nicht die Tagesschau sein, Logo ist da super. Und das dann so ab so ein Alter, dritte, vierte Klasse. Ja, wenn das geht. Also da auch schon proaktiv, auch wenn ein Kind noch kein Interesse zeigt. Ich frage mich halt immer so, was ist da so der richtige Weg? Also es gibt ja viele Kinder, die zeigen schon früher Interesse. Wenn man viele Kinder hat, dann ist das eh, also so wie es bei uns jetzt ist, also die Kleinen kriegen ja viel eher. Kriegen das von Jugendlichen schon mit. Ja, genau. Das ist das Schöne, also es hat Vor- und Nachteile, aber man kann sie einfach viel später, also man kann sie nicht mehr so schützen wie jetzt noch erste Kinder. Das ist genauso wie mit der Ernährung, die kriegen eher Zucker, als die anderen Kinder das bekommen haben. Aber ich frage mich so, wenn das Kind noch kein Interesse zeigt, trotzdem proaktiv einfach. Ich glaube, das ist nur, wenn man merkt, die wissen da was und entweder man kann darüber sprechen, dann ist ja cool. Oder die wissen da was, kriegen was mit und verstehen es aber nicht ganz so. Da ist man dann das Angebot macht, aber wenn die jetzt so ganz so, dass auch in der Schule noch kein Thema ist, da irgendwie, Da gar kein, dann muss man das auch nicht so. Und wenn wir jetzt auf die Älteren gehen, wie sind da so seine Erfahrungen? Was sollen wir als Eltern so beachten? Soziale Medien, Nachrichten? Ja, ich glaube da, es ist also ein Hauch von vielleicht nicht machbar, aber irgendwie zumindest anbieten, dass man interessiert daran ist, was die so an Nachrichten mitbekommen in Social Media, was sie da so für Kanäle gucken. Und dass man vielleicht auch mal thematisieren kann. Und ich bräuchte da jetzt auch nochmal so einen kleinen, ich würde auch kurz recherchieren, was man da genau machen kann, aber so nochmal anbieten kann Medienkompetenz. Aber was ist denn deine persönliche Erfahrung als Kinder- und Jugendpsychologin, soziale Medien ab wann? Also ich meine, das ist ja eine ganz große Debatte gerade. Das ist eine Debatte absolut. Jetzt ganz aktuell ja Fragezeichen, ab 16 Fragezeichen, so Ausrufe zu Ende wie auch immer. Also die jungen Menschen, die ich kenne, die ich entweder in partizipativen Gremien erlebe oder in der Praxis mitbekomme, die sagen mir, Social Media ist alles. Es ist halt alles. Es ist halt sozusagen, es gehört zur Welt. Dass ich mir eben die Frage stelle, ja, kann man das überhaupt verbieten? Also kann man das überhaupt sozusagen rauskriegen bis zum Alter von 16 beispielsweise? Also Social Media ist ja auch Nachrichtendienste. Ja, absolut. Informationskanäle seriöser Art. Es ist Kommunikation. Es ist in der Tat irgendwie alles auf eine Art und Weise. Alles für die jungen Menschen, weil die das so gut kennen. Die sind damit aufgewachsen. Es ist so ganz normal, wie bei uns damals der Fernseher zur Welt irgendwie gehörte. So ungefähr würde ich es jetzt so vergleichen. Und ich glaube, wichtiger als eine Altersgrenze ist wirklich... Zu versuchen, und da hat, finde ich, die Schule einen Auftrag, aber auch die Eltern natürlich, zu versuchen, dass die sehr kompetent werden in der Nutzung dessen. Dass sie kompetent werden und dass die, wenn die Dinge mitbekommen, die ihnen Angst machen, die sie nicht einordnen können, dass sie da das Gespräch suchen. Das ist ganz wichtig. Und auch wenn sie gestresst sind dadurch. In der Tat gibt es Studien, die eben sagen, ja, viele Kinder, Jugendliche nutzen Social Media. Aber dass auch ein Drittel, die gesagt haben, ich nutze, dass regelmäßig gestresst sind dadurch. Und das ist sozusagen, das finde ich das Wichtige, sozusagen tut das mir gut, ist es nur Fun. Wir würden uns vielleicht manchmal wünschen, dass sie so, dass sie anderen Fun haben, vielleicht irgendwie so. Aber gut, sollen sie machen so. Eher, wie gesagt, dass es denen auch gut tut, dass sie davon auch was haben. Ich finde es nur so schwierig, gerade in diesen Altern, in dieser Vorpubertät, so mit zehn, elf und dann, wenn sie in die richtige Pubertät reinkommen, ist es, finde ich, auch noch mal eine Phase als Eltern. So geht es mir aktuell, da muss man näher dran sein denn je, aber trotzdem Space geben. Also so diese Balance zwischen ich bin da, aber ich gebe dir auch deinen Raum, um dich selber zu entwickeln, um deine Persönlichkeit zu entwickeln, finde ich super, super schwierig. Wo ist die Balance auch zwischen, ich lese nicht deine Nachrichten? Aber trotzdem muss ich irgendwie wissen, was da los ist. Also ich glaube aktuell gerade wieder diese schlimmen Ereignisse in Graz, also die machen mich natürlich auch als Mutter, als Eltern macht einem das natürlich sehr ängstlich und ich merke auch, dass meine Angst vor dieser Welt, die gerade wirklich, wo man immer denkt, jeden Tag kommt eine Schreckensnachricht, Wie kann ich meine Kinder schützen, ohne dass sie selber in Panik verfallen? Da bin ich sehr ratlos gerade immer. Und auch, wie kann ich sie schützen, ohne meinen Kindern zu sagen, es gibt nirgends irgendein Problem. Das ist doch alles super gerade. Und ich glaube, was man machen kann oder anbieten kann, ist wirklich zu gucken, dass sie damit gut umgehen können. Mit den Informationen, die sie bekommen, mit dem, was auf Social Media passiert. Wie auch immer wir es nehmen, dass sie ausreichend Informationen haben, dass sie Dinge verstehen. Bei so einer aktuellen Situation, wie jetzt gerade in Österreich vorgefallen, wie würdest du das jetzt als zu Hause besprechen? Weil das ist ja schon auch was, was Kinder beschäftigt, passiert das bei uns? Das kann ja jedes Kind betreffen und die Zahlen zeigen uns ja auch, also die weißt du besser als ich noch, dass die psychischen Erkrankungen bei Kinder und Jugendlichen ja steigen. Ich meine, die Sache ist ja, wir können sowas nicht verhindern, wir können es nicht vorhersagen. Was man sagen kann, ist, dass das schon selten passiert. Ich glaube, das kann man sagen und einfach ermutigen und da wirklich in Richtung Selbstwirksamkeit auch versuchen zu gehen. Zu sagen, wenn du dir Sorgen machst, also man kann es ja breit anfangen und sagen, ja, viele haben psychische Probleme, sozusagen. Und wenn du dir über Freundinnen oder Menschen oder Klassenkameradinnen Sorgen machst, sprich die an. Oder sprich die Lehrkräfte an, damit wir diesen Kindern helfen, dass wir eben früher ansetzen, sozusagen. Weil es ist in der Tat, ich kann es total nachvollziehen, super schwierig mit so einer Katastrophe. Wie soll man das erklären und auch denen nicht sagen, das wird nie passieren. Oder das auch nicht runterreden, sondern wirklich dann, finde ich, früher anfangen und eben da sagen, wenn du dir Sorgen machst um Menschen, das kann ja sein, dass Freundinnen auf einmal anfangen zu grübeln oder launisch werden oder ganz schnell wütend werden, dann spreche die vielleicht an und schaue, wie ihr helfen könnt sozusagen. Und ich finde, sowas bringt dann ein Stück, wieder ein Stück Kontrolle vielleicht rein. Ein Stück Kontrolle und ein Stück, ja, ich kann auch ein bisschen was beitragen, dass sowas vielleicht nicht funktioniert. Nicht passiert, ohne zu viel Verantwortung da jetzt auf die Kinder zu geben. Wie schätzt du die aktuelle Lage in Deutschland ein? Du hast vorhin angeschrieben, die Schule hat Verantwortung. Wie ist da so deine Erfahrung? Ich meine, du bist Uni-Professorin an der Freien Universität in Berlin. Du wirst ja da viel mit auch zu tun haben. Wie sind wir aufgestellt? Also ich erlebe schon von den Menschen, die ich im Kontext Schule spreche, sei es Elternausschüsse, sei es auch Lehrkräfte oder auch PolitikerInnen im Bereich Schule, die sind alle, haben das auf dem Schirm, habe ich den Eindruck, sehr auf dem Schirm und sind sehr bemüht, was zu tun. Also ich nehme da wirklich ganz viel Engagement und Motivation wahr, was ich aber auch wahrnehme und ich glaube, so geht es eben denjenigen eigentlich auch, die ich gerade zitiert habe. Es sind so viele Grenzen, auf die man stößt, struktureller Art. So von, wie oft wir sagen, wir müssen psychische Gesundheit im Allgemeinen, muss eigentlich in den Lehrplan aufgenommen werden. Als Präventionsmaßnahmen. Ja, Prävention als umfangreich und nicht nur in der Projektwoche, das wäre schon ein Anfang. Aber einfach, das muss eigentlich einfach so enttabuisiert und entstigmatisiert werden. Und das geht halt, wenn es halt wirklich ganz normal besprochen behandelt wird, wenn auch Lehrkräfte sozusagen befähigt werden, damit gut umzugehen. Und da ist eben, Lehrpläne haben keinen, dann kommt hier Ergebnisse PISA, dann kommt, wir haben keine Lehrkräfte, dann kommt, wir haben keinen Platz im Schulplan, nicht. Also es sind so ganz viele strukturelle Barrieren, die aber alle, die da was ändern wollen, erleben. Und ich glaube, uns alle das sehr frustriert machen und es gleichzeitig muss sich, also oder deswegen muss sich strukturell einfach was ändern. Es muss sich einfach... Und es braucht die Weichen, ich sage es mal, von ganz oben gestellt. Weil ich habe den Eindruck, es sind wirklich genügend davon den jungen Menschen selbst, bis wie gesagt alle Professionen durch, die da wirklich was ändern wollen. Und deswegen braucht es irgendwie strukturelle Weichen. Wenn die strukturellen Weichen jetzt da wären, wie würdest du jetzt sagen, wie lassen sich emotionale Selbstregulation und Resilienz, wie kann man das fördern bei Kindern und Jugendlichen? Was wäre so deine Idee, wie man das umsetzen könnte? Also das kann man einmal fördern, indem man intrapersonal das anguckt. Okay, wie können wir durch Workshops, durch Übungen, durch sozusagen Entdeckungsreisen nicht die Stärken des einzelnen Kindes fördern? Was kann ich gut machen? Was macht mir Spaß? Was mag ich noch gerne lernen? So einfach gucken, okay, wie kann ich das, was die Kinder gut können? Jedes Kind hat irgendein Talent, irgendwas, was es gerne macht. Fördern mit dem Ziel, dass die Kinder erleben, hey, ich kann was machen. Ich bin ein feines Kärchen. Ich kann nicht alles gut. Ich kann vielleicht nicht schnell rennen, aber dafür kann ich gut zeichnen. Und dass wir da den Selbstwert eines jeden Kindes, der am Anfang vom Leben in der Regel immer sehr hoch ist und sehr gesund und sehr gut ist, wie man den aufrechterhält und fördern kann. Und sowas, das nennen wir Selbstwirksamkeit, fördern kann. Das ist ein ganz allgemeines Erlebnis. Das, was ich mache, das bringt auch was. Das hat einen Effekt. Das kann man ja eigentlich auch genauso umsetzen, wie du es gerade beschrieben hast, auf das häusliche Umfeld, was wir Eltern tun können. Absolut, absolut. Und das geht dann auch weiter mit, meine Stimme hat auch Gewicht. Ich kann auch was sagen und es wird gehört. Mir wird zugehört und das, was dann gehört wird, wird verstanden und es fließt auch ein in Entscheidungen. Das kann man auch zu Hause umsetzen. Wir können wirklich gemeinsam was besprechen. Wir können gemeinsam aufschreiben, was wir gerne am Wochenende machen wollen würden, wenn wir alle sagen, wir nehmen uns Zeit. Wir können uns rausnehmen und sagen, die, wo man Veto nehmen würde, die Vorschläge, die gibt es. Jeder hat ein Veto-Recht, weil man sagt, ich will wirklich nicht auf Karls Erdbeerhof. Ich will nicht, bitte, bitte, bitte nicht schon wieder. Ich auch nicht. Okay, ein Widerrecht hat man. Jede Person aber in diesem Zirkel. Und das sind so die kleinen Alltagsdinge, sei es Familie, sei es in der Schule, die... Die einem einen Sinn auch auf eine Art geben. Das, was ich mache, das kommt auch an. Ich bin wichtig. Und das verhindert auch dann Frust natürlich. Weil sonst schon auch so ein Frust kommt, den wir auch bei den jungen Menschen natürlich erleben. Die Politik hört uns nicht zu. Keiner macht was gegen das Klima. Wir werden nicht gehört sozusagen. Ich glaube, das ist ja auch in der Generation Z einfach ein ganz großes Thema. Ich glaube, die Klimakrise ist für Kinder und Jugendliche da einfach das größte Problem. Absolut zu Recht. Weil die Zukunft so unsicher ist und wenn man einfach die Fakten dazu sieht, wie sich unsere Welt entwickeln wird, was die Tiere angeht, das ist ja einfach Hitze, das ist ja einfach und man fühlt sich so machtlos. Also ich fühle mich machtlos und denke halt immer, okay, man sagt ja immer, klar, im Kleinen bewirkt es trotzdem, aber wenn einfach kein strukturelles Umdenken erfolgt, wenn wir nicht als unterschiedliche Nationen miteinander arbeiten, das ist halt einfach, da weiß ich auch nicht, was ich meinen Kindern erzählen soll. Ja, ja, genau. Jetzt kommst du. Ja, jetzt komme ich, was soll ich denn erzählen? Ja, genau, was soll ich denn erzählen? Ich habe schon die Angst. Ja, ich glaube, man muss dann im Kleinen auch ein Stück bleiben. Ich glaube, man kann ja auch mal sagen, und das gilt für alles, man darf auch mal wütend sein. Du bist zu Recht wütend. Ich bin auch wütend. Dass da schon wieder gewisse Klimagipfel scheitern oder unter den Erweiterungen zurückbleiben. Und man irgendwie denkt ja, Politik wandern jetzt so irgendwie. Man darf auch mal wütend sein und frustriert sein. Und man muss aber gleichzeitig, finde ich, auch merken, und das hilft einem damit umzugehen, ich kann die Welt nicht retten. Ich kann wir alle im Einzelnen, selbst als Schulklasse, selbst im Mikrokosmos, den man so hat, wir können manche Dinge nicht beeinflussen. Wir können was tun für uns und das ist gut. Und darauf können wir stolz sein. Aber es gibt Dinge, die können wir nicht weiter beeinflussen. Wie können wir in der Familie sozusagen Möglichkeiten noch mehr finden? Vielleicht hast du da einfach noch ein paar gute Strategien oder Ansätze. Gerade wenn es jetzt auch unterschiedliche Altersgruppen ist, wie können wir mehr so auch diese Gefühle noch mitteilen? Wie können wir da besser reden, um nah dran zu sein? Ich glaube, dass die größte Herausforderung ist für Eltern einfach immer, dass sie Angst haben, dass... Dass sie genauso psychische Veränderungen oder emotionale Instabilität einfach nicht erkennen bei ihrem Kind und einfach vielleicht auch selber bei die Generation der Eltern ja da sehr starke Probleme gehabt hat, über Gefühle zu reden, was uns nicht beigebracht wurde. Und es gibt ja wirklich momentan so viele tolle Dinge, dass man tolle Bücher, tolle Psychologen, die einfach aufklären. Da ist ja ein ganz starkes Umdenken da. Also ich glaube, es ist jetzt einfach super für die Kinder, die jetzt kommen. Meine Generation hat da noch sehr viel mit zu tun, ganz viele alte Sachen aufzuarbeiten. Aber deshalb ist es halt auch so schwierig, finde ich, in diese Gefühle zu gehen. Man will alles richtig machen und trotzdem ist man ja nicht perfekt. Und da einfach nochmal, vielleicht hast du nochmal ein paar Ansätze, wie man in der Familie einfach eine gute Möglichkeit findet, darüber zu reden, ohne dass es aufgesetzt ist oder dass man sich unwirr auch als Eltern fühlt. Absolut, weil ich glaube, das checken die auch sofort, die Kids. Oder sie sagt, jetzt müssen wir eine Affirmation machen. Also so, weißt du, dieses so, es muss ja irgendwie sich so natürlich anfühlen. Jetzt reden wir über die Gefühle. Wir zacken mir doch mal, wie es dir geht und dann höre ich dir auch zu und dann gebe ich dir auch ein Ohr und dann haben wir das gemacht. Und dann irgendwie, das muss auch authentisch sein. Ich finde, man kann, man soll als erwachsene Person, als Eltern teilnehmen, kann man auch sagen, du, ist das vielleicht gerade eine blöde Frage. Ich weiß auch nicht, wie ich sie anders stellen soll. Oder du, ich bin mir jetzt auch nicht sicher bei Dingen. Oder manchmal habe ich auch so Phasen, wo ich mal wütend bin, dann mal wieder nicht. Oder ich merke, ich bin wütend und habe eigentlich gar keinen Grund dafür. Oder ich reagiere total doof. Dass man sich schon, finde ich, auch so zeigen kann, ich mache mir selber über mein Verhalten Gedanken. Ich mache auch Dinge, die falsch sind. Ich reagiere auch emotional falsch. Ich rege mich über Dinge auf, komplett unnötig, weil ich selber irgendwie gerade, warum auch immer, dass ich zu viel los mache, zu ungeduldig bin. Und dass man, glaube ich, durch so ein bisschen so eine Selbstöffnung auf eine Art dann auch, finde ich, den Weg öffnet, sodass sie auch mal sagen können, was gut lief, was weniger gut lief. Ja. Und das muss authentisch sein schon. Und das ist ja jetzt auch. Also ich kenne das, weil du gerade gesagt hast, man redet nicht über Gefühle und so. Oder dieses, wie geht's dir? Wie war die Schule? War so die Frage. Also ich war immer so eine, ja, war gut. Ich habe nie was erzählt, aber gar nicht, weil ich nicht konnte oder so, aber irgendwie, weiß ich nicht, habe ich einfach nicht so. Wie war die Schule, aber so, wie geht es dir damit oder wie geht es dir mit den Nachrichten, wie geht es dir mit? Das irgendwie, das gab es in der Generation einfach nicht. Und ich glaube, man kann da einfach schauen, will ich da als Elternteil, also so ist es was, was mich beschäftigt sozusagen und man muss glaube ich wissen, warum man es auch anspricht. Macht man sich irgendwie Sorgen oder will man auch einfach in den Austausch gehen und da glaube ich, würde ich Eltern ermutigen, So ein Stück Neugier zuzulassen auch und Kontrolle abzugeben und einfach mal ein ruhiges Gespräch zu suchen, was manchmal auch gar kein Ziel haben muss oder gar keinen Zweck jetzt irgendwie, sondern einfach vielleicht so was anzubieten, so zu sagen, hey, wir reden jetzt mal, wie es mir geht und dir geht. Und man kann manchmal auch erstmal über andere reden. Das hilft manchmal. Man hat einen Film zusammengesehen und kann da einfach mal über die Person in einem Film oder der Serie reden. Und dann öffnen sich da manchmal Gelegenheiten. Ja, ja. Wenn in einigen Familien sozusagen so psychische Belastungen sind oder vielleicht auch finanzielle Belastungen, wie würdest du da immer so mit Kindern darauf eingehen? Also soll man denen immer wirklich, also ich meine, weil die machen sich ja schon Sorgen. Kinder dann? Ja, die Kinder. Also wenn jetzt, sei es jetzt Arbeitslosigkeit oder hat jemand einen Job verloren oder Krankheit und so. Also Kinder spüren das, ja. Absolut, die kriegen, ich sage jetzt mal, alles mit. Und wie weit sollte man da auch immer eingehen und was macht das auch mit der emotionalen Entwicklung unserer Kinder? Also vielleicht kannst du nochmal so ein bisschen auf die unterschiedlichen Altersstufen da so ein bisschen eingehen, weil das ist ja glaube ich auch so ein Thema. Man möchte ja transparent sein und auch, wir wollen das verteilen, aber sollen sie ja auch noch Kinder sein und auch nicht zu sehr belasten? Absolut. Wie es mir jetzt gerade geht mit der Situation. Ja, ja, total, total. Also wie gesagt, ich finde, es kommt immer darauf an, kriegen die Kinder was mit sozusagen? Sind die dadurch belastet? Und dann, es kommt auch ein bisschen aufs Thema drauf an, nicht? Wenn man jetzt zum Beispiel, es gibt Eltern mit psychischen Belastungen, psychischen Problemen, da kommt es halt immer drauf an, wie ausgeprägt die sind sozusagen. Wie ausgeprägt, wie viel sozusagen der Alltag da vielleicht auch davon gestört ist. Und dann wäre schon meine Ermutigung, mit den Kindern darüber zu sprechen. Und da gibt es auch gute Ratgeber, Kinder psychisch erkrankter Eltern. Dass man da eben, weil die Kinder kriegen das mit, die wissen mit, mein Vater stimmt was nicht, der ist wieder weg, wenn er im Krankenhaus ist oder so. Und da ist man das schon gut einordnet und den erklärt. Und da jetzt von der Altersgruppe her, da würde ich, wie gesagt, bei den Jungen kommt, das ist eine Riesenspanne von dem, wie viel die schon verstehen, wie viel die wissen wollen, wie viel die verstehen können. Das ist eine Riesenspanne und es geht immer um Runterbrechen, finde ich. Es geht immer um so zu erklären, dass die Kinder das verstehen erst mal und im Zweifel immer einfacher machen. Runterbrechen, dem Vater geht es nicht gut, der muss wieder in die Behandlung ins Krankenhaus, kommt wieder. Da helfen die dem und dann kommt er wieder. Das wäre die ganz krass verkürzte Version. Ja. Aber dann reicht das denen manchmal auch. Ist ja in Ordnung sozusagen. Dann wissen die, ah ja, so ist das, alles klar, weiß ich Bescheid. Oder ist und das im Krankenhaus ist. Wie schnell würdest du therapeutische oder Hilfsangebote für Kinder einmal so annehmen? Also in welchen Fällen ist es eigentlich ratsam sozusagen, sich da Unterstützung zu holen? Ja, es gibt ja, also wenn wir jetzt an die... Super individuell, das ist immer so allgemein. Und auch, nee, nee, genau. Und das ist sozusagen, welche Art von Hilfe? Es gibt ja so, ich sage immer, das Hochschwellige, so die ambulante Psychotherapie. Und die ist, wenn man wirklich sich Sorgen macht, sage ich mal. Und man bemerkt einfach Veränderungen im Erleben und Verhalten der Kinder, in der Stimmung, in der Art und Weise, wie die so sind. Manchmal, gerade bei den Jüngeren, so Vorschulalter, Anfang Grundschulalter, so drei bis sechs, sieben Jahre. Da ist es ja so, die schlafen wieder schlecht. Schlafen war dann gut, irgendwann konnten gut einschlafen und alles klappt. Aber Albträume schlafen schwer durch, pullern wieder ein nachts oder sowas. Also wenn eben so Dinge kommen oder manchmal bei den Vorschulkindern ist so die Sprache wieder schlechter oder so. Man merkt so, irgendwas ist anders, irgendwas ist komisch. Das wäre schon so ein Grund, wo ich sagen würde... Eher mal ein Rückschritt, ne? Ja, so ein Rückschritt, so Rückschritt beobachtet. Das ist was, wo ich sagen würde, ach da einfach mal Hilfe suchen. Und diese Hilfe ist ja, ändert ja in Kennenlerngesprächen, Gesprächen mit den Eltern, mit den Kindern selber und einfach einer fachlichen Einschätzung. Was kann das gerade hier sein? Und das gleiche gilt aber auch mit Grundschulalter und eben auch Jugendlichen. Wenn wir merken, man kennt ja seine Kinder dann am besten. Wenn man merkt, ach, irgendwas, die Stimmung ist schon jetzt lange schlecht. Jeder hat mal einen schlechten Tag und ist auch voll okay, mal mit einer Sau wut nach Hause zu kommen. Weil in der Schule irgendwas doof war. Alles, alles fein und Streit mit Freundinnen, voll in Ordnung kann man sein. Aber wenn man merkt, so anhaltend, über Tage, Wochen stimmt was nicht, dann würde ich da mal Hilfe suchen. Und dann kann man auch gucken, regional, gerade in Berlin gibt es ja relativ viel Angebote, Beratungsstellen für Eltern. Ja genau, was für Hilfsangebote kannst du ja vielleicht mal ganz kurz, ich glaube da sieht man auch mal den Wald vorläuter Bäumen nicht. Absolut. Weil man immer gar nicht weiß, an wen wende ich mich jetzt da, wer ist dafür. Also kannst du da nochmal vielleicht ein bisschen drauf eingehen, weil so Anlaufstellen und Hilfsangebote für Familien und mit ihren, wo man denkt, dass die Kinder psychisch belastet sind, glaube ich ganz wichtig. Ja, ja, total, total. Also da gibt es ja freie Träger sozusagen. Und das sind dann all die Puzzleteile, die man alle nicht kennt, wo es auch noch keinen so richtig guten Kompass gibt sozusagen, der uns da so gut durchlotst eigentlich. Aber die Erziehungsberatungsstellen sind ganz gut. Das sind halt für die Eltern erstmal. Aber das ist manchmal eine ganz gute Einschätzung. Da kann man erstmal sagen, das und das macht mir gerade Sorgen. Und die haben dann auch wieder ein Netzwerk. Und kriege ich da schnell einen Termin? Ja, in der Regel schon. Also das sind die Erziehungsberatungsstellen schon. Und die finde ich dann immer in jedem Bezirk? Ja, schon. Eigentlich schon. Das sind ganz oft freie Träger. Dann gibt es auch themenspezifische Dinge. Was sind da so themenspezifische? Also themenspezifisch gibt es relativ viel für Gewaltopfer. Also wenn ein Kind Opfer von Gewalt wurde, was mitgekriegt hat, was es nicht hätte mitkriegen sollen an Gewalt. Da gibt es auch Beratungsstellen sozusagen, die sich darauf spezialisiert haben. Ansonsten kann man auch über die Jugendämter sozusagen auch nochmal Hilfen erfahren oder erhalten. Das ist vor allem, wenn man als Familie merkt, es kommt so viel zusammen gerade von vielleicht finanziellen Sorgen, eigene Probleme, strukturelle Probleme mit Mietvertrag läuft aus. Alles, was so mal zusammenkommen kann, da ist das Jugendamt in der Tat die Stelle, die die Hilfen hat und die auch helfen will. Die kann dann Familienhilfen installieren. Einzelfallhilfen installieren. Und da einfach wirklich, die hat dann die Möglichkeiten, das Jugendamt. Ich glaube generell ist das Jugendamt gar nicht immer so eine schlechte Adresse. Überhaupt nicht. Weil man ja immer denkt, das Jugendamt ist eher immer nur, wenn Kinder irgendwie in Gefahr leben. Gefahr sind und die nehmen einem die Kinder weg. Nee, also Ziel vom Jugendamt ist wirklich, also Fokus ist auf den Kindern sozusagen, das Kindeswohl und die sind halt diejenigen, die halt diese Maßnahmen haben sozusagen, die halt diese Hilfen dann auch kostenfrei sozusagen in die Wege leiten können. Ganz klassisch passieren dann Helferkonferenzen, wo dann alle beteiligten Menschen zusammenkommen und man dann eben guckt, einen Hilfeplan erstellt und schaut, was kann man tun. Es liegt schon so ein bisschen zurück, aber wie war so deine, da habt ihr bestimmt auch in der Uni viel zu geforscht, die Auswirkungen von Covid-19 bei Kindern und Jugendlichen war ja ein großes Thema. Was gibt es da für Erkenntnisse? Was gibt es da für Erkenntnisse? Habt ihr da geforscht? Ja, haben wir in der Tat gemacht. Wir haben eine Studie gemacht, die hieß Elternschaft in Corona-Zeiten. Genau und haben in der Tat im August, so nach diesem ersten halben Jahr, eine erste Umfrage gemacht und dann die fortgesetzt alle zwei Monate. Im Prinzip war die Frage, es war an Eltern gerichtet, wie geht es euch, wie geht es Ihnen so und wir haben auch in der Tat Gewalt erfragt gegenüber den Kindern. Genau und was wir halt gesehen haben, dass es einfach schon einen Anstieg gab im Vergleich zu vor der Pandemie. Mit Gewalt? Ja, Gewalt, genau. Also wir hatten teilweise, nicht immer, aber teilweise relativ einfache. Also in Anführungsstrichen einfache Formen sozusagen. Abgefragt beispielsweise Kind anschreien und anbrüllen. Das ist ja schon emotionale Gewalt. Aber wenn man das in Schwere gerade einteilen würde, eher sozusagen jetzt nur anschreien und anbrüllen, ist immer die Frage, was man sagt. Das haben wir jetzt nicht erfragt, aber so abstrahiert. Das war relativ häufig so. Das war in fast 60 Prozent teilweise der Familien. Durch die Doppelbilder-Song. Ja, absolut. Voll nachvollziehbar. Genau, total nachvollziehbar. Da kam ja irgendwie alles zusammen. Und dass wir schon so auch Schwankungen, also wir und auch andere Studien Schwankungen gesehen haben, sozusagen in der Belastung. Ja, so relativ korreliert zusammenhängend mit diesen Einschränkungswellen, was irgendwie auch ganz, ganz plausibel ist. Und jetzt gibt es eine Studie von der Uni Hamburg, die hat auch ganz, also sie hat noch weiter nach Corona bis Ende 2024 nochmal Eltern befragt, Kinder und Jugendlich befragt. Und die zeigt summa summarum im Endeffekt all diese kurvenkrasse Anstieg an Belastung der Kinder, aber auch wieder Senkung sozusagen der Belastung bis 2024 würden wir sehr gut sagen können, Pandemie war nicht mehr da, klar vorbei. Aber summa summarum sozusagen ist die Belastung höher Ende 2024 als sie vor der Pandemie war, als Vergleichsdaten vor der Pandemie. Also die Belastung der Eltern und der Kinder. Genau. Also das hat das jetzt so auf globalem Level irgendwie gemacht. Also, dass man schon annehmen kann, das war einfach enorm Stress für alle. Wenn wir das jetzt so allgemein formulieren, war es im Endeffekt Stress. Akut, chronisch am Anfang, dann diese Lockdowns lange haben sich hingezogen und dann war es ja irgendwann so eine Phase, wo es so ein bisschen unsicher random war. Schulen auf, Schulen zu, Impfstatus so und so. Und das war ja so sehr unvorhersehbar und das ist ja irgendwie schon auch ein Dauerstress. Also was ich, glaube ich, emotional sehr wahrgenommen habe, diese Uneinigkeit. Ja, ich glaube, zwischenmännlich war es so schwierig. Also einige Eltern, die ihre Kinder komplett überall rausgezogen haben, weil sie einfach unglaubliche Angst hatten vor Erkrankung oder vor Erkrankung. Aber auch so diese Trennung, also so um mit diesen Ängsten. Also es war, glaube ich, einfach so eine Extremsituation. Das habe ich immer so empfunden. So Maske hier, da, die Papo. Genau, was gilt jetzt, was darf ich? Und dann Politik war sie nicht einig, Nachbarschaft war sie nicht einig. Viel Streit, viel Konflikt. Kriegen die Kinder alles mit und die sagen ja gut, ich muss eh in die Schule oder nicht in die Schule oder wir haben in der Schule ganz andere komische Dinge irgendwie. Und also wir Homeoffice, kein Homeoffice, hier und da. Und also das war ja wirklich eine turbulente Zeit und ich glaube, man kann jetzt zum einen diese Eindaden, die halt sagen, ja, psychische Belastung ist höher sozusagen insgesamt gestiegen, die kann man nehmen und man kann es sich, finde ich, jetzt auch klinisch verstehen, dass es sozusagen, das war eine chronische Belastung sozusagen. Und wir verstehen das ja immer wie, man kann das wie so eine Art Stressfass verstehen sozusagen, dass sich füllt einfach. Corona hat echt ganz schön den Pegel hochgetrieben. Bei manchen ist es da schon übergelaufen. Uns haben sich wirklich dann psychische Störungen manifestiert. Dann glaube ich, gab es auch schon eine Zeit, so 23, 24, wo der Pegel wieder abgesunken ist, Gott sei Dank bei vielen. Aber trotzdem sozusagen, das ist schon eine Dauerbelastung. Und wenn dann halt zusätzliche Stressoren kommen, dann kann das Fass wieder überlaufen. Und ich glaube schon, dass so eine Dauer, zwei plus minus zwei Jahre Belastung in allen Lebensbereichen, dass die uns schon auch relativ nachhaltig vulnerabler macht. Also ich persönlich habe so einen Eindruck, das ist jetzt, toi toi toi, echt eine Weile jetzt her. Aber so die Pandemie und all das, was so da dran hing, aber ich sage jetzt mal vor zwei Jahren, so in 2023, Ende 2022, da war es auch irgendwie vorbei, aber noch nicht so richtig. Weit weg irgendwie. Ja, also ich kann mir erst gar nicht mehr vorstellen, wie wir das gemacht haben. Ja, ja, genau. Man weiß nur noch, es war enorm anstrengend. Ja, es war enorm anstrengend und ich fand einfach am schlimmsten die sozialen Kontakte. Gerade wenn man sehr kontaktfreudig ist, das fand ich auch mit den Kindern. Und einfach, ja, das fand ich wirklich schlimm. Ich würde gerne nochmal auf ein paar Punkte eingehen. Also wir haben ja angefangen nochmal auf dieses weltpolitische Thema zu gehen und die gesellschaftlichen Entwicklungen. Warum gibt es so Kinder, die wirklich so ganz stark darauf reagieren als andere? Also was ist, also ich meine, sie sind alle individuell, aber so manche Kinder sind ja wirklich so, die können sich ja gar nicht davon lösen und sind da total in sich gefangen und kommen gar nicht mehr in ihren normalen Alltag rein. Was ist das? Also... Das ist ein Stück... Man kann da schon davon ausgehen, das hat ja viel mit Angst zu tun. Also Unsicherheit, Angst, Sorge, sehr zukunftsgewandt. Ist das aber was von uns Eltern kommt oder ist ein Kind, ist das einfach so, ist das was so übertragen wird? Weil das ist ja das, was ich meinte. Meine Angst, also man will ja als Eltern seine Kinder beschützen. Und diese stetige Angst, die ja immer, weil ja gefühlt mehr Gefahren sind, wirklich mehr, es sind mehr Gefahren. Also, dass man halt die ganze Zeit denkt, okay, an das muss ich denken, an das muss ich denken, an das muss ich denken und möchte aber trotzdem Kinder frei erziehen. Das ist unmöglich. Das ist eine Herausforderung auf jeden Fall. Es ist vielleicht eine Herausforderung. Aber ich glaube, die Antwort ist halt beides. Also Kinder, jung wie auch jugendlich, sage ich mal. Gut, die Jugendlichen spalten sich schon eher ab. Gibt es eine Tendenz auch noch der Geschlechter? Weiß ich nicht. Ja, vielleicht Mädchen ängstlicher. Ja, vielleicht so. Aber ist schwer zu sagen. Schwer zu sagen. Aber ich sage mal, wenn die sehr unsicheres ängstliches Verhalten bei den Eltern beobachten, so dann sagt das denen ja vor allem Mama macht sich Sorgen, da muss was ganz Schlimmes sein. Genau, es muss wirklich ganz schlimm sein. Und das heißt so, das kann schon dadurch gespeist werden vielleicht. Deswegen meinte ich vorhin so, dass es gut einfach darüber zu sprechen, um eben sowas aufzuklären. Dass man sagen kann, du, ich bin vor allem irgendwie besorgt, weil ich irgendwie nicht weiß, wie ich dich schützen kann oder wie ich es dir erklären kann. Deswegen lass uns doch drüber sprechen. Und wie würdest du mit der Gefahr auch überhaupt draußen, also gerade wenn die sich so in die Schule kommen, wenn die sich anfangen alleine zu bewegen ohne unsere Aufsicht. Finde ich ja super wichtig. Ich möchte ja selbstständige Kinder, die sich frei bewegen, die so. Wie schaffe ich es, sie darauf zu polen, dass sie mit Obacht in die Welt gehen, aber nicht dauerhaft in Angst leben, aber so das einfach zu sagen, so hey, also willst du ja auch nicht mal sagen, es gibt halt böse Menden, die nehmen Kinder mit. Also so dieses ganze große Thema, du willst ja, sie möchtest ja, dass sie trotzdem offen bleiben, weil sie Menschen kennenlernen sollen, aber trotzdem willst du eigentlich nicht, auch Fremde eigentlich nicht. Also das ist so schwierig. Sie zu offenen, gesunden, nicht ängstlichen jungen Menschen zu erzielen. Ja, total. Und im Jugendalter würde das ja übersetzt bedeuten, mach nichts, mach keinen Mist. So, probier dich aus, sag ich jetzt mal so, in dem Rahmen, den wir vielleicht abgesprochen haben. Aber, ne, pass auf. Ja, so. Oder mit der Lehrkraft, wenn was auf dem Schulhof ist, dorthin zu gehen und zu sagen, da war was komisch, da war was blöd. Das ist, glaube ich, ganz wichtig, damit die sozusagen in den Austausch gehen. Und gleichzeitig ist es genauso wichtig, auch vielleicht mal klar zu sagen, wenn dich jemand anhält und es Süßigkeiten gibt, gehst du nicht mit. Ja. So, Punkt. Und Zivilcourage finde ich auch nochmal ein wichtiges Thema. Also weil, ich hatte das neulich mit meiner Therapeutin, dass sie meinte, das ist wirklich einfach gefährlicher geworden. Also sie hat schon ganz klar gesagt, es ist einfach was anderes. So weil man ja immer jetzt gerade damit rechnen muss, man wird sofort, also die Leute sind aggressiver, hat sie das Gefühl. Also es geht schneller und deshalb in Zivilcourage zu gehen ist ja eigentlich auch etwas. Also ich möchte ja, dass meine Kinder helfen und dass sie wirklich hilfsbereit sind. Aber trotzdem finde ich auch da immer so, Zivilcourage hat auch Grenzen. Also bei den jungen Kindern auf jeden Fall. Also 3- und 6-Jährige, das ist sozusagen. Ja, aber 14-Jährige, was sagst du dazu, Claudia? Also so würdest du immer sagen, also wenn jetzt gerade, sagen wir mal, es ist so eine Rauferei oder so, geht dazwischen. Hätte ich jetzt immer Bedenken und sage. Nee, du bist jugendlich, musst nicht machen, sprich erwachsene Menschen an. Um die Polizei. Genau, dass die die Polizei rufen oder ruf selber die Polizei. Weil das ist ja dann vom Telefon mit Abstand. Absolut. Und deswegen im Zweifel einfach immer dieses Teil dich anderen mit, wenn du dir Sorgen machst. Es ist ja auch in Ordnung, wenn man dann als Jugendliche oder als Kind dann sagt, zu Erwachsenen geht und sagt, was ist da los, sollen wir helfen. Das ist ja voll in Ordnung. Ich glaube, wir würden ja alle dann uns das kurz angucken und dann entweder sagen, bleib du aber mal hier stehen. Oder wir holen mal die Aufsicht oder irgendwas. Also da wirklich den insgesamt, sei es im Umgang mit Krisen, sei es Zivilcourage vor Ort, auch sagen, du musst nicht alles. Du musst nicht alles und teil dich aber mit, wenn du dir Sorgen machst. Und wenn dir irgendwas nicht geheuer ist, halte Abstand. Und das ist auch in Ordnung. Das ist doch auch in Ordnung, klar. Und jetzt nochmal zu meinen Ängsten. Ja. Oder zu unseren Ängsten. Nicht zu meinen, sondern die der Eltern. Ich will nicht, wie ich auch. Ich habe Angst vor Höhe. Ja, ja. Das ist in Ordnung, oder? Damit kommt man klar. Finde ich auch schwierig, Makina. Ich habe schon so, dass ich merke, dass ich das schon auch auf sie übertrage. Indem ich halt, also ich kann mit denen jetzt zum Beispiel nicht in den Baumgipfelfahrt gehen. Muss man auch nicht. Weil ich halt. Du kannst auch sagen, Kids, das ist mir nicht geheuer. Ich mag das einfach nicht, die Höhe. Ja. Aber lieber das, lieber das sagen und sagen, ich weiß schon jetzt, ich mag das nicht und ich weiß, ich müsste es wahrscheinlich machen, um es zu mögen. Aber ich will es jetzt gerade nicht. Ich will jetzt gerade nicht den Sprung. Lieber das, als in die Höhe zu fahren und Panik zu kriegen. Halt die denn an und so, bitte nicht weiter und so weiter. Aber das ist ja auch schade, das ist ja ein schönes Erlebnis schon, in den Bäumen da umzugehen. Wen suchen, der da hochfährt mit denen. Aber da habe ich ja dann auch die ganze Zeit Angst, dass die da runterfallen, weil der nicht genug aufpasst. Das dann aushalten. Okay. Ja, aber das sind wirklich so, also Höhe und Wasser, finde ich, ist ein großes Thema. Ja, verstehe ich. Ja, so ein offenes Meer rausschwimmen und so, ne? Nee, generell Wasser, Ertrinkungsunfälle, also auch so bei Jugend. Also so, ich finde, es gibt nur eine ganz kurze Phase, wo man ein bisschen entspannter ist wieder als Eltern. dann ist es so zwischen, wenn ich mal sechs und zehn, dann fängt nachher wieder die, oder ab zwölf fängt es dann wieder an, dann die Pubertät, weil die dann halt so ja Mutproben, also solche Sachen machen. Ja, aufklären, sagen Mutproben, ey, nicht cool. Nicht cool. Und da sagst du nein. Und wenn nicht, dann üben wir das jetzt hier, nein zu sagen. Weil ich mich auch frage, also so diese, sind ja jetzt auch vor einigen Wochen jetzt wieder zwei Jugendliche oder ein Jugendlicher umgekommen, die auf einer S-Bahn hier bei uns wirklich in der Nähe deiner Universität gefahren sind. Und da denke ich mir immer so, Was ist da los? Was geht in dem Gehirn vor? Das ist so tragisch, ja. Und sowas finde ich ein super Beispiel, kann man ja ansprechen. Einfach mal gucken, wann so mal Gelegenheit ist. Habe ich natürlich angesprochen. Ja, genau. Hast du eigentlich auch schon mal so Mutproben mitgekriegt oder so? Da gibt es ja echt von diesen Kaltwasserduschen-Dingskrams bis hin zu sowas. Und einfach da echt, also finde ich, zeigen, hey, lass uns drüber sprechen. Ich habe da eine Meinung zu, ich sage dich ja gerne. Mach sowas bitte nicht. Und wenn du Fragen hast, melde dich. Also komm zu mir, wir sprechen drüber. Oder frag Freunde. Ja, aber du als Experte, als Psychologin, was geht dann in diesen Kindern und Jugendlichen vor, dass sie sich wirklich zu solchen Sachen hinreißen lassen? Weil da würde man ja schon denken, da muss irgendwie der gesunde Menschenverstand das schon, also die Gefahr. Ja, die Grenze ist nicht da. So die Stimme in den Jugendlichen drin, die sagt, mach das nicht, mach das nicht. Die ist nicht da. Ja genau, die ist halt irgendwie zu dem Augenblick dann vielleicht nicht da. Entweder, manchmal ist ja irgendwie dann Alkohol, Drogen im Spiel, dass sie dann so da jede Hemmschwelle verlieren, umso tragischer. Oder Angst, Druck, irgendwie sowas, da kommt ja was ganz Irrationales dann rein. So Angstdruck, Angst davor, wenn sie sagen, ich mache das nicht vor dem Auslachen der anderen. Also es ist ja nicht rational sinnvoll erklärbar. Das sind einfach ganz blöde Prozesse, die da ablaufen. Und ich glaube, man kann die Kids schützen, indem man wirklich nochmal thematisiert, auch ganz klar sagt, was sagst du denn, wenn du so unter Druck gesetzt wirst sozusagen und sag da was. Und wir können ja mal gemeinsam überlegen, was die Antwort ist sozusagen. Und wie kannst du auch gehen auf so Sachen? Wie kannst du auch sagen, nein, ich gehe da jetzt. Das ist kein richtiges Umfeld für mich. Oder auch weiter vorne jetzt angefangen. Fühlst du dich wohl in deiner Clique? Passiert da auch mal was, wo du dich nicht so wohlfühlst? Wenn ja, was ist das denn? Und das gilt ja wirklich, dass die lernen und ich finde, das ist eine wertvolle Fähigkeit, die gar nicht so einfach ist. Aber für Stückchen kann man das lernen, was tut mir denn eigentlich gut und was tut mir nicht gut? Da sind wir Erwachsene ja überhaupt nicht besser. Aber grundsätzlich da die auf diesen Weg zu bringen, zu merken, mit den Leuten hänge ich zwar ab, manches ist vielleicht mal kurz lustig, aber ganz viel ist gar nicht meins. Und da glaube ich, dafür ein Ohr zu haben. Also es ist schon sehr wichtig, gerade in der Pubertät sehr nah dran zu sein. Immer wieder, auch wenn die nicht so viel reden. Emotional verfügbar sein, finde ich. So emotional verfügbar sein, zuhören. Ich finde auch eine Art Fehlertoleranz, eine Toleranz für so jugendlichen Schwachsinn, der aber jetzt nicht schlimm ist. Oder auch was Irrationales mal auszuhalten. Oder das finde ich, aber einfach zu sagen, du, ich bin da für dich. Und wenn man sich Sorgen macht, das anzusprechen, ohne jetzt mit dem erhobenen Zeigefinger da irgendwie zu sagen, such dir mal andere Freunde. Das kann man nicht machen. Aber einfach einen Schritt vorher vielleicht zu signalisieren, du, mich interessiert, weil es ihr so macht. Und ich will nicht kontrollieren, es interessiert mich einfach. Und vor allem, wie geht es dir denn damit? Wie geht es dir damit? So. Ja, vielen Dank, Claudia. Ich finde, du hast es sehr, also ich meine, für mich ist die. Ja, einfach das Fazit aus unserer Folge jetzt hier ist einfach, dass man einfach von Anfang an immer im Gespräch bleiben soll zu aktuellen Themen, die die Krisen bedingen. Also die wir ja auch manchmal selber nicht beantworten, aber einfach das Gespräch suchen, natürlich altersgerecht, verbessere mich, wenn ich noch Sachen fahre und dann natürlich um die psychische Gesundheit von unseren Kindern und Jugendlichen einfach dieses Gespräch. Und ich glaube, da ist dann wieder der Punkt Zeit, dass wir uns bewusst für diese Sachen Zeit nehmen, weil das ist ja glaube ich unser größtes Thema. Voll. Und so ein Gespräch kann ja auch, muss ja jetzt nicht immer so jetzt wie wir, zwei Sessels aus hinstellen, wir reden jetzt. Sondern es kann ja auch beim Popcorn machen für einen Film passieren. Nebenher haben wir doch auch, wenn wir kochen, im Topf rühren und dann erzählt man so ein bisschen, was los ist und so. Und es ein bisschen abgelenkt machen, ein bisschen was. Nicht so auf Druck, diese Gespräche. Jetzt setzen wir uns mal hin und reden über. Ja, ja, genau. Lass uns doch jetzt wieder mal reden. Dann sagen die zu Recht mal so. So wie die Aufklärungsgespräche. Ja, so ungefähr. Wir reden jetzt mal über was ganz Wichtiges, Ernstes. Ich glaube, einfach signalieren, ich interessiere mich dafür, was du machst und kannst mir auch Sachen sagen. Also ich halte auch Dinge auszuhören und ich schimpfe nicht sofort. Ich bin nicht Moralapostelin. Ich weiß, das gehört dazu. Okay, also vielen Dank für deine Zeit und für das schöne Gespräch. Es hat mir sehr gut getan, auch gerade, weil es natürlich auch mich selber so aktuell beschäftigt. Und das war auf jeden Fall gut. Alle wichtigen Sachen, die du auch gesagt hast, werden wir nochmal in den Shownotes. Was können wir denn noch, du bist ja auch, hast an unterschiedlichen Büchern mitgeschrieben, aber es sind eher Fachbücher. Ja, eher. Also eins ist für Lehrkräfte eher, das andere ja auch. Lehrkräfte, das können wir noch mal verlinken. Ja, das für Lehrkräfte können wir verlinken. Das ist auch schon, kann man schon, das ist schon draußen. Ja, das habe ich gesehen da. Dieses Orangen. Ja, genau. Aber ansonsten wirst du uns noch mal so ein paar Informationen, was wir gesagt haben, so Anlaufstellen, Hilfsangebote. Ja, kann ich noch mal konkretisieren. Genau, die werden wir verlinken. Ja, super gerne, mache ich gerne. Vielen Dank für deine Zeit und schön, dass du da warst. Danke für die Einladung, war schön hier. Danke. Tschüss, ciao. Wie immer gibt es zum Ende unserer Folge natürlich unseren Mythencheck und heute mit der Generation Z. Die ist nämlich bequem und unpolitisch? Der Mythos speist sich oft aus Beobachtungen, wie Jugendliche verbringen viel Zeit am Handy, ziehen sich in soziale Medien zurück oder vermeiden klassische politische Beteiligungsformen wie Parteimitgliedschaften oder Wahlkampf. Gleichzeitig schwingt eine gewisse nostalgische Verklärung früherer Jugendproteste mit, etwa die 68er-Bewegung oder der Friedendemos der 80er. Doch aktuelle Studien und gesellschaftliche Entwicklungen zeichnen ein ganz anderes Bild. Die sogenannte Generation Z, also die heute etwa 12- bis 27-Jährigen, ist so engagiert wie kaum eine zuvor. Themen wie Klimagerechtigkeit, psychische Gesundheit, Gleichberechtigung oder Diskriminierung bewegen viele junge Menschen tief. Sie informieren sich über soziale Netzwerke, starke Petitionen, gehen auf die Straße und sie fordern lautstark Veränderungen. Bewegungen wie Fridays for Future oder Black Lives Matters zeigen, wie stark diese Generation bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Auch wenn ihre Form und das Engagement sich von den früheren Generationen unterscheiden, sie sind nicht weniger politisch, sondern einfach anderspolitisch. Sie denken global, handeln digital und verbinden persönliche Betroffenheit mit gesellschaftlichen Handlungswillen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche. Music.