Ihr Lieben, es ist Donnerstag und es gibt eine neue Folge Sounds Familie für euch. Ich habe heute eine ganz tolle Gästin zu Gast und wir reden über ein Thema, was mich aktuell selber als Mutter sehr beschäftigt. Und ich finde, in unserer Gesellschaft ist es sehr negativ behaftet. Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich es eher positiv sehe, weil diese Zeit, in der ich mich gerade befinde mit meinen beiden ältesten Kindern, die ja in der Pubertät sind, finde ich, natürlich ist sie herausfordernd, aber gleichzeitig auch wunderschön. Und meine Gästin ist heute Kathi Weber und sie beschreibt es ganz toll, dass sie sagt, das ist sozusagen. Die letzte Phase deiner Elternschaft und die muss man ja begleiten und es ist nochmal so eine ganz tolle Zeit und das finde ich so toll, dass sie das so positiv beschreibt und sie hat ein neues Buch rausgebracht. Ich mache, was ich will, was über die Pubertät ist und wir möchten heute darüber reden und ich freue mich sehr, dass du heute zu Gast bist, weil. Alle Menschen kennen dich, glaube ich, die sich schon mal mit Elternschaft beschäftigt haben. Deshalb, ich glaube, ich muss sie gar nicht großartig vorstellen, aber vielleicht magst du nochmal selber sagen, wer du bist, liebe Kathi. Für alle, die dich noch nicht kennen, was ich nicht glaube, dass es irgendjemand ist, der diesen Podcast hört, weil du hast den erfolgreichsten Eltern-Podcast, Familie Verstehen. Ich höre ihn selber sehr gerne. Deshalb freue ich mich, dass du heute bei mir in meinem kleinen Sounds-Familie-Podcast zu Gast bist. Schön, dass du da bist. Ja, ich danke dir sehr für die Einladung. Ich freue mich, dass es heute geklappt hat. bei uns vielbeschäftigten Frauen. Ja, wir hatten einige Einläufe. Einmal kam eine wunderschöne Geburt dazwischen, dann hat es mit dem Termin nicht so hingegen. Aber heute klappt es. Heute klappt es, umso schöner. Ja, vielen Dank für deine Einladung. Und ich freue mich, dass wir heute über eins meiner Lieblingsthemen sprechen, die Pubertät, die Teenagerzeit, Teenager zu begleiten. Ich bin Kathi Weber. Ich bin ausgebildete Trainerin der gewaltfreien Kommunikation nach Marsha Rosenberg. Habe darüber hinaus mein eigenes Erziehungs- und Beratungskonzept, die Lila Liebe, entwickelt, wo ich die Bedürfniswelt von Kindern, in Klammern auch Teenager, und auch inneren Kindern, also auch von uns Erwachsenen, erkläre und aufgrund dessen helfe oder versuche zu helfen, dass alle Menschen bekommen, was sie brauchen, denn eine Grundannahme von Marsha Rosenberg ist, wenn alle Menschen... Bekommen das, was sie brauchen und im besten Fall sich bestmöglich darum selber kümmern können, dann sind sie ganz automatisch und freiwillig dazu bereit, zum Wohle aller und der Gemeinschaft beizutragen. Und das ist für mich quasi die Gleichung zum Frieden. Und das ist meine Vision, dass ich mit so vielen Menschen wie möglich die Welt zu einem freundlicheren Ort gestalte. Und ich stehe ganz vorne und bin fest entschlossen, diesen Weg weiterzugehen. Und bin sehr dankbar über jeden Menschen, der Bock hat, mitzumachen. Also Sissi, vielen Dank, dass du meinen Podcast hörst und auch dabei bist. Ja, auf jeden Fall. Gestaltung. Und ich finde auch, du hast es so ganz schön beschrieben, als du dein Buch auch in deinem Podcast vorgestellt hast, dass du ja am Anfang deiner Reise, dein ältestes Kind ist ja jetzt glaube ich 18. Ja, ich habe zwei Kinder. Ja, also du bist ja am Beginn der Pubertät gerade. Mit meiner neun, zehn Jahre jetzt sogar. Oh, ich hoffe, sie hört das nicht. Zehn Jahre ist meine Tochter alt. Genau, die ist am Anfang der dritten Autonomiephase der Pubertät. Und mein Sohn verabschiedet sich gerade aus der letzten Entwicklungsphase eines Kindes. Oh mein Gott. Das ist sehr berührend und ich bin so stolz. Sie begleiten zu dürfen. Ich bin so stolz zu sehen, was für ein Mensch mein Sohn da ist, der da auf seinen zwei Füßen steht und wie der da steht. Da bin ich sehr beeindruckt. Das hätte ich mir für mich auch gewünscht damals. Und meine Tochter zu sehen, wie die über sich hinauswächst und wie die gerade so diese, ich übersetze die dritte Autonomiephase, also die Pubertät gerne mit, dass die Kinder ganz viel Erfahrung sammeln dürfen. Dass wir als Eltern also den Raum noch mehr öffnen dürfen, um wirklich den Kindern Möglichkeiten zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Und das ist unfassbar wichtig in der dritten Autonomiephase. Und ich kann das gerade live beobachten bei meiner Tochter, wie sie sich wirklich Stück für Stück diesen Raum erobert und ich ihnen natürlich auch super gerne ihr schenke. Und wie sie damit ja immer größer wird, so kann ich das wirklich sagen, ja. Hast du jetzt, wo du ja gerade zum zweiten Mal, wir steigen jetzt ja gleich ins Thema ein. Du hast jetzt gerade deine Tochter mit zehn Jahren beschrieben. Ich glaube, die häufigste Frage ist auch so, wann beginnt denn eigentlich die Pubertät? Die hast du eigentlich gerade schon mit. Also genau, ich teile halt, nicht ich, sondern das haben ja auch andere Menschen gemacht, diese drei Entwicklungsphasen, die Autonomiephasen oder erste, zweite, dritte werden auch gern übersetzt in der Umgangssprache mit, die erste ist die Trotzphase, dann kommt die Wackelzahnpubertät und dann kommt die Pubertät. Das sind so die allgemeinen Begriffe, die ich ungern benutze, also zumindest die Trotzphase, den Begriff benutze ich gar nicht. Und die sind so in Altersklassen aufgeteilt, wobei ich das schon so ein bisschen individuell, also für mich selber festgelegt habe, dadurch, dass ich halt ganz viele Eltern mit ihren Kindern begleite, dass ich wirklich sage, dass für mich die dritte Autonomiephase mit neun Jahren anfängt. Das heißt nicht, dass dein Kind ab neun Jahren sofort in der Pubertät ist, so wie sie im Buch steht. Nur du merkst das am Verhalten der Kinder, dass sie nochmal in so eine Verhaltensveränderung kommen und dass einfach ganz viel passiert im Körper und auch im Geist und in der Seele. Und das geht mit ungefähr neun Jahren los. So ist das. Und dann geht das, bis der Mensch fertig ist damit. Ich glaube, wir sind immer noch nicht fertig, weil wir noch gar nicht in der dritten Autonomiephase angekommen sind, weil wir in den ersten Phasen gar nicht das bekommen haben, was wir brauchten. Das sind die ganzen inneren Kinder, die da draußen rumrennen und laut nach Liebe und Empathie schreien. Genau, nur das ist ja mein Ziel, dass die Kinder in ihrer Entwicklung weitestgehend das bekommen, was sie brauchen. Dass sie wirklich mit 18, 19, 20 dastehen und sich unfassbar selbstbestimmt um sich kümmern können und darüber hinaus eben bereit sind, nach außen eben auch beizutragen. Du begleitest ja sozusagen uns als Eltern mit deinen Erfahrungen. Jetzt hast du das erste Mal, das ist ja fast abgeschlossen, das letzte Feuerwerk sozusagen der Elternschaft. Gehst du jetzt bei deiner Tochter nochmal anders ran oder hast du einfach, wie hast du dich vorbereitet? Weil du bist ja sozusagen in Deutschland ja schon einfach auch die, wo viele Eltern sich einfach Rat holen. Und wie hast du dich damals bei deinem Sohn, wie bist du einfach mit deinem Wissen, was du sozusagen als Trainerin für gewaltfreie Kommunikation, die ja einfach eine super gute Grundlage ist, um in Kommunikation mit Teenager-Kindern zu sein. Aber wie bist du da rangegangen, als du das erste Mal vor dieser Phase standst? Ja, also das hat sich fließend entwickelt. Mein Sohn ist mein Versuchskaninchen, also er ist im Grunde genommen die Grundlage für alles, was ich entwickelt habe. An ihm habe ich mich abgearbeitet und ausprobiert. Ich habe ihn beobachtet und bei meiner Tochter, die ist jetzt für mich kein Versuchskaninchen mehr, sondern da setze ich um und es ist noch leichter, würde ich sagen. Bei meinem Sohn war das schon oft, dass ich noch reflektiert habe, hinterfragt habe und nochmal geguckt habe, okay, guck nochmal genau hin, worum geht es eigentlich gerade, was braucht er eigentlich gerade und was hat das mit mir zu tun, wie kann ich mich da rausnehmen, wie kann ich mich nochmal um mich kümmern, um meine eigenen Themen, um das ihm nicht überzustülpen. Da war ich im Grunde genommen mitten im Prozess, das Ganze zu entwickeln. Und es ist ja auch so, dass wenn du meinen Werdegang beobachtest, so ist es im Moment, finde ich, für mich total nachvollziehbar, dass jetzt das Buch rauskommt für Eltern, die Teenager begleiten, wo mein Sohn fertig ist mit der Pubertät. Weil ich da alle Erfahrungen gesammelt habe, parallel selbstverständlich eben auch Menschen beraten habe und auch andere Erfahrungen. Also mein Sohn ist nicht der einzige Mensch, an dem ich mich ausprobiert habe. Und an der Entwicklung meines Sohnes habe ich im Grunde meine ganze Arbeit dann aufgebaut und auch die lila Liebe entwickelt. Genau. Und insofern ist es mit meiner Tochter... Für mich super easy jetzt. Also das läuft einfach. Gleichzeitig habe ich dafür für mich nochmal ganz andere Themen. Also es ist ja oft so im Leben, du bist mit einer Sache beschäftigt und wenn die abgehakt ist, sage ich mal so, dann kommt halt nächstes Thema. So wird es nie langweilig. Insofern läuft das mit meiner Tochter wie mit links gleichzeitig. Siehst du einen Unterschied zwischen, weil du hast ja jetzt einmal einen Jungen begleitet und Mädchen? Also ich unterscheide überhaupt nicht zwischen Jungen und Mädchen. Also ich mache da gar keine Unterschiede. Mir geht es vielmehr darum zu gucken, welcher Mensch ist da vor mir, welche Seele. Und wie braucht dieser Mensch die Bedürfnisse erfüllt? Und da sehe ich bei meinen Kindern große Unterschiede. Nur die habe ich bereits schon im Mutterleib gespürt. Insofern überrascht mich das jetzt nicht. Ich sage immer, mach nicht diese Schublade auf typisch Junge, typisch Mädchen oder typisch Pubertät, typisch Wackelzahn-Pubertät. Das ist, ja, das finde ich schwierig. Wir sollen uns den Mensch angucken. Ja, es ist ganz individuell. Und es gibt halt Kinder, die schon bereits mit acht Jahren Signale zeichen anhand ihres Verhaltens, dass sie eine Veränderung durchmachen und in die dritte Autonomiephase rutschen. Und dann gibt es Kinder, die, sag ich mal, mit neuneinhalb oder zehn Jahren die ersten Anzeigen zeichnen. Und du erkennst es immer an dem Verhalten des Menschen. Also da unterscheide ich ja gar nicht zwischen Erwachsenen und Kindern. Mascha Rosenberg hat die gewaltfreie Kommunikation jetzt nicht speziell für Eltern-Kind-Beziehung entwickelt, sondern für Menschen allgemein und ich habe das für mich dann quasi umgemodelt auf Eltern-Kind-Beziehung und dann nochmal ganz speziell auf die, Bedürftigkeit von Kindern in ihrer Entwicklung. Und du erkennst am Verhalten des Kindes, was es gerade braucht. Das darfst du halt lernen, dass du das erkennst. Aber ich glaube, das ist ja gerade der Punkt, dass viele Unterstützung brauchen, dass sie das erkennen und damit umzugehen. Ja, weil die meisten von uns ja so gar nicht aufgewachsen sind. Es ging weder um Gefühle noch um Bedürfnisse. Wir hatten zu funktionieren. Entweder haben wir mitgemacht und uns in der Pubertät angefangen, zurückzuziehen, oder wir haben krass rebelliert. Haare gefärbt, abgeschnitten, geraucht, keine Ahnung, nicht mehr nach Hause gekommen. Und dann gibt es ja die, die gesagt haben, ich mache alles und bin nur noch in meinem Zimmer und lerne für die Schule. Also diese zwei Extreme gibt es ja eigentlich, wenn du dir Teenager anguckst. Ja, stimmt. Wenn wir nochmal so ein bisschen auf die Biologie gehen, dann ist ja auch einfach eine krasse Phase, wenn man sich das mal genauer anguckt, was eigentlich da passiert im Gehirn. Also neurologisch, emotional. Magst du da vielleicht mal so ein bisschen erklären? Weil das finde ich auch, wenn man das einfach versteht, wie sich das Gehirn entwickelt, dann finde ich, kann man auch schon mal wie viel besser seine Kinder wieder verstehen, dass man weiß, dass es auch einfach biologisch ist. Genau, also da weiß ich gar nicht so viel, weil ich bin ja weder Biologin noch Ärztin. Nur ich finde, es gibt so einen Spruch, der stammt nicht von mir. Ich weiß leider nicht von wem, der für mich alles erklärt, was du gerade ansprichst Und wer da tiefer eintauchen möchte, darf sich ja gerne informieren. In der Pubertät sind Bereiche im Gehirn kurzfristig wegen Umbauarbeiten geschlossen. Und das ist dieser Moment, und das kennst du eigentlich, das ist im Grunde genommen in jeder Autonomiephase so. Es ist nur in der Pubertät für uns... Noch schwieriger nachvollziehen zu können, weil da ist ja schon ein größerer Mensch. Beim Kleinkind kann ich irgendwie sagen, okay, gut, hat es noch nicht verstanden, ich sage es noch mal. Nur, das kennen wir bestimmt alle bei Teenagern. Gestern ging das noch alles und heute ist es, als ob da ein anderer Mensch steht. Und es ist wirklich dieses, weil da im Gehirn so viel passiert, da sortiert sich ganz viel. Und das hilft mir so, das nachzuvollziehen und wirklich ein Verständnis dafür zu haben. Und wenn ich ein Verständnis habe dafür, ey, da ist ein Mensch, der gerade in sich drin ganz viel durchmacht, weil es die Natur des Wachstums ist, dann bin ich ja auch selber viel schneller bereit, Raum zu geben, zu sagen, hey, okay, das ist alles ganz normal und ich gebe dir den Moment und ich bin an deiner Seite und ich verurteile dich nicht dafür. Und nur dieses Verhalten haben wir bei kleineren Kindern auch in den anderen Autonomiephasen. Zum Beispiel, wenn ein Kind zwischen fünf und sieben Jahren ist, dann wechselt es zwischen der ersten und zweiten Autonomiephase und dann kriegen die nochmal so einen Schub und du denkst eigentlich, hä? Wir hatten keine Wutausbrüche mehr. Eigentlich gab es kaum noch ein Nein, kein Kita-Nein, kein Anziehen-Nein. Es lief alles, es war super kooperativ und auf einmal geht das wieder los. Und es wird super anstrengend. Im Körper passiert ganz viel und dieses Wesen ist beschäftigt. Und dann dürfen wir das erkennen und eben nicht persönlich nehmen. Nur wir wurden ja oft in unserer Kindheit für sowas verurteilt, wir hatten ja zu funktionieren und dann fällt das total schwer zu sagen, okay, bei dir passiert ganz viel, ist total in Ordnung und ich bin da und ich helfe dir das zu schaffen. Ja, aber wenn man das halt einfach erstmal weiß, dass es, wie du es gerade sagst, diese Baustelle, wie es da im Gehirn geht und dass die ja auch über mehrere Jahre lang ist und wenn man halt einfach weiß zum Beispiel, dass diese Emotionalität erstmal viel schneller geht, aber die Impulskontrolle halt bei einigen ja auch wirklich bis 20, dann versteht man ja auch, warum einfach, also diese, wie sagt man immer so, ich habe es so gelesen, die Vernunftsbremse, die ist halt einfach noch nicht so. Ja, wobei da ist so ein bisschen, das beobachte ich bei den Kindern, die in den ersten beiden Autonomie-Phasen weitestgehend das bekommen haben, was sie brauchten und auch wie sie es brauchten, geht es ja auch darum, den Kindern zu helfen, im Laufe ihrer Entwicklung eine Frustrationstoleranz zu entwickeln oder auch Resilienz zu entwickeln. Und wenn du das über die Jahre begleitest, es gibt Gefühle, die Gefühle gibt es. Es gibt keine guten oder schlechten Gefühle, sondern es gibt deine Gefühle. Und wenn da starke Gefühle kommen, bin ich an deiner Seite. Und es gibt die und die Möglichkeiten, damit umzugehen. Und ich gucke, wie braucht dieses Kind das ganz speziell, ganz individuell. Und ein Kind lernt über die Jahre, Damit umzugehen, dann hat es in der Pubertät gar nicht mehr diese Herausforderung, weil es ja längst gelernt hat, damit umzugehen. Es kommen die Schübe, klar, es kommt nochmal diese Herausforderung und dieser, Wutausbruch, den es auch mit drei Jahren hatte, nur es ist wesentlich resilienter und das beobachte ich halt auch bei meinen Kindern. Also ich bin bei meiner Tochter gerade wirklich, teilweise verneige ich mich vor ihr, wie die mit Enttäuschung umgehen kann. Kannst du ein Beispiel sagen? Ja, sie ist ja Dressurreiterin und ich unterstütze sie da als, wie heißt das, Managerin, Trainerin. Ich mache eigentlich alles. Ist ja auch sehr zeitintensiv. Ja, genau. Wir sind im Sommer häufig auf Turnieren und jetzt hatten wir ein Turnier am Wochenende mit einem von ihr neuen Pony. Und ich habe ihr vorher ganz klar gesagt, wir fahren dahin, um auszuprobieren. Um zu gucken, wo steht ihr, woran können wir weiter arbeiten. Es geht nicht darum, um hinzufahren, um eine Schleife abzukriegen. Und das haben wir vorher ganz bewusst besprochen. Wir haben auch geguckt, was gibt es für Möglichkeiten, was für Erfahrungen, was können wir erkennen und was können wir dafür für Schlüsse rausziehen. Also wenn zum Beispiel Merkel. Sie kriegt die nicht in die Anlehnung geritten, also jetzt wird es schon so ein bisschen tiefer, dann können wir daran mehr arbeiten. Oder wenn wir merken, sie kriegt ihn da noch nicht, wenn er irgendwie glotzig oder nervös ist, sie kriegt das noch nicht gehendet, dann dürfen wir das üben und so weiter. Gleichzeitig schwingt natürlich immer mit, dass es irgendwie doch so richtig gut läuft und du doch dein Schleifchen abkriegst. Und es lief halt richtig beschissen. Es lief so beschissen. Nur sie hat es unfassbar geregelt, weil sie ist ja in der Prüfung alleine. Ich kann nicht mit ihr sprechen. Sie ist völlig auf sich alleine gestellt. Und ich habe halt gesehen, wie sie das, was ich ihr beigebracht habe in all den Jahren mit so einer Situation, der war halt super nervös, der ist nicht mehr da langgegangen, wo sie wollte. Und wie sie versucht hat, das umzusetzen. Also wie sie richtig in dem Moment war und reagiert hat. Und sie ist das knallhart durchgeritten. Es war eine Katastrophe, weil er lief nicht da lang, wo sie wollte und so. Nur ich habe vorgelesen die Aufgabe und sie ist geritten und gemacht. Und dann kam sie raus mit einem natürlich unfassbar schlechten Ergebnis, was ja wurscht war. Und dann sagt sie, Mami, das war richtig kacke gleichzeitig. Ich bin so stolz auf uns, wie wir das hingekriegt haben. Und dann denkst du, da war die noch neun, ja? Ja, krass. Das ist ein neunjähriges Mädchen, was mit so einer, weil es schon eine Enttäuschung ist. Weil du fährst immer hin und denkst, ah, vielleicht klappt es doch. Ja, natürlich. Genau. Und dann haben wir das noch besprochen, wie wir das so machen und wie ich sie dadurch begleite. Das würde jetzt den Rahmen sprengen. Nur ich sehe halt, wie sie, oder jetzt hatte sie Geburtstag und dann ist mir der eine Bilderrahmen, das Geschenk von ihrem Bruder, ist mir runtergefallen und ist kaputt. Ja, worden Mutter des Jahres kurz mal verkackt an der Stelle. Und vor zwei Jahren wäre das ein riesen Drama gewesen. Eine Verzweiflung, ein Wutausbruch. Bei ihr. Ja, und auch diese Erfahrung auf dem Turnier. Ich weiß noch, vor einem Jahr wäre die mir zusammengebrochen. Und ich sehe eine Veränderung. Und wie sie so, sie kann sagen, oh Mensch, das ist jetzt richtig schade. Gleichzeitig, es ist ja nur ein Bilderrahmen, wir können mir ja einen neuen besorgen. Also sie findet dann, sie kann erkennen, was los ist und ihre Gefühle kurz sagen und gleichzeitig ist sie bereit, eine Lösung zu finden, statt in diesem Drama zu versingen. Und dieses Kind ist gerne im Drama versunken. Und da sehe ich halt eine krasse Entwicklung. und bei meinem Sohn sehe ich das halt auch. Und das ist dieses, wenn Kinder über Jahre begleitet werden, wenn sie starke Gefühle haben, unabhängig davon, ob positiv oder negativ oder angenehm oder unangenehm, dass sie so eine Frustrationstoleranz entwickeln. Und dann braucht es in der Pubertät dieses Drama gar nicht. Und da sagst du, ist der Schlüssel auch sozusagen die gewaltfreie Kommunikation? Also in der Pubertät, es gibt ja... Wir haben Bedürfnisse und diese Bedürfnisse dürfen erfüllt werden mit Strategien. Und wenn ich kleinere Kinder habe, dann sind das, kann ich dir sagen, wenn du Nein zum Zähneputzen hast, dann erklärst du mir das Verhalten deines Kindes und ich kann innerhalb von einer Minute dir sagen, welches Bedürfnis dein Kind da gerade versucht, dir deutlich zu machen, was es braucht, damit es mitmachen kann. Weil Kinder wollen immer mitmachen, auch wenn wir einen anderen Eindruck haben. Das ist evolutionär bedingt und überlebensnotwendig für sie, dass sie mitmachen. Und wenn ich das Bedürfnis weiß, dann kann ich gucken, welche Strategien ich brauche, so einem Kind angepasst. Zum Beispiel beim Zähneputzen, es braucht Geborgenheit. Also brauchen wir eine Strategie, wie wir die Geborgenheit erfüllen und gleichzeitig die Zähne putzen auf dem Schoß, im Bett, keine Ahnung. Oder es braucht Spiel und Spaß. Da machen wir Spiel und Spaß und machen hier irgendwie die, du bist irgendwie das Rennauto und putzt die Zähne. Keine Ahnung. Oder Autonomie, will selber machen. Dann unterstütze ich das Kind selber, die Zahnpastatube aufzumachen und so weiter. Das ist bei kleinen Kindern, finde ich, total easy. Zack, bumm, da gibt es hier diese kleinen Strategien und dann gehst du in den Strategiekoffer. Ah, wir haben ein Bedürfnis X. Ah, dann gucken wir, hier haben wir irgendwie zehn Strategien, da suche ich mir eine raus, die passt zu meinem Kind. In der Pubertät ist das ein bisschen anders, weil wenn das Kind irgendwie Nein zu den Hausaufgaben sagt, darf ich auch rausfinden, was dahinter steckt. Nur es gibt für mich die eine Strategie, weil du gefragt hast, ist der Schlüssel die gewaltfreie Kommunikation und würde ich dann auf jeden Fall in der Begleitung eines Teenagerkindes mit Ja beantworten, weil hier ist für mich die Top-Strategie, also die einzige, die wir brauchen, ist das Gespräch auf Augenhöhe. Und damit meine ich selbstverständlich ein Gespräch im Sinne der gewaltfreien Kommunikation. Empathisch, Empathie-Schaukel oder wie auch immer du das nennst, die Giraffen-Schaukel. Und das dürfen wir dann eben auch lernen. Wie geht denn so ein Gespräch auf Augenhöhe? Und das ist viel schwieriger und herausfordernder, als zu sagen, ich mache gerade den Rennwagen beim Zähneputzen oder ich helfe dir, die Zahnpassertube aufzumachen. Das ist halt, da geht es ans Eingemachte. Ja und vor allen Dingen auch in Kommunikation, du sagst Gespräche auf Augen und Kommunikation bleiben, wenn man auch so einen typischen Teenager, der ist ja jetzt nicht so gerade so immer sehr gesprächsfreudig. Es ist total wichtig, dass du das ansprichst. In der Kommunikation bleiben, auch wenn von außen betrachtet gerade gar keine Bereitschaft da ist zu kommunizieren. Nur es gibt ja auch die nonverbale Kommunikation. Und wir dürfen immer wieder in die Haltung kommen, nur weil ich jetzt gerade reden möchte, heißt das nicht, dass mein Gegenüber auch bereit sein muss, zu reden. Sondern hier auch den Raum zu schenken, die Erfahrung zu sammeln, ich darf zehnmal Nein sagen. Und beim elften Mal kann ich Ja sagen. Und ich habe zehnmal Nein gesagt und ich wurde nicht verurteilt dafür. Nur ich darf dranbleiben. Also ich brauche weiterhin diese elterliche Präsenz, Ohne eben, ich brauche immer eine elterliche Präsenz, ohne Erwartung, nur in der Pubertät kommen halt bei Eltern oft so eine Erwartung, das sind diese Sätze wie, jetzt ist alt genug, jetzt kannst du auch mal selber und jetzt müssen wir hier mal. Ich finde gerade in der Zeit, gerade ist es die Präsenz viel, also ich habe das Gefühl, sie ist, also nicht, wie du gerade sagst, die Präsenz ist immer wichtig, aber ich habe gerade so das Gefühl, in der Pubertät ist sie wichtig. Also da sind ja dann auch viele so, dass sie, glaube ich, beruflich auch wieder mehr machen, dass Kinder mehr alleine sind. Und ich habe gerade da, also bei mir persönlich das Gefühl, dass es total gut ist, dass zum Beispiel mein Mann gerade sehr, sehr viel zu Hause ist und, einfach so präsent ist und so nah dran ist, so viel in der Kommunikation ist mit den ganzen Kindern, die bei uns zu Hause sind. Und das merke ich so, dass diese Zeit, die man da jetzt nochmal investiert, so enorm wichtig ist. Also da geht es dann, wie gesagt, die Strategie ist das Gespräch auf Augenhöhe. Dafür gibt es natürlich Unterstrategien. Also du darfst die Führung übernehmen. Wie sieht die elterliche Führung aus, wenn ein Kind in der Pubertät ist? Exklusivzeiten, gemeinsam essen, schreib Nachrichten, frag nach, interessier dich, lass dir die Hobbys erklären, lass dir die Leidenschaften erklären, ohne zu erwarten, du musst es mir jetzt erzählen. Nur immer wieder die Einladung auszusprechen und zu zeigen, ich bin da. Ich sage meinem Sohn irgendwie fünfmal, einmal die Woche gehen wir essen. Und es ist meine Aufgabe, so sehe ich das, dass ich dafür sorge, dass wir einmal die Woche essen gehen. Also frage ich immer sonntags, wie sieht deine nächste Woche aus? Ich weiß, wie meine aussieht. Kommen wir zusammen? Manchmal kommen wir zusammen, manchmal nicht. Nur es muss nicht, sondern wir gucken, wie es passt. Manchmal ist es spontan dann auch ein Mittagessen, weil es besser in den Kram passt. Nur ich kümmere mich darum. Und ich frage jeden Sonntag nach. Das steht sogar in meinem Kalender, weil sonst würde ich es vergessen. Ich bin ja auch keine Maschine. Und das ist diese Präsenz und diese immer wieder eine Einladung zu schaffen, auch Erfahrungen zu sammeln. Boah, diese Woche, ich habe so viel zu tun. Wenn er mir sagt, ich habe so viel zu tun, ich habe einen Job, ich habe für die Schule Hausaufgaben und so weiter. Ich packe es nicht, sage ich habe ich gehört. Gleichzeitig Essen brauchst du ja auch. Ich koche heute Abend. Um 20 Uhr steht das Essen auf dem Tisch, 5 Minuten. Genau, und dann freut er sich, dass Essen da ist, dass ich für ihn gekocht habe und wir sitzen fünf Minuten, daraus wird meistens eine Viertelstunde. Er hat was gegessen, wir haben gequatscht und das reicht dann. Ich glaube, das, was du jetzt auch beschreibst, ist so, dass man nicht immer so das Gefühl hat, man muss jetzt so stundenlang oder das ganze Wochenende, sondern diese kleinen Momente im Alltag, die du gerade beschreibst. Dass ich sage, ich bin da oder sich bewusst hinsetzen, ey, du warst das Wochenende auf dem Festival, gibt es was zu erzählen? Oder ich frage auch gerne, gibt es irgendwas, was ich wissen darf? Ja, du sagst ja auch, Teenager brauchen ja die Zeit jetzt, um sich abzulösen, aber wie wir ja gerade festgestellt haben, brauchen sie auch uns. Wie findet man so diesen guten Mittelweg ohne so ein Kontrolletti? Also das ist ja auch so das Problem. Okay, ich will irgendwie cool sein, aber gleichzeitig. Möchte ich ja doch, dass es ihnen gut geht. Also ich finde es so super, so schön ich die Zeit finde, ist es ja auch so, in dieses Vertrauen zu gehen, weil die Welt ja auch einfach nicht ungefährlich ist. Also ich glaube, das ist ja auch nochmal eine große Herausforderung, dass man das Vertrauen in sein Kind hat, aber weiß ja, wie es auch da draußen aussieht. Also das ist ja auch Nur es ist ja die Zeit, in der sie aufwachsen. Und die Zeit, in der wir aufgewachsen sind, gab es andere Gefahren. Ich will das gar nicht vergleichen, ob es gefährlicher war oder ungefährlicher. Es ist die Zeit, in der sie sind, in der wir sind. Und da kommen wir zu diesem Punkt, den ich auch am Anfang angesprochen habe, den Autonomiebegriff sich anzugucken. In der ersten Autonomiephase übersetze ich mit der Liederliebe Autonomie in, dass die Kinder selber machen wollen. Das ist ganz wichtig, in der ersten Autonomiephase zwischen zwei und fünf Jahren sie zu animieren, Dinge selber zu machen. Also wirklich mit den Händen zu machen. Dann rutschen sie in die zweite Autonomiephase, da übersetze ich den Begriff mit selber Entscheidung zu treffen. Das heißt, zu dem Machen kommt das Entscheidungtreffen dazu. Gleichzeitig dürfen wir hier natürlich kindgerecht sagen, die Kinder können nicht entscheiden, in welchen Urlaub wir fahren oder ob wir in den Urlaub fahren. Nur sie können ja entscheiden, möchte ich Orangensaft oder Apfelsaft trinken, möchte ich die grüne oder die rote Hose anziehen. Ja, also den Rahmen. Und der wird immer größer und dann ab neun Jahren geht ungefähr die dritte Autonomiephase los und da übersetze ich Autonomie mit selber Erfahrung zusammen. Und das kommt zum Machen und Entscheiden ja noch dazu. Und wir dürfen den Mut haben und den Arsch in der Hose haben, diesen Raum zu öffnen. Sie dürfen Erfahrung sammeln und Erfahrung sammeln heißt, dass sie auch Erfahrung sammeln dürfen, die wehtun. Wir bleiben ja da das heißt, wenn etwas schief läuft ich bin an deiner Seite und ich helfe dir das zu schaffen. Nur sie wollen auch Scheiße erfahren und sie wollen auch mal ausprobieren, wenn sie über die Grenze gehen. Wenn sie was machen, wo Mama gesagt hat, das ist gefährlich. Und wenn ich dann da bin und sage, okay, das hast du für dich entschieden und du wolltest das mal ausprobieren. Wie geht es dir denn jetzt damit? Ja, aber so bei gefährlichen Sachen, ich bin halt schon auch so ein, also ich bin schon ein ängstlicher Typ auch. Also ich würde jetzt nicht sagen, das ist jetzt irgendwie so total, aber es gibt halt einfach Sachen. Vor denen ich sozusagen schon Respekt habe, gerade auch in so einer Stadt, wenn man in Berlin wohnt, also wo es einfach viele Möglichkeiten gibt, aber da finde ich immer noch gerade so ein bisschen schwierig, wie findet man da so gut den Mittelweg. Indem du es ansprichst, also erstmal würde ich gucken, okay, das sind ja deine Ängste und deine Sorgen, wo kommen die her? Also die sagen ja mehr über dich aus, als über dein Kind und die Gefahr, die da ist. Das ist ja immer, wie blicken wir in die Welt? Also was sagt das über dich aus und wo darfst du dich nochmal um dich vielleicht kümmern? Also ich habe zum Beispiel Angst, wenn ich dir ein konkretes Beispiel nenne. Ich sage denen halt immer, ihr könnt mich zu jeder Uhrzeit, zu jeder Situation, egal was passiert ist, immer anrufen. I don't judge. Ruft mich an, ich komme überall hin und hole euch ab. Weil ich habe zum Beispiel so, ich finde einfach dunkle Wege nicht schön. Ob das jetzt meinen Jungen oder mein Mädchen betrifft, finde das einfach nicht gut, wenn die irgendwo sagen, oh, da fahre ich noch, dann sage ich lieber so, ruf mich an, ich hole euch ab. Weil das ist meine persönliche Angst, einfach so Stellen in der Stadt, die einfach nicht gut belichtet sind. Oder so, wenn die so durch den Park noch gehen, das ist so meine Angst vor Dunkelheit. Fühle ich total, ja. Und da denke ich mir dann immer so, ah, dann ruf mich doch lieber an, weil die haben ja nicht so unbedingt die Angst. Nee, genau, das ist doch wunderbar. Und vielleicht wollen die das auch mal ausprobieren, da langzulaufen. Es ist deine Angst. Und wo kommt die her? Also ich fühle das sehr, weil ich kenne das und ich weiß, wo die herkommt. Also ich habe Erfahrungen gesammelt und die haben dazu geführt, dass ich Angst hatte. Ich habe mich davon befreit in dunklen Ecken oder wenn jemand hinter mir hergeht abends. Also ich weiß nicht, meine ersten Jahre in Berlin waren der Horror nachts. Also ich habe jetzt keine negative Erfahrung gemacht, aber ich hatte schon auch als junges Mädchen immer. Also ich bin zum Beispiel nicht wie einige von meinen Freundinnen, die sind halt, Ich bin in einer Kleinstadt in Schleswig-Holstein aufgewachsen und die sind da wirklich auch manchmal dann am See nach. Also ich hatte immer schon so dieses, ich habe auch jetzt und ich kann mich nicht erinnern, ob es so ist, wenn ich zum Beispiel, ich komme ja sehr oft nachts von Geburten nach Hause und ich hasse den Moment, wenn du die Tür aufschließt und du den toten Winkel hast und ich bin immer so... Ich habe wirklich so ein Bild vor Augen, dass jemand die Tür so dazwischen macht und ich kann nicht schnell genug zumachen, obwohl mir das nicht passiert ist. Aber das ist so, das ist meine Angst. Ich fühle es total, hatte ich auch. Ich habe mich davon befreit, dass es muss ja nicht sein, dass du etwas genau das erlebt hast. Nur es wird irgendwas in deinem System sein, was diese Angst projiziert. Weil irgendwas löst die Angst in dir aus und dahinter steckt ein Bedürfnis. Ich sage mal, wenn wir jetzt ganz einfach daran gehen, hat ein Bedürfnisschutz wahrscheinlich dahinter, hat was mit Sicherheit zu tun. Die darfst du ja auch haben. Wir dürfen nur aufpassen, dass wir diese Angst nicht auf unsere Kinder projizieren. Du kannst sagen, pass auf, dunkle Ecken sind jetzt nicht ohne. Das ist halt nun mal so. Da kann jemand von hinten kommen und du hast ihn nicht gesehen und da sind keine anderen Leute. Also über die Gefahren dürfen wir unsere Kinder definitiv aufklären. Nur nicht mit Angst behaftet. Wir können sagen, da ist eine Gefahr. Das heißt, wir brauchen hier auf jeden Fall Strategien für Schutz und Sicherheit. Welche könnten das sein, wenn du in dunklen Ecken bist? Eine Strategie könnte sein, ruf mich an. Es gibt nur auch noch andere Strategien. Ich brauche eine Taschenlampe oder, ich gehe nur mit jemandem zusammen da lang. Oder ich gehe einen anderen Weg, wie auch immer. Nur ich möchte, dass sie diese Möglichkeiten bekommen, rauszufinden, wie sie es gerne machen wollen. Und nicht deine Angst übernehmen. Weißt du, was ich meine? Ja, verstehe ich total. Und das ist im Grunde genommen, dass wenn ich sage, dass wir Räume schaffen, Erfahrungen zu sammeln. Das heißt nicht, dass ich sage, so laissez-faire, mach einfach. Im Gegenteil. Ich bin so ein Mittelding zwischen autoritär, du darfst auf gar keinen Fall lang gehen, dann machen sie es erst recht. Oder mach einfach, was du willst, dann gehen sie da auch lang. Ohne, dass das Gespräch stattgefunden hat, was bedeutet das eigentlich, da lang zu gehen. Und das sind für mich die Gespräche auf Augenhöhe, das ist für mich genau dazwischen. Ich bin präsent, ich begleite dich, gleichzeitig darfst du für dich selber machen, entscheiden und deine Erfahrungen sammeln. Bist du diese Gefahren, also es gibt ja genug Gefahren, für alle durchgegangen vorher oder ist das eher so immer im Natürlichen gekommen als dein Sohn so? Ich meine, der ist ja jetzt schon wirklich am Ende der Phase, aber du weißt ja, wie es ist so mit 15, dann auch so diese ganzen. Genussmitte und so weiter. Wie hast du das für dich auch? Ja, wir haben schon, ich weiß nicht, seit wann ich damit angefangen habe, wahrscheinlich als meine Tochter zur Welt kam, dann so als mein Sohn neun, zehn Jahre alt war, habe ich angefangen, dass wir einmal die Woche, dass ich mich mit ihm verabredet habe und damals sind wir spazieren gegangen, heute gehen wir essen. Ich kümmere mich da drum. Also das ist geblieben, dieses Ritual. Und da spreche ich dann solche Themen an. Also natürlich haben wir über Sex gesprochen, wir haben über Drogen gesprochen. Das habe ich nicht nur einmal gemacht, sondern immer wieder. Und ich habe auch immer geguckt, inwieweit ist er jetzt gerade offen darüber zu sprechen, weil ich ja wusste, ich kümmere mich regelmäßig um diesen Austausch und ich muss nicht jedes Mal mit ihm darüber sprechen, sondern ich kann gucken, passt es ihm gerade, er ist ja gerade offen dafür. Wir haben über Gefahrensituationen gesprochen, weil ich wollte, dass er weiß, was es alles gibt. Gleichzeitig gibt es bei mir keine Verbote. Und so ist es eben passiert, dass er mal von der Polizei nach Hause gebracht wurde, dass er bedroht wurde mit dem Messer und er hatte seine Schuhe abzugeben. Also solche Sachen sind durchaus dann passiert. Nur das ist halt der Teil davon, Erfahrung zu sammeln. Und natürlich hat er Drogen konsumiert und wir sprechen drüber. Und es gibt Drogen, wo er ganz klar sagt, die will ich nicht konsumieren. Und ich glaube ihm das tatsächlich. Er geht in die Clubs und er geht in Clubs, wo für mich klar ist, okay, das ist halt irgendwie ein Drogendschungel, will ich nie betreten. Nur ich sehe, also wenn er morgens um sechs nach Hause kommt, bin ich wach und dann sehe ich ihn. Und ich sehe halt, dass er keine Drogen genommen hat. Ja, das siehst du ja. Und er hat einen super Abend, eine super Nacht gehabt, hat mega abgedanzt. Und er schafft das, sich von diesen Leuten zu distanzieren. Was ich enorm finde, weil das hätte ich nicht geschafft. Bei mir ist es immer so, mach sie mit, musst immer dabei sein. Und dann ist halt auch viel Scheiße passiert. Und das ist immer im Austausch zu bleiben, die Dinge anzusprechen, ohne es dramatischer zu machen. Und dann, es dürfen Dinge passieren. Das hört sich bei dir natürlich total leicht an. Aber viele Eltern sagen ja ganz einfach, sie versuchen zu reden, aber es kommt nicht zurück. Ich weiß. Was machen sie falsch? Also da gehe ich in meinem Buch auch drauf ein. Das ist, worüber wir gerade sprechen, sind diese Gespräche auf Augenhöhe, den Raum für die dritte Autonomiephase zu geben, Erfahrungen zu sammeln. Und hier setze ich natürlich gerade, wenn ich so aus meinem Leben erzähle, die Grundlage, dass die Kinder in den ersten beiden Autonomiephasen eben genau so begleitet wurden mit meinem Lila-Liebe-Konzept und dass sie weitestgehend das bekommen haben und auch so bekommen haben, wie sie es brauchen. Und von den Eltern, von denen du gerade sprichst, Das sind Kinder, die sind in der dritten Autonomiephase, nur die sind in ihrer Entwicklung noch in der ersten oder zweiten Autonomiephase. Das heißt, wir dürfen hier nachbeeltern. Das ist so ein bisschen wie innere Kindarbeit beim Erwachsenen, nur direkt am Kind noch. Deswegen dürfen wir erkennen, wenn ich da ein Teenager-Kind habe, was überhaupt nicht reden möchte oder was total in einer Rebellion ist, welche Bedürfnisse stecken dahinter? Das Kind macht das nicht gegen mich. Oder ist es nicht, dass ich versagt habe? Nur was, wonach schreit mein Kind eigentlich gerade? Und dann erkenne ich vielleicht unter anderem das Bedürfnis Geborgenheit dahinter. Oder ich erkenne das Bedürfnis Liebe dahinter und zwar bedingungslose Liebe. Und bisher gab es Liebe mit Bedingungen, also mit Belohnung, Bestrafung, Manipulation in der Familie. Dann ist da ein Riesendefizit. Und da darf ich halt auch den Arsch in der Hose haben, da hinzugucken und sich darum zu kümmern. Und beim Nachbeeltern geht es darum, dass ich Strategien finde, die den dreijährigen Anteil des Teenagers befriedigen, erfüllen. Und gleichzeitig natürlich auf Augenhöhe eines Teenagers. Also ich kann jetzt nicht beim Zähneputzen den Rennwagen machen. Wahrscheinlich eher weniger bei einem 17-Jährigen. Aber du sagst schon, es ist nie zu spät. Nein, es ist nie zu spät. Genau, und ich glaube einfach, wenn man das jetzt hört und vielleicht gibt es doch wenige Menschen, die dich noch nicht kennen und die jetzt total neugierig sind, auch nach deinem Lila-Liebe-Konzept, dass man so etwas gefühlt hat, oh Gott, ich habe alles falsch gemacht. Ja, das kommt leider dann. Das ist ja auch so in unserem System drin. Ich habe es übrigens gestern Abend auch erneut gedacht. Also ich bin ja auch Mutter und Mensch. Das ist gut, dass du auch Mensch bist. Und gestern Abend dachte ich, ich habe es komplett verkackt. Ich weiß, dass ich es nicht verkackt habe. Nur es gibt diese Momente. Und wenn du mir zuhörst und wie es bei mir so läuft und mein ganzes Konzept und so, es hört sich alles so toll an und so leicht. Aber bei mir, aber und ich habe alles falsch gemacht und so. Also ich würde gerne den Druck rausnehmen. Und da gibt es auch eine Haltung in der gewaltfreien Kommunikation von Marsha Rosenberg, der sagt, dass wir zu jeder Zeit unser einzig Mögliches machen. Ja, das heißt, die Jahre zuvor hast du das gemacht, was dir möglich war. Und wir haben das nicht zu beurteilen, ob das richtig oder schlecht war. Du hast dein Bestmögliches gegeben. Vielleicht, wenn du diese Folge hörst, erkennst du, es gibt vielleicht auch noch eine andere Möglichkeit. Das heißt, mein Bestmögliches verändert sich. Und da möchte ich jetzt dran arbeiten, ohne mich zu verurteilen für das, was ich vorher gemacht habe. Es ist ein hartes Stück, nur das ist machbar. Und weil du sagst, es gibt nie zu spät. Also ich habe das Ganze aufgearbeitet, meine Kinder, als ich mit meinem Sohn 2006 schwanger war und meine Kindheit aufgearbeitet habe mit der gewaltfreien Kommunikation und mit meinen Eltern. Heute bin ich die Tochter meiner Eltern und fühle mich bedingungslos geliebt. Und heute kann ich mich natürlich auch weitestgehend selber um meine Bedürfnisse kümmern. In meiner Kindheit habe ich mich nicht bedingungslos geliebt gefühlt. Und doch kann ich es heute schaffen. Weißt du, was ich meine? Und unsere Kindheit hört ja nie auf, die ist immer in uns drin. Und wenn du jetzt gerade zuhörst und Mutter oder Papa bist, eines zum Beispiel 15-jährigen Kindes und du hast bisher belohnt, bestraft und bei euch zu Hause fliegen die Fetzen und du hast gerade den Eindruck, du hast versagt. Du hast nicht versagt, du hast dein Bestmögliches gegeben. Und heute weißt du, es gibt noch ein anderes Bestmögliches und du kannst entscheiden, ob du bereit bist, da hinzugucken. Das finde ich schön. Das ist ja eigentlich auch so wie, man lernt ja nie aus im Leben und man entwickelt sich ja auch in seinen Berufen. Ich meine, du hast dich ja auch in deinem Berufsfeld, denke ich mal, als Elterncoach auch immer weiterentwickelt. Man entdeckt mal nochmal das und so hast du ja, glaube ich, auch dein Konzept entwickelt, in dem du dir… Genau, das entwickelt sich auch immer weiter, weil ich natürlich immer neu… Bist du ja nicht zu Ende, ne? Nein, Erfahrung sammeln und ich bin halt total neugierig und da kriege ich richtig Gänsehaut, wenn mein Sohn, jetzt ist er 18, naja, bin mal gespannt, also spätestens wenn er Papa wird, wenn er denn Papa wird, ja, was wir für Gespräche führen werden und…. Ich habe nicht alles richtig gemacht und es geht auch nicht darum, alles richtig zu machen, sondern wir sind lebendig. Wir werden immer darüber sprechen können und ich bin so gespannt, was er aus dem, was ich ihm mitgegeben habe, was er daraus macht und wo er auch sagt, das war nicht cool für mich, weil dann kann auch ich nochmal wachsen. Im Moment kann er mir das, im Moment sagt, also gestern Abend hat er mich wieder in den Arm genommen und hat gesagt, Mama, du bist einfach die beste Mama auf der Welt, weil du bist da und du kümmerst dich um uns und um dich und. Du bist die Beste, so. Und dann denke ich so, naja, du hast ja auch nur die eine Mama. Du hast doch gar keinen Vergleich. Dann sagt er, doch, es gibt ja die Mamas von meinen Freunden und da ist das ganz oft anders. Ich bin total neugierig drauf und auch bei meiner Tochter, was sie mitnimmt, dadurch, dass wir durch diesen Leistungssport verbunden sind. Bist du auch Dressurreiterin? Ich bin früher geritten, genau. Und ich trainiere auch die Ponys und so. Und da merke ich schon, da kommen halt alte Muster hoch. Aus diesem Leistungssport. Ja, Leistungssport. Ich komme echt fast täglich an meine Grenzen. Und es gibt ja auch diesen Spruch, wenn die Eltern dann die Kinder trainieren, irgendwann geht das nicht mehr. Und ich habe mir fest vorgenommen, dass das bei uns geht. Und ich kann das nicht alles und wir brauchen auch Unterstützung. Nur ich merke schon, gerade bei diesem Unterricht, manchmal kommt das bei mir so raus. Dann kommt dieser Druck und dieses, jetzt mach halt und so. Und dann kommen so Sprüche, die ich selber früher gehört habe. Da bin ich noch richtig im Prozess. Nur ich spreche mit meiner Tochter drüber. Und ich bedauere, was ich gesagt habe und wie ich es gesagt habe. Und ich erkläre ihr, wo ich glaube, wo das herkommt. Und dass ich es anders machen möchte. Und dass ich versuche und wie ich es versuche, anders zu machen. Und wie sie selber zum Beispiel teilweise, wir haben so ein Codewort, Lila heißt das. Das heißt Lila, also lass in Verbindung sprechen und dann sagt sie manchmal vorm Training, Mama, heute Lila. Heute bist du Trainerin Lila, okay? Und ja, sage ich danke für die Erinnerung. Und oft habe ich dann einen Stein in der Hand, während ich unterrichte, der mich dann daran erinnert. Und wenn ich dann merke, ich werde so emotional, dass sie auch lernt zu sagen, Mama Lila. Oder Mama, jetzt hör auf. Dass sie lernt, auch Grenzen zu setzen. Oder dass ich auch merke, ich brauche eine Pause. Ich drehe gleich durch. Das sprudelt richtig hoch. Also da habe ich auf jeden Fall noch zu tun. Nur das ist doch auch wunderbar, es geht doch gar nicht darum, dass ich alles richtig mache, sondern dass auch ich wachsen darf. Und das ist jetzt seit ein paar Jahren ein Riesenfeld. Bin schon gewachsen, nur es darf noch ein bisschen, weil dieser Leistungsdruck unfassbar. Danke, dass du das mit uns teilst, weil ich glaube, das ist auch für viele da draußen, die dich ja schon so... Ja, also ich meine, du gibst immer so viele tolle Impulse und dann ist es immer so, Gott macht sie auch... Es geht nicht um Fehler, sondern da hat sie auch Situationen, wo sie einfach sagt so, okay, jetzt weiß ich auch gar nicht weiter. Ja, also mit meinen Kindern habe ich das nicht mehr. Wir haben Herausforderungen, nur wir sprechen und wir finden für alles eine Lösung. Ich habe eher mit mir selber so große Herausforderungen, weil ich dann, ich möchte schon gern die Mama sein, die ich selber gerne gehabt hätte. Und gerade, wenn es darum geht, bei diesem Training, da darf ich noch über mich hinaus wachsen und möchte ich auch. Ja, aber so Leistungssport ist ja auch so hoch emotional und gerade wenn du den selber betrieben hast. Ja, und dann ist das mit Tieren auch noch, weißt du? Nur, also. Ich mag so Challenges, weißt du? Und das ist gerade so, daran darf ich wachsen. Es gibt noch viele andere Themen in meinem Leben, woran ich wachsen darf. Nur wie geil bei meinen Kindern läuft's. Also wenn da eine Herausforderung ist oder wie ich auch gesagt habe, diese Resilienz, die einfach da ist, wie wir mit herausfordernden Situationen umgehen. Wie wir alle bereit sind, immer eine Lösung zu finden. Bei uns gibt es halt auch kein Muss. Also mein Sohn, der muss nicht beim Abendessen dabei sein. Meine Tochter, ich habe mich von meinem Mann getrennt und durch die zwei Haushalte, jetzt sieht sie ihren Bruder relativ selten, also findet sie. Und sie hat das jetzt mehrfach kommuniziert, mir fehlt Brudinähe und dann habe ich dafür gesorgt, dass wir uns einmal zu dritt zusammensetzen und dass wir dieses Thema besprechen, dass sie das sagen darf. Also mit ihrem Bruder? Ja genau, Brudinähe, also es ist ihr Bruder, genau, Brudinähe und ich habe dazu eingeladen, dass sie das eben mitteilt, dass er das hört und dann habe ich ihn gefragt, was bei ihm angekommen ist. Dass sie eben ihn vermisst und dass sie gerne mehr Zeit mit ihm verbringen möchte und wie es ihm damit geht und sagte, ja, stimmt, haben wir früher mehr gemacht, weil sie eben auch mehr zu Hause war. Aber sie haben ja auch einen sehr großen Altersunterschied. Genau, achteinhalb Jahre. Und dann habe ich gefragt, was sie denn für Ideen haben. Und so haben wir gemeinsam entwickelt, dass wir einmal die Woche zusammen Abendessen, entweder Dienstag oder Donnerstag. Weil das sind so die Abende, wo es halt für alle irgendwie passt und für mich auch, weil ich darf ja dann auch was zu essen machen. Und meine Aufgabe ist, sonntags auch zu fragen, wie sieht es denn aus, Brudi? Dienstag oder Donnerstag. Und dann sagt er, Dienstag oder Donnerstag und dann zelebrieren wir dieses Essen. Dann koche ich was, dann wird eine Kerze angemacht, dann hören wir Musik, dann feiern und bedauern wir und dann wird dieses Essen zelebriert und das ist dann der Tank, wo sie ihren Bruder auftankt und er auch sie auftankt und wir Familienzeit haben. Gleichzeitig könnte er auch am Sonntag sagen, die Woche passt es nicht. Das wäre auch in Ordnung. Und so haben wir keinen Muss, so ist das eine Freiwilligkeit. Und weißt du, was dann passiert? Also die letzten Wochen war er ungefähr drei bis vier Mal abends beim Abendessen da. Weil es so schön war. Ja, und hat er selber gesagt, ich bin selber total erstaunt. So langsam dürfte das Fass ja überlaufen. Och, haben wir gesagt, das Fass läuft nicht über, du kannst immer mehr da sein und so. Und das passiert dann, wenn diese Freiwilligkeit da ist, dass sie dann von sich aus mehr kommen. Sich eingeladen fühlen. Ja. Ich würde gerne nochmal auf deinen Leistungssport zurückgehen, weil ich habe auch so eine Situation. Ich habe das sozusagen wo ich mich jetzt gerade so wieder erkannt habe ich hatte, als ich jung war nicht so die Möglichkeiten zum Beispiel Tennis zu spielen wie ich gerne gewollt hätte, also von meinem Talent her aus, weil es einfach aus finanziellen. Ging einfach nicht und ich habe jetzt eine Tochter die total dieses Talent hat, aber die es eigentlich gar nicht will, also so finde ich voll schwierig, wo man halt denkt so, okay, also wo ich wieder mich reinbringe, weil ich denke so okay, du hast jetzt die Möglichkeiten, you can do it. Und sie hat einfach gar keinen, also sie spielt zwar, aber jetzt so zum Beispiel spielt sie keine Turniere. Und das finde ich voll schwierig, da das auch einfach leddet. Deine Geschichte bei dir zu lassen. Ja, genau. Und ihr ist ihr. Genau, dass sie ihre Geschichte schreiben darf und eben Erfahrung sammeln darf. Es kann sein, dass sie später sagt, Mann, eigentlich hätte ich gerne mehr Tennis gespielt. Ja, nur du gibst ihr ja den Raum und sie darf hier jetzt ihre Erfahrung sammeln. Es ist nicht so, dass du sie einfach gehen lässt, nehme ich mal an, sondern du wirst mit ihr darüber sprechen und es reflektieren und es ist gerade ihre Entscheidung, es so zu machen. Und die Konsequenzen ihrer Entscheidung darf sie dann eben auch tragen. Das heißt ja auch, wenn ich lerne oder wenn ich eigene Erfahrungen sammeln darf, das heißt ich mache auch, ich erfahre Dinge, die nicht so schön sind oder ich treffe Entscheidungen, die ich nachher bereue. Ich darf immer mehr, je älter ich werde, lernen, die Konsequenzen meines Handelns zu tragen. Das ist dann nicht mehr deine Verantwortung. Nur deine Verantwortung ist, da zu sein und sie zu begleiten. Und, wie du selber reflektiert, finde ich, sagst, deine Geschichte nicht auf sie überzustülpen. Nur das ist herausfordernd. Das fühle ich auf jeden Fall. Und ich finde es auch ganz schwierig, weil ich weiß, dass sie es eigentlich auch möchte. Aber sie hat das Vertrauen gerade noch nicht in sich. Zum Beispiel in diese, es geht ja beim Tennis ist es ja sehr auch mental, weil du ja eins zu eins spielst. Und sie macht zwar Training, aber sie will diese Competition nicht haben, weil sie davor, glaube ich, Angst hat. Hast du sie mal gefragt? Ja, so beschreibt sie es. Sie sagt, sie mag einfach nicht diesen Moment, dieses Gefühl im Bauch, bevor so ein Spiel losgeht. Das ist ja unangenehm. Das gibt ihr einfach kein gutes Gefühl und dann ist sie aufgeregt. Und Sie sagt, dann kann sie nicht das auch abliefern, was sie vielleicht auch denkt, was sie kann, weil diese Situation einfach unangenehm ist. Wenn ich mit ihr sprechen würde, würde ich sie halt fragen, habe ich gehört, möchtest du es denn eigentlich gerne machen? Also würde sie gerne diese Competitions machen? Was sagt denn ihr Bauch? Also bremst sie ihre Angst oder dieses unangenehme Gefühl davor? Das bremst sie, würde ich sagen. Das bremst sie. Dann braucht sie Unterstützung. Was braucht sie, um zu lernen, mit diesem Unwohlgefühl umzugehen, um in ihre Stärke zu kommen? Und dann lernt sie ja ganz viel für sich. Dass sie intrinsisch aus sich heraus den Mut entwickelt, auch scheitern zu dürfen. Wo kommt denn das her? Dann kann ich nicht abliefern, was ich eigentlich von mir erwarte oder was andere von mir erwarten. Das ist doch scheiße. Ich will doch, dass sie lernt, dass sie gut so ist, wie sie ist. Auch wenn sie verliert. Auch wenn sie verliert, genau. Und hier wieder auch zur Frustrationstoleranz zu kommen, mit Enttäuschung lernen umzugehen. Gleichzeitig könnte es ja auch passieren, dass sie viel besser spielt, als sie denkt. Ja, genau. Ich finde auch so, da muss man nochmal reingehen. Weil ich Tennis hin oder her, aber wenn sie, wie du es gerade beschreibst, wenn sie das halt schafft, das auf ihr ganzes Leben. Also genau und im Grunde genommen für sie da zu sein, um ihr zu helfen, das auszuprobieren. Weil es geht ja darum, Räume zu schaffen, Erfahrungen zu sammeln. Im Moment bremst ihre Angst sie, also so interpretiere ich das jetzt gerade, das ist jetzt nicht bei jedem Kind gleich. Also es könnte auch sein, dass es wirklich eine bewusste Entscheidung ist, zu sagen, ich mag keine Competitions und mich bremst keine Angst oder kein unangenehmes Gefühl. Zu lernen, damit umzugehen und über sich hinaus zu wachsen. Es ist immer die Frage, willst du was willst du denn unabhängig davon wie es sich anfühlt was willst du du willst gerne competition spielen dann helfe ich dir dabei dass wir rausfinden was du brauchst und wie du es brauchst damit du es schaffen kannst es geht beim schaffen das sage ich meiner tochter auch immer wieder, beim schaffen geht es nicht darum es richtig zu machen beim schaffen geht es immer darum etwas zu machen ja unabhängig davon wie es läuft. Ja. Oder auch, was ich meiner Tochter mantra-mäßig sage, wir üben das jetzt. Üben heißt, es nicht sofort zu können. Üben heißt, es auszuprobieren und auch zu scheitern. Und es wäre ja auch eine Übung, wie kann ich, wer bin ich in Competitions, also wer bin ich in Prüfungssituationen. Ja. Und wenn ich rausfinde, wer ich bin, was brauche ich dann dafür und damit ich noch mehr bei mir bleiben kann. Das kannst du ja transportieren auf alle möglichen Lebenserfahrungen. Ja. Also da würde ich dich gerne ermutigen, Sissi. Ja, das machen wir. Dass du dann nochmal ins Gespräch auf Augenhöhe gehst. Den Raum finde. Die Verabredung. Ja. Ich finde es total schön, wie du sagst, so diese Verabredung. Also ich glaube, das ist einfach so, man war nicht so zwischen Tür und Angel, sondern dass man einfach sagt, man nimmt sich diese Gespräche auf Augenhöhe. du sagst so einfach Zeit. Und am Anfang muss ja auch, ich finde ja auch Spazierengehen toll, ich weiß nicht, dieses so in Bewegung sein, das hat man ja auch mit sein. Da fährt ja das Nervensystem auch runter. Also dass man einfach manchmal erst mal 10 Minuten einfach nur läuft und dann. Ja, wir laufen zum Restaurant, dann gibt es lecker Essen. Mein Sohn und ich essen gerne zusammen und Genuss, wir erfüllen uns gerne das Bedürfnis Genuss. Wir haben auch ein paar Städtereisen gemacht, da war er dann immer kulinarisch verantwortlich, wo wir essen gehen. Das verbindet uns halt sehr. Nur du musst ja nicht essen gehen. Du kannst ja, gibt ja ganz viel verschiedene Sachen, die du machen kannst mit deinem Kind. Ich würde aber trotzdem gerne nochmal in diese Situation, die du auch im Buch, also ich meine, ihr solltet euch das Buch auf jeden Fall alle kaufen, aber, nochmal in diese Alltagskonflikte reingehen, weil da sind ja wirklich, also wir haben ja eine ganz andere Pubertät auch, als wir in der Pubertät waren, weil da gab es noch kein Social Media und ich, meine Mutter sagt immer zu mir, Also sie bewundert mich ja, also sie ist so froh, dass sie das nicht hatte, weil sie sagt, das wäre was anderes gewesen und sie findet das schon einfach eine Herausforderung jetzt für Eltern, weil wir, ich sag, viel mehr, also Verbote, aber es ist einfach so, das ist ja noch ein Riesenthema und das Feld ist ja so groß und ich meine, es ist ja auch so, dass es sich gesellschaftspolitisch einfach ein großes Thema jetzt ist. Was machen wir damit, was haben wir für eine Verantwortung oder was machen wir auch nicht und, das ist ja glaube ich, der Dauerkonflikt ist ja, da bin ich jetzt mal gespannt was du aus deiner Erfahrung berichtest ist ja zum Beispiel einfach Social Media, als fängt das schon bei WhatsApp an, wann. Wie bist du mit dieser großen Herausforderung, der wir Eltern ja gerade alle ausgesetzt sind und ich glaube auch viele einfach hilflos sind, weil es einfach auch so ein Feld ist, da muss man sich ja auch erstmal, also ich finde es auch ein halbes Studium, wenn man nicht also so, ich bin da ganz glücklich, dass sich da mein anderes Elternteil sehr reingefuchst hat, weil das ist einfach ja ein Riesenfeld und wenn man sich da vorher selber nicht so mit auskennt, dann ist man glaube ich auch schon ein bisschen lost und da ist jetzt ja auch niemand, der sagt so hier, so funktioniert's. Nee, eben nicht. Und in meinem Buch gibt's, ist ja wie so ein Nachschlagewerk, also nicht wie ein Nachschlagewerk, Es ist ein Nachschlagewerk. H wie Handynutzung, glaube ich, habe ich drin oder es ist in dem Buch davor und M wie Mediennutzung und so weiter. Also spreche ich die Themen auch an und, Das ist ganz spannend, weil meine Tochter ist jetzt 10 geworden und jetzt geht das natürlich los. Ja, genau. Kathi, was machst du? Ja, was mache ich? Alle gucken auf dich. Ja, ich mache das so, wie ich das bei meinem Sohn auch gemacht habe, weil ich hinterfragt habe, wie ist es bei meinem Sohn gelaufen. Ich habe mit meinem Sohn darüber gesprochen, wie das damals für ihn war. Ja. Und bin dabei geblieben, dass ich gucke, welches Leben leben wir und welche Bedürfnisse hat meine Tochter gerade. Und sie fängt halt jetzt, das ist ja sehr individuell, sie fängt jetzt gerade an, Wege alleine zu bestreiten. Dadurch, dass wir dieses Hobby haben, sind wir halt jeden Nachmittag zusammen. Und bei den Pferden, da gab es noch nicht viele Möglichkeiten alleine. Auf dem Turnier hatten wir dann Walkie-Talkies, wenn sie alleine zur Meldestelle gegangen ist. Damit hatte ich angefangen. So, und jetzt bestreitet sie immer mehr Wege alleine, zum Supermarkt, zur Schule. Und da geht es ja dann auch um das Bedürfnis Sicherheit und Schutz, für das ich verantwortlich bin mit meiner elterlichen Führung. Und dafür brauche ich eine Strategie. Und ich habe mich wieder für ein Tastentelefon entschieden. Ja, also so ein schönes Nokia 210. Genau, nee, 105 sogar, glaube ich nur. Keine Internetnutzung, Tastentelefon in lila. In lila? In unserer Lieblingsfarbe. Wo hast du das hergegangen? Das habe ich im Internet gefunden. Ich habe recherchiert. Und ganz klar kommuniziert, wofür dieses Telefon ist. Es ist für ihre Sicherheit und für ihren Schutz. Es ist noch keine Strategie für Austausch, Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Noch nicht. Und deswegen gibt es, dieses Handy wird nur angemacht, ganz bewusst, wenn ein Weg alleine beschreitet wird. Es liegt nicht an zu Hause. Es liegt auf dem Handyparkplatz, den wir alle haben in der Küche, nur da ist es aus. Und es wird ganz bewusst genommen für einen Weg, den sie alleine geht. Dafür wird es angemacht. Es gibt Schnelltasten. Die Reihenfolge kennt sie, wen sie wie erreichen kann. Also Mama, Papa und ihr Bruder sind da eingespeichert, weil mehr braucht es da gerade nicht. Und das leben wir jetzt erst mal. Und dann irgendwann wird es auch eine Strategie sein für Austausch und dann haben wir SMS und Anrufe. Und irgendwann geht das ja los, dass um sie herum Kinder dann ein Smartphone haben oder diese Uhr haben. Nur die Uhr kann sie auch von ihrem Handy anrufen und die Uhr kann auch ihr Handy anrufen. Also geht es dann irgendwann, startet halt WhatsApp. Und es geht immer auch um das Bedürfnis Zugehörigkeit. Das ist das Oberbedürfnis in der zweiten Autonomiephase. Unfassbar wichtig. Alle haben es. Alle haben es, nur ich nicht. Nur ich nicht. Nee, das geht halt auch nicht. Nur wenn alles haben, wie hast du es? Es ist nicht dieses, dann hast du es auch und du hast es 24 zu 7, sondern ich kann bestimmte Einstellungen treffen an einem Telefon. Ich habe bei meinem Sohn damals das erste halbe Jahr den WhatsApp-Chat mitgelesen, und auch welche Gruppen er ist und habe ihn auf Sachen hingewiesen, was da geschrieben wurde und auch er hatte mal etwas geschrieben, ich glaube das ist sogar ein Rollenspiel im Buch, vermeintlich Mobbing, ich spreche auch über Mobbing in dem Buch, deswegen in Anführungsstrichen Mobbing, das erkläre ich dann im Buch. Wie ich zu dem Begriff Mobbing stehe. Und so wird der Rahmen immer größer, Stück für Stück. Und ich darf gucken, worum geht es bei dem Kind, was ist meine Verantwortung. Gleichzeitig habe ich auch zu gucken, wo leben wir gerade, in welcher Gesellschaft und was passiert da gerade. Und wie komme ich da rein? Und da gibt es kein Patentrezept, sondern ganz individuell in dieser Familie. Wie wollen wir das leben? Und natürlich werde ich meiner Tochter so spät wie möglich ein Smartphone in die Hand drücken. Gleichzeitig wird sie eins bekommen. Nur sie braucht jetzt für mich in unserem Leben, gerade so wie es ist, kein Smartphone mitziehen. Was denkst du? Also einfach nur mal so. Also ich unterstütze auf jeden Fall dieses ab 14. Ja gleichzeitig halte ich halt wenig von verboten und regeln sondern ich animiere gerne dazu dass die eltern in die selbstverantwortung kommen und sich nicht einfach blind an regeln halten, zu hinterfragen also spannend ist auch mit meinem sohn sich da auszutauschen der hat ganz klar gesagt meine schwester darf nie tik tok haben habe ich gesagt wieso denn nicht und da hat er mir halt erzählt was seine freundin alles da erlebt haben bei tik tok und, Das habe ich mir angehört. Und ich kann nur meiner Tochter TikTok nicht verbieten. Was haben seine Freundinnen erlebt? Naja, da wurden halt die Schwanzbilder geschickt und haben sich fremde Leute gemeldet und so weiter. Ja, aber das hast du ja auch bei Snapchat. Hast du auch, nur er sagt, TikTok ist irgendwie dramatischer. Also ich finde das wirklich auch sehr erschreckend. Und ich glaube einfach, das Geheimnis, wie du ja auch gesagt hast, sind die Gespräche auf Augenhöhe. Wollte ich gerade sagen, was ich vorhin gesagt habe. Selber zu checken, was gibt es alles für Gefahren und wie du sagtest, das ist ein halbes Studium, da bin ich ganz bei dir, nur wir dürfen uns mit diesem Thema auseinandersetzen, nur wir müssen nicht alles alleine machen, du sagst, dein Partner hat sich da reingefuchst, ich habe jetzt zum Beispiel meinen Sohn, der mir total helfen kann, ich muss nicht alles alleine wissen, alles alleine rausfinden, sondern es gibt ja Menschen, mit denen ich mich unterhalten kann. Also mein Sohn ist da gerade mein absoluter Ansprechpartner, der kennt halt die Social Media Welt in- und auswendig und der selber hat ja auch seine Erfahrungen gesammelt, dann hat er, TikTok hat er bis heute gelöscht, Instagram, glaube ich, jetzt gerade hat das wieder, dann hat das ein Jahr lang gelöscht gehabt, weil er selber sich beobachtet und ich empfehle ja auch in meinem Buch, diese Studien zu machen mit Teenagern, zum Beispiel zum Thema Handynutzung oder zu anderen Bereichen. Magst du mal kurz erzählen? Ja, mal so einen Monat zu prüfen, eine Liste zu machen und zwar, dass du auch mitmachst. Also ich auch mit? Ja, ihr macht zusammen eine Liste, wir haben das noch handschriftlich gemacht, wenn ihr digitaler seid, könnt ihr es ja auch digital machen, ja, wirklich zu gucken, welche Parameter frage ich ab jeden Tag, wie viel Zeit habe ich am Handy verbracht, welche Apps habe ich genutzt, wie ging es mir danach, genau. Also hast du als, du bist ja Creatorin, also hast du dann auch dein Instagram gelöscht? Ich? Ja. Nee, weil ja, ich Instagram ja privat gar nicht nutze. Nee, aber beruflich nutze du das ja auch. Ja gut, nur das ist meine Arbeit. Ja genau. Da benutze ich Instagram, nur ich habe gar nicht das Problem, dass ich bei Instagram versacke. Weil ich ja privat gar nicht bei Instagram reingehe. Ach so, ja, aber du guckst ja schon auf deinen beruflichen Account. Ja gut, nur das, was wir gemacht haben, sind die privaten Handys. Ah, okay. Und wenn ich beruflich bei Instagram gucke, ich gucke nicht, ich mache nur. Ja, das kenne ich auch so. Und deswegen ist es eine andere Instagram-Nutzung, als es privat wäre. Weil du privat gehst so rein und dann scrollst so weiter. Genau. Was ich mal gemacht habe, ich schweife jetzt ein bisschen ab. Ich war mit meinem Sohn zusammen in Amsterdam. Und er hing halt im Bett. und in diesem Scroll-Modus und habe gesagt, das will ich jetzt auch mal ausprobieren. Und dann habe ich mich daneben gesetzt und bin in mein Berufshandy rein und habe gesagt, jetzt scrolle ich auch mal. Jetzt war natürlich mein Algorithmus gar nicht auf meine privaten Interessen abgestimmt. Das war so ein bisschen nervig. Das hat er mir dann auch erklärt, was ich zu tun habe, damit der Algorithmus sich immer mehr an meinen Interessen... Nur habe ich gesagt, das ist ja mein Berufshandy. Gut, da haben wir da so ein bisschen rumgesponnen und dann haben wir die Uhr gestellt, eine halbe Stunde. Nur gescrollt, nicht gesprochen, nur gescrollt. Und ich habe vorher notiert, wie es uns geht. Und danach haben wir notiert, wie es uns ging. Wir haben beide festgestellt, wir haben uns total leer gefühlt. Also solche Experimente, wie du gerade beschrieben hast. Ja, oder ich nenne Experimente. Ich nenne das gerne Studien. Wir werden so die Professorinnen von einem bestimmten Thema. Experimente gefällt mir auch der Begriff. Und die gerne mitmachen. Und mit deinen Kindern einfach machen und darüber zu sprechen. Ja, ausprobieren. Also zum Beispiel haben wir dann auch mal Alkoholkonsum, haben wir auch eine Studie gemacht und haben das dokumentiert. Ich bin dann zu dem Ergebnis gekommen, dass mein Cremant-Konsum definitiv noch im Rahmen ist. Wir haben auch festgestellt, dass ich viel weniger trinke als mein Sohn. Er hat reflektiert, ja, findet er schon viel und wie es ihm damit ging. Und dann hat er eben angefangen, dass er gesagt hat, er trinkt nur noch jedes zweite Wochenende. Nur diese Erfahrung zu sammeln und für sich Entscheidungen zu treffen. Das ist eigentlich auch dein Rat. Wir wissen ja, brauchen wir jetzt nicht drüber. Es gibt die Studie, dass Social Media nachweislich Auswirkungen auf die psychische Gesundheit von Kindern hat. Und was können wir Eltern konkret tun? Und ich glaube, solche Experimente, bin ich jetzt auch wieder total inspiriert. Ja, weil dann, guck mal, Sissi, dann bist du ja darüber hinaus automatisch im Gespräch. Und du machst auch mit, das heißt, du bist auch präsent. Wir haben ja am Anfang unseres Gesprächs, hast du auch gesagt, dass du den Eindruck hast, dass diese Präsenz nochmal wichtiger ist oder anders wichtig ist. Und das ist auch eine andere Form der Präsenz als zu dem, wo die Kinder kleiner waren. Nur wir dürfen präsent bleiben und das heißt Interesse zeigen. Mitmachen. und diese Studien mitmachen, weil ich habe auch darüber viel über mich selber gelernt und hinterfragt. Und so kam bei mir zum Beispiel auch raus, dass ich ganz klar gesagt habe, wenn ich Ferien habe, ist das Arbeitshandy aus und das lebe ich meinen Kindern vor. Das Arbeitshandy ist aus und es liegt dort und ich zeige es Ihnen auch. Hier lege ich es hin und da liegt es jetzt sechs Wochen. Ja, krass. Ja, und ich habe mein Privathandy und im Privathandy habe ich bestimmte Kontakte, schiebe ich ins Archiv, Gruppen schiebe ich ins Archiv in meinen Ferien. Da informiere ich auch drüber und es gibt nur ein paar Freundinnen, die ich direkt lesen kann. Okay. Ja, oder auch mal zu gucken, wie ist mein Handy überhaupt eingestellt, wenn ich auf dem Display sofort sehe eine Nachricht mit dem Text. Oder ich habe auf mein Privathandys eingestellt, dass ich überhaupt nicht sehe, ob eine Nachricht reingekommen ist. Ich darf direkt in die App reingehen und dann sehe ich es. Nur das bestimme ich ja selber. Und das ist ein Unterschied, allein das mal auszuprobieren, was das in einem Alltag verändert. Ja, immer dieses Geblinke, wenn die da ein Telefon haben. Ja, so. Oder das, wenn wir zusammen essen, dass wir die Handys zur Seite legen und wenn das Handy klingelt, auch mein Handy, während wir essen, Das Handy klingelt. Ich sage, ich sehe nachher, wer angerufen hat und dann kann ich entscheiden, ob ich zurückrufe. Wenn es ganz wichtig ist, wird derjenige noch fünfmal hintereinander anrufen, dann werde ich wahrscheinlich irgendwann mal aufstehen und gucken. Nur die wichtigsten Menschen sitzen gerade hier an meinem Tisch. Ja, die Regel haben wir auch. Das ist bei mir ja gar keine Regel. Sondern eine Abmachung, weil es ist ein Riesenunterschied. Ob es eine Regel ist oder eine Abmachung. Naja, weil eine Regel stellt einer auf. Ihr seht, ich lerne hier. Und entscheidet, wie es läuft. Bei einer Abmachung oder Absprache besprechen wir gemeinsam die Herausforderungen und entwickeln gemeinsam eine Lösung, wie wir es handhaben können im Alltag. Und das mit den Handys haben wir halt gemeinsam besprochen. Wie möchten wir zu Hause mit den Handys umgehen? Ich werde gleich nach der Folge meinen Mann anrufen und werde sehr viel Inspiration für den nächsten Familienrat haben. Der Mann kann ja das Buch lesen. Ja, das... Da steht ja schon eine Menge drin. Ja, aber es ist einfach schon diese kleinen Impulse, die du ja gerade setzt. Du warst ja auch Teil dieser Art-Dokumentation. Wie war das? Da habe ich mit einer Mutter gesprochen. Über die Herausforderung mit dem Kind. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, was die Herausforderung war. Ich meine, es ging auch um Medien. Ja, genau, es ging um Medien. Und ich hatte einen für einen neuen Online-Kurs, der auch für Teenager-Eltern ist, habe ich mit sechs Teenagern gesprochen. Ist der schon online, der neuer? Nein, leider nicht. Der kommt jetzt. Zwischen neun und siebzehn Jahren waren die. Mir unbekannt und die kannten mich auch nicht. Okay. Und ich habe mit jedem eine halbe Stunde gesprochen. Und jedes Kind oder Teenager, jeder Teenager, hat sein Thema mitgebracht. Es waren drei Mädchen, drei Jungen. Und wie wird das dann in dem Chorz, die sieht man ja wahrscheinlich nicht. Nee, die kannst du nicht sehen. Du hörst die, mich siehst du, nur die hörst du für den Chorz natürlich. Und teilweise haben sie auch Nicknames, wollten sie dann. Und ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer, ich glaube, die war 17, das Mädchen. Und die war so frustriert. Weil ihre Mutter ihr Handyzeiten oder Mediennutzung vorgeschrieben hat und sie, konnte halt teilweise nicht mehr bei den WhatsApp-Gruppen, sie hatte nicht mehr genug Zeit und sie war halt raus. Bei dem Austausch da mit den Mädels und bestimmte Interessen konnte sie sich nicht angucken. Und die war so frustriert und die Tochter und die Mutter haben sich halt wirklich regelmäßig richtig in die Haare gekriegt. Und die Mutter, soweit ich mich erinnere, hatte eben große Sorgen, so wie du auch gerade geteilt hast. Was passiert mit meiner Tochter und wenn die da zu viel im Internet ist und so weiter. Und ich habe mit diesem 17-jährigen Mädchen erstmal gemeinsam, das sind alles Gespräche auf Augenhöhe, herausgearbeitet, worum es ihr eigentlich geht. Also welche Bedürfnisse stecken dahinter, hinter ihrer Unzufriedenheit und ihrem Frust. und da war schon so richtig Aggression ihrer Mutter gegenüber. Und sie hatte resigniert. Sie hatte wirklich gesagt, ich spreche mit meiner Mutter nicht mehr drüber, es macht keinen Sinn. Und das ist ja genau das, was wir nicht wollen. Wir wollen ja in Verbindung bleiben. Und wir wollen doch Teile haben. Genau. Und dann haben wir gemeinsam erarbeitet, wie sie sich um sich kümmern kann und wie sie für sich einstehen kann, auch ihrer Mutter gegenüber, weil sie es für sich macht. Und es schafft, nicht in den Kampf zu gehen. Gleichzeitig eben nicht zu resignieren. Und sie hat am Ende dieser halben Stunde gesagt, sie hat sich noch nie so verstanden gefühlt, so gehört gefühlt und sie war richtig ermutigt. Und dann habe ich der Mutter eine Sprachnachricht dagelassen, habe der halt so ein bisschen den Arsch poliert, habe gesagt, pass mal auf, Fräulein, deine Angst ist deine Angst, kümmere dich um deine Angst, was steckt dahinter, guck mal, in welcher Realität deine Tochter lebt und guck mal, was du gerade mit deiner Angst hier fabrizierst, nämlich, dass deine Tochter sich ganz bewusst von dir zurückzieht. Und habe der Mutter eben auch Unterstützung gegeben, zum Beispiel mit so einer Studie, was sie machen kann. Und ich habe, mein Rat war, die 17 alles aufzumachen. Sie kann jede App benutzen, sie kann 24 zu 7 und ausprobieren, festhalten, Buch führen. Und die Mutter macht mit. Und das haben die gemacht. Und jetzt geht es ihnen wieder gut. Ja, wir sind in Verbindung und die Tochter reflektiert und probiert sich aus. Und sie sind im Gespräch. Und das Wertvolle ist ja auch... Das ist ja schon dein Ansatz von ganz klein, dass du ja sagst, dieses Verbote und Belohnungen, das ist ja... Gar nicht, nein, das ist gar nicht. Keine Belohnung, keine Bestrafung, keine Manipulation, keine Verurteilung, das fängt von Anfang an an. Und wenn du jetzt vorstelle... So wird das gelaufen sein, sonst wäre das nicht so extrem gewesen. Ja, natürlich, weil die Mutter hat eben Regeln aufgestellt, Da haben keine Absprachen stattgefunden. Und Regel ist immer eine Machtmissbrauch, weil ich übergriffig bin. Gleichzeitig dürfen wir natürlich, je kleiner die Kinder sind, desto mehr Führung braucht es. Weil wir die Konsequenzen absehen können. Nur bei einem 17-jährigen Mädchen, dürfen wir über die Jahre hinaus immer mehr loslassen. Nur 17 ist halt, du verlierst dein Kind, wenn du anfängst, wenn du nicht aufhörst. Ja, vor allen Dingen ist es jetzt ja auch, wenn du das so durchziehst und dann wird sie 18 und dann wirst du gar nicht mehr in Verbindung. Die ist einfach weg, ja. Und viel spannender finde ich ja, die es ausprobieren und sagen. In der Woche habe ich echt viel Instagram gescrollt, das hat die und die Auswirkungen. Oder ich hatte ein Gespräch mit einem 17-Jährigen, der, oh, das war auch so spannend, der hat... Teilweise entschieden, den Hund nicht mehr Gassi zu führen und ist einfach im Bett liegen geblieben und dann hat der Hund halt nachts zu Hause sein Geschäft gemacht. Und eigentlich will er das gar nicht. Der war wie in einer Lähmung und hat halt am Handy gesessen und gescrollt und war in dieser Lustlosigkeit und, hat von seinen Eltern natürlich Vorwürfe bekommen und das Tier und wie kannst du nur, du interessierst dich nicht und so weiter. Und dem habe ich halt auch eine halbe Stunde ein Gespräch auf Augenhöhe geführt. Und der hat auf einmal angefangen, es gab so einen Punkt in dieser halben Stunde, auf einmal fing der an, sich zu öffnen und hat angefangen zu verstehen, warum er das macht und ist selber draufgekommen, es ist das hier. Das lähmt mich. Das will ich nicht mehr. Und dann haben wir überlegt, was kannst du tun, damit du das schaffst. Aber kannst du vielleicht mal so einen kleinen Impuls setzen, weil dein Kurs ist ja auch noch nicht online, aber hoffentlich bald. Ich brauche den Kurs. Naja, also ich glaube so dieses, für dich ist es ja einfach so, in dieses Gespräch zu kommen, aber wie bist du, also ich meine, das ist ja so... Du willst ja als Eltern, also ich würde jetzt mal behaupten, dass die meisten Eltern ja nur das Beste wollen und die sind dann ja einfach auch hilflos und denken halt, die Regel wird es jetzt richten, und ich kann es davor bewahren und das ist ja genau das, was du sagst, was nicht passieren wird und das beschreibst du ja auch gerade bei den Kindern, bei den Jugendlichen, mit denen du geredet hast, aber wie bist du da reingekommen? Also ich glaube, es braucht diesen Impuls, dass vielleicht viele Menschen noch gar nicht wissen, wie mache ich das? Genau. Und deswegen ist in meinem Buch am Ende jedes Kapitels, also wir haben ja von, wie heißt es? Ich habe es ja hier liegen. Ihr habt dir ja eins mitgebracht. Hier A wie Absprachen über H wie Handyzeit bis Z wie Zocken. Das Nachschlagewerk. Und bei jedem Kapitel am Ende gibt es ein Rollenspiel, was ich gemacht habe mit meinem Sohn. Okay. Zwischen 9 und 18 Jahren. Und er versucht sich immer da rein zu versetzen. Ich sage dann immer so, Günther, so heißt er ja im Internet, Günther, jetzt bist du 13 Jahre alt und dann führen wir ein Gespräch. Und das ist abgedruckt. Gleichzeitig kannst du, es gibt einen QR-Code im Buch, du kannst dir die Audios auch anhören. Weil ich möchte halt, dass die Eltern, je mehr sie diese Gespräche, den Ablauf eines solches Gesprächs lesen und im besten Fall auch hören, immer mehr da reinkommen, das selber umzusetzen. Es gibt keinen Fahrplan für so ein Gespräch. Du darfst wirklich lernen, es zu fühlen und du darfst lernen, zu versuchen, zu verstehen, was sagt mir mein Gegenüber gerade. Und dafür darfst du Erfahrungen sammeln, du darfst dich ausprobieren. Und deswegen gibt es in jedem Kapitel eben dieses abgedruckte Rollenspiel und du kannst es hören. Und in dem Online-Kurs, der dann kommt, kannst du mich sogar sehen, wie ich das spreche. Kommen denn die Freunde von deinen Kindern auch immer zu dir? Und die sprechen gern mit mir. Also hast du auch mal so eine halbe Jugendherberge bei dir zu Hause? Nee, das nicht so, weil ich ja mit meiner Tochter gefühlt mehr im Reitstall bin als zu Hause. Nur es gibt immer mal Momente, wo dann die Jugendlichen da sind und das genieße ich schon sehr. Was ich wirklich unbedingt machen möchte, wenn ich privat mein Leben ein wenig auf die Reihe gekriegt habe, weil ich da halt Herausforderungen gerade habe. Ich möchte gerne ein paar Kumpels von ihm einladen. Das planen wir eigentlich schon seit einem Jahr. Dass die kommen, dass wir grillen und dass wir chillen. So sagt mein Sohn, dann chillen wir zusammen. Und das hätte ich so gerne alle zwei Monate, dass ich die mal einlade. Genau, da komme ich gerade, finde ich gerade noch den Raum nicht dazu. Nur ich muss auch nicht alles immer sofort schaffen. Nee, das ist auch ein schöner Impuls. Okay, also ich habe aus diesem Gespräch schon super viel mitgegeben. Ja, natürlich. Was hast du für dich mitgenommen? Naja, also einmal dieses, ich glaube, das war mir gar nicht so bewusst, wenn wir halt, also, dass wir, ich würde mal sagen, wir reden schon relativ viel, also in Absprachen, aber dass ich schon auch noch Regeln aufstelle. Und das war einfach der wichtigste Impuls nochmal, weil, wie du es einfach hast, ja auch Sprache es macht. Und wirklich, du könntest sagen, ich mache alles auf. Oder du könntest deine Kinder auch mal fragen, was stört euch eigentlich, das mal auf den Tisch zu packen. Und ab jetzt möchte ich keine Regeln mehr, sondern ich möchte, dass wir jede Herausforderung besprechen und Absprachen treffen. Und dann geht es auch bei den Absprachen gar nicht darum, dass sie zu passieren haben, sondern wenn es nicht klappt, noch mal hinzusetzen, warum klappt es nicht, was braucht es anders? Und so wieder sich weiterzuentwickeln. Und in meiner Vorstellung machst du halt den Raum auf, Nur du bleibst präsent. Du wirfst nicht einfach weg und macht, was ihr wollt. Sondern du führst eben voller bedingungsloser Liebe. Das ist ja eigentlich so ein bisschen mit so Süßigkeiten. Es ist so, wenn der Zugang immer da ist, ist das verlangt. Ich habe eine Freundin früher in der Schule gehabt, bei denen zu Hause durfte, gar keine Süßigkeiten. Ja, ich auch. Und ich habe dann auf dem Geburtstag so viel gefressen, dass ich gekotzt habe bei jedem Kindergeburtstag. Also wirklich, die durfte nichts. Und die hat sich sogar... Toastbrot gekauft und hat das so gegessen. Also die war so, also die hat das, wenn die irgendwo außerhalb war, da hat die dann Geld, hat sie so viel gekauft. Oh mein Gott, das ist ja so. Und ich bin da überhaupt gar nicht so streng. Also ich sag mal, bei kleineren Kindern gibt es bei mir halt die Süßigkeiten-Schüssel. Weil die Kinder können die Konsequenzen nicht absehen, wenn sie so und so viel Süßigkeiten essen. Gleichzeitig Süßigkeiten zu verbieten, macht keinen Sinn, weil sie finden ja in unserem Leben statt. Das ist wie mit den Handys. Und mit Drogen und mit Alkohol und so weiter, wobei ich jetzt nicht sage, jetzt gibt deinem Kind Drogen. Nur wir dürfen schon gucken, wo leben wir gerade. Und es gibt Süßigkeiten. Und ich entscheide die Menge. Und das Kind hat die Süßigkeiten-Schüssel jeden Tag meinetwegen. Zwei Bonbons oder drei Lutschgummis, keine Ahnung. Das Kind kann entscheiden, wann es die ist. Natürlich wird ein vierjähriges Kind direkt alles essen und dann ist das Geschrei groß. Ja, nur diese Frustration darf begleitet werden immer und immer wieder. Und so entwickelt dein Kind eine Frustrationstoleranz, weil es lernt, mit diesen starken Gefühlen... Nicht wieder die Bonbons hinterher zu werfen. Nein, auf gar keinen Fall. Es gibt diese drei Lutschgummis und du kannst entscheiden, wann du die isst und dann wird es passieren. Das ist wie mit Medienkonsum auch. Einen Tag ist es alles, dann riesenfrustriert, weil es weg ist. Am nächsten Tag ist es auf den Tag verteilt, auch cool. Den Tag darauf abends noch, alle drei da, gönne ich mir abends. Manche Kinder bewahren es dann auf. Meine Tochter zum Beispiel hortet die Ostereier, und die können wir dann immer nach Monaten wegschmeißen. Ja, nur sie probiert sich da aus. Ja. Genau, also das ist so, wir können immer gucken, wo fängt die Führung an und wo hört sie auf. Es geht nicht darum, dass wir einfach aufmachen und sagen, friss so viele Süßigkeiten, wie du willst, weil sie sind nun mal da. Oder guck so viel, benutze dein Handy so viel, wie du willst, ist nun mal da. Nee, es gibt Süßigkeiten. Was sind die Konsequenzen von Zuckerkonsum? Was sind die Konsequenzen von Social Media und so weiter? Diese Verantwortung habe ich, das zu recherchieren. Und ich darf auch meine Meinung bilden, weil es gibt so viele unterschiedliche Meinungen dazu. Es ist wichtig, dass du deine Meinung findest und wie kannst du die dann verantwortungsbewusst mit bedingungsloser Liebe führen. Das ist die Herausforderung. Wünschst du dir auch noch von der Gesellschaft, also politischer Ebene sozusagen etwas, wenn du dir jetzt einen freien Wunsch hättest für unsere Jugendlichen? Hast du da was, was du sagen würdest? So wie ich in der Geburtshilfe. Hast du was in der... Ja, also ich sage immer, meine Arbeit an sich ist schon sehr politisch. Gleichzeitig würde ich mich, ich glaube, ich würde verrecken in der Politik. Auf jeden Fall. Auf jeden Fall, ja. Weil du ja was immer veränderst und du siehst Veränderungen. Ich habe das Gefühl, wenn man... Es gibt so viele Frauen auch, die ich kenne, die da wieder reingegangen und wieder rausgegangen sind. Wo ich gedacht habe, okay, die können wirklich was verändern. Also es ist so das Gefühl, man... Aber wenn du dir was wünschen könntest, man soll Wünsche immer. Also gerade für die dritte Autonomie-Phase, was unsere Gesellschaft sozusagen... Na, Räume schaffen. Das wäre auch mal ein Gedanke. Räume schaffen und Vertrauen schenken. Genau das. Und ich bin gerade hängengeblieben bei der Politik, was ich mir für die Politik wünschen würde. Ich glaube, wenn es nach mir ging, also wenn ich so einen Wunsch hätte, würde ich gerne allen PolitikerInnen eine innere Kindarbeit schenken. Dass sie ihre Themen aufarbeiten, damit sie ihr eigenes Ego da rausnehmen können aus ihrer Arbeit. Habe ich am Anfang der Folge gedacht, als du das gesagt hast, dass wir über, diese Verbindung gesprochen haben und seine Themen, die man mit reinbringt und wie man sozusagen glücklich werden kann Und wenn man sieht, wie die Welt regiert wird, sieht man ja einfach ganz viele innere Kinder, die nicht bedient wurden. Das sind die Menschen, die unsere Welt regieren. Das ist ja schon einfach krass. Also wenn du das von außen mit deiner Arbeit, die du täglich machst, dann ist das ja wirklich einfach, wo man denkt immer, ach man würde so gerne helfen, dann würde es euch auch besser gehen. Ja, du kannst ja nur helfen, wenn sie Hilfe haben wollen. Genau. Also im Grunde genommen, wenn mein Wunsch wäre, dann formuliere ich den nochmal umsissig. Und zwar würde ich mir wünschen, dass alle PolitikerInnen bereit wären ... Bei ihren Themen hinzugucken. Weil ich brauche ja erst die Bereitschaft und dann können wir hingucken. Ich glaube, das wäre dann nochmal der Schlüssel. Und für die Pubertät wirklich diese Räume zu schaffen, also ein Beispiel noch. Ach, das darf ich gar nicht erzählen. Nee, schon. Dann gibt es Ärger. Dann verallgemeine ich das mal gerade. Im Schulsystem halt auch, wenn die Kinder ab 18 können sie dann eben selber Entschuldigungen schreiben. Also gestern war das Kind noch 17 und brauchte meine Unterschrift, morgen ist es 18. Also das ist für mich schwierig, weil es nicht individuell genug ist. Weil es gibt Kinder, die mit 16 bereits schon in diesem Bereich in der Lage sind, Verantwortung zu übernehmen und sich auch hier mal auszuprobieren. Was passiert? Viele Kinder fälschen die Unterschrift oder schwänzen und sagen halt ewig nicht Bescheid, weil der Raum fehlt, Erfahrungen sammeln zu dürfen. Weißt du, worauf ich hinaus möchte? Genau. Und ja, nur wie das dann am Ende umsetzbar ist. Aber Räume meinst du doch auch, also diese Räume, aber Räume auch, um Begegnungsstätten zu haben. Also ich glaube, die Generation hat ja auch wenig, wo wir merken, sie müssen mehr in Verbindung treten. Und dadurch, dass wir sehr viel Social Media haben, also wären ja auch, in Berlin ist es ja so, dass der Senat ja für Jugendarbeit so viel Gelder gestrichen hat, dass es auch diese Räume gar nicht mehr gibt. Also ich glaube, das ist halt auch einfach. Und da kannst du wirklich, also wenn ich sage Räume schaffen, wenn ich sage, mein Wunsch wäre, Räume zu schaffen, Das kannst du sowohl als Objekt nehmen, als auch in Regeln oder in Gesetzen, die da besprochen werden. Ja, dann haben wir es einmal ausgesprochen, das ist immer wichtig. Ich glaube auch immer noch an die Geburtshilfe, auch wenn es immer schwieriger wird. Liebe Kathi, ich danke dir für deine Zeit, für diese ganzen tollen Impulse. Ich mache, was ich will. Ihr Lieben, solltet ihr lesen? Ja, und das ja wirklich auch lesen, egal wie alt dein Kind ist. Genau. Weil, ich sag mal so, wir haben drüber gesprochen in unserem Gespräch, es gibt kein zu spät, es gibt immer den Moment. Nur es ist, also ich hab so viele Eltern, die sagen, oh Mann, hätte ich dich nur vor fünf Jahren schon kennengelernt. Oder hätte ich dich in meiner Schwangerschaft bereits kennengelernt, ja. Also das ist jetzt die Chance für alle, die Kinder haben, die noch außerhalb der Pubertät sind, sich bereits jetzt mal damit zu beschäftigen. Und dieses Buch, du kannst es ja immer wieder nachschlagen. Und wenn die Kinder in der Pubertät sind, auf jeden Fall jetzt, spätestens jetzt lesen. Weil guck mal, deine zwei Kinder, die ein, zwei Kinder, die du hast von deinen Vieren, sind in der Pubertät und du hast heute auch was mitgenommen. Auf jeden Fall. Und es ist halt wirklich ein, das Buch ist ein... Für mich ein Geschenk an diese Teenager-Zeit. Also wirklich, ich möchte so gerne dieses Damoklesschwert da wegnehmen, weil es ist so großartig. Es ist das Finale eurer Elternschaft, es ist das Finale deines Kindes in seiner Entwicklung. Da fange ich gleich wieder an zu heulen. Ja, weil ich bin so demütig, meine Kinder auch in dieser Phase begleiten zu dürfen. Zu sehen, wie diese Kinder dann fertig sind, also ein erwachsener Mensch sind und dann in der Lage sind, das Leben so zu führen, wie es für sie selber und für alle anderen gut ist, weißt du? Und nicht dieses Kampf, den wir überall haben. Aber hast du auch so dieses, ich habe so ganz doll die letzten zwei Jahre so diesen Schmerz, auch so mein Mutterherz gespürt. Also einerseits ist man ja so super stolz, weil wie du sagst, es ist das Grand Finale. Aber gleichzeitig ist es ja auch so ein Abschied nehmen, weil sie ja immer eigenständig. Und das hat mich so ein bisschen so, oh, das ist schon einfach krass, wie schnell diese Zeit auch vergangen ist. Also ich meine, du hast jetzt schon einen 18-jährigen Sohn, aber ich bin jetzt, mein Sohn wird 16 und ich finde einfach, das ging einfach richtig, richtig schnell. Das habe ich gar nicht so. Nee, ich habe richtig so ein bisschen so total. Brauchst du noch ein Kind? Nee, nee, ich brauche auf jeden Fall nicht noch, aber es ist ja auch so, gerade das erste Kind, also ich habe ja einen Sohn und dann drei Töchter und so, mein Sohn ist so irgendwie auch so, Also der hat mich zur Mutter gemacht und ich finde, es ging jetzt einfach so schnell, man hängt so in diesen ersten Jahren, die er intensiver sieht und jetzt ist es einfach so eine schöne Zeit. Ich sehe, was er alles Tolles macht und ich freue mich total für ihn, aber gleichzeitig denke ich mir so, okay, es ist jetzt einfach auch der letzte vielleicht so richtige, also er wird jetzt die nächsten Sommer auch mit seinen Freunden planen und nicht mehr mit mir. Und das ist für mich irgendwie so, ich freue mich da für ihn total vor, aber gleichzeitig bin ich, deshalb, ich sitze hier ja schon wieder mit einer halben Träne, ich bin ja... Ich finde das einfach krass. Es ging einfach total schnell. Und dann kommt ja immer nur noch so Phase. Dann hat man so diese Termine. Aber so ist halt der Lauf des Lebens. So ist es ja. Das habe ich so nicht. Bei mir überwiegt dieser Stolz und diese Demut. Und ich habe so die ersten Stimmen zum Buch. Es ist ja immer spannend, wenn du ein Buch schreibst. Und dann lesen das ja wirklich Leute. Das ist gut. Lesen das Leute und dann haben die ja auch eine Meinung. Ja, und dann habe ich so die ersten Stimmen waren halt, dass sie wirklich durch dieses Buch so richtig Lust bekommen haben, auf diese Pubertät und so eine Positivität gespürt haben. Und das war das für mich Wichtigste, was ich mit diesem Buch schaffen möchte. Und dann bin ich einfach so dankbar auch mir selber gegenüber, dass ich das offensichtlich geschafft habe, dass Menschen das aus diesem Buch mitnehmen, zu sagen, ey, ich freue mich drauf. Es ist eine geile Zeit und es ist machbar und es ist nicht, oh, warte erst mal ab, bis sie in die Pubertät kommen und dann ist alles vorbei. Aber das ist ja generell so ein Ding, was man immer, ob man jetzt, auch finde ich schon in der Kleinkindzeit, warte erst mal ab, bis du, also immer alles so negativ behaftet. Und ich finde, das hat man schon immer gespürt, wenn man dich, du hast ja auch mit deinem Sohn schon viele Aufnahmen gemacht bei Social Media, dass man immer gemerkt hat, du lebst das einfach und du findest diese Zeit toll und gibst uns einfach da jetzt einfach so eine Anleitung, wie es einfach auch, ist cool. Es ist toll, wenn man junge Erwachsene heranwachsen sieht und man lernt ja auch was von denen. Also es ist ja so ein Geben und Nehmen und deshalb, ja, also dankbar, dass du dieses Buch geschrieben hast. Und du hast ja auch vorhin zu Anfang gesagt, was man den Grundstein ja eigentlich für so eine, gesunde Pubertät schon viel eher liegt. Deshalb solltet ihr früh anfangen damit. Aber es ist nicht zu spät. Es ist nie zu spät. Vielen Dank für deine Zeit. Und für alle, die mehr über Kathi wissen wollen, ich packe natürlich alles in meine Shownotes. Ihr findet sie aber, sag nochmal deinen Instagram-Account. Kathi Weber. Mit THY. Und Herzenssache, glaube ich, noch. Du stellst Fragen, das weiß ich gar nicht. Mir hat ein schlauer Mensch gesagt, dass es ganz wichtig ist, dass der Gast immer selber sein, also nicht nur, dass man sagt, es in den Shownotes ist, sondern man soll es immer sagen. Also ich bin bei Instagram mit Kathi Weber. Herzenssache, so meine ich ja. Ich habe mich selten gegoogelt. Und gibt es schon, weil das finde ich für mich total spannend, weißt du schon so ungefähr, wann dein Teenager-Kurs rauskommt? Ja, geplant ist im Herbst. Also nach meiner Sommerpause jetzt. Mein Arbeitshandy ist jetzt nach unserem Gespräch, das ist mein letzter Auftritt, werde ich es ausmachen. Und dann bin ich ab, ja, wann fängt die Schule wieder an? 24. August. Bin ich wieder da. Ja, dann freuen wir uns. Und bis dahin können wir dein Buch lesen. Ja, genau. Dankeschön, ihr Lieben. Wenn euch die Folge gefallen hat oder wenn ihr gerade auch Freunde wisst, die vielleicht kurz vor der Pubertät mit ihren Kindern stehen, dann leitet sie doch einfach gerne weiter. Ich finde, wir haben, Katja hat uns viele tolle Impulse gegeben, sodass ich mich freue, wenn ihr einfach da die Folge in die Welt hinaustragt. Und ich freue mich jetzt erstmal, wenn wir uns nächste Woche wieder bei Sounds Familie hören. Danke für eure Aufmerksamkeit. Tschüss. Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissy.auf-die-ohren.com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.