Herzlich willkommen bei Camper Style, dein Camping-Podcast. Ich bin Sebastian, ich habe mich hier auf der Messe und jetzt habe ich den Namen schon wieder vergessen, weil ich muss den Namen dreimal hören, Michael Mayer. Was ich aber weiß, ich bin bei Eifeland auf dem Stand. Ja! Und habe mir den Michael Mayer geschnappt und wir sitzen gerade in einem elektrischen Camper. Das ist jetzt ja noch relativ selten, aber in der Größe habe ich es tatsächlich noch gar nicht gesehen. Sagen wir uns mal schnell zwei, drei Dinge zum Fahrzeug, in dem wir sitzen, bitte. Also das hier ist ein Interstar E, ein Nissan Interstar E, ausgebaut in der Relax-Version von Eifeland. Und damit ist es jetzt ein Nissan Eifeland Relax, so heißt er. Und den gibt es als Elektro und den gibt es auch als Diesel. Aber wir sitzen hier in der Elektro-Version. Ja, was musst du wissen? 3,5 Tonnen, zulässiges Gesamtgewicht. 6,30 Meter ist er lang, 2,04 Meter ist er breit, ist für zwei Personen im Moment ausgelegt. hat ein Festbett mit 1,90 mal 1,60, große Küche und einen geräumigen Salon vorne, also mit der entsprechenden Stehhöhe. Genau, das, was man als erstes merkt, dass hier sehr viel Platz ist. Die Möbel sind sehr, sehr klein gehalten, also damit man halt wirklich viel Raum hat. Das ist ja nach wie vor ein niedriger oder ein kleiner Kastenwagen und bringt viel Raumgefühl mit sich. Was wir normalerweise immer auch am Anfang noch fragen, was macht ihr überhaupt bei Eifeland? Sagt ihr dann nochmal zwei, drei Sätze vielleicht dazu. Oh, Eifelland selbst gibt es seit, also die, die jetzt schon länger jung sind, sagen wir es mal so, die kennen Eifelland tatsächlich.

Gegründet wurde Eifelland Ende der 60er, Anfang der 70er, tatsächlich in der Eifel, in Mayen und wurde dann in den 80ern übernommen von der Knaus-Tabat-Gruppe. Gehörte dann bis 2008, als mit in diese Gruppe rein, Knaus, Tabat, Wilk, Weinsberg und Eifeland gehörten dazu.

2008 selbst gab es dann eine Insolvenz, tatsächlich so. Und da ist Knaus, Tabat, Wilk, Weinsberg an die holländischen Investoren gegangen. Die Branche kennt das. Und die Marke Eifeland ist in der Familie geblieben. Ah, okay. Die Marke Eifelland selbst ist in der Familie geblieben und ich gehöre selbst auch mit zur Familie. Ich bin mit Gesellschafter jetzt. Wir haben die Firma Eifelland als Eifelland Carmo, Caravano Motorhomes, als Eifelland Carmo GmbH 2020 neu gegründet. Okay. Also die ist quasi neu gegründet. Eine junge Firma mit langer Erfahrung. Genau, ja. Und am 1.3.2020 haben wir gegründet. Also quasi 14 Tage vor dem ersten Lockdown. Ich wollte gerade sagen, perfekte Zeit, um das Leben im Campingbereich zu können. Ja, aber wir haben an dem Boom damals nicht teilgenommen. Okay. Nee, nee. Das lag daran, dass wir ja unsere Fahrzeuge nicht zeigen konnten. Es gab ja keine Messen zu dem Zeitpunkt. Ja, da mussten wir dann mal zwei Jahre die Füße stillhalten. Aber 2023, einige werden sich erinnern, Caravan Salon ging das dann los mit uns. Seit wann baut ihr elektrische Camper, also baut ihr die aus so rum?

Jetzt den ersten haben wir bekommen im Juli. Im Juli letzten Jahres haben wir den ersten bekommen, quasi noch als Prototypen-Nullserie und haben mal überhaupt überlegt, wie kann das gehen. Weil tatsächlich gab es ja den neuen, wir haben angefangen, diese Fahrzeugkategorie haben wir angefangen als Renault, als Renault Master, sind dann aber ganz schnell gewechselt zu Nissan. Das hat was zu tun mit Fahrzeugverfügbarkeiten und auch mit der Marktsituation selbst. Nissan wollte auch dringend in diesem Segment noch wieder was unternehmen. Und ich habe da einen Kollegen kennengelernt, den Ernst Gaugrieder von Nissan. Mit dem hat das sehr viel Spaß gemacht, zusammenzuarbeiten. Und unterm Strich ist da eine echt vernünftige Basis rausgekommen, sodass wir uns ganz schnell darauf verständigt haben, dass wir also tatsächlich von dieser Verbrenner-Geschichte mal weg, also wir wollen das tatsächlich mit diesem Elektroauto mal versuchen.

Und was mich besonders angemacht hat, ich bin eigentlich gar nicht so der ganz große Elektro-Fan gewesen, das muss ich ganz ehrlich sagen. Ich bin eigentlich eher so der, gehört so der Verteidiger von der Verbrenner. Aber was mich wirklich begeistert hat, war Reichweite tatsächlich, weil das ist akzeptabel. Also wir sind hier, wir bewegen uns hier mit nach WLTP bei 460 Kilometern, sind aber, gut, da muss man dann so 10, 15 abstreichen, aber wir kommen eben halt tatsächlich 380 bis 400 Kilometer mit dem Auto. Das wollte ich jetzt gerade fragen, wenn du jetzt damit fährst, wie weit kommst du tatsächlich? Auf der Autobahn, wenn man es schnell hat, verbraucht da auch viel und dann liegst du bei, habe ich noch 330 Kilometer, neulich gerade 330 Kilometer von 100 auf 9 runter. Da hatte ich dann noch 9 Prozent und von diesen 9 dann wieder hochladen an der Schnellladestation von 9 auf 80 Prozent. Das ist immer so dieses Benchmark für Elektrofahrzeuge. Das hat 25 Minuten gedauert. Mit wie viel kannst du laden? 135. 135.

Und ist in dem Fahrzeug dann wahrscheinlich auch alles elektrisch und gar nicht als Gas verbaut? Naja. Na, okay. Schön wär's, ja. Schön wär's. Also tatsächlich haben wir eine Elektroheizung. Ja, das ist diese Torma Easy, die wir da eingebaut haben. Die wird in diesem Auto hier noch über die bordeigene Lithium-Batterie, also Aufbau-Batterie sozusagen, versorgt. Die wiederum ihrerseits die Energie aus der Solarplatte bekommt oder vom Außenstrom. Die 480 Volt Hochvolt Batterie, die hier eingebaut ist, da dürfen wir bei diesem Auto noch nicht ran. Aber bei den nächsten ist es so, dass wir tatsächlich da 3 kW abzweigen dürfen. Okay. Und mit denen werden wir dann in Zukunft heizen. Was wir immer noch nicht können, ist kochen. Weil beim Kochen verbrauchen wir zu viel Energie. Trotz Induktion quasi? Ja, du bist zwar bei 2 kW pro Platte, hast in der Regel zwei Platten, bist bei 4 kW.

Da gibt es verschiedene Faktoren, die dagegen sprechen. Wir haben da einmal, ist es tatsächlich der Energieverbrauch, es muss ja erstmal runtergebracht werden von 480 auf 230 Volt. Der Energieverbrauch hier macht sich dann aber doppelt bemerkbar, zum Beispiel auch in der Reichweite. Ja, klar. Und dann, Brüssel, haben wir keine Euro 6 mehr, weil wir die Reichweite nicht mehr erreichen. Ich verstehe. Dann gibt es da Schwierigkeiten mit der WLTP, das ist dann immer sehr kritisch. Okay, ja, Auto ist ja generell mit diesen Spitzfindigkeiten, muss man nur ein bisschen gucken. Also deswegen habt ihr, ich sehe es ja auch, habt ihr quasi ein Gasherd verbaut, das quasi mit Gas kochen kann. Das stimmt. Und zwar, das hat einen ganz einfachen Grund. Damit ist das Auto auch wirklich wieder autark. Ja. Also wir haben unsere Stromversorgung im Fahrzeug, die rühren wir nicht an. Das heißt, wenn wir damit mit 40 Prozent Rest auf den Campingplatz kommen, dann bleiben das auch 40 Prozent.

Unsere Lichtversorgung hier, das machen wir über die Solarplatte. Das haben wir also auch, da haben wir genug Speicher. Na gut, und die LEDs, die verbrauchen ja auch nicht wirklich viel. Das verbraucht nicht viel. Der Kühlschrank selbst, der dümpelt auch so vor sich hin. Das ist auch nicht das, was uns arm macht. Und fürs Kochen brauchen wir dann hier halt in diesem Fall tatsächlich Gas. Wir könnten das natürlich, bei anderen Fahrzeugen haben wir es auch gemacht, dass wir da eine Elektroplatte reinmachen, auch Induktion. Die muss dann von außen versorgt werden. Ja, okay, mit Landstrom dann quasi. Ja, ist im Prinzip so eine Art Bulli-Konzept. Weißt du so was? Toilette hat er nicht eingebaut vermutlich? Doch, sitzt du drauf. Sitze ich drauf? Ja, du sitzt auf dem Klo. Ich habe es gar nicht gemerkt, weil hat Polster. Okay, das heißt hier unter dem Sitz, unter dem Sitz. Genau, die Trelino ist da drunter. Okay, eine Trenntoilette, sehr schön und damit seid ihr auch tatsächlich ein relativ guter Autark, weil man damit ja schon eine ganze Ecke kommt. Spannend. Und es ist ein L3 H2, richtig?

L3 H2, ja, so ist es. Genau. Ist ja immer so ein bisschen, woran viele sich anhangeln können. Ja. Super spannendes Fahrzeug. Vielleicht noch letzte Frage, welche Durchschnittsgeschwindigkeit macht Spaß mit dem auf der Autobahn? Alles zwischen 90 und 110. Okay. Und was macht der Maximum? 120, ist abgeregelt. 120, okay, ist abgeregelt, damit er dann einfach nicht so sehr die Batterie leer saugt bei dem Gewicht. Ja. Ja. Ja. Okay, also wir selber, ihr wisst es, wir sind grundlegend große Fans der Elektromobilität, glauben, dass das, oder für uns ist das ganz klar, dass das die Zukunft ist. Wir wissen aber auch, dass es halt in den Gewichten noch ein Thema ist, wo es noch ein paar Sachen zu klären gibt. Wobei wir jetzt ehrlicherweise so mit den Reichweiten, was du gesagt hast, finde ich das schon echt gut. Und ja, vielen Dank für das kurze Interview. Wir sind wirklich hier auf dem Stand gestolpert.

Und jetzt wirft mir gerade Nele, die hier übrigens am Aufnahmegerät sitzt, zu. Ich habe gar nicht nach dem Preis gefragt. Wo sind wir denn preisig bei dem Fahrzeug? Danke, Nele. Das Auto, so wie du das jetzt hier siehst, auch mit dem Hubbett. Ja. Und so wie es hier steht, sind es 84.000 Euro. Okay, 84.000 für ein Elektrofahrzeug, wo ich ja alles drin habe. Das heißt, ich kann quasi losfahren. Ist ein Markise mit dabei? Ein Markise ist jetzt hier nicht dran, aber du hast deine Solarplatte dabei. Du hast dann im Grunde genommen das, was man sonst Autarkie nennen würde. Du hast den Riesenstauraum hier hinten drin, die Kochgelegenheit, die Lithiumbatterie ist da mit drin, die Standheizung ist da mit drin. Also im Grunde genommen, wie du schon gesagt hast, einsteigen, losfahren, Urlaub machen. Wunderbar. Dann nochmal vielen Dank für das spontane Interview. Wir sind ja einfach auf dem Stand gestolpert und dir in die Arme und haben direkt ein Interview gemacht. Vielen Dank dafür.

Ich verabschiede mich schon mal, liebe Hörerinnen und Hörerinnen. Und du hast das letzte Wort und kannst gerne noch ein, zwei Dinge, die dir wichtig sind an dem Fahrzeug, gerne uns noch unseren Hörerinnen und Hörern mitgeben, wenn du möchtest. Was mir wichtig ist, es ist erstaunlich, mit wie viel Begeisterung dieses Auto angenommen wird. Wir haben ja jetzt von der Fachzeitschrift jetzt auch noch so ein Award gewonnen. Wir haben den zweiten Platz gemacht, was die Innovation angeht und so weiter. Das wird auch gewürdigt. Ich finde das total spannend, wie die Leute auf die Elektromobilität reagieren. Und ich habe natürlich auch viele Argumente gehört, die dagegen sprechen. Ich habe aber eben halt auch, das Reichweitenproblem ist eigentlich immer das Entscheidende. Und da gibt es zwei Dinge, die ich eigentlich bemerkenswert finde. Da war einmal immer die Frage, ja, und wenn ich nach Kroatien möchte, muss ich zwölfmal laden. Nein, musst du nicht. Du musst viermal laden. Das Zweite ist, und wenn ich in Kroatien bin, kann ich nirgendwo laden. Auch falsch, die bauen da im Moment enorme Ladesäulen. In Italien, in Kroatien, in Slowenien, überall bauen die die. Weil die Deutschen würden nicht mehr kommen, die Norweger nicht mehr, die Schweden nicht mehr, die Dänen nicht mehr. In Norwegen hat 98 Prozent Elektroneuzulassung.

Das ist so im Kommen. Und wenn ich jetzt auch nochmal schaue, was auf den Campingplätzen, also in Deutschland, an diesen Destinationen, wo man hinfährt, am Wochenende zum Beispiel. Das ist ein Radius von 150 Kilometer, wo die Leute herkommen. Viel weiter fährst du auf dem Freitagnachmittag gar nicht, um mal zwei, drei Tage auszuspannen. Und da bist du mit dem Elektrofahrzeug hin und zurück. Das ist wunderbar. Das passt. Und am Ende ist es doch, also jetzt sage ich doch noch was, am Ende ist es doch einfach nur eine Gewohnheit, dass ich leicht mein Tankverhalten sozusagen ein bisschen anpasse, dass ich halt vielleicht ein oder zwei Stops mehr habe. Auf der anderen Seite kann ich dafür aber auch jetzt ab jetzt zu Hause tanken, was ich halt mit meinem Diesel oder mit meinem Verbrenner eben nicht konnte. Es ist einfach nur eine Umgewöhnung und wenn das irgendwann in den Köpfen drin ist, ist das auch kein Argument mehr. Das ist auch so.

In diesem Sinne, vielen Dank nochmal für das Interview. Macht's gut da draußen. Und wir machen auch noch ein kleines Reel, das wird es bei Instagram geben, dass ihr noch ein paar Bilder dazu habt und mit Sicherheit auch einen Artikel bei uns. Da könnt ihr das Ganze dann auch nochmal in Bildern erleben, weil wir haben ja jetzt nur drüber gesprochen. Bis zum nächsten Podcast. Danke dir, Michael. Gerne. Tschüss.