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Heute-Journal, der Podcast. Die News, dein Durchblick.
Hallo und herzlich willkommen. Schön, dass ihr dabei seid. Und weil ihr euch jetzt sicher fragt, huch, wer spricht da? Ich darf und will mich kurz vorstellen. Ich bin Philipp Wortmann, Moderator beim ZDF und ich vertrete Helene in dieser Woche. Also meine Premiere, aber ihre natürlich nicht. Mir gegenüber sitzt Marietta Slomka, Moderatorin des Heute-Journals. Hallo, Marietta. Hallo, Philipp. Ja, schön, dass du da bist. Also ich sehe dich ja sonst immer bei der ZDF Heute, bei der Heute Live oder wir sehen uns mal auf dem Flur oder in der Maske und jetzt arbeiten wir mal zusammen, freue ich mich. Jetzt sitzen wir hier im Podcast, sehr schön. Und wie jede Woche schauen wir in diesem Podcast natürlich auf eine große Schlagzeile der Woche und die vielen kleinen, aber eben oft auch entscheidenden Details dahinter. Und vielleicht ist es euch auch aufgefallen, ein Wort, das in den Schlagzeilen dieser Woche ganz oft auftauchte, das ist das Wort Kehrtwende. Gemeint ist die Ukraine-Russland-Politik der USA, genauer von Donald Trump. Offenbar will der sich jetzt von Russlands Präsident Putin nicht länger hinhalten lassen und will der Ukraine nun doch wieder Waffen liefern. Und Trump stellt Putin ein Ultimatum von 50 Tagen für eine Einigung.
Sprich ein Ende des Krieges. Ist das tatsächlich eine Kehrtwende? Und was bedeutet all das für den Krieg in der Ukraine, für die Ukraine und die Unterstützerländer? Darüber wollen wir sprechen mit unserem USA-Korrespondenten Emma Tevesen und mit dem Sicherheitsexperten Christian Mölling. Und wir zeichnen diese Folge übrigens auf am 17. Juli um 13.30 Uhr.
Marietta, ich glaube, wir erinnern uns alle noch gut an den 6. November vergangenen Jahres. Das war der Tag, an dem wir aufgewacht sind mit der Gewissheit, Donald Trump wird zum zweiten Mal der Präsident der USA. Du warst in Washington, du hast von dort das Heute-Journal moderiert, Anchor on Location, sagen wir da im Journalisten-Slang. Als klar war, Donald Trump macht das Rennen, hast du da schon gesagt, daran gedacht, was das auch für die Ukraine bedeutet. Ja, ja, sofort. Das war sofort mein Gedanke, was es für die Ukraine bedeutet und natürlich nicht nur für die Ukraine, sondern auch für die Sicherheit hier auf unserem Kontinent und für die Weltpolitik insgesamt. Was sich da auf der weltpolitischen Bühne auch verschoben hat, das konntest du dann wenig später auch beobachten, und zwar auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar. Du warst vor Ort, hast da auch die Rede vom Vizepräsidenten J.D. Vance gehört und da haben im Grunde ja alle gedacht, die USA lassen die Ukraine jetzt komplett im Stich und danach sah es jetzt ja für ein paar Monate auch aus. Scheint für dich dieser anfängliche Schock, der Schock der Münchner Sicherheitskonferenz, mit dieser Woche vielleicht auch ein Stück weit verflogen? Nee, das würde ich nicht sagen, weil es hat sich ja an den Ideologien von G.D. Vance oder Donald Trump nichts dadurch geändert.
Und dieser Schock in München, der war ja eigentlich noch größer, weil G.D. Vance ja über europäische Innenpolitik sprach. Also wir hatten ja schon alle befürchtet, dass er sagt, wir werden hier unsere Waffen und unsere Soldaten abziehen und die Europäer müsst jetzt künftig für eure Sicherheit ganz alleine sorgen. Also das hatte man ja schon eingepreist, dass sowas kommt. Aber dass er sich da hinstellt und die Europäer als Undemokraten beschimpft, das war so krass und so absurd und bizarr und kalt. Also mir ist damals wirklich das Blut in den Adern gefroren und daran hat sich ja eigentlich nichts geändert. Schauen wir vielleicht gleich im Detail nochmal drauf. Vielleicht machen wir einmal einen kurzen Schlenker dahin, was in dieser Woche eigentlich passiert ist. Also wir sprechen über eine mögliche Wende. Für diesen Montag hatte Trump eine Zitat richtig große Ankündigung versprochen. Was er dann verkündet hat, das ist ein Ultimatum in Richtung Putin. Wenn es in den kommenden 50 Tagen kein Friedensabkommen gibt, dann soll es 100-prozentige Zölle für alle Länder geben, die noch mit Russland Geschäfte machen. Und die USA, die wollen der Ukraine eben unter anderem Patriot-Luftverteidigungssysteme zur Verfügung stellen. So, wir wollen jetzt erstmal darauf schauen, was da im Weißen Haus genau, beziehungsweise im Kopf von Donald Trump passiert ist. Macht er tatsächlich ernst? Holen wir uns Elmar Thewissen dazu, den Leiter unseres ZDF-Studios in Washington. Hallo Elmar. Hallo ihr Lieben, freue mich, dass ich dabei sein darf. Hallo Elmar.
Also Trump macht da jetzt ein großes Versprechen, hat er in der Vergangenheit auch schon immer wieder gemacht. Unter anderem wollte er den Krieg in der Ukraine innerhalb von 24 Stunden beenden. Das hat ganz offensichtlich nicht geklappt. Am Montag dann eben die große Ansage in Richtung Moskau, die er da versprochen hat. Elmar, hast du da gedacht, oha, da kommt jetzt was oder war es dann doch vielleicht eher so ein müdes Kopfschütteln? Also es kündigte sich ja in den Tagen vorher an. Und wir haben dann am Montag gesehen, als Mark Rutte da eben saß, der NATO-Generalsekretär und Trump dann losgelegt hat, dass er ganz offenbar zutiefst in seiner Eitelkeit getroffen ist. Also er hat einfach das Gefühl...
Zum einen Ohr rein, zum anderen Ohr raus bei Putin. All das, was Trump mit ihm besprochen hat, der Versuch, irgendeinen Deal, ein Abkommen zu machen. Und Putin hat am gleichen Tag dann oft genug eben auch wieder die Ukraine angreifen lassen, in großem Ausmaß. Aber wenn man sich das jetzt dann substanziell anguckt, was Trump verkündet hat, ja, da können einem Zweifel kommen, ob das jetzt etwas ist, was Russland beeindruckt.
50 Tage, da kann man auch schon mal nochmal einige Städte zusammenschießen. Und diese 100 Prozent, ob die wirklich kommen. Denn das Problem ist ja, Elmar, das weißt du besser, er steht ja politisch da auch unter Druck. Ist ja nicht so, als wenn seine Anhänger begeistert jetzt davon wären, dass die Ukraine wieder mehr unterstützt wird. Ja, und deswegen ist es so wichtig, dass er verkaufen kann, dass die Waffen, die jetzt geliefert werden, alle von anderen bezahlt werden. Aber du hast den Punkt genannt, Marietta. Er hat ja seine Eitelkeit verletzt gesehen. Das bedeutet also, dass in den 50 Tagen, Wenn Wladimir Putin klug genug ist, seine Eitelkeit, die von Trump ein Stück weit zu streicheln, dann kann es genauso wieder eine Kehrtwende in die andere Richtung geben. Und das ist das Problem. Also es ist keine verlässliche Kursänderung, die wir da am Montag erlebt haben. Es gibt ja inzwischen auch diesen Spruch und Trump, der Taco Trump, also Trump always chickens out und zieht sich immer wieder zurück. Mir kommt so ein bisschen vor, ja, wie ein Hund, der bellt, aber nicht beißt. Und bisher hat der Hund immer mit dem Schwanz gewedelt, wenn Putin auftrat. Jetzt wird mal ein bisschen geknurrt. Aber ob da wirklich was kommt? Und diese Patriots, gut, das besprechen wir sicherlich mit Christian Mölling noch näher, die sind ja nicht morgen in der Ukraine und helfen denen. Also er sagt natürlich, die sind schon auf dem Weg. Also Deutschland liefert gerade, hat er gestern gesagt. Ja, da weiß Deutschland nur gar nichts von. Genau, es gibt tatsächlich dazu vom Verteidigungsministerium auch eine Ansage, ein Sprecher, der sagt, wir wissen da nichts von. Die Verschiffung entsprechender Systeme, das kann sich Monate hinziehen.
Ja, und das ist, glaube ich, das Problem, wie soll denn Wladimir Putin das sehen? Ich meine, der erlebt doch mit den Androhungen in Sachen Strafzölle rund um den Erdball, die Donald Trump immer wieder macht und dann Rückzieher und dann noch ein extremer Vorschlag oder Forderung, dass man es nicht unbedingt ernst nehmen muss. Wenn man so eine Drohung ernst nehme, dann würde man nicht 50 Tage warten, sondern die wahrscheinlich sofort in Kraft setzen oder ein Ultimatum von drei Tagen setzen. Emma, wir wollen ja gerne verstehen mit dir zusammen, was da möglicherweise in Trumps Kopf passiert ist, was ihn da motiviert. Er hat dazu etwas gesagt, und zwar dazu, dass er offenbar die Geduld verloren hat mit Putin, nachdem er wieder mit ihm telefoniert hat. Und zwar als Mark Rütte zu Gast war im Oval Office. Da hat Trump Folgendes gesagt. Sie sagen, es ist eine sehr lustige Gespräche. Und dann die Missiles gehen auf das Nacht.
Also ich will es vielleicht einmal kurz paraphrasieren. Er sagt so viel wie, wenn er mit Wladimir spricht, dann ist es immer ein total nettes Telefonat. Dann bombardiert Putin aber wieder irgendwelche Städte und er geht nach Hause und seine Frau, die First Lady, weist ihn auch nochmal darauf hin. Ja, das werden die Amerikaner mit Interesse zur Kenntnis nehmen, dass die beiden sich überhaupt noch unterhalten und sich abends sehen. Weiß man es? Soll man es glauben? Haben sich geküsst am 4. Juni. Oh Gott, ja. Ist hier sehr notiert worden.
Aber ja, nur wir haben es mit einem amerikanischen Präsidenten zu tun. Präsident der größten Supermacht, Weltmacht. Der sagt, oh und Putin ist nice und jetzt ist er aber nicht mehr nice und redet Bullshit. Also es ist irgendwie auch faszinierend, auf was für ein Niveau wir angekommen sind in der internationalen Politik. Das ist so, aber ich glaube wichtig ist auch nochmal, es gab ja steter Tropfenhüllt den Stein in den letzten Monaten. einen Politiker aus Europa nach dem anderen, der im Oval Office saß und ihm gesagt hat, dem Putin kann man nicht trauen. Das hat übrigens ja, ihr erinnert euch, Selensky im Februar auch getan. Und dann ist das Ding aus dem Ruder gelaufen. Die sind ihm im Rücken ins Gesicht gesprungen, weil sie sich nicht belehren lassen wollten.
So es haben aber Politiker, auch beim NATO-Gipfel übrigens, sehr, sehr eindringlich auf Donald Trump eingeredet. Und das war für mich das Faszinierendste am Montag, dass er an einer Stelle gesagt hat, da ist ein Spirit in Europa, Die meinen das wirklich ernst und die sind der festen Überzeugung, man muss der Ukraine. Also irgendwie scheint was hängen geblieben zu sein und das trägt jetzt zu dieser Kehrtwende bei. Egal wie lang die hält, aber man muss das Eisen, glaube ich, jetzt weiter schmieden. Ich glaube, da kann man auch durchaus Marc Rütte, der auch sehr gescholten wurde für seine Daddy-Aussagen und auf einer Schleimspur rutschen würde. Die SMS, wir erinnern uns. Ja, die SMS. Aber er hat, glaube ich, Rütte ist ja wirklich mit allen Wassern gewaschen und unglaublich erfahrener Außenpolitiker auch. Er hat, glaube ich, begriffen, wenn man Trump irgendwie ins Boot holen will, und das müssen die Europäer nun mal dann so. Und Friedrich Merz kann, glaube ich, auch ganz zufrieden sein mit seinen diplomatischen Bemühungen. Also er hat da auch durchaus eine Rolle gespielt.
Emma, du hast es gerade schon angesprochen, das ist natürlich jetzt, Es ist entscheidend, wie lange Trump durchhält. Bisher ist die einzige Konstante bei Trump ja eigentlich seine Sprunghaftigkeit.
Was wäre deine Prognose, deine Einschätzung in diesem Fall? Da kann man eigentlich keine abgeben, weil die morgen wieder überholt sein kann. Aber, jetzt kommt das Aber, ich finde zwei Dinge bemerkenswert. Das eine ist, er hat ja zugestimmt, dass die Koordination für diese Waffenlieferungen unter dem Dach der NATO laufen. Und das ist neu. Das war bisher ja diese Koalition der Willigen, diese Kontaktgruppe, das waren 57 Staaten. Jetzt läuft das über die NATO und das kann in Moskau natürlich verstanden werden als eine tiefere Einmischung der NATO. Und das weiß man im Weißen Haus. Also er geht bewusst dieses Risiko ein, dass die NATO als Gegner mit wahrgenommen wird in Moskau. Und das deutet für mich auf eine höhere Ernsthaftigkeit hin.
Und das Zweite ist die Frage, welche Waffen tatsächlich dann am Ende geliefert werden. Also die Strafzollgeschichte halte ich momentan für absolut nebensächlich, weil da kann noch viel passieren in 50 Tagen. Aber wenn sie bereit wären, auch Waffen über den Umweg zu liefern, die eine Offensivkapazität beinhalten, mit der die Ukraine in der Krim quasi die Nachschubwege Russlands abschneiden könnte und ähnliches. Nun hat er gestern schon gesagt, nein, keine Langstreckenwaffen und so weiter. Ich glaube, das ist der entscheidende Punkt. Butter bei die Fische. Wenn er tatsächlich es ernst meint mit Unterstützung der Ukraine, müsste er auch weiterreichende Waffensysteme liefern. Nur zur Wahrheit gehört ja auch, dass in seinem Umfeld es eben auch Leute gibt, die finden, dass man sich um Europa eigentlich gar nicht mehr kümmern sollte. J.D. Vance dann im Verteidigungsministerium. Gut, Hexas können wir mal sagen, der ist, glaube ich, gar kein Strateger. Aber er hat ja auch ein paar Leute noch um ihn herum, die sich eben viel mehr auf China konzentrieren, auf diesen indopazifischen Raum, wie es immer heißt. Und die eigentlich gar keine Lust mehr haben, hier noch irgendwie sich mit der Ukraine zu befassen. Und ich finde es auch interessant, Emma, wie ordnest du das ein, dass Trump immer so betont, das ist nicht mein Krieg. It's not my war, it's Joe Bidens war. Ja, also ich meine, das tut er ja immer. Aber es ist tatsächlich so, dass er...
Unverantwortlich sein will für das, was passiert in der Welt, wenn es negativ ist. Wenn es aber positiv ist, dann sehr gerne. Dann übernimmt er alle Verantwortung dieser Welt, weil man dann vielleicht am Ende auch einen Friedensnobelpreis damit gewinnen kann. Und so ist es. Er ist als Persönlichkeit so gestrickt. Und das Interessante ist, gibt es Wege, und hier sehen wir vielleicht gerade einen, wie man das spielen kann, um ein Stück weit das im Positiven, in diesem Fall für die Ukraine, zu nutzen. Elmar, vielen Dank dir für deine Einschätzung. Alles Gute nach Washington. Tschau. Tschüss, macht's gut, ihr Leben. Also, nun doch wieder Waffensysteme aus den USA für die Ukraine im ersten Schritt. Wir haben darüber gesprochen, Patriots zur Flugabwehr. Das sind Systeme, die jetzt erstmal aussehen vielleicht wie ein LKW mit einem Container drauf. Da stecken dann Raketen drin, die eben genutzt werden können, um wiederum andere Raketen auszuschalten. Wir wollen jetzt nochmal ein bisschen genauer auf diese Lieferungen schauen. Die passieren natürlich nicht einfach so per Päckchen, das ist logisch. Per Amazon. Genau. Wie eine Waffenlieferung in die Ukraine, wie die funktioniert, das erklärt uns jetzt, ihr kennt sie alle, unsere Kollegin Gundula Gause.
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Panzer, Haubitzen oder Flugabwehrsysteme können natürlich nicht einfach per Post verschickt werden. Wie sie am Ende aber in der Ukraine ankommen, unterscheidet sich je nach Gerät und dem Land, das liefert. Ein großer Teil der Lieferung kommt aus europäischen Staaten wie Deutschland oder Frankreich in die Ukraine. Manches kann tatsächlich mit normalen LKWs geliefert werden. Aber Panzer sind zum Beispiel zu schwer und werden deshalb mit Güterzügen oder speziellen Schwerlast-Lkw mit Tiefladern transportiert. So kommen sie in Nachbarländer der Ukraine wie Polen. An der Grenze übernehmen dann ukrainische Soldaten die Fahrzeuge und bringen sie über die Grenze. Kleine Ausrüstungsgegenstände wie Munition oder kleinere Waffen können direkt per Lkw in die Ukraine gebracht werden. oder auch mit dem Flugzeug oder der Bahn.
Waffenlieferungen aus den USA müssen erst einmal über den Atlantik. Schiffe bringen das Kriegsgerät dann nach Deutschland oder in die Niederlande. Aber nicht immer müssen die Waffen übers Meer, denn die USA haben Militärstützpunkte in Europa mit Waffenbeständen und im aktuellen Fall soll es so laufen. NATO-Staaten wie Deutschland, Finnland und Großbritannien sollen die von ihnen selbst gekauften US-Waffen an die Ukraine liefern und dürfen dann in den USA nachkaufen. Die Lieferungen laufen übrigens in der Regel heimlich ab. Man kann zwar so große Lieferungen nicht besonders gut verstecken, aber Details sind trotzdem geheim, damit Russland die Transporte nicht attackiert.
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Also die Waffenlieferungen in die Ukraine, die passieren in aller Regel geheim und die sollen natürlich auch nicht attackiert werden. Die russischen Attacken auf die Ukraine, auf Städte wie Kiew und Kharkiv, die haben an Intensität in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich zugenommen. Terror aus der Luft, so muss man es nennen, mit zuletzt über 700 Drohnen am Tag. Marietta, das sind, wir berichten oft über diese Angriffe, ganz offensichtlich ja auch Attacken, die sich eben gegen die Zivilbevölkerung richten, mit dem Ziel, die Menschen in der Ukraine zu verunsichern. Ja, das ist Terror. Ich höre auch von Ukrainen, dass bei manchen auch wirklich diese Zermürbung auch da ist, wenn du jede Nacht nicht schlafen kannst. Wenn das nachmittags schon losgeht, dass die Aufklärungsdrohnen über dein Wohnviertel kreisen und du weißt, alles klar, da kommt was. Die werden nicht abgeschossen, weil das wäre eine Verschwendung von Flugabwehr. Und dann geht es los nachts und kannst dir überlegen, gehst du jetzt in die U-Bahn auf dem Weg dahin, das ist irrsinnig gefährlich. Dann kannst du da eigentlich auch nicht schlafen. Also legst du dich ins Badezimmer oder in den Hausflur und morgens um acht darfst du dann aber auf deinem Arbeitsplatz sein. Das macht einen komplett fertig. Also es ist eine traumatisierte Nation inzwischen. Ja, das weiß Putin natürlich. Das ist das Ziel und Zweck dieser Städtebombardierung. Natürlich geht es auch um militärische Ziele, klar.
Aber das Hauptziel ist diese Zermürbung. Wir sprechen gleich noch weiter über die militärische Dimension in diesem Krieg, eben mit dem Militärexperten Christian Mölling und natürlich die große Frage, ob wir einem Frieden in der Ukraine in dieser Woche möglicherweise ein Stückchen näher kommen. Vorher wollen wir uns aber nochmal einschätzen lassen, wie diese Ankündigung, die Drohung von Trump, also er will jetzt wieder Waffen liefern, das hat er angekündigt, er droht mit Zöllen, wie all das in Russland ankommt und einer der wenigen deutschen Journalisten, die noch dauerhaft aus Russland berichten können, das ist unser Korrespondent Armin Körper und er hat uns aus Moskau eine Sprachnachricht geschickt.
Man spielt das hier tendenziell eher runter und insgesamt ist der Kreml meistens ausgesprochen gut darin, solche Drohungen oder persönliche Angriffe von Donald Trump gegenüber Wladimir Putin an sich abtropfen zu lassen. Was das Ultimatum angeht, so wird hier in den kremlnahen Medien immer wieder auf das letzte Telefonat verwiesen.
In dem Putin Trump gesagt haben soll, er bräuchte noch 60 Tage, um die militärische Sommeroffensive gegen die Ukraine abzuschließen. Die jetzt genannten 50 Tage entsprechen dem in etwa, sodass in russischen Medien direkt danach schon von einer carte blanche die Rede war, die Trump Putin für diese Offensive gegeben habe. In Russland glaubt man insgesamt nicht, dass Trump seine Sanktionsdrohungen nach diesen 50 Tagen wahrmacht, weil er damit schon zu häufig gedroht hat. Und auch was die Waffenlieferungen an Kiew angeht, so betont der Kreml, dass man überhaupt nichts anderes erwartet habe und darauf bestens vorbereitet sei. Ich finde es total spannend, was Armin sagt. Also die Russen versuchen das herunterzuspielen. Wir erinnern uns, Putin ist ein ausgebildeter KGB-Agent. Der ist offenbar sehr geübt in psychologischer Kriegsführung, also jemand, der extrem rational agiert. Und auf der anderen Seite in Washington haben wir einen US-Präsidenten, der offenbar stark von seinen Emotionen geleitet ist. Was meinst du, wie kommen diese beiden sehr unterschiedlichen Charaktere da zusammen? Also ich weiß, wie du es meinst, aber rational ist das, was Putin macht, wirklich rational, das kann man ja auch hinterfragen. Also einen so massiven Landkrieg mit einem Nachbarstaat vom Zaun zu reißen, die Zahlen gehen zwischen 700.000 und 1 Millionen Soldaten der russischen Föderation, die gestorben oder schwerst verwundet sind.
Er hat sich ein Nachbarland geschaffen, in dem der Hass schon bei den Kindern so tief sitzt, wo ursprünglich der russische Einfluss und der Respekt für Russland ja sehr groß waren und auch viele Ukrainer russischsprachig sind von Haus aus und die jetzt einfach nur noch blanken Hass haben. Ich weiß nicht, ob das rational ist, aber in Putins Lesart ist das wahrscheinlich rational. Und ja, er ist zweifellos jemand, der strategisch denken kann oder langfristig denkt, Während Trump, im Grunde genommen auch ein unerfahrener Außenpolitiker, sich nach anderen, Richtungen bewegt. Aber ob diese beiden Menschen jetzt miteinander können, offenbar konnten sie das bisher ja hervorragend, ist vielleicht auch gar nicht so ausschlaggebend. Sondern ausschlaggebend ist, ob Russland sich diesen Krieg auf Dauer leisten kann oder nicht. Und interessant ist, wenn du dir den anguckst, im Afghanistan-Krieg, den die Sowjetunion dann irgendwann aufgegeben hat, nach knapp zehn Jahren, glaube ich, habe ich nochmal nachgeguckt, da war die Zahl der Todesopfer, der toten sowjetischen Soldaten lag bei 15.000, manche sagen auch 30.000. Und das war schon zu viel. Da gab es schon Aufstände von den russischen Soldatenmüttern, den viel Gepriesenen. Und jetzt?
Wie lange kann Russland das machen? Das wird davon abhängen, was der Westen tut. Das ist eine Frage, die wir vielleicht auch noch im Hinterkopf behalten können und uns an dieser Stelle jetzt vielleicht noch mal weitere Expertise dazu holen und auch die Frage stellen, was diese Ankündigungen und Drohungen von Trump, was die für die Menschen in der Ukraine und auch für die Unterstützerländer wie Deutschland bedeuten. Christian Mölling ist bei uns. Er ist einer der gefragtesten Sicherheitsexperten und zwar ist er Senior Advisor beim European Policy Center. Hallo Herr Mölling, schön, dass Sie da sind. Hallo Herr Wortmann, grüß Sie. Herr Mölling, auch an Sie zu Beginn vielleicht die große Frage, macht Trump tatsächlich ernst? Man könnte ja meinen, ihm geht es da vielleicht auch um einen schnellen Deal. Wir haben gelernt, die Europäer sollen für die Waffen, die die Amerikaner liefern, bezahlen. Zu einer anderen Interpretation kann man vielleicht kommen, wenn man liest, was der US-Sondergesandte Kellogg nach einem Treffen mit dem ukrainischen Außenminister in Kiew schreibt. Kellogg ist in dieser Woche eben in Kiew. Und er schreibt, die Vereinigten Staaten unterstützen Frieden durch Stärke. Da habe ich aufgehorcht bei Frieden durch Stärke, weil das dann ja vielleicht doch eher... Nach einer militärischen und auch ideologischen Kehrtwende klingt und nicht so sehr nach einem Deal. Ich glaube, wir haben es wie schon so oft in den letzten Monaten erst mal mit einer neuen Schlagzeile zu tun. Und in der drückt sich da natürlich auch große Hoffnung aus, die wir in Deutschland und in Europa haben, dass es das jetzt sein könnte.
Gleichzeitig hat Trump uns ja in den letzten Monaten gelehrt, dass er jeden Tag eine neue Schlagzeile produzieren kann und dass die von morgen, die von heute einfach sozusagen komplett abräumt. Und wenn ich das zusammenfasse, würde ich sagen, erstens, solange die Systeme nicht angekommen sind, würde ich es nicht glauben und dementsprechend auch überhaupt noch nicht von einem Politikwechsel reden oder einfach annehmen, dass sich die nächsten 50 Tage noch so viel Politikwechsel ereignet, dass wir wahrscheinlich dann schon wieder vergessen haben, dass es dieses Ultimatum gegeben hat. Der andere Punkt ist, dieses Ultimatum ist ein Ultimatum, das Trump sich selber gestellt hat. Er selber hat sich damit unter Druck gesetzt. Und Herr Theweson hatte das sehr schön formuliert in dem Versuch der Nichtverantwortlichkeit. Das ist, wenn man Präsident ist und sowas sagt, dann ist man aber erstmal verantwortlich. Und die Frage ist, wie kommt er aus der Nummer wieder raus? Oder ist er wirklich bereit, die Konsequenzen zu ziehen und einen anderen Kurs gegen Russland einzuschlagen? Wir haben viele Interpretationen in diese Richtung jetzt gehört.
Ich würde da weiterhin skeptisch bleiben. Der amerikanische Präsident hat das bislang nicht gemacht. Und ich glaube, er wird kurz bevor er auf den symbolischen roten Knopf drückt, einen Anruf aus dem Kreml bekommen und tausend rote Rosen sozusagen zugeschickt bekommen. Und das ist alles wieder gut. Aber es bleibt für die Europäer nichts anderes zu tun, als weiter zu versuchen, Trump auf ihre Seite zu ziehen. Wie bewerten Sie denn die Möglichkeiten, jetzt dann doch Patriots zu liefern? Wenn man bedenkt, dass es zwischendurch ja sogar einen kompletten Stopp von Waffenlieferungen aus den USA gab. Also das ist erstmal klar ein gutes Signal. Hoffentlich kommen sie an. Und die Details des Deals kennen wir nicht, auch wenn die deutschen Systeme ersetzt werden nicht. Aber man muss sehen, dass sich die Luftbedrohung halt einfach deutlich noch weiter verändert hat. Die Patriots sind sehr wertvolle Systeme, die man am besten nur gegen ballistische Raketen einsetzt. Russland hat aber seine Produktion von Drohnen, die eben auch sehr weit fliegen können, so hochgefahren, dass man die auch irgendwie abfangen muss. Und das stellt die Ukraine einfach zahlenmäßig vor eine neue Herausforderung.
Dass man einfach so viele Abwehrsysteme gar nicht mehr hat. Und ein paar Patriot mehr machen dann möglicherweise gar nicht den entscheidenden Unterschied. Die Ukraine muss sich selber neu aufstellen, was die Luftverteidigung tatsächlich angeht. Ist das nicht irritierend, dass jetzt, wenn ich das richtig verstanden habe, die NATO-Führung rumläuft, so ein bisschen wie mit einem Klingelbeutel und sagt, hat noch jemand Patriots abzugeben oder könntet ihr lieber Amerikaner ein paar mehr produzieren? Nee, können wir leider nicht. Lange Wartelisten in zehn Jahren vielleicht. Es scheint nicht so zu sein, als hätten sich wieder die Europäer noch die USA darauf vorbereitet, mehr Flugabwehr zu produzieren oder wie ist das zu verstehen? Ja, ist ein bisschen komisch. Ich meine, das ist jetzt drei Jahre Krieg und ab dem ersten Tag war klar, dass Flugabwehr das entscheidende Ding ist, nicht nur für die Ukraine.
Sondern in der Erkenntnis auch für die NATO-Staaten. Wir haben ein riesiges Loch von 400 Prozent notwendiger Steigerung der Flugabwehr für die europäischen Staaten alleine und keiner produziert seit drei Jahren. Ein bisschen geht es nach oben. Auch deutsche Unternehmen sind dabei, das hochzufahren. Aber den großen Knall hat es nicht gegeben. Und dementsprechend läuft Rütte jetzt immer noch mit dem Klingelbeutel rum und man lebt von der Hand in den Mund im Grunde genommen. Wir haben die Europäer jetzt schon angesprochen. Die zahlen bei diesem Deal ja in gewisser Weise in zweifacher Hinsicht einen hohen Preis. Zum einen geht es eben um Milliarden, wenn da Waffensysteme dann eben von den Amerikanern gekauft werden sollen. Und sie zahlen auf der anderen Seite aber auch für viele Beobachter einen hohen Preis, weil sie sich Trump auch ein Stück weit unterwerfen, weil sie wissen, ohne ihn geht es nicht. wir müssen um jeden Preis die Amerikaner, die USA an unserer Seite halten. Kann diese politische Strategie.
Funktionieren, einfach weil sie funktionieren muss? Die ist nicht alternativlos, aber die Alternative ist sicherlich nicht besser. Wenn man das etwas karikieren würde, würde man sagen, also jetzt in Schönheit sterben ist die schlechtere Variante in dem Zusammenhang. Rütte macht es vor, also der wird sich ja auch nicht freuen, insgeheim, wenn er Trump eine Nachricht schreiben muss, indem er Daddy sagt und sagt, du bist der Größte. Aber wenn das dazu beiträgt, Leben zu retten und die Ukraine, soweit es geht, freizuhalten von russischem Einfluss und russischem Militär, dann sollte jeder und jede sein Licht so weit unter den Scheffel stellen können. Wir haben jetzt gerade schon von dem, Marietta, du hast es gesagt, von dem Klingelbeutel gesprochen. Trumps Vorgänger Joe Biden, der hat es, oder da war es zumindest, korrigieren Sie mich gerne, wenn es anders war, aber meiner Einschätzung nach oder meines Wissens nach gängige Praxis, dass die Amerikaner die Waffen eben direkt an die Ukraine geliefert haben. Jetzt haben wir eben diesen Change, dass die NATO-Staaten US-Waffen teilweise aus ihren Beständen an die Ukraine liefern. Über Patriot haben wir gesprochen.
Sehen Sie da andere Waffensysteme, die der Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland helfen können, die auf absehbare Zeit in der Ukraine ankommen? Also erstens, wir wissen zurzeit weniger darüber, was geliefert wird. Das ist ja erklärte Politik und das kann man erstmal grundsätzlich als richtig erachten. Also die Ukraine braucht unheimlich viel und es wächst nicht auf den Bäumen. Ich glaube, die schlaueste Variante, die man zurzeit wählen kann, ist das, was Trump zurzeit macht, nämlich die politische Entkopplung dessen, was in der Ukraine passiert von der Innenpolitik, indem er sagt, die Europäer bezahlen dafür, ist doch super, wir haben einen Deal gemacht.
Und ähnlich machen wir das in Deutschland ja auch, indem wir die Taurus-Debatte beerdigt haben, gleichzeitig aber die relevanten Komponenten für langreichweitige Raketen offensichtlich mit den Ukrainern bereit sind zu teilen, sodass wir den innenpolitischen Streit innerhalb der Koalition damit vermeiden. Ich glaube, man lernt hier viele neue Kompromisse einzugehen, wie das notwendig ist. Aber Sie haben natürlich recht, vom Volumen her, das, was die Ukraine braucht, das dauert immer noch lange. Und das ist wirklich schrecklich, das sagen zu müssen, nach so langer Zeit, wo eigentlich in den ersten Tagen schon klar war, das Einzige, was der Ukraine helfen kann, ist viel von allem.
Da waren wir aber in den ersten Tagen noch bei, ich habe ein paar Schutzwesten. Helme, das war die offizielle Position. Ich habe damals mit einer charmanten Kollegin zusammen ein Stück geschrieben im Spiegel, wo wir schon gesagt haben, jetzt schwere Waffe, jetzt müsst ihr loslegen. Denn die Arsenale, die laufen halt stündlich quasi leer. Und wie das so ist, ich meine, letztendlich ist man ein Rufer im Wald, aber es ist traurig zu sehen, dass letztendlich auch die... Die europäischen Staaten sich ja überhäufen mit Solidaritätserklärungen und wir lassen die Ukraine niemals im Stich, aber die Taten seit drei Jahren eben nicht so stark sind, vor allen Dingen nicht von den großen westeuropäischen Staaten. Also wenn wir sehen, die kleinen Staaten, nicht nur die baltischen Staaten, auch Dänemark setzen sich nicht nur rhetorisch an die Spitze der Bewegung, sondern tun, was sie können, um sie zu unterstützen. Wir haben westeuropäische Staaten, die auch aus innenpolitischen Gründen sagen, ja, Kauf bei den Amerikanern, das können wir nicht unterstützen. Also Beispiel Frankreich, die sagen, das können wir aus innenpolitischen Gründen nicht machen, weil wir wollen unsere eigene Rüstungsindustrie fördern. Und wir wollen nicht den rechten Rand stärken, indem wir bei den USA kaufen. Aber damit kommen Sie auch nicht so richtig voran mit der europäischen Rüstungsindustrie.
Ich glaube, ich würde dieses Diktum von wir müssen das gemeinsam machen. Ja, wäre schön, wenn. Aber alles, was hilft, egal ob das national beschafft wird oder europäisch, wäre mir total egal. Das Vermischen von unterschiedlichen Zielen führt meistens zu einer Entschleunigung der Lösung oder zu mehr Komplikationen in der Lösung. Und da muss man auch ganz klar sagen, weder Frankreich noch Großbritannien sind zurzeit die großen Löser mit Blick auf die Ressourcen. Da müssen wir auf uns selber gucken und sagen, Deutschland hat die Möglichkeit. Und wenn die Ukraine Kapazitäten im Rüstungsbereich frei hat.
Dann ist es sicherlich eine schlaue Idee, diese Kapazitäten auszulasten, indem wir die Ressourcen bereitstellen. Und es ist wahrscheinlich auch kosteneffizienter, das zu machen. Herr Merling, vielleicht noch einen Punkt, den unser Korrespondent Emma Tevesen angesprochen hat und zwar ging es darum, inwiefern die NATO durch das, was wir jetzt gerade erleben, auch diese Deals, die Europäer bezahlen jetzt für diese Waffen, möglicherweise dann doch ein Stück weit in dieser Woche näher an diesen Krieg herangerückt ist. Wie wäre Ihre Analyse dazu? Das würde ich anders sehen. Das ist kein Schritt näher daran oder weiter weg. Es hat schon vor Trump die Verlagerung der Unterstützung in die NATO-Strukturen gegeben, eben um es zu schützen. Vorher haben die Amerikaner das sogenannte Rammstein-Format angeführt, wo diese über 50 Staaten sich organisiert haben. Und das hat man jetzt in die NATO verlagert, eben damit die Amerikaner es nicht stilllegen können. De facto ändert sich hier eigentlich gar nichts. Denn es sind immer noch, die NATO spielt eine koordinierende Rolle, aber keine führende Rolle in irgendeiner Art und Weise.
Und letztendlich ist es auch so, der NATO-Generalsekretär ist auch hier ein Vermittler gewesen. Die Initiative kam von Norwegen und Deutschland, die auch gesagt haben, wir sind bereit, das Geld zur Verfügung zu stellen. Es ist keine NATO-Initiative. Aber wenn es Donald Trump hilft, dass er mehr sozusagen Wohlempfinden für die NATO hat, um Gottes Willen, ja natürlich ist es dann die NATO. Und weil er es nicht so mit den Details hat, ist es auch klar, dass die NATO die Systeme kauft und die natürlich heute schon da sind und die Deutschen das einfach verpacken. So funktioniert offensichtlich seine Welt. Wir wollen ihn nicht stören mit den Details. Hauptsache ist, die Sachen kommen halt. Jetzt tobt dieser Krieg in der Ukraine seit inzwischen 40 Monaten. Der russische Präsident Putin macht. Wir haben über die Zahlen, die Drohnen, die da teilweise täglich auf ukrainische Städte niedergehen, gesprochen. Haben Sie das Gefühl, Herr Mölling, wir sind... Einem Frieden in dieser Woche, einem Frieden in der Ukraine ein Stück weit näher gekommen? Nein, sind wir nicht. Ich glaube, dass das Ultimatum erstmal auf Russland keinen Eindruck macht. Sollte Russland den Eindruck haben, nicht aufgrund dessen, was in den USA passiert, sondern aufgrund dessen, was auf dem Schlachtfeld und in Europa passiert, dass sie weiter mit ihrem Kurs durchkommen und dass sie mühsam, aber mit dem gleichen Tempo und den hohen Verlusten ihre Ziele schrittweise implementieren, Und dann, glaube ich, werden sie den Kriegskurs einfach so fortsetzen, wie sie das jetzt zurzeit machen.
Menschenleben zählen für Putin nicht. Das ist sozusagen keine neue Erkenntnis. Von daher ist sozusagen diese Kategorie, wie viel Blut da geflossen ist, für ihn völlig irrelevant. Und von daher, glaube ich, die werden das einfach fortsetzen. Es sei denn, der amerikanische Präsident, und das ist natürlich was, worauf jetzt auch europäische Politik hinarbeiten kann, zieht wirklich Konsequenzen draus und sagt, okay, jetzt habe ich wirklich aber hier mal die Nase voll. Ich breche diese wunderbare Männerfreundschaft und unterstütze die Ukraine in einer Art und Weise, wie Russland das überhaupt nicht gefallen kann. Und das ist nicht nur eine militärische Dimension, sondern der größte Unterstützer Russlands ist zurzeit China. Bei ganz, ganz vielen Sachen, sowohl auf der finanziellen Ebene, aber auch bei der Unterstützung mit Komponenten für die Waffensysteme. Man geht dieses Thema nochmal an. Was ich mich in den letzten Tagen gefragt habe, ich weiß nicht, wie Sie das sehen, Herr Möhrling, könnte denn auch die innenpolitische Debatte, die wir hier zulande haben, von diesen Ereignissen oder Vorgängen berührt werden? Ich denke in die Richtung. Es wurde ja immer wieder gesagt, mehr Diplomatie wagen und man muss doch mit denen ins Gespräch kommen und man muss doch reden. Das hat ja nun Trump wirklich getan. Also man kann ihm nicht vorwerfen, er habe sich nicht genügend um Herrn Putin bemüht und sich auch von seiner freundlichsten Seite und verständnisvollsten Seite gezeigt. und den Ukrainern mit dem Rücken ins Gesicht gesprungen, wie Elmer das eben so schön beschrieb.
Aber es bringt nichts. Selbst der große Männerfreund Trump beginnt langsam zu sehen, dass Diplomatie allein da und gutes Zureden da nichts bringt. Könnte uns das in irgendeiner Form weiterbringen in der Debatte? Also zur Zeit haben wir in Deutschland ja eine Erlarmung der Debatte. Das ist insofern schlecht, als dass wir ja auch den, ich will nicht sagen, den Mut verlieren, uns Ziele zu setzen, aber es gerät auch aufgrund der innenpolitischen Entwicklung in Deutschland gerade, glaube ich, aus dem Blickfeld. Ich kann mir vorstellen, dass die extremen Linken und Rechten in Deutschland das Thema drehen würden nach dem Motto, das war der alte Trump, der war gut und jetzt haben wir einen schlechten Trump, der ist halt unter den Einfluss der europäischen und amerikanischen Neocons gekommen. Also derjenigen, die immer schon dafür waren, dass die USA Weltpolizei spielen. Ich glaube, man kann das rhetorisch irgendwie drehen. Ich glaube, was man aber daraus lernen kann, ist tatsächlich, wenn man es positiv findet, naja, man kann weiterhin beides machen. Man kann sowohl gesprächsbereit bleiben, also deswegen wechselt Trump ja nicht seine Telefonnummer und Wladimir kann ihn immer anrufen. Ich glaube, der Fehler, den wir in der deutschen Debatte haben, ist, dass wir versuchen, eine Analogie herzustellen zu einem kalten Krieg. Das heißt also, auch gerade diejenigen, die das propagieren, wir müssen mehr Diplomatie und nicht kämpfen und so, das sind alles Menschen, die ziehen ihre Argumente aus einer Zeit, in der wir es geschafft haben, ohne Krieg eine Auseinandersetzung zwischen der Sowjetunion, dem Warschauer Pakt und der NATO zu beenden.
Hier sind wir einen Schritt weiter. Hier wird schon geschossen. Also diese Idee, lieber 100 Stunden zu verhandeln, als einmal zu schießen. Wir sind über diesen Punkt hinweg. Das heißt nicht, dass Diplomatie aufhören muss. Auf keinen Fall. Aber ich kann ja deswegen nicht auf einmal aufgeben. Und das ist, glaube ich, der Punkt. Wir sind in Deutschland ratlos, wie man denn damit weiter umgehen soll, weil man immer noch in dieser alten Welt und dieser alten Leier eigentlich festhängt. Herr Mölling, vielen Dank für Ihre Zeit. Sehr gerne.
Ja, nicht nur wir verfolgen natürlich das, was in der Ukraine passiert, beziehungsweise auch natürlich das, was Donald Trump in Washington macht, sondern eben auch die Menschen in der Ukraine haben natürlich auch immer Augen und Ohren nach Washington gerichtet. Unser Kollege Torge Bode, der ist in der Ukraine und auch er hat uns eine Sprachnachricht geschickt, und zwar wie die Menschen in der Ukraine über dieses, wir nennen es mal hin und her von Donald Trump denken.
Dass Trumps Pendel des Wohlwohns jetzt derzeit vielleicht in Richtung der Ukraine ausschlägt, wird erst einmal verhalten positiv aufgenommen. Aber eine große Euphorie bricht jetzt hier nicht aus. Denn ein Pendel ist da schließlich immer in Bewegung und die Ukrainerinnen und Ukrainer fühlten sich in den letzten Jahren einfach zu auf dem Stich gelassen. So überwiegt am Ende eher die Skepsis und das spiegelt sich dann auch in den Kommentaren auf Social Media wieder. Opa Trump ist endlich aufgewacht, heizt da, wenn es positiv ist. Dann aber auch wieder, morgen wird er eh wieder alles zurücknehmen. Und zum 50-Tage-Ultimatum findet man Kommentare wie, 50 Tage Frist, das sind 50 Tage mehr Zeit für Putin, die Ukraine zu erobern. Fazit, die Menschen hier glauben den Versprechen der Politikern schon lange nicht mehr. Und viele sind auch einfach müde, sich den Launen eines amerikanischen Präsidenten auszuliefern. Marietta, wir sind ja in diese Folge gestartet mit der Frage, war das tatsächlich eine Kehrtwende? Das Wort, was in vielen Schlagzeilen dieser Woche aufgetaucht ist. Wir haben Elmer gehört, wir haben gerade mit Herrn Mölling gesprochen. Wie ist dein Gefühl, deine erste Analyse? War das eine gute Woche für die Ukraine? Ich würde mal sagen, von den endlos schrecklichen Wochen der Ukraine war das vielleicht eine etwas weniger schreckliche. Aber mit völlig unbekanntem Ausgang, ob das jetzt wirklich was gebracht hat, ob das jetzt wirklich zu irgendeiner Wende führt. Und gleichzeitig wird ja weitergebombt und gestorben. Es wird nicht das letzte Mal sein, dass wir an dieser Stelle darüber sprechen.
So, jetzt... Einmal durchatmen. Wir machen hier einen harten Cut. Kommt zu einem ganz anderen Thema. Wenn ihr in eurem Smartphone die Emojis öffnet und dann das Kalender-Emoji heraussucht und zwar nicht die Kalender-App, sondern das Kalender-Emoji, dann ist darauf ein bestimmtes Datum zu lesen. Marietta, mir ist es ehrlicherweise vorher nie aufgefallen, welches das ist. Dir? Nee, ich weiß auch gar nicht, was du mit Kalender-Emoji meinst, ehrlich gesagt. Also wenn wir uns Nachrichten hin und her schicken und lustige Smileys verschicken, dann gibt es, da wo du die Smileys auswählst, natürlich auch ein Kalender-Emoji. Ah okay, das ist mir noch nicht untergekommen. Ich habe es glaube ich tatsächlich auch noch nie benutzt. Und auf diesem Emoji ist ein Datum zu lesen und zwar der 17. Juli. Also der Tag heute. Und auch deswegen ist der Tag heute der Welt-Emoji-Tag. Den hat übrigens ausgerufen der Gründer von Emojipedia, einem Online-Nachschlagewerk für Emojis. Marietta, du hast in der früheren Folge schon mal verraten, dass du nicht so gerne Sprachnachrichten verschickst, sondern lieber schreibst. Benutzt du dabei auch Emojis? Oh ja, exzessiv.
Teilweise so, dass dann mehr Emojis als Text da sind. Ganz so schlimm nicht, aber schon viele Emojis. Okay, verrätst du mir, welches dein Lieblings-Emoji ist? Ich weiß gar nicht, wie man das jetzt offiziell nennt, aber mein Lieblings-Emoji, ich nenne das immer das Kulleraugen-Säufz-Emoji. Und es mit diesen großen Augen und der Mund nur so ein kleiner Strich so die Augen leicht nach oben rollt. Das mag ich am liebsten und verwende es auch sehr viel. Was ich total spannend finde, ich glaube, wir verstehen teilweise alle Emojis ein bisschen anders. Was bedeutet das für dich? Für mich hat das auch unterschiedliche Bedeutungen und ist deshalb vielseitig einsetzbar. Also es kann das Augenroll-genervt-sein-Emoji sein, es kann das selbstironische, oh Gott, was war ich, blöd-Emoji sein. Also es hat so ganz viele verschiedene Wirkungen. dass Emojis, Und offenbar auch oder offensichtlich auch andere Bedeutung haben, je nachdem, wem man fragt. Das hat auch dazu geführt, dass wir in der Redaktion, in der Vorbereitung für diesen Podcast auch jede Menge Spaß hatten. Eine Kollegin, wir sagen natürlich jetzt nicht ihren Namen, die hat uns erzählt, dass sie in einer Chatgruppe Freunde zum Essen eingeladen hat. Es gab eine Parmigiana, also eine italienische Lasagne mit Aubergine und sie hat eben dann in dieser Chatgruppe geschrieben, ich freue mich auf euch und das Aubergine-Emoji hinten dran gehängt. Und es gab den ganzen Abend über beim Essen lustige Reaktionen. Die haben sich alle da kaum eingekriegt und sie hat aber nicht verstanden, warum die jetzt alle rumgackern.
Könnte dir das auch passieren? Ja, das könnte mir auch passieren. Also ich kann jetzt keine vergleichsweise Anekdote beisteuern, aber könnte mir auch passieren. Es gibt ja so ein paar Emojis, zum Beispiel der Pfirsich, der dann irgendwie als Hintern benutzt wird, die Aubergine, die männliches Geschlechtsteil ist, die Gurke. Und das ist natürlich lustig, wenn man so eine Nachricht verschickt. Ich habe immer Angst, dass ich aus Versehen auf ein falsches Emoji tippe und es dann zu schnell abschicke. Also zum Beispiel, wenn man jetzt mit jemandem textet und es geht eigentlich um was Ernstes oder Trauriges ist und man will das mit einem entsprechenden Emoji den Trost oder so verstärken und dann aus Versehen dem Lachen das dazu schickt. Das wäre ein Albtraum, aber das ist mir bisher noch nicht passiert. Mir ist es tatsächlich schon mal passiert und deswegen bin ich sehr froh, dass es bei vielen Chats mittlerweile die Funktion gibt, eine Nachricht im Nachhinein nochmal zu bearbeiten. Wir haben nochmal nachgeschaut. Uns hat natürlich sehr interessiert, welche Emojis in Deutschland denn am häufigsten benutzt werden. Und da sind wir über eine Studie gestolpert von der Ruhr-Uni Bochum und der Berliner Charité. Der erste Platz ist, glaube ich, relativ naheliegend. Was würdest du sagen, welcher ist das? Ein lachendes Emoji? Ja. Das ganz schlichte Lachen? Das ganz schlichte, sozusagen das Gesicht ist gerade, eine Träne rechts, eine Träne links. Ach so, das mit den Tränen, das lachende. Also, dass ich so quasi kaputt lache. Das ist das am häufigsten verwendete. Also, dass das volle Kanne loslacht. Ah, okay. Ja, benutze ich auch viel.
Gefolgt von dem Zwinker-Smiley. Auch ein Standard.
Marietta, was wäre denn, wenn du dir jetzt ein Emoji selber basteln könntest und dann der Welt zur Verfügung stellen? Hast du eine Idee, was das sein würde? Tja, vielleicht in diesen Zeiten so ein Resilienz-Emoji. Also ein Emoji, das immun ist gegen Fakes und gegen Hate und gegen Böses. Dass sich alle wegfiltert oder so. So ein Emoji. Aber ich habe keine Ahnung, wie das aussehen könnte. Bin jetzt natürlich auch kein Designer. Aber vielleicht entwickelt da ja jemand eine Idee. Finde ich sehr schön. Marietta, vielen Dank. Hat Spaß gemacht. Mir auch. Vielen Dank. Das war unsere Folge in dieser Woche. Vielen Dank auch an euch fürs Zuhören. Und wenn euch diese Folge gefallen hat, dann freuen wir uns natürlich wie immer über eine positive Bewertung oder auch über eure Kommentare. Zum Beispiel könnt ihr uns die schicken an die E-Mail heutejournal-podcast.zdf.de oder ihr lasst uns natürlich einen Kommentar oder eine Bewertung auf der Plattform da, auf der ihr diesen Podcast gerade hört. Mehr zum Krieg in der Ukraine, auch zur Lage an der Front, gibt es im Podcast Militär und Macht die Analyse. Und in dieser Woche zu Gast Oberst Markus Reisner. Schönes Wochenende und bis nächste Woche. Dann ist Helene wieder für euch da. Macht's gut. Tschüss. An dieser Folge haben mitgearbeitet Esther Stephan, Laura Barnek, Tim Grimm, Julia Ilmer und Charlotte Steinbach. Das Fact-Checking kam von Beate Seck und Leon Klein und um den guten Klang hat sich Nikolas Keller gekümmert.
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