When you have a bad day, give up. Go home and sleep. Fuck it. Try again tomorrow. Not every bad day can become a good day. Some days are fucked and cannot be unfucked. When you have a day that is fucked beyond repair, that is the universe speaking to you, sending you a message. Listen to the universe, go home. Save your energy. Tomorrow is another day. Willkommen bei Blackbox, der Psychologie-Podcast, der dich mitnimmt in die Tiefen der menschlichen Psyche. Ich bin Maxi. Und ich bin Babsi. Als studierte Psychologin schauen wir uns an, warum Menschen fühlen, denken und handeln, in Extremen wie im Alltag. Dabei verbinden wir Psychologie mit echten Geschichten direkt aus dem Leben. Von Beziehungen über Verbrechen bis hin zu außergewöhnlichen Case Studies. Du wolltest schon sagen, dass es nicht so ist.

Babsi, hast du dieses Zitat schon mal gehört? Ja, aber nur in gekürzter Version tatsächlich. Some days can't be unfucked. Ja, ich finde es wirklich ein literarisches Meisterwerk, wenn du mich fragst. Okay, so weit würde ich nicht gehen, aber gut. Literatur ist ja individuell. Ich habe diesen Spruch, diese Sätze das erste Mal auf Social Media gehört. Da habe ich einen Mann gesehen, der einfach, glaube ich, durch den Park gelaufen ist und hat das gesagt. Und der hat einfach vollkommen random in die Kamera geredet. Das war so, keine Ahnung, 50, 60 plus. Und es wirkte so ein bisschen random und so ein bisschen lustig. Aber gleichzeitig bin ich irgendwie dran geblieben und war die ganze Zeit so, ja Mann, ja Mann. Und diese Sätze oder dieses Zitat dann, nehme ich mal an von ihm, keine Ahnung, hat mich nicht losgelassen. Und diesen Spruch, diese Sätze findest du jetzt, glaube ich, in all meinen Bullet Journals, in meinem Fotoalbum und teilweise habe ich es mir sogar auf meinem iPad so designt, als wie so Poster, weil ich es so...

Also für mich hilfreich fand, irgendwie diese Sätze. Und tatsächlich, wenn ich einen schlechten Tag habe, dann gehe ich das wirklich durch, dann höre ich diese Stimme von diesem Mann in meinem Kopf, wie er mir sagt, ich soll nach Hause gehen und einfach schlafen gehen und einfach aufgeben und einfach sagen, so, ich versuche es morgen nochmal, ihr könnt mich alle mal.

Und ja, deswegen dachte ich, das wäre ein toller Anfang für die heutige Folge. Denn mich hat das sehr geprägt und sehr inspiriert und ich habe das quasi in meinen mentalen Strategiekoffer eingepackt und bis heute dabei. Ich finde das tatsächlich sehr relieving und sehr nachvollziehbar. Für mich ist es so, es war so ein befreiender Moment, weil ich dieses Some days can't be unfucked. Ja. Das habe ich in meinem Kopf und ich kann dir auch nicht sagen, seit wann das da drin ist. Aber es gab irgendwie so einen Moment, wo ich so dachte, Ja gut, dann ist das heute wohl einfach mal so. Dann gehe ich jetzt einfach. Dann muss ich das so akzeptieren. Ja und ich glaube, es hängt so ein bisschen damit zusammen, ich glaube, wenn ich eine mentale Pinnwand hätte, wäre dieser Satz auch sehr, sehr groß ausgedruckt. Ja.

Nämlich, ich muss nicht tun, was ich nicht tun will. Aha. Und bei mir hängen die sehr nah nebeneinander. Beide Sätze, some days can't be unfucked. unfuckt und ich muss nicht tun, was ich nicht tun will. Weil es gibt Tage, die finde ich scheiße. Und es gibt Tage, an denen ich mir denke, ich will einfach nur, dass es vorbei ist. Ich möchte nicht mehr irgendwas tun. Ich will mit niemandem reden. Ich will diese Dinge nicht mehr machen. Ich will nicht. Und ich habe früher ganz oft gedacht, ja komm, jetzt ziehst du es durch. Jetzt holst du nochmal das Beste raus. Ja.

Ganz ehrlich. Wenn ich schon um, weiß ich nicht, wenn ich um 14 Uhr mittags schon die Schnauze voll habe, ich habe Unterleppschmerzen, keine Ahnung, ich habe scheiße geschlafen, ich habe Hunger, ich weiß aber nicht worauf, ich habe vielleicht auch nichts zu essen mit, vielleicht sitze ich im Zug, die Bahn hat Verspätung, meine To-Do-Liste wird immer länger und irgendwie läuft alles schief, ich komme überall zu spät, alles irgendwie verschwitzt. Und du denkst dir, heute ist einfach so ein Tag, am liebsten würde ich mich zurück in mein Bett beamen und einfach denken, ich skippe dieses Level, ich skippe diesen Tag. Und früher dachte ich immer, nein, ich muss jetzt das Beste draus machen. Nein, muss ich nicht. Muss ich nicht. Es reicht, wenn ich diesen Tag überlebe oder wenn ich die Wahl habe, ich einfach nach Hause gehe und sage, weißt du was, komm, ist okay. Ja, und das ist ja auch so ein Ding bei mir, so dieses, ja komm, jetzt machst du es noch zu Ende und du musst noch das und das und das machen und auch manchmal so Gedanken wie, ist ja erst 14 Uhr zum Beispiel. Ja.

Und seit ich aber, also in meinem Kopf ist das so ein Tön gewesen, als ich dieses Video gesehen habe von diesem Typen, der das sagt. Und ich mir dachte, ja man, genau so ist es. Manchmal ist es einfach übel scheiße. Und dann denke ich mir auch manchmal einfach so, gif ab. Und dann darf ich halt vielleicht auch um 14 Uhr mal aufgeben. Ja, und irgendwie denke ich mir auch, also dieser, ich habe diesen Zwang in meinem Kopf gehabt ganz lange, dass ich so dachte, ich muss jetzt noch was Gutes hier raus machen. Ja. Ich muss hier jetzt noch mal was raus holen. Carpe diem. Ja, und irgendwie auch so, dass ich mir dachte, ja komm, dann gehst du jetzt wenigstens noch zum Sport, damit heute noch irgendwie was, damit noch eine gute Sache passiert ist zum Beispiel. Oder ich weiß nicht, du kochst dir dein Lieblingsessen oder so. Und es gibt einfach Tage, ich hab da gar keinen Bock drauf. Ich mach das dann gar nicht, weil ich da Lust drauf hab, sondern ich mach das, weil ich das Gefühl habe….

Dass es jetzt noch irgendwas Gutes geben muss. Weil ich habe es schon den ganzen Tag versucht, dass es irgendwie gut werden kann. Und mit jedem Versuch, dass ich mir irgendwie, ich weiß nicht, ich gehe zum Bäcker und will mir da einen Kaffee holen. Und auf dem Rückweg schütte ich den Kaffee aus. Dann laufe ich wieder zurück und denke mir, okay, komm, egal. Dann machst du dir zu Hause so einen simplen Kaffee, also nicht irgendwie so was Fancikes. Holst dir jetzt ein Stück Kuchen, machst du das. Dann gehe ich da hin, dann haben sie meinen Lieblingskuchen nicht mehr. Dann komme ich nach Hause, keine Ahnung. Ich hatte irgendwie gerade alle möglichen Sachen aufgeräumt. stehen in der Küche. Mir fällt die, weiß ich nicht, Packung von Haferflocken runter. Komplette Küche, alles voller Haferflocken. Ich habe gerade gesaugt. Solche Tage gibt es. Und ich habe mir mittlerweile angewöhnt, an solchen Tagen auch einfach nichts mehr anzufassen. Also einfach zu sagen, komm, weißt du, ich mache jetzt, was ich machen muss, aber mehr als das auch nicht mehr. Und ich versuche auch nicht mehr, mich aufzumuntern, um es jetzt irgendwie noch besser, es ist einfach ein Scheißtag. Ich habe einfach schlechte Laune und ich möchte die gerne haben dürfen. Ja, ich reagiere auch sehr allergisch, wenn dann jemand und sagt, ja komm, aber sieh es doch mal so. Oder jetzt machen wir noch das. Und ich bin so, nein, ich mache heute gar nichts mehr. Und ich will das auch nicht so rumsehen. Ich will das jetzt einfach scheiße finden. Und ich finde es so schön. Ich finde es so befreiend, Dinge einfach scheiße finden zu dürfen. Ja, das ist wirklich, das ist wundervoll. Wann hast du denn das letzte Mal aufgegeben an einem Tag und gesagt, so, mir reicht es jetzt.

Das letzte Mal aufgegeben habe ich vor, ich glaube, vor zweieinhalb, drei Wochen oder so, vor zwei Wochen, da hatte ich, ich hatte den perfekten Tag geplant, so fängt es ja meistens an, ich hatte den perfekten Tag geplant, dass ich, Dass ich morgens früh aufstehe und hatte mir so ein übelst geiles Frühstück geplant mit so Beeren und hatte die schon so fertig gemacht und alles und hab mich voll drauf gefreut, so gesund in den Tag, irgendwie Sonne, richtig schön, kurz draußen, ein bisschen Frühstücken, Kaffee, bla bla. Bla, komme ich morgens runter. Das Erste, was ich sehe, ist, die Erdbeeren sind verschimmelt. Und ich war schon so, okay, okay, okay, ist in Ordnung. Ich bin ein bisschen enttäuscht, aber ist okay. Und dann ging das irgendwie so weiter, dass ich Sachen für, also ich war ein normaler Arbeitstag, dann habe ich Sachen für die Arbeit gemacht, habe festgestellt, dass ein Dokument, das ich bearbeitet habe, dass die Änderungen nicht gespeichert wurden und war schon so.

Und habe dann wieder damit angefangen, das von vorne gemacht. Und keine Ahnung, irgendwie hat sich durch den ganzen Tag, ich kann eben gar nicht mehr auflisten, was es alles war, aber es fing irgendwie damit an, ich hab mir einfach richtig scheiße an dem Sofa den C gestoßen, das war der Moment an dem Sessel, das war der Moment, dass ich schon so dachte, okay, heute wird schwierig, also mental wird es heute ein schwieriger Tag, weil ich hatte schon gar keinen Bock mehr, in der Mittagspause hatte ich schon keine Lust mehr, also wirklich, und dann, keine Ahnung, wollte ich abends eigentlich noch zum Sport und das war der Moment, in dem ich aufgegeben hab, weil der ganze Tag überhaupt nicht nach meinen Vorstellungen gelaufen ist, plus ich hatte Unterleibschmerzen, mir war heiß, ich hab geschwitzt und gleichzeitig war mir kalt. Ich weiß nicht, wie das möglich ist, aber es geht, so. Und dann wollte ich abends eigentlich noch zum Sport und ich war super müde und super K.O. und hab den ganzen Tag auch zu wenig getrunken. Und dann bin ich halt auch so drained, es ist für mich dann voll schwer, Sport zu machen. Ja. Und das war der Moment. Das war der Moment, in dem ich gesagt hab, ja komm, jetzt gehst du noch zum Sport. Nein. Nein. Ich hab's nicht gemacht, weil ich dann festgestellt habe, dass meine Flasche, die ich normalerweise immer beim Sport benutze, dass ich die in der Tasche liegen lassen hatte und die war komplett durchgeschimmelt.

Ja, also es war so, da war mein Eiweiß-Dings noch drin. Ich nehme so Clear-Eiweiß-Zeug. Also Schimmel ist jetzt übertrieben, aber ich hatte es vergessen auszukippen. Und als ich das aus der Sporttasche geholt habe, war ich so, ja okay. Also jetzt ist auch, und ehrlicherweise habe ich mir dann eine Jogginghose angezogen, habe meine Haare zusammengebunden, habe mich abgeschminkt, habe mir, ich glaube, ein überbackenes Käsebrot gemacht und habe two Brokers geguckt und dachte mir so, reicht. Und es war halt irgendwie 18 Uhr oder so. Ja, ja, ja. Der Tag war vorbei. Mein Mann kam irgendwann runter und war so, alles okay. Und ich war so, ja, frag mich. Lass mich einfach, bitte. Heute ist, hm, hm, hm. Und er ist sehr smart mittlerweile. Er war so, alles klar, brauchst du irgendwas? Willst du was trinken oder so? Und ich war so, nein, ich war einfach nur meine Ruhe. Und er war so, okay, alles klar, ich geh dann wieder. Rückwärts leise wieder nach oben. Ja, weil das war so ein Tag, wo ich so dachte, nee, nee, reicht.

Schön. Wann war das jetzt immer bei dir? Heute haben wir Sonntag, am Tag der Aufnahme. Am Dienstag. Oh, na gut. Am Dienstag. Ich hatte die Woche, ich hatte zu dem Tag quasi eigentlich den Tag der Periode, wo irgendwie alle Symptome bei mir auf einmal fallen. Ich bin aufgewacht mit Kopfschmerzen, die so in der Nacht begonnen haben. Also ich habe dann den ganzen Tag so unterschwellig Kopfschmerzen. Auch wenn ich Schmerzmittel nehme, dann wird es zwar so, dass ich den Tag über gut bewältige, aber die sind die ganze Zeit so ein bisschen da und es stört halt. Unterleibsschmerzen, Ich habe mich total schlapp gefühlt an diesem Tag. Ich habe gemerkt, dass ich eine Erkältung bekomme. Geht noch weiter, geht noch weiter.

Und wir sind gerade mitten im Umzug. Und das war ein Tag, wo wir noch Kartons rüberbringen mussten in die neue Wohnung. Und ich fand es super anstrengend, dadurch, dass ich halt Erkältung, langsam eine Erkältung bekomme und mich so schlapp gefühlt habe wegen meiner Periode, fand ich es todes anstrengend. Und das Wochenende davor hatten wir kein Wochenende. und habe quasi durchgearbeitet, weil dieses Wochenende komplett Umzugsstress war. Und dementsprechend hatte ich das Gefühl, ich habe gar keine Pausen und meine Abende, wo ich zum Beispiel gerne lese, bestehen in den letzten zwei Wochen aus Lernen für die Approbationsprüfung, die jetzt nächste Woche ist. Und ich bin quasi, wenn ich merke, okay, jetzt habe ich eine halbe Stunde Zeit, dann setze ich mich an mein Lehrbuch. Und an dem Tag habe ich so ein bisschen Panik geschoben und habe so Angst gehabt, dass ich vielleicht nicht bestehe. Obwohl ich schon das Gefühl habe, dass ich bestehe, aber da kam so die Angst hoch. Und dann, dazu ist noch unsere Hündin sehr krank, also eine unserer beiden Hündinnen ist sehr krank und dann war ich auch noch beim Tierarzt und es war einfach an diesem Tag, ich kam dann nach Hause, es war so nachmittags, ich und mein Mann kamen nach Hause und dann habe ich angefangen darüber zu reden, wie anstrengend alles ist und ich fühle mich so leer und es ist alles so schwierig und alles so viel und so belastend und ich habe auch keine Pausen, weil ich immer lerne und was, wenn ich die Prüfung aber nicht bestehe? Und kennst du das, wenn man sich dann so reinsteigert in diesen Kreislauf? Das hatte ich ganz dolle. Und dann habe ich angefangen zu weinen.

Und ja, am Ende vom Lied saß ich dann mit meinem Mann auf der Couch. Und dann wollte ich, ah ja genau, an dem Tag habe ich auch noch angefangen, bescheuerte Idee, dass ich da dachte, ach ja, so ein, zwei Kilo weniger wäre auch noch was. Und ich mir an dem Tag dachte, ab heute gucke ich mal wieder auf meine Kalorien, wie viel ich da mir zuführe. Oh Gott, oh Gott. Ja, Spoiler, ich habe an dem Abend nicht mehr auf meine Kalorien geachtet. End vom Lied war nämlich, dass mein Mann mir dann mit Lieferantum meine Lieblingspizza bestellt hat, mir eine Decke gegeben hat, sich, in sein Zimmer zurückgezogen hat und ich hab mir Bridgerton angemacht und von 17.30 Uhr bis 23 Uhr hab ich die gesamte neue Staffel Bridgerton durchgeschaut, und dann bin ich schlafen gegangen. Find ich mega. Ich find's mega, ich feier sowas. Also ich bin der Meinung, ich weiß nicht, warum das so geschämt wird, dieses einfach auch mal sagen, nee, ich geb's auf für heute. Ich greif morgen von der anderen Seite nochmal an. Ja, aber heute reihe. Ich weiß nicht, warum das so negativ ist, weil ganz ehrlich, nur weil ich sage, heute ist da einfach nichts zu machen, heißt das ja nicht, dass ich grundsätzlich mit dem Leben abgeschlossen habe.

Ja, gerade am Anfang dieser Folge, wo ich dann gesagt habe zum Beispiel, wann hast du das letzte Mal aufgegeben? Das hört sich so schlimm an. Also ich habe so den Gedanken, ich muss das irgendwie frame, so aufgeben. naja, also so an einem Tag halt, nur an einem Tag. Und ich denke mir so, warum muss ich das denn so framen? Weil es ist doch vollkommen fein, wenn man halt jetzt mal sagt, jetzt reicht's mir, jetzt will ich nicht mehr. Und trotzdem haben wir ja so diesen inneren Druck. Also ich hab den, dass ich das Gefühl habe, ich kann jetzt deinen Tag nicht weiter verschwenden. An dem Dienstag zum Beispiel, ich muss ja noch lernen, ich muss noch Dinge tun. Und dass da einfach ja dieser Druck ist, irgendwie noch was aus diesem Tag rauszuholen, wie du zum Beispiel mit dem Sport. Ja. Und es ist ja was, was jetzt stelle ich mal die These auf, nicht nur wir beide verspüren, sondern bestimmt auch ganz viele der Menschen, die uns gerade zuhören.

Ich merke bei mir ganz oft, dass es bei mir manchmal so schwer ist, mit Sachen aufzuhören, da an einem Tag das quasi nicht weiterzumachen, weil ich denke, ich habe jetzt schon so viel investiert und ich habe so viel versucht, dass der Tag irgendwie gut wird und jetzt will ich diesen Reward haben. Also ich will jetzt dieses Gefühl haben, wenn ich zum Beispiel an dem Tag, an dem ich dann nicht beim Sport war, war der Grund, dass ich zum Sport gehen wollte, weil ich den ganzen, ich wollte doch so einen guten Tag haben. Ja. Und ich wollte doch, dass der Tag so produktiv wird. Und ich hatte mich so darauf gefreut und ich dachte, es wird richtig cool. Und dann habe ich den ganzen Tag so viel investiert, damit der Tag irgendwie sich noch für mich produktiv anfühlt. Und das hat er nicht. und ich konnte das nicht akzeptieren, dass ich dann abends irgendwie auch nicht beim Sport war, weil ich, wie gesagt, ich war super schlapp und es war halt auch viel später, als ich eigentlich wollte, dass es spät ist quasi. Und es ist so viel dazwischen gekommen und ich habe es gar nicht gefühlt. Und normalerweise bin ich an solchen Momenten, gerade beim Sport, immer so, nicht hinterfragen, einfach machen.

Und an dem Tag war das noch viel stärker als sonst so, weil ich dachte, jetzt habe ich den ganzen Tag irgendwie versucht, dass es noch gut werden kann und ich habe so viel investiert. Und es ist aber irgendwie nicht gut geworden. Und das kann ich doch jetzt nicht zulassen. Sonst habe ich alle anderen Anstrengungen, damit es gut wird, umsonst gemacht. Also quasi, ich habe schon so viel in diesen Tag reingesteckt, dann muss auch irgendwas Gutes dabei rauskommen. Ja, genau. Und das, damit bin ich nicht alleine, nennt man die Sunk Cost Fallacy.

Das ist tatsächlich ein psychologischer Trick, den wir mit uns selbst, aber auch andere mit uns machen. Oder auch, den unser eigenes Gehirn mit uns macht, dass wir quasi an einer schlechten Entscheidung festhalten, weil man schon viel investiert hat. Also quasi... Also quasi die versunkene Kostenfalle, übersetzt auf Deutsch, ganz platt. Also weil man schon Dinge investiert hat, die schon so reingesunken sind. Ja, genau. Und also ich glaube, jeder kennt das, wenn man in irgendwas sehr viel Geld reingesteckt hat oder sehr viel Energie reingesteckt hat oder viel Zeit, dann muss man das jetzt auch weitermachen. Auch wenn man merkt, dass es nicht gut läuft, dass zum Beispiel die Beziehung einem nicht gut tut oder dass irgendwie ein, ich weiß nicht, hast du schon mal ein Möbelstück gehabt oder so Oder irgendwie ein Kleidungsstück, das du reparieren lassen wolltest und dann war es irgendwie nicht gut. Und dann hast du noch mehr Geld investiert und am Ende mehr Geld bezahlt, als es eigentlich wert gewesen ist, weil du es nicht lassen konntest, dass es nicht gut wird.

Oder ein Kleidungsstück behalten, weil es halt so teuer war, wo es mir gar nicht mehr gefallen hat. Aber es hat halt so viel Geld gekostet, das kann ich ja nicht wegtun. Ja, genau. Und genau das ist die Sun-Cost-Fallacy. Und das ist das, was mir an dem Tag passiert ist. Ich hatte so viele Gefühle in diesen Tag reingesteckt, dass ich mir selber eigentlich nicht erlauben wollte, das nicht mehr zu machen, weil ich dann ja alles umsonst gemacht habe. Das heißt eigentlich so dieser Fehler, den wir da ja machen, ist, dass wir uns die Vergangenheit, also quasi alles, was wir da schon reingesteckt haben, was wir schon gemacht haben, quasi dann ja die Zukunft bestimmen lassen. Ja, genau. Und ich kenne das bei mir ganz stark von zum Beispiel, wenn ich im Urlaub bin. Gerade wenn ich zum Beispiel denke an.

Keine Ahnung, irgendwann zum Beispiel Mexiko, da fliegst du ja um die elf Stunden hin. Und ich bin dann so jemand, ich muss dann da auch wirklich alle Sehenswürdigkeiten mitnehmen. Ich bin dann so, nee, also, dass wir jetzt diese eine Ruine nicht sehen, das geht auf gar keinen Fall, weil wir sind ja zehn Stunden hergeflogen. Wir haben ja sehr viel Geld investiert und Zeit investiert. Jetzt sind wir mal hier, jetzt müssen wir auch wirklich alles sehen. Habe ich an diesem Tag dann vielleicht Bock da drauf? Vielleicht nicht. Würde ich vielleicht lieber am Strand liegen und nichts tun? Vielleicht ja. Mache ich es trotzdem. Auf jeden Fall. Oh mein Gott, ich war ja Anfang Februar in New York für eine Woche und mein Mann war so, ah wie schön, wir haben Urlaub und wir verbringen Zeit zusammen und ich war so, wir werden uns alle Dinge anschauen, die es in New York gibt. Und bereite dich darauf vor, 15 Stunden am Stück auf den Beinen zu sein. Wir werden durch New York spazieren. Und er war so, es sind minus 15 Grad in New York. Und ich war so, ich hoffe, du hast deine warme Jacke. Wir haben viel Geld dafür ausgegeben. Und wir werden wahrscheinlich nicht noch fünfmal in New York sein. Spoiler, diesen Satz hat mein Vater immer gesagt. Wir haben viel Geld dafür ausgegeben. Ich musste als Kind, stand ich morgens um halb neun auf der Skipiste und vor 16 Uhr durfte ich nicht weg.

Man hat ja Geld dafür bezahlt. Ja, und ich verstehe den Gedanken auch total, weil er ja auch Sinn ergibt. Es ist super, also Skifahren zum Beispiel ist super teuer, aber mega der luxe Urlaub. Genauso wie nach New York fliegen, das werden wir jetzt nicht regelmäßig machen. Aber was man dabei so vernachlässigt ist, Dass es ja eigentlich nicht nur darum geht, dass man jetzt das Max, also ich glaube, es sagt immer viel über eine Person aus, wie sie das definiert, weil das Maximum rauszuholen, indem man sagt, wir sind jetzt die maximale Anzahl auf den Beinen oder wir haben die maximale Anzahl an Sehenswürdigkeiten gesehen, das sagt ja am Ende des Tages nichts darüber, außer ob dein Urlaub gut war oder nicht. Ja, aber ich bin auch so jemand. Das waren am Anfang unserer Beziehung riesige Streitigkeiten mit mir und meinem Mann, weil er so der ist, der sagt, hey, jetzt sind wir hier, wir wollten uns entspannen. Ich habe keinen Bock, ständig überall rumzurennen. Und ich bin so, so wie du, bereite dich darauf, 15 Stunden am Tag auf den Beinen zu sein. Und das gab das ein oder andere Mal Reibereien.

Ja, wir hatten das Gespräch auch, aber die Reaktion darauf war, ja, ich will mir in New York auf jeden Fall auch anschauen. Ich war so, wir werden uns alles in New York anschauen. Und das Ende vom Lied war halt dann, also wir haben das auch und ich finde halt ganz oft, dass ich dann ganz viele Sachen plane und wir gehen überall hin und mein Mann ist auch so happy und, dann schauen wir uns das alles an und haben voll die gute Zeit und irgendwann bin ich aber selber so erschöpft und ich will aber daran festhalten, weil wir müssen es ja an. Und er ist dann Und er sagt, möchtest du nicht auch einen Kaffee und einfach kurz sitzen? Und wollen wir kurz vielleicht irgendwo einen Stück Kuchen oder so? Und ich merke, dass ich das voll gerne möchte. Aber alles in mir drin schreit so, nein, wir haben uns das und das noch nicht angeschaut. Oder wir haben das und das noch nicht gemacht. Und ich finde mittlerweile aber so, dass wir auch so eine gute Balance gefunden haben. Weil ich finde, die, die sagt 15 Stunden und er sagt zwischendurch dann so, willst du auch einen Kaffee? Und dann matchen wir irgendwie da und dann bin ich so, ja, ich glaube schon, ich glaube, ich muss auch kurz chillen. Okay, also irgendwie sind wir beide die Prototypen des Sun-Cost-Fallacy- Ja.

Eigentlich ist ja da so die Frage, die man sich da stellen könnte, die wir uns da vielleicht stellen könnten, ist ja, wenn wir jetzt an diesem einen Punkt einsteigen würden. Jetzt zum Beispiel du bist müde mitten in New York auf dem Times Square, bist schon zehn Stunden, nein okay, sechs Stunden gelaufen und du bist schrecklich müde und nehmen wir an, du würdest einfach an diesem Punkt aufwachen, würdest du dann weitermachen? Würdest du weiter vier Stunden noch weiterlaufen? Ohne das, was du bisher investiert hast?

Ich glaube, die Frage wäre, würde ich das auch machen, wenn ich wüsste, ich bin noch fünfmal in New York? Und wenn ich wüsste, dass die Flüge nicht so teuer wären? Und wenn ich wüsste, dass ich das noch ganz oft machen kann zum Beispiel? Ja, da sind wir jetzt ja auch ein bisschen bei FOMO. Ja. Oder? Bei mir ist es so eine Mischung. Auf der einen Seite ist es für mich so, wenn ich wüsste, ich bin noch fünfmal in New York, dann würde ich es wahrscheinlich so nicht machen.

Und wenn ich, und das ist, glaube ich, der andere Punkt, wenn ich vorher nicht so viel investiert hatte an Research, wo wir überall hingehen können, würde es mich wahrscheinlich gar nicht so sehr stören, wenn wir nicht alles gesehen haben. Ah, okay. Aber ich finde halt so viele Sachen, die man sich angucken kann und dann würde ich sie alle machen. Ja. Und ich glaube, wenn ich gar nicht wüsste, dass es all diese Sachen gibt, logischerweise hätte ich nicht so einen Pressure dahinter. Ich finde diese Frage ganz passend, so wie jetzt zum Beispiel mit dem Beispiel mit der Kleidung. Also wenn du mich jetzt zum Beispiel an meinen Kleiderschrank beamen würdest, mir diese Kleidungsschöcke hinhalten würdest, ohne dass ich weiß, wie viel es gekostet hat und was weiß ich, und ich mich fragen würde, will ich das weiter haben? Dann würde ich sagen, nein, weg damit. Aber weil ich ja weiß, dass es so viel Geld kostet, behalte ich es. Was ja eigentlich vollkommen dumm ist. Ja, bei Klamotten läuft das auch richtig doll. Also diese Falle, die wir uns da ja wirklich selbst stellen, die könnte man ja mit dieser Frage von wegen, wenn du jetzt an diesem Punkt einsteigen würdest, ohne die Vorgeschichte würdest du dann weitermachen, kann ich mal damit eigentlich ganz gut detekten. Weil eigentlich ist es Bullshit, wenn wir ganz ehrlich sind. Ja, ich überlege gerade, ich glaube mein Reisebeispiel war kein so gutes Beispiel, weil ich glaube es hängt bei mir tatsächlich mehr mit FOMO zusammen.

Und mit, wir sind einmal hier und ich will eigentlich nicht 15 Mal nach New York quasi. Aber bei Klamotten habe ich das zum Beispiel richtig doll. Ich habe so viele Kleidungsstücke, wo ich denke, die kann ich nicht wegtun, weil ich dafür Geld bezahlt habe. Und das ist natürlich absolut unlogisch. Oh, und was ich manchmal tatsächlich habe, ist, wenn ich irgendwo essen gehe, dass ich, auch wenn ich es nicht mag, wenn ich das bestellt habe und dann stelle ich fest, ich mag es nicht, esse ich es trotzdem. Weil du es bezahlt hast. Ja, und weil ich auch Hunger habe und ich es bezahlt habe und die Alternative wäre, woanders nochmal Geld auszugeben. Und das will ich irgendwie nicht. Also, weil ich es bezahlt habe, esse ich es dann auch oft.

Das ist super dumm. Es gab dazu tatsächlich eine Studie von Arx und Blumer. Die haben dieses Prinzip der versunkenen Kosten quasi untersucht. Und da sollten sich Teilnehmer vorstellen, sie hätten 100 Dollar für eine Skireise nach Michigan ausgegeben und 50 Dollar für eine eigentlich viel schönere, viel versprechendere Reise nach Wisconsin ausgegeben. Und dann, sie sollten sich vorstellen, dann merken sie, beide Reisen sind am selben Wochenende. Sie können aber nur zu einer dieser beiden Reisen gehen. Das heißt also, an einem Wochenende, das heißt, Sie müssen entscheiden, nehme ich die für 100 Euro, die nach Michigan, oder nehme ich die nach Wisconsin, die wahrscheinlich schöner ist, aber nur 50 Euro gekostet hat. Ihr könnt dieses Gedankenexperiment jetzt gerne auch mal mitmachen. Was würdet ihr tun? Was war dein erster Impuls? Mein erster Impuls war, die 100 Euro Reise zu machen. Meine auch. Und tatsächlich haben die Teilnehmer sich auch so entschieden, obwohl die 50-Dollar-Reise viel schöner bewertet wurde. Es wurde gesagt, die ist eigentlich die bessere, die ist eigentlich die schönere. Haben die meisten die teurere Reise gewählt, nur um das Geld halt nicht wegzuwerfen. Was ja Bullshit ist, weil das Geld ist so oder so weg. Es kommt nicht zurück, aber trotzdem war das Gefühl da, Mann, da verschwende ich das doch.

Das ist so dumm. Das ist wirklich dumm. Weil du ja am Ende des Tages wirst du auf jeden Fall Erinnerungen sammeln, egal wofür du dich entscheidest. Und du könntest schönere oder weniger schöne Erinnerungen haben. Und im Grunde impliziert das, dass es mir wichtiger ist, weniger Geld ausgegeben zu haben, als schönere Erinnerungen zu haben. Und ja nicht mal ausgegeben, sondern verloren vermeintlich. Weniger Geld verloren zu haben. Und genau das machen wir auch, jetzt nochmal um zu unserem Anfangsbeispiel zurückzukommen, an unseren Scheißtagen. Also nur wenn wir sagen, boah, der Tag ist übel scheiße, aber wir haben vielleicht schon zehn Stunden in diesen Tag investiert, dass wir uns dann vielleicht denken, ja komm, die letzten vier, keine Ahnung, die muss ich jetzt noch umreißen. Ja, ja. Hm, habe ich so irgendwie noch nie drüber nachgedacht. Es ist ja auch so, ich weiß nicht, wie es dir geht, aber ich habe oft so den Anspruch, dass möglichst produktiv an einem Tag sein, gerade an einem Wochentag. Wenn ich arbeite, dann will ich möglichst viel schaffen. Und wenn ich merke, dass das nicht klappt, dass ich also verliere an diesem Tag quasi, dass ich meine To-Do-Liste nicht schaffe, bla bla bla. Dann habe ich auch so ein bisschen das Gefühl, da nicht die Kontrolle so richtig zu haben über das, was ich schaffe, was ich mache, was ich kann. Weißt du, was ich meine? Ja. Also es ist irgendwie so ein Gefühl von.

Kontrollverlust und es ist wie ein abgebrochener Tag. Die To-Dos sind nicht zu Ende. Es ist wie eine Aufgabe, die offen ist und ich bringe sie nicht zu Ende. Ich kann sie nicht zu Ende bringen und das macht mich total irre dann. Bei mir löst das immer aus, wenn es so einen Tag gibt, dass ich den nächsten Tag dann in meinem Kopf komplett durchstrukturiere und dann passiert es, dass ich mir für 6 Uhr morgens einen Wecker stelle. Hintergrundinfo an der Stelle, ich stehe nie, wirklich nie um 6 Uhr morgens auf. Ich bin kein Frühaufstehen, ich hasse frühaufstehen. Ich wollte es gerade sagen. Also wirklich gar nicht. Aber das sind die Morgene, an denen mein Mann sich morgens denkt, du willst mich verarschen, wenn mein Wecker morgens um 6 Uhr, dann stelle ich den aufs Moose und dann snusse ich noch zweimal und dann ist er wach. Oh. Ja. Okay, dann werde ich aber auch sauer, muss ich sagen. Ja, also wir hatten zwei, drei Gespräche darüber, seitdem mache ich das nicht mehr. Ich verstehe auch, dass er das, gelinde gesagt, nicht so witzig fand. Aber das ist dann, das resultiert dann in so einem Morgen, an dem ich um sechs oder um halb sieben aufstehe. Normalerweise stehe ich halt irgendwie um acht auf.

Und ich dann irgendwie morgens schon versuche, alles abzuhaken. Aber dann mache ich auch alle möglichen Sachen, die nicht auf meiner Liste standen. Dann ist die Wohnung richtig sauber, die Küche ist geleckt. Ich hatte das gesündeste Frühstück, das man an gesunden Frühstücken überhaupt haben kann. Überkompensierst quasi. Krank. Und dann laufe ich Gefahr, dass ich an dem Tag so viele Sachen auf meine To-Do-Liste packe, dass mein Mann abends anfängt zu lachen und sagt, es ist vollkommen unmöglich, dass ein Mensch das an einem Tag alles schaffen kann. Und dann bin ich voll geknickt, weil manchmal fallen dann genau die Sachen wieder hinten über, die ich an dem Tag davor auch schon nicht geschafft habe. Und dann fühle ich mich wieder so richtig unproduktiv, weil ich die schon wieder nicht geschafft habe.

Tatsächlich kommt da ja auch wieder der, wir haben in einer der letzten Unnormal-Folgen, glaube ich, darüber geredet, die 100 ungelesene WhatsApp-Nachrichten oder generell Nachrichten, 100 ungelesene Nachrichten, da haben wir über den Zeigarnik-Effekt gesprochen. Und der Zeigarnik-Effekt besagt ja, dass.

Dass Verhalten etwas zu Ende zu bringen, psychologisch sinnvoll für unser Gehirn ist, um eben Aufgaben quasi zu beenden und damit Raum für neue Aufgaben zu schaffen. Also unser Gehirn hasst offene Aufgaben, nicht erledigte To-Dos, weil es dann ist wie so ein offener Dauer-Tab im Browser. Und dieser Tab verbraucht dann ja im Hintergrund ständig Rechenleistung, also mentale Energie. Und erst wenn die Aufgabe erledigt ist, dann wird der Tab geschlossen und diese Energie wird wieder freigesetzt. Das heißt, es ist super anstrengend, ganz viele To-Dos offen zu haben und wenn wir also abends diesen Tag eigentlich beenden wollen, dann sind aber noch To-Dos offen, ist es sehr schwierig für unser Gehirn dann zu sagen, ja gut, lassen wir offen, kein Problem. Ja, und das erklärt vielleicht auch diesen Widerstand, den man selber hat, dabei zu sagen, ich höre jetzt auf, ich beende den Tag quasi vorzeitig, weil ich nicht erwarte, dass es irgendwie noch gut wird oder weil ich einfach selber mich mental nicht mehr dazu in der Lage fühle, diese Sachen jetzt zu erledigen. Aber diese offenen Sachen, die erzeugen dann so eine innere Spannung, die ja trotzdem dazu führt, dass du doch nicht ganz abschalten kannst. Ja. Was mir dann tatsächlich oft hilft, ist, ich habe so eine To-Do-Liste für die ganze Woche. So an jedem Tag habe ich so meine To-Dos und ich mache das immer sonntags für die nächste Woche und bemühe mich, die To-Dos dann so sinnvoll aufzuteilen, dass ich nicht an einem Tag irgendwie alles machen muss.

Und also zum Beispiel an diesem Dienstag waren noch ein paar To-Dos offen, unter anderem lernen, das konnte ich halt nicht verstehen, weil ich jeden Tag drauf. Und da habe ich dann diese App auf meinem Handy aufgemacht und habe dann mir die ganzen Tutos angeschaut, die ich eigentlich noch hätte und habe die verschoben auf die anderen Tage der Woche, sodass ich dachte halt, ja macht Sinn, kriege ich hin, schaffe ich und dann war es deutlich einfacher, weil ich nehme an, weil mein Gehirn dann halt sich gedacht hat, ja gut, diese Aufgaben sind gerade nicht offen, sondern liegen woanders quasi, weißt du was ich meine? Ja, ja. Ich glaube, das ist eigentlich richtig smart. Ich strukturiere halt irgendwie meine Woche nicht mit To-Do-Listen, weil bei mir durch den Job manche Tage so unvorhersehbar sind. Also manchmal nehme ich mir halt vor, um, weiß ich nicht, 17 Uhr Feierabend zu machen und dann kommt aber um kurz vor 17 Uhr ein Call rein und dann ist es doch halb sechs. Und deswegen habe ich mir abgewöhnt, das zu machen, weil meine Struktur häufiger nicht aufgegangen ist. Und das finde ich am allerschlimmsten, wenn ich den Plan habe und dann funktioniert es nicht, weil ich an irgendeiner Stelle, weil dann irgendwas dazwischen kommt und ich das nicht fertig kriege. Und deswegen, ich muss für mich noch überlegen, wie ich das besser hinbekomme, weil mein Go-To an solchen Tagen ist immer Überkompensation am nächsten Tag. Jedes Mal. Und das ist super anstrengend, weil es halt auch Tage gibt, wo man dann zum Beispiel mit einer Erkältung oder so aufwacht. Ist mir vor, ich glaube, ungefähr zwei Monaten, und das ist gerade erst passiert.

Dass ich so einen Überkompensationstag hatte und ich bin am nächsten Morgen aufgewacht und habe mich so mega schwach und mega erkältet gefühlt. Und es gibt nichts Unbefriedigenderes als das. Weil dann hast du diese ganzen offenen Tabs im Kopf und du hast dich quasi einen Tag mit weitergenommen und du hast die ohnehin bestehenden Tabs des Tages und hast all das, hast es eigentlich geplant, um es alles zu erledigen und erledigst nichts.

Es stresst mich so krass, wirklich. Es ist wirklich schlimm. Also es ist für mich ganz schwer. Ja, und es ist ja auch das, würde ich mal sagen, so ein bisschen das Problematische daran, wenn wir sagen, also grundsätzlich mal an einem Tag aufgeben, vollkommen fein und auch an einem Tag durchbeißen ist ja mal vollkommen fein. Klar, so überkompensieren oder sich zu viel vornehmen und dann irgendwie merken, oh, wird zu viel, wird zu viel. Und das halt auf einem andauernden Level fahren ist natürlich was, was man durchaus als problematisch oder schwierig bezeichnen könnte. Ja, ich würde sagen, man könnte sich das mal anschauen, ob man das nicht smarter lösen kann. Genau, also man könnte vielleicht mal gucken, kriege ich das anders strukturiert?

Könnte man. Und auf der anderen Seite kann man das natürlich auch sagen, ja gut, aber du kannst ja auch nicht jeden Tag aufgeben. Also du kannst nicht jeden Tag überkompensieren und viel zu viel machen. Und du kannst aber natürlich auch nicht jeden Tag aufgeben und sagen, nee, jetzt habe ich mir den kleinen Fuß hier angestoßen, jetzt ist es vorbei. Natürlich nicht. Es geht auch da, liebe Leute, wie immer, um ein gesundes Maß an, ein gesundes Mittelmaß, eine gesunde Balance. Mal aufgeben ist in Ordnung. Auch mal, wenn ihr mal überkompensieren müsst, dann macht es halt. Wenn ihr mal durchziehen müsst, dann zieht ihr durch. Ist ja auch wichtig. Ich glaube, wichtig ist irgendwie an sich, dass man mit sich selber so im Reinen ist, was die eigenen Energiereserven oder das eigene Energielevel angeht. Es gibt einfach Wochen, in denen ballere ich alle möglichen Sachen durch. Ich schaffe in einer Woche so unfassbar viel, weil mein Zeitmanagement ist top. Um mich herum passiert nichts, was meinen Plan durcheinander bringt. Alles läuft genauso, wie es laufen soll. Absolut unschlagbar in diesen Wochen. Und dann gibt es Wochen, wo ich mir so denke.

Ich nehme mir einfach nicht so viel vor. Ja, aber es ist wirklich so. Es sind wirklich Wochen, wo ich mir denke, es fliegt alles nach oben, meine Routinen sind weg. Ich fühle mich komplett überfordert, weil so viel los ist. Ich habe das Gefühl, ich weiß nicht mehr, wo vorne und hinten ist. Ich habe keinen Überblick mehr über meine Tasks. Ich weiß nicht, habe ich überhaupt alles im Blick? Also das sind so die Wochen, wo ich mir denke, toll. Ich war jetzt letzte Woche gerade erst komplett unterwegs. Also ich bin Sonntag weggefahren nach Berlin, hatte in Berlin bis Dienstagmittag Termine die ganze Zeit, also auch nicht wirklich Luft für irgendwas. Bin dann am Dienstag nach Basel gefahren, war dann von Dienstag bis Freitag in Basel und war wirklich, also die einzigen Male, die ich Luft hatte in Anführungszeichen, war abends, als ich mein Gesicht gewaschen habe, meine Zähne geputzt habe und ins Bett gegangen bin. Also da war ich alleine. Und ansonsten war die Woche so voll, dass ich tatsächlich nichts anderes geschafft habe. Und das sind halt auch Wochen, wo ich mir selber denke, dieses Thema Give Up, Go Home oder Give Up hat, glaube ich, manchmal auch was damit zu tun, dass man sich vielleicht zu viel vornimmt, dass man von sich selber auch zu viel erwartet und die Anforderungen an sich selber so hoch anstellt, dass es unmöglich ist, das zu erreichen und dass dir gar nichts anderes übrig bleibt, als an so eine unsichtbare Mauer zu stoßen und zu merken.

Ich schaffe es nicht, ich komme nicht weiter. Und ich habe mir zum Beispiel deswegen absichtlich nicht vorgenommen, in dieser Woche unsere Podcast-Folgen vorzubereiten, weil ich wusste, das schaffe ich nicht. Das wird mich überfordern und dann werde ich mich schlecht fühlen. Und ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir sorgt das auch ganz schnell dafür, dass ich mich dann so unmotiviert fühle, wenn ich To-Dos nicht schaffe, weil mein Zeitmanagement nicht stimmt und es dann erst recht dazu führt, dass ich so einen Tag bekomme, an dem ich mir denke, ja, okay, ich gebe es auf. Heute gebe ich es auf. Nicht mal, weil es notwendig wäre, sondern weil meine mentale Kapazität so aufgebraucht ist von dem Gefühl, dass ich das unmöglich schaffen kann. Ja, deswegen habe ich angefangen, meine To-Do-Liste sonntags für die ganze Woche zu machen, für jeden Tag, damit das nicht so overwhelming wird. Ja, das verstehe ich komplett. Normalerweise haben wir in unseren Folgen ja immer ein Fallbeispiel dabei. Aber in dieser Folge fanden wir es irgendwie viel interessanter, wenn wir selber von uns vielleicht berichten, Was sind unsere größten, ja quasi versunkene Kostenfallen? Also was ist der Moment, wo wir vielleicht selber sagen, das war so ein Ereignis, bei dem ich gemerkt habe, ich mache das gerade nur noch, weil ich schon so viel investiert habe.

Ich will gleich unbedingt wissen, ob dir irgendwie was einfällt, wo du sagst, das ist auf jeden Fall was, das dir schnell in den Kopf kommt, und ich habe auch was mitgebracht aus meinem Leben und vielleicht wollt ihr mit uns das auch teilen, was ihr so an Investments getätigt habt, obwohl ihr eigentlich wusstet das ist Quatsch und es einfach nur gemacht habt, weil ihr schon so viel investiert hattet, schreibt uns super gerne bei Instagram, an Blackbox der Podcast alles klein und zusammengeschrieben oder schreibt uns natürlich voll gerne als Kommentar unter dieser Folge. Also Maxi, was war dein krassester Fall von Sunken Costs Fallacy?

Ich habe mir bei dieser Frage gedacht, okay, was war so das wirklich das Dümmste, was du durchgezogen hast, weil du dachtest, ich habe es halt bezahlt oder ich habe schon so viel Energie reingesteckt. Und ich finde ja wirklich das, bescheuertste, was ich bisher in die Richtung gebracht habe, ich meine, wir haben jetzt schon über Kleidung und über Urlaub, aber ich denke so, das haben wahrscheinlich viele, denke ich mal. Ich glaube nicht, dass es so unnormal ist, das in dem Zusammenhang zu verspüren, dieser Druck irgendwie das zu behalten, was viel kostet hat oder viel zu sehen, weil man ist ja hingeflogen.

Ich habe mal eine Fortbildung gebucht und bei solchen Fortbildungen kriegst du normalerweise halt dein Geld nicht zurück, also du kannst nicht stornieren, und ich habe diese Fortbildung gebucht und habe dann gemerkt, dass ich sie schon mal gemacht habe. Richtig bescheuert, fragt mich nicht, was in dem Moment in meinem Kopf vorgegangen ist, aber diese Fortbildungen, die sind sehr teuer. Also so psychologische, therapeutische, gutachterspezifische Fortbildungen, die kosten halt schon sehr viel Geld und das ist meistens so ein ganzes Wochenendseminar. Und es ist aber halt schon ein bisschen her gewesen. Also dachte ich mir, mein Gott, jetzt habe ich es gekauft. Jetzt stehe ich auf der Teilnehmerliste, da komme ich jetzt nicht mehr raus. Das heißt, mein Gott, dann mache ich halt mit. Ist ja auch schon eine Weile her, dass ich das gemacht habe. Vielleicht ist ja ganz gut, das aufzufrischen. So, da habe ich es noch ganz gut für mich rechtfertigen können. Also habe ich mich an dem Wochenende, wo es dann war, hingesetzt, morgens um neun an einem Samstag, habe ich mich vor meinen Laptop gesetzt und habe diese Fortbildung gestartet. Und diese Fortbildung, die war, es war eins zu eins, was ich schon mal gesehen hatte. Und dazu war sie echt nicht gut. Wirklich nicht gut. Ich fand sie super, ich fand die Dozentin sehr anstrengend und auch, ich bin die ganze Zeit irgendwie abgeschweift und habe gemerkt, dass ich gar nicht zuhören möchte und dass ich gar nicht da sein möchte. Ich war super genervt, als dann diese Mini-Arbeiten losgingen, in diesen Zoom-Kreisen. Ich fand es einfach blöd.

Ja, habe ich abgebrochen, weil ich mir dachte, ich kenne es ja eh schon oder ich möchte das nicht mehr und das bringt mir gerade auch wirklich nicht wirklich mehr Neues. Nö, ich habe das gesamte Wochenende durchgezogen von Samstag 9 Uhr morgens bis Samstags 18 Uhr und von Sonntag 9 Uhr morgens bis Sonntags 17 Uhr. Oh mein Gott. Ich habe nicht nur um die 300 Euro damit in den Sand gesetzt, sondern auch mein gesamtes Wochenende. In einer kompletten Arbeitswoche. Ich glaube, da habe ich auch noch in der Forensik gearbeitet. Also war ich montags bis freitags arbeiten und habe das Wochenende da verbracht und wo es vollkommen unnötig war. Oh Gott, weißt du, was ich gerade, ich wollte initial gerade sagen, das nenne ich Commitment, aber nee. Nee, nee, das nenne ich Dummheit. Das ist einfach die falsche Beschreibung davon. Das ist los mit mir. Das ist, ja, okay, wow.

Ja, das, ja. Und an dem Wochenende, weil mein Mann hatte mir damals auch gesagt, warum machst du das denn? Du findest das total blöd, du hast doch schon mal gemacht. Warum machst du das denn? Und da habe ich das dann so richtig gerechtfertigt, so kognitiv-dissonanzmäßig, so von wegen, ja, aber es ist ja bestimmt auch hilfreich. Und außerdem brauche ich es ja vielleicht irgendwann auch noch und dann kann ich es nochmal auffrischen, das ist auch ganz wichtig. Bullshit, Maxi. Nee, nee, nee, das hast du dir schön geredet, damit du nicht einsehen musst, dass du hier in diese, den Terminus kannte ich damals noch nicht, in diese versunkene Kostenfalle absolut mit beiden Beinen reingesprungen bist, dass du einen absoluten Fehler gemacht hast und ich wollte den aber einfach nicht eingestehen, ich wollte diese Spannung nicht aushalten, hab mir das schön geredet und jetzt sitze ich heute da, hab eben vor ein paar Tagen dann diese Frage gelesen und war so, Das ist es. Das bringe ich mit. Hier ist es. Gern geschehen.

Das ist wirklich schrecklich. Oh Gott. Einfach ein verschwendetes Wochenende. Bitte sagt mir, dass ihr sowas in die Richtung auch schon mal erlebt habt. Also Babsi hat ja vorhin gesagt, schickt uns gerne eure versunkenen Kostenfallen. Und ich möchte bitte hinzufügen, schickt uns eure bescheuertsten, radikalsten Fallen, in die ihr getappt seid. weil ich möchte lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die wirklich so abartig reingeschissen hat. Ich glaube, ich kann die nicht toppen. Das ist auch wirklich schwer zu toppen. Das sage ich dir schon im Vorhinein. Ich bin normalerweise sehr, also wirklich sehr aware, was meine Investments und so angeht von irgendwelchen Sachen. Ich glaube, es kommt auch so ein bisschen davon, dass ich mein eigenes Unternehmen hatte und da ist man immer so sehr bedacht, was so Zeitinvestments und finanzielle Investments angeht. Aber ... Ich glaube, ich habe so eine Confession to make. Hau raus. Ich weiß nicht, ob du dich noch, ich habe in einer der letzten Folgen erzählt, dass ich unsere Küchenwand neu gestrichen habe. Ja. Und ich weiß nicht, ob du dich noch an die Farbe erinnerst, die die Wand vorher hatte.

Aber ich habe damals, als wir hier eingezogen sind, habe ich die Farbe für diese Küchenwand gekauft. Ja. Und ich habe sie damals, weil wir diese Wände in der kompletten Wohnung sowieso streichen lassen haben, habe ich die Farbe den Malern gegeben, damit die Wand einfach direkt in der Farbe streichen. Das hat ja Sinn gemacht, anstatt die einfach weiß streichen zu lassen. Und ich habe die Maler dafür bezahlt. Ich habe diese Farbe in sehr viel Recherche rausgesucht, weil ich wollte, dass sie perfekt zu den Fliesen passt.

Und ich habe wirklich sehr, sehr viel Zeit investiert, bin zum Bauhaus gefahren, mitten in so einem super stressigen Umzug, habe die Farbe gekauft, habe dann, als ich wieder zurück nach Hause kam, gemerkt, dass es nicht genug Farbe ist, bin nochmal zum Bauhaus gefahren, habe noch ein bisschen mehr Farbe gekauft, bin wieder zurückgefahren. Dann haben die Maler angefangen, diese Wand anzumalen. Also zu streichen, anzumalen. Die Wand zu streichen in dieser Farbe, die ich gekauft hatte, von der ich sogar noch mehr gekauft hatte, für die ich die Maler dann bezahlt habe, damit sie die Wand streichen. Dann haben wir festgestellt, dass die Farbe, die da drauf war, noch durchgeschieden hat. Daraufhin bin ich nochmal zum Bauhaus und habe nochmal Farbe gekauft, damit sie nochmal streichen, damit sie deckend ist.

Und habe schon beim allerersten Anstrich gemerkt, dass ich die Farbe voll scheiße finde. Toll. Ja, die sieht auf der Wand nochmal anders aus, gell? Diese Wandfarbe. Ach, scheiße. War jetzt... Ich war zweieinhalb Jahre an dieser Küchenwand und ich wusste, dass ich die Farbe hasse, in dem Moment, in dem sie die erste Schicht gestrichen haben. Aber ich konnte nicht mehr zurück. Du hast ja schon die Farbe gekauft und du hast ja schon den Malern gesagt, sie sollen loslegen. Und sie haben sie gemalt, die erste Schicht, und ich fand die Farbe scheiße. Aber ich hatte sie ja schon bezahlt und ich hatte die Farbe schon gekauft und ich hatte schon zwei Behälter von der Farbe gekauft. Und dann haben sie gesagt, es reicht nichts, nicht deckend. Also habe ich weiter investiert und habe den dritten Becher Farbe gekauft. Von der Farbe, die du gehasst hast. Ja, damit sie sie deckend streichen. Dann haben sie sie gestrichen und dann habe ich diese Wand mit der Wandfarbe zweieinhalb Jahre angeschaut und wirklich jede Woche gedacht, Gott, ich hasse diese Farbe.

Aber es war schon zu viel Investment drin. Ja, ja. Ich konnte nicht zurück. Ja. Und jetzt, deswegen, habe ich diese Küchenwand neu gestrichen, weil ich es mir nach zweieinhalb Jahren nicht mehr angucken konnte. Und was ist passiert? Ich habe es in der letzten Folge schon gesagt, die erste Farbe, mit der ich diese Wand dann gestrichen habe, war wieder scheiße. Aber dieses Mal habe ich daraus gelernt und habe direkt nochmal eine neue Farbe gekauft, weil das mache ich nicht nochmal. Gott, hat mich das genervt. Das ist die dümmste Geschichte überhaupt. Und ich habe es, glaube ich, ehrlicherweise noch nie zugegeben, wie scheiße ich diese Farbe fand. Ich konnte es nicht zugeben, ich war einfach zu stolz.

Ja, was lernen wir daraus? Vielleicht einfach mal auch eingestehen können, wenn wir Fehler machen oder wenn wir Zeit verschwendet oder Geld verschwendet haben. Ja, wirklich. Oder eben an solchen, um wieder zum Hauptthema zurückzukommen, an solchen Scheißtagen einfach halt mal akzeptieren, wenn wir einfach halt diesen Tag halt jetzt mal aufgeben und verschwenden, in Anführungszeichen. Ja, oder eben das Geld an der Stelle. Also weil irgendwie denke ich mir halt, Dieses Geld für den Vortrag kriegst du nicht zurück. Nee. Und irgendwie, glaube ich, ist es so dieser Irrglaube zu denken, dann kriege ich zumindest den Wert für das Geld raus. Ja. Aber es ist ja Quatsch. Das Ding ist ja, im Endeffekt habe ich Geld und ein Wochenende verloren. Ja, und ich glaube, das ist die Frage, die wir uns alle in Zukunft stellen sollten. Was verliere ich wirklich, wenn ich das nicht mache? Ja. Gerade auch bei solchen Scheißtagen. Was verliere ich, wenn ich jetzt eben noch zum Sport gehe, das noch mache, das noch mache? Was, wenn ich jetzt durchziehe? Oder auch, wenn ich es nicht mache. Was verliere ich wirklich? Ja, das stimmt. Auch die andere Frage. Weil ich meine, was du ja verlierst, wenn du es quasi, wenn du durchziehst und wenn du quasi zum Sport gehst, die ganzen Sachen machst, dann...

Dann verballerst du ja quasi vielleicht Energie, die du vielleicht besser hättest gesaved an dem Tag, um dann am nächsten Morgen vielleicht früher zu starten oder eben halt einfach normal in den Tag starten zu können. Weil nehmen wir vielleicht an, jetzt zum Beispiel am Dienstag hätte ich da durchgezogen. Ich bin mir sicher, dass ich am Mittwochmorgen echt ein bisschen gebraucht hätte, bis ich in den Tag gekommen wäre. Ich hätte bestimmt lange geschlafen, also länger als normal. Ich hätte bestimmt echt Zeit gebraucht, um so richtig anzukommen im Tag. Schon dessen habe ich am Abend Kraft getankt und bin auch früh ins Bett gegangen und habe da die Möglichkeit gehabt, am nächsten Tag war ich um 8 Uhr fit, bin aufgestanden. Okay, fit. Ich habe dann tatsächlich eine Erkältung gehabt, aber unabhängig davon war ich eben so, dass ich an den Tag halt rein starten konnte zu einer Uhrzeit um 8 Uhr, was vollkommen fein ist für mich. Ja, komplett. Also fragt euch das nächste Mal, egal in welche Richtung ihr euch entscheidet, was kostet es euch wirklich? Ja, weil strategisches Aufgeben in diesem Fall vielleicht auch einfach Risikomanagement ist und kein Aufgeben an sich. Lieb ich. Ja, ne? Risikomanagement. Finde ich gut. Ja. Auch einfach mal die Performance für den nächsten Tag schützen. Ja, genau. Risikomanagement. Wir machen hier Zeit, Risiko, Ressourcenmanagement.

Ressourcenmanagement. Damit, das ist mir ganz wichtig, wollen wir natürlich nicht sagen, ja, hier, ne, das ist jetzt eure zukünftige Ausrede, ihr faulen Schwabiner da draußen. und in Zukunft auch meine Ausrede, nicht zum Sport zu gehen. Um Gottes willen, darum geht es gar nicht, sondern auch mit sich selber liebevoll umzugehen und auch mal zu sagen, es ist in Ordnung, wenn du es heute nicht durchziehst. Ja, und es ist in Ordnung, wenn du auch mal einfach scheiße drauf bist, wenn du schlecht gelaunt bist. Es ist okay, wenn du jetzt einfach schlecht gelaunt in deine Pizza beißt am Dienstag, weil du einfach überfordert bist, du deine Periode hast, du eigene Erkältung bekommst und es ist auch einfach okay, jetzt missmutig in diese Pizza zu beißen und missmutig Benedikt Bridgerton dabei zuzugucken, wie er sein Diamond of the Season findet.

Ja, das unterschreibe ich doch so. Am meisten liebe ich es ja, wenn Leute noch kommen und sagen, sie ist doch mal positiv. Oder, ach jetzt lächel doch mal, kannst doch auch gut gelaunt sein. Also so von wegen, sei doch nicht so schlecht gelaunt. Und wir haben ja vorhin davon geredet, nein, manchmal will man einfach schlecht gelaunt sein. Manchmal ist es auch okay, schlecht gelaunt zu sein. Es fühlt sich manchmal auch gut an, schlecht gelaunt zu sein.

Paradoxerweise ja. Für mich fühlt es sich manchmal gut an. Wir haben manchmal so Tage, wo wir beide schlechte Laune haben und wo wir auch einfach so ein Agreement haben, dass wir sagen, wir leben die heute jetzt auch aus. Und dann, ich kann das auch nicht lange, weil irgendwann muss ich lachen, aber dann sagen wir auch so, ja, ich nehme jetzt dieses dämliche Toast, ich habe mir so ein scheiß Frühstück, super gesund und mache mir dann jetzt so irgendwas super gesundes da drauf, weil ich ja gesagt habe, ich würde das machen, ich habe gar keinen Bock und das kannst du nicht, du kannst es nicht lange zusammen durchziehen mit jemandem und dir gegenseitig die ganze Zeit erzählen, wie bescheuert gerade alles ist und wie nervig alles ist und so weiter und so fort. Das kannst du nicht ohne zu lachen. Das geht nicht. Aber es fühlt sich viel besser an, als zu sagen Hi, guten Morgen. Ich hab richtig gute Laune. Es ist Zeit für ein super gesundes Frühstück. Und in dir drin denkst du nur so, ich hasse alles gerade. Ja, vor allem wie anstrengend wär's, wenn ich jedes Mal, wenn ich schlecht gelaunt bin, mich dann noch anstrengend muss, gut gelaunt zu sein. Ja. Das ist absolut schrecklich. An alle von euch, denen es auch so geht, ihr habt jetzt die Wissenschaft wissenschaftliche Rechtfertigung dafür, schlechte Laune haben zu dürfen. Die Psychologin Iris Moss von der University of California hat nämlich nachgewiesen, dass Menschen, die einen extrem hohen Wert darauf legen, besonders glücklich zu sein oder positive Emotionen zu erzwingen, zum Beispiel gute Laune.

Die sind paradoxerweise einsamer und unglücklicher. Und den Grund hat sie darauf zurückgeführt, weil der Druck, positiv zu sein, den Stress bei negativen Erlebnissen oder Emotionen dann massiv verstärkt. Das heißt, wie so ein Druckbehälter und wenn man also schlecht gelaunt ist und dann aber noch den Druck verspürt, ich muss jetzt aber gut drauf sein, macht quasi die schlechte Laune einfach nur noch schlechter und noch belastender. Heißt im Umkehrschluss und das wurde tatsächlich auch in Studien nachgewiesen, negative Emotionen zu haben und die zuzulassen und auch mal rauszulassen das wirkt sich langfristig positiv auf unser Wohlbefinden aus.

Denn ich meine, wie ich gerade gesagt habe wenn es mir schlecht geht und ich denke dass ich eigentlich jetzt gut gelaunt sein müsste dann habe ich ja zwei Probleme statt eins dann bin ich schlecht drauf und ich muss eigentlich auch was darin ändern, bescheuert Ja, und ich weiß nicht, das kennt ihr bestimmt auch, es gibt ja Situationen, in denen kann man dem nicht entfliehen. Also du kannst ja nicht in jeder Situation schlechte Laune haben, nur weil du gerade schlechte Laune zeigen, nur weil du gerade schlechte Laune hast. Stichwort soziale Anpassung. Wenn ich auf einem Geburtstag meiner besten Freundin bin, dann reiße ich mich zusammen. und dann habe ich nach außen hin gute Laune, auch wenn ich nicht so gute Laune habe, because it's not about me. Aber wenn man das tatsächlich häufiger macht, ich habe das eine Zeit lang zum Beispiel häufiger machen müssen, weil ich einfach häufiger schlechte Laune hatte, habe ich halt Pech gehabt und musste aber nach außen hin gute Laune zeigen. Ich finde es irre anstrengend. Ja, es kostet wahnsinnig viel Energie.

Und vielleicht als weitere Anregung, eure schlechte Laune auch mal einfach da sein zu lassen. Haben wir noch eine weitere Studie rausgefunden, die ich, das war ja wirklich relieving für mich. Der Psychologe Joseph Paul Forges hat in einer Studie die Wirkungsweise von Traurigkeit schlechter Laune getestet. Und er hat festgestellt, dass Menschen mit einer negativen Stimmung wesentlich besser darin waren, analytisch zu denken und auch erfolgreicher dabei waren, andere von ihrer Meinung zu überzeugen. Ja, das finde ich sehr schön. Die schlecht gelaunten Probanden besaßen also mehr Einfluss auf ihr Umfeld als die gut gelaunten Probanden. Und auch andere Forscher sind zu dem Schluss gekommen, dass schlecht gelaunte Menschen generell auch produktiver bei der Arbeit sein sollen. Jetzt werden wir mal davon ausgehen, dass die vielleicht an den Tagen, wo ihr schlecht gelaunt seid, aber vielleicht noch nicht aufgegeben habt, kann es gut sein, dass ihr da deutlich produktiver seid, als wenn ihr gut gelaunt seid. Wer übel gelaunt sei, mache nämlich weniger Fehler, sei konzentrierter bei der Arbeit und kritischer in der Bewertung als jemand, der gut gelaunt ist.

Was glaubst du, warum Menschen mit schlechter Laune andere besser von ihrer Meinung überzeugen können? Ich glaube, das ist eine gute Frage, warum? Ich habe gerade darüber nachgedacht und habe mich gerade gefragt, ob es daran liegt, dass unser Gehirn ja Meister daran ist, Risiken zu finden, und dass gut gelaunte Personen vielleicht eher so wirken, als würden sie über die Risiken nicht so nachdenken. Also nicht, weil es wirklich so ist, sondern weil unser Gehirn eher Leuten glaubt, die kritisch sind. Und so schlechte Laune und negative Emotionen wirken ja, also man ist ja gefühlt deutlich kritischer, wenn man schlechte Laune hat, weil man dann eh alles blöd findet. Man ist tatsächlich nachgewiesener Weise kritischer. Genau. Und dass unser Gehirn vielleicht darauf auch mehr hört als auf gute Laune, weil wir so, also weil mal unabhängig von der Person, dem Charakter selbst, weil unser Gehirn ja immer nach Risiken guckt und nach Wahrscheinlichkeiten dafür, dass bestimmte Dinge so oder so sind. Und wenn ich mich mit jemandem unterhalte, den ich als besonders kritisch wahrnehme, dann glaube ich ihm vielleicht eher, dass er sich damit auseinandergesetzt hat. Und wenn Menschen mit negativeren Emotionen kritischer sind, wirken sie vielleicht auch kritischer und damit auf mich auch glaubwürdiger. Ja und, wenn du jetzt gerade von Risiken redest, dann denke ich vielleicht, also wenn ich jetzt vielleicht dem widerspreche, dass da vielleicht eher Gegenwind kommen würde, als vielleicht bei einer gut gelaunten Person oder bei einer Person, wo ich merke, da, ist grundsätzlich eine Positivität da. Weißt du, was ich meine?

Das heißt, die Leute sind gar nicht von meiner Meinung überzeugt in dem Fall, sondern sie tun nur so, um mir nicht zu widersprechen, weil ich ein potenziell größeres Risiko darstelle, weil ich schlechte Laune habe? Vielleicht beides. Finde ich einen spannenden Gedanken. Also ich glaube auch, wenn ich mir das so vorstelle, dass ich glaube auch, dass so schlecht, wenn jemand mir so ein bisschen pissi erklärt, dass das so ist, dann wäre ich wahrscheinlich schon eher so, okay, Well, ich glaube, dann ist es wohl so. Weißt du, was ich meine? Ich glaube, da ist so eine Durchsetzungsstärke dahinter. Und wenn ich mir zum Beispiel vorstelle, wenn ich jemandem was erkläre, wenn ich gerade schlecht drauf bin, dann kommt es vielmehr so bam, bam, bam, fertig. Und dann wird auch nicht drüber diskutiert, Punkt. Ja, ich weiß, was du meinst. Und diesen Punkt mache ich nicht so, wenn ich gut gelaunt bin. Dann mache ich gerne auch den Schlenker dahin und dahin und erkläre hier noch und gehe auf den anderen ein, gehe auf die Reaktion ein, die es gegenüber mir vielleicht gibt. Mache ich nicht, wenn ich schlecht gelaunt bin. Da bin ich so, so und so ist es, mach damit, was du willst. Finde ich einen sehr interessanten Gedanken, nehme ich mal mit. Ich achte in Zukunft da mal drauf. Macht ihr das auch mal gerne? Schreibt uns gerne eure Beobachtungen neben euren versunkenen Kostenfallen. Diese Folge gibt irgendwie viele Dinge her, die ich jetzt irgendwie gerne von unseren Hörern erfahren möchte. Also haut in die Tasten, Kommentare in Spotify oder bei Insta oder Direct Messages bei Insta. Ihr könnt uns nicht zu viel schreiben.

Für heute zusammenfassen lässt sich dann glaube ich sagen, dass ein schlechter Tag kein Versagen ist, dass ihr gerne auch mal schlecht gelaunt sein dürft und auch mal schlecht gelaunt bleiben dürft. Und dass man auch mal den Tag angreifen darf, es dann zwischendurch abbricht und es morgen von einer anderen Perspektive noch mal versucht. Ja, dass man einfach auch mal aufgeben darf. Weil Sundays are fucked and cannot be unfucked. Und wenn ihr diese teure Bluse gekauft habt und sie aber eigentlich nicht haben wollt und sie schon seit drei Jahren in eurem Schrank hängt, tut sie endlich weg. Ich glaube, ich gehe jetzt meinen Schrank ausräumen. Und damit sagen wir, seid lieb zueinander und wir sagen Tschüss! So, das reicht. Und jetzt will ich mir kurz festgehalten haben, so redest du aber nicht mit mir, Fräulein. Ich will dem Tod ein, Fräulein. Geil.