Ihr Lieben, es ist Donnerstag. Ich freue mich, dass ihr da seid. Es gibt eine neue Folge für euch und ihr wisst, dass ich ja versuche auch immer so ein bisschen in den Themen zu springen, weil ich versuche möglichst viele Themen hier mit euch zu bestrechen. Und heute habe ich ein Thema, was mich sehr beschäftigt als Mutter, als Frau, auch einfach als Gesellschaft und ich habe mir heute eine ganz tolle Gästin eingeladen und wir wollen heute über das Thema sprechen, Söhne großziehen als Feministin und da auch nochmal wirklich weiter reingehen, Weil ich habe oft das Gefühl, dass das Thema Feminismus einfach von unserer Gesellschaft noch sehr falsch verstanden wird, dass es, Feminismus sich gegen Männer richtet. Und das ist ja eigentlich gar nicht der Fall von Feminismus. Und deshalb habe ich gedacht, es ist einfach ein wichtiges Thema, was nicht früh genug einfach auch schon, wenn man Eltern ist, sich darüber Gedanken eigentlich schon vor der Schwangerschaft. Ich werde auch gleich darauf eingehen, weil dieses große Thema, bekommt man ein Junge oder ein Mädchen, ist ja wirklich sehr präsent und ich finde, es wird immer sofort, wenn man das, sagt, was man dann für ein Geschlecht bekommt, dass jeder eine Meinung dazu hat und das finde ich persönlich als Hebamme total schwierig. Ich habe vier Kinder geboren und habe mir nie vorher sagen lassen, was sie für ein Geschlecht sind. Und immer wenn ich das gesagt habe, haben das sehr wenige Menschen verstanden, weil für mich war immer wichtig, da kommt ein Mensch, ein Baby, habe ich immer gesagt. Ich freue mich auf mein Baby und gar nicht, was es so mitfängt, sondern einfach auf mein Baby. Aber mir sitzt gegenüber Sheila Bijat. Ich hoffe, ich habe es jetzt richtig ausgesprochen. Sie ist Redakteurin bei Arte. Du bist Autorin. Du hast tolle Bücher geschrieben, aber auf ein Buch, was ich gerne heute mit dir besprechen möchte, ist, dass du 2024 geschrieben hast. Und ich glaube, es ist präsenter denn je. Man denkt ja immer in der Zeit, in der man ist. Schlimmer kann es nicht kommen. Ich finde, 2016, 20... Wird unsere Welt von Männern regiert, die auf jeden Fall ein Thema mit ihren Müttern haben. Und du hast 2024 Söhne großziehen als Feministin, ein Streitgespräch mit mir selbst geschrieben. Und ja, darüber möchte ich eigentlich gerne mit dir reden, weil es ist jetzt zwei Jahre her. Und ja, was hat sich verändert? Was macht es mit dir, dieses Buch, was du geschrieben hast? Und du bist Mutter von zwei Söhnen. Und wie geht es dir erstmal? Vielen, vielen Dank für die schöne Einladung. Danke dir. Danke. Und mir geht es, glaube ich, wie dir. Also 2026 ist jetzt irgendwie Halbzeit und man hat gefühlt schon fünf Jahre gelebt, weil irgendwie wahnsinnig viel passiert ist. Und gerade bei diesem Thema tut sich natürlich extrem viel. Dadurch, dass wir natürlich auch so in so einer schnellen, tatsächlich wirklich schnelllebigen Zeit leben, in der sich auch die Nachrichten so schnell abwechseln, ist zum Beispiel dieses Thema der Gleichberechtigung ja immer wieder auch in den Hintergrund gedrängt worden. Und wir schauen eben auch zu wenig, denke ich, auf das, was so im Großen da gerade passiert. Also dieser Backlash, von dem wir oft gesprochen haben, der ist zum Beispiel jetzt gerade gar nicht mehr Thema, aber der wird tatsächlich ja strukturell auch gerade so durchgeführt, dass viele Dinge, die eigentlich sehr selbstverständlich für uns gelten, eigentlich auch wieder. Abgeräumt werden sollen. Ich finde es einfach gerade aktuell für uns Eltern, also wenn man jetzt einfach wirklich uns Eltern anspricht, du hast gerade diese Schnelllebigkeit besprochen, dass man ja auch so eine hohe Verantwortung hat. Kinder, wir haben ja eine gewisse Vorstellung, also deine und meine Rollenbilder, in der Zeit, in der wir geboren sind, waren ja noch eine ganz andere und jetzt ist man Eltern, jetzt hat man diese schwierige politische Situation auf der Welt. Also ich habe ja gerade die Männer angesprochen und wir wissen ja, dass Kinder Vorbilder brauchen. Und wenn man sich das politisch gerade anguckt, ist es ja sehr schwierig, das auch immer wieder zu erklären am Küchentisch. Du hast jetzt zwei Söhne, die ja auch in einem Alter sind, wo man diese täglichen, News auch einfach besprechen muss. Und das, finde ich, macht einen oft, dass man so erschlagen ist, dass man gar nicht weiß, wie man anfangen soll, weil man selber hat ja so eine ganz... Also ich habe so eine Vorstellung, wie das halt zu laufen hat. Und wir werden aber regiert von Menschen, die das überhaupt gar nicht verstehen. Und deshalb ist man so ohnmächtig ganz oft. Und deshalb weiß ich nicht, wie es dir geht, auch gerade was dein familiärer Hintergrund ist. Du hast ja auch noch ein anderes Buch geschrieben, ich will da heute gar nicht so weit aufgehen, aber dass man gerade so als Eltern wirklich so diese Ohnmacht verspürt, wie mache ich das am besten? Ja, 100 Prozent. Das fühle ich auch total. Ich denke auch gerade für Jungs, wenn ich mir die so anschaue, ist auch die Tragödie gerade, dass diejenigen, wo ich sagen würde, die wären jetzt noch so gute Vorbilder, sind so gar nicht inspirierend für sie. Also oft haben wir jetzt im Moment auch das Gefühl, die Leute, die eigentlich jetzt ganz gut aufgestellt sind, die Dinge vielleicht schon verstanden haben, das nicht richtig verstehen und auch nicht ihrer Rolle sich richtig bewusst sind, wie wichtig es ist, dass sie zum Beispiel Vorbilder werden, dass sie reden, dass sie in Erscheinung treten. Und ja, besonders sozusagen verführerisch sind gerade für junge Männer, Stimmen, die eben sehr destruktiv sind, die Frauenhass fördern, die auch versuchen, da Dinge wieder zurückzudrehen, die jungen Männern einreden, der Feminismus sei an vielen Dingen schuld. Und das ist natürlich gerade eine sehr große Tragödie, der ich auch so begegne. Und ich habe schon auch dieses Gefühl, was kann man da machen? Ich habe natürlich auch selber so einen sehr großen Kampfgeist, sage ich jetzt mal so wirklich in mir. Dass mir schon auch bewusst wird, dass es jetzt gerade so eine sehr, sehr entscheidende Zeit gerade ist, in der wir ganz viel entscheiden können. Weil ich schaue mir die Generation meiner Jungs zum Beispiel an und ich sehe schon, wie viel sich da verändert hat, sowohl für Jungs als auch für Mädchen. Und eigentlich ist genau für diese Generation jetzt eine große Chance, weil sie von Eltern großgezogen wurde, die zum großen Teil, so wie wir, ja gewisse Dinge schon verstanden haben, auch versucht haben, bestimmte Dinge in der Erziehung unterzubringen. Ich glaube, diese Idee, dass wir jetzt unsere Kinder nicht nur so umsorgen und das sozusagen dafür sorgen, dass sie ein Dach über dem Kopf haben, uns genug zu essen haben und einigermaßen gekämmt in die Schule gehen, das haben wir auch schon überwunden. Jetzt geht es ja auch mehr darum, dass wir sie in ihrer Persönlichkeit versuchen zu fördern und dass wir auch natürlich sie vorbereiten auf diese Welt und auch, was es bedeutet, in dieser Welt weiblich gelesen zu sein, männlich gelesen zu sein. Und diese Arbeit, die wir da reingesteckt haben, dieses Bewusstsein, das wir ja auch geteilt haben, ich finde, man sieht das schon in den Kindern. Man sieht das in dieser jüngeren Generation. Jetzt treffen die auf eine Welt, die total destruktiv ist und die irgendwie das nicht wirklich auffängt, sondern versucht, das Ganze zurückzudrehen. Und da denke ich dann schon immer, ja, da kommen natürlich genau unsere Kinder jetzt in eine sehr schwierige Situation. Was glaubst du, was ihnen helfen könnte sozusagen? Also wir sind ja gerade an diesem Wendepunkt, den du ja gerade beschreibst, aber sie sind offen. Aber die Welt dreht sich ja gerade schon eher in eine andere Richtung. Wir haben einen enormen Rechtsdruck, der wieder genau das Gegenteil macht und auch Jugendliche sozusagen abwirft. Also es ist ja auch so, dass es ja einfach durch Social Media so schwierig ist, das auch die so einzufangen, weil es einfach so viel von außen kommt. Das ist ja so schnell alles, dass ich das wirklich schwierig finde, auch als Eltern das zu lenken, weil man einfach den Algorithmus. Den musst du dir genauer kommen. Also man muss ja sehr im Austausch sein. Ich finde, gerade von Eltern in der Zeit, wie wir jetzt gerade leben, haben eine viel höhere Aufgabe, weil wir Social Media ja auch haben, dass man, es ist wichtig, es ist ja so krass im Austausch zu sein. Also da ist es nicht irgendwie, Kinder werden älter und du kannst sie so ein bisschen machen lassen. Ich finde, gerade jetzt ist es so wichtig, immer im Gespräch zu sein. Absolut. Geht dir das auch mit deinen Dingen so? Ja, also Social Media ist ein großes Thema. Also zu der Anfangsfrage, ich habe für mich da wirklich sehr viel darüber nachgedacht. Eigentlich ist es auch so der Top-Streitpunkt in meinem Buch, dieses, wie kann ich als Frau weiterhin sozusagen für meine Sicherheit, meine Rechte einstehen, ohne meine Söhne vorzuverurteilen. Und ich glaube, das ist eigentlich gerade so gesamtgesellschaftlich die große, Aufgabe, nicht diese ganzen Errungenschaften, die wir bei Frauen, bei Queeren, bei Minderheitenrechten hatten, aufzugeben, die sind sehr wichtig erkämpft worden. Und trotzdem, also da in dieser Festigkeit zu bleiben und trotzdem immer in die Verbindung miteinander zu gehen, weil die große Gefahr ist eben jetzt gerade diese Spaltung, die es überall gibt und. Die Gefahr, dass man eben zu schnell sagt, na gut, mit dir nicht, mit dir auch nicht und mit dir auch nicht. Aber so funktioniert Gesellschaft nicht und so funktioniert ja auch die Familie nicht. Zu sagen, weil ich einen Sohn habe, aber mit dir nicht. Und das war ja mein Hauptanliegen, als ich dieses Buch geschrieben habe, zu sagen, es muss ja gemeinsam gehen. Wie kann man sozusagen als Frau in der Stärke bleiben und trotzdem sagen, natürlich muss es ein Zusammenleben, ein friedliches und auch ein empathisches Zusammenleben mit Männern geben. Also das ist glaube ich sowieso das, was wir gerade echt üben müssen. Wir haben sehr viel gelernt im Bereich sozusagen verschiedene Stimmen zu lassen, verschiedene Stimmen hör- und sichtbar machen, das muss auch weitergehen, und gleichzeitig darf das nicht dazu führen, dass wir grundsätzlich nicht mehr zu einer gemeinsamen Gesellschaft oder zu einem gemeinsamen Leben bis hin in die kleine Familie bereit sind. Das ist das eine. Und das andere ist eben natürlich, einer der großen Mechanismen, die das versucht immer wieder zu stören, ist natürlich Social Media, weil genau diese Plattformen leben von der Spaltung, die leben von der Zuspitzung, die leben von der Empörung. Also manchmal denke ich immer so, wir müssen uns mal entpören. Wir müssen mal aufhören, uns immer über alles so extremst aufzuregen und mehr sozusagen auch vielleicht, In dieses Verstehen, okay, ich versuche etwas zu verstehen, ich, versuche auch meine eigene Position natürlich irgendwie so klar zu machen, aber nicht immer in diese Überemotionalisierung gehen, weil sonst läuft man die ganze Zeit ja auch wütend durch die Welt. Und überträgt das ja auf alles und jeden so ganz. Und wir sind nochmal anders groß geworden, aber wenn wir uns das überlegen, dass Kinder, Jugendliche ständig in diesem hyperemotionalisierten Modus die ganze Zeit sind, das kann ja für sie nicht gut sein, wenn es dann wirklich darum geht, gute, nachhaltige Beziehungen mit Menschen aufzubauen, wo man vor allem nicht beim ersten Ding schon sagt, na gut, okay, ja dann nicht, auf gar keinen Fall. Das ist gut, dass du ansprichst, weil wir haben ja gesprochen über dieses in Verbindung bleiben und bei Social Media ist es ja generell auch bei uns so. Dass man sich schwer davon lösen kann, auch wenn jemand eine Meinung hat, diese Meinung auszuhalten, finde ich, ist es immer. Es wird sofort verurteilt, also man kommt gar keinen Diskurs, weil es ist ja auch so einfach, weil wir sitzen jetzt hier beide gegenüber und natürlich können wir unterschiedlicher Meinung sein, aber es geht ja um dieses respektvolle Miteinander, dass man auch Meinung aushält. Und das ist, finde ich, gerade schwierig, ob Jungs oder Mädchen, dass man ihnen einfach zeigt, dass sie ins Gespräch kommen müssen. Und ich finde, das macht gerade eher so den Eindruck, dass es schwierig ist, ins Gespräch zu kommen und auch für seine Meinung zu stehen. Weil das bedeutet ja auch ganz viel Mut, sich zu zeigen, sich darzustellen, seine Meinung zu haben und das auch auszuhalten, weil, aktuell ist es ja immer, wenn man für etwas steht, dass man einfach auch so schnell verurteilt wird und das ist ja auch, deshalb sehen wir auch den Anstieg an psychischen Erkrankungen, dass Menschen einfach ganz schnell krank werden, weil sie ja auch einfach Angst haben vor diesen ganzen Reaktionen, die ja sehr, sehr brutal sind. Ja, absolut. Und wir sehen ja auch, also es gibt natürlich Überzeugungen oder jemand steht gegen Rassismus, gegen Frauenhass und so weiter. Da muss man sagen, das ist natürlich jetzt unumstößlich, aber wir sehen natürlich auch Meinungen. Wenn wir uns in die Augen blicken und ehrlich miteinander sind, wie oft haben wir unsere Meinung zu einem bestimmten Thema auch schon geändert. Und je mehr wir erfahren zu einem Thema, desto mehr können wir auch eine differenziertere Meinung haben. Aber wir tun ja im Moment so, als sei die aktuelle Meinung Teil meiner Persönlichkeit. Und wer nicht meiner Meinung ist, der lehnt meine Persönlichkeit ab. Und ich glaube, das sollten wir auf jeden Fall wieder so auseinanderdividieren. Weil, wie gesagt, wenn wir ehrlich sind, ändern wir unsere Meinung auch und sie haben eigentlich nicht sehr viel mit unserer Persönlichkeit zu tun. Vielleicht mit dem Zustand, in dem wir gerade sind, haben sie ganz viel zu tun. Also das ist für mich so etwas, wo ich denke, dass das auch unseren Kindern nochmal mehr beizubringen ist. Ich finde auch ehrlich gesagt, da sind unsere Kinder natürlich auch oft gute Spiegel, weil meine Söhne zum Beispiel sind sehr beruhigende Persönlichkeiten in meinem Leben eigentlich, haben eine wirklich beruhigende Wirkung auf mich, die ruhen sehr stark in sich selbst. Und dann merke ich das auch immer so, wenn ich auch mit ihnen dann so im Gespräch bin, dass dieses sehr sozusagen in sich selber ruhen, auch an sich selber zu arbeiten. Auch ein Teil ist, den wir oft so ein bisschen versuchen, unter den Tisch zu kehren als Erwachsene. Wie viel von dem, was ich zum Beispiel nach außen die ganze Zeit einfordere, lebe ich selber. Also ich fordere die ganze Zeit nach außen ein, man hört mir nicht zu oder man muss mir zuhören, ich darf nicht gecancelt werden oder, keine Ahnung, das ganze Thema Gewalt, auch Gewalt in der Kommunikation. Und dann sind das ja auch oft Menschen, die sehr undifferenziert dann sind, was ihr eigenes Tun und ihr eigenes Verhalten angeht. Und ich glaube, da mehr in so eine Kohärenz zu gehen, das wäre auch etwas, was ich mir wünschen könnte. Und in Kohärenz zum Beispiel decken Kinder immer sofort auf. Also meine Kinder zum Beispiel weisen mich immer darauf hin, wenn ich etwas sage und es selber nicht tue. Ja, das stimmt. Das ist auf jeden Fall das beste Beispiel. Ich würde gerne noch mal ein bisschen reingehen in die Erziehung von Mädchen und Jungs, weil ich glaube, da kam ja auch der Impuls. Also wenn du jetzt heute sagst, erziehen wir Mädchen und Jungs eigentlich unterschiedlich und fängt das schon beim Gender Reel an, was ja auch noch, ja auch gerade immer noch sehr präsent ist in den öffentlichen Medien. Also ich frage mich wirklich immer, ei, ei, ei. Das ist ja für dich total, also es gehört so mit zu deinem Beruf natürlich, dass viele sehr viel daran knüpfen, was das Geschlecht ihres Kindes so ausmacht. Also ich frage mich ja dann aber auch mal, wie kann man das. Anders machen oder wie kann man damit umgehen, weil es gibt ja nun mal Mädchen und Junge, das ist ja nun mal, es gibt ja Geschlecht, dadurch sind ja da, aber ich glaube deshalb war es bei mir so bewusst, dass ich einfach mich auf dieses Baby so gefreut habe und für mich auch diesen Moment gar nicht teilen wollte mit. Freunden, Familie oder, sondern einfach ich habe mich auf dieses, Baby gefreut, ich habe mir das nicht sagen lassen, das ist auch sehr schwierig heutzutage, also verstehen ja auch wenig Menschen, also auch Ärzte so, wie sie wollen das nicht wissen Und da muss man ja auch wirklich ganz genau, ich hatte wenig Ultraschalluntersuchungen, auch sehr bewusst deswegen und dann auch nicht hingeguckt. Aber ich wollte einfach so diesen Menschen in mir heranwachsen sehen und gar nicht ihnen zu sagen so, ach jetzt kriegt ihr ja schon wieder Mädchen oder wieder ein Junge. Also jeder hat ja auch eine Meinung dazu. Das ist wirklich so. Das ist so, ja. Aber diese Festigkeit von dir finde ich natürlich dann toll. Also bei mir war das so, ich bin einfach mit zwei Schwestern groß geworden. Ich bin mit einem Vater groß geworden, der immer Frauen an die macht, Mädchen nach vorne und so. Ich habe gar nicht mit dieser Möglichkeit gerechnet, einen Jungen zu bekommen. Also es war für mich dann eher so, dass ich so hoch, hoppla, okay. Meine Schwester hatte dann auch schon zwei Töchter. Also es war so für mich dann so eher so eine Überraschung, sage ich mal, obwohl es natürlich eine 50-50-Chance gegeben hätte. Und ich habe mir auch dann dazu ganz viele Gedanken gemacht. Und das Ding ist ja genau, diese Zuschreibung oder diese Zuspitzung auf das Geschlecht ist definitiv so ein bisschen problematisch. Und andererseits sagen eben so viele, so viel Forschung und Studien sagen, dass wir per se total biased sind. Also insbesondere was das Geschlecht angeht. Also wir versuchen eigentlich beim Gegenüber sofort herauszufinden, natürlich, wenn das dann für uns uneindeutig ist, dann irritiert uns das. Was ist denn das jetzt? Mann, Frau und so weiter. Und es gibt ja dann auch ganz viele Studien, wie Menschen auch unterschiedlich mit Babys und Kleinkindern umgehen. Wenn sie denken, es ist das eine oder das andere. Das wurde ja gerade nochmal erneuert, diese Studie. Diese Baby-Ex, dass ein Kind sozusagen typischerweise als Mädchen gekleidet und dann wird sehr viel persönlich interagiert. Dann wird das Kind auch sehr in die Augen geguckt. Soweit es geht, natürlich dann auch sozusagen in so eine körperliche Nähe gegangen. Und das Baby, das dann vermeintlich ein Junge ist, mit dem wird eher über einen Gegenstand in Verbindung gegangen. Also der Ball oder das Auto oder so. Nicht so in die Emotionalität. Genau, und auch eben eher so nach dem Motto. Da muss man so ein bisschen die Distanz halten, weil vielleicht, keine Ahnung. Und das finde ich dann irgendwie interessant, weil ich habe mir immer gewünscht und ich wünsche mir total unbiased, sozusagen auch auf meine Kinder zu gucken und auch auf andere Kinder. Und gleichzeitig müssen wir uns bewusst sein, dass wir total Gender sozusagen, in sehr starken Kategorien dann auch gleich denken. Und das ist, glaube ich, auch sehr schwer. Aber das macht die Industrie ja auch ganz stark. Absolut. Also wenn man sich das überlegt, und da gibt es ja wirklich auch immer mehr Menschen, die darüber aufklären. Ich hatte bis vor kurzem auch ein Babygeschäft für Erstausstattung. Und uns war es immer so ganz bewusst, dass wir halt nicht in diesen Kategorien denken. Also alleine, dass man reingeht zum Baby. Also ich meine, ich kann auch Kind jede Farbe anziehen, aber das ist ja so tief verankert und ich merke das sogar im Freundeskreis bei, Männern, die ich wirklich sehr schätze auch und wo ich auch denke, dass sie Frauen sehen, dass sie Gleichberechtigung haben. Vielleicht nicht immer so, aber so, die dann wirklich mit ihren Söhnen sagen, dass sie das nicht anziehen dürfen, weil das ist ja weiblich. Absolut. Und das erschüttert mich so tief und die sind auch nicht zu überzeugen. Also dass man sagt, es ging neulich wirklich um Schlafanzüge mit Herzen und das haben die halt einfach total gefeiert, diese kleinen Jungs. Und der Vater hat da wirklich ein richtig krasses Problem mit. Auch lange Haare. Also meine Söhne hatten beide sehr lange Haare, immer als kleine Kinder und so. Das ist mir auch aufgefallen. Aber da sprichst du einen wichtigen Punkt an, weil ich oft so ein bisschen das Gefühl habe, mit sozusagen der Vielschichtigkeit von Mädchen kommen wir im Moment viel besser klar. auch insbesondere Väter. Die Mädchen können so, so, so sein. Eigentlich ist es ja auch so ein bisschen so, je wilder, desto besser, gerade bei Mädchen. Was eine super Entwicklung ist. Wenn wir uns vorstellen, wie wir groß geworden sind. Wir haben noch andere Sachen gehört und erst recht unsere Mütter. Und da hat man schon das Gefühl, dass Mädchen sich da befreien konnten. Zumindest so in unseren Bubbles, die sich sehr viel dann auch darüber so Gedanken machen. Und bei Jungs ist es nicht so. Also bei Jungs gibt es eben immer noch so Unwohlsein. Wenn sie nicht sehr, sehr bestimmten Kategorien entsprechen, wenn sie nicht besonders aussehen, auch wenn sie sich nicht besonders verhalten. Also. Der ganze Umgang mit Gefühlen natürlich bei Mädchen und Jungs ist auch komplett unterschiedlich. Also ich finde, Ich wünsche mir einfach, dass wir viel mehr darüber nachdenken und darüber sprechen, was für Jungs auch alles möglich ist und was wir ihnen auch alles gestatten. Genauso wie wir es eigentlich für Mädchen jetzt gerade tun. Ja, aber ich frage mich gerade, wie man das gestalten kann, weil dieses in vielen Männern, also Vätern ja, steckt das, also klar, wenn man sich in seinen Bubbles bewegt, wo man aufklärt, aber es ist ja, ich denke ja dann immer an ganz Deutschland, also jetzt nicht nur an bestimmten, das ist halt schwierig, also zum Beispiel auch, dass beim Fußball ist immer, das erklären mir immer noch wieder Menschen, dass es einfach für Fußballer nicht möglich ist, für ihre Sexualität zu stehen. Dass das einfach immer noch ein Riesenthema ist. Und dann gibt es vielleicht einen, der sich outet oder es sind vielleicht in Deutschland zwei, glaube ich, wo man von bekannten Fußballern spricht. Dass das ganz klar von den Beratungen immer noch hier geht, nee, das kannst du nicht machen, weil es einfach diesen Druck mal nicht aushält. Und dann denken wir natürlich beide so, hä, kann ich mir gar nicht vorstellen, weil er spielt gut Fußball und es ist auch völlig egal, wen er liebt oder wie er liebt. Aber das ist ja wirklich einfach dieses Grunddenken, das ist ja wirklich noch so weit entfernt, wo wir eigentlich sein sollten. Das finde ich immer erschreckend, weil man selber sich ja in seinen kleinen Blasen auffällt und dann frage ich mich, wie können wir das gesamtgesellschaftlich hinkriegen und auch, Also das ist ja einfach, es gibt so viele Länder auf der Welt, wo Frauen einfach keine Rechte haben und das ist ja wirklich für meine Mädchen, die ich großziehen darf, einfach unvorstellbar, dass sie nicht in alles denken können, was sie machen wollen. Ja, absolut. Aber in dieser Parallelität muss man das eigentlich auch denken und trotzdem sich auch. Um die Zukunft deiner Töchter natürlich Gedanken machen und um ihre Sicherheit, um ihre Selbstentfaltung. Und gleichzeitig ist eben jetzt gerade super wichtig, sich mit dem Thema Männlichkeit voll auseinanderzusetzen, weil die natürlich so ein bisschen im Moment sehr problematisiert wird. Und als ich das Buch geschrieben habe, war das noch sehr am Anfang. Da hat sich in den letzten zwei Jahren wirklich auch viel getan. Es gibt ja inzwischen auch viele Männer, die sehr öffentlich versuchen, da ins Gespräch zu gehen, sich mit der eigenen Männlichkeit auseinanderzusetzen. Und natürlich auch mit der Rolle von Männern in Gewalt, mit der Rolle von Männern, was tatsächlich auch. Die Sicherheit von Frauen angeht, Also welche Rolle sie auch spielen, selbst wenn sie nicht derjenige sind, der gewalttätig ist. Aber das ist eben alles so ein bisschen in den Anfängen, weil eigentlich wäre es natürlich irgendwann der perfekte Zustand. Dass selbst so etwas wie Sport, wie Muskeln, wie Fleisch essen, sage ich mal, also diese Sachen so positiv besetzt sind. Weil im Moment ist es ja so, Männlichkeit wird problematisiert und diese typischen klischeehaften Männlichkeitsmerkmale haben die okkupiert, die wirklich Frauenhasser sind. Also die dann sagen, wenn du ein echter Mann bist, dann hast du Muskeln, aber dann bist du auch so und so zu Frauen. Und eigentlich brauchen wir natürlich viel mehr Männer, die sich nicht total kümmern. Abwenden von diesen sehr klischeehaften Dingen, sondern die auch positiv besetzen. Weil wenn wir ehrlich sind für unsere Jungs, die sind umgeben von solchen Dingen. Also meine Jungs, die sind mit mir groß geworden. Ich würde sagen, sehr aufgeklärt. Die sind mit mir auf Demos gegangen, für Frauenrechte, auf Veranstaltungen. Also ich würde mal sagen, die haben sehr viel Input bekommen. Dann wachsen sie eben als Jungs auf. Dann sind sie auch beim Fußball, beim Sport, im Gaming, im Dings. Und das ist sehr klischeehaft maskulin dort. Aber was denkst du, was sie mehr prägt? Also du als Kernfamilie oder das gesellschaftliche Umfeld? Weil das ist ja auch so ein Thema. Du gibst deinen Kindern ja sehr, sehr hast die ja aufgeklärt erzogen. Sie verstehen, Feminismus ist nicht gegen... Also das finde ich ja auch immer... Ich stelle immer zu viele Fragen an. Bitte, bitte. Denken wir jetzt erstmal, was prägt ein Kind eigentlich mehr? Also die Kernfamilie oder unser gesellschaftliches Umfeld? Ich denke, es ist sozusagen sowohl als auch, also dass eigentlich, sozusagen die eigene Erziehung sich zusammensetzt aus dem, was man aus der Kernfamilie mitnimmt, das Umfeld, aber natürlich dann auch das Potenzial sich selber auch zu entwickeln und dadurch, dass es diese zwei Sachen gibt, sind das so die zwei Einfallstore, die wir als Eltern natürlich haben. Einerseits das, was wir in der Erziehung, Erziehung mit unseren Kindern machen und andererseits inwieweit wir ihnen beibringen, dass sie auch noch selber für ihre eigene Erziehung zuständig sind. Also das ganze Thema Self-Growth, das ganze Thema Weiterentwicklung von einem selbst. Das auch zu stärken, hat eben dann auch einen enormen Faktor, gerade wenn es darum geht, in diesem Umfeld sich irgendwie zu orientieren. Und von daher, wenn man diese beiden Dinge, denke ich, bespielt, hat man eigentlich einen größeren Einfluss dann. Wie erlebst du das jetzt so? Deine Kinder sind ja jetzt auch im Teenageralter. Mit anderen Jungs, die bei euch so sind, hast du das Gefühl, sie übernehmen auch schon so diese Aufklärungsrolle, weil sie ja sehr mit dich als Mutter ja sehr aufgeklärt erzogen wurden. Merkst du da auch schon Unterschiede? Und wie gehst du da, also wenn du jetzt so, es ist ja auch bei uns zum Beispiel wie so eine halbe Jugendherberge. Bei uns zu Hause finde ich auch gut, weil dann hört man ja auch die Gespräche. Das finde ich ja persönlich immer positiv. Also deshalb ist mir auch so dieses Open House immer so wichtig. Also gestern Abend saßen auch wieder. Noch drei weitere Jungs bei uns mit am Tisch. Sie lieben natürlich die Küche meines Mannes, der immer alle sehr beköstigt. Aber dadurch bist du natürlich sehr nah dran. Also wie erlebst du das und merkst du da auch, musst du manchmal auch so ein bisschen atmen dann? Also überhaupt nicht. Ich muss sagen, also bei uns ist es auch immer sehr viel und sehr viele bei uns auch. Gott sei Dank. Ich muss sagen, ich sehe diese Generation von Jungs um meine Söhne herum und ich bin schon so oft sehr erstaunt, wie viel die eigentlich verstehen und wie viel die wissen. Und trotzdem sieht man natürlich, welchen Einflüssen sie so ausgesetzt sind. Und manchmal ist es natürlich auch so, dann sagt einer irgendwas und die anderen gucken mich dann alle so an und so, wie reagiert sie jetzt? Aber ja, also ... Ich muss sagen, die erstaunen mich eher, als dass sie mich schockieren, weil die schon sehr viel wissen und absolut so auf dem Kasten haben. Definitiv. Aber sie kommen halt in Umfeld und das passiert dann eher, dass. Keine Ahnung, ein Trainer oder auch manchmal sogar auch Lehrer, die dann eher in diese Stereotypen verfallen. Und da denke ich dann, da habe ich dieses, wie, du hast jetzt wirklich gesagt, bei Jungs ist das so und so? Also das ist mir in der Schule schon öfter passiert, wo ich dann, da bin ich eher so, das kann doch wirklich nicht mehr sein. Oder ja, also auch sehr klassische, klischeehafte Sprüche, die in den eher von den Erwachsenen kommen im Umfeld meiner Kinder, als jetzt wirklich von den Jungs selbst. Ja, aber das sind ja auch Menschen, die sie prägen. Und wenn man sich die aktuellen Zahlen anguckt, Gewalt gegen Frauen, dann sind wir ja natürlich immer noch auf Höchstwerken und Tendenz eher steigen. Und ich weiß nicht, mich hat aktuell vor ein paar Monaten sehr erschüttert bei einer Kollegin von mir, die ich jetzt nicht persönlich kenne, aber ich meine, für mich ist der Hebammenberuf auch ein Beruf, der Frauen stärkt. Und man ist eigentlich den ganzen Tag damit dabei, Frauen zu stärken, sie zu ermutigen, für sich einzustehen. Und eine Hebamme wurde von ihrem Mann angegriffen, schwer verletzt mit ihren Kindern. Und ich denke einfach, dass das solchen Frauen passiert. Sie war eine Woche vorher auf einer Demo, wo man gegen Gewalt gegen Frauen und ist selber jetzt sozusagen fast mit dem Leben davon, also sie hat fast ihr Leben verloren, weil ihr Mann sie und ihre zwei Kinder angegriffen hat. Ihr Sohn ist leider gestorben und das ist dann einfach, wo ich denke, okay, sie ist aufgeklärt, ich glaube, sie hat ihre Kinder auf und trotzdem ist Gewalt gegen Frauen, sind die aktuellen Zahlen einfach super schlimm. Und da denke ich halt so, okay, wir sind beide Mütter von Söhnen. Das macht natürlich was mit allem, dass wir sie, also man will die ja nicht irgendwie verängstigen, aber das ist ja trotzdem einfach, dass es 2026 immer noch so ein Thema ist und dass die Rollenbilder ja noch nicht geschaffen haben, dass das die aktuellen Zahlen sind. Absolut. Und dass wir jetzt 2026 in dieser Woche erst ein Gesetz verabschieden, das Ja heißt, Ja heißt, das müsste ja eigentlich auch selbstverständlich sein, dass nur wenn man Ja sagt, auch wirklich sexuelle Handlungen erwünscht sind. Natürlich, das beschäftigt mich. Das ist sozusagen Dreh- und Angelpunkt des ganzen Denkens. Ich denke eigentlich, dass die Menschen, die Allianz gegen Gewalt eigentlich breiter sein müsste. Dieses Beispiel, das ist so tragisch. Und das ist genau das Beispiel. Es gibt einen gewalttätigen Mann, der die Frau bedroht und die Kinder bedroht. Und es stirbt ein Junge. Also es stirbt fast eine Frau mit ihren zwei Kindern. Und ihr Mädchen und Junge waren so, der Sohn ist gestorben. Und ich frage mich halt einfach, das passiert. Das passiert. Und was uns bedroht, ist männliche Gewalt. Also wenn wir über Gewalt sprechen, müssen wir über männliche Gewalt sprechen und darüber, dass sie Frauen bedroht, dass sie aber auch viele andere Männer bedroht. Und da denke ich, und das ist schon etwas, was ich versuche, wo ich sehr drauf aufpasse, was ich als extrem gefährlich sehe, ist dieser Bro-Code unter Männern zu sagen, dass man anderen Männern nicht anschwärzt, dass man anderen Männern nicht in den Rücken fällt. Was gesamtgesellschaftlich dann eben bedeutet, dass man nicht über männliche Gewalt an und für sich spricht, sondern über Einzelfälle zu sagen, das war der, das war der, das war jener. Zu sagen, das ist ein System männlicher Gewalt, das auch Männer bedroht und. Dem muss gemeinsam entgegengetreten werden. Und das ist etwas, was mich absolut beschäftigt. Da bin ich auch, da weiß ich noch, da war ich früher noch viel alarmierter, panischer, wenn ich meine Jungs gesehen habe, wenn die so körperlich geworden sind. Das glaube ich. Das hat mich total, das hat mich richtig so auch selber körperlich, angegriffen fast, wenn ich gesehen habe, dass sie so wüst miteinander geworden sind. So fängt ja auch dein Buch an. Ja, genau. Mit der Zeit, mit der Zeit, mit der Zeit, habe ich da mehr darüber verstanden, was es auch bedeutet. Aber da sozusagen schon das, absolute Vorsicht zu haben, das Augenmerk darauf zu setzen, einfach weil Gewalt schon so früh anfängt, weil wir alle im Grunde genommen auch damit groß geworden sind, weil wir dann eigentlich bei diesem Thema, wenn es mit psychischer Gewalt losgeht, dann in diese körperliche Gewalt geht, ganz, ganz, ganz, ganz lange sagen, naja, war ja vielleicht nur einmal, sie hat ja auch dies oder jenes gemacht. Also da haben wir, glaube ich, noch ganz viele Mechanismen drin, die das versuchen so zu verharmlosen und die auch dann sozusagen immer eher. Versuchen zu beschwichtigen, als das Opfer wirklich zu sehen. Und das sehe ich natürlich total. Man sucht ja den Fehler dann einfach auch oft bei sich. Also wenn ich jetzt für mich als Frau denke, ich weiß nicht, wie es dir geht, Aber wenn ich jetzt so im Nachhinein so meine Jugend, meine Teenie-Zeit zu Revue passieren lasse, hatte ich ganz oft Situationen mit Männern, die super unangenehm sind. Und da habe ich immer gedacht, ich bin schuld. Ja. Und. Das ist auch so ein Thema, was ich jetzt zum Beispiel bei meinen Mädchen immer so anspreche. Wenn du dieses Gefühl hast, ist das genau richtig. Das ist genau richtig. Und wir müssen solchen Menschen, weil das kennen wir auch, wir müssen diesen Frauen, diesen Mädchen auch immer das Gefühl geben, egal wie lange es dauert, sie sind nicht die Unbequemen, sondern der Mann, der so etwas tut, Der Mann, der sie dazu bringt, sich unwohl zu fühlen, der Mann, der ihre Grenzen überschreitet, der ist das Problem, weil oft ist ja, daran ist ja auch MeToo dann auch so ein bisschen zerbröselt, dass es eine große Welle der Empörung gab, und dann haben sich zwar Sachen getan, aber so auf die lange Strecke war es halt dann so, ah, wieder so eine, die was erzählt. Also dann schwenkte das ja so um in diese unbequemen Frauen. Und das gibt es bis in die kleine Situation ja rein, dass dann irgendwann, je länger das dauert, je länger Verfahren dauern, je länger auch bestimmte Konstellationen sind, fühlt man sich dann als Frau, weil man etwas gesagt hat, als diejenige, die jetzt so ein bisschen die Harmonie gestört hat. Das stimmt. Das ist immer so, ach, das kann keiner mehr hören. Ja. Selbst unter Frauen. Also absolut, also ich hatte gerade unter Frauen, die dann auch irgendwie sozusagen auch irgendwann dann so finden oder auch dann eben unter anderen, unter Männern, die dann irgendwann sagen, ja ist auch irgendwie so nach ein paar Monaten ist es dann fast in Ordnung zu sagen, ja irgendwie ist auch schade, weil der ist eigentlich ein ganz korrekter Typ. Ja, schwierig. Und das ist aber das, was mich als Mutter eines Sohnes so, ich will ihn ja, also was meine Aufgabe so ist, ihn sozusagen offen für diese Welt vorzubereiten, aber auch gleichzeitig nicht ihm so diese Angst, also es ist ja schon so eine Gratwanderung. Deshalb hast du ja auch, du gibst ja jetzt auch in deinem Buch ja nicht die Erziehungshilfe, so musst du das jetzt machen, sondern du gehst ja auch eher mit dir ins, guckst so, okay, wie sind die Situationen. Das finde ich einfach so schwierig. Also vielleicht kannst du mal ein paar Beispiele so nennen, wo du vielleicht auch, falls du jetzt gerade ein Beispiel hast, weil die kommen jetzt in die Pubertät, die entdecken ihre Sexualität. Das ist ja auch nochmal eine krasse Aufgabe, auch als Mutter mit Söhnen, da im Gespräch zu bleiben. Und Männer sind ja oft so. Dass sie gar nicht so offen darüber reden. Und wir Frauen sprechen ja schon ein bisschen häufiger darüber. Ich weiß nicht, wie du das handhabst, weil das ist ja schon auch schwierig mit Jungs. Also herausfordernd, will ich mal sagen. Nicht schwierig, sondern das ist eine Herausforderung. Ja, das finde ich total interessant, weil bei meinen Jungs ist es wirklich so schön. Ich denke immer, auch mit denen kann man so schwer reden. Und dann weiß ich, dass es einfach manchmal die Methoden sind, wie man ins Gespräch kommt. Also es würde mit gerade meinem Älteren nie funktionieren, sich an den Tisch zu setzen und zu sagen, jetzt erzähl mal. Aber wenn wir nebenbei was machen, wenn wir irgendwas in der Küche machen oder Uno spielen, dann kommt das. Und das finde ich so interessant, weil oft ist es ja auch wirklich so, dieser Zauber nur zu überlegen, wie ist die andere Perspektive, wie ermögliche ich das Gespräch? Weil nicht nur meine Art von Gespräch oder Kommunizieren, meine Art Empfindungen zu zeigen, ist die richtige Art. Und dann das zu erforschen bei den anderen, gerade bei unseren Söhnen. Und das finde ich schon wichtig, denen das auch zu kommunizieren. Guck mal, das ist eine gute Methodik für dich, um über Dinge zu sprechen. Merkt ihr das doch? Weil wenn es dann mal schwer ist, dann weißt du nächstes Mal, so kannst du mit jemandem zum Beispiel auch über etwas sprechen, was für dich schwierig ist. Und ich glaube, das ihnen dann so mitzugeben, das finde ich total wichtig. Also, Wo ich manchmal auch oft so gedacht habe, okay, ist das jetzt too much? Ich war mit meinen Jungs und bin bis heute wirklich, was den Respekt insbesondere von Frauen angeht, extrem streng. Also ich lasse das auch dann gar nicht zu, dass sie so typische Über-Mädchen-Sprüche oder sowas machen. Das finde ich total wichtig. Das ist für mich so eine sehr, ja. Das ist für mich total klar. Und ich glaube, da bis heute versuche ich das so sehr, sehr strikt einzuhalten. Ein Beispiel? Also zum Beispiel ein Sohn von mir, der eigentlich ist es auch etwas, was ich... Also jetzt gar nichts, was jetzt da, wir wollen jetzt nicht in die Privatsphäre deiner Kinder eingreifen, aber so ein paar Beispiele. Ich glaube, es hilft einfach vielen, die den Podcast auch hören, die eher vielleicht noch kleinere Kinder haben. Und es ist ja so eine Vorbereitung, wir wollen ja unsere Söhne einfach... Andere Vorbilder geben und sie auch einfach mit einbeziehen, dass sie einfach sagt, wie sie respektvoll Frauen gegenüber umgehen und ich glaube einfach, das ist einfach wichtig, ein paar Beispiele, das musst du jetzt nicht über deine Söhne, aber was du auch so mitkriegst. Zum Beispiel, mein einer Sohn hat so ein geflügeltes Wort entwickelt, das Chefmädchen heißt. Also der hat einfach sozusagen die Mädchen in seinem Umfeld beobachtet, da war der fünf oder sechs, sehr eloquent und hat dann gesagt, irgendwie das ist auch ein Chefmädchen. Und jeder versteht, was damit gemeint ist, nämlich die Mädels, über die wir gerade auch im Vorgespräch gesprochen haben, die so absolut den Ton die ganze Zeit angeben und alle kuschen. Und ich fand es irgendwie ein witziges Wort und ich habe dann aber eben versucht und bis jetzt irgendwie mit ihm darüber zu reden, dass es natürlich jetzt nichts mit Mädchen sein zu tun hat. Jede Person kann diese Person sein, die sozusagen so frei heraus ihre Meinung sagt und den Ton angibt. Und dann versuche ich jetzt, je älter er wird, auch viel mit ihm darüber zu sprechen, weil seine Meinung über diese Art von Personen hat sich nicht sehr geändert. Also er erzählt mir dann öfter von solchen Episoden, wo er sehr sensibilisiert dafür ist. Und ich versuche dann echt mit ihm darüber zu reden, jetzt natürlich schon zu erklären, dass es für Frauen halt insbesondere voll wichtig ist, dieses Training zu haben. Weil später wird es für sie schwieriger werden, den Ton anzugeben im Berufsleben, tatsächlich so ihre Frau zu stehen. Dann versuche ich so aus meinem eigenen Leben ihm das auch einfach zu erklären. Aber weil wir immer noch diese Sachen, also diese Wege vorgeben, weil es gibt ja auch diese Studien dazu, weil zum Beispiel Matheleistungskurs, wenn da ein Mädchen drin ist, dann sind ja immer alle gleich so, das machen ja wir, weil bis so, ich glaube, Alter sieben oder so. Dann packen wir Kinder in Schubladen, Mädchen und Jungen. Dann sind die Jungen in Physik und Mathe. Es gibt ja genug Jungen, sie haben gar keinen Bock auf Physik und Mathe, sondern werden auch eher sprachlich talentierter. Jeder hat ja so seine Talente. Und das ist ja dieses Schublahndenken, wo aktuell wir, weil die Kinder sehen das gar nicht so. Und ich finde auch diese neue Generation, die da ranfängt, die sind ja auch total frei. Der liebt den. Also die sind ja auch in ihrer Sexualität viel freier als wir. So ist mein Empfinden gerade. Ja, absolut. Absolut. Ich finde es, wie gesagt, diese Generation absolut frei. Sie kommt halt in eine Welt, die gar nicht so ist. Ja, dann denkt man sich halt, warum ist das immer noch so? Das verstehe ich halt einfach nicht. Also wir wissen eigentlich so viel. Wir haben es ja in Studien belegt, das ist generell auch in allen Themen so, das ist für mich so schwierig zu verstehen, dass. Wir wissen, wie Bildung funktionieren sollte, weil wir wissen, wir haben es wissenschaftlich belegt, evidenzbasiert, wir leben es nicht, weil es war schon immer so. Wir wissen, wie das Gesundheitssystem funktionieren sollte oder generell, was Menschen brauchen, um gesund zu sein. Also wir bräuchten einfach ein anderes Gesundheitssystem, das die Menschen als Ganzes sieht, wo wir mehr übergreifen. Wir haben ja immer ein Fachgebiet. Es ist ja auch gut, dass jeder sich in seinem Fachgebiet gut... Also die Fachgebiete müssen besser miteinander kommunizieren, weil der Körper funktioniert ja als Ganzes. Und das wissen wir auch wissenschaftlich. Wird nicht gemacht. Also das ist halt einfach so... Ja, unverständlich. Wie soll man das Kindern erklären, wenn wir eigentlich wissen, hier haben wir es wissenschaftlich bewiesen, aber wir erleben es halt nicht. Ja, also ich denke natürlich, da ist auch eine Chance, den Kindern immer beizubringen, dass sie auch selber natürlich Teil davon sein können und es auch selber immer ändern können. Die Dinge, die sie nicht gut finden bei den Erwachsenen, können sie natürlich auch selber ändern. Also auch in ihnen so ein bisschen diesen Kampfgeist zu wecken, in ihnen auch dieses Gefühl zu wecken, sie können auch etwas verändern. Und klar, also diese sehr sozusagen genderaufgeteilte Welt, in die sie gelangt, die Welt ist auch nach anderen Kriterien aufgeteilt, nach sozialer Herkunft. Überhaupt nach Herkunft sehr stark. Also eigentlich ist unsere Welt noch so extrem in diesem alten Denken, was ich übrigens dann auch nochmal. Erleben konnte bei der Schule meiner Kinder, wo eine Arbeitsgruppe so ein ganz witziges Experiment bei ChatGBT gemacht hat, wo sie einfach nur eingegeben haben, gib mir doch mal ein Foto von einer Person, die gewinnt und einer, die gratuliert. Und dann kam als erstes das Foto von einem weißen Mann mit Pokal und einem POC-Mann, der gratuliert. Dann haben sie gesagt, zeig mir das Bild doch mal mit Mann und Frau. Dann blieb es bei dem weißen Gewinner mit Pokal und einer Frau, die gratuliert. Und dann haben sie gesagt, zeig mir doch das Bild mal mit zwei Frauen. Dann war eine weiße Frau mit Pokal und eine POC-Frau, die gratuliert. Und ich meine, das sagt alles darüber, wie aufgeteilt, aufgespalten und biased, unser ganzes Denken, unsere Gesellschaft natürlich noch so ist. Und klar, in diese kommen jetzt unsere Kinder hinein und brauchen natürlich wirklich das Werkzeug selber, also... Und wirklich selber sich auch die Vorstellung davon zu machen, wie sie leben wollen, welchen Beitrag sie leisten wollen zu dieser Welt, wie sie auch anderen das Leben schöner und sicherer machen können. Der Teil ist mir auch immer total wichtig, dass sie nicht um sich selber so kreisen, sondern dass sie auch immer überlegen, wie können sie es denn für andere dann auch besser gestalten. Und gerade bei Jungs, bei der Erziehung von Jungs, finde ich, geht es halt wirklich ganz viel darum, einerseits, wie du sagst, ohne von vornherein Verurteilung, Stereotype und auch ohne sie jetzt sofort zu begrenzen. Sowohl sozusagen auf das Problem, als auch auf wie Männer nun zu sein haben, also eine Offenheit da total zu haben. Und gleichzeitig müssen wir bei Söhnen dabei bleiben, ihnen aufzuzeigen, was für eine Verantwortung sie als männlich gelesene Personen in dieser Gesellschaft haben. Und in diesem Spannungsfeld, finde ich, bewegt man sich als Mutter von Söhnen. Also sagt er nicht mehr Chefin? Ja, also er sagt Chefin, aber er nicht mehr Chefmädchen, weil ich das eben so, verallgemeinernd fand. Jetzt ist halt eine Chefin, irgendwann gibt es einen Chef. Und was hat er denn gesagt? Er findet das eine sehr witzige Unterhaltung mit mir, weil er auch weiß, dass es so ein Thema ist für mich. Ich finde das auch als Mutter total interessant, weil als dieses Gespräch über diese Power-Mädels bei uns zu Hause losgingen. Das habe ich ja auch in meinem Buch. Konnte ich ihn auch total gut verstehen, weil wir hatten da so eine Phase, wo meine, also gerade mein älterer Sohn ist sehr zurückhaltend, ist eher so sehr ruhig, macht sehr viel für sich. Und da hatten wir so eine Phase, wo es gefühlt immer so, auch in unserem Umfeld, er hat irgendwas gemacht und es gab ein Mädchen, was besser ist. Er hat irgendwas gelernt und es gab ein Mädchen, das es schon vor drei Wochen gelernt hatte. Er ist irgendwas, er hat, was ist ich? Also es war einfach so dieses Gefühl. Und dann auch noch immer sozusagen so kommuniziert nach dem Motto, darüber müssen wir uns jetzt alle freuen, weil es ja ein Mädchen ist, das so ist. Und ich konnte ihn irgendwie verstehen als Mutter, ja, weil warum seine Erfolge und so weiter dann auch nicht so wirklich zelebriert werden und warum darüber nicht so stark gesprochen wird. Und daraus habe ich natürlich auch dann viel aus meinem Buch nochmal genommen, weil ich als Frau mich in diesen Power-Mädels natürlich voll wiedersehe und auch immer denke, wie toll, dass es das jetzt so gibt. Mein Vater hat mich auch so erzogen, aber ich weiß, dass viele in meiner Generation nicht solche Väter hatten, die sich darüber so gefreut haben. Und gleichzeitig denkt man sich natürlich, okay. Die Unterhaltung darf eben auch nicht nur um Mädchen kreisen. So wichtig das ist, diese Ermutigung ist, aber in dem Verlauf dieser Ermutigung, wurde eben meiner Ansicht nach zu wenig auch über Jungs gesprochen und darüber, was ihre Rolle ist, natürlich auch, was ihre Träume sind, was ihre Erfolge sind. Und wir haben keine richtige Sprache und keinen Weg, darüber dann auch wirklich zu sprechen, weil es uns unangenehm ist. Darüber zu reden, wie toll mein Junge, mein Sohn im Sport ist, darüber, wie gut er, keine Ahnung, eben dann bei den typischen Jungsfächern ist. Das ist eben etwas, was wir gar nicht so richtig machen und auch nicht gelernt haben. Aber ich glaube, da fängt es schon an, genau über Männlichkeit zu sprechen, was das alles bedeutet. Das ist für viele sehr anstrengend, weil sie dann immer gleich anfangen mit, Aber ist es nicht egal? Es ist nicht egal. Wir wissen, wie die Welt funktioniert. Ja, ich finde es auch generell als Eltern oder als Mutter, dass ich ja möchte, dass meine Kinder, ob Mädchen oder Junge, dass sie einfach andere Menschen sehen. Das finde ich so. Dass sie einfach dem Menschen gegenüber sehen. Und das schönste Kompliment, was man ja auch immer so bekommen kann. Dass das einfach von anderen Menschen auch gesehen wird. Und ich finde das einfach so nochmal eine viel krassere Aufgabe, wenn man Jungs hat. Also dass man das auch nochmal, klar, ich habe jetzt drei Mädchen, aber gerade bei meinem Sohn finde ich so, dass es mir so, das gibt mir, ich weiß nicht, wie es dir geht, Also wenn man so Jungsmama ist, dann finde ich immer so, wenn man einfach weiß, man, konnte den Weg ebnen und einfach sehen, was aus denen geworden ist und wie sie mit Menschen umgehen, ob die jetzt weiblich gelesen sind. Männlich gelesen, aber wenn man einfach sieht, die sind menschlich. Weil ich glaube, das ist das Wichtigste, die Aufgabe zu haben, dass wir menschlich sind und Menschen positiv gegenüber gehen. Aber das besonders bei männlichen Personen oder bei meinem Sohn ist mir das immer noch so, da geht mir richtig das Herz auf, wenn ich einfach sehe, dass er... Das ist wirklich so. Und was ich jetzt nochmal mehr auch hatte, war diese Erfahrung, dass jetzt, wenn die sich dann so orientieren oder wenn die auch so von Menschen reden. Für mich ist es immer ein besonderer Erfolg, wenn ich merke, dass sich meine Jungs an einer Frau orientieren. Nicht, weil es eine Frau ist, um dann eine Frau als Vorbild zu haben, sondern einfach, weil diese Person sie als Mensch inspiriert hat. Aber es ist schon wichtig, dass es eine Frau ist. Also das finde ich enorm wichtig. Und das müssten wir noch viel mehr eigentlich fördern. Das stimmt. Ich finde es ganz schön, deine Geschichte, also du bist ja schon, also wenn dein Vater, der dich ja sehr geprägt, also dass er euch, wart ihr nur Töchter oder? Ja, drei. Ja, das finde ich ja immer besonders toll es gibt auch, eine Person des Öffentlichen, Sarah Nuro, die hat ja auch nur Schwestern und, ich glaube ihr Vater ich habe das mal im Interview, gelesen dass ihr Vater sie auch so, also die müssten alles können und das habe ich heute Morgen mit meinem Mann gesprochen, als ich gesagt habe ich habe heute eine tolle Folge, es geht um Söhne und Feminismus und dann meinte ich so Machen wir einen Unterschied? Also habe ich ihn dann so gefragt, machen wir einen Unterschied in unserer Erziehung zwischen unseren Girls und unseren Sohn? Und dann meinte er so, das ist schwierig, aber er hat neulich drüber nachgedacht, weil es ging um Fahrräder reparieren. Und von unserem Sohn, der hat Fahrrad und Platten, dann haben die das gemacht. Da hat er gesagt, da hat er einmal kurz überlegt, aber das müssen ja Mädchen genauso können. Und das hat auch Sarah Nuro gesagt, dass ihr Vater denen allen alles beigebracht, hat. Weil es ist ja auch immer noch so, Mädchen können. Es hat ja auch gar nichts mit dem Geschlecht zu tun, sondern auch mit dem Talent, ob man daran Freude hat. Es gibt ja auch super viele Männer, die einfach handwerklich überhaupt nicht begabt sind, weil es einfach sie nicht interessiert. Also es hat ja was mit Interessen zu tun. Und das ist ja einfach so, dass man möglichst die Interessen breit fächert und dass man Kindern die Möglichkeit hat, alles auszuprobieren. Und deshalb da sind wir, dass wir dieses Genderdenken ja noch im Spielzeugladen haben, überall, dass wir diese Gruppen haben. Und wenn wir da einfach, und da müsste eigentlich die Medienwelt und auch. Die Firmenverantwortung genommen werden, dass es einfach nicht dieses weiblich und männlich gibt, sondern eher Interessen. Weil ich finde jetzt auch nicht irgendwie so, dass es jetzt immer darum geht, sondern um Interessen. Also ich habe jetzt zum Beispiel kein Interesse daran zu kochen und es ist ja auch so ein Bild so, okay, eine Frau muss irgendwie kochen können, aber mein Mann liebt zum Beispiel kochen. Und es gibt auch genug Frauen, die das lieben. Aber es hat ja was mit, was interessiert mich und wo habe ich Freude, wo bin ich, habe ich vielleicht auch eine Begabung. Und das wäre, glaube ich, eher diese Begabung so fördern. Absolut, absolut. Und diese Freude daran, diese Begabung auch so auszufüllen. Dass es eine absolute Freude ist. Du machst etwas, was du liebst. Das ist das Schönste überhaupt. Und stell dir mal vor, jemand hätte dir gesagt, du darfst nicht Hebamme sein. Warum auch immer. Ja, also genau, also das denke ich total. Und also mein Vater, der kommt ja aus dem Iran und der ist in so einem sehr progressiven Haushalt groß geworden, wo eigentlich…, seine Schwester sehr bevorzugt wurde. Also schon in seiner Familie wurde eigentlich der gesamte... Weibliche Kreis. Also da wurde die gesamte Hoffnung eigentlich auf die eine Schwester gesetzt. Sie hat auch die beste Ausbildung bekommen von allen vier Kindern. Und er ist einfach mit dieser Idee groß geworden, dass Frauen, Mädchen die Zukunft gehört, dass sie auch die Zukunft gestalten sollen oder auch das Leben gestalten sollen. Und jetzt hat er eben auch drei Töchter bekommen. Und es war ganz interessant, weil meine Mutter ist ja aus dem Allgäu, also in Deutschland, groß geworden. Und sie zum Beispiel. Durfte nicht studieren, weil sie das Mädchen war. Und ihre zwei Brüder, die eigentlich auch gar nicht studieren wollten, mussten studieren, weil sie die beiden Jungs waren. Und diese zwei Menschen, meine Eltern, haben sich eben getroffen mit diesen verschiedenen Erfahrungen, aber mit demselben Willen, also für Mädchen und Frauen, tatsächlich alles so zu bereiten, dass sie in ihre volle Stärke gehen können. Und so bin ich dann eben auch mit diesem Vater groß geworden. Und der hat uns auch immer alles beigebracht. Der hat uns sehr stark in diese sehr unabhängig, also sein Ziel war immer so diese krasse Unabhängigkeit von uns. Deswegen hat er uns dann bohren und alles Mögliche beigebracht. Ja, das ist das. Und das ist, glaube ich, halt so oft noch so, nee, das musst du jetzt nicht machen. Und das hatten wir heute im Gespräch so, dass wir da eigentlich schon gucken, aber sich auch immer wieder zu hinterfragen, weil es ja so natürlich ist, dass man wieder in diese alten Bilder zurückkommt, so, das ist jetzt Mädchen, das ist jetzt Jungs und ich glaube auch dieses Bild, das, Dass wir ja viele Jungs noch unterdrücken, wenn die halt irgendwelche Kleider anziehen wollen. Natürlich ist es erstmal komisch, aber so das gar nicht so zu sehen, weil das ist einfach so ein Bild, was wir so haben. Ja, absolut. Und ich glaube genau, mit diesen Kleider anziehen und Nägeln, das ist eine Sache. Aber ich glaube, diese sozusagen Tätigkeiten, bestimmte Charakterzüge, das ist das andere. Was mir zum Beispiel auch bei Männern oder Jungs, dass wir dann sehr schnell so zelebrieren, wenn Männer zum Beispiel sich selbst versorgen können. Also so dieses, der kann für sich kochen, der macht seine Wäsche, wie toll, der macht sogar auch manchmal die Küche noch sauber hinterher. Und ich habe dann eben sehr oft so den Impuls zu sagen, also diese Umdeutung von Care-Verantwortung. Es geht nicht darum, dass der Mann sozusagen mithilft, sondern natürlich, dass er es komplett übernimmt. Also dass er diese Verantwortung dann auch dafür übernimmt und das fängt eben auch bei unseren Söhnen an, dass wir ihnen beibringen, es geht nicht nur darum, dass du dir selber dein Glas Wasser holen kannst, sondern es geht darum, dass du siehst, wenn andere auch Wasser brauchen, und nur so funktioniert das, weil das scheinen wir ja sehr automatisch Mädchen so mitzugeben, immer auch mit an die anderen zu denken. Ja, und dieses extra Loben, wenn das halt Männer tun. Also wenn Männer mit Hundewelpen, mit Kleinkindern im Tragetuch, also das ist ja immer noch so, alle Frauen sind dann ja immer so, ach, das ist aber toll oder so. Das ist einfach selbstverständlich angesehen, dass auch auf dem Dienstagnachmittag der Vater auf dem Spielplatz sein kann, aber da sind ja wirklich alle Frauen hin und weg. Und das müssen wir uns ja auch mal hinterfragen. Ja, absolut. Dass man einfach denkt, oh mein Gott, das ist ja auch sein Kind. Und dieses Loben immer, wenn die das dann machen. Das ist ja toll gemacht. Ja, super gemacht. Ja, also ich finde, und hast du das immer so empfunden, dass Menschen, als du wusstest wahrscheinlich, was du für ein Geschlecht bekommen wirst bei deinen Kindern, hast du das Gefühl gehabt, dass Menschen gleich zu dir gesagt haben, ah, das ist ja toll. Also dass sie dir gleich gesagt haben, oh, das wird ja jetzt. Oder als du in den zweiten Jungen gekommen bist, da haben sie bestimmt gesagt, oh, das wird aber auch stressig. Ja, das wird stressig und du Arme hättest du nicht gerne, weil als Feministin, Frauenrechterin, hättest du nicht gerne eine Tochter gehabt. Und da hatte ich dann mal eine sehr witzige Unterhaltung mit Mithu Sanyal, die auch darüber dann auch mal einen tollen Artikel geschrieben hat. Der heißt so, der trägt die Überschrift so nach dem Motto, warum ich trotzdem meinen Sohn liebe. Oh Gott. Weil sie eben das auch immer gehört hat, so dieses, ist das nicht schlimm für dich jetzt, einen Sohn zu bekommen und du Arme und mit einer Tochter wäre es doch irgendwie schöner für dich. Das habe ich super viel gehört und wurde mir so sozusagen zu verstehen gegeben. Aber da wird ja Feminismus auch falsch verstanden. Absolut und ich finde das eigentlich die perfekte Aufgabe für eine Feministin, weil man kann sozusagen wirklich dafür sorgen, dass sich etwas ändert. Ja, also das finde ich auch so, aber das ist oft, das neue auch Ja, ich bin nicht so feministisch, weil ich bin nicht gegen Männer. Also das finde ich wirklich, wenn man 2026 noch nicht verstanden hat, dass es gar nichts damit zu tun hat, dieses gegen Männer zu sein, sondern wir wollen ja einfach eine Gleichberechtigung in unser Leben. Und ich finde es genauso, wie du es gerade gesagt hast, ich finde es eher gut, dass ich einfach einen Jungen erziehen darf. Und deshalb, ich hätte mir gerne noch einen gewünscht, weil ich finde es total toll, meinen Sohn auch mit so einem Hebammenberuf mit aufziehen zu sehen. Er hat auch zwei Geburten miterlebt von seinen Schwestern. Und ich glaube einfach, dass ihn das total stärkt und dass er da wirklich einen tollen Grundstein gelegt hat. Und das ist ja eher toll für uns Frauen, wenn wir das machen dürfen. Ja, absolut, absolut. Also ich sehe das auch als genau das, was mir passieren sollte, eben zwei Söhne zu bekommen und dann eben auch sozusagen sich dieser Aufgabe dann anzunehmen. Und ich habe mich dann auch manchmal ein bisschen geschreut, dass so als Aufgabe, am Anfang, wenn man dann Mutter ist. Also bei mir war das zum Beispiel so, da habe ich dann ganz viel so in diesem, ja, aber dieses sehr, sehr auf das Kind blickend, aber das ist jetzt keine Aufgabe, das ist doch ein Geschenk und so weiter. Irgendwann habe ich gedacht, nee, es ist schon eine Aufgabe. Es ist jetzt schon etwas, was man so verstehen muss, auch in der Verantwortung, die man so hat, daraus wirklich Menschen zu machen. Und ich will jetzt nicht sozusagen sagen, Verantwortung daraus, gute Männer zu machen, sondern daraus, wie du vorhin gesagt hast, einfach gute Menschen zu machen, die gut zu anderen sind, die gut zu sich sind, was auch für Männer sehr wichtig ist, für männlich gelesene Menschen. Gut zu sich sind, gut mit sich in Verbindung stehen, gut auch mit den Emotionen anderer in Verbindung stehen, in sich selber ruhen, wissen sozusagen nicht unbedingt, wer sie sind, weil wer sind wir schon, aber so zu wissen, wo sie ihren Ruhepol so finden können bei sich und so eine Festigkeit dann auch haben können. Und ich glaube, das kann man denen mitgeben und das ist auch wahnsinnig wichtig, weil wir brauchen eben im Moment insbesondere Männer. Die das Rückgrat haben, männlich zu sein, so, wie sie sein wollen, sei es mit Muskeln, sei es ohne Muskeln, sei es mit Nagellack, sei es im Anzug, und gleichzeitig sich total ihrer Verantwortung bewusst zu sein, was wir jetzt gerade, in was für einer wichtigen Zeit wir leben. Weil zum Anfang unseres Gesprächs zurück, es ist gerade so eine Make-or-Break-Zeit für Männer und Frauen, für Geschlechter insgesamt. Also schaffen wir das jetzt, diese Errungenschaften, dieses Erkämpfte von Frauen aus der Vergangenheit wirklich in etwas zu gießen, was Gesellschaft ist oder verfallen wir wirklich in das Alte? Und da brauchen wir die Männer total, auch wenn viele nicht wollen, dass wir Männer für irgendwas brauchen, aber wir brauchen sie, weil wir wollen diese neue Zeit ja zusammengestalten. Aber vielleicht kannst du den Männern und den Vätern dir jetzt nochmal zuhören, weil du hast gerade schon, meine Frage wäre jetzt noch, die letzte Frage wäre noch gegeben, was wünschst du für die nächste Generation, das hast du eben schon eigentlich ganz toll erklärt. Aber ich glaube, was nochmal ganz gut ist, ich glaube, dass viele Väter und Männer einfach noch nicht so wissen, wie sie das machen sollen. Ja, absolut. Das kannst du nochmal einen kleinen Rat geben, weil das ist glaube ich so, ja, ich versuche ja schon so in meinem kleinen Umfeld, aber ich glaube, dass einfach auch noch an ihre Freunde, also ich glaube, viele sind einfach so ein bisschen gefangen, wie sie das noch besser umsetzen können. Und da würde ich einfach ein bisschen in so einer Härte sagen, bitte nicht so viel um euch selber kreisen. Also bitte, es geht darum, jetzt wirklich ins Tun zu kommen, in diese Rolle der Vorbilder zu gehen, mit den Fragen, die man meinetwegen auch hat. Aber was ich jetzt beobachte, dieses, ach, jetzt verbreche ich mir den Kopf, ach, es ist alles so schwer. Das ist wieder, sorry, das ist wieder sehr typisch Mann, sehr viel um einen selber zu kreisen, während um uns herum gerade die Welt brennt. Und ich glaube, dafür ist jetzt einfach gerade nicht die Zeit, die Jungs zu sehen, die Vorbilder brauchen, die Frauen zu sehen. Die Allianzen brauchen, die wirkliche Partner brauchen. Da gibt es ganz viel zu tun. Es gibt jetzt nicht viel Zeit, sich den Kopf zu zerbrechen. In diesem Sinne, vielen Dank, Sheila, für das wunderschöne Gespräch. Ich werde euch alle wichtigen Infos zu Sheila in meine Shownotes packen, ihre Bücher, die sie geschrieben hat und magst vielleicht nochmal kurz dein Instagram-Account sagen, weil das ist immer besser, wenn man das gleich hier sagt, damit ihr sie auch findet, wenn ihr weiterschauen könnt, was du alles Tolles machst. Das ist einfach Sheila Bechtschert in einem geschrieben auf Instagram. Ich wünsche euch jetzt eine schöne Woche. Vielen Dank für deine Zeit und für das schöne Gespräch und ja, bis bald. Vielen, vielen Dank, liebe Sissi. Danke. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.atauf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.