Ihr Lieben, herzlich willkommen. Heute ist Donnerstag und es gibt eine neue Folge Soundsfamilie für euch. Heute habe ich eine Folge, die mich gerade selber sehr aktuell beschäftigt mit meinen Kindern. Und bin froh, dass ich da heute auch selber einige Fragen stellen kann, weil das Elternsein ist ja wirklich ein Auf und Ab und nicht immer gerade einfach. Und wir wollen ja immer alles richtig, richtig gut machen. Das ist ja auch das Problem. Und ich habe heute Claudia Schwarzmüller zu Gast. Sie nennt sich die Kinderdolmetscherin. Sie ist Diplom-Psychologin, arbeitet seit über 25 Jahren im Kinderbereich von Kinderpsychiatrie bis Kita. Hat ein ganz wundervolles Buch geschrieben, die Kinderdolmetscherin, was dein Kind fühlt, denkt und wie du damit umgehst. Und sie hat einen ganz tollen Podcast, da müsst ihr auf jeden Fall auch mal reinhören, die Kinderdolmetscherin. Und sie hilft Eltern dabei, kindliches Verhalten als Sprache zu verstehen und liebevoll zu begleiten, statt es nur zu kontrollieren oder zu korrigieren. Und sie ist selber Mutter von zwei erwachsenen Söhnen. Die haben ihr dann geraten, dass sie mal TikTok ausprobieren soll. Und da ist sie sehr, sehr erfolgreich geworden und hat auch einen ganz tollen Instagram-Account. Also wenn ihr Claudia noch nicht kennt, ich verlinke sie euch natürlich in meinen Shownotes. Wir sind leider nicht zusammen in Berlin, sondern wir nehmen heute Remote auf. Aber ich freue mich, dass sie da ist. Also herzlich willkommen, Claudia. Claudia, herzlich willkommen. So schön, dass du heute Zeit hast, mit mir zu sprechen. Ich habe eben schon, als ich dich vorgestellt gesagt habe, dass es auch aktuell ich einige Fragen als Mutter habe. Ich habe ja vier Kinder und du bist ja... Aber die sind doch schon größer, oder? Nee, nee, nee. Ich habe drei, also jetzt eine Tochter, die wird vier im Dezember, eine, die wird jetzt sieben im November, fast 13, fast 15. Also ich habe... Also du bist ja so spezialisiert, du sagst ja immer so auch deine Kurse so 0 bis 6, aber ich finde meine jetzt noch 6-Jährige, fast 7-Jährige, die fällt da noch mit rein. Das tut sie auf jeden Fall, das stimmt. Okay, alles klar. Und da hat mein Mann heute Morgen zu mir gesagt, als ich hier angefangen habe, das ist genau unser Thema heute. Ich habe Claudia zu Gast, die ja Kinderdolmetscherin ist und wir sind gerade momentan mit den beiden Kleinen echt so oft am Verzweifeln. Und ich habe gedacht, da hast du bestimmt nochmal ein bisschen einen kleinen Leitfaden für mich. Sehr gerne, kein Problem. Wie unterschiedlich auch Kinder sind, ne? Ja, Wahnsinn, oder? Bei vier Kindern kannst du richtig schön sehen, wie unterschiedlich die Persönlichkeiten sind, oder? Dass da Sachen klappen, die woanders gar nicht klappen. Jeder hat seine eigene Erziehung sozusagen, ne? Ja, und ich habe so aktuell das Gefühl, mein Mann sagt ganz oft zu mir, Also was haben wir denn da falsch gemacht bei den beiden Kleinen, weil wir das einfach überhaupt nicht gewöhnt sind. Die sind so intensiv in ihren Gefühlen und ich würde mal uns schon einschätzen, dass wir schon, glaube ich, ganz gut mit allen umgehen können. Aber ich aktuell, und ich glaube, das ist auch wieder so, das ist, glaube ich, dein Rat dann auch an mich so, wenn man selber halt gerade so im Job einfach auch so viele Projekte und einfach auch selber gestresst ist, dass es dann echt immer auch die Kinder einem das immer so widerspiegeln. Genau, das ist tatsächlich so. Aber auch das Schöne ist, dass es eben nicht so ist, finde ich, dass es eins zu eins so ist, weißt du? Das Kind bringt auch seine eigene Persönlichkeit mit und seine eigenen Themen und dann wird das so ein schönes Zusammenspiel. Und das kann man halt gucken, wie man das möglichst harmonisch gestaltet, sage ich mal, das Zusammenspiel. Aber findest du es nicht so in so Alltagsreaktionen, wenn man selber halt einfach sehr, sehr viel auf der Uhr hat, dann ist man ja natürlich nicht so ruhig und gelassen mit bestimmten Gefühlsausbrüchen und dann fällt es einem vielleicht schwerer und denkt so, es kann doch jetzt schon nicht wieder sein. Ich finde, man ist ja nicht jeden Tag perfekt und deshalb liebe ich auch deinen Account so, dass du eigentlich so das Gefühl gibst, wenn man das jetzt nicht so und so macht, dann haben die Kinder ein Trauma und dann geht gar nichts mehr, sondern du bist ja wirklich sehr am Alltag dran. Und genau diese Situation, finde ich, sind für uns Eltern ja immer so stressig, wenn man selber einfach gerade mal nicht so einen guten Tag hat. Und dann ist es ja so, dann haben Kinder ja trotzdem ihre Wutausbrüche und Gefühlsausbrüche und so weiter. Und da finde ich es immer, was ist denn da dein Rat, wie kann ich mich dann wieder auch vielleicht besser wieder... In meine Mitte kriegen, dass ich da einfach besser mit umgehen kann? Oder ist es auch einfach okay, dass ich auch mal nicht so perfekt reagiere? Also drei kleine Sachen dazu. Erstens, ja, klar, kannst du was machen. Da hat ja jeder so seine Methode. Einige finden das Überatmen ganz toll oder einfach nur die Füße auf dem Boden spüren. Hallo, bin ich eigentlich noch da? Man ist ja immer so außer sich. Das geht natürlich. Die meisten Leute sind aber im Supermarkt gerade nicht so Zen-Meister-mäßig unterwegs. Insofern wäre es total toll, wirklich dir zu sagen, es ist in Ordnung. Dein Kind will einen echten Menschen haben. Man kann sich danach entschuldigen, man kann lernen, wie Krisensituationen einfach da sind und danach lösen sie sich wieder auf. Das ist etwas ganz Wichtiges zu lernen. Und, Entschuldige, das Allerwichtigste, was ich immer mitgeben möchte, ist, wenn du weniger meckern möchtest oder weniger so Ausbrüche haben, dann wäre das Allerwichtigste, dass du nett zu dir selber bist. Ui, ui, ui. Weil da sind wir, glaube ich, also gerade Mütter, ich erlebe es hauptsächlich bei Müttern, dass wir da Experten für sind, dann auch noch besonders hart mit uns selber zu sein. Weißt du, wenn man so einen Ausbruch hatte oder irgendwas, was man nicht so gerne an sich mag, dann fängt man an, auf sich selber rumzutreten. Also mir hat neulich eine erzählt, dass sie wirklich nachts dann da liegt und heute und hätte ich mal und wieso denn und schon wieder nicht. Und wenn du das weglässt, wenn du einfach sagst, ich hatte jetzt diesen Ausbruch und dann bist du genauso nett zu dir, wie du gerne zu deinem Kind wärst, ist das wirklich so ein Zaubertrick. Also du hast den Ausbruch und sagst dann zu dir, ach Süße, boah, da war dir aber gerade echt alles zu viel. Okay, wollen wir mal gucken, ob wir es morgen irgendwie anders gestalten, was auch immer du dein Erwachsenes damit machst. Aber wichtig wäre, dass du richtig freundlich zu dir selber bist. Du kannst das Ganze, was du danach machst, einfach weglassen. Das ist schon ein unglaublicher Gamechanger. Wir sind jetzt gerade total gleich ins Gespräch gekommen, aber du hast gerade einen Satz auch gesagt, so der Supermarkt, da kann ich vielleicht auch eine persönliche Situation, das ist jetzt schon einige Wochen jetzt zurück, aber ich war so zu so einer 17 Uhr, 18 Uhr, wo alle ja auch schon so ein bisschen durch sind, mit beiden kleinen und mit meiner schwangeren, hochschwangeren Freundin im Supermarkt, weil wir unbedingt noch, was weiß ich, das brauchten. Und ein Supermarkt, mit dem ich eigentlich nicht in den gehe, weil es ist ein Supermarkt nicht wie ein Bio-Supermarkt, wo es halt nicht so viel, sondern da gibt es halt alles. Okay, alles in bunt und schön so, yeah. Ja, und dann gibt es da auch Trinkflaschen und dann gibt es da auch Kuscheltiere, also da gibt es auch einfach Geschenke, es ist einfach so, wirklich, es gibt alles und vom Trinkflaschen konnte ich sie dann abbringen und so weiter und wir hatten uns dann geeinigt, eine Sache dürfen wir uns aussuchen, aber dann gab es da halt irgendwie so Kuschelhasen, Also Stofftiere. Und dann war es wirklich so, also ich war wirklich sehr, sehr, also wir haben uns dann darüber, die Dreijährige oder ja genau die Dreijährige und sie wollte unbedingt diesen Hasen haben. Ich wollte diesen Hasen natürlich aber nicht kaufen und dann habe ich ihr erklärt, dass der Hase hier im Supermarkt bleiben muss, weil der hier schläft und wenn wir nächstes Mal wiederkommen, dann ist der immer noch da und so weiter. Das hat die Sechsjährige auch verstanden, das war für sie dann fein, okay, wir kommen wieder und dann ist er immer noch da, werden ja aufgefüllt und die Kleine aber nicht. Irgendwann habe ich gedacht so, okay, ich komme jetzt hier nicht weiter, es wird immer schlimmer, dann habe ich sie mir einfach wirklich genommen, habe geatmet, ganz ruhig, habe. Bezahlt, also das war halt auch eine Herausforderung, wir haben echt viel eingekauft und meine schwangere Freundin mit dem ersten Kind war so wirklich so, okay, krass, ey, wie, also ich bin dann wirklich, ich habe sie mitgenommen, sie hat wirklich den ganzen Laden zusammengeschrieben. Also wirklich, also wirklich. Also ich musste sie wirklich nehmen und es war wirklich schlimm. Ich bin aber ruhig geblieben, habe das dann alles gemacht. Irgendwie diese Sachen eingepackt. Ich war froh, dass meine Freundin mit war. Ich habe gesagt, also wenn du nicht dabei gewesen bist, ich weiß gar nicht, wie ich diesen ganzen Einkauf da eingepackt hätte. Und bin dann zum Auto, War immer noch schlimm. Sie dann ins Auto. Und dann kam wirklich auch so eine ältere Dame zu mir. Und sie meinte dann zu mir, also ich finde das ganz toll, wie ruhig sie geblieben sind und wie toll sie das gemacht hat. Und dann habe ich nur gesagt, so, das ist ganz lieb, dass sie bekommen. Aber innerlich bin ich auch fix und fertig. Ich bin schweißgewandelt. Aber was soll ich tun? Und da habe ich mir dann überlegt, okay, was hätte ich noch? Also das ist ja auch das, was ich als Hebamme ja auch mal so die Frage so, weil wenn wir jetzt über Babys reden, Wir brauchen ja irgendwie meine Anleitung. Hätte ich noch irgendwas anders machen können, dass sie nicht so wie Weltuntergang und meine dreijährige Tochter ist auch so, die hatte vor einem Jahr noch wirklich in ihrer krassen Autonomiephase, dann hat sie wirklich die Luft angehalten. Also wenn man ihr sozusagen, die hatte wirklich so wie Affektkrämpfe und das war für uns als Familie und gerade für die Geschwister richtig schlimm. Ich konnte damit gut umgehen, weil ich wusste, es wird gut. Aber dadurch hat man ihr natürlich immer schnell, die haben ihr alles hingeworfen, alles was sie haben wollte, hier nimmt, weil sie Angst haben, dass sie halt diese Luft wieder so stark anhält. Das war ein speziellerer Fall. Und ich habe mich dann nur danach gefragt, weil ich war wirklich fix und alle, weil das war wirklich, ich musste sie wirklich nehmen. Da hätte ich jetzt gefragt, du als meine Kinderdolmetscherin, du machst ja auch so diese Videoanalyse, da bist du ja darauf spezialisiert und hast ja gesagt, du nimmst ja dann auch Kinder auf. Wenn du das jetzt aufgenommen hättest, Da hätte ich mich jetzt gefragt, was hättest du zu mir gesagt? Weil das war wirklich so schlimm. Das glaube ich. Oh, du Arme. Ich danke, dass du das erzählst, weil das haben ja so viele da draußen. Es gibt eigentlich niemanden, der diese Szene nicht hatte. Also ich übrigens auch nicht. Also in der bestimmten, in der Autonomiephase hat man das einfach. Und jetzt müssen wir mal so ein bisschen auf mehreren Ebenen gucken. Also erstmal würde ich das gar nicht aufnehmen, weil Kinder filmen, während sie gerade außer sich sind, mache ich schon mal gar nicht. Und zweitens kannst du dann nicht mehr sehr viel tun. Also wenn das Gefühl einmal da ist, dann ist das so ein bisschen wie Autoschirsch gegen einen Baum gefahren, sage ich immer. Dann ist die Wut einfach da und du weißt, das ist ein Gefühl und das muss dich dann irgendwie entladen. Dann kannst du wirklich nur noch das tun, was du wunderbar getan hast. So ruhig wie möglich selber bleiben, Kind einpacken, unter den Arm nehmen und den Laden verlassen. Ich sage immer, das ist so eine Feuerwehr-Helm-Situation. Weißt du, die Feuerwehr geht ja auch nicht, also da kann man einfach nicht mehr so viel machen. Wenn das Haus brennt, dann geht der Feuerwehrmann nicht rein und sagt, sag mal, möchtest du jetzt mit mir kommen, die schöne Leiter runter? Du kannst auch deinen Hasen mitnehmen. Ja, kein Problem. Nein, der schnappt sich das Kind und läuft, weil das halt so eine exponierte, blöde Situation ist. Raus da, so ganz klar. Und vorher kannst du aber eine ganze Menge machen. Also als du da gesessen hast und dann hast du mit sehr viel Erklärung, was bei deiner, hast du super erzählt, bei der Sechsjährigen schon funktioniert, die hat nämlich schon logisches Denken, bei der Dreijährigen aber gar nicht. Die hat kein Zeitgefühl, die ist voll in ihrem Gefühl drin, die hat keine Ahnung, wie sie das jetzt reguliert, weil da steht dieser Hase und ich sehe die jetzt doch und dann geht das einfach hoch. Da kannst du eigentlich nur präventiv genau vorher sagen, was du jetzt tun wirst und was passieren wird und was nicht. Sie dann immer wieder in so kleinen Schritten da durchleiten und vielleicht einfach sagen, sie braucht irgendwas, um das mitzunehmen. Viele, was ich immer gerne empfehle, machen dann ein Foto. Weißt du, die sagen, nee, den können wir jetzt nicht mitnehmen. Pass auf, wir machen ein Foto. So, guck mal, hier hast du das Foto, den nehmen wir mit und dann, was auch immer eure Regel ist. Also viele haben die Regel, dass man sich das dann, man macht ein Foto und dann kann man sich das zu Weihnachten wünschen. Stimmt, habe ich sogar auch gemacht bei der anderen. Ach super. Ich habe sogar auch ein Foto gemacht, weil ich dann wissen wollte, wie der noch aussieht. Perfekt. Das Gefühl haben wir ja noch keine Kuscheltiere, weißt du. Aber genau, nee, hat man auch nie genug. Also komm, das ist wie. Aber das heißt, das müsste dann die feste Regel sein. Du weißt, wenn wir was sehen, du kannst dir alles wünschen, aber du kannst nicht alles haben. Wir machen dann ein Bild und dann können wir danach gucken, kriegst du das von, keine Ahnung, Oma, Opa zu Weihnachten, wann auch immer. Das muss vorher klar sein, sie wird sich auch dann nicht dran halten können. Aber wichtig wäre, dass es vorher schon so irgendwas zum Festhalten gibt. Und dieses Bild ist sowas, das kann man oft dann so mitnehmen. Klappt nicht bei allen Kindern, aber man kann es auf jeden Fall mal versuchen. Macht Sinn. Beim Hasen ist es ja noch so aber ich meine jeder kennt es ist ja immer auch diese Situation an der Kasse wo dann nochmal alles so sichtbar ist weißt du ich weiß nicht ob ihr das wisst das heißt tatsächlich Quengelware. Vom Supermarkt aus tu das mal nach vorn zur Quengelware weil die genau darauf setzen dass du da stehst und dein Kind fängt an dich zu überreden und du kaufst es dann halt doch weil du da einfach stehst vor dem Ding das ist echt schwer ja aber das ist ja auch eine Situation wo man immer, denkt so, okay, was mache ich hier, weil ich will ja jetzt eigentlich nicht das Überraschungsei kaufen oder den Kaugummi oder was da alles liegt. Das finde ich immer richtig schwierig, da einfach durchzukommen. Genau. Und für ein dreijähriges Gehirn müssen es super feste Regeln sein. Das kannst du, es ist total schwer, wenn du mal was kaufst und mal nicht. Darum würde ich jetzt für Eltern, die da noch davor sind, gleich von Anfang an sagen, alles, was an der Kasse liegt, kaufen wir schon mal nicht. Okay. Weißt du, es muss ganz fest sein. Man kann einfach regeln. Das ist echt schwer in so einem Kopf, wo das Gehirn noch nicht so weit entwickelt ist. So mit logischem Denken. Stell dir vor, du hättest kein logisches Denken, kein, ach Mensch, das ist jetzt aber nicht gut für mich. Oder so Empathie, so, ach nee, und Mama, ist ja auch blöd, wenn sie jetzt Geld ausgeben muss. Das hast du alles nicht. Sondern du hast nur, du siehst dieses Ding, es ist auch noch bunt und toll. Und dann hast du Gefühle. Das ist ganz schön schwer. Also du brauchst wenigstens dann eine Regel zum Festhalten. Aha, das nie. Dann klappt das irgendwie ganz gut. Du machst ja ganz viele Elternkurse, auch online. Bereitest du Eltern genau auf diese Situation vor? Also was sind so die schwierigsten Alltagssituationen, wo man einfach gerade glaube ich auch beim ersten Mal, ich meine man wird ja sehr gelassener. Je mehr man hat, dass man einfach weiß, okay, das ist normal. Aber ich glaube, gerade wenn das das erste Mal auf einen einprasselt, ist man ja schon wirklich super überfordert und denkt, oh Gott, was mache ich jetzt? Also auch wenn du ganz viele Ratgeber gelesen hast. Genau, darum mache ich ja, ich finde, ich habe ja ein Buch dazu geschrieben, was, warum, wieso die Entwicklung abläuft, aber ich stelle halt immer wieder fest und darum habe ich jetzt halt diesen Kinder-Dolmetscher-Club gegründet, wo man sozusagen mit uns auf eine Reise geht für ein Jahr, und kann natürlich auch kürzer bleiben, aber generell ist es schon gut, wenn man eine Zeit lang bleibt und da machen wir das, da gibt es ein Modul über Wut und wir haben alle 14 Tage Live-Calls und gucken halt genau individuell, also in der Gruppe, es geht um Community natürlich, weil zusammen geht es einfach leichter. Es ist so eine Entlastung, wenn du dann reinschreibst, ich hatte heute und dann alle sagen, ja, ich auch und ich probiere mal so und so, es ist total toll. Und dann haben wir ein Modul dazu und dann gucken wir genau, aha, Wut, musst du erstmal gucken, in welcher Situation bist du und was genau kannst du dann tun. und gibt es tatsächlich auch so ein PDF zum Festhalten. Und dann ist das aber eigentlich, weißt du, wenn du einmal daran einsteigst, was dein Kind eigentlich schon kann, was du erwarten kannst und was eben nicht. Und wir aussteigen aus diesem, ich muss mit meinem Erwachsenenkopf da jetzt so mit Logik arbeiten oder versuchen, das beste Argument zu finden. Wenn du dich davon befreist und sagst, Argumente. Aber gibt es nicht. Es gibt in diesem Alter keine Argumente. Und wir verlieren so oft in so endlosen Diskussionen. Und wenn du da lernst, wirklich nur auf das Gefühl einzugehen, dann wird es halt schon viel leichter. Du hattest gefragt, also das ist auf jeden Fall die eine Situation, die Supermarktsituation ist der Klassiker, dass man halt guckt, dass das pure Überforderung ist. Also das ist wirklich schwer. Wenn du Reize nicht filtern kannst und gehst durch einen Supermarkt, dann hast du wirklich, weil Babys natürlich besonders extrem, dann hast du wirklich das Licht, diese Neonstrahlen, die Geräusche, die Kasse, das Piepen, die Gerüche, Wärme an der Brötchentheke, Kälte am Kühlregal. Das ist der Hammer, was du da alles, wenn du das nicht wegfiltern kannst. Kannst dir mal den Versuch machen, dich mal so in den Supermarkt stellen und dann einfach nur mal hören, was eigentlich alles da ist, wenn du es nicht wegfiltern würdest. Wenn du dann weißt, boah, ich muss hier mega viel Struktur machen, damit das Kind da irgendwie durchkommt bei der Überforderung, dann kann man da wirklich schon ganz schön viel machen. Das ist ganz gut. Also ganz klare Regeln sozusagen. Gleich die Supermarktkasse, da kaufen wir nichts. Also dass man wirklich mit Struktur, die da wirklich ganz früh ranführt, wie man einkauft. Genau. Und das Wichtige ist, dass du anders einkaufst als dein Kleinkind. Also dein Kleinkind, also du hast das Ziel im Kopf. Du weißt genau, wie ein Einkauf abläuft. Wagen nehmen, nur die Sachen nehmen, die wir brauchen. Zur Kasse schieben, drauflegen, aufs Band, bezahlen, fertig. Das hast du so im Kopf. Und dein Kind schaut nur auf die Details. Das heißt, du kannst dir dann vorstellen, wie du immer wieder verloren gehst als Kind. Hier das, da, das, da, das. Das heißt, du musst dein Kind da wirklich in kleinen Stücken durchcoachen. Nicht laufen lassen, sondern genau sagen, also bei deiner Dreijährin könntest du tatsächlich immer wieder einen Auftrag vergeben. So, was suchen wir jetzt? Aha, ich lese hier auf meinem, wir brauchen jetzt eine Gurke. Wie sieht eine Gurke aus? Alle suchen zusammen die Gurke. Okay, da ist die Gurke. Also wirklich rede um dein Leben. Und mach so ganz kleine, sobald du es laufen lässt, fängt dein Kind an, sich selber Sachen zu suchen. Und dann ist es schlecht. Was natürlich eine schwierige Situation ist, wenn du sagst, du bist da auch mit mehreren Leuten, dann mit deiner Freundin, mit der du auch noch mal was besprichst, dann ist da zu viel Leerlauf, sage ich mal. in so einer schwierigen Situation musst du gut dranbleiben. Ja, also das war eigentlich ganz gut, dass sie da war, weil ich musste so viel tragen und sie hat mir sehr geholfen. Aber das ist natürlich auch wieder so, diese Situation, also ich versuche solche Situationen natürlich auch zu vermeiden, wenn ich weiß sowieso, alle sind schon on the edge, es ist 17, 18 Uhr, das ist natürlich eh die Zeit, wo man eher guckt, dass man zu Hause runterkommt. Also ich finde, ich bin jetzt, wir sind schon eine Familie, wo sehr, sehr viel los ist, aber so Strukturen geben, merkt man ja immer, ist man in diesen Strukturen drin, geben Kindern ja schon sehr viel Halt. Ja, das ist wahr. Ja, also auch wenn man jetzt nicht irgendwie so, also ich finde es immer schwierig, wenn ich so, es gibt ja manchmal Freunde, die kommen gar nicht aus ihrer Struktur raus, also das finde ich auch anstrengend, also wenn es zu ist, es muss genau so ablaufen und wenn es anders abläuft, dann geht gar nichts, aber so diese grobe Struktur ist ja so für Kinder auf jeden Fall bis sechs Jahre, wirklich gibt denen einfach einen richtig guten Plan und da versuche ich natürlich schon dran zu bleiben. Also das merke ich immer total. Wenn das vorgegeben ist, das hilft. Also ist das auch ein Rat, den du gibst? Absolut, das hilft total. Gerne dann auch mit Bildern. Einige haben so kleine Bildkarten, wo sie dann zum Beispiel in der Abendroutine dann irgendwie immer so umklappen. Das haben wir erledigt. Das kommt aber ein bisschen wieder leider auf das Kind an. Einige brauchen ganz viel Struktur, einige weniger und auch auf die Familie. Es gibt Familien, die brauchen ganz viel Struktur und einige halt nicht. Da muss man auch wieder so ein bisschen, leider geht es um echte Menschen, das ist zu ärgerlich. Also es gibt auch Kinder, die brauchen, also ich hatte wirklich immer so das Gefühl, das geht allen ja ganz gut. Aber du sagst, es gibt auch Kinder, die das nicht so brauchen? Also ich würde sagen, 90 Prozent brauchen das sehr. Aber es gibt tatsächlich auch Kinder, die mit weniger Struktur besser können. Es ist wirklich total individuell. Aber lass uns mal für hier jetzt, nein, alle brauchen Struktur, Punkt. Wo wir jetzt bei Wut sind, würde ich gerne nochmal auf die nonverbale Kommunikation gehen. Also, dass wir nochmal wirklich auf die Kinder gucken. Mimik, Gestik, Tonfall und wie wir da einfach noch, ja und auch welche Rolle spielt eigentlich das Alter, ne? Also, das ist glaube ich. Genau. Und das wäre mir nochmal wichtig, weil oft haben wir, wenn wir jetzt so einen Wutanfall haben, so wie du da im Supermarkt, dann ist es halt so, dass wir dann in den Kopf gehen und sagen, ah warte mal, da habe ich ja auf Instagram gerade den Post, da muss ich jetzt, und dann kommt so Gefühle begleiten, ich muss erst das Gefühl benennen. Also das ist sehr gut, das Gefühl zu benennen, nicht falsch verstehen. Aber trotzdem bleiben wir dann in so einer Struktur drin und versuchen die Struktur auf die Situation anzupassen. Und was für mich immer nochmal so ein totaler Gamechanger ist, ist das Erste, was du machst, du guckst auf dein Kind. Du schaust dein Kind direkt an. Und dann gibt es halt so ein paar Sachen. Du steigst fast immer zu früh ein in so einem Wutanfall. Jetzt vielleicht nicht im Supermarkt, aber wenn das jetzt zu Hause stattfindet, dann musst du als erstes einmal gucken, wo ist denn dein Kind gerade? Und wenn dein Kind zum Beispiel so aussieht, schauen wir jetzt mal hier. Dann kannst du... Für alle, die es hören, beschreib mal das Bild. Genau, für alle, die es hören, vielleicht machen wir das dann irgendwie nochmal. Wenn dein Kind gerade völlig in sich abgeschlossen ist, die Arme vorm Gesicht hat, völlig und du siehst, es will eigentlich gerade gar keinen Kontakt, dann würde ich auch keinen Kontakt herstellen. Dann musst du den Wutanfall nicht so begleiten, dass du da stehst und die ganze Zeit in Verbindung bleibst und so weiter, sondern dein Kind entscheidet, was es möchte im Wutanfall. Und einige wollen dann erstmal abgeschlossen sein. Und einige wollen dann halt eine Zeit lang nur für sich sein. Und diese Idee, dass man hinguckt und sagt, guck mal, wie sieht dieser Junge aus? Für die, die uns sehen, machen wir das nochmal eben hier. Dieser Junge möchte gerade im Moment überhaupt gar nichts von uns. Und vielleicht sieht er eine Minute später schon wieder so aus. Und wenn er jetzt wieder dir zugewandt ist, dann möchte er was von dir. Für diejenigen, die das jetzt nicht sehen, vielleicht können wir das als kleinen Schnipsel hier irgendwo machen oder ich kann nochmal die Bilder irgendwo hinschicken oder so, können wir nochmal schauen. Aber wichtig wäre, du brauchst die Bilder auch nicht unbedingt, wichtig wäre hinzuschauen. Du kennst dein Kind. Du weißt, wenn es sich wegdreht, du kannst ja Körpersprache lesen, wenn es sich wegdreht, dann möchtest gerade nichts. Und dann wartest du, bis dein Kind wieder den ersten Schritt macht. Du hast so viel mehr Stress, wenn du einen Menschen versuchst zu begleiten, der gerade nicht begleitet werden möchte. Dann kannst du den Wutanfall nochmal wieder anfachen. Und es wäre so schön, wenn du einfach sagst, mein Job ist, Diagnostik zu machen. Gucken, was will denn das Kind gerade? und das dann zu tun im Wutanfall. Da habe ich aber noch eine Frage, weil es gibt ja Situationen, wo Kinder am Wutanfall sind, wo man auch ein bisschen aufpassen muss, dass sie sich nicht wehtun, weil sie so sehr um sich sind. Ja, auf jeden Fall. Das finde ich immer so ein bisschen schwierig. Das stimmt. Das muss dann tatsächlich dann wieder körperlich dann auch begrenzt werden. Aber es gibt ja diese Phasen, Wutanfall ist ja nie gleich, sondern es hat verschiedene Phasen. Erst explosiv, da musst du begrenzen. Dann vielleicht eher verzweifelt. Und da ist dann Abstand notwendig. Und darum ist es so wichtig, dass du guckst, weil sich das wirklich minütlich ändert. Und du kannst kein Schema verfolgen, weil es einfach vom Kind abkommt. Aber wenn die so strampeln auf dem Boden und das ist aber gefährlich, weil da irgendwie so viele Kanten sind, darf ich es denn wegnehmen? Und woanders hinlegen, wo es dann sicherer ist. Auf jeden Fall. Das würdest du auch tun? Ja, auf jeden Fall, ganz klar. Sicherheit geht immer vor. Und manchmal regulieren die Kinder das selber. Ich hatte neulich eine Mama, die war davon total überzeugt, dass das Kind gar nichts tun kann und der Wutanfall kommt einfach so. Und dann hat es aber einen Wutanfall im Badezimmer. Und das Kind war so zwei oder so, zwei Jahre, kriegt einen totalen Wutanfall und guckt nach unten und stellt fest, Ach du Scheiße, Fliesenboden, das ist ja hart hier. Guckt sich also um, geht eiskalt drei Meter weiter zu der flauschigen Badematte und hat da exakt den gleichen Wutanfall mit Hinschmeißen und allem drum und dran. Und hat so gesagt, also du musst dir nicht, also es gibt auch da noch sozusagen Mechanismen, wo man halt gucken kann. Also die Kinder können schon noch für sich sorgen in den meisten Fällen. Sehr kompetentes Kind. Ja. Sich die weiche Badematte auszunehmen. Genau, zum Wutanfall nehme ich lieber die weiche Badematte, fand ich großartig. Ja, super. Wie du sagst, wir arbeiten mit Menschen und es ist ja auch so bei meinem Beruf, nur weil bei der Frau A das gut funktioniert und bei der Geburt ist es bei der anderen halt nicht. Genau. Also dieses Einheitliche, einfach, das wird nicht. Und ich glaube auch davon ist auch generell, wenn man mit Eltern arbeitet, mit Familien arbeiten, so diesen Fahrplan. Deshalb ist es so schön, dass du jetzt auch diesen Club gegründet hast, wo ihr Fallbeispiel oder wo ihr einfach Sachen benennt. Aber was wir gerne immer so gerne hätten, immer dieser Fahrplan, wenn du jetzt zum Beispiel ein sehr unruhiges Baby hast, musst du das und das und das tun. Das endet das dann total und das ist es ja nicht, ne? Genau. Ne, naja, also sagen wir mal so, es ist gut, die Dinge zu verstehen. Dann wird es dramatisch viel leichter. Das merke ich jetzt bei den Leuten, die so ein paar Monate dabei sind. Muss ich nur noch im Zoom-Call sagen, ja komm, einmal Detektiv spielen, was könnte es sein? und die sind so, ah, warte, das ABCDE, zum Beispiel so eine Liste mit Bedürfnissen, was gibt es denn eigentlich an Bedürfnissen, alles andere sind Wünsche, so. Das kann man nochmal machen, aber generell, wenn du zum Beispiel weißt, was denn nochmal so ein Beispiel, zum Beispiel, wenn dein Kind irgendwie noch ein Kleinkind ist und etwas Verbotenes tut und dich dabei so anlächelt, weißt du, das ist zum Beispiel immer so ein Punkt, wo immer ein Riesenmissverständnis kommt, fast alle Erwachsenen fühlen sich dann provoziert und sagen, der macht das ja mit Absicht, der will mich ja nur ärgern. Und das ist total interessant, wenn man dann sieht, auf dem Video kann man dann immer schön sehen, das Kleinkind macht irgendwas, weil der Impuls einfach so stark ist, dass man es, also man kann Impulse noch nicht anhalten, sondern das geht durch. Voll durch. Es gibt ja hier im präfrontalen Kortex, nach dem Motto, das Gaspedal ist schon entwickelt, die bremst aber noch nicht. Das ist ein echt anstrengendes Leben, weil du bist immer wow, voll Power. Und dann guckt es dich halt an und dann sieht es in deinem Gesicht, wow, das war jetzt nicht so die beste Idee. Und dann lächelt es. Und das ist eben nicht dieses hämische, fies, gemeine Lächeln, was es vielleicht hätte, wenn es schon erwachsen wäre. Sondern es guckt dich an und hat Lächeln als Strategie. Das hat es ja schon als Baby gelernt, wie du weißt. Wenn ein Baby lächelt, lächelt man automatisch zurück. Es ist fast unmöglich, das nicht zu tun. Und das hat das Kind gelernt. Aha, wenn ich lächle, dann mache ich alles wieder gut. Das kenne ich, das mache ich, das versuche ich jetzt. Einfach lächeln, das klappt schon. Und dann ist so eine Unsicherheit dabei und dann merkt es, okay, klappt nicht. Aber das ist so eine ganz andere Strategie, als es bei uns wäre, weißt du? Es ist wirklich eine, ich mache es schnell wieder gut Strategie. Okay, klappt nicht, Hilfe, was jetzt? Aber es ist eben nicht dieses, der will mich provozieren, dieses Provokante, weißt du? Wenn man so ein paar Sachen so versteht, dann merkt man, ach so, aha. Und dann wird es einfach deutlich leichter. Ja, aber genau das ist, was du ansprichst. Wir fühlen uns provoziert. Genau. Aber es ist eigentlich eine ganz andere Botschaft. Und wie kann ich das eigentlich, dieses Signal, wie kann ich das besser verstehen? Du hast gerade gesagt, du hast da doch so eine kleine Liste, wo du dann mit durchgehst. Also nur für einige Sachen. Also nur einfach so. Bedürfnisse und Wünsche fallen einigen schwer zu unterscheiden. So, was ist ein Bedürfnis? Das ist immer was Grundlegenderes. Magst du das nochmal erklären? Also ein Bedürfnis ist halt wirklich etwas, was dahinter ist sozusagen, etwas Grundlegendes. Und eigentlich sagt es ganz viel schon der gesunde Menschenverstand, das dritte Eis ist kein Bedürfnis. Es gibt kein Bedürfnis nach dem dritten Eis. Und dann kannst du mal gucken, was macht denn Sinn? Also kann es danach ein Bedürfnis geben? Nee. Was ist denn eigentlich dahinter? Geht es um Nähe? Geht es um Aufmerksamkeit? Geht es einfach um Simpel? So oft geht es um Hunger, ist mir zu eng, heiß. Also diese ganz, ganz basic Dinge sind wirklich, wirklich oft ein Thema. Und da kannst du ganz erstmal hingucken, gibt es so grundsätzliche körperliche Bedürfnisse? Wenn mein Zuckerspiegel unten ist, dann wird es einfach schwierig. So, Punkt. Und da gucken wir einfach, was kann es denn sein? Und von dem Rest grenzt man sich halt ab. Wünsche werden erfüllt, wenn es geht. Also Kuschelhasen kriegt man mal ja, mal nein. Aber wenn ich es einmal mache, dann habe ich immer das Problem. Also keine Kuschelhasen im Supermarkt. Genau, das würde ich tatsächlich gerne als Regel machen. Keine Kuschelhase im Supermarkt, gibt es nicht. Foto und Weihnachten. Genau, Foto und Weihnachten, das ist die Regel. Ja, okay. Du hast auch eine ganz klare Botschaft, Leiten und Folgen, die du Eltern beibringst. Da würde ich total gerne mit dir einsteigen, weil da hast du ja auch in deinem Buch ganz viel drüber geschrieben. Ja, das finde ich auch total toll. Das ist nicht von mir ganz wichtig. Das kommt ja alles aus Mathe Meo. Das ist seit Jahrzehnten weltweit ausprobiert. Das hat nicht Claudia sich ausgedacht. Finde ich ganz wichtig. Ich mache nur Sachen, die einfach schon validiert sind. Und man hat halt festgestellt, dass es wirklich wichtig ist, dass man so ein Gleichgewicht hinkriegt aus Leiten und Folgen. Weil wir haben ja oft so dieses ... Wir möchten ja wahnsinnig gern unserem Kind das Aller, Allerbeste tun und haben ganz viel gelesen über Bindung und Autonomie und Selbstwirksamkeit und so. Und darum folgen wir dann oft dem Kind etwas zu lange und das Leiten kommt etwas zu kurz. Und dann leiten wir plötzlich so ganz heftig, weißt du, kennst du das? Dass man irgendwie eine Zeit lang, man lässt es so laufen und dann merkt man, ach du, wo bin ich denn jetzt hier gelandet? Und dann plötzlich kommt es sehr heftig und dann bricht die Verbindung ab. Und das führt einfach nicht so weit. Insofern ist es total schön zu gucken, in welchen Situationen leite ich. Das ist nämlich leider festgelegt immer, wenn es eine strukturierte Situation ist, also wenn es eine Reihenfolge gibt. Du hast ein Ziel und das muss in einer bestimmten Reihenfolge erledigt werden. Also Einkaufen haben wir gerade als Top-Thema. Da macht es überhaupt keinen Sinn, erst zu bezahlen und dann die Einkäufe in den Wagen zu legen. Das geht nicht. Es gibt eine festgelegte Reihenfolge, die du kennst, dein Kind aber nicht. Und dann ist dein Job, das Kind da durch zu coachen, indem du in kleinen Schritten genau sagst, was jetzt als nächstes passiert. Und wenn du das frühzeitig machst, dann ist dein Kind so gut orientiert, dass es halt nicht sozusagen selber die Leitung übernimmt. Weißt du, da ist ein Vakuum, alles klar, okay, dann mache ich das hier selber. Und dann kannst du halt sehr viel besser liebevoll bleiben und einfach trotzdem leiten. Das ist wie so eine Reiseleitung, sage ich immer gerne. Weil dein Kind die Struktur nicht kennt, auch wenn es das hundertmal gemacht hat. Jedes Mal ist es wieder anders. Wenn ich nur auf die Details achte, ist es schwierig. Und dann gibt es die Folgemomente und bei den Folgen geht es darum, wenn das Kind spielt, wenn es was entdeckt, wenn es irgendwie Gefühle hat, dann bist du diejenige oder derjenige, der folgt. Das heißt, es geht wirklich dann, du gehst mit mit deinem Kind. Und das ist so eine faszinierende, wie so ein sozialer Tanz, weißt du? Der geht immer so hin und her. Mal leite ich, mal folge ich, mal folgt dein Kind, mal leitet es. Und das ist dann sehr, wenn das harmonisch läuft, dann hast du das Familienleben Einfach im Griff, so. Das ist sehr schön. Und was sind so typische Sachen, wo ich folge? Also hauptsächlich das Spiel, wenn dein Kind spielt. Und manchmal drehen wir das so ein bisschen um. Wir fangen an, im Spiel ganz viel zu leiten. Weißt du, dann haben wir eine tolle Idee, dann machen wir dies, dann machen wir das. Und deine Dreijährige... Dann will ich selber machen. Was denn? Dann will man es als Eltern selber machen. Dann will es auch Spaß machen. Genau, man will es halt selber machen. Aber im Spiel ist sozusagen das Kind der Chef. Und du bist diejenige, die die Impulse benennt oder unterstützt. Und jedenfalls da mitgeht. Und wenn man das so ein bisschen sortiert kriegt, aha, hier leite nicht ich, sondern das Kind, dann hat das Kind auch, weil es braucht eben beides. Weißt du, ein Kind wird dummerweise sehr, ja, es wird schwieriger, es wird anspruchsvoller, wenn du sehr viel für das Kind tust. Ich weiß nicht, ob du es schon mal mitgekriegt hast, dass man dann so eine, dann kriegt das Kind so eine anspruchsvolle Haltung, die wir nicht wollen. Und wenn du sehr viel leitest, dann kann das Kind sich nicht entfalten. Das heißt, wir brauchen so ein Gleichgewicht halt, sag ich mal. Ja, das fühle ich schon sehr. Ich finde halt nur, was ich wirklich auch aktuell auch merke, also es ist total logisch, aber Eltern sein und so einen Tag begleiten ist halt leiten und folgen. Da darfst du echt keine, da darfst du keinen Durchhänger haben. Also ich merke das gerade manchmal selber, wenn ich so einfach so nach einem Arbeitstag nach Hause komme und selber gerade sehr viel gegeben habe. Also mein Job ist ja auch ein, wo man sehr viel on ist und dann kommt man nach Hause und dann soll man noch leiten und folgen. Und manchmal ist man ja auch einfach nur platt. Und ich glaube, so geht es ja auch vielen. Ganz vielen. Aber was wichtig ist, auch das ist leiten, wenn du sagst, Leute, ich bin jetzt hier raus. Ich kann gerade nicht mehr. Seht ihr, wie erschöpft ich bin? Okay, was können wir jetzt tun? Ich kann gerade nicht. Wer kann was? auch das ist leiten. Du leitest einfach dann sozusagen die Situation so, wie sie jetzt ist. Das ist nicht übermuttermäßig und ich muss jetzt hier immer, dann haben wir so ein Bild von, nee, das ist nicht gemeint, sondern einfach ein, du sagst, was jetzt hier los ist. Du kannst tatsächlich auch, wenn dein Kind in diese Richtung geht, die du nicht so willst, kannst du einfach mitgehen und sagen, aha, okay, das ist jetzt ja eine Idee, ja, okay, wir gucken mal, ob das funktioniert. Und wenn dein Kind was anderes entscheidet, kannst du immer noch die Leitung behalten. Du kannst dann sagen, oh ja, okay, gute Idee, ja, pass mal auf, ich habe mich anders entschieden, wir machen das jetzt so und so, wie du sagst. Dann hast du immer noch die Leitung, weil dein Kind ist halt ein kompetentes Teammitglied, weißt du? Das muss ja nicht so eine autoritäre Leitung sein, sondern einfach nur ein, ich habe den Überblick über das Leben und den habe ich auch, wenn ich erschöpft bin. Dann ist es nämlich so, Mama kann nicht mehr. Was jetzt? Wer deckt den Tisch? Wer macht das? Was können die tun? Die Dreijährige, was kann die schon machen? Da kannst du einfach dann sagen, ich bin raus, ich brauche eine halbe Stunde und dann geht das auch. Aber ich finde, da ist es wieder so, ich habe zum Beispiel ein Kind, was sehr viel Unterstützung auch beim Spielen braucht. Also unser drittes Kind, die braucht einfach bei allem immer sehr viel Begleitung. Und es war nie so ein Kind, die sich alleine beschäftigt hat. Das war jetzt die Sechsjährige, ne? Die Sechsjährige, genau. Sie ist gerade in die Schule gekommen. Und die hat eigentlich zu allem keinen Bock. Das ist immer so, die braucht ganz viel. so. Und da finde ich es gerade super, super schwierig, weil da kannst du halt eigentlich gar nicht mal diese kurze Pause haben, weil dann möchte sie gerne Medienzeit, wenn sie merkt so, die ist jetzt, sie spürt das ja auch so, okay, die ist jetzt total durch und dann kann ich ja jetzt hier mal eine Folge gucken oder so. Und das finde ich halt immer so, also wenn ich jetzt sage so, hey, willst du nicht mal was in deinem Zimmer machen oder du machst jetzt mal das? Also die braucht halt totale. Präsenz immer von einer Bezugsperson. Und das finde ich halt immer super schwierig. Wie fördere ich das dann, dass sie jetzt auch mal in dieses Eigenständige geht? Das ist so ein bisschen die Kunst, dass du sozusagen da bist, aber es nicht für sie machst. Also man kann Nähe anbieten, ohne das zu übernehmen. Und das müsste man tatsächlich dann wieder, wenn wir jetzt halt gucken, sodass du Stück für Stück da ein bisschen aussteigst. Nicht einfach sagst, ja, pff, mach dein Kram alleine und dieses Wegschicken ist auch für Kinder, die da viel von brauchen, immer so ein bisschen Hilfe, Beziehungsabbruch, Alarm, sondern du hältst dich vielleicht in dem Zimmer auf, faltest keine Ahnung, dabei Socken oder was auch immer du da zu tun hast und gibst vielleicht ab und zu mal einen Impuls und guckst aber, hältst dich mal raus so. Oder, ach, was meinst du denn jetzt? Ja, was könnte man denn jetzt machen? Puh, ich hab auch keine Idee. Ja, schau doch mal, ob, weißt du, so ein bisschen, einfach dich innerlich so ein bisschen rausnehmen. Und dann immer so langsam entwöhnen vom, ich übernehme das für dich. Das ist ein Prozess bei euch beiden. Du kannst präsent sein, ich bin hier, ich biete Beziehung an, aber nur indem ich da bin. Ich mache schon dabei mein Ding. Das ist ja auch, wie meine Deutungen dabei sind, dass es sich gesehen und verstanden fühlt. Also da auch irgendwie genau zu gucken. Das stimmt, aber wenn du vier Kinder hast, du müsstest eigentlich mal ein Video mitlaufen lassen und sehen und dich da so ein bisschen entlasten und sehen, wie viel deine Kinder lernen und dabei sind von der Seitenlinie aus. Also während du was klärst mit der Kleinen, guckt die Große zu und lernt. Und das ist auch Beziehung, weißt du, die ist dabei. Die lernt warten, die lernt folgen, also gucken, was passiert denn da und lernt, aha, wie löst man denn die Situation. Wenn du mit der Großen was machst, kannst du mal schön sehen, dass alle Kinder dabei sind. Du musst nicht eins zu eins die ganze Zeit dir den Stress machen. Oh, ich habe jetzt hier nicht genug gefördert. Sondern es passiert unglaublich viel, wenn dein Kind zuguckt. Manchmal mehr, als wenn es im Fokus steht. Kennen wir alle, oder? Also wenn der Lehrer uns direkt fragt, sind wir so im Stress. Dass wir das teilweise besser lernen, wenn wir einfach zugucken können. Ach, guck mal, meine Schwester hat ein Kuscheltierproblem. Wie löst man das? Aha, so geht das. okay, da kann man wahnsinnig viel bei lernen. Manchmal wertvoller als der direkte Kontakt. Aber ich bin ja gerade in der Wackelzahn-Pubertät und in der richtigen Ohr-Pubertät und ich habe so oft das Gefühl... Also Sissi, entschuldige mal, Vicky, du hast jetzt aber auch wirklich einiges an den Hacken. Ja, ich habe wirklich einiges an den Hacken. Und wenn du das jetzt gerade sagst, die lernen davon. Ich finde, manchmal habe ich dann immer so das Gefühl so, okay, bei uns läuft ziemlich viel auch gut und man ist ja das ist ja genau das, was du auch mal so beschreibst in deinem... So, Social Media ist ja super und diese ganzen Sachen, aber man hat immer so das Gefühl, okay, das muss jetzt alles so laufen, dann ist aber die, also von der Theorie und die Praxis ist ja doch immer noch eine andere und das funktioniert ja nicht immer gleich und gerade bei vier Kindern hat man so das Gefühl, jetzt haben wir heute mal einen, Familiensonntag und jetzt wollen wir mal, also gerade bei meinem Mann oft so, dann denke ich, ja, das ist doch schön, dann spielen wir mal Spiele und dann läuft das aber nicht so rund, weil dann wieder einer irgendwie einen Aussetzer hat, der der, keine Ahnung, der hat jetzt wieder seine fünf Minuten, weil ihm irgendetwas nicht passt und Gefühle sind ganz, ganz groß, sodass man dieses Bild, was man eigentlich so im Kopf hatte, das wird jetzt total harmonisch. Das ist ja das echte Leben. Aber man hat ja so dieses Bild, also die spielen jetzt gerade zum Beispiel immer total viel Mensch ärgerlich auch zu viert, so gerade deren Spiel. Echt? Wie toll. Ja, das ist super. Aber... Mit der Kleinen auch schon dabei. Die kann richtig gut Mensch ärgerlich spielen. Oh, das ist ja toll. Super. Aber sie hat ihre Gefühle natürlich noch nicht so. Sie hat immer Gewinn. Mhm. Und dann schmeißt der große Bruder sie vor dem Tor raus. Und dann ist Alarm. Und dann sagen wir zu ihr, ja, das heißt, der Mensch ärgere dich nicht. Und dann hast du wirklich diese Situation, dann ist der Große halt genervt, weil der hat da natürlich noch keinen, der denkt so halt so, was ist jetzt schon wieder los, jetzt spiel ich schon mit denen. Also man hat da so dieses Bild vor Augen und das echte Leben ist ja nicht so. Das ist alles so. Ah, aber das hast du schön gesagt, genau. Genau, dass es einfach ein Bild ist, was wir im Kopf haben. Und das hast du doch bestimmt bei Geburten aber auch. Man hat doch so ein Bild im Kopf, wie das alles läuft. Und dann weißt du halt, okay, in echt läuft es in den meisten Fällen anders, als man das im Kopf hat. Und das ist bei im Familienleben genauso. Du kannst dich eigentlich entspannt von dem Bild verabschieden. Ich denke immer, wenn Claudia jetzt auf meinem Sofa sitzen würde und sich die Szene angucken würde, dann würde ich immer denken, okay, wie würdest du das jetzt machen? Dann würde Claudia wahrscheinlich sagen, ach wie schön, hier ist lebendig, das echte Leben, die spielen zu, also du bist viel härter in deinem Kopf mit dir, als ich es jemals wäre, wirklich. Das ist immer das Erste, was man so versteht, dass man von außen sagt, Mensch, wie viele Phasen es gibt, die spielen zu viert, Mensch, ärgere dich in diesen unterschiedlichen Lebensphasen, Hammer. Und natürlich läuft es nicht gut. Sie lernen ja noch Konflikt und Beziehung, aber sie spielen zusammen und offensichtlich mehr als einmal. Ja, hervorragend, super, alles richtig gemacht. Stempel drauf. Aber die streiten halt auch. Ja, ach was. Und das tun ja erwachsene Menschen auch. Und bei Kindern ist es sogar gut, weil durch Streiten lernt man so viel. Also Konflikte lernen, großartig. Und gerade wenn du dann sagst, der Große oder, warte, dein Großer ist ein R oder ... Ich habe einen Sohn und der muss mit drei jüngeren Schwestern auskommen. Wie schön, dass du da auch Mitgefühl hast. Genau, und wenn der das dann regelt, wie großartig, weil der regelt das auf eine andere Weise, als du es regeln würdest. Der macht das wahrscheinlich weniger pädagogisch und das ist großartig, das echte Leben. Es läuft, vielleicht machen wir es dann so, immer wenn ich mit dem tatsächlich Video komme, dann zeige ich dir die guten Situationen. Das ist nämlich interessant, dass wir das ausblenden. Also es ist total interessant. Das ist so, ja, so soll es laufen, normal, ja, ja, ja, ja, ja. Und dann fokussieren wir uns auf die schlechten Methoden. Wir haben im Club, wir haben ein Positiv-Tagebuch. Jeden Sonntag schreiben wir auf, was gut gelaufen ist. Und es ist total interessant, also wer Lust hat natürlich nur. Und es ist total interessant, wie schwer das ist, dass man so, okay, was ist eigentlich gut gelaufen? Da muss man das Gehirn wirklich drauf trainieren, weil unser Kopf ja leider so strukturiert ist, dass wir das Negative behalten. Das macht auch Sinn, weil Negatives ist potenziell gefährlich oder da muss ich was mit machen. Das behalte ich und das Positive, das kann ich so durchwinken. Und da kannst du dein Gehirn wirklich umtrainieren. Macht doch mal spaßeshalber. Zähl mal morgen die guten Momente. Ey, das sind wahnsinnig viele bei dir. Garantiert. Auf jeden Fall. Haben alle gehört, sie hat gesagt, ja stimmt. Stimmt, es war klein und leise und sie sagt sofort was, aber sie hat gesagt, ja stimmt, yeah. Ach, du bist lieb. Ich würde gerne nochmal, jetzt haben wir ganz viel über meine persönliche Situation, aber das ist ja wirklich so etwas, was gerade wenn du so viele Altersgruppen da gerade hast, also dieses wirklich 3, 6. 12 und 15, das ist halt wirklich, und ich sage dann immer zu meinem, das ist doch alles ganz normal, Die haben halt alle ihre Phasen, also alle Gehirnentwicklungsphasen haben wir hier gerade. Sie sind auf jeden Fall intensiv. Also drei, sechs, zwölf und fünf ist wirklich alles so. Ja, also da könntest du auch gut noch ein Buch drüber schreiben. Aber ich wollte gerne nochmal auf ein Thema zurückhaben, vielleicht für meine Community. Dieses Thema... Was ich heute auch wieder hatte, ich hatte es im Wochenbett, Großmutter ist da, dreijähriges Geschwisterkind, das ist ja auch einfach neues Baby, das ist ja auch wirklich eine Familie, muss sich erstmal auf die ganze neue Situation und jeder seine neue Rolle finden und dann war das Thema Grenzen setzen. Da würde ich gerne nochmal, weil das ist ja wirklich von der älteren Generation so immer, also da muss man auch ganz klare Grenzen setzen. Und ich glaube, das nochmal wirklich auch nochmal ein bisschen besser zu verstehen, das Missverständnis rund um das Thema Grenzen setzen und wie gelingt diese achtsame Balance, dass wir natürlich liebevoll führen wollen, unsere Kinder begleiten wollen und aber emotional mit ihnen in Verbindung zu sein. Weil das ist ja wirklich etwas, was ja viele Generationen nicht gemacht haben und wir sind jetzt so die neue Generation, die einfach viel mehr auch wissen, du als Psychologin weißt ja viel mehr über die Gehirnentwicklung und so weiter, aber das ist ja wirklich immer dieses große Thema, klar Grenzen sind wichtig, aber wie bleibe ich in Verbindung? Da würde ich jetzt gerne nochmal ein bisschen mit dir drüber sprechen, was wir Eltern da tun können, um halt einfach nicht in dieses... Überhaupt gar keine Grenzen zu setzen und man will, also das ist ja so diese große Frage auch, die wir jetzt auch mit bindungsorientierter Erziehung und Grenzen setzen. Also es vermischt sich ja alles gerade so ein bisschen und ich habe immer das Gefühl, wenn jemand da was sich zu äußert, ich meine Social Media, ich weiß nicht, ob es bei dir steht. Und ich glaube, du kriegst überhaupt, du machst so tollen Konten, merkst du es auch manchmal, dass so einige Leute dann immer sofort, also man hat ja nur so kurze Ausschnitte, wenn du auch etwas erklärst, das ist ja so ein eine Minute Video, da kannst du ja gar nicht immer alles ganz so genau erklären, wie du es als Therapeutin ja in einer Beratung ganz anders machen würdest, kriegst du da auch viel so Rückenwind? Aber ich vermische schon wieder so, wir fangen jetzt erstmal mit den Grenzensätzen an. Wir fangen mit dem Grenzen setzen an. Okay, also Grenzen setzen ist wirklich, das ist ganz schwer, weil es so ein unheimlich nebulöses Wort ist. Was heißt denn das? Grenzen setzen. Das ist so, guck mal, was für ein Bild dabei entsteht in deinem Kopf. Da ist gar nicht so ein richtiges Bild dazu. Darum brauchen wir das wieder halt total konkret. Ein Zaun ist da. Was ist da? Also gefühlt, wenn du mir jetzt sagst, ich soll es bildlich dir beschreiben, also sag mal Grenzen setzen, ist ja sozusagen wie vor etwas einen Zaun setzen. Ja, okay, das ist ein Bild, genau, ein Zaun. Okay, das stimmt, das könnte entstehen. Ansonsten weißt du aber nicht konkret, wie du das tun sollst. Und ich bin ja immer so ganz so, geh an die Basis, mach es konkret. Und darum halt, weißt du schon mal, aha, ist das hier eine Leitungssituation? Gibt es hier irgendwie eine Struktur, die wir einhalten müssen? Dann geht es auf jeden Fall darum, dass ich das irgendwie leite. Und um die Großeltern mal mit reinzunehmen, ich bin ja immer so ein bisschen vielleicht ketzerisch für einiges, ist ja... Also, wenn wir das völlig verdammen, was die da alles gemacht haben, ich sehe das halt ganz oft, dass die ein gutes Gefühl dafür haben, wann jetzt eine Grenze da ist. Die haben noch mehr Mut dazu, Grenzen zu setzen. Und das heißt, wenn du dich traust, könntest du da tatsächlich mal deiner Schwiegermutter oder wem auch immer zuhören und sagen, aha, die hat ein starkes Gefühl von der Grenze. Vielleicht ist es tatsächlich so, dass hier jetzt eine Grenze angesagt ist. Sie hat nur die Art und Weise ganz, ganz anders gelernt. Und so wollen wir das nicht. Aber es ist so dieses Gefühl für, hier fehlt jetzt Leitung. Da kannst du vielleicht mal ein bisschen aufmerksam hinhören und sagen, aha, vielleicht ist es wirklich so. Weil wir haben einfach das so ein bisschen verwässert und leiten halt sehr oft nicht. Und müssen dann extrem leiten. Also eigentlich muss man gar keine Grenze setzen. Wenn man von vornherein leitet, dann bist sozusagen du die Grenze. Und dann bleibst du immer in Verbindung und coach dein Kind dadurch. Ich sehe dich doch lieber als Coach, dass du dann halt wirklich sagst, nee, das machen wir jetzt nicht. Nö. Und das ist einfach so eine Grenze, wo du einfach nur durch deine Haltung hauptsächlich aussagst, hier ist jetzt Stopp. Es geht nicht so sehr um die Worte, die du gebrauchst. Es geht auch nicht so sehr, viele basteln immer so an den Worten rum, was sie jetzt sagen sollen. Aber eigentlich geht es wirklich um deine Haltung. Und du kannst vielleicht sehen, ich hatte das mal bei meinen Kindern Die haben das Verfahren mal abgekürzt. Also wir waren irgendwie, wenn wir eingeladen waren, zu Besuch irgendwo, dann kamen die angelaufen und wollten halt noch länger bleiben. Und sagt, Mama, können wir noch ein bisschen bleiben? Und dann gab es zwei Möglichkeiten. Wenn ich mit mir selber nicht klar war und wenn es nur einen kurzen Moment gab von, ja, dann habe ich auf die Uhr geguckt. Und dann haben sie gerufen, danke Mama, und sind weggelaufen. Ich war so, hatte ich schon irgendwas? Ich hatte gar nichts gesagt. Aber sie wussten genau, aha, sie ist nicht so ganz klar, dann können wir das hier abkürzen, weil dann können wir sie auf jeden Fall überreden, dass wir noch bleiben, alles klar und tschüss. Und wenn ich hingegen sofort ganz klar war, nee, es ist super spät, wir müssen jetzt los, dann funktioniert es auch. Also du musst ein bisschen gucken, ist es wirklich deine Grenze oder denkst du nur, du solltest jetzt vielleicht eine Grenze setzen, das ist ein totaler Unterschied. Okay, da beschreibst du ganz klar, wie du das gemacht hast. Aber kann ich jetzt wieder eine Situation, also ein Fallbeispiel nennen. Ja. Ich hole meine Tochter, die Sechsjährige, irgendwo ab. Und egal, wann ich komme, auch wenn ich, ich rufe meistens jetzt schon vorher an und sage so, hey, ich bin jetzt auf dem Weg, ich hole dich ab und wir fahren dann auch nach Hause. Sie kriegt überhaupt gar nicht gut diese Überleitung hin. Dass das jetzt vorbei ist. Auch wenn ich ganz klar bin, ist es immer eher ein, es ist super anstrengend, also weil für sie ist es anstrengend, sie will nicht gehen, das heißt sie da wegzukriegen, ist eine Katastrophe und es endet dann oft einfach in einer... Total doofen Situationen für uns beide. Ich bin einfach, weil ich habe gesagt so, ich habe eine ganz klare Ansage gemacht, so das und das und das, ist das okay für dich? Sie sagt vorher Pinky Pinky, eingewilligt. Das ist immer so unser Leitspruch. Ach echt, wie schön, Pinky Pinky? Pinky Pinky und dann... Ganz kurz, was heißt das Pinky Pinky? Heißt, ist also nach dem Motto... Keine Ahnung, es hat sie mir so, Pinky ist es so, versprochen wird auch nicht gebrochen. Ah, toll, Pinky Pinky, super. So, Und dann haben wir eine ganz klare Verabredung und dann ist sie natürlich in ihrem Spiel und so. Und dann, da bin ich dann halt auch, denke ich ja so, okay, wir haben eine klare Verabredung. Ich weiß, es ist schön, ich weiß, wir werden uns wiedersehen, aber es ist immer Drama. Danach, wenn sie aus ihrem Gefühl wieder rauskommt, aus ihrer Wut, aus ihrer Enttäuschung, sagt sie mir, Mama, es tut mir so leid, dass ich wieder so, dass sie so. Aber es ist ganz schwer und da denke ich halt so, wie kann ich ihr helfen? Also wir haben ja schon, also nicht so, ich habe nicht auf die Uhr geguckt und habe überlegt, sondern ich bin ganz, ganz klar. Oder ich sage, wir gucken jetzt eine Folge Süderhof. Das ist gerade ihre neueste Leidenschaft, die wirklich von den uralten Folgen. Das ist so krass. Das ist super so. Und ich sage, wir machen eine Folge, Pinky Pinky. Und dann ist es natürlich so spannend, kenne ich ja selber, wenn ich eine Serie gucke. Ich gucke ja dann auch noch eine Folge, noch eine Folge. Aber da habe ich eine ganz klare Grenze gesetzt. Die ist dann so schwierig, ich denke halt so, okay, ich kann jetzt nicht nach, also weil dann funktioniert es, also ich nehme sie, aber es ist immer Drama und das ist so, Claudia, was dann? Also erstens. Ich glaube, ich bin nicht die Einzige. Nein, bist du gar nicht. Also erstens bist du da, ehrlich gesagt, viel weiter, als du denkst, weil wenn sie immerhin danach es schon schafft zu sagen, ach Mensch, das war jetzt blöd, das hätte ich anders regeln müssen, das ist ja der Anfang. Man ist ja am Anfang zu spät immer in der Situation und sagt sich, oh nee, das war jetzt nicht so gut, das versuche ich das nächste Mal anders und das dauert aber sehr, sehr lange, bis man das kann. Also ehrlich gesagt, das üben wir doch auch alle noch, oder? Wenn du mir sagst, du hattest jetzt noch in den letzten zehn Jahren nie einen Wutanfall oder irgendwas, wo du im Nachhinein sagen würdest…, Ja, das hätte ich jetzt echt mal anders regeln können. Dann glaube ich, das hätte ich nicht. Total, auf jeden Fall. Aber das ist schwer. Das heißt, was du jetzt machen könntest, also du hast es vorher besprochen, super, sie ist schon sechs. Sie hat ein bisschen mehr, ein bisschen mehr als deine Dreijährige, schon so ein Gefühl von aha. Aber das, was du hast, eben dieses Mensch, ja jetzt gehen wir und dann sehen wir uns ja wieder. So dieses Gefühl für Zeit und die Situation ist nicht nur einmalig und das war's. Das hat sie ja noch gar nicht. Das heißt, was jetzt wirklich wichtig wäre, Übergänge sind mega schwierig. Ich habe vorher tausend Sachen versprochen, aber wenn ich in der Situation drin bin, dann bin ich ja in den Geräuschen, den Gerüchen, diesem Spaß und dieser Verbindung da, bin ich ja voll drin. Und die Frage ist, wie kannst du den Übergang so gestalten, dass der leichter wird? Kannst du nochmal für, es dauert nicht lange, für so 10 Sekunden erstmal in ihr Spiel reingehen, dir, keine Ahnung, irgendwas zeigen lassen. Könnt ihr was mitnehmen von da? Kannst du was mitbringen von zu Hause, was es ihr leichter macht? Weißt du, irgendwie so klassische Übergangsobjekte. Irgendwas, was ihr den Übergang leichter macht. Das ist unendlich schwer. Das ist für ein Kind, wie, also von einer Situation auf die andere zu wechseln, ist wie, als würdest du in einer fremden Stadt landen. Weißt du, kennst du das, wenn du so aussteigst, kommst am Bahnhof an und du bist erst mal völlig neu und orientierungslos. So, warte, wo sind hier die Taxen? Mein Hotel? Nee, Stadtplan? Nee, wo ist jetzt der Ausgang? So ist jede Übergangssituation für dein Kind. Und die Frage ist, wie kannst du das gut gestalten? Hat sie irgendwas, was sie mag? Ihr habt doch so viele Kuscheltiere. Sie hat den Hasen nicht gekauft, aber vielleicht irgendwas anderes. Wir haben so viele Kuscheltiere. Kannst du irgendwas mitbringen von zu Hause? Oder irgendwas mitnehmen von da? Wir brauchen einen weichen Übergang oder kann die Freundin sie noch mit ans Auto begleiten und von da winken und nochmal Hallo machen. Wie kriegen wir diese beiden Situationen so ein bisschen verzahnt, dass sie eine Chance hat? Weißt du, das wäre die Frage. Der Bruch ist so schwer. Ja, es ist einfach bei ihr, glaube ich, einfach schwierig. Es gibt ja dann auch Kinder, die dann leichter in diese Übergänge kommen. Ich glaube, sie ist da wirklich sehr intensiv in ihren Gefühlen drin. Und das macht es halt als Eltern, glaube ich, auch nicht immer einfach. Und ich glaube auch, hätte ich jetzt ihren Charakter so, wäre das mein erstes Kind geworden, hätte ich, glaube ich, nicht so schnell einen zweiten. Also da wäre der Übergang bei mir auch. Ja, das ist gar nicht negativ gemeint. Nein, gar nicht, ich finde das so schön. Diese Gefühle zu begleiten, deshalb habe ich ja am Eingang schon gesagt und es tut mir gerade total gut, es ist eher eine Folge heute für mich, ich hoffe. Dass wir das schon richtig begleiten, aber manchmal ist man ja wirklich einfach so erschöpft und auch fühlt sich so getriggert, weil man denkt so, okay, ich habe jetzt echt alles, also viele Dinge, die in meiner Macht stehen, zu machen. ach, vielleicht hätte ich den Übergang noch ein bisschen besser machen können. Also zum Beispiel kannst du auch nie sie irgendwo abholen und dann hast du keinen Snack, also ob du einen Apfel dabei oder so. Ah, das ist auch gut. Also die geht voll schnell in die Unterzuckerung. Also da muss man wirklich immer gucken. Und sie ist halt schnell in ihrem Gefühl und ist da sehr, was ja eigentlich auch ein Positiv. Also ich glaube, wir haben ja auch so eine Gesellschaft, wo Kinder, die sehr gefühlt, also ich mag dieses Wort gefühlt stark sind, aber sind ja immer eher so ein bisschen die so anecken und andere, die so ruhig sind, sind halt die Braven. Das ist ja auch, also es ist sehr gut, dass sie in ihre Gefühle gehen kann. Aber was diese Übergänge macht, das ist natürlich immer sehr erschöpft. Und wenn man natürlich total entspannt ist und man kommt gerade vielleicht von so, aber man denkt, wenn ich jetzt im Kopf hatte, okay, da muss die anderen auch noch einsammeln, da muss ich noch Abendbrot machen und so weiter, dann ist man ja nicht so in seiner Mitte. Und ich glaube, das sind die Situationen, die viele Eltern, die jetzt vielleicht gerade zuhören, kennen, wo man einfach, sich selber gerade so auch getriggert fühlt und denkt so, hey, ich hab doch jetzt echt alles versucht, du hattest einen tollen Nachmittag, du durftest das machen und da dann achtsam zu reagieren. Finde ich es echt immer auch eine Herausforderung. Total. Und das ist eine Herausforderung. Und das bleibt eine Herausforderung. Es wird sich niemals alles perfekt lösen lassen. Wirklich nicht. Und das ist auch nicht notwendig. Es ist wirklich nicht notwendig, dass es perfekt ist. Das meine ich ganz ernst. Wir hatten mal so eine illustre Runde von, was waren das? Lauter Psychiater und Psychologen. Und alle waren sich einig, dass es eine Katastrophe für ein Kind wäre. Einen perfekten Elternteil zu haben. Weil ich brauche eben auch was, woran ich mich reiben kann. Und ich entwickle mich auch im Gegensatz zu. Weißt du? Und nicht nur genauso wie. Und ich will ja ein Mensch werden. Ich will ja lernen, das ist jetzt blöd gelaufen. Wie löst man das denn wieder? Das war ein Konflikt. Wie kann ich das denn machen? Aha, was macht man denn? Man denkt danach nochmal drüber nach. Man entschuldigt sich vielleicht. Und dann macht man es wieder gut. Und so läuft ja das ganze Leben. Es läuft ja nicht gradlinig. Also auch das Erwachsenenlebenden ja nicht. Insofern wäre das total toll, wenn wir das schon gleich beibringen. Es läuft nicht perfekt hier, Leute. Ist so. Ja, aber ich glaube, da haben wir auch so die Verantwortung als Fachperson. Ich denke mal so, es ist bei mir im Hebammenbereich, dass man halt, also man hat da ja so das Gefühl, eine gute Geburt ist eine vaginale Geburt ohne Schmerzmittel. Und wenn man das halt nicht erreicht, dann hat man keine gute Geburt gehabt. Bei dir ist es wahrscheinlich so, dass halt alle deine pädagogischen Ratschläge, die du halt gibst und wenn das nicht immer so, wenn ich das nicht immer einhalten kann, dann habe ich halt Versag und ich glaube halt so, dieses... Zu sagen, ich bin Mensch, ich bin auch ein Mensch, ich mache Fehler und ich glaube, das ist auch die Aufgabe, die wir als Expertinnen in unseren Bereichen haben. Nur zu sagen, weil du wirst es dir mit, also du hast jetzt erwachsene Söhne, aber ich glaube, du kannst dich ja auch noch zurückerinnern an Situationen. Klar. Also du hast ja, bevor du Mutter geworden bist, wahrscheinlich dein Studium beendet oder hast du die im Studium oder warst du schon fertig? Ich war schon gerade fertig, ja. Aber dann hat man ja so, dann hast du die Praxis, dann hast du die Theorie und wie war das für dich so, dann wolltest du das ja auch anwenden und dann kommt dein erstes Kind zur Welt und man denkt so, ja. Genau. Und vorher hat man diese, da fand ich das auch so toll, selber Kinder zu haben, vorher hat man diese, ich habe das die Restarroganz genannt, dass man so dachte, ja komm, das ist ja nun nicht. Also jetzt kann man doch mal eben. Und dann sagt man, oh, oh, also Moment, ich mache das Ganze komplett übermüdet mit tausend anderen Sachen im Kopf und bin dabei total im Stress. Ach so, okay, alles klar. Und dann einfach dieses, da kommen wir wieder auf dieses nett zu sich sein. Weißt du, das ist wirklich ein Zaubermittel. Das haben wir alle nicht so gern und das wird immer ganz schnell weggewischt. Aber diese Idee, dass ich einfach auch ein Mensch bin und wenn ich so zu mir bin, wie ich zu meinem Kind gerne wäre, leider ist man ja zu den anderen immer so, wie man zu sich selber ist, also das ist ein entscheidender Hebel, dass du einfach sagst, das Leben muss nicht perfekt sein. Es ist nie, in keinem Moment perfekt. Es gibt keinen Tag, wo du nicht mal, selbst wenn du im Urlaub am Strand und alles wunderschön, dann hast du irgendwie überall Sand oder das Essen kommt zu spät oder der Bus fährt weg. Das Leben ist nicht darauf angelegt, perfekt zu sein. Und Erziehung wirklich auch nicht. Und deine Beziehung auch zu deinem Partner. Es gehört dazu, dass du dich auseinandersetzt und einfach lernst, Konflikte in den Griff zu bekommen. Und ich finde es auch so schön, dass du einfach so eine Community gegründet hast, weil ich merke immer, wenn man, wir haben ja dadurch, dass sehr viel anonymer alles läuft, also viele Familien sind ja alleine, wir haben nicht mehr so dieses Mehrgenerationen, also ich glaube halt einfach dieses Brücken bauen und miteinander auch, dass wir alle im selben Boot sitzen und sich auszutauschen, ist glaube ich total wichtig, weil ich merke immer, dass viele Mütter gerade, ich spreche jetzt einfach jetzt mal die Mütter an, es sind ja leider immer noch weniger Väter, die mit kleinen Kindern zu Hause sind. Dass sie auch einfach sehr vereinsamt sind und dann halt auch schnell überfordert und ich glaube halt, oder wie ist dein Eindruck? Total, also das ist wirklich der größte Punkt. Also ich bin so, ich bin echt gesegnet, weil diese Community ist sowas von, sind so liebevolle, kluge, unterstützende Mütter. Es ist wirklich, finde ich halt mal selten im Online-Bereich, dass die sowas von, die sind einfach so toll miteinander, das ist so großartig. Und es ist immer unterstützend. Und die meisten sitzen tatsächlich, wenn das Kind klein ist, alleine, wenn man Pech hat mit mehreren, also nicht wenn man Pech hat, aber oft mit mehreren Kindern und brauchen so ein bedürfnisorientiertes Zuhause sozusagen, weil sie in ihrer Umgebung halt sehr wenig Leute haben, bei denen das so ist. Und da gibt es ja teilweise extreme Situationen. Ich habe eine Mama, die sitzt in Dubai im Hochhaus, weil ihr Mann da jetzt hinversetzt wurde. Und das ist echt übel. Sie sagt, sie hat jetzt eine indische Hausangestellte. Alle Mütter drumherum geben einfach ihre Kinder jetzt ab an diese Hausangestellte, aber sie möchte gerne. Bedürfnisorientiert oder bindungsorientiert erziehen und es gibt nirgendwo in der Umgebung irgendjemanden, der das macht und sie braucht wirklich, naja, so Rückendeckung, so Sparingspartner, so. Sie möchte es anders machen als ihre Eltern, wie geht denn das jetzt, dafür gibt es gar keine Vorbilder. Und dazu muss man ja nicht nach Dubai gehen, es reicht ja auch schon, keine Ahnung, wir haben wirklich viele Inseln, so in Deutschland, habe ich jetzt festgestellt, wo man sagt, hier ist nichts. Also in Hamburg ja zum Glück nicht. Da kann man immer noch irgendwo physisch hingehen. Aber in vielen Bereichen tatsächlich auch gar nicht. War mir gar nicht so klar, ehrlich gesagt. Was ist dein Rat vielleicht an Eltern, wie sie sich vielleicht auch Hilfe suchen können? Also ich meine, du hast natürlich da sehr viel schon geschaffen mit deinen Räumen, die du, also durch den Podcast, durch dein Buch und so weiter. Aber wenn man gerade so, Wir haben ja gerade diese unterschiedlichen Alltagssituationen besprochen, wo man vielleicht wirklich auch einfach mal wirklich auch am Ende des Tages weint, weil man denkt so, okay, ich bin total allein und so. Was ist so dein Rat? Und das finde ich eigentlich auch ein ganz schönes Schlusswort für die Folge. Wie würdest du vorgehen? Also dass man diese Überforderung, gerade mit diesen ganzen Gefühlen und Bedürfnissen und trotzdem aber auch noch seine Bedürfnisse zu hören, wie kann ich mir da Hilfe holen? Ich glaube, das ist schon das Stichwort Hilfe holen. Sich nochmal klar machen, dass es nie der Plan war in der ganzen Geschichte der Menschheit, dass ich das alleine mache. Ich war immer Teil einer Gruppe. Wir haben eine sehr seltsame Situation geschaffen. Gesellschaftlich ist das irgendwie so entstanden. Das ist nicht der Plan. Es kann nicht perfekt funktionieren, weil du etwas versuchst, was gar nicht geht. Also so dieses sich eingestehen, das ist der erste Schritt, dass man sich eingesteht, wow. Also bevor man Kinder hat, hat man ja dieses, ich schaffe das alles alleine und ich kriege das auf jeden Fall alleine hin. Und jetzt muss man einfach sagen, nee, ich brauche jetzt Unterstützung. Das Erste ist, sich das einzugestehen, das ist schon der schwierigste Punkt. Und dann finde ich, findet man oft was, wenn man einfach sagt, okay, ich brauche jetzt was. Dann gibt es ja sowohl fachliche Unterstützung als auch im Netz ganz viel Unterstützung. Du kannst dir keine, von der Oma-Hilfsdienst, den gibt es in vielen Städten, wo ältere Damen, meistens sind es Damen, noch Lust haben, dir zu helfen in der Familie. Von Mütterpflegediensten, da kennst du dich ja nun auch sehr gut aus. Aber hast du nicht das Gefühl, dass diese Angebote eher so ein bisschen zu wenig sind? Ja, natürlich. Obwohl ich war jetzt bei den Mütterpflegerinnen und das ist ja enorm, die haben tatsächlich, das Angebot ist so wenig bekannt, dass die tatsächlich noch Kapazitäten haben und auch Welcome und sowas. Wirklich, also ich erzähle ja ganz viel über Mütterpflegerinnen im Wochenbett und dass man das halt beantragen kann und wie wichtig das ist. Oh, wie schön. Ich habe so das Gefühl, dass es jedenfalls in Berlin, hier wo ich arbeite, dass es immer einfach viel zu wenige sind und dass man sich da auch eigentlich mit positiven Tests drum kümmern muss, weil es einfach noch zu wenig Kapazitäten gibt. Und deshalb denke ich halt so diese, und gerade wenn ich mir vorstelle, dass es halt einfach auch Familien gibt, die halt nicht so aufgeklärt sind und die dann wirklich auch viele Kinder haben, die nicht so die Möglichkeiten haben. Das ist halt schon immer sehr schade, dass diese Angebote dann an denen halt, die es vielleicht auch nochmal dringender brauchten, einfach total vorbeigehen. Weil das Mütterpflegerinnen werden ja auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Und siehst du, aber das wusste nicht mal ich. Und ich bin schon wirklich sehr lange in dem Bereich und dachte so, ach, ihr werdet auch. Also es ist wirklich ganz enorm, wie viel, eigentlich müssen wir nochmal so eine Liste machen, Sissi. Was gibt es eigentlich an Unterstützung? Hast du das bestimmt, oder? Nee, also ich glaube nicht vollständig jedenfalls. Also ich war geschockt, als ich dachte, oh wow, ihr werdet von der Krankenkasse übernommen und nicht nur im Wochenbett. Also das wusste ich. Aber dass man auch, wenn man späteren Zeiten, dass sie auch teilweise kommen, wenn das Kind wirklich schon Jahre alt ist und man dann irgendwie noch eine Ausnahmesituation hat, dass es dann auch geht. Das war mir zum Beispiel nicht klar. Und das wäre nochmal cool. Wir machen nochmal eine Liste. Wir teilen irgendwo eine Liste. Wir connecten uns jetzt generell erstmal. Oh ja. Und was ich auch noch sagen würde, also du hilfst ja sozusagen Eltern. Aber du machst es nicht mehr im One-to-One. Oder kann man dich auch noch? Nein, nicht mehr. Weißt du warum? Weil ich festgestellt habe, dass es, weniger hilft. Man denkt ja immer, eins zu eins ist das Nonplusultra. Aber da hast du dann tatsächlich eine Situation und dann stehst du halt oft wieder alleine da. Und dieses in der Community, ey, das ist so viel wirksamer. Das gibt es überhaupt nicht. Wenn man sich zusammen, das kennen wir alle, wenn man sagt, komm, ich mache jetzt mal das und das. Wenn man das vielen Leuten erzählt hat, macht man es sehr viel eher. Und wenn du immer wieder so kleine Impulse hast, ich gebe ja dann immer so. Dienstags haben wir immer so einen Mini-Impuls und Freitag haben wir den Unperfekt-Freitag. Da machen wir dann immer irgendwie eine Frage zu dem unperfekten Familienleben. Und wenn du immer wieder diese kleinen Impulse kriegst, dann hilft das so viel besser, als wenn du sagst, ich mache nur eins zu eins, darum mache ich jetzt tatsächlich nur noch das. Und du reist natürlich auch viel mehr Leute. Genau, genau. Das finde ich natürlich auch sehr schön. Und dieses gemeinsam, ich bin ein totaler Community-Typ. Ich glaube immer, dass es in der Gruppe besser geht. Ja, richtig schön. Also vielen Dank für dieses wunderbare Gespräch, auch für mich als Mutter. Es hat mir nochmal ganz viel gegeben und den Ansatz deiner Community finde ich super, weil gemeinsam sind wir einfach stärker und können uns austauschen und es ist einfach auch nicht, und da kann ich wirklich aus persönlicher Erfahrung sprechen, es ist wirklich so unterschiedlich und egal, ob vier Kinder die gleichen Bedingungen haben, es sind super vier unterschiedliche Menschen, die andere Wutanfälle haben und anders in ihren Gefühlen sind. Deshalb ist es einfach immer jedes wieder ein neues Begleiten. Also das kann ich nur mitgeben. Oh, das hast du schön gesagt. Entschuldige, das müssen wir nochmal highlighten. Es war ein sehr schöner Satz. Es ist immer wieder ein neues Begleiten und sogar minutenweise immer wieder ein neues. Immer wieder ein neues Kind. Sehr schön gesagt. Ja, danke schön. Und deshalb vielen, vielen Dank. Es hat viel Spaß gemacht und wir bleiben in Kontakt. Ich habe viele Ideen. Ja, super. Das machen wir. Folgt uns, genau. Ja, folgt uns beiden. Ich packe alles in die Show Notes, dein Buch. die Community und auch deinen tollen Podcast. Und ganz liebe Grüße an Hamburg. Ja, ich grüße zurück nach Berlin, genau. Und bis bald, liebe Claudia. Bis bald. Vielen, vielen Dank für das Gespräch. Es war sehr schön. Ja, danke. Tschüss. Ich hoffe, euch hat die Folge gefallen. Sie war ja auch sehr persönlich und ich finde Claudia einfach richtig, richtig toll und es waren schöne Beispiele und ich habe viel für mich mitgenommen. Und wie ich auch schon davor gesagt habe, ich packe euch alle wichtigen Infos über sie in meine Shownotes. Ich freue mich, ich habe mich auch gleich mit ihr verabredet für eine Folge bei ihr im Podcast, hat sie mich eingeladen und jetzt kommt natürlich noch wieder unser Mythencheck, der ist heute wieder ein Mythos. Ich meine, wenn man die Folge gehört hat, dann braucht man da gar nicht mehr drüber nachdenken, aber es ist ja doch immer noch so, dass viele so denken, nur brave Kinder sind gute Kinder. Das klingt zwar erstmal harmlos, ist aber ein ziemlich irreführender Satz, denn was heißt eigentlich brav? Still sein, nicht widersprechen, immer funktionieren. Viele Kinder, die nach außen brav wirken, schlucken innerlich ganz schön viel runter und sie passen sich einfach an. Das habe ich auch heute erklärt. Meine Tochter ist ja sehr gefühlsstark und bei ihr kann man alles lesen. Und einige Kinder passen sich an, um Erwartungen zu erfüllen. Oft aus Angst vor Ablehnung oder weil sie gelernt haben, nur wenn ich ruhig bin, werde ich gemocht. Aber emotional gesunde Kinder müssen nicht immer leise oder angepasst und freundlich sein. Sie dürfen auch mal wütend, traurig, laut und widersprechend sein. Das gehört zur Entwicklung dazu. Ein gutes Kind ist kein Kind, das also nie auffällt, sondern eins, das sich sicher fühlt, seine Bedürfnisse ausdrücken darf und in Beziehungen lernen kann, was okay ist und was eben auch nicht okay ist. Ihr Lieben, danke, dass ihr bis zum Ende zugehört habt. Ich freue mich natürlich, wenn ihr die Folge liked, wenn ihr mir fünf Sterne schenkt, wenn ihr euch in die Kommentare schreibt und wenn ihr sie gerne weiter schickt. Wir hören uns nächste Woche und bis dahin wünsche ich euch erstmal eine schöne Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an, Und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.