Ihr Lieben, es ist Donnerstag und ich habe eine neue Folge Soundsfamilie für euch und es gibt heute eine kleine Premiere, weil es ist meine erste Solo-Folge. Ich habe wirklich noch nie eine Podcast-Folge ganz alleine aufgenommen in meiner ganzen Zeit, wo ich jetzt schon Podcasts mache. Und ja, aber ich habe gedacht, das ist mein Podcast. Ich kann ihn gestalten, so wie ich es möchte. Und mir fehlen so ein bisschen die reinen Hebammen-Themen, über die ich natürlich sehr gerne rede. Und das natürlich auch auf meinem Instagram-Kanal mache. Aber da muss ich ja alles immer so kleinen Clips machen und es muss kurz sein. Und ich habe mir gedacht, dass ich jetzt auch regelmäßig einfach Hebammen-Themen hier mit reinnehme. Die könnt ihr mir natürlich Wünsche schicken, was ihr gerne hören wollt. Heute habe ich nochmal entschieden, weil es ist ein Thema, was mir sehr, sehr am Herzen liegt und wo es, finde ich, immer noch so manchmal ein bisschen zu wenig Aufklärung gibt. Und deshalb gibt es jetzt meine erste Hebammen-Folge hier mit mir bei Sounds for Me. Und das Thema ist heute Kolostrum und es ist mir total wichtig, vor allen Dingen für die Frauen, die einfach für sich entschieden haben, ich will aus welchen Gründen auch immer nicht stillen, was vollkommen in Ordnung ist, aber ich möchte euch gerne heute erklären, warum ihr trotzdem Kolostrum geben solltet und warum das so wichtig ist und wie ich das auch in meiner Arbeit täglich handhabe, weil ich habe natürlich auch schon viele Frauen dabei begleitet, die nicht stillen wollten, aber wo wir immer das Kolostrum gegeben haben. Und vielleicht wollt ihr erst mal wissen, was ist überhaupt Kolostrum? Und Kolostrum ist der Fachbegriff und das ist die allererste Milch, die euer Baby bekommt. Und die wird nicht nur direkt nach der Geburt gebildet, sondern die bildet sich schon in den letzten Wochen eurer Schwangerschaft. Und gesteuert wird das Ganze durch ein ganz wichtiges Hormon, das Prolaktin. Das ist nämlich für eure Milchproduktion wichtig. Und wir Hebammen, für uns ist das Kolostrum wirklich flüssiges Gold, weil es einfach so besonders ist und was ihr immer wissen müsst, euer Körper hat das selber geschaffen. Das kann man nicht irgendwo kaufen, das kann man so wie Kolostrum zusammengesetzt ist nicht im Labor herstellen, das ist wirklich einzigartig und das habt ihr mit eurem Körper geschaffen und es ist perfekt abgestimmt auf euer Baby. Deshalb richtig geiler Shit. Und diese Anfangsmilch ist die Vorstoffe zur reinen Muttermilch und die sieht auch etwas anders aus. Also ich beschreibe das immer so, wenn ich Frauen oder Familien Kolostrum beschreibe. Ihr kennt das ja, wenn man sich so Vanillepudding anmixt, dann packt man ja das Pulver und ein bisschen Milch dazu und dann wird das ja so eine zähige Flüssigkeit. Und genau so ist Kolostrum. Also es ist eher so wirklich Gold und ganz zäh. Also richtig zähe Milch, aber wenig, aber mit ganz, ganz viel Inhaltsstoffen. Und es ist praktisch so wie so ein Superfood. Kolostrum unterscheidet sich auch zur Muttermilch, vor allen Dingen in seinem Proteingehalt. Und für euch habe ich mal ein paar Zahlen mitgebracht, damit ihr einfach auch mal so ein Gefühl dafür kriegt, dass Kolostrum sozusagen pro Liter 20 bis 25 Gramm Protein hat. Reife Muttermilch enthält später dagegen nur 8 bis 10 Gramm pro Liter und Pränahrung, also Muttermilchersatzprodukte, sind bei ungefähr 12 bis 14 Gramm pro Liter. Das heißt, Kolostrum enthält ungefähr zwei bis dreimal mehr Eiweiß als eure spätere Muttermilch. Und das ist besonders spannend, weil menschliches Kolostrum besteht überwiegend aus leicht verdaulichen Molkeproteinen und nicht aus diesen schwer verdaulichen Casein, wie wir zum Beispiel bei Kuhmilch haben. Und jetzt möchte ich mal darauf eingehen, warum Kolostrum so ein biologisches Schutzschild ist für euer Baby und warum wir Hebammen da wirklich so viel Aufsehen drum machen. Weil Kolostrum, haltet euch fest, hat über 200 Inhaltsstoffe, die wie eine Maßanfertigung sind für euer Baby. Das heißt, wenn ihr euch das mal auf dem Papier so anschaut, 200 Inhaltsstoffe, das ist wirklich schon krass, wenn man sich das bildlich vor Augen macht, kann man sich das eigentlich gar nicht vorstellen. Und es ist genau abgestimmt. Und wie ich schon zu Anfang gesagt habe, es ist, euer Körper bildet das. Also ihr macht dieses Superfood. Das Immunsystem von eurem Baby ist ja nach der Geburt noch extrem sensibel und unreif. Euer Kolostrum ist vollgepackt mit Immunglobulin und die stärken einfach die Abwehrkräfte. Bis zu 60, 70 Prozent der Zellen im frühen Kolostrum. Ich finde das so wichtig. Macht euch wirklich einfach diese Zahlen. Also 60 bis 70 Prozent der Zellen im frühen Kolostrum können weiße Blutkörperchen sein. Also echte Immunzellen, also eine super Abwehr. Und diese Zellen helfen, eurem Baby, Krankheitserreger, direkt zu erkennen und Immunreaktionen im Darm des Babys zu unterstützen. Man kann also wirklich sagen, Kolostrum ist einfach eine lebendige Immunabwehr. Und deshalb solltet ihr das auch, wenn ihr vielleicht für euch die Entscheidung getroffen habt, ihr möchtet nicht stillen, könnt ihr es einfach so sehen. Die ersten zwei bis vier Tage kriegt euer Baby Kolostrum und es ist eher wie so eine Therapie, also wirklich so eine Immuntherapie, damit ihr einfach dieses feine Immunsystem eures Babys stärkt. Und ich will jetzt nochmal ein bisschen mehr auf die Inhaltsstoffe eingehen. Also Kolostrum hat halt ganz viel sekretorisches Immunglobuli A, das wird immer kurz gesagt SIGA und diese Konzentration im Kolostrum ist bei fünf bis teilweise über zehn Gramm pro Liter. Das ist super hoch. Und das Gute an diesem Immunglobulin A, dass das im Magen nicht verdaut wird bei eurem Baby, sondern das bleibt ganz aktiv und legt sich dann wie eine Schutzschicht über die Schleimhäute von dem Darm eures Babys und auch auf die Atemwege. Also dieses SIGA, also dieses Immunglobuli A, das wird im Magen nicht verdaut, sondern das bleibt einfach voll aktiv und legt sich wie eine Schutzschicht über die Schleimhäute im Darm von eurem Baby und auch in den Atemwege eurer Babys. Und das ist natürlich einfach wirklich Gold wert. Und ich glaube einfach, wenn wir da schon in der Industrie das schaffen würden, das mal nachzumachen. Das wäre einfach, das würde sich verkaufen wie geschnitten Brot. Das ist wirklich so kostbar. Und deshalb ist es, finde ich, so wichtig, dass wirklich das komplette medizinische Personal, was auch auf dem Wochenbettstation das einfach weiß, dass man einfach, das sind nicht einfach nur ein paar Tropfen flüssiges Gold, sondern die sind super wichtig. Und ich merke das auch immer, wenn man zum Beispiel Kranke oder Frühgeborene, Neugeborene betreut, Auf den Intensivstationen sind die da wirklich immer sofort hinterher, weil natürlich Frühgeborene oder kranke Neugeborene natürlich noch geschwächter sind. Und da wollen wir auf jeden Fall das Kolostrum haben, um die natürlich auch hier nochmal auf ihrem Weg noch besser zu unterstützen. Und es gibt einfach so viele medizinische Gründe, warum Kolostrum so wertvoll ist, die auch schon in Studien belegt sind. Zum Beispiel Studien belegen einfach, dass bestimmte Enzyme und Hormone im Kolostrum helfen können, den Blutzuckerspiegel des Kindes stabiler zu halten. Und das ist natürlich besonders auch bei Babys von Müttern, die unter Schwangerschaftsdiabetes leiden. Also das ist auch zum Beispiel ein Grund, wenn ihr unter Schwangerschaftsdiabetes leiden solltet, Kolostrum nicht erst nach der Geburt zu gewinnen, sondern einfach auch schon prophylaktisch in der Schwangerschaft zu gewinnen, also in den letzten Wochen vor der Geburt. Das dann einfach einfriert und mit ins Krankenhaus nimmt, damit man gegebenenfalls, falls die Blutzuckerspiegel eures Babys nicht stabil sind, zusätzlich auch dieses Kolostrum schon geben können, damit man auch einfach vermeidet, künstliche Nahrung zu geben. Und wie man in den Studien sieht, das ist einfach den Blutzuckerspiegel super stabilisiert. Kolostrum enthält außerdem hohe Mengen an Lactoferin. Ungefähr 5 bis 7 Gramm pro Liter und Lactoferin bindet freies Eisen im Darm und das ist biologisch unglaublich clever, weil viele krankmachende Bakterien brauchen nämlich Eisen zum Überleben. Und was macht Lactoferin? Es entzieht ihnen dieses Eisen regelrecht und hemmt dadurch gezielt das Wachstum bestimmter Keime. Und das ist natürlich toll, dass es in so hohen Mengen da ist. Es ist wieder Immunabwehr, unterstützt die Darmreifung und das kann man auch wiederum nicht so herstellen. Ihr merkt schon, ich möchte euch davon überzeugen, wie toll einfach Kolostrum ist. Und ich finde einfach, dass dieser wenigen Milch einfach immer noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Und der nächste Grund, den ich super wichtig finde, ist auch Kolostrum wirkt wie so ein natürliches Abführmittel, weil wir wollen ja möglichst schnell das Mekonium, also das Kindspech, das ist dieser erste Stuhlgang, den euer Baby hat. Manche Kinder haben das sozusagen schon direkt nach der Geburt. Es ist ja so super zäh und klebt. Das möchten wir einfach, dass das schnell ausgeschieden wird. Das ist medizinisch auch extrem wichtig für euer Baby, da überschüssiges Bilirubin schneller aus dem Körper transportiert wird, was das Risiko für eine neugeborene Gelbsucht senken kann. Also wir wollen, dass das Meconium, das Kindspech, schnell ausgeschieden wird, weil da auch überschüssiges Bilirubin drin ist. Und dann werden die Babys nicht so gelb. Also ganz wichtig. Und da hilft uns auch wieder Kolostrum. Und ich finde einfach, wenn man das unter diesen Aspekten einfach sieht, dass Kolostrum einfach wirklich wie eine Kur ist, dann gibt es da auch gar nicht, finde ich, so den Stillzwang. Mir ist einfach total wichtig, Frauen zu unterstützen, dass sie eine aufgeklärte Entscheidung treffen, wenn sie zum Beispiel nicht stillen wollen. Also wenn ich zum Beispiel in meiner Betreuung einfach eine Frau habe, die zu mir sagt, aus irgendwelchen Gründen auch immer, dass sie nicht stillen möchte, dann kläre ich sie darüber auf. Und dann besprechen wir einfach so, dann ist mein Vorschlag immer so, Also dann erkläre ich ihr Kolostrum und sage, warum das so wichtig ist. Und dann hatte ich zum Beispiel eine Geschichte, die kann ich erzählen. Das ist, glaube ich, jetzt auch schon wieder acht Jahre alt. Da habe ich eine Frau betreut, die hatte eine super schlechte Stillbeziehung bei ihrem ersten Kind. Und die wollte eigentlich gar nicht stillen. Da habe ich gesagt, pass auf, kann ich total verstehen, dass du wirklich so traumatisiert bist und du so das Gefühl hast, das kommt jetzt gar nicht mehr für dich in Frage. Aber wir hatten auch einen geplanten Kaiserschnitt aus medizinischen Gründen und habe dann zu ihr gesagt, lass uns einfach Kolostrum schon in der Schwangerschaft gewinnen, das nehmen wir mit in die Klinik und nach der Geburt, die ersten zwei, drei, vier Tage, gewinnen wir das noch per Hand. Du kannst aber auch anlegen, einfach so wie du das fühlst, ich meine ohne Druck, wir können einfach gucken, was und dann hat sie nach der Geburt gesagt. Sie hat mir gesagt, ich würde jetzt doch gerne anlegen und dann haben wir die Brust nicht per Hand entleert, sondern haben das Baby angelegt und ich war dann jeden Tag da und irgendwann habe ich zu ihr dann auch gesagt, so am dritten Tag, also wir müssten jetzt schon irgendwie, wenn du abstillen willst und wir wollen das ja auch nicht mit Medikamenten machen, dann müssen wir jetzt darüber reden, dass du dein Baby dann auch irgendwann weniger anlegst. Und dann hat sie gesagt, nö, das fühlt sich total richtig an. Also ich meine, ich habe sie voll und ganz in ihrer Entscheidung unterstützt. Sie hat mir gesagt, aus diesen folgenden Gründen möchte ich das nicht, aber wir haben uns entschieden, das Kolostrum zu gehen, weil es einfach für das Baby super wichtig ist. Und wie Medizin haben wir das gesehen, dieses Superfood. Und dann hat sie selber, ich meine, es war auch eine zweite Stillbeziehung. Es ist auch immer noch was anderes, wenn der Körper sozusagen schon mal Muttermilch gebildet hat, dann ist es also, man hat schon mal laktiert, so nennt man das. Dann ist es auch beim zweiten Mal oft einfacher und das Anlegen hat wirklich gut funktioniert. Das Baby hat richtig gut und richtig vor allen Dingen getrunken. Sie hatte keine Schmerzen und dann hat sie einfach sechs Monate gestillt. Und ich konnte das wirklich gar nicht glauben. Und sie hat mir dann auch nochmal nach sechs Monaten nochmal so wirklich geschrieben, dass sie das total toll fand, dass wir das halt ohne Druck gemacht haben, sondern einfach nur uns für diese erste Milch entschieden haben. Aber dann hat sie gemerkt, das passt jetzt doch ganz gut und so können Geschichten halt auch enden. Und das heißt jetzt gar nicht, dass jede Frau sich sozusagen, die dann für sich persönlich die Entscheidung getroffen hat, das dann so machen sollte. Aber es kann manchmal auch nochmal den Blickwinkel ändern, gerade wenn es vielleicht auch eine erste Schwangerschaft ist und man vielleicht irgendwie, ich weiß gar nicht, warum man diese schlechte Erfahrung hat mit Stillen, dass es sich manchmal dann auch nochmal ändern kann. Aber wichtig ist einfach, dass das Kind in diesen ersten Tagen diese besondere Milch kriegt. Und es muss halt nicht über Saugen an der Brust geschehen. Und das ist einfach mir total wichtig für euch, dass ihr das wisst, dass ihr das auch weitertragt, Wenn ihr vielleicht eine Freundin habt oder eine Schwester oder wer auch immer, wo ihr merkt, die wollen nicht stillen, aus welchen Gründen auch immer, aber nochmal erklärt, warum einfach Kolostrum so wichtig ist, dann könnt ihr natürlich total gerne diese Folge weiterleiten, weil darum geht es mir einfach, dass es da wirklich ein Bewusstsein für gibt. Und auch gerade, wenn ihr euch dann nach dem dritten Tag für Muttermilchersatzprodukte, also für Pränahrung entscheidet, würde ich euch wirklich empfehlen, die ersten Tage nur Kolostrum zu geben, damit das auch wirklich voll wirken kann. Also es gibt, man kann natürlich auch Prä mit hinzugeben, aber es wäre besser, wenn wirklich nur das reine Kolostrum gegeben wird. Vielleicht auch hier nochmal für euch ein paar Vergleiche, also zur Pränahrung und zur Muttermilch. Industrielle Säuglingsnahrung ist zwar mit Muttermilch vergleichbar, also man versucht natürlich so nah wie möglich da ranzukommen, aber gerade dieses Kolostrum, da kommt einfach keine Pränahrung ran. Also da fehlen einfach, ich habe euch ja am Anfang gesagt, es sind 200 Inhaltsstoffe, das schafft einfach keine Prämilch, aber viele Substanzen fehlen dann einfach für den aktiven Schutz für das Immunsystem eures Babys. Und das erfüllt einfach nur das Kolostrum. Und das können wir einfach aktuell noch nicht mit Pränahrung erreichen. Pränahrung enthält Energie, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Und was Pränahrung nicht enthält, sind aktive mütterliche Antikörper, lebende Immunzellen, die volle Vielfalt an humane Milcholigosaccharide. Das sind halt diese komplexen Zuckerstoffe. Die füttern nämlich die guten Darmbakterien, die brauchen wir und die gleiche biologische Dynamik. Das hat einfach auch eine Pränahrung nicht. Und es gibt zwar moderne Pränahrungen, die inzwischen künstlich hergestellte, also diese komplexen Zuckerstoffe enthalten, die sozusagen die guten Darmbakterien füttern sollen, aber nur in so einzelnen Varianten. Und bei Muttermilch ist es einfach, dass die einfach hunderte unterschiedliche komplexe Zuckerstoffe haben. Und das kann man einfach auch nicht so nachbilden. Und natürlich auch in einer hochkomplexen biologischen Zusammensetzung. Und was ich auch noch super faszinierend finde, was man sich auch immer wieder sagen muss, ist, dass Kolostrum nicht statisch ist. Das bedeutet, es verändert sich täglich, passt sich an und sogar manchmal innerhalb einer Stillmahlzeit. Und für euch ist einfach wichtig zu wissen, gerade auch für die, die vielleicht schon Kolostrum, weil sie einfach eine medizinische Indikation haben, in der Schwangerschaft gewinnen wollen. Wichtig ist für mich hier nochmal zu sagen, wenn man zum Beispiel keine Indikationen hat, wie zum Beispiel ein geplanter Kaiserschnitt, Schwangerschaftsdiabetes. Mehrlinge oder eine eventuelle Frühgeburt, was auch immer, dann musst du kein Kolostrum gewinnen. Also es ist jetzt nicht so, dass man jetzt unbedingt das schon machen muss, damit das Baby gut versorgt ist, sondern du solltest nur wissen, wie du Kolostrum per Hand gewinnst. Also du solltest schon mit deiner Hebamme mal sprechen, dass sie dir zeigt, wie so eine Handgewinnung funktioniert, damit man einfach die Griffe schon weiß. Und wir reden ja immer so von Ausstreichen und eigentlich ist es gar kein Ausstreichen, sondern ihr nehmt eure Hand und habt euren Daumen und euren Zeigefinger und mit denen bildet ihr ein Zeh. Und die sollten so ungefähr zwei bis drei Zentimeter hinter der Brustwarze platziert sein und dann habt ihr eher so wie so einen Rhythmus. Also ihr drückt die Brust sanft Richtung Brustkorb und dann führt ihr Daumen und Zeigefinger rhythmisch zusammen. Ohne die Haut zu reiben oder zu drücken oder die Brustwarze zu zerquetschen, sondern wirklich an den Brustkorb ran und dann drückt ihr sozusagen die beiden Finger zusammen und es ist eher wie so eine Melkbewegung. Und da spielen natürlich noch andere Faktoren, dass man gut Kolostrum gewinnen kann, eine Rolle, sondern das solltet ihr natürlich nicht unter Stress machen. Also das heißt, da sollten nicht 35.000 Leute zugucken, sondern ihr solltet euch einfach eine angenehme Atmosphäre haben. Am besten, wenn ihr es nach der Geburt macht, ist euer Baby schon neben euch, dass ihr einfach auch Hormone ausschüttet. Ihr solltet bequem es haben. Man kann die Brust vorher so ein bisschen anwerben. Müsst ihr euch so ein bisschen vorstellen, wie jetzt, wenn man beim Facial, also hier bei einer Gesichtsbehandlung war, da kriegt man doch immer so schöne, warme Tücher aufs Gesicht gelegt. Und das könnt ihr einfach auch mit eurer Brust machen, dass einfach schon mal die Brust schön warm ist, die Milchgänge schön weit sind und dann könnt ihr das einfach so machen. Und mir ist total wichtig, nochmal zu sagen, dass es einfach manchmal auch wirklich ganz wenige Tropfen sind und die sind wertvoll. Und das ist am besten, dass ihr das dann wirklich, deshalb ist diese Handgewinnung auch so wichtig. Weil wenn ihr das zum Beispiel mit einer Pumpe machen würdet, dann landen ja diese wenigen kostbaren Tropfen, wo 200 Inhaltsstoffe drin sind, in diesen Gängen dieser Pumpe. Die könnt ihr dann nicht mehr da rausziehen. Das heißt, wenn ihr das mit der Hand gewinnt, dann kommen dann vielleicht so kleine Tropfen auf eure Brustwarze und die könnt ihr dann einfach mit so Minispritzen so abziehen. Und so gewinnt ihr das dann immer. Das kann man auch alleine machen. Man macht dann erstmal immer so einen Tropfen. Dann zieht man sich das mit der Spritze wieder ab. Es gibt mittlerweile auch so wie so kleine Trichter. In Berlin gibt es einen Laden, der hat sich so ein bisschen spezialisiert, der heißt Milchwiese. Da kann man zum Beispiel alles Zubehör auch online bestellen, wenn ihr jetzt nicht in Berlin seid, für Kolostrumgewinnung, also für die Aufbewahrung, also die Spritzen und auch ein kleiner Trichter, dass es dann darin fällt, dass man das so gut aufziehen kann. Und das ist halt super wichtig und ich finde, das ist auch ein großes Thema, was in der Aufklärung in der Schwangerschaft so wichtig ist, dass genau dieses Thema angesprochen wird. Also Stillvorbereitung ist wirklich, finde ich, immer noch sehr stiefmütterlich, wenn man das jetzt so sagen darf, wird es immer noch behandelt. Wenn ihr einfach gut aufgeklärt werdet, wie man Kolostrum einfach per Hand gewinnt, wie man es aufbewahrt richtig, wie man es gibt und dass euer Baby mit dieser wenigen Milch einfach gut versorgt ist. Weil ich kenne das natürlich auch, die erste Frage ist immer nach der Geburt, wenn das Baby dann trinkt an der Brust, ja, aber da ist doch noch gar nichts, Sissi. Also egal, wie oft man das vorher erklärt, dass da dieses Gold drin ist, das reicht doch nicht. Und ihr müsst euch auch immer vorstellen, Denn der Magen eures Babys, der ist super klein, also wirklich wie so eine kleine Murmel. Das heißt, die brauchen gar nicht viel. Die brauchen einfach diese wirklich komplexe Flüssigkeit, die einfach ihnen hilft, ihren Blutzuckerspiegel stabil zu halten. Die dafür sorgt, dass sie einfach diese Abwehr bekommen, dass das Meconium, das Kindspech gut ausgestellt wird. Aber mehr brauchen die halt nicht. Aber viel und oft in kleinen Mengen. Und deshalb ist es da auch ganz wichtig, dass es einfach immer gut das Baby angelegt wird. Das ist einfach super wichtig für euch zu wissen. Und was mir jetzt nochmal am Ende der Folge nochmal total wichtig ist, gerade wenn eine Geburt anders verläuft, als ihr euch sie vorgestellt habt, also entweder, dass sie sehr, sehr lange gedauert hat, dass sie vielleicht auch in einer Bauchgeburt geendet hat, dann seid ihr natürlich Mutter und Kind super erschöpft. Und viele Kinder, für die ist es dann ganz, ganz wichtig, den Hautkontakt zu haben, auf eurer Brust zu legen, aber die sind einfach so erschöpft, dass sie einfach gar nicht gut trinken. Und da ist es gerade wichtig, dass diese Kinder dann, dass dann das Kolostrum per Hand entleert wird und ihnen das in den Mund gegeben wird, damit sie dann einfach gut versorgt sind. Und es ist dann nicht gerade wichtig, dass sie gleich trinken, aber das Kolostrum zugefüttert bekommen, also zugefüttert per Spritze oder per Löffel. Und ihr könnt dann wirklich in den ersten Stunden, auch wenn die immer noch so schlappi sind, immer wieder die Brust anbieten. Aber wichtig ist das Kolostrum wirklich alle zwei bis drei Stunden zu entleeren und dem Baby zu geben und ganz viel Hautkontakt zu haben. Weil es ist einfach so, nach so langen Geburten ist es manchmal, dass die ersten zwei Stunden nach der Geburt, die müssen erstmal ankommen und die haben gar keine Kraft Und da ist es dann einfach wichtig, nur bei der Mutter Haut an Haut zu legen oder auch bei eurer Partner oder Partnerin und ihnen dann dieses Kolostrum so zu geben. Aber natürlich immer wieder versuchen, dass sie die Brust riechen und dass sie dann erste eigene Saugversuche machen. Ich hoffe, das hat euch einen guten Überblick gegeben und ihr seid jetzt genauso hooked wie ich mit Kolostrum und verbreitet, wie wichtig das ist, dass wir das unseren Kindern zugänglich machen oder dass ihr das euren Kindern zugänglich macht. Und ich kann euch sagen, ich habe gerade diese Woche mit jemandem gesprochen, dass natürlich auch in anderen Ländern wirklich Kolostrum auch verkauft wird. Also das müsst ihr euch mal vorstellen, dass es gibt gerade Frauen, die sehr, sehr viel Kolostrum haben, die verkaufen ihr Kolostrum. Also weil man einfach weiß, das ist so wichtig. Das heißt jetzt nicht, dass ihr Kolostrum, aber ich will einfach euch wirklich bewusst machen, eure wenigen Tropfen sind super wertvoll und das kann man einfach mit keinem Geld der Welt bezahlen und man kann es auch nicht nachbauen. Und deshalb feiert diese wenigen Tropfen und sagt nicht, da ist doch gar nichts drin. Da ist nämlich ganz viel drin. Und in diesem Sinne freue ich mich über Themenvorschläge von euch und in diesem Sinne freue ich mich auf nächste Woche, wo es wieder eine neue Folge gibt. Ihr könnt mir gerne Themenvorschläge für die Hebammenfolgen schicken. Einfach an die E-Mail-Adresse, die in meinen Shownotes ist. Ihr könnt mir aber auch gerne bei Instagram schreiben. Ihr könnt auch kommentieren. Ich lese die Kommentare hier auch unter dem Podcast und dann können wir schauen, was das nächste Thema sein sollte, wenn ich wieder eine Hebammen-Folge vor euch aufnehme. Bis dahin wünsche ich euch eine gute Woche. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.