Ihr Lieben, es ist wieder Donnerstag und es gibt eine neue Folge Sounds Familia. Und passend zu der aktuellen Jahreszeit habe ich mir heute jemanden eingeladen, der uns ein bisschen helfen wird. Weil das ist ein so großes Thema, nämlich die Mikronährstoffversorgung von Kindern und auch von uns selber. Wir wollen uns heute eigentlich eher auf die Kinder natürlich beziehen. Und es ist so ein großes Thema und vor allen Dingen auch in der Werbung, bei Instagram. Man kriegt so viele Produkte. Ich kenne mich selber, also da weiß man einfach gar nicht, was brauche ich, was will ich und ich habe gedacht, ich bringe mal heute Licht ins Dunkel und habe mir eine ganz tolle Ärztin eingeladen, nämlich Judith Schaus. Die hat eine allgemein- und ganzheitliche Kinderheilkundepraxis in Potsdam und hat ein ganz tolles Buch geschrieben, Welche Nährstoffe braucht mein Kind? Und ich möchte heute mit ihr darüber reden, was wir denn wirklich für unsere Kinder brauchen und worauf wir achten sollen. Also herzlich willkommen, liebe Judith. Schön, dass du da bist. Ganz, ganz lieben Dank für die Einladung. Ich habe mich sehr gefreut. Ja, ich habe mich auch total gefreut, dass wir uns, es ist ganz oft mit ganz vielen Menschen, die ich einlade in meinem Podcast, die ich einfach schon lange, dir folge ich noch nicht so lange. Die habe ich neu entdeckt, aber dass ich mich natürlich auch über Social Media inspirieren lasse und dann freue ich mich, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, mit diesen ganzen tollen Menschen zu sprechen. Und da warst du auch ganz oben auf meiner Liste und ich habe gedacht, im Herbst passt das jetzt gut, weil jetzt kommen wir gerade in die Zeit, das wirst du wahrscheinlich bei dir in der Praxis auch gerade merken, dass es jetzt wieder anfängt und wir wollen ja alle, wir haben das Thema bei uns Longevity, bei den Kindern fängt es ja auch schon an, also Mikronährstoffversorgung ist einfach in den letzten Jahren so ein Riesenthema geworden, auch bei mir in der Hebammenarbeit und es gibt immer mehr Ärzte, Ärztinnen sowie dich, die sich einfach damit mehr beschäftigen, weil wenn du ehrlich bist, in deinem Medizinstudium ist das ja auch kein großes Thema. Absolut gar nicht. Also ich habe mir das alles tatsächlich durch Fortbildungen, durch selber meine beiden eigenen kleinen Kinder. Durch große Recherche im wissenschaftlichen Bereich einfach selbst erarbeitet und hatte dann das Glück sozusagen mit zwei Kolleginnen das Buch zu schreiben und dadurch auch nochmal sehr viel Wissenszuwachs zu haben. Und das Spannende finde ich, dass wir selber bei uns ganz, ganz viele Infos über Mikronährstoffe bekommen, aber für Kinder gibt es eben keine so gute Datenlage, weil nicht so viel Wissenschaft mit Kindern gemacht wird. Und tatsächlich, wir haben jetzt seit Juni die Praxis und es kommen Patienten, Familien aus ganz Deutschland, Österreich, Schweiz, weil eben wenige Kinderärzte sich bisher mit dem Thema Mikronährstoffe beschäftigen. Warum denkst du, das ist auch bei euch im Studium, warum das einfach, also man hat ja wirklich immer das Gefühl, das ist... Das wird gar nicht ernst genommen. Also ich meine, wenn man dann sieht, was man wirklich damit erreichen kann, also auch gerade bei Erwachsenen, aber bei Kindern denke ich mal auch, also Mängel aufzudecken und dann einfach gezielt zu supplementieren. Also ich glaube, wir lernen halt immer noch so eine Akutmedizin. Wenn der Herzinfarkt da ist, dann behandeln, aber nicht 20 Jahre vorher sich um den Blutzucker und diese Dinge kümmern. Das ist schon noch in den Köpfen der Mediziner drin, so diese echte Medizin. Und die Mikronährstoffe werden halt oft belächelt, obwohl man so viel damit erreichen kann. Also ich habe gerade wieder ein achtjähriges Kind, wo die Mama auch ganz viel Recherche betrieben hat mit Morbus Crohn, also einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung und die konnten dadurch, dass sie anti-entzündliche Ernährung und Mikronährstoffe einsetzen, die immunosuppressive Dosis nicht nur halbieren, sondern sogar vierteln. Und das ist tatsächlich Grund von Ernährung und Ursachenmedizin. Und es müsste eigentlich viel, viel mehr geschehen. Aber da sieht man wieder bei dem Fallbestübel, das du jetzt gerade genannt hast, ist es eine Mutter oder Eltern, die sich einfach die Ressourcen, die Möglichkeiten wahrscheinlich hatten, sich damit auseinander... Also ich glaube, jeder, der eine chronische Erkrankung hat oder der auch erkrankt, weil wir, wie du sagst, es gibt eine Akutmedizin, keine Präventivmedizin bei uns in Deutschland, dass man sich dann damit mehr auseinandersetzt. Aber ich denke mir halt immer so, wenn alle Kinder die Möglichkeit hätten, also wenn man da einfach gezielter gucken würde, das ist ja wirklich immer wieder dieses große Thema. Aber das soll nicht das Thema sein, sondern meine erste Frage erstmal, welche Mikronährstoffe sind für kleine Kinder aus deiner Sicht die wichtigsten? Ich glaube, das ist so die meistgestellte Frage, die du auch bekommst. Also ich meine, alle werden ja sozusagen nach der Geburt mitgekommen. Vitamin-D-Tabletten im Krankenhaus. Also die Babys werden sozusagen schon entlassen und das ist ja so das erste Supplement, womit man als Eltern so in Kontakt tritt. Genau und Vitamin-D hätte ich auch tatsächlich als erstes genannt, weil es so ein wichtiger Nährstoff ist. Es ist sogar ein Hormon. Wenn man sich mal klar macht, wo überall im Körper Vitamin-D-Rezeptoren sind, wo es überall wirkt, dann wird einem bewusst, wie wichtig dieses Hormon ist. Also es gibt selbst Rezeptoren im Zellkern, also auch auf Genebene verändert Vitamin D uns. Es ist super wichtig für den Calciumhaushalt, also den Knochenstoffwechsel. Es verändert sozusagen unsere Aufnahme von Calcium aus dem Darm und den Einbau von Calcium in den Knochen. Das heißt, wenn wir zu wenig Vitamin D haben. Bleiben unsere Knochen zu weich. Es gibt vermehrt Karies im Kindesalter durch einen Vitamin-D-Mangel. Und es ist halt auch ganz, ganz entscheidend fürs Immunsystem. Also Thema Infekte bei Kindern spielen einfach in den ersten Lebensjahren in der Kita-Zeit eine riesengroße Rolle. Und die Immunzellen brauchen auch Vitamin D, um gute Infektabwehr zu leisten. Deshalb ist das wirklich eines der Schlüsselvitamine, was ja auch schon gut ist, dass es substituiert wird. Die Leitlinie in der Kinderheilkunde sagt ja bis zum zweiten Winter, also bis den Winter über des zweiten Lebensjahres noch durch. Aber es gibt halt auch so, so gute Daten, dass es Sinn macht, alle 18 Kinderjahre über das Vitamin D weiter zu supplementieren, weil wir in Deutschland in unserem Breitengrad leben. Einfach durch die Sonneneinstrahlung, wir haben nur ganz kurze Zeit eigentlich den richtigen Winkel der Sonne, um genug Vitamin D zu produzieren selber. Und aus der Ernährung aus Fisch oder Pilzen kommt auch nur sehr wenig Vitamin D. Und große Daten aus den USA zeigen, wenn man das bis zum 18. Lebensjahr gibt, kommen zum Beispiel deutlich weniger respiratorische Infekte vor. Ja, das ist auch eine große Frage, die ich hatte, weil da sind ja viele verunsichert, weil Vitamin D halt wirklich nur zum zweiten Winter, also zweites Lebensjahr und dann sind die Kinder sozusagen draußen und da ist glaube ich nochmal eine große Frage, wenn man jetzt zum Beispiel sich für ein Präparat entscheidet, das kannst du vielleicht als Ärztin nochmal erklären, es gibt ja sozusagen, also Babys kriegen ja Vitamin D ohne Vitamin K und ab welchem Lebensjahr kann ich dann ein Präparat nehmen, weil das können ja Babys noch nicht so verstoffwechseln. Wann sollte ich dann, weil das ist, finde ich, auch immer total schwierig, gerade weil es unterschiedliche Firmen gibt, wo das nicht explizit erklärt wird. Absolut. Bei Vitamin K ist vielleicht nochmal entscheidend, es gibt mehrere Vitamin K Untergruppen sozusagen. Das K1 ist das, was man... Zur Geburt, zur U2- und U3-Untersuchung dem Kind noch mal oral gibt, die zwei Milligramm, was eigentlich die Unreife der Leber unterstützt für die Blutgerinnung. Und das Vitamin K, was du aber ansprichst, ist das K2. Und das würde man gerne in Kombination mit dem D3 geben. Und das steckt sozusagen eher in zum Beispiel fermentierten Lebensmitteln drin oder auch in Milch von Weidekühen, also wo sozusagen ein bakterieller Umbau der Nahrungsmittel passiert ist. Und letztlich, wenn man jetzt einem Neugeborenen, was aber gestillt wird. Nur das Vitamin D gibt, ist in der Muttermilch genug K2 drin, um dafür zu sorgen, dass das D gut aufgenommen werden kann. Und auch in Prämilch ist auch K2 drin. Das heißt, man kann im ersten Lebensjahr auch das, was der Kinderarzt typischerweise aufschreibt, also Vegan-Tolöl, Vegan-Toiletten oder diese Präparate ohne explizit K2 zugefügt geben, weil man eigentlich genug K2 aus der Muttermilch oder der Prämilch bekommt. Ich würde dann aber, wenn ich auf, wie ich dir vorhin schon gesagt habe, auf 10 Kilo Körpergewicht wechseln, wie eigentlich mit der Empfehlung auf 1000 Einheiten Vitamin D. Und da ist meistens bei mir auch so der Wechsel, dass ich dann Tropfen verschreibe mit 1000 Einheiten pro Tropfen. Das ist dann einfach zu dosieren, ein Tropfen Vitamin D3 plus K2. Aber machst du das von dem Gewicht abhängig oder gehst du dann halt, wird das Kind noch gestillt? Weil es gibt ja auch viele Kinder, die zehn Kilo wiegen, die gestillt werden. Die weiter gestillt werden. Die gestillt werden oder die auch Pränerung noch trinken. Also es gibt ja auch durchaus Babys im Alter von ein Jahr, die auch mal gerne. Also zehn Kilo ist ja schon ganz schön viel, aber trotzdem. Das wäre so ein klassischer Zeitpunkt bei mir in der Praxis, wo ich wechseln würde. Aber wenn sozusagen noch relevant gestillt wird, bräuchte man das K2 nicht extra zu substituieren, es sei denn, die Mama hat einen Mangel. Weil dann ist es natürlich auch nicht genug in der Muttermilch drin. Deshalb bei uns ist immer, wenn wir Patienten betreuen, betreuen wir am liebsten die ganze Familie und gucken halt auch die Mikronährstoffversorgung der Mama explizit an, damit da sozusagen die Muttermilch auch optimal versorgt sein kann. Aber ich glaube, die Frage war nochmal, wäre kein Problem, das K2 auch mitzugeben, weil es sozusagen ein nützlicher Wirkstoff ist. Es wäre nur nicht explizit notwendig. Okay. Also wir haben Vitamin D, damit werden wir entlassen. Bist du eher Fan von Tropfen oder Tabletten? Ich bin eher Fan von den Tropfen, einfach weil es einfacher zu handhaben ist. Bei den Tabletten muss man es ja entweder in ein bisschen Muttermilch auflösen und dann mit dem Löffel geben oder man darf es auch dem Baby in die Backentasche einführen, dass es sich dort auflöst. Aber ich selbst hatte bei meinen Kindern immer so ein bisschen Skrupel, diese Tablette in das Kind reinzugeben in den Mund, wegen Verschluckungsgefahr. In Kombination mit Fluor? Bin ich tatsächlich kein Fan von. Da streiten sich ganz schön doll die Geister. Ich habe auch viele befreundete Zahnärzte, die explizit Fluor empfehlen. Ich möchte es auch überhaupt nicht verteufeln, weil es in bestimmten Indikationen sicher seine Berechtigung hat. Wir nutzen als Familie, und so empfehle ich es auch den meisten meiner Patienten, dann die Alternative des Hydroxylapatit, was im Prinzip eine ähnliche Wirkeigenschaft hat und auch in Studien nachgewiesen eine ähnliche Wirksamkeit nachgewiesen. Das Problem ist, es ist ein teurerer Wirkstoff, weil Fluorid ist ja ein Abfallprodukt aus der Aluminiumindustrie, ist sehr, sehr günstig. Das heißt, herkömmliche Zahnpflegeprodukte enthalten fast alle Fluorid und sehr teure Produkte enthalten Hydroxyapatid mittlerweile vermehrt. Aber ich sehe das Fluorid schon unbekannt. Also du siehst das Fluorid kritisch in den Tabletten, aber auch in der Zahnpasta? Ja, ich sehe es tatsächlich in beidem kritisch aus dem Grund, dass es oft überdosiert wird. Wenn man Fluorid ganz streng dosiert und wirklich nur eine Reiskornart große Menge auf die Zahnbürste gibt, dann löst es weder die Fluorosen, also diese weißen Stellen an den Zähnen der Kinder aus, die dann aber eine erhöhte Brüchigkeit tatsächlich haben und auch keine neurotoxischen Symptome. Einer Überdosierung, aber man kennt es selbst, viele Familien machen mehr als ein Reiskorn, große Menge Zahnpasta auf die Zahnbürste und wenn Kinder selber dosieren, dann sieht es auch ganz anders aus. Deshalb, es ist halt eine relativ schnelle Überdosierung beim Fluorid möglich. Was sind die Folgen von Überdosierung? Genau, also einerseits dass Fluorosen, das sind eigentlich krasse Verhärtungen des Zahnes, dass es so hart wird, dass es keine Elastizität mehr hat und dann brüchig wird. Das heißt, wenn Kinder typischerweise voll auf die Fresse fliegen vorne, brechen die Zähne dann leichter. Das ist die eine Seite. Und die andere Seite, es ist neurotoxisch. Und deshalb finde ich, es ist auch schwierig. Es kann über die Blut-Hirn-Schranke wirklich zu den Nervenzellen gelangen. Und deshalb finde ich das schwierig, kleinen Säuglingen die Kombination aus Vitamin D und Fluorid zu geben, wo die Blut-Hirn-Schranke noch offener ist als später, das heißt noch mehr Fluorid-Potenzial ins Gehirn kann und dann. Und eine Überdosierung möglich ist, gerade wenn eben auch Vitamin D und Fluorid gegeben wird und noch eine fluoridhaltige Zahnpasta dann ab dem ersten Zähnchen gegeben wird. Und diese neurotoxischen Symptome, die können sich im Prinzip je nach Art der Überdosierung auswirken, aber erst mal verhindert es eigentlich eine gesunde Gehirnentwicklung des Kindes. Ja, also ich glaube halt, dass es ein schwieriges Thema ist. Total. Und das verunsichert halt immer. Absolut. Und ich will nochmal dazu sagen, ich will es nicht verteufeln. Ich will nur warnen von einer Überdosis und will aber trotzdem sagen, dass es auch in der Zahnheilkunde absolut seine Berechtigung hat. Zum Beispiel, wenn man das kennt, auf kleine kariöse Stellen kann ja auch so ein Gel mit sehr hohem Fluoridgehalt draufgegeben werden, um einen Karies einzufrieren zum Beispiel. Da hat es auf jeden Fall seine Berechtigung. Aber so flächendeckend, um Karies zu verhindern, haben wir eigentlich eine bessere und ungefährlichere Alternative mit dem Hydroxyapatid, die aber leider mehr kostet. Aber es wird halt in den meisten Fällen in den Kliniken sofort ein Kombipräparat immer noch gegeben mit Vitamin D und Fluor. Ja, ich finde aber, es hat nachgelassen. Nachgelassen. Also wir haben ja unsere Praxis in Potsdam und die beiden Kliniken verordnen zumindest dort nicht mehr die Kombination. Aber sie haben es auf jeden Fall da. Ja, bloß wenn die jetzt Rezepte ausgeben, die bekommen wir ja dann in der Praxis, die sind meistens nur das Vitamin D. Also wir haben ja angefangen mit unserer ersten Frage, also wir sind gleich aufs Vitamin D gekommen. Mit Vitamin D kommt man als erstes als Eltern in Kontakt, wenn man Neueltern ist. Und was kommt dann? Ja, also es ist schwer eine Reihenfolge zu sagen. Ich finde, Eisen ist ein sehr, sehr wichtiges Spurenelement für die Kinder. Wo wir auch, wenn wir in der Praxis Blut abnehmen, häufig einen Mangel tatsächlich sehen und feststellen. Ist ja auch ein großes Thema, was das Stillen angeht. Ja, genau, weil die Mütter eben auch durch die Schwangerschaft oft schon einen schweren Eisenmangel haben, den sie dann in der Stillzeit auch schwer oral wieder aufgebaut bekommen, ehrlicherweise. Also wir haben manchmal Mamas, die wirklich mit ihrem Hämoglobinwert, mit dem roten Blutfarbstoff kurz vor der Geburt so runter sind, obwohl sie oral schon Eisen einnehmen, es aber kaum aufnehmen. Viel geht wieder durch den Darm verloren und dann geben wir manchmal auch eine Eiseninfusion nochmal vor der Geburt. Das ist auch ein großes Thema. Ich habe das gerade aktuell gehabt mit einer Freundin von mir, die einen sehr, sehr schlechten Eisenwert vor ihrer Geburt hatte und sie eine Hausgeburt angestrebt hat. Und da muss man ja einen bestimmten Eisenwert haben, sonst ist das ein Ausschlusskriterium für eine Hausgeburt. Ja, ist da die Anämie sozusagen? Die Anämie ist das Ausschlusskriterium. Sie lebt aktuell in Hannover. Und kannst du dir vorstellen, es war nicht möglich, eine Eiseninfusion bei einer Schwangeren in Hannover zu bekommen? Ich kann es mir tatsächlich vorstellen, weil wir kriegen Leute von überall, die das haben wollen und nirgendwo kriegen. Die Ärzte ambulant haben irgendwie große Angst vor dieser Eiseninfusion. Weil es die Möglichkeit einer allergischen Reaktion gibt. Die ist auch gegeben, da muss man dann auch Notfallmedikamente da haben. Ich habe es aber tatsächlich noch nie erlebt und ich habe zum Beispiel, als ich auf der nephrologischen Station gearbeitet habe, die Dialyse-Patienten brauchen ja täglich zum Teil Eiseninfusionen. Also da habe ich zehn Eiseninfusionen am Tag gelegt und nie was erlebt. Das ist schon sehr selten. Aber man muss die Patienten natürlich darüber aufklären, dass es diese Möglichkeit gibt und gerade in der Schwangerschaft will man keine allergische Reaktion haben. Aber es ist so selten, dass ich bisher… Also ich habe es schon erlebt, aber es war auch eine Freundin von mir, die einfach ein sehr… Also ihr Organismus ist generell sehr, sehr empfindlich auf alles. Also da kann man eigentlich schon die Ohr nachstellen, dass sie alles merkt, was man ihr gibt. Also da muss man wirklich ganz genau und super speziell… Deshalb, ich habe es einmal erlebt. Aber ich merke einfach, dass bei den Gynäkologen so eine große, also es ist ja wirklich gar nicht die Möglichkeit und es ist ja wirklich eine super gute Therapieform, weil ich habe auch immer das Gefühl, dass Eisen, was verschrieben wird, macht... Also die typischen Produkte sind ja einfach oft nicht gut verträglich und haben auch gar nicht eine so gute Bio-Verfügbarkeit, dass man halt immer denkt, okay, da kommen wir halt nicht weiter. Also das ist aber ein anderes Thema, aber deshalb hängt es ja zusammen bei der Eisenmangel der Schwangeren. Also eine gut versorgte Schwangere, die gut versorgt in die Geburt geht mit einem guten Eisenwert, dann die Geburt, da kann es natürlich nochmal zum, wissen wir, auch nochmal zum Blutverlust, kommt natürlich darauf an, wie deine Geburt verlaufen ist, also alles bis 500 Milliliter ist sozusagen normal, die meisten Frauen verliehen so ungefähr 300 Prozent. Es gibt 300 Milliliter, 400 Milliliter Blut unter der Geburt, aber kommt es zu einem höheren Verlust, ist natürlich da auch wieder gegeben, um zu gucken. Aber wie du es halt sagst, wenn die da schon total leer, dann kommt die Geburt und dann stillen sie. Stillzeit, wo man einfach auch viel in die Muttermilch abgibt. Und das dann oral aufzubauen, ist wirklich schwer. Gerade diese typischen Dosierungen von 80 oder 100 Milligramm für die Frau am Tag, davon wird meiner Erfahrung nach oft nur die Hälfte eigentlich aufgenommen. Deshalb gebe ich eigentlich, wenn ich es oral gebe, eher kleinere Dosierungen wie 40 Milligramm pro Tag, damit das meiste wirklich auch im Körper landet. Das ist aber wirklich ein großes Problem. Deshalb gehen eben manche Säuglinge mit, die sozusagen vollgestillt sind und wo die Mama wirklich einen Eisenmangel hat, auch mit einer nicht so guten Startsituation rein. Wobei es schon Studien zeigen, dass die Mama immer die Muttermilch noch relativ konstant halten kann, auch wenn sie selbst schon so aus dem letzten Loch pfeift und eher sozusagen die Reserven, die Knochen und alles der Mama aufgebraucht wird und die Muttermilch noch ganz gut gehalten wird. Also deshalb, wir passen immer in der Stillzeit sehr gut auf die Mamas eigentlich auf, weil das ja auch das Entscheidende ist, dass es den Babys gut geht, dass es der Mama auch gut geht. Also würdest du sozusagen bei einer Eisenproblematik erst mal dir die Mutter angucken, wenn sie noch ausschließlich stillt und dann also gar nicht erst dem Kind Blut abnehmen oder wie? Ja, also tatsächlich, wenn das Kind jetzt starke Mangelsymptome zeigt. Magst du die mal nennen? Also das ist eine extreme Blässe des Kindes, kann ein Zeichen für eine Eisenmangelanämie sein. Natürlich, wenn das Blutungszeichen überhaupt, also wenn das Baby selbst irgendwo einen Blutverlust hat, dann muss man, also zum Beispiel Blutung aus dem Darm und irgendwelche Ursachen, dann muss man auch das Kind testen. Wenn es extrem müde ist, wenn es von den Wachstumsperzentilen her einen Knick gibt. Also wir verfolgen ja immer Längenwachstum, das Gewichtswachstum und wenn es da Auffälligkeiten gibt, Also ein Kind unterhalb der dritten Perzentile, da gehört im Prinzip auch das Kind getestet. Aber wenn wir sozusagen uns die Familie betrachten und das Kind erstmal ganz gut gedeiht, würde ich immer natürlich erst bei der Mutter Blut abnehmen, bei einem vollgestillten Säugling, um zu gucken, wie ist denn die Mutter mich aufgestellt und kriegt das alles, was es im Moment braucht. Und wenn du da eine Mangelerscheinung siehst, gehst du dann sofort über, dass du dann das Kind auch testest oder? Nee, dann würde ich erstmal sozusagen die Mama auffüllen und gucken, wie sich das Kind entwickelt, die nächste U-Untersuchung abwarten. Also man hat auch im Prinzip, wenn es jetzt keine schweren Symptome sind, hat man ja auch Zeit damit. Also es ist ja sowieso schon besser, dass überhaupt geguckt wird. Genau und letztlich sehen wir die Kinder im ersten Lebensjahr durch die Untersuchung ja relativ häufig und können dann auch nochmal ein abwartendes Verhalten zeigen. Bei den Vitaminen ist es jetzt ja meistens nicht wie eine Akutmedizin, dass man von heute auf morgen ganz schnell was verändern muss, sondern es ist auch eine langfristige Geschichte. Und wie machst du das in der Bikehouse? Also weil das ist ja das große Thema, Eisen in der Bikehouse und auch die große Angst. Also das merke ich immer wieder als Hebamme, dass da wirklich immer die große Angst ist des Eisenmangels. Also da ist erstmal eine große Unterscheidung, wird in der Familie Fleisch gegessen, wird sich vegetarisch oder vegan ernährt. Das sind ganz unterschiedliche Voraussetzungen, weil wenn da regelmäßig hochqualitatives Rindfleisch, Eier und so weiter auf dem Speiseplan kommen, ist die Eisenmangelanämie beim Kind schon mal deutlich unwahrscheinlicher. Das muss man einfach sagen. Findest du nicht in der Beikost? Ich hatte es selber, also ich bin überhaupt gar keine, wir sind keine Vegetarier, wir essen alles. Aber ich habe so bei Beikost irgendwie so, ist so das Thema Fleisch für mich war immer... Ja, also je nachdem, wie die Darreichungsform ist und wenn man jetzt so denkt, so von klein, also von der frühen Beikost, so ab dem sechsten Monat, so wenn die nachher irgendwie zehn Monate alt sind und richtig sitzen können am Tisch und alles irgendwie mitessen, finde ich alles so ein bisschen einfacher. Also ich habe zum Beispiel auch nie Gläschen mit Rindfleisch oder so gekauft und meinen Kindern gegeben. Aber es gibt ja auch noch andere Eisenquellen. Ich sehe das so, solange ein Kind noch überwiegend vollgestillt wird, also diese frühen Beikostmonate wie Monat 6, würde ich auch dazu tendieren anzureichern, die Gemüsebreie zum Beispiel mit Nussmus, Saatenmus, Sesammus mit rein. Wo auch andere Nährstoffquellen noch zum Tragen kommen und dann immer, wenn immer weiter sozusagen die Mutter mich in den Hintergrund rückt, ist das Kind ja auch immer diversere Dinge einfach am Familientisch mit und da kommt dann auch für mich eher das Fleisch sozusagen mit ins Spiel. Ich würde sozusagen, wenn jetzt ein Kind ganz normal entwickelt ist, sechster, siebter Monat, würde ich jetzt nicht einfach aus Gutdünken heraus Eisen supplementieren, sondern da würde ich sozusagen gucken, dass die Mutter gut aufgestellt ist mit Eisen und dann gucken, in welche Richtung geht die Ernährung des Kindes. Wollen die beispielsweise in eine rein vegan ernährte Geschichte gehen? Dann muss man schon natürlich gucken, B12, Eisen, dass man die gut informiert bekommt, die Familie und dass da auch eine Supplementierung stattfindet. Aber so ganz normal? Würdest du auch erst mal über die Ernährung. Ja, auf jeden Fall. Großes Thema. Hast aber auch viel in deinem Buch geschrieben, Ernährungstipps. Genau, das Buch ist tatsächlich auch so geschrieben, dass man überwiegend mit echten Lebensmitteln arbeiten kann. Also da ist sozusagen zu jedem wichtigen Nährstoff gibt es die fünf Nährstoff-Superquellen für diesen Nährstoff und hinten auch Rezepte, wie man das relativ einfach in die Kinder reinkriegen kann. Das ist für Kleinkinder genauso wie für ältere Kinder im Prinzip relevant. Wir haben versucht, mit nicht so vielen Supplementen zu arbeiten, weil wir erst mal denken, eine breite, vielfältige, saisonale Ernährung ist das A und O für Kinder. Das auch zu lernen, sie sollen sich nicht irgendwie krank fühlen, das Gefühl haben, sie müssen Tabletten schlucken. Aber bei einzelnen Nährstoffen klappt es halt nicht ohne, wie zum Beispiel bei Vitamin D und wie ich finde auch bei Omega-3 und Selen. Also nächster Wichtiger, wir haben jetzt Vitamin D, wir haben über Eisen gesprochen, Omega-3. Omega-3 ist ja auch so ein neuer. Also ich glaube so, ich habe sehr wenig Omega-3 gekriegt. Ja, das ist echt wirklich auch ein Problem, dass die Schwangeren damit bisher noch schlecht versorgt sind. Also wenige Gynäkologen empfehlen es eigentlich explizit. Und da hinzu kommt noch, dass Omega-3... Aktuell, also ich glaube Omega... Also findest du, hast du immer noch das Gefühl? Also in Potsdam, was wir haben, sind die schlecht versorgt, die Schwangeren, die sich nicht selber kümmern und informieren. Die Frage ist ja, ob sie es bekommen. Also ich kann nur von mir sprechen. Also ich wusste das, aber mir ging es so schlecht. Ich konnte sehr wenig nehmen. Also das ist ja auch immer so noch das große Thema. Und hast du es dann als Kapsel oder als Öl probiert? Also Öl ging gar nicht. Also wenn du nur Kapseln. Und bei Kapseln finde ich es auch, es gibt unterschiedliche Kapseln. Absolut. Also da gibt es Kapseln und Kapseln. Absolut. Und das ist auch spannend, das Thema. Ich würde immer zu einem Öl tendieren und dazu raten, zu einem frischen Algenöl zum Beispiel, weil... Die Kapseln, da ist wenig Oxidationsschutz drin und die beste Probe, die man eigentlich machen kann, ist eine Kapsel wirklich aufzuschneiden und dran zu riechen an dem Inhalt und zu gucken, ob es fischig und ranzig riecht. Und dann ist diese Kapsel, da ist das Öl oxidiert und eigentlich nicht mehr richtig wirksam. Also Omega-3-Fettsäuren sind da wirklich, ist der Nährstoff, wo man am meisten auf die Qualität achten sollte und auf Frische, auf Oxidationsschutz. Und es gibt diesen Wert, wie heißt der nochmal? Den Togwert, genau. Und der sollte nicht über, das weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ja, aber dieser Togwert ist auf jeden Fall total wichtig. Genau. Es ist immer gut, wenn eine Firma den auch veröffentlicht. Das ist immer ein gutes Zeichen. Ja, genau. Und eben man sollte auch auf Qualitätssiegel der Firmen achten, zum Beispiel, dass Quecksilberwerte getestet werden bei den Fischen und bei den Algen. Da gibt es einfach sozusagen bestimmte Siegel, die auch auf den Websites draufstehen. Und da lohnt es sich tatsächlich ein bisschen mehr Geld auszugeben. Zu geben, wohingegen ein Eisen oder Zink nicht so viel Geld kosten muss. Lohnt es sich da ein bisschen zu investieren und auch zu gucken, dass es ein gutes Verhältnis zwischen den Omega-3-Fettsäuren, dem DHA und dem EPA hat. Wie sollte das Verhältnis da sein? Bei den Fischen ist es sowieso sozusagen, wie es im normalen Fisch vorkommt, eine EPA-reiche Geschichte. Aber die Algen wurden früher, da ist es schwergefallen, EPA-reiche Algen zu züchten. Da gibt es jetzt aber neue Algensorten, wo das EPA, das ist die entzündungshemmende Komponente eigentlich vom Omega-3, wo das höher ist und zum Beispiel bei Kindern mit Neurodiversität, ADHS, sollte sogar das EPA im Idealfall das höchste sein. Da ist das beste Verhältnis EPA, DHA und ALA 9 zu 3 zu 1. Das findet sich aber in praktisch keinem Öl. Generell ist es für Schwangerschaften Stillzeit, für die ersten Lebensjahre auch wichtig viel DHA zu haben, weil das sozusagen unsere Nervenfluidität, die Zellmembran der Nervenzellen und die Myelinscheiden, die letztlich sozusagen die Nervenzellen umgeben. Dort gebraucht wird und das EPA wird dann relevant, wenn es um chronisch entzündliche Erkrankungen geht, um kardiovaskuläres Risiko und so weiter. Also aber mit einem Algenprodukt kann ich trotzdem gut, ich muss halt nur darauf achten, dass die Verteilung einfach richtig ist. Weil ich glaube, das Thema Neurodivergent ist auf jeden Fall ein großes Thema, deshalb... Genau, da würde ich eben in dem Bereich auf ein EPA-reiches Ei-Algenöl setzen. Genau, wir haben gerade nochmal nachgeguckt. Wir meinten natürlich den Twotox-Wert als Qualitätssiegel für die Omega-3-Öle. Und je niedriger der ist, desto besser und die Marken konkurrieren immer schön mit ihren Werten. Aber wenn es nicht draufsteht, ist es nicht gut. Nee, genau. Also die einen super Wert haben, da steht sofort, da könntest du sofort lesen, aber dann kann man das mal hinterfragen. Also der sollte unter 26 auf jeden Fall sein und besser noch kleiner. Also je kleiner, desto besser. Omega-3, super wichtiges Thema. Also das solltet ihr auf jeden Fall gucken. Du sagst ja, du bist ein Öl-Fan. Du bist Mutter von zwei Kindern im Alter von zwei und sechs. Wie kriegst du das Omega in die Reihen? Weil es gibt ja schon auch, ich habe vier Kinder und ich habe für jeden was anderes. Und eine ist ganz schwierig. Genau, also wenn man das Öl verwendet, was eigentlich gut ist und frisch, dann kann man das natürlich auch in eine fetthaltige Mahlzeit mit reinmengen. Also zum Beispiel ins Porridge geht ganz gut. Ja, aber ich finde, man schmeckt es trotzdem. Die schmecken alles raus. Ja, es kommt ein bisschen drauf an. Gerade wenn man das schon seit dem Alter von sechs Monaten, also mit der Beikost anfängt, dann sind die total an den Geschmack gewöhnt. Bei manchen ist es dann schon zu spät. Ab Beikostalter würde ich schon Omega-3 geben. Das ist wirklich so, dass die das auch in dem Alter sehr gut abnehmen. Auch Lebertran zum Beispiel, was ja erstmal für einen selbst so ein bisschen eklig klingt, wird sehr gut von Beiköstlern, so sechs, sieben Monate alten abgenommen und dann ist ja auch eine Gewöhnung daran. dran. Lebertran zum Beispiel hat ja auch die Omega-3-Fettsäuren, Vitamin D und Vitamin A drin. Das ist eigentlich eine ganz gute Kombination, wenn man es mag, aber halt natürlich nicht ganz so kontrolliert von den Wirkspiegeln her. Deshalb, also ich setze immer eher drauf sozusagen auch gemäß der Empfehlungen zu gehen und für Kinder, wo man aber den Zeitpunkt verpasst hat, kann man mal was probieren, zum Beispiel in einen selbstgemachten. Orangenquark, weil die Und meisten der Algenöle sind ja so ein bisschen zitronig, orangig überspielt. Und da fällt es dann oft gar nicht mehr so auf. Also wenn man eine frische Orange in einen fetten Quark mit reingibt, dann das Algenöl unterrühren. Und bei den hochdosierten Algenölen reicht ja für ein Kind auch oft schon ein halber Teelöffel, was ja wirklich wenig ist bei einem hochkonzentrierten Algenöl. Und das finde ich, ist dann in einem Orangenquark zum Beispiel sehr gut verträglich. Oder halt, es gibt von bestimmten Firmen auch so Art Jellies. Das sind dann so kleine, runde Gummitierchen. Die kann man übrigens auch tieffrieren und die den Kindern sogar als Eis verkaufen. Wenn man sich überlegt, die Fische werden ja eigentlich auch direkt tiefgefroren. Also tieffrieren macht der Omega-3-Fettsäure nichts aus. Okay, sollte man eh auch kühl lagern. Genau, immer im Kühlschrank lagern, dann schmeckt es auch etwas besser. Nochmal kurz zur Beikost, weil das ist wirklich so ein Thema von der Dosierung her. Mhm. Also meinst du jetzt Omega-3-Fettsäure? Omega-3-Fettsäure mit, wie du hast gerade gesagt, also man hat irgendwie einen Porridge-Brei oder für die oder … Genau. In so einem Alter, es kommt auch ein bisschen aufs Gewicht an, aber sage ich mal so, womit man nichts falsch machen würde. Wenn man einem Erwachsenen ja 2000 Milligramm Omega-3-Fettsäuren gibt, dass man einem kleinen Kind unter eins quasi nicht den ganzen Teelöffel, sondern einen Viertel Teelöffel gibt. Das ist erstmal eine gute Dosis. Wie viel ist das, eine Milligramm? Das sind dann 250 Milligramm. Für ein kleines kann man nichts mit falsch machen. Wenn man sich mal überlegt, vielleicht noch ganz schön für den Podcast, die 2000 Milligramm, die für Erwachsene empfohlen sind. Da hat man Fischstäbchen, so herkömmliche Marken, untersucht und man bräuchte für die 2000 Milligramm 52 Fischstäbchen. Und das quasi jeden Tag. Also aus unserem herkömmlichen Fisch, aus den Fischsorten, die hier viel gegessen werden, so Alaska, Seelachs, da ist wirklich nicht viel drin. Und deshalb die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung oder manche nennen sie auch Fehlernährung, da wird ja gesagt, einmal bis zweimal die Woche Fisch reicht aus, aber es ist nicht so. In unserem Fisch ist nicht viel Omega-3 drin, nur in den Tiefseesorten wie Thunfisch ist mehr drin, in ganz fetten Sorten, die aber Kinder oft nicht mögen, Makrele ist viel drin. Lecker. Und die sind aber auch wieder Quecksilber belastet. Ja, also Omega-3 supplementieren. Und ich glaube, ich weiß nicht, du wirst wahrscheinlich viel darüber gelesen haben, viele Studien, so die Überdosierung gibt es da nicht. Also genau, bei Erwachsenen zum Beispiel sind 2.000 empfohlen und über 4.000 gibt es eine etwas höhere Anzahl an Vorhofflimmerraten. Das heißt, das ist aber bei Kindern tatsächlich nicht beobachtet worden. Vorhofflimmern ist ja auch eine Erkrankung der älteren Bevölkerung. Und für die gibt es eben einen protektiven Bereich, wo diese anti-entzündliche Komponente vom EPA kardiovaskuläre Risiken wirklich verringert, die Cholesterine gut sortiert. Und wenn man dann aber übertreibt mit der Dosierung, gibt es eine erhöhte Vorhofflimmernrate. Bei den Kindern ist mir keine Nebenwirkung einer Überdosierung bekannt. Am ehesten würde es als ein bisschen fettiger Durchfall vielleicht wieder rausrutschen, wenn man es jetzt total übertreibt. Ich glaube, das nimmt einfach viel in die Angst, weil da ist ja immer die Überdosierung, gerade mit dem Öl, was man manchmal dann doch nicht so gut einschätzen kann. Nur vielleicht noch Achtung, es gibt eben einige Omega-3-Anbieter, die das mit Vitamin D kombinieren. Da muss man dann wiederum ja ein bisschen wegen einer Überdosierung schauen beim Vitamin D, weil das auch als fettlösliches Hormon ja speicherfähig ist. Und dass man da halt dann doch aufs Kleingedruckte guckt, wie viel ist denn in dem Teelöffel Omega-3-Öl auch an Vitamin D möglicherweise mit drin. Sonst eine gute Kombination, weil man dann nur eine Sache geben muss. Voll. Du hattest gerade eben schon kurz angesprochen, Selen als nächsten Mikronährstoff. Ich glaube, das haben nicht so viele auf dem Zettel. Ja, also überhaupt erstmal. Oder wird einem generell auch bei so einem allgemeinen Beratungstermin mit dem Kinderarzt, wird dir jetzt keiner sagen, also Selen, haben wir schon mal das gescheckt? Ja, genau, Selen ist auch essentiell, können wir also nur über die Nahrung aufnehmen, nicht selber herstellen. Okay. Problem in Europa, haben wir selenarme Böden. Das ist in anderen Teilen der Welt, sind die Böden selenreicher und damit auch unser Gemüse und auch das Fleisch letztlich selenreicher. Also im Prinzip in unserem heimischen Brokkoli ist einfach nicht viel Selen drin. Wir müssen es aber über die Nahrung kriegen. Und was das eigentlich macht, ist, dass es unser inaktives Schilddrüsenvorhormon, das T4, ins aktive Schilddrüsenhormon umwandelt. Das ist der wichtigste Kofaktor. Und wenn wir kein Selen haben, wird vermehrt ein falsches Schilddrüsenhormon, ein Reverse T3 gebildet und zu wenig von dem echten. Und damit ist es quasi wie eine Schilddrüsenunterfunktion, die aber wenig bemerkt wird. Weil ein Hausarzt ja auch typischerweise eigentlich nur das TSH, dieses Regulatorhormon aus der Hirnanhangdrüse testet und gar nicht die aktiven Werte. Das heißt, so ein Selenmangel bleibt in der Regel unbemerkt, ist aber total wichtig, weil Schilddrüsenhormone wirken wirklich im ganzen Körper, sind für Immunfunktion wichtig, fürs Wachstum, für unsere Haare, für unsere Stimmung, für im Prinzip alles. Weil wir das so wenig über die Ernährung kriegen, würde ich auch empfehlen, tatsächlich eine Mama während der Stillzeit gut mit Selen auszustatten und sobald sozusagen das Kind überwiegend feste Nahrung zu sich nimmt, auch Selen etwas zu supplementieren. Da habe ich festgestellt, es ist wirklich schwierig, an eine geeignete Form ranzukommen, weil es Silen eigentlich in der Regel nur als Kapseln gibt und Tropfen kriegt man nur aus ganz abgefahrenen Apotheken, irgendwie aus Bayern. Und das ist eben auch ein Problem, dass wir für Kinder nicht so eine große Auswahl an Supplementen haben und gerade bei Selen merkt man das. Okay, also du hast, siehst du in deiner Praxis öfter Kinder mit Selenmangel? Ja, also wie macht sich das, also wie, woran erkennst du so einen Selenmangel? Also im Prinzip sozusagen der Selenmangel führt dann ja zu einem T3-Mangel, aktives Schilddrüsenhormon geht runter, das macht als Kardinalsymptom Müdigkeit. Also eine nicht ausreichende Menge an T3 macht einfach, dass man schneller in so ein Energie-Low kommt. Da können auch Kinder total aufgedreht erstmal wirken und dann aber in so eine richtige Schlappheit kommen. Es kann Haarausfall machen. Ich habe auch einige Kinder, die wirklich schon so vor der Pubertät unter Haarausfall leiden. Da guckt man sich die Schilddrüse ganz genau an. Es kann dadurch, dass der Stoffwechsel ja durch die Schilddrüse bestimmt wird, auch zu einem Schilddrüse. Zu einer Gewichtszunahme kommen, weil ohne die Schilddrüsenfunktion haben wir einen langsameren Stoffwechsel insgesamt, also weniger Energieumsatz. Also würdest du Selen wirklich, du hast ja erklärt, dass wir unser Böden nicht, das Gemüsesorten nicht ausreichen, also Selen ab wann supplementieren? Ich würde das so ab anderthalb, zwei Jahren machen, wenn davor noch gestillt wird. Und ich kann dir sagen, wir haben ja mittlerweile, auch wenn wir noch nicht so lange in der Praxis sind, aber wir haben schon viele Kinder getestet und es gab eigentlich kein Kind mit einem normalen Selenspiegel. Also das ist schon wirklich, und übrigens auch Erwachsene, die wir testen, haben fast alle einen Mangel. Ich habe auch einen Selenmangel, auf jeden Fall. Okay. Vielleicht nochmal ein kurzes Wort auch zu den Normwerten, weil oft kommen ja Familien zu uns und sagen, ja, mein Haushalt hat uns das getestet, ist alles normal. Dann guckt man aber genauer hin und die sind wirklich so am untersten Rand des Normbereichs. Und eigentlich ist das ein Mangel dann, weil es ist ja so eine gaussische Verteilungskurve, wir haben sozusagen eh eine Mangelgesellschaft, wo diese Referenzwerte. Aufgenommen wurden und wenn man dann noch im unteren Bereich liegt, dann ist man einfach im Mangel. Gott, also siehst du eigentlich täglich, siehst du schon super viel Kinder und Erwachsene mit Mangel. Ja, gerade diese Klassiker Vitamin D. Selen, Omega-3-Fettsäuren, Eisen, gerade wenn es auch Kinder sind, die einfach nicht so eine große Vielfalt an Lebensmitteln gerne haben, viel einfach weiße Nudeln ohne Soße essen, die, klar, wo sollen sie es auch hernehmen? Die haben doch deutliche Mängel und trotzdem werden die, also zur Beruhigung, trotzdem werden die alle irgendwie groß und werden auch überwiegend gesund, aber man hat schon eben auch viele Kinder, wo man doch eine Unruhe als Symptom hat oder eine dolle Müdigkeit. Also wenn man sich so anguckt, dass die Kinder doch auch schon einiges an Symptomkomplexen zumindest bei uns in der Praxis auch so mitbringen. Kopfschmerzen sehen wir viel, Bauchschmerzen, die Fuß. Klar, es hat auch immer multifaktorielle Hintergründe natürlich, aber oft passen auch die Mängel dazu. Okay, Wahnsinn. Wie gehe ich dann vor? Also wenn ich den Verdacht habe, wie gehe ich vor? Weil es gibt ja jetzt klar nicht so viele, also ich meine so ein ganz normaler Kinderarzt, da wird ja gar nichts kontrolliert. Ja, wird einen im Zweifel wieder nach Hause schicken, genau. Also man kann natürlich erst mal sich Infos holen, was die Ernährung angeht, wie man das optimieren kann. Es gibt wirklich viele Tipps und Tricks auch in unserem Buch, wie man relativ einfach und lecker Dinge in die Kinder reinbekommt. Und dann muss man immer schauen. Also bei Kindern ist natürlich die Indikation muss klarer sein als bei einem Erwachsenen zu einer Blutentnahme. Da kann man nicht einfach sagen, ach ja, wir machen jetzt mal so eine große Check-up-Blutentnahme. Entweder muss das Kind wirklich schon einwilligungsbereit sein und verstehen, was dahinter steckt. Da haben wir auch viele so, die im Schulalter sind, die wirklich auch sich, keine Ahnung, mit der Nährstoffgeschichte befasst haben. Und die da auch sagen, ja, Mama, ich will das auch gerne testen. Wenn das Kind aber kleiner ist, brauchen wir wirklich irgendwie auch eine Indikation, weil sonst ist eine Bluternahme auch eine Körperverletzung. Wie gehst du um mit deinem Blut im Namen? Also ich meine, das ist ja jetzt wirklich dein täglicher Begleiter, weil du dich darauf spezialisiert hast. Also das heißt, bei euch wird ja schon viel Blut abgenommen. Ja, auf jeden Fall nicht bei jedem Kind. Manchmal machen wir auch einfach, dass wir Ernährungsprotokolle, Stuhlprotokolle uns angucken, Stuhlproben von den Eltern abgeben. Es gibt auch ein paar Vitamine, die man nur mit einem Fingerpiks testen kann. Also zum Beispiel Vitamin D, Omega-3-Fettsäuren kann man auch per Fingerpieks, ist dann weniger invasiv. Das ist auch ganz cool. Und ansonsten ist es aber so, dass wir halt die Eltern gut vorbereiten auf diese Blutinnahme, dass die es wirklich zu Hause auch mit ihren Kindern üben sollen. Das hilft total, macht einen Riesenunterschied, ob dieses Szenario, du sitzt dann auf dem Schoß von der Mama, dann kriegst du ein Armband um deinen Arm. Ob die das wirklich zu Hause geübt haben, macht einen Riesenunterschied. Und dann setzen wir Zauberpflaster ein eine halbe Stunde vorher. Dann gibt es noch so einen kleinen Igel, so einen Schottblocker, der im Prinzip die Tastrezeptoren in der Haut aktiviert, sodass die Schmerzrezeptoren nicht mehr so feuern. Und wir nehmen uns halt wirklich viel Zeit für so eine Blutinnahme. Also ich blocke immer, wenn ein Kind Blut abgenommen bekommt, eine halbe Stunde, Minimum, manchmal bei Kleinen auch mehr, damit es einfach in Ruhe ablaufen kann. Und das Kind am besten in die Rolle kommt, dass es sogar so ein bisschen die Arzthelferin spielen darf und mir Röhrchen anreicht. Das klappt oft sehr gut. Voll gut. Mein nächstes Thema wäre jetzt, wir haben ja jetzt auch schon ein bisschen über die Ernährung. Du hast auch gesagt, du versuchst ja auch eigentlich erstmal über die Ernährung Dinge in den Körper reinzukriegen, aber wenn wir jetzt mal ehrlich sind, haben wir auch schon mal kurz angesprochen, also ausgewogene Ernährung steht dann immer überall, aber wie ausgewogen? Muss ich sein, dass ich in keine Mangelerscheinung komme? Das ist ja schon beim Kind relativ und auch beim Erwachsenen eine Herausforderung. Und bedarf auch viel Zeit. Ja, viel Zeit. Also wie sieht das in deinem Mama-Alltag aus? Ja, also wir haben drei Jahre, bevor wir wieder nach Berlin zurück sind, auf dem Bauernhof gelebt, wo wir wirklich viel Gemüse selber angebaut haben. Und da war es tatsächlich so, dass mein kleiner Sohn mit großer Begeisterung selber angepflanzt, geerntet hat. Also die Kinder früh so mit einzubeziehen, wo kommen überhaupt Gemüse her, wie sehen die aus, die Pflanzen, wie ist es, die zu ernten, zu trocknen, das glaube ich hilft schon. Man sollte die Kinder immer mit in die Auswahl der Lebensmittel, auch im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt mit einbeziehen. Das setzt erstmal so eine ganz gute Basis, damit sie auch wirklich selber begeistert sind. Wir machen zum Beispiel zu Hause, wir mahlen immer unser Mehl selber aus ganzen Körnern und dieses frisch gemahlene Mehl, das schmeckt den Kindern auch roh schon so gut und das ist halt wirklich viel nährstoffreicher als selbst gekauftes Vollkornmehl. Also du kaufst einfach Körner? Ich gehe zu dem Drogeriemarkt meines Vertrauens und kaufe die ganzen Dinkelkörner zum Beispiel oder ganze Weizenkörner. Dann hast du einfach so eine, also meine Oma hatte früher immer so eine, ja also wo sie auch Kaffee mitgemahlen hat, das ist ja eigentlich ähnlich. Also es gibt, wir haben beides, es gibt eine Flockenquetsche, wo man frisch Haferkörner wirklich selber quetscht. Die schmecken auch viel besser als die gekauften Haferflocken. Wie funktioniert das? Also das geht auch einfach oben in so einen Trichter rein und dann kann das Kind, wir haben so eine, wo die Kinder leicht quetscht, dann sind so Zahnräder und die übersetzen quasi, wenn es dreimal dreht, gehen halt die Körner durch die Quetsche und werden frisch gequetscht. Und die Mehlmühle, das ist bei uns eine elektrische, da macht man auf die Körner oben in den Trichter rein, stellt an und unten kommt sozusagen wirklich durch einen, ich glaube da ist so ein Keramikstein drin, der die Mehlkörner malt und das schmeckt wirklich so anders und damit ein Pfannkuchenteig zum Beispiel ist wirklich voller Körner. Eisen, Spurenelemente und so weiter, weil das frisch gemahlene Mehl hat eine viel, viel höhere Nährstoffdichte. Also sowas mache ich wirklich zu Hause. Ich arbeite auch viel mit Nussmusen. Also ich mache in jedes Müsli, mische ich Mandelmus rein oder Cashewmus. Das reichert gut Zink, Magnesium, Calcium an. Denn tiefgekühlte Ware ist auch gut, weil zum Beispiel die Beerenfrüchte im Prinzip, die im Supermarkt frisch lagern, eigentlich schon ihren Vitamingehalt verlieren. Und die, die direkt tiefgefroren wurden, sind a. günstiger und b. Eigentlich auch nährstoffdichter. Damit selber Eis herstellen in einem Mixer ist relativ einfach. Also man kann doch ganz schön viel machen, um doch lecker Nährstoffe in die Kinder reinzubekommen. Und ich finde es auch ganz entscheidend, gute Zeitpunkte auszuwählen. Also wenn die Kinder richtig hungrig sind, dann so den Brokkoli schnell frisch zu kochen und zu snacken und schöne Orte zu schaffen, wo man ist. Also so ein Picknick-Setting zum Beispiel hilft immer. Du hast jetzt gerade das Mehl schon angesprochen, aber wenn du jetzt nochmal sagst, welche Lebensmittel sind für Kinder einfach richtig gute Mikronährstoffquellen? Also das ist natürlich total unterschiedlich, weil es fettlösliche Vitamine gibt, Spurenelemente und so weiter. Aber wenn man jetzt mal an zu Hause denkt, saisonales Obst und Gemüse sind gute Nährstoffquellen, alle komplex. Also Kohlsorten. Brokkoli sind, auch wenn es grün ist, habe ich die Erfahrung damit gemacht, dass viele Kinder Brokkoli eigentlich mögen, wenn die Eltern es nicht schon so mit so einem halben Öh verkaufen, sondern einfach auch positive Worte dazu finden. So zum Beispiel Bäumchen, genau. Das auch. Bäumchen sagen wir auch. Und wir machen auch immer so einen Knusperzauber noch über die Bäumchen. Also dass wir zum Beispiel Mandeln, Cashewnüsse, Sesam, Hanfsamen anrösten. Und das wie in so ein kleines Schälchen, wie so der kleine Parmesan. Und das dürfen sie dann halt über ihre Bäumchen drüber streuen. Wow, ich kriege Hunger. Ja. Meine Bäumchen würde ich jetzt auch gerne essen. Und sowas hilft halt auch die richtige Wortwahl. Oder der Snackteller, der ist dann halt nicht voll mit Chips, sondern bei uns gibt es einen Snackteller mit roter Paprika, steckt voller Vitamin C, rohe Karotte, Vitamin A. Also es ist schon so, dass wir das den Kindern auch auf eine gewisse Art und Weise anbieten sollten und natürlich auch vorleben. Ja. Also gibt es bei euch keine Sünden? Absolut gibt es definitiv viele Sünden. Und meine Kinder werden zum Beispiel jetzt nicht zuckerfrei ernährt. Ich versuche so im Alltag wenig Haushaltszucker zu verwenden, mehr mit Fruchtsüße zu süßen. Also mit Datteln oder wie? Ja, und auch mit Bananen. Zum Beispiel, wenn ich jetzt ein Beereis mache, quetsche ich eine Banane mit rein. Also ich habe wirklich so Bananen. Also ich kann es gar nicht verstehen, ich mag es total gerne. Die nicht? Nee, also die erkennen alles, wo Banane drin ist. Also das ist schon echt ein Problem. Ja, gut, man kann aber genauso mit Orangensaft süßen oder mit Apfelsaft oder auch, ja, man kann auch ein bisschen Agavendicksaft oder so reinmachen. Ich versuche sozusagen Industriezucker weitestgehend zu Hause, wenn wir was machen, zu vermeiden. Aber meine Kinder dürfen natürlich, wenn sie auf den Kindergeburtstag gehen, dürfen sie Kuchen haben. Sie dürfen auch selbst sich den Kuchen aussuchen. Aber es ist schon so, je mehr man im Alltag verwendet, umso mehr gewöhnt sich auch die Zunge und der Geschmack natürlich dran. Das stimmt auf jeden Fall. Ein großes Thema ist ja noch, du hast schon sehr viele Tipps, gerade ich hatte es mir noch aufgeschrieben, so als Frage, so für die Piki Itasas, der ist schon gerade eben gerade sehr viel erklärt. Also ich glaube, man muss da ein bisschen kreativer sein. Aber gut, dass du vorhin auch gesagt hast, weil da machen sich auch, wenn man jetzt wirklich ein Kind hat, was nur Nudeln isst, erstmal ein halbes Jahr, dass sie trotzdem groß werden. So sind wir ja auch überhaupt drauf gekommen, weil meine Kollegin Frau Dr. Kratz, die hat ihre älteste Tochter, die hat so im Alter zwischen zwei und vier im Prinzip sich nur von diesen einfachen Kohlenhydraten ernähren wollen, nachdem sie abgestillt wurde. Das hat uns sozusagen so ein bisschen eine Initialzündung auch zu geben, da man genauer drüber nachzudenken. Und meistens ist es ja auch eine Phase, wie so vieles im Leben eines Kindes, wo wir uns Eltern auch viele Sorgen machen und dann ein halbes Jahr später ist die Thematik auch schon fast wieder vergessen. Aber so sind oft Picky-Eater dann nach zwei, drei Jahren entwickeln die ihren Geschmack doch weiter und werden groß und die haben auch einen großen Kohlenhydratbedarf. Also man sollte auch nicht jetzt Kohlenhydrate vermeiden, sondern einfach darauf achten. Zum Beispiel, ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man dunkle Nudeln und weiße Nudeln beides da hat und kombiniert, dann picken die sich nur die hellen Nudeln raus. Aber wenn es nur die dunklen gibt, haben viele Kinder eigentlich die Eigenschaft, dass sie das gar nicht spürt. Die essen sie, ja. Die essen sie. Ja, also ich glaube... Oft ist es halt einfach ein Zeitthema. Genau, ist alles nur eine Phase bei Kindern. Ja, und auch diese Zubereitung. Also wenn man da jetzt nicht so viel Liebe zu hat, dann ist es halt schon einfach auch ein Zeitding. Das stimmt. Wobei so ein Snackteller mit verschiedenem Obst und Gemüse, so Rohkost, so schnell gemacht. Und die essen ja schon, während man schält und macht so gerne. Und dann, keine Ahnung, wenn man daraus noch ein kleines Gesicht schnitzt und die Schale vom Apfel dann zu den Haaren vom Gesicht wird, dann werden die auch gegessen und so. Das ist schon witzig. Jetzt sind wir abgekommen. Welche Lebensmittel sind für Kinder besonders gute Mikronährstoffquellen? Ja, also was ich auch noch sehr, sehr allen ans Herz legen kann, ist auf Hülsenfrüchte zu setzen, weil die einen hohen Protein, also Eiweißgehalt haben und aber auch viele wichtige Mikronährstoffe. Und da ist vielleicht noch ein Tipp aus dem Alltag, dass man A, die Hülsenfrüchte keimen lassen kann. Also sozusagen in Wasser ein paar Tage stehen lassen, immer das Wasser austauschen, bis so kleine Keimspitzen zum Beispiel an den getrockneten Kichererbsen da sind. Weil ein Keim bringt sozusagen die Frucht in ihre Blüte. Also dann saugen die die Nährstoffe aus dem Wasser auf und reichern die an. Und dann sind sie am proteinhaltigsten und am nährstoffreichesten und auch am besten bekömmlich. Und wie lange lässt du die denn so einwirken? Zwei bis drei Tage meistens. Und dann kommt wirklich so eine ganz kleine grüne Keimspitze an. Und die kann man einfach mitessen. Die kann man roh sogar essen, auch zu einem rohen Hummus verarbeiten, muss man also nicht mal kochen. Und es macht sich ja so ein bisschen nebenbei. Was auch Kinder cool finden, habe ich die Erfahrung gemacht, es gibt ja nicht nur Kresse, die sie selber auf Watte wachsen lassen können, sondern auch so Microgreens aus Mungobohnen und so. Und wenn Kinder irgendwie schaffen, sowas selber wachsen zu lassen, dann essen die es auch gerne. Also dieses Zusammenzubereiten ist, glaube ich, schon ein essentieller Tipp für alle Familien. Ja, gut, dass sich eine andere Seite sich da sehr darum kümmert, bin ich immer sehr froh. Dein Mann? Ja. Ja, super. Der ist einfach da richtig, richtig toll. Jodmangel geht gerade durch Social Media. Mhm. Jodmangel sehen wir tatsächlich nicht so viel bei den Kindern, weil… Aber ist gerade ein großes Thema, oder? Ist das nicht aufgefallen über mir? Ja, doch. Da ist es so, dass wenn man konsequent jodiertes Speisesalz verwendet, dass eigentlich die Spiegel ganz gut sind, die wir sehen. Aber es gibt halt auch zunehmend Familien, die so ein bisschen fenzigere Salzsorten setzen, also so Himalaya-Salz. Aber benutzt du jodiertes Speisesalz? Ich benutze jodiertes Speisesalz. Wir haben aber auch Meersalz, was zum Beispiel jodiert ist. Und wir brauchen Jod als Baustein. Also wir bauen aus vier Jodteilen ein Schilddrüsenhormon, ein T4. Das heißt, wir haben einfach einen Bedarf an Jod. Wo man vorsichtiger mit Jod sein muss, ist, wenn Hashimoto-Schilddrüsenentzündung da ist. Aber auch die haben ja zum Teil eine Restfunktion der Schilddrüse und brauchen auch Jod zum Bau der eigenen Schilddrüsenhormone. Aber da sollte man mit der Dosierung eben vorsichtig sein. Und bei den Kindern tatsächlich habe ich die Erfahrung, dass wenn die Familien jodiertes Speisesalz zu Hause verwenden, dass eher kein Mangel da ist. Aber wenn viel andere Salze verwendet werden, die nicht jodiert sind, die ja auch schön sind, dass dann doch Mängel da sind. Aber du empfiehlst deinen Familien, dass sie ein jodiertes Speisesalz benutzen? Ja. Ganz hörkömmlich ist so, was man so kennt. Genau, ich würde nur halt gucken, es gibt ja auch jodiertes und fluoridiertes Salz, also mit Fluor noch. Nee, das wollen wir nicht. Das will ich nicht nehmen. Fluor wollen wir nicht. Aber Jodsalz ist okay, ist gut. Ja, okay. Was dann passiert, nämlich sonst, wenn man auf Dauer einen Jodmangel hat, das war ja früher, bevor wir das Speisesalz jodiert haben, entstehen halt Knoten in der Schilddrüse, weil durch den Jodmangel entsteht so ein Jodmangelstromer und dann sieht man richtigen Jodmangelknoten. Auch schon bei Kindern? Ist eher typisch im Erwachsenenalter, aber fängt natürlich sozusagen der Prozess im Kindesalter an. Wie sinnvoll sind, wenn man sozusagen dann Lebensmittel mit, die angereichert sind mit Jod oder mit Vitamin D auch? Angereicherte Lebensmittel, wie zum Beispiel das Salz mit dem Jod, finde ich gut. Bei Vitamin D ist es halt immer eine Frage der richtigen Dosierung. Man muss halt bei Vitamin D einfach aufpassen. Aber beispielsweise ein anderes angereichertes Lebensmittel wäre ja eine Pflanzenmilch, wie eine Hafermilch mit einer Alge, wo Calcium zugesetzt wird. Das finde ich zum Beispiel total gut, weil die Familien, die sich vegan ernähren, das Calcium nicht aus Milchprodukten bekommen. Da macht es total Sinn, Calcium hinzuzufügen zu dieser alternativen Milch. Also muss man halt immer ganz genau gucken. Man hat ja schon gemerkt, dass du viel über die Ernährung machst, aber in welchen Fällen empfiehlst du dann Supplements? Und wann würdest du eigentlich davon abraten bei Kindern? Also ich würde sagen, aus der Ernährung kriegen wir nicht genug Vitamin D, nicht genug Omega-3-Fettsäuren. Es sei denn, wir leben irgendwie direkt am Meer. Wir kriegen nicht genug Selen. Und dann, das sind die drei. Die du supplementieren würdest. Generell, die ich supplementieren würde. Und dann ist es die Frage mit Eisen und B12. Da kommt es darauf an, lebt die Familie vegan oder vegetarisch. Also bei Vegetarinnen und Vegetarisch immer gucken und immer. Vielen Dank. Bei vegan lebenden Familien, die sind wirklich ohne B12 nicht ausreichend versorgt. Und es gibt eine große Studie, die aber zeigt, dass die vegan lebenden Familien überwiegend gut informiert sind. Und da die Versorgung mit B12 besser ist als bei vegetarisch lebenden Familien. Ich finde ja in diesem großen Dschungel jetzt gerade, du hast gesagt, Selen, Omega-3 und Vitamin D. Wenn man jetzt zum Beispiel Omega-3 nimmt, dann hat man oft diese Kombination mit Vitamin D. Dann habe ich jetzt noch Selen, da hast du gesagt, es ist ein bisschen schwierig zu kriegen, wenn die schon Pillen schlucken können, dann eine Pille nehmen. Aber was ist mit den ganzen Kombipräparaten? Also es gibt ja ultra viele Multivitaminen. Bli bla blub. Wie gehst du das? Ich finde die also nicht total verkehrt, aber oft sind die Dosierungen in diesen Multis super niedrig. Also wenn wir zum Beispiel wissen, ein Kind hat einen Zinkmangel, Zink ist auch ein sehr, sehr wichtiges Spurenelement, dann würde die Dosierung in so einem Multi absolut nicht ausreichen, um diesen Mangel aufzufüllen. Das kann man sich ja auch vorstellen, wenn man sonst einzelne Kapseln von den Präparaten schluckt, dass dann in einer Multikapsel, wo eine ellenlange Liste an Zutaten drin ist, dass da von dem einzelnen Stoff einfach zu wenig da ist. Und deshalb ist es so ein bisschen, finde ich, dieses Gießkannenprinzip hilft manchmal Eltern so ein bisschen, ihre Sorgen loszuwerden. Und das finde ich immer eine gute Sache sozusagen, so nach dem Motto, ja, dann kriegt schon alles. Aber es ist halt nicht so richtig Ursachenmedizin. Ich würde lieber dann das Geld in eine richtig gute Bio-Saison-Ernährung, in eine Bio-Kiste, die zu einem nach Hause kommt, stecken, als in so ein teures Präparat, was eigentlich nur eher so ein bisschen das schlechte Gewissen beruhigt. Also generell? Lieber gezielt. Gezielt und rätst ab von so ganz eher ab. Genau, also. Man denkt ja schon immer, da haben sie ein bisschen was und man macht ja nichts falsch. Also kann ich jetzt ganz. Ja, genau. Man macht nicht so viel falsch mit so einem Multi, weil aber auch so wenig drinsteckt. Die Frage ist nur, ob man das Geld nicht besser investieren kann. Worauf sollten dann Eltern achten, wenn sie jetzt sozusagen gezielt Nahrungsergänzungsmittel kaufen? Was ist denn da dein Tipp? Weil das ist ja wirklich ein Dschungel. Das ist ein Dschungel. Das ist für uns auch ein Dschungel. Aber wirklich richtig viele gute Präparate, die die Kinder mögen, von Einzelwirkstoffen, finde ich toll. Eher rar gesät. Ich bin tatsächlich im Überlegen, ob ich diese fünf wichtigsten Nährstoffe in Tropfenform selber rausbringe als Supplement, wo man zum Beispiel auch eine Trockenblutkarte, so ähnlich wie das neugeborene Screening macht, einschickt für meinetwegen Eisen, Selen, Vitamin D, Omega 3 und Zink, Magnesium vielleicht noch. Und dann wirklich gesagt bekommt, so und so viele Tropfen am Tag von den vier braucht dein Kind. Weil es gibt viele solche Multipräparate, aber wenig einzelne und gezielte Sachen, die auch den Kindern irgendwie schmecken oder die einfach zu dosieren sind über Tropfen. Ich hätte überhaupt, du hast eine Empfehlung. Ja, also wie gesagt, die Empfehlung bei Omega-3 und Vitamin D ist relativ einfach. Bei Magnesium zum Beispiel kann man auf Pulver setzen. Ah ja, Magnesium bei Kindern haben wir noch gar nicht drüber gesprochen. Also wir hatten jetzt... Auch super wichtig. Also Vitamin D, Eisen. Wir haben noch nicht über Zink und Magnesium sozusagen. Das sind auch noch zwei sehr wichtige. Ja, ich hatte hier eine Frage mir aufgeschrieben mit Zink und Selen zusammen, weil es sind ja Spurenelemente und die sind ja für das Immunsystem super wichtig. Also stimmt das auch wirklich so? Also zum Beispiel... Es kommt ja immer so ein bisschen auf die Unterform an. Man sagt eigentlich, das Natriumselenit, dieser Stoff, der wird am besten alleine aufgenommen, also ohne die anderen Spurenelemente, weil die um die Transporter konkurrieren. Bei Zink ist es so, dass wenn man Zink lange Zeit alleine wirklich als Supplement einnimmt, dass dann auch Kupfer und Mangan noch sinken können. Deshalb macht es über längere Zeit auch Sinn, Kupfer und Mangan in Kombination mit Zink zu geben. Aber Zink kriegt man auch ganz gut bei Kindern über die Ernährung rein. Was zum Beispiel? Also Nüsse und Saaten, also Nussmus. Aber das ist ja nicht alle Kinder. Also Nussmus. Nussmus kann man halt super in Brei, in Müsli, in Porridge. Das gibt ja auch so eine natürliche Süße. Und zum Beispiel Sesam mache ich in dieses Knusper mit rein, was sich die Kinder dann über alles drüber schütten. Da ist relativ viel drin. Also das kriegt man hin. Allerdings zum Beispiel zu Infektzeiten ist Vitamin C und Zinkbedarf ungefähr ums Zehnfache gesteigert. Das heißt, wenn das Kind einen akuten Infekt oder auch einen Knochenbruch, eine Wundheilung hat, dann lohnt es sich da auch zu supplementieren. Ich finde das ganz schön viel. Ja, absolut. Wenn man sich sozusagen ins Thema reindenkt, gibt es vieles zu beachten. Und dann ist es ja die Dosierung das große Thema. Genau, aber bei den Spurenelementen wie Zink und Magnesium kann man eigentlich im Prinzip nicht überdosieren. Eine Überdosis würde durch den Darm wieder rausgehen. Also das ist unkritischer. Die fettlöslichen Sachen wie Vitamin A, Vitamin D sind von der Dosierung her die kritischeren. Wenn du eine Faustregel für Eltern nennen müsstest, hast du eben auch schon gesagt, was ist das Wichtigste beim Thema Mikronährstoffe? Eine gezielte Supplementierung, am besten in Absprache mit jemandem, der sich damit auskennt, weil sonst kann man ganz, ganz viel Geld verschwenden in irgendwelche teure Präparate, die die Kinder am Ende nicht nehmen oder wo zu viel zu geringe Dosierungen drin sind. Also lieber gezielt und in eine gute, frische, saisonale Ernährung investieren. Okay. Ja, gewisse Risiken für Eltern, die Nahrungsergänzungsmittel supplementieren bei ihren Kindern? Ja, also die Überdosierung, besonders bei den Fettlöslichen, weil die können in Fettzellen auch gespeichert werden. Also eine Überdosierung von Vitamin D kann einfach auch lange im Körper bleiben. Okay, was macht das? Da sollte man schon aufpassen. Ich hatte mal einen Patienten zum Beispiel, der hat die Wochendosis von 20.000 Einheiten täglich genommen, über ein halbes Jahr. Oh mein Gott. Es hat ihm seine Frau gegeben und der hatte zum Beispiel neurologisch so ein Tremor der Hand. Also das kann tatsächlich passieren. Aber in den allermeisten Fällen sind die Kinder unterdosiert. Vorher lesen wir erstmal alle dein Buch. Wie machen wir das, dass da noch mehr Ärzte mitziehen? Also hast du das Gefühl, dass mehr Kolleginnen, Kollegen von dir jetzt auch um das Thema Mikronährstoffe gehen? Ich habe das Gefühl, dass sich viele Erwachsenenmediziner mit diesem Thema beschäftigen, in diese funktional medizinische Richtung gehen, ursachenorientiert gucken. Aber dass das bei den Kinderärzten noch nicht so viel angekommen ist. Also ich habe noch eine Kollegin, die auch ein tolles Beikostbuch geschrieben hat. In München, Katharina Wiedemann. Die hat das Buch geschrieben, Plant Based von Anfang an. Das finde ich wirklich gut. Wie heißt die auf Instagram? Die heißt ja Plant Based. Ja, genau, der folge ich. Ja, die ist wirklich cool und macht es besonders gut für vegetarisch und vegan lebende Familien. Und ja, von der habe ich auch teilweise dann Patienten, die irgendwie hier eher im Umkreis wohnen, aber sonst... Gibt es nicht so viele, die wirklich sich auch an das Kinderthema rantrauen. Ich glaube, das liegt auch daran, dass wir halt viel weniger Daten haben für die Kinder. Ja, deshalb hast du dieses Buch geschrieben. Also ich habe, wie gesagt, das mit der Ernährung finde ich super. Hier sind tolle Tipps. Und es ist ja wirklich ein Thema, wo man hinschauen muss. Und wo man, glaube ich, auch leider in der heutigen Zeit als Eltern schon auch eine gewisse Verantwortung hat. Weil es niemand ist, der jetzt einen sagt, du musst das jetzt machen. Das ist wichtig für das und das und das. Ja und spannend ist, die ersten tausend Lebenstage des sich entwickelnden Kindes machen halt so einen Unterschied auch für den Rest des Lebens. Also da legt man echt so die Grundsteine. Da sind wir beide schon drüber, aber du hast gute Grundsteine gelesen. Wir haben jetzt so über die wichtigsten Nährstoffe so geredet, also die man so kennt bei Kindern. Also wir hatten Vitamin D, wir hatten Eisen. Selen war für mich jetzt auch so wieder heute nochmal so ein bisschen Learning da rauf zu gucken. Aber ein Mikronährstoff, den wir eher bei uns Erwachsenen ja so nehmen, ist ja Magnesium. Und du bist ja auch so ein bisschen spezialisiert in deiner Praxis so für neurodivagente Kinder. Magst du da nochmal so ein bisschen drauf eingehen? Weil das ist ja auch gerade einfach ein Thema, wo wir einfach merken, dass die Kinder, die da wirklich einfach besondere Aufmerksamkeit brauchen, dass da die Mikronährstoffversorgung auch nochmal super, super wichtig ist und die man eigentlich gar nicht außer Acht lassen sollte. Total. Also zum Thema Magnesium, da denken wir immer an unsere Muskeln typisch, die Wadenkrämpfe, aber dass Magnesium so viel mehr im Körper macht, das wissen eigentlich nicht so viele. Magnesium ist auch ein ganz wichtiges Spurenelement und Kofaktor für unsere Nervenzellen. Also es reguliert sozusagen nicht nur an den Muskelzellen, sondern auch an den Nervenzellen, die Reiz übertragen. Und typischerweise gibt es ja Kinder, die kommen irgendwie nicht zur Ruhe, die sind total aufgedreht und finden abends aber irgendwie nicht in den Schlaf, können nicht sitzen bleiben beim Vorlesen. Da sehen wir tatsächlich häufig einen Magnesiummangel in relativ schweren und die haben halt dadurch, dass sie viel körperlich aktiv sind, viel schwitzen, auch einen hohen Magnesiumverbrauch. Und Magnesium ist auch viel in beispielsweise Nüssen, in Hülsenfrüchten drin. Aber tatsächlich die Kinder, die so ein Problem haben, abends zur Ruhe zu kommen, denen hilft auch, wenn man ihn abends sozusagen in das Wasser, man kann Magnesium wunderbar einfach in eine Wasserflasche zum Beispiel einrühren als Pulver oder die Kapsel öffnen, die wir nehmen und den einrühren. Und Magnesium kann man nicht überdosieren, das würde dazu führen, dass es einfach als Durchfall wieder rauskommt. Übrigens auch, viele Kinder leiden ja unter Verstopfung, kriegen teilweise jahrelang irgendwie Makrogol, irgendwelche Laxanzien. Und da ist aber auch oft der Magnesiummangel übersehen. Und man würde einfach umstellen können von diesem blöden Makrogol auf Magnesium. Weil gerade das Magnesiumcitrat, das ist diese günstige Variante, die es in so Brause aus dem Drogeriemarkt gibt, die hilft einfach den Stuhl sozusagen zu verdünnen. Also da wirst du auch auf so ein günstiges, da geht es nicht um die Bioverfügbarkeit. Genau, da soll es sogar eher so ein bisschen durchrauschen. Also da gerne das günstige Magnesiumcitrat. Und wenn es aber eher um diese Neurodiversität, Unruhe, Thematik geht, Da kann man eins nehmen, was gut fürs Gehirn bioverfügbar ist, über die Bluthirnenschranke, das heißt L-Treonat oder eben Magnesium als so ein Komplex aus verschiedenen Magnesiumarten, also Bisglucinat, L-Treonat und das gibt es sozusagen auch oft in Kapseln und dann öffne ich für die Kinder einfach diese 100 oder 200 Milligramm Kapsel und tue die ins Wasser oder auch meinetwegen in einen Traubensaft einrühren, weil Magnesium hat schon einen gewissen Eigengeschmack. Manche tolerieren es im Wasser nicht so gut, aber in einem Apfelsaft schon. Mit Zucker geht es. Würdest du sozusagen bei älteren Kindern gerade so, also jetzt Neurodivagent haben wir angesprochen nochmal speziell, aber ich denke jetzt gerade auch an die Teenager schon. Generell immer Magnesium, also weil du sagst, man kann es nicht überdosieren, Und die haben natürlich auch nochmal einen ganz anderen Verbrauch. Genau, also ein Teenager, gerade jemand, der auch Sport macht, kann Magnesium zusätzlich supplementieren, macht total Sinn. Weil es eben in so vielen Körperstellen gebraucht wird als Kofaktor für enzymatische Reaktionen. Das ist wirklich ein ganz, ganz unterschätztes Vitamin. Hast du denn für deine Kinder wirklich, also du hast ja schon sehr viel erklärt, dass du viel irgendwo untermischt und so. Also wenn man jetzt zuhört, hat man das Gefühl, okay, muss ich mir alles mitschauen, was ich alles brauche. So wie so eine kleine... Apotheke? Wir gehen tatsächlich auch viel über Lebensmittel und haben aber dann, meine Kinder kriegen Teil von meinen Supplements auch sozusagen, dass ich beispielsweise, ich habe eine 100 Mikrogramm Natrimseleninkapsel, die ich selber nehme und ich teile aber eine für meine beiden Kinder auch auf und gebe dem Älteren ein bisschen mehr und der Jüngeren ein bisschen weniger. Okay, aber du bist jetzt auch Fachperson. Genau, und ich kann auch nachkontrollieren. Also wenn man sowas macht, dann würde ich das schon, wenn man einen Erwachsenenpräparat auf seine Kinder irgendwie aufteilt, dann würde ich das schon ärztlich betreuen lassen und nachkontrollieren lassen. Und im Thema Neurodiversität ist eben das Magnesium wichtig, aber auch alle. Wie schnell sehe ich da Fortschritte? Wenn man es dann gibt. Also am schnellsten sehe ich es tatsächlich bei dem Lithium. Weil bisher alle Kinder, die ich getestet habe, die in diesen Formkreis Neurodiversität gehen, hatten einen schweren Lithiummangel. Ich hatte nicht ein Kind bisher. Kannst du da nochmal was zu erklären? Weil ich glaube, wer sich nicht so damit ausnimmt, was Lithium überhaupt ist. Lithium ist im Prinzip auch ein für die Nervenzellen ein sehr wichtiges Spurenelement, was normalerweise in unserem Grundwasser und Trinkwasser auch vorkommt. Es gibt auch bestimmte Heilwässer zum Beispiel, die ein bisschen Lithium angereichert sind oder auch große regionale Unterschiede. Zum Beispiel das französische Grundwasser hat einen etwa zehnfach höheren Lithiumgehalt als das deutsche. Das heißt, da gibt es schon große Unterschiede. Und in Deutschland haben wir einen eher niedrigen Lithiumgehalt. Und es ist aber ein für unsere Nervenzellen sehr wichtiges Spurenelement, wo auch jetzt in einer neuen Studie von Nature zum Beispiel gezeigt wurde, dass Mäuse, die Alzheimer haben, durch Lithium den Alzheimer wieder verlieren konnten. Das heißt, es gibt halt ganz gute Daten, Dass wirklich die Nervengesundheit von Lithium auch abhängig ist. Und witzigerweise ist es eben so, dass Kinder mit neurodivergentem Formenspektrum, egal ob es eher in die Autismusrichtung, in die ADHS-Richtung gehen. Fast alle einen sehr, sehr niedrigen Lithium-Spiegel im Vollblut haben. Ich habe wirklich noch kein Kind mit einem normalen Lithium-Spiegel bei mir gesehen in der Praxis. Und bei dem Lithium ist es so, man gibt es in einer ganz, ganz niedrigen Dosierung, sodass das auch keine, eigentlich keine Nebenwirkungen in der therapeutischen Dosierung hat. Vielleicht ist dem ein oder anderen Lithium bekannt aus der Psychiatrie, also zum Beispiel bipolare Störung, dieses manisch-depressive. Das wird mit hohen Dosen Lithium behandelt und da hat es Nebenwirkungen. Jetzt muss man sich aber auch die Dosierung angucken. Also bei manisch-depressiven Symptomen gibt man 100 oder 200 Milligramm und wir würden ein Kind eher mit einem Milligramm behandeln. Wie kann man das? Sind das Tabletten oder Tropfen? Das sind Kapseln, wo das Pulver drin ist und man kann die Kapsel aber öffnen und in Wasser einholen. Und das ist relativ geschmacksneutral. Das ist also relativ einfach, den Kindern zu geben. Das ist teuer. Nee, es gibt sogar auch Tricks, dass man es, also es sind Therapiekosten so etwa 10 Cent pro Tag. Also es ist eher günstig und es gibt auch sogar die Möglichkeit, dass man eine größere Kapsel mit 10 Milligramm dann in Wasser auflöst, das Wasser in den Kühlschrank stellt und pro Tag sozusagen eine Milliliteranzahl dann nimmt, um es noch kostengünstiger zu machen. Okay, aber das muss natürlich ärztlich begleitet werden. Das würde ich empfehlen und es ist in Deutschland auch verschreibungspflichtig. Witzigerweise in Frankreich zum Beispiel kann man das einfach over the counter kaufen. Also wenn ich jetzt über eine französische Website kann? Genau, man kriegt es online auch so. Aber hier ist es apothekenpflichtig und rezeptpflichtig, das heißt wir müssen wirklich ein Privatrezept beispielsweise dann ausstellen. Hast du das Gefühl, also ich weiß nicht, ob es ein subjektives Empfinden ist, aber gerade Demenz, Alzheimer, also die ganzen Nervenkrankheiten, dass wir jahrelang uns überhaupt nicht um Mikronährstoffversorgung gekümmert haben? Und die Ernährung eher, also wenn wir jetzt so die Ernährung meiner Großmutter, die sehr viel im Garten selber angebaut hat, die haben sich ja richtig gut ernährt. Ja, da war die Nährstoffdichte auch von Obst und Gemüse noch viel höher, als es noch nicht in dieser Massenproduktion angebaut wurde, sondern wirklich noch vom Bauernhof kam. Aber das denke ich schon, dass es einen Unterschied macht und es gibt eben diese Mikronährstoffe, die Omega-3-Fettsäuren, das Magnesium, das Lithium, die so essentiell für unsere neuronale Gesundheit sind. Und die Daten, also es ist ja so ein bisschen in aller Munde, die Neurodiversität, die Daten sagen aber aktuell, dass es gar nicht unbedingt steigt, die Anzahl oder die Prävalenz. Es ist vielleicht auch so ein bisschen so ein Social-Media-Effekt, dass das gerade so präsent ist. Aber trotzdem denke ich, dass wir uns mit der aktuellen Ernährungssituation, mit viel Fastfood, mit einer geringen Nährstoffdichte aus den Großanbauzentren, aus den Riesenplantagen, aus Folientunneln, dass wir uns mehr um die Ernährung kümmern müssen. Auch schon in den Schulen, Kindergärten. Ja, absolut. Ganz, ganz wichtig. Liebe Judith, danke für diesen großartigen Überblick. Also ich glaube, da muss man ein bisschen mitschreiben heute in der Folge. Oder einfach dein wunderbares Buch lesen, wo du viele Tipps einfach uns Eltern gibst. Ich werde auf jeden Fall mal vorbeikommen. Ja, cool. Ja, ich werde euch alles verlinken, damit ihr einfach alles gut nachlesen könnt. Und vielen Dank für diese super, super interessante Folge und für diese tolle Aufklärung, die du dort bei Instagram in deiner Praxis machst. Also es ist einfach immer toll, wenn Menschen, einfach Menschen so großartig helfen. Vielen, vielen Dank. Sehr, sehr gerne und danke für die Einladung. Sehr gerne. So, das war es schon wieder mit einer neuen Folge für euch. Ich fand es super interessant, vor allen Dingen die Zusammenfassung, weil ich finde aktuell ist es ja auch einfach richtig schwierig, da man möchte gerne supplementieren, auch für seine Kinder, aber man weiß nicht wie und wie viel und das ist natürlich toll. Dass Judith da auch mit ihrem Buch einfach so eine gute Übersicht gegeben hat. Und vor allen Dingen auch, dass sich immer mehr Ärztinnen und Ärzte mit diesem Thema Mikronährstoffversorgung befassen, was auch einfach schlimm ist, dass es keine Grundlage im Studium ist. Und da wir jetzt schon wieder am Ende unserer Folge sind, gibt es natürlich noch einen Mythen-Check heute und der ist sehr lustig. Viele von euch kennen nämlich bestimmt den Satz, isst dein Spinat, dann wirst du groß und stark. Und vielleicht auch Popeye, der nach einer Dose Spinat plötzlich Superkräfte immer hatte. Aber stimmt das eigentlich? Tatsächlich basiert dieser Mythos auf einem alten Messfehler. Im 19. Jahrhundert wurde der Eisengehalt von Spinat falsch berechnet. Ein Komma verrutschte und plötzlich galt Spinat, Und plötzlich galt Spinat als Eisenwunder. In Wirklichkeit enthält Spinat zwar Eisen, aber nicht so viel, wie lange angenommen wurde. Und durch die Oxalsäure im Spinat kann unser Körper das Eisen auch gar nicht so gut aufnehmen. Heute weiß man, für eine gute Eisenversorgung sind andere Lebensmittel viel relevanter. Zum Beispiel Hülsenfrüchte, haben wir auch im Podcast besprochen, Fleisch oder Vollkornprodukte. Das war's für heute und wir hören uns hoffentlich wieder nächste Woche Donnerstag bei Sounds Familia. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Elternpodcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von.