Music. Herzlich Willkommen. Heute ist wieder Donnerstag und es gibt eine neue Folge von meinem Eltern-Podcast Soundfamilie. Ich freue mich ja wirklich jede Woche, euch die interessantesten Menschen hier vorzustellen und über Themen zu reden, die mich als Mutter einfach täglich begleiten. Und heute ist das Thema, welche Bedürfnisse haben unsere Kinder in der Pubertät? Und da habe ich mir heute jemanden eingeladen, nämlich Markus Herzog. Und Markus Herzog ist Sozialarbeiter, Deeskalationstrainer und Traumapädagoge in Ausbildung. Und vor allen Dingen ist er auch Influencer für soziale Arbeit, arbeitet in der Kinder- und Jugendhilfe, hat in einem Jugendzentrum gearbeitet, in einer Wohngruppe, ist Gründer der Soziogang Community für alle, die in den sozialen Arbeit tätig sind und ihre Arbeit mehr Sichtbarkeit geben wollen. Und ich habe mir genauso jemand wie Markus gewünscht, der einfach täglich mit Jugendlichen arbeitet und vor allen Dingen auch nochmal ganz anders an sie herantritt, als es Eltern tun und auf ihre Bedürfnisse, also ihren Bedürfnissen zuhört, was sie beschäftigt, wie einfach auch gerade so die aktuelle Welt ist. Und deshalb freue ich mich so sehr, dass er heute Zeit gefunden hat, hier in mein kleines, feines Studio zu kommen, um mit mir zu sprechen. Deshalb darf ich jetzt ganz lieb Markus begrüßen. Also herzlich willkommen, Markus. Schön, dass du Zeit findest, heute mit mir über dieses wichtige Thema Pubertät zu reden und wie wir in Verbindung mit unseren Kindern bleiben. Ich bin ja aktuell auch einmal in der Phase mit meiner zwölfjährigen Tochter, die ja gerade in die Pubertät reinkommt und mein 14-Jähriger so, 14,5 ist ja schon. Und ich habe auch gerade so, noch denke ich gerade ist alles cool, aber es kann ja wirklich innerhalb von so kurzer Zeit so schnell gehen. Also wir haben noch keine Probleme mit Ausgehzeiten. Der ist noch nicht irgendwie bis nachts unterwegs, aber das kommt ja wirklich ganz schnell. Und deshalb bin ich ganz froh, dass du mich da heute so ein bisschen begleitest und wahrscheinlich auch ein bisschen vorbereitest. Die größte Herausforderung für uns Eltern ist ja, wie wir eigentlich nah dranbleiben und ich hoffe mir einfach so heute in der Folge mit dir, dass du uns vielleicht so ein bisschen hilfst, wie wir cool sein. Also diese Balance zu finden zwischen nicht zu cool und auch noch Regeln, aber wie schaffen wir es gut an unseren pubertierenden Jugendlichen dran zu bleiben, weil das Gehirn ist ja in der Zeit irgendwie schwierig. Das stimmt allerdings. Ja, erstmal danke, dass ich hier sein darf. Ich freue mich auch. Es ist auf jeden Fall ein interessantes Thema. Ich meine, ich habe jetzt sehr viel oder ich arbeite sehr viel mit Jugendlichen. Ich weiß gar nicht, ob das so richtig möglich ist, für Eltern cool zu sein, für die Jugendlichen. Aber ja, ich bin auf jeden Fall gespannt, wohin die Reise heute geht. Was merkst du denn? Du sagst jetzt gerade, du bist ja ganz nah dran an den Jugendlichen, mit denen du arbeitest. Was sind so die größten Herausforderungen für beide Seiten? Also ich denke mal, zu dir schütten sie eher ihr Herz aus als bei Eltern, weil es ja immer so diese Hemmschwelle ist. Aber was sind so die größten Herausforderungen, die du gerade merkst, was die Jugendlichen haben in der Pubertät, in dieser Phase? Ja, ich glaube, dass die Jugendlichen sehr viele Herausforderungen haben mit Druck. Vor allen Dingen auch gesellschaftlicher Druck oder auch ein sehr starker Leistungsdruck, der natürlich auch durch die Schule entsteht, aber auch gleichzeitig irgendwie von Eltern mitgetragen wird, dass man halt in die Schule gehen muss oder da auch gute Leistungen abrufen muss. Und wenn du dann auch ein Jugendlicher bist, der vielleicht auch nicht immer unbedingt so reinpasst, wie andere sich das vorstellen, dann kann es natürlich auch immer ein bisschen komplizierter werden. Und ich glaube einfach, dass die Jugendlichen von heute nicht mehr so frei aufwachsen, wie ich es vielleicht früher getan habe, weil so viele äußerliche Eindrücke irgendwie auch einprasseln und natürlich... Ja, es ist so viele Problematiken gibt mit dazugehören. Man will natürlich auch einen coolen Freundeskreis haben. Man will gleichzeitig aber auch eine schöne Zukunft für sich gestalten können. Und da gibt es, glaube ich, viele Sachen, die miteinander auch manchmal kollidieren. Was denkst du, wie wir sie da besser unterstützen können? Weil du beschreibst ja schon, dass du deine Pubertät oder deine Jugendzeit als sehr frei empfunden hast. Und ich glaube, das wissen wir, die digitalen Medien spielen ja eine große Rolle. Das heißt, Vergleich ist ein großes Thema. Wie können wir sie da besser stärken? Also was ist deine Erfahrung? Wie machst du das in deiner Arbeit? Also das, was ich über meine Arbeit mit am meisten gelernt habe, was auch ein Lernprozess für mich war, dass ganz oft auch einfach Dasein reicht und das immer wieder. Und egal auch, wie das Verhalten des Jugendlichen gerade ist, trotzdem zu zeigen, hey, ich bin da für dich, ich muss nicht alles nachvollziehen können, was du gerade machst, aber am Ende muss ich schon irgendwie auch sagen können, wie kriegen wir zum Beispiel, wenn eine Problematik entstanden ist, wie kriegen wir das gemeinsam gelöst und zu sagen, okay, wir gucken jetzt erstmal und wir gucken jetzt erstmal weiter und arbeiten gemeinsam daran, das wieder gerade rücken zu können, wenn man in einer Schiefelager entstanden sein sollte. Aber ich glaube, ein ganz großes und wichtiges Thema ist, da zu sein. Ist das so auch das, was dir entgegenkommt? Ich meine, du arbeitest in der Jugendarbeit. Jugendliche kommen zu dir und haben natürlich ein anderes Vertrauensverhältnis. Du bist da als neutrale Person, können sich ganz anders. Wie unterstützt du da auch wieder im Hinbetracht, dass sie sich auch ihren also ist da auch so eine. Kommunikationsebene zwischen, weil Dasein hat ja was mit Zeit zu bedeuten und hast du auch so das Gefühl, dass da wenig Zeit ist für Jugendliche, also so zwischen Eltern und Jugendlichen? Also das kann man natürlich jetzt nicht verallgemeinern, das da, aber ich glaube schon, dass viele Jugendliche. Also dieses Dasein ist für mich nicht unbedingt nur an Zeit gekoppelt, sondern dieses Dasein bedeutet auch. Vielleicht die kurze Zeit, die man hat, auch wirklich da zu sein und nicht vielleicht nebenbei noch am Handy zu sitzen oder nebenbei noch am Laptop zu sitzen, sondern wirklich aktiv diese Zeit dann auch da zu sein und diese Zeit zu gestalten und zu sagen. Was ist eigentlich jetzt gerade los? Wie geht es dir jetzt eigentlich gerade? Und vor allen Dingen auch dieses wie geht es dir gerade wirklich? Also ich will wirklich wissen, wie es dir geht. Oder einfach auch mal einen Film zusammen zu gucken. Einfach diese Zeit miteinander zu haben, man muss ja auch nicht immer mit dem Austausch gehen. Manchmal reicht es halt wirklich, dabei zu sein. Aber ich finde es trotzdem schwierig, gerade, so merke ich es jetzt auch so, dieser Prozess der Pubertät bedeutet ja auch einen Prozess der Abnabelung. Also die sollen ihre eigenen Wege gehen und so. Deshalb ist es immer, finde ich, auch so ein bisschen so eine Gratwanderung, also dieses Dasein und Raum zu geben und Zeit zu verbringen. Einerseits wollen sie ja gerade gar eine Zeit mit mir verbringen oder mit uns Eltern. Und das finde ich immer so ein bisschen schwierig. Wie finde ich da so eine gute Balance? Weil wir sind ja auch uncool. Also ich in dem Fall bin gerade uncool oder gucke wahrscheinlich andere Filme. Und das finde ich gerade so, wie mache ich mich nicht? Also ich denke ja auch immer noch, ich bin sehr, sehr jung. Also obwohl ich in der Elternposition bin. Aber ich denke so alt bin ich jetzt auch noch nicht. Aber trotzdem bin ich ja nicht so cool. Also ich finde, das ist so gerade, dass ich mich auch nicht lächerlich mache, dass ich mich jetzt cooler mache, als ich bin. Weil ich habe ja die Elternfunktion. Und da finde ich immer so ein bisschen schwierig, da hast du bessere Insights, die erhoffe ich mir heute von dir zu kriegen. Diese Insights von Jugendlichen, was sie halt total nervt an ihren Eltern oder was sie dir auch so entgegenbringen. Was ist zu viel und was ist zu wenig? Ich glaube, das ist zumindest die Erfahrung, die ich so gemacht habe, wenn Eltern zu viel kontrollieren wollen. Das ist auf jeden Fall eine Sache, damit werden wir immer irgendwie konfrontiert, weil man kann das natürlich irgendwo verstehen. Eltern machen sich Sorgen und Eltern wollen ja auch irgendwie den Überblick behalten, aber... Das ist auf jeden Fall was, was die Jugendlichen oft irgendwie eher als negativ empfinden, wenn eine starke Kontrolle stattfindet oder eine Kontrolle stattfindet, weil das natürlich auch ein bisschen damit zusammenhängt mit dem Älterwerden, mit dem Erwachsenwerden, sein eigenes Leben anfangen zu führen und raus in die große weite Welt zu gehen und da seine eigenen Erfahrungen zu machen. Und natürlich wollen Eltern ihre Kinder dafür schützen, aber ich glaube, das ist bei vielen Jugendlichen ein großes Problem, dass sie da nicht das Gefühl haben, dass sie sich so entwickeln können, wie sie gerne wollen würden. Ich bin da total bei dir und ich glaube auch, dass man diesen Freiraum gehen muss. Aber es gibt jetzt ganz andere Gefahren, die wir noch hatten, als wir Jugendliche waren. Sprich Digitalisierung, soziale Medien. Das heißt, ich finde das auch sehr, sehr schwierig, eine Balance zu finden. Wir brauchen einfach eine starke Medienkompetenz für unsere Kinder, weil da draußen lauern einfach Gefahren, die man als Jugendlicher noch nicht so gut einschätzen kann. Also kommt er auch auf den Jugendlichen drauf an. Absolut, ja. Wie ist er sozial vernetzt? Hat er einen guten Freundeskreis? Zieht er sich zurück? Und da finde ich es so schwierig. Du beschreibst jetzt gerade, sie fühlen sich kontrolliert. Aber einerseits zum Beispiel, was so das Digitale angeht, ist es ja total wichtig, gerade bei den, wenn wir jetzt so bei den Anfang 14-Jährigen, also die jetzt gerade in diese, eigentlich sollten sie erst dann in die Sozialmedien sozusagen einsteigen. Also ich meine 13, 14. Da trotzdem mit zu kontrollieren, indem man auch zum Beispiel guckt, wie ist der Algorithmus, was wird denn so eingespielt, weil es gibt ja auch einfach Kinder, die ja schon einfach auch schnell dazu neigen, in das Depressive zu gehen und die muss man natürlich dann schützen und da finde ich, ist es total schwierig, da eine Kontrolle zu führen. Man will schützen, aber gleichzeitig möchte man auch Freiraum gehen, finde ich immer schwierig, weil wir haben ja viel mehr gefahren, als es noch vor 15 Jahren gab. Also weil wir diese digitale Welt ja nicht kontrollieren können. Ja, das stimmt allerdings. Ich glaube, das ist auch wie bei uns Pädagoginnen. Wir können nicht immer cool sein oder die ganze Zeit sagen, dass wir nicht an gewisse Stellen eingreifen. Wir müssen trotzdem manchmal kontrollieren und wir müssen trotzdem manchmal auch versuchen, irgendwie die Jugendlichen zu begrenzen oder ihnen zumindest die Gefahren aufzeigen zu können und das ist natürlich nicht immer schön für die Jugendlichen und da gehen wir auch natürlich in Auseinandersetzung, weil es halt nicht anders funktioniert, aber gerade auch mit Medienkompetenzen. Es gibt so viele hilfreiche Organisationen auch oder Internetseiten, wo man sich wirklich Medienkompetenzen aneignen könnte. Ich weiß, dass es auch viele Jugendzentren zum Beispiel gibt, die Eltern auch einladen und dann eine Schulung für einen halben Tag machen. Was ist Medienkompetenz wirklich? Hast du da speziell auch gleich so schon Empfehlungen, die du aussprechen würdest, wo du sagst, da könnte man sich gut informieren? Also es gibt auf jeden Fall vom Bund, ich weiß nicht die genaue Seite, aber da gibt es auf jeden Fall viele Sachen. Man kann einfach bei Medienkompetenzen das bei Google eingeben, da findet man auf jeden Fall einiges auch an Materialien, die man sich nach Hause schicken lassen kann. Und da hast du auf jeden Fall eine super Möglichkeit, dich zu informieren. Das auch digital gut zu begleiten können, weil digital wird es immer ein größeres Thema sein und werden und da auch dann ordentlich mit umgehen zu können. Ja, also ich finde, das ist nämlich nicht einfach so wirklich zu fassen, weil das ist ja wirklich ein großes Thema und ich habe eher so gerade das Gefühl, wir struggeln gerade so ein bisschen in der Medienkompetenz, weil momentan ist es ja schon noch so, dass das eher so in den Privathaushalt ausgeliefert ist. Mein Empfinden ist so, das gehört auch in die Politik und das gehört in die Schulen. Ich habe aber eher so das Gefühl, dass da natürlich auch die, ich meine, dass da einfach die Fachkompetenz einfach auch der Pädagogen, die sozusagen der Lehre einfach fehlt. Das ist wirklich ein großes Thema und ich habe so gerade das Gefühl, dass das uns so schon so ein bisschen überrollen wird. Ist das nur meine persönliche Wahrnehmung oder siehst du das ähnlich? Ja, das ist tatsächlich eine Sache, die ich nicht nachvollziehen kann, ehrlich gesagt. Warum das nicht zum Beispiel in der Schule als Medienkompetenz mitgelehrt wird? Wie ist der Medienkonsum bei den Jugendlichen, die so betreuen? Wie beschreibst du das so? Weil ich finde es schon krass. Also der Medienkonsum, die wachsen damit auf. Also für die ist das ganz normal, auf TikTok sich Informationen zu holen oder auf Instagram. Oder sich über die Playstation auszutauschen und ich glaube, wenn man sich darüber nicht informiert, birgt das natürlich sehr viele Gefahren für Kinder und Jugendliche und. Es gibt da schon auch Möglichkeiten, zumindest wenn man darüber Bescheid weiß, was überhaupt die Möglichkeiten auf diesen einzelnen Portalen sind, sich darüber zu informieren und das auch dann zu besprechen. Ich glaube, einen hundertprozentigen Schutz wird es leider nicht geben, das wird nicht funktionieren, aber. Solange ich weiß, okay, dass über eine Playstation sich unterhalten werden kann oder dass da auch fremde Leute quasi einfach die Leute oder die Jugendlichen einfach adden können und dann darüber auch ins Gespräch gehen und das auch genutzt wird. Ich glaube, das sind auch Sachen, die auch viele Leute einfach erstmal gar nicht wissen oder Eltern. Ja, aber hast du das Gefühl, dass die Jugendlichen es wissen, sich der Gefahr bewusst sind? Also ich meine, weil momentan ist es ja, also habe ich immer das Gefühl, ich bin die anstrengende Mutter, die irgendwie alles kontrollieren will und da bist du an der Seite näher dran, dass sie auch die Gefahr wissen, warum wir einfach fordern, dass wir mehr Medienkompetenz brauchen? Also ich glaube nicht, dass die Jugendlichen sich den Gefahren, also man kann das natürlich nicht verallgemeinern, aber ich glaube, dass der Großteil sich darüber nicht bewusst ist, was es alles auf sich hat oder welche Gefahren es bringen kann, weil so viele private Daten auch einfach preisgegeben werden von sich selber. Aber ich glaube, das ist tatsächlich eine große Gefahr, die natürlich auch sehr schwierig werden kann. Ich meine, ich muss sagen, ich komme jetzt inzwischen ein bisschen aus einer Bubble. Wir setzen uns viel mit diesen Themen auseinander und haben da auch die Möglichkeiten, die Jugendlichen dann halt weiterzubilden oder die auf ihre Gefahren hinzuweisen. Aber ich glaube, das ist allgemein noch nicht so bekannt. Wie erreichst du sie dann? Also gerade wenn sie dafür, weil ich glaube halt, dass von Eltern, das ist so, da geht es um Verbot, dass man Medienbildschirmzeit einschränken will. Aber so dieser wirkliche, dieser Gruppendruck, den man ja schon spürt über die Gefahren vom Mobbing und so weiter, wie kommst du da gut rein und wie können wir als Eltern das vielleicht noch besser machen, ohne einfach in den totalen Verbot zu gehen? Weil wenn ich in dem totalen Verbot gehe, erreiche ich ja eher nur das Gegenteil. Ich glaube, es ist auch nicht möglich, so ein Verbot durchzusetzen, weil das ist heutzutage nicht mehr möglich, jemanden zu verbieten, auf Instagram zu sein. Dann kann man entweder sich einloggen beim Kumpel, der kein Verbot hat oder man kann sich über irgendwelche anderen Portale. Also es ist nicht mehr möglich, diesen Entzug stattfinden zu lassen. Natürlich, du kannst abends dann das Handy einsammeln irgendwie. Das ist natürlich eine Möglichkeit und das kann man auf jeden Fall auch machen, wenn es halt nicht anders möglich ist, aber du kannst halt nicht Social Media verbieten, das wird nicht funktionieren, weil es so viele Möglichkeiten gibt, das Verbot zu umgehen. Und dann ist am Ende die Frage, wenn ich etwas verboten habe und es wird umgangen und ich kann das auch gar nicht langfristig kontrollieren, naja, was ist da mit dem Verbot? Also dann war es einfach nur ein Verbot, eine Auseinandersetzung, aber nichts, was nachhaltig Wirkung hat. Sondern ich glaube, der Weg, der es sein muss, ist. Sich damit auseinanderzusetzen, sich darüber zu informieren und mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam sich hinzusetzen und gemeinsam über die Gefahren aufzuklären. Also du bist sozusagen nicht für ein allgemein Verbot für soziale Medien so ab 16, also dass Kinder sozusagen davor, weil es gibt ja wirklich auch die Studien, die Hirnforscher sagen so, es ist einfach nicht gut, und die haben wir ja vorliegen. Meinst du, bist du Fan? Also wärst du sozusagen, also 14 auf jeden Fall, aber was sagst du da so, wie sieht der Alltag aus? Also ich, ähm. Das ist ein bisschen schwierig. Also ich hätte jetzt grundsätzlich kein Problem damit, wenn es ab 16 wäre, aber es klappt ja schon ab 14 nicht. Also ich wüsste nicht, wie das kontrolliert werden sollte. Aber grundsätzlich glaube ich schon, dass wir uns alle darüber bewusst sind. Dass Social Media und Medien eine Gefahr mit sich bringen. Die Frage ist halt, sind wir über diesen Punkt nicht schon lange hinaus, dass wir das überhaupt noch einschränken können oder sind wir nicht an diesem Punkt jetzt präventiv zu arbeiten und Kinder vom kleinen Alter an schon darauf vorzubereiten und dazu begleiten, dass sie einen vernünftigen Umgang damit haben. Ich hatte in einer meiner letzten Folgen eine Journalistin, die sich sehr stark mit dem Thema auseinandergesetzt hat. Und es gibt ja schon Pilotprojekte. Also sie war in einer Stadt in Irland, die sozusagen Smartphones für Kinder unter 13 verbieten. Also die ganze Stadt. Und die haben, das ist kein Verbot, also keine. Sondern eine Empfehlung. Und da hat sich eine ganze Stadt, 20.000 Einwohner, acht Schulleiter haben sich da klären darüber auf und die haben das halt durchgesetzt gekriegt. Und ich glaube... Dass wenn wir einheitlicher, also sie hat auch so darauf hingewiesen, wie schwierig halt Gruppenschätze sind, da bin ich mal gespannt, was du noch dazu sagst, so was gerade Mobbing angeht, also dass Kinder wirklich einfach ganz stark gemobbt sind und sich auch kaum öffnen und dass sie schon dafür appelliert, dass wir auch im Kleinen anfangen, also dass man sozusagen als Eltern sich informiert, beim Eltern einem gibt es überhaupt Regeln in diesen Klassenschätzen, dass einfach mit den Kindern Regeln erarbeitet werden. Also ich glaube schon, klar, wir werden Digitalisierung nicht verändern, wollen wir auch nicht, es gibt ja auch positive Aspekte, aber dass es klare Regeln geben muss und dass man da vielleicht gemeinsam und dass es auch eine Aufgabe der Politik ist, also nicht nur wir. Dass ich schon sehe, dass man das noch ein bisschen zurückziehen kann. Also ich glaube schon, dass man definitiv über Regeln reden muss und auch auf die Regeln hinweisen soll, weil diese geben ja auch gleichzeitig Halt, wenn du weißt, wie eine Regelung ist. Dann fühlst du dich auch ein bisschen sicher, weil dann weißt du, wie die Rahmenbedingungen sind und in diesen Rahmenbedingungen kannst du dich auch bewegen. Ich glaube schon, dass es noch wichtiger sein wird, welche Regelungen es gibt und an welche Regelungen man wie umsetzen kann. Und das ist was, was ich in meiner Erfahrung gemacht habe, dass natürlich gerade auch in diesen Gruppenchats, in diesen Schulklassenchats schon sehr wenig moderiert wird, sage ich mal. Und da ist halt natürlich auch ein Problem, dann hat auch jeder erstmal, der in diesem Chat ist, die Nummer von dir. Wie würdest du es handhaben? Wie würde ich es handhaben? Also entweder, dass diese Klassenchats, ich weiß nicht, inwiefern diese Klassenchats unbedingt wirklich nötig sind, weil warum kann man nicht das jedem Kind einzeln sagen, warum muss man einen Klassenchat haben? Aber die Klassenchats machen doch, glaube ich, auch die Kinder eher unter sich und da sind gar nicht die Lehrer mit drin. Okay, ich habe jetzt von denen geredet, wo irgendwie gemeinsame Chats, um irgendwelche Sachen zu verbreiten sind. Zum Beispiel, das habe ich schon öfter gehört, dass da LehrerInnen sind oder Leute, die dann halt das organisieren und dann besprochen wird. Wenn man jetzt nur von Chats oder Chaträumen, wo nur SchülerInnen sind, naja, dann sind wir wieder dabei, Sachen zu verbieten. Oder halt WhatsApp nicht zu installieren, sondern andere Sachen, wo man sich mit austauschen kann. Ich glaube, oder halt natürlich, dass man als Elternteil mit diesem Chat ist. Aber das ist natürlich die Frage, ob das überhaupt möglich wäre. Ich glaube, das ist weniger möglich, aber so dieses so, dass viele ja schon beschreiben, dass es sehr viele Jugendliche gibt, die halt in diesen Chats einfach gemobbt werden, dass keine Kontrolle darüber ist und es ist wirklich so weit geht vom Mobbing, dass Kinder Schule verlassen müssen. Dann wird einfach da ein, wird das in den nächsten Chat gestellt, also dass da diese Gefahr, das ist natürlich eine ganz neue Gefahr, die wir ja gar nicht kannten und Kinder dann einfach ja auch nicht darüber berichten. Also ich glaube, da ist, also mir persönlich bin dann noch nicht mit in Berührung gekommen, Gott sei Dank, aber ich glaube, dass das schon immer mehr wird und dass Jugendliche diesen Druck einfach sehr stark spüren und dann ist die beste Freundin, die dann gerade noch. Dann stellt sie das Bild da rein. Das ist natürlich schwierig. Also ich sag mal, wir, die in der Jugendhilfe arbeiten, sind damit auf jeden Fall schon in Berührung gekommen. Ich kann natürlich nicht detailliert darüber sprechen, aber natürlich sind die Jugendlichen, die wir betreuen, auch in so Gruppenchats. Und wir wissen auf jeden Fall, dass diese Gruppenchats schon viele Gefahren mit sich bringen. Und das ist im Prinzip das, was du beschreibst. Also der Philipp-Mobbing-Stadt, da werden auch irgendwelche Bilder ausgetauscht, die auf gar keinen Fall ausgetauscht werden sollten. Da werden irgendwelche Videos rumgeschickt, die auf gar keinen Fall rechtlich in irgendeiner Art und Weise in Ordnung sind. Und ja, das ist ein Problem, mit welchem wir immer wieder konfrontiert sind. Wie geht ihr denn damit um? Genau, also wir können die Jugendlichen nur darauf hinweisen, welche Gefahren es mit sich bringt, was passieren kann, wenn sie diese Sachen nutzen. Wir können nicht darüber verfügen, ob irgendwer WhatsApp nicht installiert oder installiert, aber da bleibt uns nur Aufklärung und Sensibilisierung. Was sind aktuell die größten Herausforderungen, die du gerade siehst bei Jugendlichen, die bei euch Hilfe suchen? Also was ist so, was ist gerade so, wo du sagst, das sind so die... Das beschäftigt die einfach, da fühlen sie sich verloren, da haben sie einfach Probleme, Ängste, Sorgen. Ja, ich glaube, dass eine der größten Sachen wirklich der äußerliche Druck ist. Druck wie Schule, wie dazugehören zu wollen, eine Peergroup zu finden, in der man sich wohl fühlt. Und dann aus der Sicht der Jugendlichen sehr viele Regeln für sehr viele Sachen und gleichzeitig aber auch erstmal zu sich selber finden und auch viel Vernachlässigung einfach. Also viel alleine gelassen zu werden, weil die Eltern vielleicht auch gar nicht so die zeitlichen Kapazitäten haben oder sie sich nicht nehmen wollen. Und da ist, glaube ich, auch ein großes Problem, weil es ist nun mal so, dass trotzdem Jugendliche, auch wenn sie es vielleicht nicht immer so kommunizieren können oder wollen, trotzdem gesehen werden wollen. Wir haben aktuell nicht, habe ich auch so das Gefühl, dass so für diese Altersgruppe wenig Räume da sind. Und wenn dann sozusagen nur Räume für Kinder, die vielleicht privilegierter aufwachsen. Also wie siehst du das? Also ich meine, das ist natürlich dein täglich Brot und ich meine, wahrscheinlich wirst du mir gleich sagen, ja Sissi, es gibt einfach so wenig Fachkräfte, es gibt so wenig Räume. In Berlin wurden jetzt wieder gerade auch vom Senat wieder Sachen gekürzt und wo wurde gekürzt? Bei den Jugendlichen. Da war ich gestern auf der Demo. Am Roten Bürger Rathaus oder am Hofen Rathaus. Ja, im Roten Rathaus, ja. Ja, genau. Also natürlich fehlen Fachkräfte und das ist halt ein Problem, dass viele Jugendzentren geschlossen werden. Und das sind eigentlich die Räume, das sind die Räume, wo Jugendliche hingehen können und wo Jugendliche auch gerne hingehen und wo sie pädagogisch begleitet werden können und wo sie unterstützt werden können in Sachen Medienkompetenz, wo auch nochmal eine oder mehrere außenstehende Personen, die jetzt nicht gerade die Eltern sind, aber trotzdem mit den Eltern zusammenarbeiten, da sind und wo man nochmal einen anderen Austausch stattfinden lassen kann. Und bei, sagen wir in Jugendzentren, das ist zum Beispiel einfach die Möglichkeit, wie viel die Jugendlichen einem erzählen, wenn du mit den Unus spielst oder wenn du mit dem Billard spielst oder mit den Kickern. Das sind dann halt, daraus sind wir ja ausgebildet. Das sind so kleine Nuancen. Das kann ein Nebensatz sein, der einfach enorm wichtig ist und wo wir als unsere Profession auch darauf geschult sind, diese Sätze zu hören und dann da nochmal nachzufragen und dadurch ja unseren Zugang auch zu den Jugendlichen bekommen und ja, das ist halt ein Problem, wenn das geschlossen wird und dafür keine Gelder da sind, ja, dann ist es halt schlecht und dann ist es auch für Eltern, sage ich mal, schlecht, weil natürlich Eltern trotzdem ja auch irgendwie Orte wie die Schule brauchen oder den Kindergarten, wo halt ausgebildete Pädagoginnen sitzen. Die nochmal anders auf die Themen blicken können, aber ja im besten Fall eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern auch haben. Und vor allen Dingen auch dann mit Schule, weil Schule hat ja sozusagen auch nicht den Raum. Eigentlich müsste ja auch jede Schule eigentlich einen Markus da haben. Also das ist ja sozusagen alle, die in sozialen, ich bin Hebamme, sozialen Beruf, dieses Miteinander mit den unterschiedlichen sozialen Berufen zusammenzuarbeiten, sieht man ja einfach das bestmögliche Ergebnis bekommen. Ja, wenn es noch mehr Schulsozialarbeit geben würde, das wäre natürlich ein Traum. Also das Best Case wäre ja, wenn es zum Beispiel, um auf das Thema gerade nochmal einzugehen, wenn da in jeder Schule ein Schulsozialarbeiter ist, der einmal die Woche auch die Möglichkeit hat, mit den Jugendlichen Medienkompetenz zu machen. Also was wäre das denn für ein Riesengewinn, auch für die Zukunft einfach? Und das sind so Sachen, da frage ich mich, warum nicht? Also warum ist es das nicht wert? Warum sieht man da die Problematik nicht? Und es gibt ja so viele Studien, die auch belegen, dass Prävention, Präventivarbeit so wichtig ist und auch so viel Sinn macht, wenn man es in die Zukunft betrachtet. Da fragt man sich schon so, warum nicht? Ja, also ich glaube, dass es wirklich für alle Menschen, die in diesen Bereichen, Familie, Kinder arbeiten, einfach so super schwer ist, weil genau dieses Thema, was wir jetzt gerade haben, so Pubertät, da braucht es halt einfach auch ein Dorf. Und ich glaube auch, dass Eltern einfach oft auch überfordert sind, weil es ist einfach keine einfache Zeit, weil das ganze Gehirn sich neu setzt. Alles wird sozusagen neu programmiert. Wenn man das mal überlegt, was da, wenn wir jetzt einen Gehirnforscher hier hätten, der uns erklärt, was in der Pubertät im Gehirn probiert, dann ist es einfach so, dass das eigentlich auch Eltern gar nicht unbedingt alleine tragen können. Da braucht es halt einfach Jugendarbeit. Und in meinem Case wäre das auch, also dass jede Schule so ausgestattet ist. Aber taktos sind wir da gerade nicht. Das ist ja das Problem. Deshalb ist es, glaube ich, einfach wichtig, dass wir Menschen wie dich haben, die uns Eltern noch in unserer Elternkompetenz noch ein bisschen mehr stärken. Ich würde das mal zusammenfassen. Du hattest gesagt, also da sein? Ja. Räume schaffen, hattest du gesagt. Was ist noch so ein Anliegen, was du uns noch mit unseren pubertierenden Kindern... Das ist in der Pädagogik auf jeden Fall ziemlich weit verbreitet auch noch die Annahme des guten Grundes. Das ist etwas, was… Erklär das mal kurz bitte. Ja, also, dass man halt, dass jedes Verhalten seinen guten oder seinen Grund hat. Und dass man sich dafür auch die Zeit nimmt, zu verstehen, was der Grund dahinter sein könnte. Und dass man nicht direkt…, vorverurteilt oder nicht direkt erstmal, sagen wir platt gesagt, erstmal meckert, sondern einfach sich da auch mal den Moment nimmt und hinter das Verhalten schaut und schaut, wo kommt dieses Verhalten her und was könnte dieses Verhalten ausgelöst haben und auch inwieweit bin ich vielleicht an diesem Verhalten beteiligt. Und ich glaube, wenn man danach geht, kann man schon sehr viel vorwegnehmen, weil ich kann jetzt nur über meine Jugend sprechen. Ich bin auch das eine oder andere Mal falsch abgebogen. Und bei mir… Wie hat dir geholfen dann wieder richtig, also waren es eher deine Eltern oder hattest du auch sozusagen so einen Ort wie ein Jugendzentrum, wo du immer wieder… Es waren auf jeden Fall meine Eltern, die einfach sehr viel ausgehalten haben. Die haben einfach trotzdem immer wieder gesagt, okay, ich komme wieder mit zur Klassenkonferenz. Okay, ich gehe wieder mit dir in die Schule. Und die einfach, natürlich für das Leidwesen meiner Mama, sehr viel aushalten mussten, aber auch ausgehalten haben und mir dadurch sehr viel Sicherheit gegeben haben. Hast du dich da immer gesehen? Also du hattest immer das Gefühl, du konntest mit allem nach Hause kommen? Genau, ich hatte auf jeden Fall das Gefühl, dass ich einen sicheren Hafen habe. Okay. Ja, das ist ja im Prinzip auch nichts anderes als, was ich jetzt in meiner Arbeit mache, weil... Natürlich haben wir manchmal Jugendliche, die wirklich sehr viele verschiedene Problemlagen mit sich bringen und auch in sehr vielen Problemen stecken, aber trotzdem zu uns kommen können und uns ihre Sachen anvertrauen und auch anvertrauen können. Weil wir dafür dann versuchen, gemeinsame Lösungen zu finden. Und natürlich auch, wir die Netzwerke haben. Es gibt auch zum Beispiel so viele Hilfestellen, an die Eltern sich wenden können, wo sie die Möglichkeiten haben, Beratung stellen und dorthin zu gehen und sich nochmal eine Beratung zu holen von vielen großen Trägern. Und da finde ich... Wie wir die nennen, weil ich glaube halt auch einfach, wenn man so verzweifelt ist, dass man auch einfach gerade nicht mehr weiß, wo kann ich mich als erstes hinwenden? Was ist eigentlich der erste Ansprechpartner, wenn ich sozusagen sehr starke Probleme mit meinem Kind in der Pubertät habe? Kommt natürlich darauf an, was explizit für Probleme sind, aber die Caritas, die Diakonie haben zum Beispiel sehr viele Beratungsstellen. Ich meine, ich weiß jetzt nicht, wie das in so großen Städten wie Berlin aussieht, wie kurzfristig man da auch einen Termin bekommt. Ich glaube, das ist ja wieder ein Problem, dass wir zu wenig Facharbeiter wie dich haben. Also ich renne seit Monaten rum und sage das oder seitdem ich das mache, sage ich das. Aber darüber wird es auf jeden Fall schon Anlaufstellen geben. Es gibt zum Beispiel, was ich eine coole Seite finde, ist der Krisenchat. Der ist für Jugendliche auf jeden Fall, an den sie sich wenden können. Da gibt es auch viele inzwischen Online-Angebote, die man auch, glaube ich, nutzen kann oder auch sollte. Und Beratungsstellen sind halt trotzdem erstmal ein guter Ansprechpartner oder eine gute Ansprechpartnerin, um sich dahin zu wenden und mit der ersten Problematik da auch erstmal hingehen zu können. Ich glaube, das Schwierigste ist so in dieser Phase so, dass man zum ersten Mal auch so fällt, dass man vielleicht einfach blöd ist und dass man so dieses Negative, ich glaube, das ist für Eltern einfach schwer, wenn man einfach sagt so, ich finde dich doof und so weiter. Also so dieses erste Ablehnen und das ist, glaube ich, einfach da, trotzdem immer das nicht persönlich zu nehmen, weil viele sind ja auch sehr, also habe ich jetzt so im Gespräch, ich war gestern auf einer Abschiedsfeier von meiner Tochter und da hat mir die Mutter erzählt, die schon eine 16-jährige Tochter hat und die sagt einfach, es ist einfach nur schrecklich. Und dass man sich das nicht zu Herzen nimmt, ist halt einfach auch, also ich verstehe auch die Seite sozusagen, ich verstehe die Kinder, ich verstehe aber auch die Eltern, die dann einfach sagen, ich bin einfach nur traurig. Voll, absolut. Also das ist ja auch so ein Ding, wo ich der Meinung bin, das müssen auch, Pädagogen gut vermitteln können, dass wir Verständnis für die Eltern haben. Es ist einfach nicht einfach. Es ist kein einfacher Job, Eltern zu sein. Und die sind auch viel näher emotional einfach daran, als ich das jetzt zum Beispiel mit meiner Profession bin. Ich habe im besten Fall meine Arbeitsrolle. Ich wurde schon rauf und runter beleidigt. Am Ende des Tages weiß ich, okay, die beleidigen nicht Markus, aus, sondern Du wirst auch viel beleidigt? Ja. Ja? Ja, also ich hab da schon den einen oder anderen Spitznamen bekommen oder die ein oder andere Beleidigung, klar, weil wir natürlich auch mal sagen müssen, okay, das ist eine Grenze bis hierhin und nicht weiter und das finden die Jugendlichen dann auch nicht sonderlich cool und das kann ich auch vollkommen nachvollziehen, weil ich fand Grenzen auch nicht immer so geil, aber es war trotzdem wichtig und mir hat das immer, trotzdem auch Halt gegeben, auch wenn ich das damals nie zugegeben hätte, Aber ja, um nochmal auf die Eltern zurückzukommen. Ich glaube, für uns PädagogInnen ist es sehr wichtig, auch sehr viel Verständnis für die Eltern zu haben. Und da auch drauf schauen zu können und da auch die Problematiken zu erkennen. Das natürlich kommt ein bisschen drauf an, worum es geht und in welchem Bereich. Aber trotzdem ist Eltern sein für Kinder und Jugendliche, die in der Pubertät sind, alles andere als einfach in den meisten Fällen. Wenn du siehst, du hast gerade sehr persönlich gesprochen über deine Eltern, die ja wirklich immer Bezugspersonen waren und immer wie so ein sicherer Hafen. Was beobachtest du, wenn Kinder genau das nicht haben, diesen sicheren Hafen oder diese Bezugspersonen? Weil du ja wirklich so viele Jugendliche siehst, auch Jugendlichen, denen es nicht so gut geht. Du betreust ja auch aktuell Kinder, die Flüchtlingshintergrund haben. Also was ist dein als Pädagoge, was siehst du einfach, was dann passiert, wenn dieser sichere Hafen nicht da ist? Die suchen sich den. Egal wo. Also es kann im schlechtesten Fall natürlich in irgendwelche extremistische Richtungen gehen, wo einfach jemand da ist, der sagt, ey, wir sind eine Gruppe, wir sind für dich da, wir gehören zusammen. Oder sie vereinsamen und kriegen dann im schlimmsten Fall irgendwelche Erkrankungen. Und das ist im Prinzip auch eine Möglichkeit. Und ich glaube, dass Jugendliche so viel... Orientierung oder Halt vor allen Dingen suchen, dass sie sich schon dann auch den sicheren Hafen oder zumindest den vermeintlich sicheren Hafen für sich selber suchen. Siehst du mehr Jugendliche, die das nicht haben, also die sich dann auch vielleicht in falsche Bahnen entwickeln, die, wie du es gerade beschrieben hast, ins Rechtsextreme abrutschen? Du hast ja keine Studie, aber so deine tägliche Arbeit, ich meine, du bist ja sehr nah dran. Das ist jetzt eine Erfahrung, die ich selber halt nicht teilen kann. Also natürlich gab es schon die ein oder andere jugendliche Person, die dann leider in solche Kreise abgerutscht ist. Das wird sich nicht vermeiden lassen. Aber der Großteil, zumindest da, wo wir sind, können wir auch viel einwirken. Deswegen ist das jetzt erstmal nicht so die Problematik. Aber es ist schon eine Problematik. Und wie siehst du den Unterschied zwischen den Geschlechtern? Ja, auf jeden Fall Jungs mehr. Ja, also das ist zumindest, ich kann auch immer, ich kann nicht für die Allgemeinheit sprechen. Ich kann nur aus meiner Erfahrung, die ich als Pädagoge gesammelt habe, sprechen und da würde ich schon sagen, dass es eher dem männlichen Geschlecht zuzuordnen ist. Und die Mädels, was haben die so für Herausforderungen? Ja, also die Mädels, ich habe halt lange in einer Intensivfunkgruppe für psychisch erkrankte Jugendliche gearbeitet und da war der Großteil halt... Ja, Mädels, die da waren. Und die haben dann richtig da gewohnt. Kannst du mal genau erklären, was da deine Arbeit war? Genau, die haben da gewohnt. Die haben gewohnt, sozusagen wurden rausgezogen. Wie funktioniert das dann? Also es sind zwei Möglichkeiten. Also diese Wohngruppe, in der ich gearbeitet habe, haben im Prinzip die Jugendlichen mit den Eltern entschieden, dass sie nicht mehr zu Hause wohnen können. Das funktioniert auch nur, wenn es auf freiwilliger Basis läuft, weil sonst funktioniert das System von dieser Intensivfunkgruppe, die wir hatten, nicht. Das war auch immer was, was wir sehr klar und deutlich kommuniziert haben. Gerade die Jugendlichen haben bei uns Probewohnen gemacht und da war uns das. Also die sind dann für eine Nacht oder ein Wochenende vorbeigekommen und da war es uns gerade sehr wichtig, die Jugendlichen auch nochmal alleine sprechen zu können und denen zu sagen, dass sie hier nicht hinkommen müssen, dass es kein Muss ist. Freiwillig. Genau. Auch wenn die Eltern das vielleicht dann im Vorfeld so haben versucht zu kommunizieren, aber am Ende ist es nicht so, weil das funktioniert sonst auch nicht. Aber ist so, solche Angebote, ist das aus allen Schichten, dass da Kinder kommen? Absolut. Also das hat nichts damit zu tun, wie privilegiert die Kinder oder da ist wirklich alles mit dabei. Ist das eine gute Option, wenn man gerade so in einer Phase ist, wo wirklich gar nichts zu Hause mehr geht? Also erstmal dazu noch zum Privilegierten. Wir hatten sehr privilegierte Kinder. Und bei uns war das absolut durchgemischt, sage ich mal. Was fehlt da gerade bei so sehr privilegierten Haushalten? Ist der Kontakt da nicht da? Ist da eher der Überkonsum? Zumindest die Erfahrung, die wir gemacht haben, dass da sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit gefehlt hat und sehr viel gefühltes Desinteresse von Seiten der Jugendlichen war für ihr Leben und ihre Art zu leben, ja. Okay. Und wie stellt man sich das dann, also sagen wir es mal so, ich habe jetzt gerade wirklich einfach eine Situation mit meinem Teenager und wir merken beide, wir kommen hier nicht weiter, die Seiten sind so festgefahren. Und dann sich so an, du hast ja gesagt, an die Stellen zu melden, Caritas und so weiter. Ja. Aber ist das eine Option einfach mal um Ruherei? Also ich persönlich kann es mir gar nicht vorstellen. Also mir ist das schon sehr dran, eine nahe Verbindung zu haben und deshalb ist der Hafen so... Wie du ihn beschreibst, aber so, dass es vielleicht doch manchmal auch, also ich kann mir vorstellen, dass es einfach Situationen gibt, wo es einfach nicht mehr geht, dann ist das, glaube ich, eine ganz gute Möglichkeit. Aber seid ihr denn rund um die Uhr dann da? Also ich hätte ja schon mehr Angst, oh Gott, sind die da auch wirklich, passt da eine auf? Also wie läuft das ab? Ja, also so Wohngruppenarbeiten, also ich zum Beispiel habe im 25-Stunden-Dienst gearbeitet. Das heißt, wenn ich gehe, kommt der Nächste. Okay, also du warst dann 24, 25 Stunden? Genau. Wieso 25 Stunden? Ja. Das ist auch komisch so. Wir haben eine Stunde Übergabe, also 24 Stunden und dann eine Stunde noch Übergabe. Deswegen haben sich die 25 Stunden ergeben. Okay. Genau. Aber wenn ich gehe, kommt der Kollege, wir unterhalten kurz, was sind die letzten 40 Stunden passiert und dann sind die Kollegen... Aber du schläfst dann da auch mal, ne? Also ich meine, du kannst ja nicht 25 Stunden... Ich muss da schlafen. Ja, also ganz normaler Tagesablauf, so als wenn das jetzt... Genau. Ich komme da um 10 Uhr morgens hin und gehe am nächsten Tag um 11 Uhr nach Hause. Ah, okay. Genau. Und wer finanziert das? Also wie wird sowas finanziert? Das Jugendamt. Das Jugendamt. Genau. Wie lange im Schnitt sind so Jugendliche dann da? Also mich würde es jetzt einfach mal trainieren, weil ich glaube einfach, also ich hoffe mir einfach auch, dass vielleicht Leute zuhören, die vielleicht gerade in so einer Situation, in einer extremen Situation sind. Und es ist ja wirklich so eine sensible Situation, dass man selbst, glaube ich, auch vor Freunden und Familie, wenn es einfach nicht, weißt du, man erzählt ja immer nur, wenn es alles super läuft. Super hier in der Schule, hier, da, alles klar. Aber so, es gibt einfach und ich glaube auch, da hat man dann auch nichts falsch gemacht, Situationen, wo man halt vielleicht nicht miteinander, dass man sich dann Hilfe sucht mit so wunderbaren Menschen, wie du es bist, dass man einfach merkt, wir brauchen hier Hilfe und wir müssen uns nicht dafür schämen. Weil ich glaube, das ist ja auch so eine Sache, dass man so. Weißt du, diese Hemmschwelle ist einfach zu groß, auch als Eltern so, wir brauchen Hilfe. Und genau das meinte ich, dass wir auch verständnisvolle Pädagoginnen brauchen, die dann nicht irgendwie schief gucken, sondern die auch einfach Verständnis dafür haben. Ja, es ist halt nicht immer alles einfach. Auch die Lebensrealitäten sind nicht immer einfach. Auch für uns nicht. Und wir müssen auch stark genug sein, uns auch mal Hilfe holen zu können und auch damit transparent umgehen zu können. Und warum dann nicht auch bei Eltern? Es ist vollkommen okay. Dafür sind Hilfestellen da, die sagen, okay, ich versuche dir bei deinem Problem zu helfen. Wir kriegen das schon irgendwie hin. Wir machen das schon. Und ich glaube, dieser Schritt muss einfach geringer sein. Und wenn man dann in so einer Wohngruppe, wo du jetzt auch gearbeitet hast, sind die Kinder dann wirklich, ist es auch wieder eine gute Zurückführung? Also ist es einfach auch oft so, also... Eher immer länger und dann gehen sie eher in ihre eigene Zukunft? Oder merkst du auch einfach, das ist so, das interessiert mich einfach nur, dass man auch merkt, okay, das war jetzt eine Phase, wir haben hier vermittelt, wir haben zusammen gearbeitet und dann gehen wir zurück in ihre Familien. Wie ist das? Also das ist sehr unterschiedlich. Also man muss natürlich auch dazu sagen, dass es natürlich auch Jugendliche in den Wohngruppen gibt. Wo eine Unterbringung bei den Eltern nicht mehr möglich ist, die auch nicht mehr zu den Eltern zurückfallen, weil da auch natürlich Dinge passiert sind, die sich auch nicht außer Acht lassen, die nicht hätten passieren dürfen. Und deswegen ist eine Rückführung nicht immer sinnvoll, aber im Allgemeinen ist eine Rückführung zu den Eltern oder in das Elternhaus immer das Ziel Nummer eins, weil natürlich es schon schön ist, wenn die Jugendlichen und sie das auch wollen, zu ihren Eltern zurückgehen und da im elternlichen Haushalt leben. Kommt dann natürlich immer ein bisschen drauf an, manchmal, die meisten Jugendlichen, wenn sie jetzt mit 15, 16 in eine Wohngruppe einziehen und da zwei Jahre leben, dann gibt es auch viele, die wollen dann nicht unbedingt wieder. Wie man dann ihren möglichen Werdegang und eigenständig sein. Ja, aber ich hatte jetzt nur gerade gedacht, jetzt bist du ja doch auch so auf Fälle, die schwerwiegend sind, wo Sachen vorgefallen sind, aber ich hatte jetzt wirklich gedacht, dass es vielleicht manchmal auch einfach, es geht nicht mehr, ohne dass jetzt schlimme Dinge hoffentlich passiert sind. Dass man sagt, okay, wir brauchen jetzt hier Hilfe und das ist jetzt vielleicht für ein halbes Jahr. Und dann hat sich das Gehirn auch ein bisschen reguliert, weißt du, sodass dann wieder ein Umgang möglich ist, von beiden Seiten, die vielleicht ein bisschen Coaching bekommen, also so beide, also nicht nur. Also das gibt es ja auch, also da gibt es ja zum Beispiel Beratungsstellen oder halt das Jugendamt, die dann mobile Sozialarbeitende einsetzt, die dann einmal in der Woche vorbeikommen oder mit denen man sich austauschen kann, das funktioniert. Wir kommen leider immer wieder auf diesen Fachkräftemangel. Das Problem ist halt einfach, wenn nicht genügend Sozialarbeitende da sind, die das unterstützen, dann haben die Leute auch nicht die Möglichkeit, diese Unterstützung zu bekommen. Also eigentlich wäre das Jugendamt sozusagen immer mein erster Ansprechpartner und die führen einen dann. Oder wir haben Beratungsstellen. Aber davon haben wir von allen zu wenig? Wir haben davon von allen zu wenig. Deshalb ist es sozusagen mit deiner Arbeit auch als Creator auf Instagram sozusagen, versuchst du ja auch weiterhin darauf aufmerksam zu machen, dass wir da mehr Sichtbarkeit brauchen. Ja, das ist halt im Prinzip ist der, zumindest der Sozialbereich oder die soziale Arbeit, sehr unterrepräsentiert in den sozialen Medien. Ich habe damals gedacht, ich finde nichts, was mich irgendwie präsentiert. Warum gibt es keine Sozialarbeitenden, die Content machen? Weil sie keine Zeit haben? Ja, weil sie keine Zeit haben. Wahrscheinlich schon. Aber ich habe mir dann einfach diese Zeit genommen und habe dann angefangen darüber zu berichten und über Fachkräftemangel und warum dieser Fachkräftemangel entsteht, warum auch viele Arbeitgebende noch von vor 20 Jahren ihre Rahmenbedingungen haben und das heutzutage nicht mehr funktioniert und deswegen es nicht attraktiv ist, wenn Sozialarbeitende in den Beruf gehen wollen. Weil es ist ein toller Beruf. Es ist ein wunderschöner Beruf. Aber ich bin da auch so, du sprichst mir so aus der Seele, was du auch so sagst, dass wir unseren Ansatz auf Prävention setzen müssen. Also dass wir einfach Eltern besser begleiten müssen, gerade in diesen herausfordernden Zeiten und mehr aufklären. Und das ist einfach ein super anstrengender Job. Das ist einfach so... Ich finde es wichtig, dass wir hier beide sitzen, dass wir darüber aufklären, dass es einfach immer, ich glaube ja auch immer ans Gute nach wie vor, aber es ist wirklich schade, dass unsere wichtige Arbeit einfach von Politik einfach nicht gesehen wird oder sie einfach nicht genug Gewinn bringt, weil sie in Menschen investiert und nicht in Zahlen. Das ist halt schon einfach, finde ich, glaube ich, immer schwierig, weil ich glaube, jeder, der diesen Beruf ausübt, ob es jetzt im Gesundheitswesen ist oder soziale Arbeit, macht das ja aus Leidenschaft, weil er irgendwie was verändern will und das finde ich einfach richtig, richtig schlimm. Und was noch viel absurder ist, dass man das rein theoretisch, wenn man das machen will, auch in Zahlen bemessen kann. Also ich kann ja sagen, was mich heute 500 Euro kostet, wird mich irgendwann mal vielleicht 500.000 kosten, weil dazwischen keine Stellen gab, die das Problem aufgefangen haben. Das ist Präventivarbeit. Präventivarbeit kostet langfristig immer weniger, als wenn es dann zu der Problemlage kommt. Bei mir ist es ja immer so auch ein Podcast, dass man so ein bisschen gerade, wenn ich Fachgruppen habe, die hier sagen, so ein bisschen so, dass wir auch mal so ein bisschen träumen dürfen. Also ich träume ja auch von so einem Geburtszentrum. Was würdest du dir für Jugendliche wünschen? Wie würdest du dir in ein Deutschland in 2026 wünschen, was so gerade Jugendliche, die in der Pubertät sind, in dieser wirklich sensiblen Phase, wo man oft auch orientierungslos ist, was wäre deine, wenn Markus sich jetzt was wünschen könnte, wie würdest du das kommentieren? Also wenn ich mir was wünschen dürfte und träumen dürfte, dann würde ich mir auf jeden Fall ein Land wünschen, in dem... Dass der soziale Bereich fair bezahlt wird, dass genug Menschen in diesem Bereich arbeiten wollen, dass wir genug Einrichtungen haben, die Zeit haben, die Zeit haben, ihre Professionen ausleben zu können und jeden, der die Unterstützung braucht, auch die Unterstützung kriegt und wir in der Gesellschaft auch noch mehr Anerkennung finden. Das wäre mein Wunsch. Ja, meiner auch. Markus, ich danke dir für deine Zeit. Ich glaube, du hast gute und wichtige Impulse für uns als Eltern gegeben. Also ich glaube, das Wichtigste auch ist der sichere Hafen, dass wir uns, glaube ich, das nicht so persönlich nehmen und immer wieder in Verbindung bleiben. Und deshalb erst mal danke für das schöne Gespräch, dass du dir Zeit genommen hast, extra hierher zu kommen. Und ja, also alles Wichtige über Markus findet ihr in meinen Shownotes. Da könnt ihr euch nochmal informieren. Er hat eine super tolle Plattform gegründet. Instagram könnt ihr folgen. Und ja, vielen, vielen Dank für deine Zeit. Ja, sehr gerne. Und wenn ich das noch sagen kann zuletzt. Also wirklich, ich weiß, es ist nicht einfach, dass Jugendliche manchmal so problematisch sein können. Aber kein Elternteil muss sich dafür schämen, sich Hilfe zu suchen. Und es gibt da draußen viele Leute, die auch gerne helfen. Das ist ein schöner Schluss. Vielen, vielen Dank. Ja, danke dir. Gerne. Ja, das war auch schon wieder unsere Folge Sounds Familie mit Markus Herzog. Ich fand es total toll, einfach diese Einblicke auch nochmal zu bekommen, weil ich finde, dieses Thema der Pubertät ist ja so sensibel und man fühlt sich als Eltern auch so machtlos. Und es gibt da ja auch kein richtig und kein falsch. Und den Satz, den ich mir jetzt immer, also ich meine, den ich auch vorher schon so, dieser Hafen zu sein, dieser sichere Hafen für, auch wenn es einfach mal nicht so rund läuft und wenn man ganz anderer Meinung ist, dass man seinen Kindern immer so das Gefühl geben muss, sie können mit allen zu uns kommen. Das hat er ja auch so schön beschrieben, dass er da so dankbar seinen Eltern gegenüber war, dass sie ihnen immer, egal wie schief es gerade lief, es war egal, sie waren einfach da. Und dass es aber auch die Möglichkeiten gibt für Kinder, auch wenn wir einen Fachkräftemangel haben, wo man sich einfach an Einrichtungen wenden kann. Auch das Jugendamt Caritas Ansprechpartnern sind, dass man sich Hilfe holen darf. Das ist, glaube ich, auch nochmal ganz wichtig. Und jetzt ist die Folge schon wieder vorbei und es gibt heute auch nochmal einen kleinen Mythencheck für euch. Und heute ist der Mythos, Jungs haben mehr Probleme in der Pubertät als Mädchen. So einfach lässt sich das nicht sagen. Jungen und Mädchen durchleben die Pubertät auf unterschiedliche Weise. Doch beide stehen vor großen Herausforderungen. Jungen kämpfen häufig mit gesellschaftlichen Erwartungen an Männlichkeit. Das hat ja Markus auch so ein bisschen beschrieben. Vielen fällt es schwer, über Gefühle zu sprechen oder Hilfe anzunehmen oder sich mitzuteilen. Jungs fallen daher häufiger durch Wut oder impulsiven Verhalten auf. Mädchen hingegen berichten häufiger von Selbstzweifeln, Körperunzufriedenheit und dem Druck durch soziale Medien. Sie neigen dazu, Belastungen stärker nach innen zu tragen, etwa durch Grübeln, Rückzug oder Formen von Autoaggression. Kurz gesagt, es geht nicht um mehr oder weniger, sondern es geht einfach um die unterschiedlichen Ausdrucksformen. Und nicht zuletzt, Geschlecht ist kein festgelegtes Konzept. Viele junge Menschen erleben ihre Identität jenseits binärer Kategorien. Was alle Jugendlichen in dieser sensiblen Phase brauchen, ist Verständnis, Orientierung und eine echte Beziehung auf Augenhöhe. Ja, da haben wir es nochmal hier bestätigt und keine einfache Zeit in Kontakt bleiben, ist so das Wichtigste und vor allen Dingen diese Beziehung auf Augenhöhe. Ich danke euch, dass ihr bis zum Ende hoffentlich gehört habt und ich freue mich, euch nächste Woche wieder bei Sounds Familiar begrüßen zu dürfen. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche Eine Produktion von Auf die Ohren Redaktionelle Light. Music.