Ich sag's jetzt einfach. Manchmal will ich Streit. Nicht, weil ich jemanden verletzen will, nicht, weil ich Drama brauche, sondern weil diese künstliche Harmonie für mich irgendwann unerträglich wird. Dieses, ist alles gut? Obwohl nichts gesagt wird. Und dann denke ich, bitte lass uns endlich streiten. Willkommen bei Blackbox, der Psychologie-Podcast, der dich mitnimmt in die Tiefen der menschlichen Psyche. Ich bin Maxi. Und ich bin Babsi. Als studierte Psychologinnen schauen wir uns an, warum Menschen fühlen, denken und handeln in Extremen wie im Alltag. Dabei verbinden wir Psychologie mit echten Geschichten direkt aus dem Leben.
Maxi, heute ist es soweit. Ich habe mich sehr lange auf diese Folge gefreut, denn ich unterhalte mich sehr gerne über Streitkultur. Das ist tatsächlich, glaube ich, eine der Folgen. Das war ja auch eine von denen, die wir in Frankreich irgendwie uns überlegt haben oder die Idee hatten, so eine zu machen. Und du warst so richtig so, die muss ich vorbereiten, da freue ich mich richtig drauf. Ja, ich rede so gerne über Streitkultur und über Kommunikation und darüber, wie man es besser machen kann und so. Weil ich habe das Gefühl, Streitkultur ist wie Sexleben. Also wenn da irgendwas nicht funktioniert, dass das, du meinst, so jeder macht es, aber niemand spricht drüber? Das auch. Das auch. Aber es ist auf der einen Seite so ein intimes Thema und auf der anderen Seite aber so weitreichend. Ja, es ist auch so ein wichtiges Thema. Es ist, glaube ich, in jeder einzelnen Psychotherapie, die ich durchführe, wird über Streit gesprochen und über Kommunikation. Und ich habe das Gefühl, dass für so viele Menschen und auch für uns beide natürlich, für jeden glaube ich, einfach so ein Thema, ich meine, weil auch Streiten ja auch was ist, was man irgendwie lernen kann, muss, tut. Sollte, würde ich sagen. Ich füge hier beliebiges Wort ein.
Ja, es ist einfach ein sehr, sehr wichtiges Thema und es gibt ja auch Menschen, die streiten einfach gar nicht. Und dann ist auch die Frage, ist das gut? Oder vielleicht eher nicht. Was genau ist Streit für dich? Wie definierst du das? Wie ich Streit definiere? Boah, ich glaube, so genau habe ich mich das noch nie gefragt. Ich fange mal eine Stufe drunter an. Diskussionen sind für mich Meinungsverschiedenheiten, über die ich diskutieren kann, ohne eine große affektive Komponente zu haben, würde ich sagen. Du meinst, ohne irgendwelche starken Gefühle zu empfinden? Danke, ja, genau. Ohne so stark emotional dabei zu sein, dann ist es für mich eine Diskussion. Es gibt so eine bestimmte Schwelle. Ich kann ja auch ein bisschen ärgerlich sein, wenn wir diskutieren. Das ist auch noch okay. Das würde ich auch noch unter Diskussion verbuchen. Das darf mich schon ein bisschen aufwühlen. Aber wenn ich so richtig sauer werde... Und es so ein Hin- und Herding wird. Kennst du so Diskussionen, stelle ich mir vor, wie bei so einem Ping-Pong-Spiel oder so einem Tischtennisspiel, wo es so klok, klok, klok, klok, klok, klok. Und dann streitst du mir so.
Und da geht es dann einfach Schlag auf Schlag und man überlegt vielleicht auch nicht mehr genau, was man da jetzt sagt, was ein gutes Argument dafür ist. Sondern haut manchmal auch einfach raus und denkt sich so, in dem Moment denkt man sich das nicht, zumindest ich nicht. Sondern erst eine halbe Stunde später denkt man sich so, war blöd. Aber ich glaube, Streit ist das, wo ich eher dann schneller schieße und nicht so ganz darüber nachdenke, was ich sage, wogegen ich bei Diskussionen in der Lage bin, darüber nachzudenken, was ich wie sage. Das heißt, es geht bei mir um die Hitzigkeit, die Intensität und wenn da eine bestimmte Schwelle erreicht ist, dann ist das für mich ein Streit. Wie ist das bei dir? Finde ich sehr nachvollziehbar. Ich habe darüber schon häufiger nachgedacht, weil ich eine sehr diskussionsfreudige Person bin mit, ich würde behaupten, einer häufig durchaus starken Meinung.
Und mir aufgefallen ist, dass ich Dinge häufig dann als Streit empfinde, wenn sie auf so eine persönliche Ebene kommen. Also ich kann mich mit jemandem wirklich, ich kann stundenlang mit jemandem diskutieren über ein Thema und es kann richtig hitzig werden. Und es kann auch mal sowas gesagt werden wie, das kannst du doch nicht wirklich denken, das kann doch nicht wirklich deine Meinung sein. Wie kann man das denn so sehen? Und es kann auch wirklich, dass man sagt so, was, das ist kompletter Quatsch. Ja, das ist Diskussion noch. Genau, so sehr hitzig wird auch. Und ich habe gemerkt, dass mein Gegenüber oder auch Umstehende, weil in meiner Familie ist Diskussion, also Diskussionen sind mega das Ding. Bei uns wurde am Abendessentisch hitzig diskutiert und es war nie ein Streit. Und ich glaube, ich habe eine sehr hohe Toleranz, was Diskussionen angeht, ab wann ich das als Streit empfinde. Und für mich ist, glaube ich, der Unterschied in dem Moment, wo es persönlich wird. In dem Moment, wo jemand nicht mehr sagt, das kann man nicht so sehen oder wieso glaubst du, dass das so ist? sondern wenn jemand sagt, das ist so dumm von dir oder wo jemand zu mir sagt, mit dir kann man nicht diskutieren, weil du keine Ahnung hast oder so. Also wenn es so auf so eine persönliche Ebene geht, wo man die andere Person beleidigt oder wo man quasi die Diskussion, wo es sich nicht mehr um die Sache dreht.
Und um den Spaß daran, das nach rechts und links zu schieben und nach oben und unten zu ziehen und zu sagen, was, aber die Perspektive hast du gar nicht betrachtet, sondern wo es darum geht, die Person am anderen Ende des Tisches zu treffen.
Ja, obwohl es ja manchmal, ich muss jetzt auch dran denken, ich würde zum Beispiel auch einige Diskussionen zwischen oder Menschen.
Ja, Diskussionen, Streits zwischen meinem Mann und mir zum Beispiel. Ich würde sagen, wir haben uns auch schon über Dinge gestritten, ohne dass es persönlich war. Ich habe immer das Gefühl, dass bei einem Streit, ich muss wirklich überlegen, wie ich das formuliere, was ich meine. Ich habe mich mit meinem Mann auch schon über Sachen gestritten, die nicht persönlich waren im Sinne von, dass einer von uns beiden irgendwas gemacht hat. Aber die Art des Streits und die dahinterliegende Emotion oder das dahinterliegende Bedürfnis war sehr persönlich. Zum Beispiel, wenn ich in sein Büro komme und er ist gerade super beschäftigt mit irgendwas. Und ich bin super excited und will ihm irgendwas erzählen. Und er kann mir nicht sofort zuhören. Und ich bin dann beleidigt. Boah, das kenne ich. Und dann streiten wir uns. Dann ist der Punkt, worüber wir uns streiten, eigentlich nur, hey, ich wollte dir gerade was sagen. und du hast gerade nicht zugehört und irgendwie finde ich es doof, dass du in dem Moment irgendwas machst, wo du gerade nicht wegkommst. Und das ist ja nichts, was ich an ihm selber blöd finde, sondern nur an der Situation. Aber es ist ein sehr persönlicher Streit, weil ich fühle mich nicht gesehen. Ja, ich glaube, du meinst, wenn es so einen Subtext hat. Genau, wenn es einen persönlichen Kontext hat. Ja. Genau, das ist vielleicht das, was ich meine. Ich glaube nicht, dass ich mich mit jemandem zum Beispiel über ...
Ich weiß nicht, über die Frage streiten kann, ob man Solarpanels aufs Dach packen sollte oder nicht.
Es sei denn, die Person sagt mir, du bist schuld daran, wenn die Welt untergeht, weil du gesagt hast, dass du es nicht willst und du bist verantwortlich für Blatt. Das ist der Subtext, aber auch dann ein anderer. Und dann ist es eine aktive Schuldzuweisung und dann ist es quasi ein Angriff meiner Person und dann geht es nicht mehr um die Sache selbst. Ja eben, dann geht es ja nicht mehr um die Solarpanel. Genau, und deswegen, da bin ich sehr, sehr, sehr tolerant. Aber in dem Moment, wo es diesen persönlichen Subtext gibt oder wo es tatsächlich um persönliche Sachen geht, um Befindlichkeiten geht, ab da ist es für mich, wenn es dann hitzig wird und ich auch so einen Wutbauch kriege, den ich bei Diskussionen auch bekomme. Ja, aber in dem Moment, wo das zusammenkommt, dieser persönliche Kontext… Und ein persönliches Thema und dieser Wutbauch, dann habe ich das Gefühl, okay, jetzt wird es langsam ein Streit. Ja, ich glaube, ich meine, du kriegst ja auch so einen Wutbauch in Diskussionen ja auch nur, wenn es vielleicht ein Thema ist, was dich auch persönlich irgendwie mitnimmt oder berührt oder sowas. Also ich meine, bei was, wie zum Beispiel Solarpaneele, das macht jetzt emotional nicht so viel mit mir. Oh, ich kenne, ich habe schon, also tatsächlich war ich dabei, als sich zwei Leute über diese Frage gestritten haben. Dann auch mit dem, wenn du es nicht machst, bist du schuld am Klimawandel. Klimawandel und dann um die grundsätzliche Frage. Und dann ging es darum, was die Person für ein Auto fährt. Und dann war es so, mit so Leuten wie dir würde ich nichts zu tun haben. Und das ist dann keine Diskussion mehr, das ist persönlich. Ja genau, aber da geht es ja dann um diese persönliche Auflaugung. Wie sehr berührt mich das Thema Klimawandel? Das ist ja da.
Von daher, wenn ich jetzt sage, es geht nur um Solarpanele, wie gesagt, da kriege ich jetzt keine emotionalen Ausbrüche wegen Solarpaneelen. Wenn ich aber jetzt eine Person bin, die sich zum Beispiel sehr für den Klimawandel engagiert und da auch vielleicht große Ängste in dem Bezug hat, dann ist es schneller was Persönliches, wenn es eben ums Thema Klimawandel geht. Also diese emotionale Aufladung hat, denke ich, ganz viel mit Streit zu tun. Aber auch da, ich habe zum Beispiel schon viele Diskussionen über das Thema Feminismus gehabt. Ich habe mich aber nur sehr selten mit Leuten darüber gestritten.
Auch wenn mich das sehr wütend macht. Und da bin ich oft eine Streitmaus, was das Thema angeht. Aber das ist, was ich meine. Wahrscheinlich sind unsere Diskussionen an der Stelle ähnlich, aber für mich ist es kein Streit. Weißt du, was ich meine? Auch wenn ich super wütend werde und auch wenn ich mir denke, was bist du für eine Person, ist es für mich immer noch eine hitzige Diskussion, weil ein Streit für mich irgendwie erst dann Streit ist, wenn es so eine... Ich glaube, es ist grundsätzlich für mich auch schwer, mich mit Leuten zu streiten, die mir emotional nicht nahestehen. Das kann ich auch nicht. Also ich streite nicht mit Menschen, die mir nicht nahestehen. Und das ist irgendwie auch so ein Aspekt. Ich weiß nicht, vielleicht versteht ihr, was ich meine. Ich finde es total schwer, das auszudrücken. Aber irgendwie habe ich da nochmal so eine Toleranz, was hitzige Diskussionen angeht, dass sie für mich dann trotzdem noch kein Streit sind.
Streitest du dich grundsätzlich gerne? Oder findest du es ganz unangenehm? Kommt drauf an. Es gibt Tage und vielleicht auch hormonelle Zustände in meinem Leben, wo ich manchmal sehr streitlustig bin und mir bei Dingen, wo ich sonst eher ruhig bleiben kann, dann denke ich, so und jetzt geht es hier ab. Aber es gibt auch Themen, über die ich mich lieber streite. Zum Beispiel Feminismus ist tatsächlich ein Thema, wo ich lieber in den Ring springe, als andere Themen. Die mir jetzt gerade, okay, das ist nicht einfallen, welche dann jetzt speziell. Aber ich weiß, dass Feminismus ein Thema ist, wo ich immer denke, okay, let's go. Da springe ich immer rein.
Und ich würde sagen, grundsätzlich muss ich in der Stimmung für sein. Und wenn ich es nicht bin, finde ich Streit ganz schlimm. Und natürlich kommt es aufs Thema an, wenn es was ist, was mich emotional und vital mitnimmt oder wo vielleicht ich auch Angst vor dem Outcome von dem Streit habe oder von den Inhalten an sich und von der Reaktion meines Gegenübers. Wenn ich schon davor Angst habe, natürlich habe ich dann keinen Bock auf den Streit. Bei mir kommt es auch darauf an, worüber und ob ich vorher mich schon bewusst entschieden habe, diesen Streit zu beginnen. Ja. Also es gibt Situationen, da weiß ich vorher schon, okay, diesen Streit werde ich irgendwann haben müssen oder diese Diskussion werde ich führen müssen und ich gehe davon aus, dass daraus ein Streit wird, weil ich die andere Person so gut kenne, dass ich ziemlich sicher weiß, dass sie nicht... Auf einer Diskussionsebene darauf reagieren wird. Und manchmal ist es auch unmöglich, weil man sich einfach zu nahe steht, um sich sachdienlich über eine persönliche Sache zu unterhalten. Ja, grundsätzlich gibt es aber genauso wie bei dir Tage, an denen ich mir denke.
Heute, heute habe ich Bock auf Streit. Babsi be like, today I chose white. Es gibt solche Tage, an denen ich, Und dann ist es aber häufig ein Streit, der dann quasi gewählt ist, in Anführungszeichen. Also wo ich weiß, heute ist der Tag, an dem ich es anspreche, weil heute bin ich down for it. Heute bin ich ready dafür. Aber dann ist es ein Thema, was jetzt nicht aus der Luft gegriffen ist, sondern eins, was schon irgendwie länger spielt und du halt da quasi dir denkst, heute ist the day, wo es Raum kriegt. Ja, genau. Weil es dann häufig, also manchmal gibt es auch so Sachen, das ist dann dieser klassische Tropfen, der das fast zum Überlaufen bringt. Da bin ich so, okay, jetzt. Jetzt sprechen wir das an. Und ich muss gestehen, ich gehöre tatsächlich zu den Leuten, die im tatsächlichen Streit auch ein bisschen lauter werden. Ich bin da nicht stolz drauf. Ich arbeite da dran. Ich schreie jetzt nicht krass rum. Also es hat sich noch nie irgendein Nachbar oder so beschwert, dass wir so laut wären. Aber wenn ich wütend werde, dann bin ich tatsächlich auch niemand, der sich da hinsetzt und sagt.
Also, ich habe mich gerade so und so gefühlt und das hat gerade das und das mit mir gemacht und ich hätte mir gewünscht, dass bla bla bla. Ja, das hört sich aber auch eher nach einem Nachgespräch an. Das wollte ich gerade sagen. Das ist dann das danach. Aber in dem Moment gehöre ich auch zu den Leuten, die echt irgendwie so ein bisschen hitziger und ein bisschen lauter werden. Ja, ich überlege gerade bei mir, So laut werde ich nie, Aber bei mir geht die Stimme immer hoch. Also dann rede ich irgendwie so.
Meine Stimme geht hoch und meine, ich weiß, dass meine Sätze sehr kurz und sehr knapp werden. Und wenn du von mir hörst ein Wie bitte? Dann renn. Dann weißt du, okay, jetzt brenn's gleich. Und leider bin ich auch jemand, der bei Streits schnell heult, wenn ich wütend werde. Das ist richtig kacke, weil ich immer das Gefühl habe, dass das jetzt mir so den Wumms rausnimmt. Also weißt du, die Härte rausnimmt. Ich weiß, dass es natürlich meine Argumentation nicht schmälert und auch meine Berechtigung, wütend zu sein, nicht schmälert. Aber trotzdem fühlt es sich, wenn ich so gerade in der Wut drin bin und mir denke, ja und jetzt bumm, bumm, bumm. Und dann fange ich an zu weinen. Dann habe ich das Gefühl, ich wollte gerade nicht in dem State sein. Und ich mache das aber, also es passiert leider ganz, ganz oft. Das mag ich nicht, wenn ich streite vor allem mag ich es nicht, weil das bei meinem Mann direkt die Reaktion auslöst und nein, es tut mir leid, das wollte ich nicht und ich bin dann so, nein, streite weiter, manchmal merke ich, dass es kommt und dann sage ich ihm, ich werde es gleich weinen ignoriere es, ich möchte jetzt nämlich gerade das ausdiskutieren, jetzt wird hier kein es tut mir leid, wir lassen das jetzt, wir machen das hier fertig, ignoriere meine Tränen und dann ignoriere meine Tränen und dann heule ich.
Und diskutiere aber weiter, beziehungsweise streite weiter mit ihm. Und ja, manchmal endet es dann auch in einem Lacher, weil es irgendwie dann absolut weird wird, weil ich dann manchmal... So, kennst du das, wenn jemand so heult und dabei versucht, mit einer bestimmten Intensität was zu sagen und dabei bricht deine Stimme weg?
Ja, das sieht bestimmt euch voll lustig aus. Aber ja, so ist meine Art zu streiten. Ich finde tatsächlich am Anfang häufig noch irgendwie so, auch dass ich sowas habe wie, was hast du gerade gesagt? Manchmal sage ich auch sowas wie, das war ein Witz, oder? Oder ist es dein Ernst? Ist es dein Ernst gerade? Ja, das meinst du nicht ernst, oder? Und dann würde ich auch zu dem Gesichtsausdruck auch so, du hast noch eine Chance.
Ja, also es ist irgendwie, und was ich auch, also das ist irgendwie so ein Aspekt davon, und was ich auch merke ist, ich muss auch manchmal in Streits weinen, Und ich habe mit meinem Mann auch ganz viel darüber gesprochen, weil er meinte, für ihn ist es total schwer, wie bei dir mit mir weiter zu streiten, wenn ich weine. Weil er meinte, wenn du weinst, dann habe ich sofort das Gefühl, der Rest ist mir egal. Weil dann habe ich das Gefühl, ich habe dich so verletzt, dass du weinst. Und richtig oft hat er mich aber gar nicht verletzt. Ich bin einfach nur so scheiße wütend. Nein, man ist einfach so wütend, dass das dann hochkommt. Ich verstehe es voll. Mittlerweile, also es passiert bei mir nicht so oft, dass ich weinen muss. Was häufiger passiert, ist, dass ich sowas sage wie, ach ja, und dann breche ich mit einem Satz ab, weil ich so denke, oh ja, das mache ich auch. Das sagst du nicht. Und dann kommt von der Gegenseite natürlich sowas wie... Was wolltest du denn sagen? Sag's doch. Jetzt sag's ruhig. Und dann ist es so... Fühlig. Ich fühle mich wie so ein... Kennst du diese Cartoons, wo sich jemand an so einem Fadenmast festhält und der Wind bläst richtig doll und der flackert schon so die eine Richtung. Ich halte mich mit allem, was ich habe, an meinem Frontallappen fest und denke mir, bitte bleib da. Bleib bei mir, lass mich nicht... Bitte lass mir Licht an, zumindest gedimmt. Wirklich, ich darf nicht in diesen Modus kommen, in dem ich Dinge sage, die ich bereue.
Manchmal mache ich das dann aber auch so, dass ich diese ganzen Sachen runterschlucke und mir denke, sobald ich, also meistens oder oft ist es dann in seinem Büro und ich weiß, nach dem Streit gehe ich dann raus und mache irgendwas, um mich so ein bisschen abzureagieren und ich denke mir dann schon, alles, was ich gerade sagen will, flüstere ich danach für mich in der Küche oder auf der Couch oder im Schlafzimmer.
Und dann mache ich das auch und dann wird die Tür zugemacht, aber meistens, wenn man dann fertig mit dem Streiten ist, quasi fertig, dann ist man ja trotzdem manchmal noch wütend und dann mache ich die Tür so ganz leise zu, weil ich bin ja natürlich keine Person, die Türen schlägt. Also in dem Sinne, tue dann natürlich so, als ob ich keine Person bin, die Türen schlägt, die sie gerne schlagen würde. Ich tue es nicht, aber manchmal würde ich gerne und dann mache ich die Tür so ganz betont langsam zu und dann gehe ich raus und dann presse ich so richtig Zähne zusammen, kann dann wie früher, wenn die Eltern einen so richtig aufgeregt haben. Kennst du das ja, man macht die Tür zu. Also als Kind macht die Tür zu und dann schreit man so in Flüsterstimme die Eltern an. Ich habe meine Tür geknallt als Kind. Also nein. Bei uns war Tür schlagen ging gar nicht. Also habe ich die mal ganz, das mache ich heute noch, das mache ich ganz leise zu und dann habe ich die Fäuste gepeilt und habe diese Tür angeschrien, aber halt den Flüsterton, damit natürlich niemand die ganzen Schimpfwörter hört, die ich da raushalten lasse. Und das mache ich heute immer noch so. Ich mache die Tür ganz langsam zu und dann gehe ich vor, presse die Zähne richtig zusammen und sage alles, was ich sagen wollte, leise für mich. Und dann ist gut. Ich mache die Tür, also ich knall sie nicht mehr. Aber ab und zu rutscht sie mir aus der Hand. Ja, ach so. Nein, ich knall sie nicht, aber ich will sie hinter mir zuschieben schon. Also jetzt nicht so sanft wie du, sondern schon zuschieben. Ich benutze schon nicht die Klinke. Aber dann rutscht sie mir tatsächlich aus der Hand und dann hört man nur so einen leiseren Knall und dann so ein, Entschuldigung.
Sorry. Das ist so dumm. Nee, und irgendwie bei mir ist es voll oft so, dass ich so sehr, ich versuche sehr aktiv nicht zuwütend zu werden in Streis. Weil mein Mann und ich sind beide in manchen Situationen eher hitzigere Kandidaten, könnte man sagen. Und wenn wir streiten, streiten wir sehr leidenschaftlich.
Aber es geht halt nie unter die Gürtellinie oder so, sondern es wird einfach nur so ein bisschen hitzig halt. Und ich merke aber selber, dass ich wie so ein Signal in meinem Kopf habe, wenn ich merke, dass dieser Wutbauch zu doll wird und dass ich zu wütend werde und dass es auch unverhältnismäßig wird gerade und dass ich spüre, dass es für mich auch schwerer wird. Und quasi Dinge zu sagen, die ich im Nachhinein auch immer noch so meine. Dann ist es bei uns auch was, wo ich sage, okay, stopp. Oder wo er auch sagt, okay, stopp, ich brauche kurz eine Pause. Ja, das machen wir auch manchmal. Ich brauche kurz Space, ich gehe kurz weg. Und da haben wir zum Beispiel auch so ein Commitment, dass wir zueinander sagen, hey, ich habe dich immer noch lieb, aber ich muss gerade, ich brauche gerade kurz Space und wir können gleich darüber reden. und ich komme gleich wieder. Weil wir irgendwie beide gemerkt haben, dass dieses, ich brauche gerade Space und einfach weggehen uns irgendwie gegenseitig so ein bisschen verletzt, wenn der andere nicht sagt, ich komme gleich wieder oder sowas. Um dieses Gefühl von Verbindlichkeit noch zu haben und dieses Gefühl von, wir werden das klären und ich bin immer noch da. Ich brauche nur einen Moment. Ich kenne jetzt auch dieses, dass dann irgendwie noch so ein, hab dich trotzdem lieb reingeschoben wird und dann kommt meistens vom anderen so richtig genervt, das, ja, ich dich auch.
Oh Gott, ja. Und manchmal, wenn wir uns über so richtig alberne Sachen streiten, wir haben uns einmal gestritten darüber, weil er mein letztes Kinderpingui gegessen hat. Ich wusste, die Story kommt. Ich war so sauer. Gott, war ich sauer. Ich habe mich selten so aufgeregt über einen Kinderpingui. Aber da mussten wir tatsächlich auch beide mitten im Streit anfangen zu lachen, weil es einfach so absurd war. Aber es fällt mir ein, passend dazu, wollte ich heute Morgen Streit anfangen. Oh, er hört ja normalerweise den Podcast nicht. Aber wenn er es jetzt hört, dann weiß er es jetzt. Ich hatte gestern Abend noch viel meine Lieblingspizza bestellt. Ich hatte gestern Sturmfreiheit, war mit einem Kumpel unterwegs und ich war so. Pizza und Trash to me, I love it. Und dann waren von der Pizza, habe ich absichtlich eine große bestellt, damit ich heute noch ein paar Stücke habe. Und die hat er mir sogar noch warm gemacht und so richtig knusprig angebraten. Und dann lagen die heute Morgen da und ich esse halt voll gerne Pizza zum Frühstück dann, deswegen habe ich mir eine große bestellt und er weiß, dass es mein Lieblingspizza ist und dann greift er in meine Pizzastücke und ich hatte nur noch drei und er hat eins genommen und ich habe so zu ihm geguckt, richtig wie so, kennst du, wie so ein Huhn, was sowas weggenommen kriegt, was richtig schnell den Kopf rüber schießt, habe ich so zu ihm geguckt, er guckt mich so an, so, Und irgendwie war es sowas Unausgesprochenes, so von wegen, darf ich jetzt nichts von deiner Pizza essen, die ich mal gemacht habe, so quasi. Und ich war so, soll ich oder soll ich nicht? Soll ich oder soll ich nicht?
Und ich hatte kurz den Moment, dass ich wollte. Und dann dachte ich mir so, nein, Maxi, du bist verheiratet. Alles ist unseres. Das heißt, wenn er was isst, was du magst, dann darfst du dir auch immer was nehmen. Dann musst du jetzt doch ruhig sein. Und dann saß ich da und habe mir aber gleich die beiden anderen Stücke auf meinen Teller gelegt. Damit er nicht auf die Idee kommt, diese Grenze nochmals zu überschreiten. Also ich fühle das mit dem Kinderpengui. Ich stelle mir vor, der hätte alle meine drei Stücke gegessen. Ich werde durchgedreht. Das traf ich dir. Wir haben gestern aktiv eine Streitsituation vermieden. Und ich finde auch das, man sagt ja immer, Vermeidung und so soll man nicht machen. Ich finde, das ist Quatsch. Ich finde, das kommt komplett darauf an, was die Situation ist. Ich habe Freitagabend, heute ist Sonntag, ich habe Freitagabend meine Küchenwand neu gestrichen. Es war abgemacht zwischen uns. Wir waren beim Bauhaus, wir haben eine Farbe gekauft. Ich habe gesagt, ich habe Bock, heute Abend zu streichen und Hörbuch zu hören. Also habe ich das gemacht und habe gestrichen, wach Samstagmorgen auf, freue mich voll drauf, alles wieder einzuräumen, komme in die Küche, gucke mir die Farbe an und denke mir, ich hasse sie.
Jetzt wollten wir Samstag eigentlich mega chillig irgendwie zusammen den Tag verbringen und ins Fitnessstudio und sowas. Und das Problem war aber, dass ich ja jetzt, weil ich kann das dann nicht so stehen lassen, ich musste jetzt neue Farbe kaufen und die Wand anders streichen. Also sind wir nochmal zum Bauhaus gefahren und haben die Wand anders gestrichen, haben neue Farbe gekauft, meine ich. Und dann haben wir darüber geredet, wie wir es jetzt machen wollen, weil mein Mann wollte unbedingt ins Fitnessstudio. Und ich wusste, er hat gesagt, wir können jetzt erst die Wand zusammenstreichen oder wir können zusammen ins Gym gehen und sie danach streichen. Und ich wusste, wenn wir jetzt zusammen ins Gym gehen und danach diese Wand streichen, bin ich so, okay, wir ziehen das jetzt durch, keine Müdigkeit vorschützen. Wir machen das ordentlich und wir machen das mit Spaß und wir haben jetzt gute Laune, weil ich voll gerne Wände streiche. Und ich wusste, er wird sich denken, ich bin voll müde, ich bin voll k.o. Und ich habe gar keinen Bock, diese scheiß Wand zu streichen. Das heißt, da hätten wir uns auf jeden Fall gestritten, weil ich hätte erwartet, dass er jetzt gute Laune hat, weil ich mich ja darauf gefreut habe. Und die hätte er nicht gehabt und dann hätten wir uns gestritten. Oder wir hätten die Wand vor dem Gym gestrichen und dann hätte er sich richtig doll beeilt, weil wir ja noch ins Fitnessstudio wollen. Und das hätte mich auch sauer gemacht, weil ich wollte mir ja Zeit lassen und Spaß dabei haben. Also haben wir uns darauf geeinigt, dass er ins Fitnessstudio geht und ich nicht. Und ich streiche diese Wand und bleibe einfach zu Hause.
Und ganz ehrlich, ich finde das eine vollkommen sinnvolle und vernünftige Vorgehensweise. Wenn man weiß, dass man sich über diese Sachen streiten wird, dann darf man dem aus dem Weg gehen. Das ist ja auch ein... Gut funktionierender Lösungsansatz. Finde ich auch. Also es ist ja nicht, dass irgendwie da jetzt schon die Wut da war und dann hat man gesagt, wir machen das jetzt nicht. Sondern es war ja ein, okay, wir wissen, es würde kommen, also legen wir uns die Sachen jetzt schon so, dass diese Wut gar nicht erst aufkommt. Ja, genau.
Ich glaube, es gab noch nie eine Podcast-Folge, bei der wir so lange so viel über unsere eigenen Perspektiven und Gedanken zu einem Thema gesprochen haben. An all diejenigen von euch, die geskippt haben, welcome back. Und an all diejenigen, die sich das angehört haben, teilt mal eure Streit-Stories mit uns. Und jetzt will ich nämlich wissen, ob die nur bei uns so aussehen. Unsere zentrale These zum Thema Streit ist es, dass Streit grundsätzlich gut ist. Streit kann Spaß machen, muss er nicht, aber kann. Streit ist kein schlechtes Zeichen, sondern kann eine Art Regulationsmechanismus sein oder auch eine Möglichkeit, unterschiedliche Perspektiven und Grenzen kennenzulernen. Und für Maxi und mich ist die Frage gar nicht, ob Leute streiten, sondern wie wir streiten. Und das ist eigentlich der wichtigste Aspekt daran. Beziehungsweise wenn die Frage ist, ob man streitet und die Antwort darauf nein ist, dann würde ich sagen, das ist vielleicht kein gutes Zeichen. Das unterstreich ich.
Streit ist, wie ich gerade schon gesagt habe, zum Beispiel eine Möglichkeit Grenzen zu zeigen, indem man sagt, das möchte ich nicht, das mag ich nicht, so möchte ich nicht, dass jemand mit mir umgeht. Oder auch, das ist ein Verhalten, das für mich nicht geht. Ja, es ist ja auch was, damit zeigen wir Grenzen auf, damit zeigen wir klar, was brauche ich, was brauchst du. Es ist ja auch so ein, gerade in Beziehungen ja so ein Grenzen austesten irgendwie. Wie weit kann ich gehen? Wie weit darfst du gehen? Was ist für mich in Ordnung und was nicht? Also, dass da Reibereien bestehen, ist ja was voll Logisches. Ich persönlich bin auch immer ein bisschen irritiert, wenn Leute mir sagen, nee, wir haben keinen Streit. Dann frage ich mich immer, definierst du Streit einfach anders als ich? Oder hast du tatsächlich noch nie mit jemandem gestritten oder mit deinem Partner Streit? Mir ist das persönlich sehr suspekt. Also ich würde sagen, in den meisten Fällen, wenn ich jetzt zum Beispiel an meine Patienten in der Psychotherapie denke, wenn die Antwort ist, nein, wir streiten nicht.
Dann bin ich meistens angefixt, ganz doll nachzubohren, weil meistens ist es so, dass man doch irgendwie streitet und das aber irgendwie halt anders klassifiziert, was dann auch Psychotherapie-Thema wird.
Oder die Personen streiten tatsächlich nicht und dann ist es meiner Erfahrung nach allerdings immer so, dass es dann einen ganz tief grundlegenden Konflikt gibt, der einfach in beiden immer größer wird und voll den Druck erzeugt und halt auch wirklich sehr dysfunktional ist. Ja, tatsächlich hat der Neurobiologe Jacques Pantsepp in seinem affektiven Emotionsmodell das sogenannte Rage-System, ich liebe es, als evolutionär funktional beschrieben. Er sagt, dass Ärger primär nicht der Zerstörung dient, also es geht nicht darum, jemanden oder etwas kaputt zu machen, sondern die eigenen Grenzen zu markieren. Und tatsächlich aktivieren wir damit im Grunde ein System, das ursprünglich vor tausenden von Jahren mal dafür da war, Territorien, Ressourcen oder auch den eigenen Schutz zu sichern und Grenzen deutlich zu machen. Und nicht jeder Konflikt muss destruktiv sein und im besten Fall sollten Konflikte nicht destruktiv sein, sondern produktiv. Also im besten Fall gehen beide Personen aus dem Streit heraus und sagen, das war jetzt anstrengend und das war schwierig, aber wir haben das zusammen gut gemeistert, wir haben uns immer noch genauso lieb wie vorher und sehen den anderen immer noch mit demselben Respekt. Deswegen ist zum Beispiel für mich Beleidigungen in einem Streit absolutes No-Go.
Finde ich ganz schlimm, sage ich ehrlich. Ich weiß, es gibt Leute, die machen das und die beleidigen sich im Streit. Aber ich habe das einmal mitbekommen bei Bekannten von mir, die im Streit, da der eine zum anderen im Streit gesagt hat, halt die Fresse jetzt. Und das war was, wo ich mir so dachte, auf gar keinen Fall. Nee, bin ich voll bei dir. Auf gar keinen Fall. Bin ich voll bei dir. Das ist für mich auch ein absolutes No-Go. Ich finde es aber... Ich habe das Gefühl, in der Psychologie ist das ganz oft so, die Dinge sind voll logisch und wenn man sie dann ausspricht, denkt man sich, ah ja klar, ist voll logisch, aber irgendwie vorher hat man es dann nicht so auf dem Schirm. Kennst du diesen Moment so? Zum Beispiel auch im Psychologie-Stream hatte ich das ganz oft. So, ja, ist ja voll logisch, dass das so ist. Ja. Und ich hatte das auch gerade jetzt, als du das gesagt hast mit natürlich, das ist ja was von wegen Grenzsetzung und das Ärger nicht der Zerstörung, sondern der Grenzmarkierung dient. Und ich musste jetzt gerade daran denken, dass gerade wenn ich zum Beispiel Patienten habe, die sich nie streiten und die sagen, ich streite mich nie, dass ich da ganz oft den Impuls habe zu gucken, wie sieht es mit Grenzen aus? Wie ist es so bei ihnen aufgestellt? Und dass dann ganz oft das Resultat ist, dass es kaum Grenzen gibt. Und das ist ja auch ganz oft was, was quasi dann eine Symptomatik auslösen kann. Auch fehlende Grenzen sind was, was unsere Psyche so belasten kann, dass wir tatsächlich psychische Störungen und Erkrankungen bilden.
Und in dem Zusammenhang geht es auch immer, es geht um Grenzen und dann geht es ganz viel um Ärger und Ärger ist ja oft bei vielen Menschen, was so negativ behaftet ist, sowas wie ich darf nicht wütend sein, ich darf nicht ärgerlich sein, und das ist aber immer was, wo es dann darum geht, es zu reframen, was also das Gute am Ärger ist, weil unsere Emotionen, die haben ja eine Botschaft für uns, eine Message, die zeigen uns irgendwas an, Und Ärger ist ja ganz oft ein Zeichen von, das passt mir gerade nicht. Ja, ich versuche gerade auch aktiver irgendwie Emotionen als so Botschaften zu betrachten und zu merken, okay, da passiert irgendwas. Und ich persönlich finde Wut eine sehr, sehr energetische Emotion. Also ich bin tatsächlich... Ab und zu ganz gerne wütend, weil es mir hilft, Dinge zu erledigen und Dinge zu schaffen und über mich selbst hinauszuwachsen. Und manchmal ist meine Wut so groß, dass ich Dinge mache, vor denen ich Angst habe, einfach weil ich viel wütender bin, als ich Angst habe. Ja, tatsächlich. Ich weiß nicht, ob ich das in diesem Podcast schon erzählt habe, aber mit einer Strategie, die ich als Therapeutin wirklich sehr viel benutze, ist meine Patienten blütend machen. Ich kitzel die so richtig, bis sie so richtig sauer werden.
Und komischerweise sind das ja die Momente, wo dann Veränderung stattfindet bis zur nächsten Sitzung. In den nächsten Sitzungen, wenn das mit den Grenzen schon gut genug funktioniert und sie es kommunizieren können, kommt dann in der nächsten Sitzung so, das war richtig kacke von ihnen letztes Mal, das hat mich voll im Druck gesetzt, mir ging es richtig schlecht danach. Aber das sind dann so die Dinge, wo dann auf einmal eine Veränderung stattfindet und dann bin ich immer so, okay, ja, vielleicht sollten wir das nachbesprechen, und das sind aber die Dinge, wo dann sich was bewegt, weißt du? Also wenn halt Emotionen hochkommen und Wut ist nun mal was, auch was man quasi als Außenstehender leichter hochbringen kann als jetzt zum Beispiel andere Emotionen. Und wie du sagst, Wut hat so Energie in sich. Und wenn du die gekitzelt kriegst, dann bewegt sich was. Zumal, finde ich, Wut auch nicht bedeutet, dass man nicht produktiv streiten kann, nur weil man wütend ist. Ja, klar. Also es gibt übrigens ganz verschiedene, unterschiedliche Gründe, wegen derer man sich streiten kann. Und wir haben euch mal so die Top-Gründe rausgesucht, weshalb Leute in Deutschland sich streiten und was komplett normale Konflikte sind und normale Aspekte an Streit sind, die man so auf jeden Fall haben kann und über die man sich keine Sorgen machen muss. Darf ich raten? Haushalt.
Garantiert unter den Top 5. Alter, auf jeden Fall. Ich glaube, das ist bei mir in den Top 3 bei mir und meinem Mann. Das glaube ich bei euch auch. Ich glaube sogar, wenn du noch Umgang mit den Hunden, also quasi wer geht Gassi, wer geht zum Tierarzt, wenn du das noch bei Haushalt mit reinnimmst, dann ist es Top 1.
Unser Top 1 Streitgrund ist Zeitmanagement. Das glaube ich auch so verordnet. Das hat meine aufgegeben. Der schüttelt nur noch den Kopf, wenn ich zu spät bin. Ja, das Problem ist, wenn wir so gemeinsame Doings haben. Und das ist so das Verrückte, wenn wir ein gemeinsames Ziel haben und einen gemeinsamen Plan haben, sind wir absolut unschlagbar als Team. Aber oh mein Gott, wenn einer von uns beiden noch irgendeine Sidequest hat, dann sind wir verloren. Ich bin bei uns meistens die Sidequestner. Tatsächlich gab es eine Studie von Elite Partner. Das fand ich irgendwie ganz witzig. Ist das dieses Singles? Ja, genau, diese Single-Börse. Elite Partner, Singles mit Niveau oder sowas? Da gab es doch so die Werbung. Ich weiß es nicht mehr. Ja, egal, auf jeden Fall Elite Partner. Genau. Und da wurde quasi gefragt, worüber sich Paare so streiten. Und grundsätzlich hat sich gezeigt, dass sich zufriedenere Paare häufiger über so Alltagssachen streiten. Und weniger über grundsätzliche Sachen. Das ist doch beruhigend. Man darf sich über den Fahrstil aufregen und über den Haushalt und über das Zeitmanagement und über wer den Hund zum Friseur gebracht hat und warum er jetzt so kurz geschoren ist. Aber wenn man sich zum Beispiel über so Sachen streitet wie...
Wollen wir ein Haus kaufen? Ja oder nein? Ja gut. Oder wollen wir Kinder? Ja oder nein? Das sind sehr, sehr grundsätzliche Sachen. Und auch da sind Diskussionen und Gespräche darüber natürlich super wichtig. Aber wenn das regelmäßig als Streitpunkt auftritt, dann ist das oder kann das ein Zeichen dafür sein, dass man da mal genauer drauf gucken sollte als Paar. Ja, tatsächlich streiten sich unzufriedenere Paare häufiger über Zärtlichkeit und Sexualität, nämlich 21 Prozent der Paare, die unzufrieden sind und über Eifersucht. 15 Prozent der unzufriedenen Paare streiten sich über Eifersucht, bei den zufriedenen Paaren sind es nur 6 Prozent. Heißt aber, die streiten sich überhaupt mal darüber oder streiten sich öfter darüber? Nee, also sie streiten über diese Themen. Also an sich häufig und dann häufig darüber, am meisten darüber. Ah, okay. Weil also zum Beispiel so ein Streit oder so eine Klärung bezüglich Sexualität, wenn es irgendwie mal, keine Ahnung, im Alltag irgendwie die Luft raus ist oder beide so gestresst sind und einer sagt, ey, ich brauche das irgendwie mehr, dann sind das ja vielleicht auch Diskussionen oder vielleicht auch mal Streits, die...
Die sinnvoll sein können. Auf jeden Fall. Und produktiv sein können. Genau. Deswegen habe ich mich jetzt gefragt, naja, grundsätzlich über Sexualität streiten, wenn das das mal vorkommt, würde ich sagen, ist auch in gesunden Beziehungen wichtig. Aber wahrscheinlich geht es da um die Häufigkeit. Weil wenn es immer wieder passiert, ohne dass sich was verändert, dann ist es was anderes. Dann ist es was Grundlegendes. Es geht darum, dass sich häufiger über diese Themen gestritten wird. Also an sich viel Streit und dann sehr viel Streit darüber. Ja, okay. Okay, gehe ich mit. Wir merken uns also, der Streit an sich ist gar nicht das Problem, sondern wenn es ungelöste Grundsatzkonflikte gibt. Und wir haben vorhin schon drüber gesprochen, dass es für mich ein absolutes No-Go ist, sich zu beleidigen. Dazu gilt für mich auch absolutes No-Go, sowas wie körperliche Einschüchterung oder so. Wenn jemand zwei, drei Schritte auf mich zumacht, weil er größer ist, ist mir schon passiert. Ach du, ist mir schon passiert? Auf gar keinen Fall.
Wenn man jemandem droht, Sowas wie, sag das nochmal und dann. Und dazu zählt nicht mal unbedingt physische Gewalt. Also ich muss nicht sagen, sag das nochmal und dann gebe ich dir eine Ohrfeige. Sondern ich kann auch sowas sagen wie, sag das nochmal, dann trenne ich mich von dir. Ja, ja, ja. Vor allen Dingen, wenn es eine leere Drohung ist. Also wenn man das einmal sagt und man meint es so und man zieht es durch. Wenn man zum Beispiel, ich weiß nicht, beim Thema Seitensprung, also Untreue. Und dann sagt man, wenn du das nochmal machst, trenne ich mich. Dann ist das ja keine leere Drohung, sondern ein Konsequenzausblick, könnte man quasi sagen. Ja, es ist ein Grenzen setzen halt. So ein von wegen, das ist eine Grenze, über die ich nicht nochmal gehen lasse quasi. Und dann ist es für mich vorbei. Das ist ja was anderes. Ja genau, es ist was anderes, als das zu instrumentalisieren. Genau. Und eben um dieses Instrumentalisieren geht es. Was ich ganz unangenehm finde, ist, wenn Konflikte nicht beendet werden können. Also wenn du anfängst, dich zu streiten und dann geht einer irgendwie weg, weil er Space braucht und dann kommt er zurück und dann tun beide so, als wäre er nichts gewesen. Und dann platzt du irgendwann später nochmal auf. Ja, oder gar nicht mehr. Ich kriege ein richtig nervöses Zucken. Ich habe das Gefühl, mein Gehirn juckt und ich kann nicht kratzen, wenn ich das sehe. Ist ganz unangenehm, finde ich, weil ich immer denke, ihr müsst das doch klären, weil zu einem Streit gehört doch auch, dass man sich verträgt.
Das ist ein essentieller Teil des Streits, ist die Versöhnung. Ja, ich glaube, es kommt auch darauf an, wie persönlich dieser Streit wurde. Also wenn ich zum Beispiel mit meinem Mann mich um irgendwas ganz Blödes streite und wir am Ende so beide der Meinung sind, jo, ist eigentlich voll unnötig gerade, dann sind wir so bei so, jo, fertig. Ja, aber ihr redet darüber, dass es abgeschlossen ist, weil es total blöd war. Ja, wir sagen dann, ey, war voll blöd, oder? Und also, ja, ist richtig dumm gerade gewesen. Und dann sind beide so, ja, okay. Ja, also, das haben wir auch. Dann, keine Ahnung, kommt noch irgendwie sowas wie, ja, das war gerade super unnötig. War richtig dumm. So, ja, tut mir leid für meinen Teil. Ja, mir auch. Und dann ist gut. Ja.
Oder halt, was wir irgendwie auch beide machen ist, wenn wir so unnötige Streits hatten und uns dann richtig wütend gemacht haben gegenseitig, und wir es dann schaffen, uns wieder so zusammen zu rotten und uns zu vertragen, dann sagen wir gegenseitig ganz oft sowas wie danke für dein Investment. Also danke, dass du investiert hast, damit wir uns wieder vertragen können. Ach so, ich dachte danke für dein Angel-Investment. So sarkastisch. Investment oder was? Nee, so Angel-Investment, also so sarkastisch. Ja, danke für dein Investment. Ach so, nein. Ich dachte gerade so. Wir sagen wirklich danke für dein Investment, weil wir beide wissen, wenn man richtig wütend ist, dann wieder runterzukommen, sich hinzusetzen und darüber zu sprechen, ist immer eine Investition in diese Beziehung. Das finde ich geil. Und dann bedanken wir uns immer gegenseitig dafür, dass wir uns beide dafür entschieden haben, in diese Beziehung zu investieren. Ich finde das voll schön, ich mag das irgendwie.
Jetzt hast du aber ja gerade schon gesagt, was für dich No-Gos sind und ehrlich gesagt sind das doch alles für mich No-Gos. Aber nicht nur aus unserer Brille ist es so. Es gibt nämlich tatsächlich auch vier besonders destruktive Muster, die vom Psychologen John Gottman identifiziert wurden. Das sind Kritik statt Beschwerde, also statt zu sagen, ey, das war richtig blöd für mich.
Dann eher direkt den anderen zu kritisieren und so Vorwürfe zu machen. Verachtung, Rechtfertigung und Rückzug beziehungsweise so ein Mauernaufbau. Das sind bestimmt auch viele, was ich da halt meine, wenn man so einfach halt so eine innere Mauer aufbaut und einfach ablockt. Das sind auf jeden Fall Faktoren in einem Streit, die eher destruktiv wirken und nicht dazu beitragen, dass die Beziehung zwischen zwei Menschen wachsen kann. Ich merke gerade wirklich, ich kann so viel über dieses Thema reden. Allein bei dem Wort Mauern habe ich schon wieder so tausend Gedanken, die ich so gerne teilen würde. Sag mal Bescheid, ob ihr noch eine Folge über das Thema Streit und Konflikte und Versöhnung und unterschiedliche Streitarten und Kulturen hören wollt, weil ich liebe Streit. Ihr merkt, wir quatschen gerne darüber. Ja, wirklich. Natürlich. Aber wir haben euch neben den ganzen Einblicken in unsere Streitalltagssituationen und unsere Perspektiven heute auch noch ein Fallbeispiel mitgebracht, um vielleicht noch so ein bisschen abzubilden, wie in Beziehungen Streit häufig aussehen kann und wie sich die Streitkultur weiterentwickeln kann. Vielleicht für euch kurz zur Orientierung.
Dieses Fallbeispiel haben wir zusammengebaut aus mehreren Case Studies, die wir online gefunden haben und ehrlicherweise auch so ein bisschen aus Recherche aus unserem Umfeld.
Es herrscht eine Stille in dieser Wohnung, die nicht nach Frieden schmeckt. Sie schmeckt nach abgestandenem Tee und nach Worten, die man heruntergeschluckt hat, bevor sie die Zähne überhaupt berühren konnten. Vielen Dank. Sarah steht am Fenster und beobachtet, wie der Regen feine graue Finger über die Glasscheibe zieht. Hinter ihr erstreckt sich das Wohnzimmer, ein Museum von Makellosigkeit. Alles hat seinen Platz, das Kisten auf dem Sofa liegt so akkurat, als dürfe man sich niemals in es hineinlehnen. Es ist eine Ordnung, die fast schon wehtut. Seit fünf Jahren teilen sie und Marc sich diesen Raum. Und in diesen fünf Jahren haben sie die Stille perfektioniert. Sie nennen es Harmonie. Doch in Wahrheit ist es ein Kokon, den sie Schicht um Schicht um ihre Herzen gewebt haben. Aus Angst, dass ein falsches Wort das Glas zerbrechen könnte, in dem sie leben.
Dann hört sie den Schlüssel im Schloss. Marc betritt den Raum. Er trägt die Kälte des Draußens mit sich in die warme Wohnung, aber er lächelt dieses höfliche, schmale Lächeln, das Sarah mittlerweile wie ein zu enges Kleidungsstück vorkommt. Unter seinem Arm klemmt ein Paket, eingewickelt in grobes, braunes Papier. Ein Geschenk von meiner Mutter, sagt er, und seine Stimme klingt so sauber wie das Paket. Er stellt das Paket auf den Esstisch. Diesen Tisch, auf dem noch nie ein Glas Wein verschüttet wurde, auf dem noch nie ein Faustschlag gelandet ist. Er wickelt es aus, zum Vorschein kommt eine Vase. Sie ist senfgelb, klobig und hat eine Oberfläche, die an die Haut einer Kröte erinnert. Sie ist laut, sie ist gelb, sie ist hässlich und sie ist ein Fremdkörper in Saras sorgsam kuratierter Welt. Sie braucht einen Platz, findest du nicht, fragt Mark. Er stellt sie mitten auf den Tisch. Er sieht Sarah nicht an. Er schaut nur die Vase an.
In Saras Brust regt sich etwas. Es ist ein kleiner Schmerz, wie ein Tier, das zu lange in einem kleinen Käfig eingesperrt war. Es kratzt an ihren Rippen. Sie starrt auf dieses gelbe Ungetüm aus Ton. Es ist nicht nur eine Vase. Es ist jedes Mal, dass Mark ihre Meinung übergangen hat. Es ist jedes ist schon gut, das eigentlich ein ich ertrage das nicht mehr bedeutet. Sie ist hässlich, sagt Sarah. Ihre Stimme ist leise, aber sie schneidet durch die Stille des Zimmers wie ein Messer durch Butter. Mark hält inne. Seine Finger ruhen noch am Rand der Vase. Wie bitte? Sie ist abscheulich, Mark, und du stellst sie hierher, ohne mich zu fragen. Als wäre mein Empfinden einfach nur etwas, das man wegwischen kann.
Mark dreht sich langsam um. Sein Gesicht, sonst so glatt und kontrolliert, bekommt Falten, die Sarah noch nie gesehen hat. Es sind Linien aus Wut. Dein Empfinden, fragt er, und seine Stimme wird lauter.
Dein Empfinden ist eine Mauer, Sarah. Ich baue hier kein Heim, ich baue eine Kulisse für dein perfektes Leben. Und diese Vase hat mehr Leben in sich als diese ganze verdammte sterile Wohnung. Und dann bricht der Damm. Es beginnt ein Sturm, der die staubige Decke der Höflichkeit zwischen den beiden einfach davonpeitscht. Worte schießen wie Pfeile durch den Raum. Sie streiten nicht über die Vase. Sie streiten über die Jahre, in denen sie sich gegenseitig belogen haben, die Jahre, in denen sie geschwiegen haben. Sarah schreit Mark ihren Hunger nach Echtheit entgegen, ihrer Einsamkeit inmitten der teuren Möbel. Und Mark schleudert ihr seinen Frust ins Gesicht. Das Gefühl, in seiner eigenen Beziehung nur ein Statist zu sein, der immer die richtigen Stichworte geben muss. Es ist nicht schön. Es ist nicht elegant. Es ist ein rücksichtsloses Einreißen von Mauern. Sarahs Gesicht ist rot, Tränen brennen auf ihren Wangen. Und Mark fuchtelt mit den Armen, als wolle er den gesamten Raum umkrempeln. Stunden vergehen. Die Zeit scheint sich zu dehnen, während die Schatten im Zimmer länger werden.
Irgendwann, als ihre Kehlen rau sind und die Wut verraucht ist, bleibt nur noch die nackte Erschöpfung. Mark sinkt auf einen der Stühle am Esstisch. Sarah sitzt ihm gegenüber. Ihre Schultern hängen tief und ihr Haar ist zerzaust. Sie sehen sich an. Nicht so, wie man ein Foto in einem Magazin ansieht. Sie sehen sich an, als würden sie sich zum ersten Mal nach einer Ewigkeit wirklich erkennen. Das Tier in Sarahs Brust ist zur Ruhe gekommen.
Ich wusste nicht, flüstert Mark und seine Stimme bricht, dass du dich so allein fühlst, während ich direkt neben dir sitze. Sarah tritt einen Schritt auf ihn zu. Sie legt ihre Hand auf den kühlen Marmor des Tisches, ganz nah bei der hässlichen, sinfgelben Vase. Wir haben beide so viel Kraft darauf verwendet, den Schein zu wahren, dass wir vergessen haben, wie man aneinander festhält. Die Vase steht immer noch da. Sie ist immer noch hässlich. Aber sie wirkt nicht mehr wie ein Eindringling, sondern wie ein Anker. Ein hässlicher, ehrlicher Anker in einer Welt, die endlich aufgehört hat, so zu tun, als gäbe es keinen Streit. In dieser Nacht schlafen Mark und Sarah nicht in der gewohnten Distanz. Sie liegen ganz nah beieinander. Und die Stille in der Wohnung ist jetzt anders. Sie ist nicht mehr schwer und staubig, sondern weit und offen. Sie riecht nach Regen und nach dem Mut, das nächste Mal früher laut zu werden. Denn beide haben begriffen, Scherben bringen nur dann Glück, wenn man keine Angst davor hat, sich daran zu schneiden. Ich sag gleich wieder was Ernst gemeintes, aber das erste, was mir gerade in den Sinn kam, am Ende des Falls ein bisschen was Dummes, aber ich möchte es teilen. Ich habe grundsätzlich immer Angst, mich an Scherben zu schneiden.
Und damit hast du mein pathetisches Ende dieser Story ins Lächerliche gezogen. Ich frage mich ja. Leider haben wir darüber ja jetzt keine Infos. Das ist ja ein Fall, der so ein bisschen aus verschiedenen Fällen auch zusammengefügt wurde. Und mich hätte aber interessiert, wie toxisch ist dieser Streit gewesen? So wurde richtig rumgeschrien, wurden Türen geknallt, wurden Teller geschmissen. Die Vase ist ja offensichtlich nicht geschmissen worden, obwohl Sarah das bestimmt gerne gemacht hat.
Wurden Beleidigungen ausgesprochen. Ich will bei solchen Streitdingern, auch wenn ich das in der Psychotherapie höre, dann will ich immer richtig viele Details haben. Ich bin richtig so, das ist eine richtig unangenehm neugierige Person, die dann am liebsten ein Transkript des Streits haben würde, um so... Ja, ich glaube, was dahinter steht, ist so ein bisschen, um so die Kompetenz der Perspektivenübernahme der Person einzuordnen. So weißt du, was ich meine? Also wenn jetzt zum Beispiel ein Streit, gerade auch vielleicht nach einer langen Zeit, wo man nicht gestritten hat und dann kann es ja sein, dass da wirklich sehr viel Emotionen hochkochen und dass es eher nicht so ein vernünftiger, ruhigerer Streit ist oder so ein funktionaler Streit, sondern dass da manchmal auch dysfunktionale Elemente dann mit reinkommen. Was, wenn es mal passiert, ja auch nicht direkt heißt, dass das eine schlimme Streitkultur oder sonst irgendwas ist, sondern manchmal kommen die Emotionen ja auch einfach hoch und manchmal gibt es da so kleine Elemente, die schwierig sind. Und mich interessiert es aber immer voll, wie die Diskrepanz ist zwischen die Intensität des Streits an sich und bei den beiden wissen wir jetzt ja, dass anschließend ja eine sehr große Kompetenz zur Perspektivenübernahme da war. Also das ist was, was ich mir bei vielen meiner Patienten wünsche. So von wegen dieses Perspektiven von anderen einnehmen, ist was, was vielen Menschen sehr schwerfällt und was, glaube ich, auch ganz oft der Grund ist.
Warum Streits nicht beigelegt werden können oder beendet werden können, weil ganz oft so die Fähigkeit fehlt zu verstehen, okay, das ist deine Perspektive und was liegt dem eigentlich zugrunde? Ja, ich weiß, was du meinst. Ich habe mich sehr bewusst dafür entschieden. Ich habe ja vorher schon gesagt, dass dieser Fall zusammengeschrieben war. Ich habe mich dafür entschieden, das Ende so zu formulieren, weil es tatsächlich, also wie der Streit geendet hat, ist die Schilderung von einer Bekannten von mir gewesen über ihren eigenen Streit.
Und ich fand das genauso erstaunlich und habe es deswegen mit aufgenommen, weil ich dachte, so rum kann es nämlich auch laufen. Das kann trotzdem am Ende funktionieren. Und dieses Thema Perspektivwechsel, was ich daran ganz... Also was ich hilfreich fand, ich habe vor, ich weiß gar nicht vor wie vielen Jahren, ein Buch gelesen, das mich sehr berührt oder mitgenommen hat. Und Teil dieses Buchs war auch die Aussage, wenn man mit jemandem streitet und man davon ausgeht, und das sollte man ja, dass die Person den Streit auch nicht wegen des Streites, also um des Streites willen will, sondern weil sie ein Problem hat zum Beispiel oder eine Grenze wahren möchte, dass man dann versucht sich zu sagen, wir beide gegen das Problem, wir sind ein Team. Du bist nicht mein Gegner. Wir stellen uns das Problem, diesen Grund für den Streit, als dritte Instanz in diesem Raum vor. Und wir beide versuchen, eine Lösung zu finden, um diese dritte Instanz zu lösen. Das haben wir zum Beispiel, also ich habe es in meiner Beziehung mit meinem Mann richtig oft benutzt, weil wir quasi auch das Miteinanderstreiten über viele Streits gelernt haben, wie wir zusammen funktionieren. Und...
Ich glaube, das kann auch total helfen bei der Perspektivübernahme, weil ich glaube, das Problem ist häufig, dass man den anderen als Gegner wahrnimmt und dass man versucht zu gewinnen. Und wer im Streit gewinnen will, verliert immer. Ja, obwohl ja auch damit mit reinkommt, dass eben von beiden diese Fähigkeit da ist. Auf jeden Fall. Weil wenn ich zum Beispiel mir überlege, einen Partner zu haben, der das gar nicht kann und da auch quasi so sehr nicht kann, dass er auch nicht die Bereitschaft findet, da vielleicht auch offen dafür zu sein und da irgendwie bereit dafür zu sein, sich in die Richtung zu verändern oder weiterzuentwickeln ja in dem Moment. Ganz ehrlich, dann ist das nicht mehr mein Partner. Das wäre zumindest meine Einstellung. Genau, aber da kannst du, also da ist auch meine Meinung, du kannst nur gesund streiten, wenn beide dazu in der Lage sind. Auf jeden, wenn beide gewillt sind. Gewillt und dazu in der Lage sind. Manchmal ist es auch ein Können und manchmal muss man es auch erst lernen.
Voll. Gewillt sein zu lernen, meinst du dann? Genau, wenn du gewillt bist, es zu lernen. Jeder kann streiten, also jeder kann produktiv streiten, wenn er gewillt ist, es zu lernen. Ja. Und ich glaube auch, ich bin auch überzeugt, wir reden heute ja ganz viel über Beziehungen, aber Konflikte hast du ja überall. Ob du jetzt Konflikte hast mit jemandem auf der Straße, was zwischendurch mal passieren kann oder ob du Konflikte hast mit deinen Kollegen auf der Arbeit, mit Vorgesetzten, mit Freunden, mit deiner Familie oder eben in der Partnerschaft. So Konflikte gut lösen zu können in unterschiedlichen Nuancen und in unterschiedlichen Beziehungen ist, glaube ich, so ein elementarer Skill und ich bin überzeugt davon, dass es jeder lernen kann, wenn er es will. Auf jeden Fall. Ich meine, es ist ja, ich denke mal, es ist nicht ohne Grund so, dass es ja auch total viele Menschen gibt, die auch in Psychotherapie gehen mit dem Anliegen, ich will lernen, wie man sich streitet, weil es läuft ganz schlimm mit meiner Partnerin, meinem Partner.
Und ich habe jetzt auch ein, zwei Mal schon das Anliegen gehört, ich glaube, die Beziehung zerbricht, wenn ich oder wir das nicht lernen. 100 Prozent. Und die Person, also vollkommen fein, wenn man auch irgendwie das Gefühl hat, das allein nicht hinzukriegen oder allein nicht lernen zu können oder vielleicht wenn beides nicht können, wie soll man dann voneinander lernen? Aber dafür gibt es ja auch dann eben so Angebote wie jetzt zum Beispiel eine Paartherapie oder so, wo man genau sowas lernt. Oder viel niedrigschwelliger. Es gibt super viele Bücher dazu, die auch häufig super hilfreiche Hinweise geben. Also ich habe mit meinem Partner zusammen zum Beispiel auch ein Buch gelesen über ein bestimmtes Thema, mit dem wir uns zusammen auseinandergesetzt haben, weil wir gemerkt haben, hey, da haben wir irgendwie einen Blank Space und da würden wir gerne beide zusammen dran arbeiten und uns weiterentwickeln. Und dann haben wir quasi zusammen dieses Arbeitsbuch durchgearbeitet und haben uns immer einen Abend die Woche genommen vor ein paar Jahren. Und das hat uns super viel weitergebracht.
Also man muss auch nicht immer zur Paartherapie gehen. Man kann auch einfach gucken, was gibt es noch irgendwie für Angebote. Ich glaube, das, was ich so schade finde, ist, dass Konflikte und Streit in unserer Gesellschaft so negativ wahrgenommen werden. Dass mit jemandem Streit haben immer gleich bedeutet, dass es jetzt einen Knacks in der Beziehung gibt oder dass das Wort toxisch ja auch so oft fällt. Das Gefühl, jeder Streit ist toxisch und in jedem Streit, in dem einer sich nicht 100% korrekt oder nicht 100% funktional verhält, hat einer zu viele narzisstische Anteile oder sowas. Und in den meisten Fällen, würde ich behaupten, oder in vielen Fällen fehlt einfach eine gesunde Streitkultur. Und dazu kommt auch dieses... Dass man immer sagt, voll die Drama-Queen, da gibt es immer nur Ärger.
Immer, immer, nur oder immer oder nie. Das finde ich auch ganz schlimm. Das ist ja was, was so rausrutscht. Und mir selbst, muss ich sagen, rutscht es auch manchmal raus. Aber das ist halt so gar nicht zielführend. Vor allem, nichts ist immer und nichts ist nie. Es gibt immer Ausnahmen. Und eigentlich schaufelt man sich mit diesen zwei Wörtern wirklich nur das eigene Grab in solchen Streitigkeiten. Ja, also wenn ihr eine schnelle Lektion mitnehmen wollt für die Streitkultur, benutzt niemals die Worte nie oder immer oder auch sowas wie dauernd, jedes Mal. Ich glaube, ich habe noch nie irgendjemanden gesehen, der auf so einen Satz wie, wow, du machst das echt immer, irgendwie konstruktiv oder positiv reagiert hat. Nee, nee, hab ich auch noch nicht. Dabei ist Streit eigentlich sowas Gutes, weil wenn wir uns angucken, worauf unsere Gesellschaft basiert, nämlich auf der Demokratie, dann ist der Grundsatz davon Streit. Der Grundsatz davon ist Konflikt und nur da, wo wir unsere eigenen Perspektiven und Grenzen verteidigen und nur da, wo wir uns selbst vertreten und auch auf die andere Person eingehen können und wo wir uns uneinig sein können, nur da können wir zusammen wachsen. Und ich habe immer das Gefühl gehabt ... Dass Konflikte in den meisten Beziehungen, wenn ich funktionale Konflikte hatte mit Menschen, die mir nahestehen, war meine Beziehung mit den Personen nach diesem funktionalen Konflikt und der Versöhnung noch enger als vorher. Ja klar, ich meine, wenn wir sagen, Streit ist mit dem Waren von Grenzen.
Dann bedeutet es ja, dass nach einem funktionalen Streit meine Grenze quasi gesetzt ist und im besten Fall die dann mehr respektiert wird, was ja auch die gesamte Beziehung besser macht für mich. Also wieder so ein Moment so, ja ist voll logisch. Deswegen finde ich es aber auch so wichtig und deswegen liebe ich auch, dass wir so viel selber drüber gesprochen haben in der Folge, wie wir das empfinden und wie Streit für uns funktioniert, weil es so ein Tabuthema ist, weil darüber nicht gesprochen wird und niemand will zugeben, dass er Streit mit dem Freund oder der Freundin oder dem Partner oder so hat. Und wenn, dann ist es irgendwie direkt wieder so ein, das finde ich ganz schwierig, wenn ich mit Freunden darüber spreche, dass ich einen Konflikt habe mit meinem Mann. Und das tue ich relativ selten, weil ich finde, eigentlich können wir die Konflikte selber lösen. Und dann rufe ich nicht jemanden anders an und sage, ich weiß nicht, was ich machen soll. Es sei denn, ich will wirklich eine zweite Meinung, weil es eine größere Sache ist. Aber wenn das der Fall ist, dann habe ich ganz oft das Gefühl, dass Freunde schnell die Partei ergreifen von der Person, mit der sie befreundet sind, was logisch ist, weil sie sind ja mit dir befreundet und sie stehen natürlich irgendwie immer auf deiner Seite und sind bei dir und für dich. Und auf der anderen Seite habe ich aber ganz oft das Gefühl, dass es dann, auch wenn ich mir so Social Media angucke, was da so für Videos über Streit gemacht werden, dass es dann ganz schnell darum geht, wir sind gegen den und wir sind für dich.
Dabei sollte es bei Streit gar nicht immer darum gehen, gegen jemanden und für jemanden zu sein, sondern dass man überlegt, hey ... Passen wir gut zusammen oder vielleicht auch nicht. Vielleicht sind wir wie zwei Puzzleteile aus unterschiedlichen Puzzeln. Da ist ja dann niemand schuld, wenn es nicht passt. Es passt einfach nur nicht. Und dann haben wir das mit dem Streit herausgefunden, dass wir nicht zusammenpassen.
Oder wir passen gut zusammen und dann ist der Streit dafür da, um herauszufinden, wie wir beide zusammen noch wachsen können und was wir zusammen besser machen können. Ja, es ist halt ein Rausfinden, wie man zusammen am besten leben kann, dass es auch für beide passt und das ist ja, wie gesagt, ganz normal, dass dann manchmal Grenzen ausgetestet werden müssen, dass manchmal auch vielleicht neue Grenzen gesteckt werden müssen und man einfach halt guckt, was braucht der eine, was braucht der andere und dass es da Reibung gibt, wie gesagt, vollkommen fein. Maxi, Hosen runter bei einem Thema, über das in der Öffentlichkeit nie gesprochen wird. Wie oft streitest du dich mit deinem Partner? Wie oft streite ich mich?
Also wir sind, da steht das ein bisschen dem entgegen, dass wir die ganze Zeit gesagt haben, voll gut, dass man streitet. Wir streiten relativ wenig. Und trotzdem tun wir es. Ich glaube, wir streiten so wenig, weil wenn wir dann streiten, dann sind das oft auch längere oder wichtige Dinge. Also wir sind beide, glaube ich, Menschen, die auch, wenn zum Beispiel ich, ich habe ja schon oft erzählt, Ich habe so ein Ding mit Sauberkeit und so ein Ding mit Ordnung und er ist da nicht so sehr wie ich und ich könnte jedes Mal einen Streit anfangen, wenn er die Ordnung nicht so einhält, wie ich das machen würde oder wenn er was nicht so putzt, wie ich es machen würde, aber ganz oft ist da auch diese kleine Stimme in meinem Kopf, die sagt, Du kannst nicht erwarten, dass er das so macht, wie du das machen würdest, nur weil deine Erwartungen so super hoch an dich sind. Darfst du nicht erwarten, dass er automatisch diese gleiche Erwartung auch haben muss, nur weil du sie hast. Unsere Wohnung ist nicht dreckig, unsere Wohnung ist eigentlich immer ordentlich, aber das ist ja so zwanghaft. Und manchmal nervt es mich schon, wenn, keine Ahnung, das Schneidebrett, was da liegt, halt so schräg dann da liegt. Da denke ich mir so, mach doch einmal diese Bewegung, dann liegt es gerade. So, sowas meine ich halt. Okay. Ja.
Und bei mir sind dann auch oft Momente, wo ich mir dann denke, nee, das ist jetzt gerade wirklich nicht wert. Also ich wäge auch immer ab, ist es mir jetzt wert genug, dafür einen Streit anzufangen? Und das passiert, dass es das ist und auch bei ihm auch passiert es auch manchmal und dann ist es halt ein größerer Streit und danach bemühen wir uns halt beide, das dann zu verändern und dann funktioniert es auch meistens. Es gibt auch oft dann, manchmal muss es wiederholt werden. Ich würde sagen, wir streiten uns vielleicht so, ich würde sagen zweimal im Monat. Ja, doch. Wenn man auch so kleinere Streit, so vielleicht auch sich mal anzicken, wenn es stressig ist. Da schießt es bei uns manchmal schnell hoch und dann aber auch schnell wieder runter. Das sind dann so die Momente, wo wir sagen, ey, das ist richtig dumm gerade. Also wir sind einfach beide abgefuckt von irgendwas anderem und gehen aber gerade irgendwie aufeinander los und es dauert dann so zehn Minuten, dann ist es auch wieder gut. Und ich denke, da hilft es uns, dass wir also ich finde, wir haben eine sehr, gute Streitkultur, sehr funktional und da hilft es auch, dass wir es dann auch lassen können, weil eben wir in diesen Streits dann nicht irgendwie so hoch schießen, dass es irgendwie verletzend wird, sondern beide dann merken so, eigentlich gar nicht wegen dir abgefuckt, sondern, keine Ahnung, vielleicht wir kommen was anderes.
Und wenn du einen Tipp geben müsstest, die eine Sache, die man im Streit, die wir jetzt noch nicht gesagt haben, die man im Streit auf keinen Fall machen sollte, dein Hot Take. Die man auf keinen Fall machen sollte oder die man unbedingt beachten sollte. Gibt es irgendwas, was wir noch nicht gesagt haben, wo du sagst, das auf jeden Fall? Nach dem Streit den Streit nochmal für sich durchgehen. Überlegen, was man gesagt hat, ob das angebracht war, ob die eigene Sichtweise richtig ist. Und wenn sie das nicht ist, auch über den Schatten zu springen und auch wenn der Streit geklärt ist, das nochmal zu sagen. Wichtig. Wie ist es denn bei euch? Ich glaube, wir haben häufiger Diskussionen, weil wir beide häufig sehr konkrete Vorstellungen davon haben, wie wir wollen, dass Dinge funktionieren oder wie sie sein sollen. Und dieses Thema Zeitmanagement.
Ich glaube wirklich, also Diskussionen haben wir bestimmt häufiger. Ich würde sagen, wir diskutieren bestimmt, weiß ich nicht, einmal die Woche über irgendwas und dann diskutieren wir auch einen Moment länger und so. Aber das ist für uns beide kein Streit, sondern es ist halt so die beste Lösung finden Und das wird dann ein bisschen hitziger, aber nicht laut, sondern einfach nur sehr, das sehe ich aber anders, ich würde das eher so machen, das geht dann einen Moment länger. Und ich glaube wirklich streiten, dass es tatsächlich irgendwie einen Konflikt gibt oder so, auch vielleicht zweimal im Monat. Also so richtig Streit, dass man auch so wütend wird und auch dann auch mal so richtig abgefuckt auch vielleicht von anderen ist. Also das meine ich mit zweimal Streit. Ich glaube auch so zweimal im Monat vielleicht. Das war bei uns früher häufiger. Wir haben uns in der Anfangszeit unserer Beziehung, glaube ich, häufiger gestritten. Also wahrscheinlich dann irgendwie dreimal im Monat oder so. Aber jetzt ist es irgendwie noch so zweimal im Monat. Ich glaube, das letzte Mal, das erste drei oder vier Tage her, war absolut unnötig. Da waren wir uns auch beide einig.
Und ich glaube, mein Hot Take... Für Dinge, die man im Streit auf jeden Fall beachten sollte. Ich fand deins sehr schön. Was ich ganz wichtig finde, ist, keine alten Sachen hochholen. Oh ja, oh, good one. Wenn etwas geklärt ist, ist es geklärt. Wenn du merkst, dass es wieder hochkommt, wenn du die Person anguckst oder im nächsten Streit wieder hochkommst und du das sagen willst, weil es dich wieder wütend macht, ist es offensichtlich nicht geklärt.
Und ich persönlich bin ein großer Fan davon, die Dinge so lange auszudiskutieren und auszusprechen und auszutarieren quasi, bis man selber merkt, okay, ich bin fein damit, ich habe dir das verziehen oder ich bin fein damit, ich verstehe deine Perspektive, du verstehst meine, wir haben jetzt einen Weg, wie wir es beim nächsten Mal machen. Aber holt die Sachen nicht wieder hoch. Ich habe das so oft gesehen in Streits, dass Leute Dinge hochholen von vor fünf Jahren und ich habe das selber in einer meiner Ex-Beziehungen erlebt, dass jemand das immer wieder gemacht hat in Streits, alte Sachen hochholen und das macht einen irre. Und es ist super unfair, weil es gibt der Person, es nimmt euch beiden die Möglichkeit, in der Situation zu lernen und besser zu werden und zu wachsen. Und ehrlich gesagt hat es mir damals immer beigebracht, dass ich nicht darauf vertrauen kann, dass wir uns wirklich vertragen haben. Ja, ich denke halt, wenn so alte Sachen, wenn die hochkommen wollen, dann ist vielleicht der Raum oder Platz, um dieses Ding zu besprechen, weil offensichtlich, wie du gesagt hast, ist es dann noch nicht fertig. Dann wäre das vielleicht angebracht, das in einem anderen Moment dann anzusprechen und zu sagen, hey, ich glaube, für mich ist das doch noch nicht geklärt, wir müssen darüber irgendwie nochmal sprechen, anstatt das irgendwie bei einem Streit über was anderes hochzuholen.
Dann habe ich das Gefühl, verliert das auch irgendwie so ein bisschen, also von mir subjektiv betrachtet, verliert das auch so ein bisschen die, wie sage ich, die Standhaftigkeit. Also ich finde, es ist was anderes, wenn ich sage, hey, darüber möchte ich nochmal sprechen, weil das ist für mich nicht geklärt, wie wenn ich das einfach in irgendeinem Hitzegefecht einfach reinschmeiße. Weißt du, was ich meine? Auf jeden Fall. Auf jeden Fall, weil dann wirkt es einfach nur, als hättest du es aus Wut gesagt. Und, Ich finde, also bei mir hat das damals dazu geführt, dass ich der Person grundlegend nicht mehr geglaubt habe, wenn sie gesagt hat, ja, es ist geklärt für mich oder ja, ich verzeihe dir. Weil ich dann irgendwann in den Situationen schon gesagt habe, ja, ja, klar. Und im nächsten Streit holst du es wieder hoch. Und dann in dem Moment, wo du die Ebene erreicht hast in so einer Streitkultur zwischen zwei Menschen, dann hast du ein Problem. Und offensichtlich hat die Bissigung bei mir nicht gehalten. Man fragt sich, warum. Also wir halten fest, Leute. Streitet euch. Streitet euch gerne auch viel. Streitet euch laut. Streitet euch leise. Streitet euch leidenschaftlich. Streitet euch regelmäßig. Streitet euch respektvoll und produktiv.
Und teilt super gerne eure Kinder-Pinguin-Streit-Stories mit uns. Wenn euch die Folge gefallen hat, dann abonniert gerne diesen Podcast. Aktiviert die Glocke, um keine Folge mehr zu verpassen. Schreibt uns gerne bei Instagram. Und damit sagen wir, streitet euch schön, seid lieb zueinander und wir seien... Und Design Milan Fay. Das kann ich auch. Schön. Oh, ich bin der Decke. Oh, schön. Schön. Ready? Watsch, ich muss mich bequem hinsetzen.