Wir manipulieren alle. Jeden Tag. Nicht, weil wir böse sind, sondern weil wir dazugehören wollen. Und genau darüber sprechen wir heute. Warum Manipulation normal ist und wann sie kippt. Willkommen bei Blackbox, der Psychologie-Podcast, der dich mitnimmt in die Tiefen der menschlichen Psyche. Ich bin Maxi. Und ich bin Babsi. Als studierte Psychologinnen schauen wir uns an, warum Menschen fühlen, denken und handeln – in Extremen wie im Alltag. Dabei verbinden wir Psychologie mit echten Geschichten direkt aus dem Leben. Von Beziehungen über Verbrechen bis hin zu außergewöhnlichen Case-Studies. Du wolltest schon immer verstehen, was in unserem Kopf passiert?

Bevor wir mit der heutigen Folge starten, muss ich unbedingt was loswerden. Ich habe mir gerade, wie jede Woche, den Outtakes aus der letzten Folge angehört, der immer ganz zum Schluss kommt, also nach dem, im Grunde nach der kompletten Folge, ganz am Ende. Und dabei ist mir aufgefallen, ich glaube, wir haben euch nie gesagt, dass es Outtakes gibt. Was mega schade ist, weil unser Cutter sucht immer den absurdesten Moment aus jeder Podcast-Folge raus und Maxi und ich wissen selber nicht, was er am Ende dann da einfügen wird. Und scrollen dann immer ganz nach vorne, um den Outtake zu hören. Und das ist hilarious. Also Freunde, jetzt haben wir es einmal offiziell gesagt, es gibt ein Favorite Final Outtake nach jeder Folge. Also hört gerne mal in die letzten Folgen rein. Ich liebe es komplett. Und damit würde ich sagen, herzlich willkommen zu unserer Blackbox-Folge, zum Thema Manipulation.

Manipulation ist ja ein Wort, das eher bei den meisten Menschen, würde ich sagen, so ein Alarmgefühl auslöst. Also ich glaube, ganz viele von euch haben jetzt so direkt ein Bild im Kopf, sowas toxisch, sowas fieses, sowas kontrollierendes und ganz klar Red Flags. Und natürlich gibt es das bei Manipulationen. Also es gibt Manipulationen, die auf jeden Fall eine Red Flag ist. Aber bevor wir dahin gehen, müssen wir einmal ehrlich sein, Denn Manipulation ist erstmal wirklich überall und zwar nicht nur bei den anderen, sondern auch bei uns selbst. Und wenn ich sage bei uns, dann würde ich sagen, starten wir auch wirklich mal bei uns beiden. Babsi, wann manipulierst du die Menschen um dich herum? Oh, unangenehme Frage.

Ja, ich habe auch so drüber nach, also wenn ich so drüber nachdenke, ich glaube, das sind ja so kleine Sachen, also es gibt ja unterschiedliche Arten von Manipulationen, da sprechen wir später ja nochmal drüber, aber ich glaube, was ich halt oft mache, ist zum Beispiel, wenn ich auf dem Sofa liege und ich habe Durst und ich bin zu faul, mir ein Glas Wasser zu holen, Dann frage ich meinen Mann und ich frage ihn nicht so, hey, kannst du mir ein Glas Wasser holen? Sondern ich frage ihn halt auf so eine vermeintlich niedliche Art und Weise. Und so ein bisschen, als wäre ich so ein bisschen so, oh, ich habe so Durst, kannst du mir ein Glas Wasser holen? Und dann ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass er mir entzult. Natürlich mache ich das einfach nur, weil ich versuche, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass er es tut. Und das, seien wir ehrlich, das ist Manipulation. Das ist Manipulation. Machst du es denn aber bewusst.

Ja, ich liebe es. Ja, aber also nicht oft. Oh Gott, wenn ihr das hier hört. Bitte hol mir auch in Zukunft noch Wasser. Dann kriegst du nicht wieder Glas Wasser. Das war's mit meinem Glas Wasser. Ja, so was. Nein, also ja, ich meine, ich mache es, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass er es tut und weil ich mich weniger schlecht fühle, wenn ich da so eingekuschelt mit so einer Decke liege und dann bin ich so, kannst du mir ein Glas Wasser holen, weil ich bin gerade so eingesnagelt und ich will nicht aufstehen und es ist kalt. Und wenn ich das einfach so sagen würde, ja, kannst du mir ein Glas Wasser holen? Ich bin hier gerade mit der Decke und es ist kalt und ich habe jetzt gerade auch keine Lust aufzustehen. Dann glaube ich, dann hat es nicht den gleichen Effekt. Ja, das stimmt nicht. Aber ich kenne es von mir auch, jetzt nicht mit dem Glas Wasser, sondern mir ist direkt eingefallen, dass wir diese Folge vorbereitet haben.

Dass bei uns zu Hause auch mit meinem Mann natürlich, die Person, mit der man irgendwie am meisten Zeit im Alltag verbringt, manchmal, wenn ich so, also nehmen wir so Wochenende, nachmittags, irgendwie wir waren vielleicht draußen, Fahrrad fahren und jetzt ist klar so, er macht sich jetzt einen Snack. Oder wir machen uns jeder einen Snack quasi. Und ich habe aber vielleicht nicht so Lust, mir jetzt einen Snack zu machen, aber ich will snacken. Und dann will ich aber vielleicht auch vorher duschen. Und dann mache ich schon deutlich, dass ich sehr gerne jetzt einen Snack will. Und ich sage auch deutlich, welchen Snack ich jetzt plane, mir zu machen.

Und dann gehe ich duschen und es funktioniert nicht immer, aber ganz oft macht er mir dann einen Snack. Und es ist schon so, dass es auch mal, also ich kann mich auch an Momente erinnern, wo ich das auch im Kopf hatte, wo ich auch mir dachte, vielleicht macht das ja. So, und natürlich sage ich da nichts, wenn er es nicht gemacht hat, weil manchmal funktioniert es auch nicht. Aber ich würde sagen, das ist trotzdem schon Manipulation.

Denn ich weiß ja, dass es manchmal funktioniert und dass er sich dann zum Beispiel denkt, ach, dann mache ich das für sie, wenn ich eh schon meinen Snack mache. Ja, ja, aber das finde ich sehr nachvollziehbar. Ja, wirklich. Was ich manchmal mache, ist, dass ich versuche, einen Grund für etwas zu finden, das ich gerne machen möchte, bei dem ich glaube, dass dieser Grund beispielsweise die andere Person auch überzeugt. Also ich versuche künstlich ein gemeinsames Interesse zu schaffen. Oh ja. Obwohl ich weiß, dass eigentlich nur ich das will. Also zum Beispiel sowas wie, ja, also wenn ich Bock habe, zu Ikea zu fahren und der Plan ist eigentlich nur zur Müllverbrennungsanlage zu fahren, dann sage ich zum Beispiel sowas wie, ja, aber im Grunde ist ja einfach ein Kilometer weiter schon Ikea und eigentlich macht es doch total Sinn, wenn wir eh zur Müllverbrennungsanlage fahren, dass wir dann zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und einfach doch direkt zu Ikea, weil da wollten wir ja eh die und die Sachen holen. Und das könnten wir dann direkt erledigen. Und was ich quasi versuche, ihm zu verkaufen, ist das Thema Efficiency. Weil mein Mann so mega auf Efficiency ist und will alles möglichst effizient machen. Also versuche ich ihm dann, Effizienz zu verkaufen, aber eigentlich will ich einfach nur zu Ikea.

Boah, das fühle ich aber auch. Oh, mir fällt auch noch eins ein. Ich fühle mich so nackt gerade. Ja, ich fühle mich so nackt. In der Weihnachtszeit habe ich für meinen Mann Adventskalender gemacht. Er ist ein riesen Weihnachtsfan. Und ich habe da so Weihnachtsaktivitäten reingemacht, was so Plätzchen backen oder Weihnachtsmärkte besuchen, Weihnachtsfilme gucken. Und eins davon war auch in die Therme gehen.

Und es ist so in der Vergangenheit, dass er jetzt nicht so ein Riesentherm-Fan ist. Es war also ein sehr selbstloses Geschenk. Es war ein sehr selbstloses Geschenk, aber das Einzige, muss ich dazu sagen. Aber es war selbstlos. Ich habe auch bei Buchung war ich so, ich weiß nicht, aber dann gab es dann Weihnachts-Special. Das heißt, da läuft dann Weihnachtsmusik in der Therme. Und dann dachte ich mir so, nein, vielleicht gefällt es ihm ja. Und er hat es halt geschenkt bekommen, also haben wir es natürlich gemacht. Aber, um das hier zu Ende zu bringen, turns out, jetzt will er regelmäßig in die Therme. Nein, doch. Doch, wirklich. Er hat gesagt, er möchte jetzt gerne öfter in die Therme, weil es doch viel schöner ist, als er es in Erinnerung hatte. Ach, krass. Ja. Funktioniert also auch mal.

Oh Gott. Ja, also, ihr seht, Maxi und ich haben blank gezogen. Wenn ihr Bock habt, schreibt uns gerne bei Instagram auch mal eure White Manipulation Versuche quasi. Also alles, was ihr so im Alltag macht. Blackbox, der Podcast, alles zusammengeschrieben, ihr wisst das schon. Long story short, wenn man im Alltag mit anderen Personen zusammen ist, beeinflusst man sich die ganze Zeit. Also manchmal macht man das ganz bewusst, so wie Maxi und ich gerade, die blank gezogen haben und euch das erzählt haben. Manchmal aber auch unbewusst. Und ich wette, dass jeder von euch heute jemanden anders schon manipuliert hat, ohne dass er es tatsächlich Manipulation genannt hat. Es sind so ganz kleine Sachen. Zum Beispiel man seufzt und es ist nicht so ein, ich bin voll müde Seufzer, sondern so ein Seufzer, bei dem man will, dass jemand fragt, ist alles in Ordnung bei dir? Ja, also so ein ...

Und im Grunde ist es ja der Versuch, diese Aufmerksamkeit in dem Moment zu bekommen und dass Leute dann fragen. Oder auch, dass man eine Geschichte erzählt und dann erzählt man sie so, dass man am Ende ein bisschen besser dasteht. Also dass es nicht ganz so unangenehm ist oder man sagt nicht direkt, hey, kannst du mir helfen? Sondern man versucht quasi so subtil sowas zu sagen wie, ach, das ist aber ganz schön schwer, oder? Ja. Im Grunde, und dann hofft man, dass der andere das merkt. Und das ist im Grunde, das ist Manipulation, aber es ist auch Beziehungsbildung. Also es ist auch Sozialverhalten. Und es gibt mehrere Studien, die zeigen, dass wir das übrigens alle tun. Also wir haben auch ein paar davon mitgebracht. Darüber sprechen wir in der zweiten Hälfte dieser Folge. Aber viel wichtiger vielleicht vorweg die Frage, warum manipulieren wir eigentlich und welche Art von Manipulation ist normal? Also ab wann wird es irgendwie toxisch? Und ist das, was Maxi und ich machen in unseren Beziehungen noch normal oder sind wir toxische kleine Schlangen? Tja, vielleicht. Unser Kernthema heute ist also, Manipulation, über die wir heute jetzt erstmal auf jeden Fall sprechen, ist nichts Abnormes, nichts Böses oder nichts Pathologisches. Hoffen wir beide zumindest, würde ich mal sagen.

Manipulation ist ein Grundmechanismus sozialer Interaktionen. Wie schon gesagt, wir alle manipulieren und das ständig. Und der Unterschied, was jetzt davon böse oder nicht böse oder pathologisch oder nicht pathologisch ist, liegt nicht im Ob, sondern im Wie, Warum und mit welcher Transparenz.

Das heißt, das Ziel gerade im Umgang mit Manipulation wäre nicht, Manipulation abzustellen. Das ist auch einfach komplett unrealistisch, denn allein die Beispiele, die du jetzt genannt hast, jeder macht das mal und auch unbewusst und auch einfach ohne, dass man es merkt. Es geht darum, zu verstehen, was da passiert und ab wann es sich halt verändert in Richtung, ja, dysfunktional vielleicht. Ich glaube irgendwie so die wichtigste Frage ist, warum machen wir das eigentlich? Also wo kommt das her? Und ich meine, Manipulation ist ja, wenn ich jetzt nur mich selber betrachte, keine böse Absicht. Ich mache das ja nicht, weil ich irgendwie meinen Mitmenschen schaden will, sondern im Grunde will ich in dem Moment ja, dass jemand sich um mich kümmert oder dass ich das Gefühl habe, dass mein Bedürfnis zu Ikea zu fahren wichtig genug ist, um gehört zu werden. Oder dass wir Zeit in der Therme verbringen, weil es ist ja eine schöne Pärchen-Date-Zeit ohne Handy. Genau. Und man formuliert es aber nicht so, sondern man verpackt es irgendwie anders. Und im Grunde ist Manipulation etwas, das aus dem Wunsch nach Bindung entsteht. Also aus dem Wunsch nach Sicherheit, vielleicht auch aus der Angst vor Ablehnung. Weil wenn ich direkt frage, hey, gehst du mit mir in die Therme? Könnte die Antwort nein sein. Und wenn ich mir das total doll wünsche, dann überlege ich mir eine subtilere Art und Weise, wie ich mein Gegenüber in die Therme bekomme.

Also im Grunde ist Manipulation in erster Linie der Versuch, Kontrolle über die eigene Unsicherheit und die eigene Angst zu bekommen und gleichzeitig im Grunde eine Bindung aufzubauen. Und Menschen selbst, jetzt kann man natürlich sagen, ja, aber rein logisch könntest du ja auch einfach fragen.

Ja, aber Menschen sind grundsätzlich keine rationalen Wesen. Wir sind sozial, wir regulieren Beziehungen über Kommunikation, über Andeutungen, über Betonung oder auch Zurückhaltung in bestimmten Momenten. Schweigen ist Kommunikation. Es heißt auch so schön, man kann nicht nicht kommunizieren. Und manchmal ist Manipulation oder kann Manipulation auch einfach der Umweg sein, weil man vielleicht auch Angst hat, so direkt zu sein. Also sowas zu sagen wie, ich bin verletzt oder ich brauche dich oder ich möchte gerade Nähe oder... Mir ist das und das wichtig, können wir das so und so machen, birgt immer die Gefahr, dass der andere sagt, nee, das will ich nicht oder das kann ich gerade nicht. Und ich glaube, diese Angst davor. Also ich könnte meinen Mann ja auch einfach fragen, hey, fahren wir Samstag um 12 Uhr mittags zu Ikea?

Könntest du? Aber ich weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass er Ja sagt, viel geringer ist. Weil welcher geistig gesunde Mensch fährt denn Samstagmittags um 12 zu Ikea? Ich würde mit zu Ikea. Okay, vielleicht frage ich in Zukunft einfach dich. Das ist gut, ich bin voll gerne bei Ihnen. Aber es ist voll da und es ist viel los und man kauft immer Dinge, die man nicht braucht und es ist irgendwie auch stickig. Also ich verstehe schon diese ganze Argumentation, warum man das nicht macht. Und dann denke ich mir, wenn ich einen anderen guten Grund liefern kann, warum wir das machen sollten, dann ist die Wahrscheinlichkeit höher. Und dann muss ich mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit, mit der Enttäuschung umgehen, dass die Antwort nein ist. Und ich glaube, das ist total logisch und total nachvollziehbar. Und ich meine so ein bisschen der Grund, würde ich sagen, oder auch das Ziel von Manipulation, wenn du jetzt zum Beispiel sagst, das Ziel ist ja zum Beispiel bei Ikea jetzt gemeinsam zu Ikea gehen, weil allein willst du irgendwie nicht hingehen. Oder bei mir mit der Therme, da steht dahinter, ich möchte gerne so diese Dateabende in der Therme, da hat man kein Handy und man ist so richtig bewusst miteinander und es ist einfach romantisch und schön. Und es sind ja beides Wünsche nach Zeit zusammen und nach Beziehungsaufbau, also Beziehung erhalten. Und das ist tatsächlich auch das, was alltägliche oder normale Manipulationen in Anführungszeichen von problematischer Manipulation unterscheidet. So eine alltägliche, normale Manipulation, um das mal abzugrenzen, wäre zum Beispiel indirekt sagen, was man braucht.

Vielleicht ja eben zum Beispiel, ich weiß nicht, das ist nicht so richtig indirekt, aber dein... Kannst du mir ein Glas Wasser bringen? Ist ja jetzt nicht so richtig. Du könntest es auch sehr deutlicher sagen, was du gerade willst und warum du nicht selbst gehen willst. Aber du verpackst es irgendwie ein bisschen anders, um zu sagen, was du gerade brauchst. Rücksicht auf Gefühle nehmen ist dabei natürlich sehr wichtig. Also wenn wir einfach komplett rücksichtslos einfach unsere Männer hier versklavend würden, dann glaube ich, wäre das deutlich problematischer. Strategisch kommunizieren ist auch noch vollkommen in Ordnung. Strategisch kommunizieren wäre dann dein Ikea-Beispiel.

Dein, naja, so will er nicht, aber vielleicht, wenn ich es so frame. Ja, weil ich überlege, was ist ein Motiv? Wie kann ich ein gemeinsames Interesse quasi wecken? Genau, also in diesem Sinne, Bedürfnisse, die man hat, verpacken, sodass sie beim anderen Anklang finden. Und das Ziel bei so normaler, gesunder Manipulation ist, Beziehung erhalten, so wie es jetzt bei unseren Beispielen, würde ich mal sagen, der Fall war. Problematisch wird es dann, wenn Manipulation nicht mehr dafür da ist, Beziehung zu sichern, sondern Kontrolle über die andere Person. Das sind dann Sachen wie Schuld erzeugen, Angst nutzen, Realität verdrehen, Verantwortung abgeben, Machtgefälle ausnutzen, auch ganz kritisch. Und das Ziel davon ist eben nicht die Beziehung, sondern die Kontrolle über den anderen. Ist dir das schon mal passiert, dass du bewusst gemerkt hast, dass jemand versucht, dich zu manipulieren? Oder hast du jemanden schon mal versucht zu manipulieren, wo du im Rückblick sagst, das war irgendwie nicht cool? Hm, muss ich jetzt kurz überlegen. Mir fällt bewusst kein Beispiel gerade ein. Also mir fallen 10.000 Beispiele noch mehr ein, gerade in Kontakt mit meinem Mann, die alle für Beziehungserhaltung da sind oder für Dinge, die ich halt irgendwie will, aber halt so zusammen will. Aber so für das Ziel, so Kontrolle über eine andere Person zu erlangen. Ich überlege gerade manchmal, wenn...

Wir, also es fällt mir in erster Linie auch in der Beziehung mit meinem Mann ein, weil man mit der Person halt die meiste Zeit verbringt. Und was mir zum Beispiel auffällt, was ich glaube ich manchmal mache, ist, wenn... Wenn ich etwas will, dass wir was machen und wir tun das nicht, obwohl ich gesagt habe, ich möchte das gerne, dann reagiere ich manchmal sehr, dann bin ich manchmal danach distanziert und irgendwie sehr, also so genervt und irgendwie auch sauer und schlecht gelaunt und lasse ihn das sehr deutlich spüren. Und ich bin eigentlich nur enttäuscht, weil wir das nicht machen und ich hatte aber Lust darauf, das zu machen. Aber die Tatsache, dass ich ihn das so spüren lasse, ist im Grunde auch so eine Art Punishment in Anführungszeichen. Und ich entscheide mich in dem Moment nicht bewusst dafür. Also ich denke mir nicht, so jetzt zahle ich dir das Heim oder so.

Aber jetzt, wo ich so gerade darüber nachdenke, ist das ja schon eine Art von, ich will, dass du dich schuldig fühlst. Auch wenn ich mich in dem Moment nicht bewusst dafür entscheide. Aber ich nehme in Kauf, dass das passiert, weil sonst würde ich ihm diese Emotionen ja nicht so präsentieren. Ja, stimmt. Also wenn du es so sagst, fällt mir gerade auch noch ein Beispiel bei mir ein. Wir haben zwei Hunde. Und mein Mann findet es super nervig, mit den Hunden rauszugehen und dementsprechend geht er manchmal halt ein bisschen später, als ich jetzt finde, dass man gehen sollte oder ja doch, also halt morgens einfach am Wochenende ein bisschen später, als ich es jetzt finde. Wenn ich zum Beispiel dran bin, gehe ich sofort, wenn ich aufstehe und er ist halt ein bisschen entspannter und geht ein bisschen später. Die Hunde halten es auch aus und die können auch raus, die haben die Möglichkeit rauszugehen, aber irgendwie ist mein Anspruch, man muss rausgehen, sobald man selbst wach ist.

Also auch Gassi gehen, sobald man selbst wach ist. Und wenn du es so erzählst, ist mir gerade auch ein, zwei Situationen eingefallen, wo es vielleicht doch passen würde, aber halt unbewusst passiert ist. Und beziehungsweise ich es ja nicht bewusst genutzt habe. Aber schon so, dann halt so eine Grundsatzdiskussion aufgemacht habe, Verantwortung gegenüber den Tieren. So von wegen, weil das Mann hat sich entschieden, einen Hund zu haben. Und da ist auch die Verantwortung, also quasi Schuldaufbau, so im Sinne von, es ist unsere Hündin. Entschuldig, Kasse zu gehen. Und tatsächlich haben wir da letztens erst drüber geredet, eben dass diese Art von Kommunikation eigentlich nicht geht. Ich habe es aber in meinem Kopf nicht gespeichert als so ein Manipulationsding. Aber du bist gerade so dieses Beispiel, jetzt ist mir es gerade eingefallen. Und wir haben es geklärt und wir sind beide der Meinung, es war nicht okay.

Aber eigentlich fällt es in die gleiche Schublade, oder? Ich glaube auch. Ja. Ich musste auch deswegen dran denken, Weil ich neulich mit meinem Mann auch genau darüber gesprochen habe, weil wir irgendwie festgestellt haben, dass der Grund, weshalb wir, also zum Beispiel am Samstag ich irgendwas Bestimmtes machen will und er hat was anderes im Kopf, dass ich dann, also dass ich häufig so enttäuscht reagiere und das sehr deutlich zeige und dass das ja... Vollkommen in Ordnung ist, enttäuscht zu sein, aber dass es unterschiedliche Arten gibt, wie man das zeigen kann, die einen unterschiedlichen Effekt auf die andere Person haben. Und meine Art ist dann so ein bisschen wie bei dir eher so ein Schuldgefühl auslösen. Also war es an der Stelle und wir haben halt auch drüber geredet, weil komplett nicht in Ordnung von mir. Und haben aber auch darüber geredet, dass bei uns zum Beispiel, dass wir vorher irgendwie darüber reden müssen, was ist unsere Erwartung ans Wochenende. Und wenn wir über die Erwartung ans Wochenende reden, dann kommt es gar nicht erst zu der Situation, sondern immer nur, wenn wir irgendwie nicht abgestimmt sind.

Und da habe ich drüber nachgedacht bei der Vorbereitung für diese Folge, dass ich dachte so, das ist, also das, was ich da mache, ist auf jeden Fall eine nicht gute Art und Weise von Manipulation, für die ich mich halt nicht bewusst entscheide, die aber irgendwie etwas ist, das ich in dem Moment dann trotzdem gemacht habe. Und also es ist mir aber auch schon andersrum passiert, also zum Beispiel in einer Freundschaft, das habe ich noch sehr, sehr deutlich im Gedächtnis, dass eine ehemalige Freundin von mir zu mir, also sie hat mich, wollte sich mit mir treffen und ich habe mich an dem Tag, war ich halt schon verabredet mit jemandem anders und sie hat dann gesagt, ja, bei mir geht's voll schlecht und ich brauch dich jetzt unbedingt und so. Und ich hab gesagt, okay, ich hab aber später diese Verabredung und die ist super wichtig und ich kann die nicht absagen, aber ich kann mir vorher Zeit nehmen, ich kann alle Sachen vorher absagen und dann kann ich bis dahin, kann ich dann für dich da sein und ich komm gerne zu dir nach Hause. Dann hat sie zu mir gesagt, ja, wenn du nicht die ganze Zeit Zeit für mich hast, was bist du für eine Freundin? Und dann meinte sie, ja, wenn du das machst, dann brauch ich gar nicht mehr miteinander zu reden und entweder machst du das oder du brauchst nicht mehr zu kommen und Und das war was, wo ich, das ist mir so im Gedächtnis geblieben, weil ich dachte, das war so krasser, so ein krasser Manipulationsversuch und das fand ich zum Beispiel sehr, ein sehr extremes Beispiel für am Ende des Tages auch Beziehungen, aber eben auf eine nicht-

Ja, nicht funktionale, nicht okaye Art und Weise. Ja, ich würde sagen, wo ich, ich glaube, woran ich als erstes denke, wenn ich an so problematische Manipulationen denke, sind so toxische Beziehungsmuster. Also da denke ich gerade irgendwie zuerst dran. Gerade wenn wir darüber reden, Schuld erzeugen, Angst nutzen, Realität verdrehen. Wir haben ja auch in einer der letzten Folgen auch über Gaslighting zum Beispiel gesprochen. Das sind auf jeden Fall so Arten der Manipulation, die auf jeden Fall echt richtig problematisch sind. Und ihr habt jetzt von uns gehört, es gibt auch manchmal dysfunktionale, problematische Manipulationstechniken, die man vielleicht auch mal unbewusst einsetzt oder die man halt, selbst dann mal macht, ohne jetzt ständig problematisch manipulativ zu sein. Und von daher, es passiert sicherlich uns allen mal, dass wir auch mal in das problematische Ding abrutschen. Ich glaube, das Wichtige daran ist halt, dass darüber dann gesprochen wird und dass man vielleicht auch merkt, dass es vielleicht nicht so okay war. Und es gibt genau zu diesem Thema Manipulation mehrere sehr interessante Experimente, wie ich finde, um auch nochmal ein bisschen deutlicher zu machen, wie normal Manipulation im Alltag eigentlich ist und wie empfänglich wir auch dafür sind. Und davon haben wir euch drei Stück mitgebracht und ich würde vorschlagen, dass wir direkt in das erste Experiment reinspringen.

Stell dir vor, du bist Student an einer Universität. Gerade betrittst du das Gebäude, um in der Bibliothek zu lernen. Da wirst du von einem Kommilitonen angesprochen. Du kennst ihn bereits vom Sehen, man nickt sich höflich zu, wenn man sich auf den Fluren begegnet. Er fragt dich, ob du bereit wärst, an einer Studie teilzunehmen, die die Genauigkeit visueller Urteile untersucht. Es ist nichts Besonderes, nichts Außergewöhnliches, hier in der Uni um die Teilnahme an einer Studie gebeten zu werden. Du selbst musstest bei deinen Hausarbeiten und Abschlussarbeiten bereits das ein oder andere Mal auf Probandensuche gehen. Du stimmst zu und wirst von deinem Kommilitonen in einen der Hörsäle geführt. Als du die Tür hinter dir schließt, siehst du viele andere Studenten tuschelnd und murmelnd auf den hölzernen Stühlen sitzen. Du wirst von einer der Versuchsleiterinnen empfangen, die dir erklärt, dass in dieser Studie immer gleichzeitig mehrere Menschen getestet werden, um Zeit zu sparen und eine möglichst hohe Probandenanzahl zu erreichen. Du suchst dir einen noch leeren Platz und setzt dich hin.

Kurze Zeit später geht es los. Die Versuchsleiterin erklärt den Aufbau der hier durchgeführten Studie. Auf dem Bildschirm wird gleich eine Vergleichslinie und drei weitere Linien gezeigt. Und du sollst entscheiden, welche der drei Linien die gleiche Länge wie die Vergleichslinie hat. Du warst schon auf kompliziertere Tests eingestellt, deshalb wirkt die Aufgabe fast ein bisschen banal. Als die erste Karte hochgehalten wird, fällt dein Blick sofort auf die richtige Lösung. Sie springt dir förmlich entgegen, so eindeutig ist sie. Es ist Antwort B. Nun geht die Versuchsleiterin die Antworten der Probanden durch und notiert sich jede Antwort auf ihrem Klemmbrett. Die erste Person links von dir wird nach ihrer Antwort gefragt und sagt A. Kurz wunderst du dich, aber vielleicht hat sie sich geirrt oder war nicht aufmerksam. Die zweite Person sagt ebenfalls A, ohne jede Unsicherheit. Die dritte schließt sich an, als wäre es die selbstverständlichste Antwort der Welt.

Bei der vierten beginnst du innerlich einzuhaken. Nicht, weil du deiner Wahrnehmung es traust, sondern weil du dich fragst, ob du vielleicht etwas übersehen hast. Einen optischen Kniff, ein Detail, das die anderen erkannt haben. Du blickst dich um, doch niemand scheint irritiert zu sein. Die anderen sind entspannt, aber fokussiert auf das, was vor ihnen passiert. Die Versuchsleiterin wendet sich nun an dich und es fühlt sich an, als würde der Raum für einen Moment stillstehen. Die richtigen Linien sind immer noch auf dem Bildschirm zu sehen, klar und deutlich. Option B. Das ist ohne Zweifel die Linie, die der Versuchslinie gleich zu sein scheint. Und dennoch ist da dieser merkwürdige Impuls, nicht völlig gegen das zu sprechen, was alle anderen gerade gesagt haben. Du verspürst keinen großen Druck, sondern eher einen sanften Sog in Richtung Übereinstimmung. Ein Gefühl, das eher aus Höflichkeit entsteht als aus Überzeugung. Deine Augen sehen weiterhin eindeutig die Linie, die passt. Und doch ringst du eine Sekunde länger mit deiner Antwort, als es nötig gewesen wäre. Und für einen kurzen Moment ist es, als wäre die Frage nicht mehr nur, welche Linie ist gleich lang, sondern auch, willst du wirklich die einzige Person sein, die widerspricht? Was antwortest du? A oder B?

Ich nehme die Frage einfach mal an mich persönlich gestellt auf. Ja, bitte. Das ist ja so eine Art von Manipulation, die viel mit Gruppendruck zu tun hat. Ja. Also viel mit der Manipulation durch mehrere oder durch die Masse. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich, ich weiß, man sagt das immer, weil man irgendwie cool sein will und so. Und das ist auch so ein psychologisches Phänomen, dass viele Leute von sich selber behaupten, sie seien nicht manipulierbar. Ich bin nicht so eine. Das glaube ich bei mir nicht. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich sehr manipulierbar bin. Aber ich weiß aus Erfahrung, dass ich weniger Probleme damit habe, gegen die Mehrheit quasi zu sein und dagegen zu argumentieren und dagegen zu halten. Und weil ich das in der Schule auch schon hatte, ich habe in der Schule schon liebend gerne Diskussionen geführt. Von daher glaube ich, ich würde tatsächlich trotzdem Option B sagen.

Ich weiß nicht. Aber ich glaube, es würde mir schwerfallen. Ja. Wie wäre es für dich? Ich, ich ehrlich gesagt, kann ich es dir nicht sagen. Ich könnte mir auch vorstellen, dass ich trotzdem B sage, aber ich könnte mir genauso gut vorstellen, dass ich A sage. Ich würde sagen, je nachdem, wie ich an dem Tag drauf bin. Ich glaube, es wäre bei mir sehr tagesformabhängig.

Aber ich könnte nicht mit Sicherheit sagen, dass ich B nehmen würde, auch wenn ich davon überzeugt bin, dass es B ist. Also ich kann es voll verstehen, dass man dann auch einfach A sagt. Tatsächlich, das ist ein Experiment von Solomon Asch und 76 Prozent aller Probanden passen sich mindestens einmal an, obwohl die Antwort eindeutig ist. Also es gab auch eine Kontrollgruppe, also eine Gruppe, die diesen Gruppendruck nicht hatte, wo die Person dann einzeln da drin saß. Und da war die Fehlerquote sehr niedrig, also fast 99 Prozent korrekte Antworten, was zeigt, dass die Aufgabe an sich sehr trivial war. Und der Fehler, den die Personen gemacht haben, die dann trotzdem A gesagt haben, durch diesen sozialen Druck, durch die Manipulation der eigenen Antwort quasi durch diesen Druck entstanden ist. Und ja, daraus kann man quasi schließen, dass wenn Personen ihre Antwort privat geben, dass dann eben diese Konformität und natürlich auch diese Manipulation durch die Aussagen anderer Personen abnimmt. Und das ist super interessant, finde ich, weil da ja niemand aktiv manipuliert. Nee. Sondern es ist nur die Umgebung. Außer die Versuchsleiter. Wie bitte? Außer die Versuchsleiter.

Ja, okay. Aber das finde ich super interessant, weil es auch zeigt, das, was wir unter Manipulation verstehen, dieses jemand versucht mir Schuldgefühle zu machen, ist nur der Eisberg von dem Begriff Manipulation. Ja. Das ist heute wieder eine Folge, wo ich mir denke, und genau deswegen finde ich Sozialpsychologie so spannend. Oh Gott. Weil einfach, es ist ja wirklich, wie du sagst, es gibt hier keine einzelne Person, von der alleine die Manipulation ausgeht, sondern auch einfach soziale... Soziale Prozesse und das Bedürfnis nach sozialer Zugehörigkeit, allein das manipuliert uns schon. Ja, also wir nehmen mit, wir müssen gar nicht aktiv manipuliert werden. Es reicht schon, wenn wir Menschen um uns herum haben, die alle ähnlich sind und dann passen wir uns an. Und allein das ist schon Manipulation. Also es ist nicht immer der einzelne Mensch, der uns gegenübersteht und irgendwas plant und versucht, uns in eine Richtung zu bringen, sondern Manipulation und Einfluss entsteht oft schon durch Gruppendruck, durch Zugehörigkeit oder auch durch die Angst, nicht in die Gesellschaft oder in diese Gruppe reinzupassen. Das nächste Experiment kennen mindestens alle von euch, die sich im Bereich Sales, also im Vertriebsbereich auskennen. Stimmt. Denn man nennt es Foot in the Door.

Es ist früher Nachmittag. Die Sonne steht mild über den Vorgärten und du bist gerade dabei, die Post des Tages durchzugehen, als es an der Haustür klingelt. Als du öffnest, steht dort eine junge Frau mit einem Klemmbrett in der Hand. Sie ist ordentlich gekleidet, das Haar zurückgebunden und hat ein freundliches, zurückhaltendes Lächeln im Gesicht. Sie sagt, dass sie eine kurze Umfrage zu Haushaltsprodukten durchführe. Nur ein, zwei Fragen, damit sei ihr schon geholfen. Es dauert ganz sicher nicht lange. Du nix, denn es ist eine kleine Bitte. So klein, dass du sie gar nicht ablehnen kannst. Niemand muss dafür etwas hergeben, niemand lässt jemanden hinein, niemand verpflichtet sich zu irgendetwas. Sie fragt, welche Marken du nutzt, wie oft du bestimmte Reiniger verwendest, ob du eher flüssige oder feste Produkte bevorzugst. Die Fragen sind sachlich, unpersönlich. Sie sind so leicht zu beantworten wie das Ausfüllen eines Einkaufszettels. Nach nicht einmal einer Minute bedankt sie sich herzlich, wünscht dir einen schönen Tag und geht die Einfahrt hinunter. Du machst die Tür zu und widmest dich wieder der Post.

Drei Tage später klingelt es erneut. Als du öffnest, steht diesmal ein Mann vor dir, ebenfalls mit Klemmbrett, dasselbe Logo, dieselbe freundliche, sachliche Ausstrahlung. Er fragt, ob du dich an die kurze Umfrage erinnerst. Na klar, es ist ja erst drei Tage her, du kannst dich sogar noch an das Gesicht der Frau erinnern. Der Mann lächelt und sagt dann, dass er ebenso wie die junge Frau Teil einer vertiefenden Studie zu Haushaltsprodukten ist. Um realistische Daten zu bekommen, müssten sie eine genaue Liste der Putzmittel und Vorräte anfertigen, die in deutschen Haushalten vorrätig sind und genutzt werden. Das würde bedeuten, dass ein Team etwa für zwei Stunden vorbeikommt und den Bestand an Putzmitteln in deinen Schränken erfasst. Ob das für dich in Ordnung ist? Du bist überrascht. Die Bitte ist plötzlich groß, deutlich größer als die erste. Zwei Stunden fremde Menschen in deiner Küche, jemand, der deine Vorräte durchgeht. Irgendwie eine seltsame Vorstellung. Aber vielleicht auch gar nicht so seltsam. Wenn die Daten benötigt werden, noch dazu für eine Studie, an der du ja durch die Beantwortung der Fragen bereits teilgenommen hast.

Außerdem sind sowohl der Mann vor dir als auch die Frau vor ihm wirklich freundlich. Sie haben dich zu keinem Zeitpunkt gedrängt, scheinen wirklich nur die Ergebnisse ihrer Studie im Sinn zu haben. Warum also solltest du ablehnen? Zu verlieren hast du ja nichts. Was sagst du? Ich glaube, ich würde sie in meine Köche lassen.

Weil ich denken würde, dann habe ich ja sonst komplett unnötig an der... Also, wobei, es kommt drauf an. Ich würde keinen einzelnen Mann, der meine Haushaltsmittel sehen will, alleine in meine Wohnung lassen. Das würde ich grundsätzlich nicht tun. Aber nur aus der Perspektive des Gefallens würde ich ja sagen. Allerdings würde ich mir Zettel zeigen lassen und Nachweise geben lassen und sowas, weil ich Angst hätte, dass ich irgendwelche Verbrecher in meine Wohnung lasse.

Aber wenn das alles geklärt wäre, würde ich rein vom Gefallen dazu tendieren zu sagen, ja. Weil ich mir denken würde, ich habe ja diese Fragen schon beantwortet und mein Datensatz ist ja sonst komplett unvollständig und total wasted für diese Studie. Und ich glaube, ich kann das nicht ertragen, weil ich dann denke, dann habe ich die erste Befragung unnötig gemacht und ich will nicht, dass die unnötig war, so würde ich bei der zweiten dann auch noch mitmachen. Ich glaube auch, ich würde Ihnen erlauben, meinen Fußmittelbestand zu erheben.

Tatsächlich ist der Hintergrund davon, also es ist eine Studie von Jonathan Friedman und Scott Fraser, der Kernmechanismus hinter diesem Gedanken von machen wir das oder machen wir das nicht, ist, dass wir im Grunde ein Bedürfnis nach Konsistenz haben. Also die Foot-in-the-Dot-Technik ist ein psychologisches Prinzip, bei dem Menschen einer größeren Bitte eher zustimmen, wenn sie zuvor bereits einer sehr kleinen, einfachen Bitte zugestimmt haben. Und tatsächlich ist es so, dass wenn wir beim ersten Mal bei dieser kleinen Bitte zugestimmt haben, also in dieser Studie, sind Menschen dann zu 135 Prozent, eher dazu bereit, die größere Bitte auch zuzugeben, also auch zuzugestehen im Vergleich zu Personen, die vorher nicht gefragt wurden. Also im Grunde versucht man so ein bisschen dieses Selbstbild aufrechtzuerhalten, ich bin jemand, der hilft und ich bringe die Sachen zu Ende und wenn ich sage, ich möchte nicht, dass meine erste Befragung umsonst war, dann ist es ja genau das, ich möchte, dass es konsistent ist, ich möchte, dass es konsistent ist, ich möchte, dass es fertig ist, Ich möchte, dass ich tatsächlich geholfen habe und nicht mittendrin irgendwie abgebrochen habe, weil mich das verrückt macht. Und Funfact, das ist etwas, das sehr häufig im Sales-Kontext benutzt wird, also im Vertriebskontext, aber auch im Marketing-Kontext oder auch im Fundraising.

Weil man da ja zum Beispiel, wenn man einmal Geld von einem Investor bekommen hat, eine kleinere Summe, dann ist die Person viel eher bereit, danach noch mehr zu investieren, weil sie dir schon mal was gegeben hat. Oder auch in Beziehungen, wenn ich von jemandem, was er bitte, eine Kleinigkeit, dann ist die Person danach viel wahrscheinlicher bereit, mir einen größeren Gefallen auch zu erfüllen. Und je nachdem, wie klar man diese Strategie kennt und je nachdem, wie gut das Umfeld diese Strategie kennt, funktioniert das besser oder schlechter, aber das ist Manipulation. Auch wenn es nicht automatisch böse ist, Ist es eine Manipulationsstrategie, die in diesen Studien ja auch zeigt, dass sie funktioniert? Und das finde ich irgendwie cool. Also, dass man das tatsächlich auch in Studien nachweisen kann, wofür wir so empfänglich sind.

Ich finde es auch crazy, also ich muss gerade an ein, zwei so Situationen denken, so Telefonate, wo so Sachen verkauft wurden oder so Gewinnspiele mitmachen oder sowas, das ist schon super lange bei mir her, aber ich meine, da wurde das auch benutzt, da war ich vielleicht Anfang 20 und da wurde ich auch mal so getrickt, so ein, keiner hat mich einen angerufen und dann war erst so eine ganz easy Frage irgendwie, was meine Lieblingsreiseziele sind oder so. sowas. Keine Ahnung. Und genau, ob ich kurz zwei Minuten habe, um das halt zu erzählen. Und natürlich habe ich kurz zwei Minuten, um das zu erzählen, habe ich halt gemacht. Ich glaube, heutzutage würde ich auch sagen, nee, danke. Oder gar nicht rangehen, wenn ich die Nummer halt nicht kenne.

Aber auf jeden Fall habe ich dann halt das halt erzählt. Und dann, ich spule mal vor, Ende vom Lied war, dass ich irgendwie ein E-Mail und so irgendwie abgegeben hab und bei irgendeinem Gewinnspiel mitgemacht hab, was dann dazu geführt hat, dass ich ständig irgendwie Sachen geschickt bekommen hab. Und das war super nervig und es war voll aufwendig, das alles wieder abzubestellen, weil es ein Riesenpaket war.

Ja, und ich denk mir gerade so, wow, ich glaube, das war das.

Ich glaube, da haben sie mich auch mit gekriegt. Ja, es geht schnell. Das geht wirklich schnell. Also beim nächsten Mal überlegt euch gut, wenn euch jemand nach dem ersten Gefallen direkt noch um den zweiten bittet, ob ihr das wirklich machen wollt oder ob ihr das gerade nur for Consistency Reasons tut. Aber ihr wisst ja, jetzt ist es nicht zwangsläufig eine böse Art von Manipulation. Es ist einfach nur, wie wir versuchen, Beziehungen aufzubauen und das Verhalten von Menschen um uns herum zu unseren Gunsten und nicht zu den Ungunsten anderer Personen zu beeinflussen. Hm. Obwohl ich sagen muss, wenn es so marketingtechnisch ist, wie zum Beispiel bei diesem Anruf bei mir, da hatte ich schon den Nachteil dahinter, dass ich halt dann, ich hatte schon richtig Ärger, das alles wieder abzubestellen und mich da wieder auszutragen. Ja, also ich will damit auch nicht sagen, dass ihr unbedingt eure E-Mail-Adresse bei irgendwelchen ominösen Marketing-Deals angeht. Ich war so 20 und 21 im Kirch, weil der ist sehr vertrauensvoll. Vielleicht ist das eher das Learning, Maxine. Hab's auch seitdem nicht mehr gewartet. Der dritte Mechanismus, über den wir gerne sprechen wollen, ist Priming. Und ich persönlich, also für mich persönlich, das ist mein Lieblingsmechanismus von allen dreien, weil ich den irgendwie so am häufigsten im Kopf habe oder am häufigsten glaube, dass der gerade greift.

Du sitzt in einem kleinen Raum mit weiß gestrichenen Wänden, einem weißen Tisch und einem Stapel Karteikarten vor dir.

Der Raum riecht nach trockener Heizungsluft und durch die dünnen Fenster hörst du gedämpfte Stimmen vom Flur. Der Raum riecht nach trockener Heizungsluft und durch die dünnen Fenster hörst du gedämpfte Stimmen vom Flur. Du wartest darauf, dass der Versuchsleiter den Raum betritt, um mit dir das Experiment zu starten, zu dem du dich angemeldet hast. 10 Euro kriegst du dafür und laut Ankündigung werden nur 15 Minuten deiner Zeit beansprucht. Ein guter Deal.

Ein Mann betritt den Raum, der sich dir als Versuchsleiter vorstellt. Er erklärt mit ruhiger Stimme die Aufgabe. Bitte ordnen Sie die Wörter auf jeder Karte zu einem sinnvollen Satz. Sie müssen nicht perfekt sein, nur grammatikalisch korrekt. Du beginnst sofort. Die ersten Karten wirken zufällig. Buch, liest, er, heute, das. Doch schon bald merkst du, dass bestimmte Wörter wiederkehren. Dreist, frech, unterbrechen, ungehalten, stören. Manche Karten haben Ausdrücke wie rücksichtslos, fordernd oder direkt. Du sortierst sie zu Sätzen, ohne groß darüber nachzudenken, denn das ist ja die Aufgabe. Es ist ein sprachliches Puzzle, nicht mehr. Der Versuchsleiter kommt zurück, nimmt die Karten wortlos entgegen und lächelt höflich. Danke. Als nächstes gehen sie bitte den Flur entlang und melden sich bei meinem Kollegen. Sie erkennen ihn daran, dass er eine Mappe in der Hand hält. Er zeigt zur Tür. Du stehst auf, nimmst deine Tasche und gehst hinaus. Der Flur ist schmal, schwach beleuchtet und als du um die Ecke biegst, erkennst du den Kollegen sofort. Es ist ein Mann Mitte 40, mit Brille und einer Aktenmappe in der Hand.

Er steht in einem Türrahmen, im Gespräch mit einer anderen Person. Die beiden sprechen ruhig miteinander, nicht angespannt, aber konzentriert genug, dass du merkst, das Gespräch ist noch nicht zu Ende. Du bleibst stehen, etwa zwei Meter entfernt, und wartest. Eine Sekunde, zwei, fünf. Du hörst das Murmeln ihrer Stimmen, das Rascheln der Mappe, das leichte Knarren der Tür. Und plötzlich spürst du, wie eine Unruhe in dir aussteigt. Eine Ungeduld, die dir zuflüstert, dass du hier nicht ewig stehen musst, dass es völlig legitim wäre, einfach kurz anzuklopfen, dich bemerkbar zu machen, dazwischen zu gehen. Du verlagerst dein Gewicht von einem Fuß auf den anderen. Deine Hand bewegt sich unwillkürlich in Richtung Türrahmen. Du fühlst diesen Impuls, einen ungeduldigen kleinen Druck im Brustkorb, der sagt, jetzt passt es. Das ist ja kein Problem, sag einfach Bescheid. Noch ehe du weiter darüber nachdenken kannst, unterbrichst du den Mann. Entschuldigung, ich soll mich bei Ihnen melden.

Er dreht sich sofort zu dir um und wirkt weder verärgert noch überrascht. Er lächelt freundlich, bedankt sich, blättert durch seine Mappe und notiert etwas. Du verstehst nicht recht, was an deinem Verhalten so besonders sein soll, dass man es notiert. Du hattest das Gefühl, es sei einfach notwendig gewesen. Das Gespräch wirkte nicht so wichtig und du hast ja schließlich auch nicht den ganzen Tag Zeit hier zu stehen.

Damit ist das Experiment beendet und du gehst nach Hause. Grübelnd, warum genau du dich jetzt noch bei dem zweiten Mann hast melden müssen.

Das Experiment, das du gerade vorgestellt hast, ist von John Bark, Chen und Burroughs aus dem Jahr 1996. Und das galt damals als revolutionär, denn wenn die Personen bei diesen Wortpuzzlekarten unhöfliche Begriffe quasi legen mussten oder viele unhöfliche Begriffe wie frech, unterbrechen und direkt. Also direkt ist halt nichts Unhöfliches, aber du weißt, was ich meine. Dann haben tatsächlich 65 bis 70 Prozent der Probanden dieses Gespräch unterbrochen. Und die Personen, die dagegen bei den Wortkarten höfliche Worte hatten, sowas wie beispielsweise höflich oder zurückhaltend oder so.

Also da konnte man tatsächlich zeigen, dass von denen nur 10 bis 20 Prozent dieses Gespräch unterbrochen haben. Das heißt, es gab signifikante Unterschiede in den jeweiligen Versuchsgruppen und diejenigen, die ganz neutrale Begriffe hatten, da waren die Effekte irgendwie so dazwischen. Und das war damals absolut revolutionär, weil man damit quasi gezeigt hat, dass Priming, also das Aktivieren von bestimmten Begriffen oder Konzepten in unserem Kopf, dass das soziales Verhalten automatisch beeinflussen kann. Und zwar ohne, dass wir uns bewusst entscheiden. Und dazu muss man wichtigerweise sagen, dass das Wahrscheinlichkeiten verschiebt und nicht das Verhalten vorherbestimmt. Also nur weil ich einen bestimmten Begriff lese, werde ich mich nicht plötzlich komplett anders verhalten, als ich es sonst tun würde. Aber es zeigt doch, dass wir auch unbewusst für die Manipulation durch unsere Umwelt empfänglich sind.

Und das fand ich persönlich sehr, sehr interessant. Man muss, um das Ganze sauber einzuordnen, dazu sagen, es gab ganz, ganz viele unterschiedliche Experimente zum Thema Priming. Auch zum Beispiel, wenn jemand häufiger mit Begriffen wie alt oder gebrechlich konfrontiert war, dass die Leute danach signifikant langsamer gehen, was ich persönlich total lustig fand.

Man muss dazu aber sagen, dass ganz viele von diesen Experimenten nicht replizierbar waren, also dass man es nicht geschafft hat, diesen Effekt nochmal zu zeigen. Das heißt, Priming ist in einigen klassischen früheren Ergebnissen untersucht worden, konnte in neueren Replikationsversuchen dann nicht zuverlässig bestätigt werden. Das heißt, man ist noch dabei zu debattieren, welche Priming-Effekte sind tatsächlich wissenschaftlich solide, also wodurch lassen wir uns wirklich so ein bisschen in unserem Verhalten beeinflussen. Also insgesamt zeigen sich aber in vielen Studien sehr solide Effekte, beispielsweise in puncto auf Wahlreaktionen oder auch Konsumverhalten und soziale Interaktionen. Also es gibt unterschiedliche Studien, die nicht replizierbar waren, aber dass Priming-Effekte einen Einfluss auf unser Verhalten haben, das ist wissenschaftlich sauber belegt. Priming ist ja auch was, was in Werbepsychologie auch genutzt wird. Oh ja. Was ja, also, klar, wenn man jetzt davon ausgeht, bestimmte Reize erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen sich so und so verhalten.

Dann liegt es ja voll nahe, dass... Und Unternehmen, die vielleicht Produkte rausbringen, dann vielleicht dafür gucken, ah okay, wenn die Person da und da ist, ist es vielleicht gut an dem und dem Punkt, dass sie vielleicht eine Stunde vorher schon damit konfrontiert wird, keine Ahnung, vielleicht auf dem Weg zum Ikea gibt es ein Werbebild mit irgendwie einem bestimmten Sessel oder einem bestimmten Stuhl irgendwie und den siehst du dann bei Ikea wieder. Also nur ganz platt formuliert könnte das ja schon ein Beispiel von so einem Priming-Versuch sein, der potenziell die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnte, dass du dann in diesem Fall diesen Stuhl kaufst, aber natürlich nicht garantiert sagen kann, du machst es oder du machst es nicht. Kurz gesagt, Priming ist halt in der Lage, quasi Wahrscheinlichkeiten zu verschieben für Verhalten, was ich total interessant finde und ich liebe Priming als Konzept, weil ich es so faszinierend finde, weil es irgendwie so ein bisschen in unsere unbewusste Wahrnehmung mit reinspielt und ich, ich weiß, ich bin irgendwie ein bisschen merkwürdig manchmal, was das angeht. Aber es gibt Tage, an denen liege ich im Bett nachts und denke mir.

Wenn ich eine bestimmte Entscheidung getroffen habe und versuche innerlich nachzuvollziehen, warum ich diese Entscheidung so getroffen habe, manchmal auch eine Kaufentscheidung und versuche dann nachzuvollziehen, warum ich das gemacht habe und was mich irgendwie dahin gebracht hat. Und ich glaube einfach daran, dass wir, um zurück zu dem Thema an sich Manipulation zu kommen, dass wir jeden Tag auf so vielen Ebenen manipuliert werden und dieser Begriff nur deswegen so verteufelt ist, weil wir ihn mit dieser negativen, dieser toxischen Art von Manipulation in Verbindung bringen und uns nicht bewusst machen, dass Manipulation als an sich erstmal nur bedeutet, dass wir versuchen, das Verhalten anderer Menschen zu beeinflussen. Und beeinflussen ist eigentlich ein sehr neutrales Wort. Und ich meine, wir werden ja nicht nur von anderen Menschen beeinflussen. Und das ist ja wirklich, wir haben gesagt, jetzt wir hatten als Beispiel Konformitätsdruck, also Gruppen von Menschen. Wir werden ja wirklich... Jetzt reden wir über Manipulation zwischenmenschlich, aber ich meine, beeinflusst werden wir von unserem gesamten Umfeld, also nicht nur Menschen, sondern ja auch, keine Ahnung, die Umwelt, Tiere, was weiß ich, alles, was wir essen, trinken, zu uns nehmen, sehen, riechen, schmecken. Das ist ja alles, was uns beeinflusst. Das heißt, wenn wir es.

Ganz kritisch nehmen müssten, müsste man sagen, eigentlich werden wir 24-7 von allem um uns herum manipuliert, weil ja unser Verhalten und Erleben immer abhängig ist, auch von den Dingen, die wir so erleben, sehen, erfahren. Ja, und ich glaube, dass wir den Begriff Manipulation aber immer nur in einem Kontext benutzen, in dem wir etwas dann als negativ empfunden haben. Also im Grunde, als wäre Manipulation immer dann vorhanden, wenn wir es nicht geschafft haben, unsere eigenen Grenzen einzuhalten. Also der Moment, in dem wir das Gefühl haben, wir haben etwas gemacht, das wir nicht machen wollten oder sind jetzt an einem Punkt, an dem wir gar nicht sein wollten. Und dann sagen wir, das war Manipulation. Aber zum Beispiel dein Mann, um bei diesem Therme-Beispiel zu bleiben, der würde dir bestimmt nicht sagen, du hast mich manipuliert, um da hinzugehen.

Und wäre sauer auf dich, weil er fand es ja schön. Wenn er es jetzt richtig schlimm gefunden hätte und ich weiß nicht, ich hätte komplett Ausschlag bekommen überall oder sowas, dann hätte er wahrscheinlich gesagt, du hast mich dahin manipuliert und jetzt habe ich all diese Sachen und ich fühle mich total manipuliert, weil ich bin nur mitgegangen, weil du es mir geschenkt hast etc. Aber es hat einen positiven Outcome und er hat nicht das Gefühl, dass er seine Grenzen nicht gewahrt hat, weil es war für ihn auch schön. Und deswegen ist es keine Manipulation und das wird nicht so bezeichnet, obwohl es natürlich Manipulation ist. Von daher glaube ich, dass wir oft Dinge Manipulation nennen, wenn wir es nicht geschafft haben, unsere eigenen Grenzen zu schützen. Und damit meine ich natürlich nicht, dass man selber schuld ist oder so. Also ich will jetzt auch nicht sagen, dass schlechte, also negative Manipulation, dass wir selber schuld sind, wenn wir unsere Grenzen nicht gewahrt haben. Aber ich glaube, dass es wichtig ist.

Sich bewusst zu machen, dass Manipulation nicht immer etwas Negatives ist und dass in dem Moment, wo ich selber merke, ich fühle mich manipuliert, dass es sich lohnt, nicht nur nach außen zu gucken, was hat jemand anders quasi versucht mit mir zu machen, sondern auch nach innen zu gucken und zu sagen, wo habe ich mich nicht getraut, nein zu sagen oder wo habe ich diese Entscheidung getroffen, obwohl ich das eigentlich gar nicht wollte, weil ich Angst hatte vor Konflikten oder hatte ich Angst davor, dass ich nicht normenkonform sein könnte. mit der Gruppe oder so. Und ich glaube, das ist eigentlich die viel spannendere Frage. Nicht, wie schütze ich mich vor Manipulation, sondern wie erkenne ich jegliche Form von Manipulation soweit möglich und wie kann ich das reflektieren für mich selbst. Und das finde ich persönlich super spannend und öffnet uns ja eigentlich auch eine komplett neue Möglichkeit, diesen Begriff Manipulation zu betrachten, nämlich als etwas, das vollkommen normal ist. Und gleichzeitig auch als etwas, wo man quasi weiß irgendwie, ich kann beides machen, ich kann Manipulation erkennen und es kann okay sein. Und gleichzeitig gibt es aber auch Manipulation, die eben über diese Grenze hinausgeht und die vielleicht systematisch eingesetzt wird, um Schuld, Angst oder Macht auszuüben.

Und da ist dann auch dieses Manipulation erkennen und benennen ja auch vielleicht ein wichtiger Hebel, um dann zu sagen, okay, und das ist jetzt halt nicht mehr normal. Das ist jetzt nicht mehr für Beziehung oder was Alltägliches oder was Normales, sondern das ist was, was mir schadet. Und damit quasi geht Manipulation ja in den Bereich, der eben dann problematisch ist und nicht mehr einfach okay. Ja, also long story short, Manipulation ist normal. Wir manipulieren alle und wer nie manipuliert.

Drastische Aussage, aber wer behauptet, er würde nie manipulieren, belügt sich selbst. Eiskalt. Schreibt uns total gerne eure Situationen, in denen ihr euch schon mal dabei erwischt habt, indirekt oder direkt Menschen zu manipulieren, Leute um euch herum zu manipulieren. Vielleicht auch eure kleinen Alltagshacks, wie ihr Leute dazu kriegt, euch Wasser zum Sofa zu bringen oder mit euch in die Therme zu gehen. Wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns super gerne auf allen Kanälen und lasst uns fünf Sterne da. und wir hören uns beim nächsten Mal bei der nächsten Blackbox-Folge. Und damit sagen wir Seid lieb zueinander und wir sagen Tschüss!