Ihr Lieben, es ist Donnerstag und ihr bekommt eine ganz frische Folge Soundfamilie. Heute habe ich auch wieder meine Gästin direkt bei mir im Studio und freue mich, dass sie mir gleich gegenüber sitzt und wir zu einem ganz wichtigen Thema. Ich glaube, es wird nicht nur dieses eine Thema heute sein. Eigentlich wollte ich gerne heute über Mom-Shaming reden. Wie können wir Frauen besser zusammenhalten? Aber es wird wahrscheinlich auch sehr viel über Feminismus gehen und über die Mutter Teth. Ich habe nämlich heute Evelyn Höllrige-Schalkner bei mir zu Gast. Sie ist gebürtige Südtirolerin, wohnt aktuell in Wien mit ihrer Familie und ihren drei Kindern. Ist freie Journalistin, Autorin und Bloggerin. Ihr findet sie unter littlepaperplan bei Instagram. Und sie hat ein neues Buch geschrieben, was ich leider noch nicht ganz zu Ende gelesen habe. Aber ihr müsst es unbedingt lesen. Es heißt The Daily Feminist und wir werden bestimmt auch ganz viel darüber sprechen. Ich folge ihr schon ziemlich lange auf Instagram und gerade ihr Buch Nachwehen und Mutter ist ein Ding, hat mich sehr inspiriert und hat mir wieder nochmal gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir über diese Themen reden. Hallo liebe Evelyn, schön, dass du da bist. Ich habe es eben gerade schon gesagt, du hast drei Bücher geschrieben, die eigentlich so super aufeinander aufbauen. Das erste Buch war Nachwehen, dann hast du Mutterinstinkt geschrieben und jetzt The Daily Feminist. Ich finde, da haben wir heute so viel Gesprächsbedarf. Wie bist du dazu gekommen, Nachwehen zu schreiben? Also wie war das, du hast drei Kinder? Das war tatsächlich nach meiner ersten Geburt. Wo ich halt gemerkt habe, dass wir Mütter, sage ich jetzt mal, ganz arg im Fokus stehen, solange wir schwanger sind. Aber sobald das Kind da ist, rückt der Fokus auf das Kind und die Mutter ist irgendwie so weg. Ich finde schon, oder? In der Schwangerschaft, hast du nicht das Gefühl? Ja, wobei, ich weiß nicht, da hat man zumindest noch das Gefühl, man wird umsorgt und keine Ahnung, man wird gecheckt. Es gibt einfach ein Check nach der Geburt und der ist nicht mal ein psychischer Check, sondern einfach nur ein körperlicher sechs Wochen nach der Geburt abgehakt Check. Hingegen dann beim Kind natürlich öfters, was auch Sinn ergibt. Aber ich hatte einfach das Gefühl, ich kann meine Geburt nicht aufarbeiten. Das war ein Notkaiserschnitt mit Vollnarkose dann und habe, Und so habe ich mir gedacht, okay, vielleicht liegt es an diesem Kaiserschnitt und habe dann mit Annika zusammen Nachwehen geschrieben, weil es halt, die hatte eine spontane Vaginalgebur und es war halt doch genau die gleichen Gefühle. Und in der Recherche dieses Buches ganz am Schluss haben wir eben diese Madressins gefunden. Und das war dann Input fürs zweite Buch schon. Genau, ja, das war so Nachwehen eigentlich. Ja. Ich finde das ja auch, dass man, wie du es gerade beschrieben hast, dass es sehr viel sich in der Schwangerschaft um einen selber und danach halt nicht um die Mutter geht und dass man diese ganzen Gefühle und ich glaube, da kommen wir zu dem Thema, was wir heute so ein bisschen besprechen wollen, zum Mamschämen, dass ja auch viele Frauen, das ist gerade angesprochen, die Mutter täte, ich sage es gerne auf Deutsch immer, das ist ja wirklich so ein, also man muss sich erstmal ganz neu finden in seiner neuen Identität als Mutter und es ist eben nicht, wie du auch in Mutterinstinkt schreibst, angeboren, Sondern wir müssen uns neu finden in dieser neuen Rolle und einige Menschen finden sich halt schneller darin und andere brauchen wirklich auch mehrere Monate und das ist auch okay. Und dass man da aber oft merkt und da kommt vielleicht auch dieses Thema mit dem Mom-Shaming so auf, dass wir Mütter da nicht sehr unterstützend auch immer sind. Dass man sich für diese Gefühle, die man dann vielleicht auch hat, dass man vielleicht sich nicht so sicher erstmal in dieser Rolle fühlt. Sehr große Schuldgefühle auch kommen und die dann einfach nicht äußern können. War das bei dir auch so, dass du so das Gefühl hast, dass du, als du Mutter geworden bist, man wird ganz anders begutachtet? Also dass man wirklich, man muss performen. Ja, man muss performen. Und das ist halt, ich finde es so lustig oder ironisch eigentlich, dass es so viele Erwartungen an Mütter gibt, die halt so krass hoch sind, während die Erwartungen an Väter relativ low sind. Und dann wird man in diese Rolle reingeschlittert mit so eben dieser ganzen Schwall, dieser Lawine an Erwartungen und versucht die ja zu erfüllen. Wobei dieses Ideal der guten Mutter, ich meine, erstens ist es unerreichbar, zweitens ist es unerreichbar. Was ist eine gute Mutter? Warum müssen wir alle einem Ideal nacheifern? Wir sind ja vor unserer Mutterschaft auch verschiedene Individuen. Wir sind unterschiedliche Charaktere. Und dass wir aber danach doch irgendwie versuchen, alle eben sehr einem Ideal nachzustreben, das fand ich immer so spannend. Vielleicht kannst du auch noch mal ein bisschen erklären, wer hat dieses Ideal eigentlich geschaffen? Woher kommt das Ideal? Das ist, glaube ich, einfach ein großes Thema, wo man noch mal da reingehen kann. Was ist denn ideal? Ja, also so wie wir, ich greife da gerne vor allem in unseren Kulturkreisen auf dieses Marienbild zurück, weil Maria wurde einfach jungfräulich zur Mutter. Das heißt, sie war rein und liebevoll und sanft. Und das hat sich halt, also das ist natürlich auch damals, auch ich sage jetzt mal im Mittelalter oder später, es war immer ein Ideal, weil das war nicht der Standard, aber man hat versucht, diesem Ideal nachzueifern und, Ich finde, das verstärkt sich jetzt dann natürlich auch jetzt. Ich meine, früher vor Social Media gab es diese ganze, also in der Werbung und das Ganze, wie sagt man, also die ganze Sozialisierung, die wir haben, war auf dieses gute Mutterbild ausgelegt. Da kommen wir gleich zu einem neuen Buch, geht weiter. Und hingegen jetzt halt mit Social Media, genau, und jetzt mit Social Media oder, Oder ich meine, es wird immer besser und es gibt immer mehr Leute, die darüber aufklären. Aber als ich zum ersten Mal schwanger war, war alles rosarot und pastellig und alle haben in dieser Mutterschaft das große Glück gefunden. Aber die Frage ist halt, was, wenn ich da nicht das große Glück immediately finde? Oder vielleicht auch gar nicht, I don't know. Ich finde, die Mutterschaft ist so krass facettenreich wie Frauen auch, aber die Erwartungen sind irgendwie alle gleich. Und daher kommt auch, glaube ich, diese ganzen, vielleicht nicht daher, aber es ist sicherlich mitunter ein Grund, warum Mom-Shaming stattfindet. Es ist einfach dieses... Diese Erwartungen aussprechen, also andere Leute sprechen diese Erwartungen dann aus irgendwie. Ich frage mich immer nur so, ob das Mom-Shaming einfach in unserer Zeit einfach viel intensiver geworden ist, weil wir einfach andere Medien haben und ich so das Gefühl habe, dass wirklich viele Menschen einfach so schnell urteilen, wenn sie nur einen kleinen Ausschnitt sehen. Und das macht mich echt immer, also ich kann mich da mal so ein bisschen rausnehmen. Ich hatte das als Mutter jetzt nicht so das Gefühl, weil ich natürlich auch in meinem täglichen Beruf so viel damit arbeite, dass ich mich da einfach nicht so angesprochen fühle. Aber ich bin wirklich immer wieder erschüttert, wenn ich so manchmal so Shitstorms mitkriege und wenn sich einige Mütter kritisch äußern oder ihre Geschichte erzählen, dass da wirklich einfach ohne Ventil wirklich raufgehauen wird, dass es unter Frauen so krass ist, wenn jemand einen anderen Weg geht. Also ich glaube schon, dass es jetzt schlimmer ist, weil die Hemmschwelle geringer ist. Gar keine Hemmschwelle, habe ich schon mal das Gefühl. Gar keine, nee. Aber ich glaube, diese Funktion der Regulierung durch Kritik gab es ja immer schon. Aber jetzt ist halt die Hemmschwelle einfach nicht vorhanden. Und man hat eben dadurch, dass man Einblicke hat auch in das Leben anderer, hat man auch das Gefühl, mitreden zu dürfen. Und das finde ich auch ein bisschen schwierig immer, weil... Das sind Einblicke. Ja, ja. Nicht die Einblicke selbst, sondern dass man, wenn ich jetzt von Leuten auf Social Media rede, die selektieren ja bewusst diese Einblicke. Es gibt ja noch andere 99 Prozent an einem Leben. Aber dass man sich dann herausnimmt, andere Leute zu kritisieren. Why? Ja, aber ich frage mich manchmal, was triggert die Menschen so sehr und vor allen Dingen uns Frauen und Mütter, wenn man etwas sieht, dass es wirklich so eine Bombe platzen lässt. Also das ist wirklich für mich immer so, woher kommt, dass es so, ist da eine tiefe Wunde. Also das ist, dass man sich so getriggert fühlt, dass man wirklich, das ist dann manchmal wirklich, also finde ich ja wirklich sehr respektlos. Es ist Respekt. In Wahrheit ist es eben nichts anderes als Respektlosigkeit, weil…, Aber es hat sicherlich mit Trigger zu tun, wie du sagst, weil am anderen Ende sitzt ja jemand, der sich aufgrund dieser Tatsache einfach. Das rührt ja was in der Person, sonst würde die ja nicht schreiben, oder weißt du? Und was denkst du, welche gesellschaftlichen Erwartungen fördern einfach dieses Mom-Shaming so unter uns Frauen? Ich glaube wirklich dieses Bild der guten Mutter, die halt, das in unserer Zeit auch nochmal krass anders ist, weil die muss ja nicht nur ein perfektes Familienleben haben, sage ich mal, sondern auch wirklich erfolgreich sein, gut aussehen, eine stylische Wohnung haben und ist halt unmöglich. Man kann nicht immer alles haben. Aber dann, wenn man alles hat, dann wird man ja trotzdem noch, wie sagt man, wird man Zielscheibe für Kommentare, weil man unrealistische Standards setzt oder whatever. Ich glaube, dass man es generell als Frau nicht richtig machen kann, dass man immer irgendwie in Projektionsfläche für irgendwelchen Hate ist. Ja. Und ich glaube auch, dass wenn Hate von anderen Frauen kommt, dass es dann noch krass viel verletzender ist irgendwie. Hast du für dich selber auch schon mal so eine Situation gehabt, so Mom-Shaming? Also in den letzten Jahren kam der ganze Hass, den ich ja im Internet bekommen habe, eher von Männern, muss ich sagen. Mom-Shaming doch habe ich gekriegt und zwar letztes Jahr habe ich ein Reel gepostet zu meinem zweiten Buch, zum Mythos Mutterinstinkt und habe einfach geschrieben, dass neurologische Studien einfach diese Existenz des Mutterinstinkts widerlegen. Period. Und da waren viele Mütter drunter, die gesagt haben, nur weil du das nicht hast oder nur weil du das nicht so fühlst oder keine gute Mutter bist. Die folgten mir gar nicht mal. Aber ich glaube eben, wie du sagst, es war eben dieser Trigger für die, weil sie einfach auch vielleicht einen Teil ihrer Existenz auf diesen Glauben aufgebaut hatten, dass sie das instinktiv richtig gut können. Und das ist auch dann Teil ihres Charakters oder ihrer Persönlichkeit, dieser Glauben. Glauben nämlich an den Muttenstinkt, weil sie anders fühlen. Weil sie anders fühlen oder weil sie einfach Intuition mit Instinkt verwechseln in Wahrheit. Ja, das ist wirklich so ein großes Thema und jeder geht ja auch anders in dieser Rolle auf. Genau, ja. Und das, was du am Anfang gerade angesprochen hast, das finde ich auch wirklich, dass man da nochmal wirklich auch genauer hinschaut. Warum haben wir eigentlich nur eine körperliche Nachsorgeuntersuchung, wenn wir ein Kind gebären? Warum gibt es eigentlich kein Netzwerk, was Mütter, Eltern auffängt für diese neue Situation, was die ganze psychologische Seite angibt? Das ist ja wirklich, ich weiß nicht, du lebst in Österreich. Bei euch ist es wahrscheinlich nicht anders als bei uns in Deutschland. Nein, es ist nicht anders. Also ich habe ein Kind ja in Deutschland bekommen, zwei in Österreich. Und das ist im Wahrheit dasselbe. Der einzige Unterschied ist. Dass in Deutschland gab es den Mutterpass, kann ich mich erinnern, und dann den Kindpass. In Österreich ist das sogar zusammen. Also es ist gleich ein Kindpass. Man ist einfach noch mehr im Hintergrund. Dein Mutterpass wird dann zum … Gibt es nicht. Es ist eigentlich Mutter-Kind-Pass. Jetzt heißt der Eltern-Kind-Pass. Aber ja, es ist einfach, man ist noch unsichtbarer irgendwie. Ja. Was würdest du denken, wie könnten wir das machen? Besser auffangen, um auch sozusagen Frauen da einfach besser zu begleiten. Also das wäre so deine Vorstellung, wie das so ablaufen wird. Du hast dich sehr viel mit dem Thema beschäftigt. Du hast zwei Bücher geschrieben darüber, wie es ist sozusagen Mutter zu werden und wie das halt sein kann. Also das erste Buch ja auch nachwehen mit einer anderen Frau, die ganz anders erlebt hat, aber sich trotzdem so gefühlt hat. Was wäre so deine Vorstellung? Wie könnten wir da Mütter besser auffangen? Und dadurch halt auch dieses krasse Bild, dass wir einfach dieses Mom-Shamming auch einfach reduzieren können. Also einfach eher in einen Unterstützungsmodus gehen. Was wären da so deine Ideen? Also strukturell auf alle Fälle eine psychische Nachsorgeuntersuchung, weil wir wissen einfach, dass postpartale Depressionen existieren und dass sie, tatsächlich ist es statistisch erwiesen, dass mit guter Nachsorge und zwar zum Beispiel in den Niederlanden gibt es ja diese Kramversorgenden, heißen die, die ja ins Wochenbett kommen und dann nicht sich um das Baby, sondern tatsächlich um den Haushalt kümmern oder Essen machen oder weiß ich nicht. Ich bin mir aber gerade gar nicht so sicher, ob das wirklich jeder Frau zusteht. Doch, doch, das steht jeder Frau zu in den Niederlanden. Hier gibt es ja diese Mütterpflegerinnen, die ist aber auch ein bisschen komplizierter zu beantragen oder nur wenn man ein Frühchen hat. Das Problem, nee, nee, nee, das ist es schon, dass es auch jeder Frau zuschreibt. Aber wie wir es wissen, es muss ja immer die Kapazitäten geben. Es gibt natürlich nicht ausreichend Mütterpflegerinnen für jede Frau. Und ich glaube, so wie du es gerade gesagt hast, das ist diese Kranversorgende. Ja genau, das ist auf jeden Fall, dass es dort mehr Personal dafür gibt. Aber das Problem ist halt einfach, dass viele Leute darum nicht wissen um die Mütterpflegerinnen in Deutschland und dass es natürlich auch ein bisschen wieder komplizierter ist und da kommt ja dann wahrscheinlich auch wieder dazu, wie privilegiert ist man das, kriegt man das hin, das zu organisieren. Den Antrag zu stellen und so. Leute erinnern schon ein bisschen Paperwork zu. Und ich glaube in den Niederlanden, also mein Letztstand vom zweiten Buch war wirklich, dass man zwölf Stunden Anrecht auf diese Kramversorgende hat. Täglich? Nee, insgesamt nach der Geburt. Das klingt jetzt wenig, aber es sind glaube ich in den ersten beiden Wochen nach der Geburt ganz gut. Zwölf Stunden? Zwölf Stunden, ja. Also für zwei Wochen finde ich schon zumindest. Ich finde es schon gut, wenn ich vier Stunden am Tag da sind. Es geht schon schnell. Weißt du doch, wie das ist. Ja, stimmt. Aber das Ding ist, dass wir wissen, dass mit einem besseren Netz nach der Geburt einfach dieses Risiko an postpartalen Depressionen sinkt. Auf jeden Fall. Allein dieses Wissen, wir haben dieses Wissen darum. Wir wissen aber auch, wie gute Geburtshilfe funktioniert. Ja, und tun es nicht. Und tun es nicht. Wissen tun wir viel. Ja, es ist wirklich gerade auch in diesem Bereich auch wieder so, der so sensibel ist, der ja ähnlich, wenn wir die Mutter Tät beschreiben, dass das Gehirn sich neu ordnet, diese ganzen Anpassungsvorstände, einfach weiß, wie sensibel Frauen dort sind, dass sie eigentlich meistens alleine sind. Und genau das meine ich. In dieser Zeit alleine gelassen zu werden und dann noch mit den ganzen Erwartungen, die dir die Mutterschaft entgegenschleudert in Wahrheit. Ich meine, das ist doch, wir sind nicht supposed to, also so Kinder kriegen, das kann doch nicht, das war doch nie so vorgesehen. Wie hast du es bei dir persönlich gehändelt? Beim ersten Kind eben schlecht. So. So? Ich war unfassbar einsam. Und in Österreich war damals, hattest du mehr Tage Anrecht auf Freistellung im Job, wenn du umgezogen bist, als wenn dein Kind geboren ist. Das heißt, mein Mann konnte sich einen Tag freistellen lassen von der Arbeit. Einen? Einen Tag. Einen. Es gab nichts sonst. Also es ist erst ein Jahr danach, ist so zwei Wochen gekommen. Dann hat er sich zwei Wochen Urlaub oder eine Woche Urlaub genommen, weiß ich gar nicht mehr. Und wir wohnen beide 800 Kilometer jeweils von unseren Eltern entfernt. Ich war ab der zweiten Woche alleine mit einem Neugeborenen, erstes Mal Mutter, unfassbar überfordert, auch in einer postparteilen Depressionen. Das kann man doch einem Menschen nicht zumuten. Und eben die nächste Nachsorge war dann, ob alles gut verheilt ist. Aber ich war innen drin nicht gut verheilt. Wie bist du dann vorgegangen? Eben lange gar nicht, weil ich mich einfach auch dafür geschämt habe. Man geniert sich ja dann auch, vor allem beim ersten Kind. Man kann das ja nicht einordnen und man sucht ja das Problem oder die Schuld ja eher bei sich selbst, als dann beim System, das einfach nicht darauf ausgelegt ist, dass Frauen nach der Geburt von der Mutter tätwissen, eine gute Pflege haben und sich eben nicht isolieren. Ja, wärst du das mit deiner Partnerschaft auch gemacht? Das war wahrscheinlich auch keine einfache Situation. Nee, war es gar nicht. War gar nicht einfach. Das erste Jahr war generell nicht einfach, finde ich. Und wir haben dann aber auch beschlossen, wenn wir ein zweites Kind kriegen, dass wir das anders machen, dass er in Elternzeit geht, dass wir diese Elternschaft auch gemeinsam erleben wollen, haben wir dann auch gemacht und wir haben jetzt drei Kinder. Und das Blatt hat sich komplett gewendet. In dem Moment, wo wir auch gelernt haben, beide Eltern zu werden und nicht, wo ich einfach das alleine irgendwie lernen musste. Aber erklär doch mal, weil ich glaube, das ist total wichtig, das immer wieder nochmal zu zeigen. Also diese Beispiele, wie habt ihr das geschafft? Weil ich glaube, ihr seid ja wahrscheinlich auch nicht als Feminist, also du bist ja sozusagen in deinem Buch schreibst über The Daily Feminist, aber ich meine wahrscheinlich auch in anderen Strukturen groß geworden. Wie hat das auch geklappt in der Partnerschaft, diese Gleichberechtigung hinzukriegen und diesen, so es gibt jetzt hier, wir sind hier beide für Verantwortung. Weil das ist ja auch immer noch das Thema, das viele Frauen haben, dass man einfach denkt, ich bin für das alles hier erstmal alleine verantwortlich. Und das ist ja auch das, was wahrscheinlich auch in dem Wheel, was du letztes Jahr gepostet hast, der Mütterinstinkt. Und das ist ja, ich bin ja intuitiv die Richtige, dass wir jetzt wissen, wissenschaftlich bewiesen, dass man das ja lernt und dass es sozusagen dann auch die zweite Person in der Partnerschaft, ob es so eine Partnerin ist oder ein Partner ist, dass die es genauso können. Außer man ist jetzt natürlich durch das Stillen, das ist ja immer das Thema, du stillst ja, deshalb kann man ja trotzdem Bindungsaufbau haben. Also wie habt ihr das für euch so? Weil ich glaube beim ersten Mal ist es ja immer so ein bisschen, da fällt man ja ins kalte Wasser. Ja, absolut. Und das Buch ist ja in mehreren Sphären eingeteilt. Eine davon ist eben Elternschaft. Und da fange ich halt wirklich auch damit an, dass man denkt, man lebt ein gleichberechtigtes Leben, eine gleichberechtigte Partnerschaft und dann kommen die Kinder. Und das war bei uns ja nicht anders. Also wir haben immer eine faire Beziehung und auch im Haushalt haben wir immer alles aufgeteilt. Aber dann sind wir in dieses klassische Rollenmuster einfach hineingeworfen worden aus strukturellen Gründen. Ich habe viel weniger verdient als er. Ich habe damals gedacht, ich muss daheim bleiben mit dem Kind. Das ist meine Aufgabe oder keine Ahnung, ich stille ja. Hatte auch, wie gesagt, einen Kaiserschnitt, der relativ traumatisch war. Das heißt, auch körperlich ging es mir lange nicht so gut. Und diese Zeit eben alleine war sehr bedrückend. Vor allem, weil ich es nicht so ausformulieren konnte. Als meine Tochter dann so neun Monate alt war, sind wir dann nach Deutschland gezogen. Und da war mein Mann irgendwie zwischen den Jobs so vier Monate daheim. Und da haben wir sehr viel geredet und hatten auch die Zeit zu reden und beide eben Elternschaft zu leben. Und in dieser, da ist man natürlich super privilegiert, ist mir schon klar, aber in dieser Zeit haben wir dann eben auch beschlossen, wenn wir noch ein Kind haben, dann machen wir das halt gemeinsam. Weil er ja gemerkt hat, mir geht es nicht gut. Und ich finde, wenn ein Partner merkt, dass es der Partnerin nicht gut geht in dieser Elternschaftsrolle oder eben mit diesem Mental Load, mit den ganzen Erwartungen, dann ist es auch seine Aufgabe als Person, die dich liebt. Einfach da rauszuholen und einfach seinen Teil zu übernehmen. Und das ist dann natürlich nicht von einem Tag auf den anderen hat es funktioniert, sondern es war eben schrittweise. Und als dann mein zweites Kind auf die Welt gekommen ist, war eben mein Mann ein Jahr daheim und war ein Jahr lang einfach, ja, hat gelernt von Anfang an, was alles anfällt. Und ich glaube, das ist auch so ein Stichwort, diese erlernte Elternschaft, die mir unfassbar wichtig ist. Weil ich finde auch, Mütter müssen Eltern werden lernen oder Mutter werden lernen. Ich finde, es ist einfach so. Sonst würde es auch keine Ratgeber geben für Elternschaft. Naja, und man lernt ja auch nie aus. Man lernt nie aus, ja. Es ist ja alles neu. Und beim zweiten Kind ist es schon leichter. Das merkt man ja dann auch. Und da in dieser Zeit vom zweiten Kind… Aber es ist wieder eine neue Herausforderung. Absolut, ja. Also ich meine, eigentlich kann man, wenn man sich gut vorbereitet sozusagen und diesen Podcast hört und deine Bücher liest, dann kann man sich beim ersten Mal, dann muss man sich nur um ein Kind kümmern. Ich finde immer, die Herausforderung ist ja schon beim zweiten Kind auch. Da kann sich ja Partner oder Partnerin nicht nur einschließlich um die Mutter und das neue Babykur, man hat ja noch ein Toddler oder ein älteres Kind. Das finde ich ja schon auch nochmal, das ist ja auch nochmal mehr. Ja, aber gerade dann war jetzt eine krasse Erleichterung oder sind wir halt da wirklich gut hineingewachsen, einfach weil ich hatte eben diese Zeit mit dem ersten Kind super intens, er dann mit dem zweiten. Aber ich wusste ja, worauf es ankommt oder was man einpacken muss in die Wickeltasche, jetzt ganz banal. Und er konnte das eben schrittweise dann lernen. Und dann wurde es irgendwie fairer. Alles wurde fairer durch diese Zeit, die wir mit dem Kind oder mit den Kindern dann verbracht haben. Habt ihr ein Jahr gemeinsam mit den Kindern verbracht? Ich bin selbstständig. Das heißt, ich war viel daheim. Und hast trotzdem weiter geschrieben. Ich habe viel gearbeitet in dem Jahr, aber halt von zu Hause aus und der hat sich halt um die Kidos gekümmert und es war trotzdem, es war eine gute Zeit, ja, aber er hat halt dann schon gemerkt, dass sie es nicht nur daheim bleiben, was sich glaube ich auch voll viele Väter denken, wenn sie arbeiten gehen. Ja, also ich glaube, jeder, der den Job einmal gemacht hat, wird, also ich finde, Arbeiten durchaus entspannter. Absolut. Ja, also vor allem, wenn man seine Sachen in Ruhe machen kann, ist es ja nicht so, dass man zu Hause hat. Aber ich würde da gerne nochmal reingehen, weil ich finde das wirklich immer so wichtig. Habt ihr viel, also ich meine, das ist ja gerade das Thema Nummer eins. Wir haben die Strukturen nicht. In Deutschland haben wir gerade wieder den Rückschritt mit dem Elterngeld. Dadurch werden Frauen wieder in diese alte Rolle gestellt, der Hausfrau und Mutter, die sich um das kümmert, weil oft ist es so, dass der Partner, wenn wir jetzt mal davon abgeben, dass es oft der Partner ist, nicht mehr verdient. Und wir haben jetzt sozusagen die Streichung des Elterngelds bei einem gewissen gemeinsamen Einkommen. Natürlich ist es privilegiert, aber trotzdem ist es ja so, wenn es gemeinsam veranlagt ist, dass sie schnell über dem rüber sind. Und die Frauen sind dann wieder die Leidtragenden, weil ihr Geld fällt weg. Also es gibt kein Elterngeld. Und somit haben wir jetzt, merke ich auch gerade wieder ganz stark, diese Rolle, Frauen sind zu Hause. kümmert man sich um Kinder und Haushalt und. Mann geht arbeiten, weil wir einfach wieder in diese Strukturen. Habt ihr für euch bewusst, also ich meine, wenn dein Mann ein Jahr Elternzeit genommen hat, dann habt ihr ja auch auf viel Geld verzichtet. Also das habt ihr so für euch, weil das ist ja. Ja, wir haben auf sehr viel Geld verzichtet. Das war uns aber klar. Und wir haben einfach Prioritäten anders gesetzt und hatten ein bisschen was Angespartes auch, muss ich sagen. Und deshalb ging es. Wir haben da nicht in Saus und Braus gelebt, aber wir haben es uns einfach so eingerichtet, dass es passt. Ich glaube, da ist natürlich... Aber das mal zu sagen, also das finde ich ganz wichtig, dass du sagst, ihr habt bewusst wirklich in diesem Jahr des Elternlern, also wo ihr den Prozess gemeinsam gegangen seid, auf deutlich mehr Geld verzichtet. Aber ich glaube, das ist einer der größten Punkte, die wir haben, dass einfach... Ist ja auch schwierig. Es ist mega schwierig, vor allem, du musst dir mal vorstellen, wenn du gerade ein Haus gekauft hast und den Kredit abzahlen musst oder eine Wohnung gekauft hast, keine Ahnung, oder weiß ich nicht, generell Schulden hast, I don't know, du kannst ja nicht auf das Geld verzichten. Das heißt, es ist schon eine privilegierte Position. Das ist mir schon klar. Aber ich finde, wenn es irgendwie möglich ist und dann verdient man halt für, auch wenn es nur ein halbes Jahr ist, ein bisschen weniger, dann… Ja, finde ich gut, dass du es so deutlich sagst. Aber das ist, glaube ich, auch oft die Herausforderung, die wir haben in unserer Gesellschaft, wenn wir etwas verändern wollen und wenn wir genau unsere Kinder auch was anderes vorleben wollen und sagen, das ist nicht, das ist jetzt weiblich und das sind die weiblichen Aufgaben, das sind die männlichen Aufgaben. Also ich meine, du hast gerade noch gesprochen, dass du in einer rosa-hell-blauen Welt, im ersten Kind, aber dass halt auch diese Strukturen, die wir haben, einfach es oft auch nicht anders zulassen. Absolut. Und mich ärgert das dann immer, weil natürlich ist das, Kommt es immer vor wie ein individuelles Versagen, wenn es jemand nicht schafft, in eine Elternzeit zu gehen und so weiter. Aber ist es halt auch irgendwo nicht. Es ist oft eine individuelle Entscheidung dagegen, aber trotzdem leben wir eben in einer Welt, in der einfach der Gender-Pay-Gap 18 Prozent ist in Deutschland. Ich glaube, in Österreich sind es 17,9, also auch nicht so weit entfernt. In der Frauen in der Allzeitarbeit, in der Frauen 70 Prozent der Care-Arbeit übernehmen. Das sind alles diese strukturellen Rahmenbedingungen, können wir nicht ausklammern von unserem Familienalltag. Und das macht auch eben diese gleichberechtigte Elternschaft so schwer. Ja, aber da kommen wir dann auch wieder zu dem Punkt, wo wir heute auch eingestiegen sind, zum Mom-Shaming. Leben wir gleichberechtigt? Und du hattest jetzt das Glück, dass du einen Beruf hast, den man auch zu, also ich meine, ich finde, ich muss auch ganz ehrlich sagen, schreiben braucht man ja auch. Du schreibst Bücher, du schreibst Texte, du bist Kolumbist. Das heißt, schreiben geht ja auch nicht einfach, ich setze mich jetzt in einen anderen Raum und nebenbei, also da muss man ja auch, ich glaube, wenn man es professionell macht, so wie du, dann fällt es einem schon leichter, wenn man Journalistin ist. Aber trotzdem finde ich, muss man ja da auch seinen Raum für haben. Und man sagt so Homeoffice ist ja auch nicht so, dass man da gleich dann sozusagen loslegen kann. Aber entscheiden sich zum Beispiel Frauen bewusst, ich gehe jetzt in den Beruf und da kommen wir wieder zu meinem Schellen, haben wir ja oft, werden sie kritisiert, dass sie ihr Kind alleine lassen und da wird ganz schnell mit einem schlechten Gewissen gespielt und das kommt oft von Frauen. Das kommt sehr oft von Frauen, das kommt wirklich oft von Frauen, aber das war für mich auch so krass, wie gesagt, als meine Tochter ein Jahr alt war, sind wir nach Deutschland gezogen und das ist was sehr Deutsches, muss ich sagen, das gibt es in Österreich nicht in der Form. Näh? Näh. Weil es einfach normal ist, dass die Frauen arbeiten? Ja, es ist einfach viel normaler. Das ganze Kita-Netz ist einfach viel anders ausgepackt. Vor allem in Wien jetzt in der Großstadt. Ab eins ist gratis Kinderbetreuung. Und zwar öffentlich gratis Kinderbetreuung. Und in München... Und es ist eine gute Kinderbetreuung? Eine sehr gute Kinderbetreuung. Weil das ist natürlich auch die nächste Frage. In Deutschland ist das dann eben auch ein Issue. Das ist mir dann auch klar geworden. Das ist etwas ganz anderes. Und ich war dann in Bayern, wo… Da musst du reich sein, um Kinderbetreuer zu haben. Erstens musst du reich sein, zweitens am besten bleibst du daheim, bis die Kinder eingeschüttet werden. Und dann erst recht, weil es gibt ja keine Nachmittagsbetreuer. Ja, das war für mich echt so ein bisschen krass zu sehen, wie da Frauen urteilen über eine so krass persönliche Entscheidung. Also es ist eine persönliche Entscheidung. Und wieso ist immer die Mutter die Schuldige, wenn ein Kind in die Kita geht, wenn auch ein Vater im Bild ist? Das macht für mich einfach keinen Sinn. Aber es ist halt dieser Ziespalt. Also du sagst, in Österreich habt ihr eine gute Betreuung. Weil das Problem ist, wir lesen ja alle ziemlich viel. Wir informieren uns, wir haben Social Media, wir sehen dann kurze Wheels, die sagen, ja, also Kinder ab eins. Ich hatte auch eine ganz tolle Pädagogin hier, mit der ich über frühkindliche Entwicklung gesprochen habe. Und so wie wir zum Beispiel in Deutschland Krippenplätze haben, das ist natürlich nicht ideal für die Kinder. Also das heißt, man steht dann immer an diesen so, Aber auch nicht jeder kann sich eine Fulltime- Begleitung zu Hause finanzieren. Also das ist ja wirklich selten. Also deshalb, man ist halt von Anfang an, also man muss Entscheidungen schon nach Schwangerschaft treffen, die finde ich auch immer sehr schwer sind, wo von allen Seiten kommt, wie mache ich es jetzt, wie kriege ich mein Kind zu Hause, im Burtshaus, im Krankenhaus, PDA, nee, PDA. Also weißt du, man hat ja von vornherein wird man ja total in den Schubladen gesteckt. Und dann kommt das Baby und man hat vielleicht einen Beruf, wo man auch, es gibt ja auch Frauen, die einfach sagen, nee, ich brauche das jetzt für mich, ist ja auch vollkommen legitim. Aber einige sind ja auch so, sind gerade mitten in ihrer Blüte ihrer, also da kommen es ja auch ganz oft, ich habe das schon so oft gehabt, Schauspielerin betreut und dann sind sie schwanger und dann kommt das krasseste Angebot. Vier Wochen nach der Geburt. Ja, ciao. Also ich bin dann schon immer so, dass ich gucke, also mir ist das Wochenbett, wie du weißt, sehr wichtig, aber dass ich schon Frauen immer darin auch unterstütze, dass sie halt, wenn das jetzt die krasseste Rolle ist, wie können wir es hinkriegen? Wie können wir stillen und diese Rolle verbinden? Weil ich finde halt nichts wichtiger, als dass man auch diese ganzen, das unterstützt einfach, dass man weiterhin Ziele hat und dass man Mutter sein kann und beruflich erfolgreich sein kann. Natürlich muss man immer Abstriche machen. Man muss ein Gleichgewicht finden. Aber ich finde halt immer, da müssen wir uns doch... Gucken, wie wir halt einfach uns unterstützen, dass das umsetzbar ist. Aber das ist ganz lustig, weil ich gerade gestern darüber geredet habe, dass man oft im Wochenbett, wenn so ein Angebot kommt, dann ist das ja eine krasse Seltenheit. Das sind so Once-in-a-Lifetime-Opportunities. Natürlich nimmt man die an. Und da muss man halt dann auch, aber natürlich ist das Wochenbett krass wichtig und das ist wichtig, dass man danach einfach auf sich schaut und so weiter. Und ich habe wirklich gerade gestern darüber geredet, weil ich mir echt gedacht habe, das sind so Ausnahmesituationen und da kann man es einer Frau einfach nicht verübeln und soll es auch nicht verübeln, weil wenn jemand ihr ganzes Leben darauf hingearbeitet hat und dann kommt eben, wie du sagst, die Rolle ihres Lebens. Was würden wir tun in der Situation? Würden wir auf alles verzichten? Aber ich glaube, es ist halt viel schneller, also viel leichter dann gesagt, hey, was tust du deinem Baby an oder keine Ahnung und diese Schuldgefühle dann zu wecken, als sich einfach ganz kurz die Zeit zu nehmen und empathisch sein und zu denken, hey, boah, ja, hätte ich wahrscheinlich auch nicht abgesagt. Ich glaube einfach, da ist es auch immer wichtig zu sehen, dass eine Mutter, die happy ist, auch eine viel bessere Mutter ist. Ich glaube nicht, dass wir das immer alles so gleichstellen können, nur wer zu Hause ist und sich aufopfernd. Also ich finde es einen krassen Job. Ich meine, ich habe auch immer, ich habe vier Kinder, ich habe immer gearbeitet. Ich ziehe den Hut davor, wenn man jetzt ganz sagt, man macht nur Care-Arbeit, weil es so ein krasser Job ist. Das habe ich lieber als auch meine Arbeit, weil es auch meine Auszeit von der Care-Arbeit und von der Sache ist. Aber, dass man halt einfach, Dieses, ich glaube nicht, dass die eine oder die andere Mutter schlechter ist. Aber da kommen wir wieder dazu, dass wir sind ja Individuen. Wir können ja nicht alle das Gleiche wollen. Wir können nicht alle, eben dieses Haus oder dieses Häusliche haben wir halt nicht alle in uns drin. Aber es wird uns halt so, ja, es wird von uns Müttern erwartet, dass wir häuslich sind und dass wir kochen können. Ich meine, niemand wird bei mir eingeladen werden. Aber genau das ist ja nur, weil wir diese Vorstellung haben von einer Mutter, die eben gut kochen kann und keine Ahnung und auf kleine Wunden pustet. Nicht jede Frau ist gleich, nicht jeder Mann ist gleich und dass man das überhaupt so sagen muss. Das kulminiert halt immer in dieser Mutterrolle, weil dieses Mutterbild so idealisiert ist. Weißt du? Ja, total. Aber ich würde mir halt wünschen, und das wäre meine Wunschvorstellung, dass wir die Möglichkeiten für Mütter für gleich hätten. Also, dass man dieses Angebot, also wir sind alle individuell, brauchen auch ein individuelles Angebot, aber was, glaube ich, gerade so oft so unfair ist, dass, glaube ich, einfach, oder fühle sich nicht gesehen wird und dann kommt auch dieses Momshaming hoch, dass nicht alle die Möglichkeiten haben, Sich da auch so weiterzuentwickeln und dass wir halt einfach nicht diese Gegebenheiten haben, wie kann man Kinder gut auch betreuen lassen, ohne dass ich mich jetzt schlecht fühle. Also das ist einfach, glaube ich, so da diesen Weg zu finden, dass es auch für mehr Frauen zugänglich ist. Sehe ich, dass sie selbstständig sind, dass sie auf eigenen Beinen stehen. Weil ich glaube, wenn man einmal, es gibt ja so viele Berufe, da geht das ja gar nicht, wo man einfach nicht frei entscheiden kann, sondern da musst du pünktlich da sein und da hast du eine bestimmte Uhrzeit, da kannst du nicht irgendwie drei Stunden kommen. Also das ist, glaube ich, einfach auch ein großes Problem. Also wir brauchen mehr Strukturen für Gleichberechtigung. Ja, eben. Aber weil es eben, es braucht richtige strukturelle Rahmenbedingungen, damit einfach auch eine Entscheidungsfreiheit auf individueller Ebene da ist. Ja, also ich frage mich dann manchmal mal so, ist es immer so toll, mit Menschen wie dir zu reden? Wie kriegen wir das hin? Wie kriegen wir auch eine stärkere, also dass wir zum Beispiel, dass wir in Social Media, da bewegen wir beide uns ja sehr viel, wie können wir Menschen auch ein bisschen, Ich habe diese Woche auch wieder so Nachrichten gekriegt, da ging es um politische Themen. Und es wird mir dann immer, also wenn du eine bestimmte Reichweite hast, dann wird dir ja immer sofort sogar, du musst dich für dies und dieses Thema einsetzen. Und es wird dann, manchmal kriege ich dann so Nachrichten und dann triggert mich das natürlich auch, weil…, Die Person, die mir das schreibt, sieht ja gar nicht, was ich vielleicht in anderen Themen, die ich vielleicht hier nicht öffentlich, also mein Account, es geht um Familie, um Hebammen-Themen, um Frauen, also so. Also aber politisch fühle ich mich oft, habe ich natürlich eine Meinung, die ich auch für mich im privaten kundtue, die ich meinen Kindern kundtue, die ich mit meinen Freunden bespreche. Aber es sind einfach gewisse Sachen so, da fühle ich mich auch nicht sicher, dass ich so viel Wissen habe, dass ich das gut aufklären kann, wie ich es zum Beispiel als Hebamme tun kann, weil es mein Thema ist. Und das triggert mich natürlich dann total, wenn mir jemand schreibt, ich würde mich nicht einsetzen. Ja. Story of my life. Ja, genau. Ich würde mich nicht einsetzen für die politische Situation, die gerade herrscht und ich würde zugucken. Und dann habe ich einfach ganz nett geantwortet und habe gesagt, so das und das und das, was ich darüber denke und kam total nette Antwort zurück. So habe ich das gar nicht gesehen. Und dann denke ich halt so, das hat mich erstmal total, ich habe dann eine Nacht drüber geschlafen, habe mit einer Frau, die ich gerade betreue, die Menschenrechtsaktivistin ist, gesagt, hey, du, ich kriege diese Antwort und die hat mir, ich musste erstmal ins Gespräch und habe dann wirklich so total freundlich geantwortet und dann kam so viel Nettes zurück, aber erstmal wäre ich so, war ich so gekränkt, aufgewühlt und so und das sind ja genau die Themen, die wir auch als Mütter, haben, dass mir jemand, wenn sich eine Frau zum Beispiel für eine geplante Bauchgeburt entscheidet, ne. Und das wird sofort verurteilt. Auch ich als Hebamme, dass ich das betreue. Oder dass ich halt, ich habe mich gefragt, betreust du denn sowas? Du bist ja, ich meine, du hast Haus, ich sehe, aber das ist ja nicht mein Thema, also mein Thema, wie ich geboren habe. Es wäre ja total unprofessionell, wenn ich als Hebamme sozusagen Frauen, die sich gegen meine, was ich so vor Vorstellungen habe, nicht betreuen würde. Also deshalb, wie schaffen wir das einfach. Respektvoller da miteinander umzugehen? Weil ich finde das so schwierig, weil ich ja selber auch immer merke, wie es mich trifft. Ja, ja, natürlich trifft es dich. Aber ich glaube, das ist eben so eine Sache, vor allem bei Menschen, die ein bisschen auf Social Media aktiv sind oder so, dass man eben denkt, du hast die Reichweite, du musst das jetzt machen, du musst das so tun. Weil ich würde es an der einen Stelle machen. Oder jetzt ist ja beim Kaiserschnitt und bei einer Bauchgeburt genau dasselbe. Ich würde das ja niemals machen. Und ich glaube, das ist so der Punkt. Wir sind verschieden, apparently. Und wir müssen ja nicht dasselbe machen. Das ist ja das Schöne daran. Wir haben ja die Wahl zu entscheiden, was wir machen wollen, ob wir einen Kaiserschnitt haben wollen oder eben eine Hausgeburt. Ob wir auch uns in der Lage sehen, uns über politische Themen zu äußern oder nicht. Das ist halt eine individuelle Entscheidung. Ja, aber wie kriegen wir mehr diese Solidarität unter Müttern halt hin, dass wir uns einfach eher stärken anstatt... Oft so schwächen? Ich glaube, wir müssen anfangen, Andersartigkeit zu akzeptieren. Und ich meine, mit Andersartigkeit nicht, das ist einfach eine normale, also Andersartigkeit ist normal. Also das als normal zu betrachten, dass nur so, weil ich es so mache, ist es nicht richtig. Und ich glaube, das ist zuerst mal auch bei sich selbst anfangen, ist halt immer schwerer. Weil sonst würde es auch kein Marmbashing geben, also wenn man bei sich selbst anfangen würde. Und da braucht es einfach eine sehr große Portion Empathie wahrscheinlich und einfach Reflexion. Wie hast du das so, wenn du jetzt so Freundschaften hast und du bist total, also weil Erziehungsthemen sind ja total, also ich meine, da muss man sich auch in Freundschaften, finde ich, also so wie, ich meine, Gesundheitsthemen sind ja auch, die uns sehr gespalten haben, als wir die Corona-Pandemie hatten, war ja auch, also da sind ja wirklich Freundschaften sagen, wie handhabst du das so in so, wenn du jetzt zum Beispiel nur wirklich richtig gute Freundin hast und du bedenkst so, oh, die ist total auf dem Holzweg. Wie handhabst du das? Gar nicht, das ist ja nicht mein Kind. Aber wenn sie dich fragt, würdest du antworten? Ja, dann würde ich schon antworten. Aber das ist, aber nur wenn sie mich fragt. Ja, ich gebe keine ungefragten Ratschläge. Das ist nicht mein, das ist nicht das, wofür ich einstehe, weil jeder sollte das so machen, wie sie will. Und ich habe Freundinnen, die anders erziehen als ich. Aber das ist ja genau das Ding. Die sind halt auch anders als ich. Und ich glaube, wir müssen das ja nicht, also gibt mir die Garantie, dass ich das richtig mache. Weißt du? Ja, also ich glaube, das ist ein großer Punkt, den du gerade angesprochen hast, ist das anders sein. Und das müssen wir eigentlich schon mit unseren Kindern anfangen. Ja, ja. Ich meine, ich habe drei Kinder, die sind alle drei, als wären sie irgendwo handgepflückt worden, irgendwo anders, weil sie einfach so unterschiedlich sind. Das geht bei mir. Die sind drei verschiedene, wirklich verschiedene Menschen. Optisch und auch charakterlich. Ich meine, selbst bei derselben Erziehung reagieren die anders. Ja, das ist Wahnsinn, oder? Ja. Also wenn sie fast alle so die gleichen Bedingungen hatten. Genau. Und wenn wir uns das vor Augen führen, aber dann erwarten, dass alle Menschen irgendwie gleich sind, es macht überhaupt keinen Sinn. Du hast ein Mädchen zur Jungs? Genau. Wie machst du das mit den Jungs? Gleich wie mit dem Mädchen. Ja, du hast ja auch mal, was ich immer sehr toll fand, du hast ja sehr viel auch darüber berichtet und geschrieben und dass wir ja auch so eine, ja dieses, dass wir ja schon ganz früh Mädchen sozusagen in diese Schublade, was Kleidung anhat, das war ja auch so ein großes Thema bei dir, fand ich super spannend und hat mich auch sehr erschrocken, weil auch wie Mädchenhosen geschnitten sind und Jungshosen und so weiter, dass wir einfach da ja schon anfangen. Das ist richtig wild. Vor allem, wenn man es einmal gesehen hat, man kann es nie wieder nicht sehen. Also auch die, was mich halt ganz, also abgesehen jetzt von den Hotbands, die jetzt kurz sind oder viel kürzer geschnitten sind und aus viel dünnerem Stoff bei den Mädchen und viel enger geschnitten sind, obwohl wir wissen, dass statistisch sind Kinder bis zur Pubertät gleich und Kleidergrößen werden in Zentimeter gemessen. Was mich schockiert, sind die Abbildungen auf den Bilder, also die Bilder auf den T-Shirts von Jungs und Mädchen. Das sind bei Mädchen meistens Beutetiere, die nach unten schauen und sehr devot ausschauen. Und bei Jungs Kleidung... Du hast dich da richtig mitbefasst, ne? Jaja, ich habe mich richtig damit befasst. Und bei Jungs Kleidung sind es meistens Raubtiere, die halt so richtig aktiv sind. Ja, stark. Das Kaninchen, das nach unten blickt und dann hast du den Löwen. Und diese Botschaften, die da mitgegeben werden, das finde ich wow, ja? Ja, das ist auf jeden Fall, ich fühle mich bei solchen Sachen immer gar nicht so angesprochen, weil ich wirklich, also ich bin da wahrscheinlich auch ein bisschen, da habe ich vielleicht auch meinen, weil ich gar nicht so diese Aufdrucke, bei uns gibt es eher so neutrale Kleine. Ja, ja, bei mir auch, aber wenn man das mal sieht. Ja, wenn man, also ich bin auch nie in solche, ich finde es schon schlimm, wenn, mich triggert das schon total, wenn ich in Kleidungsgeschäfte gehe und es ist immer so unterteilt, also ich habe ja selber auch ein Bekleidungs Geschäftsgeschäften hier in Berlin für Ärztlingsausstattung. Und wir haben nie einen Unterschied gemacht, das ist jetzt Jungs und das sind Mädchen, sondern wir haben halt einfach Farben, die wir schön finden. Und es ist ja wirklich einfach immer noch so ein großes Thema. Und wenn du erstmal in diese Beratung gehst, also wenn ich dann so Großeltern auch hatte und es ist so krass, es ist ja wirklich einfach Farben immer noch so ein Thema. Aber ich finde es auch bei Instagram immer so krass, diese Gender. Und ich meine, wenn man sich das ein bisschen runterrechnet oder seziert, dann feiert man einfach die Genitalien, mit denen dein Baby geboren wird. Ich meine, wie wild ist dieser Gedanke, bitte. Das ist total. Aber das kommt dann auch eben mit dieser ganzen Schachtel an Erwartungen. Wenn es ein blauer Rauch aufgeht bei einer Gender-Reveal-Party, dann wird es wild. Dann gibt es, keine Ahnung, Dino-Kuchen beim ersten Geburtstag. Wenn es ein Mädchen wird, dann gibt es ganz andere Erwartungen. Es gibt Puppen und hin und her und man bereitet sie dann eh schon auf diese ganze Mutterrolle vor mit den ganzen… Ja, es sollte halt einfach ein gleiches Angebot sein, aber ich habe es auch da gefühlt, da kommen wir dann wieder zurück zu unserem Mom-Shamming. Es ist auch super viele Mütter dann angegriffen gefühlt. Ja, klar. Also die dann gerade irgendwie nach drei Jungs, es gibt so einen großen Account, drei Jungs und letztes Mädchen und das wird ja einfach gefeiert wie, also ich würde mir auch als Junge total… Ja, ja. Also klar, das ist vielleicht jetzt nochmal eine ganz neue Erfahrung, aber es ist so, dass das so oft die Geschlechter so. Ja, total. Und ich finde vor allem, dass Jungs einfach nicht so beliebt sind bei diesen ganzen Gender-Reveal-Dings, was mich halt auch immer ein bisschen trifft, also persönlich trifft, weil ich mir denke, man hat die Chance, einfach richtig gute Männer in die Welt zu setzen. Und richtig gute Jungs großzuziehen, das ist doch wunderschön. Es muss nicht eine Tochter sein immer. Aber ja. Ja, ich glaube bei dieser ganze Liebliche. Genau. Aber das ist eine Assoziation in Wahrheit. Aber da fängt es ja an. Ja, eben. Ich meine ja, es fängt schon vor deiner Geburt an, in welche Schublade du gesteckt wirst. Und wir wollen ja starke, gleichberechtigte Mädels zu den Jungs. Ja, ja. Ja, das ist auf jeden Fall hart. Aber ich bin mal gespannt, was die Leute hier dazu sagen, weil das ist ja wirklich auch so ein Thema, wo man wirklich, also da kann man ja, aber du hast ja mehr Erfahrung. Ich habe mehr Erfahrung, aber ich finde es dann immer so spannend, weil wenn man über so Sachen spricht, dann kommt immer oft das Lager, aber mein Junge ist so. Mein Junge ist halt so wild und hin und her. Aber wenn man dann eben zurückdenkt, was weiß ich nicht, hat es eben schon beim ersten Geburtstag irgendwelche Traktoren gekriegt und hin und her hat er mit Puppen jemals gespielt. Natürlich fordert er das. Aber du hast ja auch mehr zu recherchiert. Ich habe super viel. Das ist auch im Buch teilweise drin. Das ist dann beim Thema Erziehung drinnen. Es ist... Ja, es ist ein richtig, richtig krasses Thema, wenn man da ein bisschen die Lupe draufhält. Und was sagt, also du hast ja wahrscheinlich viele neurologische Studien gelesen, was sagt die Wissenschaft zu den Kindern oder wie meinst du? Ja, also es ist ja auch so, dass man zum Beispiel, man ja auch sieht, dass wenn man ja zum Beispiel Schulkinder hat, also es geht ja gerade auch so um Physik und Mathe und so, dass man da ja auch Mädchen, also eher in Deutsch und Englisch und die Jungs gehen, dass man, wenn man sie, dass man sieht, wenn sie gleich gefördert sind, dass es eben gar nicht so ist, dass Mädchen sozusagen sich nur für die. Total. Es gibt eine krasse Studie, die war eigentlich aus den 70er Jahren. Dann hat sie, glaube ich, BBC vor ein paar Jahren nochmal neu gemacht für eine Doku, wo man Erwachsenen mit einem Baby in einen Raum gesteckt hat und dann gesagt hat, das ist ein Mädchen oder das ist ein Junge. Und je nachdem, ob es ein Mädchen oder ein Junge war, haben die Erwachsenen den Kindern andere Spielzeuge gebracht. Den Mädchen haben sie eben die Puppe gebracht oder das Plüschtier. Bei den Babys, ja neun Monate, haben sie dann so Autos und Bauklötze hingebracht. Und das ist für mich auch eben dieser Beginn an Erwartungen. Ja, das ist ein Junge, der muss Autos mögen, der kennt sich schon mit neun Monaten aus mit Bauklötzen. Und ein Mädchen ist dann eben gleich diese liebliche, süße Kümmerin, die sich halt um die Plüschtiere und Puppen kümmert. Und ja, das fängt von vorne an und das ist einfach wissenschaftlich erwiesen, dass es nicht das Kind ist, sondern einfach diese Sozialisation, dieses Umfeld. Ja, das Mädchen auch immer einfach dieses Liebe und Glückheiten, dann sind sie gut und so. Also so. Und dann haben wir Frauen, die sich dafür schämen, wenn sie den Erwartungen der Mutterrolle nicht entsprechen. Ja, was können wir tun, damit wir sozusagen uns Mütter einfach auch einfach besser vernetzen? Dass wir einfach gucken, also ich meine, man sieht es ja ganz klar. Ich glaube, wenn man mehr im Gespräch ist, also wenn wir mehr im Gespräch sind, dann kommen ja gar nicht so dieses, wenn wir auf unser Thema nochmal zurückkommen wollen, dass wir sozusagen unsere Töchter, die wir haben, wie können wir die einfach stärken? Was denkst du, was wir für Netzwerke schaffen müssen, um halt da wieder mehr Zusammenhalt zu kriegen und nicht so dieses Anderssein, was du so schön beschrieben hast, einfach besser zu akzeptieren? Ich glaube, dass wir aufhören müssen zu filtern im Sinne von, wir glauben, dass wir alles schön reden müssen oder dass es unser persönliches Versagen ist und wir sagen, nee, also das war jetzt letzte Woche mit den Kindern richtig anstrengend, keine Ahnung, es hat mir einfach nicht gefallen oder ich war scheiße zu den Kindern, keine Ahnung. Wenn wir ehrlich nicht nur zu uns, also einerseits zu uns selbst, aber auch zu anderen Frauen sind, da fällt einfach eine Barriere runter und ich glaube. Dass das schön ist. Dass sie die Fassade nicht mehr so halten. Weil wir leben, also ich glaube, die Generationen vor uns waren sehr darauf bedacht, was andere Leute von einem denken hin und her und das haben wir ja auch ein bisschen in uns. Ja, natürlich. Genau. Und wenn wir da aber ein bisschen eben runterlassen und ein bisschen Leute reinlassen, vielleicht auch in dem ersten Moment, in dem wir uns ein bisschen bloßstellen. Ich glaube, das schafft dann schon Banden, weil wir dann merken, okay, wir haben eigentlich alles sehr ähnliche Erfahrungen, obwohl wir anders damit umgehen dann, ja? Ja. Aber das bedeutet aber auch, dass wir wieder mehr Kontakt brauchen. Ich glaube, dieser Kontakt entsteht ja nicht, indem wir mehr in diese Digitalisierung, also das ist ja einfach, sich wirklich auch verletzlich zu zeigen und zu zeigen, ich bin hier nicht allein, weil ich glaube, gerade dieses erste Mal Mutter werden und dann nicht dieses Pastellfarbene, was du hast, dieses so, gerade Wochenbett ist ja einfach so krass. Das ist ja auch immer so, da werden ja immer alle auf den Boden der Tatsachen geholt, weil man einfach vorher denkt, ach, ich liege da ein bisschen schön im Bett mit dem Baby und alles funktioniert. Und diese Erschöpfung und dieses so Blutschweißtränen. Genau, einfach alles. Also nicht nur körperlich, sondern auch ganz emotional. Also wo man so denkt, da braucht man aber auch jemanden oder so dieses sich zu öffnen, das bedeutet ja auch in Kontakt gehen. Also ich würde mir eigentlich schon auch wünschen, dass es wieder mehr so ein bisschen in diese Räume für, ich habe hier eine liebe Freundin, Annika Brix, die hat auch, hat es gestartet vor ein paar Wochen, die hat einfach immer so ein, die macht jetzt immer so Treffen unter Müttern. Also so Räume zu schaffen, aber echte Räume. Also einfach so freie Stunde und Aussprache und so. Also Räume schaffen ist, glaube ich, finde ich für mich heute dieses Ding, dass ich glaube, das würde helfen. Räume schaffen, in denen man auch wirklich anders Mutter sein kann und jede Art von Mutterschaft akzeptiert wird. Und es ist okay. Und begleitet wird. Ja. Nicht verurteilt wird. Und es muss auch gar nicht so, viele denken jetzt vielleicht, man muss irgendwie sowas fancy, es geht gar nicht um fancy, sondern einfach nur, es muss warm sein, man darf nicht frieren in den Raum. Aber nicht nur körperlich nicht frieren, sondern auch, ich glaube, es muss innerlich warm sein, es muss dir ein gutes Gefühl geben. Und es darf, glaube ich, auch nicht zu groß sein. Weil ich glaube, kleine Gruppen sind schon einfach, wo man sich einfach wirklich öffnen kann und so regelmäßig, eigentlich müsste man sowas, ich versuche das immer als Hebamme, wenn ich jetzt sehe, dass ich Betreuung habe und sage, dass die gut, wo ich denke, die würden matchen. Also, dass ich schon immer gucke, so, ah, also vorstelle. Bist du Matchmakerin. Ja, ja, weil ich finde dann das finde ich richtig schön. Weil dann können die zusammen spazieren gehen und sind nicht allein so geteilt. Haben die gleiche Situation. Gleiche Situation und können sich austauschen, das finde ich schon so. Und das ist das, was ich davon gesagt habe, dass Annika, also die aus Berlin hier, die liebe Annika Briggs, Reflecting Motherhood, hast du vielleicht schon mal gehört. hat. Das ist ein großer Account, völlig, also super tolle Texte schreibst du, und die immer wieder sagt, diese Räume und dieses Frau-Sein und das ist einfach, und die hat halt diesen Breakfast-Klappern, und einfach mit Kindern, das ist so wichtig, weil wo Kinder ausgeschlossen werden, werden auch Mütter ausgeschlossen. Ja, und das ist einfach so da, und sie sagt einfach, das ist einfach nur dieses Mitteilen, wie es einem gerade geht und wirklich einfach ähm, Sich nicht zu verstellen, zu sagen, das ist gerade nicht so geil. Ja, weil auch das gehört dazu. Ja, total. Und auch nachher mit älteren Kindern, dass man auch denen mal sagt, so aus mir einfach gerade, das ist gerade viel. Ja. Intens. Ich finde es auch gut, wenn Kinder, klar sollen die jetzt nicht die Rolle der Eltern übernehmen, aber ich finde es schon gut, dass sie auch mal merken, es ist okay, dass man auch mal schwach ist. Ja, total. Schwäche zu zeigen. Absolut. Das ist, glaube ich, auch eines der wichtigsten Dinge, die wir unseren Kindern mitgeben können, dass sie nicht immer stark sein müssen. Vielleicht ist es auch eine schöne Call to Action hier, dass sich vielleicht Menschen in unterschiedlichen, in Österreich oder in Deutschland auch ansprechen, einfach mal, das braucht ja gar nicht viel. Also wenn ihr den Raum habt, dann verbindet euch. Weil ich glaube, dieses Verbinden untereinander. Ja, ich glaube, das ist in jedem meiner Bücher am Ende, sage ich das. Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, ich habe nur reingelesen. Das Ende von deinem neuen Buch. Zum Spoilern. Ja, das ist einfach zusammen wütend zu sein. Zusammen wütend zu sein. Ja. Ja, und es ist auch immer wieder aus und ich glaube, das ist immer so dieses Thema, dieses zusammen wütend zu sein, das ist super. Ich hatte ja auch Natascha Zagorski neulich zu Gast, so dieses so, weil man ja immer denkt, man kann nichts verändern. Ja, ja. Oh. Das ist ja so ein großes Thema, was wir Frauen auch ganz oft haben. Ja, also ich kann jetzt nichts verändern, aber... Sie hat dann auch nochmal so ganz klar gesagt, doch, im Kleinen. Ich muss ja nicht gleich wieder. Und deshalb ist es gut, also dieses gemeinsam wütend sein und immer wieder darauf aufmerksam machen, weil nur wenn es Menschen gibt wie dich, die so tolle Sachen hier verschriftlichen und immer wieder auch auf deinem Account sozusagen zeigen, das gibt, dann verfestigt sich das. Ja, ich hoffe, dass irgendwann, dass wir alle gemeinsam... Ich glaube, unsere Kinder wird schon eine ziemlich coole Generation. Also die sind schon auch, wie die so, was ich immer so an unserem Küchentisch so, wie die so aufwachsen, wie ich immer denke, so krass. Und das in der Veränderungen, die wir bewirkt haben, weißt du, das ist einfach die nächste Generation. Ja, also ihr Lieben, vielen Dank fürs Zuhören und schafft Räume und seid echt. Und danke Eveline, dass du heute hier in Berlin, wir sind gegenüber, dass es gepasst hat, dass du hier sein konntest. Vielen, vielen Dank für die schöne Folge. Danke. Tschüss. Vielen Dank, dass ihr bis zum Ende zugehört habt. Ich finde, es war eine so wertvolle Folge. Ihr solltet unbedingt bei Evelyn vorbeischauen. Ich werde euch natürlich ihre drei wunderbaren Bücher alle verlinken, auch ihren Instagram. Auf Instagram findet ihr sie unter littlepaperplan. Ich finde eigentlich, eine Sache sollten wir uns heute rausnehmen aus der Folge. Räume schaffen, anders sein, zu akzeptieren und zu leben. und Miteinander sein, zuhören. Und ich glaube, wenn wir das schaffen, dann haben wir einfach ganz viel gewonnen und können einfach richtig, richtig was erreichen. Und ich freue mich, wenn ihr uns fünf Sterne für diese Folge gebt, wenn ihr sie vielleicht teilt mit anderen Müttern, mit anderen Eltern und wenn ihr nächste Woche wieder einschaltet. Ich freue mich auf euch. Ganz liebe Grüße. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.