Herzlich Willkommen zu Camper Style, deinem Camping-Podcast. Ich bin Sebastian, heute ohne Nele, da die auf der Messe unterwegs ist. Dafür aber wieder mit einem Interviewgast. Ich habe mir nochmal den Xandi Ege von der Messe Stuttgart ins virtuelle Studio geholt. Wir nehmen das hier auch schon kurz vor der Messe auf. Xandi, für alle, die dich noch nicht kennen, kannst du dich nochmal kurz vorstellen, bitte? Ja, sehr gerne. Schönen guten Morgen auch von meiner Seite, Xandi Ege oder auch Alexander Ege. Ich bin verantwortlich für den Tourismus- und Caravaning-Bereich bei der Messe Stuttgart. Das bedeutet für die Reise- und Caravaning, die jetzt ansteht, aber eben auch für die vergangene CMT in Stuttgart und die Touristik- und Caravaning in Leipzig. Entschuldigung, da komme ich schon durcheinander. Und alle, die unseren Podcast verfolgen, werden sicherlich schon die anderen Folgen mit Standie gehört haben. Wir selber sind ja in Leipzig, in Stuttgart und jetzt auch in Hamburg dabei gewesen, beziehungsweise dabei mit eigenem Messestand, mit Berichterstattung und heute wollen wir mal ein bisschen über Hamburg sprechen. Ich habe ein paar Fragen zur Hamburger Reisen und Caravaning. Die findet vom 5. bis zum 8. Februar statt. Und bevor ich es vergesse zu sagen, wir sind auch wieder mit dem Stand vertreten. Halle B4, Stand 351. Diesmal aber ohne mich, sondern mit Nele und Halil. Oh nein. Ich darf, muss Hunde sitten. Ich glaube, es ist eher ein darf.
Weil wer Messe schon mal gemacht hat, weiß, wie anstrengend das ist. Natürlich ist es trotzdem doof, dass ich die beiden nicht unterstützen kann. Aber ja, das Studio meiner Frau geht vor und die drei Hunde können nicht alleine bleiben. In diesem Sinne, lass uns mal starten. Was ist denn in Hamburg anders als in Stuttgart und in Leipzig? Also es ist einmal deutlich familiärer. Das Messegelände liegt auch mitten in der Stadt. Das ist wirklich ganz cool, auch gelegen und auch angelegt. Also man schafft auch in Hamburg mit den Hallen so einen Rundgang hinzubekommen.
Ja und insgesamt ist es ein bisschen heimeliger, familiär, würde ich mal so formulieren. Wie viele Hallen sind das in Hamburg während der Messe, die geöffnet sind? Also wir haben das gesamte B-Gelände geöffnet. Das heißt, in Hamburg gibt es einmal das A-Gelände und das B-Gelände. Das ist mit einer Brücke über die Straße miteinander verbunden. Und wir haben das B-Gelände und das sind insgesamt sieben Hallen. Okay, also auch nicht ganz klein. Nicht ganz klein. Nein, das ist vergleichbar mit der Touristium Caravaning, auch von der Verteilung her. Wir haben einen großen Bereich in der B1 und in der B2 mit dem Themenbereich Genussreise, Also Kulinarik, auch eine Hamburger Ecke zum Beispiel, wo ganz viele regionale Anbieter sich präsentieren. Dann haben wir einen Teil von der B2 und die B3, das ist Fahrrad- und Wanderreisen, aber auch natürlich so ein bisschen Outdoor mit der Outdoorbühne. Die B4, B5, B6 sind Caravaning und die B7 ist dann komplett touristisch, ist auch die größte Halle. Ist auch eine sehr schöne Halle, weil die dann wiederum so eine ganz lange Glasfront zu der Straße hin hat. Also ein ganz schönes, cooles, heimeliges Gelände in Hamburg. Und es ist also quasi nicht nur Camping, sondern auch Reisen. Also ich meine, Camping ist ja auch Reisen, aber eben es gibt auch viele Reiseformen, die ohne Camping stattfinden können, aber nicht müssen. Ja, total. Also auch Kreuzfahrt ist dabei, Schiffsreisen. Wir haben einen ganz neuen Bereich, Angelreisen.
Und wer sich damit mal beschäftigt, kann relativ schnell fasziniert sein von dem Themenbereich Angelreisen. Das wäre jetzt auch so in Richtung meiner zweiten Frage. Jetzt liegt Hamburg ja an der Nordsee, ist eine Hafenstadt und da war jetzt genau meine Frage, die ich als nächstes gerne stellen würde.
Was oder spiegelt sich das in den Ausstellern und auch im Programmrunden? Die Messe halt wieder, du hast jetzt schon gesagt, Angeln ist ein Thema. Genau, Angeln spiegelt sich wieder. Der Themenbereich Schiffsreisen. Kreuzfahrt ist groß mit einer eigenen Bühne, wo wir auch natürlich verschiedene Reisen präsentieren und sich die Veranstalter präsentieren. Der ganze norddeutsche Bereich ist auch im Tourismusbereich sehr stark vertreten. Das ist auch sehr schön, dass es macht uns da einfach auch zur Norddeutschlands größten Urlaubsmesse. Und das spürt man auch. Und was wahrscheinlich die wenigsten wussten, ist, dass Hamburg eine der größten Innenstadt- Angeldichte, Anglerdichte hat. Und deswegen haben wir diesen Themenbereich Angeln und Angelreisen aufgenommen. Okay, das wusste ich auch nicht. Aber es liegt auch daran, dass ich nicht angle. Deswegen weiß man das dann vermutlich nicht so genau. Dazu kriegen wir dich noch.
Ich habe das ehrlicherweise schon probiert. Mir ist das zu langweilig. Ich brauche ja immer irgendwie Abwechslung, Bewegung und Action und stundenlang auf den Biss von dem Fisch warten. Das ist einfach nicht meins. Ich weiß, dass für viele Menschen total entspannt ist. Ich drehe da durch. Ja, also so geht es mir oder ging es mir früher auch und mein Bruder war immer in einem Angelverein und.
Früher war das ja wirklich so, man fängt an zu angeln und wirft es rein und mittlerweile gibt es da so viele technische Gimmicks, also bis hin zu, dass der Köder ein Live-Bild überträgt auf deine Angel und du quasi, draußen sitzt und schauen kannst, wo der Fisch ist und weißt, wann du deinen Köder dann noch ein Stück ziehen musst. Also total abgefahren, was es da mittlerweile alles gibt. Okay, du versuchst mich über die IT-Nerd-Schiene zu kriegen. Ja, ja, ja. Okay, jetzt liegt ja Hamburg auch nicht nur im Norden Deutschlands, sondern auch ist so das Tor zu Nordeuropa, zu Skandinavien. Gibt es auch mehr skandinavische, wahrscheinlich vor allem Destinationsaussteller in Hamburg als vielleicht auf den anderen beiden Messen in Deutschland? Also ja, gibt es. Es sind auch mehr vertreten. Also Dänemark ist natürlich auch groß vertreten, weil das natürlich zum direkten Einzugsgebiet zählt. Es sind auch ein paar Campingplätze aus Norwegen und Schweden mit dabei. Und da arbeiten wir noch an den Landesvertretungen. Die hätten wir natürlich auch gerne noch stärker mit eingebunden. Und das passiert auch jetzt nach und nach und gelingt uns immer besser auch in Hamburg, ja. Da bin ich mal gespannt. Das ist natürlich jetzt schade für mich, weil ich habe am Wochenende just meinen nächsten Campingurlaub geplant. Der soll richtig Back to the Roots mit Zelt und Auto stattfinden und zwar nach Dänemark.
Aber gut, da muss ich mich jetzt quasi ohne die Beratung auf der Messe durchschlagen. Und mit Auto meinst du dann mit Dachzelt oder mit Reinauto im Auto schlafen? Wir sind zu zweit und wir werden quasi eine Matratze im Auto haben und noch ein Zelt dabei und so ein bisschen gucken, wie das quasi funktioniert, wie kompatibel wir mit dem Schnarchen sind, weil ich mit einem Kumpel unterwegs bin. Kann sein, dass wir mal abwechselnd quasi einem Zelt und einem Auto schlafen. Okay, also das ist dann das Kriterium, warum einer rausfliegt. Das genau, das wird sich zeigen, wir werden das sehen. Ja. Und ich weiß gar nicht, ob ihr so Statistiken zu euren Besuchern habt.
Vermutlich sind natürlich mehr Leute aus dem Norden jetzt auf der Messe in Hamburg als in Stuttgart. Aber wisst ihr, ob es auch Zuschauer oder Besucher gibt, die aus ganz Deutschland anreisen? Also gibt es ja, ganz Deutschland würde ich jetzt mal ein bisschen einschränken. Also normalerweise haben wir hier so einen maximalen Einzugsbereich von 300 Kilometer, wenn sich auch dann die Interessen in Richtung Fahrzeuge und Wohnwagen halt mehren. Und da man wirklich bereit ist, auch eine Reise anzutreten oder auch mal ein Schnäppchen zu machen. Von dem her gesehen unterscheidet sich das immer, für welchen Themenbereich die Gäste kommen und anreisen. Aber ja, es gibt auch natürlich einen längeren Anreiseweg, teilweise auch dann von Berlin, die das ja mit einer schnellen Verbindung nach Hamburg haben. Oder eben von Bremen oder solchen Einzugsbereich, der dann da greift. Ja, okay. Und es lohnt sich durchaus auch von weiter her zu kommen, gerade wenn man halt die Themen auch cool findet, die ihr da jetzt zusätzlich abdeckt. Jetzt warst du ja auch schon auf zwei Messen in Leipzig und in Stuttgart, die jetzt ja sehr dicht beieinander waren. Hast du da irgendein Thema gesehen, wo du selber glaubst, das wird wahrscheinlich das nächste große Thema im Camping? Oder vielleicht?
Also ich finde natürlich das Thema Gewicht, also dieses Gewichtsthema treibt ja die Branche schon wirklich lange um. Und jetzt ist natürlich einmal das Thema, dass Sachen zum Aufblasen kommen, dass da ja mehr und mehr Produkte sich entwickeln, ob das jetzt eine Heckküche ist, ob das irgendwelche Markisen sind oder eben Zelte zum Aufblasen oder ein Aufstelldach dann zum Aufblasen ist. Da gibt es immer mehr, was kommt. Ich glaube, dass da die Entwicklung noch ganz am Anfang ist, auch für die Messeveranstaltungen. Das ist so mein Eindruck. Okay, ich bin gespannt. Ich habe ansonsten noch das Thema Allrad wieder gesehen, was wir ja auch schon in unserem Podcast-Pharma gesprochen haben, was an jeder Ecke quasi sprießt. Und ja, ich bin mal gespannt, was wir in Hamburg noch sehen werden, beziehungsweise das Nele und Halil auch beschreiben. Ja, also Thema Allrad ist natürlich allgegenwärtig. Das habe ich jetzt nicht mehr ganz als neu angesehen.
Ich denke, dass der Antrieb auch noch ein Thema sein wird, wobei sich das jetzt in den Fahrzeugen noch nicht widerspiegelt. Also das Thema Elektroantrieb. Ich glaube auch, dass ein großes Thema sein wird, dass viel mehr auf einheitliche Energiezufuhr kommt. Also das heißt, entweder das Fahrzeug ist komplett elektrifiziert oder das Fahrzeug ist komplett auf Diesel vorbereitet, dass ich mit Diesel koche, mit Diesel heize, mit Diesel eben alles mache. Oder eben vielleicht auch Gas, aber eben nicht mehr dieses, ich habe Gas, ich habe Strom, ich habe Benzin, ich habe nochmal alle unterschiedlichen Varianten. Ich glaube, das wird auch nochmal, um es auch insgesamt einfacher zu machen, ein Thema der Zukunft. Und das Thema vernetztes Fahrzeug. Also ich glaube, das, was die Leute von zu Hause gewohnt sind, wird immer mehr Einzug halten. Und es ist ja auch was wirklich Cooles, wenn ich meine, ich komme mit meiner Musik, ich habe einen Stöpste im Ohr und ich komme in mein Fahrzeug und mein Fahrzeug sagt Hallo und übernimmt die Musik aus meinem Kopfhörer als Beispiel. Das sind ja schon so Themen, die einfach auch von zu Hause gelebt, gelernt und auch dann für unterwegs gesucht werden. Da kann ich auch schon teasern, dass wir da auch dieses Jahr die eine oder andere Folge in die Richtung geplant haben mit Gästen, um auch da mal zu schauen, was da im Camping so geht. Und wir haben auch einen Gast dabei, der das Ganze richtig auf die Spitze treibt. Aber das nur als Teaser.
Jetzt hast du ja vorhin auch ganz kurz gesagt, dass es ja durchaus Leute gibt, die mal weiter anreisen, Klar, von Berlin ist von dem ICE schnell, aber was ist denn mit denen, die mit dem Camper vielleicht anreisen wollen? Es gibt ja dieses Jahr keinen Stellplatz mehr am Messegelände, oder? Genau, also den Stellplatz am Messegelände, den gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr. Direkt sozusagen, wo man auf dem Messegelände schlafen kann, den konnten wir jetzt auch für die Ausstellenden nicht mehr anbieten. Was es, sag ich mal, in vier, fünf Minuten Laufnähe gibt, ist das Heiligen Geistfeld, wo es für Gäste gar kein Problem ist, mal ein, zwei, drei Nächte zu bleiben. In Hamburg ist das Thema, dass Hamburg selber sich quasi, in Hamburg gibt es das Regularium, dass man nicht länger als drei Nächte stehen bleiben darf. Also auf keinem der Stellplätze, die innerstädtisch sind. Und für die Ausstellenden haben wir nochmal einen zusätzlichen Stellplatz, das ist der große Wohnmobilhafen, der Wohnmobilstellplatz Hamburg. Der ist zwei Stationen mit der S-Bahn entfernt, also auch relativ schnell erreichbar, aber eben nicht dieser Luxus wie in Stuttgart und in Leipzig, wie wir den sonst haben bei unseren Veranstaltungen, dass man direkt hinter den Hallen schlafen kann.
Aber wie gesagt, in Hamburg ist es echt ein sehr cooles Ambiente auf dem Heiligen Geistfeld, direkt neben dem Stadion und eben in S-Bahn-Distanz für die Ausstellen dann auch länger. Funktioniert dann aber nur mit dem Wohnmobil und nicht mit dem Wohnwagen vermutlich, oder? Doch, ja. Es gibt Betreiber von dem Heiligen Geistfeld und der bietet auch Strom an. Und die haben auch Sanitärcontainer. Da holt man sich dann den Schlüssel und kann dann in den Sanitärcontainer. Also das funktioniert auch ganz gut. Okay, dann lass uns noch mal ein bisschen allgemeiner gucken. Dadurch ihr ja drei große Capping-Messen betreut, kannst du da vielleicht was zu sagen? Welche Rolle spielen denn die kleineren Aussteller auch für die Weiterentwicklung der Branche insgesamt? Wie ist da deine Meinung zu... Also ich habe da eine sehr klare Meinung, dass mir die Kleinen sehr wichtig sind. Ich finde gerade die, jetzt sage ich mal, vom ganz kleinen Individualausbauer bis zu den kleinen Serienherstellern, von denen kommen ganz viele Innovationen, die treiben die Branche auch. Und man merkt es auch die ersten Messetage, insbesondere bei der CMT, weil da haben wir sehr viele kleinere Anbieter.
Da gehen die Großen auf Entdeckungstour und gucken mal, was da alles an Neuheiten versteckt ist. Und das macht richtig Freude und denen wollen wir auch eine richtige Plattform bieten. Deswegen sehen wir da Stuttgart natürlich als ganz wichtig an.
Und spannend ist es natürlich dann auch in Bezug auf Hamburg jetzt als Beispiel, wo viele aus dem Raum Hamburg wieder kommen von den kleineren Herstellern oder kleinen Serienherstellern und die dann, wie gesagt, auch dort wieder präsent sind, aber die sich auch wiederum nicht alle Messen leisten können. Das muss man auch dazu sagen. Ja, klar. Also auch rein von jetzt natürlich die Beiträge für die Messen, aber auch die Manpower, um dort dabei sein zu können. So wie ihr jetzt auch sagt, also 18 Tage Messe ist einfach auch schon ein Brett. Und klar, wenn du ein kleines Unternehmen bist, so wie bei uns, wenn dann alle Festen auf der Messe sind, bleibt natürlich auch ganz viel hängen und liegen. Das merke ich jetzt gerade, als ich für einen riesigen Berg abtragen muss. Das ist auf jeden Fall eine Herausforderung für die Kleineren. Ja, und dass ja eine Messe auch nochmal mehr Arbeit macht im Nachgang. Also man will es ja auch, also sowohl Fahrzeugverkauf als auch Produktverkauf, aber es sind Bestellungen, es sind Anfragen, die beantwortet werden müssen. Man hat Interesse geregt und muss Fragen beantworten. Das sind ja alles die Punkte und.
Damit muss man rechnen, aber dafür ist ja genau auch eine Messe da, neue Kontakte zu knüpfen und die dann später auch zu halten und auch auszubauen. Ja, das sind jetzt auch die Learnings, die wir jetzt quasi alle machen und Erkenntnisse und dann für uns quasi auch einen Messeplan entwickeln müssen, weil wir können nicht auf allen sein, das schaffen wir überhaupt nicht, weil wir dann auch, glaube ich, irgendwann recht schnell ausgebrannt sind, aber das wird jetzt spannend, so auch das weiterzusehen. Da habe ich zum Beispiel, bin ich auch zum, ja, großer Verfechter von, ja, von Ausstellergruppen, die sich zusammentun und zusammenschließen.
Also man muss ja nicht immer alles selber machen, sondern man kann sich auch zusammenschließen, man kann damit auch die Kosten reduzieren, man kann den Aufwand reduzieren, aber man kann trotzdem seine Produkte, seine Marke und seine Idee präsentieren und spielen. Ja, das ist ein spannender Punkt. Ja, am Ende wirst du aber immer darauf zurückkommen, dass wenn du persönlich vor Ort bist, dass du halt am meisten... daraus ziehen kannst. Das ist halt das haben wir auch gemerkt. Das hätte auch bei uns nicht funktioniert, wenn wir Standpersonal hingestellt hätten, weil es steht und fällt halt auch mit den Menschen natürlich durch unseren Podcast, durchs Magazin. Das ist auch bei den Kleinen natürlich wieder schwieriger, weil viel an den Menschen auch hängt, die da sind, weil man die eben auch kennt und weil das die Profis sind. Und ich kann eben keinen Fremden so einlernen, dass er genauso begeistert und mit leuchtenden Augen von seinen Produkten erzählt, wie ich das selber kann. Oder es würde halt sehr, sehr lang dauern. Und so geht es uns ja bei Messe-Vorbereitungsthemen genauso. Also wir als Messeteam, wir wollen unterwegs sein, wir wollen die Kontakte haben und wir sind auch diejenigen, die mit Herzblut eben das verkaufen können. Wenn wir jetzt einfach nur einen Vertrieb losschicken würden, dann funktioniert das halt nicht mehr so in der Form.
Bringt mich noch zu einer anderen Frage. Wann ist denn für dich eine Messe ein Erfolg? Also mal jetzt abgesehen von den Besucherzahlen. Ja, die Besucherzahlen sind natürlich so ein messbares Indiz. Ein Erfolg ist es jetzt, wenn man die CMT als Rückblick nimmt, ist es ein Erfolg, wenn sich viele Ausstellenden dafür bedanken, dass sie ein tolles Messeerlebnis hatten. Wenn die Stimmung gut ist, ein ganz einfaches Indiz ist zum Beispiel auch, wenn während der Veranstaltung neue Messepartys an den Start gehen und nachfragen, ob sie noch feiern können. 12. Stuttgart zum Beispiel auch wieder der Fall. Da war einfach eine sehr schöne Stimmung, ein tolles erstes Wochenende. Und dann entlädt sich diese positive Stimmung zum Beispiel in Standpartys, in Abenden, die länger dauern. Und Zusammenkünfte, die etwas länger dann auch auf der Messe stattfinden. Und das ist so für mich auch ein absoluter Gradmesser, ob jetzt eine Messe erfolgreich war oder nicht.
Das habe ich auch tatsächlich so jetzt, wo du es sagst, so unterbewusst wahrgenommen, weil wir waren ja auch immer natürlich länger am Stand und dann musstest du abends durch die Hallen zurück und dann habe ich auch festgestellt, dass da überall Musik ist. Das habe ich zuletzt auf der CeBIT vor, keine Ahnung, 10, 15 Jahren erlebt, dass da so viele Partys quasi noch an den Ständen abends waren. Das stimmt jetzt, wo du das ansprichst. Ja, und das ist halt so ein bisschen das zu messen. Natürlich zählt für mich auch der zufriedene Gast, also der nur ein oder zwei Tage da ist. Der zählt für mich auch sehr viel. Da schaue ich ganz besonders auf die Bewertungen und versuche natürlich auch, irgendwelche Kommentare entsprechend zu berücksichtigen in der Planung. Also ohne das jetzt alles einzeln zu beantworten, aber dann auch zu gucken, was sind denn die Hauptkriterienpunkte von den Gästen, die bei uns waren. Mhm.
Jetzt gibt es ja Webseiten wie Camperstyle und viele andere. Es gibt Podcasts, es gibt YouTube, es gibt KI. Warum sollte man trotzdem auf eine Messe gehen? Genau deswegen, weil es das alles gibt. Also ich kann mich überall informieren. Mhm. Und mir geht es ja selber so, ich habe genau für mein Auto eine Frage, wo ich jetzt die Schraube reindrehen darf und wo nicht. Jetzt zum Beispiel, wenn ich irgendwas umbauen möchte. Und dann finde ich im Internet ganz viele Tutorials und Videos dazu, aber oft nicht genau auf mein Fahrzeug. Und ich möchte halt wissen, ist jetzt bei meinem Fahrzeug liegt da vielleicht doch ein Kabel und ich kann es nicht reindrehen. Und ich kann genau diese Frage, aber den Profi die Frage stellen und dann bekomme ich halt meine Antwort. Das ist jetzt so auf den Fahrzeugausbaubereich mal gesehen, aber auch bei Produkten. Ich kann die Produkte anfassen, ich kann mich mit Menschen unterhalten. Und insbesondere im Tourismus finde ich das dann immer so ein Gänsehaut-Moment, wenn die Hoteliers schwärmen und sagen können, was sie besonders für eine Tour anbieten können, was sie für einen Geheimtipp zum Abendessen haben und das auch wiederum auf den Gast anpassen können. Das sind so die Erlebnisse. Und rein im B2B-Bereich bin ich der absoluten Überzeugung, dass es noch keine KI geschafft hat, die Menschen so zu vernetzen wie eine Messe. Menschen mögen Menschen.
Manchmal unglaublich, gell, was was so.
Ja, weil es ja auch auf so einer Messe durchaus anstrengend sein kann mit so vielen Menschen, die. Unglaublich anstrengend, ja. Ja, und jetzt habe ich noch zwei Fragen, die vielleicht auch für andere Aussteller oder potenzielle Aussteller spannend sind.
Wir haben ja selber gesehen, dass du und deine Kollegen die ganze Zeit auf der Messe unterwegs warst in Stuttgart und Leipzig. Woran erkennst du jetzt als Messeprofi, dass ein Stand funktioniert? Also ganz unabhängig vom Produkt, was da präsentiert wird. Also wir machen uns ja schon bei der Planung der Stände und der Gänge Gedanken, wie was ankommen wird. Und jetzt haben wir uns ja, nehmen wir mal eine ganz neu geplante Halle 10 in Stuttgart. Das war das Technik- und Zubehörthema. Da habe ich meinen Kollegen dann gebeten, hey, lass uns doch den Gang noch ein bisschen umplanen, attraktiver gestalten, weil ich glaube, dass der nicht so gut funktionieren wird. Sagt man ja normalerweise als Messeplaner auf jeden Fall nicht, dass ein Gang nicht so gut funktionieren könnte. Und genau der Gang hat aber in der Halle den extrem gut funktioniert. Dafür hat ein anderer Gang in dem Fall nicht so gut funktioniert und das ist beim Touristikbereich. Und wir nehmen das natürlich mit und schauen, sind die Gänge gerade geplant? Hat der Gast einen guten Überblick, wo er hinläuft? Und jetzt rein auf den Stand bezogen, sieht man relativ schnell... Das beim Kunden ankommt. Ist das auf den ersten Blick attraktiv? Kann der vielleicht nochmal ein bisschen was umstellen? Kann er einen anderen Fokus nach vorne setzen, um mehr Attraktivität zu bekommen? Und da geht es ja oft um zwei, drei Sekunden, die der Gast hat, um auf den Stand zu gucken.
Auch dann die Frage, wie viel Werbung ist im Vorfeld gelaufen? Wie viel macht die Person auch auf dem Stand aktiv? Oder sitzt der nur mit dem Handy auf dem Stuhl ganz weit hinten? Hat vorne eine Burg gebaut und hält sich eher zurück.
Also da gibt es ganz viele Punkte, die dann sehr schnell auch ein Bild machen, ob das jetzt ein erfolgreicher Messebesuch wird oder nicht. Okay, ich sehe schon, Nen und Halil müssen auf jeden Fall, wenn du an unserem Stand in Hamburg bist, dich mal fragen, was du so über den Stand denkst. Weil wir haben den ja, beziehungsweise Halil hat den komplett selber geplant und gebaut. Auch sehr kurzfristig, weil wir uns das alles sehr kurzfristig überlegt haben oder entschieden haben mit der Messe. Und man wird dann ja auch sehr schnell betriebsblind. Okay, das geben wir mal mit und gucken mal, was wir da von dir lernen können. Also sehr gerne, wir sagen das ja auch immer den anderen Ausstellenden, wenn uns was auffällt. Also ich finde bei euch zum Beispiel diesen Eyecatcher von dem 3D-Drucker mit den verschiedenen Farben, die sich seitlich einziehen, das finde ich einfach ein Hingucker. Da bleibt dann der Blick da, insbesondere wenn der gerade läuft, dann würde man ja gerne so lange stehen bleiben, dass man sieht, was dabei rauskommt. Das macht man natürlich nicht, aber da ist man natürlich schon erstmal mit dem Fokus dabei. Ja, das ist auch der Gedanke. Ja, wenn ich mir jetzt aber vorstelle, ich habe auch einen Stand gesehen, da waren drei Fahrzeuge entlang des Gangs gestellt und zwar längs, sodass du zwischen den Fahrzeugen nicht mehr durchgekommen bist und drei Fahrzeuge heißt halt, das war eine Länge von knapp 20 Metern.
Ja, aber ich gucke mir nicht 20 Meter die Seite von den Fahrzeugen an.
Und ich muss aber auf den Stand, also ich müsste einmal um alle drei Fahrzeuge rumlaufen, um dann quasi mir die anzugucken von innen. Bin aber ja schon vielleicht vorbei oder das Fahrzeug interessiert mich jetzt von der Kategorie nicht, dann ist schon mein Augenmerk nicht gecashed worden. Sag mir doch mal bitte noch so zwei, drei Fehler, die du immer wieder siehst und die eigentlich total einfach zu vermeiden wären für Aussteller sozusagen.
Also, was ich immer wieder sehe, ist, dass nicht aktiv selber die Messe genutzt wird. Also Aussteller, die nicht einladen, Aussteller, die in unserem Bezug zum Beispiel diese Freikarten nicht nutzen, Aussteller, die die Chance nicht nutzen, in Kontakt mit anderen zu kommen. Das finde ich einfach schade, weil da wäre dann einfach noch mehr drin. Ich habe es vorher schon gesagt, wenn jemand mit dem Handy hinten auf dem Tisch sitzt, am besten noch zwei Personen gegenüber, jeweils mit dem Handy und auf dem Telefon irgendwelche Videos gucken. Ja, das kann man schon machen, dann darf man sich aber auch nicht beschweren, dass die Messe nicht so gut angelaufen ist. Ja, ich kann nur empfehlen, mit Eye-Cachern zu arbeiten, Eye-Cachern heißt das nicht, Eye-Cachern, Eye-Cachern, ich bin schon beim Angeln, wenn das der Cacher ist. Das können auch Cacher sein, die fangen ja auch ein. Ja, also das sind so Punkte, jetzt muss ich gerade überlegen, was.
Attraktives fürs Auge zu bieten und dann die Aufmerksamkeit zu bekommen und dann die Person auch ranzuziehen. Das ist eigentlich die große Kunst des Messerwesens. Ja, das kann ich bestätigen. Was mir noch aufgefallen ist, ein Spruch oder eine schnelle, lesbare, einfache, kurze, klare Übersicht, was es hier gibt, kann auch helfen. Ich gucke auf die Zeit. Wir machen ja eigentlich kurzes Podcast. Ich habe noch zwei Fragen. Ich beeile mich mal ein bisschen, weil der arme Halil muss das ja jeden Tag noch schneiden. Neben der Arbeit auf dem Messestand und dann abends ist es ja nicht zu Ende. Dann muss er noch Sachen nachdrucken und so weiter. Deswegen beeile ich mich mal. Aber wenn du jetzt heute selber Camper wärst und nach Hamburg fahren würdest auf die Messe, in welche Halle würdest du zuerst gehen und warum?
Also es ist in Hamburg relativ einfach, weil Hamburg hat drei Eingänge. Der Eingang Süd ist der stärkste und wenn ich dort mit dem Camper wäre, würde ich tatsächlich auf dem Heiligen Geistfeld übernachten. Ich würde rüberlaufen und würde dann den Eingang Süd und dort stehe ich direkt in der B6, komme quasi im Angelbereich an und gehe dann zu den Fahrzeugen. Und die Messe ist ja, wie ich vorher gesagt habe, so simpel aufgebaut, dass ich in einem Rundgang alle Messenhallen besuchen kann und deswegen einfach die Zeit mitbringen. Ein Tag ist dort auch ebenfalls schnell verbracht. Und die letzte Frage. Du machst das Ganze ja schon eine ganze Weile. Was überrascht dich aber nach all den Jahren immer noch, was du so siehst? Was fällt dir als erstes ein? Ich bin eigentlich, ist keine Messe wie die andere. Was mich immer noch überrascht, sind Aussteller, die anmelden, ihre Rechnung bezahlen und dann nicht zur Messe kommen. Das überrascht mich immer noch. Menschen, die...
Auch ein Erlebtes aus Hamburg zum Beispiel von vor zwei Jahren ist eine Dame gekommen, um 10 Uhr öffnet die Messe, um 10 Minuten nach 10 stand sie bei mir am Projektleiterbüro und hat sich sehr, sehr lautstark beschwert, dass sie ihr Geld zurück möchte, weil die Messe bietet ihr nicht das, was sie gesucht hat. Und dann habe ich sie gefragt, ob sie denn alles gesehen hat und dann hat sie gesagt, ja, ich habe jetzt alles gesehen. Da habe ich gemeint, ja, dafür hatten sie jetzt genau 10 Minuten Zeit und sie haben sieben Hallen angeschaut mit über 450 ausstellenden Unternehmen. Ja, ja, sie hat alles gesehen und sie möchte jetzt ihr Geld zurück.
Da kann ich natürlich dann auch nicht mehr helfen. Also, ähm, Ja, es gibt, glaube ich, kein Messejahr, wo nicht etwas passiert, wo ich mich nicht drüber wundere. Okay, aber das Überwiegende ist ja schön und wir haben auch ganz viele tolle Menschen kennengelernt, sowohl bei den Besuchern als auch bei den Ausstellern. Ja, also wenn ihr in der Gegend seid oder die Anreise nicht scheut, kommt nach Hamburg auf die Reise in Karawading, 5. bis 8. Februar. Zu uns natürlich. Halle B4 stand dran an 51. Holt euch euer kleines Geschenk ab und gerne natürlich auch zu den anderen Ausstellern, die da zahlreich in den Hallen vertreten sind. Guckt euch das Rahmenprogramm an. Wir werden jeden Tag einen Podcast wieder machen mit spannenden Dingen, die wir gefunden haben. Und es gibt eben ganz viel Rahmenprogramm. Auch das Wohnzimmer ist wieder dabei mit dem Raphael und ganz viele andere Bühnen, von denen du gesprochen hast. Das Wohnzimmer ist auch noch direkt gegenüber von euch. Das haben wir so geplant. Das ist wieder in Sichtweite wie in Leipzig. Und ich bin ein bisschen traurig, dass ich nicht da bin. Ich bin ein bisschen glücklich, dass ich nicht da bin, weil ich so viel arbeiten müsste. Und ich bin da ganz ehrlich.
Ich danke dir. Ich hoffe, ihr hattet ein bisschen Spaß da draußen. Und wir hören uns in der nächsten Episode. Ich sage schon mal Tschüss. Xandi, du hast die letzten Worte an unsere Hörer und Hörerinnen. Ja, ich sage auch Tschüss. Vielen Dank fürs Zuhören. Und ich freue mich auch, wenn uns mal persönlich jemand begrüßt auf der Projektleiterseite und sagt, was ihm gefallen hat, was ihn gestört hat, einfach ein persönliches Feedback da lassen, sehr gerne.