Music. Es ist wieder Donnerstag und es gibt eine neue Folge Sounds Familia für euch. Und heute, wie jede Woche, haben wir ein wichtiges Thema, aber die aktuelle politische Lage ist ja wirklich für uns Eltern auch einfach nicht einfach. Und das ist einfach ein Thema, was uns jeden Tag, wenn wir die Nachrichten hören, lesen, sehen, nicht einfach. Und vor allen Dingen, wenn man Kinder in unterschiedlichen Alltagsgruppen hat, meine sind jetzt drei, sechs, zwölf und vierzehn. Das ist natürlich noch kein Thema, was ich mit meiner Dreijährigen bespreche. Aber sechs Jahre erste Klasse ist natürlich, wie führe ich Kinder an die Politik ran? Wie mache ich Politik verständlich? Wie gehen wir als Familie auch zum Thema Demokratie um? Wie können wir das umsetzen? Und das ist einfach ein großes Thema, was mich natürlich auch sehr oft beschäftigt. Und dazu habe ich mir heute wirklich eine ganz tolle Frau eingeladen, die mich schon drei Jahre jetzt begleitet, weil sie was ganz Tolles geschafft hat, wo ich heute gerade eben zu ihr gesagt habe, krass, in drei Jahren hast du ein Gesetz umgesetzt. Das ist natürlich nicht einfach. Ich mache es jetzt gerade spannend. Ich habe heute Natascha Sargorski bei mir zu Gast. Viele von euch kennen sie vielleicht schon. Sie ist Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin, Autorin und PR-Beraterin und sie hat ihre eigene NGO gegründet und ist davon natürlich auch Geschäftsführerin. Und diese NGO kümmert sich um alle familienpolitischen Themen, also Familie sind alle. Und ein ganz wichtiges Thema, was sie geschafft hat, ist, dass sie dieses Gesetz geschafft hat, dass der Mutterschutz jetzt für Frauen, die eine Fehlgeburt haben, ab der 13. Woche gilt. Und das ist natürlich auch für mich als Hebamme ein so großes Anliegen, weil ich natürlich Frauen mit Fehlgeburten betreue. Und so haben wir uns damals kennengelernt. Erstmal herzlich willkommen, Natascha, dass du heute da bist. Hallo Sissi, danke, dass ich da sein darf. Und natürlich reden wir auch nochmal kurz über dieses Thema, weil bevor wir auf Demokratie mit Kindern eingehen, also es war ja dieses Jahr wirklich super emotional. Ich war leider schon im Urlaub, konnte nicht da sein. Aber ich habe die Bilder gesehen, ich habe es geteilt und dich auch im Bundestag zu sehen, als das Gesetz verabschiedet wurde. Also da kriege ich jetzt schon wieder Gänsehaut und denke mir halt so, du hast deine ganz persönliche Geschichte mit uns geteilt, du hast selber von deiner Fehlgeburt berichtet, du hast das Tabuthema getroffen und hast einfach gemerkt, wir müssen da was ändern. Und deshalb, wie war dieser Moment, als du dort gesessen hast? Das war Wahnsinn. Als ich dann nach drei Jahren wirklich da saß auf der Tribüne im Deutschen Bundestag und auf einmal wurde da unten von den ganzen Abgeordneten, und es waren sehr, sehr viele noch da, obwohl es so eine späte Uhrzeit war, die haben alle über Fehlgeburten gesprochen und über betroffene Frauen. Und weißt du, wenn du so dafür kämpfst, dass so ein Tabuthema, über das eigentlich niemand sprechen will, und da will auch niemand was darüber hören, weil es ist ja ein unschönes Thema. Und auf einmal gibt es eine Debatte dazu im Bundestag Und dann kommt der Moment. Wo die Präsidentin dann fragt, wer stimmt dem Gesetzentwurf zu? Und dann gehen alle Hände hoch, alle Hände gehen hoch. Kriege ich jetzt auch wieder Kännsuche aus. Ich kann mir einfach so weinen, weil es einfach so schön ist. Ich habe dann auch erstmal geweint. Und ja, und dann sind die Abgeordneten irgendwann aufgestanden, haben sich umgedreht zur Tribüne und haben alle geklatscht und standen da. Und das war ganz unwirklich. Und parallel wusste ich, dass so viele Frauen sich das gerade online auch anschauen. Und weißt du, das war so eine besondere Woche, weil das war eine ganz schwierige Woche. Das war ja eigentlich die letzte Woche der letzten Regierung und es gab sehr viel Streit. Die CDU hat mit der AfD gestimmt und so weiter und so fort. Alle waren irgendwie plötzlich gegeneinander. Aber im Familienausschuss, da gab es eben diese Frauen. Ja, Freundschaften ist vielleicht zu viel gesagt, aber diese Frauenallianzen, die dann nochmal gesagt haben, hey, egal was da draußen gerade passiert, wir haben hier noch wichtige Themen, unter anderem Mutterschutz für Fehlgeburten. Und dann haben wir nochmal Meetings gemacht, haben nochmal alle zusammengebracht. Und diese Frauen haben es geschafft, dass einfach Demokratie funktioniert hat, weil in der Woche waren die Anliegen der Frauen und Kinder, es gab noch zwei andere Gesetze. Einfach wichtiger als der ganze Streit. Und nach diesem besonderen Moment im Bundestag sind wir dann noch mit Abgeordneten aller demokratischen Parteien, die beteiligt waren, erstmal einen Sekt trinken gegangen nach dem Bundestag. Und das ist Sternstunde der Demokratie gewesen. Ja, Wahnsinn. Magst du vielleicht nochmal erklären, was genau jetzt verabschiedet wurde? Weil viele, die zuhören, wahrscheinlich gar nicht genau wissen, warum das für uns so wichtig ist. Ja, ich wusste auch nicht, dass das so wichtig ist für uns, weil ich dachte, dass eine Frau nach einer Fehlgeburt automatisch hinfällt. Mindestens krank geschrieben wird, vielleicht sogar Mutterschutz bekommt. Und dann hatte ich eine Fehlgeburt und eine Ärztin meinte zu mir, Frau Sorgoski, Sie brauchen keine Krankschreibung, Sie können morgen wieder arbeiten gehen. Das konnte ich natürlich nicht, das muss ich dir nicht sagen. Aber ich dachte ganz lange, ich hätte einfach Pech gehabt. War eine unsensible Ärztin und dachte aber, ja, aber im Normalfall läuft das ja alles super in Deutschland mit der Betreuung. Ist einfach jetzt dumm gelaufen. Bis ich dann recherchiert habe für mein Buch, jede dritte Frau, so viele Frauen interviewt habe und dann ganz geballt so viele Geschichten gehört habe, was alles bei denen falsch gelaufen ist. Unter anderem auch keine Krankschreibungen. Und tatsächlich war das Mutterschutzgesetz bis zum Mai diesen Jahres noch so, dass Frauen nach einer Fehlgeburt gar keinen Mutterschutz bekommen haben und ab einer Totgeburt erst. Das heißt ab der 24. Schwangerschaftswoche. 24. Schwangerschaftswoche, wenn man sich das überlegt. Sechster Monat. Ja, also ich meine, es ist völlig egal, wann man ein Kind verliert. Aber ich meine, es gibt so viele Frauen, die man begleitet bei stiller Geburt. 20. Woche, 18. Woche und die sollen dann einfach am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen. Also 24. Woche finde ich schon, ist ein bisschen daran gekoppelt, glaube ich, dass man halt einfach gesagt hat, okay, dann sind Kinder lebensfähig. Ja, genau, dieses Personenstandsgesetz ist daran gekoppelt gewesen, aber wirklich so in der Praxis, du gehst am letzten Tag der 24. Woche zum Arzt und bekommst diese Diagnose, ich kann keinen Herzschlag mehr finden, dann bekommst du keinen einzigen Tag Mutterschutz, also so war das, heute bekommst du es. Hast du den Termin einen Tag später ausgemacht aus Zufall am ersten Tag der 24. Woche, dann bekamst du 18 Wochen Mutterschutz. Oder du hast natürlich auch schon Mutterschutz bekommen, wenn das Kind kurz gelebt hat bei der Geburt. Aber die Frau, ob das Kind jetzt geatmet hat oder nicht, war 22 Wochen lange schwanger. Also das Wochenbett hat ja nichts damit zu tun, ob das Kind noch zwei Minuten gelebt hat oder nicht. Und ob das Kind mehr als 500 Gramm gewogen hat. Also das war wirklich, das waren heftige Szenen, die da in den Kreißszenen waren. Und wenn ein totes Baby gewogen wird und wenn es 490 Gramm wiegt, bekommst du keinen Mutterschutz. Aber wenn es 502 Gramm wiegt, dann bekommst du Mutterschutz. Das ist doch total unmenschlich. Wer hat sich das ausgedacht? Und das ist manchmal so das Problem bei Politik, dass es so weit weg vom echten Leben ist. Und das glaube ich, die Menschen, die diese Regelungen dann getroffen haben, vielleicht waren die auch noch nie in einem Kreißsaal. Und deswegen ist es so wichtig, dass wir das Ganze menschlich machen, dass wir sagen, okay, wenn ich jetzt einfach mit gesunden Menschenverstand über was nachdenke, muss eine Frau am Tag noch dafür wieder arbeiten. Nee, macht irgendwie keinen Sinn. Dann macht es wahrscheinlich auch politisch keinen Sinn. Ja, richtig gut. Das ist passiert und das hat Natascha erreicht. Und da bist du ja eigentlich auch, vorher warst du ja PR-Beraterin. Genau, war in einer PR-Gentur, hatte auch einen tollen Job. Ich bin auch um die Welt gereist, war im Tourismus unterwegs. Ja, aber hast ja wahrscheinlich keine politischen Themen behandelt. Nee, also ich habe zur Politik und Kommunikationswissenschaften studiert und war dann auch im Studium sehr politisch aktiv. Aber ich muss ganz ehrlich sagen, das hat mich alles wahnsinnig abgeschreckt. Ich habe da einfach Dinge mitbekommen, wo ich mir dachte, das ist nicht mein Moralkompass, da sehe ich mich nicht. Ich gehe einen anderen Weg, habe Bücher geschrieben, bin dann in die PR, Tourismus. Und dann kam halt irgendwann dieser Kinderwunsch. Und da dachte ich auch, das wird ja auch alles wunderbar laufen, weil man immer so ja das Bild vor Augen hat, wenn man sich nicht groß damit beschäftigt, wie schön es ist. Frau steht am Fenster, Weichzeichner, streichelt sich über den Bauch, schaut hinaus. Und ach Gott, schwanger sein muss so toll sein, der Glow. Und das war es halt nicht. Ich hatte erst mal eine Fehlgeburt, danach hatte ich zwei Frühgeburten. Also die ganze Schwangerschaftszeit und Kinderwunschzeit war alles nicht so einfach und es hat mich unfassbar politisiert, weil dieser Satz, den man immer mal wieder so hört, das Private ist politisch, ja, das ist so ein Satz, okay, aber auf einmal war meine Fehlgeburt hochpolitisch. Das habe ich natürlich im ersten Moment nicht verstanden, aber als ich dann gemerkt habe, wie viele Frauen betroffen sind und das kennen ja auch viele nach einer Fehlgeburt, wenn man dann irgendwann die Kraft hat rauszugehen und zu sagen. Okay, ich war jetzt nicht da, weil ich habe mein Baby verloren, dann habe ich nie gehört, oh Gott, das ist ja schrecklich. Ich habe immer gehört, wow, das kenne ich oder das ist meiner Kollegin auch passiert, das ist meiner Mutter, meiner Schwester, wie auch immer. Auf einmal war mein ganzes Umfeld voll von Fehlgeburten, aber niemand hat vorher darüber gesprochen. Und das hat mich auch so wütend gemacht, dass diese Themen einfach, die ja dann auch politisch keine Stimme hatten. Und mir war klar, es wird morgen kein Politiker aufwachen und sagen, na also die Situation von Frauen auf Fehlgeburten oder von Hebammen oder im Kreißsaal, Gewalt im Kreißsaal und so weiter, das geht ja gar nicht, das muss sich jetzt ändern. Das wird sich nur ändern, wenn wir als Betroffene uns dafür einsetzen und eine Stimme haben. Ich glaube, das ist auch die einzige Chance, die wir Hebammen jetzt haben, indem sich Eltern für Hebammen stark machen und einfach den Mangel immer wieder signalisieren, dass sie einfach Schwierigkeiten haben, dass sie nicht gut betreut wurden. Wir Hebammen können wenig tun, weil es, also wir können auch was tun. Und das ist mir auch immer daran gelegen, darüber aufmerksam zu machen. Aber ich finde, dadurch, dass diese Zeit so kurz ist, also wo man Kinder bekommen kann, viele Leute betrifft es ganz kurz und dann vergisst man wieder. Das ist nicht so etwas, was einen lange betrifft. Und dann ist es immer erst, sind alle sehr betroffen. Dann ist man darüber hinaus und dann sind wieder andere Themen wichtig. Das habe ich immer so das Gefühl. Man vergisst sehr schnell Solidarität, wenn es einen nicht mehr selbst betrifft. Und das ist aber in der Demokratie ganz schlecht. Also ich glaube, wir müssen es auch schaffen, diese ganzen familienpolitischen Strömungen. Mehr zu vereinen, dass wir wirklich vom Kinderwunsch oder eigentlich schon von Impfungen, von HPV und was weiß ich, welche Themen es alles gibt, dass wir das alles wirklich mal zusammenfassen und nicht irgendwie gegeneinander arbeiten. Weil ich habe zum Beispiel gerade die Hebammen als so unterstützend empfunden. Also du warst sofort dabei, Hebammenverband habe ich ganz oft im Bundestag, saß ich da neben Kämpferinnen. Dr. Mirjam Peters ist zum Beispiel eine. Das habe ich tatsächlich vom Gynäkologenverband jetzt nie bekommen, so Unterstützung für Frauen und für die Rechte von Schwangeren. Und ich glaube, diesen Einsatz, den gerade ihr als Hebammen und ich glaube jeder, also ich kenne keine Frau, die ihre Hebamme nicht liebt. Und ich bin ein Riesenfan. Ihr macht einfach so einen wichtigen Job. Ich weiß nicht, wie ich ohne meine Hebamme durch diese Kinderwunschzeit gekommen wäre. Und das nicht zu vergessen, sondern das zurückzugeben, auch wenn die Kinder gerade eingeschult werden oder Abi machen oder sonst was, das ist auch Solidarität. Und das ist in einer Demokratie sehr, sehr wichtig. Und deswegen, es gibt wahnsinnig viele Petitionen gegen Kreißsaalsschließungen und so weiter. Diese Petitionen, wenn da irgendwo jemand was liest mit Hebamme, einfach unterstützen. Einfach unterschreiben, gar nicht drüber nachdenken. Einfach Unterschrift runtersetzen. Aber da wäre jetzt meine Frage an dich. Also du hast gesehen, okay, wir haben da eine Gesetzeslücke. Ich muss was ändern. Also wurdest du politisch, obwohl du gerade nicht aktiv in der Politik und hast diese Petition gestartet. Ich finde das unglaublich inspirierend, weil man muss ja erst mal wissen, wie macht man das? Wo fängt man an? Also kannst du das vielleicht mal ganz kurz erklären? Weil ich finde zum Beispiel bei diesen ganzen Kreißsaal-Schließungen, die wir haben und den ganzen Petitionen, die wir auch teilen, klar, es ist kein Problem, das zu unterschreiben, aber ich glaube, dass viele Sachen so ein bisschen an Kraft verlieren, wenn es so viele Einzelne sind. Wie du gerade sagst, wir müssen diese familienpolitischen Sachen einfach eher bündeln, weil ich habe das Gefühl, dann kommt eine größere Stärke. Ich habe zu Beginn des Jahres, wir hatten halt eine Petition über den Deutschen Hebammenverband, wo wir auch nochmal gucken, das tritt ja jetzt ein Gesetz in Kraft, das jetzt wieder Kürzungen sind bei den Beleghebammen, beim Belegschichtsystemen. Und diese Petitionen, denen fehlten halt echt, glaube ich, 50.000 Unterschriften. Dann habe ich gesagt, okay, wie kann ich euch helfen und habe halt einfach mein Netzwerk angeschaltet. Und siehe da, wir haben das geschafft. Aber dann gab es wieder noch eine andere Petition dazu und noch eine. Und ich glaube einfach für Leute, die einfach nicht täglich politisch aktiv sind und sich damit auskennen, die sind immer so ein bisschen verunsichert. Wo ist es wirklich sinnvoll zu unterschreiben? Wie kann ich mich politisch aktiv machen? Ich glaube, das ist auch immer so ein bisschen so die Hemmschwelle. So, weil man liest es halt und dann ist man so ein bisschen so, ja, ob das jetzt was bringt. Also das allererste, wichtigste, jede Unterschrift bringt was. Weil das oft auch, man hört, wo man denkt, ja, dann unterschreibe ich die Petition, das versandet ja eh. Vielleicht versandet genau die nicht. Kann sein, dass sie versandet, aber es gibt keine Garantie. Aber vielleicht auch nicht. Und wenn wir es nicht schaffen, für eine Unterschrift zu mobilisieren, dann schaffen wir alles weitere darüber hinaus auch nicht. Also das ist so mein erster Appell, weil es immer gleich heißt. Und ich habe ja auch in meinem Buch, wie wir mit unseren Kindern die Demokratie verteidigen, so eine richtige Anleitung. Wie kann ich eine Petition erfolgreich machen, weil mir das so wichtig ist, dass wir viele familienpolitische Petitionen haben. Aber man darf das auch nicht mal so kleinreden, dieses Unterschreiben, dass das ja so eine kleine Akt ist. Mit was für einer hast du denn angefangen? Mit deiner ersten Petition. Du bist ja nicht gleich auf die Bundestagsebene gegangen. Genau, ich habe gleich die Petition zum gestaffelten Mutterschutz gemacht bei Open Petition. Und habe die dann erstmal in so einem ganz kleinen WhatsApp-Gruppen. Ich hatte irgendwie so tausend Follower und habe das so da irgendwie so rein. Und das war aber gleich ein Thema, was ganz viele bewegt hat. Und gerade diese Kinderwunsch-Community und Fege wurden so sehr, sehr aktiv bei Instagram. Die Sternenkindervereine haben unterstützt. Aber ich habe parallel auch versucht, ins Gespräch zu kommen mit Abgeordneten zu dem Thema. Hat überhaupt nicht funktioniert. Kein einziger wollte mit mir sprechen. Und auch keine einzige. Nur Absagen bekommen. Das war ganz schön ernüchternd. Aber parallel habe ich immer mehr Unterschriften bekommen. Und das war sehr empowernd. Und immer mehr Unterstützung und wahnsinnig viele Kommentare. Und dann, das ist natürlich mein großer Vorteil gewesen, habe ich eine Pressemitteilung geschrieben, weil ich wusste, wie das geht. Ich habe das halt nicht für ein Maledivenhotel gemacht, sondern für meine Petitionen habe die einfach mal rausgeschickt von meiner privaten E-Mail-Adresse und so kam das allererste Spiegelinterview zustande. Und dieses Spiegelinterview, Leitmedium, hat dann wieder andere Interviews gebracht und mit dieser Berichterstattung, TV-Auftritte, was weiß ich, immer mehr Unterschriften, dann gingen auf einmal die Türen der Politik auf. Also es gab so zwei Schlüsselerlebnisse. Eins war tatsächlich die SPD-Bundestagsabgeordnete Leni Breymeyer, das war die Obfrau im Familienausschuss. Und die, das hat sie mir damals nicht gesagt, aber eigentlich dachte die, nur weil die Frau Sargorski jetzt einen blöden Arzt hatte, müssen wir kein Gesetz ändern. Aber sie meinte, toll, setzt sich eine Frau ein, Wertschätzung, ich lade die in den Bundestag, ich rede eine Stunde mit ihr. Und die Chance habe ich genutzt. Ich bin nach Berlin gefahren, ich habe mich mit ihr unterhalten. Und nach dieser Stunde hat sie mich angeguckt und hat gesagt, Frau Zagoski, Sie haben da einen Punkt. Das müssen wir ändern, das können wir ändern. Ich beantrage jetzt eine Anhörung im Familienausschuss. Und siehe da konnte ich nicht im Petitionsausschuss, wo alle möglichen Abgeordneten sitzen zu allen Themen, sondern ich konnte genau dort sprechen. Ich hatte drei Minuten. Drei Minuten. Drei Minuten, die habe ich genutzt. Drei Minuten, wo genau die Abgeordneten saßen, die Familienpolitik machen. Also beste Zielgruppe ever, wenn du ein Gesetz ändern willst im Deutschen Bundestag. Und nach dieser Anhörung kamen aus allen demokratischen Parteien die Abgeordneten auf mich zu und meinten, das ist eigentlich total super, das müssen wir machen, also wir stehen dahinter. Dann hat es noch zweieinhalb Jahre gedauert von diesem sehr weiblich besetzten Familienausschuss, deswegen ist da auch immer so ein schönes Miteinander, das nach oben zu bringen, dass wir wirklich ins Plenum kommen. Aber eigentlich ist es ja schnell, ne? Also ich meine, bis so ein Gesetz verabschiedet wird. Eigentlich ist es schnell, aber es hätte auch tatsächlich noch deutlich schneller gehen können. Wenn die Notwendigkeit an höheren Stellen auch gleich erkannt worden wäre. Und das Zweite, und da kann ich auch nur alle, die vielleicht selber eine Petition starten wollen oder eine andere Gesetzesinitiative wirklich ermuntern, geht raus, teilt eure Geschichte, macht es wirklich erlebbar, weil die Menschen müssen es verstehen, die müssen es fühlen. Politik musst du fühlen. Du kannst mit Fakten um dich werfen. Schön und gut, wenn es die Menschen nicht fühlen, dann werden sie es auch nicht unterstützen. Und ich weiß noch, dass ich total enttäuscht war, weil die Familienministerin war grün Und ich dachte, yeah, jetzt starte ich meine Petition und die werden mich total unterstützen. Das wird super. War aber erstmal ganz lange nicht so. Und dann habe ich das auch wirklich in einem Spiegelinterview, das war dann schon das nächste, gesagt, ja und die Grünen haben immer noch nicht mit mir gesprochen. Da war ich auch einfach persönlich beleidigt. Und am nächsten Tag hat mein Telefon geklingelt und ich hatte das Abgeordnetenbüro der betreffenden Abgeordneten dran. Und es wurde eine meiner aller, aller engsten Unterstützerinnen, Nina Starr. Ist leider dann nicht mehr im Bundestag gewesen, aber ihre Nachfolgerin war genauso unterstützend. Und so habe ich... Und warum haben Sie erst nicht mit ihr gesprochen? Also warum, weiß man nicht. Kam nicht bei ihr an, egal. Also haben sie einfach nicht gemacht. Aber ich habe dann in jeder demokratischen Partei Verbündete gehabt. Ich habe eine Silvia Breher und eine Melanie Bernstein bei der Union, mit denen ich andauernd im Austausch war. Ich habe die immer wieder angerufen. Also die Mitarbeitenden kannten mich schon sehr, sehr gut. Ich bin andauernd nach Berlin gefahren. Ich habe da immer wieder gesagt, hey, was können wir machen? Ich habe mit der FDP Nicole Bauer gesprochen, SPD, Sarah Laakamplini, Breymaier, Erik von Malotki. Also ich war mit allen Parteien im ganz, ganz engen Austausch und wenn ich gemerkt habe, die sind jetzt eher ruhiger, dann habe ich halt wieder mit denen geredet. Und das ist das Schöne an der Demokratie, du hast die Auswahl. Und so ein Projekt kriegst du nur hin, wenn du eine demokratische Mehrheit hast. Das heißt, du kannst nie nur mit einer Partei gehen und auch nie nur einen Weg. Wir sind dann ja noch vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, über den Bundesrat. Also wir haben sehr viel gemacht, eine zweieinhalb Meter hohe leere Wege vor den Bundestag gestellt, wieder Fotos produziert. Also ich konnte das auch nur machen, weil ich ein Stipendium bekommen habe von Joint Politics. Ich wollte dich, das wäre meine nächste Frage gewesen. Okay Natascha, das hört sich ja super an, aber Menschen, die hier zuhören, sagen, okay. Also eine sehr persönliche Frage, wie konntest du das leisten? Ich meine, du bist Mutter von zwei Kindern. Erstmal, wie hast du die Zeit gefunden und wie hast du das natürlich auch finanziell geregelt? Aber du hast ein Stipendium. Also ich habe das aus der Elternzeit gestartet. Ich dachte ja nie, dass das so groß wird. Und als ich dann gemerkt habe, das wird so groß, du erreichst gerade ganz viele Menschen und du berührst gerade ganz viele Menschen und es gibt eine Chance, das Gesetz zu ändern, dann dachte ich, okay, wie mache ich das? Ich muss ja irgendwie von was leben. Und dann bin ich aber auf Joint Politics gekommen, dieses politische Startup, die unterstützen auch mit finanziellen Mitteln, das gibt es nicht oft, politische Talente, überparteilich. Und da habe ich gepitcht und die waren gleich Feuer und Flamme. Und dann habe ich tatsächlich zwei Jahre lang ein Stipendium von Joint Politics gehabt und konnte so auch meine NGO-Familie sind alle gründen. Aber was ich auch nochmal sagen will, das ist mir auch beim Buch so wichtig, nicht jeder muss jetzt seinen Job hinschmeißen und muss jetzt Vollzeit sich da reinstürzen. Sondern man kann mit vielen kleinen Sachen, mit unterstützenden Sachen, sich mit anderen zusammentun, kann man auch wahnsinnig viel erreichen. Das muss auch nicht immer gleich das große Bundesgesetz sein. Also gerade kommunalpolitisch kann man im Familienbereich wahnsinnig viel erreichen. Weil Kita, Schule, Spielplätze, ja oft auch Kreißseele und so, das sind alles kommunalpolitische Fragen. Und in der Kommunalpolitik kannst du viel, viel einfache Dinge umsetzen. Die erfolgreichsten Petitionen, wenn man sich anschaut, wie viel Prozent der Petitionen sind erfolgreich und wie viele nicht, da sind die kommunalpolitischen ganz weit oben. Weil du mit ein paar hundert Unterschriften wirklich eine Kreißzahlschließung auch mal verhindern kannst. Das ist auf Bundesebene alles ein bisschen komplizierter. Ja, also mir war es einfach ganz wichtig, dass man es einordnen kann, was du alles machst. Ich möchte natürlich jetzt, weil Sounds Familie ist ja ein Eltern-Podcast und wir wollen heute gerne über dein Buch sprechen. Du hast ja ein Buch geschrieben, wie wir mit unseren Kindern die Demokratie verteidigen und du hast ja eben auch schon ganz oft gesagt, dass Demokratie zu Hause beginnt. Und ja, also ich glaube, viele Eltern denken ja immer, dass Demokratie nur was mit Parlament, mit Wahlen zu tun hat. Und du sagst ja, nee, das stimmt nicht. Demokratie fängt im Alltag an. Vielleicht kannst du uns einfach mal sagen... Und erklären, in welchen Situationen es sich eignet, einfach das anzubringen und ab welchem Alter und wie du es vielleicht auch mit deinen eigenen Kindern machst. Also wie setzen wir das um und wie können wir einfach mit so kleinen Dingen einfach auch die Welt verändern? Weil ich glaube immer, viele denken immer, ich kann eh nichts tun, aber es kommt ja auf die kleinen Impulse ein, die wir, wie du es gerade auch schon gesagt hast, kommunaltechnisch einfach was verändern können. Oder in der Kita, in dem ich in Elternbeirat bin. Aber deshalb, genau, magst du darüber mal ein bisschen reden? Ja, sehr gerne. Also das ist genau das, was du gerade gesagt hast. Das begegnet mir wahnsinnig oft, dieses Politik, das ist so kompliziert, damit habe ich gar nichts zu tun. Aber Politik ist ja der Alltag. Also wenn die Hebammen weniger Rechte haben, dann ist das Politik. Wenn wir keine Kinderärztpraxen mehr haben, ist das Politik. Jetzt kam wieder die Meldung, Fiebersaft haben wir wieder Probleme. Dass der Lieferbar ist, wo man sich denkt, um Gottes Willen, dann ist alles Politik. Also es betrifft uns einfach alle und Politik ist gar nicht so weit weg. Also erstmal sind Politiker, Politikerinnen, die gewählt wurden, das sind eigentlich unsere Service-Mitarbeitenden, nicht mehr und nicht weniger. Die sind nur dafür da, unsere Probleme zu lösen. Und die sind auch ansprechbar. Das ist ein ganz großes Learning, was ich hatte, dass wir viel mehr mit Menschen dort ins Gespräch gehen müssen. Und das ist gar nicht so weit weg, wie man denkt, gerade wenn du an den Gemeinderat oder so denkst. Da können wir vielleicht später noch zu sprechen, um jetzt wirklich auf die Familie das runterzubrechen. Was ich so spannend fand, wie werden eigentlich Menschen total begeisterte Demokraten und Demokratinnen wie wir? Und da habe ich sehr, sehr viele aktive und junge Menschen in der Politik auch interviewt und angeschaut. Eins hat so alle geeint, die hatten alle ein Elternhaus, wo ihre Meinung immer gezählt hat. Wo das nicht irgendwie so, das ist jetzt ein Erwachsenenthema, musst du jetzt mal gar nichts zu sagen, das ist zu kompliziert für dich. Sondern wo gefragt wurde, wieso, was ist denn deine Meinung? Wieso findest du das denn jetzt nicht gut, dass hier die Autobahn gebaut wird? Also dass man den Kindern zuhört und dass man von Anfang an sie um ihre Meinung bittet und die dann aber auch wirklich ernst nimmt und nicht abtut. Das ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dieses Abtun. Das macht man vielleicht auch manchmal im Stress ganz oft. Und wenn ich an meine Kindheit zurückdenke, bei uns war zum Beispiel Tagesschau, war damals noch normal. Um 20 Uhr gab es die Tagesschau und der Spiegel lag auf dem Tisch. Und dieses ein Qualitätsmedium wirklich konsumieren oder zu Hause liegen haben, sichtbar. Das ist ganz schön aus der Mode gekommen, weil wir scrollen dann meistens vielleicht noch irgendwie Spiegel Online oder welches Medium auch immer auf unserem Handy. Aber das sehen die Kinder ja nicht. Das ist nicht präsent im Alltag. Weil kein Fernsehen geschaut wird. Ja, wird kein Fernsehen geschaut und es gibt aber eben auch nicht mehr diese Tageszeitung, die da liegt ganz, ganz oft, nicht überall. Aber ich glaube, das ist ganz wichtig, dass wir den Umgang mit Demokratie und keine Demokratie ohne funktionierende Medienlandschaft, dass wir das von Anfang an wirklich mitgeben, gerade wenn wir im Hinterkopf haben, irgendwann kommt mal TikTok auf uns zu oder wie auch immer das dann heißt. Ja, also ich glaube, es ist ein Riesenthema, die digitalen Medien ist. Ich habe ja jetzt Kinder, die sozusagen schon Handys besitzen mit fast 15 und so weiter. Und das ist ja auch, also wie du gerade sagst, also Tagesschau ist bei uns, da ist mein Mann, der ist da sehr konsequent sozusagen und das wird regelmäßig diskutiert. Aber ich merke ja auch so, wenn, merkt man ja selber, wenn du in deinem Algorithmus bist, dir wird dir das zugespielt, wofür du dich interessierst und dadurch ist natürlich auch die Vielfalt nicht so gegeben. Und das ist ja das Wichtigste an der Demokratie, dass wir unterschiedliche Meinungen anhören. Und da sehe ich einfach eine sehr große Gefahr für unsere Kinder. Dass sie halt so einheitlich bespielt werden. Ja, und da müssen wir sie darauf vorbereiten. Und zwar von Anfang an, ich habe ganz viel mit dem Deutschen Kinderhilfswerk, mit den Expertinnen dort zusammengearbeitet und ich habe mir überlegt, wie kann man das nennen? Und dachte mir, okay, also Social Media sind da, die haben positive Seiten, negative Seiten. Sowohl als auch, wie ein bisschen die Sonne. Also ohne die Sonne, kein Leben, kein Vitamin D. Aber wenn wir unsere Kinder zu sehr in die Sonne schicken, dann verbrennen die. Deswegen cremen wir sie ein. Deswegen haben wir im Buch eine Sonnencreme für Social Media entwickelt. Mit Medienkompetenz als Lichtschutzfaktor und wirklich ganz vielen Tipps, wie wir einfach Kinder dafür fit machen. Und das ist wirklich was ganz Zentrales in der Demokratie, dass Kinder lernen von klein auf. Und das lernen sie auch in der Schule, aber nicht nur. Das müssen sie auch zu Hause lernen. Ja, Medien, Inhalte, Fakten, Fake News. Zu erkennen und einschätzen zu können. Also die Demokratie kann nur überleben, wenn wir es schaffen, dass Fake News nicht überhand nehmen und neue Wahrheiten sich ungehindert verbreiten. Das ist ein ganz, ganz großer Punkt. Aber dann überhaupt der Fakt, dass wir in einer Demokratie leben. Hey, da haben wir so krass gewonnen in der Lotterie des Lebens, weil die absolute Mehrheit und die Großteil der Menschheit lebt nicht in einer Demokratie. Und das müssen wir noch viel, viel mehr unseren Kindern von Anfang an mit auf den Weg geben. Also zum Beispiel Wahlen. Ich finde Wahlen in Deutschland, das ist immer so, ja, das ist so eine Pflicht. Also eigentlich hat man eh schon keine Nuss bei Politik. Es ist ja eh alles schlimm und wie wir über Politiker und Politikerinnen reden, auch ein Riesenpunkt. Also wenn unsere Kinder zu Hause immer nur hören, oh Gott, die können alle eh nichts und was machen die wieder und um Gottes Willen, dann wären das keine begeisterten Demokratinnen und Demokraten, sondern dann ist Politik für die negativ besetzt. Also da müssen wir auch auf uns achten. Wie sprechen wir über Politik? Ich glaube, das Problem ist aber oder die Herausforderung ist ja auch so, dass viele Menschen einfach so oft von der Politik enttäuscht werden oder sich nicht gesehen fühlen, gerade Minderheiten. Dass gerade die Familienpolitik, also Familien einfach großes Thema, Care-Arbeit haben wir kurz im Vorfeld drüber gesprochen, dass einfach die Enttäuschung so groß ist und der Frust so groß ist und dass man einfach denkt, dass man vielleicht ich als einzelne kleine Person einfach gar nicht gesehen werde, dass das einfach so ein Problem ist. Und ich habe manchmal auch so ein bisschen in der Politik, also es gibt viele tolle Menschen, die darin arbeiten, aber für mich zum Beispiel ist es zum Beispiel Theresa Bücker, wunderbare Frau, war in der Politik, aber hat auch wahrscheinlich gemerkt, ich komme nicht so hoch. Weiter. Also du bist für mich eine der wenigen Personen, du bist natürlich jetzt, hast noch kein politisches Amt sozusagen. Kann ja noch kommen. Freiheiten. Du hast noch Freiheiten, kannst über alles reden, bist natürlich in der Partei jetzt angehörig, aber trotzdem hast du ja die Freiheit, dir über alles eine Meinung zu bilden. Und sobald man so ein politisches Amt übernimmt und das haben wir, denke ich, auch an Frauen in der Politik gesehen, wie krass das ist, auf was sie sich aussetzen. Also einfach da wirklich Stand zu haben und weiterzumachen. Also ich möchte nicht tauschen. Und ich denke mir halt auch mal, da schrecken viele Menschen, die vielleicht politisch im Kleinen, wie du sagst, ob es im Kindergarten ist, in der Schule, die super engagiert sind und die vielleicht auch total diesen Werdegang gehen sollten. Aber vor zurück, weil es halt einfach auch, da muss man schon echt eine sehr innere Stärke haben. Leute um dich herum haben, die dich immer wieder stärken, weil das natürlich ist, du brauchst so viele Menschen, um Sachen umzusetzen. Verstehst du, was ich meine? Und das ist, denke ich, dann immer so, warum dann viele Leute wieder so enttäuscht sind, weil sie sich gar nicht vorstellen können, was für ein Apparat. Also ich meine, wir haben jetzt gerade darüber geredet, du hast für dein Gesetz drei Jahre gedauert. Das ist natürlich für viele Menschen unverständlich, warum dauert sowas so lange. Also diese ganze Bürokratie. Das habe ich mich zwischendurch auch mal gefragt. Es dauert deswegen so lange, weil wir halt nicht in einer Diktatur leben, wo einer durchregieren kann. Was ja gut ist. Genau, also hätte ich da so einen Diktator vor der Nase gehabt und der hätte das gut gefunden, dann wäre das ja sehr schnell gegangen. Aber in der Demokratie hast du halt Aushandlungsprozesse, die sind in der Familie anstrengend, die sind aber auch im Bundestag anstrengend und in jedem Gemeinderat. Und ich verstehe das total mit dem Frust, weil ganz viel in Politik ist frustrierend, jeden Tag, überhaupt gar keine Frage. Aber ich glaube, ganz viele Menschen sind frustriert, aber... Wenn ich mir überlege, wir machen politische Veranstaltungen und laden gezielt zum Thema Familienpolitik ein. Das sind meistens keine vollen Seele. Da kommen Bundestagsabgeordnete, die wirklich was verändern können, die Einträge anbringen können, die wirklich Gesetze machen können. Sagen, okay, ich bin hier und ich spreche jetzt mit euch zu dem Thema, was weiß ich, Schule, Kita, whatever. Das sind meistens Veranstaltungen, die werden sehr, sehr schlecht angenommen. Gleiche Veranstaltungen am gleichen Abend, Vorsorgevollmacht leicht gemacht, voll auf Senioren, zack, volles Haus. Und das ist natürlich frustrierend. Das hat aber auch Gründe, weil die Senioren, die müssen nicht Essen-Babysitter suchen. Und die sind vielleicht nicht von Schlafmangel geprägt und so. Deswegen gehen die viel, viel mehr zu solchen Veranstaltungen. Aber ich glaube, wenn wir uns da organisieren, weil das ist auch was, was mir mein Gesetzeskampf so gezeigt hat. Dieses Thema Frauen nach Fege wurden, werden nicht krank geschrieben. Das wurde einfach nie an die Abgeordneten herangetragen. Weil natürlich Frauen nach Fehlgeburten damit nicht rausgehen, hausieren gehen. Aber wenn wir es schaffen, vielleicht, weiß ich nicht, sagen wir mal, in der Schule ist die Küche kaputt. Schon ewig lange, niemand kümmert sich drum. Immer wird gesagt, naja, müssen wir mal gucken, müssen wir mal gucken. Und dann kommt jetzt Abgeordneter XY von der Partei nächste Woche von einer anderen Partei in die Stadt. Und wir schaffen es, dass wir bei allen Veranstaltungen einen Elternteil aus der Schule dort haben, das immer wieder anspricht. Egal, ob es da um Energiepolitik geht, immer wieder die Schulküche, die Schulküche, die Schulküche. Ich garantiere dir, irgendwann ist das bei den Abgeordneten drin, wenn die das immer wieder zugetragen bekommen. Das ist super, super schwer zu organisieren. Keiner von uns kann viermal die Woche auf politische Veranstaltungen gehen. Wir haben aber super coole WhatsApp-Gruppen. Da kann man zum Beispiel reinschreiben, hey, nächste Woche kommt Abgeordnete XY. Ich kann nicht gehen, weil Tante Gerda hat Geburtstag. Kann einer von euch bitte dort in die Schule gehen und das ansprechen? Oder Großeltern, wir müssen uns Verbündete reinholen. Dann sollen die Großeltern halt für uns bei diesen Veranstaltungen präsent sein und Abgeordnete ansprechen, weil so funktioniert Demokratie. Dafür gibt es diese Wahlkreistermine. Und Familien sind einfach gerade Eltern in der Rush Hour des Lebens. Die haben nicht die Kapazitäten, sich da jetzt voll dahinter zu klemmen, aber wir können uns eben besser organisieren. Wir müssen uns besser organisieren, weil gerade wir brauchen staatliche Unterstützung, um unser Leben in den Griff zu kriegen. Und staatliche Unterstützung meine ich, eine Kita-Betreuung, die zuverlässig ist, eine Schule, die zuverlässig ist, Kreißdele und so weiter, Kinder, was weiß ich. Das muss alles funktionieren, aber wir haben überhaupt keine Kraft, uns dafür einzusetzen. Und deswegen müssen wir Netzwerke bilden und müssen diese Themen rausbringen. Und wir sind total gerade weggekommen. Sorry von dem, du hattest mich eigentlich gefragt, wie man das in der Familie machen kann. Und was mir so wichtig ist, wo wir wirklich als Eltern immer eine Stimme haben, das sind Wahlen. Und Wahlen laufen bei uns in Deutschland so komplett nebenbei. Das ist irgendwie so, ja nervig, da kamen wir gerade zum Thema, naja, Politik. Wirklich, hatte ich gar nicht so das Gefühl. Ja, aber es ist... Aber ich lebe vielleicht noch in der Bubble. Ja, Berlin ist, glaube ich, nochmal sehr speziell, aber oft ist es so, dann macht man schnell irgendwie Briefwahlen nebenbei. Aber es ist jetzt nicht so. Ich finde schon diesen Akt eher da hinzugehen cooler als ein Briefwahl. Ich mache nie Briefwahl. Ganz genau. Aber es hat auch, glaube ich, so ein bisschen, dass ich das so von meiner Familie so kenne. Mein Mann kennt das so, dass man so sonntags da hingeht. Genau. Spaziert. Ja, das ist ein besonderer Tag. Ja, besonderer Tag. Man nimmt die Kinder mit, man erklärt vorher. Also ich finde es auch gut bei meinen großen Kindern. Die haben Schulwahlen gemacht. Also die haben wirklich in der Schule wirklich das so nachgespielt und auch geguckt, wer gewonnen hat. Waren auch erschreckende Ergebnisse. Ja, wird auch bundesweit ausgezählt tatsächlich. Also richtig gutes Projekt. Ja, und das war natürlich die ganzen Wochen davor total großes Thema. Ja, aber in ganz vielen Familien ist das halt nicht so. In ganz vielen Familien sind Wahlen jetzt nicht so, wow, die großen Festtage, an die man sich irgendwie ein Leben lang erinnert. Also ich weiß noch, wie ich mit meinen Eltern immer wählen gegangen bin. Und wir machen es jetzt so, bei uns sind das wirklich dann so Partys. Also wir gehen da mit vielen Freunden gemeinsam hin, mit vielen Kindern fallen wir im Wahllokal ein. Okay, das haben wir noch nicht gemacht. Da ist gut was los. Also wir, zum Beispiel der Bundestagswahl, haben wir dann gegrillt, gab es dann irgendwie Burger und dann haben wir zusammen die Hochrichtung geguckt. Wir hatten auch echt Luftballons und was weiß ich. Und das war ja auch. Ja, manchmal ist es dann ernüchternd, aber es ist dann schöner. Nicht alleine zu sein, sondern dann gemeinsam vielleicht auch erst mal ein Stück Kuchen zu essen und dann zu überlegen, wie können wir denn da entgegenhalten und den Kindern auch erklären, warum sind jetzt Mama und Papa vielleicht ein bisschen schockiert, dass der blaue Balken sehr hoch ist. Was sind die Gründe und so weiter und so fort. Also Kinder damit einbeziehen und nicht, wenn die Hochrechnungen kommen, wegschicken. Also jetzt waren ja gerade Kommunalwahlen in NRW, haben wir auch mit den Kindern angeguckt. Ich glaube, Wahltage sind ein Privileg, dass wir die erleben dürfen und unseren Kindern mitzugeben, auch noch in 10, 20, 30 Jahren. Es ist immer was Besonderes, einen Wahlsonntag zu erleben. Das ist ein Wert, den müssen wir uns bewahren. Und was denkst du, wie wir Kindern ein gutes Gefühl geben, dass ihre Meinung zählt, ohne dass wir Eltern vielleicht auch so ein bisschen die, wir haben ja schon so die Führungsrolle noch. Also wie würdest du das so gestalten, als Mutter und als Expertin? Ja, ich meine, also das ist ja Demokratie und nicht Diktatur von unten quasi. Also natürlich muss man so Regeln erschaffen. Ich finde es zum Beispiel beim Familienrat ganz cool. Also man kann ja... Macht ihr das? Ja, tatsächlich. Also jetzt noch nicht ewig, aber gut, ich bin auch noch nicht ewig Mutter. Also mit meinem Mann alleine hatte ich das nicht, aber mit den Kindern machen wir das jetzt. Aber wir machen das jetzt nicht freitags um 15.30 Uhr und zwar jeden Freitag, sondern wir machen das dann, wenn es in unser Leben passt, weil unser Leben ist sehr voll. Ja und das denke ich halt auch, also mein Mann hat so ultra viele tolle Ideen, der hat auch so einen Wimpel gemacht für uns als Familie, dass jeder, wer ein Problem hat, stellt es dann auf den Tisch und dann muss der Familienrat einstellen. Das machen wir dann auch mal, aber manchmal denke ich so, fehlt mir so die Kontinuität. Also da ist er dann auch frustriert, dass wir es nicht besser hinkriegen und dann, das müssen wir doch besser schaffen irgendwie. Aber dann macht ihr euch schon wieder Druck, dann macht es schon wieder keinen Spaß. Dann ist es schon wieder nicht positiv. Warum braucht man Kontinuität? Ihr seid ja nicht der Deutsche Bundestag und müsst irgendwie durchregieren. Also... Und dann, wenn es passt und dann, wenn es irgendwie darum geht, gehen wir jetzt am Wochenende an den See oder in den Zoo, wo man sagen kann, hey, ganz ehrlich, können wir jetzt mal im Familienrat abstimmen? Weil das ist was, das tut nicht weh. Das können die Kinder dann auch mitentscheidend. Euch dann in eurem Fall, glaube ich, überstimmen. Das ist natürlich, bei uns ist es noch Part 2-2. Aber das ist, glaube ich, toll, wenn das dann auch wirklich, und das ist das Wichtige, das muss eine positive Erfahrung sein. Also positive Themen. Und wenn diese Entscheidung gefallen ist, dann steht die auch. Und nicht dann sagen, ach nee, komm mal, da müssen wir wieder Parkplatz suchen und das ist doch anstrengend, machen wir doch was anderes. Nee, wenn das im Familienrat so entschieden wurde, dann muss das auch so durchgezogen werden. Und dann ist es die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, was Kinder so, so früh schon lernen können. Ob das zu Hause ist, ob das in der Kita ist, sogar in der Krippe gibt es Konzepte, wie man Demokratie in der Krippe schon leben kann, indem einfach Kinder Selbstwirksamkeit spüren. Also zum Beispiel, wenn man merkt, dieses Kind wird am liebsten von Personen XY gewickelt, dann schaut man halt, dass dieses Kind auch von dieser Person gewickelt wird. Und das ist ja auch schon eine Art der Willensäußerung, die dann eine direkte Folge hat. Ja, finde ich super. Ja, also da holst du mich gerade so ein bisschen ab, weil das habe ich im Vorfeld, Vorbereitung auf die Folge so gedacht, so, oh ja, also ich habe ja auch gute Ideen, aber es ist dann einfach immer so, dass dann das Leben doch so viel ist, Leben mit vier Kindern und ich merke auch gerade so, politisch aktiv sein, ich denke mir dann immer so, ich habe für mich die Geburtshilfe gewählt, das ist ja auch politisch aktiv sein, immer wieder auf diese Missstände aufmerksam zu machen, Frauen anders zu betreuen, so wie ich es mir vorstelle und auch wieder meine Stimme zu heben für meinen Berufsstand. Nur weil ich vielleicht jetzt gerade in einer Situation bin, wo ich so arbeiten kann, wie ich mir das vorstelle, weil ich halt... Andere Projekte habe, wie den Podcast oder mein Instagram-Account, die ja das querfinanzieren, wo ich auch immer denke, so ist auch schlimm, dass meine Arbeit querfinanziert wird. Aber mir ist es halt total wichtig, für meinen Berufsstand zu stehen, für die Hebamme in Baden-Württemberg, was weiß ich, in einem kleinen Dorf, die halt nicht die Möglichkeiten hat, dass sie gesehen wird jeden Tag. Das ist mir halt total wichtig, wo ich dann wiederum denke, okay, diesmal kann ich vielleicht nicht Elternsprecherin werden, weil ich es gut finde, aber ich habe halt diesen einen politischen Weg. Also, weil das ist ja auch so, du brennst ja glaube ich auch für sehr viele Themen. Du hast dich aber ganz explizit auf dieses eine Thema jetzt festge... Hast es ja auch umgesetzt und dann kann man vielleicht das nächste machen. Oder wie geht das? Weil ich glaube, wenn ich dich jetzt frage, was sagst du zur Bildungspolitik, da würdest du wahrscheinlich auch gleich einsteigen. Da habe ich auch sehr viel zu sagen, aber genau wie du sagst und das ist glaube ich der Fehler, den... oder was heißt Fehler, aber das ist die Herausforderung, die dann oft das Scheitern bringt. Ich nenne das immer so, mental load schlägt demokratisches Gewissen. Wir sind sowieso schon so voll und dann haben wir aber eigentlich ein schlechtes Gewissen, weil irgendwie wissen wir, dass wir ganz dringend was tun müssen. Und dass es überall brennt und dass die Demokratie uns braucht. Demokratie ist wie eine Ehe. Wenn man nicht aktiv ist und immer rein investiert, dann kommt irgendwann die Scheidung und niemand von uns möchte eine Scheidung von der Demokratie. Gar kein Fall. Aber niemand von uns möchte auch ein Burnout. Und wir wollen keine Kinder, deren Bedürfnisse wir nicht mehr erfüllen können, weil wir die ganze Zeit nur auf Demos oder sonst wo sind. Und deswegen. Vielleicht gibt es eine Demo im Jahr, die man unterstützen kann. Dann ist es toll. Vielleicht sind es fünf Demos. Auch toll. Aber beides gleich toll. Weil jeder von uns kann in ihrem, in seinem Rahmen etwas für die Demokratie tun. Die Demokratie, es ist nicht wie eine Mitgliedschaft im Verein, wo es heißt, du musst jetzt dreimal im Jahr Arbeitseinsatz machen. Dann musst du das machen, das machen, das machen. Nein, im Rahmen deiner Möglichkeiten. Und wenn jeder von uns im Rahmen der Möglichkeiten aktiv ist, Keine Petition startet, sondern nur unterschreibt, wie gesagt, ab und zu mal auf eine politische Veranstaltung geht und sagen, hey, schön, dass wir hier über Solarenergie sprechen. Super wichtiges Thema. Aber bei uns in der Schule funktionieren die Heizungen diesen Winter schon wieder nicht. Immer diese Themen wieder ansprechen. Auch vielleicht mal eine E-Mail schreiben, wenn auf dem Markt ein Infostand ist, von der Demokratischen Partei hingehen, mit den Kindern hingehen. Das mache ich übrigens super gerne. Kinderfragen stellen lassen. Richtig guter Move. Und meistens stellen Kinder wirklich sehr, sehr gute Fragen. Also so im Rahmen meiner Möglichkeiten. Wir lesen unseren Kindern sowieso vor, dann lesen wir halt mal ein Buch vor, wie im Dschungel wird gewählt, wo es um Demokratie geht. Ich habe in meinem Buch auch eine Geschichte Ende und die Banus-Demokratie. Also das kostet uns nicht wahnsinnig viel Kraft, aber mit kleinen Schritten können wir doch alle gemeinsam, wenn es eine Bewegung ist, Großes bewirken. Also du hast jetzt gerade gesagt, der Familienrat. Nicht regelmäßig, sondern einfach demokratisch. Wenn es Spaß macht. Wenn es Spaß macht. Du hast gerade dein Buch und im Dschungel wird gewählt. Das kenne ich auch. Hast du Spieltipps, die du Eltern empfiehlst? Ich meine, Spielen ist ja auch Demokratie. Total. Ich habe sogar auch so ein Demokratiespiel im Buch. Das habe ich also nicht geklaut. Ich durfte das von Mehmet Ildisch. Einer der tollen Menschen, die ich interviewt habe für mein Buch. Weil das muss man auch sagen, wir versuchen jetzt und du in deiner Arbeit, ich versuchen Eltern das mitzugeben und zu empowern. Und die Menschen, die uns zuhören, das sind ja schon Menschen, die sich Gedanken machen. Wir müssen natürlich auch die Menschen erreichen, die gar nicht die Kapazitäten haben. Und bei Mehmet ist es zum Beispiel so, Einwandererfamilie, der Papa ist gestorben. Die Mama, kein Wort Deutsch gesprochen, war dann mit zwei Jungs irgendwo in Stuttgart. Da ging es ums Überleben, da lag nicht der Spiegel auf dem Tisch. Aber es gab einen Lehrer an Mehmetz Schule, der halt gemerkt hat, okay, Mehmet setzt sich immer wahnsinnig für andere ein und für den ist Gerechtigkeit ganz groß. Und der hat dann gesagt, hey pass mal auf Mehmet, wir haben hier einen Jugendgemeinderat in Stuttgart, geh doch mal dahin. Und das hat er gemacht, wurde gewählt, war glaube ich sieben Jahre lang oder so im Jugendgemeinderat und jetzt ist er Berufspolitiker für die Grünen im Gemeinderat in Stuttgart. Ja, das sind diese Geschichten, die so berühren. Und Mehmet hat Local Diversity gegründet und geht jetzt mit seinem Verein in Schulen, um dort wieder gerade Jugendliche mit Migrationshintergrund, die eben nicht Prenzlauer Berg Hintergrund haben, die zu motivieren, in die Politik zu gehen. Und solche Menschen brauchen wir und solche Geschichten müssen wir teilen. Und er hat eben da so ein cooles Demokratiespiel, wo Kinder dann sehr einfach Themen bewerten können und barrierearm. Und das kann man auch einfach spielen. Man kann sich solche Beispiele nehmen und davon gibt es so, so, so, so viele. Ja, das finde ich ganz toll, dass du das angesprochen hast mit Mehmet, weil in Berlin ist es ja gerade wieder, dass der Senat ja auch gerade wieder Gelder so für Jugend und Familie gestrichen hat. Also das ist ja wirklich, das ist ja das wieder, was die Menschen halt gerade, die Familien immer so, ich würde schon sagen, lähmt. Weil wenn man denkt so, wie kann man an so einer Stelle Geld sparen? In einer Stelle, wo Jugendliche, wo genau das nicht passiert zu Hause. Dass sie halt die Möglichkeit haben, dass denen halt so eine Orte, wo sie halt einfach Demokratie erleben, gestrichen werden. Und das ist halt einfach so, das macht so diese Ohnmacht. Das habe ich mir auch dieses Jahr überlegt, kann ich gerade sagen, falls jemand das hört, ich mache ja immer jedes Jahr so ein Weihnachtsessen mit Freunden, was ich auch selber organisiere, wo wir immer für eine Sache spenden. Die letzten Jahre war es immer ein Babyschutzhaus, Weil da gibt es ja auch so Einrichtungen, die dann einfach zu wenig Geld vom Senat bekommen. Wo Kinder, die einfach aus den Familien raus müssen, weil sie einfach gefährdet sind, aus welchen Gründen auch immer. Und gerade diese Jugendclubs und so finde ich ja so wichtig. Also wenn da ihr einen guten Standort in Berlin habt, wo ihr denkt, den sollte ich unbedingt unterstützen oder der auch nochmal unsere Aufmerksamkeit braucht. Also könnt ihr euch gerne hier bei Soundsfamilie bei meiner E-Mail-Adresse melden. Weil das finde ich ja so wichtig. Also die Geschichte, da hat ja jemand an Mehmet geglaubt, hat ihm diese Möglichkeit gegeben. Ja. Und da hat er seine Stärke, die er sozusagen hatte, die zu Hause gar nicht gefördert, weil seine Mutter war alleinerziehend, hatte gar nicht die Möglichkeit. Und das sind ja diese schönen Geschichten und davon sollte es einfach viel mehr geben. Wenn Lehrer auch die Zeit haben, sich darum zu kümmern, weil sie nicht völlig überfordert sind, einfach Kinder, wo sie sehen, da kann ich sie fördern und dann passieren so eine Geschichte. Also ich habe schon wieder, du siehst, dass ich schon wieder Tränen in den Augen habe. Und weißt du, was so berührend ist? Da hatte einfach jemand Haltung. Und es ist egal, ob die Eltern die Personen im Leben des Kindes sind, die Haltung haben. Ob das Lehrer, Lehrerin ist, Erzieherin, Freund, Freundin, Tante, Onkel. Haltung, Haltung ist in diesen Zeiten so, so, so, so wichtig. Und das ist, glaube ich, was man auch mit rausgeben kann. Diese Tage, die wir alle kennen, wo einfach keine Kraft ist und man eigentlich heulend vor der Waschmaschine zusammenbricht, weil die irgendwie jetzt noch kaputt ist und was weiß ich. Und man denkt, Politik, sorry, it's not my business. It's your business, weil es ist Haltung. Und dass du überhaupt in der Situation bist, weinend da auf dem Boden zu liegen, das liegt an Politik. Weil wir einfach teilweise wirklich schlechte Rahmenbedingungen für Familien haben. Wir haben in Deutschland im internationalen Vergleich schon einiges richtig gemacht. Aber diese krasse Überforderung und vor allem, und das ist das, was mich so anfasst nach wie vor, dass uns immer wieder gespiegelt wird, mir im Bundestag, aber eigentlich in genau diesen kleinen Sachen, Das ist Gedöns. Also ist dieser Altkanzler mit guten Verbindungen nach Russland da, geprägt hat dieser Satz Frauen und Gedöns. Das hat die Politik nie wieder verlassen. Das ist da wirklich, wo ich vorhin meinte, eigentlich nach diesen drei Minuten, wo eigentlich alle Abgeordneten meinten, hey, wir brauchen den Mutterschutz nach Fehlgeburten. Das lag daran, dass es Gedöns war, dass es trotzdem noch gedauert hat. Weil mir immer gesagt wurde, ja, super, eine tolle Kampagne, was du ja auch dabei warst, was sie dir alles machen, super handwerklich, wow. Aber es ist halt Familienpolitik. Wie oft ich gehört habe, dass das Thema zu klein ist. Wie oft ich diesen Satz gehört habe. Ich habe ihn nicht mehr hören können. Das Thema ist zu klein. Und deswegen, ich bin mal gespannt, wie es funktioniert. Ich freue mich drauf. Ein Trick, oder was heißt Trick, aber ein Tool war auch immer, wenn ich Unterstützung hatte, zum Beispiel von CEO von XY aus der Wirtschaft. Dann waren da einige Abgeordnete auf einmal. Ach so, die finden das gut mit dem gestaffelten Mutterschutz und haben dann so große Ohren bekommen. Und deswegen versuchen wir gerade Unternehmen mit Haltung, so heißt das dann auch, eine neue Initiative auf den Weg zu bringen. Die Funke Mediengruppe ist schon dabei, Kinsgut ist dabei, Lansinu ist dabei, Adaco, also echt coole Unternehmen. Wir hoffen bald noch ganz viel mehr. Wollen wir jetzt launchen im Winter? Könnt ihr euch bei Natascha melden, wenn ihr auch mit euren Unternehmen Haltung zahlen wollt. Kriegt auch ein schönes Logo, Unternehmen mit Haltung. Wir machen ein tolles erstes Netzwerk-Event mit wirklich Vertreterin der Spitzenpolitik, also wirklich Spitzenpolitik, wo wir über Familienpolitik sprechen, aber mit dem größten Rebranding. Familienpolitik ist kein Gedöns, Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik. Weil Überraschungen, die ganzen Fachkräfte, die wir händeringen brauchen, die gründen alle früher oder später auch mal eine Familie. Und das machen die im Zweifel nicht da, wo keine Kinderarztpraxen sind oder wo es keine Hebammenbetreuung gibt. Ich denke auch mal so, ich brauche diesen Zettel nicht. Also ich weiß das schon, aber es ist nicht die Leute, die die Zukunft sind, die in der Familie dann eine Hebamme brauchen. Ob ich jetzt einen Zettel meiner Schwangeren teile, was eine Vorsorge, alles das, weißt du so. Aber das ist natürlich toll mit deiner Expertise als PR-Beraterin. Also das ist natürlich. Und da wollen wir jetzt etwas auf die Beine stellen, Weil wir als NGO, als Aktivistinnen mit unserem Gedöns, dass wir nicht mehr sein wollen, einfach sagen, nein, das ist jetzt das große Rebinding. Familienpolitik ist Wirtschaftspolitik und das ist es einfach auch. Und vor allem, es wird eine der ersten Forderungen sein. Und das ist auch Teil des Problems, was du auch vorhin beschrieben hast. Diese Frustration immer, da sind wir jetzt nicht zuständig, da können wir nichts machen. Das liegt bei Familienpolitik auch ganz viel daran, dass das keine Querschnittsaufgabe ist. Querschnittsaufgabe heißt, es ist eine Aufgabe, die so wichtig ist, dass alle Ministerien betroffen sind. Seniorenpolitik ist im aktuellen Koalitionsvertrag definiert als Querschnittsaufgabe, weil barrierefreies Wohnen, gesundheitliche Versorgung und so weiter. Deswegen ist Seniorenpolitik eine Querschnittsaufgabe. Aber warum denn Familienpolitik nicht? Aber wer entscheidet das? Naja, das entscheiden die Abgeordneten, die Regierungen, also der Koalitionsausschuss. Aber da kann ich gar nicht verstehen, dass es das nicht ist. Es ist gedönst, Sissi. Aber genau da wollen wir jetzt dran arbeiten, als diesen einen Schritt wirklich zu sagen und dann eben nicht nur als Familien- und Zivilgesellschaft und NGOs, sondern mit wirklich Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft. Hey, Familienpolitik ist so wichtig, das ist eine Querschnittsaufgabe. Und wenn hier Bauen und Wohnen, was für ein Familienthema. Medizinische Versorgung, was für ein Familienthema. Steuern, was für ein Familienthema. Alles Familienthemen und das muss jetzt einfach mal definiert werden und da müssen wir ran und da müssen wir laut sein. Ich komme bestimmt nochmal auf dich zu. Ja, sehr gerne, immer. Ich bin immer dabei. Aber was meine Frage ist, also wenn man diesen Podcast hört, finde ich, ist man sehr motiviert, weil ich hatte aktuell immer so das Gefühl, deshalb wollte ich auch gerne heute mit dir sprechen, dass diese Lähmung einfach da ist, dass man einfach so denkt, ich kann nichts tun, aber ich glaube einfach, dass du so eine Energie versprühst, ich kann was tun, und wenn es nur die kleinen Dinge sind. Aber wenn du an die nächsten zehn Jahre denkst, was wünschst du dir für die Demokratiebildung in Familien? Also das eine hast du gerade schon genannt. Aber wenn du jetzt so ganz groß denken willst, was siehst du noch? Also ich glaube, dass wir in den letzten Jahrzehnten so ein bisschen das Gefühl hatten, ach ja, Politik, Demokratie, das läuft schon. Wir können uns zurücklehnen. Wir müssen damit nicht behelligt werden. Das war ganz, gerade unter Angela Merkel und so war das so ein bisschen das Gefühl. Das war sehr gefährlich, weil deswegen sind wir jetzt dort, wo wir sind. Und ich glaube, wenn wir es in zehn Jahren, in den nächsten zehn Jahren schaffen, dass wirklich in allen Haushalten, in allen Familien dieses Grundgefühl ist, unsere Demokratie ermöglicht uns ein gutes Leben. Und es ist ein riesiges Privileg und wir müssen uns dafür einsetzen. Und es ist einfach ganz normal. Es gehört einfach dazu. Es gehört dazu, dass wir mit Kindern Kindernachrichten schauen. Es gibt ja auch ganz, ganz tolle Anbieter hier mit unseren Kindern. Politische Bücher lesen, Plakate für die nächste Demo malen, wenn es in unseren Zeitplan passt. Aber dass das sowas Natürliches hat und vor allem, und ich weiß, das ist jetzt ein ganz unsexy Thema, Dass es wieder cool wird, in demokratischen Parteien Mitglied zu sein. Und es ist schade, dass das so abgenommen hat, weil unsere Demokratie in Deutschland und alle funktionierenden Demokratie auf der ganzen Welt fußen auf Parteiensystemen. Das heißt, ohne Parteien haben wir keine Demokratie. Und sämtliche politischen Inhalte kommen aus den Parteien. Sämtliches politisches Personal kommt aus den Parteien. Wenn jetzt aber junge Eltern, Familien, junge Menschen in den Parteien unterrepräsentiert sind, dann müssen wir uns nicht wundern, wenn da sehr viele weiße alte Männer im Bundestag sitzen. Und deswegen müssen wir dahin kommen, dass es wieder cool wird, dass es Spaß macht, dass es normal ist, dass es dazugehört, sich in demokratischen Parteien zu engagieren. Und wir haben das zum Beispiel geschafft, dort, wo ich wohne, dass ja auch ich, aber auch wir alle gemeinsam, junge Mütter, Eltern motivieren konnten, in den Ortsverein zu kommen, machen da echt coole Veranstaltungen. Ostereier verstecken auf dem Kinderplatz, wo wir wirklich dann die Bude eingerannt bekommen und wo wir einfach Spaß haben, wo wir schauen, dass die Sitzungen eben nicht drei Stunden gehen und endlos diskutiert wird, weil wir die Zeit nicht haben, dass Sitzungen hybrid sind, dass wenn jemand keinen Babysitter hat, dass die Sitzung dann einfach auch per Zoom stattfinden kann. Also da gibt es ganz, ganz viele Beispiele. Je mehr... Vielleicht kannst du noch mal kurz darüber erzählen, wie es ist, in eine Partei einzutreten und was es bedeutet. Also ich glaube einfach, Das ist auch für ganz viele Menschen einfach, die überhaupt gar keine Berührung mit Politik haben. Also vielleicht kannst du, das würde ich gerne nochmal kurz klären, weil das finde ich schon total wichtig, einfach zu sagen, na klar, eine Partei lebt ja von ihren Mitgliedern und von den Ideen, die sie bringen. Und dass man aber, glaube ich, auch hier wieder Berührungsängste hat. Ich glaube auch so dieses, was du gerade gesagt hast, meine Stimme. Auch wenn ich eine Einzelne will, dass sie zählt. Dass ich als einzelne Stimme wichtig bin. Und deshalb, vielleicht magst du da nochmal kurz überzählen, du bist ja auch in einer Partei, Aber wie macht man das oder wie, wenn ich mich dafür interessiere, wie läuft sowas überhaupt ab? Weil ich glaube, das sind auch ganz große Berührungsängste, gerade für Menschen, die da nicht mitzutun haben. Ja, total. Also bei mir war es so, während des Engagements habe ich das irgendwann gemerkt. Ich dachte, okay, das ist alles super, aber wirklich mit am Tisch sitze ich auch nur, wenn ich in einer Partei drin bin. Und ich bin dann in die SPD wieder eingetreten. Nicht, weil ich finde, dass die SPD die allerbeste Familienpolitik der Welt macht, sondern weil ich in der SPD dafür sorgen will, dass sie einfach eine richtig gute Familienpolitik machen. Und im Endeffekt musst du dich einfach nur, du machst einen Mitgliedsbeitrag. Das kostet auch nicht wahnsinnig viel Geld. Also das sind auch freiwillige Beiträge. Was kostet? Du kannst von 2,50 Euro über mehr. Ich weiß nicht, ob das bei allen Parteien so ist, aber da ist es zumindest so, dass du wirklich, und ich glaube bei den Grünen und so auch, dass du wirklich mit sehr wenig Geld, also es ist keine finanzielle Belastung, wenn du das nicht tragen kannst und möchtest. Und dann kannst du entweder passives Mitglied sein, was auch okay ist, aber es ist natürlich schöner aktiv zu sein. Das heißt, dass man wirklich, es gibt oft Stammtische, es gibt Treffen von den Ortsvereinen dort, wo man wohnt und vielleicht ist es am Anfang so, je nachdem wo ihr wohnt, dass da eher wirklich diese älteren Herren sind, aber wenn man zum Beispiel dann schon mal andere Eltern mitbringt, Freundinnen mitbringt, da zusammen hingeht, da kommen auch richtig coole Diskussionen und Austausche zustande. Also ich habe zum Beispiel einige bei mir im Ortsverein, wenn die für Mindestmus hören, dann rollen die schon mit den Augen. Aber wir haben die besten Diskussionen und danach trinken wir trotzdem eine Weinschorde zusammen. Und das ist ein Austausch, der fehlt in unserer Gesellschaft. Das war früher ganz viel in der Kirche, in den Vereinen. Das lässt vielerorts sehr nach. Und so ein Ort des Austausches können Parteien sein. Und das Aushalten von anderen Meinungen. Ja, so wichtig. Das ist ja auch wirklich... Auch in der Familie. Ja, also man muss ja nicht immer einer Meinung sein, aber sich gegenseitig zu respektieren und das ist auch etwas, wo ich meine. Wir beide ja, also du mehr als ich noch in der Öffentlichkeit steht, dieses so, ich mache mir so oft so viel Gedanken, weil ich habe das Gefühl, wir leben gar nicht mehr in dieser Zeit, dass eine Meinung, dass man die äußern kann, ohne dass man sofort... Verbrannt wird, wenn sie vielleicht nicht irgendwie, und das ist ja auch Demokratie, sich gegenseitig zu respektieren und nicht immer einer Meinung zu sein und vielleicht einen gemeinsamen Weg zu führen, wo man ein paar Länder zusammen hat, aber das ist ja total, also man kann nicht immer einer Meinung sein, aber man wird ja sofort. Weil diese Distanz, und das ist das Schöne, was du gerade beschreibst, dass man wieder an Tischen sitzt, wo man sich gegenseitig austauscht, weil wenn ich dir gegenüber sitze und wenn ich jetzt eine andere Meinung bin, dann würde ich dich im Internet machen, die sich fertig gehen, also weil kein Respekt da ist. Ja, und das ist das Schöne, Innenparteien hast, also da wird der auch gefetzt oder manchmal auch zu viel, aber generell ist das einfach ein sehr gesunder Austausch, den wir brauchen und wie du sagst, dieses, was es ja auch oft gibt, wie kannst du denn mit Politikerin XY sprechen, bei dem Thema ist die ja ganz schlimm und naja, aber die ist im demokratischen Spektrum. Und ja, ich sehe das anders als Politikerin XY. Ich finde das auch nicht gut, das sage ich ihr auch. Aber ich halte das aus. Und wenn die dann trotzdem sagt, sie möchte sich gerne für die Rechte von Hebammen mit mir einsetzen. Super, then go for it. Weil es ist innerhalb des demokratischen Spektrums. Und genau dieses Aushalten, dieses gemeinsam Verhandeln, auch mal wirklich wieder in den Austausch mit Menschen, die nicht ein Teil meiner Bubble sind. Weil wir kommunizieren so viel in unsere Bubble rein. Und das ist schön und gemütlich und dann kriegt man auch Applaus. Aber eigentlich brauchen wir die da außerhalb der Bubble. Auf die kommt es an. Es kommt nicht auf unsere Bubble an. Und das ist das Schöne an Parteien. Da triffst du ganz viele, obwohl es die gleiche Partei ist, die absolut nicht deine Bubble sind. Und wenn wir es nicht schaffen... Wirklich Parteien zu verjüngen, da wirklich alle Gesellschaftsschichten, Eltern reinzukriegen, das wäre echt schlecht für die Demokratie. Also das ist kein Zukunftsszenario, das ich sehen möchte. Und deswegen ist es immer mein Appell, schaut euch die demokratischen Parteien an, egal welche von diesen demokratischen Parteien. Geht hin, rede mit den Menschen. Man muss auch nicht sofort eintreten, man kann zu mehreren Treffen gehen, sich das anschauen. Man kann sich ja unterschiedliche Parteien auch angucken. Absolut, genau. Und man muss auch nicht, wenn man dann sagt, okay, das ist die Partei, da trete ich jetzt ein, dann muss man nicht regelmäßig dort zu irgendwelchen Terminen erscheinen, wenn man sich nicht direkt in den Vorstand wählen lässt. Kann man auch machen, aber es ist nicht so, dass es jetzt den Mental Load Plan komplett gleich sprengt, nur weil ich Parteimitglied bin. Auch das kann ich in Dosen machen, so wie es zu meinem Leben, zu meiner Familie passt. Aber es ist einfach ein Riesenbeitrag zur Stabilisierung unserer Demokratie. Ich glaube, wir haben alles gesagt. Vielen Dank, liebe Natascha. Es war sehr schön, dich hier zu haben. Ich hoffe, wir sehen uns bald wieder. Es ist unglaublich inspirierend, mit dir über diese Themen zu reden und ich glaube, es hat einfach auch für viele, die jetzt zuhören, einfach so ein bisschen das Nahbare gemacht und das war mir ganz wichtig. Vielen, vielen Dank, Sissi, für die Einladung. Danke für deinen Einsatz, für dein Engagement. Danke, dass du solche Themen, deine Reichweite auch rausbringst. Und ich sage es immer wieder, für mich sind Hebammen sowieso riesige Heldinnen und ich bin so froh für deine Arbeit. Die hat nicht nur meine Schwangerschaften ein Stück leichter gemacht. Ach, dankeschön, bin ich ganz rot. Ich werde alle wichtigen Infos, also du wirst mir auch nochmal sagen, was dir wichtig ist, aber dass wir es in die Shownotes packen, dein Buch. Aber auch, ich finde auch die Geschichte von Mehmet ganz schön. Also was er da, können wir vielleicht auch nochmal verlinken. Ja, vielen, vielen Dank und wir hören uns wieder, würde ich sagen. Ich freue mich drauf. Ja, danke. Ihr Lieben, das war eine sehr emotionale Folge. Das habt ihr gerade schon gehört für mich. Und ich glaube, es ist wichtiger denn je. Und deshalb war mir das auch so wichtig, dass Natascha heute da war, weil das Fazit einfach von der Folge ist, Kinder lernen Demokratie vor allem durch Erfahrung und Nachahmung. Und wenn wir als Eltern unseren Kindern vorleben, was Gerechtigkeit, Respekt und Mitsprache bedeutet, wird dies für Kinder selbstverständlich und ich glaube, wir müssen einfach ein bisschen geduldig sein und im Alltag die vielen kleinen Chancen zu nutzen. Und das sieht man ja, wie ich gesagt habe, es ist nicht wichtig, dass der Familienrat jede Woche Freitag um die gleiche Uhrzeit stattfindet, sondern dass es die Möglichkeit gibt und dass wir diese Chancen einfach beim Abendbrot, auf dem Spielplatz, in der Schule, in unserer Gemeinde einfach nutzen. Und die demokratische Bildung beginnt zu Hause bei uns, indem wir unsere Kinder mit Respekt behandeln, ihnen zuhören und sie ermutigen, ihren Alltag mitzugestalten. Da legen wir einfach den Grundstein für aktive und verantwortungsbewusste Bürger. Oder wie Natascha auch sagt, unsere Aufgabe ist es, den Kindern die Fähigkeit mitzugeben, Demokratie zu fühlen und zu leben. Jede Familie kann so im Alltag einen Beitrag leisten, damit die nächsten Generationen die Demokratie wertschätzen und verteidigen. Und jetzt ist unsere Folge auch schon wieder zu Ende. Und bevor ihr abschaltet, gibt es natürlich noch unsere Kategorie Fun Fact. Und heute natürlich auch passend zum Thema. Ob Kinder mitreden dürfen oder nicht, nicht ausschließlich Frage von Erziehungsvorlieben. Die UN-Kinderrechte sind in den Kinderrechtskonventionen von 1989 festgeschrieben. Einen internationalen Vertrag, den fast alle Staaten der Welt ratifiziert haben. Sie halten fest, dass Kinder eigenständige Persönlichkeiten sind. Die besondere Fürsorge, Schutz und Förderung brauchen. Dazu gehören grundlegende Rechte wie das Recht auf Leben, Gesundheit und Bildung, aber auch Schutz vor Gewalt, Ausbeutung und Diskriminierung. Besonders wichtig ist außerdem das Recht auf Beteiligung. Kinder dürfen ihre Meinung äußern und sollen bei Entscheidungen, die sie betreffen, gehört werden. Damit schaffen die Kinderrechte einen verbindlichen Rahmen, der sicherstellen soll, dass Kinder weltweit respektiert und ernst genommen werden. Ihr Lieben, ich freue mich, wenn ihr die Folge teilt, weil sie so wichtig ist und wenn ihr sie bewertet. Und wir hören uns nächsten Donnerstag wieder hier bei Soundsfamilie. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.auf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissy Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther, Sounddesign und Postproduktion Milan Feig.