Ihr Lieben, herzlich willkommen. Es ist wieder Donnerstag. Es gibt eine neue Folge Soundsfamilie für euch. Und ich freue mich heute mit einem Thema, was mich täglich als Hebamme jeden Tag beschäftigt, natürlich aber auch als Mutter beschäftigt hat und was ein so großes Thema ist, wo es so viele Meinungen gibt, so viele Empfehlungen, aber oft auch ganz viele Mythen. Und ich habe eine Frau heute mir eingeladen, die mich seit ganz, ganz vielen Jahren als Hebamme begleitet. Und die ich immer fragen kann und die eigentlich immer eine Antwort hat auf diese Fragen. Und ich habe heute Katrin Bautsch bei mir zu Gast. Sie ist Still- und Laktationsberaterin, IBCLC und sie macht diesen Beruf seit, also sie ist auch noch Kinderkrankenschwester und sie begleitet Eltern seit fast 30, 40 Jahren? Über 40 Jahre. Über 40 Jahre. Also sie sieht natürlich blendend jung aus, sitzt sie mir hier gegenüber. Herzlich willkommen Katrin, schön, dass du da bist. Oh Sissi, danke, dass ich hier sehen darf. Es freut mich richtig. Ja, ist richtig. Du hast einen eigenen Podcast, wo du über das Stillen redest. Und ich wollte gerne mit dir heute eine Folge machen. Wir könnten uns jetzt wirklich Tage treffen, weil Stillen so vielfältig ist und es gibt so viele Besonderheiten, individuelle Fälle. Aber ich wollte einfach mit dir heute so eine Folge machen. Einmal... Ein bisschen beleuchten, also gerade, dass es auch vielleicht Großeltern hören, werdende Eltern, aber auch einfach Menschen, die vielleicht gar nichts mit Stillen zu tun haben, weil Stillen ist ja schon, betrifft uns alle. Und wir sehen ja aktuell gerade in den Zahlen, gerade in Deutschland, dass wir einen so großen Stillrückgang haben. Und das ist natürlich sehr besorgnungserregend, weil man denkt ja immer, Stillen ist ganz natürlich. Aber wir beide wissen, dass man Stillen erstmal lernen muss. Und das ist gar nicht so einfach. Ja, was ich in der Praxis bei mir erlebe, Sissi, ist ja auch, dass Eltern häufig hinterher überrascht sind, wie viel Arbeit in dem Stillthema steckt, aber auch das Leben mit dem Baby, die Verantwortung, die man plötzlich hat von einem Tag zum anderen und freut sich zwar während der gesamten Schwangerschaft aufs Kind, bereitet sich vor, aber meist doch eher auf die Geburt. Mit Geburtsvorbereitung und ja, man kauft ein Bettchen oder einen Wickeltisch und schaut, welche Kleidung man benötigt. Vielleicht auch Utensilien, um das Kind zu ernähren. Aber so mit dem Stillthema beschäftigen sich die wenigsten jungen Familien im Vorfeld. Es kommt ja, es ist ein natürlicher Prozess, ist es ja auch, aber unsere Kultur fehlt ja. Wir haben ja keine Stillkultur bei uns im Land. Das ist anders als in Skandinavien beispielsweise. Was machen die Skandinavier anders? Ich hatte jetzt gerade ein ganz interessantes Erlebnis und zwar eine Ärztin aus Göteborg. Die ist aus Göteborg gekommen, weil sie ein Thema hatte und das mit mir besprechen wollte. Und sie hat jetzt ihr Kind in Schweden geboren und es läuft da ganz anders. Also die Hebammenbetreuung ist bei uns ja erstklassig und wunderbar. und das. Muss man auch nochmal wirklich wissen, dass diese Hausbesuche, die die Frauen hier erfahren von Fachfrauen, also Hebammen in der Wochenbettzeit in anderen Ländern gar nicht gegeben sind. Trotzdem hat Schweden eine andere Stillkultur. Die haben einen anderen Anfang und es wird mehr zum Thema gemacht, dass Stillen natürlich ist. Dass man Hilfe erfährt, dass die Unterstützung da ist und dann geht man als Familie in ein Zentrum. Dort gibt es dann Kinder, Krankenschwestern und Hebammen, die sich dann um die junge Familie kümmern. Aber diese Hausbesuche, wie es bei uns in Deutschland angeboten wird, gibt es dort gar nicht. Mittlerweile ist ja Hebamme ein Studium, also ein Bachelorstudiengang. Ich habe noch eine Ausbildung abgeschlossen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, wir hatten zwar eine Dozentin, die uns unterrichtet hat, die war auch Stillberaterin. Aber wenn man so frische Hebamme ist. Und dann so im Beruf ist, dann ist man natürlich super unerfahren, weil das, was man lernt, ist die Theorie und die Theorie ist jetzt auch nicht so intensiv, würde ich mal sagen. Und dann muss man natürlich eigentlich auch als Hebamme ja erstmal ins Lernen kommen. Und da bin ich schon ganz früh mit dir in Kontakt gekommen, weil wenn es läuft, dann läuft es. Aber so diese besonderen Fälle und ich merke jetzt immer wieder noch, dass es ja noch so viel mehr ist, was da zusammenspielt. Das ist ja nicht nur die Mutter, die ihre Brüste mitbringt, sondern das Baby und die Geburt. Also wie ist die Geburt verlaufen und was kann man da tun, damit sich Familien, damit sich Frauen einfach besser vorbereiten, weil die Geburt ist ja essentiell wichtig, auch für einen guten Stillbeginn. Und wir haben zwar, steht ja ganz oft überall, dass wir babyfreundliche Krankenhäuser haben, aber die Realität sieht ja dann doch leider anders aus. Ich meine, du hast ja die ersten Krankenhäuser in Deutschland auch zertifiziert und ich würde gerne mal wissen, wie du gerade unseren Zustand einschätzt, den wir in Deutschland haben, was das angeht. Also weil die meisten Frauen bekommen ihre Kinder in der Klinik. Und wie ich den Zustand einordne, also mich macht der traurig, ehrlich gesagt, weil ich bin seit 1979. Also wirklich schon lange Kinderkrankenschwester und habe dann auch lange auf frühgeborenen Intensivstationen gearbeitet, auch im Ausland. Und für mich war das Thema Muttermilchernährung und Stillen und insbesondere für die Kleinsten, für die Schwächsten, für die, die am meisten Schutz benötigen, immer ein essentielles Thema. Und als wir das erste Mal diese WBTI-Untersuchung hatten, also weltweite Befragung, wie sind die Stillsituationen, wie sind die unterschiedlichen Hilfsangebote in den unterschiedlichsten Ländern, Europas und weltweit und die Zahlen dann publiziert wurden und wir an vorletzter Stelle in Europa standen. Das war 2017. Da habe ich schon Schreck bekommen. Dass wir so mittelfeld sind, war so meine Erfahrung oder meine Erwartung eher, aber dass wir so weit abgeschlagen sind, das hat mich schon sehr betroffen gemacht. Wer war auf Platz 1? Ich habe es jetzt nicht mehr im Kopf. Ich weiß, dass Österreich auf dem letzten Platz war damals. Das hatte ich mir noch so gemerkt. Aber die Skandinavier sind natürlich auf Platz 1. Die haben sich aber überhaupt nicht an den Untersuchungen. Die haben uns unterstützt weltweit mit den Fragenkatalogen und so weiter. Aber man sieht es auch an den Zahlen. In Deutschland ist es zum Beispiel so, dass mit vier Monaten ungefähr von den Frauen, die stillen wollen, noch 32 Prozent stillen ausschließlich. Und mit sechs Monaten nur noch 12 Prozent. Das ist mitnichten gar nichts. Ich glaube, es ist wichtig, dass du nochmal ausschließliche Stillen erklärst, weil das ist, glaube ich, auch vielen gar nicht bewusst. Ich würde gerne noch kurz einen Ausflug machen zu WHO. WHO gibt ja mal wieder Zahlen auch raus und erwartet oder wünscht sich auch weltweit eine Stillquote von mindestens 50 Prozent mit sechs Monaten ausschließlich im Stillen. Und das betrifft nicht die Entwicklungsländer oder Schwellenländer, sondern es betrifft uns als Industrienation umso mehr, weil wir ganz, ganz viele Zivilisationskrankheiten unterdessen haben und die kommen auch über die Fehlernährung und die beginnt im Säuglingsalter. Und ausschließliches Stillen bedeutet, ich stille oder das Kind wird mit Muttermilch ernährt, ausschließlich ohne Pränahrung, also ohne Formularnahrung. Und wenn ich einmal zugegeben habe, ist es ja kein ausschließliches Stillen mehr. Das ist dann kein ausschließliches mehr und das verwischt auch die Statistiken, wenn man sich Allergieprävention anguckt beispielsweise. Weil viele Eltern sagen, ach das war ja nur einmal 30 Milliliter auf der Wochenbettstation oder so. Aber dann hat das Kind ein Kuhmilchpräparat bekommen und somit ist es nicht mehr eine ausschließliche Frauen- oder Muttermilchernährung. Und fällt sozusagen in der Studienlage auch raus. Die werden aber nicht rausgefischt oftmals. Da muss man wirklich ganz genau hingucken. Ist es wirklich ausschließlich oder vollgestillt? Das ist ja schon der Unterschied. Aber dazu gehören eben halt keine Medikamente zum Beispiel oder andere medizinisch notwendige Substanzen. Wo siehst du die größten Probleme, die wir aktuell haben? Die größten Probleme sehe ich zum einen tatsächlich wirklich, dass Eltern nicht gut aufgeklärt sind in Bezug auf Leben mit dem Kind. Dass sie schon oft überrascht sind, dass ein Baby vielleicht 10, 12 Mal trinken möchte in 24 Stunden. Rund um die Uhr, auch nachts und dass sie Bedürfnisse haben und dass sie viel auf den Arm möchten, dass sie viel Nähe und Geborgenheit suchen, dass sie sich nicht ablegen lassen möchten, weil sie sich alleine fühlen. Das ist für mich eine Herausforderung und ich sehe ein ganz, ganz großes Manko in Deutschland auf den Wochenbettstationen, dass auf der Wochenbettstation in den meisten Häusern zwar zugewandt gearbeitet wird, aber nicht stillfreundlich oder stillförderlich. Da kommt ganz schnell die Zufütterung, weil ein Kind... Oder in der zweiten Nacht unruhig ist oder der Nuckel wird angeboten, die Flasche wird angeboten. Es wird häufig was mir Mütter erzählen, wenn sie bei mir sind in der Beratung, wenn sie alternativ zufüttern möchten, belächelt. Ja, da ist wenig Wissen bei den Pflegenden auf der Wochenbettstation und das müsste besser werden. Wir hatten neulich einen gemeinsamen Fall, wo ich irgendwie nach vier Wochen angerufen wurde. Das ist ja meistens so über eine Freundin von einer Freundin. Und dann bin ich da hingefahren und dann war das auch medizinisches Personal. Also der Mann war Arzt, sie war auch Ärztin. Und dann habe ich ihn erst mal, ich habe nur mit ihm telefoniert und gesagt, hört mal erst mal in deinen Podcast rein. Also du hast einen wundervollen Podcast, wo du die unterschiedlichsten Stillleben, heißt er, findet ihr überall, wo es Podcasts gibt, wo du die unterschiedlichsten Probleme, die man so hat, also das schön unterteilt, habe ich gedacht, hört den erstmal durch. Oder hört euch diese, ich habe den glaube ich drei Folgen geschickt. Und dann bin ich dann irgendwie am nächsten Tag hingefahren. Da meinte er zu mir, der Vater so, also wenn das Personal, wo wir in der Klinik waren, diesen Podcast gehört hatte, damit ist schon mal die halbe Miete. Also das hätte er gerne weiter gewusst. Aber da denke ich mir, okay, das ist ein Podcast, den du machst für Eltern. Den hören auch super viel Hebammen, Hebammenstudentinnen und so. Aber das ist eigentlich so, da willst du ja Eltern aufklären. Und dann denke ich mich so, wenn ich jetzt jeden Tag auf der Wochenbettstation arbeite als Gesundheits- und Krankenpflegerin, das ist ja nicht, weil viele denken ja immer, das sind Hebammen auf den Wochenbettstationen. Nicht so, nee. Es sind ja meistens Gesundheits- und Krankenpfleger, dann vielleicht noch mal eine Kinderkrankenschwester. Aber selten arbeiten ja Hebammen eigentlich auch. Das ist ja auch schon ein Problem. und selten arbeiten auch Stillberaterinnen auf dem Wochenbettstation. Und da denke ich so, Wir sind jetzt 2026, warum gibt es da keine, also wenn wir die Zahlen wissen, die du gerade gesagt hast, warum gibt es da keine Pflicht sozusagen, wirklich das regelmäßige Schulungen, so wie man ja Abläufe auch im Kreißsaal macht, da übt man ja auch Notfallsituationen. Situationen, wie ist hier unsere einheitliche Sprache, weil das ist ja glaube ich, was die meisten Eltern auch verunsichert. Da kommt der Frühdienst, dann kommt der Spätdienst, dann kommt der Nachtdienst und jeder erzählt dieser Frau was anderes und die sitzt dann nur da und denkt so, was mache ich jetzt? Das spiegeln die Frauen ja auch. Also gerade die Mütter, die Probleme haben und Schwierigkeiten haben, überhaupt ins Stillen zu kommen. Oder sie leiden unter Schmerzen. Und ihnen wird immer wieder gesagt, ja, das muss wir tun, das ist normal. Oder es wird auch zunehmend mehr, dass die Frauen nicht gut in die Milchbildung kommen. Und diesbezüglich würde ich mir wirklich eine Gute, flächendeckende Schulung wünschen. Aber es gibt ganz wenige Kliniken, die überhaupt Interesse daran haben. Und dieser Podcast ist ja wirklich entstanden, quasi als Verzweiflungstat, könnte man sagen. Weil ich dachte, ich bin über 30 Jahre in Deutschland in der Stillförderung. Ich bilde die IBCLCs aus. Ich habe Klinikschulungen deutschlandweit gemacht. Ich habe jetzt gerade über die ABM, also American Breastfeeding Medicine, international einen Vortrag gehalten. Der ist überall ausgestrahlt worden, von Australien bis USA, Südamerika, Nordamerika. Da ist so viel Interesse da. Aber in unserem Land tut sich nichts, weil es fehlt an, ich weiß nicht woran es liegt, an dem Interesse, an dem Stillen, so nach dem Motto, ja die Flaschennahrung ist genauso gut. Wir haben ja auch das Thema oftmals mit den Kinderärzten. Ja, wenn es das Stillen nicht klappt, dann ist es auch nicht so schlimm. Wir sind mit der Flasche groß geworden. Das finde ich auch okay. Wenn eine Familie nicht stillen möchte, dann ist es okay. Dann finde ich, sollte man sich mit denen hinsetzen und sagen, wie fütter ich ein Kind bindungsnah mit der Flasche? Liebevoll mit der Flasche. Was sehen wir in der U-Bahn, wenn ich U-Bahn fahre, ich fahre meistens mit der U-Bahn zur Praxis, dann sehe ich manchmal Kinder, die alleine ganz klein im Kinderwagen liegen, die Flasche im Mund haben und ein Tuch drunter, damit die Flasche nicht wegkippt. Und da denke ich immer, das arme Kind, nimm doch wenigstens das Baby auf den Arm, wenn es trinkt oder trinken soll oder trinken möchte, Hunger hat. Und da fehlen so ganz viele Dinge und die müssten schon ganz am Anfang geklärt sein. In der Schwangerschaft am besten, über den Gynäkologen, über die Hebammenbetreuung, aber auch in der Klinik, dass man da einen Fokus drauf legt. Du siehst ja in deiner Praxis täglich, du arbeitest ja mit einer Gynäkologin zusammen, die sich... Es gibt ja auch wenige Gynäkologinnen und Gynäkologen, die sich gut auskennen. Das ist ja auch ein Teil der Ausbildung. Das ist ja genauso wie bei den Kinderärzten, die Beikosten. Das ist, glaube ich, irgendwie so zwei Stunden im Studio. Und du arbeitest mit einer Gynäkologin zusammen, die sich ja wirklich wunderbar mit dir zusammenarbeitet, auskennt. Ihr seht natürlich einfach die krassesten Fälle. Also bei euch kommt ja alles das an, wo keiner mehr weiter weiß. Also du siehst ja wirklich die extremen Fälle. Aber wenn man sonst ist, in einer Schwangerenvorsage gibt es ja überhaupt nichts festgelegt, dass Stillvorbereitung da auch mit zugehört. Also da ist ja gar kein Thema. Also es gibt Frauenärzte, die schauen sich die Brust nicht einmal an. Die fragen auch nicht, ist die Brust gewachsen in der Schwangerschaft? Das ist ja die erste Voraussetzung, dass die Frau gut ins Stillen kommt. Und wir wissen auch, dass es zum Beispiel Stoffwechselerkrankungen gibt, wie Schilddrüsenunterfunktion, Gestationsdiabetes, also der Schwangeren Diabetes oder auch Frauen, die einen manifesten Diabetes haben mit Insulinpflicht. Die können alle gut stillen. Das ist nicht das Thema. Auch nach Brust-OPs kannst du wunderbar stillen, aber die Vorbereitung ist eine andere oder das Wissen darüber. Das benötigt dann auch ein bisschen mehr. Warum stimuliere ich meine Brust etwas häufiger als eine andere Mutter direkt nach der Geburt? Warum trenne ich Mutter und Kind nicht nach der Geburt und lasse sie erstmal in Ruhe das erste Mal stillen? Da ist wenig Wissen, auch bei den Fachärzten da. Das muss man wirklich so sagen. Das ist kein Thema im Studium und je nachdem, wo ich meine Facharztausbildung durchlaufen habe, bekomme ich da das eine oder andere mit oder auch gar nichts oder sehr wenig. Was sollte jede Schwangere tun, die jetzt uns vielleicht gerade zuhört? Also du hast gerade angesprochen, es ist wichtig, dass die Brust einmal angeschaut wird. Die Brust und dazu natürlich auch die Brustwarzen. Das ist ja auch immer nochmal, finde ich, die Anatomie zu erklären. Wir reden ja immer viel vom Busen und der Busen ist dazwischen. Das ist ja auch für mich immer so, das ist nicht der Busen. Also wir haben Brüste, wir haben Brustwarzen und in der Mitte sozusagen ist der Busen. Und was sollte eine Schwangere wissen, wenn sie vielleicht nicht die Gynäkologin hat, die sich darum kümmert. Aber was kannst du uns heute an die Hand geben, was sie tun sollte, um einfach sich gut auf Stillen vorzubereiten? Also als erstes finde ich immer ganz wichtig, jede Frau kann stillen. Es gibt wirklich ganz, ganz wenige Situationen. Wo es nicht möglich ist, das können Grunderkrankungen sein, Chemotherapie zum Beispiel, wobei die Chemotherapeutiker sich auch unterdessen so verbessert haben, dass es da auch Frauen gibt, die weiter stillen. Das ist aber ein anderes Thema. Was ich oft höre, tubuliere Brust. Es gibt Frauen, die haben wenig Brüsengewebe. Das ist anatomisch bedingt und daran können wir nichts ändern. Das kann sich auswirken natürlich auf die Stillfähigkeit, aber auch da haben wir Möglichkeiten. Wir können mit dem Management am Anfang etwas verändern, dass ein Kind nicht zwei Brüste angeboten bekommt pro Mahlzeit, sondern eher vier. Oder dass man eben halt nochmal nachjustiert, medikamentös und das Brustwachstum nochmal ein bisschen unterstützt. Also wir haben Möglichkeiten. Das sind wirklich seltene Fälle. Also man spricht ungefähr von drei bis fünf Prozent der Weltbevölkerung bei den Frauen, wo das wirklich ein Problem ist mit dem Drüsengewebe. Und wir wissen das auch von Naturvölkern schon, dass Frauen, wenn die ein sehr unterentwickeltes Brustdrüsengewebe haben. Dann stillen die teilweise Nachbarkinder schon vorher mit, um das Drüsenwachstum zu initiieren. Also da passieren dann so ganz andere Sachen. Aber nicht entmutigen lassen. Häufig erfahren auch Frauen, die Implantate sich haben setzen lassen, aus welchen Gründen auch immer, ja mit Implantaten kann man nicht stillen oder mit Implantaten soll man nicht anfangen, das macht nur Probleme. Das stimmt nicht. Wenn wir gut auf die Frauen aufpassen, sie gut anleiten, sie gut begleiten, dann... Können die wunderbar stellen. Aber sie brauchen eben halt eine gute Begleitung. Also wichtig hast du eben gesagt, dass man darauf achtet, dass deine Brust wächst. Also das ist immer schon mal. Genau, am Anfang. Ja, am Anfang Brustwachstum, dann die Brustwarzen. Da gibt es natürlich auch so ein paar Besonderheiten. Da habe ich ja manchmal schon wirklich, also zum einen ist es sehr traurig, zum anderen bringt es mich aber manchmal auch zum Schmunzeln, was hier in Frauen auch gesagt wird, weißt du. Also viele Frauen haben gerade geboren, das Kind hat wunderbar an der Brust gesaugt. Die kommen auf die Wochenbettstation. Oh, flache Brustwarzen, die müssen Stillhut nehmen. Also flache Brustwarzen, dicke Brustwarzen, fleischige Brustwarzen, kurze Brustwarzen, lange Brustwarzen. Zu groß, zu klein, zu dick, zu dünn. Jedes Kind kommt mit der Brustwarze seiner Mutter zurecht. Die müssen nur erstmal die Möglichkeit auch haben zum Üben. Mutter und Kind müssen doch erst mal zusammenfinden. Das ist doch wie in einer Partnerschaft auch. Wir raffeln uns ja auch erst mal zusammen und lernen uns kennen und üben uns ein. Und wenn ich dann immer gleich davon ausgehe, mit dir stimmt was nicht. Das suggeriert ja der Mutter auch, meine Brust ist nicht gut genug. Das kennt ja gar keine andere Brust. Und das Baby kennt auch keine andere Brust. Das Baby weiß nicht, wie die Brust von Frau Meier-Müller oder Co. Aussieht. Und ja, es gibt auch schwierige Situationen, wenn das Kind ein Problem mitbringt oder die Geburt extrem anstrengend war. Dann kann es sein, dass wir Hilfsmittel einsetzen müssen, aber nicht per se. Und wir brauchen auch nicht immer gleich eine Pumpe und wir brauchen nicht immer gleich so dieses ganze Equipment. Man sollte eher Mutter und Kind in ihrer Interaktion unterstützen und bestärken. Was würdest du denn sagen, was eine Frau braucht, um einen guten Stillstand zu haben? Brauchst du irgendwelches Equipment? Nö, gar nichts. Also wenn du mich fragst, ich frage dich. Du bist die Queen auf Stillen. Und dafür mögen mich manche Leute auch nicht so wirklich, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich sage eine gesunde Frau mit einem gesunden Baby, die stillen möchte, braucht auch keine Pumpe am Anfang. Aber wie sind die Geburtsstationen, Wochenbetsstationen ausgerichtet? Die haben zehn, zwölf Pumpen da rumstehen. Wenn es nicht klappt, ach ja, nehmen wir mal die Pumpe. Die Pumpe benötigt eine Frühchenmutter. Eine Frau, die ihr Kind früh geboren hat, das Kind kann nicht trinken, sollte auch erstmal Handentleerung machen, Kolossrum sammeln und dann ins Pumpen kommen, bis das Baby trinken kann in der Brust. Oder wenn wirklich Kinder andere medizinische Probleme haben, wo sie nicht trinken können. Aber ansonsten braucht eine Mutter erstmal keine Pumpe. Und gar nichts? Also du sagst wirklich auch? Einen wunderbaren Partner oder Partnerin und Familie, die an der Seite ist, Freunde, die die Mutter bemuttern und betütteln und bekochen und verwöhnen. Hört euch das an. Es braucht nichts Materielles. Aber so ein schönes, vielleicht ein bisschen dein Knochen, den du da hast, der ist gut. Mein Lieseknochen für den Arm, ja. Ein bisschen, dass die Frauen gut. Genau, aber eigentlich braucht man eigentlich gar nichts, außer sein Baby dann. Und was sind so die wichtigsten Dinge, wo du sagst, das schreib dir jetzt mal mit oder hört euch noch diese Stelle fünfmal an, dass man weiß, so kann ein guter Stillstart gelingen und darauf solltet ihr achten und gerade auch Partner und Partnerinnen, dass die da so im Krankenhaus ihre, weil wenn man als Frau, als gebärende Person dann einfach da so beschäftigt ist und danach auch einfach kaputt ist, gerade so eine erste Geburt dauert ja oft auch lange, dann ist man einfach auch erschöpft oder dafür ist die Begleitperson und Partner, Partnerin einfach da, dass die einfach auch Bescheid wissen, weil Weil es bringt ja nichts, wenn nur die Gebärende sich darauf informiert hat und der Rest halt nicht. Also was sagst du, wie gelingt uns ein guter Stillstart? Der gute Stillstart gelingt erstmal, dass ich mich gut vorbereite. Einfach auf Familienleben. Was bedeutet das, mit einem Neugeborenen zu leben? Weil die Partnerschaft verändert sich, das weißt du als Hebamme besser als ich. Also das meinst du, soll man noch klarer das irgendwie sagen? Also du hast immer so, das finde ich bei dir immer so toll, du hast einfach so die echten, ganz klaren Worte. Weil manchmal denke ich so, wenn man den Menschen schon gleich vorher erzählt, dass es einfach oft gut ist, dass sie auch so ein bisschen hineinwachsen. Hineinwachsen finde ich auch gut. Also ich würde da jetzt auch nicht mit irgendwelchen Szenarien kommen, aber ich versuche immer den Eltern zu vermitteln, was braucht so ein Baby. Und ich sage immer, das Baby kommt aus einem 100-Sterne-Hotel. Das ist umsorgt. Das wird es nie wieder geben. Monate. Also immer die Mama da, immer getragen, immer ist eine Bewegung da, der Herzschlag, die Darmgeräusche. Ich bin nie alleine. Und plötzlich ist dieses Baby geboren und soll Mutterseelen alleine in einem Bett schlafen. Angezogen in Rückenlage. Und da sage ich immer, was ist los mit euch? Also eben halt auch mit uns Fachleuten. Was erzählen wir denn da? Weil dieses Kind braucht Schutz. Und ich versuche das immer zu vergleichen mit, ich sage, Mensch, wo schlaft ihr denn als Paar? Na, zusammen im Bett. Warum denn? Weil es schön ist. Aha, ja. Weil es schön ist. Und euer Baby muss da nebendran alleine liegen, in Rückenlage, im Schlafsack. Kann sich nicht ankuscheln, kann sich nicht irgendwie Nähe suchen, Geborgenheit. Und so ein kleines Baby braucht einfach Nähe und Geborgenheit und Schutz. Weil evolutionsbiologisch steckt es bei uns noch in den Genen. Wenn das Baby alleine irgendwo liegt, hat es Angst. Und das hat auch nichts mit Verwöhnen zu tun. Nun haben wir ja auch immer noch unsere alte Geschichte von 38 und alte Erziehungsratgeber, die lange aufgelegt wurden, dass verwöhnen dein Kind nicht, nimm es nicht mit ins Bett, mach nicht dies, mach nicht das. Ein Kind kannst du mit Liebe und Geborgenheit nicht verwöhnen. Und das ist für mich erstmal der oberste, also unabhängig vom Stillen, die oberste Priorität. Schützt eure Kinder. Ja, schön hast du das gesagt. Wie war das für dich, als du noch als Kinderkrankenschwester, du hast ja auf Intensiv immer gearbeitet. Das sind natürlich jetzt kranke Kinder, die man dort hat, aber da weiß man ja auch durch so viele Studien, dass es einfach sieht, also ich kann mir kurz eine ganz beeindruckende Geschichte erzählen. Ich hatte eine Frau, die ihr drittes Kind geboren hat. Es musste per Sextio geboren werden, war die anderen beiden schon. Und es war einfach eine ganz schlecht verhaltene Nats. Es war so hauchdun, wir müssten es eher holen. Das war also immer nah dran an der Ruptur, wo dieses Kind... Ich glaube, 34. Woche, ich weiß nicht mehr. Auf jeden Fall sehr froh geholt. Und die war, ihr wurde so dieses, bei ihren ersten beiden Geburten. Sie wusste, was für ihr Kind richtig ist, so abgesprochen. Und bei dem dritten Kind war es wirklich so, die hat sich einfach so sehr auf dieser Intensivstation durchgesagt. Ich möchte mein Kind, es ist mein Kind, ich weiß, dass es meinem Kind gut geht. Der hatte halt ein CEPAP, also eine Atemhilfe für alle, die nicht wissen, was es ist. Aber sie hat dann gleich gesagt, nach der Geburt, als sie zu Ende war, habe ich sie dann, nachdem ich sie überwacht habe, auf die Intensivstation geschoben. Und dann hat die wirklich, weil ihr müsst euch das manchmal vorstellen. Da sind tausend Kabel und man hat Angst. Aber sie hat so gesagt, der war halt sehr nervös und gesagt, gib den mir hier rauf, lass den einfach bei mir leben mit seinem Zepa, das geht ja. Und dann hat die da halt ausgehalten und der war die ganze Zeit da. Die hat gesagt, ich gehe hier nicht weg, ich will bei meinem Kind bleiben. Und ihr seht ja auch, weil das ist ja das Tolle, du kannst ja wirklich an den, weil die ja angeschlossen sind, du siehst ja die Vitalzeichen, die Sättigung, alles. Und es ist einfach so, dieses Kind war ruhig. Und es war noch nicht mal 24 Stunden später ohne CEPAP. Und das war das Bonding. Und dann denke ich mir so, wir sehen diese Ergebnisse. Und da kriege ich schon wieder wirklich, da wird meine Stimme weich. Ich könnte schon wieder heulen, weil ich denke, wir haben 26. Warum sind nicht alle Intensivstationen so ausgerichtet, dass Mutter und Kind nicht getrennt werden? Wo wir wissen, dass selbst die ganz, ganz Kleinen, also die wirklich noch Kleineren, natürlich müssen die ihren Schutz haben und Ruhe. Aber dieses Bonding, die sind ruhig. Die sind nicht mehr gestresst. Also dazu kann ich ja ganz viel erzählen. Das war ja schon immer mein Hauptthema. Ich habe mir mal gedacht, okay, mit den babyfreundlichen Kliniken, wir arbeiten. Machen und tun und versuchen, Kliniken zu zertifizieren. Warum fangen wir nicht bei den allerkleinsten, bei den Schwächsten unserer Gesellschaft an, bei den frühgeborenen und krankgeborenen Kindern? Und 10% unserer Kinder kommen zu früh auf die Welt. Dann hatte ich ja das große Glück ... Also immer über den Tellerrand zu gucken natürlich, aber als Stilbeauftragte in einer Berliner Klinik die als erste babyfreundliche Kinderklinik aufzubauen. Das war ein Programm von sieben Jahren. Für wenig, wenig Geld habe ich da gearbeitet. Das muss man wirklich auch mal sagen. Einfach nur mit Herzblut und Idealismus. Und wir haben es wirklich geschafft, das Hebammenteam, das Wochenbettteam, das Neo-Team so zusammen zu kriegen. Und ich bin so oft gegen die Wand gelaufen. Das wollen Eltern nicht, das können Eltern nicht, das halten die überhaupt nicht aus. Also da kommen ja ganz viele Argumente, gerade von Neo-Schwestern. Die sind liebevoll mit den Kindern. Sie sind auch alle zugewandt. Aber die wollen immer das selber machen. Die wollen alles selber machen, genau. Und dann haben wir das geschafft. Wir haben eine große Station gebaut mit 16 Roaming-In-Plätzen. Und ich kann euch sagen, A war die Liegedauer zehn Tage kürzer. Ich habe eine Statistik geführt. Wir haben 89 bis 92 Prozent ausschließlich gestillte Frühgeborene gehabt. Wahnsinn. Und das ist ein Team aus Kalifornien, aus Los Angeles, eingeflogen, um mich zu filmen. Wir haben einen Dokumentarfilm gemacht. Der heißt Milky Way The Breastfeeding Movie. Und der wurde auch in den USA ausgestrahlt. In Deutschland hat es keinen Mensch interessiert, dieser Dokumentarfilm. Ist jetzt auch schon ein paar Jahre her. Die Klinik ist leider auch nicht mehr zertifiziert. Das ist 2007 gewesen und seitdem haben wir es geschafft, vier Kinderkliniken und zwei Perinatalzentren zu zertifizieren in Deutschland. Ist nicht viel passiert. Nee, und da denke ich halt so, warum? Weil wir es sehen, wir wissen, wir sehen diese, also das war für mich wieder, und die haben auch alle, die waren so, ja, aber... Die müssen zusammenbleiben. Und ich bekomme heute noch wirklich, also jetzt nach 16 Jahren tatsächlich immer noch E-Mails von Eltern, die damals mit ihrer 27. Woche oder 29. Woche auf der Station waren und sagen, ich bin ihnen heute noch so dankbar, wie sie sich manchmal vor uns gestellt haben und gesagt haben, nein, dieses Kind kriegt keine Flasche, wir füttern hier keine Flasche. Es gab immer wieder so Diskrepanzen. Gibt denen noch einen Moment Zeit. Und was du beschrieben hast, dass Kinder sich besser adaptieren im Hautkontakt mit der Mutter. Das ist ganz klar. Da gibt es auch ganz tolle Forschung zu. Die Kinder haben eine bessere Sättigung. Wenn die Kinder im Hautkontakt mit der Mutter liegen oder mit dem Vater, dann haben die respiratorisch weniger Probleme, also weniger Atemaussetzer. Das bedeutet auch für so ein Neoteam, ich habe damit weniger Arbeit. Wenn Mutter und Kinder miteinander interagieren. Und ich bin dann tatsächlich früher, also damals war es als Schilbeauftragte, nach Ypsala geflogen, nach Schweden, um denen mal eine Neo zu zeigen. In einer Uniklinik Level 1. Da bleiben alle Kinder ab 24. Woche im Rooming-In. Die Eltern kleben die Elektroden selber, die sondieren selber, die wickeln ihre kleinsten Frühchen. Und es gibt ganz wenige Kliniken, die das irgendwie im Ansatz hier bei uns in Deutschland leben. Und was ist unsere Realität? Es werden immer noch Neonatologien gebaut, wo du kein Roaming-Implant und wo netterweise die Mütter dann drei Tage vor der Entlassung mit ihrem Frühchen mal zusammenziehen dürfen. Und das ist so schrecklich, weil. Die Kinder sind alleine im Inkubator, die Mütter haben eine Gastrolle und ich habe ja auch öfters Familien, die ich betreue und wenn ich die vorbereite in der Schwangerschaft schon aus speziellen Gründen und wenn die Kinder verlegt werden müssen, dann pikse ich die Eltern schon auch so auf, dass sie genau sich so verhalten wie von der Mutter, die du gerade beschrieben hast. Ja, aber das war eine sehr schwierige Situation auch für mich, weil man ist ja, also man muss ja so stark sein und es war damals so mit meinem Chefarzt so dankbar, weil der hat sich dann auch so eingesetzt, aber da haben wir richtig Ärger gekriegt, auch er. Ich auch. Er hat Ärger gekriegt von der Kinderklinik und ich denke mir halt so, also Ergebnis war super und die haben das dann wirklich so gemacht, die hat sich mit ihrem Mann dann abgewechselt. Das Kind war nie alleine, weil ich ja auch immer dieses Wort, gehen Sie sich mal ausruhen. Also ich meine, man hat gerade ein Baby gewonnen, was man wie du sagst. Und wenn du es 28 Wochen in deinem Bauch getragen hast, gehen Sie sich mal ausruhen. Natürlich braucht die Mutter auch Erholung. Aber für das Kind, also ein Kind so da alleine zu lassen, das ist einfach schwierig. Und ich meine, auch da ist es einfach die ganze hormonelle Situation. Und gerade frühe Mütter brauchen noch mehr Unterstützung als andere. Was vielen nicht bewusst und bekannt ist, wir haben die UN-Konvention und die hat Deutschland auch unterschrieben. Die ist schon das erste Mal von 58. Das Kind in diesem zarten Alter hat Anrecht auf eine Begleitperson rund um die Uhr. Das wissen nicht mal die Neo-Leute. Das interessiert die auch nicht. Also eine Mutter hat in Deutschland oder auch ein Vater oder eine Partnerin hat in Deutschland das Recht, bei ihrem Kind 24 Stunden zu sein. Und man macht es leider den Eltern ein bisschen unbequem auf den Stationen. Also wenn du ein Team hast, was es nicht gerne möchte, dann kannst du dich so verhalten, dass die dann auch gehen, die Eltern. Und du bist natürlich in so einer sensiblen... Emotionalen, verletzlichen Situation, dass du dich da auch gar nicht groß wehrst. Und die Eltern haben dann auch Angst, dass, wenn sie nicht da sind, sich nicht gut um ihr Kind gekümmert wird. Das ist eine wirklich Hochrisikosituation. Und wir wissen auch, dass wir bei diesen Kindern eben halt auch die meisten Bindungsprobleme haben. Interaktionsschwierigkeiten. Und das kann man alles vermeiden, indem man einfach Mutter und Kind zusammen lässt. Ja, da könnten wir eine eigene Folge zu machen. Deshalb würde ich gerne nochmal zu den Reifgeborenen gehen, weil das ist ja auch genau auch hier so wichtig. Da ist ein guter Start natürlich. Wir haben es schon mal kurz angesprochen, jede Geburt ist anders. Also es gibt sehr lange Geburten, die wirklich sehr schwer für beide sind und wo es dauert. Das übt sich natürlich auch schon wieder auf den Stillstart. Aber was sagst du nochmal, kannst du bitte hier alles mit Ausrufezeichen nochmal, damit es auch alle hören, so was können wir tun, damit da schon mal ein guter Start ist, worauf können wir achten, was können wir auch einfordern, dass wir das tun können, auch wenn sich die Menschen drumherum vielleicht nicht so gut auskennen wie du und das vielleicht nicht so fördern, aber was muss ich wissen, dass mein Stillstart gut verläuft, ohne dass ich Equipment kaufe? Also ich würde als Eltern mir erstmal Gedanken darüber machen, wie möchte ich mein Baby ernähren, für welchen Weg entscheide ich mich und egal jetzt, ob es stillen ist oder nicht. Bei der Geburtsplanung schon besprechen, also die Familien gehen ja auch zur Geburtsanmeldung, man bespricht dort mit der Hebamme oder wer die Anmeldung übernimmt, Infogespräch, dass man dort schon artikuliert, ich möchte, dass mein Kind im Haut-zu-Haut-Kontakt bleibt. Und auch wenn ich nicht stillen möchte, dass man dann vielleicht auch da nochmal ins Gespräch geht und sagt, also an die Eltern darüber informiert, Kolostrum zu gewinnen. Weil das ist auch nicht bekannt in Deutschland, dass das Kolostrum ja wertvoll wie eine Organspende ist. Wenn die Pharmaindustrie an das Kolostrum kriegen würde, die würden da die besten Medikamente draus machen, weil wir haben unsäglich viele Stammzellen im Kolostrum. Also ungefähr pro Milliliter 50.000 bis 80.000 pluripotente Stammzellen. Wahnsinn. Die können alles reparieren. Alles, was unter der Geburt kaputt geht, eine kleine Blutung im Gehirn oder was auch immer. Die können sich da andocken. Und pluripotent bedeutet, ich kann eine kleine Leberzelle werden, ich kann eine kleine Herzzelle werden. Wahnsinn, oder? Und das ist so ein Geschenk ans Leben. Und von den ganzen entzündungshemmenden Faktoren ja zu schweigen. Also bitte keine Abstill-Tablette im Kreißsaal, gleich zack, Kind raus, Tablette rein. Also überlegt euch das nochmal. Und dann eben halt das Kind auch möglichst im Haut-zu-Haut-Kontakt lassen, bis es das erste Mal die Brust gesucht hat, getrunken hat, gesaugt hat, wie auch immer. Und Sissi, du wirst es nicht glauben als Hebamme, aber es gibt immer noch Kliniken, wo die Kinder gebadet werden im Kreißsaal. Ja, das habe ich gerade gestern von einer Praktikantin, die aus einer anderen Klinik, nicht aus Berlin kam, ein Praktikum bei mir gemacht hat. Und es gibt in der Klinik, in der sie arbeitet, Hebammen, die auf dieses Babybad im Kreißsaal bestehen. Da habe ich gedacht, ich werde nicht richtig. Dann gleich noch am besten mit Waschlutzung. Ja, also das Kind gehört nicht gemadelt, sondern das gehört in den Hautkontakt mit der Mutter, die das Kind geboren hat. Erklär doch mal kurz, warum das so wichtig ist. Und die Kinder haben ja erstmal ganz viele Umstellungsprozesse zu bewerkstelligen. Der Kreislauf stellt sich um. Plötzlich muss das Baby atmen. Die Lunge entfaltet sich. Die Atmung muss auch erstmal auch ein bisschen geübt werden. Dann ist plötzlich Schwerkraft da. Dann ist es ja auch ein bisschen kälter als in Mamas Bauch und auch nicht mehr so kuschelig mit dem Fruchtwasser. Und alles ist irgendwie anders und Kinder können sich besser anpassen, indem sie im Hautkontakt bleiben. Und wenn die Mutter aus medizinischen Gründen nicht kann, dann eben der Partner oder die Partnerin. Und das gibt dem Kind einfach auch eine Sicherheit und viele Möglichkeiten, Sich ans Leben außerhalb des Mama-Baures zu gewöhnen. Und es gibt babyfreundliche Kliniken, die Kinder überhaupt nicht anziehen. Also Würzburg zum Beispiel, die ich auch regelmäßig schule oder auch andere Kliniken, die haben wunderbare kleine Säckchen, so Bonding-Säckchen für die Familie. Und die Kinder bleiben während des Klinikaufenthalts die ganze Zeit im Haut-zu-Haut-Kontakt. Die Kinder adaptieren sich besser, sie halten ihre Wärme besser. Und da vielleicht auch nochmal, wenn ein Kind etwas schlanker ist. Es gibt ja auch Kinder, die mit 2800 Gramm geboren werden oder 2200 Gramm. Die haben weniger Fettgewebe unter der Haut. Die kühlen auch schnell aus. Und die kann man warm brüten. Und wenn sie warm gebrütet werden, trinken die besser und regulieren sich besser. Und werden dann auch nicht so gelb. Bekommen keine neugeborenen Gelbsucht. Außer es gibt medizinische Gründe. Und das gehört alles so zusammen. Und das wäre eigentlich ein Standard, der müsste ganz von oben, so wie auch in der Chirurgie, wo wir Standards haben oder PDA, Spinalanästhesie, da gibt es Standards, da gibt es Regeln. Das müsste halt einfach auch in die Haut gehen. Und das müsste genau so sein für die ersten 48 Stunden postpartum. Also erste Sache Haut an Haut. Also wenn es eurem Baby gut geht, wenn es jetzt keine medizinischen Versorgungen nötig ist, es gibt ja manchmal so, dass es Situationen gibt, wo Kinder dann kinderärztlich versorgt werden müssen. Aber dann kommen die ja auch möglichst schnell wieder zurück. Ich finde, da sind eigentlich immer die Kinderärzte, wenn man sagen, haut dann, haut da wieder. Aber die kennen es von der Neo, weil die ja auch von der Neo wissen, dass Bonden, auch wenn es manchmal nur zwei, drei Stunden gelebt wird, aber die haben schon erkannt, dass das Bonden doch Game Changer ist. Ja, deshalb da wirklich darauf achten, dass euer Baby nicht gleich angezogen wird und dass ihr einfach Haut an Haut seid. Auch bei den Sekzofrauen. Wir haben ja auch nicht gerade wenig Frauen, die dann... Durch Geburtsstillstand oder auch andere Gründe mit Kaiserschnitt gebären, die sind ja viel flexibler mit ihrem Kind. Die müssen nicht laufen, klingeln, können sie mir mal das Baby rausgeben, das Baby weint, jetzt das Baby so. Wenn ich das im Bonding-Shirt habe und das gut positioniert ist, kann die Mutter sich auch gut um das Kind selber kümmern und das Kind beobachten und auch selber anlegen. Und vielleicht hier auch nochmal sagen, dass es total normal ist, du hattest schon ganz häufig jetzt in der Folge gesagt, Aber es ist normal, dass ein Baby sich dann auch nicht ins Bettchen ablegen lässt. Dass es auf dem Bauch auch die erste Nacht und die zweite Nacht und dass es da drauf schlafen will. Das ist ja auch immer noch so dieses Riesenthil. Also evolutionsbiologisch ist es einfach zu erklären, weil das Baby ist geboren. Es gibt ja auch Kulturen oder auch, wenn wir zurückgucken, viele tausende Jahre zurück, wenn das Kind nicht angenommen wurde oder es ist einfach im Feld liegen geblieben. Und es war weg. Entweder ist es gefressen worden von Tieren oder es konnte nicht überleben. Und das haben die Kinder noch in sich. Wenn sie weggelegt werden und alleine irgendwo liegen, dann kriegen die Angst. Die kriegen Panik. Mama und Papa haben mich an der Bushaltestelle liegen lassen, sind weg ohne mich und ich kann das hier nicht alleine überleben. Und so fühlt sich das Kind. Und das wird ja besser mit der Zeit. Aber am Anfang, in den ersten Monaten, ist es einfach so. Und ich bin ja nun noch eine andere Generation. Wir sind ja auch schreien lassen worden. Da waren ja die Erzählungsratgeber so, ja, lass das Kind mal drei Nächte schreien, dann hört es schon auf. Stimmt auch. Die Kinder hören auf zu weinen. Aber nicht, weil sie gelernt haben, ich schlafe jetzt durch. Sondern sie haben gelernt, wenn ich Not habe, es kommt niemand. Also meine Bedürfnisse wird einfach nicht eingegangen. Und das ist, das macht mich traurig, weil ich weiß ja auch, jeder hat ja auch, gerade meine Generation, wir haben schon unsere kleinen Päckchen zu tragen und bestimmte Dinge kommen auch woher. Und wenn man sich damit mal therapeutisch auseinandersetzt, dann weiß man auch woher das kommt. Ja, das ist wirklich schlimm. Und ich weiß auch immer gar nicht, wie man, das ist ja ganz normal, dass die bei einem dran sein wollen. Es gibt ja irgendwie auch nichts. Damit hat man einfach auch immer, also Kinder tragen, im Tragetuch an sich dran haben, das hilft halt immer, Hautkontakt. Das hilft ja auch noch, wenn die älter sind, wo man denkt, wenn es dir nicht gut geht, dann wollen die umarmen. Und wenn es der erste Liebeskummer mit 16 ist, es gibt doch nichts Schöneres, wenn das Kind dann zu den Eltern kommt und sich trösten lässt und sich geborgen fühlt, ist es doch besser, als in die Kneipe gehen und sich irgendwie anders zuhören. Dazu. Also ihr könnt nicht zu viel da machen. Das ist glaube ich wirklich die wichtigste Botschaft, weil da haben ja wirklich immer alle so ein schlechtes Gewissen und denken schon gleich so, oh jetzt mache ich hier alles falsch. Also der Hautkontakt und überhaupt Kontakt mit eurem Kind, das ist super wichtig. Aber wir brauchen nicht nur den Hautkontakt, sondern nach der Geburt möchten wir beide ja einfach auch, dass das Baby am besten Fall auch einmal trinkt. Das wäre schön. Das hat aus mehreren Gründen ja auch, macht Sinn. Also zum einen ist nach der Geburt das Prolaktin, das Milchbildungshormon am allerhöchsten. Wir wollen die goldene Stunde ausnutzen. Wenn es nicht möglich ist, die goldene Stunde auszunutzen, dann so schnell wie möglich hinterher. Magst du noch was zur goldene Stunde kurz sagen? Die goldene Stunde ist ja das Kind geboren. Die Hormonsituation ist so, dass alles bereit ist. Quasi der Prolaktinspiegel ist am höchsten. Und wir möchten, dass durch die Stimulation der Brust das Prolaktin sich eben an den Rezeptoren der Brustdrüse andocken kann. Wenn das Kind jetzt nicht an die Brust drückt, gehen möchte, weil es aus welchen Gründen auch immer nicht geht, dann wäre es gut, eine Handentleerung zu machen. Also Kolostrum mit der Hand zu gewinnen. Und auch eine regelmäßige Stimulation der Brust. Ich hatte gestern wieder eine Familie bei mir in der Praxis. Da wurde der Mutter gesagt, in den ersten 24 Stunden brauchen die Kinder nichts. Die brauchen nicht trinken. Was machen die denn? War ein Fehler, weil jetzt ist die Frau natürlich nicht gut in die Milchbildung gekommen. Jetzt ist das Kind schon etwas älter und wird ordentlich zugefüttert. Also müssen wir nachjustieren. Das kann ich sparen, wenn ich weiß, nein, das Kind sollte in der ersten Stunde an der Brust saugen, wenn nicht, mache ich Handentleerung. Dann haben die Kinder ja eine Ausruhezeit erstmal. Mutter und Kind sind erschöpft, möchten vielleicht ein bisschen schlafen. Aber so sechs Mal in 24 Stunden Bruststimulation wäre schon schön und dann steigert sich das. Und am Anfang ist es wirklich zielführend Gas zu geben. Wo wir ja eher aus Erfahrung hören, dass Pflegende häufig sagen, ruhen Sie sich mal aus, das wird noch anstrengend genug, wir brauchen noch nicht so viel. Weil die Brust möchte stimuliert werden, damit die Brustbrüse das Signal bekommt, am Tag drei dann aktiv die Milchbildung aufzunehmen. Und andersrum aber auch gesehen, wir wissen auch, dass in Kliniken, wo das gut gelebt wird, das Stillmanagement, wir deutlich weniger Neugeborenen-Gelbsucht haben, weil das Kolostrum ja auch Funktionen hat. Zum einen hält es die Flüssigkeit bei dem Baby im Körper. Es verliert nicht so viel Flüssigkeit, nicht so viel Gewicht. Dann aufgrund des hohen Eiweißanteils wird das Mekonium ganz schnell ausgeschieden. Also der erste Stuhl, Kindspech. Super wichtig. Und das ist wichtig, weil da ist ganz viel abgebautes Bilirubin drin. Und je länger der erste Stuhl im Körper bleibt, desto mehr Bilirubin wird wieder in den hepatischen Kreislauf zurückresorbiert und die Kinder bekommen ihre neugeborenen Gelbsucht. Das wiederum bedingt, das Kind wird müde, trinkt nicht mehr und ist schläfrig und irgendwann kommt die Fototherapie, wenn wir Pech haben. Und das kann man alles minimieren. Man kann nicht alles vermeiden, aber minimieren, indem man eben einen guten Fokus auf den Anfang legt. Deshalb der erste Mythos, den du gerade schon gesagt hast, also in den ersten 24 Stunden brauchen Baby nichts, ist natürlich falsch. Was sind noch Mythen, die uns vielleicht auf der Wochenbettstation so begleiten, wo du denkst, das hörst du immer wieder und da schlägst du einfach mit den Händen über den Kopf zusammen, was du... Auch da höre ich ganz viel. Also zum einen, Essen ist ja auch immer noch ein Thema, was stillende Mütter essen dürfen, nicht essen dürfen, trinken müssen, nicht trinken müssen, drei Liter trinken am Tag. Nein, wir brauchen keine drei Liter am Tag zu trinken. Malzbier ist wunderbar, Stilltee ist auch wunderbar, hat alles null, zero, überhaupt nichts mit dem Stillen zu tun. Wenn der Frau das Malzbier schmeckt, wunderbar, dann soll sie einen Malzbier trinken. Wenn sie Durst hat, wunderbar, dann soll sie trinken. Hat sie aber noch Fußödeme und der Körper ist noch voller Wasser und sie hat überhaupt keinen Durst, dann hat sie Durst. Dann trinkt sie eben halt nicht. Das hat nichts mit der Milchbildung zu tun. Die Milchbildung ist ein hormonelles Geschehen. Da sind Stillhormone für zuständig. Die Schwangerschaftshormone werden abgebaut, die Stillhormone werden aktiv. Das hat nichts mit meinem Essen und Trinken zu tun. Und dann mit einer regelmäßigen Stimulation der Brust sozusagen. Genau, und die Stimulation der Brust. Aber dieses Handentleerung finde ich nochmal ganz wichtig, Weil das ist ja auch so, dass viele ja denken, dass zum Beispiel das Kolostrum ist ja so, wie du es gerade sagst, so wichtig und dass es ja auch wirklich mit der Handentleerung viel effektiver ist, weil wenn ich da jetzt eine Pumpe ansetze und meine drei Tropfen, die sind dann in den Gängen der Milchpumpe und da wollen wir sie ja nicht haben. Und wir wollen sie wirklich dem Kind zufühlen. Mir fällt gerade noch ein ganz wichtiger Aspekt ein, dass Frauen sich auch, also wenn das Kolostrum gut aus der Brust entleert wird und sich quasi die Zellbrücken schließen und die aktive Milchbildung beginnt. Dann hat die Frau auch mit der aktiven Milchbildung, mit dem sogenannten Milcheinschuss deutlich weniger Hudeleien. Und das ist so krass, wenn man das wirklich sieht. Das ist wirklich toll, wenn man das sieht. Also das ist für die Frau ja auch viel angenehmer, als wenn sie mit einem riesen steinharten Busen, der wehtut, da sitzt. Die Brust schwillt an, ja, das ist normal, weil die Durchblutung verstärkt wird, aber man muss nicht solche Schmerzen aushalten. Ja. Also Kolostrum und das ist auch eine Sache, das ist auch wirklich etwas, was man in einer Schwangerschaft gut sich angucken kann. Also ihr solltet jetzt nicht schon gerade, da hatten wir neulich eine lange Diskussion in einer Fortbildung, die Katrin geleitet hat für Hebammen, weil natürlich der Trend dazu geht, jetzt eine frühe Kolostrumgewinnung. Und ich habe deinen Ansatz total verstanden. Es geht eher darum, du findest es jetzt ja nicht, also man macht es halt zum Beispiel, wenn man bei Frauen weiß, sie haben Gestationsdiabetes. Das Kind wird auf jeden Fall auf der Neolanden, sodass man einfach schon ein bisschen Kolostrum hat. Aber eigentlich soll die Frau ja nur wissen, wie es geht. Aber sie muss jetzt nicht mit 20 Spritzen ankommen, weil manchmal braucht man die dann gar nicht. Und dann ist es schade drum. Also auch um Stammzellen und Co. Und nicht selten wird dann leider einfach die kostbare erste Milch dann einfach auch verworfen. Und das schade drum. Wenn es den medizinischen Ansatz gibt, bin ich immer dafür. Ab 36 Wochen zwei- bis dreimal am Tag Hand entleeren, da passiert auch nichts. Da braucht man keine Sorge haben und das schon mal üben. Aber eben halt auch Kolostrum zu gewinnen. Und damit können wir wirklich auch gerade bei diabetischen Müttern ganz viele Trennungen von Mutter und Kind wegen Blutzuckerschwankungen vermeiden. Das ist enorm. Oder wenn ich weiß, mein Kind hat eine angeborene Fehlbildung. Das gibt es ja im Darmbereich. Das sieht man in Ultraschalluntersuchungen und die Eltern wissen das vorher. Und dann kann man sich gut vorbereiten. Mit diesen Maßnahmen. Lass uns nochmal ein bisschen bei den Mythen auf der Wochenbettstation bleiben, weil wir können, wie gesagt, wir können heute für euch nicht, das könnt ihr wirklich bei Katrin alles hören, die hat zu jedem Thema, ob es zu wenig Milch, kaputte Brustwärts sind, aber so ein bisschen noch, was euch erwartet, damit ihr so ein bisschen gestärkter seid, weil das ist ja wirklich das große Thema, wenn Frauen wirklich aufgeklärt auf einer Wochenbettstation sind und sprecht euch auch mit euren betreffenden Hebammen. Oft hört man da nichts von denen. Ich hatte das auch neulich wieder. Ich bin ja sehr nah dran als 1 zu 1 begleitende Belegkebamme. Ich gehe auch immer nochmal auf die Wochenbettstation, aber ich bin ja nicht 24 Stunden da. Und egal, was ich mache. Und da war auch ein Kommunikationsproblem. Ich sage immer, ruft mich wirklich an, wenn Lieber fragt, bevor ihr tausend Meinungen. Aber die wollten, ich war eine lange Geburt, die wollten mich, glaube ich, auch schlafen lassen. Aber viel besser, mich anzurufen, weil dann danach ist es dann immer ein bisschen blöd. Aber dass man da vielleicht nochmal eingeht. Also wir haben einmal die 24 Stunden. Es ist wichtig, dass ihr im Hautkarten-Hautkontakt bleibt, dass die Kinder regelmäßig angelegt werden. Was sind noch so Mythen wie uns? Also gerade wenn vielleicht, also Kinder sind ja auch sehr unterschiedlich. Wir wissen ja nicht alle. Es gibt ja Kinder, die sind ganz agil und wach und präsent und wollen trinken und saugen und sind unterwegs und signalisieren ganz viel. Dann gibt es aber auch die anderen, die sagen, ist ja schön hier, aber so wirklich Interesse habe ich hier noch nicht. Und da wiederum ist es nochmal wichtig, also gerade die müden Kinder oder die noch nicht so super trinkfreudig sind, ausziehen in den Hautkontakt. Also da sage ich dann auch gerne therapeutischer Hautkontakt. Da wird dann auch manchmal mit den Augen gerollt und so, die wieder mit ihrer Kuschelmedizin. Das hat damit nichts zu tun. Das ist abwertend. Das hilft Mutter und Kind einfach ganz viel. Und die Kinder sind aktiver, wenn sie im Hautkontakt sind. Also gerade bei brustscheuen Kindern. Was ich auch höre ist, ja, es gibt ja auch Kinder, die wollen nicht an der Brust trinken. Nein. Welches Kind kommt denn auf die Welt und sagt, ach ups, es gibt ja den Nucksauger, den hätte ich dann doch lieber. Also nee, was ist das für eine doofe Sache. Geschichte. Oder stillen nicht so oft, dann werden die Brustwarzen rund oder nur zehn Minuten, dann gehen die Brustwarzen kaputt. Wenn wir richtig hingucken, dass die Kinder gut angelegt sind und die Frauen gut angeleitet werden, gehen auch die Brustwarzen nicht kaputt. Aber da gibt es ja häufige Probleme auch. Und die liegen ja auch nicht unbedingt immer nur bei der Mutter, sondern eher beim Kind. Ja, aber da würde ich auch gerne noch was zu sagen. Es darf am Anfang, die ersten drei, vier Tage, darf es unangenehm sein, also das Anlegen und auch das Ansaugen. Wenn die Frau aber bis zehn gezählt hat und es tut immer noch weh und die Brustwarzen sind zerquetscht, wenn es wieder aus dem Mund kommt, stimmt was nicht. Also wirklich gucken, der Ansaugschmerz ist normal am Anfang. Es ist unangenehm. Die Brust muss sich ja erstmal dran gewöhnen. Die Haut muss sich gewöhnen. Die Brustwarze ist sensibel. Und dann ist da so ein kleiner Mensch, und die haben ja auch Power. Die können ja richtig kräftig saugen. Das ist ein Punkt. Aber wenn die Brustwarzen kaputt gehen, wenn die blutig sind, rissig, dann stimmt da was nicht. Das ist nicht normal. Und ab Tag vier sollte unbedingt auch ungefähr eine Spontanheilung stattfinden. Also es sollte besser werden. Wenn die Frau immer noch nach zwei Wochen Schmerzen hat, nach vier Wochen, nach sechs Wochen, ist das nicht in Ordnung. Ja, was mache ich dann? Hilfe suchen. Und zwar ganz früh. Ganz früh sagen, guck hier bitte hin. Also am besten schon auf der Wochenbettstation. Da sind wir wieder am Anfang. Dass jede Pflegende auf einer Wochenbettstation eigentlich geschult sein müsste. Wie sieht richtiges Anlegen aus? Wie sieht richtiges Stillen aus? Wie sieht effektives Stillen auch aus? Häufig höre ich auch, ja da haben wir mal geguckt über die Schulter, ja sieht ja gut aus. Da findet überhaupt kein Milchtransfer statt, weil das Kind nur nuckelt. Und woher soll die Mutter das wissen, was das Kind da macht? Ja, also effektives Saugen und das hört man auch. Also das Welt, wenn ein Kind sozusagen saugt, dann immer auch auf die Schluckgeräusche hören. Da muss man natürlich die Eltern auch erstmal zu schulen, dass sie einfach da wissen. Dann haben wir ja noch diesen Mythos, nicht öfters als zwei Stunden stillen. Das ist ja auch immer noch in einigen Köpfen. Das kommt ja wirklich von 1897, als Nestle das Babymehl irgendwie erfunden hat. Die Kinder dürfen so oft trinken, wie sie möchten. Und die kleinsten Frühgeborene, also wirklich die 23 Wöcher, die kriegen alle 30 Minuten Muttermilch oder Frauenmilch oder Spendermilch. Und die kriegen keine Bauchschmerzen, wenn sie zu oft gestillt werden und keine zusätzlichen Flüssigkeiten und keinen Nuckel. Ein Neugeborenes braucht auch keinen Nuckel erst mal. Also ich meine, bei dir gibt es ja eh keinen Nuckel, aber wann würdest du jetzt sagen, also gibt es Situationen, wo auch du, Katrin Bautsch, mal sagst, ach, da darf man jetzt mal Nuckel geben? Also ich würde, also erstmal kommen ja die Eltern zu mir und dann haben die schon einen Nuckel oder der ist ja schon in Betrieb oder wie auch immer, das wird gefragt. Und also warum erstmal in den ersten vier Wochen, sechs Wochen nicht? Das wäre eine gute Idee, dem Kind kein Saugobjekt zu geben, weil ein Kind möchte nicht nur nutritiv nuckeln. Das macht es am Ende einer Mahlzeit, das gehört beim Stillen dazu. Aber wenn es saugen möchte, möchte es Nahrung aufnehmen, es möchte essen. Und wenn wir einem Kind zu früh einen Nuckel anbieten, dann unterbrechen wir das Trink- und Saugverhalten des Kindes. Jetzt mal unabhängig von Wunden, Brustwarzen oder was auch immer. Es kann dann passieren, dass die Mutter nicht gut in die Milchbildung kommt, dass das Kind nicht gut zunimmt. Dann nimmt es ab, dann wird zugefüttert und die Spirale ist in Gang. Wenn ich jetzt eine Familie habe, die sagen, wir brauchen das, wir halten es sonst nicht aus und das Stillen läuft super, warum nicht? Aber dann bin ich auch eher wieder auf der Ebene so viel wie nötig, so wenig wie möglich. Logopäden sagen ja auch, der beste Nuckel ist der, den man nicht einsetzt. Und wenn er als Medikament eingesetzt wird, dann kann er Leben retten. Also ich habe zwei Kinder. Einer brauchte die Nuckel, der andere nicht. Ich habe auch 50 Prozent Quote. Und ist nun mal so. Ich hätte das allerdings auch nicht überlebt mit meinem ersten Kind, wenn ich keinen Nuckel gehabt hätte. Das ist schön, dass du das sagst. Aber ich weiß heute auch, warum der so war. Ich hatte über eine Stunde Austreibungsphase mit Pressfäden. Das war nicht lustig. Der musste erst mal ankommen. Der musste erst mal ankommen. Aber der hat den auch nicht im Kreißsaal bekommen. Aber eine andere Geschichte. Wenn das Stillen gut funktioniert und die Mutter in einer guten Milchbildung ist. Aber wenn jetzt ein Kind gargelig zunimmt, grenzwertig, und das kriegt zwischendrin den Nuckel, weil die zwei Stunden sind noch nicht um, dann müssen wir da was verändern. Dann ist es der falsche Weg. Aber sonst. Das Gleiche gilt für dich auch, wenn das Stillen sozusagen gut etabliert ist nach sechs, acht Wochen. Ist es für dich dann auch okay, wenn man dann sagt, ich möchte gerne Muttermilch mal abpumpen und das Kind kann das dann auch per Flasche. Ich meine, man muss bei jeder Flaschenfütterung immer mit einer Saugverwirrung enden. Aber wenn das wirklich gut etabliert ist. Dann passiert ja auch nichts mehr. Es gibt ja, guck mal, ich arbeite ja oft mit Frauen, die selbstständig sind und eine Praxis haben. Oder wie auch immer. Oder wieder ins Filmset bieten müssen. Oder es ist auch egal. Wenn das Stillen gut etabliert ist, wenn es einmal gut eingespielt ist und die Mütter wieder berufstätig werden und nicht immer das Kind mitnehmen können zum Stillen, dann passt die Flasche da wunderbar hin. Und das ist ja auch gut, dass wir die haben. Aber wenn es so ein Hin und Her gibt, das funktioniert meistens nicht so gut. Also ich hatte auch eine Familie mal in der Beratung Beim ersten Kind auch so eine Zwie-Milch-Ernährung und das lief gut. Das Kind wurde gestillt, wurde mit der Flasche zugefüttert, das lief eine ganze Weile gut. Mutter und Kind waren glücklich und zufrieden. Das zweite Kind ist mit drei Monaten ausgestiegen. Das war der gleiche Ablauf, immer stillen, Flasche, Flasche, stillen. Und dann kam sie zu mir. In die Beratung und wollte wissen, warum das jetzt bei dem Kind nicht so funktioniert. Kinder sind unterschiedlich. Und das Kind ist ausgestiegen, indem es die Brust dann anschrie. Also ein Stillstreik hat sich dann entwickelt. Und sie wollte von mir aber immer wieder hören, dass es okay ist, was sie macht. Ich sage, es ist ja auch okay, wenn sie mit dem Ergebnis zurechtkommt. Aber das Kind ist einfach mit der Situation überfordert und nicht jedes Kind kann es. Und das ist dann schwierig. Aber das passiert nicht, wenn das Stillen von Anfang an erstmal gut läuft und vier, sechs Wochen gut gestillt wird. Dann steigen die nicht aus. Und wenn man das dann sozusagen gut etabliert hat, würdest du dann auch sagen, dass es dann eher besser ist, dass man, wenn man halt gerade selbstständig ist und so, finde ich schon, dass man das merkt, wenn man das halt immer macht, also sagen wir einmal die Woche, der Vater oder wer auch immer die zweite Bindungsperson ist. Dass man dann halt, das finde ich schon diese Regelmäßigkeit, weil ich immer, wenn ich zu faul wurde und ausgestiegen bin, dann kann ich das gleich vergessen. Weil ich habe ja auch immer Geburten gleich wieder gemacht und ich war es auf einem zweiten Kinder, habe ich dann glaube ich nicht so viel geburten und mit der war... Da konnte ich ihr sonst was erzählen. Die hat auf jeden Fall gewartet. Das ist natürlich dann in gewissen Situationen nicht so gut. Aber bei meinem ersten, glaube ich, der war, aber auch die sind verschieden, kann man jetzt ja auch nicht sagen. Das sind halt einfach, aber weil man dann immer, man hat dann, dich rufen ja dann auch so, es gibt halt Kinder, da kannst du so lange üben und da kannst du jede Flasche ausprobieren. Die sagen, gucken dich an und sagen halt, was willst du jetzt von mir? Also das. Ich warte. Ja, und ich glaube, das ist auch so dieses Thema, was man, wenn wir Eltern betreuen, so, es gibt nicht diese eine Lösung und diese eine, so musst du es machen und die eine. Das ist, glaube ich, dieses Verstehen, dass jedes Kind, selbst wenn man die gleichen Voraussetzungen hat bei Geschwisterkindern, das sind halt einfach Individuen. Ganz kleine Persönlichkeiten und jedes Kind ist anders. Ich finde das ja so spannend, das siehst du ja schon oft bei den Zwillingen, Zwillingsgeburt, ne? Zwei Kinder, gleiche Schwangerschaft, etc. Und der eine Zwilling hat dieses Trinkverhalten an der Brust, der andere das. Und da ergänzen die Kinder sich ja auch oftmals, das finde ich auch so spannend. Der eine, der freudiger Trinker ist, unterstützt seinen kleineren Bruder oder wie auch immer. Und so ist es so ein Geben und Nehmen. Und die sind einfach unterschiedlich. Und das finde ich auch, ist ja auch das Gute an den kleinen Menschen. Eine Sache würde ich gerne noch mit dir besprechen, weil die, finde ich, ist sehr, sehr wichtig und die ist gerade so in den letzten Jahren, weil ja immer mehr unsere Geburtshilfe ist ja auch in der Krise und so wie wir weniger stillende Frauen haben mit vier Monaten, ist es auch in der Geburtshilfe nicht sehr einfach. Hebammen sind da ja auch wirklich am Level und das widerspiegelt sich ja auch in der Geburtshilfe und das geht dann einher, wie der Stillstart ist. Und viele Interventionen sind ja auch unter der Geburt, also gerade manche lassen sich nicht verhindern, das ist jetzt gar keine Kritikpunkt, aber es ist einfach so, wenn Frauen einfach, viele werden, es gibt so viele Einleitungen, nicht alle sind gerechtfertigt, viel Infusionstherapie. Vielleicht den einen Punkt nochmal, weil ich finde, das muss man immer wieder sagen, das haben sehr viele noch nicht auf dem Schirm. Medizinisches Personal auch nicht. Aber wenn eine Frau unter der Geburt sehr, sehr viele Infusionen bekommt. Dann ist es ja da, da bist du auch immer so, da muss man auch hier ganz genau beim Kind gucken. Vielleicht magst du das nochmal kurz erklären. Das ist ein wichtiger Punkt, dass du das ansprichst. Also wir haben ja eine sehr hohe Sektiorate auch und gerade wenn es eine primäre Sektio ist, haben die Frauen ja oft Infusionen und wenn die Mutter eine Infusionstherapie bekommt, ab einem Liter lagern die Kinder richtig ordentlich ein. Und es gibt Kliniken, die machen das automatisch schon, weil sie es wissen, also die Bedeutung der Infusionen auch, dann wissen, also die wissen. Wir nehmen das 24-Stunden-Gewicht nochmal und das ist das relevante Gewicht. Wir brauchen ja das Geburtsgewicht für die Geburtsanmeldung, für das Geburtenbuch. Das ist das eine. Aber was den Eltern dann oft passiert, die sind gut betreut in der Klinik und stillen so vor sich hin. Und dann kommt die U2 und dann bei der U2, das Kind hat ja 12 Prozent abgenommen. Obwohl es vergnügt ist, gut ausscheidet, einen tollen Hauttogor hat. Aber die Gewichtskurve geht nach unten. Und das kommt, weil das Kind pinkelt wie ein Weltmeister in den ersten 24 Stunden und die Infusionstherapie, was es über die Mutter aufgenommen hat, dann ausscheidet. Und deshalb ist dieses Geburtsgewicht etwas höher als eigentlich das richtige, echte Gewicht. Und da vielleicht nochmal hinschauen, wenn man als Frau unter der Geburt Infusionstherapien hatte, längere Infusionen, Wehentröpfe oder was auch immer, wegen Übelkeit und Abbrechen. Es geht ja einfach schnell. Genau. Dann nochmal nach dem 24-Stunden-Gewicht Fragen, darauf achten. Mitdenken. Mitdenken, genau, dass man das mit nochmal auf dem Schirm hat. Und erfahrene Kinderärzte wissen das ja auch. Die gucken sich ja auch das Kind an. Die gucken sich die Milchbildung an oder die fragen dann auch die Schwester auf der Wochenbettstation, wie sieht denn die Milchbildung aus? Kommt die Frau jetzt in die Milchbildung oder so? Oder ist das alles verzögert? Und danach sollte man auch nochmal gucken. Nicht einfach blind zufüttern. Wir haben jetzt hier zehn Prozent erreicht. Jetzt wird zugefüttert, sondern wirklich auch mal gucken, wie ist denn der Istzustand bei der Frau? Wie sieht die Brust aus? Wie trinkt das Kind? Wie sind die Ausscheidungen? Wie sieht der Stuhlgang aus vom Kind? Wenn er schon Übergangsstuhl ist oder schon Muttermilchzeichen hat, dann brauche ich da auch nicht zufüttern. Dann kommt ja alles in Gang. Es ist ein bisschen verzögert. Aber das finde ich total wichtig und ich glaube, das sind auch Sachen, die wissen halt viele nicht und man muss schon auch ein bisschen Eigeninitiative haben, gerade was das Stillen betrifft, da ist Wissen wirklich Macht und wenn ihr da wirklich gut vorbereitet seid, könnt ihr da euch einfach viel Ärger ersparen und da auch mutig sein. Also so, wenn ein Kind gut ausscheidet, also das ist ja immer das Schönste, da brauche ich gar nicht unbedingt die Waage, wenn ich einfach weiß, also das ist ja für mich auch als Hebamme so, die Ausscheidung ist für mich, also mein Handy ist voll von Stuhlgangbildern von Babys, weil es für mich immer, schickt mir das ruhig, ist nicht so schlimm, aber das ist für mich immer so, okay, da weiß ich einfach, okay, das ist alles gut und wie sehr freue ich mich immer über Muttermilchstuhl. Also es gibt ja keinen schöneren Stuhlgang und das ist halt wichtig. Ich hatte gestern auch zum Beispiel ein Kind bei mir in der Praxis, da wird so ein Theater gemacht. Das Kind ist schlank. Es ist lang und schlank. Aber alleine während diesen anderthalb Stunden in der Beratung hat es zweimal so die Windel voll geknallt mit Muttermilzstuhl, wo ich sage, das ist so, da müssen wir mal gucken. Aber der kriegt genug rein, sonst würde nicht so viel rauskommen und nicht so wunderbar gelb und Curryfarben und in Massen und bis zum Kragen hoch. Und da haben wir natürlich auch einen Vorteil aufgrund der Berufserfahrung und da müssen wir einfach auch Eltern schützen. Ich würde sagen, wir haben einen sehr schönen Überblick gehabt. Es gibt wirklich so viele spezifische Themen, die ich gerne noch mit dir jetzt besprechen würde. Das würde heute aber den Rahmen sprengen. Deshalb bildet euch da fort. Geht in Stillleben rein. Hört euch diese ganz wichtigen Folgen dazu an, weil es sind natürlich noch mehrere komplexere Sachen, gerade auch Geburten, die einfach sehr lange waren. Und wenn Babys so durch einen Geburtskanal gehen, da wirken ja auch sehr viele Kräfte. Da hat ganz viel auch die Gesichtsmuskeln. Du kannst auch mal sagen, wie viele Gesichtsmuskeln da? 22 Gesichtsmuskelgruppen, die alle miteinander interagieren, verknüpft sind und so weiter. Ja, und wenn da was verspannt ist und noch nicht so gut funktioniert, das ist natürlich auch Sachen, die sich auf Stillen auswirken. Und deshalb brauchst du da manchmal was? Ja, das ist vielleicht noch ein ganz wichtiger Punkt. Es ist nicht immer das Zungenband. Nee, es ist nicht immer das Zungenband. Es ist nicht immer das Zungenband. Wir können es aber gerne wiederholen, Sissi. Es hat mir Spaß gemacht. Ja, wir können es sehr gerne wiederholen. Aber wer jetzt mehr hören will, kann einfach schon mal bei dir reinhören. Alle wichtigen Sachen verlinke ich euch in meinen Shownotes. Und ja, wir beide sind da. Wir wollen einfach, weil Stillen ist toll, Muttermilch ist toll, unser Körper hat einfach alles, also ich finde es immer wieder wahnsinnig. Ich habe auch zusammengezählt, ich stille ja. Ich stille ja immer noch. Also das darf man ja immer gar keiner zählen. Nicht, weil ich gerade noch Lust habe, aber meine Tochter da sehr, also es heißt ja auch nicht, wenn man immer sagt, man stillt immer noch, dass die Leute denken, man stillt den ganzen Tag. Also ich meine, es ist auch einfach ein total schönes Bonding und so. Und ich denke mir halt immer so, es gibt schlimmere Dinge. Aber wenn ich jetzt die Zeiten zusammen zähle, sind auf jeden Fall schon einige Jahre. Das ist auch ein Punkt, über den wir vielleicht auch nochmal sprechen sollten. Irgendwann werden wir nochmal dazu kommen. Also zum einen ist es ja wirklich gesundheitsförderlich. Es ist ja kein Lifestyle, wie es manchmal so runtergeredet wird oder wie auch immer. Sondern es ist wirklich gesunde, glückliche Kinder sind unsere Zukunft. Aber ich wollte noch mal zum Langzeitstillen was sagen. Es gibt ja auch Frauen, die länger stillen und sich dessen schämen oder viel Konfliktpotenzial in der Familie haben oder es nur noch heimlich tun. Und das ist okay, solange Mutter und Kind sich damit wohlfühlen und auch der Partner oder die Partnerin, die dabei ist, wenn die Familie sich damit gut fühlt, ist das okay. Aber findest du, dass der Partner da was mit zu sagen hat? Nein, aber es gibt ja da auch Konfliktpotenzial. Natürlich gibt es Konflikt, aber ich finde halt, dass die, klar, aber die Mutter muss halt happy sein. Und das ist ja auch so, und das ist auch ein Thema, abstillen. Wenn ihr euch nicht sicher seid, dass ihr wirklich 100% abstillen wollt, dann funktioniert auch kein abstillen. Das ist halt immer so, weil da gibt es eigentlich auch nicht so viel. Aber man muss wirklich selber sein. Wenn man das wirklich noch nicht für sich beschlossen hat, das ist jetzt das Ende, dann kann man das auch nicht seinem Kind gegenüber gut kommunizieren. Und da habe ich dann auch nochmal... Es ist auch wirklich so... Es ist keine Einbahnstraße. Auch wenn die Mutter sagt, ich stille mein zweijähriges Kind wirklich noch sehr gerne, aber nachts wurde es mir jetzt zu viel. Dann ist das auch okay. Dann darf ich auch als Mutter sagen, mir ist das jetzt hier zu viel. Dann finden wir da auch eine Lösung und einen Weg. Aber das bedeutet nicht, ich muss komplett abstillen, wenn ich das nicht möchte. Es gibt auch immer noch eine Grauzone. Es gibt ein Rechts und Links. Und das ist mir auch in der Stillberatung wichtig. Es gibt nicht immer nur Schwarz-Weiß. Entweder stillen oder abstillen oder dies oder das. Sondern man hat so viele Lösungsmöglichkeiten. Und ich erlebe auch immer wieder Familien und Frauen, die sagen, ich muss jetzt abstillen, mein Kind kommt in die Kita. Ich sage, nee, musst du nicht. Ja, das schläft ja nur an der Brust ein. Dein Kind wird in der Kita was ganz anderes machen als zu Hause. Und das sind ja die spannenden Sachen. Und da die Familien zu unterstützen und zu sagen... Was ist denn für dich wichtig und was ist dein Weg? Und ein Erzieher kriegt ein Kind, wenn er gut ist in seinem Job, auch anders beruhigt. Und Kinder trinken nicht an fremden Brüsten, wenn sie nicht müssen. Wenn sie nicht auf Aunger sind, da kann man sich auch sicher sein. Ja, das stimmt. Danke für deine Zeit und auch einfach, dass du so viele Jahre schon so wundervoll aufklärst, dass du uns Hebammen so berätst und ich bin jeden Tag dankbar, dass du da bist und gerade diese Spezialfälle, also wenn ihr einen Spezialfall habt, du machst ja auch Beratungen online, also du bist ja wirklich weltweit, berätst du Frauen auf der Welt mit ihren Stillproblemen. Ja, einfach auch über die Leihmutter-Geschichten oft in den USA oder Tokio war meine weiteste Stillwartung. Wahnsinn. Danke für deine Arbeit. Danke für die Einladung, Sissi. Vielen, vielen Dank. Es hat mir Spaß gemacht. Es freut mich. Tschüss. Ihr Lieben, das war eine so schöne Folge und was mir besonders wichtig ist beim Stillen ist einfach, dass ich natürlich immer wieder auch diese ganzen Geschichten aus dem Freundeskreis bekomme. Und ich, also Katrin und ich, ich kann da auf jeden Fall für sie mitsprechen, wünsche uns einfach, dass Frauen einfach so eine aufgeklärte Entscheidung treffen sollten, ob sie jetzt stillen wollen oder nicht. Und dass sie, wenn sie stillen wollen, natürlich eine kompetente Beratung bekommen und dass es überall gleiche, also dass sie einfach gleich beraten werden sind und nicht so verunsichert werden. Weil wenn wir da wirklich, wie wir das auch im Podcast besprochen haben, Standards hätten so, dass jeder einfach das Gleiche weiß und dass Frauen wirklich kompetent beraten werden, dann wird es auch nicht so viele Stillprobleme geben und das ist einfach momentan einfach noch nicht der Fall und das ist so schwierig und das ist ja auch nicht nur das Stillen an sich, da sind ja wirklich Geschichten hinter, es sind Schmerzen, es sind wirklich Prozesse, wo Frauen einfach jahrelang darüber noch traurig sind, dass sie einfach das nicht wussten, dass sie nicht kompetent beraten wurden und dass sie dann einfach nicht stillen konnten. Und das sollte einfach nicht so sein. Und deshalb war mir das so wichtig, nochmal darüber noch mehr Sichtbarkeit zu schaffen, dass ihr euch informieren müsst, dass ihr einfach darüber Bescheid wisst, was wichtig ist, damit ihr einfach nicht in so eine Situation kommt und euch frühzeitig, bitte frühzeitig Hilfe sucht, weil dann kann man einfach schon ganz, ganz viel... Euch helfen und ihr müsst nicht erst vier Wochen Schmerzen ertragen, weil Schmerzen beim Stillen sind einfach nicht normal und sollten nicht sein, dass man da gleich schon in den ersten Tagen sich kompetente Hilfe sucht. Und ich finde auch das in einer Schwangerschaft schon mal wichtig. Guckt schon mal in einer Schwangerschaft, wo sind, wo finde ich vielleicht eine IBCLC-Stillberaterin in meiner Nähe. Wie ist das Krankenhaus da aufgestellt? Also dass ihr einfach schon euch vorher auch mit vielleicht auch betreuenden Hebamme, wie ist sie da aufgestellt, hat sie auch eine Stillbereitere, mit der sie zusammenarbeitet, dass man einfach weiß, okay, da ist dann schon das Netz, was man dann braucht, ist gut, wenn man es sich braucht, aber bevor man wirklich Hilfe kommt, dass man weiß, an wen man sich wenden kann, das finde ich immer noch sehr hilfreich. Und heute gibt es mal wieder einen Funfact und wir gehen heute in die Tierwelt. In der Tierwelt zeigt sich, wie unterschiedlich und faszinierend stillend sein kann. Kängurus gehören dabei zu den größten Multitalenten. Sie können gleichzeitig zwei völlig verschiedene Milchsorten produzieren. Eine für das winzig Neugeborene, tief im Beute und eine für das ältere Jungtier, das schon neugierig herausschaut. Bei den Giganten der Ozeane läuft es nicht weniger beeindruckend ab. Blauwale geben eine extrem fettreiche Milch, durch die ihre Kälber täglich bis zu 90 Kilogramm zunehmen und im rasanten Tempo wachsen. Und selbst bei den sanften Seekühen gibt es Besonderheiten. Ihre Zitzen liegen in den Achsehöhen hinter den Flossen, sodass die Jungen unter Wasser trinken, während die Mutter ruhig dahin gleitet. Also da ist auch alles gut geregelt. Und ich wünsche euch jetzt eine schöne Woche. Ich freue mich, wenn ihr diesen Podcast weiterleitet an alle, die ihn benötigen, wo ihr denkt, da braucht jemand Hilfe, da braucht jemand Aufklärung. Und natürlich auch, wenn ihr mir folgt, das ist besonders wichtig. Und ich würde auch gerne, dass ihr ihn noch bewertet mit fünf Sternen. Und alle eure Fragen könnt ihr auch gerne in die Kommentare schreiben. Bis nächste Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht. Das war Sounds Familiar, der Eltern-Podcast mit Hebamme Sissi Rasche. Eine Produktion von Auf die Ohren. Redaktionelle Leitung Katharina Kern. Aufnahmeleitung Lena Günther. Sounddesign und Postproduktion Nilan Feig.