Liebe Ivy, lieber Augstein, vor der eigentlichen galaktischen Ausgabe unseres Podcasts kommt jetzt ein bisschen Eigenwerbung, denn heute Abend, Donnerstagabend, ist zum einen der Bundeskanzler zum Interview und Gespräch mit echten Menschen im RTL-Programm, die ihn fragen werden, was das alles soll, was er da so macht. Und dann aber kommt am späteren Abend eine Doku, die ich machen durfte mit vielen Kollegen über die AfD und Sachsen-Anhalt, die Wahl. Kein Land für alle, wer verliert, wenn die AfD gewinnt. Und dazu haben wir uns einzelne Passagen aus dem AfD-Wahlprogramm gezogen und nichts anderes, nur diese Passagen zitiert und dann mit Leuten gesprochen, die sich davon angesprochen, vielleicht sogar bedroht, eingeschüchtert fühlen, könnten und eigentlich fühlen müssten. Zum Beispiel ein syrischstämmiger Arzt im Klinikum in Quedlinburg. Der den Satz bekommt im Programm, dass kulturfremdes Fachkräftepersonal im Gesundheitswesen das Wohl der Patienten gefährdet. Das ist schon krass. Und am Ende dieser Doku haben wir einen Betroffenen und einen AfD-Wähler zusammengebracht und die diskutieren lassen. Superspannend. Große, große Sehempfehlung. Blume, das klingt fantastisch. Wo können wir das wann sehen? Das können wir im RTL-Programm sehen. Die Doku ab 23.30 Uhr im Donnerstag. Und bei RTL Plus natürlich, bei unserem riesengroßen Streamer und dann auch bei NTV. Also wir spielen das überall aus, wo man hingucken kann. Und jetzt das Intro. Hallo Blome, hallo Ivy, herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Podcasts. Ich bin gespannt auf diese Dokumentation. Der Kollege Blome, jetzt erzähle ich sozusagen aus dem Maschinenraum unserer großartigen Kooperation, hat mir schon viel erzählt von diesen Recherchen zu dieser Reportage. Der Kollege Blome war selber auch draußen, also wie früher sozusagen. Im Feld, im Feld. Mit einem Mikrofon in der Hand hat er sich sozusagen ins blaue Vaterland begeben und dort nachgeforscht. Und das finde ich tatsächlich spannend, weil jetzt mal Spaß beiseite, es ist immer gut, wenn man mal rausgeht und mit den normalen Menschen redet. Von denen ist hier in Berlin, in der Gegend, in der wir uns hier gerade so bewegen, glaube ich, gar nicht so viele gibt. Insofern bin ich auch echt gespannt, wie das ist, wenn hier morgen echte Menschen dem Bundeskanzler echte Fragen stellen, die wahrscheinlich auch total spontan sind und gar nicht irgendwie von der Redaktion vorformulieren. Nein, natürlich nicht. Völlig spontane Fragen. Ist das so? Eigentlich tatsächlich? Ja. Wir gucken bei der Auswahl der Gäste, also der, wenn man so will. Eingeladenen, an diesen Tisch geladenen, achten wir schon darauf, dass sie für bestimmte Themen stehen. Wie macht man das? Man überlegt, worüber könnte man reden wollen. Also Wirtschaft, dann wird man versuchen, entweder einen Unternehmer zu finden. Das ist in diesem Fall geglückt. Der ist auch jemand, der sagt, die AfD finde ich jetzt gar nicht so schlimm. Ich will die wahrscheinlich nicht, aber richtig schlimm finde ich die nicht. Also der deckt die Wirtschaft im Osten ab? Das klingt alles total echt und wie aus der Mitte des Lebens gerissen. Jedenfalls bin ich gespannt, wie der Bundeskanzler dann antwortet. Und man muss da ja auch immer hinhören, weil man immer nicht genau weiß, was er sagt. Es ist auch nicht ganz klar, ob er selber weiß, was er sagt. Deshalb ist er immer wieder für Überraschungen gut. Und Politikerinterviews mit so wichtigen Politikern, darf ich das sagen, gucke ich mir normalerweise nicht an, weil ich finde es immer quälend oder langweilig. Aber jetzt mal für eine Sekunde, im Ernst, das ist eben kein Interview. Wir sind auch skeptisch, was so klassische Sommerinterviews angeht, die wir jetzt alle gesehen haben mit allen Parteichefs, darunter ja auch mit den AfD-Chefs, kommen wir gleich drauf. Da haben wir auch das Gefühl, das Format. Bringt es zu selten wirklich, als dass man es so regelmäßig haben müsste. Da haben wir darauf verzichtet. Unser Format ist eben dieses sogenannte Amtisch mit. Pina Atalay wird das moderieren, und die Stichworte geben. Aber in Wahrheit ist es da eben doch eine Art Gespräch zwischen diesen Bürgern, die bestimmte Problemstellungen, bestimmte Regionen vielleicht auch quasi in sich vertreten und dem Bundeskanzler, der auch mit diesen Menschen ganz anders umgehen muss, umgehen sollte, als mit einem klassischen Journalisten, der ihn mit Fragen bombardiert. Ja, ja, alles gut. Ich wollte jetzt ja nur sozusagen die Hinleitung machen zu den Sommerinterviews, von denen Sie eben schon gesprochen haben. Die AfD, das war jetzt Zufall, das war nicht geplant, hatte jetzt die Chance sozusagen gleichzeitig bei ARD und ZDF mit ihren beiden Kandidaten die Sommerinterviews zu bestreiten. Deshalb Alice Weidel neulich jetzt beim ZDF, Tino Choupalla bei der ARD. Ich habe mir das zuerst gar nicht angeguckt, sondern nur gelesen darüber, weil ich mehr lese als Fernseher. Dann allerdings habe ich es mir nachdem ich es gelesen habe, dann doch noch angeguckt. Und es ist schon, wenn wir ganz kurz mal, meine sieben Bündnis ja immer nicht so über so Medien zu reden, weil sie finden, das interessiert normale Leute gar nicht und das sind immer so Metadebatten. Aber einmal ganz kurz darüber, wie der Kollege Schmiese das Gespräch mit Frau Weidel geführt hat. Im ZDF. Im ZDF. Das fand ich irgendwie wieder mal ein Lehrstück dafür, wie mit dieser Partei in den öffentlich-rechtlichen Medien geredet wird und wie das eigentlich, das ist handwerklich total okay, das ist jetzt überhaupt keine handwerkliche Kritik an den Kollegen Schmiese, der kann das sehr sehr gut, klar das ist sein Job, der kann das viel besser als ich, das ist sozusagen sein Beruf, den beherrscht er auch. Aber er macht das ganz offensichtlich mit einem Mindset, wie man vor fünf Jahren, drei Jahren, zwei Jahren und offensichtlich heute immer noch mit der AfD redet und während ich das zugucke, habe ich das Gefühl, eigentlich geht das so nicht mehr, eigentlich funktioniert das so nicht mehr, weil Frau Weidel, die mir nun wirklich denkbar unsympathisch ist, hatte im Prinzip keine Möglichkeit irgendwas zu sagen, weil er sie permanent unterbrochen hat, weil er immer darauf hinaus wollte, dass sie seine Fragen nicht beantwortet. Das machen die aber immer zu. Das ist das Problem bei so Politikerinterviews. Deshalb habe ich eben gerade gesagt, ich sehe die so ungern, weil sie stellen den Politikern eine Frage und er sagt das, was er sagen will, aber er beantwortet nicht ihre Frage. Vorsicht, da spielt Frau Weidel, und das kann ich aus eigener Erfahrung mehrerer solcher Interviews sagen, in einer vollständig anderen Liga als aller anderen Politiker. Ich kenne niemanden, der so sehr, überhaupt gar nicht, absolut null, auf eine Frage antwortet. Ich habe mich mal mit ihr unterhalten wollen über die Frage, was die AfD mit dem Arbeitslosengeld. Und dem Bürgergeld vorhat, beziehungsweise warum sie ausländischen Mitbürgern, die jahrzehntelang womöglich hier in die Kasse eingezahlt haben, das Bürgergeld streichen will, einfach gar nicht gewähren will, null. Dann sollen die halt hier verhungern, keine Ahnung. Und sie ging einfach überhaupt nicht darauf an. Sie ließ noch nicht einmal zu den Gedanken, dass zwischen Arbeitslosengeld und Bürgergeld oder heute Grundsicherung ein Unterschied sei, dass das zwei verschiedene Systeme sind. Sie hat einfach drüber geredet. Sie hat null geantwortet, bis ich irgendwann aufgegeben habe und gesagt habe, gut, wenn Sie Ihr eigenes verdammtes Programm nicht kennen, dann können wir hier an dieser Stelle es auch abbrechen. Das heißt, das ist wirklich Alice Weidel. Und dann können Sie jetzt zwei Dinge tun. Sie können lachend verzweifeln und sagen, naja gut, dann reden wir halt. Worüber wollen wir reden, Frau Weidel? Worüber können Sie heute reden? Was ist Ihnen so quasi durch den Kopf gegangen? Worüber Sie quasi zielgerichtet reden können? Und ich überlege mir dann eine Frage. So können wir es machen. Das ist nun kein Interview mehr am Stand. Nein, aber hier war es anders. Und der Kollege Schmiese hat natürlich versucht, sie immer wieder auf den Punkt zurückzuführen, wo er sie nicht festnageln wollte oder besiegen wollte. Der wollte ja nur eine Frage loswerden. Ja, aber das ist irgendwie, das Problem ist, wenn es aber nicht funktioniert und man merkt, dass es nicht funktioniert, ganz kurz. Und diese Interviews sind ja so, die werden ja nicht geschnitten. Das ist ja der Witz daran, die dürfen ja auch nicht geschnitten werden, weil das soll ja sozusagen diese 20 Minuten, oder wie viel das ist, müssen ja durchlaufen. Dann wird das natürlich für den Zuschauer und die Zuschauerin ganz schön quälend. Er wollte von ihr wissen, die AfD, die gegen Elektroautos ist und die diese Verkehrswende unsinnig findet und den Verbrenner, weil das praktisch das deutsche Produkt ist. Weiterhin gefördert oder am Laufen halten will, wie geht die damit um, dass in China aber gar keine Verbrenner mehr verkauft werden, sondern nur E-Autos. Und China war unser größter Absatzmarkt. Auf diese Frage hat sie nur mal einfach nicht geantwortet. Und es ist immer wieder ins Wort gefallen. Wenn ich das Interview geführt hätte, hätte ich sie einfach mal ausreden lassen. Und dann hätte ich ihre Antwort so zusammengefasst, dass ich gesagt hätte, gut, ich nehme zur Kenntnis, sie wollen auf meine Frage nicht antworten, dann nächste Frage. Weil das reicht vollkommen. Dann versteht schon jeder, was los ist. Was hier aber passiert ist, dass man das Gefühl hat. Eine nettaussehende Frau, eine blonde nettaussehende Frau, die lächelt, wird permanent unterbrochen. Von einem Mann, einem öffentlich-rechtlichen Fernsehmann, der sie einfach nicht ausreden lässt, weil er ihr immer zu ins Wort fällt. Naja, das ist natürlich kommunikativ, ehrlich gesagt, für die AfD wieder ein Punkt, weil die Leute kommen gar nicht dahin, dass sie sagen, okay, er unterbricht sie aber, weil sie die Frage nicht beantwortet, sondern es bleibt nur hängen, da kann man mal wieder sehen, unsere Alice kann im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nicht ausreden. Verstehen Sie meinen Punkt? Ja, aber Sie müssen schon sehr stark die AfD-Brille aufsetzen, um das so sehen zu können. Habe ich. Ich habe heute die AfD-Brille auf. Die Zuhörerinnen können es ja nicht sehen. Ich habe eine neue Brille und das ist jetzt meine AfD-Brille. Ich sehe jetzt endgültig aus Jana Höfer. Ja, aber ich glaube, mit einer intellektuellen Brille sind Sie in der AfD falsch, wenn ich das sagen darf. Ach, Sie finden es eine intellektuelle Brille. Das finde ich nett. So eine dicke, fette Hornbrille ist, glaube ich, jetzt nicht so AfD-Style, wenn ich das mal so sagen darf. Da ist mehr so Kassenprodukt. Und wenn man sie jetzt einfach ausreden lassen würde, so wie du gesagt hast, Augschen, das du machen würdest, dann wären die 20 Minuten ja vorbei. Da kommst du ja gar nicht zu dem Punkt, überhaupt zu sagen, ja, ich sehe meine Frage an. Naja, es ist natürlich immer situativ. Also noch einmal in Erinnerung eines Interviews, das ich mit ihr geführt habe. Das ging los mit der Frage, ist Hitler ein Linker? Was ja auch eine Mantra der AfD ist, auch eine Mantra von Elon Musk und das war damals der Zusammenhang. Da hatten die beiden sich quasi virtuell im Arm gelegen und gesagt, Hitler war ein Linker, mit dem haben wir gar kein Problem. Und wenn wir rechtsextrem sind, dann ist das ja egal, weil der Hitler war ja ein Linker. Und übrigens genauso schlimm wie Stalin. Und daraufhin habe ich hier versucht zu erklären, was der Unterschied zwischen Stalin und Hitler war, auch im Vorgehen so. Und davon hat sie auch nichts verstanden, das konnte sie einfach gar nicht verarbeiten oder sie wollte es nicht verarbeiten. Und dann habe ich tatsächlich nach fünf, drei, vier, fünf Minuten das gemacht, was Kollege Augstein, da eben vorschlug, gesagt, naja, offenkundig werden wir uns an dieser Stelle hier nicht mehr einig und habe dann aber nochmal gesagt, wie ich es sehe, weil ich das letzte Wort haben wollte an der Stelle, das kann man schon so machen. Eigentlich eine andere Frage, die sich stellt. Nämlich, wenn jemand offenkundig kein Interview geben möchte, warum führen wir dann eins? Wenn offenkundig Alice Weidel nicht bereit ist, auf eine Frage zu antworten, dann kann das ja so sein. Entweder sie weiß es nicht besser, sie will es nicht, sie hat keinen Bock oder ich weiß nicht was. Übrigens kriegt man immer dann sofort die Dusche ab. Sie verschieben gar nicht Ihr Geschäft. Sie wissen gar nicht, worüber Sie reden, Herr Blome, Herr Schmiese. Sie haben gar nicht begriffen, wie das funktioniert. Also Sie werden auch noch beschimpft. Wenn das der Fall ist, finde ich, ist die Frage, machen wir ein Interview oder machen wir keins? Und jetzt müsste doch nach dieser Erfahrung mindestens mal das ZDF hingehen, und sagen, schönen Gruß, im nächsten Sommer machen wir kein Interview mehr mit Ihnen. Gut, dann müsste man halt dieses Format des Sommerinterviews bleiben lassen. Das kann man ja auch machen. Nein, Sie müssten das Format Sommerinterview mit Alice Weidel bleiben lassen. Und den Bums hat das ZDF nicht im Schuh. Das finde ich auch nicht. Ich bin auch nicht Ihrer Meinung. Ich sehe das übrigens auch inhaltlich komplett anders. Ich glaube, es ist immer gut, die Leute sich selber entlarven zu lassen. Das macht man am besten, indem man ganz freundlich ist, sie möglichst ausreden lässt. Dann irgendwann muss man dann vielleicht sagen, so jetzt Entschuldigung, wir wollen aber noch eine nächste Frage stellen, aber alles höflich und zurückhaltend ausreden lässt. Denn sie hat ja einen unendlichen Unsinn geredet. Das Interessante ist ja, wenn man sie dann mal ausreden lässt, ist das, was dabei rauskommt, natürlich auch total gaga, weil sie hat ja ihr Thema mit den Verbrennermotoren eingeleitet. Also sie ist ja gegen diese Energiewende, wie gesagt, gegen die Elektrifizierung. Wir sollen auch alles verpesten, genauso wie die anderen. Wie dumm sind wir denn, wenn wir nicht verpesten, wenn die anderen es tun. Dieser Satz ist ja in sich vollkommen irre. Genauso lustig, ganz kurz, ich habe noch einen, nein, einen muss ich noch, einen muss ich noch. Dann sagt Schmiese, weil das Interview hat ja in Wien stattgefunden. Dann sagt Schmiese, wir sind in Wien. Wien ist bei allen Rankings immer die lebenswerteste Stadt der Welt. Auf Platz 1 oder 2 praktisch. Wer in Wien war, kann das auch bestätigen. Das ist wirklich eine tolle Stadt. Und ich kann mir auch vorstellen, es ist tolles da zu leben. Und das sind auch alle Umfragen. Also Wien ist objektiv sozusagen. Ja, nun kommen Sie mal zum Punkt. Und dann ist Ihre Antwort, ja, ja. Aber wenn die FPÖ gewinnt, dann ist Schluss mit diesem ganzen rot-grünen Quatsch hier in der Stadt. Was natürlich auch total lustig ist, weil es gleichbedeutend mit ist. Ja, aber wenn die FPÖ gewinnt, also die österreichische AfD, die ja in Österreich sehr wichtig ist, aber eben nicht in Wien, dann machen wir Schluss damit. Wir werden schon dafür sorgen, dass Wien nicht mehr die lebenswerteste Stadt ist. Und das ist so komisch. Naja, ich finde es lustig. Das kriegen sie aber nur hin, wenn sie die Frau ausreden lassen. Weil die ist so doof, die bringt sich schon selber zu Fall. Augstein, nein. Sie begreifen es nicht. Ich dachte, wir wären weiter. Ich dachte wirklich, wir beide wären weiter. Und worauf sie ja abheben ist, lass sie sich entzaubern. Das geht nicht ohne den Begriff Glaubwürdigkeit oder Stringenz oder Schlüssigkeit oder irgendwas. Also zumindest keine groben Widersprüche und keinen groben Quatsch. Das Kriterium Glaubwürdigkeit existiert für die AfD aber nicht. Die AfD leistet sich Fett an Wirtschaft, Korruption, Skandale noch und noch, offene Feldschlachten und all das und die Widersprüche von Frau Weidel, müssten längst die Glaubwürdigkeit dieser Partei bei ihrer Anhängerschaft und sowieso im restlichen Publikum zerstört haben. Ist aber nicht der Fall. Also alle Versuche in einem Interview herbeizuführen, diese Frau hat keine Ahnung, beziehungsweise sie verhält sich dauernd in Widersprüchen und erzählt Quark oder Gaga, wie sie gerade sagten, bewirkt bei der Anhängerschaft dieser Frau nichts. Das stimmt, den Anwalt hatte ich auch. Und das ist aber ein entscheidender Punkt, auch für die Interviewführung, auch für die, wenn man so will, den Umgang mit der AfD. Wir haben damals, ich habe damals versucht darzustellen, zu erfragen, warum die AfD, das Arbeitslosengeld drastisch kürzen will und wie sie auf den Trichter kommt, das Bürgergeld für bestimmte Gruppen einfach komplett zu streichen, um quasi zu sagen, jetzt erklären sie mal den Betroffenen, warum sie das machen möchten, das sind nämlich auch ihre Wähler, insbesondere beim Arbeitslosengeld. Ist auch gescheiter, weil sie keinerlei Antwort geben konnte. Ja, die Lehre natürlich dieser Interviews, dieser Sommerinterviews ist, dass die Wähler der AfD entweder sehr, sehr, sehr dumm sind oder sehr, sehr unzufrieden. Also entweder sind sie so doof, dass sie gar nicht merken, wen sie da wählen. Weil ich meine ganz kurz, also Alice Weidel hat ja auch nochmal zu der Frage, wollt ihr wirklich raus aus dem Euro-Raum? Also aus der EU und aus dem Euro-Raum? Ihre Antwort war, in Deutschland war alles viel, viel besser, als es noch die D-Mark gab. Hat sie gesagt, quasi wörtlich. Wobei man sagen muss, ja, das kann man vielleicht so sehen, aber das ist eben auch echt ganz schön lange her. Nein, das stimmt nicht. Da hätte natürlich der Interviewer in diesem Fall einsteigen müssen und sagen, okay, sagen Sie mir immer das Bruttosozialprodukt pro Kopf 1999. Was nämlich 50 Prozent unter dem heute liegt, mindestens. Das heißt, es war nicht alles besser, die Leute waren ärmer. Ich wollte nur sagen, dass die Volkswirtin Weidel also etwas gesagt hat, was wirklich volkswirtschaftlich erkennbar unsinnig ist und es ist den Wählern egal. Die Antwort ist, die wählen die Partei eben nicht wegen des Programms, sondern trotz des Programms oder unter völliger Ignorierung des Programms aus ganz anderen Gründen. Und darüber würde ich gerne mit Ihnen reden. Ja, aber ich glaube, die Prämisse stimmt nicht. Die Leute wählen dieses Programm mindestens mal in größeren Teilen, weil sie es so haben wollen. Die wollen, dass das passiert. Die wollen aus dem Euro raus. Die wollen in Sachsen-Anhalt ein Viertel aller Klinikärzte Ausländer. Die wollen, dass das endet und wenn sie das belastet, gar ihrer Gesundheit, wenn sie dann auf dem Tisch liegen oder im Krankenhaus, richtig schadet, scheint ihnen das egal zu sein. Das scheint ihnen wichtiger zu sein. Moment, das ist zumindest die Erkenntnis, Entschuldigung, nochmal kleine Werbeeinblendung. Dieser Doku, die wir da gemacht haben, auch des Gesprächs mit dem AfD-Wähler, der erst sagte so, ja, das wird schon alles nicht so kommen. Und so heiß gegessen wird das dann ja alles nicht am Ende, wie es gekocht wird. Und dann aber auch irgendwann sagte, na ja, wir wollen schon durchziehen, weil wir wollen ja nicht so sein wie die anderen Parteien, die immer die ganz viel Ankündigung die Hälfte nicht machen. Ich glaube, der größere Teil will das so haben. Die wollen eine Republik haben ohne Ausländer. Die wollen eine Republik haben mit der D-Mark, am liebsten so ungefähr der Gold-Mark. Denn das will die AfD ja laut Ausweis des Programmes auch. Und damit müssen sie umgehen. Aber dann werden wir ja wieder zurück bei der Frage von Augstein. Sind die alle dumm? Weil selbst wenn sie das wollen, sind sie dumm und checken nicht, was das für Konsequenzen für sie wäre. Ja, völlig richtig, Ivy. Vielen Dank für den Hinweis. beziehungsweise es ist auch nicht möglich. Es ist auch unrealistisch. Ganz kurz, aber das ist ein super spannender Punkt, ganz gespannender Punkt. Die Kollegin Rennefanz, von der ich ja wahnsinnig viel halte, die bei Spiegel Online wirklich kluge Kolumbien Die hat mich Jammerwessi genannt. Die hat mich Nikolaus Blome Jammerwessi genannt. Ja, da hatte sie aber recht, das müssen sie jetzt auch mal wegstecken können. Also Grüße gehen an dieser Stelle raus von Frau Rennefanz, da hatte sie nur mal recht, kann ich jetzt auch nicht ändern. Sie sind auch ein kleiner Jammerwessi. Ich kenne sie ja viel, viel besser, als die Kollegin Rennefanz sie kennt und ich kann nur bestätigen, natürlich ist der Kollege Blome in privater Stunde auch mal ein Jammerwessi. Die Kollegin Rendefanz hat also neulich eben auch eine Kolumne, ja wir werden immer hier die Kolumnen zitiert, geschrieben, dass die AfD etwas macht, was sonst keiner mehr macht, nämlich Luftschlösser bauen. Und dass man das der AfD vorwirft, sie baue Luftschlösser, das was ich im Grunde ja eben auch gerade getan habe, und dass das aber eigentlich der Fehler sei, denn die AfD entwickelt sozusagen eine Vision für eine Zukunft und auch wenn das vielleicht noch 30 Jahre dauert und sie weiß nicht, wie sie das finanzieren soll und vielleicht ist es unrealistisch, aber sie hat ein Bild von der Zukunft. Also im Grunde rede ich jetzt gerade den Text des Kollegen Blome und habe meine Position von eben um 180 Grad gedreht. Das kann man natürlich so sehen und. Dann muss man sagen, einer der Gründe, weshalb die anderen Parteien so abkacken im Verhältnis zur AfD, ist ihre Visionslosigkeit, ihr Pragmatismus. So immer so, wir müssen es ganz klein noch der Spiegel strichen, das kann ich nicht finanzieren und das geht nicht wegen der Ukraine und außerdem die Renten und so. Und die AfD sagt, das interessiert mich alles gar nicht. Wir haben ein Bild von Deutschland, wir haben ein Bild von der Zukunft. Und dann sagen die Leute, endlich mal einer, der irgendwie Vision und Hoffnung für die Zukunft entwickelt. Das ist natürlich jetzt ein echt ernsthaftes Thema, über das man reden sollte. Der Wahlslogan der AfD in Sachsen-Anhalt lautet, alles ist möglich. Ja, ist cool. Und das ist jetzt nicht ganz bekloppt. Ist das wirklich so? Ja, Sie können mir schon glauben. Ja, nein, ich höre das zum ersten Mal, weil ich bin lange nicht mehr in Sachsen-Anhalt. Steht über jeder Bühne der AfD, alles ist möglich. In Sachsen-Anhalt jetzt. Ich weiß nicht, ob es in den anderen Bundesländern auch so ist, aber das ist halt dort so. Und hallo Linke, hallo ihr Linken. Das war mal ein FDP-Slogan. Ganz ähnlich gab es das bei der FDP vor ein paar Jahren. Also die Vision, klar, aus der könnte man schon die Luft rauslassen. Ich würde es auch nicht mit dem Taschenrechner probieren, sondern ich würde es über die Frage probieren, wem nutzt was? Und Ivy, dumm, Kann man die Leute nennen und manche sind es wahrscheinlich auch, aber das ist nicht der entscheidende Punkt. Denn viele, die diese Partei wählen oder ihre Anhänger sind, haben eine Abwägung getroffen. Eine Abwägung getroffen, die heißt, ich will das jetzt haben, ich weiß, dass das mich was kostet, dass das mir an einer oder der anderen Stelle auch Schaden zufügt oder der Gesamtheitsschaden zufügt. Das ist es mir aber wert. Der große Knall, alles mal komplett auf Null zu stellen oder diese Altparteien in Anführungsstrichen wegzuputzen, das ist es mir wert. Ja, Blume, ich glaube, da sind wir irgendwie auf dem richtigen Weg. Es ist eben, ich nehme das auch zurück mit der Dummheit, das war ein polemischer Satz vorhin, der führt im Grunde nirgendwo hin. Ich glaube, es ist die Unzufriedenheit, ist tatsächlich das prägende Movens für diese politische Entwicklung und deshalb Wagenknecht, Sarah Wagenknecht, die hat jetzt ja wahnsinnig viele Interviews gegeben. Bei ihnen, hier bei RTL war sie, sie hat dem Spiegel ein Interview gegeben, sie hat dem Freitag ein Interview gegeben. Und ich habe die jetzt alle gelesen, mir das alles angeguckt und muss wieder sagen, Wagenknecht, wenn sie so redet und Sachen erklärt, ist für mich immer wahnsinnig überzeugend. Ich finde sie irgendwie da immer extrem überzeugend. Sie ist präzise und stark in der Darstellung. Wir haben ja letzte Woche hier über sie geredet, ob sie eine Politikerin ist oder nicht und wie eitel sie ist und so. Aber wenn sie Interviews gibt, ist sie einfach toll. Und sie sagt, dann wurde sie ja dauernd gefragt zur Brandmauer, sie verhelfen der AfD, sie sind der Steigbügelhalter, bla bla bla. Und hat sie gesagt, Leute, was führt ihr hier eigentlich für komische Debatten? Können wir erstmal darüber reden, warum die AfD eigentlich bei 40 Prozent steht? Zitat O-Ton möchte ich gerne vorlesen. Warum gibt es in Deutschland so viel Unzufriedenheit, so viel Wut? Steigende Energiepreise, steigende Mieten, schlechte Schulen, magere Rente und die einzige Antwort der Politik, weitere Kürzungen, weitere Verschlechterungen. Gleichzeitig fließen Milliarden an die Waffenindustrie und in die Ukraine. Es ist doch völlig verständlich, dass die Leute empört sind. Und das, dass es eigentlich eine politische Auseinandersetzung ist über. Kursfragen der deutschen Politik, das wird natürlich an den Rand gedrängt, wenn immer nur gesagt wird, ihr wählt Nazis, die AfD hat unrealistische Programme und so weiter. Im Grunde sind die Leute einfach unzufrieden mit der politischen Realität, so wie sie ist und wie sie repräsentiert wird von den sogenannten Altparteien. Ja, den Vortrag hat sie mir auch gehalten. Und mal abgesehen davon, dass sie dabei auch mit den Wahrheiten und den Fakten sehr, sehr freihändig umgeht und gerne auch mal zur Prämisse ihres Vortrags nimmt, die Erde sei eine Scheibe. Da erinnert sie übrigens massiv an Alice Weidel und an Herrn Krupalla, der ja in dem anderen ARD-Interview sagte, Klimawandel gibt es nicht, das war ein heißer Sommer, das wollt ihr eigentlich. Also Frau Wagenknecht versucht damit doch nur davon abzulenken, dann lassen wir trotzdem für eine Sekunde mal außen vor, ob das jetzt alles stimmt, was sie da beschreibt an Wut und den Gründen und ob das alles so falsch ist, wie sie das findet. Es enthebt sie trotzdem nicht der Frage, ob sie einer Partei in den Sattel hilft und das tut sie, die offen rassistisch ist, im Programm Dinge fordert bzw. Ankündigt, die man ernst nehmen sollte. Und die deswegen nicht ins Amt kommen sollte. Wie alle anderen Parteien ja denken, wie Frau Wagenknecht irgendwie ja auch denkt, weil sie sagt, nein, das ist natürlich alles Quatsch, das wollen wir alles nicht haben, das ist rassistisch, das wollen wir nicht. Sie hilft dieser Partei, deren Programm sie in Teilen rassistisch nennt, in den Sattel und dann sitzen die da erstmal und dann sieht man halt mal weiter. Und den Widerspruch kriegt sie nicht aufgelöst. Sie denkt anders als die AfD in vielen Punkten, zum Glück, würde ich sagen, aber jetzt meiner Meinung. Aber sie ist bereit, das alles beiseite zu schieben und zu sagen, Hauptsache, den 30, 40, 40 Prozent Wütenden wird jetzt Zucker gegeben. Nein, das ist nicht richtig. Wir haben ja letzte Woche über ihr Politikmodell gesprochen, das müssen wir jetzt hier nicht nochmal machen. Sie möchte im Grunde Minderheitenregierungen in Deutschland haben, wo die Parteien ihren Linien treu sind und Regierungen jeweils sich wechselnde Mehrheiten für ihre Projekte suchen und nicht die Parteien ihre Identitäten in diesen unsinnigen großen Koalitionen verlieren. Das finde ich als politische Vision und ein Umbau sozusagen für dieses doch zusehends irgendwie dysfunktional gewordene System total spannend und interessant. Und erstens, zweitens, was sie völlig übersehen, was irgendwie so, ich habe das extra nochmal geguckt. Im Bund haben AfD und Linke zusammen 40 Prozent. Im Osten haben AfD und Linke zusammen annähernd 60 Prozent. So sind die Verteilungen von Wählern, die zum Beispiel gegen diese Ukraine und diese Russlandpolitik sind, gegen diese Militarisierungs- und Aufrüstungspolitik. Im Osten 60 Prozent, im Westen 40 Prozent. Das findet sich aber bei den anderen Parteien gar nicht wieder. Das heißt, was machen Sie denn, wenn Sie der Meinung sind, dass unsere Ukraine-Politik viel zu teuer ist und brandgefährlich ist? Dann müssen Sie Links oder AfD wählen. Und wenn Sie jetzt kein Linker sind, so wie ich zum Beispiel, dann bleibt Ihnen im Prinzip nur die AfD. Und vielleicht schlucken Sie dann den ganzen Rassismus und den ganzen anderen Unsinn, weil Sie sagen, dieses Friedensthema ist für mich so wichtig, weil ich Angst habe um dieses Land, um meine Kinder, um den Frieden. Und die AfD ist die einzige Partei, der ich zutraue, eine andere Russland-Politik zu machen. Was machen Sie denn dann? Dann kaufen Sie eine rassistische Partei. Ja, aber vielleicht kaufen Sie. Und haben Sie für den Rest Ihrer Tage Ihre Finger schmutzig gemacht, Ihre feinen Finger. Naja, Entschuldigung, aber wenn Sie die Grünen wählen, dann wählen Sie eine Partei mit Herrn Hofreiter, der irgendwie so nicht noch mehr Waffen, noch mehr, der gar nicht aufhören kann. Oder wenn Sie FDP wählen, wählen Sie irgendwie Frau Strack-Zimmermann, die nun echt eine echte Extremistin ist, was das Thema Bewaffnung gegen Russland angeht. Und so hören Sie doch auf. Sie wählen immer irgendwelche Leute, die irgendwelche Sachen machen, die Sie dann mitschlucken. Das ist halt dann so. Und vielleicht schlucken die Leute den Rassismus. Aber haben sie nicht das Gefühl... Vielleicht schlucken die Leute den Rassismus, weil ihnen das Friedensthema wichtiger ist. Blume, ich will das nicht rechtfertigen, ich beschreibe das. Richtig. Sagen, was ist. Und verstehen, was der andere sagt. Das ist jetzt der nächste Schritt, next level shit, Kollege Augstein. Ihr ganzer Vortrag kann nur funktionieren, logisch, intellektuell, wenn die AfD eine Partei ist wie jede andere und dann schlucken sie halt mal was mit und bei den anderen müssen sie ja auch was schlucken. Sie haben im Prinzip alle Parteien jetzt gleichgesetzt, die AfD auch. Das kann man machen. Ich finde das aber falsch. Der Befund ist nicht richtig. Diese Partei ist anders als die anderen Parteien. Sie ist wählbar. Sie ist nicht verboten. Sie steht auf dem Wahlzettel. Sie hat großen Erfolg. Ja, ja. Aber sie ist eine Partei anders als alle anderen. Sie möchte auch anders als alle anderen sein. Das heißt, ihre Abwägung, schlucken muss ich ja irgendwo immer eine Kröte, die stimmt nicht, weil die Kröten unterschiedlich sind, beziehungsweise sehr unterschiedlich groß, kategorial anders. Der Kompromiss, den Sie beim Wählen, den Sie, Augstein, beim Wählen der AfD machen müssten. Der korrumpiert sich für den Rest ihrer Tage. Mann, das ist ja rührend, dass sie das sagt. Er spricht ja auch für sie und emotional bin ich auch voll bei ihnen. Ja, I feel you, I dig you und so. Das ist schon in Ordnung, aber sie müssen mich auch nicht konvertieren. Ich bin schon katholisch, alles okay. Ich wähle schon nicht die AfD, keine Sorge. Aber verstehen sie meinen Punkt nicht? Mein Punkt ist, da draußen gibt es offensichtlich Leute, denen ist das mit dem Rassismus nicht so wichtig. Das müssen sie jetzt einfach mal zur Kenntnis nehmen, weil die sind vielleicht selber gar keine Ausländer und haben damit auch vielleicht sozusagen direkt unmittelbar gar kein Problem. Nein, was soll der Quatsch? Die interessiert das vielleicht gar nicht so stark. Dann sagen sie, das müsste sie aber so interessieren. Genauso wie die Grünen sagen, ihr müsst alle uns wählen, wenn ihr das nicht tut, dann nehmt ihr das Klimathema nicht ernst. Das wird für immer an euren Händen, wird das Blut eurer ungeborenen Kinder kleben, weil ihr nicht genug getan habt gegen die Klima. Merken sie nicht, dass sozusagen dieser moralische Totalitarismus sie völlig in die Irre führt. Es ist einfach eine politische... Natürlich ist die AfD eine Partei wie jeder andere. Na klar. Weil sie nämlich einfach zugelassen ist wie jeder andere und sie stellt sich zur Wahl wie jeder andere und dann wird sie nachher sehen müssen, wie sie Politik macht wie jeder andere. Wenn sie anfangen, da kategoriale Unterschiede zu machen, dann landen sie im Aus. Weil es gibt nur Parteien und keine Parteien. Es gibt nicht sozusagen Parteien, die... Besser sind oder wählbarer oder so. Das entscheiden sie doch nicht. Es ist echt interessant. Sie sind in Wahrheit, ganz kurz, liebe Hörerinnen und Hörer, der Kollege Blome ist in Wahrheit woke, er ist alterswoke. Jetzt wo woke, peak woke ist schon vorbei. Sie sind leider woke Apriler Lettre, ist schon durch. Late to the show. Sie haben jetzt einfach nur Ihr Argument nochmal wiederholt, dass Ihr AfD eine Partei sei wie alle anderen, weil sie halt wie alle anderen auf dem Wahlzettel steht. Das finde ich ein bisschen einfach. Das ist einfach viel zu einfach. Man sollte sich vielleicht einfach mal anschauen, was die verschiedenen Parteien wollen. Und ja, der allererste, der den Grünen vorwirft oder vorgeworfen hat, ist mit ihrem Missionarismus beim Klimaschutz drastisch übertrieben zu haben und dafür haben sie auch drastisch die Quittung gekriegt. Super fand ich das, ganz ehrlich. Ich finde, die haben dem Klimaschutz einen Tort angetan und seine gesellschaftliche Mehrheit beschädigt, wenn nicht sogar für lange, lange Zeit verunmöglicht. Klammer zu. Es beim Klimaschutz zu übertreiben, ist aber etwas anderes, als zu sagen, du bist kulturfremd als Arzt und darum bist du eine Gefahr für deine Patienten. Wenn Sie den Unterschied kategorial nicht sehen können, liegt das Problem eher bei Ihnen als bei mir. Wenn Sie nicht sehen können, dass. Das ganze Vorgehen dieser Partei auf Einschüchterung basiert und auf dem Brechen gesellschaftlichen Widerstandes, dann liegt das Problem erneut bei ihnen. Und das macht nur diese Partei. Und das Pfiffige ist ja, die wollen auch exakt gar keinen Millimeter auf die anderen Parteien zugehen, was sie ja müssten, um eine Mehrheit zu bekommen. Sie sagen, wir machen das genau so, wie wir wollen oder gar nicht. Auch das unterscheidet sie. Die Koalitionsunwilligkeit, die Brandmauer, Entschuldigung, letzter Satz, die Brandmauer wird von der AfD selber hochgezogen. Sie wollen in Sachsen-Anhalt mit niemandem koalieren, auch nicht kooperieren, sie wollen die absolute Mehrheit, alles oder nichts und die Bauchweh kommen später. Bäm! Lieber Nikolaus Blome, Sie müssen mich nicht davon überzeugen, dass die AfD eine unangenehme, gefährliche, ich weiß nicht, keine Ahnung, was Partei ist. Das weiß ich alles auch. Habe ich schon mitbekommen. Ich war lange, lange, bevor Sie dabei waren, war ich derjenige, der gesagt hat, diese Partei wird bleiben. Die Partei ist unabhängig von dem Migrationsthema. Sie ist eine rechtsreaktionäre, deutschnationale Partei, die sozusagen das schlechteste politische Erbe, was es in Deutschland gibt, revitalisiert revitalisiert und so weiter. Sie wird nicht von Nazis gewählt, aber sie wird ihre Wähler zu Nazis machen. Das ist alles mein O-Ton. Das habe ich alles schon lange, lange begriffen. Der Punkt ist aber, was sie versuchen, sie versuchen sozusagen eine, es gibt diese Grenze aber nicht, die sie einziehen. Sie sagen, ja die ist zwar zugelassen, aber man darf sie nicht wählen. So funktioniert Politik nicht. Ich habe nicht gesagt, man darf sie nicht wählen. Das klebt, das geht dann immer, es wird immer an ihnen haften bleiben. Ja, it comes at a price. Grün zu wählen kommt auch mit einem Preis. Und dieser Preis ist halt ein bisschen höher, er ist von einer anderen Kategorie. Nein, das sehe ich aber nicht so. Das ist Ihre moralische Kategorie, das ist Ihre moralische Bewertung, die ganz offensichtlich von anderen Leuten nicht geteilt wird und auch Sie. Wir reden hier viel über Meinungsfreiheit und Gedankenfreiheit und wer kann eigentlich was sagen und wer darf was denken und so. Und ich bin ja strikt dafür zu sagen, es gibt Regeln, die schreiben wir auf, auf die einlegen wir uns im demokratischen Verfahren. Und alles, was sozusagen innerhalb dieser Regeln bleibt, die wir aufgeschrieben haben, ist okay. Und wenn diese Regeln verletzt werden, gibt es irgendwelche Sanktionen. Ein anderes Regelwerk darf es nicht geben. Wenn diese Partei zugelassen ist, ist es auch zulässig, sie zu wählen. Naja, aber nein, dann können Sie den Leuten aber keine moralischen, dann hören Sie doch auf. Dann sind das deutsche Staatsbürger, Wahlbürger, die eine legitime Wahlentscheidung fällen. Ja, Augstein, ich erkläre es Ihnen gerne nochmal. Ich habe es Ihnen zwar schon dreimal erklärt, aber okay. Sie sagen vollkommen zu Recht. Diese Partei zu wählen ist legitim, mindestens legal, weil steht ja auf dem Wahlzettel drauf. So gesehen ist sie wie eine Partei wie alle anderen bis runter zur Tierschutzpartei, denn sie steht auf dem Wahlzettel drauf. Mein Argument lautet, stimmt schon, aber nach der Wahl, nachdem das Kreuzchen gemacht ist, dann wird es Abend und dann wird es Morgen und dann geht es weiter. Danach hat das, was da auf dem Wahlzettel sich manifestiert hat, Konsequenzen. Wenn ich auf diese Konsequenzen hinweise, meinetwegen sogar vielleicht davor warne, spreche ich niemandem ab, wählen zu dürfen, wen man wählen will. Aber ich weise darauf hin, dass das a, etwas mit einem selber womöglich macht, und b, ganz reale Konsequenzen in der ganz realen Welt haben wird, die sich am Tag nach der Wahl ja weiter dreht. Und das ist der Punkt. Die Leute wollen, ja, aber das ist doch gut. Danke für die Verklarung, finde ich wichtig. Ich finde es auch wichtig für die Hörerinnen und Hörer, weil ich jetzt sagen kann, die Leute wollen, dass es Konsequenzen hat. Die Leute sind unzufrieden damit, wie die sogenannten Altparteien das machen. Das ist das, was Sarah Wagenknecht sagt. Wenn sie sagt, Leute, statt über Brandmauerdiskussionen zu reden, überlegt euch doch mal, warum wählen in Sachsen-Anhalt 40 Prozent der Leute diese Partei? Für euch ist sozusagen geklärt, die sind böse, die sind Rassisten, deshalb müssen wir uns mit denen gar nicht mehr beschäftigen. Die kapseln wir ab, so als könnten wir die irgendwie so in so einem Kokon spinnen und dann legen wir sie hin und wir machen jetzt Politik nur noch ohne die. Das funktioniert aber nicht. Und das sagt Sarah Wagenknecht in all ihren Interviews. Es hat in der Vergangenheit nicht funktioniert, es wird künftig nicht funktionieren, es hat mit Demokratie ehrlich gesagt auch meiner Meinung nach nichts zu tun und es ist als Signal an diese Wähler auch irgendwie ein großer Mittelfinger, weil es heißt nämlich, Leute ihr könnt wählen was ihr wollt und so, wir machen unsere Politik einfach so weiter wie bisher. Zum Beispiel im Fall Ukraine, zum Beispiel im Fall Russland, wo offenbar annähernd die Hälfte der Deutschen dagegen sind das zu machen und der Rest der Parteien sagt, das interessiert uns scheißdreck, wir machen es aber so. Also ihr könnt wählen wie ihr wollt, wir machen trotzdem immer das gleiche. Also, dann könnte ja, Moment, Moment. Und da kommt dann die AfD und sagt, nee, stopp, aber mit uns nicht. Ja, ist ja vollkommen okay. Wenn sie keine Mehrheit hat, es zu stoppen, dann ist aber Pech gehabt. Dann hat offenkundig eine Mehrheit immer noch Lust, es weiterzumachen, auch wenn es eine knappe Mehrheit ist. Ja, aber... Ja, Moment, dann müsste ja die AfD hingehen und sagen, wow, das ist uns aber echt wichtig, das durchzusetzen. Jetzt suchen wir uns einen Koalitionspartner. Denn dann könnten sie sich ja sofort, zack, das machen. Sofort. Aber sie suchen sich keinen Koalitionspartner. Sie wollen keinen Koalitionspartner. Und dann sind die anderen schuld? Dann sind die anderen Parteien schuld, dass die AfD alleine regieren will? Merken Sie nicht, dass Sie sich aufsteigen? Nein, ich verstehe das schon. Aber ich verstehe es, weil ich natürlich sozusagen gerade, weil ich von der Linken komme, habe ich sozusagen da ein besseres Gefühl für das, was die da machen. Die empfinden sich natürlich als revolutionäre Bewegung. Und wenn Sie sozusagen den Aufwind der Revolution spüren unter Ihren Flügeln, na ja klar, die AfD, dann sind Sie halt nicht koalitionsbereit, da haben Sie gar keinen Bock auf Kompromisse. Und das ist jetzt auch okay? Nein, ich sage nicht, dass es okay ist. Ich beschreibe Ihnen das nur. Also die denken, mit uns ist die neue Zeit. Wir müssen keine Kompromisse machen. Das nennt sich eine revolutionäre Bewegung. Schön, dann ist es jetzt auch noch eine revolutionäre Bewegung. Wenn Sie noch eine andere Kirsche finden, die Sie auf die AfD-Torte stellen können, machen Sie das. Es ist eine rechtsrevolutionäre Bewegung. Ja, okay, noch eine Kirsche drauf. Wunderbar. Aber werfen Sie doch nicht den anderen Parteien vor, dass diese rechtsrevolutionäre Bewegung mit vier Kirschen auf der Torte keine Kompromisse machen will. Nein, ich werfe Ihnen vor, dass Sie nicht darauf eingehen, was die Wähler wollen. Ich könnte mir vorstellen, wenn zum Beispiel die Grünen oder die SPD eine andere Ukraine-Politik machen würden, dass dann die AfD nicht solche hohen Zustimmungswerte hätte. Was denken Sie denn dazu? Das könnte sein. Vielleicht finden die ihre Ukraine-Politik aber richtig. Das nennt sich dann halt Rechthaberei. Aber Blume, bei uns ist es eben so, wie mit Ihnen und Sarah Wagenknecht, da kommen wir nicht auf einen Zweig. Eben Sie haben Sie in einem Nebensatz, haben Sie mir sozusagen, ich habe das schon gemerkt, ich kenne Sie ja ein bisschen, dem Ball zugeworfen, dem Affen Zucker geben. Habe ich doch richtig verstanden, dem Affen Zucker geben. Damit wollten Sie doch auf Ihr Lieblingsthema zu sprechen. Mein Leib- und Magen-Thema. Ihr Leib- und Magen-Thema, nämlich die Zuckersteuer. Ich muss zugeben, es ist jetzt gar nicht so ein Thema, wo ich sofort so anspringe. Aber der Kollege Blome wird Ihnen jetzt, liebe Hörerinnen und Hörer, erklären, warum das ein Riesending ist. Und es ist super, super wichtig, dass wir uns jetzt mit dem Thema Zuckersteuer beschäftigen. Bitte Nikolaus Blome jetzt. Aus 18.000 verschiedenen Gründen ist das das Thema der Woche. Die Zuckersteuer, die Besteuerung von allem Zucker, der überall drin ist, im Tomaten, Ketchup, in der Cola. Und wo ich weiß nicht was. Also das macht auf breiter Front Lebensmittel teurer. Und ich hatte denk, denk, denk immer gedacht, diese Bundesregierung wollte die Leute entlasten. Nein, bei der Erfindung neuer Steuern, da gibt es kein Halten nirgendwo. Und das Beste war, in einem offiziellen Eckpunktepapier, das dann an die anderen Ministerien gegeben war, ging man sogar so weit, eine Zuckersteuer erheben zu wollen auf Produkte, die gar keinen Zucker haben. Die süß sind, ja, aber gar keinen Zucker haben. Also eine Zuckersteuer auf nicht zuckerhaltige Produkte, das ist das, was ich meine, wenn ich sage, wehret den Anfängen. Wehret den Anfängen, lehnt die Zuckersteuer ab. Welchen Anfängen wehret? Ich verstehe Sie jetzt nicht. Diesem Wahnsinn, diesem Dammbruch zuzuschauen. Wir machen eine Zuckersteuer. Ja, und dann machen wir sie auch noch auf Sachen, die nur süß schmecken. Scheißegal, ob da Zucker drin ist oder nicht. Es geht uns ja ums Geld und nicht um die Gesundheit. Entschuldigung, da werde ich jetzt echt zynisch. Das wird ja auch noch gelabelt als Volksgesundheit. Es ist Rip-off. Nichts anderes. Denen fehlt Geld. Und anstatt, dass sie es irgendwo einsparen, wo sie es mit der Gießkanne in die Wüste kippen, Nehmen Sie es den Leuten, noch dazu den sozial Schwächeren, die einfach Lebensmittel kaufen müssen mit einem höheren Anteil an ihrem Gesamteinkommen, nehmen Sie es den sozial Schwächeren einfach auch noch weg. Okay, pass auf. Liebe Hörer und Hörer, gutes Beispiel für Fake News, Very Sad. Sie erinnern sich an Donald Trump. Ich finde übrigens, wir müssen in der nächsten Zeit auch mal wieder über Donald Trump reden, weil es tut mir langsam leid, weil nichts funktioniert, was er anfasst. Der trinkt ungefähr 5 Liter ohne Witz Coke Zero. Diet Coke Zero am Tag. Der muss keine Zuckersteuer darauf zahlen, weil da ist nämlich gar kein Zucker drin. Aber der ist ja auch gärtenschlank geworden. Den Rest des Tages ernährt er sich von Osempik. Also Fake News Very Sad ist die Geschichte, wenn der Kollege Blome sagt, dass die Bundesregierung hat geplant, jetzt plant die Bundesregierung sogar schon Zuckersteuer auf zuckerfreie Getränke. Da kann man mal sehen, der ganze Wahnsinn der Politik und so. Und wenn ich jetzt sage, dass das ist fast so wie bei Nios, dann schmeißt der Kollege Blobe mich hier gleich aus dem geschlossenen Fenster. Aber den Vergleich mag er gar nicht. Ist aber hart dran, denn die Bundesregierung hat das nie geplant. Auch Klingbeil hat das nicht geplant. Nicht mal Klingbeilsministerium hat das geplant. Niemand hat das geplant. Was passiert ist, ist, dass in der Abstimmung zur Frage, wie geht das mit der Zuckersteuer weiter, zwischen den Ministerien Papiere hin und her geschickt wurden und in einem dieser Papiere stand drin und wie wäre das eigentlich, wenn wir die Zuckersteuer auch auf süß schmeckende. Getränke erheben, in denen jetzt aber nicht unbedingt Zucker drin ist. Dann haben die das hin und her geschickt. Dann hat irgendwann einer gesagt, Leute, wir können doch eigentlich nicht Zuckersteuer auf nicht zuckerhaltige Getränke erheben. Das geht irgendwie nicht. Dann hat der andere gesagt, stimmt, dann lassen wir das mal lieben. War eine kacke Idee. Und jetzt kommt der Kollege Blom und sagt, da kann man mal sehen. Darf ich ergänzen? Ich möchte nur Ihren Vortrag ergänzen. Nein, weil der, und dann hat Klingbeil in einem Post bei X, oder wie das heißt, lese ich alles bei Spiegel Online, ich bin ja nicht mehr bei X, glücklicherweise, geschrieben. Darf ich Ihnen mal klären, wie Politik funktioniert? Wir arbeiten da, wir schreiben Sachen auf, das wird alles diskutiert und dann sagt man, der Vorschlag ist gar nicht so gut, den nehmen wir wieder weg und so. Das nennt sich sozusagen Diskussion in einem offenen Rahmen. Wenn jedes von diesen Papieren als Planung der Bundesregierung rausgeht, dann gibt es keine Diskussion mehr, dann können wir gar keine Politik mehr machen. Leute, entspannt euch mal. So, was der Kollege Blome hier macht, ist schon krass eigentlich. Nein, ich höre nur unserem Vizekanzler zu, der in einer Pressekonferenz sagte, ich werde das stoppen. Jetzt müssten Sie erklären, was er da genau stoppt, was ja gar nicht existiert hat. Was ja nur so wolkig als Idee. Er sagte, ich werde das stoppen, mit mir wird das nicht kommen. Das wäre dann aber ja, wenn man so will, eine Binse oder eine Tautologie. Ich stoppe etwas, was gar nicht da ist. Also was machen Sie dann? Wie nennt man das? Liebes Publikum, lest das, wenn es euch interessiert. Bei Instagram ist es sogar gestanden, es stand gar nicht bei X. Minister.LarsKlingbeil heißt sein Account. Da kann man es lesen, da streitet er dann und trotzdem zwei Sätze dazu, wie solche Debatten entstehen. Egal, lassen wir uns darüber jetzt nicht so. Also, lass uns zur Zuckersteuer selber zurückkommen. Ja, gerne. Aber. Ein Kernargument kriegt ja Nahrung, Vorschub, das gegen die Zuckersteuer an sich ins Feld geführt wird. Nämlich, dass danach sie noch was erfinden und danach erfinden sie noch etwas und am Ende erfinden sie eine Steuer auf Lebensführung. Und am Beispiel, ach lass uns doch mal überlegen zumindest und vielleicht sogar gut finden. Und Zuckersteuer, auch auf Getränke, die gar keinen Zucker haben, ist doch genau diese Bewegung, vor der ich warne. Ja, nur wie gesagt, es ist eben, deshalb sage ich Fake News, weil das macht ja eben auch keiner und deshalb müssen sie auch nicht warnen. Sie warnen sozusagen vor Sachen, das nennt man dann eben Populismus oder ich weiß auch nicht oder Boulevard oder keine Ahnung. Ich sage ja immer wieder, man kann den kleinen Nikolaus aus der Bild-Zeitung holen, aber nicht die Bild-Zeitung aus dem kleinen Nikolaus, das ist halt offensichtlich so. Ich warne vor etwas, was der Vizekanzler dann gestoppt hat. Vielleicht können wir es so sagen. Okay, Sie warnen vor etwas, was der Vizekanzler... Uff, uff, uff. Die Zuckersteuer ist natürlich eine total vernünftige Steuer. Es gibt natürlich viele Steuern, die gar nicht so vernünftig sind. Die Zuckersteuer ist vernünftig. Die Leute trinken zu viel süße Sachen. Im Supermarkt stehen die süßen Sachen immer an der Kasse. Übrigens auch für die kleinen Schnapsflaschen. Für wen stehen eigentlich diese kleinen Schnapsflaschen an der Supermarktkasse? Irgendwie, wo sie irgendwie so 0-2 irgendwie so Downcard irgendwie kaufen können, irgendwie so für sie oder mich oder für meine kleine Tochter, ich glaube eher für die Alkoholiker. Natürlich macht der Markt, der Markt und der Supermarkt Dinge und promoviert Dinge, die sozusagen für Menschen echt schlecht sind. Das ist so, weil dem Markt ist das erstmal egal, irgendwie so, ob die Leute dann praktisch fett sind oder irgendwie so mit zerfressener Luft, Speiseröhre im Krankenhaus liegen und so, Hauptsache irgendwie der Hubel stimmt. Wenn dann der Staat kommt und sagt, wir haben auch eine Steuerungsaufgabe in der Gesellschaft, wir steuern auch mit den Steuern das Verhalten der Bürger, dann begrüße ich das. Ich finde das auch richtig, dass Zigaretten immer teurer werden. Ich finde es auch richtig, dass es eine Alkoholsteuer gibt. Die könnte von mir aus auch noch höher sein. Das finde ich alles richtig. Die wird übrigens auch erhöht. Ja, ich finde es auch richtig, dass man das Zeug erst ab 16 oder 18 kaufen kann. Und dass man keine Waffen kaufen kann in Deutschland, finde ich auch richtig. Oder was wollen Sie jetzt sagen? Wollen Sie sagen, freier Zucker für freie Bürger? Die Selbstverantwortung des Bürgers darf nicht eingeschränkt werden. Freie Schnellfeuergewehre und eine Doppel-Diet-Doppel-Coke. Was soll denn dieser Quatsch? Das sind so Debatten aus den 80ern. Sind wir da nicht auch weiter? Ich habe jetzt mal Ihren Ratschlag angenommen, den Sie ja ganz am Anfang dieser kleinen Auseinandersetzung, dieses kleinen Gesprächs, dem Kollegen Schmiese vom ZDF im Gegenüber mit Frau Weidel gegeben haben. Ich habe sie einfach mal reden lassen, damit sie. In ihrem ganzen Gedanken durcheinander einfach mal in Ruhe ausbreiten können und jeder Zuhörer sagen kann, ja stimmt, nein, nein, klar. Ja, also wer gegen Schnellfeuerwaffen im Kindergarten ist und das gesetzlich reguliert, der muss in der logischen Konsequenz auch für eine Zuckersteuer sein. Das haben sie im Prinzip gesagt. Finde ich auch. Ja, weil Schnellfeuergewehre im Kindergarten annähernd so gefährlich sind wie Zucker. Ich glaube, dass durch Dickleibigkeit mehr Leute sterben als durch Schnellfeuergewehre, wenn sie so wollen, ist wahrscheinlich andersrum. Ich glaube aber, das hängt damit zusammen, dass die Schnellfeuergewehre schon im Kindergarten verboten sind. Bei uns. Ja. Das ist ja auch gut so, aber die Leute werden trotzdem immer dicker in Deutschland. Ich meine, gehen Sie mal auf die Straße, angezogene, nackte, keine Ahnung, die Leute werden einfach zu dick und natürlich hilft die Zuckersteuer den Menschen dabei irgendwie abzunehmen. Ist doch total pervers, jetzt mal ganz kurz mal ernst, ist doch total pervers, dass wir jetzt diese Osempik-Medikamente haben, wo für wahnsinnig viel Geld, ja, mit diesen Abnehmenspritzen, man hilft Leuten abzunehmen, während gleichzeitig irgendwie, sie sich vorher irgendwie mit Cola und Fanta irgendwie so dick gesoffen haben. Das ist doch geisteskrank. Dann hilft doch den Leuten lieber von vornherein, dass sie gar nicht erst so dick werden. Dann müssen sie nicht nachher so viel Geld für Osempik ausgeben. Das ist doch echt eine perverse Gesellschaft, in der wir da leben. Sie nennen es pervers, ich nenne es eigenverantwortlich und ja, ich glaube. Der Staat hat eine Steuerungsfunktion, vollkommen richtig und man muss jedes Mal aufs Neue vermessen, ob er diese Steuerungsfunktion ausbauen sollte oder auch mal an einer Stelle wieder zurücknehmen kann. Sie sind der Meinung, die Fettleibigkeit greift in einer Form um sich, dass er jetzt mehr steuern müsste. Wenn Sie es als Kostenargument im Gesundheitssystem sehen, wo natürlich Fettleibigkeit, erhebliche Kosten aufwirft, ja, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es hier erstens darum geht, Geld zu machen für einen Haushalt, den man anders sanieren sollte. Und zweitens will ich das Gefühl nicht los, dass nach der Zuckersteuer, wenn sie den Damm gebrochen haben, wenn sie über diese Hürde von Steuerungswunsch hinweggegangen sind, noch ganz, ganz viel anderes kommt. Und dann wird das irgendwie in meiner Fantasie eine Gesellschaft, die der von Karl Lauterbach ähnelt, der kein Salz mehr isst, kein Dings mehr isst, kein Garnichts mehr isst und ich weiß nicht, ob der sehr viel Freude im Leben hat, und vor allen Dingen eine Steuererhöhung auf Lebensmittel, in einer Zeit, wo die Bezahlbarkeit des Lebens so eine große Rolle spielt, auch übrigens bei der AfD, um den Kreis jetzt zu schließen, leuchtet mir überhaupt nicht ein. Sie machen das tägliche Leben teurer. Und das finde ich in der jetzigen krisenhaften Situation, auch der Wirtschaft, wo Leute mehr arbeitslos werden usw., finde ich das einfach falsch. Es ist mindestens der falsche Zeitpunkt. Blume leben wie Karl Lauterbach. Das möchte ich auch nicht. Das ist in der Tat eine dystopische Vorstellung. Aber leben wie in Frankreich. Damit käme ich zum Beispiel ganz gut klar. Und in Frankreich, lieber Kollege Blume, Sie und ich, wir sind ja Frankophil und Frankophon. In Frankreich gibt es bereits eine Zuckersteuer und funktioniert ganz okay, würde ich sagen. Ja, abgesehen davon, dass demnächst da eine rechtspopulistische bis rechtsextreme Präsidentin im Amt sein wird. Oh Gott. Ja, sowas kommt von sowas, möchte ich sagen. Nächste Woche mehr davon. Vielen Dank, Ivy. Danke, Blume. Und tschüss.