Ihr Lieben, es ist Donnerstag und es gibt eine neue Folge Soundsfamilie für euch und ich freue mich sehr auf diese Folge. Heute remote, aber für mich eine Premiere, weil zum ersten Mal remote und international gab es noch nie. Und heute geht es darum, dass Familie vielfältig ist. Und wir wollen, also mir ist es total wichtig, dass ich das hier zeige, dass ich meine Plattform nutze, dass ich einfach Familien, die vielfältig sind, einfach zu Wort kommen lasse. Und ich habe mir da heute jemanden eingeladen, worüber ich mich sehr freue. Ich glaube, es wird sehr lustig. Ich habe heute Candy zu Gast. Und Candy ist vor vier Monaten, ich weiß nicht, vier Monaten oder drei Monaten Vater geworden von einer Tochter. Lebt in Amerika. Also die Folge ist hier wirklich Berlin, Hollywood Hills. Ist ja wirklich krass. Und wir reden heute einfach über deine Elternschaft, wie sich dein Leben verändert hat, wie du Vater geworden bist, wie der Weg dahin war und ich freue mich, dass du hier bist. Herzlich willkommen, Candy. Hallo Sissi, schön, dass ich da sein darf. Danke. Ja, bei uns ist ganz früh. Es ist jetzt 9 Uhr morgens. Ihr habt ein bisschen den Tag nach hinten geschoben für mich, weil es ist jetzt 18 Uhr. Und ja, die Kleine hat mich heute Nacht schon auf Trab gehalten. Deswegen, wir sind direkt im Thema drin. Wir sind direkt im Thema drin. Ich würde gerne noch ein bisschen vorher anfangen. Du teilst ja sehr viel über dein Leben auf Instagram, auf TikTok. Du hast seit einigen Wochen auch einen eigenen Podcast. Habe ich auch reingehört. Superschönes Format. Also finde ich ganz toll, wie du das machst. Hollywood Moms heißt der. Und ich würde gerne noch mal ein bisschen vorher haben. Du kommst aus Deutschland, aus Süddeutschland und bist mit deinem Mann sozusagen vor ungefähr zwei Jahren nach Amerika ausgewandert. Genau, ich komme aus Süddeutschland, komme gebürtig aus Karlsruhe, bin aber die letzten 14 Jahre in Berlin gewesen, habe dort gelebt mit meinem Partner zusammen, dort haben wir uns, lernen und lieben gelernt und sind dann vor zwei Jahren nach Los Angeles ausgewandert. Ich fand deine Geschichte super schön, die du in deiner ersten Folge von deinem Podcast erzählt hast, dass du selber schon immer nicht so, also dass du anders warst, wenn man das so sagt, als Kind. Dass du schon im Kindergarten dir gesagt hast, das ist ja gar kein richtiger Junge und der ist ja eher wie Mädchen. Also deine Reise war ja schon immer so, dass du sozusagen rausgestochen bist. Und was ich super schön fand, dass du nach dem Abitur sozusagen nach Amerika gegangen bist und dass da ja auch wirklich ein Grundstein für dein jetziges Leben gemacht worden ist. Absolut. Du warst, bei einer Familie, zwei Männern, glaube ich. Genau, war eine schwule Gastfamilie, da habe ich umhergemacht. Ja, krass. Und ich meine, vor wie vielen Jahren war das? Das war 2010. 2010, das ist also schon eine Weile her jetzt. Und da bist du wahrscheinlich, also da warst du auch noch nicht, du wusstest noch nicht, ob du schwul bist, ob du B bist, du hast dich nicht geoutet. Und ist es dann in Amerika? Bei mir selbst auch nicht. Ja, bei dir selbst, genau. Erzähl mal, wie war das? Also ich bin ja im konservativen Karlsruhe aufgewachsen, in Süddeutschland. Und damals in den 90ern, ich bin 86 geboren, dann in den 90ern dort groß geworden. Da hat man nicht so viel Diversität gesehen, gerade in Süddeutschland. Und auch Schwulsein war für mich in meinem Großwerden immer was sehr Negatives. Es war sehr negativ behaftet von der Reaktion der Menschen, wenn dieses Thema aufkam. Das ist mir schon von klein auf, wie du gerade gesagt hast, beigebracht worden leider in der Gesellschaft, schon im Kindergarten. Oh, du bist ja ein Mädchen, du bist kein richtiger Junge, weil ich eben ein sehr flamboyanter Junge war. Ich war sehr introvertiert, aber auch sehr einfach, ja, was man heute vielleicht als Mädchenhaft oder Femininen vielleicht bezeichnen möchte. Und das hat sich so durchgezogen durch mein Leben und in den verschiedenen Phasen. Dann, wenn du in die Grundschule kommst, dann auf dem Schulhof. Habe ich mich auch mit den Jungs nicht so verstanden, weil da irgendwie, weiß nicht, das war nicht so mein Vibe und ich habe mich lieber mit meinen Freundinnen abgegeben und dann auch später in der Realschule. Ich wurde immer gemobbt dafür und es war immer was Schlechtes und dann habe ich Abitur gemacht und dann habe ich meine Ausbildung gemacht und habe mich entschieden, Au-pair zu werden für ein Jahr, nochmal nach Amerika zu gehen und habe dort im Matching-Prozess, wenn man eine Gastfamilie finden muss, über eine Agentur, habe ich eine schwule Gastfamilie vorgeschlagen bekommen. Und in mir drin wusste ich eigentlich, dass ich schwul bin, konnte das aber nicht zulassen und konnte das nicht sagen, konnte es mir selbst nicht zulassen. Hatte auch eine Freundin noch damals zu diesem Zeitpunkt. Und habe dementsprechend auch negative Gefühle diesem Match gegenüber gehabt. Ich habe gesagt, jetzt schlagen die mir eine schwule Gastfamilie vor, das ist eigentlich nicht das, was ich will und das ist irgendwie nicht so cool und ich wollte gerne Mama und Papa. Und meine beste Freundin, mit der ich damals auch zusammengelebt habe, die war auch lesbisch oder ist lesbisch und die hat mir dann so ein bisschen den Kopf gewaschen. Die hat mir so ein bisschen den Kopf gewaschen, die so, hey, also hör dir mal an, was für eine Scheiße du hier erzählst. Also du hast schwule Freunde und lesbische Freunde in deinem Leben. Gebt denen doch mal eine Chance, was soll das? Und dann habe ich mit denen telefoniert und geskypt, habe sie kennengelernt, habe gedacht, Mensch, das ist eigentlich ganz toll mit denen, die hören sich toll an und die Kinder waren auch toll, was ich so übers Telefon und damals über Skype rausfinden konnte und habe gesagt, doch, ich mache das. Das ist zwar nicht das, was ich mir vorgestellt habe, das ist was Neues für mich, aber ich glaube, dass das schön sein kann. Und dann habe ich das Jahr dort gemacht mit der Familie und die haben mir sehr schnell vorgelebt einfach nur durch ihr Sein, durch ihr Leben, durch ihren Alltag, dass es überhaupt nicht schlimm ist, schwul zu sein. Und das war das erste Mal, dass ich so ein Positivbeispiel bekommen habe, dass man ein schönes, erfülltes Leben haben kann, vielleicht auch ein relativ konservatives Leben, wenn man sich das wünscht, als schwuler Mann. Und das hat mir so ein bisschen die Augen geöffnet, mich selbst zu lieben. Und das war so einer der großen Schlüsselmomente in meinem Leben. Genau. Und die hatten vier Kinder, zweimal Zwillinge, über eine Leihmutterschaft bekommen. Und das war dann auch das erste Mal, dass ich mit dem Thema in Berührung gekommen bin, dass man als queere Familie auch eine Familie haben kann. Voll schön. Ich finde das so schön, weil das einfach so ein bisschen so ein Zeichen sein sollte, dass du da hingekommen bist, dass ihr zusammengefunden habt. Und du hast ja auch gesagt im Podcast, dass ihr immer noch in Kontakt seid. Das finde ich einfach ganz besonders. Und dass die jetzt mittlerweile, ja, die haben ihren Collegeabschluss und Wahnsinn. Wie alt waren die Kinder, wenn ich fragen darf, als du in die Familie gekommen bist? Also ich meine, zweimal Zwillinge ist natürlich auch tough. Da war was los. Die Kleinen waren, glaube ich, gerade zwei geworden und die Großen waren dreieinhalb, fast vier. Wow. Also die sind jetzt off to college. Die Kleinen sind jetzt seit einem halben Jahr im College oder seit einem Jahr im College und die Großen müssten bald schon fertig sein. Ja, die Zeit fliegt. Aber ja, war viel. War auf jeden Fall eine krasse Aufgabe damals. Und warst du das einzige Au-pair? Genau, die hatten ein Au-pair immer ein Jahr lang. Ich war das zweite Au-pair, das sie hatten. Ich habe dann im Prinzip meine Vorgangerin abgelöst. Und bin da einfach ins kalte Wasser geschmissen worden. Ich war so wirklich von morgens um halb sechs bis abends um acht war ich für die Kinder zuständig, ganz alleine. Und das war krass. Also du musst natürlich, wenn du dich bewirbst als Au-pair, auch sehr viel Erfahrung, sehr viel vorweisen können. Das war natürlich schon hart. Und man muss ja auch viele Voraussetzungen erfüllen, um Au-pair werden zu können. Du musst ganz viele Kinderbetreuungsstunden vorweisen, um dich überhaupt zu qualifizieren. Und ich habe viele junge Geschwister. Also wir sind fünf. Ich habe vier jüngere Geschwister, auf die ich schon viel aufgepasst habe in meinem Leben. Ich habe viel Babysitting gemacht. Ich habe eine Jugendgruppe geleitet. Daher kommen halt diese ganzen Jugendstunden und Kinderstunden Arbeit. Und dementsprechend durfte ich dann in diese Familie. Und das war aber nochmal eine ganz andere Erfahrung. Ja, es war viel. Also ich finde es super krass. Also ich meine, dann jetzt mit einer Tochter bist du ja hier, das schmeißt du ja so. Zack, das ist ja gar kein Problem für dich. Fühlt sich so an im Vergleich, doch, ja. Also ich bin jetzt natürlich nochmal 16 Jahre älter. Ich bin jetzt dieses Jahr 40. Der Körper macht nicht mehr so mit wie Anfang 20 mit den vier Kindern. Es ist eine andere körperliche Belastung. Aber ja, doch. Also es ist sehr viel einfacher als mein Au-pair-Job, muss ich sagen. Obwohl es mein eigenes ist und ich hier 24-7 mich um das Kind kümmere. Der Au-Pair-Job war herfordernder, sagen wir es so. Wann hast du dich denn geoutet? Hast du das dann in Amerika noch gemacht oder als du zurückgekommen bist nach Deutschland? Du hast gerade gesagt, du hattest noch eine Freundin. Ich hatte auch in Amerika noch eine Freundin. Ich hatte in Amerika ein anderes Au-pair gedatet eine Zeit lang und irgendwann war dann da Schluss und ich habe dann gesagt, ja okay, eigentlich, ich glaube, Frauen, weiß nicht. Das habe ich halt so gemacht, weil man das halt so macht, weil ich es mir selbst eingeredet habe. Und dann bin ich nach Berlin gekommen wieder, beziehungsweise dann bin ich nach dem Au-pair-Jahr nach Berlin gegangen, habe dort angefangen zu studieren. Fürs Studium bin ich reichen gezogen und habe dort dann meinen ersten Freund kennengelernt, mich das erste Mal in einen Mann verliebt, das erste Mal mit einem Mann eine Beziehung geführt und habe gedacht, oh krass, so fühlt sich das an. Also sowohl körperlich als auch emotional war das auf einer ganz anderen Ebene als das, was ich mit den Frauen bisher hatte, weil ich das ja mir nur selbst vorgespielt habe. und in Frauen auch. Und dann hat es halt bei mir Klick gemacht und dann habe ich das auch wirklich ganz lauter von allen Dächern geschrien und habe zu mir selbst gefunden und habe gesagt, jetzt möchte ich mich nicht mehr einschränken. Ich möchte mich nicht mehr verstellen. Ich möchte keine Grenzen mehr haben in meinem Sein. Und seitdem lebe ich sehr viel freier und besser. Und auf einmal, wenn ich mir das so anschaue, noch vor 15, 16 Jahren, selbst so ein kleines bisschen vor mir selbst homophob gewesen und jetzt bin ich so eine erfolgreiche Drag-Queen. Also es ist wirklich so eine 180-Grad-Wendung, die man, glaube ich, krasser nicht hätte machen können. Glaubst du, es wäre anders gelaufen, wenn unsere, also ich meine, wir sind fast ein Jahrgang, ich habe die ganze Zeit überlegt, wie alt du bist. Und meinst du, es wäre was anders gelaufen? Hättest du dich früher outen können, wenn wir einfach in unserer Gesellschaft schon anders gedacht hätten? Ist das eine große Sache, was dieses Bild, weil man wird das Bild, was wir vorgelebt bekommen haben, Mutter, Vater, Kind, das sagst du ja auch ganz oft, das war so und als du dann dich geoutet hast, ist Familie überhaupt drin für mich, kann ich überhaupt Vater werden, ist das vorgesehen? Glaubst du, dass unsere Kinder, deine Tochter, anders aufwachsen und ihre Sexualität anders leben können, weil wir mittlerweile Gott sei Dank ja einfach, viel offener, wir einfach wissen, es gibt kein Normal, sondern es ist Vielfalt und Familie hat verschiedene Möglichkeiten? Ich glaube, meine Tochter natürlich, die ist halt jetzt ein Sonderfall, weil sie auch in ihrem Haushalt groß wird. Die kriegt das ja direkt im Prinzip, mit in die Wiege gelegt, diese Offenheit und die Freiheit, die wir leben. Habe mal so meine jüngeren Geschwister gefragt, wie das heute auf dem Schulhof ist oder wie es halt noch vor fünf Jahren, als sie noch in der Schule waren, auf dem Schulhof ist und das Wort schwul wird immer noch als Beleidigung verwendet. Das ist immer noch gang und gäbe und es ist immer noch nicht ganz so einfach, auch wenn die Medien und Social Media uns suggerieren, dass es toleranter ist. Es ist, glaube ich, auch toleranter als noch vor 20 Jahren, als es für mich ein Thema war, aber ganz einfach ist es, glaube ich, immer noch nicht, weil du. Du hast ähnlich wie im Rassismus, vor allem auch in Deutschland, du hast so einen Alltagsrassismus in Deutschland, der eher so passiv-aggressiv ist und ähnlich verhält sich das auch mit der Homophobie in Deutschland. Dass man vielleicht nicht so krass angefeindet wird auf der Straße, aber man im Alltag schon ein paar Seitenhiebe mitbekommt. Dass einer das Gesicht verdreht, wenn er sieht, oder die Augen verdreht, wenn er sieht, dass Männer da Händchen halten. Oder dass man irgendwie einen doofen Spruch bekommt. Der vielleicht gar nicht so böse gemeint war, aber halt falsch ausgesprochen wurde. Doch, das ist schon immer noch ein Thema heute. Und deswegen finde ich es auch wichtig, in die Öffentlichkeit zu gehen mit solchen Themen. Also deswegen habe ich mich ganz bewusst dafür entschlossen, mich und meine Familie öffentlich zu diskutieren, weil ich das selbst damals nicht hatte als Vorbild oder jemanden, wo ich offen mal zuschauen konnte. Ah, okay, gut, das geht also auch so. Und deswegen war es mir ganz wichtig, das für andere zu sein. Ja, richtig gut. Der Weg zur Elternschaft ist ja für ein schwules Pärchen nicht so einfach. und vor allen Dingen in Deutschland ja auch illegal. Also du bist ja vor zwei Jahren ausgewandelt. Kommt drauf an, Elternschaft ist ja verschiedene. Ja genau, aber wenn in Deutschland zwei Männer ein Kind haben wollen, dann ist das ja sozusagen, ihr habt den Weg der Leihmutterschaft gemacht, dann ist das ja in Deutschland, Leihmutterschaft ist ja nicht legal. Genau, zum biologischen Kind ist schwierig. Ja genau, genau. Und ich meine, wenn man jetzt immer überlegt, also wie es einfach ist, eine gleichgeschlechtliche Ehe, seit 2017, das sind noch nicht mal zehn Jahre davor, war es nur die eingetragene Partnerschaft. Das heißt, diese Diskriminierung ist ja wirklich, also wenn wir leben, wir sind 2026 und ich denke mir so, okay, das sind noch nicht mal zehn Jahre, das ist ja gar nichts. Und wenn man sich mit Elternschaft dann beschäftigt, sozusagen für lesbische. Pärchen ist es natürlich ein bisschen einfacher, weil es biologisch einfacher ist, als für eine Frau ein Kind zu kriegen. Aber Leihmutterschaft ist natürlich ein großes Thema und ist sozusagen ja in Deutschland nicht erlaubt. Ihr seid in Amerika, das ist ja ganz anders und es gibt ja genug Paare, die Kinder per Leihmutterschaft haben, dann in Amerika sind oder in anderen Ländern und dann mit ihren Kindern nach Deutschland zurückkehren. Das will ich jetzt erstmal nochmal weglassen, aber so dieser Weg dahin zum eigenen Kind ist ja schon etwas schwieriger für euch sozusagen. Wann habt ihr das erste Mal für euch beschlossen? Wie wollt ihr Familie gestalten? War Adoption für euch ein Thema? War von Anfang an der Gedanke, wir möchten auf jeden Fall eine Leihmutterschaft, also wie seid ihr da hingekommen? Der Weg, wie du sagst, ist echt nicht so einfach. Es gibt ja ganz viele verschiedene Wege. Du könntest adoptieren, du könntest mit einem befreundeten lesbischen Paar zum Beispiel eine Vierer-Elternschaft gestalten. Du könntest ein Pflegekind aufnehmen in Deutschland. Dann kannst du ins Ausland gehen, um dort den Weg der Leihmutterschaft zu gehen. Gibt es auch im europäischen Ausland. Du musst nicht dafür irgendwie den Kontinent wechseln. Wir sind diese Wege alle gedanklich mal durchgegangen. Wir haben geguckt, was ist möglich, was ist nicht möglich. Das ist aber erst ein Thema für uns geworden, als wir hier in Amerika waren. In Deutschland haben wir immer gesagt, wir werden irgendwann eine Familie gründen und mal schauen, wie. Wir machen uns Gedanken darüber, wenn es soweit ist. Und als wir in Amerika ankamen, haben wir gesagt, irgendwie fühlt es sich jetzt gerade richtig an. Wir sind finanziell gut aufgestellt. Wir sind in unserer Beziehung damals irgendwie seit zwölf Jahren schon wirklich fest und es geht uns gut. Lass uns das mal angehen. Welchen Weg können wir gehen? Und für mich war Adoption auf jeden Fall ein Weg, den ich hätte gehen wollen. Das ist nur aber nicht so einfach. Also Adoption wäre für uns in Deutschland, schon schwierig gewesen, weil die Rate, ein Kind zu bekommen, also von wie viele Eltern da draußen adoptieren möchten, zu wie viele Kinder sind eigentlich zur Adoption freigegeben. Die ist so in einer Unbalance. Also es sind, was habe ich gelesen? Ich glaube, es waren nur 3.700 Kinder oder so was 2024, die überhaupt zur Adoption freistanden in Deutschland. Und darauf bewerben sich dann irgendwie 100.000 Leute. Also die Chance ist eine sehr geringe. Hier in Amerika können wir nicht adoptieren, da wir keine Staatsbürger sind. Wir sind ja nur mit einem temporären Visum hier. Ist zwar für viele Jahre, aber trotzdem ist das nicht möglich. Eine Auslandsadoption ist für uns hier in Amerika nicht möglich, weil wir, wenn wir ein Kind im Ausland adoptieren, muss das Kind erst mal zwei Jahre mit uns gelebt haben, bevor wir das mit nach Amerika bringen dürfen. Das ist also auch nicht möglich. Es sind also viele Steine uns in den Weg gelegt worden. Und dann überlegt man ja, andere Paare kennen wir jetzt auch nicht, die ein Kind haben wollen. Also bleibt im Prinzip nur noch die Leihmutterschaft übrig. Und so sind wir dann auf das Thema gekommen, weil ich das eben auch von meinen Gasteltern, wo ich Au-pair war, schon mitbekommen habe, wie das bei denen funktioniert hat. Und hier, gerade in Kalifornien, ist das auch was ganz Normalisiertes. Also das machen viele. Ich kenne auch viele Hetero-Paare, die das so gemacht haben in Kalifornien, weil die Frau zum Beispiel unfruchtbar ist oder Gebärmutterhalskrebs hatte. Oder es gibt ja verschiedene medizinische Konditionen, aus denen es einfach nicht möglich ist, selbst ein Kind auszutragen. Und dann gibt es eben hier diese medizinische Möglichkeit der Leihmutterschaft. Und denen sind wir dann auch gegangen, ja. Das ist ja natürlich auch ein sehr kostspieliger Weg. Also es ist ja so, dass man sich das ja auch leisten können muss. Oder ja, das ist auf jeden Fall. Sprichst du darüber, wie viel ihr sozusagen bezahlt habt? Oder ist das schon eine Frage? Die Summe habe ich noch nie so gesagt, weil ich die gar nicht so richtig kenne. Das macht alles mein Partner. Ich weiß aber, dass es auf jeden Fall sechsstellig war. Also man muss diese Kosten ja dann auch aufdröseln. Ein ganz, ganz großer Teil ist natürlich auch die ganzen Menschen, die involviert sind, damit das in diesem sehr strengen und gut regulierten Rahmen, in dem wir uns hier in Amerika bewegen, auch alles konform abläuft. Es gibt ja auch viele Länder, in denen das nicht so gut gesetzlich geregelt ist und da hast du dann auch viele Hürden und viele Schwierigkeiten, weil dann natürlich auch wirtschaftliche Situationen ausgenutzt werden können und auch die Elternschaft nicht klar geregelt ist. Und das ist hier ganz anders geklärt in den USA und deswegen hast du so viele verschiedene Kostenpunkte, also Anwälte, du hast Ärzte, du musst die Klinik bezahlen, du musst die Embryo-Erstellung bezahlen, du musst die, Spende bezahlen von der Eizellspenderin, dann hast du natürlich auch die Leihmutter, die auch Geld bekommt, du musst die medizinischen Kosten tragen, also es kommt natürlich sehr viel zusammen und das summiert sich schnell auf was Sechstelliges. Ja, wie seid ihr zu eurem Match gekommen? Also du suchst ja eine Leihmutter aus und dann ja nochmal eine Eizelle und dann habt ihr ja wahrscheinlich zwischen euch entschieden, einer sozusagen hat sozusagen euer, also ihr habt ein biologisches Kind, also ihr habt auch den Samen gegeben. Also die Eizellspenderin und die Leihmutter, wie du gerade gesagt hast, sind zwei verschiedene Frauen. Das macht man aus verschiedenen Gründen so. Die Eizellspenderin, das kannst du dir vorstellen wie beim Online-Dating. Du hast Profile, die du durchschaust und das Profil, das Erste, was du siehst, ist ein Gesicht, ein Foto von der Frau, die bereit ist, ihre Eizelle zu spenden, ähnlich wie das auch bei einer Samenspende funktioniert. Und wenn dir irgendwie das Gesicht gefällt, das Foto gefällt, sagst, ah ja, so könnte irgendwie die biologische Mutter meines Kindes aussehen. Diese Frau würde ich im echten Leben irgendwie auch attraktiv oder spannend finden. Dann gehst du aus Profil und guckst erst mal, was sie für Angaben gemacht hat. Was sind ihre Hobbys? Was ist ihr Abschluss? Einfach wirklich wie beim Online-Dating. Und gibt es unterschiedliche Preise für unterschiedliche? Ja. Also teure Eizellen und günstigere Eizellen. Ja, gibt es auf jeden Fall. Frauen, die schon öfter Eizellen gespendet haben, sind dementsprechend wahrscheinlich auch begehrter und dementsprechend auch teurer. Also das kann irgendwo anfangen von 10.000 Dollar für eine Eizellspende bis hin zu, was wir gesehen haben, fast 200.000 Dollar für eine Eizellspende. Crazy. Ja, das ist wirklich crazy. Und wie gesagt, das ist in Anführungszeichen nur der Part der Eizellspende, dass du dann eben den genetischen Teil der Frau hast. Und dann muss damit ja noch der ganze Rest gemacht werden. Dann ist ja noch kein Baby entstanden im Prinzip. Und dann die Leihmutter, die Frau, die dann den Embryo für uns austrägt, unser Kind austrägt, die haben wir über eine Agentur gefunden. Da gibt es ganz viele verschiedene Agenturen. Es ist auch ganz gut und wichtig, den Weg über eine Agentur zu gehen, weil eine Agentur im Prinzip eine Leihmutter, eine potenzielle Leihmutter vorscreent. Also es ist ein sehr rigoroser Screening-Prozess von, ich sage mal, 100 Frauen, die sich bewerben für eine Leihmutterschaft, um Leihmutter zu werden für ein Paar, werden nur fünf in der Agentur aufgenommen, weil sie eben. Die ganzen Kategorien nicht erfüllen, die ganzen Voraussetzungen nicht erfüllen. Deswegen sind das nicht so viele, weil da viel geklärt wird. Also erstens, man muss das medizinisch irgendwie einwandfrei sein, weil eine Geburt natürlich auch immer ein medizinisches Risiko mit sich birgt und das versucht man so krass zu minimieren wie möglich. Und deswegen fallen da schon viele Frauen raus. Dann muss die Frau wirtschaftlich in einer sehr guten Situation sein. Das heißt, sie darf keine Schulden haben, die darf nicht arbeitslos sein, die muss ein gutes finanzielles Standbein haben. Sie darf im Prinzip nicht auf das Geld, das sie durch eine Leihmutterhaft bekommt, angewiesen sein. Das ist eine große, wichtige Voraussetzung. Und da gibt es dann ganz viele verschiedene Sachen. Und die Agentur, mit der wir zusammengearbeitet haben, die hat innerhalb von ganz kurzer Zeit ein Match für uns gefunden. Und dann haben wir uns kennengelernt über Skype oder über FaceTime und haben. Uns interviewt im Prinzip, im Beisein der Agentur. Und haben geguckt, ja, ist man sich sympathisch, vertraut man einander? Das ist ja mit der größte Aspekt dieser Sache, ist Vertrauen auf beiden Seiten. Ist man sich irgendwie, ja, ist man sich sympathisch? Und dann hat man so eine gewisse Zeit, sich kennenzulernen. Und dann kann man sagen, okay, machen wir oder machen wir nicht. Und wir haben gleich beim ersten Match ein super gutes Gefühl gehabt. Das hat toll gepasst. Die war ganz, ganz toll. Und auch ihre Familie war toll. Ihr Support-System hat uns gefallen. Dann habe ich gesagt, okay, lass uns das zusammen machen. Und habt ihr auch noch Kontakt? Ich kenne es so, ich bin ja Hebamme hier in Berlin und durfte auch schon Familien, die per Leihmutter ihr Kind gekriegt haben in Amerika, dann im Nachhinein in Deutschland noch betreuen. Und viele haben ja einfach auch Kontakt weiterhin, also tauschen sich sozusagen auch aus. Ist das bei euch auch so? Bei uns ist es auch so, wir hatten, also das dauert ja in gewissen Zeiten, ich glaube neun Monate oder so dauert das, bis es dann zur Schwangerschaft kommt. Von dem Moment, wo du dich entscheidest für die Frau bis zu, wir starten jetzt die Schwangerschaft, sind das so ungefähr, vielleicht auch weniger ein halbes Jahr. Und in dem halben Jahr versucht man natürlich auch so gut wie möglich eine gute Beziehung aufzubauen. Und bei uns ist es so geworden, dass wir uns halt richtig gut angefreundet haben. Also die wohnen im Norden Amerikas, im mittleren Norden, also sind jetzt auch nicht ganz so nah beieinander, aber wir haben dann klar über die digitalen Wege so viel Kontakt wie möglich gehabt. Ich kenne ihre Kinder, ihre Kinder kennen uns, wir skypen oder wir facetimen viel, wir whatsappen irgendwie jeden Tag und das ist auch nach der Geburt weiterhin so bestehen geblieben. Also wir schicken gegenseitig uns Fotos und Videos von den Kids, also sie von ihren Kids, wir von der Kleinen und halten da einen tollen Austausch. Und ja, es ist eine Freundschaft geworden, ja. Das ist super schön. Das ist halt der Idealfall. Ich finde das super schön, dass ihr in Kontakt seid und das hört sich ja wirklich sehr familiär auch an und sie ist ja auch ein Teil eurer Geschichte. Sie hat eure Tochter ausgetragen, 40 Wochen Schwangerschaft. Du warst auch bei der Geburt mit dabei oder ihr wart mit dabei oder kurz, also das ist ja auch. Du hast einen kleinen Moment geteilt, also eine Hörsequenz in deinem Podcast, so auch wie emotional das war. Ich meine, ich darf ja als Hebamme diese Momente immer mit begleiten. Und ich sage auch immer so, da bleibt wirklich kurz die Welt stehen, wenn so ein Kind auf die Welt kommt. Das heißt, ihr habt ja wirklich eine Verbundenheit. Habt ihr euch als Eltern jetzt schon überlegt oder lasst ihr es ganz natürlich laufen, wie ihr diesen Weg auch so handhaben werdet mit eurer Tochter und ihrer. Leihmutter? Also was sind eure Gedanken dazu? Macht ihr euch da viel Gedanken darüber oder lasst ihr das eher aus euch zukommen? Ich mache mir nicht so viele Gedanken darüber. Ich fange immer an, mir Gedanken darüber zu machen, wenn ich auf Social Media dann diese Frage gestellt bekomme oder auch von dir. Ich glaube, ich mache das auch nicht viel anders, als andere Eltern das mit ihren Kindern machen werden. Denn wenn die Kinder fragen, wo kommen Babys her, dann erklärt man das. Und dann kann man in unserem Fall ja erklären, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Es gibt eben den Weg von Mann und Frau und die sind zusammen und haben dann ein Baby zusammen. Oder es gibt eben den Weg wie bei uns, den wir gegangen sind, dass man Hilfe bekommt von einer Frau, die das Kind für einen austrägt. Und das kann man ja auch alles kindgerecht erklären. Und ich habe das Gefühl und ich habe auch die Erfahrung gemacht mit meinen Au-pair-Kindern, die ja den gleichen Weg gegangen sind oder die gleichen Fragen hatten. Die Kinder sind nicht das Problem, weil ganz oft gesagt wird, aber das Kind kann das ja gar nicht verstehen und wie soll das Kind denn das nur verstehen und das ist ja ganz, ganz schlimm, sowas dem Kind zu erklären. Und mein Gefühl ist eher so, nee, das ist in eurem Kopf, im Kopf der Erwachsenen, die vielleicht ein bisschen limitierter sind und nicht so offen sind für gewisse Diversität. Für die ist das schwierig, für die ist es schlimm. Aber einem Kind kannst du im Prinzip alles erklären und das Kind akzeptiert das einfach, weil es halt dann so ist. Das Kind kennt es ja dann nicht anders. Und deswegen, ja, wir werden das ganz natürlich machen und auch ganz offen damit umgehen. Ja, ich werde nur so Begriffe wie Leihmutter zum Beispiel verwende ich weniger gerne, weil sie gerade in der deutschen Sprache, auf Englisch heißt es ja Surrogate, das ist nochmal ein bisschen ein anderer Begriff. Weil der Begriff Leihmutter meiner Meinung nach im Deutschen so ein bisschen irreführend ist, weil es ja die Frage der Mutterschaft auch aufwirft. Was ist eine Mutter? Wer ist die Mutter? Wann ist man eine Mutter? Wann nicht? Und die ist gar nicht so eindeutig zu beantworten, wenn man sich da mal wirklich Gedanken drüber macht. Denn ist jetzt diese Frau, diese Surrogate, die das Kind für uns ausgetragen hat, ist sie jetzt automatisch die Mutter nach deutschem Gesetz? Ja, aber sozial gesehen eigentlich nicht, biologisch eigentlich auch nicht. Deswegen würde ich jetzt den Begriff Bauchmama, wie ich das jetzt bei anderen schwulen Paaren gehört habe oder so, nicht verwenden, weil er eben diese Mutterschaft suggeriert, die eigentlich gar nicht da ist. Auch Mama, okay. Das habe ich auch noch nicht gehört. Ja, es ist total spannend, wenn man das wirklich einfach mal so sieht, weil es ist ja, wenn man sich die zusammensetzt, also sie hat sozusagen euch die Möglichkeit gegeben, in ihren Körper sozusagen euer Kind heranwachsen zu lassen. Und da ist ja wirklich die, wo es jetzt, eigentlich hat ja auch die Eizellspende noch was mit der Mutterschaft zu tun. Genau. Also ich sehe das so wie du und ich kenne das ja auch, dass meine Kinder leben ja mit meinem Beruf und wie Babys entstehen, sind von Anfang an aufgeklärt. Und ich habe im Kindergarten oft die Erfahrung gemacht, dass Erzieherinnen sehr erschrocken waren, wenn sie genau beschreiben konnten, wie alles so abläuft, wie Kinder geboren werden. Und wenn das ein dreijähriges Kind erklären konnte, dass sie dann immer so, oh Gott, oh Gott, oh Gott. Und ich habe auch bei meinen letzten beiden Kindern Familiengeburten gehabt. Das heißt, ich habe einen großen Sohn, der ist mittlerweile 15 und der war mit 11 und mit... 2008 hat er die Geburten mit seiner jüngeren Geschwister miterlebt. Also ich habe Familienhausgeburten gemacht und da wurde ich natürlich auch, also mich lässt man so ein bisschen in Ruhe, weil ich halt Hebamme bin, also Fachfrau für Geburtshilfe. Aber ich bin da auch immer sehr, ob das nicht verstörend war und ich sehe es eher, dass es gar nicht verstörend war. Also ich meine, die wurden aufgeklärt und sie haben auch immer die Möglichkeit gehabt, sie müssen da nicht drinbleiben, wenn es ihnen zu viel ist. Aber ich fand es sehr schön, dass einfach auch er als Junge sozusagen das miterleben konnte und für sich entscheiden konnte, ob er dabei sein will oder nicht. Und dass viele Leute einfach das immer sehr verstörend sehen. Und es ist halt die Frage, wie klärt man Kinder in dem Alter entsprechend auf? Und ich finde, Aufklärung ist super wichtig. Und auch bei diesem Thema. Was ihr erlebt, ist es einfach, wie du sagst, da guckt man dann auch, wenn es auf einen zukommt. Also ich meine, jetzt ist eure Tochter vier Monate, da musst du jetzt nichts aufklären. Aber wenn die Fragen halt kommen, dann sagt man die Antworten altersentsprechend. Also ich finde das ganz schön, wie du das gerade gesagt hast. Die Leute projizieren ihre Ängste und ihre Limitiertheit und diese Engstständigkeit. Die projizieren das gerne auf Kinder. Aber wie gesagt, braucht man gar nicht, weil das gibt für alles eine kindgerechte Antwort, finde ich. Und wie du auch sagst, auch wenn es um so Sachen wie Sexualität oder Geburt, und das alles geht, Das kann man alles kindgerecht auch schon früh erklären, wenn diese Fragen kommen. Das bedeutet ja nicht, dass ich einem Kind, wie du gerade gesagt hast, viel zu früh, gibt es ein viel zu früh, weiß ich nicht, irgendwie Sachen nicht kindgerecht erklären muss. Das macht ja kein Mensch. Also es ist ja ein... Geht immer auf eine kindgerechte Art irgendwie. Ja, aber man hat halt immer so Angst. Und ich finde auch der Geburt, Partnerschaften und auch der Tod ist ja etwas so, wo wir auch da immer Kinder so außen vor halten wollen. Also es gibt ja, auch, sag ich mal, Beerdigungen sind nicht für Kinder. Doch, finde ich schon, weil es gehört dazu. Genau, ich sehe das genauso. Und ich finde auch, wenn Menschen im Sterben sind, sich verabschieden und so, Also man muss natürlich immer gucken, wie das jeweilige Kind damit umgeht und ob es so. Aber es sind für mich auf jeden Fall keine Tabuthemen und es ist einfach nur unser Blick von der Gesellschaft. Also generell mit trauernden Menschen haben ja auch viele andere Menschen einfach ein Problem, weil sie diese Angst haben. Sage ich das Richtige, mache ich was falsch, Verlust. Also wenn jemand jemand verloren hat, dann sind ja wirklich ganz viele Menschen, die sich einfach zurückziehen, weil sie denken, sie können jetzt irgendwas Schfalzes sagen, anstatt sozusagen auf die zuzugehen und zu sagen, es gibt ja jetzt keine, gerade wenn man einen schweren Verlust hat, gibt es ja keine Worte. Oft ist es ja einfach nur das Dasein. Aber diese Angst, die Menschen haben vor Anderssein, vor Situationen, die einem selber vielleicht Angst machen, das ist ja, glaube ich, immer so das große Problem. Überfordern auch, ja. Und da denkt man dann immer gleich, das ist für Kinder. Und Kinder sind ja eigentlich immer unsere besten Lehrer in diesen Situationen, weil sie mit ihrer Echtheit, mit ihrer ungefilterten Echtheit einfach uns die Welt einfach viel besser oft erklärt, als wir sie ihnen erklären. Absolut sich genauso, ja. Also ich würde gerne so ein bisschen, also danke erstmal, dass du hier wirklich so diese Sachen und auch persönlichen Sachen mit uns teilst, weil ich glaube, es ist einfach gerade für, viele Menschen, die in einer ähnlichen Situation ist, so dieser Weg, auch die gerne Eltern werden wollen, einfach so erstmal so, man steht halt einfach vor so einem riesen Wald und weiß gar nicht, wie sagt man, sie sieht den Wald? Wald vor Bäumen, nicht? Nicht genau, dass man einfach sagt, okay, das sind die Möglichkeiten. Du hast ja auch gerade von Adoption gesprochen. Leihmutterschaft ist natürlich der Weg. Da muss man natürlich auch diese finanziellen Möglichkeiten zu haben. Pflegekinder hattest du angesprochen. Das ist natürlich in Deutschland. Da finde ich es nur manchmal wirklich sehr schwierig, weil wenn man ein Pflegekind aufnimmt und das wirklich in sein Herz und in sein Ding, dass man halt oft ja nicht diese... Du musst es wieder abgeben oft. Du musst es oft wieder abgeben. Und ich glaube, das ist auch für viele Eltern dann einfach das Schlimmste, wenn man sich da so... Du bist halt Eltern auf Zeit. Das muss man sich immer vor dem inneren Auge halten. Und deswegen kam das für uns auch nicht in Frage, weil wir eben Kinder haben möchten. Also es ging uns nicht darum, unsere biologischen Kinder zu haben, sondern einfach Kinder groß zu ziehen, wo wir auch keine Angst haben müssen, dass die uns wieder weggenommen werden oder dass sie wieder zurück in ihre Ursprungsfamilie kommen und so, weil das ist ja eine andere Geschichte. Ich finde das großartig, wenn Leute das machen. Ganz, ganz toll. weil ich habe den größten Respekt davor. Aber es ist halt auch nicht für jeden. Das kann nicht jeder. Und das muss man sich auch eingestehen. Ja, das muss man einfach vorher gucken. Und ich meine, das ist einfach. Das kann ja ganz lange so sein, aber wenn dann dieser Moment kommt, ist das schon, glaube ich, sehr, sehr hart. Ich würde jetzt gerne noch mal ein bisschen auf deine Elternschaft eingehen. Ihr seid sozusagen, sag mal genau, vier Monate oder drei Monate? Wie alt ist eure Tochter? Viereinhalb Monate. Viereinhalb Monate seid ihr Eltern geworden. Ja. Wie geht es euch gerade so? Ich meine, du hast zweimal Zwillinge mit großgezogen ein Jahr lang. Du wirkst sehr entspannt, aber wie hat sich euer Alltag als Eltern verändert? Seid ihr beide selbstständig? Ja, wir sind beide selbstständig. Wir sind beide voll berufstätig noch. Das heißt, es ist schon viel. Es ist natürlich jetzt ein bisschen mehr Arbeit. Man muss seine Flexibilität mehr ausspielen als vorher. Man hat natürlich weniger Freizeit. Also das merke ich schon, dass ich jetzt. Mich nicht einfach mal so hinlegen kann und ein Buch lesen oder Filme gucken, wie ich möchte, sondern du bist halt immer auf den Rhythmus und auf das Bedürfnis deines Kindes angewiesen, sich danach zu richten und das ist auch okay. Wie hat sich das für uns verändert? Im Prinzip ist alles schöner geworden, möchte ich gerne sagen, weil wir aber auch mit einer gewissen Leichtigkeit an die Sache rangehen angehen und nicht sehr angstbesessen sind. Es gibt ja viele Eltern, die viel Angst haben und viel Unsicherheit in sich tragen. Was ich auch verstehe, vielleicht auch gerade viele jüngere Eltern, die eine gewisse Unsicherheit in ihrem eigenen Leben, in ihrem eigenen Umfeld dann natürlich mitbringen, in die Elternschaft. Und das fällt bei uns zum Glück weg, weil wir eben sehr angekommen sind im Leben und auch bei uns angekommen sind. Und ich glaube, diese Leichtigkeit und diese Sorgenfreiheit, die überträgt sich dann auch auf die Elternschaft und auch auf das Kind. Und da bin ich sehr froh drum. Ich habe natürlich auch viel Erfahrung, wie ich erzählt habe, mit Kindern. Mein Partner zum Beispiel gar nicht. Der hatte vorher noch nie ein Kind auf dem Arm. Für den war das komplett neu. Und der macht sich aber großartig. Und unser Alltag ist einfach wunderschön. Das bringt auch die Beziehung, finde ich, auf so eine neue Ebene nochmal. Das ist einfach, ich habe ganz viel Freude in meinem Leben auf einmal. Und ich habe eine Liebe in meinem Leben, die ich vorher nie gedacht habe, dass ich die spüren könnte. Das hat sich geändert, ja. Schön. Ihr seid ja sozusagen dann Eltern geworden, wart bei der Geburt dabei, seid ja wahrscheinlich hingeflogen. Wie lange wart ihr dann sozusagen noch. Mit der, wie soll ich jetzt sagen? Du sagst Leihmutter, findest du doof? Ja, doch, auf Deutsch ist es Leihmutter. Ja, genau. Noch zusammen, also ich meine, wie lange, also wir haben ja sozusagen, ich komme ja sozusagen ins Spiel bei der Geburt, dann betreue ich mit das Wochenbett. Wie war so deine Versorgung? Und das interessiert mich jetzt einfach, wie wurde ihr da betreut? Also Geburt und dann wird das Baby ja auch noch ein bisschen gestillt, oder nicht? Oder hat sie abgepumpt für euch? Nein, weder noch. Das wollte sie auch nicht. Und das ist auch was, was man individuell entscheidend mit der Leihmutter. Sie hat auch ihre eigenen vier Kinder nicht gestillt, weil sie einfach sehr wenig Milch hatte und hat direkt die Flasche gegeben. Weil es war für uns auch die Überlegung, ob wir sie abpumpen lassen und dass wir ihre Milch im Prinzip für unsere Tochter haben. Aber auch das war dann jetzt nicht möglich und wollte sie nicht deswegen. Aber die Betreuung im Prinzip war so, wir waren im Krankenhaus mit der Leihmutter, waren mit ihrem Kreißsaal und hatten dann auch im Flügel um die Ecke hatten wir dann auch ein Zimmer, weil das Kind in dem Moment, wo es rauskommt, im Prinzip sofort bei dir in den Arm kommt. Also, Und auch das kann man absprechen, wie man das möchte. Also ich habe gesagt, gib es gerne erstmal unserer Leihmutter auf die Brust, Nabelschnur abschneiden und lasst ihr mal einen Moment, wenn sie das möchte. Das kann sie gerne machen, aber es war dann eine Komplikation bei der Geburt. Sie ist mit der Schulter stecken geblieben, sodass die Möglichkeit dann gar nicht gegeben war. Die ist dann sofort rausgezogen worden, Nabelschnur ab und wurde dann sofort zur Notversorgung gebracht. Und dann war sie eine Stunde da in der Notversorgung, hat die kleine Sauerstoff bekommen und ist dann zu uns aus dem Zimmer gebracht worden, nebenan im Prinzip und, Unsere Leihmutter hat sich dann erst mal erholt. Sie hat dann. Eigentlich 24 Stunden im Krankenhaus bleiben müssen zur Überwachung, hat aber sich so gut gefühlt, dass sie nach zwölf Stunden schon wieder selbst gehen wollte und ist dann nach zwölf Stunden wieder gegangen, was ich krass fand. Also ich so, wow, voller die Waldfee. Und nach den 24 Stunden wurden wir dann mit der Kleinen entlassen aus dem Krankenhaus, mein Partner und ich, und sind dann zurück in unser Airbnb. Wir haben uns vor Ort ein Airbnb gemietet, dass wir eben in der Nähe der Leihmutter sind. um den Zeitraum der Geburt und dann waren wir im Prinzip alleine mit ihr. Du hast dann, ich glaube, am fünften Tag hast du nochmal einen Check-up mit einem Arzt, einem Kinderarzt, dort im Krankenhaus, wo sie auf die Welt kam. Den haben wir gemacht und der Arzt gibt dann am achten Tag, hat er gesagt, oder nach acht Tagen darfst du dann mit dem Kind nach Hause fliegen und das haben wir dann gemacht und hier vor Ort in, also ja, unsere Leihmutter war natürlich dann auch mal zu Besuch bei uns, weil sie die Kleine sehen wollte und hat dann auch ihre ganze Familie mitgebracht, ihre vier Kinder und ihren Mann. Und dann haben die uns bei uns im Airbnb besucht und wir haben irgendwie einen schönen Tag zusammen gehabt, haben dann gespielt und gegessen und gekocht und das war richtig süß. Aber so die medizinische Nachbetreuung ist wahrscheinlich das, worauf du hinaus möchtest am Ende. Die ist hier so geregelt, dass sie über den Kinderarzt und über das Krankenhaus läuft. Also wenn du irgendwelche Fragen oder Probleme hast, dann wendest du dich an den Kinderarzt, rufst bei der Versicherung an. Und dann hast du hier alle acht Wochen ein Check-up, also so wie in Deutschland die U-Untersuchungen dann und da stellst du dann deine Fragen. Und dann gibt es halt nochmal eine Option, sowas wie eine Doula. Das ist ein bisschen was anderes als eine Hebamme in Deutschland. Haben wir aber auch nicht benutzt im Prinzip. Und ja, so ist die Nachbeschreibung hier bei uns. Wie meinst du? Ja, ich finde das krass, weil dann kommt man da mit so einem Baby nach Hause. Ich meine, du hast jetzt ja schon ein bisschen auch Erfahrung gehabt mit Kindern, aber ich finde so ein Neugeborenes ist ja dann doch noch schon mal, da gibt es den Nabelschnurrest und ja schon diese ganzen vielen ersten Male. Und das muss man schon einfach auch in Deutschland sagen, ist natürlich gut geregelt, dass es sozusagen acht Wochen diese Versorgung durch eine Hebammenbetreuung gibt und man ja sozusagen. Wirklich jeden Tag da verfügbar sein könnte und einfach diese ganzen Babyfragen ist. Deshalb habe ich das auch schon öfter gemacht, sozusagen Familien in dieser Zeit begleitet, die kommen ja dann später zurück, weil du hast einen Kurzstreckenflug, also das war ja, kein Langstreckenflug und wenn man sozusagen nach Deutschland wieder zurückkehrt mit einem Neugeborenen, dann warten die ja schon sechs Wochen, bis sie dann so nach Hause fliegen oder, gerade so einen Langstreckenflug und dann gibt es natürlich auch immer noch viel Fragen, aber das, finde ich schon krass, dass ihr dann sozusagen da ganz alleine, klar, du hast auch viel geteilt. Also da bin ich ja mal gespannt. Ich kenne das ja selber als Content-Creatorin. Egal, was man teilt, alle Menschen haben ja eine Meinung. Und ich glaube, gerade du mit eurem Baby, da haben ja bestimmt viele Leute eine Meinung zu allem gehabt, oder? Alle Leute haben eine Meinung gehabt zu allem. Aber du meinst, du findest das krass, dass wir im Prinzip da nichts in Anspruch genommen haben. Ja, aber dass es auch nichts gibt. Also das ist einfach außer den Kinderarzt. Ja, genau. Das ist halt hier so. Aber es scheint ja auch irgendwie zu funktionieren. Ich glaube und berichtige mich, wenn ich da falsch liege, ich glaube, eine Hebamme macht dann natürlich im Fall von einer, wenn eine Frau das Kind hat, noch sehr viel mehr Sinn. Weil du ja nicht nur die Eltern und das Kind mitbetreust, sondern ja auch die Frau im Wochenbett im Prinzip. Die hat ja dann auch ganz viele Fragen zu ihrem eigenen Körper und das ist ja auch nochmal was ganz, ganz Wichtiges, was dann eine Hebamme mitbetreut und das ist ja dann hier in unserem Fall von einem schwulen Paar nicht der Fall. Deswegen, ich glaube, eine Hebamme hätte vielleicht auch tatsächlich für unsere Leihmutter dann am Ende vielleicht für das Wochenbett nochmal geholfen oder helfen können oder da eine medizinische Nachbetreuung. Ich weiß gar nicht, wie das bei ihr war. Ich weiß, dass sie da nachbetreut wurde, aber wie im Detail weiß ich nicht. Das Internet ist aber auch Freund und Feind zugleich. Wir haben das Internet natürlich genutzt, um Leuten wie dir zu folgen, Hebammen oder verschiedenen Pädagogen und auch Ärzten, die ihr Wissen auf TikTok und Co. teilen, was natürlich sehr, sehr hilfreich ist. Es ersetzt nicht zu 100 Prozent das, was eine Hebamme vor Ort leisten kann, aber so viele grobe Grundfragen kannst du dir dann schon, durch Social Media und durch das Internet irgendwie ergoogeln oder herausfinden, wenn du halt die richtigen Quellen ansteuerst. Also ich habe mich jetzt nie, wenn ich wirklich mal eine Frage hatte, ganz viele Sachen, die du auf Social Media von mir gesehen hast, in den ersten Wochen, wo ich dann Fragen gestellt habe, weil ich nicht wusste, wie. Das natürlich wusste ich, wie. Aber ich wollte halt einen Diskurs starten und das schraubt natürlich auch nochmal an Engagement, wenn du solche Fragen stellst. Und, Ja, du musst halt dann die richtigen Leute fragen. Und ich habe mich aber nie auf die Antworten in den Kommentaren verlassen, weil, wie du gesagt hast, jeder hat eine Meinung und jeder hat eine andere Meinung und jeder denkt von sich selbst, die richtige und einzige Wahrheit zu kennen. Deswegen habe ich mich nie so auf. Diese Sparminintelligenz verlassen, sondern dann eher auf verlässliche Quellen wie eine Hebamme online, die ihr Wissen teilt. So haben wir das gemacht. Ja, das Wissen, was man halt so teilt, kennst du ja selber in deinem, ist ja auch immer, ist ja nicht individuell. Also du teilst sozusagen, und das ist ja auch für mich immer ein schwieriger Part, dass ich ja auch super viele Nachrichten kriege. Erstmal darf ich aus rechtlichen Gründen ja gar nicht so beraten, sozusagen Menschen, die ich nicht kenne, die Geschichte dahinter. Das finde ich immer so ein bisschen schwierig. Und natürlich, weil jedes Paar, jede Familie, jedes Kind, ich arbeite ungern nach Standards, sondern natürlich gibt es Standards, an die man sich so hält. Aber trotzdem merkt man ja auch selber, wenn Kinder aufwachsen, dass das nicht alles passt und dass man immer gucken muss, was passt zu meinem Kind gut. Und deshalb finde ich das manchmal gar nicht so einfach und finde es einfach schön, wenn man eine Ansprechpartnerin hat, die man kennt, die euch kennt und die sozusagen, dass man sich nicht so verunsichern lässt, weil ich glaube, das große, du wirkst für mich jetzt nicht so, dass du dich schnell verunsichern lässt, aber das ist, finde ich, glaube ich, das Schwierigste auch am Elternsein, dass man so wirklich bei sich bleibt, dass man auch seiner Intuition folgt, und dass man einfach eigentlich ja selber am besten weiß, was für sein Kind gut ist und da gibt es natürlich einfach Fakten, die man sich natürlich, wie du sagst, sehr gut aus sicheren Quellen auch vermittelt, ja, sich holen kann, ergoogeln kann, aber trotzdem ist es ja schon was anderes und deshalb habe ich in Deutschland einfach auch schon schwule Paare betreut. Die einfach so ein Pflegekind von heute über Nacht bekommen haben und dann innerhalb von 48 Stunden, wo du dann halt einfach auch, klar habe ich als Erzieherber immer auch die Rolle der Frau für die Regeneration nach der Geburt, großes Thema, aber auch das Kind muss sich ja von der Geburt erholen. Du hattest ja auch gerade davon gesprochen, das ist auch Komplikation. Eure Tochter hat eine Schulterdystokie. Das heißt, sie musste sich ja auch erstmal von ihrer Geburt erholen und in dieser Welt ankommen. Und deshalb ist es ja auch dieses vom Kind, finde ich, das einfach dann schon, wenn man jetzt Amerika und Deutschland so vergleicht, wir haben ja schon große Probleme auch im Gesundheitssystem. Aber das, muss ich ganz ehrlich sagen, ist ja dann schon in den Grundbedürfnissen gut gesichert, dass man einfach Anspruch hat auf Hebammenbetreuung und das nicht wieder noch selber zahlen muss. Also bei uns ist es dann so, dass wir, wir können jeden Tag zu unserem Hausarzt, das ist gar kein Problem. Wir rufen da einfach an und sagen, also das ist auch, wir haben eine Kinderärztin, die bei uns in der Klinik, bei uns ist es so alles über eine Versicherung geregelt. Die Versicherung hat dann ihr eigenes Krankenhaus und dort sind die eigenen Ärzte angestellt und so weiter. Und bei unserer Versicherung rufe ich einfach an, hey, ich habe eine Frage diesbezüglich und entweder sprichst du dann mit einer ärztlichen Betreuung über FaceTime. Oder du hast jemanden am Telefon oder die sagen, wenn sie wollen, können sie auch gerne reinkommen. In einer Stunde haben wir einen Termin, kein Problem. Also du kriegst hier in Amerika, wenn du wie wir diese Versicherung hier hast, du kriegst sofort einen Termin. Also ich habe noch nie länger als einen Tag auf einen Termin warten müssen für egal was. Dementsprechend fühle ich mich da schon gut betreut am Ende. Wir haben auch die gleiche Kinderärztin von Anfang an, die sie betreut dann, über die nächsten Jahre jetzt dann wahrscheinlich auch. Da wechseln wir nicht, sind wir immer bei der gleichen. Und die sagt auch, wenn ihr irgendwelche Fragen habt, kommt lieber einmal zu oft rein, als dass einmal zu wenig reinkommt. Und keine Frage ist irgendwie eine doofe Frage. Also da fühle ich mich schon gut aufgehoben. Ja, das ist natürlich toll, dass ihr natürlich dann wahrscheinlich auch über private Versicherungen geupgradet habt, dass man solche Betreuungen hat. Das ist natürlich super. Nee, das ist eigentlich eine ganz normale Versicherung. Ja, krass. Und die ist auch sehr viel günstiger als in Deutschland, ehrlich gesagt. Okay, cool. Ich rede ja immer gerne über das Dorf. Was ist ja auch, jetzt ist euer Dorf ja ein bisschen weiter weg. Wie habt ihr euch euer Dorf aufgebaut? Wie ist so auch Unterstützung durch Freunde? Familie ist ja eher in Deutschland. Wie handhabt ihr das so? Ich glaube, unser Dorf sind aktuell wir zwei füreinander und das funktioniert auch ganz gut. Wir sind da sehr eingespielt, sind da auch ganz gut in der Kommunikation miteinander. Bisher habe ich es noch nicht gebraucht, dass ich irgendwie zum Beispiel das Kind abgeben musste oder mich mal auskotzen musste oder so. Und ja, ich habe aktuell noch das Privileg und das Glück, dass ich das nicht brauchte, dieses Dorf. Es wird natürlich viele Sachen einfacher machen. Ich könnte, glaube ich, mehr Freizeit gebrauchen, aber auch das nervt mich nicht jetzt in dem Fall, weil das so rewarding ist mit der Kleinen. Ich genieße jeden Moment und ich versuche auch, mein Leben immer noch so frei und flexibel zu gestalten wie möglich. Ich nehme sie überall hin mit. Wir sind von Anfang an mit ihr ins Restaurant gegangen oder uns mit Freunden auf einen Kaffee getroffen. Das haben wir von Anfang an gemacht und das funktioniert auch super. Und ich glaube, deswegen ist sie auch so ruhig und entspannt, egal in welcher Situation, weil sie es von Anfang an kannte. Und ich habe sie auch immer auf der Brust dann, die ist immer bei mir. Die hat also, glaube ich, keine Angst, dass Papa oder Daddy nicht da sind. Und ja, wir sind uns selbst das eigene Dorf aktuell und bis jetzt funktioniert es ganz gut. Ich fliege aber nächste Woche nach Deutschland und jetzt haben wir das erste Mal, dass sich da so eine Variable ändert. Und mein Daddy hier um die Ecke, der ist jetzt zum ersten Mal alleine mit ihr für ein paar Tage. Und dadurch, dass er halt arbeitet und gerade vormittags viel arbeiten muss, kann er sich dann nicht parallel um die Kleine kümmern und dann seine Arbeit machen. Und da werden wir zum ersten Mal eine Freundin als Babysitterin haben. Also eine sehr gute Freundin von uns, wo wir gefragt haben, hey, kannst du irgendwie morgens von 6 bis 11 Uhr einfach bei uns zu Hause sein und auf die Kleine aufpassen, während ich in Deutschland bin und er arbeitet. Und das ist die erste Erweiterung im Dorf. Okay, das wird ja auf jeden Fall spannend, weil ich glaube, für dich wird es am allerschlimmsten. Ja, nicht da zu sein. Ich bin auch mal gespannt, wie ich damit klarkomme. Bis jetzt, wenn ich mal so abends irgendwie ausgegangen bin oder mich mit Freunden getroffen habe und die Kleine dann zu Hause mit Daddy war, das ging. Ich kann da gut abschalten. Ich bin nicht so, oh mein Gott, die Kleine, die Kleine, weil ich weiß, die ist gut aufgehoben. Und ich glaube, ähnlich wird das jetzt auch sein, dass ich, wenn ich eine Woche jetzt arbeiten gehen muss in Deutschland, dass ich weiß, die ist gut aufgehoben. Da mache ich mir nicht viele Sorgen. Aber man denkt dann schon an sein Kind. Und ja, so vermissen und auch jetzt mit dem Baby kuscheln und so, das sind so die Gedanken, die ich dann habe wahrscheinlich, ja. Ja, und dein Handy, dein Fotoalbum hat sich auch verändert, seitdem du Vater geworden bist. Der iCloud-Storage ist explodiert. Vorher kann man sich das nicht vorstellen, wenn die Leute mal die Fotos zeigen. Und jetzt ist wahrscheinlich die Cloud einfach voll. Aber weißt du, was ich mache? Was ich mir jetzt selbst versprochen habe, dass ich es mache und ich habe es auch durchgezogen. Ich druck die auch sofort aus, die Fotos. Ich mache jeden Monat, gehe ich den Monat durch und habe so ein kleines Fotobuch, wo ich die hochlade und dann wird mir das zugeschickt jeden Monat. Und so habe ich dann auch die Fotos wirklich auf dem Tisch liegen, als kleines Fotobuch und auch manchmal als kleine einzelne Fotos, weil ich das so schön finde, weil, wie du es sagst, du hast sie dann im Handy drin, aber die nochmal ausgedruckt zu haben, ist was ganz anderes. Und das kannst du dann schönen Freunden zeigen. Wir haben gerade Besuch von zwei Freunden aus Deutschland sondern dann lagen halt hier die Fotobücher auf dem Tisch und dann guckt man sich das zusammen durch. Das würde man jetzt am Handy nicht so machen, glaube ich. Ja, das ist super schön. Das ist ganz schön, ja. Das machst du sehr gut. Ich schiebe das immer vor mir her und ich muss jetzt irgendwie gefühlt viele Jahre dann nochmal in Alben packen und es wurden mehr Kinder und ich bin schlechter geworden. Und das ist auf jeden Fall gut, dass du das einmal im Monat machst, weil, wie du sagst, es ist einfach richtig schön, diese Bücher zu haben. Und vor allen Dingen kann sie sich die nachher auch angucken. Die finden es so super, diese Bilder anzugucken und diese Fotobücher. Ich selbst ja auch mit meinen Kinderbildern. Ja, also das ist wirklich... Mein Bruder hat gerade meine Mutter besucht und hat dort die ganzen Kinderfotoalben gefunden, die er irgendwie noch nie gesehen hat und hat die jetzt mit nach Hause nehmen dürfen. Und er hat jetzt im Prinzip seine Kinderfotos und der hat gesagt, hey, das ist sowas Tolles und das macht man ja heute gar nicht mehr und voll schade. Und genau aus dem Gedanken habe ich das auch gemacht, ja. Ja, das ist richtig gut. Wann wollt ihr das erste Mal mit ihr nach Deutschland fahren? Ich fliege in vier Wochen mit ihr nach Deutschland. Du fliegst in vier Wochen mit ihr? Ja, und dann lernt auch deine, also eure Familien in Deutschland sozusagen erstmal richtig kennen. Genau, mache ich einmal eine Rundtour durch Deutschland sozusagen, ja. Okay, das wird spannend. Ich habe noch eine Frage. Welchen Rat würdest du denn anderen queren Menschen, die gerne Eltern werden wollen, geben? Was ist so dein, an dich wenden sich wahrscheinlich auch ganz viele Menschen sozusagen. Das ist jetzt wieder so die Frage, die man bestellt bekommt, aber was wünschst du dir? Ich höre da deine Tochter. Ja, ich weiß nicht, sie hat wahrscheinlich gerade Hunger. Die will gleich zu mir wieder. Anderen queeren Menschen, was würde ich denen raten oder auch wünschen? Ich würde ihnen raten, sich gut zu informieren, wenn sie den Weg der Leihmutterschaft gehen wollen, das in einem Land zu machen, wo darauf geachtet wird, dass es der Leihmutter gut geht. Dass man einander vertrauen kann und dass. Alles sehr reguliert ist einfach. Das würde ich Ihnen raten. Einfach damit alle Parteien abgesichert sind und nichts irgendwie Doofes passieren kann. Und ich würde denen das Gleiche raten wie allen Eltern da draußen oder allen Menschen, die Eltern werden wollen. Seid bei euch selbst angekommen. Passt auf euch selbst gut auf. und, seid sowohl mental als auch körperlich einfach so gut, wie ihr sein könnt. Ich finde das ganz, ganz wichtig. Ich merke es jetzt sowohl körperlich als auch mental. Du musst bei dir selbst sein. Du musst auf dich selbst achten und du musst auf dich selbst aufpassen. Und ich habe das bei ganz vielen Eltern in meinem Bekanntenkreis auch schon mitbekommen, dass die sich selbst so ein bisschen vergessen und nicht mehr sich um sich selbst kümmern. Sei das mental oder dass man mal sein Sozialleben aufgibt. Das darf man auf keinen Fall, weil man das braucht für sich selbst. Du brauchst einen klaren Kopf, du musst mal abkotzen können, du musst mal für dich sein können. Du musst weiterhin dich selbst sein können, ohne nur noch Eltern zu sein. Es gibt dich auch noch als individuelle Person. Das finde ich ganz wichtig. Und körperlich, guck einfach, dass du fit genug bist, dass du dich um dieses Kind kümmern kannst. Ja, das sind so Sachen, die ich Leuten weitergeben würde. Du hast es jetzt schon zweimal angesprochen mit den Regelungen. Haben sich viele Menschen an dich gewandert, dass sie Negativerfahrungen gemacht haben? Weil, das hast du vorhin gesagt, dass es in Amerika so super geregelt ist mit den Gesetzen, auch wie die Agenturen das machen. Und hast es jetzt nochmal gesagt, hast du da schon aus anderen Ländern schlechtere Erfahrungen gehört? Und das selbst habe ich da nicht viel gehört aus dem Kreis, den ich kenne, die diesen Weg gegangen sind. Aber was ich mitbekomme, ist verschiedene Dokus, verschiedene Reportagen und Berichterstattungen über Länder, in denen das nicht so gut gehandhabt wird. In denen eben arme Frauen, die keine Arbeit haben, diesen Weg gehen, um irgendwie an Geld zu kommen. Und das ist natürlich was, was sehr kritisch betrachtet werden muss. Und das verstehe ich auch und finde ich gut, dass man da kritisch mit umgeht. Deswegen sage ich, geht den Weg so, dass da niemand irgendwie einen Nachteil hat danach oder dass das nichts ausgenutzt wird, dass es allen gut geht, dass alles gut geregelt ist, weil es eben diese Negativbeispiele aus anderen Ländern, aus wirtschaftlich schlechteren Ländern gibt. Und da würde ich einfach sehr aufpassen. Das kann für alle Beteiligten auch richtig schlecht enden. Das habe ich schon in vielen Reportagen gesehen. Und ich glaube, deswegen hat vor allem auch in Deutschland das Thema Leihmutterschaft so einen schlechten Ruf und wird auch so sehr stark kritisiert, weil sie nur diese Negativbeispiele kennen aus Ländern, in denen das eben nicht gut reguliert ist. Und hier bei uns ist es halt eine andere Geschichte und hier läuft das ganz gut. Gut, hier gibt es viele Eltern, die das so machen, weil es eben, ja, weil darauf geachtet wird, dass das gut gemacht wird für alle Parteien. Ich glaube auch, dass viele Leute einfach nicht wissen, was du auch gesagt hast, wie die Leihmutter ausgesucht wird, dass sie halt keine Schulden haben. Das ist nicht aus finanziellen Mitteln. Ich glaube, dass das viele Menschen auch einfach nicht wissen, wie das gehandhabt ist. Also, dass sie das einfach nicht aus der Not heraus machen, wie du sagst. Das ist einfach richtig gut. Und als ich mich da mal mit mehr beschäftigt habe, habe ich auch eher diese Vermutung gehabt, dass es natürlich einfach auch viele Menschen aus Geld machen. Ja, natürlich gibt es ja auch viele, ja. Und die Leihmütter in Amerika, wo ich auch jetzt so Kontakt hatte, das einfach auch einfach, weil sie gesagt haben, sie möchten anderen Menschen einfach helfen, auch eine Familie zu gründen. Also nicht, weil sie das jetzt finanziell unbedingt brauchen und die ja auch, schon Kinder hatten. Also das war ja dann ihr fünftes Kind, was sie geboren hat. Genau, die fünfte Geburt für sie, ja. Ja, krass. Das ist auf jeden Fall. Candy, ich danke dir sehr für deine Zeit, dass du bei mir im Podcast warst. Dass du deinen Weg geteilt hast. Ich glaube, wenn ihr mehr hören wollt, würde ich euch unbedingt Candys Podcast empfehlen. Es ist sehr schön, wie du da alles berichtest von deiner Sicht der Elternschaft und ja, ich wünsche euch alles Gute. Gute Reise dir. Die erste Trennung. Also ich meine, auch wenn man diese Zeit für sich gut nutzt, aber ich finde, so nach drei Tagen habe ich immer Heimweh nach meinen Kindern. Ich bin mal gespannt, wie das sein wird. Aber vielen, vielen Dank, dass ich da sein durfte. Das war sehr, sehr schön. Du hast es ganz toll gemacht, hast tolle Fragen gestellt, hat mich richtig wohl gefühlt, ja. Schön. Und wenn du Fragen hast, ich meine, du bist bestens versorgt, weißt du ja, die Hebamme in Deutschland kannst du gerne anrufen. Das ist lieb von dir, da komme ich gerne drauf zurück. Ja, ihr seid ja bald in der Bike-House-Phase jetzt, ne? Spannende Phase beginnt jetzt hier, bald. Ich habe ihr gestern zum ersten Mal einfach mal so eine Karotte an die Lippe gehalten, hat sie dran geleckt, aber klar, habe ich ihr jetzt nicht in den Mund gesteckt, aber dass sie nur mal dran lecken konnte. Weil die nimmt jetzt alles in den Mund. Es fängt jetzt an so langsam. Ja, das ist eine spannende Phase. Gut, dass es bei euch immer so schön warm ist. Dann kann man das nackt gut machen, weil da wird erstmal alles dreckig. Genau. Baby-Led-Weaning, ich sag's dir. Alles Liebe für euch und liebe Grüße. Danke, wünsche ich dir auch. Bis ganz bald. Ciao. Tschüss. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.