Jede Nacht ermorde ich im Schlaf Menschen. Morgens wache ich auf und erinnere mich immer wieder nur daran, dass ich in meinem Traum andere Menschen getötet habe. Ich bin kein gewaltbereiter Mensch, aber mein Gehirn spielt jede Nacht einen ähnlichen Film ab. Ist das unnormal? Hattest du oder hast du manchmal Träume davon, Menschen zu töten? Ich glaube, ich habe noch nie geträumt, dass ich jemanden töte. Aber ich träume häufiger davon, dass Menschen in meinem Umfeld sterben und das auf sehr skurrile Art und Weise. Also ich habe zum Beispiel letztens erst davon geträumt, dass ich so.

Also ich muss dazu sagen, ein paar Tage vorher wurde mein Hund eingeschläfert und ich bin in diesem Traum, dann zwei, drei Tage später, in mein Wohnzimmer reingekommen und da lag dann auf einmal meine Schwägerin auf der Matte, wo der Hund immer lag. Und sie lag genauso da, wie der Hund zusammengerollt war und ich möchte euch die genaueren Details ersparen, aber es war ein bisschen blutig und ich wusste, sie ist tot und sie liegt da tot jetzt auf dieser Matte, wo mein Hund vorher war. Und dann wurde ich von deinem Vater angerufen und der hat mir gesagt, dass du gestorben bist und ob ich mich bitte um deine Leiche kümmern kann und die würde sich bereits auf meinem Balkon befinden und dann habe ich rausgeguckt und dann lagst du ebenso zusammengekrümmt, ebenso auf so einer kleinen Matte, auf dem Balkon und war es auch schon, also es war kalt wohl draußen, du warst also schon so ein bisschen gefroren.

Und dann musste ich auch noch alle beruhigen, weil ja von allen dann mit euch beiden Angehörige gestorben sind. Und ich dachte mir die ganze Zeit so, warum muss ich denn das jetzt machen? Und natürlich war ich auch traurig, dass du gestorben bist. Das musst du als Ebenen noch erwähnen. Ja, also ich habe solche skurrilen Träume, wo relativ häufig Menschen sterben. Aber ich tue es nie selbst. Und du? Also ich muss gestehen, dass ich schon ab und zu davon träume, Menschen zu töten. Also es ist jetzt nicht so, dass ich mir abends denke, heute mal wieder so ein Träumchen. Aber es passiert und ich erinnere mich an zwei oder drei Albträume, die ich hatte und, In einem davon habe ich tatsächlich sehr, sehr krasse Gewaltstraftaten begangen und habe Menschen getötet und konnte nicht damit aufhören. Und das war der Albtraumteil an diesem Traum, war, dass ich nicht aufhören konnte und ich wollte das nicht machen, aber ich konnte meine Bewegung nicht stoppen.

Und ich habe aber auch schon Träume gehabt, in denen ich das gemacht habe. Und in dem Teil zum Beispiel war, ich hatte einen Traum, das, ich weiß auch nicht, wo das herkam, was mein Gehirn da gemacht hat, aber ich war in irgendeinem Folterkeller und ich konnte aus diesem Folterkeller nur raus, lebend, wenn ich andere Menschen in diesem Folterkeller zu Tode foltere. Ein bisschen, ja. Und ich habe tatsächlich irgendwie häufiger mal so gewaltvolle Träume und ich kann das nicht beeinflussen. Es liegt nicht daran, dass ich irgendwie krasse Splatterfilme gucken würde oder dass ich vor dem Schlafen gehen irgendwie, weiß ich nicht, besonders blutige Bücher lesen würde oder so. Ich bin auch kein Mensch für Horrorfilme. Ich gucke sowas relativ selten, bis nie. Aber manchmal träume ich sowas halt einfach. Und dann wache ich morgens auf und denke mir so, äh, okay. Und ja, also ehrlich gesagt habe ich mir noch nie so viel Gedanken darüber gemacht, ob das, unnormal ist. Ja, ich auch nicht. Ich glaube, weil ich davon ausgehe, dass Träume, wenn sie jetzt eben nicht so einen belastenden Charakter haben, wie so ganz starke Albträume, wo ich immer schreiend aufwachen würde oder sowas, das ist natürlich dann was anderes, aber sonst, bin ich eigentlich der, oder ist mein Wissensstand soweit, dass alles, was du träumst, ist eine Verarbeitung von.

Den Tagesresten quasi, die übrig sind, Dein Gehirn verarbeitet Dinge und es verdichtet Dinge teilweise. Also es verdichtet Informationen, es verschiebt Informationen, es spinnt daraus Geschichten, die unser Gehirn quasi verbinden kann. Oder auch, die wir teilweise erst auch im Nachhinein, wenn wir wach sind, erst daraus machen. Manchmal haben wir so Reste von Träumen, die sich dann auch erst im Wachzustand irgendwie zusammenfügen, sodass es eine Geschichte ist, die man erzählen kann. Ja. Und ... Soweit ich da weiß, ist jede Art von Inhalt da normal. Also es ist einfach eine Verarbeitung, die wir halt machen, die unser Gehirn halt macht. Und was da drin zu sehen ist, oder was wir halt träumen, der Inhalt, der würde ich jetzt behaupten, hat eher wenig damit zu tun, was wir tun wollen, was vielleicht gerade unsere Bedürfnisse sind. Sondern es sind viel eher Verarbeitungen von den Dingen, die wir erlebt haben und eine Nachverarbeitung, die unser Gehirn halt auf irgendeine Art und Weise macht. Von daher würde ich sagen, ist kein Inhalt unnormal.

Nee, finde ich auch nicht. Also unnormal würde es dann werden, wenn ihr, also dann hätte es eine psychologische und klinische Relevanz, wenn ihr wiederkehrend intensiv belastende Albträume hättet, bei denen ihr, wie du gesagt hast, panisch und schreiend aufwacht, bei denen ihr das Gefühl habt, das belastet euch extrem, wo ihr immer wieder das gleiche träumt und es nicht stoppen könnt. Und im Allgemeinen hat man ja oft das Gefühl, man hätte die ganze Nacht von einer Sache geträumt. Tatsächlich haben wir jede Nacht hunderte von Träumen und wir erinnern uns an einen, der wahrscheinlich nur vier Sekunden ging, sich für uns aber angefühlt hat wie die ganze Nacht. Oder es sind irgendwelche Reste, die wir im Nachhinein zusammengepanscht haben. Und tatsächlich erinnert man sich auch nur deshalb oder nur dann an Träume, wenn man zwischendurch lange genug wach war, um sich daran erinnern zu können. Deswegen verfliegen Träume manchmal zum Beispiel auch und es gibt ganz viele Leute, die können sich gar nicht an Träume erinnern. Von daher ganz grundsätzlich sind diese Arten von Träumen nichts Schlimmes, nichts worüber man sich Sorgen machen muss, wenn sie für euch selbst nicht belastend sind. Das ist der wesentliche Faktor. Wenn ihr euch davon belastet fühlt, dann sucht euch auf jeden Fall Hilfe, sprecht mit jemandem darüber, vielleicht eine Beratungsstelle psychologischer Natur, um darüber zu sprechen.

Aber an sich, es gibt Theorien, dass tatsächlich unser Gehirn nachts so eine Art Threat Simulation durchspielt, also das Gehirn für Bedrohungen probt, sodass Gewaltträume so eine Art Simulation sind. Was würde ich tun, wenn? Und mein Gehirn scheint sich relativ oft die Frage zu stellen, was würde ich tun, wenn mich jemals jemand in einem Folterkeller einsperrt?

Und dann überlegt mein Gehirn, wären wir bereit, das zu tun? Und dann spielt es diese Story durch. Und ich stelle mir ehrlich gesagt immer ein bisschen vor, dass mein Gehirn wie so Computerspiele nachts spielt und schaut, was würde ich dann machen.

Was ich bei mir auch oft bemerke, gerade wenn es so gewaltvolle Inhalte sind, ich bin ja jemand, du hast wie vorhin gesagt, du guckst nicht gerne Horrorfilme. Ich bin jemand, ich gucke sehr gerne Horrorfilme. Ich lese auch Krimis und da auch wirklich sehr brutale und gewaltvolle. Und da merke ich schon oft, dass mein Gehirn macht sich offensichtlich nicht viel Mühe, weil ganz oft sind einfach, Copy-Paste, die Dinge, die in einem Film oder in einem Buch passieren, dann einfach nochmal kurz in meinem Traum. Also ich habe das Gefühl, mein Gehirn, das schreibt nicht so viel um, sondern das denkt sich einfach, okay, das nehmen wir, das spielen wir nochmal ab, fertig ist gearbeitet.

Ja, das habe ich bei Thrillern, also bei so Büchern. Ich lese super gerne sehr blutige Bücher. Ich gucke nur einfach die Filme nicht so gerne, weil ich diese Jumpscares nicht mag. Ich weiß, du liebst die, ich finde die ganz furchtbar. Und da merke ich auch, dass wenn ich zum Beispiel sehr brutale Bücher gelesen habe oder manchmal halt auch so True-Crime-Serien gucke, dass mein Gehirn das manchmal verarbeitet. Aber in den Fällen bin ich relativ selten der Täter tatsächlich oder die Täterin.

Sondern häufig eher das Opfer. Und mein Gehirn spielt das dann durch, was würden wir tun, wenn wir das Opfer wären. Also grundsätzlich könnt ihr, was die Inhalte eurer Träume angeht, total entspannt sein. Ich habe das Gefühl, auch auf Social Media, dass manchmal diese Suppe heißer gekocht wird, als sie gegessen wird. Heißt das Sprichwort so? Weil grundsätzlich ist es halt, wie gesagt, auch nicht mehr und nicht weniger als eine Verarbeitung von den Dingen, die ihr so erlebt und über die ihr nachdenkt und die ihr lest und die ihr seht. Also, wie gesagt, solange es keine nicht solchen Leidensdruck auslöst und nicht diese klinischen Punkte erfüllt, dann chillt, dann tötet halt in euren Traumen die Leute und oder rennt über Regenbogenbrücken oder Oder sammelt eure toten Freunde vom Balkon.