Ihr lieben Leute, wir müssen mal hier mit ein paar Mythen heute aufklären. So viele Kommentare erreichen uns in letzter Zeit, dass die Werbung in diesem Podcast zu viel ist. Das ist schlimm. Das ist nämlich wichtig für uns, oder? Was sagt ihr dazu? Haben wir Werbung? Machen wir Werbung? Wir machen Werbung für uns. Durch unsere Auftreten. Ist doch kein Spaß. Wieso? Gut, ja, das ist immer interessant, weil die Leute denken immer, wenn man viele Hörerinnen und Hörer hat, dann hat man auch hohe Einnahmen. Das ist aber ein Missverständnis, liebe Freunde, da draußen. So ist es. Denn die meisten von euch hören das, was wir hier machen, auf lau. Und dann fragt man sich, wo kommt die Kohle her? Und die Kohle kommt natürlich von den Werbeeinnahmen, von den Anzeigen. Anzeigen, da sieht man, ich komme ursprünglich aus dem Printjournalismus, früher.
Es gab mal Zeitungen, die da wurden, da war Donnerstag Anzeigenschluss, ja, und wenn die Leute irgendwie es nicht geschafft hatten, ihre Anzeige zu platzieren, bis dahin hatten sie Pech gehabt. So war das früher. Ja, wobei ich jetzt nicht sagen würde, die Leute hören uns für lau. Das ist jetzt auch schon so ein bisschen abfällig, als würden sie alle Trittbrett fahren. Das ist ein Podcast, der lebt von Werbung, der hat keine Zugangsbeschränkung. Auch bei RTL Plus kann man das umsonst hören. Man muss also kein RTL Plus Abo bezahlpflichtig haben.
Und damit es finanziert werden kann, damit all die Tätigkeiten, die mit so einem Podcast zusammenhängen, beginnend bei Lorraine, auch irgendwie ihr Auskommen finden, muss das Ding Einnahmen generieren. Und wenn es keine Einnahmen generiert, dann sind wir irgendwann auch von der Antenne. Also Leute, hört euch die Werbung an. Ihr könnt auch spenden. Oder in Schubkarren das Geld bis nach Köln bringen. Aber ihr sitzt doch in Berlin. Ihr habt es ja gar nicht nötig. Du hast es gerade schon richtig gesagt. Es ist ein Riesenteam, das da noch hintersteckt und wir möchten alle da draußen bitten, ein bisschen Verständnis dafür zu haben, dass auch wir überleben möchten und dankbar sind, dass Augstein und Blume so erfolgreich ist, dass wir so viel Werbung haben. Wie toll ist das, oder? Absolut, im Kapitalismus muss man das schon als Auszeichnung. Ich glaube, wir haben ja auch unsere Einschaltquote, unsere Reichweite um 120 Prozent gewonnen. Gesteigert im vergangenen Jahr. Bevor es jetzt hier zu viel nach Eigenlob stinkt. Verdoppelt. Keine Eigenwerbung zwischen der ganzen anderen Werbung. Jetzt kommen wir zum Intro und dann dürft ihr endlich loslegen. Viel Spaß.
Wer A hört, muss auch B hören. Augstein und Blume.
Ich fand sie irgendwo allein in Mexiko. Anita, Anita, schwarz war ihr Haar, die Augen wie zwei Sterne so klar. Oh, Blume. Ich weiß, Sie werden gleich ohnmächtig. Augstein. Herzlich willkommen. Die Augen wie zwei Sterne so klar. Wissen Sie, warum ich das jetzt gesungen habe? Ich glaube, nicht wegen der Werbung. In diesem Umfeld möchte niemand eine Werbung schalten. Sie meinen, das ist kein werbeaffines Umfeld, wenn ich singe. Das ist kränkend. Nein, aber der CDU-Politiker Hagel, der sich seinen Wahlkampf in Baden-Württemberg verhagelt hat, mein neuer Lieblings-CDU-Politiker, der gesagt hat, der sich an Eva erinnert hat, Eva mit den rehbraunen Augen. Da ist mir Costa Cordales mit den Augen wie zwei Sterne so klar deutlich lieber. Ich habe lange nichts so schmieriges und klebriges gehört wie Herrn Hagel. Können wir kurz nochmal zur Verklarung den faktischen Nachrichtenrahmen austuschen? Also der Manuel Hagel, Spitzenkandidat der CDU im baden-württembergischen Landtagswahlkampf, der in acht Tagen dann zur Wahl steht und ziemlich gute Aussichten hat mit einem ordentlichen Vorsprung vor den Grünen.
Stärkste Partei zu werden und dann wahrscheinlich eben auch Ministerpräsident. Von dem hat man jetzt ein acht Jahre altes Video ausgegraben. Das hatte, als ich es mir gestern angeschaut habe, 4600 Aufrufe insgesamt. Aber ein Schnipsel daraus, den eine grüne Bundestagsabgeordnete rausgeklippt hatte, der hat dann plötzlich millionenfache Verbreitungen gefunden. Man könnte auch sagen, im Zuge eines Shit-Sturms, Scheiße-Sturms, wie man auch sagen kann. Da hat er nämlich tatsächlich zwei, drei Sätze gesagt am Anfang dieses Interviews, die er im Nachhinein selber als Mist bezeichnet und die in der Tat auch so ganz schön anzüglich waren. Da hat er von den rehbraunen Augen einer mutmaßlich ungefähr 16-jährigen Schülerin gesprochen, vor deren Klasse er gestanden hat, also junger Politiker, vor acht Jahren, wie gesagt. Um mit denen über Politik zu reden. Und von ihren Haaren hat er gesprochen und den Namen hat er auch noch im Kopf. Eva hieß sie. Eva, ich werde es nie vergessen. Sie hieß Eva. Braune Haare, rehbraune Augen. Wie gesagt, da fällt mir Costa Cordalis ein. Jetzt bleiben Sie doch mal ernst. Nur Costa Cordalis war lustig, sah sehr gut aus, konnte sehr, sehr gut singen. Und Herr Hagel ist eben überhaupt nicht lustig. Und es ist irgendwie so ein klebriger, schmieriger, Entschuldigung, wahnsinnig verklemmter, irgendwie so ein Sexismus, echt so wie so ein Großvatersexismus.
Horror, Horrortyp. Ich finde auch nicht, ja, pass auf, Cem, der Cem, dem ich wirklich wünsche, dass er Ministerpräsident in Baden-Württemberg wird. Der Cem hat das Herz ja am rechten Fleck. Der Cem Özdemir für die Grünen. Und er hat in einer TV-Diskussion mit Herrn Hagel, den er vermutlich dann als Koalitionspartner noch brauchen wird, gesagt, jetzt ist mal gut, jetzt wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen, so schlimm war es jetzt ja auch nicht. Da hat er natürlich recht. Naja, was ist es denn nun? Es ist klebrig. Mein Wort dafür war anzüglich und wir haben in der Redaktion echt ganz schön, lange hin und her diskutiert, ob das jetzt überhaupt ein Thema sein sollte, weil es nämlich explosionsartig auf allen Online-Medien an einem Nachmittag dieser Woche dann wirklich durch die Decke ging. Spiegel Online Aufmacher, die Tagesschau hat's gemacht, bild.de hat's mittelgroß gemacht, aber immerhin auch noch ganz schön stattlich. Und die Frage ist halt, hat der Mann sich, wie das die grüne Abgeordnete nahelegen wollte, charakterlich damit.
Diskreditiert Ministerpräsident zu werden. Fragen wir doch mal, bevor wir beiden zwei alten weißen Männer über Sexismus reden, ist ja mal ein bisschen schwierig, fragen wir doch mal die deutlich jüngere Frau hier im Dreierteam. Lorraine, wie siehst du es denn? Also für mich absolut Sexismus, weil er das niemals erwähnt hätte und schon gar nicht in dieser Art und mit diesem ekligen, klebrigen Lachen, wenn es 80% jung im Klassenraum gewesen wären. Stell dir mal vor, er hatte gesagt, der hatte so rebraune Augen, der schöne Junge mit den kurzen, blonden Haaren. Glaube ich nicht. Ja, also verstehe ich. Er hat auf ihr Äußeres abgehoben, was er wahrscheinlich bei jungen Mutmaßig nicht getan hätte.
Fairerweise ergänzen muss man aber.
Das ist ungefähr eine sieben, fünf, sechs, siebenminütige Passage in diesem Interview. Die beginnt mit diesen beiden Sätzen, die ich auch anzüglich klebrig, name it, finde. Danach erzählt er aber nur noch vom Austausch mit dieser Schülerin, die eigentlich gar nicht kommen wollte, weil sie das langweilig fand. Die er aber vorher auf ihr Äußeres reduziert hat. Ja, aber darauf will ich hinaus. Das mag sein, dass er es am Anfang getan hat. Danach hat er den deutlich längeren Teil seiner Erzählung, aber sie überhaupt nicht auf ihr Äußeres reduziert, denn dann hat er überhaupt nicht mehr von ihrem Äußeren gesprochen, sondern nur noch von dem, was er mit ihr ausgetauscht hat, warum sie nicht kommen wollte, was sie gegen Politiker hat, welche Erwartungen sie hat oder eben nicht mehr hat, war enttäuscht und frustriert, bla bla bla. Der hat mit ihr gesprochen wie mit einer, mit einem politischen Wesen. Wie mit dem echten Menschen. Ja, das habe ich jetzt auch so nicht gesagt, sie penner, sondern ich habe mit einem politischen... Liebe Frau, Von Blume. Er hat mich Penner genannt. So, und das gehört dann gar nicht dazu. Aber nee, wirklich, das kann nicht sein, dass das jetzt die Entschuldigung dafür ist, nur weil er acht Minuten danach normal über sie redet. Also sorry, das ist ja wohl das Mindeste. Und das hätte er von Anfang an so machen können und einfach nur die Erinnerungen teilen können, ohne ihr Äußeres überhaupt zu erledigen. Darf ich noch mal an was erinnern? Aber Teil seiner Erinnerung war offenkundig ihr Äußeres. Und mir geht es ja nur darum zu fragen, ob es...
Ein charakterliches Muster und das würde man dann Sexismus nennen, in meiner Welt zumindest, darstellt, widerspiegelt oder eben nicht.
Darf ich eine Sache ganz kurz in Erinnerung rufen? Dieses Mädchen war wahrscheinlich 16 und er war Ende 20. Das halte ich für das viel größere Problem. Er hat im Prinzip eine Jugendliche, die war gerade noch ein Kind und ist jetzt quasi eine Jugendliche, mit dem Blick eines erwachsenen Mannes angeguckt, wie erwachsene Männer Frauen angucken. Das heißt, Sexismus ist ja die eine Sache. Das finde ich auch problematisch, finde ich nicht so passend und so, keine Ahnung, aber ist für mich noch auf einem anderen Blatt. Aber es ist ja im Prinzip so eine Art Kind, ja, also quasi, die könnte quasi so meine Tochter sein und da kommt da irgendwie so ein Typ, und sabbert die quasi so voll und so mit deinen rehbraunen Augen und so. Das finde ich so super eklig. Das ist halt echt eklig. Entschuldigung, das ist mein Hauptproblem damit. Das geht das geht denen gar nichts an, wie die aussieht. Er ist erwachsen, die nicht. Punkt. Ja, und deshalb hat der Kollege Hagel.
Diesen Einstieg in Anführungsstrichen in das Interview auch als Mist bezeichnet. Sich dann aber dagegen gewehrt, dass er irgendwie ein Charakterdefizit habe, ein ganz schlimmer Finger sei und ich weiß nicht was und dass da irgendwie ein Muster zutage trete. Und das ist jetzt der Punkt, auf den ich hinaus will. Es ist ja nicht umsonst jetzt hochgekommen, das kann mir doch keiner erzählen. Das ist Wahlkampf, das kann man auch schmutzigen Wahlkampf nennen, von den ach so feinen Grünen.
Und dann immer in den Raum gestellt zu haben, ja, das sagte jetzt die grünen Abgeordnete, als sie ein bisschen Gegenwind auch bekamen, warum ist das jetzt genau rausgekommen, liebe Frau Abgeordnete? Ah, was für ein Zufall, sie sind über ein YouTube-Video von vor acht Jahren mit 4000 Aufrufen gestoppt. Und dann sagt sie, ja, sie wolle nur eine Debatte anstoßen. Sie hätte ja nur eine Debatte anstoßen wollen. Und das ist so heuchlerisch, dann soll sie wenigstens sagen, dass sie den Typen töten wollte, charakterlich. Und das nichts anderes war. Es war Character Assassination, der Versuch, Und da finde ich, das trägt nicht. Dafür ist es nicht genug. Nein, natürlich nicht. Und was Spiegel Online gemacht hat, die haben nämlich zu dem Artikel, zu dem Thema, kleinen Kasten dann noch so eingebloggt. Das machen die ja dann immer so mehr zu dem Thema. Männlicher Blick auf Frauen, dieser verdammte Eppstein in uns allen. Übrigens ein denkwürdig schwachsinniger Text, wenn ich das mal so deutlich sagen kann, der im Grunde sagt, irgendwie so ein kleiner Eppstein ist in uns allen. Das wusste ich zum Beispiel nicht, dass jetzt irgendwie so Entschuldigung, also so Pederast und Pädophile in uns allen stecken, war mir bisher nicht klar. Und diesen Artikel sozusagen assoziativ dazu zu stellen, das ist natürlich dann schon wieder echt hart und geht auch in diese Charakter-Assassination-Richtung.
Deshalb würde ich sagen, ich finde von mir aus soll der Mann sein Wahlkampf weitermachen. Ich habe noch eine Frage, auch an Mitstreiterin Loreen. Das Ding ist acht Jahre her. Sage ich nicht zur Entschuldigung, sondern nur zur Verortung. Das ist acht Jahre her. In diesen acht Jahren ist gesellschaftlich eine ganze Menge passiert und nicht zuletzt einfach auch noch mehr, wie soll man sagen, Awareness zuletzt hergestellt worden durch diesen ganzen Epstein-Skandal.
Muss das unsere Bewertung dessen, was er vor acht Jahren davon sich gegeben hat, beeinflussen oder verändern? Das frage ich mich aber ernsthaft. Gesagt hat er es natürlich ohne Epstein. Aber irgendwie ja auch mit Harvey Weinstein, oder? War das nicht auch die MeToo-Zeit und so? Also das ist jetzt auch nicht zu wenig entfernt, würde ich sagen. Also ich glaube, man kann das schon auch im Nachhinein verurteilen. Wie er damit umgeht, ist dann natürlich die Frage. Und wenn du sagst, ich habe das jetzt gar nicht so verfolgt, dass er das bereut und sagt, das war Mist, dann nehme ich ihm das auch ab. Aber sollte auf jeden Fall nicht nochmal passieren. Und er sollte auch dafür einstehen, dass auch anderen Leuten das nicht passiert, auch nicht in der CDU. Das ist ein guter Hinweis. Kollege Augstein jetzt noch mal kurz mit der Frage der Hermeneutik.
Hermeneutik? Was ist das? Haben Sie eine Fußkrankheit? Wieso Hermeneutik? Verstehe ich nicht. Ich habe nur gerade geguckt, MeToo war 2017, wenn Herr Hagel ein bisschen anjur gewesen wäre. Ja, das war 2018. Ganz genau. Hätte er zu dem Zeitpunkt schon wissen können, dass man so nicht über Frauen redet. Und vor allen Dingen nicht über Underage-Frauen. Lassen wir den mal ganz kurz jetzt beiseite. Wo wir sind hier gerade, ich habe das Gefühl, wir haben heute unseren Boulevardesken-Tag und ich habe auch ein Boulevardeskes-Thema mitgebracht und zwar den Flughafen München. Ich muss dazu sagen, was der Kollege Blumann wahrscheinlich gesagt hat, ich habe ja sehr starke Flugangst. Also fliegen ist für mich wirklich kein Spaß, sage ich mal ganz deutlich und zwar jetzt nicht wegen Abstürzen, sondern weil ich in diesen Röhren so ungern sitze. Am Flughafen München haben 500, 600 Passagiere in mehreren Flugzeugen eine ganze Nacht verbracht am Flughafen. Die haben raus ins Flugzeug, aufs Rollfeld und dann praktisch nicht starten. Sowas kann ja passieren. Wegen Schnee und Winter und Eis. Dann würde man sagen, gut, dann fährt man halt wieder zurück und steigt aus und so.
Man hat sie nicht aussteigen lassen. Sie haben die ganze Nacht im Flugzeug verbracht. Ja, weil alle Finger, also all diese Andockstationen belegt waren von Flugzeugen, die vielleicht auch nicht weggekommen waren. Und dann stand was auf dem Rollfeld. Da denkt man sich, macht nichts. Ist nicht schön ohne Finger. Wir gehen zu Fuß. Nein, verboten. Wir holen einen Bus. Und dann waren die Busfahrer schon alle zu Hause. Das darf man den Busfahrern aber nicht vorwerfen. Sondern man könnte einfach sagen, wir holen jetzt noch ein paar neue Busfahrer. Notfalls holen wir 15 Taxis aufs Rollfeld. Was ich nicht verstehe, und jetzt mal Spaß beiseite, was ich nicht verstehe ist, Warum macht der Flughafen hinter diesen Leuten dicht? Also der Flughafen hat ja quasi geschlossen hinter diesen Leuten. Also die Leute wurden noch abgefertigt, in die Flugzeuge gesetzt und dann macht der Flughafen dicht, wenn die aber noch gar nicht weg sind. Das heißt, bevor der Flughafen seine Arbeit erledigt hat, weil der Flughafen hat doch seine Arbeit erledigt, wenn die Leute abgeflogen sind und nicht, wenn sie ins Flugzeug gestiegen sind. Warum dürfen die Leute nach Hause gehen im Flughafen? Jetzt ernste Frage. Und warum darf der Flughafen dicht machen, wenn die noch da sind? Das verstehe ich einfach. Das verstehe ich technisch nicht. Ist doch sonnenklar. Das verstehe ich überhaupt nicht. Weil jetzt wird dauernd geredet, ja, wir müssen darüber nachdenken, Krisenmanagement, wie wir sowas künftig verändern. Leute, das ist ganz einfach. Ihr geht einfach erst dann nach Hause, wenn der letzte Passagier das Flughafengelände verlassen hat. Entweder durch die Tür oder in die Luft. Das ist ganz einfach. Vorher geht keiner nach Hause. Ja, das ist jetzt einfach im Sinne von gesunden Menschenverstand und ich würde Ihnen beipflichten. Dieser Pragmatismus ehrt Sie.
Allein versuchen Sie mal das Wort Pragmatismus und deutsches Arbeitsrecht in einen Satz zu kriegen. Das ist unmöglich. Das ist doch Unsinn, das wissen Sie auch. Es ist das deutsche Arbeitsrecht, das sagt, die Schicht ist zu Ende, du gehst nach Hause. Oder aber jemand sagt, du musst Überstunden machen, dann muss er wahrscheinlich beim Betriebsrat vorbeilaufen. Bei der Feuerwehr auch so, es brennt, sorry Leute, bei dem Hirnchirurgen und bei dem Unfallarzt, sorry, ist leider, nee, keine Ahnung, morgen wieder. Ist es offenkundig tarifvertraglich anders geregelt, denn auch der Hirnchirurg hat einen Tarifvertrag und der Feuerwehrmann ganz bestimmt auch, wenn er ein Profifeuerwehrmann ist. Der Arbeitgeber hat nicht das Weisungsrecht, dem Busfahrer zu sagen, du bleibst jetzt länger hier, kriegst du Überstunden bezahlt, kriegst du einen freien Tag. Das geht nicht? Offenkundig nicht. Glaubst du selber nicht? Offenkundig nicht. Das Schlimme ist doch, der Zustand ist entstanden dadurch, dass sich alle an ihre Regeln gehalten haben. Er ist ja nicht dadurch entstanden, dass irgendjemand einen fundamentalen Fehler gemacht hat. Aber dann fehlt eine Regel. Dann fehlt die entscheidende Regel. der Flughafen macht, erst dann dicht, wenn der letzte Passagier weg ist. Das wäre für mich übrigens die wichtigste Regel am Flughafen. Also ich finde alle anderen Regeln, à la Bonneur, aber die wichtigste Regel ist doch, alle Leute kommen hier sicher wieder raus.
Oder nicht? Hätte ich jetzt gedacht. Also, wie gesagt, der Flughafen wurde dann ja auch Söders Saustall getauft, weil es im feinen Bayern, da wo immer alles klappt, und nicht in Bremen, wo nie was klappt, sagt Herr Söder, oder in Berlin, das dysfunktionale Hauptstadtwesen. Nee, das war jetzt mal in München. Es haben sich alle an die Regeln gehalten. Darüber müssen wir doch mal nachdenken. Vielleicht sollten wir die Regeln ändern. Haben Sie ja recht. Vielleicht sollten wir auch die Haltung ändern. Da haben Sie nochmal recht. Wo man sagt, naja, das ist jetzt echt nicht komisch, Leuten zu erklären, ihr müsst jetzt sechs, sieben Stunden in diesem Flugzeug im Sitz bleiben, weil wir leider keine Treppe finden, die wir euch an das Ding stellen können. Nächste Sache, die ich nicht verstehe.
Das Leben ist ja wie so ein großer Film. Man sitzt sozusagen im Zuschauerraum, isst Popcorn und wundert sich die ganze Zeit. Was ich nicht verstehe, bis jetzt habe ich nicht gehört, dass irgendeiner von diesen Passagieren Anzeige erstattet hat. Es wird ermittelt. Ja, Moment. Die Staatsanwaltschaft hat von sich aus Ermittlungen aufgenommen, wegen verschiedener Sachen. Aber ich habe nicht gelesen, dass einer der Passagiere Anzeige erstattet hat. Und ich kann Ihnen sagen, ich hätte aber sowas von Anzeige danach erstattet. Sowieso hätten sie mich da nicht halten können. Ich hätte diese scheiß Türen aufgemacht. Es gibt doch diese Nottüren mit der Rutsche. Ich hätte gesagt, okay Leute, wir sitzen jetzt hier seit drei Stunden, jetzt kommt keiner mehr. Ich mache jetzt diese Tür auf und gehe hier durch Schneegestöber. Irgendwie in Richtung der Lichter da hinten. Und irgendeiner wird mich hier schon raushassen. Und haltet mich davon ab. Macht es doch. Versucht mich davon abzuhalten, dass ich eure verkackte Nottür jetzt öffne. Können Sie sich das vorstellen, dass die Leute dann da einfach so sitzen bleiben? Ja, nee, klar, dann ist es jetzt so. Muss ich wohl hier mit meinen drei halbwüchsigen Kindern die ganze Nacht im Flugzeug verbringen. Immer noch besser, als die Notrutsche Not auszulösen. Das finde ich jetzt auch keine Lösung. Ich hätte vorgeschlagen, wir machen die Tür ganz normal auf. Wir machen eine Treppe da dran. Die hätte sich vielleicht noch irgendwo gefunden. Es gibt ja keine Treppe. Ja, ich glaube, das Treppe war nicht der Engpass. Der Engpass war der Bus. Und man hätte ja sagen können, dann geht ihr halt zu Fuß das bisschen bis zum Hangar. Ah, das ist wieder München Flughafen groß. Also Außenposition. Das waren wahrscheinlich dann schon so vier Kilometer. Ach, Sie meinen, da kommen dann zu viele Flugzeuge? Nein. Das waren ja gar keine. 4 Kilometer ohne Beleuchtung. Warum hat keiner die Polizei gerufen?
Ich hätte mit meinem Handy die Polizei gerufen. 110, ich werde hier gegen meinen Willen in diesem Flugzeug festhalten. Holen Sie mich hier raus. Ich will hier jetzt raus. Sie wissen, dass das rechtlich nicht so geht. Ich habe mich nämlich erkundigt. Ich hoffe, dass meine Recherchen da stimmen. Ich bin jetzt nicht so tief eingestiegen. Der Kapitän hat das Recht, Ihnen zu sagen, du verlässt jetzt das Flugzeug nicht aus Sicherheitskunden. Das ist dann eben keine Freiheitsberaubung. Das finde ich so skandalös. Ich habe mich so geärgert darüber. Okay, da bin ich anderer Meinung, aber egal. Machen wir mal einen Schnitt unter... Du siehst, der Kollege kann noch brennen. Nicht für politische Themen, aber für...
Brennen sie auch für das Heizungsgesetz? Ich brenne auch für das Thema Heizungsgesetz, denn in dieser ereignisreichen Woche war das eine Sache. Ich gebe zu, ich habe ein bisschen gebraucht, um da auf Betriebstemperatur zu kommen, denn irgendwie so Gebäude, Energiegesetz, solche Sachen sind normalerweise nicht so mein Thema. Aber es ist so, dass jetzt die Bundesregierung die Klimapolitik, ihre Vorgängerregierung im Wesentlichen abräumt, indem sie in einem ganz, ganz, ganz wesentlichen Punkt Rückschritt macht und auf die Fossilenergieindustrie zugeht und die Abhängigkeit früher von Putin, jetzt von Trump in die Zukunft fortschreibt. Nämlich Gasheizung, Ölheizung können ad infinitum einfach immer weiterlaufen. Das ist schon echt Wahnsinn. Also es ist wirklich skandalös.
Wenn ich singen könnte, würde ich mit einem Lied von, ich glaube, Alexandra hieß sie, antworten. Mein Freund, der Baum, ist tot. Ist gar nicht so lustig. Er starb im Früh, ein Morgen rot. So, können Sie zwei Gänge zurückschalten. Der Klimaschutz wird nicht abgewickelt in Deutschland. Er ist übrigens über die Maßen erfolgreich. Das haben ihnen nur eben jene Kräfte immer verheimlicht, die immer noch mehr Klimaschutz haben wollten. Aus einem pseudoreligiösen, ich weiß nicht was, nahe Sektengleichen Verhaltensmuster heraus, dass ein Klimaschutz man niemals genug tun könne und darum immer mehr, immer besser ist. Das wird jetzt ein Stück zurückgenommen. Ja, da haben Sie recht. Es gibt einen kleinen Rollback. Ich glaube nur einen mit Augenmaß. Weil das Heizungsgesetz, jetzt können Sie gleich widersprechen, meines Erachtens der Knackpunkt, der Bruchpunkt der Ampelregierung war in dem übersteigerten, überhitzten Tempo des Klimaschutzes und den Zwangsmaßnahmen, die zumindest vorgesehen waren, in den Raum gestellt waren mit diesem Gesetz.
Und im Übrigen hat er dann den Klimaschutz in einer, wenn man so will, breiten gesellschaftlichen Wirkung, und nur so kann er ja funktionieren, einen riesen Tort angetan, weil er die Leute auf die Palme getrieben hat. Ja, aber wir erklären jetzt mal den Hörerinnen und Hörern, worum es eigentlich geht. Also Robert Habeck, unser gemütlicher, brummeliger Öko-Robert Habeck, viele erinnern sich noch an ihn, jetzt ist er Moderator im Berliner Ensemble hier in Berlin, hatte im Heizhammergesetz, so genannt von der Bild-Zeitung, festgeschrieben seinerzeit, als er noch Minister war, dass jede neue Heizung zu 65% mit regenerierbaren, Energiequellen beheizt werden müsse. Ein Kriterium, dass außer Holzöfen eigentlich nur Wärmepumpen erfüllen oder eben natürlich auch Ökogas, damals ja auch schon. In Wahrheit war es aber so, dass man wusste, 65% ist eine Menge Holz, das kriegt man gar nicht hin. Also im Prinzip auf Sicht Umbau auf Wärmepumpen.
Also das Aus für Gas- und Ölheizungen? Keine neuen Gasheizungen und Ölheizungen, sondern neu dann im Prinzip Wärmepumpen. So, Punkt. Das war praktisch die Regel und diese Regel ist jetzt gekippt worden und ersetzt worden durch eine. Ihr könnt Ölheizung und Gasheizung einbauen, wie ihr wollt. Ihr müsst aber, was, 10, 15 Prozent Biogas beimischen ab dem Jahr 2029. Problem, es gibt gar nicht genug Biogas. Biogas, das weiß man heute schon und Entschuldigung, in dem Jahr 2029 wird es auch nicht genug Biogas geben. Das heißt, entweder wird diese Regel dann einfach auch wieder mal unterlaufen und über Bord gekippt oder die Preise für das Zeug steigen so weit, dass die Leute dann finanziell voll in die Grütze fahren. Kurz und gut, ganz kurz, mir ist es wichtig, warum ich dieses Thema interessant finde. Es ist ein Paradebeispiel für kurzsichtige populistische Politik, die die Probleme, die man heute schon sieht, in die Zukunft verlagert. Und deshalb ist es eine Politik, die das Vertrauen in Demokratie und Institutionen untergräbt. So, muss man mal gut, ne? Jetzt mal genug geheizt. Also der Rheinland. Wird Ihnen schon ganz warm hier im Raum? Ja, absolut. Und zwar, ich kriege Puls. Bei mir ist es zum Beispiel regenerierbare Energie. Also ich heize hier mit regenerierbarer Energie. Also erster Punkt, die Warnung vor, es gibt dann aber nicht genug zum Heizen gemäß diesen neuen Heizgesetzes und der Beimischungspflicht.
Kann sein, kann aber auch nicht sein. Das wird ja auch der Punkt der Nachfrage sein, die dann ja auch Angebot triggert. Bei den Wärmepumpen erinnere ich mich an genau denselben Vorhalt, als es hieß, oh, es müssen jetzt ganz viele Wärmepumpen her mit dem alten Gesetz. Da sagten dann die Kritiker, Moment mal, so viele Wärmepumpen gibt es gar nicht, so viel können wir gar nicht bauen. Dann wurde ihnen von Herr Rohr und Habeck bedeutet, dann baut halt welche, baut halt schneller, wird schon passen. Wenn genug Nachfrage da ist, dann wird es auch genug Pumpen geben. Also sie können das eine Argument von den Grünen nicht einmal benutzen und beim nächsten Mal dann nicht mehr benutzen, end oder weder. Die Preise, ja, die Preise werden steigen. Denn CO2-Bepreisung, CO2-Auflagen auf Kohle- und Ölverbrauch wird kommen und wird es teurer machen. Allerdings sukzessive teurer. Und das ist ein Unterschied zu, du musst jetzt 30.000 oder 10.000 oder 30.000 oder wie viel auch immer Euro in die Hand nehmen, um eine neue, ganz andere, viel teurere Wärmepumpenheizung einzubauen.
Also letztlich wird die Entscheidung, will ich über eine lange Treppe immer teurer Öl und Gas bezahlen oder will ich bumm mit einem Knall vorne eine Investition vornehmen, die sich hoffentlich dann irgendwann rechnet und amortisiert, in die Hand derer gelegt, dessen Geld es auch ist, nämlich des einzelnen Bürgers. Und der Staat, tut mir leid, das ist eine billige Schlagzeile, aber es ist richtig, der Staat hat im Heizungskeller der Leute erst einmal nichts zu suchen. Er kann den Rahmen setzen und das tut er auch. Und in diesem Rahmen sollen die Leute selber entscheiden. Das ist der fundamentale Unterschied. Das ist doch ein wirklicher rarner Populismus von Ihnen. Da können Sie genauso gut sagen, der Staat hat im Waffenschrank der Leute nichts zu suchen. Da hat er offensichtlich schon mal die anderen Menschen was an, wenn ich viel CO2 ausstoße. Tun Sie doch nicht so. Hören Sie das doch wirklich? Ersetzt doch den Rahmen, auch Stein. Lassen Sie uns doch in Ruhe reden. Nein, das ist der Rahmen nicht. Natürlich, der Rahmen wird gesetzt mit dieser Verteuerung.
Verknappung auch, um auf einen Zielpfad zu kommen, der am Ende sagt, naja, möglichst wenig bis null im Gebäudebereich. Der Gebäudesektor verfehlt. Der Gebäudesektor ist bei uns verantwortlich für 30% aller CO2-Emissionen. Er verfehlt seine Ziele, die es gibt für die einzelnen Sektoren, damit wir unsere Gesamtrechnung einhalten können. Jedes Jahr aufs Neue und das Interessante ist, im Jahr 2025 sind die Emissionen gestiegen. Sie sind nicht nur nicht im ausreichenden Maße gesunken, sie sind nochmal um 3,2 Prozent auf 104 Millionen Tonnen gestiegen. Ich habe nämlich im Unterschied zu Ihnen meine Hausaufgaben hier für unsere kleine Saison gemacht. Und das ist das Hauptproblem. Wir haben uns verpflichtet, bis 2045 CO2-neutral zu werden. Und auf diese Weise wissen wir, dass das nicht geht. Und das ist dieser ganz kurze, jetzt lassen Sie mich doch mal ausreden, es nervt. Und das ist dieser Regierung egal und die FAZ, Meine Lieblingszeitung, die FAZ, hat jetzt schon geschrieben, es wäre an der Zeit ehrlich zu sein, nach dem Gebäudegesetz müsste auch das Klimaschutzgesetz an die neuen gesellschaftlichen Prioritäten angepasst werden. Und dahin geht doch die Richtung. und dann kann ich nur sagen, Nachtigall, ich höre hier trapsen. Sortieren wir es mal auseinander.
Also erstens hat Deutschland sein Klimaschutzziel über alles, über alle Sektoren in den letzten vier Jahren erreicht. Das wird übrigens nie erwähnt. Komisch, ne? Es wird einfach nie erwähnt. Ja, weil wir eine Deindustrialisierung im Moment erleben. Nein, nein, nein. Jetzt machen Sie es viel zu einfach.
2022 ist die Wirtschaft gewachsen und der CO2-Ausstoß gesunken und trotzdem und insgesamt hat man das Ziel erreicht. 23 und 24 und 25 auch. Richtig ist, ein bestimmter Sektor, Unter anderem, zwei Sektoren, unter anderem der Gebäudesektor, hat das Sektorziel, das einzelne Teilziel verfehlt. Aber in Summe hat Deutschland, wenn man so will, die Versetzung geschafft, trotz einer 4- oder 5- oder was sie sagen wollen, in Gebäude, Energie, CO2-Reduzierung. Und auf der Basis wollen sie jetzt den Leuten sagen, wir ziehen euch die Schraube richtig nochmal an?
Das ist total unpolitisch. Und im Übrigen, die Debatte mit den Gesamtzielen müssen wir 2045... Blume, ich habe Ihr Argument schon verstanden. Ich kenne dieses Argument von Ihnen. Und es ist doch auch ein kluges und richtiges Argument. Und Sie haben doch recht, am Schluss ist ja wichtig, dass wir das Ziel im Ganzen erreichen und nicht, wo es herkommt. Da ist aber jeder Mensch ihrer Meinung. Nein, die Grünen nicht.
Nein, nur Sie halten die Leute für Döver, als Sie offensichtlich... Das geht bei den Grünen nicht. Nicht beim Klimaschutz. Sie können die Grünen nicht Döver halten, als Sie... Blume, wir haben jetzt diese Ziele im Ganzen erreicht, weil wir im Energiesektor überproportional CO2 eingespart haben. Da ist aber das Ende der Fahnenstange irgendwann erreicht. Und wenn Sie in einem so wichtigen Sektor wie dem Gebäudesektor so weit weg sind von den Zielen, dann wissen Sie schon heute, dass Sie das irgendwann doppelt und dreifach einholt. Das ist das Problem. Das heißt, da lügen Sie sich schlicht und ergreifend in die Tasche. Das kann jeder jetzt irgendwie mal versuchen aufzumalen. Und das Zweite ist, dass Sie den Leuten suggerieren, den Menschen, dem breiten Mann auf der Straße, Suggerieren sie, du kannst so weitermachen, wie du willst. Ja, mach nur Ölheizung, mach nur Gasheizung. Dich betrifft das eigentlich gar nicht. Das geht schon irgendwie. Nein, das ist aber doch der Grund, weshalb man es macht. Da kommen doch die Leute mit der AfD, mit der Bild-Zeitung, mit Jens Spahn. Und sie haben es doch eben auch gemacht, das reinregieren, bla, selber entscheiden und so. Stopp. Sprechen wir es doch aus. Das alte Gesetz hatte einen Erziehungskarakter und das lehnen sie ab. Das ist aber notwendig, weil wir müssen unser Verhalten ändern, um den Scheiß hier noch weitermachen zu können. Das Verhalten werden die Leute ändern. Nur eben nach eigener Entscheidung und, wenn man so will, unterschiedlicher Form von Druck.
Sie haben recht, es gibt einen weltanschaulichen Unterschied. Robert Habeck hat in einem Interview, das ich sogar mit ihm geführt habe, deshalb erinnere ich es noch, im Kern das Gesetz begründet damit, wir müssen die Leute jetzt zum Umstieg bringen, Klammer auf, zwingen auch ein bisschen, weil sonst laufen sie in eine Kostenfalle, in seinem prognostizierten Zukunftsszenario, in eine Kostenfalle, vor der der Staat sie schützen muss. Das war sein Ansatz. Der Staat muss diese Leute schützen vor dieser Kostenfalle.
Und mein Argument wäre, wenn man den Leuten sagt, Achtung, das wird teurer, ihr wisst, ihr könnt sogar sehen, wie es teurer wird, wir können euch das aufschreiben, wie es teurer wird, mindestens mal über die nächsten drei, vier Jahre, weil da sind diese Staffeln der CO2-Bepreisung vom Heizen schon festgelegt in der EU. Und jetzt entscheidet euch selbst. Wenn ihr das tragen wollt, tragt es, dann macht es so weiter und steigt eben erst um, wenn es noch teurer wird. Oder dann, wenn es euch passt, wenn ihr das Geld beisammen habt, eine andere Heizung zu kaufen. Dann legt man die Entscheidung, welchen Schmerz in Anführungsstrichen finanzieller Art ich beim Umstieg auf eine CO2-freie Gebäude Heizstruktur.
In die Hand derer, die den Schmerz auch ertragen müssen. Nein, es ist nicht kindisch. Sie verschieben die Entscheidung bloß in die Zukunft und die Feigheit dieser Regierung wird sicherlich ihr Ebenbild finden in der Feigheit einer kommenden Regierung, die dann, wenn es dann soweit ist, denn heute wird jeder irgendwie sagen, es ist mir scheißegal, heute ist Gas so billig und früher sind wir von Putin abhängig gewesen, jetzt von Trump, früher die Pipeline irgendwie Nord Stream, musste sogar in die Luft gesprengt werden, damit wir die nicht haben, jetzt irgendwie Flüssiggas aus Amerika, das ist total krank. Dieses fossile Geschäft ist in Wahrheit ja nicht nur wegen des Klimas so krank, sondern auch wegen seiner gesellschaftspolitischen Hintergründe. Aber egal, die Leute machen es mit, sie kennen es, es kostet nicht so viel und so. Und dann wird sozusagen irgendwann das so teuer werden und dann wird man sagen, das können die Leute ja gar nicht bezahlen, jetzt wählen die ja alle AfD, dann müssen wir die Gesetze ändern und dann wird man wieder irgendeinen Ausweg finden, weil man einfach Schiss hat vor den Wählern, weil man Angst hat vor den Menschen, ihnen beizubringen. Leute, es geht in der Zukunft nicht mehr so weiter wie in der Vergangenheit. Ich glaube, das ist den Leuten durchaus klar. Mindestens mal dem großen Teil der Bevölkerung, der jetzt vielleicht nicht Hardcore-AfD-Wählte und der Meinung ist, der Klimawandel existiert überhaupt nicht. Die lassen wir jetzt mal für eine Sekunde außen vor. Mir geht es um die Leute, die von diesem Gesetz, diesem Heizhammer-Gesetz, sich in ihrer ökonomischen, wirtschaftlichen Existenz bedroht sahen, weil die Kosten...
Eines erzwungenen Umbaus in eine elektrobetriebene Wärmepumpenheizung so hoch gewesen wäre, dass ihr kleines Häuschen mitten auf dem Land, zum Beispiel in Ostdeutschland, dann fast nichts mehr oder gar nichts mehr wert gewesen wäre. Diese Sorge hat Robert Habeck überhaupt nicht mitgedacht und hat es übrigens im Nachhinein eingeräumt, dass das ein Schritt zu viel und zu schnell gewesen sei.
Beim Versuch, das Land auf diesen Pfad CO2-Neutralität zu bringen. Und noch ein letztes Mal, was die Ziele angeht. Okay, es wird die Debatte um die Ziele geben, weil es einen Unterschied gibt zwischen dem vor Jahren festgelegten EU-Ziel, 2050 wollen wir CO2-frei sein, und einer Verschärfung, die Deutschland für sich selber, national, dann noch dazwischen, da später noch 2021 vorgenommen hat, nämlich auf das Jahr 2045 zu gehen. Das müssen Sie mir sowieso mal erklären, was es bringen soll, wenn Deutschland fünf Jahre vor der EU CO2-neutral ist. Und lieber Kollege Augstein, wenn Sie nach einem Grund suchen, weshalb die Grünen bei den Landtagswahlen im Osten.
Im Herbst so vor die Hunde gehen werden, dann ist er im Heizungsgesetz in der Haltung und in der Umsetzung und in der Verkaufe diesem pseudomoralischen Weltrettungsanspruch begründet. Deswegen wird die AfD gewinnen und die Grünen werden aus den Landtagen fliegen. Blum, Sie klingen so wie ein Leitartikler in der Neuen Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung. Die Grünen sind selber schuld, dass sie mit ihrem Heizhammergesetz haben sie sozusagen den ostdeutschen Wähler vertrieben in die Arme der AfD. Da könnten sie Kolumnist werden in dieser Neuen Zeitung. Damit sind wir bei unserem neuen kleinen Thema. Das ist mir wichtig, das würde ich hier gerne noch andenken. Es gibt nämlich eine neue Zeitung in Deutschland. Am vergangenen Freitag erschienen 40.000 Exemplare ausgeliefert, 7.000 Verkaufsstellen. Im ganzen Land, vor allen Dingen aber in Ostdeutschland. Aus dem Verlag, in dem auch die Berliner Zeitung erscheint. Verleger Holger Friedrich, IT-Millionär, ursprünglich selber natürlich aus Ostdeutschland, dann in der Internetwelt groß und reich geworden. Er steckt sein Geld seit einigen Jahren in Medienprodukte. Er ist in die Berliner Zeitung, das läuft halberlei gut, sagt er. Und ich glaube, das kann man auch so bestätigen. Das läuft, glaube ich, finanziell gut. Und publizistisch, finde ich, interessant zumindest.
Andere sehen das anders. ich sehe das so und jetzt die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung. Eine Zeitung für den Osten. Ehrlich gesagt finde ich es toll. Wenn ich die Kommentare in den Westdeutschen Zeitungen darüber lese, würde ich sagen, dringend notwendige Zeitungen. Die waren nämlich so voller Häme und missverstehen wollen. Ja, Häme würde ich nicht unterschreiben, fände ich auch unangemessen. Jedes journalistische Produkt, das halbwegs im Verfassungsbogen sich befindet, hat meine Unterstützung, einfach weil es ein journalistisches Produkt ist. Das würde ich denen ganz bestimmt nicht absprechen.
Aber viel von dem Echo, übrigens auch in Ostdeutschland selber, war natürlich der Befund, und über den können wir jetzt streiten, wenn Sie mögen, aber war der Befund, das ist jetzt nicht eine Zeitung, die eine ostdeutsche Sicht in eine gesamtdeutsche Debatte einbringen will, sondern die eine ostdeutsche Sicht, für sich selber noch mal bestätigen, noch mal ventilieren, noch ein bisschen funkelnder machen möchte, im Prinzip sich selbst genügt. Die also eine Selbstbestätigungs, ein Selbstbestätigungsorgan ist. Und als solches weiß ich nicht genau, ob man das braucht. Denn das trägt ja zur, also will ich gar nicht unterstellen, als Absicht, aber das würde dann ja eher zur Spaltung beitragen, als zum Austausch. Ach, Spaltung, schnicki, schnacki. Sie haben gesagt Selbstbestätigung. Ich finde, es ist eine Selbstermächtigung. Ich finde es ein Selbstermächtigungsmedium. Was heißt das denn? Pass auf, wir werden mal ganz kurz den Gedanken zu Ende bringen. Mann, Himmel, Herrgott, was ist eigentlich mit Ihnen los? Was heißt denn Selbstermächtigung? Sie haben Ihre ADHS-Mittel nicht genommen. Nein, es gibt aber nun mal im Osten ein weit verbreitetes Gefühl des Zurückgesetztseins, des Nicht-Respektiert-Werdens, des Nicht-Teilhabend-Dürfens und Teilhabend sozusagen.
Am Gesamtkonstrukt dieses Landes. Und jetzt kommt diese Zeitung als ostdeutsche Zeitung, betont das Ostdeutsche und sagt irgendwie, okay, wir sind ostdeutsch, seid doch stolz drauf. Das ist so wie früher die, Entschuldigung, ich sag jetzt mal, das ist so wie die Schwarzen in Amerika, I'm a man. Ihr benachteiligt uns, weil wir irgendwie anders sind als ihr. The fuck irgendwie so, wir sind stolz darauf, dass wir anders sind als ihr. Das ist ein identitäres Produkt. Das ist ein Identitätsprodukt, diese Zeitung. Absolut. Es ist ein kulturkämpferisches Identitätsprodukt. Ich fände es ein journalistisches Produkt in der Abgrenzung zwischen beiden, wenn es dem Gefühl, das sie ja zu Recht als existierend beschreiben, des Zurückgesetzteins. Wir sind immer zu kurz gekommen. Wir haben ja nie was gekriegt. Bei uns gab es ja nie was.
Mal auf den Grund gehen würde. Also ist dieses Gefühl berechtigt? Und wenn es berechtigt ist, dann weiter nachzudenken. Es geht um Respekt. Ja, Augschen, das muss ich auch ausrechnen. Also, der erste Schritt wäre doch, das Gefühl, den Befund zu nehmen, ja, dieses Gefühl existiert. Zweiter Schritt wäre... Hat es denn eine Berechtigung? Also ist die Sachlage dem Gefühl entsprechend oder hat sich das Gefühl von allen Fakten längst verabschiedet und sich losgemacht und ist nur noch ein Gefühl, das mit der Realität in Wahrheit gar nichts zu tun hat? Wenn das der Fall wäre, dann müsste doch ein gutes journalistisches Produkt hingehen, auch in Ostdeutschland und sagen, ey Leute, ihr fühlt euch zurückgesetzt, aber das entspricht nicht der Wahrheit und schon gar nicht so pauschal.
Das macht diese Zeitung nicht das ist nicht ihr Anspruch der Anspruch dieser Zeitung ist nur das Gefühl zu bestätigen und noch einmal zu ventilieren und noch einmal neu aufzuladen, und noch einmal gehärteter in eine Debatte einzuführen meinetwegen aber nicht der Sache auf den Grund zu gehen die Setzung ist, der Osten kriegt dauernd in den Hintern getreten dem alles weggenommen der hat nie was gehabt und was machen wir jetzt und das stimmt einfach nicht und ich glaube auch nicht mehr dass man dagegen ankommt Und weil das Gefühl so befördert worden ist und sich so mithilfe auch der AfD, tut mir leid, verselbstständigt hat, dass man sogar Zeitungen damit verkaufen kann. Holger Friedrich, der wirklich umstrittene und ich sag's nochmal, in den Westmedien echt nicht gut wegkommende Verleger der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung, den ich aber für eine interessante Figur halte, hat in einem Interview mit der Welt am Sonntag gesagt, wenn der Bundespräsident einmal sagen würde, dass vieles falsch gelaufen ist in der Nachwendezeit und dass man viele Ostdeutsche ungerecht behandelt hat, auch Funktionsträger, die beim Zusammenschluss positiv gewirkt haben. Wenn er das öffentlich anerkennen würde, würde das wahrscheinlich mehr zur Eindämmung der AfD beitragen als alles andere. Und das ist doch der interessante Gedanke. Ja, interessant ist das. Und es ist genau das, worüber wir gerade eben geredet haben.
Das haben schon unendlich viele Politiker durchaus eingeräumt. Dass meinetwegen bei der Treuhand, also beim Abwickeln der völlig maroden, kaputten, desaströsen, ruinierten DDR-Wirtschaft, einiges schiefgelaufen ist, was man strukturell besser hätte machen können. Das ist eingeräumt worden. Und das ist genau das, was ich meine. Kollege Friedrich befördert das Gefühl, das ist ja nie gesagt worden, nie hat man uns richtig lieb gehabt. Wir wollen auch mal umarmt werden. Das ist das ostdeutsche Gefühl, was er befördert, anstatt zu sagen, im Moment mal, ihr seid umarmt worden. Man hat das euch anerkannt. Vielleicht nicht für jeden letzten SED-Kader oder Leute, die im Garderegiment Dienst getan haben, wie er selber. Vielleicht nicht.
Aber dass den Ostdeutschen strukturell von westdeutscher politischer hoher Seite die Wertschätzung entzogen worden seid, das stimmt einfach nicht. Angela Merkel beginnt, was will er denn noch? Ich bin nicht Ihrer Meinung. Ich glaube, man hat sie immer behandelt wie den kleinen behinderten Cousin, zu dem man so nett ist, den man aber nicht so ganz ernst nimmt. Und das Interessante an Friedrichs Attitude, mit der er dieses Projekt macht, ist doch, ich bin stolz Ostdeutscher zu sein und ihr könnt auch alle stolz sein. Denn, und jetzt ist das Interessante, man kann ja auch sagen, dass es fast ein bisschen überdreht. Es hat ja auch fast ein bisschen etwas sehr, sehr Gewagtes, um es jetzt mal vorsichtig zu sagen. Er sagt ja, die Ostdeutschen sind die neue Avantgarde, sie sind sozusagen die neue Elite. Und zwar warum? Weil der Osten hat Wandel, Transformation, sogar Zusammenbruch erlebt und weiß, wie man damit umgeht. Und das ist das, was der Westen jetzt auch erlebt. Und den Gedanken, den finde ich ja total klug, denn da trifft er sich komplett mit mir, da bin ich nämlich komplett einer Meinung. Natürlich erleben wir, ich als alter, ich möchte fast sagen, in der Wolle gewirkter, von Kindesbein auf an geschulter Westdeuter, genauso wie Sie, unsere Welt bricht gerade zusammen Blume. Wir erleben gerade unser 1989.
Natürlich, das was so wie in der DDR 1989 alles zusammengebrochen ist, so bricht unsere alte Bundesrepublik jetzt zusammen. Wenn ich das sagen darf, jetzt einmal die Ostdeutschen in Schutz nehmen, das verharmlost die Umbrucherfahrung der Ostdeutschen. Da war der Job weg, da waren die Institutionen weg, da waren die Autoritäten weg, da war das ganze raison d'etre weg.
Die ökonomische Basis oftmals auch. Das hat nichts mit dem zu tun. Mir geht es darum, dass er sagt, dass die Ostdeutschen diese Transformationserfahrung haben, die uns Westdeutschen fehlt und dass sie deshalb sozusagen besser gewappnet sind für das, was da kommt. Das glaube ich nicht. Und ich sage Ihnen warum. Weil die Transformation, in die es jetzt geht, eben eine völlig andere ist. Durch diese Transformation, durch die ganz Deutschland, und meinetwegen Westdeutschland dann zuvorderst, gehen muss, hat eben nichts mit, oder wenig, mit der totalen Umkrempelung aller jeder einzelnen Lebensverhältnisse zu tun, die die Ostdeutschen 1989, 90, 91 und so weiter gemacht haben. In einem Superleitartikel des damaligen Tagesspiegels, für den ich gearbeitet habe, stand, naja, in Ostdeutschland hat sich jetzt alles geändert und in Westdeutschland die Postleitzahlen. Und genau so ist es, genau so war es. Aber daraus können wir, glaube ich, für die jetzige Transformation hin zu, meinetwegen, erneuerbaren Energien, weg von dieser Abhängigkeit von Russland beziehungsweise zurück in einen neuen kalten Krieg, nicht viel lernen. Und Augstein, Sie haben ja mit dem Friedrich auf so einem Podium zusammengesessen. Also wenn er sagt, Avantgarde Ostdeutschland, wir sind die Vorhut dessen.
Wovon man in Westdeutschland noch lernen kann, beziehungsweise was da auf Westdeutschland zukommt. Meinte er damit die AfD etwa? Das ist natürlich auch der spannende Punkt, dass diese ostdeutsche Allgemeine Zeitung, die wendet sich offensichtlich an ostdeutsche Leser. Im Osten ist die AfD die stärkste Kraft, ist wirklich die mit Abstand größte Volkspartei. Natürlich wendet er sich also auch an AfD-Wähler. Er hat ein großes Porträt von Herrn Chrupalla in der ersten Ausgabe. Ziemlich liebdienerisch, wenn man ehrlich ist. Aber okay, ist halt so. Gut, er hat dieses große Porträt von dem AfD-Politiker da drin und hat offensichtlich keine Berührungsängste mit der AfD. Sie wissen, dass auch Leute wie Juli C. und die ist nun wirklich nicht, also ja Juli C., die von manchen als grüne Bundespräsidenten-Kandidatin gehandelt wird, sagt irgendwie die AfD-Leute in ihrem Ort, die kennt sie alle, das sind halt irgendwie so deutsche Spießer meinetwegen, aber es sind jedenfalls keine Nazis. Also worauf ich hinaus will, ist natürlich auch diese Idee, dass jeder AfD-Wähler in Ostdeutschland ein Nazi und ein ich weiß nicht was alles ist, ist auch so eine westdeutsche Konstruktion, die mir inzwischen auch auf die Nerven geht. Die teile ich aber überhaupt nicht. Die auch total unpolitisch ist. Die teile ich überhaupt nicht, damit wir uns da klar verstehen. Ja, das heißt also, um es mal klar zu sagen, natürlich hat diese Ostdeutsche Allgemeine Zeitung zur AfD ein anderes, entspannteres, wenn man so will, Verhältnis als jetzt die KollegInnen bei Spiegel Online. Aber das ist doch das Interessante. Ob sie diese Zeitung, dieses Milieu.
Für das meinetwegen der Verleger Friedrich steht, ein entspannteres Verhältnis zur AfD, also zur Partei, hat oder zu den AfD-Wählern. Das ist ja ein riesengroßer Unterschied. Ich bin völlig Ihrer Meinung, die Wähler sind bei weitem nicht alles Nazis, wahrscheinlich nur eine kleine Minderheit von denen des Nazis. Der Haken ist aber, alle Wähler der AfD wählen Nazis, weil in der AfD spitze Nazis sind. Das ist mir schon zu kompliziert, da verstehe ich nicht mal den Unterschied. Weil ich meine entweder oder, was soll denn jetzt dieser Unsinn? Sie müssen sich halt mit den Leuten irgendwie ins Benehmen setzen. Das ist jetzt wieder eine Frage der Demokratietheorie, die wir hier abmachen miteinander. Ich glaube wirklich, dass man ich gehe nochmal zurück auf die, Reaktionen in den Westmedien über diese Ostdeutsche Allgemeine Zeitung und, ich will das jetzt hier nicht im Detail zitieren es dauert auch zu lange und ist ehrlich gesagt auch zu langweilig aber ich sag's nochmal, die Arroganz um es mal ganz klar zu sagen, die Arroganz das von oben herab, das.
Das ist wirklich widerwärtig, es hat mich echt angewidert. Allein deshalb habe ich schon sozusagen so eine Art Underdog-Sympathie für diese Ostdeutsche Allgemeine Zeitung. Übrigens Christian Baron, ein Mann, den wir im Freitag als Autor hatten, Schriftsteller, jetzt inzwischen Journalist, wirklich ein guter Typ, der auch einen ziemlich schrägen Text geschrieben hat in dieser ersten Ausgabe, wo er heißt, er möchte nicht mehr Wessi sein, er möchte Ossi sein. Wer ist in Westdeutschland geboren? Und das ist das Interessante. Diese Ostdeutsche Allgemeine Zeitung reitet auf so einer Welle, dass Ostdeutschsein gar nicht mehr eine Frage der Herkunft ist, sondern eine Frage der inneren Verortung. Das heißt, man könnte dann, wenn das so weitergeht, ist Ostdeutschsein keine Frage mehr, wo bist du geboren, sondern wie empfindest du? Das finde ich den ersten spannenden, echt spannenden Gedanken, weil ich mich sowieso frage, woran wird jetzt eigentlich gemessen, ob man Ostdeutscher oder Westdeutscher ist? Muss ich die Mehrzahl meiner Lebensjahre entweder A oder B verbracht haben. Muss ich da geboren sein und habe dann aber mein ganzes Leben in Westdeutschland gelebt, weil meine Eltern mich mit drei Jahren nach Westdeutschland mitgenommen haben. Oder umgekehrt. Was ist Herr Ramelow? Geborener Westdeutscher oder gelernte Ostdeutscher? Was ist Herr Höcke?
Er ist ein Lehrer in Westdeutschland. Lehrer. Fährt jetzt aber Simson. Fährt jetzt Simson und tut als sei er die Seele, die Reinkarnation des leidenden Ossis in Flaschen. Blume, an dieser Stelle beenden wir unseren kleinen Podcast für heute. Sie sehen, Deutschland ist ein Land voller Rätsel und Wunder und wird uns auch weiterhin beschäftigen. Danke und schießen. Jawohl. Jawohl, haben Sie jetzt eben jawohl gesagt? In Ostdeutscher sagt man auch jawohl.