299 Mal herzlich willkommen zum Bestzeit-Podcast. So weit sind wir schon. Und nächste Woche unter dem Tannenbaum liegt dann die 300. Folge vom Bestzeit-Podcast mit Philipp Flieger und Ralf Scholt. So langsam werden einem die Zahlen unheimlich. Aber jetzt vorm Jubiläum ist es irgendwie auch schön. So zu Weihnachten, als hätten wir es gemalt. Als hätten wir es gemalt. Ich glaube, die Leute denken sich, das war der ganz, ganz große Masterplan, dass wir irgendwann mal ab und zu Berlin-Marathon-Specials mit mehreren Folgen in der Woche gemacht haben, damit die 300. Exakt dieses Jahr in die Weihnachtswoche fällt. Nee, das ist uns auch erst gestern aufgefallen.
Vielleicht ein bisschen eher, aber das war natürlich ein schöner Zufall, den wir natürlich sehr gerne mitnehmen und euch dann hoffentlich in der nächsten Woche eine... Also wir zaubern, also im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir jede Woche euch eine tolle Folge zu zaubern, aber für die 300. Das wäre natürlich auch mal wieder ein bisschen einen prominenten Special Guest in der Hinterhand, der sich dankenswerterweise sehr schnell bereit erklärt hat, bei uns zu Gast zu sein. Die Folge nehmen wir aber noch auf erst nächste Woche. Von dem her wird das wieder just in time, so wie man das von uns gewohnt ist. Aber ich dachte, du hättest jetzt schon von Jana gesprochen. Die ist auch ein Special Guest natürlich, ist ja klar. Eben, ja, kommt gerade aus dem Trainingslager aus Südafrika, ja, hat sofort spontan zugesagt, es sei eine Ehre bei uns aufzutauchen, vielen Dank Jana.
Und ich kann euch jetzt schon sagen, enorm entfrischendes Gespräch, das ihr euch gleich sicher sehr gerne anhören könnt und werdet. Und vor allen Dingen, ja, das ist ja immer so ein bisschen, lass uns mal, die Freunde vom Aufslaufen-Podcast haben das ja jetzt gefechtsmäßig angegangen. Ja, so Rückblick und so Moment des Jahres, Läufer des Jahres und so weiter und so weiter. Also für mich ist Jana auf jeden Fall die Nachwuchsläuferin des Jahres, weil die U-Wettbewerbe verfolge ich in Jahren, wo ich eine intensive Befassung mit Leichtathletik wegen WM oder Olympia habe, noch ein bisschen intensiver. Weil da kommen ja dann immer die Menschen, die ich dann in den folgenden Jahren am liebsten schon kenne und eine Idee habe. Und wenn man über 800 Meter Europameisterin wird, mit einem Kick hinten drauf und sich dann denkt, okay, ich kann auch die 4x4 noch bereichern. Und da dann dazu beiträgt, das wird sie gleich nochmal sehr schön schildern. Das ist einer der schöneren Parts in unserem Gespräch.
Dann weißt du, okay, da wächst eine Karriere und da passiert was. Und deshalb sind wir sehr glücklich und haben ein sehr schönes Gespräch mit ihr gehabt, obwohl es noch relativ früh für unsere Verhältnisse am Morgen war. Aber bei mir sind auch schon wieder die Handwerker, die hier rumlärmen. Ich habe mich versucht, irgendwie hermetisch abzuriegeln. Aber naja, du weißt, manchmal geht es, manchmal nicht. Vorher, du wirst es kaum glauben, ist mir schon eine Studie zugespielt worden. Von einem weltberühmten Mitkommentator meinerseits. Also von Tim Tonner. Sehr, sehr spannend. Und zwar der Effekt von Heißwasseranwendungen kann in Teilen größer sein als, Das Höhentraining. Oh, das wusste ich nicht. Ich auch nicht, deshalb sage ich es ja jetzt. Ich hätte jetzt gedacht, Wärmeanwendungen versus Kälteanwendungen, sprich Eisbäder. Da bin ich auf jeden Fall ganz klar beim Thema Wärme.
Aber das mit dem Höhentraining ist interessant. Wie ist das zu verstehen? Wärmeanwendungen dann wahrscheinlich nicht in einem Warmwasserbad, sondern eher in Sauna? Nee, also tatsächlich, Sauna hatte ich ja vor ein paar Wochen, glaube ich, schon mal erwähnt. Genau. Auch das hat positive Effekte auf die Ausdauerleistungsfähigkeit und die Ausbelastung bis zur Erschöpfung. Also positive Auswirkungen, länger bis zur Erschöpfung und so weiter. Aber das mit dem heißen Wasser, das kannte ich so nicht. Ich hatte das jetzt zwar als Regenerationsmaßnahme auf dem Schirm, aber diese Versuchsanordnung ist tatsächlich mit heißen Bädern. Und zwar mit richtig heiß und um die 40 Minuten lang im heißen Wasser. Dann natürlich Regelmäßigkeit, das ist ja logisch. Und die Effekte nach einigen Wochen waren so wie und in Teilen sogar besser als Höhentraining. Wow. Ja, ohne die Implikationen, die du ja sonst beim Höhentraining hast, ja, mit, du kennst das viel besser als die allermeisten von uns logischerweise.
Dass du zu schnell trainieren kannst, dass man natürlich schlechter schläft und solche Geschichten, ja, das sind ja alles Probleme, die beim Höhentraining entstehen können. Das ist ja nicht nur glücklich machen, sondern man muss sich da ja erstmal auch reingrufen. Und es gibt auch Non-Responder, oder? Bei Höhentraining, ist das nicht so? Es gibt auf jeden Fall Leute, die für sich sagen, sie merken da nicht die großen Effekte, wenn sie dann zurückkommen, dass man da nach vier Tagen oder so drei, vier Tagen irgendwie so einen krassen Boost hat. Gibt's auf jeden Fall auch, ja. Und jetzt dachte ich, es ist vielleicht die Jahreszeit, wo das der eine oder andere mal ausprobieren möchte. Gut, jeden Tag war das aber, glaube ich, nicht. Das wäre krass, ja. Also eine Badewanne einlassen, das ist auch teuer. Also am besten, Ralfs Empfehlung, damit ihr nicht jeden Tag eine heiße Badewanne machen müsst, kauft euch einfach einen Jacuzzi und stellt es auf euren Balkon oder auf eure Terrasse. Ja, klar.
Und dann seid ihr gewappnet, dass ihr jeden Tag euch da 40 Minuten, ist auch schon krass lang eigentlich. Das ist schon lang, ja. 40 Minuten da kochen könnt innen drin und dann bin ich gespannt. Aber interessant, wie man da drauf kommt. Also auch erstmal, irgendjemand muss ja mal diese Idee gehabt haben, zu sagen, jo, da lass mal eine Studie draus machen. Und dass es Leistungs-, sozusagen der Performance zuträglich ist, das hätte ich jetzt auch, also einfach noch nie drüber nachgedacht. Also rein aus Eigenerfahrung, mir haben heiße Bäder vor allem nach harten Einheiten oder nach einem Long Run, auch jetzt in der Vorbereitung, Long Run 30 Kilometer bis eh durchgefroren, wahnsinnig gut getan. Einfach auch für einen Muskeltonus. Ich war da nie so der Eisbadfreund und habe mich danach einfach sehr viel besser gefühlt, würde ich jetzt mal sagen. Aber ich hätte jetzt nicht gedacht, dass man da auch was ableiten kann, dass das am Ende bessere Effekte hat als Höhentraining. Das ist ja revolutionär. Also erst mal gibt es sicher Forschungen, die deutlich weiter vom realen Leben entfernt sind als das. Ja, sicherlich auch. Ich kann da sehr gerne nochmal ein Zitat aus einem meiner Lieblingsfilme bringen. Dr. Wegmann, haben Sie keine Hobbys? Doch, ich sammle Milben, Grünspan und Schimmelpilze. Welcher Film ist das?
Ghostbusters 1. Ich kann euch das nur empfehlen. Es ist in der englischen Originalfassung noch ein Hauch besser, aber das ist eine meiner absoluten Lieblingszitate. Es wird sicher auch sehr gute Gründe geben, warum man Milben, Grünspann und Schimmelpilze sammelt, aber darauf zu kommen, also eine Heißwasser- oder Wasseranwendung ist ja erstmal sehr, sehr alt von der grundsätzlichen Herangehensweise in Kuranlagen und sicher ja auch in regenerativen. Das ist ja jetzt nicht so weit entfernt. In Island sitzen die Leute als Afterwork-Treffen in so heißen Becken drin, was übrigens fantastisch ist. Also, falls ihr diese Anwendungsroutine mal machen wollt, fahrt einfach nach Island. Zieht nach Island, da braucht ihr keine Badewanne voll machen. Ja, aber das ist übrigens super cool.
Bei Minustemperaturen draußen, da hast du halt nur so einen Mützhof und dann sitzt du da in so einem Becken, also Freiluft, da sitzt man da drin und es ist super heiß. Aber diese krassen Auswirkungen, also es geht halt irgendwie so, dass durch die Hitze, die auf die Haut und auf den Körper einwirkt, die Gefäße so weit gestellt werden, dass das Herz halt mehr pumpen muss, weil natürlich die Durchblutung an der Außenseite durch diese Hitzeeinwirkung verstärkt wird, dadurch dann das Blutvolumen und so weiter und so weiter und dann eben die entsprechenden positiven Effekte in Richtung Hämoglobin und so weiter entstehen und dann eine daraus bessere Leistungsfähigkeit resultiert. Aber das würde natürlich schon die ein oder andere sehr schöne Reise ins Höhentrainingslager unterbinden.
Das stimmt natürlich, das ist natürlich auch so ein bisschen neben den rein physischen Effekten, ist natürlich eine tolle, viel gut Atmosphäre, motivierend, bereichernd. Ja, dieses Einlassen, sich einlassen auf, okay, jetzt bin ich hier zum Urtraining. Das ist ja so, wie man eigentlich auch einen Urlaub machen sollte, ja, nur Urlaub, keine Mails, keine Handys, ja, nur Urlaub, ja. Richtig. Handheben, wer es schafft. Ja, ich verstehe das. Ich verstehe keine Hände, was ist los? Werden die wenigsten sein. Ja, aber ich wollte euch das so vor der, also bei uns ist es noch nicht so kalt, die Sonne scheint, blauer Himmel, wie immer. Ich wollte euch das nur schon mal mitgeben für die nächsten Tage und Wochen. Vielleicht hat ja der eine oder die andere ein bisschen mehr Zeit und probiert das mal aus mit den 45 Minuten im heißen Wasser. Kann man mal machen. Auf jeden Fall jetzt die dankbarere Zeit, das auszuprobieren, als im Hochsommer. Genau. Und wo wir schon bei Hitze sind und bei Laufen in Hitze, dann daraus resultierend, der Honolulu-Marathon hat gerade stattgefunden. Ist ja eigentlich ein bekanntes Hitzerennen, weil hohe Luftfeuchtigkeit und so weiter, das ist ja eigentlich das ganze Jahr über more or less gleich. Dieses Mal schlimmster Dauerregen. Oh.
Schlimmster Dauerregen. Das ist dann nur so halb schön. Trotzdem glaube ich 35.000 Starter. Das habe ich überhaupt nicht auf dem Schirm gehabt, dass das so groß ist. Das ist ein richtig großer Marathon. Also schon immer. Das ist mir schon ein Begriff gewesen. Das ist natürlich jetzt nicht ganz so im Fokus der Athleten, die da ganz schnelle Zeiten laufen wollen, wobei die hin und wieder schon auch prominente Namen mal angezogen haben. Ich weiß gar nicht, ob es Mutai oder Kipsang war, also auch Leute, die jetzt schon ein bisschen was gerissen haben. Und ich glaube, da gibt es sicherlich auch ein ganz attraktives Preisgeld. Aber 35.000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen hätte ich jetzt nicht erwartet, weil das ist ja eine Größenordnung. Ja, was gibt es da noch? Die Majors, okay, klar. Aber ansonsten, klar, Paris ist jetzt kein Major, aber der ist auch groß.
So viele in der Größenordnung gibt es ja nun nicht. Und klar, kann man das sicherlich dann im Anschluss noch mit einem sehr schönen Urlaub verbinden, wenn man eh schon dort ist. Aber gut, die Wetterbedingungen, ich weiß nicht, was besser ist. Wenn du da jetzt bei irgendwie 85 Prozent plus Luftfeuchtigkeit und 25 oder 30 Grad vielleicht sogar da rennen musst, ist natürlich jetzt nicht so ein Genuss. Dauerregen ist jetzt vielleicht aber auch nicht so cool. Also das ist dann ja auch nicht kälter da, ne, im Dauerregen. Also lass es dann zwei oder drei Grad kälter sein, aber vielmehr ist es nicht kälter, ja. Die Siegerzeiten sind übrigens da, ich kenne jetzt nicht die Topografie, aber es ist natürlich eine andere Belastung für den Körper, als wenn man jetzt in Nordamerika oder Mitteleuropa morgens unterwegs ist, ist ja klar. Ein Läufer aus Eritrea hat gewonnen, der Name sagt mir relativ wenig, Ich zähgei, Welt Libanos. Das sagte mir nichts. 2013 war die Siegerzeit bei den Männern. Ganz spannend aber bei den Frauen. Wer gewinnt bei solchen Bedingungen ein Rennen?
Eine Amerikanerin. Falsch. Denk doch mal nach. Womit assoziierst du den Regenrennen? Schottland. Here we go. Es ist die erste Britin. Die erste Britin, die gewonnen hat und die kennen wir allerdings. Kelly Hawker Thackeray. Die ja auch sehr viel auf der Bahn und sehr gut auf der Bahn gelaufen ist in dieser Saison. Die hat das Ding gewonnen. Also die erste Britin, die den da gewonnen hat. Das hat mich jetzt, ehrlich gesagt, fast ein bisschen überrascht. Überrascht, ja. Und die ist in 2.30 Uhr gelaufen. Das passt aber ungefähr ja zu der Männerzeit. Wenn du da mal so die Hochrechnung machst, sechs, sieben Minuten Richtung PB, dann war das für sie auch ein sehr, sehr guter Marathon. Ja, und im Dauerregen, was sagt da der Britin? Welcome to my world. Und los geht's, ja. Die hat sich wahrscheinlich über die paar Grad wärmer gefreut. Und wo wir gerade schon bei Frauen und Marathon sind, Das ist relativ groß tatsächlich in Deutschland durch die unterschiedlichen Plattformen gegangen. Wir haben noch nicht darüber gesprochen hier. Im Iran hat ja ein relativ großer Marathon auch stattgefunden. Auf der südlichen, das ist wohl offensichtlich eine Urlaubsinsel im Iran. Ich kenne mich da gar nicht aus. Qish heißt diese Insel. Und da hat ein Marathon stattgefunden für Frauen, 5000 Teilnehmerinnen und sehr viele sind ohne Kopfbedeckung gelaufen.
Da gibt es jetzt polizeiliche und wahrscheinlich auch geheimdienstliche Ermittlungen gegen die Veranstalter, weil das natürlich auch ein Affront gegen die Führung ist, weil Frauen leider im Iran sich nicht frei entscheiden können, was sie in der Öffentlichkeit tragen. Und davon gibt es Bilder, die könnt ihr euch gerne mal mit einem leichten Suchprompt anschauen. Sehr, sehr viele laufen da einfach den Marathon ohne Kopfbedeckung. Und das ist ein klares Zeichen. Also das ist jetzt nicht nur, jetzt machen wir das mal, sondern das ist ein politisches Zeichen im Iran.
Sehr mutig, sehr cool. Und 5.000 Frauen gemeinsam an der Startlinie. Bei einem Marathon ist übrigens auch ein sehr cooles Bild. Absolut. Dass so eine große Laufbewegung in dieser, ja auch nicht ganz einfachen Distanz im Iran überhaupt besteht, war mir auch so nicht klar. Ist allerdings ja auch ein sehr großes Land mit sehr vielen Menschen. Du musst ja davon ausgehen, dass die Frauen ja dann dafür logischerweise auch trainieren müssen. Und da stellt sich ja die nächste Frage, wo und wie frei, ich sag jetzt frei bezogen darauf, also.
Wenn jemand aus religiösen Gründen Kopfbedeckung tragen möchte, ist das dem ja freigestellt. Wir wissen aber, dass es dort natürlich sehr, sehr anders ist, einfach aufgrund der Verfolgung durch das Regime auch. Und da, wenn du trainierst und also so, wie sie da den Marathon gelaufen sind, werden sie wahrscheinlich im Alltag nicht ausschließlich nur sich draußen dann im Training bewegen können. Also das ist ja dann schon irgendwie beeindruckend. Und ich bin auch verwundert, dass dann die Veranstalter kein Problem bekommen sozusagen. Weißt du, was ich meine? Weil die das ja ermöglichen oder zulassen, dass auch solche Bilder um die Welt gehen. Wo kommen sie jetzt im Nachhinein? Es bleibt dabei ja mutig, sowohl von den Veranstaltern als natürlich auch von den Frauen dort. Wenn da von euch jemand noch irgendwie Insights hat, über welche Quellen auch immer, zum Rennen selber, zu den Vorbereitungen und, und, und, sehr gerne. Weil das sind so Bereiche, wo wir halt auch durch selektiven Blick in unserer Öffentlichkeit, natürlich auch in der medialen Berichterstattung oft nicht so hinschauen. Deshalb laufen kann so viel mehr sein, als nur Kreise um die Bahn drehen. Deshalb gerne her damit. Wir sind immer...
Sehr darauf erpicht, diese Dinge zu erfahren. Und diese Woche hatten wir ja Kontakt, wir haben jetzt endlich direkten Kontakt mit den Veranstaltern oder den ehemaligen Veranstaltern vom Bestzeitmarathon. Also da schauen wir mal, wo die Reise hingehen kann. Noch ist es nicht so weit, dass der nächste Termin ansteht, weil ihr erinnert euch, es geht darum, den Zeittunnel zu treffen, der praktisch bei der Rückdrehung der Zeit von Sommer in Winterzeit entsteht. Weil da gewinnt man ja eine Stunde. Und die kann man sich dann auf sein Zeitkonto gutschreiben lassen. Aber wir bleiben da dran. Vielen Dank nochmal für das nette Gespräch, Henrik. Also nicht nur die Namensgleichheit, sondern auch da verrückte Sachen jederzeit welcome. haben. Es gibt ja hundertprozentig auch wieder irgendwelche Laufveranstaltungen rund um Silvester. Ich weiß doch, dass.
Etliche Versuche gibt, dann Weltjahresbestleistungen zu laufen. Also entweder sehr spät starten, wirklich um den Jahreswechsel. Genau, dass man direkt nach 0 Uhr dann ins Ziel kommt. Oder so ein Neujahrslauf eben. Ja, aber da musst du dich schon beeilen, weil Neujahrsläufe gibt es eine Menge. Da gibt es eine Menge, ja. Du musst schon nachts im Ziel sein, sonst ist es schwierig. Und wir sind ja sowieso schon hinten, weil ja in Richtung Australien etc., da geht es ja dann deutlich früher los. Ich bin im vergangenen Jahr einen Silvesterlauf gelaufen in Australien. Nochmal, warum bin ich hier und nicht in Australien? Ich mache alles falsch. Mann, Mann, Mann.
Aber Silvester könnte ich auch, ich poste euch Silvester einen Lauf. Silvester oder Neujahr? Mal gucken, eins von beiden. Du meinst offizielle Laufveranstaltung oder ein für dich privates Happening? Nee, wahrscheinlich nicht. Nee, aber wegen Sonne. Das war mein Anker jetzt. Wegen Sonne und weiter südlich als Köln. Obwohl, wir haben heute perfektes Wetter. Das ist toll. Wir haben in Regensburg das Wetter, das wir immer haben. Nee, es regnet nicht. Aber wir haben einfach auch keine Sonne. Wir haben einfach nur Grau. Jeden Tag. Siehst du, dann braucht man ein gutes Gespräch und einen guten Gesprächspartner und einen Gast, wie wir ihn heute haben in Form von Jana Becker, Vielleicht hat die eine oder andere von euch diesen Namen noch nicht gehört und denkt, die Hannah Becker kommt mir bekannt vor, aber der Name ist jetzt auch als Nachname nicht so selten. Ist für uns, wir haben es schon gesagt, eine der herausragenden Neuerscheinungen am Laufhimmel. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international Europameisterin über 800 Meter geworden. Einen Riesenschritt gemacht nach vorne. Und ihr werdet jetzt eine sehr eloquente und selbstbewusste junge Frau kennenlernen. Here we go.
Ja, und da ist ja auch schon unser Gast in dieser Woche, Jana Becker. Wir freuen uns riesig, dass du heute hier bei uns zu Gast bist. Wir haben ein großes Herz für aufstrebende Nachwuchstalente und da bist du natürlich prädestiniert für uns, weil wir natürlich nicht zuletzt aufgrund meines sportlichen Backgrounds natürlich immer ein bisschen stärker auch auf Athleten schielen, die ihre, wie soll ich sagen, ihre Anfänge irgendwie noch auf einer Bahn haben. Bei mir ist es dann irgendwann mal Richtung Straße gegangen, aber Bahn ist natürlich so ein bisschen OG-Leichtathletik laufen und wir freuen uns sehr, dass du heute dir morgens Zeit genommen hast für uns. Jetzt haben wir gerade Off-Record erfahren, du bist natürlich nicht gerade erst kurz vor neun aufgestanden, sondern du warst schon, wie es sich für fleißige Athletinnen gehört, schon trainieren. Allerdings, das alleine wäre ja schon krass. Du warst im Wasser. Was ist da denn los? Ja, hi, erstmal. Freut mich, dass ich heute bei euch sein darf. Sehr cool.
Ich war heute Morgen tatsächlich schon im Wasser. Um 7.30 Uhr pünktlich stand ich am Beckenrand und bin ins Wasser gesprungen. Und hatte dann tatsächlich eine Stunde Aquajoggen heute Morgen auf dem Plan stehen. Das bauen wir immer ganz gerne ein. An so Easy-Tagen als regenerative Einheiten. Weil es eben dann doch dem Körper auch ganz gut tut, auch wenn es vielleicht nicht so schön ist, um 7.30 Uhr ins kalte Becken zu springen. Aber mein Körper freut sich und dann mache ich das natürlich. Also Moment mal. Erstens, das Becken hat 28 Grad, weil da sind auch Schwimmer und das sind bekanntermaßen ja, sagen wir mal, temperatursensitive Wesen.
Zweitens, normalerweise weiß man ja, dass man bei seinem Trainer nicht so ganz gelitten ist, wenn man morgens um 7.30 Uhr schon ins Wasser gescheucht wird. Also was hast du gemacht? Und drittens, wieso Aquajoggen und nicht schwimmen? Man könnte doch einfach schwimmen. Ja, schwimmen kann ich einfach nicht Also ich kann schwimmen normal, Aber der Rest Da bin ich tatsächlich raus Ich glaube, das bringt Aquajoggen bei mir Einfach mehr, Und ansonsten Muss da eigentlich fast jeder aus unserer Gruppe Mal durch, außer die Langstreckenleute Die jetzt so langsam fast gar kein Semispezifisches Training Mehr haben Aber ich glaube, mich würde das noch ein bisschen begleiten Vor allem halt in diesen Vorbereitungsphasen, wo es jetzt noch nicht so schnell und spritzig auf der Bahn wird. Also da sind wir ja schon beim interessanten Punkt. Semispezifisch, man könnte auch Radfahren gehen, aber du hast Aquajoggen gewählt, okay, dein Problem.
Ich musste, ich durfte nicht aufs Rad. Ich habe das schon verstanden. Aber das ist ja trotzdem sehr spannend, dass du sagst, okay, du machst jetzt in der Vorbereitung noch semispezifisch, aber die Leute, die lang laufen, machen das nicht. Das ist für mich eher ein Widerspruch. Ja, also ich muss sagen, mein Körper ist auch ein bisschen sensibel, deswegen können wir bei mir noch nicht so super hohe Umfänge machen zurzeit. Wir versuchen das zu steigern jetzt über die Jahre, immer ein bisschen mehr eben, aber da kann man halt als Ausgleich noch ganz gut das Alternativtraining mit einbauen, um da einfach auf höhere Umfänge zu kommen. Und die Langstreckenläufer aus meiner Gruppe, was ja dann doch auch einen großen Teil betrifft.
Können eben schon ihre 80 bis bei den Jungs, keine Ahnung, 130 Kilometer in der Woche abspulen, ohne da eben irgendwelche Wehwehchen zu bekommen und da bin ich dann doch etwas anfälliger. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich auch ja ein bisschen über die Unterdistanz unterwegs bin und mein Körper da einfach ein bisschen ja sensibler ist. Da muss man jetzt natürlich dazu sagen, also zum einen für diejenigen, die dich noch nicht kennen sollten, Du bist ja auch erst 19 Jahre alt, also das ist ja noch ganz, ganz, ganz, ganz am Anfang einer hoffentlich großen Karriere und ähm... Auch aus eigener Erfahrung gesprochen, es ist natürlich so, dass dauert ja auch so ein bisschen den Körper einfach daran zu gewöhnen, irgendwann höhere Umfänge zu laufen, zumal ja bei dir wahrscheinlich zumindest in der Hochphase einer Saison natürlich auch das Training sehr, sehr intensiv ist, also sprich einfach hohe Belastung auch auf Muskel, Sehnen, Bänder. Aber gib uns mal ein Feeling für jemanden, der 19 Jahre alt ist, aber natürlich schon zur internationalen Spitze gehört in deiner Altersklasse. Du bist im Sommer U20-Europameisterin geworden über 800 Meter. Du läufst 800 Meter auch schon unter zwei Minuten.
Du hast schon angesprochen Unterdistanz. Du hast auch sozusagen in der 4x4 im Sommer die unterstützt und auch zu einer Silbermedaille geführt sozusagen. Was müssen wir uns vorstellen? Was ist in unserer Vorbereitungsphase jetzt?
Dezember, was sind da die Laufkilometer oder anders gesprochen, was sind Laufkilometer und was sind Trainingstunden? Absolut, weil durch dieses semispezifische Training, zum Beispiel auf einer Rolle oder im Wasser, kann man das ja nochmal deutlich erhöhen und ist auch ein bisschen so ein Trend, finde ich. Also Ralf und ich haben ja, Gott sei Dank, jede Woche total spannende Gäste hier, wo man so ein Feeling bekommt, das wird ja eher mehr als weniger. Weil ich komme noch aus so einer Generation, jo, da bist du gelaufen hauptsächlich als Läufer und wenn du länger laufen wolltest, bist du sehr viel mehr im Training gelaufen, einfach so. Da war jetzt noch nicht so der, wie soll ich sagen, die Bereitschaft so da, dass man gesagt hat, ja Mensch, kannst du auch ein paar Trainingsstunden auf dem Rad machen. Das hat sich ja sehr stark geändert. Also was sind bei dir jetzt in so einer Vorbereitungsphase aktuell so Wochen, Wochen, Laufkilometer und beziehungsweise wie viele Stunden machst du insgesamt? Ja, also ich komme jetzt gerade tatsächlich aus dem Trainingslager in Südafrika und das ist immer so eine Phase, wo wir.
Ohne irgendwie Schule nebenbei oder Studium uns halt komplett aufs Training fokussieren können und wo natürlich dann die Umfänge auch jetzt, sage ich mal, ihr High haben, vor allem eben in der Vorbereitungsphase. Und da war das bei mir jetzt so, dass ich da in der ersten Woche mit knapp 45 Kilometern eingestiegen bin und dann in der intensivsten Woche dort, sage ich mal, jetzt an die 55 Kilometer gekommen bin. Also darüber hinaus ging es aber jetzt auch die letzten Jahre eigentlich noch nie.
Und an semispezifischen Stunden, sage ich mal auf jetzt Fahrrad, Arc-Trainer etc., komme ich schon auch so auf drei bis vier Stunden im Trainingslager vielleicht auch eher vier bis fünf. Genau, weil wir das eben dann als Kombi-Einheiten einbauen, dass wir irgendwie vormittags, vornachmittags Tempeläufen halt eine Stunde alternativ einbauen oder so. Ja, aber es war eigentlich schon immer so, dass ich nie nur gelaufen bin. Also ich habe immer auch nebenbei noch, Viel semispezifisch gemacht. Früher, als ich noch ganz jung war, habe ich auch noch Basketball gespielt. Bin auch mal geritten. Also ich war immer schon sehr vielseitig unterwegs, würde ich sagen. Ich komme ja auch aus dem Mehrkampf ein bisschen. Ich bin Deutsche Meisterin im Blocklauf geworden, ganz früher mal. Aber wie gesagt, wir haben einfach vor allem bei mir festgestellt, dass es eben total wichtig ist, jetzt wirklich nicht irgendwie schon anzufangen, 70 bis 80 Kilometer im Trainingslager in der Woche zu schrubben, weil ich das einfach nicht schaffe. Und wenn wir jetzt aber hier wieder sind, zu Hause, ich habe jetzt noch Schule nebenbei, sind es eher, würde ich sagen, an die 40 Kilometer. Also das geht dann schon ein bisschen runter.
Und klar, wenn dann jetzt Anfang Februar die Hallensaison beginnt, werden das auch wieder eher 30 bis 35. Also das wechselt schon. Und wie du eben schon gesagt hast, auch mit diesen intensiveren Phasen während der Saison. Klar, wenn ich dann irgendwie eine super laktazide Einheit habe in der Woche, merke ich das auch nochmal ein paar Tage länger und kann eben dann nicht am Tag danach direkt einen Longland oder so machen, sondern das muss eben natürlich angepasst werden, auch je nachdem, wie ich mich fühle. Da haben wir aber auch eigentlich ein relativ lockeres Konzept, sage ich mal, dass mein Trainer viel mit mir kommuniziert und auch so ein bisschen auf das hört, wie es mir geht und dass wir danach den Trainingsplan anpassen, weil er sagt immer, Trainingspläne sind dazu da, um verändert zu werden, wenn eben mal was nicht reinpasst oder der Körper dann doch noch nicht so mitspielt, wie man sich das erhofft.
Das ist ja erstmal ein sehr kluger Ansatz zu sagen, lasst uns doch erstmal schauen, wie es mir heute Morgen geht. Ob ich aufstehen möchte, ja, nein, vielleicht. Ob ich ins Schwimmbad möchte, ja, nein, gar nicht. Und dann zu sagen, okay, was hat denn der letzte Tag, was haben die letzten drei Tage mit mir gemacht? Ist ja immer so ein bisschen eine andere Geschichte im Trainingslager, weil erstens ganz anderer Bewegungsreiz, viel mehr Zeit zum Training logischerweise. Kannst du uns gleich nochmal mitnehmen, wer sonst noch so in deiner Gruppe rumtobt und wie da dann halt auch so ein Gruppendruck entsteht. Wie ist das, wenn ihr gemeinsam unterwegs seid? Wie viel Anreiz ist da schon gegeneinander zu laufen, statt miteinander zu laufen und sich gegenseitig zu pushen? Also erstmal, kurzer Einblick in meine Trainingsgruppe, genau, ich trainiere in Frankfurt am Stützpunkt bei Benjamin Stalf mit unter anderem Vanessa Mikitenko, die war, glaube ich, auch schon bei euch zu Gast, Tristan Kaufhold, Jan Dillemuth, Pito Januel Freda, Sarah Köcher, Carolina Schäfer, Wanda Skupin Alpha, also wir sind wirklich eine sehr leistungsstarke Nachwuchsgruppe, muss man sagen.
Und ja, ich bin ein Riesenfan von unseren Trainingslagern. Ich finde das unfassbar cool, weil wir uns eben so gegenseitig pushen und wenn mal jemand irgendwie nicht so motiviert ist, dann gibt es da mindestens noch fünf andere, die dich irgendwie mit hochziehen, und ich muss sagen, dass bei mir gar nicht so krass dieses Gegeneinander entsteht, auch im Training jetzt, sondern es ist wirklich für mich eigentlich immer ein Miteinander, was aber glaube ich auch daran liegt, dass ich jetzt keine direkte Konkurrentin in meiner Trainingsgruppe habe. Ich habe Wanda Skopin Alpha, die ist eine super Trainingspartnerin für mich, läuft auch 400 und 800. Wir pushen uns extrem, aber sie ist eben auch nicht jetzt eine direkte Konkurrentin für mich. Und das macht das Ganze, glaube ich, für mich persönlich sehr angenehm als Trainingsumfeld, weil wir eben alle unterschiedliche Distanzen laufen. Die meisten laufen eher 1500 bis auch mal 5000 oder 10.000 Straße, Bahn, während ich eben ja eigentlich nur auf den Unterdistanzen und mal vielleicht auf den 1500 unterwegs bin und man merkt einfach extrem auch bei ganz verschiedenen Einheiten, wie wir voneinander profitieren, wie auch eine Vanessa zum Beispiel mal von mir profitiert, wenn wir irgendwie mal Tempoläufe zusammen machen und dann geht es darum, irgendwie mal eine schnelle Schlussgrade zu laufen bei 300 oder so und.
Das liebe ich einfach total, dass wir eben so vielseitig aufgebaut sind in der Gruppe und man dadurch auch, wenn es jetzt, sage ich mal, noch nicht so spezifisch ist, sondern eher jetzt so ein Umfangsblock ist, wie jetzt zum Beispiel in Pouch im Trainingslager war, man eigentlich immer jemanden hat, mit dem man trainieren kann, mit dem man seine Läufe machen kann.
Weil aber Benni, unser Trainer, das eben auch so auslegt, dass wir irgendwie immer voneinander profitieren und eben gemeinsam trainieren können.
Andere Generation, merkt man schon. Viele der traditionellen Trainer werden ja gesiezt, bei euch anders. Das ist ja ein anderes Verständnis von Miteinander umgehen. Also habe ich eine Respektsperson, das heißt ja überhaupt nicht, dass das Verhältnis zwischen Trainer oder Trainerin und der Gruppe schlechter sein muss, im Gegenteil, sondern es geht ja immer darum, sich mitzuteilen, also sich offen mitzuteilen. Das heißt, habe ich eher ein freundschaftliches Verhältnis zu meinem Trainer, weil er vielleicht auch eben noch nicht so einen ganz großen Altersunterschied hat, oder ein Respektsverhältnis. Es ist ja so ähnlich wie in der Schule. Also wir sagen ja an dieser Stelle nochmal Danke zu deiner Deutschlehrerin, die Verständnis dafür hat, dass du heute nicht kommst oder später kommst.
Aber das ist ja eine bestimmte Atmosphäre, die in einer Gruppe entsteht. Beschreibt mal, wie das bei euch ist. Also, ich muss sagen, bei uns, die Atmosphäre ist eigentlich immer extrem entspannt. Also, Benni legt sehr viel Wert darauf, dass wir alle mit guter Laune ins Training kommen, dass wir alle Bock auf das Training haben, dass wir nicht die Probleme, die wir, sage ich mal, außerhalb des Trainings in unserem Leben haben, mit ins Training nehmen, weil er sagt, für ihn selbst ist das der Trainingsplatz oder der Moment, sobald wir den Platz betreten, eine Atmosphäre, wo er auch versucht, sein Leben, sage ich mal, das klingt jetzt so blöd, aber hinter sich zu lassen, Ja, das ist aber, ich verstehe das und das ist erstens ein extrem smarter Ansatz und ich glaube, man versteht das auch sehr gut, ja. Okay, sehr gut. Also sich voll mit uns eben auf diese Einheit zu konzentrieren und auch so ein bisschen aufzuhalten. Er will, dass wir immer voll da sind im Training. Er will, dass wir konzentriert sind, dass wir motiviert sind und dass wir auch eben diesen Willen haben und auch zeigen, dass wir, sage ich mal, in der Einheit, die dann gerade ansteht.
Alles geben und auch an uns arbeiten wollen und uns verbessern. Und das finde ich extrem cool, weil wir uns zum Beispiel auch alle dann immer am Anfang vom Training, das hat sich auch irgendwie so eingeprägt, begrüßen und jeder gibt irgendwie seinen Handschlag oder so. Also wirklich total cool. Direkt so eine lockere, persönliche Atmosphäre. Und dadurch hatte ich eigentlich schon von Anfang an, Seit ich in die Gruppe gekommen bin, das war so, ich würde sagen, ungefähr 2020, also 2019, bin ich in den Landeskader gekommen und habe eben dann darüber Benjamin Steiff kennengelernt als mein Landeskader-Trainer. Und von Beginn an war es schon immer eben so ein familiäres, vertrautes Umfeld für mich. Also man konnte auch immer alles ansprechen im Training, was man jetzt, sage ich mal, für sportliche Probleme hat. Mittlerweile, klar geht es auch darüber hinaus, weil wir einfach so ein festes Team sind und so stark zusammengewachsen sind. Aber.
Benni nimmt extrem viel Rücksicht auf uns, er geht auch auf jeden ein und eben auch, wie ich eben schon gesagt habe, wir sind ganz verschiedene Charaktere auch, aber natürlich auch ganz verschiedene Athleten mit ganz verschiedenen Schwächen und Stärken und irgendwie schafft er es, alles so ein bisschen zu berücksichtigen und wie gesagt, auch jeden zu berücksichtigen und mit einzubeziehen. Und das finde ich sehr bewundernswert und das macht, glaube ich, unsere Gruppe auch aus. Und ja, wir sind halt einfach leistungsstark, ziehen uns gegenseitig mit, wie ich schon gesagt habe. Und da kann man eigentlich dann nur Spaß haben.
Also ich glaube, dass das natürlich schon ein Schlüssel ist, dass diese Atmosphäre und dieser Vibe innerhalb von der Trainingsgruppe so gut und auch so kollegial ist, beziehungsweise dass man natürlich auch ein gutes Verhältnis zum Trainer hat. Jetzt muss man sagen, genau, über Benjamin Steif haben wir natürlich auch ein bisschen schon gesprochen, damals, als Vanessa Mikitenko bei uns zu Gast war. Damals habe ich schon die Story erzählt, dass ich ihn ja noch kenne aus Zeiten, wo wir vor, keine Ahnung, 5000 Jahren in Stiklana im Trainingslager waren, wo er damals mit Wolfgang Heineke und Gesa Krause und so weiter mit dabei war. Das ist ja so ein bisschen die neue Generation an Trainern, die, glaube ich, die natürlich durch vielleicht eine eigene aktive Zeit, aber auch durch natürlich vielleicht Hospitanzen und Beobachtungen von anderen Trainern vieles mitnehmen und trotzdem auch so ein bisschen ihr eigenes Ding machen, was ich glaube ich, also von dem, was man von außen wahrnimmt, was ich auch sehr gut empfinde und zumindest ja auch damit ja er auf jeden Fall schon mal sehr erfolgreich ist mit euch und der Arbeit mit euch. Ich fand es interessant, weil wir vorhin noch kurz über das Thema mit Sitzen gesprochen haben, ich kenne das auch noch, da gab's, Ich überlege gerade, wie sage ich das? Ich komme natürlich aus Baden-Württemberg ursprünglich mal. Da gab es das gar nicht, dass man Trainer gesiezen hat. Ich kenne aber natürlich viele Kolleginnen und Kollegen, die ihre Trainer noch siezen mussten.
Ist total interessant, weil für mich hat das Siezen nie was mit Respekt zu tun gehabt. Also es hat jetzt für mich nicht damit zu tun gehabt, ob ich jemanden sieze, dass ich deswegen vor der Person mehr Respekt habe, als wenn ich jemanden duze sozusagen. Also es hat ja eher mit dem zwischenmenschlichen Verhältnis zu tun. Also mein erster, für mich sehr prägender Trainer in Sindelfingen war Harald Olbrich, der inzwischen leider nicht mehr lebt, aber der glaube ich einfach zu uns so einen guten Draht hatte, ich sag mal wie so väterlicher Freund, hätte ich jetzt gesagt. Den haben wir aber immer geduzt natürlich, der kannte uns seit wir zwölf sind so ungefähr. Und genauso, wenn ich jetzt weiter meine Karriere durchgehe, auch so jemanden im Ausland, gibt es das ja sowieso natürlich nicht, aber auch Renato Canova.
Ralf, ich habe, glaube ich, die Story schon mal erzählt im Podcast, wenn du da auf der Moe-Ben-Road in Kenia stehst, morgens um halb sieben, die Sonne aufgeht und 50 Athleten drumherum stehen, da kannst du eine Stecknadel fallen hören, wenn er das Training ansagt. Aber natürlich ist er zu jedem, also das ist ja, da ist gar keine Distanz zu, da ist total locker drauf, auch wenn er dann schon 75 ist oder so. Aber dieses Thema Respekt hat, glaube ich, eher damit zu tun, wie man einen Menschen ja auch achtet oder was er vielleicht auch schon für ein Lebenswerk, in dem Fall als Trainer, schon so hinter sich hat. Und das klingt aber total toll, dass in Frankfurt ja eben da so eine neue Generation an Athletinnen und Athleten, das seid ihr, aber auch natürlich mit einem vergleichsweise jungen Trainer, da heranwächst. Weil ich glaube, ein Thema, was wir in Deutschland haben, ist ja, dass der Trainernachwuchs jetzt nicht gerade in der Leichtathletik überbordend ist. Also ich glaube, jeden, den man da hat, der da so viel Leidenschaft reinsteckt, ist auf jeden Fall ein großer Gewinn. Lass uns aber nochmal ganz kurz Wolfgang Heinig, weil der Name ja eben schon gefallen ist, logischerweise auch jemand, der den Benni gefördert hat.
Der wird schon gesiezt in seiner Gruppe. Ja, klar. Also bei uns dann irgendwann nicht mehr. Ich war ja nie Teil seiner Gruppe. Würdet ihr ja wahrscheinlich gerne auch siezen. Also wenn ihr den seht, sagt er ja nicht, hallo Wolfgang. Ja, auf jeden Fall siezen. Ich glaube, nur Gesa darf ihn auf jeden Fall duzen. Genau. Aber der ist ja unverdächtig, dass er sich nicht intensivst um seine Leute kümmern würde. Nein, nein. Im Gegenteil. Das hat gar nicht immer damit zu tun, ob man jemanden sieht oder nicht sieht. Das ist auch manchmal, In unserem Kollegenkreis ist das total schräg. Weil es gibt Menschen, die hat man als sie kennengelernt. Und die sieht man dann halt einfach jahrzehntelang, wo man vielleicht eng mit denen zusammenarbeitet. Und andere, die hat man von Anfang an gedust. Und das ist so. So ein ganz wildes Durcheinander. Da gibt es auch gar keine Logik. Kurzer Funfact. Mein Biolehrer sieht uns, aber spricht uns bei Vornamen an. Okay, das habe ich schon häufiger in der Oberstufe oder so gehört. Ja, das... Das ist aber auch komisch irgendwie. Das fühlt sich ganz komisch an, finde ich auch. Also das ist ja wirklich ganz wild. Das habe ich aber schon häufiger gehört, tatsächlich. Das ist... Also jetzt mache ich mal ein bisschen Küchenpsychologie. Das ist, glaube ich, so ein Versuch, der Oberstufenlehrer näher an seine Leute ranzukommen. Weil Frau Becker klingt jetzt auch ein bisschen seltsam.
Also ich habe das schon oft erlebt, dass das dann der Übergang ist in die Oberstufe, dass man jetzt ein anderes, also auch eine andere Herangehensweise an die Schülerinnen und Schüler hat und sagt, okay, ihr seid jetzt einfach eins weiter und ich sieze euch jetzt. Das ist ja, glaube ich, auch formal richtig so ab der Oberstufe. Aber ihr seid noch nicht so weit, dass ich jetzt Frau Becker und Herr Kaufholz sagen muss, sondern ich sage jetzt sie. Das ist natürlich eine Form, die eigentlich im Deutschen gar nicht existiert. Ja. Aber das kannst du ja gleich mit deiner Deutschlehrerin besprechen, falls sie noch kein Thema hat.
Ich wollte vorhin noch kurz die Überleitung machen zu quasi, Du bist seit 2019, hattest du gesagt, in Landesskala gekommen, damit auch dann in Kontakt mit Bernie Stalf. Und warst du dann unmittelbar quasi sofort schon? Du hast ja wahrscheinlich davor eine Heimtrainerin oder einen Heimtrainer gehabt. Wie war da der Übergang? Beziehungsweise jetzt bist du ja auch, ich weiß nicht, hat man das vorher schon gesagt, oder war das nur Off-Record? Du bist ja auch im Sportinternat, auch wie Vanessa, glaube ich. So hat sie uns das auch damals geschildert. Ab wann ist dieser Schritt dann da gewesen, sozusagen von zu Hause auszuziehen und aber auch quasi von Heimtrainer zu, also Benni ist jetzt ja dein Heimtrainer auch, wie lief das ab? Ja, also genau, ich bin dann zu Beginn erst mal ein bis zwei Mal die Woche ins Landeskader-Training nach Frankfurt gefahren. Also da wusste ich, glaube ich, auch noch gar nicht, dass es hier überhaupt ein Internat gibt.
Und ich fand einfach die Gruppe cool, das Lauftraining hat mir gefallen und ich dachte, jo, wenn ich jetzt die Chance habe irgendwie hier aufs Kadertraining, why not? Was ich dazu sagen muss, ich hatte auch immer schon das große Glück, dass meine Eltern das alles sehr stark unterstützt haben. Ich komme aus der Nähe von Gießen, sprich, das war dann auch immer eine Stunde, Fahrt hin und eine Stunde Fahrt zurück. Die meine Mama da in... Zwei Stunden zurück. Das ist die A5, die kenne ich.
Das ist natürlich schon krass, ja. Aber ja, das hat meine Mama dann auf sich genommen, dankenswerterweise, ja. Auf jeden Fall richtig cool. Und das wurde aber dann eben mehr, weil ich natürlich auch das Training so cool fand, dass ich gesagt habe, ich will jetzt nicht nur zu den Tempoläufen hinfahren. Ich möchte eigentlich auch gerne noch eine Schnelligkeits- und Krafteinheit vielleicht in Frankfurt mit der Gruppe machen. Ich hatte aber natürlich parallel noch mein Vereinstraining in Wettenberg. Ich war ja damals bei der LG Wettenberg und das hat mir auch viel Spaß gemacht. Man muss aber dazu sagen, dass das natürlich jetzt im Vergleich zu dem Kader-Training deutlich, ich sag jetzt mal, nicht so leistungsorientiert war, sondern eher, wir treffen uns zum Training, haben hier Spaß als Gruppe, aber es war eben was anderes. Und ich habe dann irgendwann gemerkt, dass eben dieses leistungsorientierte Training irgendwie für mich total interessant ist und irgendwie mich auch extrem motiviert hat. Die Leute in Frankfurt mich extrem motiviert haben und ich irgendwie jetzt schon versuchen will, das Ganze vielleicht ein bisschen leistungsorientierter auch zu machen.
Was eben ursprünglich ja auch noch gar nicht so der Plan war. Natürlich wusste ich auch, es gibt irgendwie internationale Meisterschaften und cool, aber ich habe ja nie irgendwie gedacht, dass das für mich in Frage kommt. Und dann irgendwann bin ich eben dreimal die Woche nach Frankfurt gefahren und dann habe ich eigentlich für mich ziemlich schnell gesagt, okay, um auch so ein bisschen meine Eltern zu entlasten, hatte ich dann mitbekommen, es gibt ein Internat in Frankfurt und habe meine Eltern einfach mal tatsächlich damit konfrontiert, dass ich gerne nach Frankfurt ziehen würde aufs Internat mit damals, ich glaube, 15 oder 16.
Das kann ich mir, also stell mir das mal interessant vor wahrscheinlich. Die haben sich auch gedacht, oh wow, ja, das ist ja sehr früh. Ja, ich habe tatsächlich eine Halbschwester, die aber auch jetzt nicht bei uns zu Hause gelebt hat und deswegen bin ich eigentlich so ein bisschen als Einzelkind, sage ich mal, groß geworden. Beziehungsweise bin auch die einzige Tochter meiner Mutter und ich habe schon eine sehr enge Beziehung auch zu meinen Eltern und deswegen war das natürlich dann schon so okay, Unsere Tochter zieht aus mit 16. Wow, okay. Aber nichtsdestotrotz, muss ich sagen, haben sie auch diese Entscheidung von Anfang an supported. Und ich habe mich dann hier im Internat beworben. Und das Ganze nahm so seinen Lauf. Und genau, dann bin ich, ich glaube, 2021 hierher gezogen. Oder 2020, ich bin mir gerade nicht ganz sicher. Das war eine Pandemie, da wissen wir alle nicht so genau, was da los war. Ja, alles verschwommen.
Auf jeden Fall, genau, habe ich mich dann hier super eingelebt. Es war natürlich anfangs komisch, unter der Woche, sage ich mal, alleine zu sein, seine Eltern nur am Wochenende zu sehen. Aber auch das habe ich eigentlich von Anfang an ziemlich gut gemeistert. Ich muss sagen, ich bin jetzt rückblickend extrem stolz auf mich, dass ich diesen Schritt so früh gegangen bin und auch dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, weil ich echt sagen muss, ich bin extrem früh total selbstständig geworden, ich habe mich glaube ich wirklich krass entwickelt hier so und sportlich, klar, würde ich sagen hätte ich keine bessere Entscheidung treffen können und.
Dann war ich sozusagen ein fester Teil von Bennys Gruppe und seitdem, ja, läuft's. Also was ihr zu Hause jetzt nicht seht, ich hoffe, ihr hört das so ein bisschen.
Dieses Dauerlachen, das Jana eigentlich in ihrem Gesicht hat, wenn sie diese Schilderungen macht. Also man merkt, dass das jetzt nicht nur, ja, mir geht's hier ganz gut, sondern da spricht ein Mensch, der offensichtlich sehr glücklich ist mit seiner Situation mit uns. Auf jeden Fall. Und auch, sorry, dass ich da nochmal einhacke, Aber auch das war vor allem meinen Eltern immer super wichtig. Und sie haben sich auch total häufig erkundigt, ob das wirklich das ist, was ich will und ob mir das nach wie vor Spaß macht. Und generell meine ganze Familie steht da komplett hinter mir. Und ich glaube auch, selbst wenn ich irgendwann gesagt hätte, das ist irgendwie nicht das Richtige für mich oder ich fühle mich hier doch nicht wohl, hätte ich auch jederzeit wieder nach Hause gehen können und das wäre überhaupt kein Problem gewesen. Und dafür bin ich einfach super, super dankbar. Philipp ist gerade ein bisschen nachdenklich weil er gerade überlegt, okay, noch, was, zwölfeinhalb Jahre und dann zieht meine Tochter aus. Boah, das klingt ultra früh auf jeden Fall. Ich meine, ich habe das ja hier schon mal erzählt, Jana, für dich nochmal kurz. Ich fühle das natürlich komplett, weil meine kleine Tochter ist ebenfalls mit 15 gegangen und mit 16 ausgezogen und hat dann gesagt, ja, ich bleibe übrigens auch, um zu schwimmen. Ja, deshalb verstehe ich das mit dem Aquajoggen nicht, weil man kann auch schwimmen, aber nee, Quatsch.
Und sie hat tatsächlich auch eine Halbschwester, die nicht bei uns gelebt hat, aber schon auch so ein Vorbild war, weil sie auch... Die früh weggegangen ist. Sie ist leider nicht nur 50 Kilometer weiter, sondern nach Vancouver gegangen. Da ist das mit den Wochenenden ein bisschen schwierig. Das heißt, ich kann das sehr gut nachvollziehen, dass das große Schritte sind, dass das für dich natürlich ein großer Schritt ist, dass das für deine Eltern große Schritte sind. Aber ich mache es ja auch so. Und ich finde es halt cool, wenn ihr als Kind sagt, okay, ich will das machen und das ist mein Ding. Und ich gehe auch zwischendurch hin und wieder mal zu Deutsch und Mathe. Ab und an. Das ist auch ganz schön, wenn man das mal weiß. Ich glaube, ich habe keine Fehlzeiten, wenn ich nicht gerade im Trainingslager bin. Du musst uns das nicht sagen. Das musst du mit deinen Eltern klären.
Aber tatsächlich ist das ja auch spannend, dass du uns das nochmal schilderst.
Wie ist der Unterschied zwischen dem Internat und einer normalen Schule in Deutschland oder in dem Fall in Hessen? Wie viele Freiheiten hast du da? Weil, wenn man das so angeht, wie er das eben macht, dann warte jetzt eben mal ein paar Wochen, nicht nur kurz, sondern ein paar Wochen im Trainingslager zur Grundvorbereitung. Du hast natürlich durch deine großen Erfolge eben auch schon einiges an Wettkampfreisen, die eben auch dann nicht von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag sind, sondern ein bisschen länger. Und wie wird das organisiert? Wie wird darauf Rücksicht genommen, auf Prüfungssituationen und so weiter? Also wie ist es dann tatsächlich, da im Internat dann Schule zu haben?
Also viele stellen sich das, glaube ich, so vor, dass die Schule wirklich hier bei uns im Internat stattfindet. Das ist aber nicht so. Wir wohnen hier in dem Internat. Das ist direkt am Landessportbund Hessen. Nebendran, sozusagen direkt gegenüber vom Eintrachtstadion. Hier ist auf jeden Fall auch immer was los. Und hier sind, glaube ich, ungefähr 50 Zimmer. Wir haben alle Einzelzimmer, eigene Bäder, eine Gemeinschaftsküche und die LSBH-Kantine nebenan, wo wir eben essen gehen können. Und die Schule ist dann in Goldstein, also mit dem Bus ungefähr 10 bis 15 Minuten von hier entfernt. Man kann es aber auch super mit dem Fahrrad erreichen oder mit der Bahn. Und das ist tatsächlich eine öffentliche Schule. Das ist eine Eliteschule des Sports, da dürfen aber nicht nur die Internatler hin, sondern da kann jeder hingehen auf die Schule. Es gibt dann tatsächlich ab der 5.
Klasse Sportklassen. Ich bin ja zur 10. hierher gekommen und war dann eben auch in der Sportklasse. Die Sportklasse löst sich aber dann zur Oberstufe hin auf. Und.
Genau, wenn du jetzt normal den Weg auf der Schule weitergehst mit Abi etc., ist das Pensum an Schule, sage ich mal, oder Unterrichtsstunden relativ normal. Jetzt hat nur hier die Karl-von-Weinberg-Schule das Segelkonzept vor ein paar Jahren eingeführt. Mensch, da sind immer so, ihr geht aus meinem Segel, nein, wir haben selbstgesteuertes Lernen, da gibt sozusagen jedes Fach in der Woche eine gewisse Stundenanzahl ab, wo man dann von den Lehrern Arbeitsaufträge bekommt, die man dann eben selbstständig in die Segelstunden bearbeiten muss und man kann sich das Ganze aber so einteilen, wie man möchte. Es gibt Segelstunden, die kannst du in der Schule wahrnehmen. Man könnte aber auch hier im Internat tatsächlich mittlerweile segeln, was das Ganze für uns Sportler natürlich deutlich einfacher macht, weil wir eben auch einfach aus dem Zimmer hoch in den Gemeinschaftsraum gehen können und sagen, wir segeln jetzt eine Stunde mal vorm Training und eben nicht präsent in der Schule sein müssen.
Also das ist auf jeden Fall eine deutliche Erleichterung, dieses Konzept für uns Sportler eben vor allem. Ich habe mich dann nach der 11. Klasse, also nach der E-Phase entschieden, eine Schulzeitstreckung zu machen. Das kannst du jetzt nicht nur als Zeit erledigen, das können alle Sportler machen. Wir haben ja auch Fußballer, Volleyballer, Schwimmer hier, also alles Mögliche. Und dann, du musst aber Teil des Bundeskaders sein, genau, nur dann darfst du diese Schulzeitstreckung machen. und dann ziehst du die Q-Phase sozusagen von 4,5 Jahren auf 6,5 Jahre. Sprich, dein Stunden- oder Wochenpensum.
Teilt sich deutlich auf und du wirst, also es ist einfach zeitlich eine krasse Erleichterung, weil man eben statt 30 Wochenstunden nur noch 18 bis 20 Wochenstunden hat. Und das habe ich eben gemacht. Vanessa hat das auch gemacht. Wir machen dann jetzt Ende April unser Abitur hier zusammen. Und genau, ansonsten haben wir natürlich das Privileg, dass wir einfach für Trainingslager einfach befreit werden können. Also es gibt sogenannte Lehrertrainer, die schreiben uns dann eine Schulbefreiung, mit der gehen wir zur Oberstufenleiterin oder zur Schulleiterin und die genehmigen uns das in den meisten Fällen auch. Natürlich würde es irgendwann eine Grenze geben, wenn man jetzt mehr als die Hälfte der Stunden in einem Halbjahr fehlt. Ich glaube, besteht man tatsächlich den Kurs auch nicht. Bei uns sind das dann jetzt mal drei Wochen vor den Weihnachtsferien, so wie es eben jetzt war mit Südafrika. Und dann im März nochmal das Südafrika-Trainingslager, was meist aber in die Osterferien reingeht. Sprich, da verpassen wir so anderthalb bis zwei Wochen vor den Ferien. um.
Aber wir haben, also das ist ja alles mittlerweile auch digitalisiert, wir haben ein Schulportal online, wir stehen mit den Lehrern in Kontakt, auch in Südafrika. Ich habe jetzt mit meinem BOLK-Lehrer auch tatsächlich Videocalls gehabt, wo er mir Sachen erklärt hat, also total entspannt. Die Lehrer können uns Arbeitsblätter hochladen, können aber auch von uns erwarten, dass wir eben Abgaben machen, sodass sie sehen, dass wir auch dabei bleiben.
Ja, und prinzipiell ist es eben möglich, Klausuren im Trainingslager zu schreiben, unter der Aufsicht natürlich dann von Benni. Der lädt, also scannt die dann ein, lädt das Ganze hoch. Nach dem Trainingslager werden die im Umschlag abgegeben in der Schule, die geschriebenen Klausuren. Und so kann man eben, wie gesagt, auch die Klausuren, die man normalerweise verpassen würde und eventuell nachschreiben müsste, parallel einfach im Trainingslager schreiben, zeitgleich sozusagen. Was aber auch ganz gut ist, wir haben tatsächlich die Möglichkeit.
Auf die zweite Klausur im Halbjahr zu verzichten, wenn die erste eben gut genug war. Da gibt es viele Lehrer, die da auf jeden Fall gut mit einem kooperieren und das auch möglich machen, dass sie sagen, okay, wir haben eine schriftliche Leistung von dir, Wir brauchen jetzt eigentlich nicht unbedingt noch eine zweite, weil wir wissen, du bist irgendwie drei Wochen im Trainingslager, du trainierst jeden Tag zwei bis drei Mal, wie können wir uns sparen oder du machst eben nochmal eine Ersatzleistung, wenn du wieder da bist. Also das muss ich sagen, ist auch extrem entspannt und natürlich profitieren wir davon extrem.
Ja und so. Macht es die Elite-Schule des Sports in Frankfurt. Und bisher, ja, muss ich echt sagen, bin ich da extrem dankbar, dass die Lehrer da so gut mitarbeiten, aber natürlich auch die Lehrertrainer da sich für uns einsetzen, wenn mal irgendwas ist.
Und ja, trotzdem bin ich natürlich auch froh, dass ich dann Ende April das Ganze geschafft habe und dann das Kapitel nach der Schule kommt. Das ist jetzt ja spannend, weil die Frage ist ja, was ist das Kapitel nach der Schule? Da gibt es ja für Leistungssportlerinnen und Leistungssportler sehr viele Optionen. Es klingt ja so, als ob du dir über viele Dinge offensichtlich auch sehr viele Gedanken machst. Das heißt, ich gehe mal fast davon aus, du hast da schon einen Plan im Hinterkopf. Ja, so ein wenig tatsächlich. Also ich bin mir noch nicht so zu 100 Prozent sicher, weil ich wollte früher tatsächlich eigentlich immer Medizin studieren. Das war immer mein Traum und ich finde es total spannend. Aber als ich dann gemerkt habe, okay, Leistungssport sieht ganz gut aus, das könnte vielleicht noch was Größeres werden, auch die nächsten Jahre, habe ich eigentlich ziemlich schnell akzeptiert, dass es für mich persönlich keine Option ist, das Ganze parallel zu machen, weil ich einfach glaube, eins von beidem würde darunter leiden. Und ich bin jemand, ich will eigentlich immer alles zu 100 Prozent machen und das traue ich mir einfach nicht zu, beziehungsweise ist mir auch ein bisschen zu riskant dann für den Leistungssport. Und deswegen habe ich das, sage ich mal, erstmal beiseite geschoben, mal gucken, vielleicht geht es ja trotzdem irgendwie in die Richtung, aber ich würde auf jeden Fall Stand jetzt mich super gerne bei der Sportfördergruppe von der Bundeswehr bewerben, hoffe natürlich, dass ich da einen Platz bekomme.
Und ansonsten, ja, weiß ich tatsächlich aktuell gar nicht, ob ich, sage ich mal, jetzt langfristig gesehen bis L.A. Irgendwie noch was nebenbei brauche, weil ich auch tatsächlich einfach den Sport mal so als Fulltime-Job machen möchte und das mal so erfahren möchte, wie ist das für mich? Reicht mir das jetzt aktuell? Oder habe ich das Gefühl, ich brauche irgendwie noch was nebenbei? Sollte das der Fall sein, sehe ich mich tatsächlich aktuell eher bei einem Fernstudium und da vielleicht so in Richtung Sportjournalismus, Sportmarketing oder so. Also ja, das finde ich total cool. Und ansonsten gehen wir auf jeden Fall bis L.A. erst mal All in. Also schon mal eine relativ klare, zumindest sportliche Vorstellung, die ja logischerweise auch durch deine vergangene Saison befeuert wird, ist sehr klar.
Aber wir hören ja praktisch überall in Deutschland, kannst du das nicht mit einer Ausbildung verbinden, Leistungssport und Schule kooperiert nicht, Studium kooperiert nicht, das funktioniert nicht, man muss... In internationale Gruppen gehen, man muss in die USA gehen, um dort am College zu sein.
Ich erinnere mich sehr gut, dass Vanessa Mikitenko hier in unserer Folge, könnt ihr euch gerne nochmal anhören, das sehr ähnlich geschildert hat. Dass sie gesagt hat, also ich weiß gar nicht, was ihr habt, aber für uns ist das hier optimal. Das geht so ein bisschen unter. Das ist tatsächlich ja jetzt nicht nur in Frankfurt, ihr könnt uns gerne schreiben, wenn es woanders auch sehr gute Konzepte gibt.
Eine Möglichkeit entstanden ist, dass man eben mindestens mal in diesem ersten Part der Karriere, und der ist ja nun auch ein wichtiger, weil vom Talent irgendwo, ich sag mal, in einem kleinen Verein, bis in die erweiterte internationale Spitze. Das ist ja der entscheidende Weg erstmal, weil da wird die Weiche gestellt, ob ich denn sage, okay, ich committe mich jetzt komplett in Richtung Leistungssport. Oder ist der Dropout auch am größten, muss man sagen. Also genau leider da, wo du jetzt sehr erfolgreich bist, Jana, ist ja der Dropout am größten. Also wenn ich die letzten Jahre zurückgehe durch alle U20 und U18 internationalen Meisterschaften, wie gut da Deutsche oft abschneiden, nicht nur im Laufen, und wie wenig dann aber den Sprung schaffen mal in der U23, geschweige denn Richtung Aktiven- und Profibereich, da ist ja der Dropout am größten. Das ist ja so eine alte Mär, so ein Mythos in Deutschland, wir haben langsam keine Talente mehr. Das ist ja kompletter Bullshit. Also du hast ja oft, siehst du ja bei U18, U20, dass du da sehr, sehr, sehr erfolgreiche Athletinnen und Athleten hast, aber einfach aufgrund von vielleicht, genau, Ralf, wie du gesagt hast, es gibt die Konzepte, aber natürlich ist es auch nicht komplett flächendeckend, nicht ganz so übergeordnet strukturiert vielleicht, gehen da natürlich viele Talente, glaube ich, ein bisschen verloren in diesem.
Wirrwarr, wie gestalte ich eine berufliche Ausbildung, Studium etc. Pp. mit irgendwie meinem Konzept von Hochleistungssport. Und inwiefern, Jana, hat denn der Titel, den du in diesem Jahr, also in der vergangenen Saison, in diesem Jahr erreicht hast, der ja schon eine hohe Qualität hat? Plus natürlich auch, unter zwei Minuten ist ja so der Eintritt, wo es langsam richtig spannend wird über 800 Meter. Inwiefern hat das deine Einstellung zum Sport nochmal verändert? Also erstmal würde ich noch ganz kurz was zu dem Thema davor sagen. Für mich war es schon früher auch eine Option, ins Ausland zu gehen. Also ich habe natürlich auch mal Kontakt mit Scolabook oder anderen Organisationen gehabt, wo es eben darum ging, okay Jana, wie sieht es denn aus nach der Schule? Möchtest du nicht doch irgendwie in die USA gehen und da deinen Leistungssport weitermachen. Aber ich glaube, gerade weil es für mich die letzten Jahre hier so gut funktioniert hat.
Ist das für mich jetzt erstmal keine Option. Ich hätte eher, sage ich mal, Bedenken, wenn ich jetzt woanders hingehe, klappt das dann auch noch so gut? Ist das nicht ein zu großer Switch, eine komplette Trainingsumstellung, ein komplettes neues Umfeld? Ich bin zwar auf jeden Fall jemand oder auch eine Person, die offen für sowas ist und die auch eher extrovertiert ist und sich freut, neue Leute kennenzulernen. Und ich hätte, glaube ich, wenn ich eben nicht in dieser Gruppe in Frankfurt wäre, sofort den Step gemacht und wäre die Erste, die da aufs College gegangen wäre. Aber jetzt, dadurch, wie gesagt, dass es halt so gut lief, es ist keine Option für mich, stand jetzt.
Was heißt, ich habe mich eigentlich jetzt mit Benni committed, das Ganze bis L.A. durchzuziehen. Weil ich auch ihm als Trainer unfassbar viel zutraue. Er kennt mich natürlich jetzt als Athletin super gut. Er weiß, so kriege ich die komplett fit für eine Saison. Ich vertraue ihm da zu 100 Prozent. Und ich habe einfach Bock, das Ding bis L.A. mit ihm komplett durchzuziehen. Und selbst wenn danach sich irgendwelche neuen Töne aufmachen und, keine Ahnung, irgendein Team in Amerika sagt, yo, wir haben hier eine neue Mittelstreckengruppe, der Trainer ist super, wie sieht's aus? Und wenn die auch sagt, guck mal Jana, wie wär's, ich glaube, das ist genau das Richtige für dich, irgendwie jetzt mal was Neues, dann bin ich ja immer noch erst 22 und kann das eben dann noch machen, diesen Schritt. Und ich glaube, das ist eben mein Glück, dass ich noch so jung bin und dass ich da die nächsten Jahre vielleicht noch, dass sich Optionen ergeben werden, von denen ich jetzt noch gar nichts weiß und dass ich es mir auch nicht verbiete, irgendwo anders hinzugehen oder mich einer anderen Gruppe mal anzuschließen, aber eben jetzt gerade nicht. Und zum Titel im letzten Jahr, ich muss ganz kurz nochmal die Frage haben, da habe ich so viel geredet. Das habe ich mir schon fast gedacht, das passiert dann schon mal. Sorry, das ist gut. Ich gebe es dir jetzt nicht nochmal.
Ich habe dir wissen wollen, also erstmal wichtig, dass du das nochmal erläutert hast, weil das schon auch klar wird, welche Entscheidungen da zu treffen sind, genau in diesem Übergang. Von Schule, Leistungssport dann, ich sag mal, richtig betreiben, mit einer großen Perspektive eben nicht zu sagen, okay, ich bin Läuferin, sondern ich will zu den Olympischen Spielen. Das ist einfach ja dann der nächste große Schritt und da finden eben die mittelfristigen Lebensentscheidungen ja einfach mal statt. Weil wenn du jetzt sagst, okay, ich fange mein Medizinstudium an.
Sehr zeitaufwendig, sehr intensiv, dann hat das ja Implikationen für deinen Sport. Wenn du zur Bundeswehr gehst, in eine Sportfördergruppe, hat das andere Implikationen. Das sind halt diametrale Unterschiede. Wenn du sagst, okay, ich gehe jetzt direkt aufs College, dann wird aber auch wirklich sehr anders trainiert. Gerade im Laufbereich, da geht es mit 40 Frauen Hurra, und zwar Vollgas. Ob das dann der Punkt ist, wo du dich sofort entwickelst und auf dich individuell Rücksicht genommen wird, ist eine ganz andere Frage. Das muss man sehr gut abwägen, weil das klingt immer so toll. Ich gehe in die USA und dann wird das schon. So einfach ist es nicht, weil da sind sehr große Gruppen und da wird manchmal auch an den Colleges das Prinzip Last Training gefahren, nämlich so hart trainiert, dass die Leute, die durchkommen, sich entwickeln, aber die, die das vielleicht körperlich noch nicht oder nicht aushalten, eben dann auch einen Rückschritt machen können. Also da gibt es eine Menge Optionen. Ich habe immer noch behalten, welche Frage ich eigentlich von dir wissen wollte.
Nämlich wie dein Titel, der ja was gemacht hat. Also wenn man Hessenmeisterin wird, ist das was anderes, als wenn man U20-Europameisterin wird. Und es ist auch was anderes, ob man eine 2.03 läuft über 800 Meter oder unter zwei Minuten. Deshalb, was haben diese beiden großen Schritte für dich in dieser Saison nochmal verändert, auch in der Herangehensweise auf die nächsten Jahre? Also ich glaube gar nicht zu viel, weil ich eben auch die letzten Saisons schon oder bei uns als Benni und mir jetzt als Team bewusst war, in mir steckt extrem viel und das konnte ich die letzten Saisons teilweise gar nicht auf die Bahn bringen, weil ich auch mal Pech mit Krankheit hatte, dann habe ich mich nicht für Lima über die 800 qualifiziert, sondern nur über die 4x4. Union und Weltmeisterschaft noch mal einmal kurz. Genau.
Und deswegen war es jetzt dieses Jahr so, dass der Knoten einfach mal geplatzt ist, und das war natürlich eine extrem große Erleichterung, aber ich wusste, das steckt in mir, und deswegen war es nicht so eine krasse Überraschung. Ich habe die Sommersaison 2025 auch viel umgestellt, ich mache Mental Training jetzt mit einem Mental Coach, das hat mich extrem vorangebracht, und ich habe natürlich über den Titel und auch jetzt mit der 1.59 nochmal die Bestätigung eher bekommen, okay, das ist der richtige Weg, den du hier gerade gehst und du kannst das die nächsten Jahre weitermachen und das pusht natürlich extrem auf, wenn man jetzt dann in einem Jahr mal so einen großen Schritt macht, U20-Europameisterin wird, irgendwie auch ein bisschen bekannter natürlich wird.
Dann will man da oben bleiben und ich weiß auch, dass das extrem schwer ist und dass es nicht selbstverständlich ist, dass es jetzt steil bergauf geht die nächsten Saisons oder die nächsten Jahre. Aber ich habe natürlich Bock, dass es so ist. Und ich glaube natürlich, es werden auch Rückschläge kommen. Aber wenn man einmal weiß, wie sich eben so ein Erfolg anfühlt, dann hat man natürlich dieses Feuer in sich, also man sollte es zumindest haben, dass man das wieder schafft. Und das habe ich natürlich auch der 150 und dem Europameistertitel in der Saison zu verdanken ähm, Und ich bin einfach extrem froh, dass es diese Saison endlich mal aufgegangen ist und alles jetzt geklappt hat und ich so mein Jugendchapter schließen kann.
Aber ich habe immer gesagt, weil Benni hat mich auch nach der EM gefragt, wie es mir geht und mit Motivation und allem. Und ich war so, ja, es ist voll geil, also voll krasses Gefühl, aber ich will noch mehr, also ich bin noch nicht fertig. Und ich glaube, das ist auch das, was mich so ein bisschen ausmacht oder was mich eben so krass pusht, dass ich zwar auch selbst, wenn ich dann, sag ich mal, zwischenfristige Ziele oder mittelfristige Ziele abhake, dass ich trotzdem schon wieder die höheren Ziele im Kopf habe und mir denke, okay, jetzt hast du zwar in der Jugend vielleicht alles erstmal erreicht, was du dir vorgenommen hast, aber das echte Leben nicht mehr kommt jetzt erst oder die Reality, nämlich bei den Erwachsenen. Weil ich denke mir auch, in fünf Jahren wird niemand mehr wissen, dass ich Europavormesserin 20 geworden bin. Vielleicht, aber ich noch, meine Eltern, aber da geht es eben dann um ganz andere Sachen und die möchte ich auch erreichen und dafür brenne ich. Also das mit dem Titel bleibt immer in deiner World Athletics Karte stehen. Da kannst du schon mal ganz beruhigt sein. Das wird nicht gelöscht, wenn man in den Erwachsenenbereich kommt. Nehmen wir uns noch mal mit in diese Meisterschaft rein.
4x4 War ja von vornherein nicht direkt auf dem Zettel, dass du die Firma 4 läufst. Wie ist es dazu gekommen? Wie hast du dann da gestanden, dass du hinten drauf nochmal eben eine Firma 4 rennst? Und wie war das dann da gemeinsam mit den anderen deutschen Frauen, die Medaille zu gewinnen? Also erstmal nach Lima, der Jugend-WM, war ich natürlich hyped für 4x4. Das hat extrem Bock gemacht. Aber ich wusste auch, okay, der Fokus ist natürlich jetzt in Tampere bei der EM auf den 800 Meter. Ganz klar. Ich habe gute Chancen. Ich bin mit der zweitbesten Zeit angereist. Ich will mir das Ding holen. Und wir haben vorher immer so ein bisschen Späße gemacht. Es wäre ja ein Traum, wenn ich eine Medaille über 800 Meter hole. Und dann laufe ich eine Stunde später noch 4x4 und wir holen da auch noch eine Medaille. Eine Stunde später, ne? Genau. Und dann saß ich am Frühstückstisch am Finaltag von den 800 Metern. Und ich habe schon so ein bisschen mitbekommen von den anderen irgendwie, Johanna läuft wahrscheinlich nicht, da passt irgendwas nicht. Und es kann sein, dass du eingesetzt wirst, weil wir eben natürlich mit, oder weil die anderen mir zugetraut haben, dass sie mit mir, auch wenn ich vorher schon 800 Meter gelaufen bin, die besten Medaillenchancen haben.
Was ich natürlich auch krass fand, weil ich wusste okay, ich habe eben schon die 800 Meter an den Beinen, wir wussten nicht, wird es jetzt ein schnelles Finale, wird es taktisch, wie geht es mir nach dem Rennen und ich habe gesagt okay, weil dann natürlich kam auch der Bundestrainer und dann haben sie mich auch gefragt, wie sieht es aus Jana, würdest du das machen und ich habe natürlich dann auch nochmal Rücksprache mit Benni gehalten und für uns beide war auch absolut klar, okay, wir konzentrieren uns zu 1000% auf die 800 Meter und alles andere schauen wir danach. Aber ich habe gesagt, wenn es mir gut geht, dann kann ich laufen. Das ist, Hieß aber für mich schon auch von Anfang an eigentlich, dass der Lauf gut laufen muss. Also ich muss glücklich aus diesem Finale rausgehen. Das ist ja klar. Für mich mindestens eine Medaille.
Und ich habe gesagt, Leute, also ich habe auf jeden Fall Bock. Lass mich die 800 Meter laufen und dann sehen wir weiter. Es hat sich auch eine Ersatzläuferin von Anfang an mit den anderen Bahnen gemacht. Sprich, ich hätte jederzeit sagen können, es geht nicht. ich möchte nicht oder sonst was.
Nach dem Finale war ich natürlich so der Höhe, dass ich so hyped war, dass ich gesagt habe, okay, ich mache das auf jeden Fall. Ich habe noch ein bisschen gejubelt mit der Flagge, wir haben Bilder gemacht, alles Mögliche. Ich wurde aber komplett durch die Mixzone durchgerufen. Das war aber auch abgesprochen, weil eben klar war, okay, ich habe irgendwie nur 35 bis 40 Minuten, bis Callroom ist. Oder noch kürzer, ich weiß es nicht mehr genau. Dann habe ich ganz kurz alle Emotionen rausgelassen, mich einmal ausgeheult, meine Eltern gedrückt, Benni gedrückt. Dann sind wir zum Physiozelt. Ich habe eine krasse Behandlung von zwei oder drei Physios gleichzeitig bekommen. Und bin dann eigentlich direkt weiter in den Callroom. Ich habe mir die ganze Zeit einfach nur vorgestellt, okay, du hast gerade die 800 Meter gerockt, du bist 800 Meter Europameisterin in der U20 geworden, eine Runde kannst du jetzt auch irgendwie noch laufen. Das ging eigentlich die ganze Zeit in meinem Kopf. Und du hast irgendwie die beste Ausdauer von allen, du schaffst es irgendwie noch diese eine Runde zu laufen.
Und ich hatte einfach in dem Moment, was glaube ich wirklich richtig gut war, keinerlei Selbstzweifel. Ich war extrem confident, was natürlich auch an dem Titel lag, auf jeden Fall. Ich hatte super viel Adrenalin in mir, ich habe nichts gespürt, auch nicht von dem Lauf.
Und dann sind wir runtergegangen aus dem Forum raus auf die Bahn, da geht es so Treppen runter ins Stadion und ich war auf der Bahn und ich war so wow, okay, hier hast du gerade, gewonnen, jetzt mach einfach fürs Team nochmal einen richtig geilen letzten Lauf hier und ich habe natürlich auch an Lima dann gedacht, an die Staffel und was das da für coole Vibes waren und was sie für ein krasses Team waren, auch wenn ich eigentlich vorher ja gar nicht zu den Langsprintern, gehört habe und trotzdem wurde ich da so herzlich aufgenommen und ich wollte dem Team auch irgendwie was zurückgeben, weil ich weiß nicht, ob ihr das wisst, aber in Lima wurden wir ja disqualifiziert mit der 4x4 von den Mädels und, Ich weiß auch, wie enttäuscht wir da waren. Und das war jetzt irgendwie so dieser Full-Circle-Moment, dass einfach alles aufging und ich diesen persönlichen Abschluss über die 800, aber dann eben auch mit den Staffelmädels hatte. Ja, war ein krasser Tag, krasse zwei, drei Stunden, die ich da erlebt habe.
Also eine Stunde, muss ich sagen, das ist schon krass. Ich überlege gerade, ob ich was Vergleichbares gemacht habe. Natürlich nicht 4x4, das habe ich nie gemacht, aber ich glaube, ich habe einmal in der U23 DM, das ist natürlich bei weitem nicht ansatzweise auf dem Niveau oder auf dem Level. Ich glaube, wir hatten 1500 Vorlauffinale und dann, also Vorlauf natürlich im Vortag, Finale und dann hatte ich eine Stunde später dreimal 1000 noch irgendwie mit den Kollegen damals. Das war auch so circa eine Stunde dazwischen. Das fand ich auch maximal ekelhaft, muss ich sagen. Aber offensichtlich war das ja bei dir gar kein Problem. Also das ist echt, alleine diese Stunde, das ist ja, genau, Stunde ist ja, wie du schon sagst, davor, ja, Koro musst du ja abziehen, bis du dann erstmal da durch bist. Bei dir in dem Fall natürlich, wenn man so erfolgreich ist, mit klar jubeln und Freunden und Team und so. Ja, ist krass. Also das ist, glaube ich, für viele Leute, die jetzt hier zuhören, auch echt schwer vorstellbar haben. Das ist ganz einfach. Im Triathlon heißt das Wechselzone. Ja.
Gut, da ist vielleicht das Intensitätslevel nicht ganz so wie bei 800 und 400. Das ist nicht ganz so, ja. Nee, aber daran erkennt man natürlich, was eben über ein psychisches Hai möglich ist, an Verdrängen von der eigentlich, klaren Stoffwechselvorgängen, die dich eigentlich hindern würden, nochmal dann eine sehr gewollte Leistung in so einer kurzen Distanz zu vollbringen. Auf der anderen Seite, Und wofür macht ihr denn eigentlich das Training die ganze Zeit? Ja, frage ich euch ja dann auch immer. Ja, weil wenn ihr intensive Einheiten macht, ist das ja nicht so weit davon entfernt. Also klar ist es jetzt nicht eine Wettkampfbelastung, aber es sind ja trotzdem intensive Einheiten und ihr werdet ja wahrscheinlich auch solche Tempoläufe machen, die weniger Pause dazwischen haben und auch eine Ausbelastung oder nah an die Ausbelastung gehen. Also das ist jetzt nicht so ganz weit von dem weg, was ihr auch schon mal trainiert, nehme ich mal an. Also sagt, wenn es anders ist, aber kann ich mir jetzt nicht vorstellen. Auf der anderen Seite bleibt es natürlich...
Eine mentale Geschichte, weil es ist ja so, wie du gesagt hast, wenn du bereit bist und sagst, okay, ich mache das jetzt hier, ich habe da Bock drauf, dann ist das natürlich ganz was anderes, als wenn du da mit Selbstzweifeln stehst und sagst, boah, jetzt ging es mir eben schon so schlecht und jetzt spätestens da bei 283 weiß ich gar nicht, wie ich da noch weiterkommen soll. Weil das ja auch jeder weiß, der schon mal 400 gelaufen ist, irgendwann geht es halt eben los mit den Schmerzen über Laktat. Und dann muss man einfach weiterlaufen. Aber das sagt sich so einfach. Ich weiß nicht, wer das noch nie erlebt hat, dem empfehle ich ja immer mal, probiert das mal aus. Probiert mal aus, 400 Meter voll zu laufen. Und ich möchte fast wetten, es wird welche geben, die nicht ankommen. Weil sie nicht in der Lage sind, mit Laktat überhaupt weiterzulaufen. Weil das ist etwas, was man trainieren muss und was man erfahren muss. Und es ist auch nicht nur schön. Das muss man auch sagen. Bedingt.
Ich weiß aber auf jeden Fall, dass ich bei dem 400 Meter laufe, bei so 50 bis 80 Metern, ich hatte so den Stab und dachte mir so, boah, okay, ich hatte ja welche vor mir. Irgendwie, ich muss mal ein bisschen frequenter treten. Also jetzt sind wir doch ein bisschen anderer Schritten, ein bisschen schneller. Da war ich kurz so, okay, aber dann habe ich zum Glück so mich eingecruist und dann ging das auch. Aber was für mich eigentlich viel schlimmer war, war, dass wir dann, ich glaube, um halb zwei in der Nacht zum Flughafen abholen wurden. Ach ja, das hatten wir schon mal gehört, ja, ja. Warum? Warum? Ja, das Flugzeug gegen. Ja, aber Tampere ist ja jetzt ja auch nicht am anderen Ende der Welt. Bei Lima hätte ich jetzt gesagt, mein Gott, okay, da gibt es keine bessere Verbindung. Wir müssen wirklich um halb zwei. Also Finnland ist ja gefühlt hier ums Eck. Das ist ja, wow. Also es gab keine große Party offensichtlich danach. Leider nicht. Ja, okay, schade. Zu Hause würde ich dann chillen, Frank.
Ja, aber das sind ja Dinge, die man auf jeden Fall mitnimmt. Plus, es ist ja auch der Beginn von Bekanntschaften, Freundschaften usw. In der Nationalmannschaft, weil das sind ja auch so Punkte, da entstehen ja dann Karrieren, die parallel weiterlaufen. Also du hast es ja schon gesagt, ihr habt natürlich schon auch eine sehr hochrangige Trainingsgruppe, also mit den Leuten wirst du ja auch jetzt noch eine Weile im nationalen, internationalen Kontext unterwegs sein können, weil sie ähnlich alt sind wie du. Ja, das macht natürlich schon was aus, ja.
Dein Trainingspartner Tristan Kolfaut hat ja sogar die nächste Party weggelassen. Der ist ja Läufer des Jahres, also Juniorläufer des Jahres geworden. Meinte aber, dass er dann lieber schon mal hunderte Kilometer im Trainingslager schrubbt und musste zugeschaltet werden. Also noch eine Party ausgelassen. So die Endpartys des Jahres, die habt ihr dann alle weggelassen? Oder was ist da los bei euch? Da müsst ihr aber noch ein bisschen nacharbeiten. Wir arbeiten schon wieder für die nächsten Partys. So ist es. Nach der Saison ist immer vor der Saison.
Was ich noch wissen wollte, bevor wir mit einem Blick auf die Uhr, weil du sagtest vorhin, du brauchst 15 Minuten mit dem Bus und du musst um 10.50 Uhr im Deutschunterricht sitzen. Das heißt, wir haben noch ein, zwei Fragen haben wir vielleicht noch. Was natürlich auch eine spannende Frage ist, weil wir häufig natürlich hier im Podcast auch über Sportförderung sprechen etc. Wie kann man das finanzieren? Du hast ja schon ein bisschen skizziert, das für dich ein Thema sein kann, natürlich im Anschluss an dein Abitur, wenn sich die Möglichkeiten dahingehend ergeben, in Richtung Sportfördergruppe das dann weiter zu verfolgen. Wie ist es bei dir denn aktuell? Also ich weiß gar nicht, wie das ist mit dem Internat, übernimmt das irgendwie dann der Hessische Leichterwegverband oder keine Ahnung, wer muss das bezahlen? Und wie schaut das bei dir mit... Weiß ich nicht, ist es so? Ich versuche das Gesicht zu lesen, wahrscheinlich nicht, ne? Irgendjemand muss es bezahlen, wahrscheinlich. Und wie ist es bei dir mit, naja, U20 ist schon krass, also U20 Europameisterin ist schon krass, ich gehe mal fast davon aus, du wirst wahrscheinlich schon irgendwie eine Art von Management haben und vielleicht auch schon die ersten Sponsoring-Deals nehme ich mal an.
Ja, genau. Also erstmal das Internat wird von der Sportschriftung Hessen unterstützt, die Finanzierung. Also da profitieren wir sehr. Und genau, das geht ja dann bei mir bis Ende April oder gut, dann fängt das Abitur an. Also bis Mitte Juni werde ich bestimmt noch im Internat sein. Und dann geht es natürlich auch um Wohnungssuche in Frankfurt, ich werde mit meinem Freund zusammenziehen und klar, dann ist das natürlich nochmal finanziell auch was Neues, sag ich mal, was dazukommt, was jetzt in der Höhe natürlich noch nicht war, also ich glaube, ich habe hier, keine hohe Eigenbeteiligung im Internat und wir haben ja die Kantine, also das Essen mit included, also es ist wirklich das Beste, was dir als junger Sportler in Frankfurt, glaube ich, passieren kann, ist eben hier aufs Internat zu kommen.
Und genau, dann habe ich letztes Jahr mich einem Management angeschlossen, habe aber tatsächlich schon oder bin seit 2022, jetzt will ich nicht falsch sagen, bei New Balance unter Vertrag. Also ich habe sehr früh da auch schon den Ausflüstervertrag bekommen, und ja, ansonsten bin ich ja im Perspektivkader, profitiere natürlich da auch von der Sportstiftung der Förderung von der Deutschen Sporthilfe, sorry. Und ansonsten ja, werden.
Die ein oder andere Trainingslager von uns auch übernommen, finanziert, natürlich nicht alles. Ich habe aber da auch natürlich New Balance als starker Partner, der mich da sehr unterstützt, wenn Travelkosten etc. aufkommen. Und ich muss sagen, dass es mir da, glaube ich, als junge Athletin jetzt im Vergleich zu anderen sehr gut geht. Und dass ich eben aber auch klar nur dadurch den Sport auf dem Level wahrscheinlich die nächsten Jahre weitermachen kann und eben jetzt schon sagen kann, vielleicht studiere ich bis L.A. Gar nicht, sondern mache eben nur Sport, weil ich eben in dieser privilegierten finanziellen Lage jetzt auch sportlich gesehen bin und mir das, sage ich mal, leisten kann und, Ja, ich glaube, das haben leider tatsächlich auch die wenigsten Nachwuchssportler momentan, weshalb wahrscheinlich auch viele diesen Sprung, der eben schon angesprochen wurde, nicht schaffen.
Aber ja, ich bin sehr dankbar, dass ich da auf jeden Fall die Möglichkeit habe, auch mich weiterzuentwickeln und in Trainingslager zu fahren und Maßnahmen mitzunehmen. Ja, genau. Gut, das mit der Wohnung in Frankfurt, das ist ja gar kein Problem. Das ist auch sehr preiswert dort. Und dein Freund ist ja auch Sportler, der macht gleich zwei Sportarten. Ich hoffe, einer von euch kann kochen, weil das würde auch helfen.
Die Alterssagen, die kommen dann ja auf einen zu. Also meine ältere Tochter sagt immer, Papi, das mit dem Erwachsenen werden ist irgendwie scheiße, weil da kommen diese ganzen Dinge auf einen zu, die man eigentlich immer bei den Eltern gesehen hat. Wir kochen gerne, wir essen gerne und wir kochen aber auch gerne. Das ist schon mal sehr, sehr gut. Das ist eine sehr gute Grundform, was er sich auf jeden Fall hat. Ja, ich wollte noch mal einmal auf deine sportliche Situation kommen, weil du bist ja jetzt in einer Disziplin unterwegs, wo es in Deutschland gerade abgeht. Also erstmal haben wir ja mit Maite Kolberg eine absolute Weltklasseathletin, die ja schon mehrere Jahre in dieser ganz großen Runde da unterwegs ist. Wir haben aber natürlich auch mit Smilla Kolbe, die ja auch schon hier bei uns war, mit sicher auch Nele Wessel, die ja so ein bisschen noch zwischen 1500 und 1800 rumtobt, die ja auch bei euch viel unterwegs ist, ja auch bei deinem Sponsor ist, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, mit Jolanda Kalabiss. Das ist ja eine Gruppe von jungen, aufstrebenden Sportlerinnen, plus Maiti jetzt mal, sage ich mal, als Etablierte, die ja alle was rocken wollen. Und die träumen alle übrigens von Los Angeles, völlig überraschend. Wie ist das für dich? Wie ist der Austausch mit denen?
Was macht das mit dir, dass da gerade eine ganze Disziplingruppe auf dem Weg ist? Also erstmal der Austausch ist, würde ich sagen, gar nicht zu krass, außer jetzt mit Nele, weil Nele natürlich direkt bei mir trainiert, wir oft zusammen im Trainingslager sind und auch echt gute Freunde geworden sind. Ansonsten sehe ich die meisten Mädels tatsächlich eigentlich nur bei Wettkämpfen und stehe jetzt außerhalb von den Wettkämpfen gar nicht so krass in Kontakt, mal mit Smilla, aber jetzt auch nicht so intensiv. Ja.
Ich weiß auf jeden Fall, dass es auch national extrem abgeht über diese Distanz. Und ich habe das natürlich im Blick und bekomme da auch vieles mit. Aber ich muss sagen, dass ich eigentlich auch ganz froh bin darüber, weil ich glaube, dass wir extrem voneinander profitieren. Ich denke mir immer, in Amerika beispielsweise ist es auch so, es gibt zig Frauen, die unter 1,58 oder unter 1,59 laufen und die Besten setzen sich durch. Und ich habe mir schon immer gewünscht, dass es, sage ich mal, in Deutschland auch so wird. Es müssen jetzt nicht so viele sein wie in den USA vielleicht, aber ich glaube immer, dass es total viel bringt und dass wir eben auch diese nationale Konkurrenz brauchen, um uns eben dann international beweisen zu können. Und deswegen bin ich jetzt gar nicht so, okay, wieso gibt es nicht da nur so eine andere, die, sage ich mal, auch unter zwei Minuten läuft, sondern freue mich eigentlich eher, dass wir da eben jetzt gerade so eine gute Mittelstrecke bei den Frauen bei uns aufbauen, weil ich, wie gesagt, denke, wir profitieren da extrem von. Und ich glaube einfach, dass ich, also klar, ich habe jetzt auch natürlich in der letzten Saison schon den Weg ins Ausland gesucht, weil ich gesagt habe, ich brauche irgendwie mal andere Konkurrenten und so. Und trotzdem trifft man dann natürlich bei den Nationals spätestens auf die üblichen Verdächtigen.
Und ich denke mir immer, okay, wer eben dann an dem Tag am fittesten ist, der setzt sich durch und der hat es in meinen Augen auch verdient, Deutschland international zu vertreten und ich hoffe natürlich, dass ich da dazugehöre.
Aber ich sehe das eher als Privileg, auf jeden Fall, Gut, du bist natürlich auch jemand, der sich deinen Lauf nochmal angucken möchte. Wir versuchen den hier in die Shownotes zu machen, weil das ganz schön ist. Du bist halt jemand, der einen Kick hat. Das kann schon mal helfen bei einem Meisterschaftsrennen. Also wenn man eine 4x4 international bereichern kann, dann hat man einen Kick. Und dann kann man schon mal was bewegen hinten raus. Das weißt du ja auch. Und das wissen die anderen übrigens auch. Dass man aufpassen muss, wenn du an der Schulter bist, dann wird es schwieriger. Ja, also Benni hat auch immer gesagt, ich bin auf jeden Fall eine Meisterschaftsläuferin. Ich kann ziemlich gut mit Situationen umgehen, die wir vielleicht auch vorher gar nicht irgendwie so auf dem Schirm haben oder trainiert haben oder die ich schon mal in anderen Rennen erlebt habe. Und trotzdem finde ich irgendwie immer eine gute Lösung, wenn ich jetzt nicht vorher durch einen Rempler oder so beeinflusst werde. Und deswegen glaube ich auch, wie du schon gesagt hast, ich kann da auf jeden Fall auf meinen Kick vertrauen und habe da meistens im Zielspurt ganz gute Karten. Ja, dann nimm uns doch nochmal an einer Stelle mit, was war denn dein größtes Learning aus dieser Saison, wo du sagst, da muss ich echt noch was machen?
Ich glaube, mein größtes Learning nicht nur aus dieser Saison, sondern aus den meisten letzten Saisons, ist tatsächlich, dass ich immer noch mutiger laufen muss, und mich an manchen Stellen des Rennens mal Sachen trauen muss, die ich vielleicht vorher noch nicht gemacht habe. Also so ein bisschen aus meiner Comfortzone rauslaufen sozusagen. Und da habe ich, glaube ich, noch extrem viel Potenzial. und kann da bestimmt auch die nächsten Jahre noch viel lernen. Ich glaube, taktisch gesehen habe ich letzte Saison vieles richtig gemacht. Das wurde ja vorher immer so ein bisschen gesagt, dass ich taktisch noch ein bisschen dazulernen kann und da vielleicht noch nicht so super bin. Ich glaube aber auch, dass das mit den Jahren kommt und mit den Rennen und dass man da immer mehr Erfahrung sammelt und es wenige Läufer gibt, die da irgendwie voll ausgeprägt sind und fertig sind und sagen, ich kann auf alles taktisch reagieren.
Ich glaube, das ist generell einfach ein Aspekt in der Mittelstrecke, dieses taktische Rennen, wo jeder aus jedem Rennen irgendwelche Learnings zieht. Das wird auch noch ein paar Jahrzehnte so bleiben. Macht euch ja keine Sorgen. Jedes Rennen ist komplett anders. Ganz sicher. Und was aber auch so ein kleines Learning war, ist, dass ich eigentlich immer auf meine Stärken vertrauen kann. Und dass ich auch sehr selbstbewusst an Rennen rangehen kann und muss, um eben zu zeigen, was in mir steckt. Und das habe ich, glaube ich, in Funkstadt und in Tampere gemacht. Ja, Funkstadt war ja, als ich die 150 gelaufen bin.
Das klingt so. Das klingt so, dass du eine Idee hast von dem, was du machen willst und was du gemacht hast. Das ist ja auch immer so ein bisschen das Abhaken eines Jahres, eines sportlichen Jahres. Du bist jetzt halt schon wieder im nächsten Jahr ja gedanklich, weil du in der Saisonvorbereitung schon für nächstes Jahr bist. Da gibt es die Europameisterschaften, also bei den Erwachsenen dann übrigens. Und eine U23 gibt es aber auch, oder? Nee, 2027. Da bin ich nämlich schon ganz schwach, weil es gibt so viele U-Meisterschaften. Kann man sich leicht merken, weil es die immer nur in den ungeraden Jahren gibt. Das sagst du jetzt so wissend. Ich weiß das halt einfach nicht. Ich bin ungerader Jahrgang, deswegen hätte ich zweimal die Optionen gehabt, aber im ersten Jahr damals hat es nicht hingehauen, erst beim zweiten Versuch sozusagen. So denke ich gar nicht, sondern ich gucke immer auf den Kalender und denke, wo ist die U23? Ach, die gibt es gar nicht dieses Jahr. Warum? Ja, warum ist die jetzt nicht? Und ich verstehe es dann meistens nicht, aber gut.
Aber bei der EM dürfen auch nur drei starten. Aber gut, so ist es nun mal. Und so ist der Circle. Und dazwischen gibt es noch eine Halle und noch viele andere Optionen.
Wir sagen auf jeden Fall schon mal ganz herzlichen Dank für ein sehr erfrischendes Gespräch mit dir am frühen Morgen. Nicht so unsere Wohlfühlzeit normalerweise. Aber du hast es uns da sehr leicht gemacht.
Und ich wünsche dir den Spaß, den du hast und den du hier vermittelst auf deinem Weg weiterhin und sag schon mal Danke für einen sehr spannenden Austausch. Ja, danke euch. Es hat mir auf jeden Fall auch sehr viel Spaß gemacht. Wir werden natürlich dein Insta-Profil verlinken, sodass ihr zu Hause Janas sportlichen Werdegang weiter hautnah sozusagen verfolgen könnt. Das heißt da gerne abonnieren. Wir gucken mal, ob wir online irgendwie das U20-EM-Finale noch irgendwo finden können. Dann würden wir es nämlich auch noch in die Shownotes hier reinstellen. Und genau, ansonsten kann ich mich da Ralf nur anschließen, liebe Jana. Vielen Dank dir für deine Zeiten. Das super erfrischende Gespräch mit dir, das hat sehr viel Spaß gemacht. Dir viel Spaß im Deutschunterricht jetzt und euch zu Hause einen guten Start in euer viertes Adventswochenende. Geht raus, geht laufen zwischen Glühwein und Plätzchen und dann ist ja Weihnachten schon fast vor der Tür reif. Unsere nächste Folge gibt es dann allerdings erst am zweiten Weihnachtsfeiertag müsste das sein, oder? Ja, wahrscheinlich. Nur schon mal als kleiner Hinweis, es wird dann, du bist die 299. Folge, Jana. Nächste Woche 300. Folge. Wir haben keine Kosten und Mühnen gescheut und einen, internationalen Superstar verpflichtet für die nächste Woche.
Wasser Cliffhanger jetzt hier. Wasser Cliffhanger. Stimmt aber. Stimmt aber in diesem Fall. Wir waren total begeistert, dass er sofort gesagt hat, ja klar, ist super, ist mir eine Ehrung. Wir so, wow, alles klar, machen wir. Wir freuen uns auf nächste Woche. Nicht nur wegen Weihnachten und Plätzchen und so weiter, sondern 300. Folge. Sagt allen Bescheid, kommt alle vorbei. Ach so, ne, hört alle rein. Es wird hoffentlich gut. Vielen Dank, Jana. Schöne Weihnachten, auch von mir natürlich.
Danke. Macht's gut. Ciao.