Dann fangen wir doch im Bestzeit-Podcast mal wieder ganz vorne an, so beim ersten Lauf mit Startnummer. Heute in unserer Spezialfolge vom Bestzeit-Podcast mit Philipp Flieger, Ralf Scholt und einem besonderen Gast. Ja, wir fangen heute mal wieder bei A an, aber ich kann euch jetzt schon sagen, sehr entertaining, sehr, sehr entertaining mit Toni Martin, kennt ihr alle, Radprofi, x-mal Weltmeister, mal auf neun Pfaden. Plötzlich taucht er mir auf bei einem Halbmarathon. Man hat ja sonst nichts zu tun. Ja, ich frage an euch zu Hause, wann war das letzte Mal, dass ihr wieder was sportlich Neues gemacht habt, wo ihr vielleicht auch wieder richtig aufgeregt vorher wart? Also so ein bisschen dieses nervöse Vorstartfeeling. Also ich glaube schon, dass da viele, die vielleicht auch früher schon mal intensiv Sport gemacht haben, das irgendwann wieder ein bisschen vermissen, weil es natürlich ganz lange Teil des Lebens war. Und dass man dann vielleicht auch auf neuen Fahrten unterwegs ist, das ist natürlich dann nachvollziehbar. Da kommen wir später dazu. Ich habe ihm in einigen Punkten da auf jeden Fall direkt zustimmen müssen, wo ich gesagt habe, ja, im Laufen oder bei ihm im Radfahren, da hast du halt deine ganze Jugend die Grenzen ausgelohntet. Das gibt jetzt nicht mehr so den großen Kick, da muss man sich vielleicht was Neues suchen.

Es war ein sehr, sehr unterhaltsames Gespräch auch in weiten Teilen und auch ein total spannendes Gespräch, weil wir natürlich auch tiefe Einblicke nochmal bekommen haben in die Radsportwelt und freuen uns sehr, dass er sich da heute für uns Zeit genommen hat. Wir können auch gleich vorwegnehmen, dass es einen Tipp gibt für euch zu Hause, nämlich seine Doku, die seine Karriere zumindest in Teilen abbildet. Die werden wir auch in den Shownotes verlinken. Für diejenigen, die vielleicht auch gerade mal auf einer Rolle wieder sind, ist es leider nur 40 Minuten, aber auf jeden Fall ein bisschen Futter für euch, wenn ihr euch ein bisschen ablenken müsst und sportliche Motivation braucht. Ja, aber dafür ist ja unser Gespräch mit ihm ein bisschen länger geworden, ist verflogen wie nix die Zeit und zusätzlich haben wir ja auch, wie viel? 296 Folgen noch im Kücher, die ihr euch noch angehören wollt. 98 ist immer schon. Also da geht es natürlich hin, aber ich finde das sehr, sehr spannend und ihr könnt uns gerne auch nochmal schreiben, wie es euch gegangen ist, als ihr das erste Mal bei einem Halbmarathon gestanden habt oder bei einem Marathon. Oder was euch für Gedanken begleiten, wenn ihr das vielleicht noch nicht gemacht habt und das vorhabt. Da sind ja vielleicht jetzt auch noch einige dabei. Damit sind wir noch nicht bei den Vorsätzen für 2026. Aber der eine oder andere hat ja seine sportlichen Planungen fürs nächste Jahr schon vorangetrieben.

Von Köchen, die in Rot auf der Startliste stehen. Über Menschen, die neue Projekte im nächsten Jahr angehen, sei es Marathon oder der erste Triathlon oder was auch immer. Philipp macht ja sicher auch bald seinen ersten Triathlon. Es wird nicht mehr 2025 sein, kann ich euch versprechen. Ich mache mein erstes Triathlon-Camp im April. Da kriegt ihr später nochmal genau die Daten, weil ich habe alles versucht und meine beiden Gesprächspartner heute zu überzeugen, dass sie dringend dabei sein müssen. Ich rechne nicht mit einer spontanen Buchung. Ja, bin ich ehrlich, da habe ich echt versagt heute.

Aber was soll ich sagen? Unser langjähriger Partner AG1 hat seine intensive Involvierung in den Triathlonsport nochmal manifestiert und steigt dann nochmal stärker ein in den nächsten Jahren. Also wir müssen uns da ganz eindeutig bemerken. Weiterhin mit befassen. Das wird ja sowieso passieren, weil ich immer wieder nerdy-mäßig dazwischen krähe und sage, ey, wann gehst du endlich schwimmen, Philipp? Aber fangen wir vielleicht erstmal mit einer gescheiten Versorgung an. Das geht natürlich weit über eure großartige, tief ausgewogene, gewogene, nicht gewosene, sondern gewogene Ernährung hinaus, die ihr jeden Morgen neu durchdenkt und natürlich auch in jeder Konsequenz durchhaltet. Ihr seht schon, ich erzähle Blödsinn, weil das irgendwie leider keiner so richtig von uns schafft. Aber vielleicht dann den kleinen Akzent noch setzen mit AG1, wie gesagt, unser langjähriger Partner. Und es hat jetzt nichts zu tun mit Black Week, Frenzy oder sonst irgendwas, sondern einfach eine schöne kleine Aktion zum Jahresausklagen, die wir sehr gerne hier mit euch teilen und an euch weitergeben wollen. Ja, so schaut es aus. AG1 ist unser täglicher Nährstoffboost mit über 70 hochwertigen Inhaltsstoffen und da ist eben alles drin, was wichtig ist, Vitamine, Mineralstoffe, Bakterien, Kulturen, Pflanzenstoffe und Ballaststoffe und man hört es wahrscheinlich an meiner Stimme, ich bin auf jeden Fall gerade am Limit.

Hab eine Menge Stress und das merkt man irgendwann, deshalb ja, investiert in eure Immunabwehr, Energie, Verdauung, Stress und Stimmung und wie du schon gesagt hast, es steht jetzt ja dann, wir sind mitten in der Adventszeit, aber dann auch bald die Feiertage an, also da wahrscheinlich für einige von euch ja auch reisen, Trubel, Festessen und da kann man sich nicht genug unterstützen, AG1 möchte da helfen und es wird das erste Mal, und wir machen hier schon lange Werbung für AG1, Es ist das erste Mal ein Rabatt geben auf euren Startmonat bei AG1, nämlich 69 statt 87 Euro. Trotzdem gibt es natürlich das Welcome Kit inklusive, also Shaker, Dose und Löffel, das ist komplett gratis da beinhaltet. Ihr habt eine 30-Tage-Geld-Zurück-Garantie, wie gewohnt, gibt also kein Risiko für euch und keine Versandkosten, keine Vertragslaufzeit. Pausieren könnt ihr jederzeit, genauso wie kündigen, aber zum allerersten mal einen Rabatt auf euren ersten Monat des Abos. 69 statt 87 Euro, das ist richtig stark. Ihr könnt das Ganze auschecken über www.drinkag1.com. Da findet ihr alle Infos zum, wie nennt man das jetzt, Festtags-Abo von AG1, so würde ich es vielleicht sagen. Und natürlich auch alle Details zu den gesundheitlichen Vorteilen. Also checkt den Link aus, findet ihr auch in den Shownotes.

Ja und wir machen mal ein paar Shoutouts zu einem wirklich grandiosen Marathonfest. Also ich fange mal mit der medialen Seite an. Wir fangen erstmal an, ein Shoutout an die geile ARD-Übertragung würde ich mal sagen. Die habe ich nämlich auch angeschaut und die fand ich super. Und ich glaube, da bin ich bei weitem nicht der Einzige, der das sehr, sehr gut fand. Ja, also da war natürlich auch einfach sehr viel dabei, dass die Leute gesagt haben, okay, wir wollen das unbedingt sehen. Und da ist auch tatsächlich mein Ansatz, so eine gute Marathon-Übertragung, was jetzt die Bilder angeht, die unterschiedlichen Spielflächen angeht, die Storylines angeht, habe ich noch nie gesehen. So tief, so gut informiert, die richtigen Leute rausgesucht, die wesentlichen Rennszenen und Situationen dann auch nochmal nachgespielt. Die Idee, wann man wie und wo sein muss, also das ist ja auch immer dieser innere Zwiespalt. Bin ich jetzt bei der Top-Gruppe der Männer? Muss ich jetzt zu den Frauen gehen? Was ist in der Verfolgungsgruppe hier, da, dort?

Gleichzeitig hatten sie, glaube ich, acht, neun, zehn unterschiedliche Ansätze, wo kleine Gruppen oder einzelne Läuferinnen und Läufer Landesrekorde attackiert haben. Ja, klar, nochmal Gratulation, Shoutout und was bist du für eine geile Maschine, Amalapetros, war natürlich unfassbar, aber davon gab es ja so viele Geschichten, die waren alle vorbereitet, da wussten die Leute auf den Motorrädern, wer das ist, die wussten natürlich mit einem Insert versehen das Ganze, wo geht die Reise hin, also das war schon State of the Art, aber jetzt nochmal richtig angehoben das Ganze. Klar, Valencia, geile Stadt und so weiter aber wir haben jetzt auch schon diskutiert, was wir so machen bei den Übertragungen in Deutschland es ist natürlich ein Unterschied, ob du eine Stadt, die an sich attraktiv ist auch attraktiv abbildest oder ob du nur, nicht falsch verstehen, Läufer, Läufer zeigst und.

Diese Übertragung hat es geschafft, die Stadt attraktiv abzubilden und gleichzeitig Laufen extrem attraktiv abzubilden. Also relativ viel von der Seite oder seitlich von vorne, dass du einen Laufstil halt auch wirklich nachvollziehen kannst. Also wie gut, bitteschön, ist halt auch John Courier, der ja eine fantastische Lauftechnik hat, wie gut ist der da abgebildet worden, dass man das auch mal zeigen konnte und wirklich auch gut sehen konnte. Also da muss ich sagen, die haben die Messlatte sehr, sehr, sehr, sehr hochgelegt, was das in Zukunft angeht. Aber es hat Spaß gemacht. Plus natürlich dann, aus deutscher Sicht war das ja in so vielen Teilen spannend und ja auch mit allem, was Laufsport zu bieten hat. Ja eben vom deutschen Rekord von Amaral bis sicher zu den zwei, drei Leuten, die ihre Marathonambitionen dann einfach abbrechen mussten. Ja, Gesa hat uns natürlich allen wahnsinnig leidgetan.

Klar sagen jetzt viele sogar so ganz schlicht, ja gehört dazu und so. Aber das ist schon anders, wenn du halt als Weltklasseathletin aus so einer Saison rauskommst, da auch wirklich dann nochmal viel investierst an Zeit, an Reisen etc. Und dann merkst, dass es an dem Tag halt nicht sein soll. Ja, also das stelle ich mir auch nicht einfach vor. Da habe ich auch gesagt, okay, es sagt sich so schnell von außen, Krone richten, wieder aufstehen, weitermachen. Ich muss dir das, Philipp, nicht sagen, dass das was ganz anderes ist, wenn man sich so auf den Marathon vorbereitet hat. Total, total. Ja, es gab natürlich wie immer bei solchen Großereignissen, und das ist Valencia inzwischen, muss man wirklich sagen, Licht und Schatten auch aus deutscher Sicht, Gesa hast du schon angesprochen, leider auch Sebastian Händel, der mit Hüftproblemen zu kämpfen hatte, Philemon Abraham, auch Rennen beenden müssen, vorzeitig. Erfolgsstories natürlich neben Ammanal, der natürlich da jetzt alles überstrahlt. Trotzdem neue Bestzeiten ja auch für Hendrik Pfeiffer, der sich damit seinen Kaderstatus gesichert haben dürfte. Neue Bestzeiten von Simon Boch nach langer Verletzungszeit, auch unter zwei Stunden neun. Ich glaube, ein ganz wichtiger Schritt für ihn gewesen, auch in puncto sportliche Zukunft. Jetzt ja auch die Veränderung nach Düsseldorf zu Hendrik Pfeiffer in die.

Und Samuel Fitwi mit einer Zeit, die jetzt, also natürlich eine 207, wo leben wir, dass man da jetzt heute sagt, das war jetzt aber nicht so gut so. Also ich meine, man muss immer mal die Kirche im Dorf lassen, wo wir noch vor ein paar Jahren waren. Das ist natürlich nach wie vor trotzdem ein super solider Marathon für ihn. Aber ich weiß oder glaube zu wissen, dass er natürlich da auch mehr vorhatte logischerweise. Der wollte seinen deutschen Rekord ja nicht abgeben, ist ja ganz klar. Aber nichtsdestotrotz auch einfach ein wahnsinnig hohes Leistungslevel bei Männern und Frauen, auch wenn jetzt deutsche Frauen in Valencia nicht so viele vor Ort waren. Aber auch das ist einfach eine gigantische Hochzeit des deutschen Marathons und das ist natürlich total spannend, auch aus Fansicht. Ich habe auch total gebannt vor dem Fernseher gesessen am Sonntagmorgen und das genossen, also wo wir uns jetzt schon bewegen. Und das ist echt stark. Es gab ein paar Fragen, Ralf, zum Thema mit Laura. Laura Hottenrott, warum sie nicht starten konnte und wie das sein kann und so weiter und so fort. Also da haben mich und auch auf dem Bestzeit-Account einige Fragen erreicht.

Ähm, in Teilen, also die Infos, die wir haben, es ist in Teilen natürlich für Außenstehende nicht nachvollziehbar, da gibt es persönliche Befindlichkeiten zwischen Rennorganisationen und, ich sag jetzt in meinem weitesten Sinne, Team Laura, aber ich möchte auch nochmal einmal einen Punkt hervorheben, der, glaube ich, schon ein oder zwei Jahre alt ist, ein Zitat, ich weiß nicht mehr, ob es vom Renn, vom Race Director war, das ist ja Marc Reuk, oder vielleicht sogar von, weiß nicht, Präsident Valencia Marathon, Vorstand, etc. Und zwar gab es mal den Satz, dass damals war es ja so ein bisschen noch, also Valencia ist ja kein Major und es war so aufstrebend, aber dann haben wir ja trotzdem viele das so als Last Resort irgendwie genommen. Ja, jetzt hat mein Herbstmaraton noch nicht geklappt, dann gehen wir halt noch nach Valencia, da gibt es ja geile Bedingungen. Und da ist mal dieses Zitat gefallen, wir sind nicht die Resterampe hier von Berlin. Das heißt, was sie damit ausdrücken wollten, ist glaube ich, dass man ein langfristiges Commitment möchte und nicht so quasi unterjährig gefühlt so oder im Herbst, ich möchte jetzt noch mitlaufen so ungefähr, sondern sie wollen eine frühzeitige.

Rennzusage und dann auch eine entsprechende Vorbereitung auf dieses Highlight, für was sie sich ja auch halten und ich kann jetzt nicht bewerten, ob das bei Laura im Detail der Fall war oder nicht oder wie früh da angefragt wurde, aber am Ende des Tages, wurde das eben nicht zugelassen, beziehungsweise nur unter Auflagen, sie hat sich ja selbst geäußert und gesagt, sie hat eine Startnummer sozusagen auf dem Graumarkt erworben, ich weiß nicht, wie man das sagt, und konnte das dann aber nicht umschreiben lassen oder das wurde ihr verwehrt, beziehungsweise auch, die Annehmlichkeiten von Profiathleten wurden verwehrt, also sie hätte glaube ich keine Eigenverpflegung abgeben können und so weiter und hat sich dann schweren Herzens gegen diesen Start entschieden, weil sie da ja eben dann auch nicht die Bedingungen, so vorgefunden hat, die nötig sind, um in dem Level, wo sie unterwegs ist, natürlich irgendwie eine Top-Leistung zu bringen. Also auf jeden Fall lohnt es sich, da bei ihr mal reinzuschauen. Sie hat sich ja da im Vorfeld des Marathons länger zu geäußert. Das sind, glaube ich, auch persönliche Befindlichkeiten auf Seiten der Spanier. Keine Ahnung, wie die entstanden sind. Und ich glaube, Laura weiß es auch nicht so richtig, wie die entstanden sind. Aber das ist leider eine unschöne Situation, die eine Option, einfach schnell zu laufen, für Laura da verhindert und verhindert hat. Und ich sehe jetzt gerade auch nicht, weil da wohl so ein bisschen Ghosting stattgefunden hat, wie sich das auflösen ließe.

Aber es ist nicht so, dass sie damit ganz alleine wäre. Solche Auseinandersetzungen zwischen Läuferinnen und Läufern und bestimmten verantwortlichen Personen bei Laufveranstaltungen gibt es durchaus häufiger. Also das ist jetzt nicht so, dass es das noch nie gegeben hätte. Ja, leider sind das überall Menschen und dann ist man sich vielleicht schon mal vorher irgendwo begegnet und irgendwas ist doof gelaufen. Haben wir schon häufiger gehört, auch von anderen, dass es dann da keine Möglichkeiten mehr gab zu laufen. Und das unterstreicht natürlich die Wertigkeit, die Valencia sich erarbeitet hat im Laufsport. Dass eben sehr, sehr, sehr viele Top-Läuferinnen und Läufer dort laufen wollen.

Das hat sich ja, glaube ich, auch ein bisschen dargestellt an der Übertragung und an den Bildern, wie viele herausragende Läufer da unterwegs waren. Also alleine wie viele um die Frauenspitze herum waren, da waren wir eher bei 2014, 2015 unterwegs, wie viele Leute bei 2020 unterwegs waren und so weiter und so weiter. Also das ist schon brutal. Alleine die Zahl der sehr ambitionierten Debutanten, die wir da gesehen haben, das hat man sonst eigentlich auch höchst selten. Es gibt auch in Berlin immer viele Debutanten, auch hochkarätige Debutanten, aber jetzt nicht. Ich glaube, die hatten irgendwie roundabout 50 aus dem Elite-Bereich. Ja, das weißt du besser als wir alle. Das ist schon außergewöhnlich, dass so viele Leute ihren Ersten dort machen wollen. War ja letztlich auch ein Hintergrund neben der terminlichen Anwendung. Im Jahr für Gesa dort zu starten, ist leider nicht aufgegangen. Aber unterm Strich natürlich ein Fest, gar keine Frage. Weil ich finde auch, dass deutlich geworden ist, und da meine ich jetzt gar nicht Gesa, sondern bei vielen anderen, dass Marathon halt schon auch immer das Abenteuer des Tages dann ist. Das hat sich eben ja zum Beispiel auch bei Hendrik Pfeiffer gezeigt.

Der lange Zeit sehr, sehr gut unterwegs war, dann ein bisschen Probleme hatte, dann ja offensichtlich schon länger mit Magenproblemen sich während des Laufes rumquält hat, muss man echt sagen. Es war, glaube ich, eine reine mentale, unglaubliche, starke Meisterleistung, dass er das Ding durchgezogen hat. Weil so wie es ihm ging, das ist ja dann auch in den Bildern deutlich geworden, da dann bei der Geschwindigkeit weiter drauf zu bleiben und dran zu bleiben, das musst du auch wollen. Das musst du sehr, sehr, sehr, sehr stark wollen.

Samu hast du angesprochen, ja, auch da. Da ist ja dann der Weg auch nicht so weit, dass man dann ganz treiben lässt und entweder nicht ins Ziel kommt oder dann deutlich langsamer ins Ziel kommt. Ja, wir haben sehr viele Leute auch am Straßenrand stehen sehen, die Probleme hatten. Ja, einer der besten Spanier schon nach ein paar Kilometern raus. Also da war so viel dabei und so viel drin in diesem Marathon, das finde ich toll. Die Szene da sich einmal so komplett präsentiert hat. Von den vielen Jubelnden, von natürlich den Siegern und Siegerinnen von Amanal, von den Top-Leistungen, die wir gesehen haben, Michael Nitsch, die wir ja auch schon im Podcast hatten, persönliche Bestleistung gelaufen und so weiter.

Es hat einmal die gesamte Palette Laufen, Marathon, Von den schwierigsten Umständen bis Abbruch, bis hin zu Bestleistungen, Rekorden, einmal alles dabei gewesen. Also es ist schon ein großer Sport. Aber es war auch schön, in Hamburg zu sitzen bei leichten Nieselregen draußen morgens, es war noch dunkel. Und dann die ersten Bilder, die du hast aus Valencia, blauer Himmel, Sonne geht auf. Und da denkst du, okay, mein Bus fuhr heute Morgen in die falsche Richtung. Kontrastprogramm auf jeden Fall.

Ja, das ist so.

Das war auf jeden Fall mein Highlight des Sonntagmorgens und ich glaube von vielen von euch auch, zumindest haben wir ja da echt viel Rückmeldung bekommen und es wurde extrem gewertschätzt und da muss man ja auch einen Shoutout an euch geben, dass ihr das möglich gemacht habt, weil ich glaube, das war jetzt nicht zu Jahresanfang schon auf der Agenda. Klar, natürlich auch abhängig davon, dass da eben dann so viele deutsche Top-Athleten am Start waren, dass das dann irgendwo bewilligt wurde, aber das ist glaube ich schon sehr wertgeschätzt worden, dass ihr und dass die ARD das möglich gemacht hat, das live zu verfolgen. Ein paar Nachrichten habe ich bekommen aus dem benachbarten deutschsprachigen Ausland, hier Österreich und Schweiz, ob man das da gucken kann. Ich habe dann immer geschrieben, ich weiß es nicht, wenn dann wahrscheinlich nur mit einem VPN-Client, wird wahrscheinlich ein rechter Thema sein. Ich habe es jetzt gar nicht auf dem Schirm gehabt. Ich meine, es wäre nicht Geoblocking gewesen, aber ich weiß nicht. In der Schweiz ging es wohl nicht oder bei manchen nicht. Manche haben mir geschrieben, sie konnten es jetzt nicht einfach so freiempfangen. Aber wenn es nicht, dann hat das wahrscheinlich meistens mit irgendwelchen Rechten oder so. Das hat ganz oft mit rechten Fragen zu tun. Das ist so. Also nicht, dass die ARD jetzt euch per se im benachbarten Ausland grundsätzlich gängelt und sagt, nein, ihr dürft das nicht gucken. Eigentlich sind wir ja auf dem Satelliten halt auch, aber das hat halt mit den Rechte-Konstellationen zu tun, die ist in jedem Land im Zweifel anders. Wenn der jeweilige Veranstalter in dem Land einen Vertrag hat, dann darfst du in der Regel nicht von außen mit demselben Programm da rein strahlen. So ist das halt.

Aber ich möchte auch noch mal ein paar Menschen hier namentlich nennen. Max Torwirth, der uns einen überragenden Zeitenservice geliefert hat. Ja, klar, wir haben natürlich auch viele Apps offen gehabt und Seiten und so weiter. Ja, aber nochmal danke, war super.

Natürlich auch die anderen... Die Running-Podcast-Influencer, die alle dabei waren, die uns verteckt haben vorher, das hilft natürlich. Die Zahlen waren sehr gut. Nur so geht das, wenn dann die gesamte Laufgemeinde da auch dann guckt. Und natürlich auch nochmal an Timo Kuhlmann, der persönliche Trainer von Henrik Pfeiffer, der ja vor Ort unserem Kollegen Ben Wotsny da zur Verfügung stand, sehr, sehr wertvolle Hinweise gegeben hat. Und natürlich auch das, was wir dann als extra aus deutscher Perspektive dazu liefern konnten, nochmal verstärkt hat. Natürlich Benjamin Franke, auch die Jungs um Samu Fetvi rum, die haben halt alle komplett mitgeholfen, dass wir da so eine Übertragung halt auch mit einer Tiefe und mit einem Kenntnisstand hatten. Und der Einzige, der einen doofen Fehler macht, war ich dann. Aber gut, ist dann so. Passiert den Westen. Forget it.

Bei der Beste sind wir eigentlich bei unserem Gast. Perfekte Überleitung, besser geht es nicht. Einer der besten deutschen Rennradfahrer über lange Zeit und spezialisiert im Zeitfahren ist unser Gast heute, das ist Toni Martin. Etappen gewonnen bei Grand Tours, gelbes Trikot schon mal getragen, achtfacher Weltmeister im Zeitfahren, ich glaube Silbermedaille sogar bei Olympischen Spielen 2012 auch im Zeitfahren und natürlich jahrelange Radsportkarriere hier im internationalen Radzirkus. Der ist jetzt nach seinem Karriereende, hat er das Laufen für sich entdeckt, ist seinen ersten Halbmarathon in der Schweiz gelaufen. Ralf ist das natürlich nicht entgangen und zwar in einer Zeit, wo wir auch direkt mal gesagt haben, oh, ich mache einfach mal hier einen Halbmarathon direkt in 1.24, da haben wir doch direkt mal gedacht, da haken wir mal nach und wollen in Erfahrung bringen, wie es dazu kam und ob da vielleicht doch noch größere Pläne vielleicht auch dahinter stehen für die Zukunft. Wir freuen uns sehr, dass er sich für uns Zeit genommen hat und sagen, herzlich Willkommen Toni Martin.

Ja Toni, dann sagen wir herzlich Willkommen bei uns im Bestzeit Podcast. Fragt sich der eine oder andere, Moment mal, ihr beschäftigt euch doch mit Laufen, aber genau das ist ja auch unser aktueller Anlass gewesen. Wie geht es dir in deinem neuen Leben als Läufer? Ja, hallo Ralf erstmal, hallo Philipp. Schön hier bei euch sein zu dürfen. Ja, mir geht es sehr gut. Als Läufer direkt würde ich mich vielleicht noch nicht bezeichnen, zumindest nicht in dem Umfang, wie ich auch Radsportler bin und war. Aber ja, ich erarbeite mir gerade Liebe zum Laufen und es ist auf jeden Fall eine sehr spannende Sportart, wo ich auch wirklich Bock drauf habe, noch mehr drüber zu lernen. Für uns ist das total spannend. Wir haben es gerade schon, als die Mikrofone noch aus waren, schon besprochen. Also Ralf und ich halten natürlich immer die Augen offen nach Sportlern, beziehungsweise auch Ex-Sportlern, die da in ihrer Hauptsportart irgendwie zu den Besten gehört haben, die später mal, vielleicht dann nach der Profikarriere irgendwie beim Marathon, bei Halbmarathonläufen landen. Gibt es natürlich ein paar Fußballer, die man als Beispiel anführen könnte. Arjen Robben ist so ein Beispiel. Wir hatten aber auch schon Robin Gosens sogar bei uns im Podcast hier, der in seiner Saisonpause einfach mal irgendwie Triathlon gemacht hat, weil er Lust drauf hat, das erst mal auszuprobieren.

Jetzt Radsportler gibt es natürlich auch Beispiele, die inzwischen sich den läuferischen Herausforderungen gestellt haben. Und da sind wir natürlich auch auf dich gekommen. Das ist nämlich noch gar nicht lange her. Ich glaube, es war vor zwei Wochen, wenn ich mich nicht täusche, als du an deinem sozusagen ersten offiziellen Halbmarathon teilgenommen hast. Und für euch zu Hause, die natürlich die meisten ja auch viel laufen, die Zeit würden wir auf jeden Fall mit erwähnen, weil für, wie du schon sagst, ja so ein bisschen jetzt, ich habe mal einen Halbmarathon gemacht, so ganz so ist es natürlich nicht, es ist direkt mal eine 1,24 gewesen, das heißt, du bist einen Halbmarathon direkt mal unter einem Viererschnitt gelaufen, was ja wirklich aller Ehren wert ist, von dem her, wie kam es denn dazu, dass du jetzt gesagt hast, Mensch, habe ich jetzt mal Bock drauf, das zu probieren und dann natürlich auch gleich nicht ganz unambitioniert?

Ja, da muss ich ein bisschen ausholen. Also ich habe meine Radsportkarriere, meine aktive Karriere vor vier Jahren beendet und hatte schon immer Lust, weil ich einfach super sportinteressiert bin, mich auch wieder sportlich auch breiter aufzustellen. Und da kam so natürlich das Laufen gleich so als erstes in den Kopf, dass ich gesagt habe, okay, ich hätte Bock, mich läuferisch zu betätigen. Ich lebe hier am Bodensee in der Region, ich habe eine coole Natur, ich kann hier direkt durch den Wald joggen und ja, ich mag das einfach auch direkt in der Natur zu sein. gar nicht jetzt auf dem Laufband oder auf dem Sportplatz. Und ja, so habe ich angefangen im Prinzip mit wirklichen Laufeinheiten. Ich muss dazu sagen, dass ich sehr, sehr lange gebraucht habe, bis ich meine Knie ans Laufen gewöhnt habe. Also ich habe wirklich ein Jahr gebraucht, bis ich wirklich gesagt habe, okay, ich kann jetzt wirklich jeden Tag oder jeden zweiten Tag laufen, ohne dass ich danach irgendwelche Knieschmerzen habe und Probleme bekomme.

Und nach einem Jahr, wo ich dann wirklich sagen konnte, konstant, ich laufe zwei, dreimal die Woche, ist das eigentlich bei mir zur Routine geworden. Irgendwo habe ich mit 30, 40 Minuten begonnen und jetzt ist so, ich sage mal, so eine Stunde pro Einheit ist so mein Durchschnitt, würde ich sagen. Das Ganze in einem Tempo, wo ich sage, okay, ich gehe noch nicht ans Limit, oder das war zumindest vor dem Halbmarathon so. Jetzt muss ich sagen, bin ich ein bisschen angejuckt, auch schwer zu laufen, aber davor war es wirklich so, ich bin einfach gelaufen im Grundlagentempo, habe die Natur, den Wald genossen, Und irgendwann kam ein guter Freund von mir und der hat gesagt, hier, ich laufe den Halbbarathon in Frauenfeld und hast nicht Lust mitzumachen. Und ja, da ich sowas noch nie gemacht habe und da ich auch sehr interessiert bin an Neuen und gerade was alles Sportliche angeht, habe ich gesagt, klar, logisch, mit einem Kumpel, coole Geschichte, mache ich mit.

Also das ist ja schon ein Schritt von, ich möchte mich mal jetzt unterstellt ein bisschen fit halten, ich möchte mich sportlich betätigen, ich laufe in der Natur. Alles ja komplett nachvollziehbar im fortgeschrittenen Sportleralter. Aber dann wieder eine Startnummer dran zu machen, ist ja was anderes. War das dann auch so ein Flashback? Oh, jetzt ist hier wieder Race. Hat es gekribbelt?

Definitiv, ich war angespannt aufgeregt ist zu viel gesagt, aber ich war auf jeden Fall angespannt hatte Bock, eine gute Zeit zu laufen, also ich hatte mir mein persönliches Ziel gesetzt unter 1,30 zu laufen, Man muss auch dazu sagen, also meine höchste Distanz, die ich jemals davor gelaufen habe, waren 16 Kilometer. Ich konnte mich irgendwie nie überwinden, jetzt schon diese über 20 Kilometer in Angriff zu nehmen, so in meiner Freizeit. Auf jeden Fall muss ich sagen, ich komme ja aus dem wettkampforientierten Sport. Ich war 14 Jahre lang Profi und war es gewöhnt, mich mit anderen zu messen. Und das bleibt natürlich irgendwo intus. Also mich mit anderen zu messen, entweder mich mit selber oder mit anderen, das finde ich geil, muss man schon sagen. Jetzt muss man aber auch sagen, wieder in ein Rennen zurückzugehen, auf dem Rennrad, kam jetzt für mich nie in Frage, weil ich A, das hinter mir habe, ich habe alles erlebt, alles erlebt, alles gewonnen, was so in meinem Leistungsvermögen war und als Ex-Profi kann man ja im Prinzip auch nur verlieren. Also wenn du ein Rennen gewinnst, dann sagen alle, ja gut, du bist ja der Ex-Profi und wenn du verlierst und von Amateursportlern geschlagen wirst, dann bist du übertrieben gesagt eine Lachnummer. Das finde ich so sehr, 100% absolut, finde ich total bei dir, geht mir genauso. Ja, genau.

Ich hatte aber schon Bock, mal wieder irgendwo eine Startnummer dran zu pinnen und mich auch wieder zu beweisen. Gar nicht gegen andere, aber so gegen mich selber oder für mich selber. Da lag einfach das Rennen auf der Hand, dass der Kumpel dann ankam und gesagt hat hier komm, wollen wir das nicht zusammen machen Halbmarathon laufen, das war so ein bisschen das letzte Mühe, was ich auch gebraucht habe um das dann wirklich auch in Angriff zu nehmen und ich wusste tatsächlich überhaupt nicht, auf was ich mich einlasse, ich habe mich nicht vorbereitet, ich habe kein Intervalltraining gemacht ich bin stupide meine 1, 2, 3 Mal die Woche durch den Wald eine Stunde gerannt und habe mir dann die Startnummer am Tag X drangepinnt und bin losgelaufen und.

Selbstironisch kann ich sagen, überheblich wie ich war, habe ich mich gleich mal in die erste Startreihe gestellt und dachte, löschst du mal den ersten mit, kann ja nicht so schlimm sein. Ich mag das Mindset, ich mag das Mindset, sehr gut. Genau, aber nach drei Kilometern, wo ich dann schon die Spitze so langsam ziehen lassen musste, musste ich dann doch sehen, dass ich hier ein anderes Tempo anschlagen muss. Und ja, ich kann wirklich sagen, ab dem ersten Drittel war es wirklich eine Quälerei. Also das habe ich komplett unterschätzt. Ich war wirklich wieder in der Hölle, die ich eigentlich kenne vom Zeitfahren, auf dem Rennrad, wo man wirklich vom Start weg knapp ans Limit gehen muss. Das war genau das gleiche Gefühl. und ich habe mehrere Male darüber nachgedacht, auch einfach aufzuhören, einfach stehen zu bleiben und mich selber gefragt, warum ich das eigentlich mache. Und dann war tatsächlich eine coole Begebenheit. Es waren sehr, sehr viele Zuschauer am Straßenrand und da stand eine Frau mit dem Schild Keep on smiling, you paid for it. Und das war, das habe ich einfach, obwohl ich am Limit war, durchweg habe ich das einfach komplett wahrgenommen und habe gesagt, sie hat komplett recht Und dann bin ich aus diesem Selbstbegleit so ein Stück rausgekommen und habe einfach gesagt, ja komm, du machst das hier für dich, du hörst jetzt deinen Rhythmus weiter und versuchst einfach mit deinen bestmöglichen Möglichkeiten ans Ziel zu kommen.

Und zwischendurch ist dann auch meine Uhr, meine Tracking-Uhr noch ausgefallen. Ich wusste auch gar nicht mehr, in welchem Rhythmus ich unterwegs bin. Ich kannte bis zur Ziele überhaupt nicht mehr meine Zeit und bin dann irgendwie wirklich mit Hängen und Mögen da durchgekommen. Aber schlussendlich war es doch eine gute Zeit, die mich doch befriedigt hat. Also vielleicht war es ja ganz gut, dass die Uhr ausgefallen ist, dann hat die Uhr dich schon nicht limitiert, sonst hättest du dich vielleicht immer an die 1,30 orientiert und war es am Ende ja viel, viel schneller, muss man sagen. Also wer weiß, für was das vielleicht ganz gut war. Richtig, richtig. Jetzt muss ich dazu sagen, es war eine relativ alte Uhr, die, glaube ich, auch gar nicht so genau getrackt hat. Und nach dem Marathon habe ich dann direkt den Black Friday genutzt, um mir eine schön moderne Uhr zu holen, die dann wirklich mit verschiedenen GPS-Systemen genau jeden Meter trackt und wo ich dann wirklich jeden Kilometer meine Zeit durchgesagt bekomme. Und das motiviert mich jetzt auch im Nachgang doch sehr, muss ich sagen. Also, ich sehe schon, du bist im Game angekommen. Herzlich willkommen in der Lauf-Community, ja. Nimm uns nochmal mit, Vorbereitung zu dem Rennen.

Weil man macht sich ja dann, wenn man eine Laufveranstaltung machen will und sich das sehr gut vorher überlegt hat und nicht gedacht hat, ach, ich laufe mal mit einem Kumpel mit, Gedanken über, was ziehe ich eigentlich für Schuhe an? Was habe ich eigentlich für Klamotten an? Gibt es da was zu essen? Muss ich was essen unterwegs? Ist es kalt, warm, regnet es? Schnee? Keine Ahnung. Bist du da ganz unvorbelastet hin oder hast du diese Punkte mal irgendwann in deinem Kopf gewendet? Definitiv habe ich die gewendet. Und das ist ganz witzig, weil ich komme ja aus dem Radsport und da weiß ich genau, was ich anzuziehen habe, was ich zu essen habe. Da hast du einfach eine komplette Routine. Und jetzt stand ich ja auch bei einer Auslauersportart am Start oder wollte da hin und hatte einfach null an, also wirklich null, null. Und habe mich auch nicht belesen. Ich habe jetzt keine Fachzeitschriften geblättert, überhaupt nicht, weil ich das immer noch so als Freizeitsport für mich gesehen habe und einfach erst mal als ein schönes Erlebnis mit meinem Kumpel. Jetzt würde ich im Nachhinein ganz anders drauf gucken, aber da war es einfach so, dass ich gedacht habe, ich gehe einfach an den Start und gucke mal, was passiert.

Und zum Glück habe ich noch einen alten Freund davor gesprochen, der schon ein bisschen mehr im Game ist und der hat mir gesagt, hier, wenn du die und die Schuhe holst, das ist auf dem Halbmarathon locker, sind das locker nochmal zwei Minuten. Weil ich habe so eine irgendwelche 0815 Essex gehabt, die auch für Wald und Wiesen völlig ausreichen. Und dann hat er mir was erzählt von Carbonsohle und von Federung und Dämpfung. Und dann habe ich mich da erstmal so ein bisschen informiert und habe mir gesagt, okay, jetzt die 250 Euro, die investierst jetzt, wenn das wirklich zwei Minuten sind.

Die nimmst du jetzt einfach in die Hand. Und da hat er mir aber auch erzählt, die halten 80 Kilometer und danach geht die Däpfungsmessenschwieder verloren. Und dann habe ich die wirklich nur einmal original angezogen, und zwar bei den 16 Kilometern, die ich davor mal so ansatzweise, probenweise in der Zeit gelaufen bin. Und danach habe ich die einfach in den Schrank gestellt und habe gesagt, die hole ich nur raus am Tag X zum Marathon. Und das habe ich tatsächlich auch gemacht. Und ja, jetzt weiß ich nicht, ob die Schuhe nochmal, wie gesagt, 1,30 wollte ich laufen, 1,24 geworden, ob die Schuhe da wirklich nochmal die zwei Minuten beigetragen haben, das könnt ihr vielleicht besser sagen, ob der Effekt so groß ist, aber ich kenne es ja auch vom Radsport, dass einfach Material, Aerodynamik, dass das super entscheidend ist, insofern gehe ich davon aus, dass auch Schuhe sehr, sehr viel ausmachen können im Laufsport und auf jeden Fall habe ich mich mit einem guten Schuh eingedeckt, auf jeden Fall, ich war mir selber auch unschüssig, brauche ich jetzt lange Sachen, brauche ich kurze Sachen bei den Temperaturen, wie gesagt, auf dem Rad weiß ich es sehr gut, beim Laufen wusste ich es nicht, Ich bin mal auf Nummer Sicherheits gegangen, der Marathon war im November, wir hatten so um die 8 bis 10 Grad, ich habe mal lange Sachen angezogen um mich rum, die ganzen Topläufer waren dann in kurz. Insofern hatte ich dann schon wieder meine Entscheidung infrage gestellt, aber es war jetzt nicht so, dass ich über Hits bin, gar nicht.

Essen war sicherlich auch ein kritisches Thema, muss ich ganz klar sagen, weil im Gegensatz zum Radsport muss ich sagen, beim Laufen ist der Magen einfach zumindest bei mir sehr, sehr empfindlich. Voll, ganz andere Geschichte, ne? Ganz, ganz andere Geschichte, ja. Also ich kann vom Frühstück direkt aufs Rad und kann Vollgas geben, das ist gar kein Problem. Beim Laufen brauche ich zwei bis eher drei Stunden, dass ich dann wirklich auch ein gutes Tempo laufen kann. Und wenn ich früher laufe, dann kann ich damit rechnen, dass ich zumindest immer mal wieder aufstoßen muss und einfach ein ungutes Gefühl habe. Auf der anderen Seite wusste ich aber auch vom Ratsport ja der Körper braucht natürlich auch die Energie und wenn du jetzt zu lange Zeit vom Frühstück lässt bis zum Start und dann anderthalb Stunden Vollgas kannst du natürlich hinten raus auch mit einer Unterzuckerung auch sehr sehr eng werden und insofern habe ich einen Zwischenweg gewählt ich habe ein gutes Frühstück zu mir genommen habe drei Stunden bis zum Start einkalkuliert und habe davor nochmal ein, zwei Riegel gegessen und bin dann ohne irgendwie Verpflegung an den Start gegangen und das hat ganz gut gepasst.

Okay, da ist noch Raum für Verbesserung, was die Ernährung angeht, bin ich relativ sicher. Was die Schuhe angeht, also erstmal der mechanische Effekt, der wirkt schon. Da gibt es ja Menschen, die da besser drauf responden, also Responder oder weniger Responder. Aber ich bin hundertprozentig sicher, dass es natürlich vor allen Dingen in deinem Kopf eine Menge ausgemacht hat, weil du ja deine 16 damit gelaufen bist, was schon mal ein sehr kluger Ansatz war, dass man das nicht am Renntag zum ersten Mal anhat. Und wahrscheinlich auch gemerkt, dass das sich ein bisschen anders anfühlt, als der Schuh, den du sonst üblicherweise getragen hast. Genau, die sind ja dann auch viel leichter logischerweise. Und dann macht das natürlich schon auch was mit einem, glaube ich, wenn man weiß, okay, heute habe ich meine Waffen draußen. Das ist so, als würdest du beim Zeitfahren mit Scheibe fahren oder ohne Scheibe fahren. Das ist ja, muss ich dir nicht sagen, dass das natürlich ein großer Unterschied ist. Das macht ja auch mit dir selber was, dass du weißt, okay, ich habe jetzt hier ein perfektes Setup. Und das verändert ja einfach die Herangehensweise. Das ist schon mal so.

Nehmen wir uns auch mal mit in deine Radsportwelt, weil du ja gesagt hast, okay, da kenne ich jedes Detail aus dem FF. Habt ihr während der Ausfahrten und dann auch während der Rennen auch schon stark mit Gels gearbeitet? weil du bist ja noch so in der Übergangsgeneration, wo noch relativ weniger verpflegt wurde während der Rennen, wenn ich das richtig weiß. Und ausfahrten dann auch gerne mal mit von den Teams selbstgemachten Reisriegeln, die übrigens weltklasse geil sind. Das ist nur beim Laufen echt blöd, weil die Verschluckste hast du nicht gesagt. Nehmen wir uns mal mit, aus welcher Ernährungszeit du da kommst, weil heute geht das ja alles auch dann über die Sachen, die im Ausdauersport halt gängig sind, also Pulver, die aufgelöst werden, Gels etc. Also ganz so alt bin ich noch nicht. Also ich bin schon noch mit Geld groß geworden. Du warst noch Schnitzel kaufen. Ja, ja, genau, genau. Und wir hatten noch Wein in der Flasche. Nee.

So alt bin ich noch nicht. Aber du hast absolut recht. Also der Wissenstand über Ernährung und auch die Herangehensweise hat sich im Laufe meiner Karriere komplett geändert. Also es ist so, dass man jetzt mittlerweile Erkenntnisse hat, wie viel Carbo-Load man machen kann, wie viel Gramm Kohlenhydrate pro Stunde auch Muskel überhaupt verarbeiten kann. Zu meiner Zeit war es um die 90 Gramm, maximal 100 Gramm pro Stunde so. State of the Art. Mittlerweile hört man ja auch teilweise von Triathleten, die jetzt schon ungefähr 150 Gramm pro Stunde dazu sich nehmen. Also das Bewusstsein, dass einfach Kalorien, Kohlenhydrate einfach elementar sind, schon im Training einfach, um auch den Muskel an die Umsetzung zu gewöhnen, Es war eine Evolution, die hat so während meiner Karriere stattgefunden und war dann auch bei meinem letzten Team, das einfach dort auch sehr, sehr weit schon in der Entwicklung war, war da extrem hoch angesehen. Und insofern weiß ich um die Bedeutung von einer guten Energiezufuhr, während des Wettkampfs auch. Nur ich kann sagen, jetzt bezogen aufs Laufen, dass ich einfach extrem Sorge hatte, wie mein Magen damit umgehen würde.

Und ich deswegen laufe nochmal sicher gegangen, wenn wir gesagt haben, auf dem Rad kann ich anderthalb Stunden ohne Energie einigermaßen gut performen. Beim Laufen wird es wahrscheinlich auch klappen, obwohl ich gemerkt habe, dann im Ziel, dass ich wirklich extrem leer war. Beim Laufen gar nicht, aber dann danach. Und ich bin auf jeden Fall zur Erkenntnis gekommen, dass ich beim nächsten Lauf auf jeden Fall ein, zwei Gel dabei haben werde in der Hosentasche und die dann in einer einigermaßen ruhigen Minute oder Sekunde dann mal zu mir nehmen werde. Du bist also bei dem Lauf auch an den Verfliegungsstellen vorbei oder hast du da nur einen Schluck Wasser genommen oder einfach vorbei? Gar nichts, gar nichts. Viele vor mir haben was genommen. Mir war das auch so nicht bewusst. Du nimmst ja einen Becher, trinkst den im Lauf und schmeißt den dann weg.

Da bin ich mir auch wieder letzter Amateur vorgekommen, weil ich musste mir das wirklich bei anderen angucken und abgucken. Es waren Temperaturen um die 8, 9, 10 Grad. Da bin ich jetzt wirklich eine Stunde 30 durchgelaufen und hatte kein Problem, aber mir ist schon bewusst, wenn es vielleicht mal zwischen Richtung 15, 20 oder 30 Grad geht, dass ich dann auch etwas zu mir nehmen muss. Nur ist es so, und das ist, glaube ich, mein größtes Problem aktuell noch beim Laufen, im Gegensatz zum Radfahren, auf dem Rad kann man ja auch mal rollen lassen oder kann man mal ein Stück weit rausnehmen, man kann sich erholen. Was ich beim Laufen einfach noch nicht geschafft habe, diesen Status hinzubekommen, dass ich vielleicht mal einen Schritt rausnehmen kann und es schaffe, mich dort zu erholen oder mir mal eine ruhige Sekunde zu gönnen. Also für mich ist Laufen, egal wie schnell, immer anstrengend, weil ich einfach kein Läufer bin. Man muss es ja so klar sagen. Also ich mache das, glaube ich, noch viel mit Kraft, mit Energie, mit Willen, aber ich habe nicht diese Lauftechnik, wo vielleicht ein gelernter Läufer auch sagen kann, okay, ich laufe jetzt gleich mal zehn Sekunden langsamer auf einen Kilometer und das merke ich direkt und dann ist das für mich, da kann ich wieder anfangen zu sprechen zum Beispiel und kann mal einen Riegel oder ein Gehlen mehr zuführen. Und dieses Gefühl kenne ich überhaupt nicht beim Laufen. Also bei mir ist Laufen immer anstrengend und immer High-Performance.

Da wüsste ich jetzt aktuell noch nicht, wie ich in größeren Mengen trinken oder essen soll. Naja, man würde das ja tatsächlich auch üben wollen vorher und eher in kleinen Portionen irgendwas Flüssiges zu sich nehmen. Aber das sind ja genau die Anfänge. Es ist total cool, wie du das beschreibst, weil ich glaube, diese Phasen haben alle, die uns hier zuhören, schon mal durchschritten. Und viele sind vielleicht noch in diesen Phasen, dass sie sagen, okay, wenn ich schneller laufe, kann ich nicht mehr trinken, was mache ich?

Solche Geschichten gibt es ja einfach, die man auch einfach bedenken muss. Und es ist natürlich vollkommen anders, ob man auf dem Rad, wie du gesagt hast, einfach sitzt und rollt, das ist ja ruhig im Vergleich. Aber so hast du ja immer den Impact auf, ab, aufkommen und so weiter, das ist ja total anders. Was mich noch mal interessiert, hast du jetzt im Vergleich zum Zeitfahren, was ja zumindest von der Dauer der Belastung nicht unähnlich ist, einen deutlich anderen Puls beim Laufen?

Also nicht im Spitzenbereich. Wie ich es gerade schon gesagt habe, ich komme beim Laufen einfach nicht in irgendwelche Pulsbereiche oder auch muskuläre Bereiche, wo ich sagen kann, hier kann ich es entspannt angehen lassen oder hier fühle ich mich entspannt und hier komme ich auch vom Puls wieder runter und kann mich auch erholen. Also wenn ich jetzt 10 Minuten Anstatt gefahren bin beim Zeitfahren und habe mir das Pacing vielleicht mal so angeteilt, dass vielleicht mal eine Phase war von einer Minute, wo ich gesagt habe, ich schraube jetzt hier mal 40 Watt runter, um wieder ein bisschen Luft reinzukriegen ins System, dann hat es funktioniert. Beim Laufen schaffe ich das nicht. Also selbst wenn ich langsamer laufe, ist das für mich immer noch extrem anstrengend, sodass der Puls vielleicht ein Stück weit runterkommt, aber nicht wirklich messbar und vor allem nicht fühlbar, dass ich sage, okay, ich erhole mich hier wieder. Also ich kann im Prinzip immer an meinem oberen Limit laufen. Das hilft wirklich weiter, wenn ich da irgendwie die Schritte rausnehme. Okay, das ist auf jeden Fall spannend, aber nachvollziehbar, weil du ja einfach als Erfahrung, als Bewegungserfahrung, auch als Körpererfahrung noch gar nicht auf viel zurückgreifen kannst, was jetzt mit Laufen auch in einer Wettkampfform zu tun hat, sowieso nicht. Weil wenn du sagst, ich habe auch jetzt noch nicht Intervalle gemacht und solche Geschichten, das bringt dich ja dann dahin logischerweise, dass solche Dinge dann da passieren. Nochmal zum Zeitfahren.

Da hast du dich auch eher nicht verpflegt, wenn du bis eine Stunde oder also eineinhalb Stunden Zeit fahren gibt es ja auch schon mal da hast du dich auch nicht verpflegt oder doch schon auch verpflegt doch, da habe ich mich, verpflegt aber nicht, weil ich Sorge hatte, irgendwo in den Hungerast reinzukommen oder in die Unterzuckerung sondern weil mir schon damals bewusst war, ein Zucker Impact im Körper bringt einfach nochmal eine gewisse Leistungsschimulation Es war eher ein Performance-Gedanke. Rein muskulär hätte es für mich auf jeden Fall gelangt, auch ohne Essen eine Stunde.

Ja, das sind halt tatsächlich ja dann physiologische Abläufe, die ähnlich klingen, aber ja dann doch anders sind, weil der Impact beim Laufen natürlich vollkommen anders ist, als wenn man vorher sein Leben im Sitzen verbracht hat. Das muss man ja so sagen. Das ist so und man kann beide Sportarten auch überhaupt nicht vergleichen und auch viele sagen, ja, du hast ja auf jeden Fall die Grundausdauer und laufen sollte jetzt nicht so schwer fallen. Klar, die Muskeln musst du dran gewöhnen, aber dann läuft schon. Ist bei mir nicht so. Also ich muss sagen, jetzt groß reden kann ich trotzdem nicht, auch wenn ich jetzt ein normales Tempo laufe. Also ich habe immer so eine gewisse Grundbelastung, die ich einfach vom Radfahren so nicht kenne. Für mich ist immer ein Systemschock erstmal, wenn ich laufe. Ich komme damit zwar gut klar und ich kann mich da auch in eine gewisse Pace so reinarbeiten, aber es wird nie irgendwo jetzt die Sportart sein, wo ich so rechts und links, oder aktuell ist es zumindest so, wo ich jetzt einfach rechts und links die Aussicht genießen kann und mich freue, dass ich einfach jetzt hier im Wald unterwegs bin. Also ich glaube, es könnte rechts und links sonst was passieren. Ich würde es wahrscheinlich nicht mitkriegen, weil ich so fokussiert bin aufs Laufen und auf diesen Leistungsgedanken. Und das ist beim Radfahren definitiv eine andere Geschichte.

Also trotzdem super, super spannend. Auch was du mit deinen Knien erzählt hast, das hätte ich jetzt fast sogar noch stärker vermutet. Aber dass du noch nicht in dem Modus bist, dass du eine Ausfahrt beim Laufen machen kannst, das ist spannend auf jeden Fall. Weil das kann ganz schön sein. Also wenn du nochmal hinkommst, das kann wirklich ganz schön sein. Aber Systemschock, das fühle ich. Das fühle ich ganz stark.

Also ich, kurze Disclaimer hier für die Leute, die zuhören, ich möchte kurz weg meine kleine Tochter trösten. Aber deswegen weiß ich nicht, ob ihr das schon angesprochen habt oder nicht. Ein Aspekt, der natürlich schon spannend ist, weil ein Radsportler von der Qualität wie du, Toni, Du hast natürlich eine riesen Engine, einfach kardiovaskulär, natürlich ein irres System. Ich glaube, wir hatten über Schwimmer auch schon mal gesprochen, wenn du dich recht erinnerst, Ralf, dass das natürlich bei denen in Teilen ähnlich ist. Es vereint euch, obwohl es komplett unterschiedliche Elemente sind, natürlich zwei Dinge. Ihr seid in einer Sportart sehr, sehr gut, wo ihr aber ja praktisch euer eigenes Körpergewicht nicht tragen müsst. Und ich glaube, das ist die größte Herausforderung. Nicht von dir, weil, come on, also so wie du erzählt hast, so ein bisschen, ich habe Laufen für mich entdeckt als cooler Ausgleich und um fit zu werden, stelle mich mal in meinen ersten Halbmacht und bam, 1,24. Das zeigt ja erstmal, was bei dir immer nach wie vor noch möglich ist. Das ist ja krass, das schaffen viele Leute in ihrem ganzen Leben natürlich nicht.

Gleichzeitig ist aber natürlich so dieser Aspekt, beim Laufen fängt man das 5- bis 6-fache Körpergewicht pro Schritt ab. Das ist natürlich, wenn man das nicht gewohnt ist, und das musstest du ja nicht gewohnt sein als Radprofi, Ist das natürlich für Muskel, Sehnen, Bänder, Gelenke, ist das einfach ein riesen Stress ja erstmal, der einfach Zeit und da reden wir jetzt wahrscheinlich nicht von Wochen, sondern eher vielleicht auch sogar von Jahren benötigt, bis sich der Körper da dementsprechend dann ausbildet. Und deswegen, ich fand die Schilderung total interessant oder auch nachvollziehbar. Mir ging es immer so, wenn ich nach einer langen Verletzungspause zurückkam, also wenn ich eine OP hatte und dann irgendwann zwar froh war, aus dem Reha-Bereich raus zu sein und endlich wieder draußen laufen zu dürfen. Aber so habe ich mich da auch immer gefühlt und dachte mir so, ich weiß noch, die ersten ein, zwei Wochen nach so einem Ding, wo du grünes Licht bekommst, darfst du wieder rausgehen. Da war es dann immer so einerseits kompletter Endorphin-Overflow, weil du dachtest, yes, endlich wieder raus in die Natur laufen. Und gleichzeitig aber auch irgendwie so kurz vor Mental Breakdown, weil ich dachte so, scheiße, ich werde nie mehr in meinem Leben einen Kilometer in drei Minuten laufen können. Scheiße kann sich laufen anfühlen. Also deswegen, das ist halt so dieses leichte Dahinrollen oder dieses, dass man einfach dann links, rechts einfach so genießen kann. Das ist auch ein Prozess und der ist, also für mein Dafürhalten oder auch aufgrund meiner eigenen läuferischen Erfahrung.

Weniger dadurch getrieben, wie krass irgendwie ein System schon entwickelt ist, sondern wie sehr diese ganzen muskulären Strukturen einfach in so einen Rollen kommen können sozusagen. Und ich glaube, das dauert einfach seine Zeit. Ja, kann ich absolut nachvollziehen und ich habe es ja gerade schon gesagt, also für mich kann man Radfahren und Laufen absolut nicht vergleichen und das ist ja aber auch das Schöne und deswegen habe ich ja auch unter anderem auch im Laufen angefangen, weil du auf dem Rad, um wirklich effektiv zu trainieren, sind wir ja als Radprofis gewohnt, also drei Stunden mindestens, eher auch vier, fünf, sechs Stunden. Krass, das ist beim Laufen utopisch. Also klar, es gibt noch Ultra-Bereich, aber trotzdem, das ist ja schon sehr spitz und sehr extrem. Für euch war das wahrscheinlich, hat einfach so dazugehört.

Genau, ja gut, dafür waren wir auch Profis und hatten den ganzen Tag Zeit und wurden auch dafür bezahlt. Jetzt ist es eben so, jetzt habe ich auch einen Alltag. Ich habe eine Familie, ich habe noch ein, zwei andere Berufe und dann ist es eben auch so, das werden viele andere wahrscheinlich bestätigen können. Jetzt willst du dich trotzdem irgendwie sportlich betätigen, hast aber eben nicht die zwei, drei, vier Stunden auf dem Rad. Ja, dann gehst du eben 40, 50, 60 Minuten raus joggen, das Umziehen dauert in der Regel auch nicht so lange wie auf dem Rad, weil bis man erst mal auf dem Rad ist, da vergeht auch irgendwie immer 10, 15 Minuten. So schnallst du dir die Schuhe an und los geht's und hast eine Stunde was gemacht und bist danach auch echt K.O. Und fühlst dich einfach auch gut. Also ich brauche das auch, das ist auch so eine kleine Sucht. Und deswegen ist es bei mir tatsächlich so, wenn ich wenig Zeitkapazität habe, dann gehe ich sehr viel laufen. Und wenn ich ein bisschen mehr Zeitkapazität habe und vielleicht sogar auch noch die Sonne scheint, dann gehe ich eben dann lieber aufs Rad. Und so hat sich da eine ganz schöne Balance eingestellt.

Also die entscheidende Frage, die an diesem Podcast sehr oft gestellt wird und auch in Richtung von Philipp eigentlich alle zwei Wochen gestellt wird. Was ist denn mit Triathlon? Hallo, das bisschen Schwimmen gehst du doch hin. Das wird mir hier in den Mund gelegt. Das ist ja nur im Bereich Treiben. Wir müssen ja gar nicht schwimmen in der Hinsicht. Diese Frage wird mir alle zwei Wochen in diesem Podcast gestellt, die ich wiederholt mit großer Ausdauer negiere, weil Schwimmen ist für mich halt ein rotes Zug. Ich weiß das nicht, Toni. Belehr mich eines Besseren. Wie sieht es bei dir da aus? Also bist du geborener Schwimmer, der jetzt eigentlich schon verkappter Triathlet ist? Nein, also Schwimmen wäre sicherlich ein Aspekt, warum ich keinen Träbler machen könnte, muss ich ganz ehrlich sagen. Ich würde mich wahrscheinlich mit Brustschwimmen einabwirken.

Sicherlich gab es auch mal so Gedanken oder so Überlegungen, ob es nicht ganz nett wäre, das mal auszuprobieren. Vielleicht mal so eine olympische Distanz, die dann auch nicht ganz so zeitintensiv ist. Aber ich bin da auch Realist. Also ich glaube, ich würde mit so viel Rückstand schon aus dem Schwimmbecken rausgehen. Das weiß ich nicht, ob mir das dann wirklich Spaß machen würde, dann wirklich alles aufholen und auflaufen zu müssen. Das ist ja dann auch ein Mental Game.

Und das Problem ist ja vor allem die Technik. Und wenn du die Technik nicht von der Pike auf gelernt hast, dann hast du einfach ein Problem beim Schwimmen. Das muss man einfach so sagen. Und ich muss sagen, das Laufen ist aktuell auch so ein Systemschock oder eine Neuerung auch für meinen Körper, um da ranzukommen. Und da würde ich meinen Körper jetzt ungeheuernd jetzt auch überfordern wollen, jetzt noch Schwimmen reinzubringen, um dann noch alles zu kombinieren. Also ich habe unheimlich viel Respekt vor Triathleten, weil ich einfach weiß, dass es einfach auch so zeitintensiv ist und du brauchst so viel Moral auch im Training. Man muss dem alles unterordnen. Die Kapazitäten hätte ich einfach auch aktuell nicht. Also das Schöne an ehemaligen Radprofis ist ja, dass es sämtliche Spielarten an Ausdauersportarten im Anschluss natürlich sehr prominent gibt. Ja, das ist ja eine Frage. Ihr habt ja einen immer dabei gehabt, also mindestens einen mit Cameron Wirth, der ja sowohl als Radprofi in der absoluten Weltklasse rumgekurbelt ist, aber eben auch als Langdistanz-Triathlet. Also alleine das, was er sich da halt auch über die Stunden einer Woche gibt, ist ja schon ganz außergewöhnlich. Ist es überhaupt irgendwie ein Punkt, dass man als Radprofi noch was anderes macht, geschweige denn überhaupt laufen geht oder ist Laufen total verpönt in der Zeit, wenn man Radprofi ist?

Auch hier hat es ein Wandel in den letzten Jahren gegeben. Normalerweise ist Laufen so das natürliche Gift des Radsportlers. Also ein Radsporter sitzt eigentlich immer, entweder auf dem Fahrrad oder auf dem Stuhl. Also Stehen ist für Radsporter, beide dickstehen, das geht gar nicht. Und jetzt ist es aber so, dass im Laufe der Zeit einfach in den Straßenradsport auch sehr, sehr viele Crossfahrer gekommen sind. Und Crossfahrer, die müssen schon vor Wettkampf wegen, müssen die auch viel laufen, also viel vom Rad, Radschultern, Treppen hochlaufen. Und die machen einfach, Trainingsbegleitend zum Radfahren macht die einfach auch viel Laufsport und das haben die sich einfach im Straßensport beibehalten. Das heißt also, für die ist, wenn die morgens eine Stunde laufen gehen, ist das jetzt nicht wirklich ein Impact, so wie für mich, sondern das ist für die, wie anderthalb Stunden Radfahren zum Beispiel, weil die es einfach auch gewöhnt sind. Oder ich war im Team mit dem Primo Schrocklitsch, ein ehemaliger Skispringer.

Als Skispringer war der auch gewohnt, morgens jeden Tag eine halbe Stunde zu laufen. Und der hat das teilweise sogar bei den Wettkämpfen gemacht. Also der ist dann relativ früh aufgestanden und ist dann irgendwas zwischen Laufen und Gehen, hat er sich da 30 bis 40 Minuten sportlich betätigt, ist dann zum Frühstück und ist dann noch eine 3, 4, 5 Stunden Etappe gefahren. Also ich glaube, das ist auch absolut Gewöhnungssache. Es wird kein Radsportprofi mit 23 anfangen, das Laufen für sich zu entdecken und dann parallel zum Radsport noch irgendwie laufen. Das wird es nicht geben. Aber wenn du von der Jugend an da so reinwächst, dann hat der Laufen auch für den Körper einen anderen Stellenwert. Dann verkraftest du das ganz anders und dann ist das vielleicht eher eine Ausgleichsportart oder vielleicht auch.

Eine schöne Ablenkung, draußen an der Natur zu sein und das Ganze ein bisschen zu entschleunigen. Also da gibt es mittlerweile beides. Aber wie gesagt, man muss da auch reinwachsen. Und ein Beispiel, was ich noch sehr gut im Kopf habe, weil es halt deine Probleme halt auch zu Beginn des Laufens nochmal unterstreicht. Rolf Aldag hat ja auch mal einen Versuch in Richtung Ironman Langstrecke gemacht und ist auch Marathon gelaufen. Das war so im Ausklingen seiner Karriere. Also er war noch Radprofi. Und wenn ich mich nicht ganz täusche, ist er irgendwas 2,45 oder sowas Marathon gelaufen, was ich schon echt krass fand damals, muss ich wirklich sagen. Aber er hatte auch wohl so richtig Probleme mit den Füßen, wenn ich das richtig weiß. Weil auch da sind ja Riesenunterschiede, ob du einen Radschuh an hast und da Druck drauf gibst, oder einen Laufschuh, wo du dein Körpergewicht mal x abfangen musst. Aber das sind so ein paar Beispiele, die halt zeigen, ja klar, ihr seid da schon extrem physisch leistungsfähig, aber diese Anpassung, diese Stoßbelastung aufzufangen, ist dann schon nochmal was anderes.

Gleichzeitig muss man ja sagen, ich wollte noch kurz anmerken, gleichzeitig ist es ja spannend zu sehen, wie zum Beispiel Ex-Rad-Profis zu laufen kommen. Gleichzeitig ist ja ein Trend, weil wir jetzt gerade darauf abgehoben haben, dass es mehr wird oder vielseitiger vielleicht auch in den Teilen wird, je nachdem wie der Background aussieht. Es ist ja im Laufen auch ein Trend. Ich komme noch aus der Generation, haben wir hier natürlich im Podcast schon oft besprochen, auch geprägt durch alte Trainer, also gar nicht abgewertet gemeint, aber einfach alte Schule, die natürlich gesagt haben, wer laufen will, sollte laufen hauptsächlich mal und dann bist du halt deine 200 Kilometer oder auch über 200 Kilometer in der Woche gerannt für den Marathon, für die Vorbereitung.

Da findet ja auch so ein krasser Shift statt in der internationalen Laufspitze, muss man sagen, nicht nur in der deutschen, dass Training sehr viel vielseitiger wird. Und zwar eben dann nicht mehr nur aus Laufen und ein bisschen Krafttraining besteht. Klar, wir wollen alle nicht so aussehen, aber man braucht natürlich trotzdem eine entsprechende Stabilität für Verletzungsprophylaxe, Laufökonomie etc. Aber es findet sehr viel mehr, ich will jetzt nicht sagen, dass es ein Tretland-Training abdriftet, Weil da natürlich Schwimmen, genau, das ist auch der Aspekt, wer hat es wie gelernt, dass man es sinnvoll einsetzen kann, aber Ralf, wir haben ja schon öfters hier gesprochen, dass Aquajogging wirklich als beispielsweise als regenerative Maßnahme häufiger jetzt auch gemacht wird, auch ohne, dass eine Verletzung da ist, statt dann halt nochmal 10 Kilometer am Nachmittag laufen zu gehen oder vor allem Radfahren sehr viel mehr gemacht wird für Grundlagenausdauerzeit ohne Impact. Vielleicht jetzt nicht in der Hochphase einer spezialisierten Marathon-Vorbereitung, eher in der Pre-Phase sozusagen, aber dass das ja auch sehr viel mehr wird, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass Trainer oder jüngere Generationen von Trainern und auch Sportwissenschaftlern einfach auch öfters über den Tellerrand schauen oder vielleicht der Austausch auch mehr ist. Ich weiß nicht, wie hast du das denn so erlebt, das ist schon ein bisschen geschildert, mit Kollegen sozusagen von damals. Oder wie findet überhaupt Training bei euch statt? Habt ihr quasi als Teil eines Profiteams einen Trainer im Team oder hat jeder seinen Individualtrainer oder mehrere Trainer für verschiedene Aspekte? Das ist bestimmt total spannend.

Ja, also du hast auf jeden Fall recht, da hat es auf jeden Fall eine Trainingsentwicklung gegeben. Im Radsport ist es jetzt nicht so, dass du jetzt groß andere Sportarten machst, wenn du nicht gerade eine persönliche Präferenz hast, wie zum Beispiel Laufen oder, klar, die Sprinter gehen natürlich auch in den Kraftraum, aber das war auch schon vor Jahren so. Aber es hat sich insofern schon geändert, dass man von, gerade so in Deutschland, gab es gerade in Ostdeutschland auch immer dieses Credo, lang und ruhig trainieren. Egal, was kommt, lang und ruhig trainieren. Ich habe mal mit Erik Zauber gesprochen, ehemaliger Topsprinter. Ich weiß nicht, wie viele X Tour de Fonts hat man gewonnen hat, der hat nicht einen Sprint in seinem Training trainiert. Also er ist einfach im Wettkampf und hat gutes Sprinter natürlich auch veranlagt dazu. Und wenn du natürlich gottgegeben diese Fähigkeiten hast, dann kannst du die meistens oder sehr oft dann abliefern. Aber es ist schon so, dass jetzt im Laufe der letzten Jahre dieses kürzere Training und dafür eher gesteuert, intensiv gesteuerte Training, dass das auf jeden Fall immer mehr in den Vordergrund gerückt ist. Das ist schon so, dass man auch, also früher hat man sich wirklich über Wettkämpfe, über Nebenwettkämpfe, auf Hauptwettkämpfe vorbereitet.

Und mittlerweile ist es so, dass man weniger Wettkämpfe fährt und dafür gezielter dann auch intensiv trainiert. Da hat es auf jeden Fall einen Shift gegeben, was natürlich auch bedingt, dass man natürlich auch mental aus meiner Sicht heutzutage viel, viel stärker sein muss. Weil natürlich kennen wir alle, wenn man intensiv trainiert, nicht wirklich einen Gegner vor der Nase hat oder hinter einen hat, dann musst du dich natürlich, dich und deinen eigenen Schweinehund besiegen. Und das tut unter Umständen mehr weh, als wenn du irgendwie einen externen Gegner hast. Also da hat es auf jeden Fall eine Änderung gegeben. Bei den Trainern war es einfach so, ich kam noch aus einer Zeit, wo der Sportler mehr oder weniger für sich selber zuständig war. Das heißt also, die meisten Sportler hatten ihren eigenen Trainer und haben mit dem auch über Jahre zusammengearbeitet, weil du irgendwann die Beziehung hattest, beide wussten.

Was sie zu erwarten haben und wie man sich optimal auf einen Wettkampf oder auf eine Saison vorbereitet. Zum Ende meiner Klärung ist aber dazu immer mehr übergegangen, dass die Teams gesagt haben, nee, wir wollen, dass unsere Sportler auch mit Teamtrainern trainieren, was auch nachvollziehbar ist aus meiner Sicht. Weil sie gesagt haben, wir haben eine Trainingsstrategie im Team, natürlich nochmal unterteilt, je nachdem, ob du ein Sprinter bist, ein Zeitfahrer oder ein Klassikerfahrer. Aber da gab es eine Trainingsmentalität und Philosophie und die wurde dann über die 4, 5, 6 Teamtrainer an die Sportler weitergegeben.

Und somit war das schon eher abgestimmt, auch dann mit den Wettkämpfen, die dann ja wiederum in der Opload der Teams gelegen haben. Und da war der Austausch einfach wesentlich intensiver, als wenn jeder Sportler so ein bisschen sein eigenes Süppchen gekocht hat. Aber ja, ich bin viele Jahre mit dem Vertrauen der Teams gefahren, dass ich mich schon zu Hause selber vorbereite und dann einfach topfit beim Start stehen werde. Ja, und du hattest natürlich jetzt nochmal diese spezielle Qualität des Zeitfahrers. Das ist ja schon nochmal etwas anders und eine eigene kleine Disziplin ja im Radsport, weil genau das, was du eben beschrieben hast, da ist die Uhr ja dein Endgegner. Na klar, du hast dieses lange Band der nacheinander startenden Rennfahrer, aber du hast ja nicht das Peloton da in dieser Disziplin vor dir. Also da musst du schon auch bereit sein, dir im Training und im Wettkampf in die Fresse zu schlagen. Wann hast du denn gemerkt, dass das deine große Qualität ist?

Ja, ich habe das Zeitfahren eigentlich schon in meinen Jugendzeiten geliebt.

Primär vielleicht sogar deshalb, weil ich relativ spät im Radsport begonnen habe. So mit 14 Jahren, würde ich sagen, habe ich begonnen, dass ich da wirklich dran geblieben bin. Und das ist für einen Radsport da unter Umständen schon relativ spät, wenn man auch bedenkt, dass man ja nicht nur schnell geradeaus fahren muss, sondern auch Kurventechnik erlernen muss. Man muss sich in einem Fahrerfeld, einem Pelletort zurechtfinden. Man muss Ellenbogen ausfahren, man muss viel technisches Know-how einfach mit sich bringen. Und wenn du natürlich Kollegen hast oder Konkurrenten hast, die das vielleicht schon zwei, drei, vier Jahre vor dir begonnen haben, dann haben die natürlich ein ganz anderes Selbstverständnis vom Radfahren als man selber oder ich selber. Und deswegen muss ich sagen, habe ich mich eigentlich so alleine beim Zeitfahren immer am Wurzeln gefühlt. Da hatte ich mein Fahrrad, die Distanzen waren noch nicht so lang, meistens waren das irgendwelche Geraden, rein, raus und einfach gewinnen. Da habe ich mich wohl gefühlt, da war ich sofort erfolgreich. Und mit diesem Erfolg und mit diesem Wohlfühlen ist dann auch diese Leidenschaft gewachsen. Und das habe ich eigentlich nie wieder verloren. Also dieser Wille auch, diesen eigenen Schweinehund zu besiegen, der war mir schon immer Gott gegeben. Das ist nicht im Sport, das ist auch im Alltag. Also wenn ich die Sache beginne, dann will ich auch die mit 110 Prozent zu Ende bringen. Und zwar nicht, weil andere das von mir erwarten, sondern weil ich das von mir selber erwarte. Und insofern hatte ich nie ein Problem damit, mich selber zu quälen auf dem Zeitverrat.

Und das ist tatsächlich was, was anderen definitiv schwerer gefallen ist. Also es gab viele Fahrer, die vielleicht im klassischen Straßenrennen besser waren, vielleicht auch mehr Leistung bringen konnten als ich, aber wenn ihnen eben der Gegner vor ihnen oder hinter ihnen gefehlt hat, dann konnten sie nicht diesen mentalen Switch vollführen und diese Leistung nur gegen ihren eigenen Schweinland bringen. Und ja, das habe ich immer geliebt.

Kennt ihr auch, wenn man bei einer Sache auch erfolgreich ist, dann ist man noch mal mehr motiviert und kann noch mal tiefer gehen und noch mal mehr über seine Grenzen springen. Und ja, insofern ist das natürlich immer mein Steckenwert geblieben. Jetzt muss man vielleicht auch noch sagen, weil wir jetzt gerade schon kurz beim Thema Peloton waren und vergleichsweise später Einstieg in leistungssportliches Rennradfahren.

Jetzt die persönliche Präferenz und auch Stärke mit Zeitfahren, genau, die hat natürlich, auch da kann man natürlich stürzen, je nach Witterungsbedingungen, Strecke etc., auch mal vielleicht eigener Fehler, aber ich glaube alle, ich weiß nicht, wie viel Prozent bei uns, die hier zuhören, ist regelmäßig im Sommertour de France, Giro etc. Anschauen, aber werden sicherlich auch einige sein und was natürlich schon immer mal wieder oder einfach, ja leider Gottes ja auch dazugehört sind, natürlich stürzt er teilweise auch dann natürlich mit echt krassen Verletzungen, die dadurch entstehen. Wir hatten vorher auch das Thema Verletzung beim Läufer. Ich sage mal, ich überlege gerade, durch Fremdverschulden hatte ich, glaube ich, nie eine Verletzung. Ich will sagen, nicht nur durch Überlastung, auch mal, dass man halt irgendwie umknickt. Das kann auch mal passieren und dann war auch einmal alles kaputt im Fuß, muss das mal operiert werden. Aber jetzt nicht, dass du von außen. Es gibt schon die Szenen, jetzt hatten wir auch am Wochenende, war Valencia-Marathon. Natürlich da dann vielleicht auch Pulg, Verpflegungsaufnahme, Flasche vom Tisch nehmen. Dann ist ein bisschen To-Babo und irgendeiner steigt dir in die Ferse. Dann kann es schon passieren, die rennen ja auch dann 20 kmh und schneller, dass man stürzt. Nur die Geschwindigkeiten, mit denen ihr unterwegs seid, die sind ja nochmal in einer ganz anderen Dimension.

Jetzt hast du ja leider Gottes auch, wie soll ich sagen, erleben müssen, dass du in den einen oder anderen Sturz verwickelt wurdest in deiner Radsportkarriere, manchmal ja auch dann mit größeren, gravierenderen Folgen. Wie blendet man das aus, frage ich mich. Also einfach der Aspekt, dass man so denkt, egal wie gut du bist und aufmerksam bist, es ist ja keine Garantie, dass dich nicht irgendwer abräumt oder irgendeine Strecke scheiße gemacht ist irgendwie oder irgendwas. Also ich finde auch manchmal diese Szenen, die gibt es ja inzwischen auf Social Media, Instagram, TikTok und Co. Häufiger, wo du dann so siehst, einfach mal die Perspektive, das können sich die wenigsten wahrscheinlich vorstellen. Wenn du mitten in diesem Peloton-Tor bist, dass sich das manchmal ja, wenn dann ein Kreis oder ein Straßenschild in der Mitte gibt es ja manchmal so und dann teilt sich das einfach so kurz davor und also ich denke mir dann, meine Fresse, ey, es ist ja schon, das muss ja ultra stressig sein.

Ich antworte gleich auf deine Frage. Ich möchte aber eine Sache nicht vergessen. Und zwar, ich war auch echt überrascht, wie mit Ellenbogen bei den Läufern gearbeitet wird. Gut, dass du das mal sagst. Gut, dass du das mal sagst. Das habe ich komplett unterschätzt. Ich habe mich in der ersten Startreihe aufgestellt und bin losgelaufen. Und ich dachte, jeder findet dann so seine Linie. Was ich total unterschätzt habe, dass es ja dann da auch Windschatten gibt und Kurve. Man kann Kurve von außen, aber lieber von innen laufen. Ich bin auch zwei, dreimal mit anderen einfach zusammengestoßen. Ich weiß nicht, ob ich absichtlich war. Ich war, wie gesagt, auch komplett am Limit. Ich konnte mich auch nicht mehr klar steuern und bewegen, aber ich war da echt überrascht, wie da auch die Ellenbogen ausgefahren sind. Nur soviel dazu. Aber ich finde es sehr, sehr wichtig, dass du das von außen stehend mal in den Laufsport reinkommen schilderst.

Das unterschätzen tatsächlich viele. Das ist beim Schwimmen übrigens ja noch krasser, weil man dann immer das Problem hat, dass man unter Wasser geraten kann und keine Luft mehr kriegt und Panik und so weiter. Aber Philipp lächelt nur so milde vor sich hin. Business, ist doch klar, da fliegt schon mal ein Ellbogen ein bisschen höher. Das stimmt, das ist vollkommen richtig.

Also war auf jeden Fall spannend und da war ich auch noch so klar, das mitzukriegen, dass ich gesagt habe, krass, das kennst du doch irgendwo her. Aber ja, ihr habt schon recht, beim Radsport sind meistens die Folgen natürlich bei Stürzen noch mal gravierender, weil wir dann auch teilweise mit denen mit 40, 50, 60 Sachen oder noch schneller dann stürzen. Und auch ich hatte einige schlimme Stürze in meiner Karriere. Ich muss sagen, bis auf ein paar wenige Brüche konnte ich eigentlich immer wieder auch aufstehen. Und egal, wie abgeschrammt die Haut war, meistens bin ich ins Ziel gekommen und konnte am nächsten Tag auch wieder starten.

Wir haben ja teilweise leider auch wirklich auch tödliche Unfälle, muss man einfach sagen also es ist schon ein höheres Risiko, mit dem wir Radsportler unterwegs sind, jetzt ist es aber so dass wir natürlich auch diesen Sport von Kindesbeinen an machen und da gehört einfach Stürzen vom ersten Radrinnen an meistens dazu und wir lernen eben auch es kann nur weitergehen, wenn du aufstehst und aufs Rad gehst und es ist so ein Automatismus der sich einstellt, man geht erstmal nach dem Sturz wieder aufs Rad, seitdem natürlich dich hat es komplett gebeutelt, dann steigst du nicht mehr auf Aber meistens, egal wie du stürzt, du springst erstmal aufs Rad und versuchst erstmal weiterzufahren. Dann kann man im rollenden Zustand sich immer noch begutachten und schauen. Meistens ist es wirklich so, zu versuchen, raus aus dieser Schockstarre zu kommen und erstmal wieder so in diesen normalen Ablauf. Das ist eigentlich so das Beste. Aber klar, Stürze sind immer schlimm und vor allem auch auf Rundfahrten, also wenn du am nächsten Tag wieder ins Satteln musst und vielleicht sogar noch um eine Gesamtwertung mitfährst, ist das natürlich auch ein Faktor, der die Regeneration auch massiv behindert. Also ein Körper, der sich jetzt um offene Stellen am Bein, am Po, das sind so die, also meistens so die Hüfte, Außenseite, das ist meistens offen. Wenn der Körper sich darum kümmern muss, ist das natürlich Energie, die ja nicht in die Regeneration der Muskeln stecken kann. Und da hat man natürlich auch schon erheblichen Nachteil gegenüber der Konkurrenz, die vielleicht nicht gestürzt ist.

Und das war ja tatsächlich auch ein Grund, also das ganze Risiko, die Stürze, warum ich dann schlussendlich auch meine Karriere vorzeitig beendet habe, weil es gab genau die Situation, wie du es gerade gesagt hast, in dem Jahr, wo ich aufgehört habe, ich habe meinen Ellenbogen gebrochen und zwar genau, weil alle auf dem Poller zugefahren sind und das Feld teilt sich und ich war so der Letzte, der einfach keine Zeit mehr hatte, auszuweichen, weil natürlich die Reaktionszeit, je weiter man nach hinten kommt im Pelletor, das kennt man vom Stau, Also die ersten Bremsen sind noch entspannt, aber je weiter das nach hinten geht, irgendwann hast du einfach keine Reaktionszeit mehr oder ganz wenig nur noch und dann schaffst du es vielleicht nicht mehr. Und das war genau so, das Pelletor teilt sich und ich war so der letzte Depp, der es zuletzt gesehen hat und fahre eben voll auf dem Poller drauf und breche mir den Ellenbogen. Das war noch nicht so schlimm, aber schlussendlich bist du trotzdem in Frankreich, wachst im Krankenwagen auf und bist irgendwo im Krankenhaus, obwohl du eigentlich eine Etappe fahren wolltest. Das ist dann schon ein ganz schöner Schock für das System.

Und dann bei der Tour de France ein paar Monate später bin ich dann auch mal, mit dem Gesicht in den Straßengraben eingeschlagen, habe mir mehrere Zähne ausgehauen und das war so eine Kombination, wo ich gesagt habe, boah, nach 14 Jahren, du hast eigentlich alles erreicht, du warst jetzt viermal Weltmeister, x Tour de France-Etappen gewonnen und so und es kommt nichts mehr Neues, ich bin Fein, ich kann es dir wirklich auch guten Gewissens abdanken und kann mich meiner Familie widmen und das war so für mich die Gründe, warum ich gesagt habe, okay, ich höre jetzt auf. Wäre die ganze Geschichte mit der Stürze eigentlich gewesen, wäre ich sehr sicher noch zwei, drei Jahre gefahren, aber das Stürzrisiko, das ist einfach elementar im Radsport und als junger Fahrer tust du das absolut ab. Also das war bei mir auch so, das ist.

Aufstehen, Krone richten und weitermachen. Aber irgendwann, wenn du eben gerade auch Kinder hast, dann sagst du, okay, du willst eigentlich schon, dass Papa immer wieder nach Hause kommt und wenn möglich natürlich auch heil nach Hause kommt. Und wenn das irgendwann mal die Gedanken dann sich nur noch umstürzen und ums Heilen oder um diesen Wunsch einfach nur noch heil nach Hause zu kommen, drehen, dann weißt du auch irgendwann, okay, es ist jetzt Zeit, besser aufzuhören. Also vielleicht das ist ein sehr schöner Moment, um auf deine Doku zu verweisen, die bei YouTube steht. Da werden ja sicher eine Menge Dinge drin vorkommen, die deine Erfolge reflektieren. Aber kannst du gleich nochmal erzählen, was wir sonst noch alles da erwarten dürfen.

Ganz cool. Ich hatte jetzt letzte Woche nochmal zufällig im Fernsehen Teile der Doku über Toni Palzer gesehen. Da gibt es auch diese schönen Einstellungen, als er das erste Mal eine Rundfahrt gefahren ist. Und du siehst ihm an. Oh mein Gott, was mache ich hier? Warum bin ich hier mittendrin? und was machen die ja eigentlich rechts und links um mich rum? Also dem hast du halt da diese Sturzbedenken, die Angst tatsächlich da noch angesehen, weil er ja noch sehr, sehr viel später überhaupt aus dem Mountaineering-Sport in den Radsport reingekommen ist. Ich habe aber noch so zwei Erinnerungen an Punkte in deiner Karriere, weil du von Sturz gesprochen hast. Das ist ein sehr bedauerlicher Sturz. Grand Depart in Düsseldorf Zeitfahren als Auftakt und leider auf einer weil es geregnet hat, auf einer rutschigen Passage über eine Rheinbrücke glaube ich gestürzt und da dann keine Chance gehabt, das sicher mögliche gelbe Trikot zu ergattern, wenn ich das richtig erinnere sind das so Punkte die dann auch noch bei dir in Erinnerung sind oder die in der Doku vielleicht vorkommen?

Ich bin tatsächlich nicht gestürzt. Ich dachte, ich habe das in Erinnerung. Du hast recht, es hat geregnet wie Sau. Ich habe leider meine Ziele nicht erreicht, die ich da gesteckt hatte. Ich bin aber nicht gestürzt. Mein berühmtester Sturz, der auch durch die sozialen Medien ging, war, dass ich in ein Schild von einer Zuschauerin bei der Tour de France gestürzt bin. Da war eine Frau, die ihre Großeltern grüßen wollte. Und sie hatte ein Schild mit Ali Omiopi und es war ein relativ großes Schild, was sie in der Hand gehalten hat. Und ich war an der Spitze des Fahrerfeldes und diese Frau zeigt das so in unsere Richtung, das Schild. Und wie wir vorbeifahren, auf das Kameramotorrad vorbeifahren, will sie das Schild, geht sie quasi das mit dem Motorradfahrer, schwenkt sie da mit um. Und quasi schwenkt das so um, dass quasi Teile des Schildes in die Straße reinragen. Und ich fahre eben mit, ich würde sagen, 45, 50 Sachen in dieses Schild rein, bleib quasi hängen und werd von jetzt auf gleich gestoppt, also ein bisschen wie er ist gegen eine Mauer gefahren und.

Das war einerseits ein sehr, sehr harter Sturz, auf der anderen Seite war es auch ein Running Gag. Also ganz, ganz viele Fans haben dann anschließend noch Jahre danach mit Ali Omiopi-Schildern am Straßenrand gestanden. Also insofern kann ich das im Nachhinein auch lachen. Schwarze Humor, genau.

Aber ja, ich hatte einige bekannte Stürze. Ich bin auch im gelben Trikot der Tour de France tatsächlich gestürzt. Also ich hatte mal zwei Tage das gelbe Trikot bei der Tour de France und stürzte tatsächlich auf den letzten Kilometer der Tour mit einem offenen Schlüsselbeinbruch. Das heißt, ich musste das Rennen verlassen. Im Radsport ist es aber so, dass auf den letzten Kilometer, manchmal auch auf den letzten drei Kilometer, wenn du im Fahrerfeld bist und stürzt, dass du die gleiche Zeit kriegst wie der Sieger. Das heißt, ich bin gestürzt, bin nicht zu Ende gefahren. Oder bin noch zu Ende gefahren, aber natürlich hinterm Peloton. Aber ich habe trotzdem die gleiche Zeit bekommen. Das heißt, im Ranking war ich immer noch auf Platz 1 im Berg im Trikot, bin aber am nächsten Tag nicht an den Start wegen offenen Schüsselbeinen. Und somit war das gelbe Trikot quasi verkannt. Also ich hatte das virtuell das Trikot auf dem OP-Tisch an. Und das ist auch so eine Geschichte. Also um zu rekapitonieren, was geht da einem vor? Das wird niemand, der hier zuhört, ansatzweise nachvollziehen können. Und ich schließe mich da dieser Gemeinschaft ein. Man stürzt, das ist ja erstmal scheiße, ja, und dann, wie, du guckst dann da an dir runter und denkst so, ah, scheiße, da schaut dein Knochen raus, ach, Mensch, das ist ja blöd was macht das mit einem, also, und da hast du dir gedacht, ja, passiert.

Also ich war sogar noch, ja, wenn man Schüsselbein bricht, das merkt man sofort, also da geht automatisch so die, der Arm vom gebrochenen Schüsselbein geht so an die Brust und du hast so eine Schonhaltung, also du weißt sofort als Radsportler, dass du Schüsselbein gebrochen hast.

Und ich wusste ja, ich habe das gelbe Trikot und ich wusste zum damaligen Zeitpunkt noch nicht, dass der Bruch offen ist. Und man ist ja immer als Radsportler gepult, okay, du hast das gelbe Trikot, ich fahre jetzt erstmal mit dem Zilin, ich bin erstmal noch einen Kilometer mit dem Bruch gefahren, und dann erstmal beim Ausziehen des gelben Trikots ist eben unserem Arzt quasi aufgefallen, er hat das gesehen, dass dann der Bruch offen war und meine Frage war trotzdem, kann ich nächsten Morgen starten? Also der Wille, also Radsportler, du bist so im Tunnel, aber ich glaube, das sind alle Leistungssportler, ich glaube, das ist nicht nur beim Radsport so. Also wir sind da schon ein paar kleine Chaoten und Spinner, aber ich glaube, anders wirst du auch nicht zum Leistungssportler und solange man immer wieder aufsteht und vielleicht mit einer OP wieder gerade gerückt wird, dann ist, so lange ist das ja alles in Ordnung, schlimm wird es eben, wenn das wirklich ... Irgendwas Gravierendes passiert und dem wollte ich eben durch mein Karriere-Ende dann auch entgehen. So, jetzt müssen wir nochmal eben überprüfen, ob mich meine Erinnerung so total verlassen hat, ... ob mein zweites Beispiel auch falsch ist. Also du warst ja nicht nur erfolgreich und lange in diesem Game drin, sondern du warst auch jemand, der respektiert wurde. Und sag sofort, wenn ich mich falsch erinnere, aber ich habe eigentlich die Bilder sehr klar vor Augen, hatte ich aber eben irgendwie auch. Du bist auf dem Rechten nicht, glaube ich, ja. Ja, genau.

Nizza, maximal glitschige Straße, weil es länger nicht geregnet hatte, dann geregnet. Brutal, brutal glitschig alles. Und dann bist du nach vorne gefahren in die erste Reihe und hast das gesamte Peloton unter deine Kontrolle gebracht, um es mal so zu sagen. Und hast gesagt, Freunde, wir müssen jetzt hier langsam fahren, weil das ist einfach Schwachsinn, jetzt hier ein normales Rennen weiterzufahren. Erzähl mal, wie das ist und wie das überhaupt möglich ist, weil wir haben es da mit Heizbüßen zu tun, die unter maximaler Adrenalin normalerweise bis zur Ziellinie fahren. Ja, es war für mich auch eine grenzwerdige Situation. Also es war so, das war die erste Etappe bei der Tour de France, wir sind in Nizza gestartet. Entschuldigung, das war die zweite war es, glaube ich. Und es war auf jeden Fall so regnerisch, dass einfach die ganzen Pollen, die auf dem Boden lagen, weil es viele Tage und Wochen davor nicht geregnet hat, einfach wie, es war wirklich wie Schmierseife. Also wir sind gefahren und Fahrer sind auf der Kran, sind einfach wegrutschen und gestürzt. Und wer so die Gegend um Nizza kennt, der weiß, da geht es eigentlich nur hoch runter.

Und es war eine sehr, sehr schwere Etappe mit vielen Anstiegen, vielen Abfahrten und Tour de France ist eh immer noch mal doppelt so viel Stress wie bei allen anderen Rennen und jeder will vorne fahren und jeder bremst noch ein Stück später. Und alle Fahrer sind gestürzt, wie die fliegen, muss man sagen. Ich glaube, zu dem Zeitpunkt, bis ich dann das Pelletor versucht habe einzufangen, hat schon bestimmt 30 Prozent des Fahrerfels auf dem Boden gelegen.

Und mir war klar, was wir jetzt hier machen, ist einfach nicht mehr zu verantworten. Jetzt ist es aber so, da fahren über 20 Teams und jeder hat natürlich auch andere Interessen und manche sind auch bereit, vielleicht ein bisschen mehr Risiko einzugehen, weil sie sagen, okay, eigentlich habe ich keine Chance, aber wenn ich zum Beispiel jetzt hier eine Abfahrt mit besonders viel Risiko nehme, entweder stürze ich oder ich gewinne die Etappe, aber das ist eine Chance, die bekomme ich vielleicht nie wieder. Also es gibt auf jeden Fall verschiedene Interessensansätze. Ich habe aber gemerkt, dass ein Großteil des Pelletoffs wirklich wollte, also denen war das auch zu viel. Und es hat aber, wie es so oft auch manchmal ist, auch nicht nur im Sport, auch in der Gesellschaft, es hat diesen einen Funken gebraucht, der einfach bewirkt, dass einfach was passiert. Und ich hatte im Kopf, vor das Feld zu fahren und das Feld einzubremsen, mir war aber auch ganz klar bewusst, oder ich habe das Risiko gesehen.

Wenn die einfach an mir vorbeifahren. Wenn ich jetzt hier irgendwie mit einem Hampelmann, da sind ja auch Kameras und die ganze Welt guckt ja auf dich mehr oder weniger und jetzt machst du ja auch eine Aktion. Und wenn dann keiner folgt, dann siehst du natürlich aus wie der letzte Depp. Ich habe mir da wirklich ein Herz gefasst, bin vor das Peloton gefahren und habe quasi meine Arme rechts und links ausgebreitet und habe so ein bisschen symbolisiert, okay, lasst uns jetzt mal alle ruhig machen. Und ich war selber so ein Stück weit überrascht, aber alle Teams bis auf eins haben wirklich meine Anweisungen, Anführungsstrichen, sind sie gefolgt. Und sind dann wirklich, wir sind in einer Linie gefahren und sind dann komplett still und ruhig bis ins Ziel gefahren, bis auf eine kleine Sprintergruppe, die gesagt hat, okay, ihr habt ein Zielgeraden, machen wir nochmal unser Ding aus. Es gab tatsächlich ein Team, das gesagt hat, was ich gerade sagte, nee, wir nehmen jetzt das Risiko, wir fahren trotzdem die Abfahrten schnell und von den Fahrern haben dann tatsächlich dann auch, nach nicht mal zwei Kilometern nach meiner Aktion, alle auf dem Arsch gesessen, also gestürzt tatsächlich, und damit war das Team dann auch gegessen und schlussendlich sind wir dann, wie gesagt, alle ruhig ins Finale gefahren und ja, es war für mich natürlich schon ein schönes Zeichen, dass ich auch ein gewisses Standing im Peloton habe, wie gesagt, es hätte auch anders laufen können und es gab auch sehr, sehr viel positives Medien, Resonanz und auch von anderen Teams, die mir echt gedankt haben, weil natürlich, auch potenzielle Tour-Favoriten, die dann schlussendlich die Tour de France gewonnen haben, die hätten an dem Tag natürlich auch stürzen können und aus der Tour de France ausscheiden können und manchmal braucht es einfach auch so ein bisschen Herzmut und einfach auch seinen Gedanken und.

Einfach mal zu folgen, einfach mal zu machen, was einem das Herz sagt. Gut, aber mit 23 hättest du das machen können, aber es wird dir keiner gefolgt logischerweise. Das ist natürlich was anderes, wenn das ein Senior Rider macht, der ein entsprechendes Standing und Renommee über die Teams hinweg hat. Du hast es gesagt, das nützt ja nichts, wenn dein Team vielleicht über Funk gesagt hat, hey Leute, das ist jetzt hier gerade Schwachsinn, was wir machen. Sondern die anderen müssen ja, ohne dass man geredet hat, oder hattet ihr vorher schon geredet? Weil es gibt ja immer Roadcaptains, also in einem Team gibt es immer einen Roadcaptain, also einen Fahrer in dem jeweiligen Team, der eine koordinierende Funktion auf der Straße während der Etappe übernimmt.

Genau, die gibt es, aber wir hatten nicht gesprochen, nein, aber ich habe schon gemerkt, alle haben gezögert, also keiner war mehr so richtig angriffslustig, alle sind nur noch auf Sicherheit gefahren. Man hat eigentlich nur noch Gas gegeben, um in der nächsten Abfahrt vorne zu fahren. Das war mehr so eine Angstfahrerei. Und dann kam mir so zu sagen, das ist doch kein Radsport. Also wenn wir jetzt nur noch fahren, um nicht zu stürzen, selbst wenn es die Tour-Defahrung ist, das kann doch nicht sein. Also wir spielen ja hier mit unserer Gesundheit, mit unserem Leben. Wir wissen alle, dass wir stürzen können. Aber da war wirklich die Chance 50-50, dass du an dem Tag zu Boden gehst. Und das kann es natürlich nicht sein. Und leider gab es auch an dem Tag keine ordentliche Jury-Entscheidung. Also normal ist das, was ich ja gemacht habe, ist die Aufgabe der Jury, das zu sehen und zu bewerten und dann dementsprechend Konsequenzen zu treffen. Hat sie leider nicht gemacht und ja, mancher braucht es dann eben so gewisse Häuptlinge im Feld, die es früher noch mehr gab, wenn man so an Lenz Armstrong oder an Fabian Caccelaro so zurückdenkt.

Früher war das gar ungebe, vor meiner Zeit, dass man da wirklich so kleine Patrone des Feldes hatte und mit denen eine Anzahl gemacht hat, da haben alle gehorcht. Zu meiner Zeit war das schon mehr eine offene Angelegenheit, aber ich habe, wie gesagt, trotzdem so ein gewisses Standing im Feld gehabt, das mir da gefolgt wurde.

Was ist denn sonst noch drin in der Doku, worauf sich alle Ausdauerfreaks, Radsportfreunde und welche, die es werden wollen, freuen können?

Tatsächlich geht es in der Doku gar nicht um die Tour de France. Das hat ein bisschen was mit Bildrechten zu tun, weil man natürlich die Bilder jetzt einfach nicht verwenden kann. Ich habe sehr schöne Bilder verwenden dürfen von Weltmeisterschaften. Also diese Doku zeigt eigentlich in 40 Minuten meinen Weg, wie ich denn Radsporter geworden bin. Auch mit schönen Interviews von meinem Vater, von meiner Mutter, mit alten Videos auch noch, also wo ich tatsächlich U16 war, also Originalaufnahmen, damals noch mit einer Handkamera, also ein bisschen verpixelt, aber man erkennt es noch.

Und zeigt eigentlich so meinen Werdegang zu meinem ersten Weltmeistertitel und vor allem auch, wie ich da meine Weltmeistertitel verteidigt habe. Es kommen auch Teamkollegen und auch Konkurrenten zur Sprache, also Fabian Cacciolara ist einer meiner größten Konkurrenten. Oder Marcel Kittel, deutscher Top-Sprinter, der auch einer meiner besten Freunde ist. So Geschichten, ja, ich denke, es ist einfach ein schöner Mix, eine sehr emotionale Dokumentation. Ich muss sagen, wo ich es erst mal gesehen habe, waren meine Augen auch leicht feucht, weil es einfach auch schön ist, wieder in diese alten Momente eintauchen zu dürfen. Es ist ein bisschen wie so ein bisschen mein Nachlass an die nächsten Radspurt-Generationen und vielleicht auch an die Jugend. Also ich habe vermehrt auch gehört, dass es auch eine schöne Doku auch für Kinder ist, die einfach den Traum haben, einfach Spitzensportler zu werden. Dass man da einfach auch ein bisschen hinter die Kulissen sieht, was denn alles dranhängt, auch ein Spitzensportler zu werden und vor allem auch, wie man dann oben bleibt.

Also die Dokumentation heißt Panzerwagen, Weg zum Weltmeister und ist auf YouTube zu sehen. Panzerwagen deswegen hat nichts mit Krieg zu tun. Das wäre jetzt direkt meine Frage gewesen. Genau, ich greife da mal ein bisschen vor. Panzerwagen war tatsächlich mein Spitzname, den ich bekommen habe. Aufgrund von meiner Charaktereigenschaft als Fahrer, dass ich einfach so unaufhaltsam war. Ich bin auch ein Dickkopf, muss ich sagen. Also das hat mir sicherlich auch im Sport sehr oft geholfen, wenn ich jetzt in mir ein Ziel gesetzt habe. Aber ich komme aus Wolle darauf eingeprügelt, solange bis ich das Ziel erreicht hatte. Ist nicht immer förderlich im Alltag, weil so bin ich auch manchmal im Alltag, aber im Sport hat es mir sehr geholfen. Und tatsächlich habe ich von einem sportlichen Leiter, einem Dänen, der aber sehr gut Deutsch spricht, habe ich diesen.

Spitznamen Panzerwagen bekommen und das haben irgendwann die Fans als dieser sportliche Leiter mal im dänischen Fernsehen kommentiert hat, hat er mich als Panzerwagen tituliert, ganz automatisch und das haben die Fans mitbekommen und haben das so aufgegriffen und dann war ich nur noch bei allen Panzerwagen und, deswegen heißt meine Doku so. Also Sie werden mir auf jeden Fall hier den Shownotes verlinken für euch zu Hause, ihr könnt das direkt anklicken und genießen. Das vielleicht noch kurz als Erwähnung, ansonsten findet ihr das sicherlich auch, wenn ihr bei YouTube manuell sucht. Ich wollte dich aber nicht unterbrechen, Ralf. Nee, weil das ist ja oft so, wenn Kommentatoren oder Schlagzeilenmacher aus anderen Ländern so für uns stark martialisch oder militärisch oder kriegerisch klingende Begriffe verwenden. Aus deren Perspektive ist das oft gar nicht so, weil die ein anderes Verständnis für den Subtext der deutschen Sprache haben, logischerweise. Weil wir haben den auch nicht von anderen Sprachen, die wir vielleicht nicht oder nur leidlich sprechen. Da kennen wir auch nicht den Subtext von bestimmten Ausdrücken. Das ist schon so. Ein Aspekt, Toni, weil du ja eine Menge schon auch über die Transformation des Radsports gesprochen hast.

Als du angefangen hast, war das ja ein Mackersport. Da war praktisch ja Frauenradsport eigentlich nicht existent, wenn wir ehrlich sind. Also medial schon mal gar nicht. Gab es natürlich, ja klar, aber es war eigentlich nicht so richtig existent. Wenn ich das richtig weiß, dein letzter WM-Titel war der mit der Mixed-Mannschaft. Also ganz andere Herangehensweise, aber ja auch eine Herangehensweise in Richtung olympische Gedanken, wo ja diese Mixed-Relays in unterschiedlichen Sportarten stark an Bedeutung gewonnen hat. Wohin hat sich da der Radsport entwickelt und wie war dieses Zusammenspiel der unterschiedlichen Gemeinden? weil ihr habt ja auch sonst vom Wettkampfkalender her eigentlich nichts mit der Frauenseite zu tun. Das ist ja beim Laufen übrigens ganz anders, wie du gemerkt hast. Ja, genau, genau. Ja, das stimmt. Es waren übrigens auch einige Frauen von mir, das muss ich auch dazu sagen. Also da war ich auch sehr positiv überrascht, hat mich natürlich auch motiviert, da dran zu bleiben.

Beim Bratschport ist es so, da sind die Leistungsunterschiede einfach... Sind schon auf jeden Fall gegeben. Ich kann mich jetzt nicht erinnern, dass sich je eine Frau abgehangen hat beim Radsport. Und für mich war es ganz ehrlich, ganz offen und ganz neutral, auch eine neue Erfahrung, dass das Frauen schneller waren als ich beim Laufen, was völlig okay ist. Aber es war auf jeden Fall auch mal eine Erfahrung für mich. Ja, wir sind zusammen mit den Frauen nochmal in meinem letzten Rennen Weltmeister geworden, was auch eine tolle Erfahrung für mich war. Man muss einfach sagen, die Frauen haben da auch den Kursteil geleistet. Es ist so, dass quasi erst drei Männer im Zeitfahren zusammen starten, also hintereinander und sich dann quasi Windschatten geben. Und wenn die Männer im Ziel sind, dann fahren die Frauen. Und wir sind damals als zweit ins Ziel gekommen und die Frauen haben es dann quasi für uns nochmal rausgerissen. Und wir sind dann zusammen Weltmeister geworden. Und es war natürlich für mich ein phänomenaler letzter Karriere-Tag, ein letztes Rennen. Und ich habe natürlich auch nochmal eine entsprechende Würdigung auch bekommen. Und dann viele Konkurrenten sind auch an dem Tag zu mir gekommen und haben mich natürlich verabschiedet und mir gratuliert. Es war, glaube ich, so mit der schönste Abschiedstag, den ich mir hätte vorstellen können. Ich habe immer gesagt, der war so schön, dass der mich auf jeden Fall davor bewahren wird.

Meine Karriere irgendwie nochmal neu zu starten. Und weil ich denke, dass ich jetzt vielleicht doch nochmal nach zwei Jahren Langeweile nochmal hier irgendwelche Ziele verfolgen muss. Ich weiß ganz genau, mein letzter Tag wird nie wieder so schön sein, können und insofern bleibt er immer so stehen. Und ja, noch zu deiner Frage mit den Frauen. Ja, wir haben nicht wirklich so viele Wettkämpfe zusammen gehabt. Aber natürlich sind das schon Frauen, die natürlich auch über Jahre schon im Verband sind, mit denen man vielleicht sogar auch in der Jugend schon Kontakt hat. Also wir kennen uns wirklich seit x Jahren und selbst wenn man sich nur einmal im Jahr oder zweimal im Jahr sieht, ist man immer kollegial zusammen und, Ja, also am Ende sind wir alle Radsportler und uns verbindet das. Und dann haben wir natürlich dann auch anderthalb Wochen da zusammen verbracht bei den Weltmeisterschaften, haben auch zusammen trainiert, die Abläufe geplant und so. Also das ist jetzt nicht so, dass wir uns da nur mal kurz treffen, schnell einen Weltmeistertitel einheimzen und dann wieder nach Hause gehen. Also da verbindet uns schon mehr. Und ich verfolge die Mädels, die jetzt noch fahren, sind nicht mehr alle, aber die jetzt noch fahren, verfolge ich auch immer noch und denke immer noch an diesen Tag zurück. Und ich bin mir sehr bewusst, dass die Mädels, wie gesagt, einen Großteil dazu beigetragen haben, dass ich diesen tollen Abschluss feiern durfte.

Ja, und inzwischen wird ja auch die Tour de France der Frauen in der ARD übertragen, komplett live, war ja auch lange die Bedingung gar nicht da, es gab keine Fernsehbilder etc. Also das war schon auch ein Sport, der sich spät erst für beide Geschlechter so entwickelt hat. Eigentlich erstaunlich für eine Sportart, die so eine extrem lange Tradition hat und auch eine sehr, sehr hohe Professionalisierung und auch mediale Durchdringung, dass der Frauenbereich da sehr spät erst nachgezogen hat. Ja, im Professionellen auf jeden Fall. Aber man muss auch sagen, parallel finden auch immer mehr Frauen im Amateursport aufs Rad. Gerade auch diese ganze Gravel-Bewegung. Ich weiß nicht, ob sich das bewusst ist, aber Gravel ist ja auch ein absoluter Trend oder eigentlich mehr schon als ein Trend. Es ist eigentlich wirklich eine echte Bewegung, muss man sagen.

Dass Sportler, die gesagt haben, Rennrad ist auf der Straße im Straßenverkehr und auf den Reifen ist es nicht ganz so meins. Aber mit dem Crabble-Rad, wo du ja im Prinzip eine ähnliche Geometrie hast, ein ähnliches Fahrverhalten, aber einfach ein bisschen breiter Reifen, wo du ein bisschen mehr Sicherheit hast, wo du auf den Feldwegen fahren kannst, wo du durch den Wald fahren kannst, wo du eben, wenn du willst und die Umgebung hast, eben auch keine Autos sehen musst. Das hat schon auch dazu beigetragen, dass der Radsport für ein viel breiteres Publikum geöffnet wurde. Und in diesem Sog sind auch extrem viele Frauen jetzt mitgekommen. Aber nicht mehr auf Crabble, auch auf dem Renner, muss ich sagen. Also mittlerweile, was mir heutzutage am schönen Sonntagnachmittag an Frauen noch auf dem Rennrad entgegenkommt, das ist schon echt bemerkenswert und es ist eine tolle Entwicklung, dass wir unseren Sport, unseren wunderschönen Sport in einer immer größeren Gruppe auch zugänglich machen.

Ist ja eine nicht unähnliche Bewegung, auch im Laufsport. Auch da sind die Prozentzahlen immer noch weit entfernt von 50 Prozent. Aber durch die Running Cruise und so ist da auch eine Menge passiert. Ja, Toni, dann lass uns noch über die nächsten Schritte reden. Also du musst Intervalle laufen, über lang, lang bei Wettkämpfen musst du noch mal nachdenken, weil egal welche Temperatur, du brauchst natürlich einen Lauftrainer, einen Fitnesstrainer, einen Mentraltrainer. Also, was sind deine nächsten Ziele, wo geht die Reise hin? Ja, und goldene Schuhe, das brauche ich auch noch gerne. Mindestens, ja. Nein, also mein erster Schritt war tatsächlich meine neue Running-Uhr, meine Smartwatch, die mir zumindest jetzt akkurat jeden Kilometer ansagt, weil ich muss einfach sagen, das pusht mich und gefühlt habe ich auch seit dem.

Gelaufenen Halbmarathon, habe ich auch eine ganze Mentalität im Training. Also, wo ich vorher sagte, ich bin einfach gelaufen, um zu laufen und, und habe ein Stück weit es auch genießen können, bin ich jetzt wirklich fast bei jedem Lauf eigentlich noch nicht am Limit, aber so bei 90 Prozent und kontrolliere wirklich jeden Kilometer, jede Zeit, lasse mir die auch über die Kopfhörer durchgeben und habe da auch ganz klare Zielvorgaben. Und ich denke schon, dass ich mich jetzt erstmal auf einem hohen Grundniveau immer weiter nach oben schrauben will. Das wäre so mein Ziel. Also mittlerweile laufe ich die 1,30er-Zeit, die ich eigentlich ursprünglich mal als Ziel hatte beim Marathon, laufe ich jetzt mittlerweile als Durchgangszeit oder als Kilometerzeit auch im Training. Also da hat sich auch irgendwas in meinem Körper getan. Das ist einfach cool. Das muss man eben auch nochmal vielleicht sagen. So als Radsportler bin ich komplett ausdefiniert und da passiert nicht mehr viel. Also da kann ich nur noch gegen den Verfall ankämpfen. Mehr passiert dann halt nicht mehr.

Aber beim Laufsport habe ich eben auch noch echt Potenzial nach oben oder ich glaube zumindest, dass ich Potenzial nach oben habe. Und das motiviert mich also auch. Das muss ich wirklich sagen. Und ich werde das Laufen jetzt erstmal so als, Als eine hohe Intensität mit durch den Winter nehmen, wahrscheinlich noch nicht wirklich groß gesteuert, aber ich habe schon so die Intention, dass ich spätestens wieder in einem Jahr, also im November, den Halbmater in Angriff nehme und das plane ich schon für mich, dass ich davor mich auch mit Intervalltraining beschäftige, mit Ernährung beschäftige und dass ich da einfach versuche, nochmal die fünf Minuten, die mir vielleicht unter einer 1,20 fehlen, noch irgendwie rauszugeben. Also Marathon ist ja immer die nächste Frage, ne? Kommt das vor in deinem Kopf oder nicht? Also in meinem gar nicht. Ich sage, jetzt müssen wir beide Positionen abbilden, Ralf sagt natürlich auf gar keinen Fall, so wie bei mir das mit dem Schwimmen auf gar keinen Fall stattfinden wird, aber ich sage jetzt mal, auch losgelöst von irgendwelchen Leistungsambitionen, die ja offensichtlich auf jeden Fall bei dir schon sehr vorhanden sind, es ist ein geiles Experience, wenn das jetzt in irgendeinem epischen Setup eingebettet ist, Stichpunkt Berlin, New York, etc. Alleine für die Experience diese 42,195 Kilometer einmal in so einer gigantischen Atmosphäre zu machen ist schon was, wo ich jetzt wenige Menschen kenne die sagen, oh Mensch, das habe ich doch bereut dass ich das gemacht habe.

Das glaube ich das glaube ich auf jeden Fall, jetzt muss ich dazu sagen, dass ich nach dem Halbmarathon, muskulär, und da spreche ich nicht von Lactat, sondern ich rede einfach nur von Verhärtung, ich war nach 15 Kilometern, ich war muskulär so verhärtet, dass ich wirklich Sorge hatte, wenn das jetzt auf die Knie übergeht, auf die Seen übergeht, da hatte ich wirklich gesundheitliche Sorgen und da war mir die Zeit am Ende auch egal. Ich habe dann nur noch versucht, mich ins Ziel zu retten und ich habe im Ziel gesagt, und man sagt sowas gerne, aber ich glaube, es war wirklich so, nicht ein Kilometer mehr. Also nicht, weil ich mich nicht dazu durch hätte ringen können, sondern es war wirklich, ich habe gemerkt, okay, das, was ich jetzt mit meinen Beinen gerade mache, genau, das ist gerade nicht gesund, das hat jetzt nichts mit Laktar zu tun, sondern da ist irgendwas, eine Spannung drin, die ist nicht gesund.

Und wenn ich jetzt überlege, nochmal die doppelte Distanz, ich denke schon, dass ich die schaffen würde. Die werden natürlich langsamer, aber trotzdem ist es doppelt so lang, das stimmt natürlich. Aber wenn ich jetzt so ein Trainingstempo anschlagen würde, könnte ich mir vorstellen, dass ich es mache, was dann so ein bisschen wiederum meinen Leistungsgedanken so ein bisschen turpidiert. Ich sage, ich möchte trotzdem so eine gewisse Zeit auch laufen und ich möchte jetzt meine Durchschnittslaufzeit nicht verlangsamen, nur weil ich eine höhere Distanz laufe. Also wenn, würde ich mich versuchen, so ranzutrainieren. Das auf jeden Fall unter drei Stunden höre ich hier schon raus. Zwei mal eins dreißig, zum Beispiel. Zwei mal eins dreißig ist ja exakt drei Stunden. Zum Beispiel, das wäre dann so, wo ich sage, okay, aber jetzt, ich würde jetzt niemals sagen, vier Stunden und dann laufe ich den Marathon, das ist es mir wert. Also so ein gewisser Zeitanspruch, es ist ja immer eine Leistung, ganz klar, weil ich möchte nicht irgendwie spazieren gehen müssen, nur um die Distanz zu schaffen, das will ich nicht sagen. Gut, am Anfang deiner Karriere hast du dir wahrscheinlich auch nicht vorgestellt, dass du mal so schnell, wie du es gemacht hast, Montoro hochgefahren bist. Richtig.

Ich würde es zwar jetzt nicht Karriere nennen, Love Karriere, aber ja, ich meine, ich bin das erste Mal. Jede Karriere beginnt ja mit dem ersten Schritt. Ist richtig. Aber wie gesagt, sag bitte nicht Karriere dazu, weil dann beleidige ich alle professionellen Läufer. Aber ja, nein, ich habe Spaß dran und ich könnte mir vorstellen, dass es auch noch über viele Jahre andauert und vielleicht da nicht irgendwann mal wird drin. Das kann schon sein, ja. Nehmen wir nochmal ein anderes Beispiel. Tom Dumoulin, ja auch lange Zeit deiner Karriere, mit dir parallel, der ist schon ein bisschen weiter. Also da würde ich jetzt schon mal sagen, der hat eine Laufkarriere. Das ist aber jetzt nochmal deutlich schneller, was der da inzwischen gemacht hat. Ich habe ihn zuletzt in Amsterdam gesehen beim Marathon. Also das ist schon nah an professionelle Ausprägung. Ich weiß nicht ganz genau, Ende 30 ist ja sowas in dem Bereich, wenn nicht sogar schon über die vier drüber. Und dafür ist das extrem schnell, was er da macht. Also nochmal schnell Werbung für meine Doku zu machen. Tom Dümmerle ist auch einer, der sehr, sehr viel Redanteil in der Doku hat. Ja, sehr gut.

Wer ihn da vielleicht auch mal ein bisschen näher kennenlernen will. Sehr gut, sehr gut. Ja, als ich das gelesen habe, krass. Das war auch gerade die Zeit, wo wir auch kommuniziert haben, wegen meiner Doku und da habe ich auch dazu gratuliert. Also für mich unvorstellbar. Ich weiß nicht, wie er das geschafft hat. Ich weiß auch nicht, wie viel Trainingszeit er da reingesteckt hat. Viel. Ich glaube davon aus, dass es extrem viel ist. Muss viel sein, ja. Muss viel sein. Ich habe gelesen, damit wäre er in den Top 50 der holländischen Läufer, also schon Richtung Profistatus würde ich fast behaupten wollen. Also krasse Geschichte und für mich, also das weiß ich, da werde ich nie hinkommen. Jetzt ist es auch so, dass natürlich Tom ist nochmal wahrscheinlich 10 Kilo leichter als ich, ähnlich.

Körpergröße würde ich fast sagen, also hat auch sehr lange Beine, super Hebelverhältnisse. Also ich kann mir schon vorstellen, wo das von den körperlichen Gebenheiten auch herkommt. Also er hat auf jeden Fall die Statur eines Läufers. Insofern ist es jetzt nicht komplett überraschend für mich, aber ich glaube, du musst da schon auch in eine Richtung, also ein Stück weit Richtung talentiert sein, um so eine Zeit da in den Asphalt hauen zu können. Also du siehst, der Vorbilder wird es nicht weniger werden. Wenn du dann erstmal die ganzen Läufer kennenlernst, die dich dann noch motivieren wollen. Wir können dir auch sehr gerne einen guten Freund und Podcast Anhänger hier vermitteln, der rund um den Bodensee gelaufen ist. Wenn du dich da gerne einkicken möchtest, die 300 Kilometer machen sie wie von alleine. Da würde ich erst mal mit dem Fahrrad anfangen. Ja, das würde ich dir auch empfehlen. Aber danke für das Angebot.

Toni, super spannend und die Zeit ist verflogen wie nix. Vielen, vielen Dank. Ich hatte eine Idee, dass es sehr entertaining wird mit dir und es hat sich genauso bewahrheitet. Vielen Dank für die Einsichten und Blicke dahinter. Nochmal eine heiße Empfehlung, schaut euch das an auf YouTube und wir werden deinen bevorstehenden Weg, ich nenne es jetzt Weg, weiter verfolgen und sind sehr gespannt, wenn wir irgendwo helfen können. Trainingslager in Kenia, kein Problem. Also vom 11. bis zum 24. April 2026, bin ich sportlicher Leiter bei einem Triathlon Trainingslager auf Fuerteventura in Plajitas. Da haben sich auch schon mal Radfahrer hinverirrt, habe ich gehört. Da würde dir auch das Schwimmen beigebracht. Ein bisschen laufen kann man da auch. Wer immer Lust hat, fühlt euch frei. Es ist sicher spannend, aber man kann da auch einfach sein und das Buffet genießen und liegen. Das geht auch super.

Danke für die Einladung. Vor allem auch danke für die Zeit mit euch. Es war super spannend. Es wird sicherlich der Moment kommen, wo ich an meine Leistungsgrenze stoße und dann werde ich gleich den einen oder anderen Tipp brauchen. Sehr gerne. Handy-Nummer und E-Mails haben wir ja. Also wir werden es auf jeden Fall austauschen. Da helfen wir sehr, sehr gerne. Und ihr zu Hause, euch wünschen wir einen guten Start in euer, ja, vielleicht auch Laufwochenende. Einen schönen dritten Advent wünschen wir. Passt auf euch auf, bleibt gesund. Und dann hören wir uns in Altersfrisch.