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Heute-Journal, der Podcast. Die News, dein Durchblick. Hallo, schön, dass ihr zuhört. Das ist der Podcast, der keine Sommerpause macht, der mit der einen Schlagzeile und den vielen kleinen Details dahinter. Und es ist auch der Podcast, der einen Blick hinter die Kulissen der Berichterstattung ermöglicht. Heute wieder mit mir, Helene Reiner und Dunja Hayali, Moderatorin des Heute-Journals. Hi Dunja. Hi, ich freue mich auf jeden Fall auf den Podcast und auf das Thema, denn in meinem Kopf herrscht auf jeden Fall noch sehr viel Zahlenchaos. Wir werden dieses Chaos zusammen aufräumen. Das kann ich hier schon mal versprechen. Also, wir schauen tief rein in die Staatskasse. Die Pläne, was mit unserem Geld passieren soll, die sind nämlich diese Woche konkret geworden. Und da wollen wir wissen, wie gerecht sind diese Pläne und was bedeuten sie für junge Menschen. Dann machen wir noch gemeinsam einen Kassensturz. Bei dem gibt es nämlich einen Haken. Es ist nämlich, Spoiler, Geld da und trotzdem reicht es nicht. Heute ist der 31. Juli, 14 Uhr.
Ja Dunja, lass uns mal eine Folge über den Bundeshaushalt machen. Das klingt jetzt nun wirklich nicht sexy, aber wir machen es trotzdem. Wir müssen es machen. Ja, also das ist natürlich so ein Thema, mit dem man sich ungern beschäftigt, einfach weil es so groß, so kompliziert und so komplex ist. Es geht um so viele Zahlen, es geht um Haushalt, Kreditaufnahmen, Schulden, Sondervermögen, was auch Schulden sind und da durchzublicken ist gar nicht so einfach, muss ich ehrlich sagen. Aber der Haushalt betrifft uns ja alle und es betrifft eben auch alles. Also ob nun der Nahverkehr, BAföG, Arbeitsplätze, die gesichert werden müssen oder Straßen oder oder oder. Und deswegen ist es wahnsinnig relevant und deswegen haben wir damit gestern im Heute-Journal also am Mittwoch auch aufgemacht, weil es eben eines der wichtigsten Themen ist, auch wenn man es... Und sexy finden mag. Dann schauen wir doch da direkt mal rein. Das Bundeskabinett, das hat sich diese Woche mit Finanzen und dem Haushalt für 2026 beschäftigt. Das ist ein Dokument über 3000 Seiten und auf denen steht, was eingenommen wird und wofür es ausgegeben werden soll. Das zeigt also, was mit unseren Steuern passiert und wo so die politischen Prioritäten liegen. Wir haben uns da mal durchgeackert und hier kommt ein kleiner Überblick. Wo wird geklotzt? Wo wird gekleckert? Die geplanten Ausgaben, die sind so hoch wie noch nie.
520 Milliarden. Und das meiste Geld davon, das geht ans... Ich weiß gar nicht, ob das stimmt. Weil ich glaube, dass es einen Haushalt während Corona gab, der war höher. Also Corona war ja so ein Sonderding. Das ist mir schon klar. Das ist super, dass du das sagst. Weil dann können wir an dieser Stelle einfach mal ganz, ganz liebe Grüße ans Fact-Checking schicken. Wir haben nämlich genau darüber noch mal gesprochen. Und es ist so, wir müssen sagen, die geplanten Ausgaben sind so hoch wie noch nie. Weil ja, am Ende war, als Corona kam, dieser Haushalt noch höher. Aber es war nicht geplant, dass so viel ausgegeben wird. Guck mal, hier sind wir aber sehr findig. Danke an unser Fact-Checking, die sind super.
Also das meiste Geld, das soll aus diesem Haushalt ans Arbeitsministerium gehen. Fast 200 Milliarden. Und das ist nicht eine große Überraschung, weil aus diesem Topf muss die Rente gezahlt werden. Und das finde ich aber schon heftig. 127 Milliarden nur an die Rente, das sind etwa zwei Drittel vom gesamten Topf. Und es reicht trotzdem nicht, wenn du dir die ganze Rentendiskussion anschaust, anhörst, dann denkt man... Wohin soll das eigentlich führen? Und der Topf ist schon so groß. Ja, und wird eben ja auch nicht weniger. Es gibt ja nicht weniger Leute, die in Rente gehen. Im Gegenteil. Auf Platz zwei steht das Verteidigungsministerium mit knapp 83 Milliarden. Und das ist von allen Posten der, der auch am stärksten gewachsen ist. Das heißt, es wird sehr viel mehr Geld für die Bundeswehr geben. Und auf Platz drei ist das Verkehrsministerium mit 28 Milliarden.
Dinge, die wir noch interessant fanden in dem Haushaltsentwurf auf diesen 3000 Seiten oder mehr als 3000 Seiten. Das Deutschlandticket soll weitergeführt werden. Es soll mehr Geld geben für Kitas, für den Wohnungsbau und die Mehrwertsteuer soll runtergehen in der Gastro. Bei den Punkten, da steht aber noch ein kleines Fragezeichen dahinter. Quasi wir können das nur machen, wenn es auch Wachstum gibt. Also wenn dann am Ende wirklich genügend Geld da ist. Also eine Wette auf die Zukunft.
Kann man so sagen. Ja, weil man weiß es ja nicht. Und wenn du dir gerade die Welt anguckst, habe ich es gestern auch im Interview mit Lars Klingbeil gesagt, also Einbrüche bei den Automobilkonzernen, das BIP, Bruttoinlandsprodukt geht runter und und und. Es gibt also einige Daten, die nicht unbedingt darauf hinweisen, aber man kann natürlich sagen, wir hoffen drauf. Also ich weiß nicht, ob das so solide ist, aber das besprechen wir ja auch. Das sprechen wir gleich auch nochmal und eben Bundesfinanzminister, mit dem hast du gestern gesprochen. Aber jetzt erstmal bei diesen ganzen Ausgaben, da fragt man natürlich schon so, ja und was passiert auf der anderen Seite? Wo wird denn gespart? Wo wird gekleckert? Es soll zum Beispiel weniger Geld geben für Entwicklungshilfe. Das wurde schon kritisiert von Hilfsorganisationen, zum Beispiel Brot für die Welt. Und außerdem soll beim Bürgergeld gespart werden in der Verwaltung und bei Förderprogrammen. Vielleicht ein Satz zu dieser Entwicklungszusammenarbeit, dass da Gelder gekürzt werden. Jetzt könnte man wieder sagen, ja, warum sollen wir denn auch irgendwie die ganze Welt retten? Wir können uns ja erstmal um uns und um Deutschland kümmern und um die ganzen Herausforderungen, die wir hier haben. Das ist aber so ein bisschen kurz gedacht.
Weil die Hilfsorganisationen weisen zu Recht darauf hin, wenn du nicht präventiv aktiv wirst, dann hast du hinterher im Grunde ganz hohe Folgekosten durch Krieg, Krisen, Krankheiten, die wieder aufbrechen. Also ich will das jetzt gar nicht bewerten, aber ich glaube darüber mal nachzudenken und nicht immer nur ein Zentimeter weit zu gucken, sondern vielleicht mal auf lange Strecke, wäre schon auch ganz sinnvoll. Ja, wenn man sich das so anschaut, dann fällt natürlich auf, dass das, was man da klotzen will, was man sich da so vornimmt, dass dafür einfach die Einnahmenseite, also das, was man an Steuern bekommt, bei weitem nicht ausreicht. Das heißt, möglich ist das nur über Schulden. Das heißt, wir sprechen nicht nur über Rekordausgaben, sondern wir sprechen auch über Rekordschulden. Stichwort Sondervermögen, Stichwort Aussetzung der Schuldenbremse bei Verteidigungsausgaben. Und deswegen ist es ja umso schwerer verständlich, dass wenn man Rekordschulden aufnimmt, dass dann in der Haushaltsplanung trotzdem ein großes Loch ist.
172 Milliarden sollen fehlen. Klingt nach so einem Finanzkrimi. Wo ist das Geld? Woher kommt dieses Loch? Und da freue ich mich, dass Florian Neuhahn, unser ZDF-Wirtschaftsexperte, uns zugeschaltet ist und mit uns zusammen diesen Finanzkrimi lösen wird. Hi Florian. Ja, hallo ihr beiden. Ich freue mich auch. Ich muss es nochmal ganz langsam und deutlich sagen. Die Bundesregierung plant bis 2029 mit zusätzlichen Schulden von 846,9 Milliarden Euro. Das ist unfassbar viel Geld. Wir haben gerade schon gesagt, man blickt irgendwie gar nicht mehr so richtig durch bei diesen Summen. Man könnte von diesem Geld zum Beispiel alle Studierenden in Deutschland 25 Jahre lang jeden Monat 1000 Euro schenken.
Das wäre mal was. Aber jetzt heißt es genug, ist trotzdem nicht da. Florian, was ist da bei diesem, ja, oder bei Klingballs krassen Sturz, was ist da schiefgegangen? Tja, man hat gedacht, man schwimmt jetzt im Geld. Und die Koalition hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf zig Maßnahmen verständigt, die alle Geld kosten. Und irgendwann hat man festgestellt, dass das alles nicht ausreicht, dass man also eigentlich doch nicht genug Geld hat. Aber hat trotzdem weitere Maßnahmen beschlossen, zum Beispiel zuletzt diesen Investitionsbooster für Firmen, die ja eben ihre Investitionen jetzt deutlich stärker abschreiben können. Das heißt, da werden Steuerannahmen nochmal wegbrechen und der Bund zahlt auch den Ländern einen Ausgleich dafür. Und all das führt dazu, dass jetzt eben Geld fehlt und dass man in den nächsten Jahren enorm viel Geld sparen wird. Ab 2027 wird das eine große Aufgabe, vielleicht die größte, vor der diese Regierung stehen wird. Und da muss ich mal ganz kurz Danke auch an Florian von hier rausschicken, denn in meiner Vorbereitung auf das Interview mit dem Finanzminister gibt es ja verschiedene Möglichkeiten, sich zu informieren, zu recherchieren. Also wir haben in der Redaktion einen sogenannten Researcher, dem sagt man, bitte such mir das und das raus und dann liest der kreuz und quer und legt einem dann so ein Dossier dahin und dann kann man sich das alles angucken.
Die Materie ist aber wirklich so wirklich breit, dass ich gestern auch Florian gebeten habe, mal über meine Fragen zu gucken und habe ihn auch gebeten, ob er da noch ein paar Punkte hat, die er sieht. Und das war dann eben der eine, der Impuls kam von dir. Diese Frage, warum fangen die überhaupt erst 2027 an zu sparen? Warum machen sie es denn nicht jetzt? Es wäre ja günstiger. Und wie fandest du seine Antwort? Naja, er hat ja dann gesagt, ich glaube, man muss schon anerkennen, dass die Koalition jetzt in sehr kurzer Zeit zwei Haushalte aufstellen muss. Das war so ein bisschen seine erste Antwort. Ja, das stimmt. Die Koalition hatte jetzt echt Zeitdruck, weil es eben keinen Haushalt gab.
Aber andererseits dann einfach nur weitere Ausgaben zu beschließen, das reicht halt nicht. Und wie du auch, glaube ich, gesagt hast in der Frage, wenn man jetzt nicht anfängt, muss man in den nächsten Jahren umso mehr sparen. Es wäre viel einfacher, jetzt schon mal mit dem Geldsparen anzufangen. Aber die Koalition hat sich halt entschieden, ganz viele einzelne Lobbygruppen zu beschenken mit noch mehr Geld. Will damit auch Wähler vielleicht gewinnen oder sicherlich gewinnen für sich.
Aber am Ende ist das meines Erachtens kurzsichtig gedacht. Wer sich mit den langfristigen Folgen auseinandersetzen bzw. Rumschlagen muss, das sind jüngere Menschen. Und wir sind ja auch mit der Frage reingegangen, was bedeutet das für jüngere Menschen und wie gerecht ist das eigentlich, was da passiert? Wenn man sich jetzt diesen Schuldenberg anschaut, kommt immer wieder die Frage nach der sogenannten Generationengerechtigkeit. Und Dunja, das ist auch deine erste Frage, die du an den Bundesfinanzminister Lars Klingbeil gestellt hast, gestern im Interview.
Da hören wir gleich mal rein. Aber erst mal noch kurz, wie hat er denn auf dich gewirkt? Weil der hatte ja jetzt wirklich auch viel auf dem Zettel die letzten Wochen. Und man stellt sich das ja so vor, er ist der Schatzmeister. Er sitzt auf diesem Riesentopf Geld. Und von allen Seiten kommen die Beschäftigten und wollen was von diesem Topf. Und er muss dann halt sagen, nee, aber so viel kriegt ihr dann doch nicht. Ich finde vor allen Dingen auch interessant, dass diverse Leute sagen, ja, er müsste auch sparen. Aber wenn es dann an den eigenen Topf geht, dann ziehen wieder alle zurück und sagen, aber nee, nicht bei mir sparen. Aber du hast ja gefragt, wie er auf mich gewirkt hat. Also auf der einen Seite schon auch ein bisschen erschöpft, weil er morgens im Kabinett war. Da ist der Haushalt auch durchgegangen. Der muss ja dann auch noch durch den Bundestag und Bundesrat. Es dauert alles noch. Auch dann Haushaltsausschuss und dann Bundespressekonferenz. Ich glaube, das, was Florian gerade gesagt hat, die sind erst mal froh, dass sie den Haushalt für 25 dieses Jahr und 26 jetzt erst mal durchgekriegt haben. Aber es sind eben viele Wenn und Aber in diesem Haushalt. Das ist, glaube ich, aber auch keine Neuigkeit. Das war auch in anderen Haushalten schon so zu sehen. Aber die Summen sind einfach gigantisch. Und mir ist gestern bei der Recherche noch mal eine Sache aufgefallen.
Geld allein ist es dann am Ende auch nicht. Das meine ich mit die Dinge bis zum Ende mal durchdenken. Also es gibt zum Beispiel für Straßen etc. Gab schon große Summen, die hätten abgerufen werden können.
So wie jetzt, sind sie aber nicht, weil wir haben die Fachkräfte gar nicht, die das alles auf die Straße bringen. Also Ingenieure beispielsweise, um jetzt beim Thema Straße zu bleiben oder aber auch Leute, die es dann genehmigen oder Leute, die es bauen. Also Geld ist das eine, aber wir brauchen auch Leute. Florian, da schaue ich jetzt dich an. Wir hatten nämlich schon mal eine Folge, ich glaube, das war die fünfte oder so, die es überhaupt gab in diesem Podcast. Sehr zu empfehlen, da geht es eben um diese 500 Milliarden Sondervermögen beziehungsweise Sonderschulden für die Infrastruktur. Und da klären wir genau das, was es außer Geld eben noch bräuchte.
So, jetzt aber hören wir uns mal an, was der Finanzminister zum Thema Generationengerechtigkeit gesagt hat. Es wurde ein generationengerechter Haushalt angekündigt. Stattdessen werden Milliardenlücken sichtbar. Die notwendigen strukturellen Reformen werden erst einmal verschoben. Warum ist das so? Schönen guten Abend, Herr Finanzminister. Schönen guten Abend. Ich will direkt begegnen, dass ich glaube, dass es generationengerecht ist, wenn wir jetzt in die Mobilität investieren. Dass es generationengerecht ist, wenn wir in die Schulen, in die Kitas investieren, in den Klimaschutz, in die Digitalisierung. Und auch generationengerecht ist, wenn wir dahin investieren, dass wir uns vor Wladimir Putin und seinem aggressiven Krieg schützen können. Alle diese Investitionen, die wir heute nicht tätigen würden, wären schlecht für die kommenden Generationen. Und deswegen ist es wichtig, dass wir in Deutschland, in die Infrastruktur und in unsere Sicherheit investieren. Es heißt, natürlich ist es gerecht, sagt er, weil es wird in die Zukunft investiert. Das Land wird fit und sicher gemacht. Und davon haben natürlich auch junge Leute was.
Wie siehst du das, Florian? Naja, klar hat Klingbeil recht. Also ganz lange hat die Politik diese Ausgaben total vernachlässigt. Warum ist die Bahn so schlecht, wie sie ist? Weil in den letzten zwei, drei Jahrzehnten viel zu wenig investiert worden ist. Das war nicht generationengerecht. Also das stimmt auf der einen Seite. Auf der anderen Seite gibt es ein ganz großes Aber. Dieser Haushalt von dieser Koalition, den Klingbeil vorgestellt hat, der ist in einem anderen Punkt nicht generationengerecht, weil er eben viele Lasten gar nicht erst angeht. Und der wichtigste Punkt ist die Rentenkasse. Schon jetzt sind die Ausgaben für die Rente höher als die Investitionen. Und das wird sich in den nächsten Jahren noch mal dramatisch verschlimmern. Bis 2036 gehen, ich glaube, 16 Millionen Babyboomer in Rente. Also die Menschen so Jahrgang 64, die eben die größte Generation der Deutschen darstellen.
Und wenn man da jetzt nicht gegensteuert, dann wird das für die jüngere Generation eine Riesenlast, die sie am Ende gar nicht schultern können. Und das ist nicht generationengerecht, da jetzt nicht gegenzusteuern. Ich finde das total gut, dass wir das so besprechen, denn so schwarz-weiß ist es nicht. Auf der einen Seite ist es gut, mal Geld in die Hand zu nehmen, weil wenn die Straßen, Brücken etc. Noch weiter kaputt gehen, dann hilft das der jungen Generation irgendwann auch nicht, weil sie dann nicht mehr von A nach B kommen, weder mit dem Auto noch mit der Bahn. Das kann es ja dann auch nicht sein. Aber du hast gerade die konsumtiven Ausgaben angesprochen. Das sind zum Beispiel die Sicherungssysteme, also Krankenkasse, Rente etc. und vieles mehr. Und bei der Rente, glaube ich, haben alle Fragezeichen über den Kopf, weil man nicht weiß, wie man das lösen soll. Es werden immer mehr ältere Menschen in Rente gehen. Es ist ja auch schön, dass wir immer älter werden, aber es gibt nicht genug, die wieder einzahlen. Ich frage mich halt, ob man dann nicht einfach zum Beispiel doch, Florian, wenn man sagt, wie will man Dinge gegenrechnen über höhere Steuern, ist natürlich wahnsinnig unsexy und unbeliebt. Das wäre aber ja eine Möglichkeit oder aber auch Steuersubventionen, dass man da mal rangeht, also um irgendwie zu sparen oder Geld zu kriegen. Heißt, sind Schulden wirklich die einzige Möglichkeit, aktuell an Geld zu kommen oder eben müsste man sich nicht noch was anderes einfallen lassen oder einen Feiertag zum Beispiel streichen? Oh Gott!
Na klar muss man, also nur höhere Schulden, das wird nicht reichen. Man muss auch bei den Ausgaben ran. Da sind dann Subventionen, wie Dunja sagt, wie du sagst, die eine Möglichkeit. Und die andere Möglichkeit sind Strukturreformen, vor allem im großen Bereich Soziales, Und da hat die Koalition ja jetzt gesagt, es gibt irgendwann im Herbst eine Kommission und das hat auch Klingbeil gestern immer wieder betont, es wird eine Kommission geben, man wird sich genau anhören, was die Fachleute zu sagen haben. Der Punkt ist nur, alle Fakten liegen da längst auf dem Tisch, alles ist bekannt. Man weiß, dass die Menschen demnächst zu Millionen in Rente gehen werden und dass diese Kosten auf uns zukommen. Man weiß, dass alle länger leben werden. Man weiß eigentlich auch, dass damit das Renteneintrittsalter nochmal nach hinten verschoben werden müsste. Aber man sieht ja aktuell auch, da gab es einen Vorstoß der Wirtschaftsministerin, der ist verpufft, weil keiner darüber reden möchte, weil das natürlich auch Millionen Wählerinnen und Wähler möglicherweise von den Kopf stößt und weil die Parteien da Angst haben. Ich würde gerne nochmal eine junge Stimme reinnehmen und zwar von Nicola Geringer. Sie ist im Bundesvorstand der Jungen Union, also der Partei, die ja für diesen Haushalt, für diese Schulden mitverantwortlich ist. Und sie hat uns eine Nachricht geschickt und ist nicht so glücklich mit dem, was da geplant ist.
Bundeshaushalt 2026 mit 520 Milliarden Euro Ausgaben, davon 170 Milliarden mit neuen Schulden. Und diese neuen Schulden müssen der jungen Generation Anlass zur Sorge geben. Denn sie rauben ohne Tilgungsplan, den es nach wie vor leider nicht gibt, uns die Möglichkeit, in der Zukunft Chancen für die nächsten Generationen zu gestalten. Was uns darüber hinaus großen Anlass zur Sorge gibt, ist, dass von den 520 Milliarden knapp 200 Milliarden in den Sozialhaushalt fließen und somit nicht mehr für Investitionen zur Verfügung stehen. Aber unser Land braucht Investitionen, mehr denn je.
Sie sagt also, ja, wir brauchen Investitionen, eigentlich sogar noch mehr, aber nicht unbedingt finanziert aus Schulden, die dann eine Last für junge Menschen sind. Bleiben wir mal bei den Investitionen, weil da ist ja immer so die Annahme, dass davon auch die Wirtschaft profitiert und dass damit dann auch wieder mehr Einnahmen, also Steuern, Reinsprudeln. Ist da nicht zu viel Wunschdenken dabei? Oder eben, wir hatten es glaube ich auch gerade schon mal, ist das nicht eine ziemlich riskante Wette, dass wir am Ende vielleicht ohne Wachstum dastehen und trotzdem mit Riesenschulden? Ja, das ist eine Wette. Das ist eine Wette und die Wette kann alleine nicht aufgeben. Sogar Klingbeil selber, der Finanzminister hat das auch gestern gesagt, alleine durch Wachstum werden wir diese Schulden nicht finanzieren können. Wachstum ist extrem wichtig und Wachstum brauchen wir, um zu investieren. Aber alleine reicht das nicht. Wir werden also, oder der Bund, die Bundesregierung wird also auch sparen müssen und zwar spätestens ab 2027, um diese Schulden irgendwie tragen zu können, diesen Haushalt tragen zu können. Ich fand ja auch ganz interessant, gestern im Interview hat er dann auch sowas gesagt wie, ja, mir gefällt halt auch nicht alles, was da drin steht, aber wir haben ja nun mal Vereinbarungen gemacht und deswegen müssen wir das jetzt durchziehen.
Stichwort Mütterrente, das ist ja auch ein Thema, da kriegen viele Menschen Puls, habe ich jetzt auch als Feedback, obwohl ich gestern gesagt habe, ich will das gar nicht bewerten, ob das gut oder schlecht ist und habe die Mütterrente nur in den Mund genommen und habe mein Postfach hat auf jeden Fall diverse Reaktionen hervorgerufen. Also es ist auch heikel. Wem gibst du was? Wem nimmst du was weg? Da sind die Menschen schon auch irgendwie sehr sensibel und empfindlich und gucken auf ihre eigene Lebensrealität, was man ja auch verstehen kann.
Daher seine Aussage, was ist denn jetzt die Alternative, nicht zu investieren? Das kann es ja nicht sein. Aber ich finde, Florian hat schon gesagt, man muss eben auch gucken, welcher Rahmen ist es und wo kann man eben schon auch sparen und wo kann man was abzwanken. Das gehört eben zu einer vernünftigen Haushaltspolitik auch dazu.
Ja, und ich kenne das, was du erzählst, Stichwort Mütterrente. Da kriegt man dann gerne mal auch wütendes Feedback. Ich glaube, es gibt da ein Missverständnis. Man denkt immer so, Mütterrente ist jetzt was für die wirklich armen, alten Mütter, die keine Rente haben, die von der Hand in den Mund leben und vielleicht sogar noch Pfandflaschen sammeln müssen, um zu überleben. Das stimmt ja nicht. Diese Mütterrente wird gezahlt für alle, die Kinder vor 1992 bekommen haben. Also die kriegen etwas mehr Rente als sonst. Und da sind natürlich auch viele Menschen dabei, denen es richtig gut geht, weil sie einen Ehepartner hatten, der eben richtig viel verdient hat. Ich kenne zufälligerweise selber einige von dieser Gruppe und die brauchen jetzt nicht unbedingt eine Erhöhung ihrer Mütterrente. Das heißt, das ist eine Subvention mit der Gießkanne, die viele Menschen trifft, die sie gar nicht brauchen und die eben sehr, sehr viel Geld kostet, die uns auch über die Jahre hinaus noch weiter belasten wird. Und da stelle ich schon fest, man muss einfach ein großes Fragezeichen daran setzen, ob wir uns das wirklich leisten können. Darf ich eine Sache nochmal zur Naivität fragen, weil ich gestern da ein bisschen schmunzeln musste. Es ging um die Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie. Da würde man ja denken, das ist doch total sinnvoll, weil der Wirt gibt das ja dann an uns weiter. Wir gehen also oder können wieder mehr essen gehen, was trinken, uns das leisten können und dann, das ist dann wie so in so einem Kreislauf, das ergibt total viel Sinn. Und ich habe ihn dann gefragt, wie er das eigentlich kontrollieren will.
Und ob der Wirt das wirklich weitergibt oder der Gastrochef, Chefin, wie auch immer. Dann sagte er, naja, es gibt ja eine kritische Öffentlichkeit, die dann da drauf gucken wird. Und hätte ich mehr Zeit gehabt, ich meine, sieben Minuten für ein Interview ist schon extrem lang, da kann man jetzt nicht an jeder Stelle alles nochmal nachfragen. Aber ich musste schon ein bisschen schmunzeln, weil das ist doch wirklich naiv oder nicht. Wie seht ihr das denn? Absolut. Ich meine, der arme Lars Klingbein musste eine Subvention oder eine Entscheidung verkaufen, die er nicht selber zu vertreten hat oder die er nicht selber befürwortet hat. Das war ja ein großer Wunsch auch der CSU, die sich da einfach von der Lobby hat, wie soll ich sagen? Treiben lassen. Treiben lassen, genau.
Und er selber hat sich ja schon ziemlich deutlich davon distanziert, auch im Interview gestern mit dir, muss das aber jetzt verkaufen, weil es eben ein Beschluss dieser Koalition ist. Und die große Gefahr ist natürlich, dass die Gastronomen diese Senkung der Mehrwertsteuer nicht weitergeben, also die Preise nicht sinken werden. Und dass wir dann alle als kritische Öffentlichkeit jetzt über jede Kneipe, jedes Restaurant berichten, dass diese Senkung nicht weitergibt, ist natürlich illusorisch. Das wird nicht funktionieren und da werden viele diese Senkung nicht weitergeben. Ich glaube, dass wir den Worst Case, der auf jüngere Menschen zukommen könnte im Zusammenhang mit den vielen Schulden und der Haushaltsplanung, dass wir den jetzt auch gut gezeichnet haben. Nämlich, es gibt kein Wachstum und wir stehen da mit Schulden, haben irgendwann kein Geld mehr, um unsere eigenen Probleme in der Zukunft zu lösen. Das ist aber wirklich der Worst Case. Das ist jetzt wirklich der Worst Case. Aber ich möchte jetzt gerne oder lasst uns doch mal versuchen, einen Best Case zu uns zusammen zu spinnen. Harte Aufgabe.
Aber es gibt natürlich auch ein Szenario, wo das funktioniert, wo jetzt die Wirtschaft wieder anspringt und wir dann tatsächlich Wachstumsraten von zwei, vielleicht auch drei Prozent im Jahr erleben. Das wiederum heißt, dass die Steuerannahmen deutlich stärker fließen werden. Und das würde bedeuten, dass in der Tat die Bundesregierung wieder mit mehr Geld auch rechnen kann. Und was diesen Gesamtschuldenstand betrifft, das haben wir ja schon mal erlebt, dass der auch wieder gesunken ist. Also nach der Corona-Krise ist diese Schuldenstandsquote, also Gesamtverschuldung in Bezug zum Bruttoinlandsprodukt, deutlich gestiegen. Damals, ich glaube, auf 68 Prozent und in den Jahren danach wegen des guten Wachstums wieder deutlich gesunken. Das heißt, wir haben schon erlebt, dass das funktioniert, dass man aus den Schulden quasi rauswachsen kann. Und die Hoffnung ist, dass das diesmal wieder so passiert. Es ist eine Hoffnung, aber es ist auch nicht ausgeschlossen. Florian, vielen Dank dir, dass du diesen Finanzkrimi mit uns gelöst hast und am Ende noch einen schönen Best Case gezeichnet hast. Ja, ja, gelöst habe ich ihn nicht, aber ich habe... Licht hast du reingebracht ins Chaos. Also wenn du das hättest lösen können, dann hätte ich dich jetzt als Finanzminister, parteiloser Finanzminister beim nächsten Kabinett vorgeschlagen. Nicht, dass irgendjemand auf mich hört, aber du hast offensichtlich viel Ahnung. Parteilos ist gut.
Mach's gut. Ciao. Und Dunja, du hast es auch gesagt, der Haushalt ist noch nicht fix. Es wird noch debattiert im Bundestag. Der hat ja gerade Sommerpause. Und wenn er zurückkommt aus dem Urlaub, dann wird da erst mal schön noch debattiert. Ja gut, das ist so der parlamentarische Ablauf. Erst das Kabinett, dann der Bundestag, dann der Bundesrat. Und ich glaube, sie müssen sich jetzt aber einfach wirklich beeilen, weil der für dieses Jahr soll dann im September durchgehen und der für 26 Mitte Dezember, glaube ich, dann ist es im Bundesrat. Und das Problem ist einfach, dass alle, die auf das Geld warten, nicht wirklich starten können, weil sie sich nicht hundertprozentig sicher sein können oder wollen. kommt das Geld oder nicht. Und das hat einfach totale Auswirkungen. Ich bleibe jetzt mal wieder bei Brücken und Straßen, weil das gestern auch noch mal Thema war. Die können nicht planen, weil sie nicht wissen, wann kommt es, wie viel kommt, wie viel kriegen jetzt die Kommunen wirklich und so weiter und so fort. Und deswegen muss das einfach schnell umgesetzt werden. Wir bleiben da auf jeden Fall dran und drücken die Daumen, dass es vorangeht und dass es schnell geht.
Letzte Woche haben uns einige geschrieben, dass Sie den Themenwechsel von unserem ersten zum zweiten Thema, Ja, zu heftig fanden. Und da sage ich erst mal danke, weil wir bitten euch ja auch immer um Feedback und Kritik. Deswegen, das ist auf jeden Fall angekommen. Und dieses Mal ist der Bruch auch nicht ganz so hart. Es geht nämlich nochmal ums Geld. Und auch ums Kino. Dunja, bist du Kinogängerin? Also ich liebe das Kino, ich liebe Filme, aber dadurch, dass ich ja Wilma habe, also mein Hund ist dann manchmal die Entscheidung, doch eher auf dem Sofa sitzen, bleiben, kuscheln und dann eben ein Film oder ich bin ein totaler Serienjunkie, auf einer der Streaming-Plattformen das mir anzutun. Wilma schaut dann mit?
Insbesondere, wenn echte Tiere vorkommen, dann rennt die auch gerne zum Fernseher. Und ich wünschte wirklich, es gäbe schon Geruchfernsehen, dass wenn, weiß ich nicht, Pferde zu sehen sind, dass dann, also da ist sie auf jeden Fall sehr aufgeregt und sehr engagiert. Süß. Sehr süß. Wenn ich so ins aktuelle Kinoprogramm schaue oder in das, was in nächster Zeit kommen soll, dann habe ich das Gefühl, ich mache eine Zeitreise in meine Jugend. Freakier Friday kommt nächste Woche in die Kinos. Also die Fortsetzung von Freaky Friday von 2003 habe ich geliebt. Großer Fan gewesen von Chad Michael Murray.
Teufeltreck Prada 2 wird gerade gedreht, soll nächstes Jahr rauskommen. 20 Jahre nach dem ersten Film. Und diese Woche wurde bekannt gegeben, dass der Kultfilm Kick It Like Beckham auch ein Sequel bekommen soll. Ich habe da mal in die Kommentarspalte geguckt. Und da gibt es die einen, die sich riesig freuen, dass die Filme ihrer Jugend zurückkommen. Und dann gibt es die anderen, die sagen, hört doch endlich auf mit den Fortsetzungen, mit den Remakes. Denkt euch doch mal was Eigenes, was Neues ein. Aus. Aus, danke. Ein Aus um. Ein Aus um. Zu welchem Team gehörst du?
Wenn sie gut gemacht sind, finde ich, kann das nicht schaden. Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist Fight Club und da würde ich sagen, lasst die Finger weg, weil besser als das Original kann es einfach gar nicht werden. Ja, man kann da halt auch viel kaputt machen. Also es ist auch ein Risiko, dass man da eingeht. Ich wollte aber mal wissen, warum denn ausgerechnet gerade so viele Millennial Kultfilme ihr Comeback feiern und eben ob da die Filmbranche nicht kreativ genug ist für neue eigene Stoffe. Das habe ich Lisa Ludwig gefragt. Sie ist Journalistin und Filmkritikerin und hat uns das hier geschickt. Es geht nachdem Geld. Also, dass es für Studios weniger risikohaft ist, eine Geschichte vorzuführen, die die Leute schon kennen, das ist sowieso klar. Was bei dieser Millennial-Sache interessant ist, ist, dass das zum einen Eine Zeit, dass die gerade super romantisiert wird wieder in den sozialen Medien, auch von der Gen Z.
Das jetzt so für unsere Generation eine Zeit ist, wo man vielleicht auch sehr positiv dran zurückdenkt. Vielleicht auch zu Unrecht, aber wo sich alles ein bisschen einfacher angefühlt hat. Wo man vielleicht noch jünger war, wo man sich den ganzen Tag doom gescrollt hat am Handy. Und wenn man Film nicht nur kennt und wissen will, wie es weitergeht, sondern auch nostalgiemäßig sich dann in eine gefühlt bessere Zeit zurückversetzt fühlt, dann sind es zwei Fliegen mit einer Klappe, die so ein Studio schlägt. Was kommt dann jetzt? Also Dirty Dancing, Blues Brothers, Rocky Horror Picture Show, Top Gun? Obwohl Top Gun gab es ja schon.
Was fällt einem noch so ein? Aber ja, klar, Geld. Geld, ja. Und so vom Gefühl her hat sie mir tatsächlich auch aus der Seele gesprochen. Ich merke, dass ich auch anfange, diese Zeit irgendwie ein bisschen zu sehr zu romantisieren. Und ja, natürlich ist Risiko dabei, weil man durch ein schlechtes Remake auch viel kaputt machen kann, aber eben es scheint dann am Ende des Tages doch ein größeres Risiko zu sein, mit einem ganz neuen Stoff, neuen Leuten, neuen Gesichtern in die Kinos zu gehen. Wobei man sagen muss, es gibt einfach auch Reihen, die nicht funktionieren, wo man wirklich denkt, mein Gott, hättet ihr doch mal nach dem dritten Film oder auch bei einer Serie, hättet ihr mal nach der dritten Staffel einfach aufgehört, das wäre irgendwie sinnvoller gewesen. Aber du, wir müssen es ja nicht gucken, es ist ja nur ein Angebot. Vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann freuen wir uns riesig über eine positive Bewertung, über Kommentare. Auch über Kritik, zum Beispiel per E-Mail an heutejournal-podcast.zdf.de. Themenvorschläge, alles willkommen. Und ja, dann schönes Wochenende. Bis zum nächsten Mal. Alles Gute, bis bald. An dieser Folge mitgearbeitet haben Christina Kayertz, Esther Stephan, Julika Kott, Till Schadl und Max Finger. Zweckchecking kam von Marlene Ziegelmeier und Anja Igelmann. Kamera und Ton von Manfred Peiter und Dirk Vetter.
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Heute Journal, der Podcast, wird produziert von Pool Artists.