Ich frage mich in letzter Zeit immer öfter, ob mit mir etwas nicht stimmt, weil ich keine richtigen Hobbys habe. Ich arbeite, habe Freunde und eigentlich bin ich auch ganz zufrieden damit. Aber in meiner Freizeit komme ich meistens nach Hause, esse irgendwas, schaue Serien, hänge am Handy oder liege einfach nur rum. Und um mich herum scheinen plötzlich alle Pilates zu machen und zu töpfern und zu malen und Rennrad zu fahren. Und je öfter ich das sehe, desto mehr habe ich das Gefühl, irgendwie langweilig zu sein. Ist das unnormal? Babsi, als du diese Hörernachricht, die wir da bekommen haben, tatsächlich unsere erste Hörernachricht zu Unnormal, als du die gelesen hast...
Was kam dir da zuerst in den Sinn? Was hast du gedacht? Ich verstehe es so gut. Oh Gott. Ich verstehe es so gut, weil ich selber wirklich ein Problem damit hatte, ganz lange ein Hobby zu haben und irgendwas zu haben, das, ich weiß nicht, also Fun Story, Fun Fact. Dieser Podcast hat mit dem Anspruch auf meiner Seite angefangen, dass das hier ein Hobby werden könnte. Und es hat nur so semi gut geklappt, wie man mittlerweile merkt. Aber tatsächlich tue ich mich extrem schwer damit oder habe ich mich in meiner Vergangenheit sehr schwer damit getan, Dinge einfach nur aus Spaß zu machen, ohne direkt einen Leistungsanspruch oder so zu haben. Und ich habe immer das Gefühl, dass richtig viele Leute um mich herum Dinge einfach nur machen, weil sie Spaß machen. Und das fällt mir total schwer, weil ich an alle Dinge, die ich mache, immer einen Leistungsanspruch hatte und auch heute oft noch habe und so ein bisschen mit mir selber hadere und versuche, besser darin zu werden, Dinge einfach nur zu machen, weil sie Spaß machen. Du bist so jemand, Maxi. Bei dir habe ich das Gefühl, du hattest immer richtig viele Hobbys, weil sie Spaß machen. Und ich weiß, dass wir voll viel darüber geredet haben. Weil du so eine kreative Person bist. Und ich war immer so, nein, das ist darauf nicht. Ich wünsche dich, ich wäre auch so.
Ja, ich bin eine Person, die immer richtig viele Hobbys hat. Und gleichzeitig kann ich es sehr relaten, dass du sagst, dass alles irgendwie so einen Leistungsanspruch hat. Denn ich tue Dinge, weil sie mir Spaß machen. Also ich habe Hobbys, die mir Spaß machen. Aber es ist auch bei mir so eine Mischung. So kennst du das? Ich gucke jetzt gerade auf diese Booknox. Kennst du diese Booknox? So Dinger, die du aus so Mini-Holzdingern zusammenbaust mit so Sekundenkleber, die du dann schön in dein Bücherregal stellst. Und das sind so richtig kleinteilige Sachen. Vor anderthalb Jahren habe ich einen richtigen Rappel bekommen mit diesen Dingern. Ich habe drei davon. Ich habe das erste, die Winkelgasse aus Harry Potter, angefangen. Das steht bis heute...
Unfertig und es sind wirklich, es sind 90% fertig, die letzten 10% fehlen noch. Es ist nicht fertig geworden und irgendwie habe ich keine Lust weiterzumachen, weil es irgendwie, keine Ahnung, ich habe mich so, ich war voll im Ton, habe das voll viel gemacht und dann auf einmal nicht mehr und jedes Mal, wenn ich es sehe, stresst es mich, weil ich es nicht fertig gemacht habe.
Also wenn ich ein Hobby mache, dann habe ich auch irgendwie schon den Anspruch, es fertig zu machen und es vor allem gut zu machen. Wenn ich anfange zu malen und ich weiß, das wird nicht schön, dann mache ich es nicht. Ja, und das ist so ein bisschen mein Problem. Ich bin bei weitem nicht so begabt, wie du, was Malen zum Beispiel angeht. Und ich habe es dann mal versucht und irgendwie damit angefangen. Und auch so in den letzten, ich würde sagen, ein, zwei Jahren bin ich besser darin geworden und habe jetzt auch irgendwie häufiger gemalt, einfach nur, weil es Spaß gemacht hat. Obwohl ich, wie gesagt, nicht besonders gut darin bin. Aber vorher war das für mich absolut undenkbar, weil ich dachte, was soll ich denn damit machen? Ja. Also warum soll ich das machen? Ich bin da schlecht drin. Und weil ich schlecht darin bin, habe ich das Gefühl, dass es mir auch keinen Spaß macht. Und ich hatte direkt diese Bewertungen im Kopf, ich bin schlecht im Malen. Also der Zweck vom Malen in meinem Kopf war, dass es richtig gut aussehen muss und nicht, dass es mir Spaß macht oder so. Ja, und das Problem hatte ich mit allen möglichen Sachen, die ich angefangen habe, dass ich immer das Gefühl hatte, ich habe keine Leidenschaft dafür, weil mein Leistungsanspruch immer meine Leidenschaft ausbremst. Und für alle Dinge, für die ich eine Leidenschaft empfinde, da mache ich dann immer irgendein ernsthaftes Projekt draus, wie zum Beispiel in diesem Podcast.
Ich kann mich auch noch erinnern vor, ich glaube, ein, zwei Jahren, wo du auf einmal ein bisschen mehr Zeit hattest. Und dann hattest du mich irgendwann angerufen und hast gesagt, Maxi, ich merke gerade, ich habe keine Hobbys. Es ist so, alles, was ich tue, hat so einen Sinn und ich mache nichts einfach nur für mich. Und ich habe keine Hobbys.
Es war richtig schlimm für mich. Und es war ja so die Zeit, da haben wir dann, glaube ich, angefangen, Handyhüllen zu bekleben und Fotoalben zu basteln und zu malen, um irgendwie irgendwas zu machen, dass du irgendwie ein paar Hobbys ausprobierst. Dabei ist es ja eigentlich also ich denke mir gerade eigentlich ist es ja voll gut auch mal einfach nichts zu machen oder, seine Freizeit auch einfach mal ich sag mal aushalten zu können weil ich zum Beispiel kann Freizeit ganz schwer aushalten wenn ich nicht das Gefühl habe, dass ich sie richtig nutze also auch meine Freizeit muss genutzt werden, deswegen hab ich ja auch so viele Hobbys.
Und ich finde schon also ich weiß nicht, ob es dir auch so geht, aber wenn ich so jemanden kennenlerne, der so richtig coole Hobbys hat.
Dann finde ich diese Person auch irgendwie sehr cool. Also Leute, die so krasse Sachen machen, wie so Triathlon laufen, Fallschirmspringen als Hobby in der Freizeit. Dann denke ich mir irgendwie so, wow, das sind so richtig coole Leute, das sind so richtige Macher, die nutzen so die Zeit aus, die sie haben. Kennst du das? Ja. Ja, und ich finde es ganz unangenehm. Also ich finde es richtig cool. Und gleichzeitig stelle ich dann an mir selber fest, dass ich immer noch lieber Projekte habe als Hobbys. Also irgendwie für mich ist so ein Hobby etwas, dass man für sich selbst, also um der Sache willen tut. Man kann da auch irgendwie einen Anspruch dran haben. Beispielsweise ein Triathlon ist ja dafür da, dass man auch, wenn man dafür trainiert, den schaffen will. Vielleicht hat man sich auch eine bestimmte Zeit in den Kopf gesetzt. Aber der Triathlon als solcher, den macht man nicht für irgendwas anderes. Man macht ihn wegen des Triathlons. Also genauso wie man Fallschirmspringen nicht, um anderen Leuten zu erzählen, dass man Fallschirmspringen geht oder um irgendwie regelmäßig den Puls durch die Decke zu jagen oder so, sondern wegen der Sache selbst. Und darauf bin ich so neidisch, auf die Fähigkeit von Leuten, Dinge zu tun, wegen der Sache selbst. Also ich habe mich neulich mit einer Arbeitskollegin unterhalten und die macht auch diese kleinen Figuren, Booklets, waren es? Nee, Booknox. Booknox, Entschuldigung. Irgendwie sowas.
Genau, Booknox. Und sie hat aber auch ganz viele Lego-Sachen und macht so riesige, Schlösser und sowas aus Lego. Cool. Und ich finde es so cool. Und gleichzeitig denke ich mir... Ich weiß nicht, ob ich mich genug dafür begeistern könnte, obwohl ich es so cool finde, weil ich nicht weiß, was ich dann damit machen soll. Wenn ich es dann fertig bin, was mache ich dann damit? Ja, und jetzt ist es ja auch so, ich meine, ich bemerke das jetzt auch an uns beiden, beziehungsweise ich habe es an mir schon gemerkt, dass ich diese Folge vorbereitet habe auch und mir so Gedanken gemacht habe, dass ja wir beide, wie sicherlich auch der Rest der Gesellschaft und ganz viele von denen, die uns heute zuhören, irgendwie Hobbys als was empfinden, was man irgendwie haben muss oder was cool ist zu haben. Oder wie ich vorhin ja gesagt habe, irgendwie die Leute, die so krasse Sachen machen, sind so richtige Macher, die nutzen ihre Zeit aus. Was ja gleichzeitig aber auch bedeutet, dass wir das Fehlen von einem Hobby als, keine Ahnung, eine Art Versagen wahrnehmen. Oder viele Menschen, die keine Hobbys haben, Die berichten da von so einer Lehre oder haben so das Gefühl, da gibt es in meinem Leben irgendwie nichts.
Und es ist ja schon so, dass, indem wir ja sagen, Hobbys haben ist so richtig cool und mach dich zu so einer coolen Person. Das bedeutet ja im Umkehrschluss, dass Menschen, die keine Passion oder nicht so ein tolles Hobby haben, dann nicht so cool sind. Weißt du, was ich meine? 100 Prozent. Und das Paradoxe daran, wie so oft ist, wenn mir jemand erzählt, was er gerne macht oder was er im Job macht und mir dann sagt, er kocht gerne und backt gerne und sowas, dann finde ich das vollkommen fein, wenn er kein krasses Hobby hat. Also ich finde es cool, wenn mir jemand vom Fallschirmspringen erzählt, aber es fällt mir jetzt nicht negativ auf, wenn jemand sagt, er kocht gerne in seiner Freizeit und backt und ist irgendwie beim Sport und guckt gerne Filme oder sowas. Das finde ich vollkommen in Ordnung. Es stört mich gar nicht. Aber wenn mich jemand nach meinen Hobbys fragt, dann stresst es mich bodenlos, wenn ich nichts Cooles irgendwie erzählen kann. Und Gottverdammt, ich hab nichts Cooles zu erzählen. Ich koche gerne, ich backe gerne, ich gucke gerne Filme. So. Also das ist halt irgendwie, wo ich mir so denke ...
Das ist auch so ein zweischneidiges Ding, dass man es aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Und gleichzeitig denke ich mir, warum macht man sich selber eigentlich so einen Stress? Also warum haben wir das Gefühl, dass wir coole Hobbys haben müssen, damit wir vollständig sind? Es hat so einen Performance-Druck irgendwie mit dabei. Also wirklich so die Frage, warum haben wir das Gefühl, dass wir selbst in unserer Freizeit performen müssen? Und ich meine, wir beide spüren diesen Performance-Druck ja selbst auch.
Und das Ganze kommt nicht von irgendwo. Denn schon im Jahr 1899 hat der Soziologe Thorsten Weblen beobachtet, dass Freizeit schon in dieser Zeit zu so einer Art Statussymbol geworden ist. Also er hat eine Veröffentlichung dazu geschrieben, die Theory of Leisure Class heißt. Und da beschreibt er, dass reiche Menschen damals schon ihre Freizeitaktivitäten genutzt haben, um zu zeigen, dass sie es nicht nötig haben zu arbeiten. Also damals war Freizeit ein Luxus. Das erinnert mich gerade voll an Bridgerton. Da ist ja gerade die vierte Staffel draußen. Ich weiß nicht, ob du es schon geguckt hast. Aber in Bridgerton, auch in den Staffeln davor, da spoiler ich jetzt nichts, sind ja die ganzen, die feine Gesellschaft, die machen einfach den ganzen Tag lang nichts. So die flanieren, die machen Bälle und dann gibt es da irgendwelche Skandale oder so oder trinken Tee und die machen wirklich den ganzen Tag nichts. Ich musste gerade voll daran denken, dass Freizeit Luxus durch Untätigkeit war. Ich habe gerade gestern die neue Staffel nämlich gesehen und da ist mir gerade eingefallen, dass ja wirklich die feinen Herrschaften da wirklich einfach sich dadurch auch auszeichnen, dass sie den ganzen Tag nichts tun. Ich muss halt gestehen, dass mich das total langweilen würde. Also das könnte ich selber nicht, den ganzen Tag lang nichts machen.
Aber irgendwie habe ich auf der anderen Seite das Gefühl, dass dieser Hobbyanspruch mittlerweile auch nichts mehr ist, von wegen den Luxus haben, so viel Zeit zu haben, dass man in seiner Freizeit noch was macht. Sondern quasi zu zeigen, dass man in seiner Freizeit immer noch an sich selbst arbeitet. Dass man leidenschaftlich ist, dass man da irgendwie sich selber noch weiter optimiert und wir gehen zum Sport und springen irgendwo runter und wir gehen noch surfen und keine Ahnung was, um noch cooler irgendwie zu sein und unsere Freizeit noch mehr zu füllen. Also damit will ich nicht sagen, dass jede Person, die ein cooles Hobby hat, das macht, um sich cooler zu fühlen, aber der Druck, ein Hobby zu haben, entsteht, glaube ich, ganz viel aus der Tatsache, dass Freizeit... Und der Luxus, nichts zu tun, kein Luxus mehr ist, nichts zu tun, sondern fast unangenehm. Also, dass es fast unangenehm ist, wenn man nichts tut. Naja, wir leben ja in einer Gesellschaft, wo es eine Leistungsgesellschaft, es geht um Optimierung, es geht darum, immer irgendwie besser zu sein und mehr zu machen. Und so, was du jetzt ja beschreibst, ist, wenn so ein Hobby ja wie so zur Identität wird, man identifiziert sich dann vielleicht nicht nur über den Beruf, sondern auch über sein Hobby. Und die Kehrseite davon ist halt, dass, ja, wenn du kein Hobby hast, ist dann die Frage, ist es dann ein Persönlichkeitsdefizit? So quasi, wenn du nichts machst, bist du dann auch weniger als die anderen, die als Identität ihr Hobby haben? Fragezeichen. Also, ne, dass da so dieser Druck herkommt.
Ja und das, was du und ich empfinden, dieser Stress und dieses Gefühl von man muss irgendwie was machen.
Das kann man im Grunde ja auch bezeichnen als, dass man das Gefühl hat, immer wenn man in seiner Freizeit was nicht macht, hat man eine Chance verpasst, sich selbst weiterzuentwickeln. Und tatsächlich gibt es Studien, die zeigen, dass Menschen, die ihre Freizeit so betrachten, wie du und ich das tun, signifikant unter mehr Stress leiden. Das heißt, die Freizeit als solche ist gar nicht das Problem, sondern der Anspruch oder die Erwartung, dass man sie sinnvoll, was auch immer das heißt, sinnvoll nutzen muss. Und der Emotionsforscher John Eastwood hat dazu quasi eine Gegenthese aufgestellt. Denn er sagt, dass Langeweile nicht Leere ist, also der Moment, in dem wir nichts tun und uns langweilen, sondern dass Langeweile eigentlich der wichtigste Motor für Kreativität ist und die Voraussetzung für echte Selbstreflexion. Und tatsächlich ist das Ganze auch in Studien nachweisbar, dass wir nach Phasen, in denen wir absolut untätig waren, viel kreativer sind, als wenn wir die ganze Zeit jeden Moment der Freizeit mit irgendeiner Form von Hobby und Beschäftigung füllen.
Fühle ich komplett, ich fühle mich auch oft von meiner Freizeit gestresst und ich habe das Gefühl, wir haben total verlernt, Langeweile zu ertragen, auszuhalten und ich meine, unser Nervensystem würde es uns wahrscheinlich danken, wenn wir mal eine Viertelstunde lang wirklich nichts tun würden oder wenn ich, mein Nervensystem würde es mir sicherlich danken, weil es ja wie so ein Runterfahren wäre, stattdessen bin ich die ganze Zeit im Tun und im Machen.
Tatsächlich überlege ich gerade, während wir sprechen, ob ich das nicht mal ausprobiere und ich eine Woche lang jeden Tag 15 Minuten aus dem Fenster gucke, ohne Handy, ohne Musik, ohne mich mit irgendjemandem zu unterhalten, ohne irgendetwas zu tun. Einfach mal nur, um auszuprobieren, was passiert denn, wenn ich das eine Woche lang mache? Das ist ein cooles Projekt. Lass es uns zusammen machen und dann tauschen wir uns aus über unsere Erfahrungen. Ja, wenn ihr Bock habt mitzumachen, schreibt uns gerne und dann tauschen wir uns alle gemeinsam darüber aus, wie sich das so auswirkt. Und ehrlicherweise arbeite ich immer noch daran, wir haben in unserer Burnout-Folge schon über das Thema Stress gesprochen. Und ich arbeite bei den Hobbys auch immer noch daran, mit mir selber gnädiger zu sein, wenn ich Hobbys habe, die keinen wirklichen Zweck erfüllen. quasi. Ich würde vorschlagen, dieses kleine Experiment des Nichtstun, das dokumentieren wir immer mal wieder und laden es dann, wenn wir damit fertig sind, auf Insta hoch. Das heißt, wenn ihr Interesse habt zu sehen, was ihr mit uns gemacht habt, dann folgt uns gerne auf Instagram. Da heißt mir Blackbox, der Podcast, alles klein und zusammengeschrieben. So gegen Ende dieser Folge kann man auf jeden Fall sagen, dass es gar nicht unnormal ist, keine Hobbys zu haben, sondern ich würde sogar sagen.
Eher ein sehr gesunder Anteil ist keine Hobbys zu haben, die einen stressen oder vielleicht auch mal eben in diesem Falle dann aushalten zu können, dass man halt einfach nur auf der Couch liegt. Ich glaube, der Gedanke kam mir gerade, dass jeder von uns eigentlich Hobbys hat. Ob das jetzt Gaming ist oder Bücher lesen oder backen oder kochen oder zum Sport gehen. Aber ich glaube, dass das für ganz viele von uns mittlerweile nicht mehr als Hobby gilt, weil das so viele Leute machen. Und ich habe das Gefühl, die Definition von Hobby ist mittlerweile etwas, das irgendwie auch besonders sein muss. Also wenn ich sage, ich koche und backe und lese gerne, dann ist das irgendwie, habe ich subjektiv das Gefühl, das gilt nicht mehr als Hobby. Das gilt als normale Alltags-Doings quasi. Hobby muss Performing sein, so in dem Sinne. Ja, und das finde ich wirklich, wirklich krass. Also ich versuche mich daran zu erinnern und vielleicht hilft es euch auch. Das nächste Mal, wenn ich auf dem Sofa liege und lese oder einen Film gucke, versuche ich mir im Kopf immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass es Menschen gibt, die mehr Aufregung in ihrem Alltag brauchen und dass es andere Menschen gibt, die weniger Aufregung in ihrem Alltag brauchen und dass es für manche Menschen genauso erfüllend sein kann, auf dem Sofa zu liegen und einen Film zu gucken, wie es für andere ist, den Mount Everest zu besteigen.
Also fühlt euch an der Stelle nicht schlecht. Es ist nämlich keine Frage nach, oh mein Gott, wieso hast du keine coolen Hobbys, sondern eher eine Frage von, was magst du lieber?