Ihr Lieben, es ist Donnerstag und wir sprechen heute über ein ganz wichtiges Thema, gleichberechtigte Elternschaft. Und wir haben das Jahr 2026 und Mütter leisten nach wie vor, wenn man sich die Zahlen anschaut, immer noch den größten Teil der Care-Arbeit. Sind deutlich häufiger in Teilzeit und wir könnten jetzt ewig dazu reden, wenn wir jetzt über Mental Load-Falle, über Gender Pay Gap sprechen. Das sind alles große strukturelle Probleme, die wir haben, aber sie beginnen eben schon oft im ganz Kleinen. Und eigentlich sollte es ja total normal sein, dass man als Eltern Dinge gemeinsam macht, gleichberechtigt, aber es ist immer noch nicht so und vor allen Dingen ist es nicht sichtbar. Und ich finde, es ist super wichtig, dass wir das unseren Kindern aktiv vorleben, weil wir alle wissen, wir leben es vor und Kinder, wir sind die Vorbilder. Und deshalb habe ich mir heute einen Gast eingeladen, der das sehr schön vorlebt und es auch noch mit uns teilt und sichtbar macht. Nämlich auf Instagram. Ich habe mir heute den Buchautor und Content Creator Jonas Kosi eingeladen und wir möchten gerne über dieses wichtige Thema heute gemeinsam sprechen. Und ich freue mich total, Jonas, dass wir endlich einen Termin gefunden haben. Wir haben ja schon häufig geschrieben. Aber heute hat es geklappt. Leider nicht, dass wir zusammen sind. Du bist im Ruhrgebiet und ich bin in Berlin. Aber nichtsdestotrotz haben wir es jetzt endlich geschafft und schön, dass du heute da bist. Vielen, vielen Dank für die lieben und warmen Worte. Ich freue mich sehr, dass es jetzt geklappt hat, wie du gesagt hast. Wir haben es schon lange auf unserer Agenda. Jetzt ist es soweit. Und ich freue mich, dass wir dem doch so wichtigen Thema hier einen Raum geben dürfen. Und für alle, die dich noch nicht kennen, wir finden dich bei Instagram. Dort teilst du einfach dein Familienleben. Du bist aber nicht nur Papa, sondern du kommst einfach auch, bist auch eine Fachperson. Du bist nämlich gelernter Erzieher, hast selber eine Kita geleitet und bist jetzt Vater von zwei Mädchen. Ich weiß jetzt gerade aktuell nicht, ich glaube vier und sechs? Sechs und drei. Ich verbesser mich. Sechs und drei. Sechs und drei. Ich finde selber, wenn man selber mit Familien arbeitet und dann wird man zum ersten Mal selber Vater oder Mutter, verändert sich das ja nochmal ganz den Blickpunkt. Wie war das bei dir, als du vor sechs Jahren das erste Mal sozusagen von der fachlichen Seite dann auf die emotionale Seite gekommen bist, als du selber Vater geworden bist? Ja, also ich muss sagen, den Spruch, den werden viele in der Branche kennen und ich habe ihn tatsächlich gehasst, weil man ihn so häufig hört als Erzieher, wenn man selber noch keine eigenen Kinder hat. Kriegt man den Spruch quasi tagtäglich um die Ohren geknallt, warte mal ab, bis du eigene Kinder hast. Dann wirst du Dinge vielleicht ganz, ganz anders sehen. Und mein Resümee jetzt nach sechseinhalb Jahren Vater sein, der trifft zu 100 Prozent zu dieser Spruch, denn man bekommt einfach nochmal einen ganz, ganz anderen Blickwinkel, auf das Leben mit Kindern, auf die Herausforderungen, die Eltern und Familien leider tagtäglich irgendwie haben. Der Struggle is real. Und ja, das eigene Vaterwerden hat meine Sicht auf viele, viele Dinge schon extrem verändert, ja. Und so viel man pädagogisch weiß... So komisch wird es nachher mit eigenen Kindern. Da kannst du so viel pädagogisch wissen. Ich meine, das weißt du aus deiner Arbeit auch. Bei den eigenen Kindern ist es dann doch irgendwie nochmal wieder auch was komplett anderes. Ja, aber die emotionale Seite ja einfach so, weil man emotional verbunden ist. Und das ist ja nochmal eine ganz andere Sache als fachlich. Aber was war für dich so die größte Veränderung oder was hast du für dich gedacht? So, das ist jetzt echt krass. Tatsächlich für mich mit das Krasseste ist das, was du gerade gesagt hast, diese emotionale Verbindung, die man zu diesem Menschen auf einmal aufbaut. Also ich finde, vorher war man verliebt oder hat geliebt, aber mit dem selber Papa werden, mit den eigenen Kindern ist dieses Wort Liebe nochmal so, so viel mächtiger und stärker geworden. Das hat tatsächlich unfassbar viel mit mir gemacht, gerade auf dieser emotionalen Ebene. Du lebst gemeinsam mit deiner Partnerin und euren zwei Kindern im Ruhrgebiet. Für mich ist es jetzt, weil wir über gleichberechtigte Elternschaft vor allen Dingen heute reden wollen. Wie war das damals bei euch? Wie habt ihr das geregelt? Also ich sehe das Erzählbar-Mama oft ganz so, dass es vorher total besprochen wird. Ich treffe Paare, die wirklich 50-50 leben. Ich will das auch gar nicht immer so auf die Zahlen, also dieses 50-50. Es gibt ja immer so Phasen, da hat der eine einfach, also so finde ich, ist Elternsein auch, ist einfach mehr Kapazität, dann übernimmt man das, aber trotzdem diese gleichberechtigte Elternschaft. Sie waren vorher ganz klar und dann ist das Kind geboren, dann kommt das Wochenbett und dann sieht man einfach so, irgendwie funktioniert das ja doch nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Und oft sind es die Frauen, die einfach sehr enttäuscht auch von sich sind, dass sie das nicht klar kommunizieren können oder doch einfach merken, dass sie den größten Teil der Care-Arbeit. Machen und ihr Partner einfach gar nicht so präsent ist. Wie hast du das mit deiner Partnerin? Wie seid ihr vorher ins Gespräch gegangen? war das schon ein großes Thema, bevor ihr den Kinderwunsch hattet, wie seid ihr da rangegangen? Was kannst du mit uns teilen, was vielleicht für viele Paare einfach auch helfen könnte, wie sie einfach da nicht da reinfallen, dass sie einfach gleichberechtigte Elternschaft leben können? Ja, also bei zwei Kindern war es jeweils sehr, sehr unterschiedlich. Ich glaube, was für uns tatsächlich sehr, sehr wichtig ist, dass wir auch schon vor den Kindern arbeiten, Und das ist, glaube ich, bei den meisten Paaren so, doch relativ vieles gleichberechtigt auch gemacht haben. Sei es jetzt eben Einkaufen, sei es den Haushalt. Da ist es ja bei den meisten Paaren tatsächlich noch relativ gut aufgeteilt, gerade wenn beide irgendwie fest im Job sind und arbeiten gehen. Und dann, wie du schon sagst, kommt der große Knall. Das Kind ist da. Man macht sich vorher im besten Fall viele Gedanken. Für uns war das sehr, sehr wichtig, das vorher einmal abzusprechen und natürlich auch auf der finanziellen Ebene vorzubereiten. Müssen wir, glaube ich, kein Blatt vor den Mund nehmen, dass der finanzielle Aspekt bei vielen Eltern eben doch der ausschlaggebende ist, warum viele Väter leider nicht in Elternzeit gehen. Für mich war von Anfang an klar, ich möchte in Elternzeit gehen, konnte aber, weil ich zu der Zeit noch in der Kita gearbeitet habe, tatsächlich nur zwei Monate in Elternzeit gehen. Mehr war nicht drin, obwohl sozialer Bereich, obwohl Bereich, wo viele Frauen arbeiten, Aber als Mann. Wurden wir nur zwei Monate gewährt und so haben wir es dann aufgeteilt, dass meine Partnerin quasi die anderen zwölf Monate genommen hat. Und wie habt ihr das gemacht? Also wie habt ihr die Elternzeit aufgeteilt? Warst du direkt nach der Geburt da oder hast du das? Ja, also für uns war es super wichtig, erstes Wochenbett. Keiner wusste, was so richtig auf einen zukommt, aber für mich war es wichtig, dass ich direkt von Anfang an eben präsent sein wollte und nicht erst die Elternzeit Monate irgendwie nach einem Jahr oder so nehme, sondern direkt wir als kleine Kernfamilie uns direkt kennenlernen können in den ersten Wochen. Und rückblickend, muss ich sagen, war das auch einfach die beste Entscheidung, weil man so eben direkt von Anfang an, sehr gut bonden konnte, sehr gut unterstützen konnte und ja, wir hatten zwei wunderschöne Wochenbette. Ist das die Messe von Wochenbette? Betten. Wochenbetten. Genau. Unser Vorteil, was ich, du bist Hebamme, du hast nochmal so einen anderen Blick darauf, wir haben unsere beiden Kinder im Dezember bekommen. Es war also eh sehr kalt draußen, sehr urselig draußen und wir hatten viel Zeit, uns einfach nur einzukuscheln und die ersten Tage, Wochen mit beiden Kindern extrem genießen zu können. Ich habe auch Winterkinder, das ist auf jeden Fall ein Vorteil, dass man nicht das Gefühl hat, dass man draußen irgendwas verpasst. Du hast jetzt gerade gesagt, du hast zwei Monate genommen, also acht Wochen. Ich. Habe zu Beginn ja gesagt, dass wir einfach strukturelle Probleme einfach noch haben. Und wenn du sagst, du bist aus dem sozialen Bereich und hast einfach zwei Monate war das Maximum, was du nehmen konntest, haben wir ja hier schon einfach auch das Problem, dass viele, Väter ja einfach Jobtechnisch, das nicht gegeben ist, also wenn sie nicht gerade selbstständig sind, können sie sich selber entscheiden, aber dass einfach viele, Arbeitgeber einfach immer noch nicht. Das möglich machen, dass Väter auch mehr Elternzeit nehmen. Das ist ja wirklich ein großes Problem und hätte man jetzt in deinem Beruf eigentlich nicht gedacht, dass es nicht möglich ist, weil man ja einfach weiß, wie wichtig diese Zeit ist. Hast du da für dich Konsequenzen draus gezogen? Also ja, mit der Zeit bin ich dann ja eben raus aus der Kita und beim zweiten Kind war es dann eben kein Problem, weil ich eben selbstständig, zu Hause war und wir dann eben den Vorteil hatten, dass wir da natürlich eine ganz andere intensive Zeit hatten und da jetzt nicht auf irgendwelche Wochen oder Monate eben begrenzt waren. Ja, aber wie du schon sagst, ich finde es tatsächlich, ja, müssen wir die großen Unternehmen da auch noch viel, viel mehr in die Pflicht nehmen, eben auch eine faire Elternzeit, eine gleichberechtigte Elternzeit zu ermöglichen, denn du hast das gerade gesagt, eben, ja, das eine ist das Finanzielle, das andere ist das überhaupt machen können und das andere ist dann auch irgendwie, dass ja unterschwellig doch immer Druck da ist zu sagen, so ja, wenn du nach der Elternzeit wiederkommst, wissen wir nicht, ob dir dein Job wieder so dir zur Verfügung ist. stellen können. Und das Thema Elternzeit, finde ich, ist in Deutschland immer noch mit sehr, sehr viel Negativität und sehr, sehr viel Druck behaftet. Ja, von dem man sich aktuell auch sehr schwer freimachen kann. Weiter noch. Ja. Wie habt ihr das dann geregelt, als du dann zwei Monate hattest und wieder in den Job gegangen bist? Wie habt ihr da sozusagen eure... Ja, ihr Lieben, ich bin kurz abgelenkt, weil ich sitze auch in meinem Büro und eine Fliege ist die ganze Zeit bei mir und fliegt mir die ganze Zeit ins Gesicht. Ich hoffe, wir kriegen eine gute Video-Option hierhin, dass ihr nicht immer die Fliege seht. Aber genau, du bist nach zwei Monaten wieder rein, das Wochenbett war vorbei. Wir wissen aber, oder ich kann euch sagen, dass das Wochenbett nicht nach acht Wochen abgeschlossen ist, auch wenn es nach Lehrbuch so ist. Wir haben eine Phase, wo Frauen sozusagen mehrere Phasen durchlaufen. Das ist ein bisschen wie die Pubertät, die es auch bei jedem individuell und auch Mutterschaft. Man wird ja nicht als Mutter geboren, sondern verläuft in Phasen. Und man weiß einfach, dass der Begriff Muttertät, dass es sich Gehirn sozusagen verändert und einige Frauen brauchen länger, um ihrer Rolle anzukommen, als andere. Deshalb ist es einfach auch so, nach acht Wochen zu sagen. Wo das mal alleine ist, das schwierig und oft kommen darf, finde ich erst die Probleme, weil die Einsamkeit kommt, weil dann der Alltag sich wieder einstellt. Wie habt ihr das für euch geregelt, dass du trotzdem präsent warst, trotz Job und wie habt ihr das gemacht? Weil ich glaube, so diese Beispiele von Paaren sind einfach immer so wichtig, dass man sich da ein bisschen orientieren kann, wie das überhaupt möglich ist. Und ich glaube, alle würden sich von dir nochmal wünschen, du bist ja ein sehr präsenter Papa. Wie hast du das für dich geregelt, da einfach genau von Anfang an so da zu sein, wie du dir das vorgestellt hast, trotz Arbeit? Also genau nach meiner Elternzeit hatte ich das Glück, dass ich ein bisschen meine Stunden reduzieren konnte, sodass ich jetzt nicht den ganzen Tag eben wegbauen und wir das relativ flexibel dann gestalten konnten. Für alle, die aber eben danach auch wieder Vollzeit in ihren Job einsteigen, ist tatsächlich mein größter Tipp, die Zeit, die euch dann mit dem Neugeborenen oder mit dem Kind bleibt, diese tatsächlich auch bewusst und ganz aktiv zu nutzen. Wenn ihr nach Feierabend zwei Stunden qualitativ hochwertige Zeit mit eurem Kind verbringt, Hat euer Kind mehr davon? Als in der Theorie acht Stunden, in denen ihr aber eben nicht verfügbar seid für euer Kind. Für mich war das tatsächlich ganz, ganz wichtig, die Zeitslots, die da waren und da sind, sei es dann eben das Wochenende oder nach Feierabend, wirklich ganz, ganz viel zu bonden und intensiv Zeit zu verbringen, ob jetzt Tragetuch oder in der Trage, eben diese bewusste Entscheidung für die Zeit mit dem Kind, Und in der Zeit auch die Hobbys zurückgeschraubt. Um da wirklich Fokus auf dem Kind oder auf der Familie zu haben. Wie teilt ihr euch so euren Haushalt? Wie macht ihr das mit Mental Load? Wie teilt ihr euch das so auf? Genau, das hat sich bei uns tatsächlich eigentlich durch die Kinder gar nicht verändert. Ich glaube, das ist was, wo man auch einfach den Müttern und Frauen einfach den Druck nehmen darf. Und du hast es gerade gesagt, das Wochenbett ist eigentlich ein viel, viel längerer Prozess als diese acht Wochen, die so bei den meisten im Kopf sind. Und ich hatte nie die Erwartung, dass wenn ich nach Hause komme, dass die Bude picobello aussieht wie geleckt, dass die Spülmaschine ausgeräumt ist und dass warmes Essen auf dem Tisch ist. Da einfach Druck von der Partnerin auch zu nehmen, mir war es ganz ganz wichtig dass, sie einfach mit unserer Tochter eben intensiv Zeit verbringen darf und wenn das heißt sechs Stunden auf der Couch zu liegen, weil beide sich von der Geburt erholen müssten, ich glaube das fällt oft auch leider noch hinten runter dieses Bewusstsein, wie ja anstrengend, Einfach Geburt für Frauen ist und wie herausfordernd auch der Prozess nach der Geburt für Frauen ist, in denen ja auch der Körper einfach viel, viel macht. Ja, da einfach Druck von den Frauen zu nehmen und als Mann ja aktiv dann eben Aufgaben zu übernehmen im Haushalt. Das hat für uns eigentlich ganz gut immer funktioniert, ohne jetzt irgendwie mit der Peitsche nach Hause zu kommen und zu sagen, warum ist hier alles so chaotisch. Also so ein gesundes Bewusstsein für das Wochenbett, glaube ich. Das ist was, was ich auch tatsächlich im Freundeskreis immer wieder jetzt noch erlebe. Dass wir da noch viel Luft nach oben haben, sage ich mal so. Aber bei euch hört es sich ja an, dass du das Wochenbatch und generell diese Zeit sehr geplant habt, was ja sehr, ich sage mal, noch nicht so zur Norm gehört, weil ich erlebe halt immer so, dass zur Geburt gedacht wird und die Zeit danach einfach so, das wird schon irgendwie laufen. Also wir haben viel vorgekocht, viel eingefroren, dass man sich diese Kochthematik einfach schon mal rausnimmt. Und das für uns schon klar war, dass die Zeit danach eben ja nicht nur alles Friede, Freude, Eierkuchen und rosarot ist, sondern wir auch fiese Nächte haben und uns da aber auch eben so gut es geht auch abgewechselt. Und dann geht man am nächsten Tag, hat leider mal extrem müde zur Arbeit. Aber wir wissen ja, der menschliche Körper verkraftet relativ viel. Und ja, also ich glaube, da ist einfach ein gesundes Geben und Nehmen zwischen Partner und Partnerin extrem wichtig. Und du hast es vorhin auch schon gesagt, einfach eine offene Kommunikation, auch wenn es vielen schwer fällt. Aber ja, offen zu kommunizieren ist für mich auch so der Key. Ja, habt ihr für euch so Codewörter, dass ihr sagt so, hey, jetzt braucht gerade mal der mehr Unterstützung oder wie handhabt ihr das in eurer Elternschaft? Ja, also tatsächlich ohne Codewort. Wir sehen relativ gut an der Mimik und der Gestik des anderen, dass jetzt so der Deckel kurz vorm Überkochen ist. Und dann machen wir es schon so, dass wir uns bewusst Pausen eben gönnen und sagen, okay, dann geh du mal eben kurz raus und ich begleite die Kinder hier weiter. Ja, auch da, Code-Wort ist, glaube ich, eine gute Möglichkeit, gerade wenn die Kinder jetzt älter werden und das sonst eben mitkriegen. Aber ja, für uns funktioniert das natürlich ganz gut so. Ich habe mal so ein schönes Reel auf Instagram gesehen, wo eine, ich weiß gar nicht, ob es eine Psychologe war oder so, gesagt hat, Das ist gar nicht, was ich zu Anfang auch schon gesagt habe, es ist nicht immer, dass wir diese Zahl 50-50 im Kopf haben, sondern einfach, wie sind die Energien, dass man halt einfach, genau sagt, so hey, ich habe gerade überhaupt nicht die Kraft dafür, kannst du das übernehmen und dass es sich einfach immer wieder ausgleicht. Also dieses so, du hast jetzt das gemacht und ich habe das gemacht, sondern dass man eher sehr guckt, wer hat, was sind meine Stärken. Welche kannst du übernehmen. Das ist ja auch in einer Paarbeziehung so, der eine ist halt super gut in Atmen, im besten Fall ist einer gut in Atmen und der andere nicht, dann kann der das übernehmen. Der andere macht halt das, also dass es nicht darum geht, dass man jetzt alles 50-50, sondern eher guckt, wo sind unsere Stärken und wie können wir uns halt, aber dass es ausgeglichen ist, nicht, dass einer halt übermäßig viel hat. Das fand ich eigentlich ganz schön, weil es soll ja halt auch irgendwie ein bisschen Spaß machen und einige Sachen kann man, also ich bin zum Beispiel, mein Mann macht die ganze Kommunikation, was so E-Mails angeht, weil ich bin super schlecht mit E-Mails und das ist halt einfach seine, da ist er viel schneller als ich und er übernimmt diese ganze Kommunikation. Kommunikation, was Schule, Kita und so weiter angeht, aber dass man sich einfach da gut aufteilt. Aber das finde ich tatsächlich auch sehr wichtig und das vielleicht auch so als Tipp für alle werdenden Eltern, aber auch für alle, die es schon irgendwie sind und generell für alle Familien. Ich finde es unfassbar wertvoll, sich diesem ganzen Mental Load und Care Arbeitsthema erstmal überhaupt bewusst zu sein, weil so langsam merkt man, dass ein Bewusstsein sich irgendwie entwickelt, was hinter so einem ganzen Tag eigentlich steckt. Oder auch das beste Beispiel, wie viel man eigentlich so in der Zeit von 6 bis 8 Uhr, bis man aus dem Haus ist oder bis man im Büro ist, was man da eigentlich schon so weggearbeitet und abgeleistet hat und wie viele Emotionen man bei den Kindern begleitet hat, wie man sich selber bestmöglich reguliert hat und vielleicht noch mit dem Hund draußen war. Auch schon überlegt hat, was es heute zum Mittagessen geben soll. Also ich finde, das ist was, was immer noch irgendwie unterschätzt wird. Gar nicht despektierlich gemeint, aber wenn ich noch keine Kinder habe und morgens weiß, okay, ich muss um 8 Uhr auf der Arbeit sein, sieht mein Morgen definitiv anders aus, als wenn ich zwei Kinder habe, die ich vorher noch in Kita und Schule bringen muss. Das ist einfach de facto so. Und man hat da schon ein bisschen was erlebt am Morgen, sage ich mal so, positiv. Und ja, und sich dessen einfach auch immer wieder bewusst zu sein, wie du sagst, jeder hat auch andere Stärken. Und ich sage mal, am einen Tag hat jemand andere Ressourcen als am anderen Tag, je nachdem, was gerade noch so alles das Leben mit sich bringt. Und da eben ja offen zu kommunizieren und zu sagen, hey, für mich auch eigentlich der Ansatz, den man in der Beziehung haben sollte, dass jeder seine positiven Seiten und Stärken mit einbringt und man sich so bestmöglich irgendwie ergänzt. Und auch mit den Kindern. Der eine liebt es, mit den Kindern Rollenspiele zu spielen. jemand anderes magst, überhaupt nicht, was ja auch nicht wertend oder so ist, aber warum soll dann die Person, sich zu irgendwas zwingen müssen, was ihr tatsächlich einfach keinen Spaß macht, wenn der andere Part das vielleicht viel, viel besser kann. Dafür kann der andere Part wieder was ganz anderes besser. Also da ruhig immer nach Ressourcen und Stärken suchen, unbedingt. Ja, also ich finde es einfach Wahnsinn, was du gerade gesagt hast. Wenn ich mir überlegt habe, was ich heute Morgen gemeinsam schon wieder auch mit meinem Mann gemacht habe, wenn man vier Kinder versorgt. Und dann fängt man erst an, also dann fängt erst. Die Arbeit, die Erwerbsarbeit an, wenn man sich die Care-Arbeit anguckt, das ist schon einfach, das sollte man sich auch immer wieder, einfach nochmal laut sagen, also das dürft ihr euch alle einfach laut sagen, weil man denkt immer so, okay, man hat noch nichts geschafft und dabei hat man schon so viel, gemacht, aber es ist halt einfach nicht sichtbar und das macht ja auch was mit einem selber, dass man immer denkt so, okay, ich habe vielleicht noch nicht meine E-Mails alle gecheckt, aber ich habe halt einfach, wie gesagt, Kinder begleitet und vor allen Dingen, Kinder, die in ihrer zweiten Automobilphase stecken. Das ist schon auf jeden Fall eine intensive Zeit, dass man sich immer einfach dafür schon einfach auch selber mal auf die Schulter klopfen kann. Das mache ich auch viel zu selten. Absolut, aber das ist was, was ich allen Eltern immer nur raten möchte. Ihr dürft euch einfach viel mehr feiern für das Elternsein. Ich glaube, dass wir generell als Eltern uns viel mehr dafür feiern dürfen und wie du sagst, auf die Schulter klopfen dürfen. Denn ja, wir geben alle bestmöglich, was wir können und das ist am einen Tag eben mehr und am anderen Tag ist es weniger aber das ist dadurch nicht weniger wert und ja, ich glaube wir dürfen uns es selber wert sein, ja, das auch bewusst auch mal dem Partner zu sagen, wird was mit eurem Partner machen, wenn ihr dem am Abend sagt ey, du guck mal wie cool was wir alles an dem Tag hier heute geleistet haben es wird positive Auswirkungen auf euer Miteinander haben, auf jeden Fall mhm. Ich habe eine Frage, wie du das gerade siehst, weil du ja auch sozusagen einen großen Account hast. Wie beobachtest du das als Vater und aus deiner Sicht auch als Erzieher so? Ich habe gerade so das Gefühl, dass Elternschaft auch sehr negativ dargestellt wird oder sehr, also es ist sehr anstrengend und so. Und ich habe immer das Gefühl, das macht auch was mit den Kindern oder auch mit den Menschen, die vielleicht Eltern werden, wollen. Also ich würde schon sagen, das ist natürlich einfach krass, was wir alle schon so machen. Aber ich habe gerade immer so diese Spirale, dass man eher, dass alles so negativ gezeigt wird. Und eigentlich ist es doch auch so schön. Also es ist zwar Kräfte zerren und ich finde da die Balance gerade nicht so gut. Wie nimmst du das gerade so wahr? Oder ist es einfach nur so ein Gefühl, was ich gerade habe? Aber es wird einfach immer gerade so, das ist scheiße und das ist krass und so. Und manchmal habe ich das Gefühl, das ist irgendwie für Kinder gar nicht so schön, weil Kinder sind so toll und es macht so viel Spaß, mit denen zusammen zu sein. Aber das Bild verändert sich, weil wir einfach nicht... Vielleicht diese Räume haben, die wir bräuchten als Eltern, aber ich habe so das Gefühl, dass es einfach gerade so ein bisschen alles immer so negativ dargestellt wird, vor allem viele Kinder zu haben. Wie nimmst du das so wahr, also weil du dich ja in der gleichen Bubble sozusagen bewegst wie ich. Also ich kann das zum Teil bestätigen, also was wir natürlich nicht machen dürfen, ist irgendwelchen Eltern oder Müttern oder Vätern ihre Gefühle und Emotionen absprechen, weil wenn die so empfinden, dann ist das ein gutes Recht, das so zu empfinden. Ich glaube, es ist ein ganz, ganz großer Faktor, wie man eben selber aufgestellt ist, welche eigenen Ressourcen man hat, wie das familiäre Netzwerk aussieht. Wir haben Gott sei Dank ein sehr großes familiäres Netzwerk und auch mit Freunden, und Leuten aus der Kita und so, für das ich sehr, sehr dankbar bin. Wenn ich das nicht hätte, dann weiß ich aber, dass ich an andere Grenzen kommen würde und andere Herausforderungen hätte. Also dann wäre es bei uns vielleicht auch nicht so, wie es jetzt gerade ist. Ich glaube, da müssen wir immer gucken, in welcher Situation steckt eben die einzelne Familie. Wir können den Leuten immer nur in Anführungsstrichen vor den Kopf gucken. Ich finde es aber auch extrem positiv, Papa zu sein. Ich liebe es, Papa zu sein. Und ja, es gibt absolut herausfordernde Phasen und es gibt Phasen, wo man sich denkt, warum? Aber es gibt eben auch, finde ich, diese unfassbar schönen, tiefgehenden, glücklichen Momente, in denen man weiß, yes, genau aus dem Grund habe ich mich bewusst für Kinder entschieden und ich bin da extrem dankbar für. Also ich sehe das auch, das ist ein schmaler Grad zwischen Negativität und Positivität für mich, aber immer wieder wichtig, sich selber auch die Positivität in den Fokus zu nehmen. Ich bin jemand, der sehr gerne immer positiv ist und mit dem positiven Blick aufs Elternsein, aufs Kinderhaben. Und Positives zieht auch immer irgendwie Positives an. Und wir sollten aufpassen, da nicht in so eine zu negative Spirale zu kommen, generell als Gesellschaft, bei vielen, vielen Themen. Ja, also es ist einfach so, gerade meine persönliche Wahrnehmung auch natürlich zeigen die Zahlen. Also wir haben ja, ich habe ja eingestellt, dass wir einfach viele strukturelle Probleme haben. Aber auch die Zahlen zeigen das. Wir haben ja die niedrigste Geburtenrate seit 1946. Wie sieht es bei dir im Freundeskreis aus? Spricht er darüber, Kinder zu bekommen? Was sind die Gründe, warum sich Leute einfach wirklich immer weniger für Kinder entscheiden? Ich denke, die Rahmenbedingungen werden tatsächlich einfach leider irgendwie ein bisschen schlechter. Ich weiß gar nicht, ob unsere Eltern sich früher anders Gedanken dazu gemacht haben oder nicht. Oder ob es da vielleicht noch gesellschaftlich gefordert war, viele Kinder zu kriegen. Also ich habe auch zwei Geschwister, also wir waren drei. Und bei uns in der Familie, wir sind eine extrem große Familie, da haben alle eigentlich mindestens zwei Kinder. Wenn ich mich jetzt im Freundeskreis umgucke, wir waren mit die Ersten, die Kinder bekommen haben. Zwei, ganz viele haben tatsächlich noch oder auch keine Kinder oder eben eins oder zwei. Also dieses Groß, ich sage jetzt mal wie bei euch mit den Vieren, begegnet mir tatsächlich auch immer, immer weniger. Und ich glaube, dass extrem viel Druck von außen auf Familien oder auf Menschen, die noch gar keine Kinder haben, schon irgendwie lastet. Und ja, man doch vieles einfach auch anders zerdenkt aktuell vielleicht, ja. Ja, also ich kann es mir vorstellen, dass es wirklich einfach Angst macht, heutzutage Kinder zu kriegen, wenn man diese ganzen Probleme sieht. Also man sieht ja einfach eher mehr Herausforderungen als die andere Seite. Und gerade für Frauen ist es ja, wissen wir einfach, es ist ein krasser Einschnitt in ihre, wenn sie jetzt in der Karriere sind, man sieht immer die Linie so und dann, wenn sie Kinder kommen, geht es halt runter. Also das ist halt einfach schon, dass wir einfach diese Räume noch nicht geschaffen haben und du hast gerade Sprichwort Dorf gesagt, also ihr habt ein sehr großes Dorf. Wie habt ihr das euch aufgebaut? Also ist es einfach glücklich gewesen, dass eure Familie einfach in der gleichen Stadt ist, aber wie? Das ist, glaube ich, nochmal ein wichtiger Punkt, wo man, du hast auch von Freunden gesprochen, wie habt ihr dieses Dorf euch geschaffen, damit ihr einfach diese Unterstützung bekommt? Weil mir ist es auch immer ganz wichtig, dass ich sage, man muss sich das bauen und man muss auch um Hilfe bitten, weil das ist ja auch immer so ein großes Thema, was wir in Deutschland haben, dass man einfach jetzt schwer sagt, kannst du mir mal wirklich helfen? Also es ist schon sehr, bis man das mal ausspricht, dass man vielleicht auch Hilfe braucht. Ja, stimmt. Das ist eine große, große Hürde für viele, sich das einzugestehen, wobei ich um Hilfe bitten tatsächlich als überhaupt nichts Negatives empfinde, sondern ja, eigentlich nur was Gutes. Aber, also wie haben wir unser Dorf aufgebaut? Also vieles ist natürlich auch einfach Glück, je nachdem, wohin es die Familie wie verschlägt und wie der eigene Weg selber einen führt. Bei mir war es tatsächlich so, dass ich nie weit weggezogen bin, Meine Geschwister sind nie weit weggezogen und wir, also wir leben ja sogar mit meinen Eltern in einem Haus, die wohnen quasi unter uns. Und das ist natürlich mehr als praktisch, denn die Mädels können einfach runtergehen zu Oma in den Garten und wir wissen, die sind gut betreut. Zu Oma, aber auch zu Opa. Und zu Oma und zu Opa, genau. Du hast als erst Oma gesagt. Achso, ja, Oma und Opa natürlich. Gleichberechtigte Großeltern. Bei Oma und Opa ist es halt noch anders. Ich habe es auch anders als Kind wahrgenommen. Deswegen vielleicht jetzt auch der Vater für meine Mädels, der ich jetzt bin, weil mein Papa da und das ist auch gar nicht respektierlich gemeint, aber einfach anders war. Die Zeit war einfach noch anders und dem war es sehr, sehr wichtig, dass wir finanziell ganz gut aufgestellt sind. Und der hat sehr, sehr viel gearbeitet, auch in unserer Kindheit. Und das war auch was, warum ich gesagt habe, dass ich das gerne ein bisschen anders machen möchte, ohne jetzt zu tief ins Thema einzutauchen. Aber ich finde das immer ganz spannend, warum man vielleicht der Papa, die Mama ist. Durch eigene Prägung. Genau. Und dadurch war es bei uns einfach so, dass unser Netzwerk auch jetzt hier verfügbar ist und auch die Eltern von meiner Partnerin wurden zehn Minuten mit dem Auto entfernt. Also die Nähe ist einfach gegeben. Dafür habe ich mich aber bewusst, unbewusst dazu entschieden, nie irgendwie groß in die weite Welt zu gehen und zu sagen, ich ziehe ans andere Ende der Welt, weil mir schon immer wichtig war, dass meine Kinder mit den Großeltern in der Familie, wir haben eh auch eine sehr große Familie mit Cousins und Cousinen, aufwachsen. Dafür hatte ich aber nie das Bedürfnis oder den Wunsch irgendwie wegzuziehen, weil ich selber auch so aufgewachsen bin, dass wir alle vier bei Oma waren und da einfach schon von Grund auf ein großes Netzwerk, Gott sei Dank. Und wir uns auch alle verstehen, das ist in vielen Familien ja leider auch nicht so häufig der Fall, dass Oma und Opa da noch viel in die Erziehung der Enkel sich mit reinmischen, was dann natürlich auch wieder zu Problemen führen kann. Also ich glaube, auch da ein gesunder Akt zwischen, die eigenen Kinder, bei den eigenen Kindern Dinge machen lassen, vielleicht Ratschläge geben, aber ja auch die Rolle Oma und Opa oder Opa und Oma so anzunehmen und nicht denken zu müssen, man müsste die Kinder noch groß miterziehen unbedingt. Das hört sich auf jeden Fall schön an. Ich finde ja, mehr Generationen wohnen auch total toll. Ich habe auch das Glück, dass meine Mutter in der Nähe ist und einfach uns mit unterstützt. Ich habe jetzt aber trotzdem eine Frage. Du hast gerade gesagt, dass dein Papa, also dass ihr wahrscheinlich die klassische Rollenverteilung hatte, dein Vater gearbeitet, deine Mutter war bei euch drei Kindern. Wann war für dich der Punkt, dass du das so bewusst wahrgenommen hast, gesagt, das möchte ich vielleicht bei meinen Kindern anders machen? Und. Gab es da einen Punkt, wo du einfach vielleicht auch das schade fandst, dass dein Vater nicht so viel da war? Also habt ihr das besprochen? Also wenn das nicht so persönlich ist, würde ich mich fragen. Und das ist persönlich, aber ich spreche gerne darüber, weil ich glaube, dass das nur immer ja inspirieren kann und auch den Blickwinkel vielleicht nochmal erweitert. Und was für mich tatsächlich auch sehr, sehr wichtig ist als Elternteil, sich eben auch ständig zu reflektieren und zu hinterfragen, warum man gewisse oder warum gewisse Dinge bei den eigenen Kindern einen so extrem aufregen, triggern, und warum man eben so ist, wie man ist. Bei uns war es tatsächlich so klassisch wie gesagt, zwei Geschwister und meine Mama war die ersten 13, 14 Jahre zu Hause mein Papa ist Vollzeit arbeiten gegangen, und klassische Rollenverteilung was natürlich auch für uns damals extreme Vorteile hatte, aber der Papa war eben so der klassische Wochenend-Daddy war dann mit uns beim Fußball, mit meinem Bruder beim Handball, mit meiner Schwester irgendwas gemacht, aber unter der Woche, wenig verfügbar, dann eben nach der Arbeit kurz gesehen. In meiner Kindheit habe ich das gar nicht so bewusst als negativ empfunden, weil man als Kind das ja dann eben auch nur so kennt und man weiß ja nicht, dass es auch anders irgendwie geht. Ich habe das auch nicht als so negativ wahrgenommen. Aber so im jungen Erwachsenenalter, wo dann auch klar war, ich möchte selber eigene Kinder haben, ist mir dann doch bewusst geworden, dass ich das ganz gerne anders machen möchte, gerade die emotionale Verfügbarkeit für meine Kinder. Aber es war auch so ein stetiger Prozess. Also es gab jetzt nicht genau den Ei, den Auslöser, wo ich sage, okay, das hat mich jetzt so geprägt. Aber es war einfach ein stetiger Prozess der eigenen Kindheit reflektieren, um daraus dann Schlüsse für mich und meinen Papa sein eben zu ziehen. Und ja, ich glaube, das hat mich schon immer noch, also es macht mich immer noch zu dem Papa, der ich jetzt für meine Mädels bin, der emotional wenn er verfügbar ist. Der die gerne stundenlang rumgetragen hat und jetzt auch noch gerne auf dem Arm hat, ja, da einfach ein anderes emotionales Band zu schaffen, als mein Vater mit uns Kindern. Und das mache ich ihm aber auch gar nicht zum Vorwurf. Er ist, wie er ist. Dafür hat er auf anderer Seite extrem für uns gesorgt, getan, Verantwortung übernommen. Genau, auch das, glaube ich, mit einem gewissen Verständnis oder mit einer gewissen Akzeptanz, warum die Eltern vielleicht früher Dinge anders gemacht haben als wir. Kann sehr bereichernd sein für das Verhältnis mit den eigenen Eltern auch. Ja und oft ist es ja, dass die Großvaterrolle dann ja auch oft nochmal eine sehr präsente wird, weil die Zeit ja dann gerne nachgeholt wird. Genau, also es ist tatsächlich jetzt so klassisch bei den Mädels, dass ihr das doch anders handhabt als bei den Kindern. Aber wie du sagst, man darf nicht vergessen, es ist halt auch einfach eine andere Rolle. Und wir selber wissen, wenn wir jetzt befreundete Kinder hier haben, ist es ja auch ein anderer Vibe als mit unseren eigenen Kindern. Man ist ja doch irgendwie tatsächlich einfach befangen, in Anführungsstrichen, aber positiv. Du bist ja sehr präsent in der Vaterrolle, teilst das bei Instagram, aber natürlich auch in eurem Familien- und Freundeskreis. Fühlst du dich oft auf der Strecke noch alleine? Hast du gleichgesinnte Väter? Bist du noch so der Exot, dass die Frauen auf dich zukommen und so? Ja, toll. Also ich finde ja immer so, wenn Väter ihre Kinder im Tragetuch tragen, dann werden die ja gelobt, als wenn sie sonst irgendwas machen. Also das ist ja auch ein großer Flirtfaktor. Das ist wie Männer mit Hundewelpen. Und wenn sie Babys tragen, dann bleiben wirklich auch ältere Damen. Oh, guck mal, wie schön. Oder wenn der Papa auf dem Spielplatz Nachmittag ist, das ist ja so toll. Wie nimmst du das wahr und fühlst du dich alleine? Also es gibt ja auch noch nicht so viele Content, es gibt immer mehr. Also wieder Thema Bubble. Aber wie ist das bei euch auch im Ruhrgebiet, würde ich mal sagen? Wie wirst du wahrgenommen von anderen Vätern, von anderen Müttern? Ja, das würde mich total interessieren. Jetzt bin ich sechseinhalb Jahre Papa. Es hat sich in den sechseinhalb Jahren schon extrem gewandelt, wie ich finde. Bei Instagram ist es natürlich in Anführungsstrichen immer noch irgendwie die, volle Breitseite, dass es da primär doch Frauen sind, die mir folgen. Wie viel Prozent? Wie ist die Prozentzahl? Ja, 93, 94 Frauen, 6, 7 Männer. Krass. Und du bist ein Mann, ne? Und ich bin ein Mann, ja. Ich meine, mir folgen halt auch 97% Frauen und 3% Männer. Da würde ich noch sagen, okay, ist verständlich, aber du sprichst ja auch ganz speziell Männer an und das ist schon krass, dass dir die Frauen alle folgen. Ja, also ich glaube, da kommt natürlich jetzt dann auch so der Mix zusammen aus pädagogischem Hintergrund und ja, selber vielleicht auch für sich zu Hause was mit rauszunehmen. Ich würde tatsächlich viel, viel mehr gerne Männer erreichen. Aber es ist schwierig, die Männer zu erreichen, denn da sind wir dann beim Thema, Eigeninitiative und tatsächlich auch Wollen. Und da ist es dann doch oft einfacher, in seinem alten, in Anführungsstrichen, Rollenbild hängen zu bleiben, was irgendwie bequem ist, als ich dann mit, also Vorbild finde ich so, ich möchte mit 33 kein Vorbild für einen anderen 35-jährigen Vater sein. Wenn er das so sieht, dann ja gerne, aber ich möchte mich jetzt nicht da irgendwie als Vorbildfunktion hinstellen. Aber ich finde es natürlich trotzdem schön, wenn sich andere Väter, ja ich sag mal, inspirieren lassen würden, sich eben bewusster für Elternschaft zu entscheiden und eben auch bewusster für den Umgang mit den Kindern zu entscheiden. Ja, aber da ist auch da noch ein weiter Weg jetzt zu uns im Ruhrgebiet. Es hat sich echt viel getan. Also auf dem Spielplatz Und jetzt nachmittags ist das tatsächlich, mittlerweile 50-50, ist jetzt auch wieder so eine Auslegungssache, aber es ist auf jeden Fall so, dass ich da einen positiven Wandel sehe. Aber das, was du auch sagst, ein Papa mit Kind in der Tragetuch ist noch mal ein anderer Mal genäht als eine Mama mit Kind im Tragetuch. Und ich finde es ja auch immer noch so. Ja, voll. Also ich finde gerade die, aber es ist die emotionale Ebene, glaube ich einfach. Weil als Vater mit Kind in der Tragetuch ziehst du automatisch andere Frauen, Mütter, also gar nicht nur Mütter, aber auch andere Frauen irgendwie, ich sage mal in Anführungsstrichen, schon magisch an. Aber komischerweise fühlen sich Männer von Frauen mit einem Kind im Tragetuch nicht so magisch angezogen. Also da haben wir auch noch eine extreme Disbalance. Ob man das jetzt gut finden will oder nicht, dass man als Mann von anderen Frauen dann mit Kind im Tragetuch angesprochen wird. Persönliche Präferenz. Natürlich braucht man kein Blatt vom Mund nehmen. Natürlich findet man das gut, wenn man angesprochen wird und positiv bestärkt wird. Also wer von uns denn nicht? Auch Mütter fänden das wahrscheinlich gut, wenn es denn ehrlich gemeint und nicht plump und übergriffig ist. Ja, aber auch da wird es dann wieder schwierig. Aber es ist definitiv so, dass Väter, die mit ihren Kindern irgendwo präsent sind, ob beim Einkaufen, ob beim Ausflug, ob beim Spielplatz, einfach einen anderen Status immer noch haben. Haben. Ja, definitiv. Ja, ich glaube, es hat einfach damit was zu tun, wenn Frauen das sehen, dann denken sie, okay, ja super, der, könnte der Versorger sein und Frauen, die sozusagen mit Kindern, die sind ja einfach dann schon vergeben, also es macht glaube ich so unterschiedliche Gefühle aus, aber ich finde es auf jeden Fall jedes Mal immer wieder, enorm, auch würde ich auch sagen, bei meiner Mutter, wenn ich sage, guck mal, das ist der toll, er ist der Vater. Es ist sein Job. Und es gibt immer noch so viel Bewunderung dafür und Und ich glaube, das ist dieses Bild auch so wichtig. Deine Rolle einfach auch, dass du das einfach sichtbar machst, sodass es einfach normal ist. Also dass es einfach normal ist, dass Väter mit ihren Kindern Verantwortung übernehmen und die Dinge tun, die sie tun sollten, weil sie einfach dazugehören, Eltern zu sein. Genau, weil es einfach eben normal ist. Und ich finde den Ruf danach, Väter weniger dafür zu feiern, dass sie das machen, kann ich auf der einen Seite verstehen. Aber mit meinem positiven Ansatz würde ich sagen, feiert Väter weiter dafür, dass sie das tun. Aber feiert Mütter mindestens genauso für die Aufgaben, die sie tun. Weil dadurch entsteht ja im Endeffekt einfach nur diese Disbalance, dass es eben bei Müttern als selbstverständlich vorausgesetzt wird. Weil die wissen ja, wie es geht. Aber auch da wissen wir jetzt mittlerweile durch Studien, weil du vorhin Muttertät gesagt hast, auch Vatertät, das Gehirn der Männer verändert sich auch. Auch wenn sie denn sich bewusst darauf einlassen und eben intensiv auch in den Kontakt mit dem Kind gehen. Also da sind wir ja auch schon mal ein bisschen weiter im Denken und im Wissenschaftlichen. Ich habe aber zu dem Thema auch eine lustige Geschichte noch aus dem Kindergarten, wenn die gehört werden will. Natürlich, immer her damit. Okay, also zum Thema sich kümmern und so. Meine Tochter hat mit einem anderen Kind im Kindergarten gespielt. Die Geschichte wurde uns nachher so von der Erzieherin erzählt und waren im Rollenspielbereich und haben irgendwie Mutter, Vater, Kind gespielt. Und das andere Kind, ich glaube in dem Fall war es ein Mädchen, war dann eben der Vater und meine Tochter hat gesagt, hier, das Baby braucht eine neue Windel, du musst das Kind jetzt mal wickeln, weil sie es von zu Hause nicht anders kannte, dass Papa eben auch wickelt. Und das Kind hat dann ganz entsetzt gesagt, nein, der Vater kann nicht wickeln, der wüsste gar nicht, wie es geht. Und dann kommst du so ins Nachdenken und denkst dir so, okay, da war sie drei oder vier. Und das sind dann irgendwie drei- oder vierjährige Kinder, die schon verinnerlicht haben, dass der Vater sie wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben noch nicht ein einziges Mal gewickelt hat, denn das macht der Vater nicht. Und das hat natürlich auch irgendwie einen krassen Einfluss dann eben darauf, auf alle anderen Kinder im Kindergarten, wenn sich solche Realitäten ja dann eben außerhalb des Zuhauses auch widerspiegeln und die Kinder merken, ey, da gibt es doch andere Realitäten. Bei uns ist das eben ganz normal, dass Papa alles macht, ob jetzt mit uns aufräumt, ob mit uns zum Tanzen fährt oder uns eben emotional in unseren Gefühlen begleitet, aber, Ja, da gibt es immer noch extreme Unterschiede. Und ja, das macht mich traurig tatsächlich immer noch so ein bisschen. Ja, da sieht man einfach, wie hoch einfach die Verantwortung ist, weil sie von uns lernen und wir sind die Vorbilder. Und wir zeigen halt diese Bilder und das verinnerlichen Kinder. Und es ist halt auch irgendwie ganz normal, wenn man jetzt sagt, so das erste Lebensjahr macht jetzt komplett die Mutter. Und dann wundert man sich nach einem Jahr, warum ich als Vater das Kind nicht ins Bett bringen kann. Ich finde, es wird ja auch immer so gerne so ein bisschen abgegeben, wenn zum Beispiel die Frauen ausschließlich stillen, dann kommt die Beikost, aber die Stillen ist ja weiterhin Hauptnahrungsquelle und dadurch wird es immer so ein bisschen, ja, das kannst nur du. Aber wir sehen auch da in Studien, das Beruhigen und das Tragen und das Kind wirklich begleiten. Wenn man das im ersten Lebensjahr nicht macht, dann ist es halt einfach total dumm, weil man einfach diese Bindung verliert. Man hat vielleicht keine Brust, aber man hat andere Skills. Die man halt hat, um ein Kind zu regulieren. Und das ist so super wichtig. Und dann braucht man sich halt auch nicht wundern, wenn man dann nach einem Jahr einsteigen will. Das ist halt schwierig. Ja, dann wird es extrem schwierig. Aber auch dazu, also unsere beiden Kinder wurden gestillt. Und auch dazu, ich weiß, dass das Ganze am Anfang eben ein extremes Thema war, auch gerade nach der Geburt. Für mich war immer Tragetuch absoluter Gamechanger. Und ich liebe es auch heute noch. Kleine Babys ins Tragetuch zu packen, macht viel mit mir. Also macht ja auch wirklich. Das darf man immer irgendwie nicht vergessen. Und ich sage das auch allen werdenden Vätern. Macht das mal, weil das, also vom, das klingt so dumm und es ist so stumpf, aber beim Machen passiert halt was mit euch. Und wenn ihr mal euer eigenes Kind im Tragetuch habt, das wird was mit euch machen. Auch wenn ihr jetzt vielleicht nicht, Sofort Luftsprünge macht, aber es wird auf der emotionalen Ebene auf jeden Fall was mit euch machen und das wird sich auch auf die Zeit danach auswirken. Also wir können nicht erwarten, wie du schon gesagt hast, wenn wir nie in Kontakt mit unseren Kindern kommen, dass sich da irgendwie Bindung aufbaut. Und es ist so stumpf, wie es ist, wenn ich noch nie Reifen gewechselt habe, dann weiß ich nicht, wie ich einen Reifen zu wechseln habe. Wenn ich aber mal Reifen gewechselt habe, dann weiß ich im besten Fall danach, wie man Reifen wechseln kann. Und so ist es auch. Wir müssen Väter dazu kriegen, mehr ins Erleben zu kommen mit den Kindern. Um dann eben auch eigene Erfahrungen zu machen. Und wie du sagst, es gibt so viele verschiedene Möglichkeiten. Einschlafen war bei mir natürlich anders als Einschlafstillen, weil kann ich leider nicht, würde ich machen, hätte ich gemacht, geht aber leider nicht. Ich erlebe das Erzählbam immer wieder, dass Väter in der frühen Elternschaft oft schlicht nicht mitgedacht werden. Wie war das? Also nicht vom System, nicht von den Fachkrämpfen, manchmal auch nicht von sich selbst. Wie hast du das bei euch rund um die Geburt und Schwangerschaft ergeben? Warst du ein Teil davon? Aber es ist einfach so wie vorgesehen, die Elternzeit immer noch nicht so. Wie war da deine Wahrnehmung? Also es ist jetzt auch schon sechseinhalb Jahre beim ersten Mal her, hat sich was verändert vom ersten zum zweiten Kind. Was würdest du dir wünschen? Ja, natürlich glaube ich, ist, in der Hauptpräsenz die Frau eben da. Aber ich finde, man kann gerade als Vater auch schon in der Zeit der Schwangerschaft extrem viel für die eigene Bindung eben tun. Ob es jetzt eben dann Bauchmassieren ist, auch da einfach schon Bindung aufbauen. Verstehe ich auch bis heute nicht, warum das ganz, ganz viele Väter nicht machen. Und ich sage mal, diese Zeit auch schon vor der tatsächlichen Geburt irgendwie so ins Land gehen lassen, ohne da einfach schon Bindung zum Kind aufzubauen und sich mit in die Schwangerschaft auch einzubringen. Ich glaube, auch da bedarf es einfach einer Bereitschaft dazu, das eben auch bewusst zu tun. Denn ansonsten läuft so gerade die Schwangerschaft eben schon an den Vätern erst mal vorbei. Weil da eben einfach ein ganz, ganz anderer Fokus eben ist. Und ich glaube, da können wir noch viel, viel mehr die Väter bewusst auch da in die Pflicht nehmen und einbinden, schon vor der tatsächlichen Geburt, sich da aktiver einzubringen und mit gemeint zu sein. Also Vorbereitungskurse, ich glaube, da ist dann immer so ein kleiner Slot für die Väter, wo sie sich mal kurz austauschen können. Und das war es dann auch irgendwie so. Beim ersten Mal Vorbereitungskurs, weiß ich nicht, sechs Module. Und in dem einen Modul waren dann 20 Minuten für Austausch unter den Väter vorgesehen. Ja, aber ich glaube, da können wir tatsächlich viel, viel früher noch viel weitergehen. Früher ansetzen. Wenn man in so einem Geburtsvorbereitungskurs mal lernt, wie man so ein Targettuch bindet, dann steht man nämlich nachher nicht vor der großen Herausforderung, wenn man dann mit lebendem Objekt auf dem Arm da steht und dann vielleicht doch in Bredouille kommt. Und ich glaube, dass wir da immer noch viel, viel mehr Fokus einfach drauf legen können, auch generell auf das Wochenbett. Das wird für mich tatsächlich immer noch so rosarot gesehen oder so super negativ. Also auch da gibt es wenig Graubereich. Ja. Aber was würdest du dir, wenn du jetzt in deiner Wunschwelt, Jonas wärst, was du dir wünschst, also wie würdest du sagen, würden Väter gut vorbereitet werden in dieser Zeit, wie werden sie gut an die Hand genommen, was wäre so deine Wunschvorstellung, falls du eine hast, was man da machen könnte, also wie könnte man das verbessern? Also erstmal müssten wir faire Chancen für alle schaffen, dass sie in Elternzeit gehen können. Weil ich glaube, mit diesem Thema Elternzeit steht und fällt einfach alles. Weil du hast es gerade auch gesagt, wenn du ein Jahr nicht so richtig präsent sein kannst und dann auf einmal versuchst, irgendeine Bindung aufzubauen. Und ich glaube, wir müssen immer noch ein ganz, ganz anderes Bewusstsein davon schaffen, wie extrem wichtig Bindungsaufbau gerade in den ersten Wochen, Monaten eben ist. Also es ist ja Gott sei Dank so, dass man auch nach Jahren immer noch Bindung aufbauen kann und Bindung auch wächst. Ich meine, das wissen wir selber. Man hat einfach nur andere Themen und die Bindung wird eine andere, gerade durchs Thema loslassen. Aber ich wünsche mir einfach, dass wir ein ganz, ganz anderes Bewusstsein bei Vätern schon hinkriegen zum Thema Bindung und dass das auch cool sein kann, Vater zu sein und nicht man der, raue, strenge Vater sein muss, den vielleicht viele leider in ihrer Kindheit so erlebt haben. Also ich würde mir wünschen, dass Vater sein auch wieder ein bisschen, ja, walker wird, cooler wird, ja. Ja, was wünschst du dir generell von der Politik? Was sollte da passieren? Aktuell ist es ja wieder sehr, sehr schwierig, also du hast gerade schon angesprochen, also dass wir Elternzeit möglich machen. Ich persönlich finde ja, dass es eine Pflicht sein sollte, dass Väter oder Partner, Partnerinnen, also Elternteile, das ist der zweite Elternteil, dass es eine Pflicht sein sollte, dass die in der ersten Zeit einfach da sind. Also, dass das einfach, das sollte Grundvoraussetzung sein. Ja. Wäre auch mein Vorschlag. Das wäre auch mein Vorschlag, wenn denn dann alle Rahmenbedingungen drumherum so passen, dass das eben auch allen Familien ermöglicht, werden kann, ohne da jetzt groß irgendwie Einschränkungen zu haben, aber ich glaube, das ist extrem wichtig. Bereichernd sein könnte, wenn man dann eben als kleine Kernfamilie so zusammen in diese Zeit einfach startet und bei den Frauen dann eben nicht dieses Gefühl aufkommt, ja, der Mann ist den ganzen Tag arbeiten und ich bin so den ganzen Tag alleine mit einem kleinen, neugeborenen Kind. Ja, Elternzeit großes Thema jetzt gerade ja eh auch großes Thema, ob man jetzt Eltern oder Väter dann eben verpflichtet zu den sieben Monaten und es dann auch nur sieben Monate Geld gibt, das wäre jetzt eine ewig lange Diskussion. Auch da sehe ich positive Ansätze, auch da sehe ich ganz, ganz vieles sehr negativ und kritisch, was sich meiner Meinung nach nicht umsetzen lässt und was ganz viele Familien wieder ins Hintertreffen bringt. Ich glaube, dass wir, wenn ich mir wünsche... Aber was wünschst du dir? Du darfst wünschen jetzt. Wenn ich mir was wünschen würde, dann hätte ich ganz gerne eine Familienpolitik, die Familien wirklich bewusst in den Fokus nimmt und, ja, auch Probleme und Herausforderungen sieht und ich habe das Gefühl, aktuell prasselt einfach immer mehr auf Familien ein und es wird immer mehr Hilfen, werden Familien weggenommen, und Unterstützung ist eh keine da. Also ich würde mir wünschen, dass Familie einfach einen höheren Stellenwert hätte, wieder in unserer Gesellschaft und in der Politik. Ja, das würde ich mir auch wünschen. Ohne Familie wird es halt einfach auf Dauer auch irgendwie schwierig. Also ich sehe es jetzt gerade selber mit einem 90-jährigen Opa, der natürlich jetzt in seinem Leben auch wieder Hilfe braucht, so wie ein Neugeborenes. Aber wenn da keine Familie da ist keine Söhne, keine Töchter keine Enkel, dann stellen wir uns da auch für die nächsten Jahre viele, viele, viele Probleme also Pflege ja generell, und wenn du sagst, es kommen keine Kinder nach, Weiß ich noch nicht, wo das Ganze so hingeht in den nächsten Jahren. Und dann, um das mal wieder nochmal so den Kreis zu schließen, dann ist vielleicht auch durchaus berechtigt der Gedanke da, ja, möchte ich überhaupt ein Kind in diese Welt setzen aktuell? Ich würde mich immer wieder dafür entscheiden. Also bei mir ja, absolutes Ja. Aber ich kann jeden verstehen, der sich da mehr als drei Gedanken zu macht aktuell. Kann ich auch verstehen. Ich würde die Folge gerne nicht so traurig beenden, deshalb würde ich gerne nochmal, du hast ein Kinderbuch geschrieben, was hat dich inspiriert, deine Kinder, deinen Job und magst du vielleicht nochmal erzählen, worum es daran geht? Ja, ich habe ein Kinderbuch geschrieben zusammen mit dem Jupiter-Mond-Verlag und es geht um die Kita-Eingewöhnung. Ein für mich persönliches Thema, natürlich durch meine Zeit als Erzieher in der Kita. Es gibt tatsächlich nicht so richtig was zur Eingewöhnung, sondern eben nur so klassische, ich komme in den Kindergarten Bücher und ich wollte aber was Persönliches, was eben auch auf der emotionalen Ebene berührt und was eben auch Kinder, jüngeren Alters schon anspricht und ich hatte das Ritual, dass ich mit meiner Tochter immer ein Herz auf die Hand gemalt habe, wenn wir uns verabschiedet haben und sie in die Kita gegangen ist. Und dieses Ritual, ja, gibt also um das Ritual dreht sich das Buch auch ein bisschen und es geht eben ganz viel um, Bindungsaufbau und wie kann man als Familie diesen Schritt der Eingewöhnung, der ja dann doch irgendwie so der erste, große für viele ist, meistern. Aber es lässt sich auf viele Situationen übertragen, ob es jetzt beim Oma, Opa schlafen ist, woanders hingehen ist, also es geht primär um Eingewöhnung, aber um ein wundervolles Ritual. Okay, so dass ihr immer mit dem Herz habt, ihr sozusagen eure Verbundenheit immer. Trotz, dass ihr getrennt seid, dass ihr verbunden seid. Richtig schön. Ihr habt ja jetzt auch einen ganz großen Schritt vor euch. Du kriegst ja jetzt dein erstes Schulkind oder ihr habt jetzt den nächsten Übergang. Das ist ja... Ganz spannend. Jonas, ich sage dir, es wird sehr emotional. Also der Kita-Abschied, also das Kita-Abschiedsfest war jetzt schon sehr emotional. Ja, ich bin sehr gespannt. Aber auch das vielleicht noch so. Was wünsche ich mir? Ich wünsche mir tatsächlich mehr Väter, die auch ihren Emotionen freien Lauf lassen. Also ich bin selber als Kind so aufgewachsen, dass ich meinen Vater selten bis heute weinen habe sehen. Ich habe mit meinem Mann, wir hatten ein Kita-Sommerfest und da wurden natürlich die Schulkinder verabschiedet. Und wir haben jetzt unser Kindergartenkind, wir haben letztes Jahr wieder eingeschult, aber das letzte Kind bleibt. Noch zwei Jahre in der Kita. Und mein Mann und ich haben beide so geheult, obwohl wir gar nicht betroffen waren. Aber wir sind beide so eine sehr emotionalen Menschen. Es war so emotional, wie diese Kinder verabschiedet worden. Und ich habe auch wirklich nochmal für mich die Kita gewechselt, weil ich war da vorne in einer Kita, wo mir diese ganzen Feste, das war mir zu wenig schön. Also weißt du, wie ich meine? Und jetzt bin ich nochmal in so einer Kita, wo einfach so diese Feste gefeiert werden. Und man sieht da als Bindung. Und jedes einzelne Kind musste halt, es gibt ja so verschiedene Rituale, aber die sind halt, auf eine Matte gesprungen und dann wurden sie dann, bevor sie gesprungen sind, da konnte ich schon wieder weinen, hat, jeder Bezugserzieher aus der Gruppe denen was ins Ohr geflüstert und sie so ganz fest gedrückt und dann sind sie gesprungen und ich, wir haben geheult, beide wie Schlosshunde, obwohl wir gar nicht als unser Kind waren, aber ich finde das einfach so, das sind so besondere Erlebnisse, die auch einfach zu teilen und einfach auch beide Elternteile da zu sein. Ich meine, manchmal gibt es, ich meine, ich bin eher bei uns immer die, weil ich ja jeweils mit dem Berufsbereitschaft bin. Also mein Mann ist sehr, sehr präsent. Manchmal habe ich durch diesen Beruf, der halt nicht so planbar ist, einfach Situationen, wo ich dann, wo er mehr bei aktiver ist als ich. Aber diese Momente sind einfach so krass und da Gefühle zu zeigen, ich weiß immer gar nicht, wie man da nicht heulen kann. Ja, das war für mich auch so, dass ich gedacht habe, und es übermannt einen ja schon auch irgendwie und ich, boah, Einschulung mir, also graut es im positiven Sinne davor. Ja, also man realisiert halt auch einfach, ja, dass die kleinen Menschen, die man da irgendwie mal im Tragetuch hatte, ja, einfach immer größer und, äh, ja. Krass, einfach krass. Ich finde es immer noch krass, wie dieser Prozess des Elternseins ist und was es mit einem selber auch einfach macht. Und man auch dadurch ja nochmal wieder selber merkt, wie stark doch die Bindung zu den eigenen Kindern ist. Und ja, da dürfen wir uns dann wieder auf die Schulter klopfen und sagen, ey, wir haben die letzten Jahre einen richtig, richtig guten Job gemacht. Auch wenn es super anstrengende Phasen gab, auch wenn es viele Herausforderungen gab, aber am Ende des Tages immer den Blick auf das Positive zu haben, bereichert. So schön. Und vor allem, wenn man das gemeinsam macht. Und deshalb kann ich mir das gar nicht vorstellen, wie einfach das gar nicht geht, gleichberechtigte Elternschaft, sondern diese Präsenz. Also ich will ja einfach diese Bindung mit meinen Kindern haben und es kommt ja nochmal eine ganz, also du kommst jetzt ja in die Phase des Schulkinds, ich bin ja gerade, ich habe ja schon Teenager und das ist ja sozusagen, das Fest, das letzte Fest der Elternschaft und dann, bist du ja fertig, also dann lässt du sie ja wirklich raus und da sieht man das auch mal, wenn man so einen Grundstein einfach gelegt hat, weil das ist ja nochmal eine ganz andere Phase, aber da ist es auch nochmal wieder so krass, einfach präsent zu sein, als Eltern, weil man denkt, okay, wenn die Eltern sind, dann machen die ihr Ding alleine, Aber da ist es wirklich in Verbindung zu sein. Deshalb finde ich das einfach so toll, dass du das jeden Tag auch deine Gedanken dazu teilst. Und ja, es war eine sehr schöne Folge. Vielen Dank. Danke dir für die Einladung. Es hat mir auch sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, wir konnten die ein oder anderen ja auch inspirieren, sich nochmal einfach auch anders Gedanken, um die eigene Elternrolle zu machen. Auf jeden Fall und da auch einfach reinzugehen und da sind wir jetzt leider nicht zu gekommen. Das könnten wir, deshalb könnt ihr ja auch vielleicht Jonas folgen. Du gehst ja auch sehr stark mit deiner Heilung um, also sprichst offen über deine Gefühle, und da einfach immer zu gucken, weil das ist ja ganz, ganz wichtig und ich glaube, da kommt man auch immer zurück in seiner Elternschaft auf seine Punkte und man muss nicht vorher, alles perfekt sein, sondern das ist auch ein Teil davon beim Elternsein, dass man sehr viel über sich lernt und über seine Heilung. Von alten Wunden. Absolut, ein herausfordernder Teil, aber auch ein wunderschöner Teil. Und aber ein Teil, von dem man vielleicht vorher auch noch gar nichts wusste. Also macht euch auf die spannende Reise zu euch selbst, mit euren Kindern. Es kann aber auch sehr heilsam sein. Ihr Lieben, vielen Dank, dass ihr mit dabei wart. Ich hoffe, wir konnten euch ein bisschen inspirieren. Wir würden uns freuen, wenn ihr die Folge teilt. Ihr könnt auch in die Kommentare schreiben, wo ihr Jonas findet. Das schreibe ich euch natürlich in die Shownotes. auch sein neues Buch. Vielleicht seid ihr gerade vor diesem Einstieg Kita-Eingewöhnung. Das ist ja jetzt auch gerade passend in der Zeit, wo sich alle jetzt vorbereiten. Das neue Kita-Jahr beginnt ja auch in einigen Wochen. Dann ist das vielleicht eine schöne Inspiration. Und ich freue mich, wenn ihr nächste Woche wieder bei mir einschaltet. Und danke, dass ihr zugehört habt. Tschüss! Wenn dir diese Folge gefallen hat, würde ich mich riesig freuen, wenn du den Podcast abonnierst und eine Bewertung oder einen Kommentar hinterlässt. Du hast Fragen an mich, Ideen für Themen oder möchtest deine Geschichte mit mir, mit uns teilen? Dann schreib mir einfach an sissi at auf minus die minus ohren punkt com und ich freue mich riesig über deine Nachricht.