Music. Herzlich Willkommen, es ist wieder Donnerstag und heute gibt es eine neue Folge Sounds von mir und diese Folge ist auch ein bisschen für mich. Ich habe heute eine Gästin zu Gast, die ich mir sehr gewünscht habe, weil ich einen Impuls hatte. Ich bin ja auch ein Bauchmensch und ich versuche eigentlich immer auf meinen Bauch zu hören, weil der mir immer die richtigen Zeichen gibt. Und wenn mein Bauch weit wird, dann ist immer alles gut und wenn die Enge kommt, dann sollte ich eher da mit Ausrufezeichen rangehen. Und wenn ich auf meinen Bauch höre, liege ich eigentlich auch meistens richtig. Also ich hatte ein weiches Gefühl in meinem Bauch, es hat weit gemacht, weil meine liebste Daniela Aschenbrenner, die ich ja auch schon im Podcast zu Besuch hatte, hat ein Buch vorgestellt auf ihrem Instagram-Account, nämlich von Sabine Lück. Und dann habe ich auch noch eine Podcast-Folge von ihr gehört und habe gesagt, oh, es ist so eine inspirierende Frau und ich habe irgendwie Lust über dieses Thema, was mich persönlich auch so betrifft, da möchte ich unbedingt mal mit ihr sprechen. Und dann habe ich sofort meiner Produzentin geschrieben, können wir Sabine irgendwie hier noch, bevor ich in den Urlaub gehe, einladen? Und heute ist sie da. Herzlich willkommen, Sabine Lück. Du bist Psychologin, du bist Psychotherapeutin und du hast gemeinsam mit Ingrid Alexander den Generation Code entwickelt. Und ich möchte heute in dieser Folge mit dir darüber sprechen, wie viel Vergangenheit steckt in unseren Kindern, in uns selbst. Und wie können wir da am besten mit umgehen? Und klar haben viele Leute immer schon davon gehört, aber ich denke, dass du so grandiose Arbeit leistest, ist, dass man ganz viel immer darüber sprechen muss, weil ich glaube, es braucht diese Impulse, so wie ich ihn hatte, als ich jetzt so viel von dir gelesen und gehört habe, gedacht habe, wir müssen heute über dieses Thema reden. Deshalb schön, dass du die Zeit gefunden hast, nach Berlin zu kommen. Sehr, sehr gerne. Ich freue mich sehr, dass du mich eingeladen hast. Und es ist ja ein Eltern-Podcast hier bei Soundfamilie. Ich bin Hebamme. Also ich betreue ja Familien in einer sehr sensiblen Phase. Wenn man selber Eltern wird, das erste Mal Mutter wird, das ist ja wirklich so eine vulnerable Phase. Und auch die ersten Jahre mit Kindern, wo man immer wieder in Situationen steckt, wo man auch nicht weiter weiß oder wo man denkt, ich versuche doch alles richtig zu machen und trotzdem fällt es mir doch schwer. Und wo uns auch immer unsere Kinder wieder so einen Spiegel zeigen. Und eigentlich ist es oft so ein Zeichen, da bei uns vielleicht mal genauer hinzuschauen. Und viele Eltern wissen das vielleicht dann einfach gar nicht, dass so diese Zeichen auch von ihren Kindern vielleicht auch so ein eigener, ja, guck mal bei dir nochmal genauer hin. Und mittlerweile ist es ja schon anders geworden durch Podcast, durch Instagram, dass man sich ja viel mehr auch mit seiner Vergangenheit beschäftigt und auch weiß, deine Arbeit, du bist ja spezialisiert auf transgenerationale Themen und so weiter, dass die Vergangenheit nicht nur spurlos und uns übergeht, dass wir sie mitnehmen und auch vielleicht gewisse Erlebnisse, die unsere Mütter, unsere Großmütter gemacht haben, dass die uns auch betreffen. Absolut. Es ist ja die wirklich sensibelste Zeit, von der du auch sprichst. Dieser Anfang, der schon im Mutterleib beginnt natürlich. Und bei der Geburt, wie es so eine Geburt ist, da weißt du auch, was das für große Einflüsse hat. Einfach auf das, wie es weitergeht. Also ob es so möglich ist, diese erste Verbindung aufzubauen mit dem Kind, wie sehr wird das gestört, auch allein schon die Geburt selber. Dann halt die ersten Tage, die ersten Wochen, die ersten Monate, wo einfach noch die Bindung anfängt zu entstehen und die ja verschiedene Phasen dann hat, wo es so wichtig ist, dass wir unser Kind spiegeln. Und ich sage jetzt mal, die größte Aufgabe, die wir eigentlich haben, ist unser Kind so heil zu lassen, wie es auf die Welt gekommen ist. Weil ich glaube ganz tief daran, dass es schon so viel mitbringt natürlich. Weiß es noch nicht genau einzuschätzen, was ist das jetzt für ein Gefühl und es muss gespiegelt werden. Benutzt uns als Spiegel oder braucht uns als Spiegel und dann ist es halt eben so wichtig, wie gut kennen wir uns selbst eigentlich. Und haben wir Zugang zu diesen Emotionen, zu diesen Gefühlen, die wir da beim Kind spüren oder sehen oder spiegeln sollen? Und vor allen Dingen haben wir Zugang zu unseren Bedürfnissen. Wissen wir überhaupt, wie wir mit diesen Gefühlen und Bedürfnissen umgehen? Und das entscheidet dann ja eben, was in dieser Phase gut läuft und was schlecht läuft. Und ich bin davon überzeugt, dass man vielleicht mit Ratgebern vieles machen kann. Aber ja, dieses wirklich authentische Sein, das überträgt sich sowieso auf unser Kind. Also Körpersprache, nonverbale Kommunikation, da können wir nicht so viel so tun als ob. Die Kinder spüren das ja, wie es wirklich ist. Was ich auch schwierig finde als Hebamme, diese Optimierung ist gerade ja so sehr, sehr stark. Also wir optimieren ja alles in unserem Leben und deshalb wollen wir natürlich auch bestmöglich unsere Kinder optimieren. Und ich finde gerade bei Neugeborenen, da ins Gefühl zu gehen und einfach die zu nehmen, wie sie so sind, das ist halt einfach ganz schwierig zu erklären, weil man lässt sich so ablenken. Da kann man noch das machen und wenn ich das nochmal, den Zyklus nochmal besser. Oder also so dieses Menschen wieder in dieses Gefühl zu nehmen und dieses Kinder auch so einfach anzunehmen und viel sich diese Zeit zu nehmen, das geht halt leider so verloren. Und deshalb ist meine Arbeit eigentlich gar nicht so, dass ich viel mache, sondern eher versuche wieder in dieses Gefühl zu gehen, bei den Kindern zu sein. Genau, das Wichtigste ist im Kontakt zu sein. Und ich denke, es liegt ein Stück in der Natur, das besser machen zu wollen. Das ist ja auch immer meine Spezialfrage, wenn man so fragt, ja, woher weiß ich denn jetzt, was ich da übertragen könnte oder so. Und dann sage ich immer, ja, frag dich einfach, worin soll mein Kind es einmal besser haben oder was soll ihm besser gelingen? Und dann, zack, bist du eigentlich bei deiner eigenen Wunde natürlich, weil das ja in diesem Vergleich ja schon drinsteckt. Und wenn du das dann noch weiter zurückverfolgst, dann kommst du auch relativ schnell auf die Themen deiner Familie, auf die Familienwunde. Und in diesem Optimierungswunsch, wo ich dann ja all diese Dinge einbaue, die ich bekomme, selbst mein Buch könnte man jetzt da einbauen. Wer hat das Glück? Wie geht das denn jetzt mit den transgenerationalen Sachen? Genau, das wäre meine erste Frage. Kann man das versuchen zu nutzen, um das zu optimieren. Und darum geht es überhaupt nicht. Sondern wie du schon sagst, es geht darum, echter zu werden, authentisch zu werden, in Kontakt mit sich zu sein, überhaupt zu verstehen, was heißt denn eigentlich authentisch sein. Also weil wir haben ja durch unsere eigene Erziehung, durch das Transgenerationale so etwas, wie ich das nenne, Scheinidentität aufgebaut, von der wir glauben, so sind wir. Und es ist ja nur ein ganz, ganz kleiner Teil von uns. Da haben wir vielleicht auch Fähigkeiten und Qualitäten entwickelt. Aber das sind ja nicht wirklich authentisch wir, sondern authentisch wir. Das kommt, wenn wir selber diese ganzen Themen loslassen können. Und dann zum Beispiel wirklich in das Hier und Jetzt eintauchen können, in den Kontakt, damit die Liebe wieder fließen kann. Die ist ja ganz, ganz oft auch blockiert. Auch wenn ich das Beste geben will, kann ich es nicht so richtig. Kann die Nähe nicht zulassen oder kann irgendwie damit nicht umgehen, wenn mein Kind irgendwie ein bestimmtes Gefühl zeigt und verschließe mich, weil ich selber vielleicht vor einem verschlossenen Herzen stand als Kind. Und das sind so die Themen, die man sich angucken darf und nicht um zu optimieren, sondern um echter zu werden, um mehr bei sich anzukommen. Aber wenn ich jetzt sozusagen einfach merke, okay, da sind, wie du sagst, Wunden oder da ist etwas, was ich anders machen will. Aber für mich ist jetzt so gerade so die große Frage, wie fange ich am besten an? Weil ich glaube halt, dass viele auch Angst haben schon, ich kann jetzt noch gar nicht Eltern werden oder Mutter werden, weil ich muss erstmal nochmal alles erstmal vorher erledigen und trauen sich gar nicht in diesen Prozess reinzugehen und dass man ja auch gemeinsam sozusagen wachsen kann. Deshalb ist meine Frage, wenn du jetzt als Therapeutin, du hast den Generation Code entwickelt, hast ja selber gemerkt in deiner Arbeit als Psychotherapeutin, so hier kann ich noch ansetzen, wo fange ich an? Also das ist wirklich eine gute Frage, weil ich habe oft schon gedacht, Mensch, es wäre doch toll, wenn junge Paare schon von Anfang an dieses Wissen mitbekommen, dass sie da schon ganz bestimmte Dinge wirklich schon mal erkennen, loslassen können, um das gar nicht erst auszulassen. Übertragen zu müssen, was natürlich nur zum Teil geht. Weil wir tragen ja schon in unserem Zellwissen die epigenetischen Themen unserer Vorfahren. Wir wissen das ja heute auch wirklich vererbt, rein körperlich, rein mental über diesen Weg. Die Erfahrung unserer Vorfahren, ihre Überlebensmuster, ihr Umgang mit dem Trauma, aber eben auch ihre Traumafolgestörung, die sie dann entwickelt haben. Und die gibt es ja in jeder Familie. Es gibt ja keine Familie ohne Trauma. Wenn wir zurückgucken, irgendwann spätestens landen wir bei irgendwelchen Dramen, die im Leben halt passiert sind. Schicksalsschläge, was auch immer. Aber gut, was können sie machen? Und ich denke, da ist so ein Punkt, ja, da könnte man erstmal schauen, was bringe ich denn mit? Was würde ich denn eben zum Beispiel mit dieser Frage, wann soll es mein Kind besser haben, was würde ich denn Gefahr laufen, schon mal zu übertragen? Weil wenn ich beispielsweise selber in meiner Kindheit wenig stark oder laut sein durfte, meinetwegen als Mädchen, ich musste immer die brave, angepasste sein, dann kann es sein, dass ich mir so eine richtige Pippi Langstrumpf wünsche und denke, ja. Die soll laut sein, die soll ihre Meinung sagen, die soll selbstbewusst sein. Und in allem, was ich tue, übertrage ich diesen Wunsch. Und das Kind will es ja für die Mama richtig machen. Das Kind spürt ja auch, da gibt es ein Defizit, da braucht sie was und ist natürlich bereit, das dann auch zu machen. Also es klingt jetzt so, als würde es da sitzen und sagen, okay, das mache ich jetzt mal. Aber das läuft ja ganz, ganz unbewusst. Das ist einfach so ein Gefühl, da ist die nicht komplett. Und dann kriegt es diesen Auftrag und dann wird es eine Pipi-Langstrumpf. Und dann wird sie vielleicht plötzlich das Kind, was immer zu laut und immer unmöglich ist und was von anderen dann irgendwie negative Rückmeldung kriegt. Und die Mutter ist ganz hilflos und sagt, ja, mein Kind kennt keine Grenzen und ich weiß gar nicht, was ich machen soll. Und ja, weil sie nicht verstanden hat, dass sie selber mit ihrem Wunsch vielleicht auch ganz viel dazu beigetragen hat, dass sich Themen entwickeln bei dem Kind, die sich unnatürlich entwickeln, weil sie nicht authentisch sind, weil dieses ein bisschen too much, ein bisschen zu viel, was in diesem eigenen Mangel irgendwie liegt, der dann irgendwie sich so verdreht und auf der anderen Seite so ankommt. Und das ist jetzt vielleicht ein bisschen überzogen, dieses Beispiel, aber wirklich auf sehr vielen Ebenen läuft das. Ich konnte das wirklich am eigenen Leib erleben mit meiner Tochter, wo mein großer Wunsch war, sie möchte doch bitte diesen tollen Papa haben, den ich nicht hatte. Und in diesem tiefen Wunsch, ihr das geben zu wollen, ganz viele Sachen außer Acht gelassen habe, was mich am Ende auch diese Beziehung gekostet hat. Von meiner Seite jedenfalls ist der Teil, den ich dazu beigetragen habe. Aber es auch ihr schwer gemacht hat, weil sie musste quasi ja für mich das nochmal so richtig schön erleben in ihrem Leben. Und der Preis, den sie dann gezahlt hat, war eine viel, viel zu enge Vaterbeziehung, die sie dann später in ihrer Pubertät lösen musste. Und letztendlich... Irgendwo ein ähnliches Vaterthema dann hat wie ich, die jetzt diesen Vater gar nicht hatte. Aber das war ja eigentlich mein Wunsch. Die meine ich, die jetzt gar nicht hatte? Mein Vater war nicht da in meiner Kindheit. Und das war für mich eben, aber übrigens für meine ganze weibliche Ahnenreihe, da gab es nie Väter. Die waren immer weg, die sind gestorben, die waren nicht da. Und deswegen war das so ein tiefer Wunsch in mir. Und ein Wissen auch, dass die Töchter, auch natürlich die Ehefrauen, aber die Töchter brauchen Väter. Die Ehefrauen brauchen Männer, die an ihrer Seite sind, schon viele, viele Generationen lang. Und in diesem Mann, den ich dann getroffen habe, habe ich diesen Mann gefunden. Also der passende Vater, der tolle Ehemann, der genauso sein soll, wie man ihn sich wünscht. Und vor allen Dingen eben auch für die kleine Sabine, also mich, sollte er natürlich da sein. Wir tragen ja unsere Wünsche in die Partnerschaft rein. Und als das Kind dann kam, langersehend, war dann klar, endlich, endlich kommt etwas aus mir. Und bekommt noch mal stellvertretend für mich jetzt diese väterliche Versorgung. Und ich kann dabei zugucken. Und das habe ich auch super genossen. Und ich habe das total unterstützt. Also absolut. Und dann ist durch dieses zu viel. Also der Auftrag war ja immer, geh zu Vater hin. Hab das mit ihm. Also ich sage es jetzt mal so ein bisschen übertrieben. Das habe ich ja nicht so gesagt. Aber alles, was ich getan habe, war das zu unterstützen. Und dass die eine schöne Beziehung haben. Und dadurch habe ich mich auch manchmal zu wenig eingebracht als Mutter. Also habe eigentlich signalisiert, mich braucht man da jetzt nicht so, nimm den Vater, um den Mangel auszugleichen, was ja irgendwie auch Sinn macht. Aber dadurch konnte sie sich nicht zu dem Zeitpunkt gut genug loslösen, zu dem man sich loslösen muss. Und da natürlich der Vater auch ein Anliegen mitgebracht hat, wir haben ja alle unsere Transnationalen, passte das für ihn so gut? Er hatte mit dieser Tochter eben diese enge Beziehung, die er sich auch immer gewünscht hat als Kind. Also er hat sich das mit seiner Mutter gewünscht oder mit seinem Vater und jetzt hatte er das irgendwie in seiner Tochter, konnte er diese enge... Eltern-Kind-Bindung leben, die aber auch dieses ein bisschen zu viel hatte. Und dadurch war zu wenig Raum für Loslösung, zu wenig Raum für Autonomie, bindet das Kind, was natürlich sich auch gut fühlt eine Zeit lang, weil es so einen wichtigen Platz hat. Aber er ist ja nicht wirklich für sie allein, sondern sie steht damit ja im Dienste. Ich weiß nicht, ob das klar ist, wenn ich das sage. Sie muss das ja für uns beide auch miterledigen. Sie bekommt vieles, also sie war das Prinzesschen auf jeden Fall. Aber am Ende hat sie einen hohen Preis gezahlt. Sie musste wirklich sich daraus arbeiten, aus dieser zu engen Vaterbeziehung, die damit zu tun hatte, dass wenn sie das Gefühl hatte, ich mache irgendwelche Schritte in mein eigenes Leben, dann wird Papa traurig, dann überlebt er das nicht. Und das ist so ein ganz wunderbarer Vater. Wenn der das gewusst hätte, hätte er sofort gesagt, nein, Kind, geh, ich komme gut ohne dich, klar. Aber gefühlt hat sie natürlich, dass sie so ein wichtiger Teil in seinem Leben war, Dass ich gedacht habe, nee, das schafft der nicht ohne mich. Aber spannend, weil ich finde gerade so, wie du diesen Abnabelungsprozess, der ja natürlich ist und der auch vollzogen werden muss. In dem befinde ich mich ja gerade sozusagen mit meinem ersten Kind. Da habe ich auch schon öfter hier drüber geredet. Wie alt ist sie? Mein Sohn, 14,5. Und ich glaube, mein Sohn ist in dem Sinne auch so meine männliche Figur, die mir immer so ein bisschen gefehlt hat. Also so, meine Eltern waren getrennt. Also mir hat so eher so der Vater auch, also der war zwar da, aber nicht so präsent. Emotional vielleicht nicht so reichbar. Emotional, genau. Und wenn ich das jetzt so merke, so ist mein Sohn für mich auch so der Prinz. Genau. Also wie du das gerade beschreibst. Und deshalb fällt es mir jetzt auch gerade so schwer. Der ist super selbstständig, der macht sein Ding. Und ich bin auch total stolz, das zu sehen. Aber es ist in mir, ist gerade der stärkste Liebeskummer ever, weil ich ihn ja jetzt ziehen lassen muss. und schon auch manchmal merke, ich muss mich so zurücknehmen, dass ich mir das nicht immer so, was ich jetzt gerade brauche, hole. Es gibt so einen Begriff, magische Hochzeit nennt sich das. Und da hat überhaupt nichts mit Sexualität oder wirklich Hochzeit zu tun zwischen Eltern und Kind, sondern wenn wir das Glück haben, sage ich mal, ein Kind zu bekommen, das in seiner ganzen Wesensart, in seinem ganzen Sein so sehr der Lieblingsmensch sein kann für mich, weil es so passt und so innig ist, dann ist natürlich eine ganz große Gefahr von dieser tiefen, tiefen Seelen- und überhaupt Verbindung. Und die bindet dann eben dieses Kind. Es ist eben, wie gesagt, auch eine ganz, ganz tolle Chance. Das Kind bekommt ja dadurch ganz viel. Also erstmal diese tiefe Liebe, aber eben auch viel Aufmerksamkeit, viel tiefe Beziehungserfahrung. Aber wir binden dann unser Kind. Also ich kenne das auch mit meinem Sohn übrigens. Zum Glück bin ich echt froh, dass ich das gut hinbekommen habe, mich zu lösen. Aber es war auch, es war wirklich schwer, weil das ging mir ganz genauso. Diese tiefe Verbundenheit, die ich mit ihm gefühlt habe immer und ich auch jetzt auch fühle, aber ganz anders. Wie verändert sich das dann? Also er hat wirklich eine harte Phase dann irgendwann gehabt, also mich wirklich auch wegstoßen müssen. Am Anfang hat er das dann immer schon gesagt, behandle mich nicht so, ich bin doch kein Muttersöhnchen und so. Und er war immer mein totaler Fan und plötzlich hat er irgendwie so, oh Gott, du bist mir peinlich, was machst du alles? Und es war so ein schöner Moment, er ist jetzt 21 und jetzt kehrt sich das um und er ist aber ein echtes Gegenüber. Er hat immer noch so, bitte nimm ein bisschen Abstand, komm mir nicht zu nah, sag mir bestimmte Dinge nicht. Wo ich eigentlich so eine Natürlichkeit sonst immer hatte. aber er kann mich wieder an sich ranlassen und ich darf wieder diese Nähe haben. Das war eine Zeit lang richtig hart. Der hat mich richtig auf Abstand gehalten und das musste er auch, weil eben die Beziehung so gut ist und weil er ja da raus muss in sein Leben und erst mal von mir weg muss. Und ich sage mal, es ist wie so mit so einem Bumerang. Man muss ihn loslassen, damit er irgendwann wiederkommen kann. In einer anderen Form, also als erwachsener Mann, wie Hänschen Klein, der wirklich in die Welt geht und nicht zurückkehrt, weil Mama weint, sondern er in die Welt geht. Und das ist ein wirklich tiefer Abschiedsschmerz und den auch zuzulassen. Also ich finde, du machst das richtig, wenn du sagst, ich bin da traurig. Ja, es ist richtig Liebeskummer. Ja, genau. Und so ist es auch. Ja, und vor allen Dingen, wenn man jetzt immer denkt, wenn wir so über die Zeiten reden, es geht so schnell. Ja, und dieses Kind, das kommt ja nie wieder, so sag ich immer. Ja. Da kommt ja ein Erwachsener wieder. Und ich kann dir nur Mut machen, es ist so schön jetzt. Also ich bin so happy. Es ist so ein Mann mir gegenüber plötzlich, klar mit 21 noch sehr jung, aber wir haben so wunderbare Momente miteinander. Da und neulich waren wir essen und dann sagte er, hast du nicht Lust mitzukommen, ich gehe noch in den Park, da treffe ich noch meine Kumpels sozusagen. Durfst du mitkommen? Ich dachte, was, du willst mich mitnehmen? Und dann hat er mir gestanden, dass ja seine Freunde mich ganz cool finden und ich war mir nicht so ganz sicher, will er das jetzt wirklich oder will er mir einen Gefallen tun, aber ich habe gedacht, komm, ich komme mal mit. Und dann war das so nett, er hatte also wirklich da mehrere Freunde und die waren tatsächlich alle Fans von mir. Die sind mir auch gefolgt, wusste ich alle nicht. Folgen mir auf Instagram, sind total offen für meine Themen und so. Und ich so, ey, super, also finde ich toll. Und euer Leben, ja, du sagst echt so coole Sachen, das müssen wir auch alles machen. Und die Männer, die fühlen ja auch so wenig. Und ich dachte, wow, ich habe alles richtig gemacht. Mein Sohn hat Freunde um sich herum, Männer, die ganz anders denken, die als junge Männer schon wirklich wissen, worauf es irgendwie ankommt. Mit sich selbst in Beziehung zu sein. Und ja, war irgendwie ganz, ganz beseelt nach dieser schönen Sitzung da im Park. Und mal gucken, was sich daraus entwickelt. Die wollen mich gerne mal ein bisschen unterstützen, mal auf Instagram ein cooles Reel drehen. Weil natürlich ist in deren Augen nicht cool, was ich mache. Aber ja, ich bin gespannt, was zu Hause entsteht. Ja, wie schön hast du, er ist stolz auf dich. Ja, und das ist das, was ich gespürt habe. Er ist stolz auf mich. Und er hat dann auch zu seinen Freunden gesagt, meine Mama ist der Mensch, den ich kenne, der am meisten seine eigenen Träume gelebt hat. Und sie ist mein größtes Vorbild. Da dachte ich, wow, wie cool ist das. Aber wie gesagt, es gab die lange, trockene Phase dazwischen, die echt eine Durstphase war, wo er mich wirklich geghostet hat, wie man so schön heute sagt. Weil ich glaube, das ist ja auch so, wir wollen es ja richtig machen. Das spüre ich ja auch in meinem tiefsten Herzen so, man will es richtig machen, man möchte seine Kinder gut begleiten. Aber manchmal ist man ja auch als Mutter nur Mensch und hat seine Geschichte. Und das darf man sein und das darf man auch sagen. Also ohne, dass man jetzt da mit dem Kind eine Botschaft gibt, kümmer dich um mich, sondern zu sagen, hey, es ist für mich hart, aber ich weiß, wo ich damit hingehe. Ich habe da jemand, mit dem rede ich darüber. Und ich will nur wissen, dass du das richtig einschätzt, wenn ich da manchmal vielleicht nicht ganz so reagiere, wie ich eigentlich vielleicht als gute Mutter reagieren sollte. Aber ich bin eben auch mal Kind gewesen und ich habe auch meine Wunden. Und ja, nur dass du Bescheid weißt, ich bin da vielleicht ein bisschen emotional. Aber was kannst du sagen? Also es gibt ja so Situationen, es kennen bestimmt viele, die immer wieder auftreten, wo man sich so getriggert fühlt, obwohl man denkt so, das ist wie so ein Vulkan, der dann in einem kommt. Und man denkt so, im Kopf weiß man einfach, das bin ich jetzt gar nicht. Aber dann kommt es so raus, wie gehe ich damit um? Also wie finde ich da auch diesen richtigen Weg? Weil du beschreibst ja auch schon immer deine Arbeit. Das ist ja nur ein Türöffnen, wenn ich in die Ahnenarbeit gebe. Und ich muss ja stetig eigentlich daran arbeiten. Also ich würde schon sagen, man kann in diese Ahnenarbeit richtig eintauchen. Das ist ja mehr so im ersten Buch beschrieben, der erbt das Schicksal. Da kann man so die ganze Reise machen, seinen Treuvertrag auflösen, seinen Code irgendwie anschauen. Das, was wir aber im täglichen Leben haben, wenn wir in der Familie leben, mit den Kindern, ist das, was du sagst. Dadurch, dass diese Kinder ja von Anfang an ihre ganzen Lebensphasen mit uns zusammen erleben, sind wir dauernd erinnert und getriggert an unsere eigene Geschichte. Und gerade die Dinge, die wir ordentlich in den Keller gesperrt haben, unsere Kellerkinder, wie ich sie nenne, also die ganzen Emotionen, die ich nicht verarbeiten und die integrieren konnte als Kind, die vielleicht auch verboten waren, weil auch unsere Eltern damit nicht umgehen konnten, die werden getriggert. Und das bedeutet natürlich in der Folge, Ich muss sie mir anschauen. Ich muss zu diesen Kellerkindern gehen, meinen eigenen, und schauen, was die brauchen. Und das ist ja ganz unterschiedlich. Aber in dem Moment, in dem aktuellen Moment, wo ich getriggert bin, dann bin ich ja erstmal überflutet von Emotionen, von Gefühlen, von denen ich in dem Moment gar nicht weiß, woher kommen die eigentlich, warum sind die jetzt gerade da. Ja, da ist es erstmal wichtig, das nur zu registrieren und vielleicht ein Tool zu nehmen, was mir hilft, wieder in die Steuerungsfähigkeit zu kommen. Also wenn ich dann richtig emotional werde, meinetwegen, mir erschießen die Tränen hoch oder so, dann zu schauen, welches Tool könnte mir helfen. Vielleicht klopfe ich ein bisschen oder ich mache eine schöne Atemübung oder ich gehe eine Treppe rauf und runter. Ich gehe aus der Situation. Kennst du den Butterfly-Hack? Den finde ich immer so schön. Das ist so eine Beruhigung der beiden Gehirnhälften. Damit diese Emotionen, die in der einen Gehirnhälfte sind, mich nicht so überfluten, dass ich mit meinem Kanu in diese Stromschnellen komme und dann untergehe oder die Welle mich total überschüttet, sondern ich dann irgendwann wieder auf dieser Welle surfen kann. Weil das ist ja das Ziel. Aber wenn du so gerade da so ganz doll drin bist. In dem Moment. Es ist ja so schwierig jetzt, diese Achtsamkeitsübungen eigentlich. Also wie komme ich da hin? Also ich denke jetzt so an Eltern, an Mütter. Das ist dann so dieses I-Tüpfelchen. Der Tag war anstrengend. Und dann ist es wirklich so dieser eine Moment, finde ich so. Jetzt hat man noch einen Wutausbruch und irgendwann kann man halt nicht mehr. Also man hat den ganzen Tag alles stolz, ich habe gut begleitet, ich habe irgendwie alle Gefühle irgendwie gesehen und dann ist irgendwie so der Letzte und dann ist man so erschöpft, dass man halt einfach sagt so. Ich kann jetzt nicht mehr. Und da ist natürlich die Frage, hat man sich vielleicht auch schon vorher ein bisschen verausgabt, weil ich das immer so sehe. Man kann ja auch diese wunderbare Arbeit, das Kind zu spiegeln und das Kind zu begleiten in seinem Wundanfall und so, auch die kann man ja übertreiben und auch am Kind vorbei. Weil vielleicht ist ein Kind auch mal erleichtert, wenn es einfach hört, so, jetzt ist mal Schluss. Das kann auch eine Erleichterung sein. Ohne, du bist jetzt so und so, du bist jetzt dies und jenes. Manchmal überfordert genau das auch die Kinder. Also ich finde es wunderbar, dass die Eltern so aufmerksam sind und dass sie ihr Kind da so begleiten. Aber auch da merke ich, dass dann manchmal dieses Optimieren, wie du sagst, oder ich will es ganz, ganz genau richtig machen, dass es so anstrengend ist, dass eben auch dadurch eine Mutter oder ein Vater schon ins Ungleichgewicht geraten. Und auch das spürt natürlich so ein Kind. Also deswegen sage ich immer, das Wichtigste ist ja eigentlich für eine Mutter, dass ich erstmal gut reguliert bleibe. Und zwar über den Tag hinweg schaue, wo muss ich Selfcare machen, dass ich in einer guten, entspannten Haltung bleiben kann. Und vielleicht sind dann auch manchmal solche Situationen, wo ich dann sage, so, jetzt geht hier aber auch nichts mehr. Jetzt wird das so gemacht, jetzt gehe ich in die Führung. Jetzt wird das so gemacht, wie ich das sage. Und dann gucken wir weiter. Ja, aber dann hast du dann eine Vierjährige. Die dann einfach schreit. Die einfach schreit, schreit. Immer sage ich dann auch so, ich kann jetzt auch nicht mehr. Genau. Und das ist ja auch authentisch. Und dann müssen sich vielleicht beide einfach erstmal nur ausruhen. Und man hält es dann einfach nur kurz mal aus. Das ist hart. Ich meine, es gibt ja immer diesen Punkt, bevor diese Schwelle übersprungen ist, dass man einfach nur noch schreit als Kind. Und auch das ist ja eigentlich ein Wunsch, sich zu regulieren. Das muss man ja auch mal verstehen. Das Kind kann ja vielleicht nichts anderes, außer sich wieder versuchen, durchs Schreien in eine Balance zu bringen. Und da ist immer die Frage, ist es noch rechtzeitig? Kann ich noch eine Unterbrechung machen? Kann ich noch irgendwie zur Emotionstankstelle mal zu gucken, was braucht es jetzt gerade, um mich zu regulieren? Also bin ich noch in Orange oder bin ich schon in Rot, sage ich immer. Und wenn ich in Rot bin, dann hilft manchmal wirklich nur da sein. Aushalten. Da hört das Kind auch nicht mehr, dass du toll sagst und ich sehe, wie wütend du bist oder das alles. Sondern dann... Es ist einfach schon da zu sehr untergebuddelt. Und da kann man es nur vorsichtig halten. Also ich finde dieses Bild immer schön, sich vorzustellen. Es ist dann in dieser Welle drin. Und wichtig ist in diesem Fall nicht dem Kind noch irgendwas zu erklären, sondern eigentlich es da raus zu fischen und es wieder in die ruhigeren Gewässer zu bringen. Und dann vielleicht, wenn es dann ruhig und entspannt ist, dann kann man vielleicht nochmal sagen, ja, ich denke, du warst so wütend, weil der Bagger dir weggenommen wurde. oder du wolltest das einfach anders. Ja, da gibt es ja auch tolle Tools von Menschen, die sich darüber viele Gedanken gemacht haben, wie zum Beispiel Kathi Weber oder... Du hast ja auch Gedanken gemacht. Ja, und ich habe mir auch Gedanken gemacht. Genau, das kannst du vielleicht heute nochmal... Also bevor wir deine Tools haben, aber habe ich jetzt immer wieder so eine Situation, also ich denke jetzt gerade an eine Freundin von mir, die eine dreieinhalbjährige Tochter hat. Und sie hat immer wieder mit ihr diese Situation der extremen Wut. Also wirklich Wut. Und da habe ich nämlich dann schon länger zu ihr mal gesagt, ich glaube, da musst du mal hingucken. Weil das einfach so extrem ist, diese Tochter, als wenn die irgendwas rausschreit für jemand anders. Und die anderen Kinder, die sie noch hat, das bringt ein Ungleichgewicht in die Familie, weil gar keine Zeit mehr ist für die anderen. Weil immer diese Wut dieses kleinen süßen Mädchen so im Vordergrund steht und das auch immer häufiger wird. Also wenn ich so eine Situation habe, dann würdest du doch bestimmt auch sagen, okay, wir gucken jetzt mal hier tiefer. Also das eine ist, was du jetzt gesagt hast, was kann ich in dem Moment machen, wenn das Kind schreit? Also Beugung des Nervensystems, sage ich erst mal. Aber natürlich... Ich denke ja systemisch, sage ich, okay, was will dieses Mädchen systemisch damit ausdrücken? Also was drückt es vielleicht für die Eltern, für die Familie auch mit aus? Beziehungsweise welchen Effekt hat das dann auch auf die Familie? Du hast es ja schon ein bisschen beschrieben. Die ganze Aufmerksamkeit geht zu diesem Kind. Wir können jetzt zum Beispiel transgenerational gucken. Es scheint ja nicht das erste Kind zu sein. Es scheint das dritte Kind zu sein. Man könnte gucken, was ist denn mit einem selber? Was war man selbst? War die Person das erste, zweite, dritte Kind? Was war vielleicht mit dem dritten Kind in dieser Familie? Also manchmal ist es tatsächlich so, dass sich da Spuren finden, dass vielleicht ein drittes Kind gestorben ist oder krank war oder nie gesehen wurde, weil andere Kinder ganz wichtig waren. Also man kann das entschlüsseln und schauen, bringt das Kind transgenerational irgendwie so eine Aufgabe mit oder viel näher drangeguckt? Vielleicht ist da eine Krise beim Paar und dieses Kind soll eigentlich das Paar kitten. Es könnte zum Beispiel sein, dass das Kind so viel Aufmerksamkeit nimmt, dass man abgelenkt wird und die Paarprobleme nicht mehr so im Vordergrund stehen. Oder verstärkt. Oder verstärkt, dass vielleicht der Partner dann nur noch außer Haus ist, weil er es nicht mehr erträgt, der Vater oder so. Oder was auch immer. Also das würde ich hingucken. Was macht das Symptom, so nenne ich das jetzt mal, des Kindes mit der Familie, mit der Bindungsperson und was könnte da die gute Absicht dahinter sein? Also ich bin ja durch meine Arbeit, gucke ich mit dieser positiven Lupe und sage, es gibt eigentlich nichts ohne gute Absicht. Das mag zwar merkwürdig klingen, aber es ist eigentlich immer der Wunsch, etwas wieder in Ordnung zu bringen, wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Und erst wenn ich das wirklich in der Tiefe verstanden habe, dann kann ich ja was richtig dagegen tun. Also ich hatte beispielsweise auch so ein Mädchen, das extrem mit der Wut zu tun hatte und vor allen Dingen so rebellisch war, wie der Worte einfach nicht gehört sozusagen. Und zwar, es ging schon morgens mit dem Aufstehen los. Hat es einfach nicht gemacht. Da konntest du es anschreien, sonst war es. Die Mutter war verzweifelt, der Vater war verzweifelt. Also es ging so weit, dass das Kind sogar dann, wenn es gar nicht mehr wollte, auch eingekotet hat. Was ja auch immer schon, wow, das ist ja ein sehr heftiges Symptom erst mal. Und dann haben wir uns das angeschaut und ich habe ziemlich schnell gemerkt, wow, das Problem liegt gar nicht so sehr beim Kind, sondern es ist eine Reaktion auf die Eltern, die sich gefunden hatten durch, ja, der eine, der sehr, sehr... Er war zwanghaft, er war ganz klar strukturiert, sehr streng, rigide. Der andere Elternteil war planlos, locker, sehr, sehr bedürftig und eher kindlich und keinen eigenen Willen so mit reingebracht. Und das Kind hatte wirklich entweder diese Strenge oder irgendwie so gar kein Gegenüber. Und hat wirklich versucht, durch dieses Symptom natürlich nicht bewusst, sich einerseits zu widersetzen gegen diese zu strengen, rigiden Rollen. Auf der anderen Seite dazu gezwungen, dass man irgendwie in die Struktur kommt. Also es war quasi so, die Mutter musste wachsen. Der Vater musste wachsen, um mit diesem Kind zurecht zu kommen. Also das Kind hat ihn sozusagen, ja, also war ein Anlass, wirklich therapeutisch an sich zu arbeiten. Also es ist gelungen in diesem Fall. Und erst als wir das verstanden haben, dass wir eigentlich bei den Eltern ein bisschen mehr gucken müssen und vor allen Dingen auch bei dem Paar, hat sich mehr und mehr die Beziehung auch zwischen den Eltern und dem Kind verändert. Und auch zwischen dem Paar hat sich viel verändert. Und es war so eine Freude. Am Anfang kam dieses Kind und die Mutter oder der Vater und du hast gemerkt, die haben null Beziehung. Ich habe die Mutter gefragt, was sie denn toll an ihrem Kind findet. Die konnte nichts sagen, weil sie so gefrustet war. Ich habe das Kind gefragt, was magst du denn in der Familie? Nur Schulterzucken. Aber toll, dass sie den Weg zu dir gefunden hat. Und dann, als wir daran gearbeitet haben und ich diese nach einem halben Jahr gesehen habe, viel verändert. Mama und Tochter hüpfen, kommt sie an der Hand der Mutter rein. Die Mutter lächelt. Die Tochter sagt, heute kommst du mal mit bitte in die Sitzung. Und ich freue mich, sage ich ja sehr gerne, weil ich arbeite ja sehr gerne mit Eltern und Kindern zusammen, aber natürlich auch nur, wenn alle einverstanden sind. Und dann hat sie in dieser Stunde der Mutter so tolle Rollen gegeben, also so im Spiel und dann merktest du so, wie sehr sich diese Beziehung geändert hat und wie sie zwischendurch immer der Mutter einen kleinen Drücke gegeben hat und auch die Mutter ihren liebevollen Blick, das war vorher undenkbar. Und natürlich hörten ihre Symptome auf, war ja klar. Die sind einfach verschwunden. Aber da hast du ja sozusagen die Symptome. Doch natürlich, wir haben dann mit den Eltern geguckt, woher kommen die. Vielleicht können wir da nochmal eingehen oder nochmal klären. Die wirkliche Arbeit, die dahinter steht, ist eben, da beschreibe ich auch im Buch noch andere Fälle, aber der ist mir jetzt gerade eben eingefallen, dass eben sie aus so einer Familie gekommen ist, wo quasi sie als, glaube ich, sechstes Kind wirklich Verwahrlosung erlebt hat. Also ihre Bezugspersonen waren die älteren Geschwister, die aber auch nur knapp älter waren. Und die Eltern waren erschöpft. Die hatten keine Kraft mehr für ein sechstes Kind. Und sie hat wirklich überhaupt keinen Halt gehabt in dieser Familie. Und deswegen hat sie sich natürlich jemanden gesucht als Partner, der so rigide war und so strikt, Also Regeln ist die oberste Überschrift quasi. Dass das für sie dann eben so, dass der Halt, den ich eigentlich als Kind gebraucht hätte, aber eben in dieser übertriebenen Form natürlich. Und dann habe ich in ihre Ahnenreihe reingeguckt, dass in der Generation davor eben auch schon viel, ja die Großmutter in diesem Fall schon, war auch ein Kind, das schon weiter hinten in der Geschwisterreihe stand. Und da war aber auch noch Kriegswirren, die ist dann sogar, glaube ich, weggekommen von der Mutter für eine Zeit lang in Heim und weil die Mutter die Kinder nicht mehr versorgen konnte. Also das hat schon eine Geschichte, sodass nicht nur ich bin aus dieser Familie das Kind, was zu wenig bekommen hat, sondern das ist auch noch drauf gesattelt aus dem Epigenetischen, was in dem Zellenwissen drinsteckt, dass man als Kind einfach nicht wirklich zählt, nicht wichtig ist, keine Bedeutung hat und nicht gehalten. Und deswegen konnte sie dann auch als Mutter oder fühlte sie sich auch von ihrem Kind nicht gesehen. Also da ist so eine Umkehrung passiert, wenn das Kind sie ignoriert hat, weil es gesagt hat, stehe auf, ich stehe nicht auf. Und dann haben wir zum Beispiel solche Sachen gemacht, dass ich gesagt habe, okay, vielleicht möchte Ihr Kind morgens einfach ein bisschen kuscheln im Bett und nicht mit dem Wecker aufstehen. Was sagt der Mann dazu? Dann und dann muss aufgestanden werden. Da haben wir also mit beiden gesprochen, das arrangiert. Dann ist die Mutter morgens ins Bett und sagt, seitdem ist das kein Problem. Wir liegen da noch fünf Minuten, schmusen. Die Mutter ist total erfüllt, weil das genau hat sie sich auch gewünscht. Nähe mit dem Kind. Und das Kind ist total happy und steht dann zufrieden auf und geht in den Tag. Solche Kleinigkeiten waren das eigentlich nur. Aber das konnte man dann eben erkennen, wo ist das Defizit der Mutter? Dann natürlich aufzupassen, das nicht umzudrehen. Das ist ja klar, das Kind ist ja nicht für die Mutter da. Deswegen muss auch die Mutter dann letztendlich auch ein bisschen in therapeutische Arbeit einsteigen und ihre Dinge aufarbeiten. Und das war natürlich jetzt ein krasser Fall. Das ist ja nicht immer ganz so krass. Manchmal reicht ja dieses Wissen und zu gucken, woher kriege ich das denn als Erwachsene, dass ich es nicht vom Kind brauche. Und wie kann ich dann für mein Kind aber diese Mutter sein? Und in der Mutterschaft bekommt man ja auch viel. Nur wenn ich tatsächlich in meinem Kind eigentlich etwas suche, was ich hätte von meinen Eltern bekommen müssen, dann wird es natürlich eine Umkehrung, eine Parentifizierung. Ich frage mich jetzt gerade, du hast uns jetzt schon ein bisschen teilhaben lassen, wie du so in deiner Arbeit so vorgehst. Du hast auch gerade beschrieben, dass ihr dann schon in der Ahnenreihe guckt, was ist da Geschichte? Was mache ich, wenn ich das nicht weiß? Das fragen mich viele. Ja, wenn ich jetzt so zurückgehe, also zum Beispiel meine Mutter und ihre Mutter und dann wiederum meine Urgroßmutter. Darüber ist sehr wenig bekannt. Also der Vater meiner Oma ist einfach nicht bekannt. Ja, aber das ist ja auch schon mal wichtig. Ja, das ist total wichtig. Das allein ist schon mal eine ganz wichtige Information. Ja, aber ich glaube, es ist auch so eine Kriegsgeschichte gewesen. Sie hatten wahrscheinlich eine Affäre oder was auch immer und dann ist ein unehrliches Kind da. Also sie ist auf jeden Fall meine Oma. Aber das zieht sich so... Von der mütterlichen Seite, ne? Von der mütterlichen Seite. Wie alt war sie, als die Urgroßmutter war das uneheliche Kind? Also meine Oma. Deine Oma war das uneheliche Kind. War das uneheliche Kind. Wie alt war ihre Mutter, als sie ein uneheliches Kind bekommen hat? Und in welchem Jahr war das? Siehst du, das weiß ich zum Beispiel gar nicht. Weil das wäre jetzt mal schon interessant, weil auch Daten und... Also Kriegen. Also meine Oma ist im Krieg geboren, also im Zweiten Weltkrieg. Ja, aber wann am Anfang? Also die Frage ist, war das kurz nach Kriegsende oder war es im Krieg? Hat sie eine Liebesbeziehung vielleicht mit jemandem gehabt, der Feind war? Oder war es gewaltvoll? Ich gehe nochmal in die Recherche. Weil das Spannende ist, man kann vieles an Daten festmachen. Also ich sage jetzt mal, wenn ein Kind gezeugt wurde in einer Zeit, wo vielleicht der leibliche Vater gar nicht hätte da sein können. Also ich sage jetzt mal zum Beispiel, wenn jemand oder aber man weiß, dass es verschwiegen wurde. Warum ist es verschwiegen worden? Also ich habe jetzt zum Beispiel auch so einen Fall gehabt, wo die Großmutter eben auch ein uneheliches Kind war. Und es war schon klar, das war ein Kriegsgefangener, der für eine Zeit lang damit auf dem Hof gelebt hat. Und dann ist der weg nach dem Krieg, wieder zurück in seine Heimat. Und dann wurde das aber richtig von der Gesellschaft verachtet, dass es sie gab. Ja, und das ist natürlich ein Thema. Also das Kind von einem quasi Feind. Obwohl es eine Liebesbeziehung war zwischen den beiden. Und mit diesem Dilemma ist dann die Großmutter natürlich groß geworden. Also selbst kein großartiges Selbstwertgefühl. Ein tiefer Auftrag. Bitte, sowas darf nie wieder passieren. Weshalb dann die Tochter auch den Erstbesten gleich heiratet. Damit auf gar keinen Fall irgendwie unehelich was passiert. Und so setze ich das weiter fort, dann bis irgendwann zu Enkelin, die dann irgendwie mit ihrem Symptom oder ihrem Problem zu mir kommen, weil sie nicht in Beziehung gehen kann mit Männern. Und dann findet man irgendwie diesen Weg heraus und der macht so viel Sinn. Und gerade wenn man dann da tiefer einsteigt. Und das sind manchmal Daten und Fakten, weil sie weiß ja von dem auch nichts. Es ist ja noch nicht mal bekannt, war es ein Franzose, ein Italiener, was weiß ich. Aber was dann interessant ist, ist, dass man ja auch ein Gespür dann hat. Also die Oma sagt dann immer, ich glaube, es war ein Franzose. Ich fühle mich immer so wohl in Frankreich. Und dann denke ich immer, ob das nun hundertprozentig stimmt oder nicht, ist eigentlich egal, weil ihre innere Welt ist davon geprägt. Und vielleicht war es nur ihre Fantasie, er möge doch bitte ein Franzose sein. Aber das wird dann in der Folge halt auch eine Wirkung haben. Und die Menschen prägen und die Nachfahren werden dann irgendwo Frankreich plötzlich gut finden. Oder vielleicht taucht irgendwann doch noch ein französischer Ehemann auf. Das ist typisch. Das passiert. Ich habe ja gehört, du machst auch Retreats. Und daran hast du dieses Jahr, glaube ich, zum ersten Mal eins in Afrika gemacht. In Namibia. Das ist ja auch so ein bisschen so deine Geschichte. Wie sieht sowas aus? Also ich habe total gespürt, das wäre für mich auch so ein Ort. Weil da muss man sich auch richtig Zeit nehmen. Also du machst das auch in Deutschland. Genau. Du hast ja auch ausgebildet. Es gibt ja mehrere. Genau. Ich habe auch natürlich Leute, die ich ausgebildet habe. Auch hier in Berlin gibt es Leute. Da gibt es auch demnächst einen. Hat Miriam ein bisschen mitgeholfen, dass da Räume sind und so weiter. Da findet demnächst auch was statt. Ich habe aber noch jemanden in Potsdam, die das richtig gute Arbeit macht. Ich mache das in erster Linie eigentlich in Wendeburg. Hin und wieder gehe ich auch mal nach. Nach Österreich oder so. Aber eigentlich nur zum Anstoßen, weil ich möchte, dass da eben auch dann Menschen die Ausbildung machen und das dann da auch machen. Weil ich sehe es einfach ein bisschen so, dass natürlich jeder auch sehr, sehr gerne zu mir kommen will, weil ich jetzt einfach ein Gesicht habe, ein gewissen Standing. Aber die Leute, die ich ausbilde, die sind auch gut ausgebildet. Da achte ich drauf. Und diese machen auch tolle Arbeit. Ja, und du kannst dich auch nicht zerteilen. Ich kann mich nicht zerteilen, genau. Und ich möchte auch wirklich mehr die Arbeit oder den Fokus jetzt auf diese Weiterbildung legen. Weil je mehr Leute ich damit ausbilde, desto mehr können dieses Heilbringende in die Welt bringen. Weil das ist wirklich etwas, immer wieder stelle ich das fest. Und ich bin so dankbar, dass das wirklich heilend ist. Aber du hast schon so deine klassische Ausbildung, du hast studiert. Genau, bei mir ist es, dass ich psychologische Psychotherapeutin bin. Und das natürlich alles die Basis ist. Ich bin systemische Therapeutin und systemisch Lehrende. Das heißt, ich habe schon dieses Repertoire, aber ich bin ja auch jetzt keine 40 mehr wie du, sondern schon ein bisschen älter. Von daher habe ich natürlich auch die Chance gehabt, schon viel zu lernen und aufzubauen und viel Erfahrung zu haben. Und wahrscheinlich auch viele Impulse, wenn man so einen sozialen Job macht, mit Menschen arbeitet. Finde ich, ist es ja auch so, es gibt zwar viele Dinge, die wir einfach durch wissenschaftliche Arbeit einfach belegen können. Aber ich finde, es macht trotzdem immer noch so viel auf, dass viele Dinge auch, die Erfahrung, das Gefühl, dass man das einfach manchmal auch gar nicht so beschreiben kann. Ich glaube, das macht auch jeden Coach. Also ich finde dein Name Coach immer so ein bisschen schwierig, muss ich ganz ehrlich sagen. Ja, der ist ja nun auch so gar nicht geschützt. So darf sich ja jeder nennen. Aber es ist wirklich tatsächlich so, dass... Wir damals, Ingrid und ich, wir haben ja den Generation Code entwickelt aus der praktischen Arbeit, die wir gemacht haben, weil wir immer das Gefühl hatten, ja, das ist toll, was wir da anwenden können. Wir hatten ein schönes Konzept auch, aber wir haben irgendwie immer das Gefühl gehabt in der Erfahrung, die wir hatten, es fehlt noch was hier und da. Es fehlt und wir kamen nicht so richtig drauf, bis wir dann irgendwann auf dieses Thema gekommen sind, dass wir alle noch nach dem Glanz in den Augen unserer Eltern suchen. Und das haben wir irgendwie weiter geforscht und sind dann auf diesen kindlichen Treuevertrag. Das ist ja so ein Bild, was wir nutzen. Magst du das noch ein bisschen genauer erklären? Dass wir wirklich eben als Kinder, wenn du dieses Beispiel gebracht hast, jetzt aus den Familien, wo du ja auch bist, das ist auch so, ich sage jetzt mal bis sieben, das ist auf jeden Fall die Zeit, wo die Verträge geschlossen werden. Und wo so ein Kind einfach dieses tiefe Gespür und natürlich auch diese ganz, ganz große Liebe und die Abhängigkeit hat und spürt, was die Eltern brauchen. Natürlich dann epigenetisch sowieso angebunden ist an das ganze Familienthema. Und dann einfach wie so einen inneren, unbewussten Entschluss fast. An welcher Stelle es dafür sorgen wird, dass es besser wird und wo es auf gar keinen Fall die Wunde berühren wird. Und zwischen diesen beiden Polen quasi zu stehen, das macht eben auch dieses Spannungsfeld dann aus, dass ich einerseits versuche, es besser zu machen wie Eltern, andererseits aber sie nicht überrunden darf. oder es darf mir nicht besser gelingen. Es gibt so eine Art Glücksrahmen, der das einschränkt. Und das ist immer dann spannend auch zu gucken, wo durfte ich es besser haben als meine Eltern und wo musste ich aber trotzdem vielleicht drunter bleiben. Also beispielsweise, viele haben jetzt meinetwegen, wenn es Flüchtlingserfahrung gibt, Fluchterfahrung gibt, dass man Heimat verloren hat, dass man sagt, ja okay, es ist ganz wichtig, dass wir, Haus und Heimat haben und dann viele ganz viel investieren in Hausbau und so weiter. Gerade vielleicht in dieser ersten Zeit, wo Kinder eigentlich ihre Eltern so richtig brauchen, sind die dann sehr, sehr aufgesogen mit dieser ganzen Existenzgründung und Hausbauen und so weiter. Weil das oberste Ziel ist, eigentlich ein Zuhause zu haben. Oder andere kommen nie an, weil sie auch treu sind und keine Heimat finden. Also das hatte ich lange, weil ich komme aus einer Flüchtlingsfamilie und einer Auswanderungsfamilie und bin dann ja quasi da aus meiner Heimat Namibia dann nach Deutschland gekommen. Und dieses Gefühl, kein wirkliches Zuhause zu haben, keine Heimat zu haben, das hat dazu geführt, dass ich viel, viel, viel umgezogen bin in meinem Leben. Und hast du jetzt diesen Platz gefunden? Ja, es war sehr spannend. Also ich würde auch nicht sagen, dass jetzt Wendeburg, wo ich da bin, meine tiefgründigste Heimat ist. Aber auf jeden Fall konnte ich mich da verwurzeln und es fühlt sich auch richtig an und gut an. Ich habe es auch ein paar Mal überprüft. Aber mein Herz und meine wirkliche Heimat ist natürlich immer noch Namibia. Und es gab immer Gründe, warum ich da nicht wieder zurückgehe oder da nicht hingehe. Ich habe ja ganz viel Familie da. Es wäre einfach. Aber ich wollte eben meinen Kindern nicht den Vater wegnehmen. Und da ich ja getrennt bin von den Vätern meiner Kinder, war es klar, das würde so eine große Trennung bedeuten. Und dann war mir diese Mission, nämlich, habe ich dir schon erzählt, Vater, die Kinder, Braunfater, war wichtiger als meine Heimat. Und gleichzeitig bin ich natürlich da eben auch meiner mütterlichen Linie treu, die eben alles verloren haben und nie wieder so richtig zu Hause gefunden haben. Aber ich habe es jetzt gut. Ich fühle mich da auch wohl in diesem kleinen Ort. Man hat das Gefühl, das ist für jemanden wie mich, die immer so viele Ideen im Kopf hat, ist das gut, wenn ich da mal so richtig auf den Boden geholt werde. In so einem Dorf, wo die Menschen mich jetzt einfach so kennen, wie ich bin. Und ja, da irgendwie nichts Besonderes dran finden. Es tut mir gut. Es ist auch eine Art von Heimat. Und das Wichtigste, das fand ich auch irgendwie total magisch. Ich weiß nicht, ob du sowas auch manchmal denkst. Aber ich bin da hingekommen und am ersten Morgen, als ich in diesem Haus, das ich dann erstmal angemietet hatte, inzwischen gehört mir das, aufgewacht bin und ich bin vor die Tür gegangen. Das war so ein Einfamilienhaus. Ich habe vorher in Hamburg gewohnt, 15 Jahre. Und dann stand ich da und mache die Tür auf und dann steht da so ein Waschkorb zum Sammeln draußen mit so Zettel. Kannte ich ja nicht, in Hamburg gab es das nicht. Und ich guckte so, was ist das für ein Zettel? Und da stand da, Sammeln für den Namibia-Verein. Für dich. What? What? Ich bin hier in Wendeburg, wie so Namibia. Sofort angerufen und so. Und dann hatte sich da echt ein paar Dörfer weiter so ein Verein gegründet, die wirklich noch so ganz schlicht und einfach wirklich Hilfe aus erster Hand sammeln und einmal im Jahr einen Container nach Namibia schicken. Und da dachte ich, das ist ein Zeichen. Ich bin hier richtig. Und dann bin ich sofort Mitglied geworden. Und dann beim ersten Containerladen in dem Jahr war ich da und habe dann all die Namen vorgelesen. Gelesen, welche Kiste kommt zu welcher Stadt und habe dann diese ganzen namibischen Namen, die ich gut aussprechen konnte und die nicht. Es war so herrlich. Und dann wusste ich, guck, du hast doch ein Stück dein Zuhause gefunden und meinen Kindern auch ein Zuhause gegeben. Aber wie gesagt, so kann sich die Treue eben auch zeigen. Du hast gerade diesen Vertrag genannt, den Kinder, wie nennen sie den Kinder? Also der kindliche Treuevertrag mit den Eltern. Bis zum siebten Lebensjahr. Meistens ist das bis zum siebten Lebensjahr erledigt. Also wahrscheinlich kommen wir ja auch ein Stück weit schon mit so einem Auftrag auf die Welt, weil wir das ja epigenetisch schon in uns tragen. Und dann, ja, passieren natürlich auch in unserem eigenen Leben noch Situationen, die teilweise dann auch damit zu tun haben, also dass sich Schicksal wirklich wiederholt oder aber einfach neue Dinge auch passieren und geschehen. Aber was ich beobachtet habe, ist wirklich, es gibt Familienthemen. Aber wenn ich jetzt merke, sozusagen, ich fange mich jetzt vielleicht gerade, weil ich diese Folge mit dir höre, damit zu beschäftigen und merke, mein Kind ist jetzt acht und Und ich denke, okay, da ist auf jeden Fall so ein Vertrag schon entstanden. Wie kann ich vielleicht schon frühzeitig mit der Aufarbeitung auch mit meinem Kind beginnen, um es freier vielleicht in sein Leben zu schaffen? Gehen zu lassen. Das ist ja das Ziel auch des Buches, wirklich, das war mir so ein Anliegen, weil ich gesagt habe, super, nach hinten arbeiten wir jetzt. Das ist gut, das mache ich jetzt schon seit vielen Jahren. Aber was ist eigentlich im Hier und Jetzt? Weil ich kann nicht auf die Schnelle alles hinten aufarbeiten. Erstens, das ist ja ein Prozess. Und zweitens, durch die Epigenetik ist eh schon was weitergegangen. Oder ich mache diese Arbeit nach hinten und mein Kind ist schon neun. Da ist ja schon das meiste erst mal angelegt. Und das ist das Tolle. Das andere geht schon bald. Und deswegen kann man dann in dieser Zeit einfach ganz viel im Hier und Jetzt schon machen. Also natürlich können Kinder jetzt nicht reflektiv nach hinten arbeiten. Mit 14 kann natürlich dein Sohn schon anders auf das ganze Thema gucken. Aber auch er ist noch nicht so weit, transgenerationale Arbeit in dem Sinne zu machen. Aber im Hier und Jetzt können wir ja die Dinge neu machen, anders machen. Da gibt es eben dann so ein paar Tools, wie das im Hier und Jetzt einfach situationsgemäß, was ich vorhin sagte, wenn es zum Beispiel darum geht, um Gefühle, die getriggert werden. Wie kann ich damit anders umgehen? Wie kann ich sie mir anschauen? Ich habe hier ganz viele Spiele und Rituale entwickelt, mit denen man die Dinge dann machen kann. Zum Beispiel Kommunikation einzuüben oder kleine Rituale, die auch die Nähe zwischen Eltern und Kind fördern. Und die Bindungen wieder fördern, die dann so ein Erleben miteinander möglich machen, was dann dazu führt. Ich nehme mal gerne auch das Beispiel mit den Ängsten, dass man quasi ja selber vielleicht aus der eigenen Herkunftsfamilie das Thema Angst ganz groß mitgebracht hat. Entweder zu viel Angst entwickelt hat und übervorsichtig ist oder aber eben eher so eine Mutter ist, die sagt, stell dich nicht so an. Und das hat ja beides Geschichte und beides ist nicht natürlich. Und dann eben etwas in die Hand zu bekommen, wie sieht denn das aus? Kinder haben Ängste. Ängste sind ein gutes, gesundes Gefühl. Aber natürlich geht es darum, Selbstwirksamkeit zu erleben und zu erlernen in dem Leben, wie kann ich denn mit Ängsten umgehen. Es geht nicht darum, keine zu haben, was ja viele hoffen, dass es möglich ist. Sondern zu sagen, ja, du, das ist normal. Also wenn eine Mutter sagen könnte, ja, das ist normal, dass du dafür Angst hast. Da hatte ich auch Angst, dass ich so alt war wie du. Oder ich habe jetzt immer noch manchmal Angst, aber guck mal, das und das kann man machen. Da geht es einem gleich viel besser. Und von einfachen Sachen wie, guck mal, ich stelle mich dann immer so hin, mache dann die Arme hier so in meine Hüften, da fühle ich mich gleich ganz anders. Probier doch mal. Stimmt, Mama. Siehst du, und das mache ich dann immer in dem Moment und dann fühle ich mich schon viel besser. Und dann mache ich noch das und das und das und das. Und so lernen ja Kinder. Die haben dann das Vorbild. Aber wenn eine Mutter sagt, oh Gott, mein Kind hat Angst. Schrecklich. Am besten sage ich jetzt, stell dich nicht so an, weil damit kann ich gar nicht umgehen. Weil es selber nicht Angst haben durfte. Oder aber es hatte so viel Angst als Kind und keiner war da. Und dann hat sie sich total bemüht, diese Angst irgendwie zu verdrängen. Und dann schwupp kommt es durchs Kind hoch. Und da habe ich dann eben in dem Buch einmal natürlich ein bisschen Hintergrundswissen, aber dann auch kleine Tools. Was kann ich denn in dem Moment wirklich mit diesen Angstgefühlen machen? Oder eben auch bei Wut. Was kann man alles mit Wutgefühlen machen in dem Moment? Und auch die Mutter zu fragen, ist das für dich okay, wütend zu sein? Oder verwechselt man das? Oft verwechseln ja auch Menschen Wut mit Gewalt, weil sie vielleicht in der eigenen Geschichte Gewalt erlebt haben. Oder ihre Großeltern. Also das kann ja auch zurückgehen. Irgendwo war ein gewalttätiger Großvater oder Urgroßvater und es ist viel Leid über die Familie gekommen. Also ich glaube, Gewalt ist sowieso ein großes Thema. Ganz groß. Also dadurch, dass ich jetzt einfach endlich mal so ein bisschen mehr anehe, aber ich glaube so Gewalterfahrung, wie viele Frauen, das merke ich auch in meiner Arbeit, eigentlich Gewalt, die jetzt gar nicht bewusst ist, das ist schon ein großes Thema. Ich wollte ein persönliches Thema teilen, also bei mir ist die Höhe so ein Thema. Ich habe unglaubliche Angst vor Höhe. Also ich bin wirklich panisch, wenn zum Beispiel Fenster offen sind. Also ich sehe das dann auch manchmal so vor mir. Ich hatte eine ganz schlimme Situation mit meiner heute jetzt sechsjährigen Tochter, dass sie vorm offenen Fenster stand. Ich habe einfach, ich kam einfach im richtigen Moment, weil irgendjemand hat das Fenster aufgelassen. Sie stand drauf, unten war es zu sehen und wäre sie da runtergefallen. Also es ist eine ganz reale Erfahrung. Ja, aber das ist ja schon drei Jahre her. Aber auch davor hatte ich das schon. Genau, das wollte ich fragen davor. Und da könnte man zum Beispiel auch gucken, gab es da mal in den Ahnen rein ein Erlebnis, eine Erfahrung? Ist da jemand mal irgendwo runtergestürzt oder gab es einen Suizid oder so etwas? Also steckt da eine konkrete Angst dahinter? Eine Erfahrung, die ganz real ist, die wirklich so als Erinnerung in deinen Zellen wirklich steckt? Oder ist es auch eine übertragene Angst? Wir haben ja auch manche Dinge, die wir übertragen. Also sage ich jetzt mal, manche Menschen haben Angst vom Autofahren. Und da ist das dann vielleicht nicht unbedingt das Auto selber, sondern vielleicht das Eingeschlossensein oder aber, also Autonomie wirklich im Sinne von selbstwirksam in die Welt gehen und so eine Angst davor. Das kann ich gar nicht alleine. Ich fühle mich gar nicht stark und sicher genug. Und ja, mit höher würde ich sagen, also man sagt ja immer bei Höhen, Angst ist so das Allgemeine, dass vielleicht auch eine Todessehnsucht dahinter stehen kann. Also ich sage jetzt mal vielleicht. Ich habe eine Todessehnsucht? Ja, das muss eben nicht du sein, sondern es kann sein, dass es jemanden gab, der zum Beispiel suizidal war. Also der vielleicht gedacht hat, vielleicht stürze ich mich darunter oder so. Ja, ich habe das wirklich immer so ganz. Aber bei dir klingt es ja eher nach einer Angst. Dass jemand rausfällt. Dass jemand anderes, also dass du nicht schützt. Und das könnte natürlich das Problem sein, dass du so eine Sorge hast, du könntest nicht ausreichend schützend da sein. Da könnte man die Spur geben, gab es mal eine Mutter, die das nicht konnte, weil Umstände das verhindert haben oder irgendwie. Also ich weiß zum Beispiel in meiner Familie, es gab viele, viele tote Kinder. Einmal von der väterlichen Linie, aber auch auf der väterlichen Linie von der mütterlichen Linie. Und es gab unter anderem da in zwei Generationen starben Kinder durch Fehlverhalten der Erwachsenen. Also einmal starben Zwillinge zu der Zeit, als man noch Kinder ans offene Fenster gestellt hat, damit sie im Winter irgendwie gestärkt werden. Und die sind erfroren. Oder haben eine Lungenentzündung bekommen, glaube ich. Und das war natürlich ein großes Leid. Und die, die damals die große Schwester war, als das passiert ist, meine Oma, die hat dann im eigenen Leben zwei Kinder verloren. Ein Kind ist am offenen Rücken gestorben und das andere ist ertrunken. Nicht aufgepasst in der Regentonne, also in so einem flachen Regenbecken. Und mein Vater, der dann schon auf der Welt war, hat natürlich eine unglaubliche Angst entwickelt als Kind. Wahrscheinlich war die Mutter dann auch viel ängstlicher danach. Und wir durften gar nichts als Kinder. Der hatte so eine Angst. Wir durften keine Schere in die Hand nehmen. Wir durften irgendwie am liebsten nicht Fahrrad fahren oder uns sonst wohin bewegen. Hätten wir nicht unsere Mutter gehabt, die das gefördert hat. Und er war ja fast gar nicht da. Dann wären wir wahrscheinlich total behinderte, motorisch eingeschränkte Kinder geworden. Weil er so eine Angst hatte. Und das hat sich so weiter fortgesetzt in seinem Leben. Und ich weiß, dass ich dann auch plötzlich diese Ängste hatte. Obwohl ich diese andere Seite habe, obwohl ich das Mädchen bin, was vom höchsten Turm ins Becken gesprungen ist und den höchsten Baum erklommen hat. Trotzdem hatte ich bei meiner Tochter immer Angst, wenn sie irgendwie zu nah an irgendwas war. Vor allem mit Wasser, das war, da war ich panisch. Wie löst du das dann? Könnte dann so etwas sein. Naja, mir war es natürlich bewusst und ich hatte natürlich auch noch meine Kollegen, die dann immer gesagt haben, wie gehst du da um, du bist auch viel zu eng. Sie sagten, guck mal, wie unsicher deine Tochter wird, weil du irgendwie ständig hinter ihr her bist, traust dir das etwa nicht zu. Und dann gibt es zum Beispiel solche Möglichkeiten, dass man darüber nachdenkt, was kann meine Tochter eigentlich, traue ich ihr das wirklich nicht zu? Und ich dann gemerkt habe, okay, ja, sie ist ein bisschen wackelig so, das war so bei ihr. Aber doch, die ist eine Mädchen, die ist zum Beispiel ganz anders als mein Sohn, der immer haut drauf und gleich rein. Aber meine Tochter ein Kind, die wirklich überlegt hat, was sie macht, bevor sie den nächsten Schritt macht. Und das habe ich aber dann ausgeblendet gehabt. Ich habe nur gesehen, dass sie so ein bisschen ängstlich und vorsichtig ist. Das hat sich dann ja gegenseitig auch bestärkt. Und dann eben wirklich daran an die Hand genommen zu werden, zu sagen, okay, guck doch mal an ihre, also wo hat sie denn ihre Ressourcen. Ich würde jetzt bei dir wirklich, wenn du jetzt zu mir kämst, ich würde sagen, forsch mal ein bisschen, ob es dann reale Erfahrungen gibt. Und ich würde mit dir einfach so mal gucken, okay, was müsste eigentlich da sein, damit diese Angst gehen kann? Was in deinem Leben bräuchtest du? Was bräuchte es, damit du diese Angst wirklich auf ein normales, gesundes Maß zurückschrumpfen kannst? Natürlich ist das ja auch eine normale Angst, So, dass man als Mutter seine Jungen beschützen will. Das ist ja auch sowas, was ganz Natürliches, denke ich. Aber das ist schon immer so etwas bewusst in mir. Ich würde schon sagen, dass ich meine Kinder trotzdem, dass wir sie sehr selbstständig erziehen und dass sie eigenständig sind und dass ich auch viel erlaube. Aber trotzdem ist es so, ich sage denen halt immer... Ich hole euch überall ab, rufe mich immer an. Also ich würde zu jeder Tages- und Nachtzeit überall hinfahren und ich würde immer alles tun, dass es ihnen gut geht. Ich glaube, das machen wir Eltern so. Ja, das machen wir Eltern so, aber dass ich schon oft darüber nachdenke und natürlich vielleicht auch in meinem Beruf einfach schon auch sehr viele Familien betreut habe, die einfach verlust haben. Warum bist du Hebamme geworden? Das ist immer eine Frage, die ich ja meinen Leuten, die mir jetzt mal schon eine Ausbildung mache, dass ich wirklich gucke, man ist ja nicht in dem Beruf einfach nur zufällig, Sondern meistens hat es ja Hintergründe und auch eine Berufung. Ganz oft glaube ich, gerade bei so etwas. Da gibt es manchmal eine Tradition in der Familie. Da gab es schon viele weise Frauen, die solche wertvolle Arbeit gemacht haben wie du. Oder es fehlte irgendwann mal an so einer wichtigen Person. Ich glaube von meiner Ahnreihe her so, dass meine Mutter und ihre Mutter eher so Frauen waren, die sich nicht so viel zugetraut haben. Und ich glaube, ich bin die Frau, die das so durchbrechen. Also ich war schon als Kind immer sehr eigenständig, habe mich überall durchgeboxt. Meine Mutter war alleinerziehend und ging es gut. Also es ist nicht so, aber es war alles eher, dass alles nicht selbstverständlich war oder sie musste für alles sehr schwer arbeiten, also wenig Geld und so weiter. Aber würde ich jetzt nicht als negativ für meine Entwicklung bezeichnen? Ganz anders als meine Kinder auswachsen. Das ist interessant. Das muss nicht immer so als negativ sein, sondern trotzdem hast du vielleicht ihr Bedürfnis gespürt. Weil sie war ja auch relativ so ähnlich wie jetzt in meiner Anlinie durch die Umstände eingeschränkt in ihrer persönlichen Entwicklung. Und was ich rausgehört habe, ist, dass du sagst, die haben sich nicht so viel zugetraut. Und du hast vielleicht gespürt, es wäre doch toll, wenn die wirklich mal in ihre ganze Kraft kommen. Und dann bist du natürlich jetzt auch, sage ich mal, in einem Beruf. Ich meine, mehr weibliche Kraft, finde ich, geht schon nicht als in dem Beruf, wo du wirklich Menschen, Frauen begleitest, auf diesem Weg Leben zu schenken und dahin zu kommen. Also das, finde ich, ist schon voll am richtigen Platz, um nun genau da zu wirken. Ja, und ich merke auch so, dass ich so ein bisschen so dieser Schutz vor Männern habe. Also ich werde ganz schnell wütend, also wirklich extrem wütend. Und auch, dass ich Frauen beschützen will, wo ich finde, die ungerecht behandelt werden durch Männer. Das macht mich echt sauer. Und das ist aber natürlich manchmal auch schwierig, weil manchmal steht es mir ja gar nicht zu, wenn Frauen, also wenn sie mich nicht einlädt, dass ich helfen soll. Also ich habe neulich gerade eine Nachricht wiederbekommen von einer Frau, die ich vor acht Jahren, glaube ich mal, begleitet habe, wo ich mich so mit dem Mann gefetzt habe, weil ich gesehen habe, wie ungerecht sie behandelt wurde und der mich auch rausgeschmissen hat. Also der mir praktisch gekündigt hat als Hebamme. Und das hat mich so fertig gemacht. Das war wirklich ganz schlimm für mich. Weil ich natürlich einfach total an mir gezweifelt habe. Aber nachher hat sie mir jetzt geschrieben, dass sie mir so dankbar ist, dass ich so für sie gekämpft habe, aber sie das gar nicht konnte damals. Jetzt ist sie nicht mehr mit dem Mann zusammen. Ist sie immer noch mit dem zusammen? Nee, nee, nee, ist sie nicht. Ich weiß auch immer schon vorher, ich weiß schon sehr früh, wo es funktioniert. Also ohne, dass ich da jetzt was zu sagen. So ein Gefühl dafür hast. Ja, das sieht man halt im Wochenbett. Außer sie arbeiten dann daran. Aber man kann ganz stark sehen. Ganz genau, das glaube ich auch. Und ich glaube, dass du trotzdem ihr ja einen ganz großen Dienst erwiesen hast, weil du ihr ja ein Vorbild warst. Du hast ihr ja gezeigt, guck mal, so kann man es auch machen. Ja, ich bin manchmal zu krawallartig, weil ich dann so wütend bin und diese Wut muss ja auch irgendwo herkommen, dass ich dann einfach das ganz schlimm finde. Und wenn man das sieht, meine Oma und ihre Mutter sozusagen alleinerziehende Frauen wahrscheinlich nicht so gut behandelt. Und meine Oma hat Gott sei Dank ihre große Liebe noch gefunden. Die hatte den tollsten Mann der Welt. Also mein Opa war später. Später, aber auch in zweiter Ehe, worüber sie nie geredet hat. Es ist einfach total spannend, das zu sehen, dann zu kämpfen, auch wenn mich aber Frauen nicht darum bitten. Das ist das immer mit dieser Mission. Wenn das auch so gespeist ist aus unserer eigenen Geschichte, dann verwechseln wir das manchmal. Wir können gar nicht anders. Ich kenne das auch. Ich habe natürlich aufgrund meiner Geschichte auch lange daran arbeiten müssen, ein gesundes Verhältnis zu Männern zu bekommen. Also mit gesund meine ich nicht immer die Kämpferin zu sein, die jetzt sich aufschwingt für alle Frauen und den Männern mal ihren Platz zuweist und zwar ganz unten, sondern wirklich auf Augenhöhe denen zu begegnen. Und nicht in diese Gegenreaktion zu gehen, sondern wirklich auf Augenhöhe ihnen zu begegnen und zu merken, hey, wenn ich trotzdem mit Respekt und auch Annahme, was nicht heißt, dass ich mir alles gefallen lasse, aber das würde ich mir von einer Frau ja auch nicht gefallen lassen, aber dass ich nicht mehr entwerte, sondern dass ich dann ganz klar für meine Werte stehe und sage so und so nicht. Und das ist klar. Und da brauche ich nicht den anderen klein machen oder irgendwie entwerten oder irgendwas umdrehen. Das hat lange gebraucht, weil ich war echt, ich würde sagen, eine Männerverachterin, könnte man wirklich sagen. Weil die Männer in meiner Familie irgendwie haben sich entweder aus dem Staub gemacht oder sie sind gestorben. Oder aber sie waren einfach so gebrochen und so selber so traumatisiert, dass sie schlecht waren. Wirklich schlecht waren für die Frauen und die Familie. Und das hast du geheilt? Genau, bei mir habe ich das heilen können. Also wie gesagt, einschließlich mein Vater, das ist ja meine große Wunde im Leben. Das habe ich heilen können und war dann irgendwie irgendwann total baff, als ich innerlich gespürt habe, dass ich den verziehen habe. Also es war kein bewusster Akt, ich habe es niemals vorgehabt. Und irgendwann habe ich gespürt, boah. Das fühlt sich jetzt gut an. Der ist da irgendwo im Himmel, der starb ja schon relativ früh, da war ich elf. Und jetzt fühlt sich das so gut an mit ihm, also dieses innere Gefühl, das ich zu diesem Vater habe. Und ich bin sicher, dass das wirklich auch auf einer energetischen Ebene sich überträgt, also dass das wirklich so ist. Also es reicht ja auch, dass mein innerer Vater geheilt ist. Aber ich musste erst mal verstehen, warum er so geworden war. Und das war eben auch, als ich dann die Arbeit zu ihm gemacht habe und verstanden habe, was er selber für ein misshandeltes Kind war. Der ist richtig als Kind schwer misshandelt worden, nicht von seinen Eltern, sondern in einer Nachkriegszeit ist er dann eben von der Farm in den Internat gekommen. Und dort waren dann die Kinder Deutscher, die waren der letzte Dreck und die wurden richtig schlecht behandelt von Schülern, von Lehrern. Die wurden geschlagen, sogar gefoltert. Also das waren ganz schlimme Zustände. Es war überhaupt kein Schutz für diese Kinder da. Und da war er Anfang der Grundschule. Also ganz jung noch. Weg von den Eltern. Die Eltern waren inkarniert sozusagen. Nee, nicht inkarniert, sondern du weißt schon, was ich meine. Die durften da nicht raus aus ihren Farmen. Die mussten da bleiben. Die waren sozusagen Gefangene auf ihren eigenen Farmen, und konnten ihm also gar nicht zu Hilfe eilen. Und er war da ja monatelang ausgeliefert und hat die Eltern ein-, zweimal im Jahr gesehen. Ganz krass. Und das wusste ich alles nicht. Das habe ich dann später durch einen Schulkameraden, der das auch mit durchgelebt hat, erfahren, den ich dann erst getroffen habe, als ich selber erwachsen war. Und so kam dann irgendwann das Wissen alles so zusammen, dass ich verstanden habe, warum er so war, wie er war. Und ich konnte plötzlich dann allmählich auch die guten Seiten sehen, die er hatte und ja, verstehen, warum meine Mama sich in ihn verliebt hat, was ich vorher immer gar nicht verstanden habe und gedacht habe, wie konntest du dich in so ein Monster verlieben? Und ja, das hat sich komplett geändert und ich glaube, dann ändert sich auch in einem selber was. Dann hat man auch einen anderen Bezug zu seiner eigenen inneren männlichen Seite und dann war das kein Kampf mehr gegen die Männer, sondern ein Schunsehen, wo sie toxisch sind und wo das auf gar keinen Fall so bleiben kann und wo wir Frauen auch was tun müssen. Und die Männer natürlich auch. Aber ja, einfach zu wissen, ich selber, ich habe da nicht mehr die alten Themen, die ich jetzt noch im Hier und Jetzt machen muss. Ich glaube, sonst könnte ich auch nicht mit Männern so tiefe und gute Arbeit machen, wie es jetzt immer mehr gelingt. Ja, schön. Und das ist ja so notwendig, weil die Frauen haben da ja schon ganz schön viel Vorsprung. Die Männer müssen da noch nachziehen. Ich frage mich jetzt gerade so, wenn wir jetzt so im Gespräch sind, wenn ich jetzt merke, ich möchte gerne arbeiten, Kann ich alleine anfangen, indem ich deine Bücher lese? Weil ich glaube, es ist ja auch schon mal so eine große Überwindung, vielleicht aber auch einfach manchmal auch ein Privileg. Das ist ja auch schon eine Arbeit, die jetzt nicht von den Kassen übernommen wird. Ja, beziehungsweise natürlich kann man auch, wenn man jemanden hat, die systemisch arbeitet und therapeutisch arbeitet und auch das, was ich gemacht habe, macht, dann kann ich das natürlich auch da machen. Aber diese Plätze sind ja eh sowas von rar. Ich arbeite ja auch sehr daran, dass viel da, wo auch von mir Therapie angeboten wird in Institutionen, Beratungsstellen, dass da dieses Wissen hinkommt. Also da ist auch immer mehr Interesse, dass sich solche Stellen bei mir melden und sagen, hey... Wir wollen dieses Wissen. Ich habe zum Beispiel ein Spiel entwickelt, das Stammbaumspiel, starke Wurzeln. Damit kann man richtig familientherapeutisch arbeiten und auch diese ganzen Themen erarbeiten. Beschreibe ich auch im Buch schön ausführlich. Man kann alleine anfangen. Ja, deswegen habe ich ja die Bücher geschrieben. Und man kommt natürlich bis zu dem Punkt, wo man alleine kommen kann, weil man hat seine blinden Flecke. Die haben wir alle. Da kommen wir nicht weiter, ohne dass ein Gegenüber uns begleitet und hilft. Aber vielleicht reicht es auch, wenn es eine gute Freundin ist, die einfach dann sagt, guck mal, ich glaube, da hast du so einen blinden Fleck. Da guckst du irgendwie dran vorbei oder die einem hilft, irgendwie dahinter zu kommen, wo man dann irgendwie selber die Verstrickungen hat. Oder aber natürlich, wie gesagt, das Buch hat ja eben ganz viele Übungen und Tools, viele Erklärungen. Viele geben mir die Rückmeldung. Es ist auch sehr schön geschrieben im Sinne von, man kann es gut lesen und man muss nicht tausendmal nachlesen und nochmal lesen. Weil man es noch nicht verstanden hat. Und was jetzt ganz toll ist, was die Leute aber bitte nicht davon abbringen sollen, mein Buch auch als Materialbuch zu kaufen, ist, dass ich das jetzt echt durchgesetzt habe, dass es jetzt in Kürze auch als Hörbuch erscheinen wird. Weil mir klar war, viele Eltern haben gar nicht diese Zeit. Sie gehen halt viel spazieren. Ich glaube, da ist Hörbuch einfach immer eine gute Sache. Genau, eben. Und das ist natürlich schön. Hast du es selber eingelesen? Genau, es wird mit einer tollen Frau eingelesen, die es liest. Aber ich durfte und wollte auch ein paar Übungen einsprechen, die dann auch von mir sind. Das finde ich auch total toll. Ja, finde ich auch gut. Und gerade halt bei den Übungen ist es doch schön, wenn man die hören kann und die dann original vorgetragen werden. Du machst ja dann Aufstellungen. Also ich komme jetzt mit einem Thema zu dir. Sei es der Vater oder wir haben das erarbeitet, was jetzt das Problem ist. Also ich habe ja auch einen Vertrag geschlossen sozusagen mit meinen Eltern. Und wenn ich jetzt Dinge daraus lösen will, dann machst du das natürlich in Aufstellung. Genau, es gibt eben dieses, was ich finde eigentlich das schönste Setting ist, das halt wirklich in der Gruppe zu machen, weil man dann in der Aufstellung natürlich andere hat, die auch in die Rollen mit reingehen können und das ist einfach so kostbar, weil die können dir ja was zurückmelden. Wenn wir jetzt einen Stuhl nehmen oder einen anderen Gegenstand, eine Aufstellungsfigur, dann kann die mir ja nicht antworten. Ich kann das Wort draufgehen und auch die Therapeutin kann ja da draufgehen und sagen, irgendwie auf diesem Platz fühle ich das und das. Aber es ist natürlich was anderes, Menschen zu sehen und auch bei mir ist ja eben so wichtig dann, dass ich nicht nur das Leid erkenne, sondern eben auch schaue, was hat gefehlt und wie kann ich erleben, dass die Vorfahren das bekommen haben, was sie gebraucht hätten. Weil dann erst befriedet sich unser inneres Kind, wenn es sie diesen versorgt. Ich brauche das jetzt nicht mehr machen. Und dann ist es natürlich schöner, du siehst da so einen realen Menschen, der sagt, ja, ja, genau, jetzt habe ich Frieden, ich habe mein eigenes Haus, das habe ich nicht verloren und ein Mann ist hier und nicht im Krieg und die freut sich, weil sie hat ihren Mann, weil sie hat gerade das ganze Leid gefühlt und jetzt hat sie den Mann und alles ist super und ich gucke zu. Das mache ich ja dann so, dass die, die aufstellt, ist dann Zeugin und sieht dann ihre Großmutter so glücklich. Und das macht ja was mit ihr. Weil vorher hat sie, oder sie trägt ja in sich diese Erinnerungen und diese Erfahrungen dieser Großmutter. Und dann werden genau die in ihr auch geheilt. Das macht den guten Effekt dieser Arbeit aus. Und das geht dann ja wieder in die nächste Generation, bis es dann zum Schluss auch in einer eigenen Erfahrung bei mir selber ankommt. Dass wenn ich jetzt dann selber mir vorstelle, meine Eltern haben also diese geheilte Ahnenreihe, wie anders können sie dann auf mich und meine Bedürfnisse eingehen. Und dann wird das Ganze quasi umgekehrt in ein positives Erlebnis, eine positive Erfahrung. Und die speichere ich dann auch in meinem Hirn ab. Die alte bleibt natürlich. Aber interessanterweise, habe ich auch neulich gelesen, kann es durch diese neun guten Erfahrungen, geschieht es einfach, dass die anderen so ein bisschen wie überschrieben, die verblassen dann. Die bleiben, du wirst dich immer daran erinnern, wie es wirklich war, aber sie verblassen, sie haben nicht mehr so viel Wirkung. Und die neun guten Erfahrungen, die ploppen dann eben auf, wenn du in solchen Situationen bist, wo du getriggert bist, ploppt es auf. Und du bist lange nicht so getriggert, beziehungsweise sagst du, naja, hätte auch ganz anders sein können. Mit einer glücklichen Anreihe wäre mir jetzt das und das möglich. Und es funktioniert einfach. Die Menschen melden das zurück, wie viel sich da für sie selber im Umgang mit sich selbst. Muss ich das wiederholen? Kann ich wieder zurückfallen? Ich würde sagen, es ist wie eine Zwiebelschicht natürlich. Das ist ein Prozess. Man macht einmal den Vertrag zur Mutter, einmal zum Vater. Dann ist schon unglaublich viel. Das merkt man auch. So viel ist da in Umwälzung. Und es kann trotzdem sein, dass nochmal eine Zwiebelschicht tiefer geht, irgendwann dann vielleicht in ein paar Jahren und ich habe also bestimmt so einige, die sagen, hey, das war so gut, diese Arbeit und ich habe das Gefühl, da gibt es noch was, kann man nochmal einsteigen und vertieft es dann nochmal, entweder damit oder mit einer anderen Arbeit dazu und dann wird es noch eine Zwiebelschicht tiefer und ich kann das von mir sagen, bis heute geht das so weiter. Also ich glaube, man ist nie fertig, aber natürlich ist es gar kein Vergleich mehr. Zwischen dem Tag, wo ich meinen Vertrag gelöst habe und dem, wie es mir da vorging. Aber trotzdem in der Zwischenzeit, das Leben geht ja auch weiter. Man hat Erfahrung, man hat Herausforderungen. Man bekommt dann vielleicht nochmal ein ganz spezielles Kind oder aber einen anderen Partner oder hat plötzlich einen anderen Job und schon kommen wieder neue Themen auf einen zu. Und man ist wieder an irgendwas neu dran. Also da wieder genau hinschauen. Es ist ein Prozess. Es bleibt ein Leben lang spannend. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum wir doch hier sind, oder? Wir wollen uns weiterentwickeln. Also ich glaube, dass wir in unserer Gesellschaft, wo wir nochmal zu den Anfang kommen, bevor wir auch zum Ende kommen, ich finde das alles so schön zusammengefasst, aber dass man dieses Optimieren, es geht ja nicht darum. Und Gefühle, negative wie positive, gehören ja zum Leben dazu. Und ich glaube, wenn wir nur glücklich sind, dann ist es ja auch nicht der Zustand, der normal ist. Aber ich habe das Gefühl, wir wollen alle das Beste für unsere Kinder und wollen sie einfach nicht mit so viel Eid lasten. Also der Rucksack sollte nicht zu voll sein. Aber trotzdem glaube ich, dass es auch okay ist, dass sie mit Herausforderungen sozusagen aufwachsen und ihnen wissen einfach, was ihre Tools sind. Also deshalb sind ja die Tools so toll. Es gibt ja auch wirklich, finde ich, so einen Unterschied zwischen, also zu glauben, wir können alles kontrollieren und alles verändern. Ich habe ja dieses Beispiel von den drei Schicksalsschwestern genommen. Die eine spinnt den Faden, die andere misst ihn, also die Lebenslänge und die dritte schneidet ihn ab. Und die ersten beiden können wir gar nicht wirklich kontrollieren, auch wenn man jetzt heute mit solchen Methoden, wenn man Samen spenden und Eizellen spenden und so weiter, was man alles machen kann, ist natürlich schon ein bisschen die Frage. Vielleicht kann man doch mehr kontrollieren in Zukunft als in der Vergangenheit. Aber in der Tiefe, es stimmt das natürlich, man kann es nicht kontrollieren, wann ich und ob ich geboren werde. Dann kann ich aber eine ganze Menge tun im Laufe meines Lebens. Nicht alles, Schicksalsschläge kommen, aber wie ich damit umgehe, wie ich mein Schicksal annehme, ob ich es annehmen kann, ob ich es integriert bekomme, ob ich was dazu lerne und so weiter. Dafür kann ich eine ganze Menge tun und wann ich sterbe auch, da kann ich durch Ernährung und Gutes mit mir umgehen und so weiter, kann ich viel tun, aber auch nicht alles. Und das muss ich akzeptieren und irgendwann werde ich sterben, das habe ich nicht unter Kontrolle. Und wenn ich damit demütig umgehe, aber nicht irgendwie mich ergebe, sondern es annehme. und dann gucke, wo kann ich eben was tun und wo ist es wichtig einfach zu sehen, ja. Das ist auch okay, wie es ist. So wie es ist, darf ich auch damit sein. Und Eltern sein ist einfach auch ein Prozess. Und Eltern sein ist eine der größten und wichtigsten und wertvollsten Erfahrungen und Aufgaben im Leben. Und wir müssen nicht jeden Tag perfekt sein. Ich glaube, das ist nochmal so die Botschaft. Das wäre ja auch nochmal fürs Kind dann eigentlich der Druck. Guck mal, du musst auch perfekt sein, weil ich bin schon so perfekt. Dann musst du auch perfekt werden. Nein, perfekt ist gar nicht gut. Ist nicht gesund. Nein, nein. Vielen, vielen Dank für deine wunderbaren Einblicke in deine so tolle Arbeit. Ich glaube einfach, ich freue mich jetzt im Urlaub dein Buch zu lesen. Sehr schön. Das habe ich mir vorgenommen. Ich freue mich aber auch, dass du das Hörbuch, dass es jetzt bald kommt, weil ich glaube, das ist einfach für viele Eltern einfach gut, die viele Wege gehen, viele Kilometer machen. Und ja, also ich werde natürlich alle wichtigen Dinge verlinken in meinen Shownotes und das teilen. Und ich glaube auch, wenn ihr vielleicht denkt, oh, das ist vielleicht auch eine Folge. Manchmal tut es auch gut, so eine Folge seinen Eltern zu schicken. Genau. Um auch vielleicht, wenn es vielleicht gerade nicht so einfach ist miteinander, um sich vielleicht mal wieder so ein bisschen besser zu verstehen und anzunähern. Also deshalb teilt gerne die Folge und berichtet über diese wichtige Arbeit, dass man da einfach gucken soll. Und habt ihr auch gerade ein Kind, was einfach euch so ein bisschen so dazu zwingt, ein bisschen genauer hinzuschauen. Unser drittes Kind hat das auch bei uns gemacht. Dann tut das und habt keine Angst. Denn es gibt so viele tolle Leute, die so wie Sabine arbeiten. Und da wirst du mir noch ein paar Sachen geben, wo man verlinkt ist. Jetzt gerade Stellen in Berlin genannt und so weiter. Worauf man auch achten sollte, weil ich glaube, das ist auch das Schwierige, gerade bei Psychotherapeuten und die mit dem Generation Code arbeiten, dass man dann da auch genau guckt, ich möchte... Vielleicht Leute haben, die du ausprobiert hast. Genau, das gibt ja auch, selbst bei systemischen, weil es ja die Grundbasis dafür, auch da gibt es ja Unterschiede. Wie du schon sagst, manche Begriffe sind gar nicht geschützt. Und wenn man wirklich eine Aufstellungsarbeit macht, kann man ganz schräg liegen und bei Menschen landen, die komische Dinge machen. Und da einfach zu wissen, es gibt wirklich zertifizierte Institute, die wirklich einem großen Verbund oder Verband angehören oder zwei großen Verbänden in Deutschland. Und wenn man einfach sieht, ah, die haben diese Auszeichnung, dann kannst du dich verlassen. Was wäre die zum Beispiel? Die DGSF zum Beispiel oder die SG, Systemische Gesellschaft. Das sind die beiden ganz großen in Deutschland. Ich bin DGSF-zertifiziert zum Beispiel oder bilde auch aus in meinem Institut. Weil wenn man bei mir die systemische Ausbildung macht, die dann DGSF-zertifiziert ist, dann kann man dort auch die Zertifizierung bekommen. Das muss man dann da nochmal einreichen. Aber dann weiß man eben, Man hat einen gewissen Standard bekommen, den man wirklich können muss und wo man einfach die Hintergründe und vor allen Dingen auch die Haltung, das ist ja auch eine Haltungsfrage, auch eine ethische und wie schaue ich aufs Leben? Nicht von oben herab, ich bin der Therapeut, du bist der Patient und ich stehe oben und unten, sondern hey, ich bin dein Begleiter, mehr nicht. Ich habe mein Wissen und das nutze ich dafür, dass du dein inneres Wissen und dein Wissen um das, was richtig heilend und gut ist für dich, dass du das nutzen kannst. Das ist zum Beispiel eine gute Einstellung und die auch einfach sich auskennen mit Aufstellungsarbeit. Das kann man eben sehr, sehr empfehlen und davon gibt es viele. Von uns gibt es noch immer nicht genug, wenn man schaut, wie viel es gebraucht wird, aber auch eben immer mehr. Und da kann man dann, das verlinken wir dann. Vielen Dank, Sabine. Ich danke dir. Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg weiterhin mit deinem Buch und ich hoffe, dass es ganz viele Menschen lesen werden. Danke schön. Danke. Danke, dass ihr zugehört habt und ich freue mich, wenn ihr nächsten Donnerstag wieder einschaltet. Tschüss. Ja, bevor die Folge natürlich ganz zu Ende ist, kennt ihr ja noch meinen Mythencheck und der passt auch heute persönlich zu mir. Das habt ihr eben in der Folge gehört. Es mag nämlich überraschend klingend, aber Phobien wie Höhenangst, meine Höhenangst oder Spinnenphobie, können tatsächlich vererbt werden. Kinder von Eltern, die unter solchen Ängsten leiden, haben ein höheres Risiko, diese ebenfalls zu entwickeln. Dies liegt nicht nur daran, dass Kinder das ängstliche Verhalten ihrer Eltern nachahmen, sondern auch an genetischen Faktoren, die die Art und Weise beeinflussen, wie unser Gehirn auf Angst reagiert. Die neurobiologischen Prozesse, die Ängste auslösen, können also durch genetische Veranlagungen gesteuert werden. Also ich muss bei mir natürlich auch nochmal ganz genau hinschauen, wo die herkommt. Interessanterweise sind viele dieser Phobien tief in unseren Erbgut verwurzelt und könnten ursprünglich als Schutzmechanismen gegen Gefahr entstanden sein. So könnte eine angeborene Angst vor Höhen oder bestimmten Tieren ein evolutionärer Mechanismus gewesen sein, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Diese instinktiven Reaktionen werden über Generationen hinweg weitergegeben, sowohl durch das sozial erlernte Verhalten als auch durch die genetischen Prädispositionen. Ihr Lieben, danke, dass ihr bis zum Ende gehört habt. Ich finde, es war eine ganz tolle Folge und sie hat mich persönlich natürlich, also ich wollte unbedingt Sabine hier haben. Es war ein tolles Gespräch und ich freue mich natürlich, wenn ihr mir auch noch fünf Sterne für diese tolle Folge schenkt und wenn ihr A Sounds Familie abonniert. Wir sehen uns nächsten Donnerstag wieder und ich wünsche euch eine gute Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.at auf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissy Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren Redaktionelle Leitung Katharina Kern Aufnahmeleitung Lena Günther Sounddesign und Postproduktion Milan Feig.