Hallo und herzlich willkommen zu CamperStyle, deinem Camping-Podcast. Ich bin Nele. Und ich bin Sebastian und heute nehmen wir dich mit nach Australien. Und da haben wir jemanden heute im Studio, den kennt ihr alle da draußen noch nicht, aber Sebastian kennt ihn schon länger, nämlich Gregor. Herzlich willkommen. Erzähl doch mal, wer du bist und wie du zu Sebastian gekommen bist und warum wir dich heute hier haben. Ja, hallo alle zusammen. Ich bin Gregor, bin 32 Jahre alt und wie ich Basti kennengelernt habe, das war ein bisschen außergewöhnlich. Wir haben uns tatsächlich über das Computerspielen kennengelernt, also prinzipiell nicht über das Reisen. Aber du reist ja auch selber gerne und entführst uns heute auf einen Kontinent, auf dem wir beide noch nicht waren. Ich wollte da immer schon mal gerne hin, aber geht bei uns leider im Moment nicht. Nämlich nach Australien. Wie lange warst du da unterwegs und wann war das? Das war 2014 auf 2015. Die genauen Monate kann ich tatsächlich nicht mehr sagen, dass jetzt schon ein gutes Stück her ist. Und ich war etwas über ein Jahr. Ich glaube, es waren damals 13 Monate. Ich bin damals ein bisschen länger geblieben, weil die Rückflüge dann günstiger waren und habe dann mein Visum ein bisschen überzogen.
Das ist ja jetzt nicht so der klassische kurzurlaub mit 13 monaten wie warum australien damals ich kann mich noch daran erinnern dass ich mal eine eine dokumentation über sydney gesehen habe und die hat mich so begeistert dass ich gesagt habe das könnte ich mir sehr gut vorstellen dahin zu reisen.
Und das habe ich dann auch meinen zwei besten Freunden erzählt. Die waren auch sofort hellauf begeistert und sind dann ein Jahr vor mir nach Australien gereist zusammen. Ich bin dann alleine sozusagen hinterher gereist. Also eher ungewöhnlich. Die meisten Leute, die ich so gehört habe, die sich irgendwie aus der Ferne so ein bisschen in Australien verliebt haben und unbedingt dann hinwollten, die waren eher so von den Landschaften sehr fasziniert. Und bei dir war es die Stadt. Das finde ich ganz spannend. Ja, man muss im Groben und Ganzen eigentlich sagen, ich habe mich mit dem Land davor überhaupt nicht auseinandergesetzt. Das ist auch meine Art zu reisen, dass ich sage, ich finde etwas spannend, ich habe ein bisschen was gesehen, vielleicht habe ich eine kleine Doku darüber gesehen und den Rest, wenn ich dann da hinfahren will, dann reise ich da hin und dann mache ich mir mein eigenes Bild. Also ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es viele Menschen da draußen gibt, die sich dann sehr ausführlich mit diesem Land befassen. War jetzt bei mir überhaupt nicht so. Ja, das kenne ich. Wir sind auch nicht so die akribischen Vorbereiter.
Um es mal vorsichtig auszudrücken. Man könnte auch sagen, wir fahren einfach immer blind los und haben dann manchmal auch verpasst, irgendwelche Mautplaketten zu beantragen oder sonst was. Mit was für einem Fahrzeug warst du denn unterwegs? Anfangs mit tatsächlich gar keinem. Ich habe mir dann relativ schnell einen Job direkt in Sydney vor Ort organisiert.
Und habe dann in kleineren WGs gewohnt und bin dann sozusagen mit den Öffentlichen dahin gefahren. Und irgendwann kam dann der Moment, dass ich gesagt habe, ich möchte ganz gerne mein eigenes Fahrzeug haben. Und habe mir damals auf dem australischen Ebay sozusagen ein Toyota HiAce Baujahr 1979 mit Poptop, also mit Faltdach gekauft. Er steigert für 2.000 Dollar. Kein. Den habe ich dann mit einem Arbeitskollegen von mir abgeholt. Wir sind da, ich glaube, locker sechs Stunden hingefahren, um dieses Auto abzuholen.
Und ja, und das war ein Wochenendtrip. Und dann sind wir damit wieder zurückgefahren. Und war das Auto schon als Camper ausgebaut oder hast du dann einfach eine Matratze reingeschmissen oder wie muss ich mir das vorstellen? Ja, tatsächlich war das Auto komplett als Camper ausgebaut, aber nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe dann über einen Bekannten, einen Mechaniker in meiner Bekanntschaft, der hat gesagt, ich kann mein Auto da abstellen. Habe die komplette Innenausstattung rausgerissen, bis auf den Boden runter, also bis aufs Metall und habe ihn selbst von Grund auf neu aufgebaut. Wie lange hat das denn gedauert? Ungefähr? Ja, also ganz fertig war er nie wirklich.
Also man muss sagen, dass er wohnlich und schön ausgestattet war, das waren zwei Wochen. Dann fiel auch auf, also ich habe mir dann auf dem Sperrmüll riesige Holzplatten besorgt, die ich dann sozusagen, also ich habe erstmal alles geschweißt, die ganzen Rostlöcher und was wir sonst so in die Karosserie reingeschnitten haben, dass das Metall in Ordnung ist. Habe dann auf das Metall Holzplatten draufgelegt, die dann mit der sehr primitiv ausgeschnittenen, dass die da reingepasst haben. Danach habe ich eine schöne Gummischicht, die ich auch irgendwie auf einem Flohmarkt oder so, da gab es riesige Gummiplatten, die habe ich dann da drüber geschmissen und verklebt. Und danach bin ich zum Ikea und habe mir einen, da kann ich mich noch erinnern, einen grünen Teppich, so einen Fusselteppich gekauft, ihn da rein verlegt, auch ausgeschnitten, dass sozusagen der Eingangsbereich, das ist ja meistens so eine Stufe, Oder da war so eine Stufe, dass das auch wirklich gepasst hat. Und ich weiß nicht, ob ihr das kennt. Es gibt im Ikea gibt so ein super günstiges Bett.
Das ist so ein Fichtenbett. Das hat damals 40 Dollar gekostet. Das war ein Einzelbett. Und das habe ich mir so, wie es ist, einfach reingestellt und verschraubt. Cool.
Okay, deswegen ging das relativ zügig quasi, quasi weil du jetzt nicht ewig lange Möbel gebaut hast, sondern das, was da war, da irgendwie reingepresst hast. Was mich jetzt noch kurz interessieren würde, du warst ja, wenn ich richtig rechnet habe, so 22, als du da runter bist. Und du hast ja vorhin gesagt, du hast ja erstmal einen Job gesucht. War das einfach, sich da einen Job zu suchen? Hast du ein spezielles Visum gehabt? Oder wieso konntest du einfach in einem fremden Land so arbeiten? Oder hast du einfach gemacht?
Also prinzipiell habe ich ja vorher gesagt, dass ich unvorbereitet reingegangen bin es hat tatsächlich nicht ganz gestimmt, also prinzipiell ist es so, man reist als junger Mensch sozusagen mit einem Working Holiday oder Working, Travel Visa ein das gibt dir das Recht sozusagen zu arbeiten vor Ort im Land und zu reisen also es ist wie ein, Ein normales Visa geht drei Monate und das geht ein Jahr, wobei man das Visa um ein weiteres Jahr verlängern kann, wenn man bestimmte Arbeitstätigkeiten dem Staat nachweisen kann. Kann man das um ein weiteres Jahr verlängern. Ich habe damals für das Hofbräuhaus in München gearbeitet und in Sydney gibt es das Löwenbräu, den Löwenbräukeller. Das ist auch eine Brauerei, die dem einen oder anderen Deutschen was sagt. Und sozusagen über Vitamin B bin ich in die Produktionsstätte des Löwenbräukellers gekommen und habe mich da beworben, damals auch einfach per Mail und die haben gesagt, ja, ich soll einfach vorbeikommen.
Also prinzipiell kann ich an die Leute und Personen da draußen sagen, wenn man eine Berufsausbildung hat und nach Australien reist, hat man keine Geldsorgen und findet sofort überall was. Ich weiß nicht, wie es jetzt momentan ist, aber damals war es definitiv so. Okay. Und weißt du, ob dieses Work and Travel Visum altersbegrenzt ist? Also kann man das nur bis zum bestimmten Alter machen? Ich glaube schon. Ich glaube, dass es mit, aber da müsste, also ich weiß es nicht, irgendwie 30, 32 ist es begrenzt und darüber hinaus darf man es nicht mehr machen. Aber das kann ich tatsächlich jetzt nicht mehr klar sagen. Ja, ich habe gerade schnell geguckt, bis 30. Ja, okay. Also ist für mich der Zug abgefahren, leider. Also recherchiere dann nochmal ein bisschen weiter, weil es gibt hier ein Australienblogger.de. Da steht, älter als 30 Jahre und trotzdem in Australien reisen und arbeiten. Ich könnte mir vorstellen, aber ich lese jetzt den Artikel nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass du da vielleicht Informationen findest oder auch wenn wir Hörer hören haben, die sich dafür interessieren. Ich gehe den Artikel nachher mal durch und dann packen wir den im Zweifel auch in die Shownotes rein, wenn der was taugt. Okay.
Ja, also du hast jetzt also dein Fahrzeug etwas hemmsärmlich ausgebaut. Das finde ich schon mal sehr sympathisch. Und jetzt geht's los. Wohin? Wo bist du gestartet? Also von Sydney aus, denke ich. Und wie waren dann so deine Wege durch den Kontinent, der ja riesig ist? Und vermutlich hast du da auch nur einen Bruchteil gesehen, oder?
Ja, tatsächlich. Also ich kenne einige Freunde, die deutlich mehr gesehen haben. Ich habe drei Monate in Sydney gearbeitet und habe dann auf dem Parkplatz, da lernt man tatsächlich die meisten Menschen kennen, auf dem Parkplatz dann auch einen Deutschen kennengelernt. Und wir haben uns dann gemeinsam entschieden, wir wollen ganz gerne die Ostküste Richtung Kerns hochfahren und haben uns sozusagen sechs Wochen Zeit gelassen, um dann die Ostküste zu besichtigen. Und da ich tatsächlich nicht, also wenn man, ich war dann drei Monate in Sydney und Sydney unterscheidet, es ist eine Großstadt, ja. Und wir haben dann uns dagegen entschieden, noch nach Brisbane zu fahren. Also ich war in meiner kompletten Australienzeit nie in Brisbane. Und sind dann die Ostküste hochgefahren, zu zweit mit zwei Campern und das war sozusagen die erste Reiseerfahrung. Das war das erste Mal, dass ich sozusagen auch aus Sydney so wirklich rausgekommen bin und das Land so ein bisschen kennenlernen durfte. Man darf sich vorstellen, Sydney ist, ich habe es immer, Sydney habe ich immer umschrieben, ist wie München, nur mit Strand.
Okay. Das ist jetzt vielleicht ein bisschen hart gesagt, aber es ist eine Großstadt und man erkennt an der Großstadt nicht, dass du in Australien bist. Außer an der Sprache vielleicht. Okay.
Und ja, dann sind wir einfach die Ostküste da hochgetingelt. Immer schön brav an der Küste entlang, manchmal ein bisschen ins Landesinnere. Wir hatten nicht wirklich eine klare Route, muss man sagen. Also wir haben einfach, ich hatte damals ein Navi. und haben dann einfach, irgendeine Ortschaft angegeben, damals war es glaube ich Kerns und wenn es uns irgendwo gefallen hat oder sagen so, ja okay, da fahren wir jetzt da raus, dann haben wir da einfach gehalten und haben da genächtigt oder haben da einfach unseren Aufenthalt zelebriert. Man konnte natürlich immer nur so lange reisen, wie halt das Geld auch gereicht hat.
Und dann, wenn das Geld dann ausgegangen ist in der Zeit, seid ihr dann nach Sydney zurückgekehrt oder habt ihr dann unterwegs gearbeitet? Genau, dann bin ich, also meine Erfahrung ist, dass ich dann sozusagen einfach in kleineren Ortschaften angehalten habe, für die Zuhörer vielleicht wichtig, ich bin gelernter Metzger, habe dann in kleineren Ortschaften einen Metzger reingehalten und gefragt, ob die jemanden brauchen, dann habe ich da ein, zwei, drei Tage gearbeitet und dann bin ich weitergezogen. Ach krass. Also das würde mir auch gut gefallen, muss ich sagen. Einfach, dass man sich nicht so lange verpflichten muss für so eine Arbeit, sondern dass man dann sagt, da bleibe ich jetzt mal zwei Wochen und hilfe ein bisschen mit und dann geht es weiter. Wusste ich nicht, dass es geht in Australien, dass man da wirklich auch nur tageweise aushilft. Ja, also das geht schon und man muss halt auch, es ist wichtig das zu sagen, dass das Gehalt nicht monatlich ausgezahlt wird, sondern wöchentlich. Auch viele Kosten werden wöchentlich berechnet. Also damals ein guter Arbeitskollege von mir, der hatte eine relativ schicke Wohnung in Sydney und der hat 500 Dollar die Woche gezahlt. Aber die Verdienste sind auch dementsprechend angepasst.
Ja, ich kenne das aus Mexiko, da wurde zumindest früher 14-tägig ausbezahlt. Also da hast du immer eine Quinceana bekommen und dann musste man sich immer bei der Bank anstellen, weil es damals halt noch keine elektronischen Auszahlungen gab, musste man dann immer seine Schecks einlösen. Das fand ich auch ganz spannend.
Und auf der Tour jetzt die Ostküste entlang, was waren denn so die Regionen oder auch die Routen, die Ecken, die dich am meisten begeistert haben, landschaftlich jetzt in erster Linie. Also Regionen und Ecken ist für mich wahnsinnig schwierig, weil ich natürlich nicht immer ganz klar auf der Karte wusste, wo ich jetzt genau bin. Ich kann nur gerne von einer Situation erzählen. Da waren wir dann an einem anscheinend sehr belebten Ort, was das Fischen angeht. Und an diesem Ort sind wir dann tatsächlich drei Tage stehen geblieben, weil wir einfach morgens, mittags, abends frisch gefangenen Fisch, also selbst gefangenen Fisch gegessen haben und das einfach unglaublich schön war und unglaublich gut getan hat. Wir sind dann auch das erste Mal Spearfischen gegangen, also Spearfischen.
Und das ist auf jeden Fall ein Ort, der sehr, sehr in meiner Erinnerung geblieben ist. Aber um ehrlich zu sagen, ich kann nicht sagen, wo dieser Ort ist. Irgendwo auf dem Weg nach Kerns hoch. Ein anderer Ort, alles um Kerns herum und oberhalb von Kerns Richtung Cooktown ist wahnsinnig schön. Allerdings du brauchst auch ein Auto, dass das fahren kann. Also das, oder du traust es, also du brauchst eigentlich ein Allrad oder du traust es deinem Nicht-Allrad zu, dass er es parkt. Warum? Wie muss man sich die Straßen vorstellen? Also gibt es dann da keine Highways mit Asphalt, sondern Schotterpiste. Vieles, sehr, sehr, sehr vieles in Australien ist Schotterpiste, ja. Gerade wenn man so ein bisschen abseits ist.
Aber ich bin niemals oberhalb von Kerns sozusagen mit meinem eigenen Auto gefahren. Und damals war es so, dass es sozusagen eine normale Straße bis zu einer bestimmten Stelle ging und dann ging halt Schotterpiste los. Mhm. Und Schotterpiste, also ich kenne jetzt aus Portugal Schotterpiste, das ist nichts, was man nicht mit einem normalen Zweirad getriebenen Fahrzeug fahren kann, aber das heißt dann vermutlich dort, dass das auch teilweise irgendwelche ausgewaschenen Wege sind, die dann zur Furcht sind vermutlich, oder wofür man dann den Allrad braucht, oder warum brauche ich ein Allradfahrzeug? Sehr sandig. Sand ist der Tod jeden zwei Rad angetriebenen Fahrzeuges. Ja. Also ich habe meinem Auto sehr, sehr viel zugetraut. Ich habe auch ab und zu einfach gesagt, ja, wir sind definitiv Touren gefahren, die für Allradfahrzeuge waren. Mit viel Schwung funktioniert auch sehr viel. Und sehr viel Leichtsinn.
Hat der Heckantrieb der High-Ace? Ja. Ja, weil mit Frontantrieb brauchst du sowas nicht fahren. Ja, also wir haben sehr, sehr viele spannende Dinge erlebt und ich habe meinem Auto definitiv mehr zugetraut, als es tatsächlich umsetzen konnte. Wir sind auch nur zweimal, dreimal hängen geblieben, aber dann sind wir halt auch von Freunden mit Allradantrieb rausgezogen worden. Also, ja. Ja, was machst du, wenn du stecken bleibst irgendwo in der Pampa? Also ich meine, ihr wart ja zu zweit, aber ihr hattet vermutlich dann zwei nicht allradfähige Fahrzeuge. Das bringt dir dann auch nicht so viel, wenn das eine noch nicht steckt mit Zweiradantrieb, oder?
Also da bei dieser Tour, muss ich sagen, bin ich nicht stecken geblieben. Also wir sind dann nach Kerns hochgefahren, haben uns dann getrennt, weil er war Schreiner. Er war Schreiner, er hatte irgendwo anders im Landesinneren einen Job. Ich habe mir damals sozusagen in einem Schlachthaus einen Job angeeignet, der für mich so körperlich anstrengend war, dass ich gesagt habe, also ich bin das harte Arbeiten gewohnt, aber das war, glaube ich, das Heftigste, was ich in meinem Leben gemacht habe, dass ich, glaube ich, nach einer Woche entschieden habe, dass ich wieder nach Sydney runterfahre, habe meinen damaligen Chef angerufen und bin die gesamte Strecke in zweieinhalb Tagen durchgefahren. Wie viele Kilometer sind das ungefähr? Das weiß ich nicht. 3.000, 4.000? Oh Gott. Ich weiß es wirklich nicht. Ich weiß nur, dass ich gefühlt wirklich ein paar Stunden gepennt habe und dann einfach nur noch durchgefahren bin. Ja, und das sind ja, also ein paar tausend Kilometer ist ja, wenn du...
Nicht eine vierspurige Autobahn hast ja auch durchaus nochmal was anderes, weil du halt viel, viel länger unterwegs bist. Ja, und es gibt halt diese, wir fahren alle Spritsparsam-Regel. Also du darfst in Australien 130 fahren. Mhm. 130 ist auch überhaupt nicht, wird kein Unterschied gemacht wie in Deutschland, dass PKWs jetzt zum Beispiel 130 fahren dürfen und LKWs nur 80, sondern die Roadtrain, also der LKW mit, vielleicht sollte ich die Roadtrain mal kurz umschreiben. In Deutschland haben wir einen 40-Tonner. Das ist sozusagen ein LKW, eine Zugmaschine plus einen Anhänger hinten dran, einen langen Anhänger. So, eine Roadtrain ist das mal drei. Ja. Okay. Und die dürfen auch 130 fahren. Oh. Wow. Ich muss mir eben googeln. Ich muss mir das mal angucken. Ach du heilige Scheiße. Einfach ewig lange LKWs mit ewig vielen Anhängern, weil es ja ganz viel auch einfach nur geradeaus geht.
Die haben die Gegebenheiten, dass man so lange LKWs da ziehen kann. Das geht ja in Deutschland gar nicht, weil du bei uns ja ständig abfahren musst und hast viele Brücken und sonst was. Das gibt es da nicht wirklich. Und wir sind halt immer mit 80 dahin getuckert. Und dann immer, wenn ein LKW gekommen ist, also die ersten Male hat man dann schon so ein bisschen Murmel, so ein komisches Gefühl im Bauch, weil dieser LKW hört halt auch nicht auf. Also ich habe dann oftmals einfach auf die Bremse gedrückt, dass dieser LKW schneller vorbeifährt.
Ja, und dann fährst du halt mit 80 halt da deine Touren. Aber man muss auch sagen, das muss ich persönlich, man entschleunigt wahnsinnig. In Deutschland ist alles, das ist meine Auffassung, dass alles sehr, sehr hektisch ist. Und gerade, dass man in Deutschland kein Tempolimit hat, das einfach wahnsinnig viel hält. Es ist super stressig, in Deutschland Auto zu fahren. Und sagen wir mal, in den ländlichen Regionen in Australien ist es halt super entspannt. Das gilt halt die Regel, der, der größer ist, der hat gewonnen. Für den Kleinen nicht immer entspannt, oder? Wollte ich gerade sagen, entspannt mich jetzt irgendwie gedanklich nicht so, aber... Es ist ein angepassteres Fahren. Also ich habe Australien bis auf Sydney selber nicht stressig in Erinnerung, was das Fahren angeht. Also Stadt ist dann nochmal ein anderes Kaliber. Und das ist dann, da geht es dann doch in anderen größeren Städten wie München, Berlin, Frankfurt nochmal gesittet dazu. Also jetzt hattest du ja gesagt, du hast ein Navi gehabt, vor zehn Jahren hast du da schon ein Smartphone oder eher noch nicht?
Ja, also worauf ich hinaus will seit ihr dann einfach halt, ihr habt gewusst ihr wollt nach Kerns fahren, habt ihr dann auch touristische Dinge angeguckt, also gesagt, okay, da gibt es einen Leuchtturm, den man unbedingt sehen muss, da fahren wir jetzt hin, Nein, haben wir nicht. Also wir haben keinerlei touristischen irgendwie Hotspots besucht. Das ist auch jetzt nicht meine Art zu reisen, dass man irgendwie schaut, dass man das, was jeder gesehen hat, dass man das sieht. Also ich habe zum Beispiel auch dieses Fahrzeichen von Australien, dieser riesige gelbe, riesige rote Stein in der Mitte von Australien habe ich nie besucht. Also ihr seid oder du bist auch eher so drauf, dass du dich dann treiben lässt und mal so guckst vor Ort, was gibt es da so alles, wahrscheinlich auch mit Leuten sprichst und so. Ja, definitiv. Für mich sind die, gerade die Menschen vor Ort, die da leben.
Ist auf all meinen Reisen wahnsinnig wichtig, mit denen zu interagieren, weil die können dir die wirklich schönen Orte zeigen. Die können, also wenn man sich einigermaßen gut und man will sich ja auch in irgendeiner Art und Weise anpassen und sagen so, hey, nicht sagen, hey, ich bin jetzt der Tourist und ich mache, was ich will, sondern ich möchte eher das Land kennenlernen und das Land kann man meiner Meinung nach nur wirklich gut kennenlernen, wenn man auch mit den Locals sozusagen in den Austausch geht und auch mal denen ihre schönen Dinge erlebt und auch was vielleicht mal nicht so schön läuft. Und wenn du jetzt für Menschen, die noch nie in Australien waren, so wie ich zum Beispiel, die Landschaften der Ostküste beschreiben würdest, also so jetzt Podcasts, was man nur hören kann, leider keine Fotos zeigen kann, wie würdest du so die verschiedenen Abschnitte beschreiben? Das ist eine sehr, sehr gute Frage. Ich habe in meinen Gedanken das immer unterteilt zwischen Ostküste, Südküste und Westküste.
Die Ostküste, um es einfach bildlich ein bisschen darzustellen, die Ostküste ist sehr bewohnt an den Küsten, also man muss eher ins Landesinnere fahren, um wirklich Natur erleben zu können. Das ist jetzt alles aus meiner Erfahrung rausgesprochen. Es gibt sicher Orte da draußen, da trifft diese Aussage nicht zu. Also ich habe es für sehr wuselig, also sehr viele Menschen und eher so als Tourismusmagnet. Also da gibt es zum Beispiel Surfer Paradise, das war damals sozusagen das Surferparadies. Das ist ein bisschen so, so stelle ich mir Miami vor. Also, schöneren Strand, Palmen und, ähm, ne, ne, ja, bisschen...
Luxuriöse Atmosphäre, würde ich sagen. Also so ein bisschen geldig. Ja, genau. Also mir hat die Ostküste nicht so mega gut gefallen. Von vielen, vielen anderen Menschen da draußen war es das einzige Ziel. Aber nein, die Ostküste war jetzt... Ich kann es ehrlich gesagt gerade so nicht beschreiben, weil ich habe es nicht so in Erinnerung, dass ich sage, boah, ja, das ist erzählenswert. Das ist eine tolle Tour gewesen. Also ich habe so ein paar Spots, die ich auch vorher erzählt habe, die auf jeden Fall wunderschön waren, aber es war nicht so durchgehend. Ich hoffe, das ist okay, wenn ich das so sage. Ja, natürlich, dafür holen wir uns die persönlichen Berichte rein, weil, also ich erlebe halt das immer wieder auf unseren Reisen, egal in welchem Land, dass es Spots gibt, die wahnsinnig gehypt werden und wo auch Leute.
Deren Geschmack, ich eigentlich normalerweise teile, auch Bekannte, sagen, da musst du unbedingt hin. Wir hatten es in Mexiko auch schon an der einen oder anderen Stelle zum Beispiel, dass wir dann da hingefahren sind, weil jeder von unseren Freunden gesagt hat, sowas Schönes hast du noch nie gesehen. Nein, da musst du hin. Und dann kommst du an und denkst so, ja, war ich jetzt auch hier. Das war dann die Lagune, die dann auf den Fotos so schön türkisfarben aussieht, aber da liegt halt dann der ganze Plastikdreck und stinkt wie Hölle. Und die Moskitos fressen dich auf und dann bist du so, ja, okay, dafür habe ich jetzt 300 Kilometer gemacht, nee, muss auch nicht sein. Und das ist ja genau das, was wir hier auch wollen, dass man mal ehrlich spricht, so sind die Destinationen, die man immer so angepriesen bekommt, vielleicht auch in diversen Social-Media-Kanälen und so weiter, sind die wirklich so cool für mich persönlich oder habe ich vielleicht auch andere Tipps? Und das wäre jetzt meine Frage, was hat dir denn besser gefallen, wo du sagen würdest, das ist jetzt vielleicht nicht so bekannt, aber ich habe mich da wohler gefühlt.
Also an der Ostküste war es für mich einfach, das ist einfach nicht mein Gebiet zu reisen, das ist nicht meine Art zu reisen, das war einfach, es war schön zu sehen, aber ich musste es nicht nochmal machen. Was war denn schön? Also wo war es denn schön? Es gibt so viele schöne Orte in Oscarland, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, nein um, gedanklich so ein bisschen wieder wir sind dann sozusagen, ich bin dann wieder zurück nach Sydney, um da zu arbeiten und dann habe ich jemanden am Parkplatz kennengelernt und das ist auf jeden Fall erzählenswert, ähm das war damals der Martin also schöne Grüße wenn er mich hört ähm.
Und wir haben für andere Backpacker Blue Mountains Touren. Also Blue Mountains ist ein Nationalpark in der Nähe von Sydney. Haben wir Blue Mountains Touren organisiert für andere Backpacker. Also wir haben die Kosten alle gemeinsam geteilt und wir haben halt dafür nichts verlangt, sondern wir wollten einfach mit vielen jungen Menschen interagieren.
Und haben dann einfach, ja, es hat erst sehr, sehr klein angefangen. Da waren wir, glaube ich, fünf Camper und zehn Leute und das haben wir dann dreimal gemacht und am Schluss waren es zu viele. Da waren wir dann zehn, 15 Camper und fast 50 Leute, als sich das dann auch recht rumgesprochen hat. Ich habe fantastische Menschen auf diesen Touren kennengelernt. Ich habe einen Freund kennengelernt, mit dem ich dann auch zusammen viel gereist bin in meinem Van. Bis heute ein sehr, sehr guter Freund von mir.
Und das war ein schöner Ort und es war eine schöne Erinnerung. Das ist so, das auch wollte ich einfach erzählen. Das ist ja doch das, was ich gelernt habe, dass Reisen oder da, wo du es schön findest, hat gar nicht immer unbedingt etwas damit zu tun, dass da jetzt das blauste Meer ist oder die tollste Lagune, wie Nieders gesagt hat oder die sind das, die Nieders, sondern das ist ja auch ganz häufig die Menschen, die du triffst oder die mit dabei sind und es sind auch einfach die Erlebnisse, die du hast. Das kann quasi der langweiligste Ort für dich super spannend gewesen sein, weil du da was erlebt hast, was unvergesslich war. Und das kann vermutlich dann kein anderer Mensch aber nachvollziehen. Alle Menschen kommen dann da hin und sagen, okay, total langweilig hier. Und du hast aber das tollste Erlebnis gehabt. Also ich glaube, das macht es auch so unterschiedlich. Und deswegen ist auch, glaube ich, so eine Empfehlung, wenn jemand sagt, da musst du hin, das ist wunderschön.
Oft wenig wert, weil du gar nicht weißt, was der Mensch damit genau verknüpft und was ihn, egal welchen Geschmack er hat und ob du den magst oder nicht und was den Menschen da quasi fasziniert hat, sondern, also es wird mir jetzt auch gerade so bewusst, sondern so wie du es sagst, fahr halt los, guck dir die Sachen an, auf die du Bock hast, lass viele Dinge geschehen. Ich glaube, das macht das Reisen durchaus viel, viel spannender. Das macht, da können wir auch gleich nochmal drüber reden, bestimmt auch manchmal nervig. Das wissen wir ja auch nach ein paar Jahren im Wohnmobil unterwegs sein. Ja, du findest nicht immer den wunderschönen, romantischen Übernachtungspot, sondern du stehst halt auch mal auf dem verdreckten Parkplatz, weil du nichts anderes gefunden hast. Das gehört halt einfach auch dazu. Da berichtest du nie wieder drüber. Außer wenn dich jemand fragt, was war denn so richtig schlimm.
Aber gleichzeitig hast du halt die vielen schönen Momente deswegen ist es glaube ich spannend zu hören, was du erzählst wo du es schön fandest, wie du es schön fandest und jeder kann da ja seine eigene Reise oder auch seine eigenen Gedanken draus machen und die Sachen besuchen, also ich finde das halt sehr sehr spannend, und um jetzt noch eine Frage zu stellen, warst du die ganze Zeit, also die 12-13 Monate mit demselben Fahrzeug unterwegs oder hast du zwischendurch nochmal das Fahrzeug irgendwie gewechselt Nee, also ich war tatsächlich bis Ende meiner Reise mit demselben Fahrzeug unterwegs. Ich habe es auch unfassbar geliebt. Immer wieder was Neues verändert. Also ganz am Schluss bei meiner Abreise hatte das dann eine volle Leitbar, also eine Flutlichtanlage vorne. Wir hatten CB-Funk, wir hatten getönte Scheiben, wir haben nochmal Regale reingebaut mit zusätzlich zwei Benzinkanistern, die haben wir dann zwar drinnen transportiert, aber wenn man die Fenster aufmacht, dann riecht man das Benzin nicht so.
Ja und man muss sagen, ich war nicht nur alleine unterwegs, also wir sind ein halbes Jahr zu dritt in diesem Camper gehalten. Ach, in deinem? Ja. Okay. Wir hatten unten dieses Bett. Das war immer, wir haben sozusagen jeden Tag haben wir durchgewechselt. Und oben, wir hatten so einen Poptop, das du einfach geradeaus hoch aufstellen konntest. Und da haben wir...
Uns Bretter zugeschnitten, die da perfekt reingepasst haben. Und da konnten dann oben nochmal zwei Leute auf Isomatten schlafen. Das ist eine schöne Erinnerung, weil sozusagen unten war die richtige Matratze. Dann hatten wir oben eine Isomatte, da war ein bisschen Luft drin. Und dann war die andere Isomatte, das war so wirklich so eine Isomatte aus Schaumstoff. Und dann haben wir jeden Tag durchrotiert, dass es immer besser geworden ist. Also dass du vom Bett auf diese schmale Isomatte gekommen bist, also das war das Schlimmste und dann wurde es immer besser. Und die zwei Jungs, die habe ich eben auf so einer Blue Mountains Tour kennengelernt. Und wie hat das so für dich funktioniert mit zwei Menschen, die einem ja trotzdem irgendwie so ein bisschen fremd sind auf so engem Raum? Ehrlich gesagt. Also es gab eine Person, das war der Paul damals, mit dem es dann doch immer mal wieder Meinungsverschiedenheiten gab. Viele Grüße, Paul, falls du uns zuhörst.
Genau, Paul, wenn du das hörst, melde dich doch mal, weil ich habe seitdem keinen Kontakt bei dir. Oh, das ist kein gutes Zeichen. Nein, das ist gar nicht böse gemeint. Ich mag ihn definitiv. Und der andere, Tim ist ein sehr, sehr guter Freund bis heute, auch wirklich einer meiner besten Freunde, mit dem habe ich mich bis heute nie gestritten, also es war wirklich.
Außergewöhnlich und deswegen, es hat sehr gut funktioniert zu dritt, es hat sehr gut funktioniert. Wie habt ihr euch denn da organisiert, auch so was Strom, Duschen, Verpflegung und so weiter angeht? Ja, genau. Also ich habe in diesen Bus auch eine zweite Batterie eingebaut, sehr primitiv. Also das, was haben wir letztendlich gemacht? Das war eine Gelbatterie, also die konntest du auch tiefenentladen. Das war sozusagen unsere Verbraucherbatterie, die wir mit einem Kabel von der Starterbatterie und einem Switch mit einem Schalter sozusagen dann verbunden haben. Und immer wenn wir gefahren sind, haben wir den Switch sozusagen auf on gemacht, dann wurde die Batterie geladen. Und wenn wir standen, haben wir den auf off gemacht und konnten dann sozusagen den Strom davon nutzen. Da dann auch irgendwann unsere Starterbatterie dann geschwächelt hat, haben wir dann ab und zu auf On geschaltet, dass wir das Auto starten können, weil jedes Mal das Auto anschieben, das macht auch keinen Spaß. Vor allem geht das an bestimmten Stellen einfach nicht.
Wir haben uns dann irgendwann noch so eine kleine Photovoltaikanlage gekauft, die wir dann sozusagen immer in die Sonne stellen konnten. Die war jetzt nicht fest verbaut. Und die haben wir sozusagen dann immer, wenn wir wirklich gar keinen Saft mehr gehabt haben, haben wir die dann aufgestellt und dann gewartet, bis es genug Strom da war, um das Auto zu starten. Also Australien hat auf jeden Fall jede Menge Sonne und die hat auch echt Power.
Ähm, genau, so hat das funktioniert. Duschen haben wir immer Public Spots, also ja, man muss so, also wir hatten eigentlich nie unsere eigene Dusche, da muss man dann einfach seine, seine, jetzt fällt mir das Wort nicht ein. Ausdünstungen?
Nein, nein, nein. Man muss einfach Hemmungen installieren. Also du duschst halt dann. Also du hast dann natürlich eine Badehose an. Also ganz so extrem war mir auch nicht, dass wir da jetzt nackt duschen gegangen sind. Aber dann duschst du halt an der öffentlichen Dusche direkt neben dem Spielplatz. Oder du gehst, es gab damals eine App, die sozusagen Free Camping Spots aufgezeigt hat. Und was man dann da auch alles vor Ort hat. Toiletten waren wahnsinnig wichtig. Duschen waren wahnsinnig wichtig. Und ich kann auch gerne eine sehr schöne Geschichte erzählen. Wir standen an den Bunnings. Das ist ein Baumarkt. Das war bei den Campern oder bei den jungen Leuten, die einen Camper hatten, sehr beliebt, weil du auf dem Parkplatz WLAN hattest. Und wir standen da und haben ein bisschen an unserem Auto rumgeschraubt. Und ein bisschen rumgebastelt. Und in diesem Bunnings war eine Dusche. Und mein Travelmate ist dann morgens mit dem Bademantel Oh nein. Mit dem Bademantel und seiner kleinen Täschchen in den Bunnings gegangen und hat da geduscht.
Und war das für die Mitarbeiter nur, oder wie? Nee, da war halt eine Dusche. Und dann ist der vor den ganzen Kunden online. Das ist ein alt Traum.
Ja, also du lässt definitiv Hemmungen fallen. Also wir haben auch, wir hatten auch hier und da, dann gab es irgendwelche Sportzentren, da war eine Dusche eingezeichnet, dann sind wir da hingegangen und es war letztendlich nur ein Loch in der Wand, aber man konnte sich auch duschen. Also es ist schon sehr abenteuerlich. Also wenn ich jetzt nochmal darauf zurückblicke, wie wir sozusagen die Duschen wahrgenommen haben, hätte ich auch nicht mehr zu allem Ja gesagt. Gut, man wird ja im Laufe der Jahre ein bisschen anspruchsvoller und auch ein bisschen bequemer. Mit 22 sah die Welt ja noch anders aus. Also...
Musstest du halt durchschnen und da hast du dich halt irgendwie auch unter das kalte Wasser oder dies, das, jenes gestellt. Jetzt mit 47 wäre ich da auch deutlich fehlerischer quasi. Aber das kann ich mir gut vorstellen. Ja, die Ansprüche sind einfach gar nicht da. Du kennst es auch nicht anders. Der Vergleich ja auch irgendwie zum Luxus hat sicherlich noch gefehlt auch. Wir haben uns auch auf Parkplätzen geduscht, indem wir einfach Wasserkinister vollgemacht haben und dann die Wasserkinister über uns drüber geschüttet haben. Aber wir haben uns auch nicht wirklich Gedanken gemacht, was jetzt andere Menschen dazu sagen. Ja, es ist ja meistens der beste Weg. Man denkt ja dann eigentlich immer viel zu viel und meistens denken die anderen Leute ja gar nichts. Und selbst wenn, dann vielleicht nicht das, was man sich so vorstellt. Ich muss sagen, dass wir auch, was die Locals angehen, und wir waren ja nicht respektlos zu den Menschen. Wir haben jetzt nicht, also es gab definitiv eine Gruppe von Menschen, die grundsätzlich Backpacker nicht cool fanden, gar keine Frage.
Aber die Erfahrungen, die wir mit Locals machen durften, waren eigentlich durchgehend positiv. Also wir wurden immer sehr herzlich aufgenommen. Ich weiß noch, wir standen in Sydney, haben wir uns jedes Wochenende am gleichen Parkplatz getroffen, das war Maruba Beach. Da gab es einen Segelclub, ein sehr luxuriöser Segelclub und die hatten irgendwie Vereinsfeier und hatten Essen übrig und haben uns dann auf den Parkplatz drei Torten, eine ganze Kiste voller Semmeln, so Packungen mit Fleisch drin. Da gab es dann einmal Geflügel, einmal Schwein, einmal Rind. Das war wie ein Festmahl für uns.
Wir haben auch immer geschaut, dass es ordentlich hinterlassen wird. Wir haben teilweise den Müll dann auch von anderen Leuten weggeräumt und so, weil es für uns auch sehr wichtig war, dass man auch sieht, dass wir ein Interesse daran haben, da stehen zu bleiben. Wie hast du denn generell, du hast ja gesagt, die Leute waren freundlich, höflich. Gab es regionale Unterschiede, wie die Menschen mit euch umgegangen sind oder auch mit Fremden umgegangen sind oder waren die generell, also wenn sie jetzt Backpacker nicht mochten, generell überall offen, freundlich? Ich würde sagen, dass es einen ganz großen Unterschied gemacht hat, ob du an Hotspots warst oder nicht. Also an Hotspots, wo tatsächlich viele Menschen, viele Touristen, viele Backpacker hinkommen, da gibt es leider immer mal wieder Menschen, die sich halt nicht so benehmen, wie die der Norm entsprechen, muss ich ganz ehrlich sagen. Es geht für mich, ist ein absolutes Unding, einfach seinen Müll in die Welt rauszuschmeißen. Da waren dann die Leute doch schon eher aggressiver, nicht aggressiver, aber unangenehmer uns gegenüber. Aber wenn das so war, dann haben wir unser Zeug gepackt und sind gefahren, also. Wir haben es nicht darauf angelegt, unangenehm aufzufallen. Das macht ja auch wenig Sinn eigentlich. Also man will aus irgendwelchen Gründen provozieren.
Jetzt wart ihr ja drei Jungs zusammen unterwegs. Ich frage dich trotzdem mal, gab es irgendwelche Momente, wo ihr euch irgendwo unsicher gefühlt habt oder war das alles ganz easy und entspannt? Ja, den gab es. Wir haben einen Zwischenstopp bei einem älteren Ehepärchen gemacht, die gesagt haben, wir sollen gerne vorbeikommen. Die haben wir über andere bekannte Backpacker kennengelernt. Und die hatten in einer super winzigen Ortschaft sozusagen ihr Haus. Er hat Gabelstapler repariert und die haben gerade ein neues Haus gebaut. Und da durften wir sozusagen arbeiten dafür, dass er sich unseren Motor anschaut, weil die Kette getauscht werden musste. Also der Motor hatte keinen Zahnriemen, sondern eine Kette. Und der hat uns richtig ausgenommen. Also der hat uns dann, letztendlich für 3,20 Dollar haben wir mal ausgerechnet, hat er uns dann arbeiten lassen dafür, dass wir dann seinen Zaun streichen und als er mit unserem Motor fertig war, haben wir dann das Zeug gepackt und sind gefahren.
Der hat uns dann auch die Polizei auf den Hals gehetzt, weil sein Sohn war bei der Polizei. Man muss immer aufpassen, es können immer zwei Menschen, also es gibt immer zwei Geschichten, das ist jetzt meine. Da hatten wir zu kurzzeitig echt ein bisschen Bammel, aber letztendlich war es die Aufregung nicht wert. Ja, also ich wollte gerade sagen, es gibt halt manchmal auch einfach zwei unterschiedliche Sichtweisen und wenn dann natürlich auch noch so Beziehungsgeflechte mit reinkommen, kann das anstrengend werden. Aber also.
Wie ist das, du hast jetzt gesagt, das war die Aufregung nicht wert, ist da trotzdem irgendwie was passiert und musst du dann mit der Polizei sprechen oder? Nee, nee, wir hatten sozusagen damals über Facebook hatten wir Kontakt zu ihm und er hat halt geschrieben, dass er uns jetzt die Polizei auf den Hals setzt und ich habe tatsächlich einer der drei, der sich am meisten Sorgen gemacht hat, finde ich jetzt nicht so cool, jetzt da mit der Polizei zu interagieren, weil die dann, ja, meine Vorstellung war gerade im ländlichen Bereich, jeder kennt jeden und dann kommen da irgendwelche anderen Ausländer, muss man leider so sagen. Und denen wird was vorgeworfen und jetzt gilt es sozusagen erst mal zu beweisen, war das so oder war das halt nicht so. Und ich hatte da absolut keinen Bock drauf. Der hatte auch noch die Kontaktdaten von unserer kompletten Familie in Deutschland. Das war mein erstes, was ich gemacht habe, dass ich zu Hause angerufen habe. Wenn da irgendein Verrückter anruft, legt es einfach auf.
Aber effektiv ist nichts passiert. Also es war einfach nur, wir wurden sozusagen verflucht und der Fluch ist nicht eingetreten. Gab es denn, abgesehen von dem, irgendwie Momente, wo du sagst, da habe ich Angst gehabt? Ja, da war ich alleine unterwegs, da habe ich noch in Sydney gearbeitet und wir hatten uns, meine Arbeit war sozusagen in einem extra security gesicherten Bereich, weil das jetzt in einem Ortsteil von Sydney, einem Stadtteil von Sydney war, das nicht so sicher sind, war, also da sind hier und da auch mal für mich eine total neue Erfahrung gewesen, da sind auch hier und da Schüsse gefallen.
Und da wird hier schon mulmig und damals war ich eben, habe ich mich noch nicht gefragt, ob ich sozusagen im abgesperrten Bereich meinen Camper abstellen darf, sondern ich habe sozusagen direkt an der Straße gestartet. Auf irgendeinem Parkplatz. An einem Seitenparkplatz habe ich dann da gepennt. Und dann kam noch eine Situation, dass irgendwelche betrunkenen Jugendlichen oder Jungerwachsenen, die jetzt Backpackern nicht so gut gestimmt waren, meine Definition, dann an deinem Auto gerüttelt haben, dagegen geschlagen haben. Und das war für mich definitiv eine Situation. Da bin ich vorne hingeklettert und bin weitergefahren. Das war auf jeden Fall spannend.
Das war höchst unangenehm. Das war wirklich, glaube ich, der einzige Moment, wo ich wirklich Angst hatte, dass sie jetzt mein Auto anzünden oder sowas. Und wie oft gab es Momente, wo du gesagt hast, hier will ich bleiben, hier will ich nie wieder weg, hier ist das Paradies? Öfter. Kannst du dich noch erinnern, wo das war? Ja, wir sind dann zu dritt sozusagen, habe ich ja erzählt, sind wir aufgebrochen und wollten nach Kerns fahren. Ja, genau, nach Kerns, Ostküste, Westküste. Kerns ist Ostküste. Kennst du das aus? Nach Perth wollten wir fahren. Danke für die Korrektur. Wir wollten nach Perth fahren und dann haben wir auch überlegt, ja, haben wir uns dann, da haben wir eben dementsprechend unseren Van aufgerüstet, wie vorher schon erzählt, mit Flutlichtanlage, CB-Funk, zusätzlich zwei Benzinkanister noch, falls der Sprit ausgeht und wollten tatsächlich querfeldein fahren. Weil ich gesagt habe, das braucht kein 4WD, das schafft er schon.
Wir wurden dann aber zur Vernunft getrieben und haben gesagt, ja okay, vielleicht fahren wir doch an der Ostküste entlang. Das haben wir dann uns über Google Maps genau angeschaut und dann sag ich so, ja vielleicht, wenn wir da halt dann stranden, dann ist da halt wirklich niemand. Und sind dann sozusagen an der Südküste über Port Augusta, Adelaide, über die Great Ocean Road, Melbourne.
Da lang die Südküste und die Südküste hat nochmal einen komplett anderen Charme zur Ostküste. Also wenn man davor nur die Ostküste gesehen hat, ist das viel, also um es einfach bildlich darzustellen, es sind wahnsinnig lange gerade Stellen, da gibt es eine Straße, da heißt es, jetzt geht es 144 Meilen immer nur geradeaus und du siehst dieses Schild und denkst dir, so und was waren die anderen 300 Kilometer davor? Es war halt dann immer so ganz leichte Kurven und es ist, die Küsten sind schroffer und ähm.
Das ist unfassbar schön. Es ist einfach Menschenlehrer, also der Mensch, der sagt so, er möchte jetzt nicht absolut im Nirgendwo stehen, das wäre dann die Westküste, sondern einfach weniger Leute, abwechslungsreiche Natur, dann würde ich dem definitiv die Südküste empfehlen. Und ist es dann eher flach oder eher bergig, wenn man quasi, also du hast gesagt, die Küste selber ein bisschen schroffer, stelle ich mir dann so etwas felsig vor an den Stränden, aber wie ist es, wenn man quasi dann so da entlang fährt, was sieht man da rechts und links und vor sich? Es ist nicht bergig, was man auf jeden Fall in Australien, kleinen Scherz voraus, in Australien, woran man sich drauf vorbereiten muss, gerade wenn man im Auto unterwegs ist, man sieht am Anfang mehr tote Kängurus als lebendige am Straßenrand.
Nein, weitläufig, gar keine Berge. Also so habe ich es in Erinnerung. Also wenn dann eher so Hügel, aber Berge direkt habe ich nicht in Erinnerung. Und von der Vegetation her eher saftig grün oder eher so ein bisschen trocken, aride? Es ist eher, also aus meiner Erfahrung, das ist natürlich wahrscheinlich, kommt das ganz klar darauf an, wann du reist, welche Jahreszeit. Ich habe es eher sehr, sehr, ja, so steppenmäßig in Erinnerung. Das ist keine Wüste, aber es ist jetzt auch nicht überall Bäume und grün und es ist eher, also es gibt Menschen da draußen, die würden es wahrscheinlich als langweilig bezeichnen.
Ich kann mich noch erinnern, dass wir sehr weit ins Landesinnere fahren mussten, um einen Stellplatz zu finden, dass man nicht direkt von der Straße sieht, dass wir da stehen und da sozusagen eben keine Berge da waren und keine Bäume und irgendwelche Büsche, war das tatsächlich manchmal eine Herausforderung, da musstest du halt relativ weit von der Straße wegfahren, damit nicht sofort jeder sieht, dass wir da schlafen. Wie ist das denn generell mit der Fauna? Also wenn man so ein bisschen Social Media anguckt, dann hat man das Gefühl, alles, was irgendwie Ketiers in Australien will, dich umbringen. Nein, die Wombats nicht. Ein Wombat bringt dich nicht um. Doch, die wollen dich auch umbringen. Die Wombats sind super süß. Aber jeder LKW-Fahrer hat damals zu mir gesagt, jeder Local, wenn du ein Wombat überfährst, dann ist dein Auto kaputt. Tatsächlich wehren die sich dann. Das ist wie Wildschwein. Die sind halt groß und schwer. Ja, und die haben einen gepanzerten Hintern. Okay. Das macht die noch süßer.
Ich muss ehrlich gestehen, ich habe nie ein Wombard gesehen. Ja, dann können wir leider nicht mehr hier weitersprechen an dieser Stelle. Aber dafür ganz viele Wallabies. Hört, die sind auch nicht. Also so Zwerg. Vielleicht müssen wir den Hörern und Hörerinnen da draußen auch mal erklären, wenn sie jetzt sich noch nicht mit aus deinem beschäftigt haben, was sind Wombats und was sind Wallabies? Das ist eine sehr gute Frage. Was ist ein Wombat? Also ein Wombat ist, also ich würde ein Wombat so rumschreiben, es ist ein immer lachendes, kleines, süßes Geschöpf. Geschöpf des... Mit welchem Tier könnte man den Wombat vergleichen?
Eigentlich sieht es... Für mich sehen Wombats aus wie Biber mit so einem Teddybärkopf. Der ist ja viel, viel größer als ein Biber. Ein großer Biber. Ein Riesenbiber mit einem Teddybärkopf. Also von der Größe würde ich sagen, dass es ein bisschen kleiner als ein ausgewachsenes Wildschwein ist. Echt so groß sind die?
Ich glaube schon. Also dann sagen wir einen Mammutbiber, aber eigentlich eher mit einem Koala-Kopf sehe ich gerade. Also wenn ich es jetzt so vor mir habe. Ja, ja, Koala trifft es. Ja, genau. So würde ich die beschreiben. Koalas gibt es da auch ganz viele. Und ein Wallaby sieht, also wenn ich das so sehen würde, würde ich sagen, es ist ein Känguru. Genau, ein Wallaby. Also ich glaube, dass die meisten Menschen Wallabies als Känguru definieren. Weil sie nicht wissen, wie groß so ein Känguru werden kann. Also ein ausgewachsenes Standard-Känguru wird über zwei Meter. Aber außer diesen süßen Feldtieren gab es keine giftigen, gefährlichen Tiere quasi. Doch, aber man gewöhnt sich daran. Also ich habe mich auch damals geweigert, im Meer baden zu gehen, weil es da halt von Haien wimmelt, aber man gewöhnt sich daran. Schlangen gibt es auch jede Menge. Wir waren irgendwann mal.
Ein Kumpel und ich sind sozusagen auf eine einsame Insel gefahren. Da haben wir dann unsere Camper stehen gelassen, sind auf eine einsame Insel, haben uns da am Zelt mitgenommen und haben da sozusagen unseren Traumurlaub vollrichtet. Und auch mit Selbstversorger und so. Und da kann ich mich noch erinnern, das wird jetzt viele, die sich davor ekeln, schocken. habe so einen Baumstamm hochgehoben für Lagerfeuer und dann habe ich gemerkt, wie mir über den Rücken so eine Riesenspinne drüber lauft.
Allein wenn du durch die Natur läufst und einfach mal deine Handykamera angemacht hast, hat alles um dich herum geleuchtet, weil es einfach überall Augen waren. Und ja, vieles davon tötet dich, aber ich glaube, du machst dich unglücklich, wenn man sich damit auseinandersetzt. Und habt ihr irgendwelche Maßnahmen getroffen, dass zumindest die Tiere nicht sich bei euch im Camper einnisten? Also Stichwort Spinnen und so weiter. Kann man da irgendwas tun? Nö, alles verbrennen. Die Türen niemals öffnen. Also Bad Bugs waren eher unser Problem als irgendwelche anderen Türen. Bettwanzen? Ja. Auch ein schönes Thema. Dann sind wir in den Baumarkt gegangen und haben dieses hochgiftige Zeug, ich glaube, das kann man in Deutschland gar nicht kaufen, haben unseren kompletten Van damit geflutet. Diese Rauchbomben. Ja, und am nächsten, also in der Frühge damit geflutet, dann einfach einen Tag den Van nicht betreten und abends halt wieder drin geschlafen. Ob das jetzt so gesund war, haben wir uns keine Gedanken. Mit Anfang 20, da denkt man noch nicht über den Tod nach.
Da wurde bei uns in Mexiko auch immer mit DDT die Bude ausgeräuchert, damit da keine Kakerlacke sich verirrt. Nee, also tatsächlich haben wir uns darüber nie Gedanken gemacht. Das war nie ein Thema. Es kommt dann noch mit 60. Also auch Schlangen. Denkst du daran zurück. Oder Schlangen, es war nie ein Thema. Und jetzt warst du ja, also jetzt hast du da ja 13 Monate wahrscheinlich ein, also gefühlt zumindest ein ziemlich freies und cooles Leben geführt. Was hat das denn für die nächsten zehn Jahre mit dir gemacht bis heute? Das hat mich wahnsinnig geprägt. Das ist einfach dieses Freiheitsgefühl. Ich glaube, jeder Mensch, und wenn das jemand hört, der selber in Australien war, wird mir das bestätigen, dass A, wenn Personen im Urlaub sind oder auf so einer Reise sind, dann sind sie andere Menschen, als wenn sie zu Hause sind. Das habe ich bitter feststellen müssen, als ich wieder in Deutschland war. Und sozusagen wieder den Kontakt zu den Menschen gesucht habe. Und es ist einfach ein ultimatives Freiheitsgefühl.
Also ich möchte die Zeit nicht missen, aber ich würde es nicht wiederholen. Warum nicht? In diesem Land. Also das interessiert mich, warum nicht? Ich hätte jetzt erwartet, dass du sagst, also jederzeit wieder, sofort. Warum nicht? Nee, ich habe das Land ab. Es gibt so viele tolle Länder da draußen auf der Welt. Man muss nicht ein Land zweimal bereisen. Aber wenn es nur das eine gäbe, dann würdest du sofort, na gut, dann würdest du sowieso wieder hin, weil es gibt nur das eine. Also, aber du sagst das nicht, weil es nicht geil war, sondern weil es einfach aber noch so viel mehr zu sehen gibt. Das ist eigentlich das, was ich sagen wollte. Ich glaube prinzipiell, es war so ein To-Do an meiner Liste.
Und ich habe nicht nur tolle Erfahrungen gemacht. Es waren definitiv Erfahrungen, auch menschliche Erfahrungen dabei, bei denen ich einfach gesagt habe, ja, ich möchte die Zeit nicht missen, ich habe tolle Menschen kennengelernt, jetzt ist ein anderes Land dran. Ich finde auch, ehrlich gesagt, manchmal bei Orten, mit denen man besonders schöne Erinnerungen verbindet, da fahre ich auch teilweise bewusst nicht mehr zurück, weil man das nicht replizieren kann. Also weil man dann manchmal beim zweiten oder dritten Mal irgendwie andere Erfahrungen macht und dadurch das irgendwie nicht mehr so schön im Kopf ist, wie es mal war. Weil man dann vielleicht auch mit höheren Erwartungen hinfährt. Wenn ich jetzt zum Beispiel, würde ich irgendwie gerne Reiseorte meiner Kindheit wieder besuchen, aber ich weiß ganz genau, dass ich jetzt mit dem Erwachsenenblick da ganz anders drauf schauen würde und ich will mir irgendwie die Erinnerungen nicht kaputt machen, weil ich das als so unbeschwert und so perfekt empfunden habe. Ja.
Würde ich definitiv so unterstreichen. Ich bin damals mit einer Leichtigkeit hingegangen und habe alles auf mich reinrieseln lassen. Ich bin nach Australien gereist und wusste nicht einmal, wo ich die erste Nacht schlafe. Ich habe mich mit meinem Hauptschulenglisch in den Bus reingesetzt und der Busfahrer hat mich gefragt, wo ich denn hinfahren will. Und ich habe ihm gesagt, I don't care, somewhere.
Und der Fußfahrer, der redet da wahrscheinlich heute noch drüber, dass da so ein verrückter Deutscher war. Und dann habe ich mir einfach ein Ticket gekauft und habe im Bus einen anderen Deutschen kennengelernt. Also wenn in einem Land viele Deutsche sind, dann ist es in Australien. So meine Erfahrung. Und dann hat meine Geschichte angefangen, sich zu entwickeln. Ich bin auch, du musst nach Australien einreisen mit mindestens 3000 Euro. Wie habe ich es gemacht? Habe einem Kumpel gesagt, hey, kannst du mir kurz 3000 Euro überweisen? Habe ich es ihm zurück überwiesen, hatte den Bankauszug, habe den vorgezeigt, damit hat es sich erledigt. Mit effektiv, glaube ich, 1000 Euro eingereist. Und die sind in Australien schneller weg, als du denken kannst. Also jemand wie ich, der raucht, was nicht gut ist und auch hier und da gerne ein alkoholisches Genussmittel zu sich nimmt, wird ohne Arbeit sehr schnell sehr arm da. Also, Und hat sich generell dein Blick aufs Leben oder aufs Reisen durch diese Zeit verändert? Ich denke schon. Ich denke definitiv. Also es gibt jetzt nicht den Anhaltspunkt, wo ich sage, ja genau das hat es für mich verändert. Aber ich glaube, so große Reisen, gerade wenn man viel auf sich alleine gestellt ist und einfach sein Ding macht, die prägen einen.
Die verändern einen. Ja und auch in dem Alter. Ich habe ja die Erfahrung auch gemacht. Ich bin ja im selben Alter nach Mexiko gegangen. Und da erst mal hängen geblieben für mehrere Jahre.
Und das ist auch so eine sehr prägende Phase im Leben, finde ich. Weil man da gerade so im Übergang zum Erwachsenensein ist und noch so die Persönlichkeit sich sehr stark entwickelt. Und ich glaube, die Reisen, die man so in der Zeit macht, die bleiben einem auch viel stärker in der eigenen Denkweise und Persönlichkeit haften als die, die wir vielleicht jetzt machen. Also ich jetzt zum Beispiel mit Mitte 40. Da verändert eine das nicht mehr so wahnsinnig, wenn man jetzt nicht was ganz Extremes macht, wie zum Beispiel, was weiß ich, was wir jetzt neulich hatten, so eine Afrika-Tour mit dem Van oder so, wo du wirklich nochmal komplett raus bist aus deinem normalen Denken und Leben. Aber so diese normalen Reisen, die finde ich immer eher so schön und gefällt mir auch gut und macht Spaß, aber das ist nicht mehr dieses ständige Wow, was man hat irgendwie mit Anfang 20, finde ich. Ne, also ich würde definitiv sagen, dass es das Leben sehr positiv verändert hat. Die Sicht auf viele Dinge, die Sicht auf andere Kulturen, die Sicht auf Menschlichkeit.
Also wie gesagt, ich kann es nur jedem weiterempfehlen, sich mal auch unvorbereitet auf so eine Reise einzulassen. Was es für mich prinzipiell verändert hat, was sich bis heute durchzieht, ist, wenn ich in ein anderes Land reise, reise ich dahin und weiß maximal, wo ich die Nacht schlafe. weil.
Meine Erfahrung ist, wenn ich Dinge plane, kommt es sowieso immer ganz anders. Und deswegen höre ich einfach auf zu planen, sondern ich genieße den Moment so wie er ist und nehme die Dinge so wie sie kommen. Ich weiß, dass ich irgendwann zurückfliegen muss, aber das ist das, was ich rausgenommen habe. Und so was dein Vertrauen angeht ins Leben und in andere Menschen, hat sich da irgendwas verändert? Positiv oder negativ? Also ich würde mich als Menschen definieren, der sehr schnell mit anderen Menschen interagiert und darauf Wert legt, dass ein gutes Verhältnis entsteht. Und ich glaube, die Einstellung hatte ich damals auch schon. Kann ich tatsächlich so jetzt nicht die Frage beantworten. Ich würde sagen, dass es das einfach nochmal zusätzlich unterstrichen hat. Das Interessante ist, meine Denkensweise ist, jeder Mensch hat seine eigene Lebensgeschichte und es gibt so viele Menschen da draußen, die sozusagen ihre eigene Geschichte erzählen können und keine Geschichte ist die gleiche wie die andere. Keine. Sie ähneln sich vielleicht mal, aber es ist halt immer unterschiedlich.
Und ich glaube, mit diesem Wissen sieht man die Welt auch ein bisschen anders. Ja, das können wir eigentlich als Schlusswort so stehen lassen. Das ist ein schönes philosophisches Ende, was wir jetzt irgendwie öfter schon hatten. Ich würde da jetzt eigentlich auch gar kein weiteres Fass mehr aufmachen, weil das stimmt, da werde ich auch noch mal ein bisschen drüber nachdenken heute.
Was wir ja noch sagen können, also ich habe ja für alle Hörer und Hörerinnen da draußen, ich habe mir ja vorgenommen, nächstes Jahr mit Gregor zusammen Urlaub zu machen. Ach, seid ihr das mit dem Zelt? Wir sind das mit dem Zelt. Ach, das hattest du schon angeteasert, aber ich wusste nicht, dass es Gregor ist. Und ich finde es ja, also und für mich ist das mittlerweile eine große Herausforderung aus ganz verschiedenen Gründen, weil ich das nicht gewöhnt bin und irgendwie bequem schlafen und dies und das und jenes und ja auch nicht mehr 22 bin. Und auch nicht mehr 32. Und ich habe aber tatsächlich, also gleichzeitig Respekt und gleichzeitig auch Lust darauf, das quasi wirklich ungeplant zu machen, so wie du das gerade geschildert hast, einfach, okay, was vielleicht die erste Nacht passiert, weißt du schon und den Rest offen zukommen lassen. Weil im Endeffekt ist das, als meine Frau und ich damals mit dem Wohnmobil losgezogen sind, wir wussten, wir wollen nach Spanien und wir sind losgefahren, aber es gab halt auch irgendwie keinen genauen Plan und das war super spannend. Und das finde ich eigentlich gerade sehr, sehr interessant und freue mich da sehr drauf und habe gleichzeitig aber auch ein bisschen Schiss für meine eigene Courage. Aber am Ende des Tages kann ja nichts passieren, außer dass man vielleicht mal eine unbequeme Nacht hat.
Und da freue ich mich drauf. Also das ist mir gerade nochmal sehr bewusst geworden, als du so Dinge erzählt hast und so erzählt hast, dass das anders ist als die Reisen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Und dass ich mich darauf freue.
Und was wir auch noch erzählen können, ist, dass Gregor nochmal bei uns zu Gast sein wird in nicht allzu ferner Zukunft, nämlich da schauen wir mal sein Reiseverhalten in Deutschland beziehungsweise Europa an. Und das finde ich ja mindestens genauso spannend, weil Gregor, du bist mit einem Toyota Aigo als Mikrocamper unterwegs. Also kleiner Spoiler, ein kleiner Ausblick auf die nächste Folge mit dir. Der Toyota Aigo ist so ein Mini-Eichen und du bist zwei Meter groß. Und da werden wir uns mal anschauen, wie das funktioniert und wie du auf die bekloppte Idee gekommen bist. Sehr gerne. In diesem Sinne. Ich sage schon mal Tschüss. Vielen Dank, Gregor, dass du da warst. Ich hoffe, ihr da draußen habt ein bisschen geschmunzelt, ein bisschen gestaunt und mitgefiebert sozusagen oder mitgefühlt. gefühlt. Wenn ihr noch Fragen irgendwie an Gregor habt über Australien, dann her damit an podcast.camperstyle.de als E-Mail oder klickt unten auf den WhatsApp-Link und schickt uns eine WhatsApp oder kommentiert quasi auf Spotify zum Beispiel. Wir geben das dann Gregor weiter und beantworten euch die Fragen. Wenn es spannende Fragen sind, dann machen wir es auch in einer unserer Feedback-Folgen, damit halt alle was davon haben. Und ich verabschiede mich schon mal und übergebe das Wort an Nele.
Ja, von mir ganz lieben Dank, Gregor. War sehr interessant und ich freue mich sehr auf die nächste Folge mit dir. Da habe ich auch schon ganz, ganz viele Fragen und ihr Lieben da draußen, sagt gerne weiter, dass es uns gibt, kommentiert, liked, bewertet den Podcast, abonniert uns natürlich auch, das hilft uns weiter. Es hilft auch anderen Leuten, dass sie den Podcast entdecken überhaupt erst weil der dann natürlich auch bekannter wird dadurch, da freuen wir uns, sagt euren Freunden dass wir ganz ganz tolle Themen haben, und hört wieder rein am kommenden Mittwoch Gregor, du hast das letzte Wort Ich bedanke mich recht herzlich für die Einladung, hat sehr viel Spaß gemacht gibt dann doch mehr zu erzählen was man erstmal, gedacht hat Ja, und freue mich auf jeden Fall aufs nächste Mal. Vielen, vielen Dank. Tschüss. Tschüss, ciao.