Tokio. Da müssen noch irgendwelche Winterspiele dazwischen gewesen sein. Peking und Paris. Und jetzt, oder? Das müsste hinkommen, ja. Bei den Winterspielen bin ich auch nicht mehr ganz so sicher. Also auf jeden Fall haben wir eine Folge gemacht, weil wir haben ja immer eine Folge gemacht, ja. Absolut, das ist dann immer ein bisschen noch herausfordernder organisatorisch, weil natürlich du ganz offensichtlich einfach wahnsinnig viel zu tun hast. Aber wir schaffen das für euch natürlich auch diesmal und wir schaffen das sogar, dann auch noch einen Gast zu koordinieren und auch einen wirklich sehr, sehr coolen Gast, worüber wir uns sehr gefreut haben, der auch noch in einem der seltenen Zeitfenster, wo wir Zeit haben, auch noch Zeit hatte und noch Lust. Also da haben wir mal wieder großes Glück und freuen uns sehr, was auf jeden Fall mich sehr freut, Ralf, ist, dass deine Stimme wesentlich besser klingt. Das ist, glaube ich, jetzt irgendwie nur der technischen Verstärkung geschuldet. Ich hadere tatsächlich immer noch. Ey, es klingt ganz, ganz anders als letzte Woche noch. Ja, es klingt vielleicht für dich anders, aber so subjektiv habe ich halt immer noch ein ... Keine gute Stimme und es nervt halt total ab. Ihr kennt das ja alle, wenn man so eine längere Erkältung hatte und man ist noch so irgendwie zu.
Die Schleimhäute sind halt noch gereizt und reagieren halt noch und das ist halt so nervig. Ich war jetzt auch gestern tatsächlich drauf und dran, nicht abzusagen, sondern mal wieder laufen zu gehen. Und da habe ich auch überlegt, ist das jetzt klug oder ist das jetzt nicht klug? Das weißt du ja leider immer erst nachher. Es war mal so ganz kurz ein bisschen Sonne. Da habe ich gedacht, komm, jetzt gehst du mal eine halbe Stunde laufen. Aber ich habe mich dann doch für eine Dreiviertelstunde Radfahren entschieden. Also wir reden nicht von Radfahren, sondern wir reden von Bewegen mit dem Fahrrad. Mehr nicht. Aber ich bin jetzt auch schon bei dreieinhalb Wochen kein Sport. Okay, das ist ja. Aber du hattest die Seuche auch relativ zäh und lange.
Jein, das ist eher selbst geschuldet, sag ich jetzt mal, also ich war gestern wieder laufen, was total cool war hier in der schwäbischen Heimat, davor hatte ich mal wieder ein paar Tage Pause, was aber gar nicht am Handgelenk und auch gar nicht am Sprunggelenk lag, weil das eigentlich schon wieder relativ okay ist oder weitestgehend okay ist, gibt es wenig, wo ich sage, da merke ich noch was. Aber ich hatte ja letzten Freitag einen ersten Termin quasi mit zwei Jungs aus einer Crossfit-Box, der einen ist der Besitzer, der andere ist der Coach vor Ort auch, in Regensburg. Und da haben wir so ein Kraft-Assessment gemacht, also alle Maximalkraft-Tests, Sprung-Tests, viele Sachen, die ich auch noch nie gemacht habe. Und nachdem wir das alles gemacht hatten, nach anderthalb Stunden, da haben wir noch eine kleine High-Rox-Simulation gemacht, so einen standardisierten High-Rox-Test, womit Menschen, die sich dafür interessieren, sowas zu machen, so ein bisschen einordnen können, ist mein Fitnesslevel geeignet, mich dafür anzumelden oder bin ich sogar so gut, dass ich da in diesem Pro-Bereich mit diesen schweren Gewichten teilnehmen kann. Ich sag mal, wie es ist. Die beiden Dinge in Kombination, die haben mich schon ganz gut aus dem Leben geschallert. Auch die Tage danach. Ich hatte da wirklich Muskelkater, also brutalsten Muskelkater.
Muskelkater vor allem in den Oberschenkeln, muss ich sagen. Das war am Anfang der absolute Killer. Klar, das war wahrscheinlich auch den Kniebeugen geschuldet, wahrscheinlich auch den Wallballs, keine Ahnung. Und auch aber in den Oberarmen und Trizeps. Da kann ich aber rückblickend gar nicht genau sagen, woher das kommt. Vielleicht auch von den Wallballs, so viele andere Sachen haben wir jetzt eigentlich gemacht. Ne, war cool, also war cool, war sehr spannend, sehr aufschlussreich. War natürlich wichtig, um einen Trainingsplan zu entwerfen, erstmal festzustellen, wo ist der Ist-Zustand. Aber ich war danach erst mal wieder drei Tage gehandicapt, selbstverschuldet gehandicapt, weil ich gesagt habe, hey, ich würde gerne, aber ich kann so nicht laufen. Ich war schon beschwerlich, in der Treppe runterzukommen.
Aber jetzt war ich gestern laufen und vierer Schnitt geht wieder so, das ist ja dann schon, dann ist man schon wieder ganz gut hergestellt. Deswegen gehe ich nachher wieder ins Gym hier. Du warst wirklich so weggeschossen, also das ist doch dann eine Überforderung. Warum fängt man mit einer Überforderung an? Ja, weil halt, also wir mussten ja erstmal, also ich muss sagen, ich bin ja maximal unfit da reingegangen. Also ich wusste nicht, weil ich das letzte Mal einen Krafttraum von innen gesehen habe. Das ist erstmal Punkt 1, also wahrscheinlich anderthalb Jahre her, dass ich irgendwelche Gewichte bewegt habe. Plus Anfang des Jahres habe ich für mich ja so ein bisschen diesen Entschluss gefasst, ich möchte wieder mehr Sport machen. Habe natürlich erstmal mit Laufen wieder versucht zu beginnen, mit großem Erfolg. Wie wir ja wissen, habe ich mich erstmal auf die Schnauze gepackt. Also vielleicht sollten wir auch manche Dinge im Alter nicht mehr machen. Vielleicht sollte man einfach generell dieses Sportthema ganz weit hinten anstellen. Ich weiß es nicht. Und natürlich Maximalkraft ist natürlich schwer zu testen, wenn du überhaupt keine Referenzwerte hast also wir haben natürlich dann erst mal angefangen Kniebeuge geguckt Ausführung, passt das alles, dann so langsam uns gewichtstechnisch vorangetastet, und es war auch ein bisschen ernüchternd irgendwie, also ich weiß gar nicht ich habe auch nur 80 Kilo Kniebeuge geschafft das ist ja beim Körpergewicht von 72, 73 Kilo, das ist auch nicht gerade behandelt. Ja, aber das ist jetzt nicht so schlecht Ja, ja, ja also da lasst mir auch so, ja gut Und Deadlift habe ich auch nur 80 Kilo geschafft. Und was ich aber ein bisschen überraschend fand, weil zum Beispiel als Läufer trainierst du ja nie Arme, Schulter, irgendwas. Es fällt mir natürlich direkt wieder der offizielle Begriff nicht ein, aber du weißt, Langhand will hier auf der Schlüsselbein-mäßig abliegen. Wagen drücken.
Nicht liegend im Stehen, also über den Kopf ausstoßen, ausdrücken, was auch immer. Ja. Da habe ich 40 Kilo geschafft. Das ist ganz gut. Das fand ich jetzt eher überraschend, weil ich mir dachte, da habe ich ja nie, also könnt ihr ja mal überlegen, 40 Kilo, überlegt zweimal euren Koffer für den Flughafen so ungefähr. Da war ich eigentlich einigermaßen überrascht, dass das ging überhaupt.
Aber ja, das war spannend. Und ansonsten auch ganz viele neue Sachen ausprobiert. Rudern habe ich noch nie so richtig ernsthaft gemacht in einem Fitnessstudio. Das fand ich aber jetzt relativ human noch. Skiargometer mal ausprobiert. Ich glaube, da kann man sich auch richtig wehtun, wenn man möchte. Ja, so Burpee Broad Chumps, das hat mich komplett unterschätzt. Also dieses Burpee und dann so ein Sprung nach vorne und so. 100 Stück in diesem Test war das so vorgeschrieben. Und das war ja also durchgehend einfach so. Ein Kilometer laufen, okay, easy going. Dann fängst du mit diesen Burpee Broad Chumps an. Ich in meiner Naivität dachte mir so, ja, wie schwer kann es sein? Dann machst du jetzt erstmal so 10, 20 Dinger am Stück. Dann machst du mal eine kurze Pause, dann passt das schon. Ja, nach den ersten 10 war ich schon gefühlt klinisch tot einfach. Also das dauert ja dann ewig, bis du da fertig bist. Was war da noch dabei? Ausfallschritte, gut, das war jetzt relativ simpel, die habe ich, glaube ich, wirklich 100 durchgemacht.
Rudern ging dann noch, dann Liegestütze, 30, dachte ich mir, kein Problem, aber Liegestütze quasi, du gehst runter, Brust liegt auf dem Boden und nimmst kurz die Hände weg, also wirklich, dass du von Null, nicht ohne Schwung, also, und das hat mich auch richtig, nach dem Rudern direkt, klar, viel machen die Beine beim Rudern, aber so ein bisschen nach, also das ist ja trotzdem, das war ekliger als erwartet und dann gut, die Wallboys, wie diejenigen, die das schon mal gemacht haben, 6 Kilo Medizinball und das weiß nicht, wie die Markierung da oben ist, aber du musst ja dann, keine Ahnung nochmal über Kopf 2 Meter das Ding dahin donnern dass das als eine Wiederholung zählt und natürlich gesäßmäßig 90 Grad oder tiefer runter, das heißt, also quasi wie bei einer Kniebeuge runter mit dem Ball und dann hoch und da von 100 war auch interessant so, da habe ich glaube ich das mir geholt hier, dass das da irgendwann auch weg war, einfach so, Ich habe das ganz schwere Gefühl, dass die dir mal zeigen wollten, wo der Hammer hängt. Ja, das mit Sicherheit auch. Das ist ja überragend. Da habe ich mich zwei, drei Tage wirklich sehr alt gefühlt. Das ist so viel zum Thema. Also unser Gast später, ich will es jetzt nicht vorwegnehmen, aber das fällt mir jetzt natürlich passend dazu ein. Wir werden später über Schmerzen sprechen im Leistungssport und den Erkenntnissen, dass das Leben danach auch sehr schön sein kann. Da habe ich mich wieder plötzlich sehr alt gefühlt. Weil ich dachte, das habe ich alles hinter mir gelassen. Du rollst dich so seitlich aus dem Bett, weil du dich nicht bewegen kannst.
Also an der Stelle passt ja perfekt unser Partner für heute. Weil wenn du dich so massakrierst oder wenn du anders intensiv trainierst, Leute, da ist Recovery natürlich alles. Deshalb habe ich jetzt gar nicht so genau verstanden, warum du so lange gewartet hast, wieder mit Sport treiben. Und wahrscheinlich hast du das, was jetzt an der Stelle wirklich geholfen hätte, nämlich eine Kältetherapie auch nicht angesetzt. Nein, weil ich nichts davon habe zu Hause leider. Naja, ich meine, also wenn man jetzt nicht die Dinge, die wir euch jetzt gleich von Reboots nahelegen wollen, wenn man die nicht hat, dann muss man halt ein bisschen improvisieren. Dann muss man mal die Badewanne mit Eiswürfeln voll machen. Ja, ja, ja. Absolut. Mal einmal zur Tanke gefahren und mal nicht das Sixpack geholt, sondern mal so ein Beutel Eis oder drei. Oder wie Per Mertesacker schon immer gesagt, was war es, drei Tage Eistonne, dann geht es schon wieder. Genau.
Aber dafür haben wir tatsächlich bei Reboots ein paar sehr, sehr schöne Optionen für euch. Weil genau solche Sachen, wenn ihr euch mal wieder ein bisschen zu viel malträtiert habt und meint, ihr müsstet mal wieder frisch werden und eurem System einen kleinen Push verleihen, dann ist eine Kältetherapie super. Und die Tab ist natürlich dafür absolut perfekt. Ich möchte die eigentlich in meinem Wohnzimmer stehen haben.
Oder auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Also ich glaube, für diejenigen, klar, man kann sich natürlich immer die Badewanne voll machen und drei Säcke Crushed Ice irgendwie von der Tanke holen. Man kann aber auch einfach sich so einen Tab beispielsweise auf die Terrasse oder auf den Balkon stellen und dann hat man das, wenn das abgedeckt ist, eigentlich immer parat, sodass ihr da kurz mal reinspringen könnt. Das ist schon sehr, sehr, sehr komfortabel auf jeden Fall. Da gibt es das Ice-Tab oder sogar ein Ice-Tab Pro und was ich glaube ich auch echt hätte brauchen können, das sind diese Thermos-Sleeves, also zum Beispiel für die Oberschenkel oder auch für die Arme, die natürlich sowohl Wärme als auch Kälte simulieren lassen. Das wäre schon sehr, sehr gut gewesen, hatte ich es aber leider nicht zur Hand, aber deswegen wollen wir das natürlich euch ans Herz legen. Und tatsächlich ist es ja so, das hatten wir schon in unserer Spezialfolge mit der Jessie gesagt, also bei Reboots gibt es ja wirklich was sehr Besonderes für euch, weil das eher unüblich ist. Es gibt sogar einen Rabattcode für unsere Community. Und zwar mit dem Code BESTSEYT15 erhaltet ihr 15% im Reboots Online Shop. Also auf alle Produkte, die ihr dort finden könnt. Klar, Kältetherapie-Produkte, wie wir gerade genannt haben sowieso, aber auch für die klassischen Kompressionsmassagenprodukte.
Und ja, wir haben auch noch eine Strava-Challenge, die aktuell läuft, Ralf. Wir haben jetzt gesagt, der Einfachheit halber machen wir es jetzt so, dass ihr euch nicht innerhalb unserer Bestzeit-Podcast-Strava-Gruppe für das Event anmelden müsst, weil da gab es wohl doch ein paar Schwierigkeiten, sondern... Wir werden das sammeln in dem normalen Beitragsfeed sozusagen.
In dem normalen Beitragsfeed, wenn ihr Mitglied der Gruppe seid oder ihr könnt euch noch gerne, wenn ihr noch nicht bei Strava seid oder noch nicht bei uns bei Strava folgt, kommt in die Gruppe und für alle Gruppenmitglieder gilt unsere Strava-Challenge, dass ihr eben eure Recovery-Einheiten trackt, so wie ihr sonst auch eure Workouts oder sonstige Trainingseinheiten trackt und dort reinpostet mit einem kurzen bildlichen Nachweis. Also das kann eine Mobility- oder Stretching-Session sein, das können Spaziergänge sein, sprich Zone 1, lockere Yoga-Einheiten, Recovery natürlich mit Reboots-Produkten, wenn ihr die schon habt und die einfach manuell in Strava anlegen, dort reinposten und am Ende des Aktionszeitraums werden wir aus allen, die da mitgemacht haben, einen Gewinner oder eine Gewinnerin auslosen, die ein Reboots-Go-Light-Pant-Produkt-Package bekommt. Also das ist auf jeden Fall schon was und wie gesagt für alle anderen gibt es trotzdem noch die Möglichkeit mit Bestzeit 15, 15% Rabatt zu bekommen im Reboots Onlineshop. Ja und die ganze Challenge läuft bis zum 31. März, wie legt ihr diese Postings von euch an? Einfach als manuelle Postings in Strava anlegen, alle die da drin sind, wissen wie das geht, aber das ist auch relativ easy und leicht zu erlernen und wird in Strava auch relativ schnell aufgefunden, also wir freuen uns auf eure Recovery und ich glaube das ist ein extrem cooler Preis, der da auf euch wartet.
So, dann lässt du dich wahrscheinlich auch von den Olympischen Spielen inspirieren. Selbstverständlich. Ich gucke hier in jeder freien Minute. Was möchtest du werden im nächsten Leben? Eiskunstläufer. Finde ich übelst beeindruckend. Das ist allerdings wahr, ja. Also diese paar Geschichten, weil ich jetzt ohne Witz, weißt du, warum ich das so krass finde? Also per se erstmal, ich kann gar nicht Schlittschuh laufen. Ich habe einmal versucht mit Tim Tomczak in Hamburg Schlittschuh zu laufen. Ich habe mich direkt auf die Fresse gepackt. Vielleicht war ich auch schon 30. Vielleicht war das nicht das beste Ausgangsszenario, um sowas zu lernen. Aber Schlittschuhlaufen plus jetzt nach der Session am Freitag. Und ich sag dir, wir haben vorhin schon gesprochen, 40 Kilo über Kopf. Da dachte ich mir so, ja gut, weiß ich nicht, ist jetzt nicht so krass.
Die können auf Eis sehr krass Schlittschuhlaufen. Die können Sprünge machen und die können ihre Partnerin mit einem Arm irgendwie über Kopf dann noch während des Schlittschuhfahrens rumheben und rumtragen. Und ich finde das übelst beeindruckend, muss ich echt sagen. Größter Respekt. Also einfach auch von den athletischen Fähigkeiten, muss ich sagen. Das finde ich, ich finde das echt krass. Ist ganz weit weg von meiner sportlichen Realität und Background, aber umso beeindruckender finde ich das irgendwie jetzt so Plus Choreografie, plus Musik, weil das ist ja ein Gesamtkunstwerk, logischerweise Absolut, absolut, absolut Ich gucke jetzt hier gerade parallel, Männer Super G, das ist ja so ein Klassiker das guckt man ja immer mal gerne, aber was soll ich sagen, ich habe mit einem sehr guten Freund das letzte Wochenende kurz durchdiskutiert.
Und wir haben was vor für 2027. Es ist schon wieder soweit. Ich bin gespannt. Ihr meldet euch im Super-G an. Ich habe nichts mit so einem Schwachsinn zu tun. Das wäre ja auch Blödsinn. Ich sage es noch nicht. Ich lasse es noch mal erst offen. Okay. Ich werde es dann irgendwann revealen. So wie ja unser Gast. Das ist jetzt eine schlanke Überleitung. Boah, das war wie aus dem Lehrbuch. Genau, so wie er unser Gast heute was revealed hat, was er, glaube ich, bisher noch nicht öffentlich gemacht hat. Also wir wussten es auf jeden Fall nicht vor der Aufnahme. Und ja, was soll ich sagen, das ist schon ziemlich cool. Ihr müsst ein bisschen zuhören, aber es ist wahnsinnig spannend, Tim zuzuhören.
Und wir begleiten dann mal einen Zehnkämpfer in seinem Leben nach dem Leistungssport in dieser Folge. Hochspannend. Und wir hatten schon vorher überlegt, Philipp, der Tim ist ja in Teilen noch mit dir gemeinsam in der Nationalmannschaft gewesen. Aber so richtige Kennenlernen und miteinander unterwegs sein Momente hattet ihr gar nicht. Das ist nicht so untypisch in so großen Mannschaften. Genau, leider nicht. Das haben wir jetzt auch festgestellt, dass wir uns zwar irgendwie natürlich so kennen vom Namen, vom Gesicht, aber irgendwie so richtig begegnet irgendwie in der Vergangenheit noch nicht sind, obwohl wir dann auch ja ein paar internationalen Meisterschaften teilgenommen haben.
Aber ja, umso schöner, dass wir uns jetzt hier sehen. Und Tim hat eine sehr beeindruckende, sehr beachtliche, sportliche Karriere erstmal hinter sich. Also sehr, sehr, sehr erfolgreich schon von der Jugend an im internationalen Mehrkampf bei Europameisterschaften, Weltmeisterschaften gestartet. Deutscher Meister geworden jetzt erst letzten Sommer. Das war sein Abschiedsrennen, richtig, in Dresden. Und danach, oder nicht danach, sondern er hat davor schon beschlossen, dass das seine letzte Saison sein wird. Und er wird das später auch erklären, warum das für ihn so klar war. Oder diese, also war eine sehr konsequente Entscheidung. Und warum er jetzt plötzlich noch mehr als sonst, da kommen wir nämlich auch drauf, noch mehr als sonst sich dem Ausdauersport mitmimmt, im Speziellen dem Laufen und dann ganz große Freude dran gefunden hat. Es ist ein sehr, sehr cooles Gespräch geworden und wir freuen uns sehr, ihn hier begrüßen zu dürfen. Ja, herzlich willkommen, Tim Nowak.
Ja Tim, dann sagen wir herzlich willkommen bei uns im Podcast. Ja, zunächst klingt ja mal Zehnkämpfer, was macht der in einem Lauf-Podcast, in einem Ausdauer-Podcast, aber da kommen wir gleich noch zu. Also mal davon abgesehen, dass ja immer die Frage ist, was mache ich eigentlich, wenn ich mal meine Karriere beendet habe? Ja, es gibt ja zwei Optionen. Entweder laufen gehen, so wie die Busemanns und Co., Radfahren gehen oder gar nichts mehr machen wie die ältere Generation. Wie geht's dir? Jo, hi erstmal und vielen Dank, dass ich heute dabei sein darf. Ja, das war auch so eine Frage, die ich mir gestellt habe. Ich habe jetzt im August meinen letzten Wettkampf gemacht und ja, ich weiß nicht. Ich habe mir relativ wenig vorgenommen, habe dann erstmal noch ein, zwei Monate abtrainiert. Und du hast es gerade schon genau angesprochen. Ich bin schon immer gerne Rennrad gefahren und hatte das aber dann immer in der Saison pausiert. Jetzt freue ich mich natürlich, dass ich da auf Zeit habe und ja, laufen. Das ist einfach schnell, effizient, da kann man ordentlich was wegsporteln, möchte aber auch noch weiter Krafttraining machen. Also ich versuche so tatsächlich alles irgendwie unter den Hut zu bringen. Also da fällt mir direkt schon mehrere Sachen direkt auf und auch ein. Also per se erstmal, ich weiß, es ist ein Klischee, das kann man nicht pauschalisieren.
Generell wird ja gerne auch, nicht bei Ralf, aber manchmal in anderen Medien ja gesagt, ja und jetzt müssen die armen Zehnkämpfer am Ende noch 15 Meter laufen und das alle hassen diese Disziplin total. Und da gibt es natürlich aber auch total krasse Gegenbeispiele. Ich verstehe natürlich vollkommen nach zwei harten Tagen gibt es wahrscheinlich was Geileres. Aber es gibt ja durchaus Leute, die das, sag ich jetzt mal, im Rahmen der Möglichkeiten gern machen. Also ich meine, ich bin auch gerne früher Wettkämpfe gelaufen, auch auf der Bahn, nicht nur auf der Straße. Ich sag mal, bei dem 5000er war das Enjoyment so nach drei Kilometern auch nicht mehr so groß. Aber das war halt so part of the game. Das ist aber so, dass wir es bei dir schon direkt rausgehört haben. Eigentlich im ersten Leben zehn Kämpfer gewesen gewesen. Wo ja viele technische Dinge auch dabei sind, wo Kraftaspekte dabei sind, Schnelligkeit und so weiter, aber immer schon gern Rennrad gefahren, da wird man direkt hellhörig, jetzt offensichtlich, so wie du das einfach schon mal geschildert hast, gar nicht dem Laufen abgeneigt, also obwohl du es ja gar nicht mehr müsstest sozusagen, das ist ja auch schon mal eher atypisch und wenn du sagst, du machst aber immer auch noch gern Kraft, dann muss ich ja direkt auch die Frage stellen, hast du schon High Rocks gemacht, weil da wärst du ja praktisch prädestiniert. Du bringst schon natürlich die Kraft mit, die dafür nötig ist, plus du trainierst offensichtlich gerne Ausdauer, also da steht dir ja noch ganz viel offen eigentlich.
Ja, du hast jetzt sehr viele Themen in eine Frage gepackt. Also ich sage mal so, High Rocks habe ich nicht geplant. Und am Ende, klar, das wäre jetzt dann irgendwie so eine erwartbare Kombi aus Kraft, Kraftausdauer, aber auch läuferischem. Ja, habe ich nicht geplant. Da sind ja auch so spezifische Sachen dabei. Ich habe noch nie in meinem Leben einen Wallball gemacht und sowas. Also da müsste ich mich irgendwie erst mal so ein bisschen rantasten. Ich will nicht sagen, dass ich das nie machen werde, aber das ist jetzt wirklich erst mal nicht geplant.
Ja, und dann die Frage zu dem 1500 im Zehnkampf. Also das ist tatsächlich so, dass die meisten Zehnkämpfer auch wirklich auf internationalem Niveau, die gehen im Zehnkampf an, als wäre es 9 plus 1. Neun Disziplinen, alles geben und dann noch durchkommen. Und was ich wirklich auch gar nicht mag und ihr merkt ja schon, dass ich da so ein bisschen anders bin, es gibt auch wirklich auf internationalem Niveau so ein bisschen so eine Einstellung bei manchen Athleten dass man den 1500 Meter Lauf dann nur so läuft wie man ihn braucht also wenn du jetzt hinter dir 100 Punkte Vorsprung hast und du hast keine Norm zu erreichen du hast keine magische Punktzahl, keine Bestleistung zu erreichen, dann laufen viele den von vornherein so, dass es einfach passt und belasten sich nicht aus. Und dann sage ich immer, stell dir doch mal vor, du würdest in den Kugelstoßring gehen und würdest sagen, ich versuche jetzt nicht so weit zu stoßen.
Sondern ja, irgendwie eine solide 14,50 Meter reicht. Ich will gar nicht die 15 Meter halt knacken. Das finde ich ist ein totaler, totaler, ja, das ist total irre, was sich da eingeschlichen hat. Und bei mir war immer, und das war auch, also das hat sich durch meine ganze Karriere gezogen, bei mir war immer der Abschlusslauf, 1500 Meter, all in, egal um was es geht, all in gelaufen. Und das hat sich wirklich durch meine ganze Karriere gezogen. Ich habe irgendwie meinen ersten deutschen Meistertitel mit 14, da sind wir, also ja, 14, damals noch 8-Kampf, da sind wir quasi punktgleich in den abschließenden 1000 Meter Lauf gegangen. Und ich habe ihn dann quasi auf den letzten 200 Meter meinen Konkurrenten übersprintet. Und das hat sich irgendwie so für mich eingeprägt, dass ich mir da den deutschen Meistertitel auf den letzten 200 Meter geholt habe, dass ich einfach sage, wirklich, Zielgerade ist All-In und auf 1500 Meter oder generell der Abschlusslauf, ob es jetzt 1000 Meter auf dem Hallensiebenkampf ist oder 1500 Meter draußen, das ist einfach All-In. Und es ist natürlich ein positiver Nebeneffekt, wenn man da relativ gut ist, und wenn man da dann nochmal ein paar Plätze gut machen kann, das war bei mir eigentlich immer so. Oder das war immer so. Ich habe, glaube ich, noch nie einen Platz verloren im 1500-Meter-Lauf.
Und ja, deshalb, ja, jetzt viele gebündelte Sachen in einem, aber das ist so meine Einstellung zum Laufen. Ich bin auch grundsätzlich jemand, der in der Off-Season, wenn die anderen gesagt haben, boah, jetzt erst mal zwei Wochen kein Sport, da bin ich mal so joggen gegangen, weil ich einfach Lust hatte, mich zu bewegen. Und deshalb bin ich da, glaube ich, ein bisschen anders als der durchschnittliche Zehnkämpfer. Ja, aber da kommen wir doch nochmal hin, weil das ja schon so einen Mythos hat, so jetzt die 1500 und dann stehen da alle mit ernsten Gesichtern und mehr Puls als die zwei Tage davor, also vor dem Lauf logischerweise und das macht ja was in euren Köpfen, in euren Gesichtern, wahrscheinlich auch in euren Körpern.
Und dann kriegt man ja die Beispiele doch zusammen, wo man sagt, okay, wenn der Kollege Kaul bei seinem ersten Weltmeistertitel nicht so 1500 Meter gelaufen wäre, wie er da gelaufen ist, hätte er den Titel nicht gewonnen. Wenn Leon Neugebauer in Tokio jetzt zuletzt nicht so 1500 Meter gelaufen wäre, wie er gelaufen ist, hätte er den Titel nicht gewonnen. Wenn du bei den deutschen Meisterschaften, deinem letzten Zehnkampf, nicht als erster über die Ziellinie gelaufen wärst, da hättest du dich richtig schlecht gefühlt, nehme ich mal an. Ja, verstehst du, das sind so Punkte, die müssen wir, glaube ich, mal so ein bisschen rausholen und beleuchten. Ja, weil das eine ist, was du sagst, das kann ich hundertprozentig nachvollziehen, dass es ja eigentlich Quatsch ist, neun Disziplinen auf Vollgas zu gehen und dann mal so zu gucken. Das muss man ja irgendwie auch im Training anlegen, das können wir später nochmal besprechen. Aber ich habe schon den Eindruck, dass es eine kleine Shift-Veränderung gibt. Weil die Beispiele, dass man den 1500er Vollgas braucht, mehr werden.
Ich glaube, das ist schon auch so ein kleiner Trugschluss, weil es einfach am Ende leicht zu rechnen ist. Wenn dir am Ende 20 Punkte zur Medaille fehlen, dann rechnest du aus, boah, drei Sekunden schneller im 1500 Meter Lauf wäre das gewesen. Aber die 20 Punkte wären natürlich genauso eine Höhe im Hochsprung gewesen. Und das ist aber halt am Ende greifbarer. Wenn du sagst dann nicht, hätte ich in der dritten Disziplin im Kuh gestoßen, 40 Zentimeter weiter gestoßen, hätte ich eine Medaille geholt. Sondern es kommt halt am Ende zusammen auf diesen einen Lauf, auf diese eine Zeit, auf diesen Abstand. Du gehst in den Lauf rein und weißt, okay, zwischen meinem Konkurrenten und mir sind drei Sekunden Abstand. Ich muss den oder den Konkurrenten hinter mir halten. Da ist es halt einfach dann greifbar. Und deshalb ist das, finde ich, auch wieder so ein kleiner Trugschluss. Aber es stimmt. Also so ein Shift, der nämlich auch war, man sieht es am besten bei Leo. Der hat jetzt anscheinend ja wirklich in den letzten zwei Jahren richtig rein investiert. Der ist jetzt da insgesamt, glaube ich, in zwei Jahren um 20 Sekunden schneller gelaufen, über 1500 Meter. Das macht man ja nicht einfach so. Da steckt natürlich Training dahinter.
Und ja, deshalb, klar, am Ende entscheidet es sich immer beim Lauf. Und du hast es auch noch angemerkt, also jetzt da bei meinem letzten Zehnkampf nicht den 15-Meter-Lauf zu gewinnen, das hätte ich mir selbst nicht erlaubt, auch wenn die Zeit dann am Ende wirklich nicht so schnell war, aber genau, das war mir sehr wichtig. Ja, das eine ist ja, dass man am Ende nochmal seine Qualität unter Beweis stellen will. Das sieht man ja auch in jedem Zehnkampffeld. Die Patienten kennt ihr alle, die halt eine 4.15 laufen können und die laufen dann los. Die aber oft ja dann nicht direkt mit den Medaillen zu tun haben. Bei Leo, da musst du uns nochmal mitnehmen, und zwar jetzt gar nicht, was Leo angeht, sondern was die Einstellung angeht. Ist es aus deiner Erfahrung möglich, dass man sich über 1500 Meter so krass überwindet, einfach aufgrund der Grundfitness, die man durch sein Training, durch sein 10-Kampf-Training erworben hat, dass man viel schneller laufen kann, als man eigentlich eine Basis gelegt hat? Ja, weil ich meine, das ist nun mal relativ weit weg von allen anderen Disziplinen, von der Trainingsgestaltung her. Ist es möglich, zehn Sekunden schneller zu laufen, nur weil mein Kopf sagt, okay, ich verliere jetzt die Medaille, ich verliere meinen Platz, ich verliere die, ich muss jetzt.
Ja, also das glaube ich schon. Also ich glaube, dass der mentale Aspekt da wirklich extrem ist, weil man muss das mal so sehen. Wir sind nicht so spezialisiert, ja, offensichtlich in allen Disziplinen. Und wahrscheinlich sind wir auf dieses Lauf, Running Pace, Zwischenzeiten, gleichmäßig laufen. Da sind wir, glaube ich, noch mal weiter weg als jetzt im Weitsprung von den Spezialisten. Und gerade die Jungs, die halt einfach da nicht so schnell sind oder die das auch dann im Training ein bisschen vernachlässigen, weil sie sagen, hey, es ist nur eine von zehn Disziplinen, die irgendwas mit Ausdauer zu tun hat.
Ich glaube, wenn man in ein Rennen reingeht und sagt, es geht hier um Gold, Silber, Bronze, Bestleistung, WM-Norm, ich muss nur an dem dranbleiben, dann kann man sich mental so darauf versteifen, auf diese Aufgabe, dass man so seinen normalen Rhythmus verliert. Also wenn man jetzt sagt, ich muss diese Zeit laufen für mein großes Ziel, ich glaube, da ist bei uns 10-Kämpfern richtig was drin. Also ich habe da so viele Beispiele gesehen, wo sich dann doch schlechte Läufer, wenn es darum ging, halt wirklich um 10 Sekunden gesteigert haben. Was am Ende natürlich nur sagt, die waren in allen anderen Läufen, haben sie halt nie 100% gegeben. Korrekt. Und gleichzeitig entdecke ich das aber auch, dass genau die, die sich immer dann so ein bisschen schonen, dass sie dann sagen, naja, wenn es da mal drauf ankommt, dann kann ich schon. Und dann wiederum habe ich aber auch genau denen immer gesagt, ja, warum bist du dir da so sicher? Warum bist du dir da so sicher, dass du dann, wenn du müsstest, fünf Sekunden schneller laufen könntest? Weil, also du hast es ja jetzt gerade auch nicht gemacht oder du hast nicht vor, es jetzt auch zu machen.
Und also das Mentale, das ist, glaube ich, wie du die ersten 400 Meter angehst bei 1500 Metern, das hat schon wirklich extrem viel mit deinem Ziel, mit deinem Ehrgeiz und was du hier wirklich erreichen kannst zu tun. Und deshalb sind halt so Dinge im Zehnkampf, dass du dich schneller steigerst, ja, wirklich möglich.
Vielleicht nochmal zur Einordnung auch für euch zu Hause, weil ich weiß, 15 Meter ist jetzt nicht die Strecke, die wahrscheinlich die meisten von euch schon mal gelaufen sind, es ist auch nicht die klassische Schulsportstrecke, aber einfach um ein Feeling zu bekommen, also die Jungs und am Ende auch Mädels, ihr habt dann zwei harte Wettkampftage, erstmal in den Knochen und am Schluss bei den Männern natürlich noch eine 1500, 4, 15 haben wir gerade gesagt, aber vielleicht erstmal 4,30, vielleicht ganz gut zur Erklärung, 4,30 ist drei Minuten auf einen Kilometer. Also ihr lauft noch einen Dreierschnitt, respektive 2,50, wenn ihr für 15 rennt, das ist ja schon, also auch ihr zu Hause, falls ihr mal Bock habt, ins Stadion zu gehen, auch ohne, dass ihr schon neue Disziplinen vorher gemacht habt, ist jetzt flott auf jeden Fall, sag ich jetzt mal. Wie ist das im Training bei dir, du wirst vielleicht auch von Kollegen wissen, aber spielt das bei manchen gar keine Rolle, wird das irgendwie gemacht, ist ja eh total die Kunst, zehn Disziplinen irgendwie in eine Woche reinzupacken, irgendwie ihr habt ja auch nur sieben Tage oder sechs, manche haben ja auch einen Ruhetag. Und am Ende irgendwie, nimm uns mal mit, um so einen Eindruck zu bekommen, wie sieht denn so ein typisches Zehnkampftraining aus? Klar, saisonal, auch abhängig so, aber ist es denn möglich, alles zu machen? Klar, du hast wahrscheinlich Schokoladendisziplin, weiß ich nicht, ob man da ein besonderes Augenmerk drauf legt oder sagt, nee, das klappt eh gut, ich muss eh an meinen Schwächen arbeiten. Das ist ja auch eine Herausforderung. Wenn du halt läufst, dann musst du halt laufen. Okay, du musst halt irgendwie auf den Marathon vorbereiten. Hast du auch unterschiedliche Trainingsinhalte, aber ich muss nicht zehn verschiedene Sachen machen. Deswegen, das alleine Das eine ist schon für mich total schwer vorstellbar.
Genau, also die Frage nach dem 10-Gampf-Training, das ist natürlich eine der meistgestellten Fragen. Wie sieht so eine Woche aus? Starte ich Montagmorgens mit 100 Meter, mache danach Weitsprung und mache dann da schön alles einmal durch? Nein, so ist das überhaupt nicht so. Also das ist, glaube ich, schon sehr individuell und das hängt auch extrem davon ab, was wer braucht. Man hat, jeder Athlet hat andere Stärken, hat andere Schwächen und ich glaube, saisonal oder abhängig von Perioden setzt sich, glaube ich, jeder Athlet ein Ziel, entweder eine Schwäche auszubauen oder eine Stärke zu vertiefen und beispielsweise bei mir. Ich habe einfach mein Leben lang eine sehr, sehr starke Grundlagenausdauer gehabt. Ich habe im Endeffekt, mein 1500 Meter Training war eine harte Tempolaufsession pro Woche. Meistens Samstag die Abschlusseinheit oder Mittwoch. Wir haben ja mal Mittwoch oder Samstag Tempoläufe gemacht. Einmal schnell, einmal langsam. Einmal für 400, einmal für 1500 Meter. Und ich konnte mich wirklich extrem gut daran orientieren, auf Race Pace zu laufen. Also ich bin im Endeffekt im Training fast nur so Race-Pace-Überprüfungen gelaufen. Also dass ich dann wirklich 3x500 laufe oder ähnliche Programme.
Und das hat mir jetzt gerade in den letzten Jahren, hat das einfach gereicht, um wirklich auf Weltniveau Zehnkampf vorne mitzulaufen. Also ich bin ja auch zur Einordnung. Also meine Bestleistung war eine 4x16 am Ende vom Zehnkampf. Ich bin noch nie in meinem Leben eine 1500 Meter ohne Zehnkampf gerannt. Habe ich auch vor und ich glaube, dass ich langsam machen will.
Ich glaube auch wirklich, ich würde langsamer laufen, weil das hat einfach so viel damit zu tun, ob es um was geht. So, 4.16, damit war ich immer vorne mit dabei, war dann auch mal in manchen Saisons einer der schnellsten auf der ganzen Welt. Ich glaube, das eindrucksvollste war wirklich damals, 2019, mit Niklas, als er Weltmeister wurde, wo wir beide im Ziel standen, uns umarmt haben und beglückwünscht haben. Und alle anderen sind dann gerade auf die Zielgerade eingebogen und die sind alle so eine 4.30 gelaufen und wir halt 4.20 und schneller. Das war irgendwie, glaube ich, so ein Moment, wo man jetzt vielleicht dran denkt, wenn man an mich und 1500 Meter denkt.
Also das Training ist natürlich ein riesen Spagat, ein riesiger Spagat und ein riesiger Kompromiss aus deinen konditionellen Fähigkeiten, Kraft, Schnellkraft, Schnelligkeit, Ausdauer und natürlich einen riesigen Technikanteil. Da muss man dann individuell noch mal gucken. Zum Beispiel, ich habe auch ganz, ganz wenig Hochsprung trainiert, weil ich es einfach nicht gebraucht habe. Das ist eine meiner stärksten Disziplinen mein ganzes Leben lang gewesen.
Da konnte ich einfach mit einmal springen pro Woche meine Technik halten und dann musste halt nur so die Form drumherum passen und da bin ich hochgesprungen. So, jetzt gibt es vielleicht andere Athleten, die total schwerpunktmäßig hoch trainieren mussten, weil sie einfach ein paar technische Kniffe sich noch reinkriegen mussten oder da wirklich entwickeln wollten, weil sie gesagt haben, hey, da ist noch Potenzial zehn Zentimeter drin. Und so baut sich, glaube ich, so ein Training für jeden Athleten individuell. Was natürlich klar ist, also wir haben natürlich einen sehr hohen Explosivkraftschwerpunkt. Also Sprinten ist halt bei uns der ultimative Benefit. Also wenn du schnell rennst, dann bist du schnell im Weitsprunganlauf, dann bist du schnell über 400 Meter, dann bist du schnell über die Hürde, dann bist du explosivkräftiger am Kugelstoßen. Also das ist natürlich eigentlich der Kern vom Zehnkampf. Es sind natürlich die Anläufe und die Schnellkraft, Explosivkraft. Jetzt, wenn man meine Karriere kannte, wusste man, ich war vielleicht nicht der beste 100-Meter-Sprinter. Ich war eher so der Techniker. Dementsprechend musste ich natürlich dann auch immer schauen, dass meine Technik Richtung Wettkampf passt.
Und klar wir haben sonst natürlich auch ein periodisierungssystem also wir fahren im oktober mit dem aufbau an ganz weit weg von den disziplinen und dann richtung heilensaison gehen wir die disziplin ein bisschen an machen eine kleine vorbereitungsphase dann meistens der heilensaison manchmal länger manchmal kürzer gehen dann noch mal ein kleiner vorbereitungsblock und dann kommt halt diese ja noch mal wettkampf vorbereitung man geht wieder ran an diese disziplin und dann eben Mai bis August, ja, die Hauptwettkampfphase. Das so grob zur Periodisierung und die Wochen. Ich glaube, was sich viele jetzt gerade auch im Laufbereich nicht vorstellen können, ist, wie viel wir in einer Trainingseinheit machen. Also, dass wir da wirklich mal Montag morgens dann so eine Drei-Stunden-Einheit, dass es dann heißt, Warm-Up, Stretching, Stubby-Programm und dann sprinten wir und danach machen wir aber noch Kugelstoßen-Training und das ist dann halt so eine Einheit von, ja, 10 bis 12 Einheiten. pro Woche. Das war grob so wie so ein 10-Kampf-Trainer-Kloss oder auch Saar jetzt bei mir. Habt ihr meistens zweimal am Tag trainiert oder war es eine große Einheit am Tag?
Also das habe ich jetzt über die Jahre ein bisschen gewechselt. Also ich habe eigentlich den größten Teil meines Lebens im 2-1-Rhythmus trainiert, also Montag 2, Dienstag 1, Mittwoch 2 und so weiter. In den Trainingslagern hat man dann auch zwei Jahre durchgezogen oder zumindest Montag bis Freitag zwei Einheiten und Samstag eine. Und jetzt gegen ende meiner karriere bin ich tatsächlich aber auch auf die eine.
Lange einheit viel gegangen also dass ich dann eine 45 stunden einheit gemacht habe weil ich einfach ja vom, mit 30 musst du nicht mehr so viel aufbauen und du bist ja ich weiß nicht habe ich ein bisschen umgestellt dass ich dass ich da eher das gut finde eine lange einheit zu machen.
Also ich weiß ja, dass es sehr unterschiedliche Herangehensweisen gibt, seine Grundlagenausdauer zu bilden, also auch beim Zehnkampf. Hast du denn zum Beispiel auch gesagt, okay, wir bewegen uns natürlich ja auch in der Zeit, das ist ja nicht kein Training, ja auch nicht kein Training, das auf eine Ausdauerfunktion anspringt, aber wir machen zum Beispiel ein langes Einlaufen oder ein langes Auslaufen. Es gibt ja Leute, die das so machen oder die zweimal die Woche ein langes Auslaufen machen. Hast du das auch gemacht oder hast du gesagt, das widerspricht eigentlich einer Einheit, die du eben skizziert hast? Wenn du so hochexplosive Sachen gemacht hast, wie Sprinten und Kugelstoßen.
Dann zerstört man ja ein bisschen von dem Reiz, wenn ich dann lang auslaufen gehe. Ja, genau, das habe ich tatsächlich nie gemacht. Also wir als Trainingsgruppe, egal in welcher ich trainiert habe, Wir haben eigentlich immer das Warm-up knackig gehalten und spezifisch und haben dann eben eher noch einen Tempodauerlauf in die Woche eingeschoben oder sowas. Aber ich würde sagen, so im Schnitt bin ich eigentlich immer so drei Runden in meinem Leben eingelaufen und die aber dann auch im gemütlichen Tempo. Und dann hat man eher versucht, nochmal das weitere spezifische Warm-up über Abläufe, Sprintkoordination und alles reinzuholen. Und ich weiß nicht, für mich wäre das auch zu konträr, wenn man sagt, also ich kenne das, dass das manche machen, die dann irgendwie fünf Kilometer einlaufen und danach Kugel stoßen. So das wäre für mich, das hätte für mich nie gepasst und das habe ich auch nie so gemacht.
Das andere ist ja, wo bleibt jetzt noch die Zeit für das Radfahren oder bist du dann mit dem Rad zum Stadion gefahren? Ich bin tatsächlich, das ist auch, ja zum Rückblick ist das glaube ich auch so ein bisschen der Kern meiner Grundlagenausdauer. Ich bin wirklich mein Leben lang Rad gefahren. Ich bin mein Leben lang mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Und ich bin, als ich damals in Ulm gelebt habe, bin ich wirklich acht Jahre lang jeden Tag mit dem Fahrrad ins Training gefahren. Und auch bei Null Grad und Schneeregen. Und ich weiß nicht, das war einfach für mich, das hat dazugehört, dann hast du schon mal so eine Grunderwärmung, bevor du dich dann warm machst. Aber ja, es stimmt natürlich, das richtige Rennradfahren, das war wirklich immer ein Off-Season-Ding, weil das kann man sich natürlich auch nicht erlauben. Also erstmal habe ich nicht die Energie dafür, mich nach einer Trainingswoche dann noch sonntags aufs Rennrad zu setzen. Und das wäre dann schon sehr konträr, wenn man da kurz mal dann 80 Kilometer wegradelt. Und eigentlich gerade kurz vorm Wettkampf ist oder versucht, so schnell und so spritzig wie möglich zu sein. Deshalb, Rennradfahren war eigentlich immer so ein Off-Season-Ding und vielleicht auch im Aufbau mal, aber so richtig kam ich nie dazu. Vielleicht Philipp und ihr Zuhause, das wissen vielleicht nicht so viele Leute. Es gibt durchaus noch mehr Zehnkämpfer, die sehr gerne Rad fahren. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, Manuel Eitel auch. Und Niklas Kaul vor allen Dingen. Das sind schon auch ambitionierte Radfahrer, aber die müssen das ja auch nebenbei machen, also mal von den Füßen runter.
Das ist ungefähr genau der Retroweg, den ich bestritten habe. Ich habe mit Schüler-Vierkampf und so einem Kram angefangen, dann auch in Richtung Mehrkampf. Und bin dann auf Hürden gegangen, weil das das Beste war, was ich konnte, nachdem ich halt einfach große Probleme mit dem Rücken hatte, bei vor allen Dingen Sperrwerfen und Stabhochsprung. Aber Hürden ist ja so ein Kernding, weil das relativ viele Elemente vereint, die wesentlich sein können in einer Zehnkampfpalette. Also logischerweise ja Sprintfähigkeit, Bewegungsfähigkeit, Flexibilität, Rhythmusgefühl, bla bla bla, name it. Das macht ja eine Menge. Hürdenlaufen ist ja so eine Kerngeschichte halt auch für Mehrkämpferinnen und Mehrkämpfer, weil es relativ viele Punkte gibt, weil ihr auch, vor allen Dingen die Frauen, ja ziemlich nah an der Weltelite dran seid. Und da muss man schon ein bisschen was mitbringen, sonst ist es halt auch schwer, im Mehrkampf wirklich internationale Klasse zu haben. Also Hürden laufen müsst ihr eigentlich alle können.
Ja, Hürden ist vor allem wichtig, um den Wettkampf beenden zu können. Also wenn du unsicher bist und da hängen bleibst, unterfädelst, stürzt, das ist natürlich immer so ein Schreckmoment im Zehnkampf. Ich glaube, kritischer ist es tatsächlich beim Frauen, weil die Hürde deutlich weiter weg ist vom Körperschwerpunkt. Die stürzen deutlich schneller als wir. Bei uns ist die ja ziemlich auf Körpermitte. Und wenn du da hängen bleibst, dann kriegst du quasi einen Stoß gegen die Körpermitte. Und die Frauen, wenn die unterfädeln, da auf 80 Zentimeter unten, dann liegt es ja sofort. Genau, also Hürden ist ja immer dann, du bist müde vom ersten Tag, startest da früh morgens, keine Ahnung, Wettkämpfe gehen zum Teil früh los, Wetter schlecht, morgens noch kalt und da ist es schon wichtig, die Hürden sauber ins Ziel zu bringen und da sofort da zu sein. Und du hast es ja auch sonst angesprochen, der Hürdenlauf ist einfach eine Synergie aus Technik, Schnelligkeit, aber auch mental, du musst da sein, du musst die Hürde attackieren, du musst deinen Rhythmus behalten. Also das vereint wirklich alles und ist natürlich eine absolute Kerndisziplin im Zehnkampf und auch dann natürlich etwas, was man schwerpunktmäßig trainiert.
Vom mentalen Herangehen, der Unterschied zu dem 15 Meter Lauf, mehr Stress am Morgen, weil du hast das beschrieben, wach werden und so weiter, vielleicht scheiße eingelaufen, dann stehst du da und weißt, okay, da stehen jetzt 10 Mal 1,6 Meter vor mir und am späten Nachmittag, warte mal eben, wie viel ist nochmal 15 Meter, fuck, drei Dreiviertelrunden, das ist aber ganz schön weit. Nimm uns mal mit, was so den Unterschied in der Herangehensweise macht. Also ich kann dir schon mal sagen, es wird keinem so gehen, dass er plötzlich sagt, wie viel sind nochmal 1500 Meter, oh das kommt ja auch noch, weil ich glaube bei den meisten ist das so omnipräsent eigentlich, also spätestens wenn der Stabwurfsprung durch ist, weil also der Sperrwurf, das ist ja, zack, drei Würfe, das ist ja meistens schnell gegessen. Und der Stabhoch ist dann immer noch so dieses lange Event, was sich so über den Mittag zieht. Wir haben ja schnell mal dann irgendwie zwei bis drei Stunden den Stabhochsprung-Wettkampf. Aber also wenn du aus dem Stabhochsprung rausgehst, dann denkst du an einen 15-Meter-Lauf.
Also ich kenne auch Athleten, die denken auch schon vor dem Hürdenlauf an den 15-Meter-Lauf. Das ist schon einfach präsent. Und das ist natürlich auch die mentale Herausforderung, dass du weißt, das kommt alles, aber Moment, jetzt erstmal hier Schritt für Schritt den Wettkampf durchgehen. Ist aber auch das Gleiche mit dem 400er. Also ich hatte mental eigentlich eher mit dem 400er zu tun, weil das einfach mir nicht so lag wie der 1500 Meter Lauf. Und da war ich eher so, dass ich dann so nach dem Hochsprung, für mich war es immer eine Motivation, im Hochsprung hochzuspringen, weil ich dann wusste, ja, dann dauert es länger, bis der 400-Meter-Lauf kommt.
Und dann konnte ich mir da quasi noch so ein bisschen Zeit schinden. Aber ja, wenn dann die Latte zum dritten Mal gefallen ist, dann war bei mir immer so, okay, jetzt 400 und dann das noch rumkriegen und dann ins Eisbecken. 1500 Meter Lauf, also wir hatten es ja schon gesprochen, bei mir lief das anders ab, ich bin ich konnte so ein 1500er auch einfach erstmal loslaufen erstmal reintraben und, bin dann glaube ich Geht natürlich auch nur, wenn man ein entsprechendes Niveau hat dass man da erstmal so.
Du kommst rein, aber bist ja trotzdem nicht der Letzte, sondern du bist ja dann vorne dabei und das ist noch nicht sofort Anschlag fürs Gefühl quasi, ne? Absolut, genau das ist der Punkt, dass ich einfach im Vergleich zu anderen 10 Kämpfern, glaube ich. Wenn ich im Training, wenn bei mir auf dem Plan stand, ein Tausender in 3.00, so jetzt im Aufbau, dann habe ich mich an die Linie gestellt und bin den gelaufen und bin den halt einfach gelaufen. Also das war für mich dann jetzt nicht so, ich laufe mit einem Tausender in Race Pace und sowas. Ich bin den halt einfach gelaufen und laufe einfach mal los und dann nach 300 Metern checkst du die Zeit und dann nach 500 merkst du, ja okay und dann nach 800 wird es ein bisschen anstrengend und dann habe ich den ins Ziel gebracht. Und so ging es mir tatsächlich auch bei meiner Bestleistung, bei den 416, als ich die gelaufen bin in Götzes. Ja, da wollte ich dich noch nachfragen, weil das ist ja ein großer Wettkampf, ein sehr, sehr großer Wettkampf, ein wichtiger Wettkampf und da dann zu sagen, okay, jetzt ist mal richtig Kapelle oder ist das passiert? Ja.
Das ist damals wirklich einfach passiert. Es gab wirklich nichts, was, also ich hatte damals eine Bestleistung von 4,20 und habe mich dann auf 4,16 gesteigert. Bin da auch nur, ich glaube, zwei Hundertstel an der ewigen Top Ten in Götzes vorbeigeschrammt. Das ist ganz witzig, wäre ich wirklich zwei Zehntel schneller gelaufen, hätte ich den Niklas von Platz 10 rausgehauen. Habe ich da nicht geschafft und der ist dann in den Folgejahren auch nochmal schneller gelaufen. Also das wäre nur mein großer Triumph gewesen. Nee, der Lauf, das ist wirklich, ich muss das auch im Nachhinein immer sagen und ich bin mir ganz sicher, dass ich mir das nicht nur einbilde, das war der leichteste Lauf meines Lebens. Ich weiß nicht, ich bin die 1000 Meter bei 2,52 durchgegangen, so schnell wie noch nie und dachte mir, wir sind ja viel zu langsam. Das ist ja, wir traben ja nur. Und hab dann wirklich, ich bin die 1000 Meter durch und hab... Quasi meinen Schlusssprint gestartet, 500 Meter vor Ziel. Und ich hatte damals wirklich das Glück, dass mich der Holländer, der Sven Rosen, der hatte das Ziel 2,50 angehen. Und seine Mission war eher so 2,50 angehen und dann ins Ziel bringen. Und ich habe ihn dann als perfekten Pacemaker vor mir hergenommen. Wir sind 2,52 durch und da bin ich quasi 400 Meter vor ihm, bin ich an ihm vorbei. Oder auf der Gegenrate, weiß ich gar nicht mehr genau. Und habe dann halt meinen Schlusssprint noch ziehen können auf 4,16. Das hat sich wirklich damals null abgezeichnet.
Aber war echt der beste Lauf meines Lebens. Und ich konnte es dann ein paar Wochen später nochmal mit einer 418 bestätigen. Das war ein geiler Lauf. Hat einfach Bock gemacht. Ich habe mich gut gefühlt. Ich habe das Tempo. Du merkst, die Durchgangszeit passt, aber du könntest schneller. Man muss sich fast schon so drosseln, um nicht zu schnell auf. Das ist halt das geilste Gefühl. Und wenn ich das jetzt vergleiche mit anderen Jungs, die irgendwie nach 400 Meter schon denken, boah, ich bin eine Sekunde hinten dran und es fühlt sich an, als laufe ich hier auf Bestzeit. Das ist schon, also ja, so ist das halt beim Laufen. Aber genau, das muss ich vor allem dir, Philipp, ja nicht sagen. Ja, aber ist ja ganz anders bei ihm. Weil das ist ja sein Ding. Und mal loslaufen und gucken, das ist ja nicht, sondern da ist ja gleich Kapelle.
Beschreib mal das. Ich stelle mir das anders vor. Ja, also ich sag mal, Marathon ist ganz anders, aber ich bin natürlich ganz lange ja irgendwie 5000 auf der Bahn gelaufen, bis auf 15 gelaufen, bis auf 3000 gelaufen und das vereint schon, finde ich, viel, also zum Beispiel 800, das ist witzig, weil 800, ich bin natürlich, also Just for Fun ist man auch mal Ende der Saison 800 gerade einfach, weil man Bock drauf hatte, das war für mich immer Horror, das war so wie für deine Kollegen, ne, weil da bist du schon losgerannt und dachtest bei 400, gehst du irgendwie eine 54 oder so durch und denkst dir schon so, Alter, ich bin tot. Das ist einfach Vollsprit für mich so ungefähr. Ich muss noch eine Runde laufen, wie soll das denn gehen? Also das ist das komplette Gegenteil, aber bei 1500, 3000, 5000, 10.000 hat das auch nicht so viel Bock gemacht auf der Bahn, das war einfach viel zu lang. Aber die anderen, wo du auch so ein bisschen schnell rennst. Ich sag dir, so wie du es beschrieben hast, die besten Rennen meines Lebens.
Dann auch auf Bestzeiten, sag ich jetzt mal, das hat was damit zu tun, es hat nicht nur damit zu tun, wie fit du bist. Natürlich, du kannst nur das abrufen, was dein Körper kann, wenn du die für 16 irgendwie nicht in dir gehabt hättest, wäre es nicht gegangen, aber es hat auch ganz viel mit Gefühl und mit Spüren zu tun und dieses, wenn du dich dabei ertappst, dass du, verhältnismäßig für dein Leistungslevel verhältnismäßig schnell angehst, aber dich dabei gut fühlst und nicht jetzt schon irgendwie am Leiden, das gibt einem so einen krassen mentalen Rückenwind, finde ich, wo du dann auch mal irgendwie Sonderkräfte mobilisieren kannst. Ich erinnere mich auch, damals EM-Norm gelaufen für Helsinki oder was, das war in Belgien so ein Arpen-Meeting und da hatte ich auch wenig andere Optionen, Es gab eigentlich nur dieses eine Rennen, wo ich reingekommen bin und dachte, okay, das muss heute Abend passieren. Also wenn es heute Abend nicht passiert, dann war es das so ungefähr. Und die Pacemaker waren gar nicht gut, die waren eigentlich zu langsam. Und da dachte ich mir erst so, boah, shit, ey, bei 3000 irgendwie nur 8, 9 oder so durchgegangen. Das ist ja viel zu langsam irgendwie.
Und da kriegst du erst mal so ein bisschen Panik, aber gleichzeitig hast du dann gemerkt, ja, aber ich kann eigentlich noch deutlich schneller so. Ich muss halt jetzt einfach noch eine 5,40 da drauflaufen oder so. Und das ging dann einfach. Quatsch, 5,40, 5,20, also zweimal 2,40. Und das ging dann einfach. Und du spürst dann im Laufen, dass es einfach geht. Und man läuft in so eine Art Rausch rein. Also das mit dem Gefühl, das ist voll so, wie du sagst. Es gibt Tage, da kannst du gar nicht erklären, warum du dich so überkrass fühlst. Also es gibt auch andere Tage, wo du eigentlich gut trainiert bist, aber einfach dieses Feeling nicht so in den Wettkampf transportieren kannst. Da kommt vielleicht trotzdem ein akzeptables Ergebnis bei raus. Aber die besten Rennen sind die, wo du es einfach sagst, ich weiß auch nicht, was heute in der Müsli-Morgens drin war, aber ich habe einfach in dem Rennen so geile Beine irgendwie und du bist dann so total bei dir. Und dann kannst du halt auch da dich voll verausgaben und das aber auch weitestgehend, sag ich jetzt mal noch, genießen. Ist das nicht etwas, was ihr jetzt einfach mal vermisst in eurem Leben?
Also, ich habe ja jetzt gerade so das Fazit, so ein halbes Jahr ohne Leistungssport. Und ich habe da schon einige Beobachtungen natürlich an mir treffen können. Also, ich habe richtig Lust auf Sport und ich vermisse es auch, jeden Tag Sport machen zu können, in diesem Rahmen oder wirklich dieses Zeitbudget zu haben, drei bis fünf Stunden jeden Tag für Sport. Aber ich muss wirklich sagen, den Leistungssport, so das alles, was dahinter steckt, so den Druck und alles, und auch das trainieren müssen, das fehlt mir überhaupt nicht. Aber worauf ich hinaus will, mir fällt erst mal auf, wie wenig Schmerzen ich im Leben habe. Ja, das ist so krass. Das ist ja überreicht, das ist ja schon Zitat, Zitat bitte aufschreiben.
Ich habe einfach seit einem halben Jahr keine Schmerzen gehabt. Und das ist, wenn man auf hohem Niveau trainiert, dann gibt es das nicht. Ich habe mein Leben lang, also ich hatte ein bisschen Schiss, wie mein Leben aussieht, wenn ich nicht jeden Tag, oder eigentlich nicht zweimal die Woche Physiotherapie habe. Ja. Weil ich dachte, das geht ja gar nicht, wie kann man überleben ohne Physio und ohne ärztliche Beleitung. Voll. Aber jetzt merke ich einfach, man braucht das gar nicht. Und jetzt denke ich mir, hey, alle Leute da draußen, das ist ja, okay, es gibt natürlich auch viele Leute, die aus anderen Gründen irgendwie Verletzungen haben. Oder man kann sich auch im Freizeitsport verletzen.
Aber dieses Gefühl, ich muss jetzt heute nicht, Tempoläufe und ich lasse alles auf der Bahn und liege da gleich halb kotzen, röchelnd auf der Bahn. So, nee, es ist jetzt einfach Wochenende. Das ist schon, also genial. Das vermisse ich gar nicht. Aber wie ich schon gesagt habe, den Sport vermisse ich da die Zeit zuzuhaben. Und vielleicht auch, weil wir jetzt ja mitten im Februar sind, vermisst du vielleicht auch Südafrika? Ihr wart wahrscheinlich früher auch auf dem Südafrika, schätze ich mal zu dieser Jahreszeit. Jetzt kommen die gemeinen Punkte, merkst du schon? Das sind die gemeinen Punkte, ja, das habe ich mir auch überlegt. Also mein erster deutscher Winter seit zehn Jahren. Seit Menschengedenken. Der erste hat mich so zerstört irgendwie auch, weil du bist, ich war halt nicht, also Südafrika mal ganz am Anfang in Potsch. Ich war da meistens wahrscheinlich in Stellenbosch, schätze ich mal. Genau. Aber dann später war ich immer in Kenia und da war es halt auch voll geil. Der Aquator auf 2400 Meter, 25 Grad. Also richtig einfach alles geil zum Trainieren. Den ganzen Tag dann nur in kurze Hose, T-Shirt rumgelaufen. Das hat mich den ersten Winter wirklich mürbe gemacht. Ich weiß nicht, wie ist es bei dir?
Überraschend okay ist das, muss ich sagen. Also es hat mich, ich hätte es gedacht, aber als jetzt gerade, Wir sind zweimal im Aufbau November, Dezember vor der Hallensaison und dann noch mal im März in Südafrika gewesen. Und als jetzt alle abgeflogen sind, habe ich wirklich gemerkt, dass das für mich okay ist. Also ich weiß nicht, es war für mich okay. Ich habe mich irgendwie jetzt auch in dieser Zeit, das klingt jetzt ganz komisch, aber ich habe mich so ein bisschen in das deutsche Wetter und auch das Draußensein so ein bisschen verliebt. Und das ist auch ein Grund, weshalb ich diesen Winter so viel gelaufen bin, weil mich einfach dieses ein Grad, es ist schon so halb dunkel oder es ist dunkel, und dann einfach nochmal laufen gehen. Das hat mir total Spaß gemacht. Ich weiß auch nicht. Also hätte ich auch erwartet, dass es mich total trifft. Also wie gesagt, ich war jetzt dann insgesamt eigentlich, mein Winter war immer um ein bis zwei Monate verkürzt. Und jetzt mal so einen kompletten Winter miterleben, da dachte ich mir, das wird auch ein Problem. Aber war es gar nicht. Also es war vollkommen okay. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich einfach genug hier zu tun hatte. Ganz ehrlich, dass ich da gar nicht so viel drüber nachgedacht habe. Aber ich habe mich arrangiert mit drei Grad und Nieselregen. Das ist okay.
Ja, aber jetzt müssen wir nochmal zu dem Kern des, okay, jetzt geht der laufen und dann kommt ja schon wieder so ein bisschen dieses Leistungssport gehen. Also dann jetzt doch nicht nur einfach laufen, dann kommen dann die Ziele und dann... Passiert wieder was. Ja, das ist natürlich so. Man kann laufen gehen einfach zum Spaß, aber sobald du dann ein Uhr am Handgelenk hast, weißt du ja irgendwie auch, wie lang und wie schnell du gerannt bist.
Ich laufe zum Spaß, aber es macht schon Spaß, schneller zu laufen. Das ist einfach schon so. Ich setze mir gerade überhaupt keine Ziele. Ich mache das alles on the go. Und wenn ich dann einfach mal Lust habe, so Tausenderintervalle zu machen, dann fährt sich da hier durch den Schlossgarten mit 3,30 Pace. Aber wenn ich... Krass! Ja, das mache ich. Das mache ich tatsächlich. Ich bin einmal... Also einmal bin ich aus Spaß laufen gegangen und dann sagt er mir am Ende schnellster Kilometer 3,03. Aber das kann ich... Also das hat er mir gezeigt, das habe ich dann auch ganz stolz gepostet. Also da muss ich die Uhr muss ich irgendwie Verbindungsfehler gehabt haben, weil ich bin schnell gerannt und es ging auch bergab und es war eine schöne, lange Fahrradstraße so, aber ich bin nie im Leben der 303 da.
Mit Fußgängerverkehr gelaufen, aber nee, also es wird dann schnell, es wird dann schnell, schnell bei mir, wenn ich Lust habe und es ist eher dann so, dass ich mich gerade so ein bisschen bremsen muss, um langsam lang zu laufen, weil ich muss, dir muss ich es ja nicht sagen, wenn ich jetzt einfach immer das gleiche Tempo laufe, das ist natürlich jetzt auch so trainingstechnisch und das ist nicht gut. Und da muss ich mich gerade für so Long Runs ein bisschen drosseln. Deshalb suche ich mir immer Leute, mit denen ich labere nebenbei, weil dann laufe ich irgendwie eine 6 oder eine 6,30 Mal auch mal ganz entspannt. Aber doch, mich kitzelt es dann echt schnell. Ich bin auch einmal, das muss ich jetzt auch kurz erzählen, Sonntagabend, es ist dunkel und dann bin ich einmal auf die Tartanbahn gegangen, seit ich aufgehört habe. Okay. Und da bin ich dann 10x400 gerannt. Mit 90 Sekunden Pause dann auch in 80 oder 75 bis 80. Einfach. Aber bitte ohne Spikes, oder? Ohne Spikes, ja. Ich glaube, das würde mich aktuell das würde gar nicht gehen.
Mich kitzelt es total. dann auch einfach mal ein bisschen ans Limit zu gehen, aber auch einfach, weil ich weiß, ich muss es nicht, ich mache es jetzt einfach. Wenn ich mir vorne komme, ich nehme, ich mache jetzt 10, 400er und nach 5 merke ich, na, ist heute nicht, dann gehe ich nach Hause und allein das im Kopf zu haben, dass ich das machen kann, das ist der Unterschied. Genau, das ist dann die Freiheit und deshalb genieße ich es.
Aber zu meinem läuferischen Ziel, ich habe mich tatsächlich angemeldet für einen gewissen Marathon in einer gewissen Hauptstadt. Nein! Dieses Jahr! Ich laufe im September Berlin Marathon. Geil, da kannst du dich richtig drauf freuen, das ist ein Hammer-Event. Genau, mir geht es auch dann eher so um die Events. Und auch drumherum habe ich mich für ein paar Sachen schon angemeldet. Jetzt muss ich natürlich, ja jetzt habe ich im Hinterkopf, dass ich natürlich da auch eine Grundlage brauche. aber ich nehme mir wirklich gar keine Zeit vor. Das ist auch die beste Einstellung. Ich will es einfach machen und dann habe ich noch irgendwie einen kleinen Ausflug ins Trailrunning und dann mache ich mal noch hier und da einen Zehner, einen Straßenzehner und vielleicht, also ich will eigentlich auch echt noch einen Halbmarathon vorher laufen, bevor ich mal nachherlaufe. Besser ist das, ja. Ja, und da suche ich gerade noch ein bisschen. Aber ich muss kurz schmunzeln, weil Tipp gerade so erzähle ich, nee, ich mache das jetzt nur noch alles just for fun. Also das Laufen macht mir jetzt gerade Spaß, auch bei drei Grad Nieselregen. Aber Ziele habe ich gar keine. Ach ja, ich habe vergessen, so Marathon in dieser Hauptstadt habe ich jetzt mich doch angemeldet. Und für den einen oder anderen Zehner. Und was mit Train? Ich suche gerade noch einen Halbmarathon.
Ja, aber ist das nicht cool? Also einfach ins Blaue trainieren, das ist dann irgendwie... Voll. Ich weiß nicht. Dann kann ich es auch lassen, gefühlt. Aber wenn ich jetzt dann weiß, komm, ich will laufen und ich will mich da jetzt halt nicht zwei Stunden schlecht fühlen. Ja, klar. Ich will einfach mit einer Grundlage reingehen und ohne Zeiterwartungen. Ich bin nämlich auch einmal, also ich habe eine Erfahrung jetzt nochmal gemacht in den Straßenlauf. Und das gibt euch, glaube ich, einen Eindruck. Also ich bin einmal in meiner Off-Season, so ein bisschen als PR, bin ich in Ulm den Einstein-Marathon die 10 Kilometer mitgelaufen. In meiner Off-Season. Ich war drei Wochen in der Off-Season zu dem Zeitpunkt und bin das erste Mal in der 10K gelaufen. Und bin an der 38 gelaufen. Ach so, gut. Einfach, weil ich mich dann, ich wollte es mir einfach richtig geben.
Ich weiß nicht, ich wurde dann an der Startlinie zusammen mit der Alina Reh vorgestellt und hier SSV-Athleten, bla bla bla. Und ich weiß nicht, da bin ich da losgelaufen. Erster Kilometer in 3,20, zweiter Kilometer in 3,20. Ich habe es total gefühlt. Bin natürlich gnadenlos eingebrochen dann in der Hälfte, aber bin da echt dann noch eine 38 hoch, 38,50 gelaufen. Also das schlummert schon irgendwie in mir. Also deshalb... Ja, und das muss das ja sein. Das wird in Berlin noch viel krasser sein, aber alleine in Ulm, stelle ich mir das zumindest so vor, ich kenne jetzt die 10-Kilometer-Strecke da nicht, aber wenn du früher Mehrkampf-Wettkämpfe gemacht hast, natürlich klar, du hast die ganz großen Bühnen gehabt, Weltmeisterschaften etc. Trotzdem, und da ist natürlich geile Kulisse so, es ist ja schon eine Distanz, weißt du, Distanz zwischen, ihr seid im Infield, ihr seid Bahn 1 zu wie weit die Leute weg sind. Laut ist das doch trotzdem, aber das ist ja bei diesen Straßenläufe, im Speziellen in Berlin, du bist ja so nah dran, die können dich ja teilweise fast anfassen, so ungefähr, also das ist einfach, das fühlt sich, finde ich, nochmal so intensiver an, weil ich hatte ja auch diesen Vergleich so, jetzt nicht Weltmeisterschaften habe ich nie erreicht, auf der Bahn, aber so Europameisterschaften, mehrere, also cool, klar, total speziell so alles, aber ich habe dann, das ist einfach anders noch, wenn du so Halbmarathon, Marathon in diesen großen Städten, und die sind so nah einfach, und es ist so auch ohrenbetäubend laut teilweise, das fand ich schon sehr, auch nochmal, einfach sehr intensiv und eine total coole Erfahrung.
Diese ganze Running-Community hat es ja auch wirklich in den letzten Jahren geschafft, da diese Events einfach richtig, richtig geil zu machen. Und deshalb, wenn ich jetzt so ein bisschen eventorientiert Laufsport betreibe, sagen wir mal so, dann ist mir echt die Zeit egal, aber einfach dabei zu sein, die Events zu machen. Und ich weiß nicht, so Marathon, das hatte ich schon immer so, war wie so eine Bucketlist. Lifetime-to-do, ne? Aber da geht es mir echt. Wie bitte? So ein Lifetime-to-do einfach. Einmal sagen kannst du mir, ich bin schon mal Marathon gelaufen. Genau. Und deshalb, da ist mir die Zeit egal. Ich weiß nicht, ich glaube, Halbmarathon, da hätte ich jetzt irgendwie noch so, dass ich so grob mal so denke, was ich laufen könnte. Aber genau, nee, das sind meine Pläne für dieses Jahr. Und ja, also ich habe es, ich hatte das ja jetzt auch auf Instagram mal so ein bisschen kommuniziert. Ich bin jetzt, ja, mein Jahr ist halt wirklich gestartet. Neujahr, neun Uhr morgens bin ich zehn Kilometer gelaufen. Überragend, ja. Einfach, weil ich es wollte. Einfach, weil ich es wollte. Einfach, ich habe es meiner Frau gesagt, ich gehe jetzt laufen und bin gelaufen. Das ist einfach so meine Idee, wie es sein sollte, wie Sport Spaß machen kann und dann will ich das auch jetzt einfach machen. Und wenn du jetzt im Frühjahr vielleicht bei 17 Grad und wolkenlos zum Radfahren gehst, dann hilft das übrigens auch beim Marathon, völlig überraschend.
Ja, das habe ich jetzt so ein bisschen Angst, dass das Laufen mehr, das Rennradfahren so ein bisschen abnimmt. Aber du, ich kann beides machen. Ich freue mich auf alles. Ich muss nur die Zeit dazu finden. Das ist halt jetzt nicht mehr so privilegiert wie früher. Aber vielleicht ja spannend, weil das wahrscheinlich auch die wenigsten, die hier zuhören, wissen. Also nochmal Recap. Du hast letzten August erst sozusagen deine lange Zehnkampfkarriere oder Mehrkampfkarriere beendet.
Bist jetzt offensichtlich in einer Art von neuem Leben gestartet, wie sieht denn das neue Leben aus? Weil das ist ja auch immer wieder spannend, wir haben natürlich hier in den letzten, lass mich kurz gucken, 307 Folgen, die wir ja schon gemacht haben, natürlich mit ganz vielen Sportlerinnen und Sportlern sprechen können, gar nicht nur Läufer, Triathleten, alles mögliche und die meisten, mit denen wir gesprochen haben, die überwiegende mehr, die waren ja noch aktiv zu dem Zeitpunkt, als sie hier gesprochen haben. Es ist ja aber total spannend auch mal zu hören, was hat dich denn bewogen überhaupt, sozusagen irgendwann diesen Großen, der ist ja für jeden Profi-Leistungssportler ein Riesenschritt irgendwann zu der Erkenntnis zu kommen, das reicht jetzt so und jetzt gibt es ein neues Leben oder so. Und was machst du denn heute, wenn du nicht gerade so viel laufen gehst? Ja.
Also grundsätzlich war schon immer meine Vorstellung, dass ich den Sport, also der Leistungssport war ja mein ganzes Leben. Ich habe es gerade schon erwähnt. Mit 14 Deutscher Meister, mit 16 die erste Junioren-Weltmeisterschaft. Da könnt ihr euch ja vorstellen, wie meine Jugend und mein frühes Erwachsenenleben aussah. Es gab Sport, 100 Prozent. Und deshalb war mir schon immer klar, ich möchte den Sport nicht so lange machen, bis es nicht mehr geht. Also meine größte Angst war immer so, schlecht zu werden, nur noch Leistung hinterher zu rennen. Wenn es dann irgendwann nicht mehr darum geht, qualifiziere ich mich für die Weltmeisterschaft, sondern schaffe ich die Kader-Norm und dann so alten Leistungen hinterher rennen, das wollte ich einfach nie. Oder dann irgendwann nur noch verletzt zu sein. Das war mir einfach sehr wichtig, dass ich diese geile Welle Leistungssport nicht bis zum Ende surfe, bis ich vom Board fall, sondern dass ich einfach selber selbstbestimmt aufhöre. Das war mir immer sehr wichtig und das habe ich immer so im Kopf gehabt.
Dann hatte ich irgendwie Paris im Kopf, weil L.A. war klar, boah, nee, da bin ich zu alt, das möchte ich nicht machen.
Und dann habe ich an 2024 nach Paris gedacht. Jetzt war 2024 auf dem Papier mein erfolgreichstes Jahr. Ich habe da meine Bestleistung gemacht, habe da meine besten World-Challenge-Wettkämpfe gehabt, aber habe es nicht nach Paris geschafft. Und dann hatte ich aber so ein geiles Jahr. Also ich war bei der EM in Rom mit Top-10-Platzierung, wie gesagt Bestleistung und war mental einfach da, war frisch, habe mich gut gefühlt, hatte überhaupt keine Verletzung. Und dann habe ich mir gedacht, warum lasse ich mich von diesem Olympia-Zyklus-System einengen, so entweder 24 oder 28. Und dann dachte ich mir, nee, das ist überhaupt nicht so. Und dann bin ich halt in die Saison 2025 gegangen und habe gesagt, okay, das wird mein Abschlussjahr. Und es hat sich dann ganz klar herauskristallisiert, dass das für mich die richtige Entscheidung ist. Dann konnte ich einfach so bewusst meine letzte Hallensaison machen, mein letztes Mal Südafrika, da haben wir auch drüber geredet, meine letzten Trainingslager und wusste dann, das ist mein letztes Mal Götzes-Mehrkampf-Meeting und hatte dann echt einen sehr, sehr schönen Abschluss in Dresden. Und deshalb bin ich sehr, sehr froh, wie das gelaufen ist, dass ich nicht irgendwie, es gibt Karrieren, die enden mit einer gerissenen Achillessehne und dann ab dem Tag ist die Karriere vorbei. Und ich konnte das sehr schön, sehr positiv ausklingen lassen und beenden.
Und genau, habe dann da in Dresden meinen Abschlusswettkampf gemacht. Habe dann noch den August und September durchtrainiert, weil ich an sich noch über, also ich war für Tokio qualifiziert, übers World Ranking, war aber allerdings der vierte Deutsche. Also ich habe mir diese Ersatznominierung noch heiß gehalten. Aber war dann auch fein damit, dass es in Dresden aufgehört hat. Und genau, bin jetzt seit November im Beruf. Also ich war ja Sportsoldat bei der bundeswehr mit freitags bei der bundeswehr raus und montags in den neuen job rein und ja das hat sich aber als sehr gut ergeben also ich bin jetzt in der der luft und raumfahrt branche bin ich ihm als business manager also ich mach da ein bisschen.
Projekte. Und bin auch sehr zufrieden, aber es ist natürlich jetzt ein ganz anderes Leben. Also die Zeit ist natürlich jetzt der limitierende Faktor. Bin auch letztes Jahr Vater geworden und da ist es schon einerseits eine Motivation, ein fitter Dad zu sein, aber irgendwie auch wirklich eine Herausforderung. Und deshalb, ich habe es ganz am Anfang erwähnt, Laufen ist unfassbar zeiteffizient. Ich gehe aus der Tür raus und laufe und was ich da in einer Stunde erledigen kann, Das schaffe ich in einem Fitnessstudio oder wenn ich irgendwo hinfahre und irgendwo hingehen muss, um Sport zu machen, schaffst du nicht. Und was man in 30 Minuten mit so einem schnellen Fünfer alles erledigen kann, das ist unglaublich. Und vielleicht ist das auch eine Motivation, was mich nochmal dem Lauf ein bisschen angebracht hat.
Also ich sage ja immer, da sind wir wieder bei den 1500 Metern, es reicht völlig aus, wenn man 5 Minuten sehr schnell läuft, damit kann man sich genauso hinrichten wie mit 3 Stunden Training. Das reicht vollkommen aus. Man muss gar nicht eine Stunde noch was anderes. Wenn du es richtig anlegst, reicht auch eine Minute, da hast du vollkommen recht. Wenn ich an 400 Meter denke, dann reichen auch 48 Sekunden, um einem alles zu geben für die nächsten Tage. Ja, aber das ist total cool. Kannst du und konntest du den Zehnkampf in Tokio schon in Ruhe angucken, in dem Bewusstsein, okay, ich bin jetzt nicht mehr Teil von der Family da?
Naja, ich weiß ja, dass ich irgendwie noch Teil der Family bin, noch ist der Zeitpunkt wo ich noch alle Leute kenne, in 10 Jahren werde ich die Leute dann auch nicht mehr so persönlich kenne, aber jetzt sind ja gerade noch alle Leute wenn sie nicht jetzt auch dieses Jahr aufgehört haben so auch Wegbegleiter und.
Da Leos Triumph zu sehen den kenne ich ja auch jetzt gut, also klar er lebt seit vielen Jahren in Texas, aber wenn er dann mal über Weihnachten so daheim ist, dann sieht man sich auch, das war einfach wunderschön, auch Niklas viert den Platz. Vergisst man ja schnell, vor dem Hintergrund vergisst man das sehr schnell, dass Niklas eine sensationelle Saison letztlich hatte, mit einem Top-Ergebnis in Götzes und dem vierten Platz bei der WM. Das vergisst man logischerweise, weil Leo natürlich das Ding da abgeschossen hat, klar. Klar, Leo überstrahlt gerade alles irgendwie in der deutschen Leichterledigung, Aber genau, es war ein toller Wettkampf zuzuschauen und ich muss noch sagen, ich konnte den besser verfolgen als die letzten Jahre, wenn ich es nicht geschafft habe, mich zu qualifizieren. Also das muss ich echt sagen. Also ihr merkt, ich habe da irgendwie meinen Frieden gefunden mit meinem Karriereende und habe da einen guten Absprung geschafft. Und jetzt ist er lange Lunge, wie der Kollege Busemann sagen würde. Der ja dann auch relativ schnell. Das wäre natürlich noch meine Frage gewesen, weil ich ja nicht wusste, dass du dich schon für Berlin angemeldet hast. Der musste dann ja auch Marathon laufen und Halbmarathon laufen und so weiter. Und hat halt auch noch immer dieses einmal am Tag eine Stunde rausgehen und alles ist gut. So einfach kann das sein mit dem Sport. Und so kompliziert ist Zehnkampf gewesen.
Zähnkampf, da brauchst du mal ein paar Sachen. Da musst du erstmal die Steppe rausräumen, da müssen erstmal die Kugeln geputzt werden, da muss erstmal der Ring vom Wasser befreit werden. Laufen ist da anders. Da ist eigentlich nur die Kleidung das Limitierende, dass du da irgendwie eine gute Regenjacke hast und eine gute Uhr. Das ist echt... Es ist vergleichsweise niederschwellig, genau. Es ist sehr zukunftsfreundlich und wie du sagst, sehr einfach in den Alltag zu integrieren, selbst wenn du unterwegs bist, Urlaub oder beruflich unterwegs bist. So ein paar Laufschuhe, eine kurze Hose, ein T-Shirt kriegst du fast immer irgendwie ein Handgepäck noch reingequetscht und morgens vor deinem Urlaubs-Sightseeing-Tag oder Arbeitstag kriegt man ja auch mal nochmal hin, 30, 40 Minuten laufen zu gehen, ein bisschen die Stadt anzuschauen. Das finde ich auch immer ganz cool auf jeden Fall.
Was wir auf jeden Fall machen werden ist wir werden natürlich dein Insta-Profil bei uns in den Shownotes verlinken, also da können wir euch nur empfehlen, Tim zu abonnieren weil ich glaube, das wird ein sehr, sehr spannendes und vielleicht auch unterhaltsames Jahr, diesen, Werdegang hier weiter zu verfolgen im Laufgame und ich könnte mir sogar vorstellen wer weiß, wahrscheinlich wirst du ja spätestens in Berlin von ein paar Leuten hier aus unserer Community angequatscht, die vielleicht sogar neben dir im Startblock stehen oder so das, kann auch gut passieren ne, großartig, also das hat wirklich, sehr viel Spaß gemacht, mit dir heute zu sprechen. Auch einmal mehr einen großen Dank an dich für deine Spontanität und Flexibilität. Die Leute, die hier zugehören, die wissen das, weil wir es jedes Mal sagen, dass wir darauf angewiesen sind, dass bisher 308 Folgen zustande gekommen sind, jede Woche. Ne, hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. Also wir drücken dir auf jeden Fall die Daumen, für das, was jetzt ansteht. Obwohl wissentlich, dass das für dich alles erstmal just for fun ist, aber ich glaube, das wird sehr, sehr cool werden. Da wirst du ganz viele coole neue Erfahrungen haben und spätestens Berlin. Das wird ganz grandios. Trail haben wir jetzt nicht mehr gefragt, aber ich habe letztes Jahr auch das erste Mal in so einem Trail-Wettkampf übrigens auch Just for Fun einfach mitgemacht. Ich fand es grandios. Habe ich nämlich so auch noch nie erlebt. Geile Landschaft. Klar, hoch runter, auch über so schneebedeckte Gipfel und das war übelst geil. Also es hat auch richtig Bock gemacht. Haben aber, glaube ich, das ganze Rennen auch nicht ein einziges Mal irgendwie auf die Uhr geschaut, weil es einfach wurscht ist. War auch ein richtig cooles Erlebnis, muss ich sagen. Da kannst du dich auch schon drauf freuen.
Absolut, das wird jetzt erstmal nur ein Ausflug dieses Jahr, aber das verbindet nochmal mehr dieses Naturerleben mit allem. Absolut. Vielleicht verfluche ich es auch danach, weil Höhenmeter ist jetzt an sich nicht so mein Ding. Ich sage dir, runter ist schlimmer als hoch, das war so meine Erfahrung aus dieser Sache.
Okay, dann freue ich mich auf den Weg hoch. Ja Tim, wir beobachten das und wir fragen dann nach Berlin nochmal nach. Also wie es dann weitergeht. Das klingt sauspannend, weil das sind halt genau diese Verläufe, die uns hier beschäftigen und die unsere Community sehr, sehr gerne hört und sehr gerne verfolgt. Vielen Dank für deine Zeit und deine offenen Worte. Danke dir, Tim. Ja, euch nochmal vielen Dank für die Einladung. Hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Und genau, jeder, der mich an der Startlinie sieht, ich freue mich mit euch gemeinsam zu laufen und ja, danke nochmal, dass ich das dann machte. Das war ein sehr schönes Schlusswort, würde ich sagen. In diesem Sinne, ihr Lieben zu Hause, genießt euren Startenswochenende, geht raus, lauft, nehmt nicht alles so ernst und dann hören wir uns hoffentlich nächste Woche wieder ein alter, frischer Passwort.