Music. Ein wunderschönes Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Soundsfamilie. Es ist wieder Donnerstag und ich habe wieder ein Thema für euch, für uns. Und heute habe ich ein Thema in der Phase, in der ich mich als Mutter gerade sehr tief befinde. Ich habe nämlich Liebeskummer. Wirklich Liebeskummer. Das Thema der Folge heute ist Abnabelung und wir sprechen heute über die Pubertät, wie es so ist, wenn die Kinder einfach sich langsam von uns abnabeln. Und dazu habe ich mir die Autorin und Journalistin Nathalie Klüver eingeladen. Sie hat aktuell gerade ihr zehntes Buch rausgebracht. Das hat sie mir gerade vorher erzählt, dass es schon ihr zehntes Buch ist. Und das Thema ist, sag zum Abschied leise, yippie. Und da geht es um genau dieses Thema Abnabelung, wie es ist, wenn Kinder größer werden und wenn sie sich einfach von uns, wenn sie in ihr eigenes Leben starten und wie schnell das eigentlich auch geht. Und ich freue mich, Nathalie, dass du aus Lübeck nach Berlin gekommen bist. Ich freue mich total, dass ich herkommen durfte. Und dass wir über dieses Thema sprechen, weil es ist wirklich, ich kann es sagen, bei mir hat es so, wir haben gerade festgestellt, unsere beiden ersten Kinder sind gleich alt, also dein Sohn ist genauso alt wie mein Sohn, 14. Und bei mir war es wirklich letztes Jahr so, dass ich richtig so Liebeskummer hatte. Ich habe da auch mit meinem Kinderarzt total lange drüber geredet, weil ich wirklich so dieses Gefühl habe, okay, jetzt setzt so ein ganz neues Muttersein bei mir ein. Also dass ich einfach in eine neue Phase gehe und diese Phase ist ganz anders, weil man hat sozusagen so viel Zeit investiert und jetzt trägt das glaube ich alles Früchte und sie machen so ihr Ding und deshalb, ja, wie war das bei dir? Wie hast du so gemerkt, als dein Sohn so, als die Pubertät angefangen hat und gab es so einen bestimmten Punkt, wo du gesagt hast, okay, jetzt fängt es an? Also es gibt ja gar nicht so diesen speziellen Schritt, wo man merkt, jetzt ist ein Schalter umgelegt und mein Kind ist auf einmal ein anderes. Das kam ja so schleichend, also dass er immer mehr Zeit in seinem Zimmer verbracht hat. Und früher konnte ich immer gar nicht nah genug sein. Das war immer so, Mama ist aus meinem Sichtfeld raus und dann ging das Geschrei los. Und auf einmal ist er von alleine irgendwie in sein Zimmer gegangen. Dass er an den Wochenenden auch nicht mehr so richtig viel Lust hatte, dass man nicht mehr so wirklich begeistern konnte für so Dinge wie einen Strandspaziergang oder sowas, was früher einfach super war. Das ist dann halt so, muss das sein, kann ich nicht zu Hause bleiben. Und so richtig gemerkt habe ich das dann eigentlich, als er seine erste Party hatte, darüber schreibe ich auch im Buch und er da über Nacht geblieben ist. Und er ist irgendwie quasi wie das Kind so weggefahren mit dem Fahrrad und kam halt irgendwie als Jugendlicher wieder. Und in dieser Nacht, erst wollte er da nicht bleiben, dann schrieb er mir eine Nachricht, ob ich ihn nicht abholen kann. Und ich sag, nee, probier es nochmal. Und dann kam dann irgendwann eine Nachricht, he he he, endlich eine Nacht durchmachen. Und am nächsten Morgen habe ich ihn abgeholt. Er meinte, er hätte gar nicht geschlafen und er hätte fünf Colas getrunken und deswegen konnte er dann auch nicht schlafen. Und da war er auf einmal fast so was wie ein anderer Mensch, aber wirklich jugendlich geworden. Und so richtig aufgefallen ist es mir dann, als er auf einmal größer war als ich. Also es ist jetzt nicht so schwierig, ich bin noch nicht mal 1,60 Meter, aber er hat mich tatsächlich an seinem 13. Geburtstag eingeholt und ist seitdem in die Höhe geschossen und isst am Wochenende zum Frühstück eine ganze Packung Toastbrot. Also das sind dann lauter so Schlüsselmomente, wo man einfach merkt, okay, es ist nicht mehr dieses kleine Kind. Und wenn ich jetzt seine Hände sehe, die halt so viel größer sind als meine Hände und ja, dieses Gesicht, was viel kantiger ist und alles. Also genau, und dann der Stimmbruch kam bei ihm quasi über Nacht. Also das sind dann so Sachen, wo man sich so denkt, okay, es ist nicht mehr das kleine Kind, was so auf mich angewiesen war und so. Und ich glaube, er will auch gar nicht mehr auf mich angewiesen sein. Aber ich finde so, dieser Prozess kommt ja auch so ganz leicht und dann ist er auf einmal so ganz, wie du es gerade so beschreibst, so auf einmal da. Also man kann sich eigentlich gar nicht so vorbereiten und man ist dann einfach so, okay, jetzt ist irgendwie der Scheiter umgelegt. Du hast in deinem neuen Buch ganz viel auch mit vielen Expertinnen gesprochen. Wann beginnt so, ich glaube, es ist ganz so dieser Prozess, also es ist ja schon sehr unterschiedlich. Ich habe so das Gefühl, dass die Pubertät, ich war eher so ein bisschen Spätsünder bei mir, dass sie doch eher früher einsetzt. Genau, es hat sich ja auch tatsächlich statistisch immer weiter nach vorne bewegt. Das ist ja wirklich so. Und es ist auch nicht unbedingt gleichzeitig, diese mentale Entwicklung ist nicht gleichzusetzen mit der körperlichen Entwicklung. Und so dieses Abnabeln beginnt tatsächlich schon in der Vorpubertät. Also ab Ende der Grundschulzeit, ihr in Berlin habt ja etwas längere Grundschulzeit, aber woanders ist ja in der vierten Klasse einfach der Schulwechsel. Und so in der vierten Klasse ging das dann eigentlich los, dass die mehr machen wollen. Mein Mittlerer ist jetzt in der fünften Klasse und mit besucht der weiterführenden Schule. Was auf einmal so, dass er nicht mehr die Klamotten anzieht, die ich im Kopf habe. Und auch nicht die abgelegten vom großen Bruder. Das ist ja uncool. Und dann steht da dieses Kind vor dir und zieht die Baggy Jeans an, wie alle anderen auch und will dann halt auch unbedingt diese Sneakers. Und dann denkst du so, okay, auch der... Ist jetzt nicht mehr der kleine Elfjährige. Und das sind immer so, ja, das sind immer so schlaglich da. Aber wenn man so darauf achtet, geht es tatsächlich ab Ende der Grundschulzeit los, dass sie uns halt auch weniger brauchen, was ja eigentlich auch sehr positiv ist. Das ist ja irgendwie auch eigentlich ja die Aufgabe, auf die wir hinarbeiten als Eltern, dass unsere Kinder irgendwann ohne uns im Leben klarkommen. Aber wenn es denn soweit ist, dann tut das manchmal auch ganz schön weh. Aber ich finde gleichzeitig ist es ja so, sie sind selbstständiger und machen ihr Ding, aber trotzdem habe ich persönlich gerade so das Gefühl, ich weiß nicht, wie du es wahrnimmst, dass es trotzdem wichtig ist, nah dran zu bleiben. Also, dass man eine andere Funktion einnimmt, man wird nicht mehr so gebraucht für so diese täglichen Sachen, aber so dieses, ich habe jetzt eher gerade als Mutter so das Gefühl, dass es total wichtig ist, trotzdem präsent zu sein und da dran zu bleiben, um die halt irgendwie gut in diese nächste Stufe zu begleiten. Genau, also das ist die Gefahr, die man manchmal läuft, weil es ist natürlich auch total bequem, die Kinder dann einfach machen zu lassen. Und darüber, was wir für neue Freiheiten gewinnen, habe ich dann ja auch geschrieben, weil die sind ja ganz, ganz toll. Aber wir dürfen damit nicht jetzt irgendwie denken, okay, ich lasse mein Kind jetzt komplett sein Ding machen, weil die brauchen uns ja noch. Und das kommt manchmal in so ganz plötzlichen Momenten, meistens dann irgendwie, wenn es gerade nicht so passt wie abends, wenn sie schlafen sollen und man eigentlich Feierabend haben will, dann fangen sie an loszusprudeln oder man muss sich da so Momente schaffen. Also mein Großer hilft mir jetzt tatsächlich immer sehr gerne in der Küche beim Kochen, schneidet sehr gerne Zwiebeln, was ich sehr dankbar annehme und da kommt er dann tatsächlich auch ins Erzählen. Und solche Momente sind halt dann auch total wichtig, dass man dann einfach präsent ist, weil dann wollen sie auch wirklich irgendwas loswerden. Und sie brauchen uns jetzt nicht so sehr in dem Sinne, dass wir ihnen sagen, was sie zu tun haben, sondern eher, dass wir ihnen so wie so eine Leitplanke zur Verfügung stehen und sie können sich innerhalb dieser Leitplanke austoben. Also Jasper Juhl hat ja mal gesagt, man kann die Kinder bis zwölf erziehen und danach ererntet man, was man gesät hat. Und das ist tatsächlich so. Mit Schimpfen, Meckern, Erziehen kommt man gar nicht viel weiter. Aber wenn man einfach da ist und präsent ist und auch wenn meine Jungs um eins aus der Schule kommen und ich dann in mein Büro gehe und arbeite, ich arbeite ja zu Hause, ist es so, dass sie wissen, wenn wirklich was ist, können sie auch einfach zu mir hochkommen und mich in meinem Arbeitszimmer stören. Und das finde ich, was wir einfach wahrnehmen sollten, so diese Signale, wenn sie uns brauchen und dann sollten wir auch da sein, weil es ist ja auch total spannend, sie beim Großwerden zu begleiten. Also ich finde es total toll zu sehen, wie da so wirklich Persönlichkeiten auf einmal werden. Was habt ihr in eurem Familienalltag oder was empfiehltst du aus deinem Buch so, was für neue Rituale sollte man schaffen, wie kann man gut in dieser Phase junge Erwachsene sozusagen, die auf dem Weg zum Erwachsenen sind, begleiten und vielleicht auch so als Familie nochmal so ein bisschen, weil es ist ja was anderes, wie du es gerade schon beschrieben hast, was sind so seine Empfehlungen, was man da, und du hast ja jetzt auch noch ein drittes Kind, was ja jetzt ja gerade sozusagen noch etwas kleiner ist, also auch diese unterschiedlichen Altersgruppen, das finde ich persönlich auch gerade, Ich habe auch zwei, also einmal vor Pubertät, dann Pubertät und dann drei und sechs Jahre alt. Was ist da so deine Empfehlung? Was hat dich denn in der Recherche mit deinem Buch alles so begleitet? Also ganz wichtig ist, dass man anfängt, so früh wie möglich diese Rituale oder diese Routinen einzuführen, weil es ist dann auch viel einfacher, die einfach fortzuführen. Natürlich müssen die irgendwie so ein bisschen angepasst werden ans Alter, aber wenn man jetzt erst mit 14 anfängt auf einmal zu sagen, bei uns gibt es überhaupt jetzt irgendwie Rituale, ist es ganz, ganz schwierig, die Kinder abzuholen. Also da sollte man einfach... So früh wie möglich mit anfangen. Also was bei uns einfach total wichtig ist, ist zum Beispiel, wenn es geht, essen wir alle zusammen Abendbrot. Und wir essen relativ spät, weil meine kleine Tochter, die ist sieben, die kommt mit super wenig Schlaf aus, die ist so voll das Energiebündel. Das ist sehr praktisch. Von daher geht die fast zur selben Zeit ins Bett wie ihre Brüder. Also und dadurch essen wir relativ spät, aber halt wirklich immer alle zusammen und das finde ich total schön und dass man auch am Wochenende, auch wenn die Jungs jetzt super lange schlafen, warten wir halt mit dem Frühstück so lange, bis wir alle wach sind, wenn wir jetzt nicht irgendwie was dringendes vorhaben oder ein Sportwettkampf ansteht, dass wir zusammen frühstücken. Also ich finde so diese gemeinsamen Mahlzeiten zumindest ein paar Mal in der Woche, also ich weiß, je mehr Kinder man hat, umso schwieriger ist das auch mit Sportverein oder Musikunterricht, das irgendwie unter den Hut zu bringen. Aber diese Mahlzeiten finde ich halt total wichtig und je früher man das etabliert, umso einfacher erhält man das auch aufrecht. Und genauso, also an einem Tag am Wochenende müssen die Großen auch schon mit uns irgendwie mitkommen und dass man dann irgendwie doch noch einen Ausflug zusammen macht. Also so lange wie es geht, wenn jetzt mein Sohn mit 16 sagt, er will nicht mehr, ich habe es mit 16 auch nicht mehr gemacht, dann ist es völlig okay, aber ich genieße das gerade noch sehr. Also das hast du also eingeführt, dass also ein Tag am Wochenende, wenn das jetzt möglich ist, sei es, die haben jetzt keine sportlichen oder was heißt ich, Kindergeburtstage, die eingeladen sind. Partys, dass ihr das schon so... Genau. Und zum Beispiel haben wir tatsächlich noch jeden zweiten Freitag einen Videoabend alle zusammen. Videoabend? Ja, tatsächlich so richtig Kinoabend zu Hause. Ach so, Kinoabend. Man merkt daran, Kinder 90er. Ich wollte gerade sagen, unsere Kinder kennen ja gar keine Videos mehr. Nein, die können sich gar nicht mehr vorstellen, wie lineares Fernsehen war. Dass man ein Fernsehprogramm raussuchen musste. Nein, aber die machen wirklich so Kinoabend mit Popcorn. Und da machen die Großen auch noch mit. Also es ist... Es ist schwieriger mittlerweile Filme natürlich für alle zu finden, aber das ist irgendwie was, was wir auch einfach etabliert haben und solange das irgendwie geht, finde ich das total schön, solche Sachen gemeinsam zu machen und sich gemeinsam auszutauschen. Und ich gehe immer, bevor mein Sohn ins Bett geht, nochmal zu ihm ins Zimmer und frage, ob der Tag okay war und solche Sachen. Wie gesagt, da öffnet er sich dann meistens, weil er keine Lust hat zu schlafen oder ihm einfällt, er muss noch Vokabeln lernen abends um neun, wie das dann manchmal so ist. Aber sowas finde ich total wichtig einfach fortzusetzen. Und was nicht nur Rituale sollte man frühzeitig etablieren, auch die Mithilfe im Haushalt. Das ist nämlich auch, wenn die das von klein auf gewöhnt sind, es ist viel, viel einfacher. Also so Pubertierenden beizubringen, irgendwie den Müll rauszubringen, das ist dann doch deutlich schwieriger durchzusetzen. Ja, das stimmt. Du hast dich ja in deinem Buch auch sehr viel so mit dem Kopf unserer Kinder beschäftigt. Also was passiert denn eigentlich genau in der Pubertät? Und es ist ja wirklich, glaube ich, sehr, sehr anstrengend, was da… Ja. Also ich beneide die nicht drum. Ich denke auch immer wieder, es ist gut, dass man nicht mehr so in diesem Mittelstufenalter ist und sich noch selber finden muss. Ich finde es total beruhigend, als ich mich damit befasst habe, dass einfach ganz vieles, was wir für komisch halten, ist ganz normal. Also im Gehirn ist eigentlich eine riesige Baustelle, so kann man sich das vorstellen. Weil das ist einfach seit der Schwangerschaft der größte Gehirnumbau, der eigentlich so stattfindet bei Menschen. Und da werden, ich habe letztens noch mit einem Neurologen ein Interview geführt für einen Text für den Spiegel, 80 Prozent der Verbindungen zwischen den Nervenzellen, die werden gekappt und wieder neu aufgebaut, aber davon wirklich nur die wichtigen. Und da kann man sich natürlich, wenn man sich das so bildlich vorstellt, vorstellen, dass solche Dinge wie Vergesslichkeit, also ich weiß nicht, wie viele Fahrradhelme ich neu kaufen musste und diese ganzen Sachen und dieses bisschen Suchen und Finden und manchmal auch verpeilt sein und sowas, dass das natürlich mit dieser Baustelle zusammenhängt und dieses Bild finde ich total spannend. Und diese ganzen Sachen, dass sie impulsiver sind, dass sie ihre Gefühle nicht richtig kontrollieren können, dass sie auch risikobereiter sind, das hängt auch alles mit diesem Umbau zusammen und vor allem der präfrontale Kortex, also das, was hier oben im Gehirn ist, das ist das, was als letztes sozusagen gefestigt ausgebaut wird und der ist für diese Impulskontrolle zuständig. Und das ist halt so ein bisschen außer Gefecht gesetzt. Und daher kommen halt auch diese emotionalen Instabilitäten. Und richtig lustig ist es, wenn man dann selber auch Hormonumstellungen hat, wegen der anstehenden Wechseljahre, also der Pyrimenopause. Da denkt man nicht drüber nach, wenn man 30 Kinder kriegt, dass es dann so einen Hormonclash gibt später. Also ja, da müssen dann alle durch. Und mein armer Mann, der das manchmal ertragen muss, Ja, diese Risikobereitschaft ist ja immer so etwas, was mich so ein bisschen Sorge macht, was man auch mal so hört. Da kann man ja auch gar nicht so viel tun. Also gerade so Mutproben, sich irgendwie so dieses Beweisen, das ist natürlich schon vielleicht auch in der Schule einfach so dieses Standing, seine Position einfach. Gerade bei Jungs, das macht mir schon immer so ein bisschen Sorge. Vor allen Dingen auch, weil man ja immer wieder auch so einfach blöde Geschichten liest. Also ich finde das auch total wichtig. Deshalb auch dieses im Gespräch bleiben und wissen, was eigentlich los ist. Und das kann man ja auch über so Sachen machen. Also man sollte sich immer für das interessieren, für das sich die Kinder interessieren. Also mit ihnen mal ihre Musik anhören. Also ich habe letztens mit meinen Jungs mal ihre Playlists bei Spotify angehört und sowas. Das ist halt. Da kann man echt noch was dazu lernen und dann auch in den Austausch gehen und dann weiß man, was sie bewegt. Oder auch ansonsten zum Beispiel mein größerer Sohn, der ist auch schon bei Instagram und TikTok und da habe ich natürlich mit ihm zusammen angeguckt, was wird dir eigentlich angezeigt und was interessiert dich und sowas. Und war dann sehr beruhigt, dass er einen ganz guten Algorithmus hat. Der geht eher so Richtung Astronomie und sowas. Das ist sehr interessant. Okay, Nathalie, das ist für mich eine ganz wichtige Frage. Du hast mir gesagt, dein Sohn ist 14 und wann habt ihr entschlossen, dass er sozusagen Social Media, weil es ist ja gerade so ein… Also er ist selber nicht aktiv und postet nichts, aber das war eigentlich auch so ein schleichender Prozess. Der Mittlere darf das gar nicht und da bin ich auch sehr, sehr streng und jetzt eigentlich so, ist noch nicht so lange her, Mitte der achten Klasse, weil die anderen hatten es auch, dann wollte er es auch und dann sagt man natürlich, okay, ich will ja auch nicht, dass mein Kind ausgeschlossen ist und dann der Einzige ist, der nicht mitreden kann. Also ich weiß noch, wie das früher war. Ich durfte nie Fernsehserien gucken. Meine Eltern waren da sehr streng und in der Schule haben sich alle darüber unterhalten. Und dieses Gefühl so, ich kann nicht mitreden, habe ich gedacht, nein, also ich möchte nicht, dass mein Sohn sich so fühlt. Aber wenn man da sein Kind dann bei begleitet und die Dinge erklärt, ich finde, das ist immer so das Allerwichtigste. Ich gucke mir das an, ich bespreche mir die Gefahren und das geht auch nicht an einem Termin und man muss auch immer aufpassen, dass man dann nicht wie so ein Prof rüberkommt und das Kind belehrt, sondern dass es eher in so einem Gespräch ist. Aber wenn man das macht und sich die Zeit nimmt, kann man ganz, ganz viel erfahren, was die Kinder eigentlich auch bewegt und was sie toll finden und das allein lohnt sich schon, das auf sich zu nehmen. Ja, finde ich, also bei Social Media, also ich meine, du hast auch einen Account, alles zu Nathalie verlinke ich euch natürlich in den Show Notes, auch ihr Instagram. Ich finde, ich bin selber Content-Creatorin und ich weiß, wie viel Zeit man auch verschwendet auf sozialen Plattformen. Und deshalb finde ich das aber mal gut. Also ich glaube, wenn mein Sohn, der hört die Folge nicht, aber wenn er die jetzt hören würde und sagen, siehst du, Mama, sie hat auch einen Sohn, der 14 ist und der hat Instagram und TikTok. Genau, also gerade weil ich das ja selber auch ziemlich intensiv benutze, auch für meine berufliche Arbeit, habe ich das mit ihm auch schon frühzeitig besprochen und also ich habe meine Kinder ja zum Beispiel nie gezeigt und sowas habe ich auch mit ihm erklärt und wieso ich nicht möchte, dass er sich selber zeigt und ich muss gestehen, ich habe auch so ein bisschen seinen Algorithmus manipuliert und gesagt, gucken wir uns doch jetzt mal das an und gucken wir uns das an. Ja, was du dann halt so an Einfluss nehmen kannst. Aber ich glaube, das Wichtige ist, dass die Kinder einfach informiert sind und dass sie vor allem wissen, wenn was komisch ist, kann ich immer zu meinen Eltern gehen. Und dieses, wenn man das von vornherein verteufelt und sagt, ihr dürft es nicht, aber alle anderen machen sie es, dann machen sie es irgendwo anders heimlich. Und ich denke immer, okay, dann sollen sie es lieber kontrolliert machen und wissen, sie kommen zu mir und ich schimpfe dann nicht. Wie, du hast das geguckt, das darfst du doch gar nicht. Also ich finde, das ändert sich auch in dem Alter einfach. Also es basiert halt so viel auf Vertrauen und gegenseitigem Vertrauen, dass die Kinder einem vertrauen und ich dann wiederum ihnen vertrauen können. Das ist ja auch dein zentrales Thema in deinem Buch, also Kommunikation auf Augenhöhe. Das empfiehlst du uns ja sozusagen. Das hast du eben in so vielen Beispielen schon gemacht. Also du hast die Playlist gehört, hast du gerade gesagt. Ich habe neulich auch mal Fortnite war bei uns gerade lang ein Thema. Ja, ich habe da ja auch einen Artikel für den Spiegel drüber geschrieben. Das war bei uns auch. Alle spielen das. Und dann habe ich es auch mal selber gespielt. Und wie fandst du es? Ich fand es voll langweilig. Ich bin auch 97. Von 100 geworden. Mein Sohn hat sich totgelacht. Ich fand es so langweilig. Und die Begeisterung ist mittlerweile bei uns ein Glück auch ziemlich schnell abgeklungen. Bei uns ist es auch gerade Pause. Finde ich total gut. Aber da hat man mal wieder so gesehen, ich habe ihn, also diesen Wunsch sozusagen, habe ich ihm auch erfüllt, obwohl ich so total gegen Playstation war. Aber ich habe ihm das dann, weil er lag mir so in den, dann habe ich sie auch gekauft zu seinem Geburtstag. Und dann hat er das auch gemacht. Es gab auch mal Situationen, wo ich nicht so ganz einverstanden war, wie sie genutzt worden ist. Und jetzt, ohne dass man was gesagt hat, Ist einfach vorbei gerade. Ja, ich finde das auch sehr gut. Bei uns ist auch gerade so ein bisschen Pause. Was ist bei euch gerade? Also mein Sohn hat jetzt angefangen, den Computer zum Programmieren zu nutzen. Oh, wow. Und dann denke ich so, okay, er lenkt es jetzt einfach in produktive Bahn. Und da bin ich tatsächlich ganz froh, dass ich ihm das nicht so verboten habe, weil man kann ja auch gute Sachen einfach damit machen. Aber tatsächlich, das Zocken ist jetzt irgendwie, finden die es jetzt auch besser, sich in echt zu treffen, die Jugendlichen. Ja, das merke ich, aber die haben oft nicht so die Zeit. Es ist schon auch so anders als bei uns, dass sie einfach ja schon sehr viel auch über soziale Medien machen, weil viel auch einfach verplant ist, so habe ich das Gefühl. Aber es ist natürlich auch total praktisch, weil ich weiß noch, wie ich früher immer am Telefon hing und dann auch niemand bei uns durchkam, weil dann ja immer besetzt war früher. Und das ist jetzt vielleicht, ist es auch manchmal einfach, Auch wenn sie so chatten über WhatsApp, ist es dann vielleicht einfach der Ersatz dafür. Und da kann man ja eigentlich auch nichts gegen haben. Also ich glaube, meine Eltern haben meine Telefoniererei auch verflucht, ehrlich gesagt. Ich würde gerne mal deine persönliche Meinung dazu haben, weil ich das oft einfach auch natürlich im Freundeskreis, immer weiter im Bekanntenkreis höre. Ich hatte gerade vor ein paar Tagen die Diskussion, da ging es darum, um Handynutzung beim Elfjährigen. Und die Eltern sind getrennt und können sich halt, gerade wenn Eltern getrennt sind, der Vater wollte einfach, damit er ihn einfach besser erreichen kann. Und das andere Elternteil wollte das einfach nicht oder es möchte das nicht und man merkt einfach, dass dieses Kind total schnell ausgegrenzt ist, auch so, was du gerade beschrieben hast, in der Kommunikation und die Ausrede ist immer so oder die Aussage, ja wir hatten das früher auch nicht und mussten ja auch hingehen und klingeln oder klopfen und so weiter. Ja, ich finde auch, man muss ja irgendwie ein bisschen mit der Zeit gehen. Und das ist halt einfach deren Realität. Und in der Pubertät ist es einfach so wichtig, sich zu orientieren und in seiner Peergroup zu sein, die ja auch einfach wichtiger ist als das Elternhaus, was auch für uns Mütter manchmal echt schwer ist zu akzeptieren. Magst du das vielleicht nochmal erklären? Also die Peergroup ist halt einfach so deine soziale Gruppe, in der du unterwegs bist. Ja. 10, 11 Jahren orientiert man sich halt einfach mehr zu seinen Freunden. Da ist man aufgehoben und auch am Anfang sind die Kinder vielleicht alle irgendwie uniform in ihrer Mode, weil sie sich gegenseitig anpassen, aber es ist halt einfach so ein Entwicklungsschritt und daraus entwickeln sie dann sozusagen ihren eigenen Stil und auch da muss man sich jetzt keine Sorgen machen. Ist mein Sohn jetzt irgendwie so einer, der genauso ist wie alle und nicht seinen eigenen Stil hat? Das kommt bei den meisten Menschen ja einfach mit der Zeit. Und für die Kinder ist das halt so ihre gleichaltrige Gruppe, in der sie auch Bestätigung finden, in der sie sich an anderen orientieren und ein bisschen ausprobieren können, wo stehe ich eigentlich im Leben? Und wenn du halt einfach ein Element von diesen Peergroups nicht hast, nämlich das Handy, worüber die einfach kommunizieren, das ist einfach so am Anfang in der fünften Klasse ja total blöd, wenn die dann das Handy bekommen, dann schicken sich die ganze Zeit irgendwelche GIFs und Emojis hin und her so in einem Klassenchat. Völlig bescheuert dann kommen 200 Nachrichten und jeder schickt dann irgendeinen komischen Smiley aber das kann ich auch alle beruhigen, das legt sich ziemlich schnell, die Begeisterung und dann Dann ist es halt wirklich ein Kommunikationsmittel. Und wenn wir uns vorstellen, bei uns damals hätte halt irgendjemand von uns kein Telefon gehabt und wäre so nicht erreichbar gewesen, dann wäre man auch irgendwie außen vor oder ausgegrenzt gewesen. Und ich finde, wir sollten es unseren Kindern ermöglichen und erleichtern, ihren Platz im Leben halt auch zu finden. Und wenn das ein Mittel dafür ist, dann sollten wir das auch vielleicht dafür so ein bisschen eigene Prinzipien auch mal zumindest hinterfragen, wie wenn sie sein müssen. Man kann das ja alles auch kontrollieren. Also ich würde jetzt meinem Elfjährigen auch nicht alle Apps zur freien Verfügung geben. Was ist so dein, wann gab es bei euch Handys? Bei allen Kindern ist es jetzt eigentlich zur fünften Klasse. Okay, also mit dem Wechsel, wie es bei euch in Schleswig-Holstein sozusagen ist, in die weiterführenden Schule, ist in Berlin ein bisschen anders. Genau, und da hatten auch einfach alle in der Klasse dann Handy. Okay. Und dann kannst du vielleicht nochmal, was wir gerade bei dieser Nutzung, ich glaube, das ist ja wirklich ein ganz zentrales Thema, wie können wir da als Eltern, wo können wir unterstützen, was, also du hast gesagt, nicht alle Apps, also kannst du mal vielleicht so ein paar Tipps geben, wie ihr das so gehandhabt habt oder wie du es empfehlen würdest? Also ich habe am Anfang, bei meinem 14-Jährigen mache ich es jetzt nicht mehr, aber bei der Mittleren über Family Link, dass ich einfach eine generelle Bildschirmzeit einstelle und da mache ich auch mal Ausnahmen. Also am Wochenende, wenn es ein blöder Regentag ist. Denn finde ich, darf das auch mal ein Ausnahmetag sein und da habe ich mit ihm auch genau besprochen, welche App er will und er hat mich jetzt gefragt, er möchte gerne eine Videobearbeitungs-App haben und dann haben wir halt zusammen auch rausgesucht, was ist das Beste und was kann man machen und dann habe ich mich natürlich gefragt, was willst du eigentlich mit den Videos, willst du die bei YouTube reinstellen und auch das ist total interessant, wenn man diese Regeln bespricht, lernt man ja auch was über die Kinder und was die eigentlich interessiert und was die damit machen wollen und sowas. Und er wollte es halt einfach nur, weil es ihm Spaß gebracht hat und er das gerne mal wissen wollte, wie sowas funktioniert. Und von daher finde ich auch, das ist einfach eine super Gelegenheit, mit den Kindern immer wieder ins Gespräch zu kommen und ihnen auch ein Stück weit immer so einen Vertrauensvorschuss auch zu geben. Und in den meisten Fällen nutzen sie es ja nicht aus. Ab und zu schlägt jeder mal über die Stränge. Ich glaube, das haben wir in unserer Jugend auch alle gemacht. Also meine Eltern mussten auch mal mit mir zusammen einen Rucksack von der Polizeiwache abholen, weil wir dachten, wir feiern eine Party im Kurpark vor den Kuranlagen. Und dann kam die Polizei und hat unsere Rucksäcke eingesammelt und wir Kinder sind alle weggelaufen. Und wenn man sich so ein bisschen, ich finde, das ist auch tatsächlich so einer der Schlüssel, das schreibe ich ja auch im Buch, wenn wir uns immer so ein bisschen an unsere eigene Kindheit erinnern und an unsere Jugend erinnern, wie war das eigentlich für uns? Hilft es auch ganz, ganz viel Verständnis, so für die eigenen Kinder aufzubauen? Ja, also du hast schon einfach, ich will nur mal ein bisschen zusammenfassen, ich bin immer so, dass man, also was brauchen unsere Kinder in dieser Zeit? Wie können wir sie unterstützen? Du hast einmal die Kommunikation auf Augenhöhe genannt. Das fand ich gerade einen schönen Punkt, dass man sich einfach auch selber mal in die Zeit… Genau, ich habe letztens mal alte Tagebucheinträge von mir gelesen zum Beispiel. Also wer sowas noch zu Hause hat, das ist erstens total nostalgisch und zweitens hilft es einem wirklich nochmal dieses Gefühl einfach in den Kopf hineinzukriegen und dann kann man wirklich die Kinder auch verstehen und sich erinnern, was hätte ich. Also ich habe es so früher geschrieben, was ich mir von meinen Eltern gewünscht hätte. Wieso sind die nicht so und so und so und so? Also das war ja fast, als ob ich so ein Handbuch in der Hand habe, wie ich meine Kinder behandeln soll. Also wer sowas zu Hause hat, unbedingt reingucken, das ist total erhellend. Was mache ich, wenn ich aber Kinder habe? Du beschreibst das ja sehr schön. Also ich glaube, diese Rituale sind ja von Anfang an, wie du sagst, dieses Zusammenessen. Ich finde schon, es fängt eigentlich mit der Beikost an, weil da sage ich auch mal, nutzt es jetzt hier eigentlich schon gemeinsam zu essen, weil man sieht ja Babys so oft alleine essen und dass man einfach da das schon mit den Kindern etabliert, einfach versuchen, einfach diese gemeinsamen Mahlzeiten zu schaffen, aber auch ohne Druck. Es gibt einfach Tage, wo es mal stressig ist, es ist nicht. Aber was mache ich, wenn ich so ein Kind habe, was auf einmal total verschlossen ist und es sich gar nicht, also sich so total zurückzieht. Ich habe irgendwie gar nicht das Gefühl, da habe ich gar keinen, wie gehe ich damit um? Also das ist erstmal auch ein Stück weit normal, dass sie verschlossener sind und sich zurückziehen. Aber es fühlt sich total blöd an, dieses, wenn die Zimmertür zugeht. Also wenn die klein sind, muss ja immer alle Türen offen sein. Und irgendwann geht dann diese Tür zu und dann muss man anklopfen und dann fühlt man sich ja auch irgendwie so ausgeschlossen aus dem Leben des Kindes. Und die ersten Male, als das so war, das ist auch so eine Szene, die ich im Buch beschreibe, konnte ich damit überhaupt nicht umgehen. Und dann saß ich da und wollte einen Kaffee trinken und ich konnte den nicht genießen. Das so beknackt eigentlich. Man wünscht sich in der Kleinkinderzeit immer mal so diesen ruhigen Moment und der Kaffee ist noch warm. Und stattdessen bin ich dann aufgestanden und habe an die Tür von meinen Jungs geklopft und habe sie gefragt, ob alles okay ist. Und dann machst du dir auch Gedanken, ob du irgendwie was übersehen hast, als sie aus der Schule kam und ob du da irgendwie vielleicht doch nochmal nachfragen musst. Und die waren halt sehr höflich, so nein Mama, alles gut. Und dann bin ich wieder runtergegangen in die Küche zu meinem mittlerweile kalten Kaffee, bin wieder hochgegangen und habe gedacht so, nein, ich muss nochmal nachfragen. Und dann habe ich sie gefragt, ob sie mit mir in der Partie Schach spielen wollen. Also so total bescheuert, aber ich habe gedacht, darüber kann ich jetzt irgendwie so eine Connection aufbauen. Und dann haben die auch irgendwie, der eine hat dann so gesagt, ey Mama, schill mal, ist alles gut, ich bin hier am Lesen. Und der andere war irgendwie chatten mit seinen Freunden über WhatsApp und der war sehr höflich und sagte so, nein Mama, gerade nicht, aber danke. Und dann durfte ich auch wieder aus dem Zimmer raus. Aber... Also wenn sie so sind und sich so zurückziehen, aber ansonsten alles okay ist und man irgendwie diese Vertrauensbasis hat und weiß, wenn wirklich was ist, dann erzählen sie es einem, dann ist es auch gut. Dann sollte man sie auch lassen, sich zurückzuziehen und in Ruhe zu lassen. Also was bei Jugendlichen wirklich der falsche Weg ist, das ist dieses klassische Nachbohren, wenn man einfach irgendwie so eine Verhörsituation aufbaut, dann reagieren sie einfach mit noch mehr Rückzug und wenn man das Gefühl hat, irgendwas stimmt dann nicht und es ist ja wie auch bei kleinen Kindern, meistens kann man sich auf sein Bauchgefühl ziemlich gut verlassen und dann sollte man so Momente schaffen, in denen halt nicht so eine Verhörsituation ist. Also zusammen, weiß ich nicht, Altpapier wegbringen oder das Kind fragen, hilfst du mir tragen, ich muss nochmal in den Supermarkt oder so. Oder zusammen kochen, Geschirrspüler ausräumen, Autofahrten sind auch immer super. Und vor allem, das ist halt total wichtig, dass man sich nicht gegenüber sitzt und den anderen anstarrt, weil dann schließen sie komplett ab, also die allermeisten. Sondern eher so wirklich so dieses Nebeneinander herwerkeln und auch eine Situation geben, wo das Kind sich von alleine wieder aus der Gesprächssituation entziehen kann. Also wo es einfach von alleine beschließen kann, ich habe jetzt genug erzählt und jetzt gehe ich wieder in mein Zimmer und chill. Also das ist halt total wichtig, dass man da auch ein bisschen auf die Signale achtet und dann einfach so nebenher gar nicht unbedingt so fragt, hey, was ist eigentlich los, da machen sie auch dicht, sondern ganz nebenher das Kind erzählen lässt und offene Fragen stellt. Und wenn man sieht, es ist jetzt gerade nicht der richtige Zeitpunkt, das dann auch sein lassen. Und der wird dann schon kommen, wenn man nicht zu sehr nachbohrt oder so. Und wenn die sich komplett zurückziehen und gar nicht mehr rauskommen, dann kann man auch sowas machen wie, dass man Briefe unter der Tür hinschiebt zum Beispiel. Also sowas Lustiges, was jetzt irgendwie so ein bisschen die Situation aufbricht oder eine WhatsApp schreibt. Das mache ich bei meinem Sohn auch manchmal, dass ich ihm einfach eine WhatsApp schreibe oder sowas. Also solche Situationen und man kann zum Beispiel, wenn es jetzt irgendwie krisenhafte Situationen sind und man hat das Gefühl. Das Kind braucht irgendwie eine Information oder was, wo es sich Hilfe suchen kann, dann hilft zum Beispiel auch sich so Infobroschüren, weiß ich nicht, von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, je nachdem, ob es jetzt um Drogen, Sexualität oder sowas geht, dass man die irgendwie an so Orten im Haus einfach beiläufig liegen lässt. Gar nicht mit dem Holzhammer drauf hinweist, sondern einfach das, auf dem Klo ist so ein super Platz, Jugendliche sitzen, also vor allem Jungs sitzen immer stundenlang auf Klo und dann kann man das da so ausbreiten und dann können sie selber entscheiden, will ich mir das jetzt angucken und, Es ist halt ganz wichtig, den Kindern immer wieder diese Möglichkeiten zu geben, ich entscheide selber, ob ich das machen will, weil sie sind ja selbstständig und sie sind ja groß. Und wenn es jetzt aber wirklich Situationen gibt, wo man sich Sorgen macht, wo es über mehrere Wochen geht, man sagt ja immer so zwei Wochen, wenn jetzt so ein depressiver Zustand oder sowas zwei Wochen lang anhält, dann sollte man sich Hilfe suchen. Das ist ja so die, ist natürlich immer individuell auch anders. Das ist nochmal ein guter Punkt. Genau, das ist ja so das, was einem Ärzte und Psychologen so an die Hand geben. Dann kann man natürlich reden. Man kann zur Kinderärztin zum Kinderarzt gehen, mit Klassenlehrern reden, mit anderen reden, mit anderen Eltern sich austauschen zum Beispiel. Das ist, finde ich, auch immer total wichtig, dass man die Freunde seiner Kinder kennt. An die kann man sich dann nämlich auch einfach wenden, dass man sowieso, man sollte seine Kinder immer ermutigen, die Freunde auch nach Hause mitzubringen, damit man die einfach auch kennenlernt, sowas. Und dann kann man ja über die auch gucken, ist da irgendwas vorgefallen? Und das dann wirklich, wenn man merkt, ich komme gar nicht mehr an mein Kind ran. Und meistens öffnen sich die Kinder dann aber eigentlich auch. Warum ist dieser Prozess des Abnahmens so wichtig für unsere Kinder und warum sollten wir da einfach auch entspannt mit umgehen? Ja, das ist ja wirklich nicht so einfach. Das Kind braucht mich auf einmal nicht mehr. Und ich war ja früher als Mutter, also gerade für Mütter ist das ja so, war man ja oft auch so die Nummer eins für das Kind. Und die beste Mami der Welt und was weiß ich alles. Ich bleibe immer bei dir. Ja, Gott, das nehme ich mittlerweile immer so als Drohung. Das sagt jetzt aber nur noch meine kleine Tochter. Ich möchte immer hier bei dir schlafen. Ja, wir reden nochmal in zehn Jahren darüber. Aber das macht natürlich was mit einem, wenn die das auf einmal machen. Aber wir müssen uns immer sagen, dass es total wichtig ist, um ein selbstständiger Mensch zu werden und dass auch dieses vielleicht mal in Konfrontation gehen und ganz bewusst anders zu sein als die Eltern. Und auch das ist total wichtig. Wir sollten das auch nicht persönlich nehmen. Also Pädagogen sagen dann auch, wir sind in der Familie so eine Art Trainingslager, wo die sich ausprobieren können in diesem geschützten Rahmen. Und da dürfen sie auch mal über die Stränge schlagen. Und also das schlimmste Schimpfwort, was mein Sohn zu mir sagt, ist du Fisch. Wenn ich sage morgens Aufstehzeit und dann kommt von ihm, was soll das, du Fisch. Das weiß ich doch, dass ich aufstehen muss. Das darf man nicht persönlich nehmen. Und ich finde es auch eher witzig. Und mittlerweile ist das auch eher so eine Insider-Witz-Situation zwischen uns beiden. Aber die ersten Male habe ich auch gedacht, das ist doch nicht mein kleines süßes Kind, das so frech ist. Aber dieses Abnabeln und dieses eigene Wege gehen ist halt einfach ein ganz wichtiger Schritt, um seinen Platz im Leben zu finden als eigenständiger Mensch. Und auch... Vielleicht ganz andere Wege kennenzulernen als das, was die Eltern gegangen sind. Und vielleicht entscheidet man sich dann auch, ich mache es jetzt doch so wie meine Eltern und ich komme wieder zurück. Aber wir müssen unseren Kindern ja zumindest die Gelegenheit geben, irgendwie ein eigenes Leben zu führen. Also es ist nichts schlimmer, als wenn die Kinder immer nur denken, sie machen Sachen, die uns gefallen, weil es unser Wunsch ist. Also wir alle kennen sicherlich in unserem Bekanntenkreis Menschen, die den Beruf ausüben, den eigentlich ihre Mutter oder so mal ausüben wollte. Also dieses, wenn man halt einfach das Gefühl hat, ich habe jetzt diesen Auftrag meiner Eltern, dass ich berühmter Berufsmusiker werde oder so und viele tragen das halt wirklich wie so einen ganz, ganz schweren Rucksack mit sich rum. Und das sollten wir uns immer überlegen. Die Kinder, wir wollen ja, dass sie selbstständig sind. Wir wollen ja, dass sie als eigenständige Menschen ins Leben gehen und deshalb sollten wir ihnen nicht so einen Rucksack aufsetzen. Du merkst jetzt ja auch gerade so, dass wir so eine neue Rolle als Mutter bekommen. Du hast natürlich jetzt noch eine kleinere Tochter gesagt, aber wie war das für dich, deine neue Rolle zu definieren? Auf einmal, du hast es gerade beschrieben mit dem Kaffee. Du hattest Zeit in Ruhe, warmen Kaffee und hast trotzdem kalten Kaffee getrunken. Genau, weil ich mir so viele Sorgen gemacht habe. Meine Kinder genervt. Aber wie war das so, diese neue Rolle? Wie waren so deine Gefühle und auch vor allen Dingen so, wie verliere ich sie trotzdem nicht aus den Augen? Also bei mir ist es auch tatsächlich so, dass meine kleine Tochter, die ist echt anders als die Jungs, die ist total selbstständig. Vielleicht auch, weil sie so die Dritte ist. Die ist auch wirklich viel unterwegs, sie tobt durch die Nachbarschaft. Die ist auch schon in der Pippertät. Ja, genau. Also die ist wirklich sehr selbstständig und sehr patent. Und dadurch habe ich ganz oft nachmittags tatsächlich nur die zwei Jungs zu Hause, wenn sie nicht gerade irgendwie unterwegs sind. Und ich musste das am Anfang auch erst lernen, dass ich mich nicht so viel kümmern muss. Aber mittlerweile ist es so, dass ich tatsächlich auch die Zeit dann nicht nutze, das Haus zu putzen. Das war am Anfang auch immer so ein Impuls. Man hat das Gefühl, man muss jetzt irgendwie unbedingt etwas völlig Sinnvolles machen. Ja, das denke ich immer. Und das kann ich mittlerweile auch genießen. Ich kann es auch genießen, dass ich sowas machen kann, wie mich nachmittags mit einer Freundin zu treffen, ohne dass ich organisieren muss, was ist denn jetzt mit meinen Kindern. Und das war ja früher auch einfach meistens nachmittags überhaupt nicht richtig möglich. Also diese Freiheiten, ich finde, wenn man sich darauf konzentriert, dann tut es auch nicht so weh, die Kinder loszulassen. Ja, aber hast du, also viele Eltern haben ja beschreiben oder vor allen Dingen auch Mütter, können wir gleich nochmal auf die unterschiedlichen nochmal drauf eingehen, aber viele Eltern empfinden das Ablösen ja schon als sehr schmerzvoll und leiden auch so ein bisschen. Wie hast du das so empfunden? Also das ist tatsächlich so ein bisschen so ein Wechselbad der Gefühle. Also es ist manchmal, dass man wirklich so denkt, braucht mich denn jetzt irgendwie keiner mehr? Und andererseits mittlerweile bin ich tatsächlich so weit, dass ich sage, es ist total großartig. Also ich genieße das, auch auf dieser anderen Augenhöhe mit den Kindern zu sprechen. Ja, das ist toll. Weil es sind auf einmal so richtige Gespräche. Es ist halt wirklich was anderes, als mit einem kleinen Kind darüber zu sprechen, wer es im Kindergarten geärgert hat. Das ist natürlich auch wertvoll. Aber es ist halt wirklich eine ganz andere Art von Gespräch, die man führt. Also wir führen auch sehr viel politische Gespräche. Und dann merkt man... Da ist ja gerade viel zu diskutieren. Da gibt es viel zu diskutieren, genau. Und man merkt aber einfach, was die Kinder dann so beschäftigt. Und das finde ich total klasse und dadurch ist der Schmerz tatsächlich nicht mehr ganz so groß, wie er am Anfang war. Ja, also ich hatte das eher letztes Jahr so, dass es wirklich wie so ein Liebeskummer war und das war dann so, ja, so. Und jetzt ist es so, dass ich immer nur denke, oh Gott, jetzt ist 14, nächstes Jahr ist 15. Ich denke immer auf so, wie viel Sommerurlaube wird ja noch mitkommen. Ich bin damals mit 15 das letzte Mal mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren. Das ist mir letztens eingefallen. Ja, und ich war auch super früh, super selbstständig. Also wenn ich jetzt immer dann denke, was ich mit 14. Also, dass ich immer. Aber ich glaube, es ist auch einfach so ein bisschen, dass man das ein bisschen auf sich zukommt. Klar werden die ihre eigenen Sachen machen. Aber ich glaube im Sommerurlaub, weil das ist auch so ein Ritual. Wir fahren immer an die gleiche Stelle. Das ist auch für die so, das sind Sommerferien. Das gehört so mit dazu. Oder sie kommen dann temporär mit dazu. Aber so 14, dann denkt man ja, okay, in vier Jahren ist er einfach schon feurig und das geht ja, wir wissen ja, wie schnell. Das habe ich auch letztens wieder in vier Jahren seinen Führerschein. Er hat jetzt gesagt, er will für den Führerschein sparen. Und ich so, Gott, und was ist denn in den letzten Jahren, vier Jahren passiert, wie schnell die einfach vergangen sind? Und dann denke ich so, Gott, wenn die nächsten vier auch so schnell vergehen. Das überkommt einen dann manchmal richtig in so einer Welle, finde ich. Ja, aber es sind so diese kleinen, also ich habe es immer so kurz so und dann genieße ich umso mehr so diese Momente, die du jetzt auch gerade so oft beschrieben hast, so einfach nur im Auto sitzen und ich hole ihn einfach ab und gar nicht, dass wir unbedingt viel sprechen, so dieses Zeit so mal zu haben, so, ah, du bist einfach da. Aber ich habe das ganz oft so und ich weiß nicht, was du da alles recherchiert hast, so dass ich so dieses habe, ich will aber Zeit, dass ich wirklich immer so den Kontakt so suche und mich immer dann so, okay, der macht jetzt einfach sein Ding. Ich finde es auch toll, ich bin auch total stolz, weil er ist super selbstorganisiert, er sucht sich raus, wo er mit dem Zug nach A nach B kommt und so finde ich immer alles toll, aber ich merke so, ich bin jetzt so ein bisschen überflüssig. Ja, das denke ich auch manchmal. Also der ist ja auch in vielen Sachen, was mit Handy und so, ist der ja viel, viel fitter als ich und man muss auf einmal nichts mehr erklären und der erklärt einem dann was und ist dann genervt, wenn man das so langsam versteht. dann fühlt man sich dann ja schon so ein bisschen alt. Und letztens hat er irgendwie zu mir gesagt, nee Mama, also du darfst das so und so nicht machen, das machen nur Boomer. Und dann habe ich gedacht so, Gott, nein, ich möchte das nicht sein. Und mein Sohn sagt das zu mir, aber irgendwie ist es, finde ich das auch sehr schön, weil wir haben jetzt so eine ganz andere Art, miteinander auch Witze zu machen und uns ja gegenseitig aufzuziehen, ohne dass wir dabei böse sind. Und das ist ja irgendwie auch eine Form von Nähe. Und ich finde, Das ist ja was, was man dann ja auch im Erwachsenenalter einfach beibehalten kann. Und vielleicht müssen wir jetzt einfach anfangen, so neue Rituale und Insiderwitze und solche Sachen zu kreieren. Wie war so die andere Seite? Der Papa oder deine? Ja, das ist ja bei uns so, dass, da ich ja getrennt lebe, sind die Kinder nur jedes zweite Wochenende beim Papa. Das ist schon eine frühere Abnabelung. Ja, ich glaube, die war eigentlich schon mit der Trennung. Von daher ist es ja auch tatsächlich so, dass Männer... Ich wünschte ja, es wäre anders. Ich wünschte ja, wir wären irgendwie mittlerweile gesellschaftlich weiter, dass wir einfach sagen können, ja die Väter haben ja 50 Prozent an der ganzen Care-Arbeit und Kindererziehung, aber es ist ja einfach nicht so. Es mag vielleicht in einigen Bubbles so sein, aber die Statistiken sprechen da ja leider eine völlig eindeutige Sprache und es bewegt sich ja auch wirklich nur in Minischritten. Und deshalb ist es einfach so, dass es in der Mehrheit natürlich die Mütter sind, die jetzt gerade in diesem Moment mit den pubertierenden Kindern diesen Abnabelungsprozess haben. Also und natürlich gibt es auch Väter, die das beschäftigt. Ich weiß, dass es auch viele Väter gibt, die erst in dem Moment, wo die Pubertät kommt und auf einmal merken so, ups, bald ist das ja nicht mehr so und ich verliere da ja was. Und vielleicht dieses Gefühl ist, habe ich was verpasst, war ich vielleicht doch nicht präsent genug. Also bei denen ist es dann eher so dieses, oh ich muss jetzt irgendwie was nachholen. Von daher ist es, natürlich gibt es das auch bei Vätern, dieses, was dann später Empty-Nest-Syndrom heißt. Aber dieses Enge und dieses sich immer kümmern müssen, das ist natürlich in der Mehrheit bei den Müttern. Du hast es gerade angesprochen, was versteht man unter Empty-Nest-Syndrom? Ja, das ist tatsächlich Empty Nest. Also wenn die Kinder pflücke sind und wegfliegen und man sitzt da in dem näheren Nest. Meinst du, deshalb kriegt man viele Kinder, damit das Nest immer ein bisschen voll bleibt? Damit es ein bisschen voll bleibt, genau. Aber es ist tatsächlich so, dass es natürlich nicht bei jedem ist und dass es unterschiedlich ist. Aber dass gerade wenn man natürlich das Kind immer so der Lebensmittelpunkt war und der ist dann weg, dann fällt ja eine große Aufgabe weg, die man einfach hatte. Und das ist dann so dieses Empty Nest, dieses im leeren Nest sitzen und sich so ein bisschen fragen, was fange ich jetzt eigentlich so mit mir an? Und das ist ja auch das, was ich in diesem Buch schreibe und wo ich auch versucht habe, ganz viele Tipps zu recherchieren. Wie man dem einmal vorbeugen kann, dass man nicht wirklich alleine da sitzt. Wie man dem MTN-Syndrom vorbeugen kann. Genau, also je früher man anfängt einfach zu sagen, ich habe neben meinen Kindern auch immer mein eigenes Leben, desto weniger schmerzhaft ist es dann auch einfach, weil man hat ja was, worauf man dann auch zurückgreifen kann. Und es vor allem so als Chance zu sehen. Also ich gewinne jetzt Freiheiten auch wieder für mich. Ich kann mich beruflich neu orientieren. Ich kann mich privat neue Hobbys ausprobieren. Was ganz wichtig ist, sich auch in einer Partnerschaft neu zu orientieren. Also es gibt ja zwei Trennungspiks. Das eine ist kurz, der eine Peak ist kurz nach der Geburt und der andere ist halt kurz, nachdem die Kinder ausziehen. Also immer wenn halt große Veränderungen anstehen. Und deshalb ist es auch da halt so wichtig, dass man frühzeitig anfängt, mit dem Partner auch ein Partnerschaftsleben aufzubauen, Und was sich nicht nur um Alltagsorganisationen dreht. Weil wenn die dann wegfällt, dann stellt man vielleicht auch fest, oh, wir haben uns eigentlich nichts mehr zu sagen, außer wer holt die Kinder wo ab. Also diese ganzen Sachen. Und ich bin eine ganz große Verfechterin davon, Dinge immer als große Chance zu sehen. Und wir können jetzt einfach alles nochmal auf neu stellen und neu anfangen. Und auch beruflich kann man ja auch mit Mitte 40, das ist ja meistens das Alter, zumindest im statistischen Durchschnitt, Kann man ja nochmal neu durchstarten zum Beispiel. In zehn Jahren ist es dann ein bisschen zu spät. Also von daher. Ja, aber da ist es ja auch ganz wichtig, was du davor angesprochen hast, dass wir eigentlich dieses System ja aufbrechen, dass die hundertprozentige Care-Arbeit bei uns Frauen liegt. Auf jeden Fall. Wenn man sich sozusagen sehr darauf fokussiert, was ja ein wichtiger Job ist und es ist auch ein Fulte in Job, Care Arbeit, Organisation eines Familienlebens. Wenn Mütter da sozusagen viele, viele Jahre sind, das ist natürlich einfach die Aufgabe einfach und dann ist man raus aus dem Beruf. Man hat irgendwie keine, ja also man hat einfach an dem Beruf nicht weiter, ist auch schwierig wieder reinzukommen. Also das ist schon einfach, finde ich, ein sehr, sehr großes Thema. Genau. Und da kann man ja dann so Stück für Stück, wenn man merkt, die Kinder brauchen mich weniger, das dann auch zum Beispiel nutzen. Also dass man dann sagt, okay, ich habe jetzt in der Woche ein bisschen mehr Zeit, weil ich muss das Kind nicht mehr zum Fußball fahren, weil es mit dem Fahrrad alleine fahren kann. Das ist ja ein unglaublicher Zeitgegen, wenn diese Wege wegfallen, weil die Kinder selbstständig werden. Dass man dann sagt, okay, ich nutze das, natürlich kann man es nutzen, mit einer Freundin einen Kaffee trinken zu gehen oder Yoga zu machen, aber vielleicht auch, um nochmal eine Fortbildung zu machen, die ich immer machen wollte und lauter so Sachen oder ich arbeite einfach zwei Stunden länger und kriege mit meinen Kollegen auch die Mittagspause mit, wo ja auch inoffiziell dann irgendwelche Projekte besprochen werden und das ist ja auch wichtig. Total wichtig, um dann zu sagen, ich möchte beruflich vielleicht auch mich nochmal weiterentwickeln und so weiter. Also ich finde es immer total wichtig, sich zu überlegen, wo will ich eigentlich hin? Das ist ein bisschen wie so eine Bestandsaufnahme. Ich bin jetzt sozusagen, muss man ja leider sagen, in der Mitte meines Lebens und ich kann jetzt aber nochmal neu aufbrechen. Genau so wie mein Kind. Es finde ich ganz schön, mein Kind bricht auf in eine neue Welt und ich kann es aber auch nochmal. Und das kann man ja auch dann vielleicht so gemeinsam machen, zusammen mit dem Hormonumstellungschaos. Das auf jeden Fall. Das ist so ein bisschen wie, man vergleicht das ja auch bei, wenn man Mutter wird, sozusagen die Muttertät ist ja ähnlich wie die Pubertät. Das ist ja auch so ein Umbruch, hast du ja auch gerade gesagt, es ist einfach sehr viel im Gehirn passiert. Wo ich nochmal gerne drauf freuen will, weil du dich einfach so viel jetzt damit beschäftigt hast, ist so dieses Thema Freiraum. Du hast es vorhin beschrieben mit der Leitplanke, wir haben die Autobahn, dass wir Kinder sozusagen auf der Fahrbahn haben und wir sind links und rechts da, um sie sozusagen aufzufangen und auch wieder auf ihre gerade Spur zu bringen. Aber ich finde es auch manchmal gar nicht so einfach, wie viel Freiraum und freie Entscheidung ist gut und wie viel Grenze ist doch noch in dieser sehr sensiblen Phase, dieser Anpassung. Und die Pubertät einfach ist eigentlich, also ich glaube, es ist auch individuell. Ja klar, auf jeden Fall. Aber trotzdem finde ich es voll schwierig so und ist, glaube ich, auch eine Frage, die sich viele Eltern stellen. Also das ist ja auch so ein bisschen so ausprobieren, wie weit kann ich mein Kind gehen lassen Und Kinder probieren ja auch aus, die wollen ja auch immer austesten, wie sind jetzt eigentlich die Grenzen und kann man die Grenzen vielleicht ein bisschen ausdehnen, so ganz praktisch gesagt bei der Zeit, wann man abends nach Hause kommen muss oder solche Diskussionen. Und ich finde es schon gut, den Kindern da auch so ein bisschen immer wieder diese Grenzen für sie auszudehnen. Weil irgendwann sollen sie ja alleine klarkommen in der Welt. Und das ist natürlich individuell. Und manchmal stellt man dann auch fest, okay, es funktioniert einfach noch nicht. Wir gehen jetzt nochmal wieder einen Schritt zurück und sind da vielleicht so ein bisschen strenger und so. Aber was halt total wichtig ist, ist glaube ich so diese Grundüberzeugung. Wir müssen wirklich flexibel sein. Wir müssen gucken, wie entwickeln sich die Freunde von meinem Kind, wie entwickelt sich mein Kind. Und da uns auch immer so ein bisschen anpassen, wie sich das gerade ändert. Und das ist immer so schwierig zu sagen, es gibt jetzt so Pauschalempfehlungen. Das ist ja genauso wie bei der Handyzeit, was für das eine Kind eine halbe Stunde ist, für manche Kinder viel zu viel und für andere Kinder, die verkraften das halt viel besser. Und deshalb, ich denke mal, wir kennen unsere Kinder selber einfach am besten und wir sollten da so ein bisschen gucken, wie viel können wir ihnen zutrauen. Und ich glaube, wir können ihnen mehr zutrauen, als wir ganz oft denken. Also das ist, was ich so festgestellt habe mit meinen drei Kindern, dass sie meistens immer viel mehr können, als wir vorher gedacht haben. Was das Thema so Suchtmittel ist? Das finde ich tatsächlich total schwierig irgendwie. Also ich finde, das ist etwas, was man wirklich frühzeitig mit den Kindern auch bereden sollte, solange sie noch zugänglich sind. Das ist so auch wie das ganze Thema Sexualität. Das sollte man mit Kindern vor der Pubertät besprechen, solange es ihnen noch nicht peinlich ist. Man kann das nicht mit einem 14-Jährigen besprechen. Also der hat mir letztens irgendwie erzählt, sie hat einen Sexualkunde in der Schule und so. Und dann habe ich ihn auch nur gefragt, hattet ihr auch Verhütungsmittel und Krankheiten? Dann hat er gesagt, ja. Und dann habe ich gesagt, hast du alles verstanden? Er hat gesagt, ja. Und dann war das Thema auch okay. Und ich merkte auch, der will nicht mehr besprechen und ich wollte ihn dann auch nicht bedrängen. Also ich habe das früher auch nicht mit meinen Eltern besprochen. Also man hatte dann so seine Quellen und ich habe gedacht, okay, sie hatten es in der Schule. Und dann ist gut, dann dränge ich mich auch nicht auf. Und ich finde, das sollten wir immer gucken, wie offen sind unsere Kinder da und was wollen sie mit uns besprechen und was wollen sie vielleicht mit Chat-GPT besprechen. Das ist ja auch so, was ja mittlerweile irgendwie ein Gesprächspartner ist für die Kinder. Und mit Suchtmitteln ist es so ein bisschen dasselbe. Ich glaube, es ist wie beim Handy, wenn du es komplett verbietest und verteufelst, werden sie es irgendwie ausprobieren. Und wenn sie 16 sind und es dürfen zu sagen, also ich habe mit meinen Eltern zusammen auch mit 16 zum ersten Mal Wein getrunken. Ich hatte da schon vorher welchen getrunken, das wussten sie aber nicht. Aber mit 16 haben sie gesagt, jetzt bist du 16, jetzt probieren wir das mal zusammen aus und eigentlich fand ich das von meinen Eltern auch total cool. Dass ich das dann mal ausprobiere und einfach, dass sie mir auch dieses Vertrauen dann letztlich geschenkt haben und ich finde immer Dinge total zu verteufeln und als ganz schlecht und böse darzustellen, das führt halt eher dazu, dass es erst recht attraktiv ist und Ich denke halt, da macht Wissen auch ganz oft Macht. Ich glaube, Aufklärung über Suchtmittel ist total wichtig. Ich habe eher so das Gefühl, dass zum Beispiel Alkohol, was für mich einfach schon schwierig ist, wird ja eher so verharmlost. Und gerade von unserer Generation davor, dass er muss jetzt mal ein Bier trinken oder er muss jetzt mal irgendwie so... Dem Alter. Da muss man mal anstoßen. Und da finde ich eher, also das ist mein Empfinden gerade so, so dass die Jugend sozusagen, also bei uns war jetzt gerade in der Schule eine Suchtexpertin, die die halt super gut aufgeklärt hat. Was macht Alkohol? Was macht der im Blut? Wie verträgt sich? Warum tragen es einige Menschen besser als andere und so? Hat er uns einen ewigen Vortrag gebracht. Das fand ich total spannend, aber einfach auch zu verstehen, wie das so funktioniert, als das zu verharmlosen. Also ich habe jetzt nicht gleich an so harte Drogen, sondern wirklich an die... Also ich glaube auch tatsächlich, wenn man darüber redet und wenn man auch mal sagt, dass es halt nicht nur lustig ist, Alkohol zu trinken. Und da kann man ja auch von selber erzählen, wie man als Jugendlicher kotzend in der Ecke lag, dass es halt einfach auch nicht schön ist. Und das den Kindern dann auch mal zu erzählen, du, es lohnt sich eigentlich nicht, das auszuprobieren. Es fühlt sich an, als ob du ganz doll krank bist. Das macht ja auch was. Und ich finde immer, wenn man dann auch ein bisschen selber erzählt, ich war auch nicht immer die Bravste und sowas. Nein. Das ist tatsächlich nicht. Sowas ist tatsächlich, dass das ja auch wieder so ein bisschen mehr so diese Augenhöhe ist. Oh, meine Eltern nehmen mich ernst und die wollen mit mir darüber sprechen. Aber ich finde, das ist tatsächlich auch so ein Thema, so eine Sorge, die immer bleibt. Und was da ein bisschen hilft, ist auch der Blick in die Statistik. In den meisten Fällen geht es ja tatsächlich gut. Und ich glaube, fast jeder Jugendliche probiert irgendwann mal aus, wie viel Alkohol vertrage ich eigentlich oder kifft auch mal. Mittlerweile ist es dann ja auch sogar legal, da müssen wir uns auch nicht mal ganz so viele Sorgen machen, dass sie dann von der Polizei aufgegabelt werden. Ich glaube, die probieren das irgendwann mal aus und denen dann irgendwie zu sagen, du darfst das auf keinen Fall mit diesem ganz großen Tabu, das macht es, glaube ich, interessanter, als wenn man einfach sagt, ja, das ist da, das ist nicht so wirklich gut. Und dann ist es, glaube ich, ein bisschen einfacher für die nicht zu sagen, ich will das jetzt unbedingt. Hast du strikte Verbote? Gibt es für euch so richtig so sagen, das ist jetzt hier wirklich einfach eine Sache, die ist einfach. Also wir haben ein bisschen den Umgangston, wie wir miteinander umgehen wollen. Also das ist jetzt nicht unbedingt, dass ich sage, ich verbiete es dir, aber ich will schon, dass wir Bitte und Danke sagen und dass wir, wenn jemand nach Hause kommt, Hallo sagt, da bin ich und nicht einfach wortlos in sein Zimmer spaziert und dass man Fremden gegenüber einfach nett und höflich ist. Also ich finde sowas, aber ich habe tatsächlich kein komplett strenges Verbot. Also ich musste es bisher auch nicht anwenden. Also sogar, ich werde ja sogar gefragt, was für Apps runtergeladen werden dürfen und ob er sich ein Computerspiel kaufen kann und so. Vielleicht kann ich mich da auch sehr glücklich schätzen, aber das wäre vielleicht was, was ich sagen würde. Du darfst dir nicht einfach irgendwas, irgendeine App kaufen, ohne mich zu fragen, ob es okay ist. Denkst du, also wie war es so, wenn du jetzt so rückblickend bist, war es am Anfang sehr intensiv und jetzt also diese Zeit, also ich glaube das hilft einfach immer so Eltern, also diese Zeiten, wenn man Babys geboren hat und die ersten drei Jahre, was möchtest du diesen Eltern sagen? Also ich finde ja immer, wenn man weiß, dass es den meisten so geht und die Zeit war so anstrengend und ich kann nur sagen, im Rückblick ist es so schnell vergangen und allein, wenn ich daran denke, so dieses erste halbe Jahr, also meine Kinder haben alle drei, ich habe die sehr lange gestillt und die haben aber alle drei, ich glaube ein halbes Jahr lang, komplett nie durchgeschlafen und wirklich, ich musste die immer im, ich glaube zwei Stunden Takt mindestens stillen und diese ganzen Nächte. Aber im Rückblick ist das irgendwie so ein Wimpernschlag. Es ist halt einfach... Doch einfach nur eine ganz kurze Zeit. Und in diesem Moment, wenn man da total kaputt ist und denkt, das hört nie auf, dann kann ich nur sagen, es hört auf. Und die Natur ist so gnädig, dass man im Rückblick vieles einfach auch sehr verklärt. Sonst hätte ich wahrscheinlich auch nicht drei Kinder gekriegt. Weil man vieles ja irgendwie dann auch wieder vergisst und dass es wirklich besser wird. Also dass diese Zeit, wo man sich wieder mehr auf sich selber besinnen kann, die kommt einfach wieder und man sollte dann auch die Augen offen halten und offen dafür sein, für diese kleinen Momente, die schleichen sich ja so ein, wo man diese Freiheiten einfach hat. Oh, mein Kind bleibt zum ersten Mal alleine auf dem Kindergeburtstag und ich habe dann jetzt die drei Stunden, die es auf dem Kindergeburtstag ist, für mich, dass man das auch erkennt und sagt so, hey, das ist jetzt voll das Geschenk, was ich für mich einfach habe. Und genau, diese Momente werden dann immer mehr. Und das einfach als Geschenk zu sehen und das hilft ja gerade in dieser Zeit, wo man so furchtbar beansprucht ist, hilft es zu wissen, es ist eine Phase und es geht vorbei. Also ich werde irgendwann auch wieder für mich sorgen können. Hast du so das Gefühl gerade so, dass man irgendwas tun kann, dass sie immer wieder kommen? Ich glaube, oder woran liegt es, dass sie nicht kommen? Ich glaube, das Wichtigste ist tatsächlich dieses Vertrauen und das Wichtigste, dass sie wiederkommen, ist, dass wir sie auch überhaupt loslassen. Also so ein bisschen wie so ein Boomerang, den du wegwirfst und der kommt dann, wenn du gut werfen kannst, kommt er optimalerweise auch wieder. Und ich glaube, wir müssen ihnen diese Chance geben, dass wir sie loslassen und dass sie ihre eigenen Wege gehen dürfen, damit sie auch zurückkommen können. Denn wenn wir sie zu sehr festhalten, laufen wir ja irgendwie die Gefahr, dass sie sich dann mit Gewalt befreien wollen, um dann so ein Bild zu bauen und dann vielleicht auch nicht wiederkommen. Also ich finde immer so, wir sollten uns immer fragen, wenn ich mal 60, 70 bin, möchte ich dann, dass meine Kinder so aus Pflichtgefühl immer sonntags zum Kaffee kommen? Weil wir müssen jetzt die Oma besuchen und alle haben gar keinen Bock zur Oma zu fahren, weil Oma ist ein bisschen komisch und nervig. Möchte ich das oder möchte ich einfach, dass meine Kinder mich anrufen, weil sie gerade mit mir reden wollen, weil sie Lust drauf haben und vorbeikommen, weil es einfach schön ist und ich finde, das sollten wir uns einfach fragen und dann gucken, was können wir tun, damit es dann auch das Bild ist. Also ich will nicht, dass meine Kinder nur aus Pflichtgefühl bei mir sind. Ja, das ist schön. Wenn du jetzt einen letzten Ratschlag an uns Eltern mitgeben könntest, welcher wäre das? Und gut, durch diesen sehr, ja, ich finde es schon schmerzhaft, aber es ist ein intensiver Prozess, also hat man so viele Jahre so ganz intensiv und dann geht es auf einmal so schnell. Es geht ja wirklich schnell. Also ich fühle mich manchmal so wie in so einer Achterbahn, die immer schneller geht und frage mich, wo sind die letzten Jahre? Und ich glaube, Also wenn man noch jüngere Kinder hat, die noch nicht in der Vorpubertät sind. Kann ich nur den Rat geben, fangt früh an, euch euer eigenes Leben nicht, man sollte sein eigenes Leben sowieso nie weggeben. Man fällt so leicht da rein, weil man ja so intensiv gebraucht wird, aber man sollte immer sein eigenes Leben behalten. Und es ist vielleicht am Anfang nur ganz klein und man kann seinen eigenen Bereich immer weiter ausweiten, aber das ist total wichtig, dass man das immer hat, damit es einfach nicht so weh tut. Und man weiß, ich habe ja immer noch mich. Und ich finde dieses Bild ganz schön. Wenn die Kinder klein sind, haben wir ständig was in den Händen und wir haben unsere Kinder an den Händen und dann sind die Kinder weg und dann haben wir die Hände frei. Und dann können wir unseren Kaffee tragen oder wir können uns selber umarmen. Wir haben die Hände wieder frei für uns. Und darauf sollten wir tatsächlich den Fokus lenken, auf die Sachen, auf die Chancen. Und dann gleichzeitig, wenn unsere Kinder sehen, hey, Mama kann sich ja super um sich selber kümmern und Mama geht es auch gut, dann haben sie auch nicht so dieses schlechte Gewissen, sondern dann kommen sie aus freien Stücken zu uns und nicht nur, weil sie das schlechte Gewissen haben. Und wir müssen uns jetzt auch mal um Mama kümmern. Und wenn wir eins nicht machen sollten, dann unseren Kindern ein schlechtes Gewissen machen. Weil das für die Beziehung einfach nicht gut ist. Also das finde ich einfach so total wichtig, dass wir uns das immer wieder vergegenwärtigen. Vielen Dank. Ja, sehr gerne. Für dieses schöne Gespräch mit dir und diesen wichtigen Prozess. Und ja, ihr könnt das Buch jetzt im Handel erhalten. Also das ist ein ganz tolles Buch. Ich habe noch nicht ganz durchgelesen, aber ich habe sehr viel quer gelesen und ich habe sehr viele Tränen vergossen. Ich habe es halt immer so abends und nachts und dann, ja genau so ist es, genau so ist es und so fühlt es sich gerade an. Ich habe tatsächlich neben den vielen Tipps ja auch versucht, einfach viel von meinen persönlichen Gedanken reinzuschreiben. Ich finde immer, wenn man… Sieht man es nicht alleine mit seinen Gefühlen, dann ist es ja schon mal ein bisschen erleichternd. Ja, es ist so schön geschrieben und es liest sich einfach total gut und man fühlt sich so wieder und wenn ihr gerade auch in diese Phase jetzt so langsam kommt, ist es einfach auch schon sehr gut, es vorbereitend zu tun. Ich erlebe es ja jetzt auch schon zum zweiten Mal und es wird auch mit keinem Kind irgendwie weniger, also anders. So beim ersten finde ich immer noch, so ging es mir jetzt gerade, das erste ist ja schon immer noch so, das hat dich zur Mutter gemacht, das ist so dein Ernst ist so die ganzen so, man wird vielleicht ein bisschen routinierter, aber es ist immer wieder dieser Ablagerungsprozess und dieses Loslassen und dieses Ziehen lassen und du hast es eben so schön gesagt, dass es so wichtig ist, sie loszulassen, damit sie einfach so wieder zu dir zurückkommen, ohne dass sie das Gefühl haben, sie müssen und sie sollen sich ja frei entfalten können und das hast du so schön gesagt und deshalb kann ich euch das wirklich sehr empfehlen, da reinzulesen. Ich höre jetzt auf, sonst weine ich gleich wieder. Vielen Dank für deine Zeit, Nathalie. War sehr schön mit dir. Danke. Danke. Und jetzt kommt nochmal mein Mythencheck heute. Und der Mythos ist, wenn Kinder ausziehen, sinkt das Wohlbefinden der Eltern langfristig. Und das stimmt wirklich nur so halb, weil wenn Kinder ausziehen, sind die Auswirkungen meist ziemlich komplex. Der Auszug eines Kindes kann in der Anfangszeit tatsächlich dazu führen, dass Eltern sich unglücklicher fühlen, vor allem wenn es das erste Kind ist oder also wenn man noch nie diese Erfahrung gemacht hat oder die Eltern in traditionellen Rollenmustern leben, also der Mann arbeitet, die Frau hat sich ihr Leben lang um die Familie gekümmert, um das Kind. Andere Studien zeigen aber auch, dass das Wohlbefinden langfristig steigen kann. Das liegt daran, dass mit dem Auszug der Kinder der tägliche Stress wie Konflikte, Haushaltsverpflichtungen und die Verantwortung für die Betreuung oft einfach wegfällt. Gleichzeitig bleibt aber der soziale Kontakt zu den Kindern bestehen, was den Eltern ja auch so emotionalen Halt gibt. Und diese neu gewohnte Freiheit und die Zeit für sich selbst können zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens führen. In vielen Fällen berichten Eltern sogar von einer positiven Veränderung in ihrer Partnerschaft und einem erfüllten Alltag, weil sie mehr Zeit für ihre eigenen Interessen und Aktivitäten haben. Insgesamt zeigt die Forschung also, dass der Auszug von Kindern nicht pauschal was Schlechtes für Eltern sein muss, Denn wir haben ja auch noch ein Leben danach. Und das hat ja auch Nathalie eben so schön beschrieben, dass es total wichtig ist, dass wir von Anfang an, wenn wir Eltern werden, sozusagen auch immer noch unser eigenes Leben haben, damit wir danach genau das nicht haben. Unser Wohlbefinden sinkt, sondern dass wir dann einfach weiter mit unseren Themen machen. Ich danke euch, dass ihr zugehört habt, dass ihr die Folge vielleicht auch weiterleitet an Menschen, die sich vielleicht gerade in der Phase befinden. Und ich freue mich natürlich auch, wenn ihr sie bewertet. Und wir hören uns einfach nächsten Donnerstag mit einer neuen Folge Sounds Familia. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Music. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Fey.