Music. Ihr Lieben, es ist Donnerstag und es gibt endlich eine neue Folge Sounds Familie. Und ich sage es jetzt gleich zu Beginn, ich bin zwar eine alte Häsin im Podcast-Business, aber mein neues Baby, hier dieser Eltern-Podcast, der braucht immer ein bisschen Unterstützung. Und deshalb freue ich mich natürlich, wenn euch die Folge gefallen hat, fünf Sterne schenkt und ihn auch abonniert. Und heute ist eine Folge, würde ich sechs Sterne geben, weil ich habe eine ganz tolle Gästin hier mir gegenüber sitzen schon. Und ich freue mich, dass sie so spontan Zeit hatte, weil sie hat nämlich ein neues Buch geschrieben, was ich weiß nicht, die Folge ist jetzt rausgekommen und dann ist es, als wir hier sind, wenn wir jetzt gerade sitzen, in diesem Moment ist das Buch noch nicht da, ihr könnt es vorbestellen, aber ich glaube, wenn die Folge rauskommt, dann könnt ihr es jetzt schon alle gleich shoppen. Ab 15.07. Du bist noch gar nicht da. Wir machen heute alles anders. Ihr habt sie gerade schon gehört, ihre Stimme, wer hat sie erkannt? Ich habe heute Elisabeth Koblitz bei mir zu Besuch. Wir kennen uns ganz lange schon über Instagram Freundinnen. Ja, wirklich. Elisabeth ist Journalistin und vor allen Dingen hat sie einen neuen Begriff erschaffen. Sie ist die News-Influencerin und so habe ich sie kennengelernt. Ich habe endlich wieder Lust an Nachrichten bekommen, um mich weiterzubilden und das ist auf deinem Account gewesen und jetzt hast du ein tolles Buch für uns geschrieben, für uns Eltern, aber alle haben Smartphone-Mama. So, das ist der Titel, super. Genau, schön, dass du da bist. ich freue mich heute über dieses wichtige Thema mit dir zu reden und ich habe gelesen oder gehört, ich glaube im Podcast gehört, dass du das Buch ja eigentlich für dich geschrieben hast, weil du bist natürlich auch Mutter von drei Kindern und deine älteste Tochter ist jetzt gerade in diesem Alter, wo dieses Thema, Mama, alle haben schon ein Smartphone. Erstmal danke für die Einladung. Ja, herzlich willkommen, Elisabeth. Ja, genau. Also du hast das auch richtig vorgetragen. Es ist so dieses, aber alle haben ein Smartphone. Ich glaube, alle Eltern kennen diesen Satz. Und genau wie du bin ich ja schon seit Jahren auf Instagram aktiv. Ich glaube jetzt fast zehn Jahre. Also heißt, ich kenne die Welt ganz, ganz gut. Das war auch so eine Frage nach dem Motto, aber du bist doch schon Expertin. Warum schreibst du jetzt darüber ein Buch? Ich habe gesagt, ich glaube gerade, weil ich die Welt sehr gut kenne. Und ich will die auch nicht von vornherein verteufeln, denn genau wie du, weiß auch ich, das kann auch eine Welt voller Inspiration sein, ein kreativer Ort, auch ein Ort des Austausches. Aber ich weiß eben auch, er kann ganz schnell sehr düster werden. Gerade auch du als Journalistin und weißt ja auch, die sich mit den aktuellen Nachrichten befassen, wo unterscheide ich jetzt, was richtig und was falsch ist. ist das natürlich ein Feld. Und ich glaube, Instagram hat sich in den letzten zehn Jahren, so wie du angefangen hast, ich weiß auch noch, dass du das auch immer wieder berichtigst, dass du ja für viele, also wir haben jetzt nur eine Stunde Zeit, deshalb ich könnte mich mit Elisabeth jetzt auch drei Stunden unterhalten, weil sie war viele Jahre im Ausland. Du hast deine ganzen Kinder in Amerika bekommen. Darüber habe ich dich kennengelernt. Du hast über. Die Wahlkämpfe in Amerika, darüber habe ich dich kennengelernt, berichtet und hast uns aufgeklärt, wie das da funktioniert und hast uns mitgenommen in deine Welt. Du hast ein Washington gelebt. Und du bist jetzt sozusagen ein bisschen auch zu Instagram gekommen, weil du dich. Deutschland auch vermisst hast und wie deutsche Mütter sind, weil das natürlich ein ganz anderes System ist, in Amerika Kinder zu bekommen. Und hast dann ja sozusagen deinen Beruf als gelernte Journalistin, bist ja mit einer anderen Intention da reingegangen. Und dann hast du gemerkt, so, ach, ja. Ja, du, ganz privat habe ich da angefangen. Das war eben vor zehn Jahren so eine schöne heile Welt, sage ich immer. Wir erinnern uns Avocado Toast und Interior, die schwarz-weißen Kinderzimmer, die in waren und habe gemerkt, wow, hier sind viele Leute, auch viele deutsche Leute und hier sind vielleicht auch die, die wir mit dem klassischen Fernsehen, also ich war dort als Producerin, als Freelance-Producerin beim ZDF, nicht unbedingt erreichen. Und ich habe wirklich aus Spaß in dieser Zeit, wo ich meine drei Kinder dort bekommen habe, angefangen, über politische Themen zu berichten. Und habe gemerkt, da ist ein Need. Also Instagram war ja noch total unpolitisch. Also es gab, glaube ich, als ich angefangen habe, noch nicht mal einen Account der Tagesschau dort. Ja, so fing das alles an und das Interesse wuchs, ich glaube, spätestens als ein gewisser Donald Trump das erste Mal verkündet hat, dass er Präsident werden würde. Da hattest du zu tun. Da hatte ich zu tun und dann kamen auch immer mehr vor allen Dingen Mütter, was ich richtig toll fand, auf meinen Kanal und haben mir gesagt, erzähl doch mal, was ist denn da bei euch in Crazy Washington los? Dann wurde es immer mehr und mehr und mehr und auch meine Arbeit intensiver und irgendwann habe ich mich damit selbstständig gemacht und dem Ganzen auch einen Begriff gegeben, nämlich Newsfluencerin. Und wie du sagst, genau, also ich setze mich viel mit der Realität der Welt auseinander, eben auch mit viel Grausamen. Und ich weiß eben auch, also beispielsweise, ich meine, die Welt ist ja immer verrückter geworden, diese Gleichzeitigkeit der Krisen, Stichwort Gaza-Krieg. Also wenn ich darüber berichte, sehe ich auch, dass mein Algorithmus mir... Ich sage mal, Inhalte anzeigt, die mich als erwachsene Frau in den Schlaf verfolgen. Und ich habe mir immer vorgestellt, mein Gott, was soll das erst mit meinen Kindern machen? Und ich hatte echt Panik. Also ich hatte richtig Angst davor, dass ich meine Kinder eines Tages in diese Welt entlasse. Und deswegen, wie das so ist als Journalistin, wenn man viele Fragen hat, will man auch antworten. Und dann habe ich mich auf eine Reise begeben, eine sehr intensive Reise, war in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, habe mit vielen Kinder- und Jugendpsychologen und Psychiatern gesprochen, war an Schulen, habe mit Lehrkräften gesprochen, mit Eltern, mit Kinder und Jugendlichen und war in Dänemark und Irland, weil es da auch ganz spannende Ansätze gibt. Also nochmal ganz kurz vorweg, ich packe euch alle Infos zu Elisabeth natürlich in die Shownotes, aber ich informiere mich heute noch jede Woche mit dir, weil du hast ein Medium geschaffen, was gerade für Mütter oder Eltern allgemein, die wenig Zeit haben, dass man irgendwie aktuell bleibt. Also jede Woche kriege ich eine E-Mail von Elisabeth. Du hast auch eine App, wo du einfach die wichtigsten Sachen der Woche zusammenfasst. Das Musiversum. Das Musiversum. Und ich finde auch immer so, wenn ich irgendwie zu Themen Fragen habe, ich gucke immer auf deine Seite. Also das ist so, für mich bist du eine sichere Quelle, die für uns sozusagen aussieht. Was ist fake? Wo kann ich? Das freut mich. Weil das ist ja gerade aktuell einfach in den, wir haben ja die Politik ist einfach gerade, oh Gott, man weiß ja gar nicht, also jeden Tag mittlerweile ist man ja schon Und so, es schockt einen ja gar nicht mehr, was es so für Nachrichten kommt. Man fragt sich auch manchmal, also so geht es mir auch, bei echten Schlagzeilen muss ich erstmal checken, ist das jetzt echt oder nicht. Genau, also das dazu, aber das sollte jetzt nicht heute unser Thema sein, aber ich finde es halt total wichtig. Und jetzt mich interessiert, du hast dieses Buch geschrieben und wie lange hast du als Journalistin recherchiert? Also wie lange hat diese Reise gedauert und ja, also wie kam es dazu, weil hat deine Tochter jetzt auch gefragt, wann sie denn ein Smartphone bekommt? Also ich habe schon, ja, das ist so ein fließender Übergang. Als Journalistin ist dieses Thema natürlich immer relevant für mich gewesen, auch weil ich auf diesen Plattformen aktiv bin. Aber eben auch, also meine Kinder sind jetzt im Grundschulalter, die älteste ist zehn. Und ich habe mich für dieses Thema einfach sehr interessiert und viele Artikel gelesen, viele Fachzeitschriften, habe zugehört, was sagt der Hirnforscher, was sagt die Psychologin und Psychiaterin. Und deswegen würde ich sagen, diese Reise begann eigentlich im Prinzip, ja, seitdem meine Tochter klein ist, würde ich sagen, weil mir klar war. Irgendwann wird dieses Thema für mich relevant. Ich habe es am Anfang versucht zu verdrängen, aber es wurde ja mehr statt weniger. Und da war für mich klar, das Thema, das hat mich so gefesselt, das war so vor anderthalb Jahren, dass ich gedacht habe, darüber würde ich gerne ein Buch schreiben. Also weil meine Ressourcen sind auch begrenzt. Ich kann ja nicht aus privatem Interesse laufend irgendwie Experten fragen. Und das liebe ich also an meinem Job als Journalistin, dass ich ja quasi all die Leute treffen darf, die viel mehr wissen als ich und dass ich alle Fragen stellen darf und eben wirklich Einblicke in dieses Thema bekomme und irgendwann selbst zur Expertin werde. Und dann kam tatsächlich, wie das so ist im Leben, meine Lektorin auf mich zu und hat gesagt, hallo, ich bin Julia vom Rowold Verlag. Frau Kublitz, wollen Sie nicht ein Buch schreiben? Und ich muss sagen, ich hatte immer... Wann haben die denn gleich an das Thema... Nein. Nein. Ich wollte gerade sagen, weil die wollten ja wahrscheinlich eher... Genau. Und ich hatte schon zwei, drei Anfragen in der Vergangenheit von Verlagen, habe immer abgelehnt, weil ich... A, Respekt vor dieser Aufgabe hatte und B, noch nie nicht so ein Thema gefunden habe, wo ich dachte, da kann ich mich jetzt ein Jahr wirklich intensiv mit auseinandersetzen. Und wie gesagt, vor anderthalb Jahren hatte ich dieses Thema auf dem Schirm und ich habe immer mehr gelesen, Podcasts gehört und dachte, boah, das lässt mich nicht los, da will ich noch mehr erfahren. Und dann kam diese Anfrage und dann habe ich mich mit ihr getroffen und sie meint, und ich habe ihr auch geschrieben, ich habe eine Idee. Ich habe eine Buchidee. Ja, dann habe ich ihr das vorgeschlagen. Ich glaube, sie war auch überrascht erst mal, weil sie wahrscheinlich dachte, da kommt jetzt irgendwie ein politisches Thema. Aber, und das habe ich während dieser Recherchereise gemerkt, es ist ein hochpolitisches Thema. Smartphones, Social Media, da kommen wir mit Sicherheit nochmal drauf zu sprechen. Naja und dann wie das so ist ich musste dann erstmal ein Exposé schreiben und dann wurde das im Verlag besprochen und dann habe ich die Nachricht bekommen das machen wir und ja seitdem habe ich geschrieben, das war vor etwas über einem Jahr. Wahnsinn, aber auch schnell bei so einem Thema ist es glaube ich aber auch wichtig, dass man schneller schreibt, weil es ist ja wahrscheinlich wahr, dass es so schnelllebig schnelllebig, was sagen die Hirnforscher das ist ja so, da warst du im UKE ne? Ne, das Das war bei einer Psychiaterin. Im Prinzip wollte ich ja erst mal, ich weiß nicht, wie es dir bei dem Thema ging oder geht. Ich habe zum einen eine Verunsicherung gespürt, zum anderen fand ich so diese öffentliche Debatte darüber manchmal schwierig, weil das immer so ein Schwarz-Weiß-Denken war. Und ich weiß nicht, ob du das Buch Jonathan Haidt gelesen hast, Generation Angst. Das war, glaube ich, vor etwas mehr als einem Jahr kam das auch hier nach Deutschland. Hat Riesenaufmerksamkeit bekommen. Ich habe mir es natürlich auch gekauft, weil ich eben schon total drin war in diesem Thema. Ich hatte richtig Angst. Also der spricht im Prinzip davon. Dass es ein Ende der spielbasierten Kindheit gibt, dass eine neue Verdrahtung in den Gehirnen der Kinder stattgefunden hat, hin zur Smartphone-basierten Kindheit. Aber er hat das so drastisch dargestellt, dass mir das als Mutter Angst gemacht hat und ich muss das Buch zur Seite legen. Und ich wollte eben jetzt für meine Recherche da wirklich einen nüchternen Blick drauf werfen. Was sagen denn die Fakten? Was sagen denn die Studien? Und eins vorab, es gibt Studien darüber, aber es sind natürlich noch wenige Studien, was auch total logisch ist, denn das ist einfach noch ein sehr neues Phänomen. Also das erste Smartphone ist 2007 auf den Markt gekommen. Social Media kam erst danach, so in der Form, in der wir es auch kennen. Das heißt, die Langzeitfolgen kann man erst jetzt so langsam absehen. Und das finde ich dann aber manchmal auch ein schwieriges Argument von Leuten, die das manchmal so ein bisschen zu dramatisch finden, die dann sagen, naja, aber das sind ja nur erste Studien und das stimmt auch. Teilweise sind auch die Forschungsgruppe sozusagen nicht groß. Aber ich kann sagen, alles, also ob der Hirnforscher, also alle Experten, die sich mit dem Thema befassen, also sowohl in der Psychologie als auch, ich hatte auch eine ganz spannende Person interviewt, die sich an der Schnittstelle zwischen Demokratie und KI forscht. Und ich habe alle Experten gefragt, wann würdet ihr denn euren Kindern ein iPhone oder ein Smartphone geben? Und alle, die wirklich, die quasi auch die Jugendlichen dann bei sich auf der Station haben, Ja, sagen so spät wie möglich. Also, ich glaube, wir alle haben ein Smartphone, wir alle sind auf Social Media, wir alle fühlen, was das mit uns macht. Auf jeden Fall. Dass wir davon nicht loskommen, dass wir häufiger rangehen, als wir überhaupt wollen, dass wir abgelenkt sind. Es ist ein Automatismus, wenn du dein Handy in die Hand nimmst, also gerade wenn man auch damit arbeitet. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir ist es so, auch wenn ich recherchiere und schreibe, dieser unterbewusste Griff zum Smartphone, ich möchte irgendwas recherchieren und ups, war ich doch eine halbe Stunde auf Instagram. Ja und es geht ja so schnell. Du bist ja so schnell in diesen, also man muss sich ja wirklich einfach stoppen. Man muss sich stoppen. Und diese Kontrolle darüber zu haben ist natürlich, wenn man ein Kind ist, nochmal das andere und schwupps sind zwei Stunden rum. Genau und warum ist das bei Kindern so? Und da kommen wir jetzt zur Hirnforschung. Das liegt daran, dass das kindliche Gehirn noch nicht so weit entwickelt ist. Ganz einfach. Dieser präfrontale Kortex, das ist der Bereich, der für Impulskontrolle, Selbstregulation zuständig ist. Das merken wir ja auch so. Genau, eben dafür. Deswegen sind Jugendliche, wie sie sind. Das ist voll in Ordnung. Und sie können im Prinzip nichts dafür, dass sie einfach Spaß spielen und diese kurzfristige Bestätigung gut finden. Das liegt einfach daran, dass sie gar nicht anders können. Das ist ja irgendwie auch beruhigend, das zu wissen. So, aber wir wissen das. Das sagt die Hirnforschung. Die kindlichen und jugendlichen Gehirne sind noch nicht so weit entwickelt. Tatsächlich dieser Bereich, den ich gerade beschrieben habe, erst mit Anfang, Mitte 20. Aber dann kannst du ja nicht erst dann ein Smartphone bekommen. Nein, nein, nein, nein, nein, nein. Ich bin jetzt bespann. Aber, ähm, Das ist quasi das, was im Kopf passiert. Dann hast du dieses Ding und die Apps, die ja darauf aus sind, dass wir maximal gebunden werden. Also sie haben nichts anderes. Sie wurden dazu entwickelt, dass wir möglichst viel Zeit da verbringen. Ja, und vor allen Dingen auch der Algorithmus. Smartphone ist ja nicht gleich Smartphone. Darüber reden wir ja auch gleich noch über soziale Medien. Genau. Und dass die dann so gepolt sind, dass sie genau das immer einspielen, wofür sich das Kind interessiert. Und das hält dich ja noch länger dran. Das ist ja einfach so schon gruselig. Genau. Das merkt man ja selber. Wenn du dich jetzt gerade irgendwie mit Blutzucker beschäftigst oder so, dann kriegst du ja nicht. Oder mit gesunder Ernährung, dann kriegst du ja ein Rezept nach dem nächsten, wo du mal denkst, okay, speichere ich mir ab, das mache ich, das Eis und so. Es ist so verrückt. Ich habe das gemerkt bei Spitzkohl. Da hatte ich irgendwann so ein Spitzkohlrezept abgespeichert und dann wurden mir lauter Spitzkohlrezepte gezeigt. Ich dachte, krass, ist das jetzt das neue Trend-Gemüse? Und es stellte sich dann heraus, nee, ist es nicht, weil ich dann irgendwie meine Freundin gefragt habe. Und es war eben mein Algorithmus, der mir das angezeigt hat und das ist natürlich jetzt nur ein harmloses Beispiel. Ja, Spitzkohl ist nicht so gefährlich. Nee, Spitzkür ist nicht so gefährlich, aber es sind eben auch diese Sucht für, diese Dark Patterns, da gibt es einen Begriff für, die im Hintergrund laufen, die dafür sorgen, dass wir eben an diesen Geräten sein wollen. Also das kennst du bestimmt auch. Bist du schon mal bei Instagram am Ende deines Feeds gekommen? Wahrscheinlich nicht. Da kommen immer mehr Inhalte. Oder die Videos. Es gibt doch gar kein Ende. Nee, genau. Der endlose Feed. Das hält dich, weil du immer neue Sachen siehst. Oder dieses, dass Videos automatisch abgespielt werden. Also dir wird die Entscheidung genommen, ob du überhaupt das Video sehen möchtest. Sondern es wird einfach abgespielt. Aber die haben jetzt gesagt, so spät wie möglich. Aber was heißt das? Ja, ich weiß. Was heißt das? Du merkst, ich bin... Nein, das ist so schwierig, weil ich glaube halt auch, das Buch, was du geschrieben hast, ich habe es natürlich gehört, ich habe es nicht selber gelesen, mein Mann hat es gelesen, aber so dieses so, Und das Extreme ist halt auch immer ein Problem. Unsere Kinder werden in einer digitalen Welt groß werden und diesen Mittelweg zu finden, aber sie auch hin dazu erziehen, dass sie empathische Menschen waren und sich eben nicht komplett durch Geräte steuern. Das ist ganz wichtig. Verbieten ist ja in allem. Ich kenne das noch aus meiner eigenen Schulzeit. Ich hatte eine Mitschülerin, die durfte halt keine Süßigkeiten, kein Fernsehen. Die war eigentlich die Extremste. Genau. Also mit Verboten kommt man nicht weit aus unterschiedlichen Gründen. Also erstens, ich gebe dir total recht, wir leben in einer digitalen Welt. Unsere Kinder werden damit groß werden und vor allen Dingen, sie müssen sich ja auch damit zurechtfinden. Und ein richtiger Umgang mit diesen Geräten muss erlernt werden. Also Medienkompetenz stellt sich nicht von alleine ein. Und deswegen bin ich auch kein Fan von Verboten und zu sagen, also meine Kinder haben auch Medienzeit. Aber es geht darum, das begleitet zu machen. Und es kommt, da spielen so viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Also wie ist der Charakter deines Kindes? Es kann sein, dass sogar ein Sechsjähriger nach 20 Minuten Medienzeit überreizt ist, während ein anderer Sechsjähriger, Eine Dreiviertelstunde, Stunde gut mitmacht und danach ausgeglichen ist. Also es kommt wirklich, es gibt ja so Empfehlungen auch, von denen halte ich auch gar nicht so viel, weil es im Prinzip uns Eltern nicht von unserer Erziehungsaufgabe befreit. Also wir müssen selber gucken, was passt zu uns, zu unserem Kind. Wann passt Medienzeit? Aber ich glaube, wir können uns alle darauf einigen, dass es keine gute Idee ist, ein Kleinkind drei Stunden lang unbegleitet YouTube gucken zu lassen. Ja, und dann kommt es auch darauf an, was passiert noch in dem Leben des Kindes? Also hat es Hobbys? Hat es Freundschaften im gleichen Alter? Hat es emotional verfügbare Eltern? Was passiert nach der Medienzeit? Also das sind so alles Faktoren, die ganz, ganz wichtig sind und eine grundlegende Rolle spielen. Und das haben sozusagen die Forscher gesagt, dass es natürlich, sie sagen, so spät wie möglich, aber genau hinzugucken, was die Kinder mitbringen. Also so spät wie möglich, da sprechen wir auch eher von Social Media, also von dem Social Media, wie es jetzt ist. Also wir sprechen ja auch häufig gerade vom Social Media Verbot bis 16. Konnte ich auch ganz, ich glaube, diese Frage habe ich mit als letztes für mein Buch beantwortet, weil ich beiden Seiten etwas abgewinnen konnte und weil ich eigentlich auch gegen Verbote bin. Aber... Ich sage aktuell, dass Social Media, so wie wir es kennen, ja, also ich war in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, da war ein Patient, der in die Depression abgerutscht ist, der selbst sagt, und ich habe mit seinem Arzt gesprochen, dass Social Media die Symptome verstärkt hat. Also es ist eben häufig so, wir müssen vor allen Dingen an die vulnerablen Kinder denken. Das sind nicht nur die, die aus Elternhäusern kommen, da sprechen wir bestimmt auch gleich noch drüber, Denn ich finde auch dieses Thema Medienkompetenz ist ein Thema der Privilegien. Es gibt eben Eltern, die haben gar keine Kapazitäten, sich damit auseinanderzusetzen. Also an diese Kinder müssen wir denken. Aber mit Vulnerablen meine ich auch im Prinzip alle Jugendlichen, die in so einer fragilen Lebensphase sind, wo sie selbst noch keine eigene Stimme gefunden haben. Wir wissen das selber, wir waren selber mal in dem Alter. Und da kann es einfach immer mal passieren, dass irgendwas passiert. Wie bei dem Jungen. Dem ging es schlecht. Der hat sich zurückgezogen, war dann natürlich mehr auf Social Media unterwegs und hat dann entsprechenden Content geliked. Weiß ich nicht, wo Jugendliche gesagt haben, wie schlecht die Welt ist und wie schlecht es ihnen geht. Das hat der Algorithmus registriert und hat ihm dann entsprechenden Content ausgespielt. Und das Gefühl bei dem Jungen war dann, oh mein Gott, die ganze Welt ist traurig. Alles um mich herum ist aussichtslos. Und deshalb hat Social Media diese Krankheitssymptome verstärkt. Das ist ein Problem. Dann werden unsere Kinder nicht ausreichend geschützt vor Kriminellen, Stichwort Cyber-Grooming, also dass ältere Menschen, das müssen übrigens nicht nur Erwachsene sein, das können auch ältere Minderjährige sein. Also ein 17-Jähriger kann auch einer 10-Jährigen schreiben, kannst du mir mal ein Nacktfoto schicken. Also die bleiben viel zu häufig unentdeckt, weil der Staat im Prinzip den digitalen Raum aufgegeben hat. Es gibt keine Online-Wache, solche Dinge gibt es nicht, die wir aus dem realen Leben kennen. Und deshalb... Sage ich, dass Social Media, das, was wir jetzt kennen, ist kein Ort für junge Kinder. Nee. So. Wie ist es mit dem eigenen Smartphone? Mein Ansatz ist zu sagen, die Grundschulzeit ist das perfekte Alter, um unsere Kinder fit zu machen für die digitale Welt. Also wo man eben einen... Also wir oder auch die Aufgabe der Schule. Also ich meine, wenn ich dir jetzt so zuhöre, dann ist es ja auch so, eigentlich muss ich ja erstmal selber eine Medienkompetenz entwickeln. Also ich als Eltern. Also wenn ich mir überlege, ich bin Hebamme, ich betreue Familien, du weißt, wie anstrengend diese Anfangszeit ist, was man da alles lernen muss. Also Eltern sein ist ja ein stetiger Prozess des Lernens. Und dann brauche ich ja auch ein Angebot. Also wenn ich mich nicht selber gerade wirklich damit auseinandersetze, dann bin ich ja auch verloren. Das heißt, Medienkompetenz ist ja schon auch eine, finde ich, eine Sache, die nicht nur die Familien betrifft, sondern eigentlich auch die Gesellschaft. Also es sollte ein politisches Thema, wie du es vorhin angesprochen hast, werden. Also fangen wir da an. Ja, dann fangen wir da mal an. Also ich wurde richtig wütend während der Recherche, denn ich habe ja das Buch geschrieben als Mutter, weil ich mich überfordert gefühlt habe. Und während, ich habe mit einem ganz tollen Cyberkriminologen gesprochen, also ich habe gemerkt, was ist der Status Quo und habe gedacht, wow, die Politik macht uns weiß, das ist eine private Sache. Also wir Eltern sind für die Medienkompetenz unserer Kinder verantwortlich. Und an manchen Schulen hatte ich auch den Eindruck, als sehen das viele so. Ich will da aber auch den Lehrkräften überhaupt keinen Vorwurf machen, denn der Staat muss die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass Medienkompetenz auf allen Ebenen stattfindet. Es muss eigentlich ein Unterrichtsfach werden. Es muss ein verpflichtendes Unterrichtsfach werden ab Klasse 1, denn aktuell kommt das irgendwie noch on top dazu. Es hängt so ein bisschen davon ab, ob du an einer Schule bist, wo es irgendwie Lehrkräfte gibt, die sich engagieren. Das kommt dann immer noch on top dazu. Das darf nicht sein, weil dadurch ganz, ganz viele Kinder durchs Raster fallen. Es muss ein verpflichtendes Fach sein. Aber dafür müssen ja Studiengänge, also ein Lehramtsstudiengang muss ja irgendwie auch umgestellt werden, die müssen ja auch das lernen. Also es ist ja nicht so, dass du, es gibt ja Sachen, du hast jetzt selber recherchiert, über ein Jahr dein Buch geschrieben, weil du dich selber unsicher gefühlt hast, aber wenn wir das Feld jetzt von hinten aufrollen, dann ist es ja so, dass wir eigentlich schon das Lehramt studieren müssen. Absolut. Ich meine, das ist ja eh überfühlt, dass es da ein bisschen eine Reform kommen sollte. Da haben wir ja viele tolle auch Bildungsaktivisten, die sagen, so kann es einfach nicht weitergehen. Das ist ein wichtiger Bereich, also so Medienkompetenz. Und ich glaube, die Medienkompetenz, wenn du sagst, es sollte ein verpflichtendes Unterrichtsfach sein, sollte es genauso Schulung für Eltern geben. Ja, genau. Und das ist eben die nächste Frage. Also ich habe jetzt dieses Buch geschrieben, aber ich sage mal, das lesen wahrscheinlich Leute, die so wie ich eine verunsicherte Mama oder Papa sind und sich proaktiv damit auseinandersetzen wollen. Aber diese Eltern haben das Privileg, dass sie die Zeit haben, sich damit auseinanderzusetzen. Also wir müssen uns einfach mal vergegenwärtigen. Medienkompetenz ist im Prinzip Teil der Care-Arbeit. Und wie wir leider alle wissen, Care-Arbeit wird von der Politik immer noch nicht als echte Arbeit honoriert. Das passiert, so wird angenommen, irgendwie hinter verschlossenen Türen und freiwillig. Hinzu kommt, dass diese Arbeit hauptsächlich von Frauen traditionell ja übernommen wird, freiwillig häufig im Ehrenamt. Und was bei diesem Thema auch noch dazu kommt, dass sich Familienkonstellationen verändert haben. Also viel mehr Frauen, was ja gut ist, arbeiten. Aber das bedeutet, dass immer weniger Zeit für Care-Arbeit ist, wo eben auch Medienkompetenz dazu gehört. Und die Politik muss endlich verstehen, dass Care-Arbeit eine Investition in und für unsere Gesellschaft ist und dass Medienkompetenz genau das Gleiche ist. Und wenn wir wollen, dass die Generation unserer Kinder, und da gibt es wahnsinnig viele Probleme, ich meine, das ist ein großes Feld von zu wenig psychologischer Hilfe, also wie lange muss man auf einen Platz warten, wenn sie nicht anerkennt, dass das ein gesamtgesellschaftliches Thema ist, dann haben wir ein Problem. Und da gehört auch die Frage dazu, wie erreichen wir denn die Eltern, die nicht Kapazitäten haben, mein Buch zu lesen oder freiwillig noch an solchen Abenden teilnehmen können. Da habe ich auch viele Experten gehört oder dazu gefragt. Eine Idee wäre, das fand ich ganz spannend, dahin zu gehen, wo die meisten Leute sind. Also zum Beispiel, das war, glaube ich, eine Idee vom Cyberkriminologen Dr. Thomas Gabriel Rüdiger. Und der hatte die Idee, dass man zum Beispiel auf Netflix, also auf den Streaming-Plattformen, einfach so kleine Einspielfilme macht. Also, dass dieses Thema einfach ins Bewusstsein rückt. Denn viele, die sich noch nicht damit auseinandergesetzt haben oder nicht so wie wir beide aktiv auf Social Media sind, die machen sich keine Vorstellung davon, wie die digitale Realität der Kinder aussieht. Denn die unterscheidet sich einfach grundlegend von unserer. Und mein Instagram-Feed sieht ganz anders aus oder TikTok-Feed als das Feed von einer Zwölfjährigen, die gerade mit dem Körper unzufrieden ist. Zwölfjähriger, du hast gerade angesprochen, Social-Media-Verbot ja sozusagen. Also zwölf Jahre sehe ich gar nicht auf Social-Media. Passiert aber viel zu häufig. Interessanterweise, ich glaube, das wissen auch die wenigsten, die meisten Social-Media-Plattformen sind ja auch erst ab 13. Und das wäre auch mein Appell. Also ich weiß, 16... Aber die melden sich ja trotzdem einfach an. Genau. 16 ist total schwierig durchzuhalten. Aber wenigstens zu warten, bis die Kinder in dem Alter sind, wo es offiziell erlaubt ist. Und wenn wir vom Social-Media-Verbot oder bis 16 sprechen, gehört halt auch dazu, dass es eine echte Altersverifikation gibt. Also das, was aktuell gilt, das ist ja ein Witz. Ja, total. Also das kann sich ja jeder anmelden. Da muss man ja nicht viel können. Aber um nochmal zurückzukommen, ihr habt jetzt die Rundschulzeit, wir waren beim Smartphone, Social Media ist ein Extrathema, aber so ein Smartphone, wann würdest du das jetzt sozusagen nach deinem Buch, Also wann würdest du das jetzt deiner Tochter kaufen? Also ich bin gespannt, ob ich es durchhalte. Aber was hast du dir jetzt? Also ich habe mir überlegt, so mit 13, 14, 8. Klasse. Aber sie wird jetzt mit der 5. Klasse ein stinknormales Handy bekommen. Also so mit SIM-Karte, ohne Kamera. Mit SIM-Karte. Ohne Kamera? Weiß ich noch nicht. Ach, mit Kamera ist schon in Ordnung. wenn du keinen Internetzugang hast. Einfach, dass sie sich alleine verabreden kann, SMS schreiben kann, so. Aber was dann, SMS oder auch? Ja, SMS. Also kein WhatsApp. WhatsApp wird auch von vielen unterschätzt. Ja, weil da gibt es ja diese ganzen anderen Chats noch, die man so abonnieren kann. Genau. Und viele Eltern denken, naja, WhatsApp, was ist denn da dabei? Wir alle nutzen WhatsApp, um irgendwie unser Leben und das der Kinder zu organisieren. Aber es sind wirklich diese bescheuerten Gruppenchats. Egal ob Klassenchat oder Freundinnenchats. Ich habe da wirklich... Okay, wir müssen uns jetzt hier... Also du hast dir jetzt überlegt, 13, 14 Smartphone, das heißt Zugang mit Internet. Und vorher kriegt sie jetzt einfach ein Handy... Ein ganz normales Handy. Was ist ein ganz normales Handy? Also Nokia 3310. Gibt es noch. Ja, solche Handys gibt es noch. Kann man die noch kaufen oder hast du die noch in deiner Schublade? Nein, die kann man doch kaufen. Wirklich? Die sind auch ganz günstig. Okay. Sodass sie dann einfach über... Und dann, wie ist das denn? Guck mal, siehst du, über Nachrichten. Also okay, iMessage ist für mich Nachrichten. Nee, SMS schickst du dann. Okay, und ja. Du siehst, ich bin schon... Weißt du, ich denke dann auch... Also ich fühle dich total und ich fühle auch den Zwiespalt. Und ganz oft sagen dann Eltern, ja, aber ich will ja nicht, dass mein Kind zum Außenseiter wird. Und das ist auch das Hauptargument, wenn wir mal ehrlich sind, warum wir unserem Kind in der fünften Klasse ein eigenes Smartphone geben, weil alle anderen eins haben, weil wir nicht wollen, dass unser Kind zum Außenseiter wird. Und ich denke nach allem, was ich jetzt gelernt habe, warum akzeptieren wir den Status Quo? Also so wie sich irgendwie eingeschlichen hat, dass immer jüngere Kinder ein eigenes Smartphone haben. Innerhalb von wenigen Jahren ist das ja so, diese Entwicklung. Warum können wir nicht einfach sagen, Fakten vor Gefühl, nach allem, was Psychiater, Psychologen, Hirnforschung, you name it sagen, lasst uns doch Bande bilden. Lasst uns doch, und da sind wir wieder bei dem Thema, im eigenen Wirkungskreis gucken, was kann ich verändern. Und das fängt schon damit an, dass man einfach mal... Ja, da müsst ihr sicher alle Elternbanden bilden und dann hassen uns erstmal alle Kinder. Bin ich mir gar nicht so sicher. Ich glaube, das ist eher leichter. Also wenn ich jetzt mich mit den Eltern meiner, warte mal, mit den Eltern der Freundin meiner Tochter mal unterhalte und frage, wie macht ihr das? Und ich meine, jeder kann es ja machen, wie er will. Aber dass man da einfach mal anspricht und sagt, Mensch, irgendwie fühlt sich das für mich nicht gut an. Wie fühlt sich das für dich an? Also ich kann ja nur für mich jetzt persönlich als Mutter sprechen. Also meine Kinder, meine ältesten Kinder sind ja 14 und 12 und die haben beide ein Smartphone. Der Große hat das bekommen mit 12 und die Kleine, also die ein Jahr und neun Monate Jünger ist, die hat natürlich das R bekommen, weil er musste dafür kämpfen so. Und wir haben eine, also wir haben schon da so, wir sind da schon sehr kontrolliert, also mein Mann kann alles steuern, everything. Ist das Werbung, wenn ich das jetzt sage? Also Ohana ist so, ich weiß nicht, ob du die kennst, so, dass wir wirklich so, die haben Bildschirmzeit, also die Handys sind auch einfach aus, die haben für gewisse Sachen, die haben WhatsApp, aber die haben sie auch nur eine bestimmte Zeit, also dass sie da nicht so und ich glaube, dass wir sie sehr aufgeklärt haben, was auch diese ganzen Shats, weil ich glaube diese offenen Tabs, also diese 100, so dieses immer denken, ich sage auch immer zu meinen Kindern, ihr müsst auch nicht immer alles beantworten. Dieser soziale Druck. Dieser soziale Druck, ich muss jetzt sofort, ich muss jetzt erstmal antworten. Ich sage, nee, also ich muss ja nicht immer erreicht werden. Also auch so Notifications zum Beispiel ausstellen. Oder diese Lesebestätigung, die nehmen auch ganz viel Druck. Also da gibt es schon Wege. Ich weiß ja auch nicht, ob ich es durchhalte. Das sage ich auch ganz oft. Aber das ist jetzt so gerade dein... Das ist so mein Gefühl. Also das ist im Prinzip das, was... Und was sagt sie? Sie findet das okay. Meine Tochter, meinst du? Ja, die findet das okay. Sie findet das noch okay. Und es gibt dann ja auch so, man kann ja dann, wenn man entscheidet, das Smartphone in das Leben des Kindes zu holen. Im besten Fall hat ja davor die... Gespräche haben stattgefunden, dass man über die Gefahren aufklärt, dass man klar macht, recht am eigenen Bild, also dass man auch über Sexting, also es ist ja ganz normal, dass sich Kinder oder nicht Kinder, Jugendliche Nacktfotos von sich schicken. Also, dass man da auch bespricht, was für Regeln gibt es zum Beispiel, dass man am besten, wenn man irgendwie explizite Sachen seinem Freund schickt oder seiner besten Freundin, dass man nicht das Gesicht sieht, dass man nicht das Kinderzimmer im Hintergrund sieht. Also da gibt es schon ja auch Wege, aber dass man das einfach mal besprochen hat. Aber ich kann einfach sagen, ich habe Geschichten gehört mit eigenen Ohren und das macht dann nochmal was ganz anderes mit dir, wo eine beste Freundin 13 Jahre ihrer 13-jährigen Freundin ein Oben ohne Bild geschickt hat, weil sie ihre Brüste vergleichen wollten. Dann haben die sich gestritten und dann hat die beste Freundin dieses Foto in den Klassenchat gepostet. Und das ist nicht nur eine Geschichte, die ich einmal gehört habe, sondern auch an anderen Schulen. Ich war an einer Realschule, das hat mir der Schulleiter erzählt, ähnlicher Fall. Die Beschädigte wurde dann so aus dem sozialen Kontext gerissen. Die war eine totale Außenseiterin, die wurde richtig gemobbt, sodass sie die Schule wechseln musste. Keine zwei Wochen später tauchte dieses Bild an der neuen Schule auf. Solche Geschichten, ich habe mit Mobbing-Opfern gesprochen, die jetzt junge Erwachsene sind, also die erste Generation, die mit Handys aufgewachsen ist, sind ja jetzt so Anfang 20, die ein, zwei Therapien machen mussten, um sich davon zu erholen. Also das ist einfach ganz wichtig, dass man das weiß und dass man das mit den eigenen Kindern vorher bespricht, damit dein Kind nicht Opfer wird, aber damit es auch nicht Täter wird. Ja, was ist jetzt nach deiner Recherche, wie lernen Kinder am besten mit dem Netz umzugehen? Was kannst du meinen Hörerinnen und Hörern an die Hand geben? Wie geht man am besten damit um? Also klare Leitplanken. Ich finde schon, dass es einfach, was ihr ja auch im Prinzip macht, klare Medienzeiten, dass man vorher schon mal bespricht, wann ist es in Ordnung, wann kommt das Smartphone wieder ins Wohnzimmer. Also das ist ja auch so eine einfache Regel, die Smartphones gehören nicht ins Zimmer, ins Kinderzimmer und schon gar nicht über Nacht. Dass man vielleicht auch sowas vereinbart wie, hey morgens, wenn wir uns fertig machen, der erste Blick sollte nicht ins Smartphone gehen, sondern wir machen uns in Ruhe fertig und dann hast du am Nachmittag, nachdem du alles gemacht hast, deine Hausaufgaben für die Schule gelernt, deine Hobbys, hast du so und so viel Zeit, um an deinem Handy zu sein. Dann finde ich auch ganz wichtig, so ein Heranführen. Also dann nicht, wenn es dann irgendwann zum Smartphone kommt, nicht alles auf einmal, sondern beispielsweise ... Den Algorithmus trainieren, das hatte mir Nora Imlau als Tipp mitgegeben, die ich auch interviewt habe. Die hat am Anfang stundenlang und ich meine stundenlang und tagelang den TikTok-Algorithmus ihrer älteren Kinder trainiert. Die haben den trainiert, sodass gute Inhalte angezeigt werden. Und dann wurden aber auch die ersten Monate danach immer wieder kontrolliert, wie sieht denn der Algorithmus aus. Stichwort WhatsApp, dass man zum Beispiel sagt, okay. Was sind die Gefahren bei WhatsApp? Erklär das nochmal ganz kurz. Das sind eben vor allen Dingen diese Chats, also Stichwort dann Mobbing. Klassenchat. Genau, Klassenchat, Freundinnenchat. Aber das Problem an WhatsApp ist im Prinzip, dass es auch eigentlich eine Social Media Plattform ist, weil du dort ja alle Inhalte teilen kannst. Also selbst wenn du deinem Kind nicht erlaubst, auf TikTok zu sein, kann man dort TikToks reinschicken oder YouTube-Videos. Und das sind eben häufig wirklich, das sind teilweise pornografisches Material. Also irgendjemand anderes schickt sozusagen in diesen Chat einen Link von TikTok. Genau. Und dann kannst du dir es angucken über den Browser. Und es ist auch so, dass die allermeisten heutzutage, ich glaube es sind über 60 Prozent der unter 14-Jährigen, haben bereits pornografisches Material gesehen und zwar ohne, dass sie es wollten. Heißt also, bevor dein Kind ein Smartphone bekommt, musst du mit ihm über Pornografie sprechen. Wenn du jetzt denkst, mit meiner elfjährigen Tochter habe ich da noch gar keine Lust zu, dann ist es auch noch nicht bereit für ein Smartphone. Denn es wird das sehen. Alle Kinder und Jugendlichen, die ich interviewt habe, mit denen ich gesprochen habe, haben Dinge gesehen, das kann auch Krieg sein, Enthauptungsvideos, die sie nicht sehen wollten. Und das hat mich auch manchmal schockiert, weil dann manchmal erst bei der Nachfrage denen bewusst wurde, dass sie eigentlich Dinge gesehen haben, die sie nicht sehen wollten. Heißt also, sie haben sich ein Stück weit daran gewöhnt. Und zum Beispiel bei WhatsApp kann man dann sagen, am Anfang mit 13. Okay, du kannst WhatsApp haben, aber ich erlaube dir noch keine Gruppenchats. Sondern dann ist das so eine Einzellein. Ja, aber diese Gruppenschätze, wie du es gerade ansprichst, also ich meine, die haben ja natürlich auch ihre Kommunikation mit ihrer Klasse. Genau, also da kann ich einfach nur aus Erfahrung sprechen, egal ob Schulleiter oder auch Jugendliche, die jetzt so bald, weiß ich nicht, so 17 waren, haben gesagt, am Anfang ging es immer schief. Es ist immer irgendwas passiert. Und was ist dann passiert? Dann hat man angefangen, Regeln aufzustellen. Also zum Beispiel ein 17-Jähriger, In den Gruppenschatz ging was schief. Ja, dass irgendjemand gemobbt wurde aufs Hässlichste, ausgeschlossen wurde. Also dass im Prinzip ja diese Pausenhofstreitigkeiten, die am Vormittag stattfinden, die auch ganz normal sind, die werden halt online weitergeführt. Und gehen bis abends in die Nacht. Und dann ja auch auf einem Niveau. Man kennt es ja selber. Man hat halt einfach, also du bist Creatorin, ich bin Creatorin und man denkt einfach immer, wenn man manche Nachrichten, man hat ja, ich würde mal sagen, in unseren Communities, in denen wir uns bewegen, haben wir sehr viel Positives. Du schreibst über Politik, da setzt du dich wahrscheinlich sehr viel auch mit anderen Meinungen auseinander, die Leute dir zuspielen. Und es ist ja nicht immer so, dass es alles auf Augenhöhe ist oder wo man auch einfach mal denkt, wenn man sich persönlich gegenüber sitzen würde, würde man nie so mit demjenigen sprechen. Also man kriegt ungefiltert eine Meinung aufs Handy geknallt, sagen wir es mal so. Und das nimmt ja diese Hemmschwelle. Also diese Hemmschwelle einfach, dass man einfach in einer persönlichen Situation oder auf dem Schulhof sich vielleicht auch ankackt, soll ich mal sagen würde, aber trotzdem auf eine andere Art und Weise. Also man wird, glaube ich, viel gemeiner. Genau. Und das kann man nicht mehr filtern. Und gerade Kinder und Jugendliche, die sich ja auch den Konsequenzen ihrer Worte auch im Real Life häufig nicht bewusst sind. Ja, also das sind alles so Dinge, die man wissen muss. Und da ist zum Beispiel auch ein Weg, dass man vielleicht, wenn das Kind in die neue Schule kommt, dass man mal fragt, Mensch, wie wollen wir es denn machen? Einen Klassenchat machen? Braucht es das überhaupt? Ja, aber ich finde es wirklich, wirklich schwierig, weil wenn ich jetzt denke, mein Sohn kommt jetzt in die neunte Klasse, ich habe das noch nie, also er hat natürlich einen Klassenchat, also ich habe jetzt noch nie mitgekriegt, dass da ein Mobbing war, so, oder ist, oder aktuell, er erzählt mir ziemlich viel. Deshalb kann ich jetzt sozusagen, ich habe noch keine negativen, was mich jetzt so ein bisschen beunruhigt, was du jetzt sagst mit den pornografischen Sachen, Ich meine, die sind sehr aufgeklärt. Pornografie ist auch ein Thema, über das ich mit ihnen gesprochen habe. Aber das wird ihm ja natürlich begegnet sein. Da wird er mir jetzt nicht gleich gesagt, oh Mama, ich habe jetzt ein pornografisches Video gesehen. Also ich glaube nicht, dass mein 14, fast 15-jähriger Sohn zu mir ankommt und sagt, okay, jetzt habe ich da das gesehen. Das macht mich natürlich auch schon so ein bisschen... Naja, es ist einfach so... Genau, genau. Aber man muss es wissen, man muss vorbereitet sein und einfach in den Austausch zu gehen. Und da gibt es dann ja auch Zwischenlösungen. Zum Beispiel, wenn es unbedingt ein Klassenchat sein muss, kann man doch auch bestimmte Regeln vorher vereinbaren. Aber wer macht die Regeln? Das muss ja eigentlich der Klassenlehrer machen. Genau, wie wäre es denn, wenn man zu Beginn des Schuljahres dann sich mit der Klasse einmal hinsetzt und sagt. Thema Klassenchat, welche Regeln sollen gelten? Am besten erarbeiten das auch die Kinder. Dann wird festgelegt, er hat auch einen Schüler ganz toll beschrieben. Der hat erzählt, dass sie auch so eine Vertrauensperson, da ist es natürlich kein Lehrer, also der Witz liegt ja auch in den Klassenschätzen, dass da keine erwachsene Person dabei ist. In dem Fall haben sie eine Vertrauensperson in der Klasse benannt, die für den Fall, dass es schief geht. Sozusagen Ansprechperson ist und Hilfe holt. Und es kann auch gut gehen, aber man muss bei dem Thema eben proaktiv sein und eben wissen, es kann halt auch gründlich in die Hose gehen und die Die Konsequenzen für die Beschädigten begleiten sie teilweise ein Leben lang. Das ist auf jeden Fall ein guter Impuls. Also würde ich jetzt zum Beispiel gleich sagen, wenn unser Gespräch zu Ende ist, würde ich jetzt meinem Mann sagen, der macht nämlich so diese ganze Kommunikation mit den Lehrern. Das ist auf jeden Fall jetzt, wir haben gerade einen Schulwechsel in Berlin, das ist ja anders als Hamburg. Man wechselt ja oft erst nach der sechsten Klasse. Wir haben jetzt wieder einen Schulwechsel nach der sechsten Klasse, dass man das einfach gleich mal proaktiv den Lehrern schreibt. Ja, absolut. Weil es wird ja einen neuen Klassenchat nach den Sommerferien geben. Genau, ja. Oh mein Gott. Ja, aber es geht wirklich darum, einfach die Realität zu kennen und unser aller Ziel ist es, dass die digitale Welt bestenfalls die Kinder beflügelt und wie gesagt, sich das Beste daraus herausholen, so wie wir es ja auch probieren, aber gleichzeitig eben einfach mal ganz blank drauf gucken, was sind die Risiken und da einfach ins Gespräch gehen. Also wir haben jetzt zusammenfassend nochmal, finde ich ganz gut. Also WhatsApp siehst du als nicht easy, dass man da wirklich einen Blick drauf hat. Den Algorithmus, wenn man dann sozusagen sich schon ab 14, was weiß ich auch immer, für soziale Medien entscheidet, den Algorithmus bespielen. Also wie bespiele ich? Also da muss ich ja die ganze Zeit sozusagen mit dem Kind gemeinsam. Stundenlang dabei sitzen, erstmal überlegen, was für Inhalte möchtest du sehen. Und dann kannst du ja eben steuern und sagen. Bei mir ist Tennis. Ja, okay. Und vielleicht, weiß ich nicht, Tagesschau konnte, dass man da auch, sage ich mal, gute Newsquellen hat. Ja, glaubwürdige Newsquellen. Und das braucht unheimlich viel Zeit, aber ist, glaube ich, eine gute Investition auf jeden Fall. Aber dann auch nicht sagen, so habe ich einmal gemacht, sondern dann auch mit dem Kind in die Kommunikation gehen und sagen, hey, aus den und den Gründen möchte ich die ersten Monate immer noch dabei sein und mir angucken, was wird dir da angezeigt. Ist immer so ein bisschen schwierig, wie haben die Experten, mit denen du gesprochen hast, auch darüber gesprochen, man will ja auch eine gewisse Privatsphäre der Kinder. Und ich finde halt immer so, man neigt ja selber so, also die sollen ja auch sich irgendwie Sachen schreiben und so. Das ist ja einfach wie eine Gratwanderung, finde ich. Willst du ja auch nicht so ein Kontrolletti sein? Nee, stimme ich zu. Ich finde Privatsphäre ist was anderes bei einem elfjährigen Kind oder bei einer 16-Jährigen oder einem 16-Jährigen. der heiße Nachrichten mit der Freundin hin und her schickt. Die muss ich nicht mehr sehen. Und da gibt es auch ganz verschiedene Wege. Also ich kenne Eltern und Jugendliche, wo am Anfang gesagt wurde, okay, du kannst dann mit 13 oder 14 WhatsApp haben. Aber ich möchte immer mal wieder in die Nachrichten reingucken. Bei manchen funktioniert das super. Wieder andere haben erzählt, es hat gar nichts gebracht. Denn oft ist es ja auch so, dass beispielsweise in Klassenchats, wo Mobbing stattfindet, dass die Nachrichten sofort gelöscht werden, sodass man beispielsweise keine Screenshots machen kann. Ja, also auch das ist wieder so ein Thema. Kann gut gehen, kann hilfreich sein und auch nicht. Ja, okay. Ich würde gerne gleich nochmal zu KI gehen, weil das ist auch nochmal so ein großes Thema, mit dem wir uns aber zu den jüngeren Kindern nochmal bewegen. Also du hast jetzt entschieden sozusagen auf ein ganz normales Handy, aber was hast du in deiner Recherche noch so erfahren über so Bildschirme? Du sagst individuell, wir sind fünfmal bei den kleineren, aber das heißt, ich muss immer ganz genau mein Kind angucken bei den kleineren. Also Bildschirmzeit ist es ja auch schon, dass die kleineren Kinder die Smartphones der Eltern besser bedienen können als wir selber. Also die fummeln da ja auch mit rum und so weiter. Bei den kleineren, finde ich, kann man ja sehr genau selektieren, was darf geguckt werden. Und da gibt es ja auch tolle Programme, also was spricht gegen Bobo Siebenschläfer oder solche Sachen. Also das ist mir auch ganz wichtig zu betonen. Ich habe das auch von Anfang an bewusst eingesetzt. Also meine Kinder haben einen Altersabstand von zwei Jahren. Ich war ganz häufig in Amerika mit meiner Zwei-, meiner Vierjährigen und mit meinem Neugeborenen alleine. Abends musste ich das überreizte Baby ins Bett bringen. Was meinst du, was ich dankbar war für Bobo Siebenschläfer oder Peppa Pig? Das habe ich dann angestellt. dann durften die zwei, drei Folgen gucken. Und ich war viel entspannter als Mutter, weil ich mein Baby ins Bett bringen konnte. Also es geht nicht darum, das zu verteufeln, aber es geht um einen bewussten Konsum, einen bewussten Einsatz. Und niemals diese Geräte, das sieht man ja leider auch immer häufiger, als Babysitter oder Nanny verwenden. Oder immer nachgeben, wenn das Kind sagt, oh, mir ist so langweilig, kann ich was gucken? Nein, Langeweile ist was Gutes. Das hat sich irgendwie auch so eingebürgert, dass Langeweile was Schlechtes ist. Das braucht es für die Entwicklung, für kreative Prozesse. Also, dass man da eben von Anfang an bewusst mit umgeht. Finde ich gut, weil dieses komplett raus sehe ich auch immer als schwierig an, so etwas konsequent zu verbieten, wird es ja noch viel interessanter. Ich würde gerne nochmal ein bisschen so auf dieses, weil es geht einfach jetzt eher um die älteren Kinder, dass man da nochmal reingeht. KI ist ja ein großes Thema und vor allen Dingen auch vielleicht auch für Kinder, die sich ja in der normal, also in der richtigen Welt vielleicht auch nicht so öffnen können und nicht so kommunikativ sind. Das ist natürlich ganz gefährlich für solche Kinder in so eine Welt abzurutschen. Du hattest es auch angesprochen im Vorfeld bei mir, was so die empathische KI angeht. Und es gab ja jetzt vor ein paar Wochen einfach einen ganz schlimmen Fall. Ich weiß nicht, Kanada oder Amerika? Amerika. Amerika. Seattle, ne? Die Stadt der Florida. Ich habe auch einen in Seattle. Es gibt mehrere Fälle mittlerweile. Ja, wo sich ein Junge umgebracht hat. Okay, ja. Und da steht es ja auch im Zusammenhang mit so einem... Character AI, mit so einem Chatbot, oder? Chatbot und aber auch, es ging ja bis zurück nach Hamburg. Ach so, den Fall meinst du. Ach ja, okay, White Tiger. Ja, das war Seattle, genau. Ja, das sind diese Suizid-Chatgruppen, auf die spielst du an. Und das waren ja Eltern, die jetzt nicht weit weg von ihrem Kind waren. Nee, genau. Also die ja wirklich, also wenn man sich, ich habe mich so ein bisschen, war mir dann auch zu much, aber du kannst ja vielleicht noch was zu dem Fall sagen. Also es sind ja keine Eltern, die jetzt irgendwie ihr Kind nicht betreut haben. Nee, genau. Also das macht ja noch mehr Angst. Deswegen, es ist, also erst mal, das zeigt uns, es kann jeden treffen, sozusagen. Ja, man fühlt sich immer so sicher. Also mir passiert das echt. Nee, genau. Und deswegen ist es so wichtig, es ist sowieso wichtig, das weißt du besser als ich, weil du schon Kinder in dem Alter hast, Aber dass wir eine gute Beziehung zu unseren Kindern aufbauen und das Fundament musst du eben frühzeitig legen. Dass sie wissen, sie können immer zu dir kommen, wenn sie Probleme in der digitalen Welt haben und in der realen Welt. Und das bedeutet auch, dass du dich bemerkst. Für die digitale Welt deines Kindes interessieren musst. Also bevor du deinem Kind irgendwelche Apps erlaubst, musst du dir die selber runterladen, wenn du sie nicht selber nutzt. Und einfach mal gucken, wie funktionieren die, was gibt es für Risiken und so weiter. Ja, denn genau, es gibt eben ganz, ganz viele schlechte Menschen, die in diesem Fall, den du ansprichst, explizit vulnerable Kinder sucht. Diese Gruppen sind immer noch aktiv. Anfang des Jahres hat Europol auch eine Warnung ausgesprochen für die, also die europäische Polizei sozusagen. Die suchen Kinder und Jugendliche auf Social Media, in Online-Games, aber auch in expliziten Foren, wo es zum Beispiel um das Thema Suizid geht, sprechen die an, versuchen das Vertrauen zu erwerben. Und es ist wirklich eine krankhafte Vorstellung und die haben das Ziel, dass diese Kinder sich vor der Kamera selbst verletzen und bestenfalls in Anführungsstrichen, in dicken Anführungsstrichen, in den Selbstmord treiben. Vielen Dank. Das ist eine Sekte im Prinzip, eine Online-Sekte. Und das ist in diesem Fall passiert. Der Täter saß in Hamburg und ein 13-Jähriger, meine ich war das. Hat sich in Amerika vor laufender Kameras umgebracht. Also da fällt einem nichts mehr zu sein. Und ich habe nur so ein bisschen gelesen zu den Eltern, dass es war halt auch keine einfache Situation. Das war ein Junge, der eigentlich ein Mädchen war und hatte eh Themen und die waren ganz nah dran. Die Mutter ist auch Sozialarbeiterin und so weiter. Also es ist für die einfach ganz schlimm, dass sie einfach eh nicht retten konnten. Und da sieht man einfach, wie tief dieses Loch auch ist, da reinzufallen. Und dass man eben auch ganz feine Antennen braucht für die Kinder. Also wenn man irgendwie merkt, mein Kind zieht sich mehr zurück, redet nicht viel, verbringt immer mehr Zeit an dem Gerät, fängt an, das eigene Leben zu vernachlässigen, will sich nicht mehr mit Freunden treffen. Schmiert in der Schule ab. Das sind alles Warnzeichen, die wir ganz, ganz ernst nehmen müssen. Und ich finde so, ich beschäftige mich ja auch durch meinen Job sehr viel mit so diesen Kleinkinderproblemen. Und ich finde einfach, gerade merke ich so, dass diese Themen ohne Schlaf natürlich auch total anstrengend sind. Aber ich finde, gerade je älter die Kinder werden jetzt gerade, dass das echt eine herausfordernde Zeit ist. Ja, weil die Einflüsse von außen immer größer sind. Ja, und du musst ja selber so viel wissen und die Beziehung und im Gespräch sein. Und gerade von Kindern, die sich jetzt gerade auch in diesem Abnabelungsprozess befinden, der ja auch super wichtig ist, dass man sie ziehen lässt, dass sie sich selber entfalten. Also ich finde es eine unglaubliche Aufgabe. Und deshalb ist natürlich das, was du gemacht hast, einmal ein bisschen an die Hand zu geben. Aber kannst du noch ein bisschen über Cybermobbing so reden? Also wie, also das jetzt gerade, wenn Kinder sich zurückziehen, aber wie kann ich mein Kind davor noch besser schützen? Und Aufklärung? Also ich glaube wirklich Prävention ist das Wichtigste, dass man klar macht, was für Konsequenzen das haben kann. Und dass das im Zweifel auch eine Straftat sein kann. Also nichts, sagen wir auch immer wieder, nichts im Netz bleibt irgendwie ungesehen und es kann auch geahndet werden. Das finde ich ganz, ganz wichtig. Und da müssen wir eben auch in verschiedenen Bereichen schauen, wie das geht. Wie sieht so einen Job von so einem Cyberkrimiologen aus? Der macht alles total spannend, wie er vorgeht. Also er ist mittlerweile auch, glaube ich, nicht mehr in der aktiven Kriminalarbeit drin, sondern bildet andere aus und leistet da wirklich großartige Arbeit. Aber die müssen natürlich auch immer gucken, jetzt auch Stichwort KI, welche neuen Entwicklungen gibt es da und wo entstehen eben neue möglichen Gefahren. Und jetzt bei KI, du hast das ja auch vorhin gefragt, was sind da die Herausforderungen? Und da würde ich sagen, so diese Probleme, die wir gerade schon angerissen haben, werden im Prinzip nochmal aufs nächste Level gehoben. Weil das, was früher galt, also ein Bild war früher ein Beweismittel. Und das gilt heute nicht mehr. Weil man nicht wissen, ob es echt ist. Genau. Also wenn dein Kind in irgendeinem Online-Game mit einem 13-jährigen Jungen chattet und vielleicht Zweifel aufkommt und sagt, bitte schick mir mal ein Bild von dir. Kann er ein Bild schicken und am anderen Ende sitzt aber ein 50-jähriger Typ. Ja. Auch das müssen sie wissen. Dann auch schlimm, ich weiß, wir sprechen gleich auch noch über, wir sind gerade sehr auf der dunklen Seite, Aber die muss man sich einfach einmal angucken. Auch ein ganz schlimmes Thema, da gibt es auch schon Fälle, sind Deepfake Pornos. Also dass zum Beispiel Gesichter von Kindern und Jugendlichen echte genommen werden und eben auf KI-generierte Nacktbilder gesetzt werden. Da gab es einen Fall letztes Jahr in Spanien war das, wo das Jugendliche gemacht haben bei ihren Klassenkameraden und die dann eben ins Netz oder in den Klassenchat geteilt haben. Strafbar. Muss man wissen. Das ist auch KI-generiertes pornografisches Material. Also einfach irgendwo ein Bild ausgeschnitten, das auf andere zusammengebaut und dann gepostet. Ja. Und Stichwort eben empathische KI. Das wird, glaube ich, auch so ein bisschen unterschätzt. Alle können das nachvollziehen, die vielleicht schon mal mit ChatGPT sich ausgetauscht haben, wie unglaublich empathisch die antwortet. Ja, da gibt es ja auch schon so lustige Geschichten, aber irgendwie das, ich habe da auch ein Reel neulich gesehen, wo irgendwie eine Freundin, ihre andere Freundin gefilmt hat, die von ihrem Date ChatGPT erzählt hat und ChatGPT hat total verständnisvoll reagiert und gesagt, ja, das ist wirklich ein Arschloch. Und dann hat sie lachend gesagt, willst du nicht mein Freund sein? Ist ganz nett, aber es passiert eben auch, ja, auch Erwachsenen, aber eben auch Jugendlichen. Also sie hat ChatGPT über diese Situation erzählt. Genau. Genau, und ChatGPT hat total verständnisvoll reagiert und hat gesagt, ja, den kannst du wirklich vergessen und du hast jemand Besseres verdient, du brauchst jemanden, weißt du so, du verstehst mich einfach, willst du nicht mein Freund sein. Aber diese Geschichten gibt es ja wirklich, dass Menschen sich in KI-Charaktere verlieben und auch Beziehungen zu denen führen. Und das müssen wir uns auch einfach vor Augen halten. Das ist ganz... Aber das kann ich so gar nicht nachvollziehen, weil ChatGPT nutzt du ja, um Informationen schnell zu kriegen. Nicht alle. Manche besprechen ihre tiefsten Probleme mit ChatGPT. Auch wenn sie psychische Probleme haben. Wirklich? Ja. Ja, das ist mir, glaube ich, weil ich wahrscheinlich einfach diesen Beruf... Du bist halt auch im echten Leben drin, aber eben die, die einsam sind, die niemanden haben... Wir sprechen das mit ChatGPT. Das ist schon schlimm. So, und die Vorteile? Von was jetzt? Von allem. Okay, also das ist ja auch ein Unterrichtsfach. Also ich meine, Lehrer müssen der Umgang mit ChatGPT, also mit KI im Unterricht wird ja mehr werden. Wie nutze ich sie gut ein und wie, also ich meine, ich kann ja auch tolle Sachen damit machen. Absolut. Ja, in der Medizin wird die schon eingesetzt und kann auch in vielen Bereichen eine Lösung sein natürlich, aber auch hier gilt, KI ist ein Werkzeug erstmal und genau wie Smartphones und Social Media, es kommt darauf an, wie wir sie nutzen. Und dementsprechend kann eben deine Erfahrung sein. Und ich glaube, das Wichtigste, was man so aus, was ich aus dem Gespräch so. Also intensive Bindung fängt bei der Geburt an, dass wir Familien ermöglichen, einfach einen guten Zugang zu ihren Kindern zu haben. Und das fängt ja auch schon mit der Geburt an. Dann einfach, wo du sagst, Care-Arbeit ist ein großes Thema, dass man einfach Zeit hat für seine Kinder auch. Diesen Grundstein, den man da legt, den brauche ich ja auch, um sie in diese digitale Welt zu lassen und in Verbindung zu sein. Ja, beziehungsweise das ist der eine Aspekt, aber dass eben auch anerkannt wird, dass Care-Arbeit zunehmend zum Beispiel in der Schule stattfindet. Und die Schulen sind da, ich meine Lehrermangel, müssen wir nicht drüber reden, sind auch nicht dafür ausgestattet. Und da findet auch nicht die, das können die gar nicht leisten. Ja, das ist einfach schon ein Riesenthema, aber das ist ja eigentlich so das Wichtigste, die echten Verbindungen. Die sind, glaube ich, etwas, was super wichtig ist, was wir fördern müssen, unsere Kinder. Also, dass sie wirklich einfach echte Freundschaften weiterhin haben. Dass es toll ist, mit digital verbunden zu bleiben, wenn man so wie du mal im Ausland bist und trotzdem Verbindung hat mit deinen Freunden zu haben, indem man einfach Video telefonieren kann, also in Verbindung bleiben. Aber ich glaube, das ist wirklich so dieses Wieder-in-Sport. Also nicht alles digital machen, sondern digital. Also das echte Leben zählt. Also wenn dein Kind so lebt, dass das echte Leben immer die bessere Alternative ist, weil es spannender ist, weil es aufregender ist, weil es verbindender ist, kann die digitale Welt eben auch existieren. Aber das heißt auch, dass wir einfach echte Angebote machen können. Wir merken es ja selber, dass wir versuchen sehr viel, dass alles über digital läuft. Ich glaube auch ein Geburtsvorbereitungskurs Ist natürlich toll, wenn er digital geht. Corona hat uns ja einfach diese, aber ich kenne einfach auch noch diese Geschichten, wo ich Geburtsvorbereitung und echte Freundschaften entstanden sind. Also ich glaube, dieser Mittelweg. Ja, der Mittelweg ist es. Und natürlich auch wir Eltern übernehmen da auch eine ganz große Vorbildfunktion. Ja, da können wir nochmal sagen, wie genau, Smart und freie Zeit. Ja, also ich habe ehrlicherweise auch und ich dachte schon, ich hatte einen bewussten Umgang, aber durch diese Recherche habe ich meinen eigenen Konsum auch nochmal gründlich hinterfragt und verändert. Was hast du verändert? Zum Beispiel habe ich wirklich wieder einen analogen Wecker bei mir im Zimmer, damit das Smartphone nicht im Schlafzimmer landet und damit mein Kind oder meine Kinder das auch sehen, dass das Smartphone nichts im Schlafzimmer zu suchen hat. Abends ist bei mir das Smartphone tabu Ich stresse mich auch gar nicht mehr wenn ich tausend unbeantwortete Nachrichten habe, ich merke einfach auch wie mich das runterholt und ich lese wieder ein Buch, Das ist so meine neue Regel Seit wann machst du das? Das mache ich jetzt so seit 4-5 Monaten Ich habe jahrelang, also seit 10 Jahren seitdem ich Mutter bin, habe ich es nicht geschafft ein Buch zu lesen und jetzt lese ich gerade mein drittes Buch Ja, super. Ich habe neulich mal einen Monat kein Instagram gehabt. War super. Ich habe es nicht vermisst. Eben, solche echten Auszeiten liebe ich auch. Ja, dass man wirklich mal bewusst so Bildschirmzeit, auch für uns. Ja. Und eben auch offen dann damit umgeht. Denn wie gesagt, wir leben in einer digitalen Welt. Aber wenn wir was am Gerät machen vor unserem Kind, dass wir auch transparent machen, was wir da eigentlich machen. Denn das sieht uns nur, wie wir da in diesen Bildschirm gucken und dass man nicht sagt, du, ich gucke mir hier die neuesten TikToks an, sondern ich organisiere gerade das Klassenfest oder so und dann aber auch wieder zur Seite legen. Also ich glaube, wir sollten alle dein Buch lesen, weil ich finde es auch gerade, das kann man jetzt nicht in einer Stunde Gespräch, was die Hirnforschung, aber ich meine, die Botschaft ist ja da, die wissen wir auch eigentlich alle. In Verbindung gehen, wir wollen es nutzen, aber smart müssen und wir müssen einfach weiter dafür kämpfen. Also mein Learning heute, ich werde auf jeden Fall einen Klassenlehrer gleich schreiben. Das nochmal mit den, gibt es bei uns Klassenschätzregeln? Wie habt ihr das mit den Kindern besprochen? Das finde ich so für mich, für meine 12 und 14 und gerade bei der Schulwechsel bevorsteht jetzt in die neue siebte Klasse, dass man das auch gleich am ersten Elternabend, macht man sich gleich beliebt. Aber wie gesagt, im Kleinen. Und einfach auch nochmal mehr in dieser Aufklärung. Und ich glaube, die Aufklärung kriegen wir jetzt ganz gut in dein Buch, weil es ist einfach so, momentan ist es einfach noch nicht so, dass die Politik sich dafür einsetzt. Was können wir da noch tun? Hast du da noch eine Idee? Großdenken. Also ich weiß nicht, ob wir noch Zeit haben, kurz über Irland zu sprechen. Oh ja, erzähl mir nochmal bitte. Du warst hier in einer Stadt in Irland. Ja, in Greystones. Habe ich auch schon vor meiner Buchrecherche drüber gelesen, wo es ein Smartphone-Verbot oder Kodex gibt für Kinder unter 13. Und als ich dann dachte, ich muss da hinreisen. Ich war eine Woche dort. Eine Woche? Wow. Irre spannend. Da ist es so, dass eine engagierte Schulleiterin gemerkt hat, dass die Kinder sich verändern. Also, dass ganz andere Themen mit in die Schule gebracht werden. Neue Ängste. Ja, irgendwie, sie konnte es erstmal nicht greifen, aber so Neunjährige, die schon anfingen, Kalorien zu zählen. Also, so eine ganz andere Body Awareness. Und sie hatte einfach das Gefühl, die Kindheit hört viel früher auf. Ja. Und Eltern kamen zu ihr, dass die Kinder Schlafprobleme hatten und, und, und, und, und. Das war so ein diffuses Gefühl. Dann hatte sie die anderen sieben Schulleiter im Ort oder in der kleinen Stadt gefragt, nehmt ihr das auch wahr? Die konnten das bestätigen. Dann haben sie Elternfragebögen verschickt an die Eltern und haben sich das Feedback eingeholt. Und die haben auch gesagt, ja, wir sind mit ganz anderen Themen konfrontiert. Mehr Ängste, mehr Unsicherheiten, Schlafprobleme. Und dann war das Ziel eigentlich zu gucken, wie schaffen wir es, diese Kinder wieder stark zu machen? Was braucht es dafür? Und dann wollten sie, ja, so, ich glaube, Kinderpsychologen, also Play Therapist heißt das auf Englisch, beantragen für die gesamte Stadt, zwei Stück. damit die nochmal neue Impulse geben können. Zwei Stück für eine gesamte Stadt. Wie viele Einwohner haben die? 20.000. Okay. Und dann fingen sie an mit einem Infoabend zu diesem Thema und haben einfach gemerkt, wie groß der Bedarf ist, Vor allem bei Eltern Aufklärung darzubekommen. Wie schaffen wir es, aus unseren Kindern resiliente Menschen zu machen? Und dann kamen sie natürlich auch ganz schnell dahinter. Ein ganz wichtiger Faktor, der sich auch im Leben der Kinder verändert hat, ist natürlich das Handy. Und dann haben sie überlegt, wie wäre es eigentlich, wenn wir den Eltern mitteilen, was wir beobachtet haben. Die haben sich in das Thema eingelesen und ihnen einfach mal die Option lassen, darüber nachzudenken, mit dem Smartphone zu warten, bis die Kinder 13 sind. Weil sie eben auch gemerkt haben, dass immer jüngere Kinder Smartphones haben. Vor ein paar Jahren waren es noch die Sechsklässler, also die 13-Jährigen. Und schon bald waren es dann die Viertklässler, Drittklässler. Und da haben sie gesagt, wenn wir jetzt nicht eingreifen, sind es bald die Erstklässler. Dann haben sie eben einen Brief geschrieben, alle acht Schulleiter an die gesamten Eltern. Am selben Tag ging der Brief an alle Eltern in der Stadt. Und sie haben sie eingeladen, sich einem freiwilligen Smartphone-Kodex anzuschließen. Und dazu gehörte eben auch der Verzicht auf die ganzen Social-Media-Apps bis 13 Jahren. Und das Feedback war enorm. Also ich glaube, über 90 Prozent der jüngeren Jahrgänge haben das unterschrieben. Und in den älteren Jahrgängen, wo es natürlich schon Kinder gab, die Smartphones haben, waren 14. Und seitdem läuft diese Initiative, also angeschoben von den Schulleitern, aber wirklich getragen von der ganzen Gemeinschaft. Jeder, der irgendwie was dazu beisteuern kann, ist mit dabei, ob es Psychologen sind, ob es Sozialforscher sind. Und da finden jetzt regelmäßig Nachmittage statt, wo es über das Oberthema Wohlbefinden unserer Kinder geht. Also wie schaffen wir es, unsere Kinder resilient zu machen? Und der Andrang und das Interesse daran ist enorm. Jetzt im zweiten Jahr haben sie eben auch erkannt, dass das Thema Medienkompetenz noch wichtiger ist. Denn es bringt ja auch nichts zu warten, bis die Kinder 13 sind und dann kriegen sie alles. Und da haben die auch irre Programme. Da arbeiten jetzt auch die Grundschulen mit den älteren Schulen zusammen. Also dass sie da schon die Medienkompetenz erwerben. Genau, da wird es eben auch ein eigenes Schulfach geben. Aber dass es auch einen Austausch mit älteren Schülern gibt. Also da kommen jetzt ältere Schüler, die so 16, 17 sind, kommen an die Schulen, sprechen mit den 13-Jährigen. Die können denen alle möglichen Fragen stellen, weil die älteren Schulen eben auch festgestellt haben, dass diejenigen, die auf die neue Schule kommen, mehr Ängste mit sich nehmen und dass sie die nehmen wollen. Und da wird dann auch über Social Media und Smartphones gesprochen. Und alle älteren Kinder sagen, ey Leute, wenn ihr auf die neue Schule kommt, da ist alles neu. Ihr habt Freunde neu, Hobbys neu. Ehrlicherweise, das Smartphone hat mich noch viel mehr gestresst, weil das dann auch noch plötzlich dazu kommt und ich plötzlich auch noch diese ganzen Nachrichten und Snapchat beantworten musste und meine Snapstreaks, diese Flammen da einhalten musste. Wartet doch damit. Und die haben natürlich im Gefühl, sowas kommt natürlich viel besser an, wenn coole 16-, 17-Jährige das sagen als Eltern. Und wie war so das Bild so einer Stadt für dich? Also ich muss auch dazu sagen, da war jetzt nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen. Also ich habe dann aber auch gemerkt, beispielsweise ein ganz großes Thema, da sind Online-Games oder Smartwatches. Der Unterschied war aber, dass da untereinander eine große Kommunikation stattgefunden hat. Also die hatten im Gefühl dadurch, dass die Schulen sich an die Eltern gewandt haben, dass Mauern eingerissen wurden und dass dieses Thema aus der Tabu-Ecke geholt wurde. Und plötzlich die Eltern untereinander sich ausgetauscht haben und gemerkt haben, boah, die struggelt bei dem Thema genauso wie ich. Und ich glaube, darum geht es. Wir müssen aufhören, das Thema als Tabu-Thema zu sehen. Es ist völlig in Ordnung, dass wir alle schwimmen. Und es ist wichtig, dass wir uns austauschen, auch um eben zu sehen, was ist eigentlich gerade innen bei den Jugendlichen. Du weißt vielleicht von einer App, die ich als Mutter nicht kenne. Und dass wir das wirklich groß denken. Also ich glaube, diese Initiative klappt da so gut, weil... Das muss halt aber alle mitziehen. Ja, aber weil auch Autoritäten, sage ich mal. Also die Schule hat gesagt, hey, wir sind die Experten. Wir haben uns mit dem Thema befasst. Und aus den Gründen sagen wir, Smartphone in dem Alter ist noch keine gute Idee. Und es ist ja ein, es ist kein Verbot. Es ist eine Einladung, ein freiwilliger Kodex. Und es geht über dieses Verletz. Handy hinaus, sondern es geht um das große Thema, das Wohl unserer Kinder. Das wollen wir an erste Stelle setzen und was braucht es dafür? Du warst ja nicht nur in Irland, du warst auch in Dänemark. Ja. Da ist ja auch Rolle rückwärts. Genau, die sind ja total digital unterwegs gewesen und wir haben da ja alle so ein bisschen neidisch rübergeguckt und gedacht, wow, die Schulen sind ja wirklich mega ausgestattet. Und ich glaube, die Erkenntnis, die ich da so mitgenommen habe. Also ein Klassenzimmer mit Smartboard und Highspeed-Internet, bedeutet noch nicht technischen Fortschritt. Also ich glaube, da wurde auch Technisierung mit Digitalisierung verwechselt, weil es eben auch dort keine Medienkompetenz gab. Und ich war dort an einer Schule, die jetzt eben wieder zurückgehen zu Papier und Bleistift, was übrigens nicht bedeutet, dass sie ausschließlich damit jetzt hantieren, sondern es geht wirklich um einen didaktisch und pädagogisch wertvollen Einsatz von den Geräten. Und das war so beeindruckend, weil ja auch hier wieder darüber gesprochen wird, wie soll man das überhaupt durchsetzen, dass die privaten Geräte nicht in die Schulen kommen oder in die Klassenzimmer kommen. Ich glaube, es gibt Wege und ich habe sie da gesehen. Die hatten da einfach einen großen Schrank, wo morgens die Schüler kamen da rein, sind zu dem Schrank gelaufen, haben ihr Tablet da reingetan, ihr privates Smartphone da reingetan, sind ins Klassenzimmer gegangen und wenn es in Geografie sinnvoll war, dass die Geräte rausgeholt worden sind, die da im Gänsemarsch einmal hingelaufen und haben die Geräte wieder geholt. Ja, das ist auch die einfachste Regel. Ja. Hat es dich sehr bei deiner Schulwahl jetzt, wir haben ja auch einen Schulwechsel beeinflusst, also hast du dir... Ja, also ich bin sehr gespannt. Mein Kind kommt jetzt an eine Schule, die so einen Reformansatz hat, wo aber digitale Geräte eine große Rolle spielen. Denn ich bin der Meinung, wenn der Umgang damit wirklich sinnvoll ist und beigebracht wird, die bekommt dort dann ein schulisches iPad, also was von denen gesteuert und eingestellt wird. Und dann wird damit dann im Unterricht gearbeitet. Dann können wir ja dann nochmal eine Folge machen, wenn du das... Ja, genau. Also erstmal vielen Dank. Wie gesagt, ich freue mich, es jetzt zu lesen. Ich hatte ja jetzt auch noch nicht die Chance zu lesen, weil es noch nicht draußen war, dass du da so viel Herzblut reingesteckt hast. Ich glaube einfach, wenn es einen so selber betrifft, dann ist es auch nochmal eine ganz andere Herzensangelegenheit, weil man ja einfach wirklich, ja, da müssen wir jetzt alle reinwachsen und vor allen Dingen müssen wir uns damit beschäftigen. Ja, und also ich bin total motiviert zu sagen, hey, wir können etwas ändern. Ich habe es in Irland gesehen, aber es geht eben nur gemeinsam und am besten nicht nur wir Eltern, sondern auch die Schulen. Aber ich glaube fest daran, dass wir diesen Status Quo so, wie er ist, nicht akzeptieren müssen. Und am Ende geht es wirklich um das Wichtigste. Um unsere Kinder. Ja. Vielen Dank, Elisabeth, schön, dass du da warst. Music. Und bevor ich jetzt auch wieder schon zum Ende komme der Folge, gibt es natürlich noch einen Mythen-Check und heute mit Lesesucht. In der Vergangenheit wurden neue Medien stets mit großer Skepsis betrachtet. Schon als das Fernsehen populär wurde, gab es Besorgnis darüber, dass es den Kindern den Kontakt zur realen Welt entziehen könnte. Ähnlich wurde auch das über das Lesen von Büchern, krass, dass man das denkt, besonders von fiktiven Geschichten als problematisch angesehen, weil es als Flucht vor der Realität galt. Die sogenannte Lesesucht war ein häufig diskutiertes Thema, besonders im 17. Und 18. Jahrhundert, als Kinder und Jugendliche zunehmend Romane und Fantasiegeschichten konsumierten. Pädagogen befürchteten, dass sie sich zu sehr in imaginäre Welten verlieren und wichtige soziale und praktische Fähigkeiten vernachlässigen könnten. Auch in der viktorianischen Ära wurden Bücher vor allem romantische Literatur als gefährlich für die moralische Entwicklung von Kindern angesehen. Diese Ängste sind also nicht neu. Die Bedenken über den Einfluss neuer Medien auf die Kinderentwicklung ziehen sich durch die Geschichte. Ähnlich wie heute wurden damals auch die schädliche Wirkung von Medien intensiv thematisiert. Ja, also das ist auf jeden Fall ein sehr lustiger Mythencheck, wenn man heute bedenkt, was wir uns auseinandersetzen müssen. Ich freue mich, dass ihr so lange mit dabei wart und ich freue mich, euch nächste Woche wieder bei Soundsfamilie begrüßen zu dürfen, wenn ihr einschaltet und wünsche euch jetzt erstmal eine ganz schöne restliche Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen, dann schreib mir einfach an sissi-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.