Hallo Blume, bevor es gleich losgeht, muss ich Sie und auch die Hörerinnen und Hörer vorwarnen. Ich bin verschnupft, ich habe Schnupfen, das heißt ich nähe noch mehr als sonst und klinge jetzt endgültig wie Körperterfrosch, tut mir leid. Aber wir haben tolle Themen heute, wir haben den Benzinpreis, wir haben Friedrich Merz und irgendwas war noch was? Obergefreiter Blume meldet. Wir haben noch die Panzerbrigade 45 als Teil der 10. Panzerdivision, die nach Litauen verlegt wird, aber etwas Probleme mit fußlahmen Fußsoldaten hat. Genau. Dazu mehr nach dem Intro. Bitte ab. Lieber Kollege Augstein, was ich Ihnen wirklich mal empfehle, wenn Sie Puls brauchen, also wenn Sie eine Art Reanimation Ihrer geistigen und, inneren Kräfte brauchen, stellen Sie sich um kurz vor zwölf vor eine landläufige Tankstelle dieser Tage. Um zwölf macht es dann Klick und der Benzinpreis, der da vor zwölf so bei 2,30 liegt ungefähr, ist danach bei zwei, ich weiß nicht was, 60 oder 70. Also er geht Richtung steile Rakete, Richtung drei Euro. Das ist mehr, als sich die Grünen damals mit fünf Mark für den Liter Benzin vorgestellt haben. Aber der Moment, wenn das umspringt, ist der Moment der Wut. Der nackten, dieselbetriebenen Wut. Und da kann ich verstehen, wenn die Leute sagen, weg damit, das wollen wir alles nicht mehr haben. Da kommt so ein Druck auf die Politik und die will ja jetzt reagieren. Na gut, das ist, ich sag mal, das ist sozusagen Sprit in den Vergaser der AfD. Klar, das ist hier ein AfD-Wahlprogramm, wenn die Benzinpreise in dieser Art und Weise steigen. Und was ich immer so lustig finde, ist, dass ja Teile der sogenannten politischen Eliten oder der medialen Eliten da nochmal sagen, ja, aber, die Leute müssen jetzt eben dann auch begreifen, dass praktisch sie von diesen fossilen Brennstoffen weg müssen, die nur in so Terrorregimen irgendwie überhaupt produziert werden können. Und für die Umwelt so schlecht sind. Und dadurch, durch solche Krisen wird eben auch dieser Umstieg so beschleunigt. Das kann man sagen, wenn man mit dem Lastenfahrrad nur von Prenzwerberg nach Berlin-Mitte fährt, die Leute Nein, Entschuldigung. Ja, da haben Sie völlig recht. Ich finde, da ist wirklich so eine Form von so menschenverachtendem Zynismus drin. Für die normalen Leute, die irgendwie in der Fläche unterwegs sind und pendeln, kostet das einfach brutal viel Geld. Und deshalb ist es eine Katastrophe und deshalb muss der Staat hier intervenieren, auch wenn der. Ordo-Liberale im Kollegen Blome das vielleicht nicht möchte. Naja, vielleicht nur eine Sekunde, Ergstein, dabei geblieben, auf wen man dann die Wut zu projizieren hat. Die AfD, die sich ja zu Recht als einer der Vorteilsnehmer. Dieser Krise, dieser Preiskrise benennen, die sagt, wir müssen einfach nur das mit der Energiewende sein lassen und diese ganzen komischen Ökosteuern da runter machen, die wir für, ich weiß nicht was, CO2-Preis und so weiter bezahlen, dann ist alles wieder gut. Und das ist eben grob faktisch falsch. Ich hatte kürzlich in so einer Runde, in einer Talkrunde für NTV, den AfD-Kurvorsitzenden Tino Chrupalla zu Gast. Der sagte das dann auch. Und dann haben wir eben halt vorgerechnet, dass die Erde halt keine Scheibe ist, verdammte Hacke, sondern eine Kugel. Und dass in dem Preis, den wir da haben, 2,40 oder wohin es dann jetzt immer springt, um 12 Uhr, Beim Benzin 18 Cent CO2-Preis stecken. Also diese Energiewende, Steuer, wenn Sie so wollen, ist 18 Cent vom Gesamtpreis. Und der steigt auch nicht, es sind immer dieselben 18 Cent. Das heißt, die Preistreiberei kommt aus dem Ausland, kommt durch internationale Krisen, die das Öl auf dem Weltmarkt zumindest so teuer gemacht haben. Gut, und das sollte man, ja, Moment, gut sagen Sie. Die AfD schiebt es quasi dem Bundeskanzler zu, die Wut. der nimmt sie auch noch an, dieser Bundeskanzler. Aber da gehört sie nicht hin. Und das müsste man zumindest einmal noch mal gesagt haben, bevor sie jetzt weitermachen mit Populismus. Ja, weiß ich jetzt gar nicht. Also Donald Trump, unser geliebter, bewunderter, verehrter, heiliger, der führende amerikanische Präsident im Moment, hat seinem Kollegen Zelensky, dem Held der Freiheit, gesagt, er möge mal aufhören, russische Erdölanlagen anzugreifen, weil das noch zusätzlich den Erdölpreis in die Höhe treibt. Das ist tatsächlich der Fall. Und daran können Sie, naja, ganz kurz, das ist schon irgendwie komisch, es ist natürlich lustig, dass er das sagt, während er praktisch eben vollkommen überflüssigen und auch gescheiterten Iran-Krieg dafür gesorgt hat. Könnte es sein, dass er von seinen eigenen Versäumnissen und Fehlern und den irren Folgen dieser Fehler leider ablenken möchte? Es bleibt natürlich trotzdem etwas dran. Alles hängt zwar mit allem zusammen, aber Sie können jeden Euro nur einmal umdrehen und einmal ausgeben. Und wenn wir 30 Milliarden in die Ukraine pumpen jedes Jahr, für dies, das, ananas, dann fehlt das Geld natürlich in Deutschland, auch in einer Krisensituation wie jetzt. Blume, pass auf, Sie können sich darüber lustig machen, die meisten Leute finden es gar nicht so witzig. Und das Geld ist dann halt weg, weil das in der Ukraine in die Luft gesprengt wird, statt jetzt zum Beispiel hier für Tankrabatte für deutsche Autofahrer zur Verfügung stehen. Sorry, dass ich jetzt klinge wie ein AfD-Politiker, aber da haben die Kollegen von rechts nun mal leider recht. Also, ich hätte nicht gedacht, dass Sie das ganze Lied der AfD vorsingen, wenn schon die erste Strophe so falsch ist. Aber gut, Sie wollten die ganze Portion, kriegen sie die ganze Wahrheit zurück. Maßgebliche Teile dieser 20 bis 30 Milliarden jährlicher Unterstützung im weitesten Sinne für die Ukraine streichen wollen, dann müssen sie die ukrainischen Flüchtlinge hier im Land auf Null setzen. Wir können natürlich sagen, ja okay, geht verhungern, ist ja euer Problem, ist ja nicht unser Krieg. Das wollen sie nicht wirklich machen. Und sie müssten sich für dahin die Frage stellen, ob eine kollabierende, Mangelsunterstützung kollabierende Ukraine wirklich in unserem Interesse ist. Oder ob es vielleicht ganz gut angelegtes Geld ist, das man in der Tat nur einmal ausgeben kann. Aber da ganz gut ausgegeben ist, zumindest besser als an vielen, vielen anderen Stellen. Nach vier Jahren Krieg, der nicht vor und nicht zurückgeht und die Ukraine sich weigert, den Russen das Donbass zu geben, womit die sich vermutlich zufrieden geben würden. Lassen Sie uns nicht die Ukraine-Debatte führen. Mir kommt es auch was anderes an. Mir kommt es darauf an, dass natürlich Geld ist immer ein Nullsummenspiel. Weil das Geld ist halt nicht beliebig vervielfältigbar. Selbst wenn man noch so viele Schulden aufnimmt, sie können den Euro halt nur einmal ausgeben. Und offensichtlich ist eben für deutsche Autofahrer nicht in dem Umfang Geld da. Und diese Bundesregierung lässt die Leute natürlich allein. Und egal wie sie jetzt dazu stehen zur Ukraine und zum Autofahren und zum CO2, die Leute sind deswegen sauer und lassen die Regierung bezahlen an der Wahlurne. Und da können sie halt gehackt legen, das ist nun mal leider so. Jetzt reden Sie, es ist wirklich lustig, jetzt reden Sie wie der Bundeskanzler, der nach der Klatsche in Sachsen-Anhalt sagte, das subjektive Gefühl der Leute ist ein objektiver Befund für die Politik. Das klingt klug, aber wenn man es sich auf der Zunge zergehen lässt, schmeckt es wirklich ziemlich bitter. Wisst ihr was, das ist so wie Jesper Juhl gesagt hat immer, die Innenwelt der Eltern ist die Außenwelt der Kinder. Oder umgekehrt. Oder umgekehrt. Das ist toll, das ist toll. Das subjektive Empfinden der Wähler ist die objektive Realität der Politiker. Die Innenwelt der Eltern ist die Außenwelt der Kinder. Aber das heißt ja nicht, dass man den Leuten nach dem Mund reden muss. Oder wie Franz Josef Strauß, noch ein Zitat, ich bin heute in Zitate-Laune. Franz Josef Strauß sagte, man muss den Leuten aufs Maul schauen, aber nicht nach dem Mund reden. Großer Mann. So, großer Mann. Und jetzt zurück zu der Frage... Mit der Ukraine oder eben anderen Zwecken, für die man das Geld ausgibt, dass man dann nicht in den Tankrabatt, sag ich jetzt mal platt, investieren kann. Erstens ist es eine Frage von Prioritäten. Was ist uns jetzt wichtiger? Sicherheit zu kaufen und das bedeutet einfach der Ukraine das Kämpfen weiter ermöglichen. Das kauft auch unsere Sicherheit, im weitesten Sinne zumindest. Ist das uns wichtiger, als jetzt etwas billiger Auto fahren zu können? Ist uns das Kindergeld wichtiger? Wir könnten ja auch sagen, das Kindergeld wird gestrichen, dann können wir den Tankpreis senken. So viele Kinder gibt es gar nicht mehr in Deutschland. Könnten wir ja machen. Permanent wird das Kindergeld erhöht. Warum eigentlich? Könnte man ja fragen. Und dann stellt sich doch sofort heraus, wir wägen ab, was die Prioritäten sind. Was uns wichtiger ist. Und jetzt stellt sich heraus, offenkundig klettert auf der Liste der Prioritäten das mit dem Tankrabatt gerade auf Platz 1. Ist das klug? Ist das nachhaltig? Ich weiß nicht. Dieser Bundeskanzler, und vielleicht kommen wir jetzt vom Tanken zum Regieren, dieser Bundeskanzler ist sagenhaft unbeliebt. Das muss noch erstmal gar nicht so viel heißen, das kann ja verschiedene Gründe haben. Ich glaube, es hat zwei Gründe. Erstens, das, was er macht mit den Leuten ist sehr, sehr unbeliebt. Die sogenannten Reformen sind sehr unbeliebt und er ist als Figur einer, der das sehr, sehr schlecht darstellt. Das ist nicht so günstig, denn wenn man tatsächlich ein Land grundsätzlich reformieren will, braucht man motivierte Bürger. Sie brauchen Leute, die mitmachen, die das auch verstehen, die sagen, ja, das mutet mir etwas zu, aber ich sehe den Sinn, ich begreife das und so. Und das Beispiel wie das jetzt mit dem Tankrabatt, ich meine, das Thema war ja neulich schon beim letzten großen Benzinanstieg, haben sie es im Prinzip schon richtig verbaselt, weil sie es technisch nicht hinkriegen, nur den Leuten das Geld zu überweisen, die es wirklich brauchen, obwohl sie es eigentlich können müssten. Aber sie schaffen und schaffen und schaffen es nicht. Das heißt nochmal, das beste Rezept gegen die Rechtspopulisten ist eigentlich gutes Regieren. Darin ist diese Regierung aber leider so verdammt schlecht, genauso wie ihre Vorgängerregierung. Wir haben handwerklich so viele schlechte Politiker Politiker. Und Friedrich Merz ist eben in Wahrheit dann auch, komischerweise, ist dann halt so, offenbar ein schlechter Politiker. Und sie haben, und das ist das, wie ich das gerne zusammenbinden würde, wegen der Reformen und wegen des unbeliebten Kanzlers schon schlechte Launestimmung im Land. Und jetzt haben sie doch mit den gestiegenen Benzinpreisen, wird die Laune noch schlechter. Die AfD muss einfach nichts machen, kann sich nur zurücklehnen. Und all das spielt ihr immerzu in die Hände. Das ist halt, ich weiß auch nicht, ich finde es verzweiflungsvoll. Ja, aber ich finde es jetzt auch langweilig, alles immer auf AfD zu projizieren und zu sagen, und das trägt ihr jetzt auch zu und jenes, weil es nicht klappt, trägt ihr auch zu. Ich bin mal gespannt, was die AfD in Sachsen-Anhalt an der Regierung hinstellen wird und wie sie dann auch Entscheidungen, auch übrigens Prioritäten treffen müsste. Davon hat man ja schon das allererste Mal gesehen bei so einer allerersten Pressekonferenz, als es plötzlich um Sachthemen ging und nicht mehr um Wahlkampf. Da kam der Kollege Siegmund aber mächtig ins Schleudern, weil er dann nicht mehr allen alles versprechen konnte, sondern sagen musste, ja das ist mir wichtig, aber das ist auch wichtig und dann merkt er Scheibenkleister, ich habe diese andere Gruppe der Russenfreunde noch nicht adressiert und dann musste er noch eine Biegung machen, mal schauen wie das wird. Aber zurück zu Friedrich Merz. Der ist bislang kein guter Kanzler, gemessen an dem, was er a. Versprochen hat oder b. was vielleicht auch möglich gewesen wäre, weil davon noch nicht so rasend viel erreicht ist. Da gebe ich Ihnen recht. Aber. Die Wut, die sich über ihn ergießt, und das radikale Fokussieren auf diese eine Person, das mag das Gefühl der Leute sein, aber berechtigt ist es deswegen ja noch nicht. Also wo führt uns das jetzt hin, wenn wir den Kanzler wegschießen oder, die CDU ihren Kanzler abräumen lassen, in einer Wutwelle von der Basis, meinetwegen auch getriggert von tatsächlich den Benzinpreisen. Wo führt das denn alles hin? Hat denn irgendeiner nochmal den Blick etwas über den Tellerrand des Tages? Gut, die Ministerpräsidenten, die acht Ministerpräsidenten der CDU haben ja gerade so eine Art Solidaritätserklärung abgegeben, eine verklausulierte, in der er der Kanzler namentlich nicht genannt wird, sondern nur als Bundeskanzler einmal ganz kurz hinten. Ja, wir haben ja auch zwei oder vier meistens. Deshalb muss man ihn auch immer mit Namen nennen, damit man weiß, welchen von den vier wir meinen. Mann, Augstein. Nein, es ist nur deshalb komisch, weil... Aber das ist genau die Krankheit. Es ist nein. Jetzt wird in diesem Text der bestimmten nur... Nicht ewig halten wird. Aber da wird jetzt noch künstlich nach irgendwelchen Dingen gesucht, wo man sagen könnte, das schadet ihm, das schadet ihm auch. Der Umstand, dass die diesen Text überhaupt veröffentlicht haben, zeigt schon, wie das sozusagen das Wasseroberkante Unterlepp besteht, weil sonst veröffentlicht gar nicht so ein Text. Dass die Ministerpräsidenten sich alle zusammentun müssen, um zu sagen. Im Prinzip sagen sie ja, wir greifen diesen Bundeskanzler jetzt nicht von hinten an. Wir sägen jetzt hier an dieser Stelle nicht an seinem Stuhl. Das sagen acht Ministerpräsidenten der CDU vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Das alleine zeigt ja schon, dass echt die Situation irgendwie ziemlich düster ist. erstens und zweitens wollen wir mal gucken, was passiert, wenn in Mecklenburg tatsächlich die CDU aus dem Landtag rausfliegt. Sieht im Moment vielleicht nicht so aus, kann aber sein, weil man weiß es nicht, weil da sind die Fehlermarschen gerade genau so, dass die CDU auch unter 5% landen könnte, dann würde sie einfach das erste Mal aus dem Landtag rausfliegen, so wie die FDP oder so, Parteien, von denen man heute gar nicht mehr weiß. Was bleibt denn dann noch von der Solidaritätsadresse? Das wird man sehen. Naja, wo Sie gesagt haben, niemandem ist gedient, wenn jetzt der Kanzler abgesägt wird. Es können sich aber Dynamiken entwickeln, wo er einfach sozusagen in sich zusammenfällt, ohne dass daran jemand sägt. Aber das ist ja mein Text. Es kann passieren, dass von der Basis der CDU aus eine derartige Dynamik entsteht, wie sie damals bei Jens Spahn entstanden ist, wegen der Leihmutterschaft. Das ist ihr Text, weil es richtig ist. Es ist ihr Text und das, was nicht richtig ist, ist mein Text. Weil ich es schon gesagt habe, Augstein. Wann war das? Kluge Zuhörer dieses kleinen Podcasts haben mich das schon mehrfach sagen hören. Dass die eigentliche Gefahr von der Basis ausgeht. Und wenn man länger betrachtet, geht die eigentliche Gefahr von der SPD aus. Für diesen Kanzler, da kommen wir gleich noch zu. Aber erst mal. Ist es doch notwendig und auch hilfreich für den Bundeskanzler, wenn die acht Leute, Ministerpräsidenten, denen hier die ganze Republik unterstellt, einer von denen trägt ihn jetzt gleich ab, oder sie machen es zu acht. Auf jeden Fall aus dieser Gruppe heraus wird der Putsch geführt werden. Wenn die sagen, nein, stimmt nicht. Schlimm genug, dass der Kanzler so schlapp dasteht, dass man das machen muss. Aber erst einmal hilft es ihm. Erst einmal sagt es, nee, ihr täuscht euch. Wir machen derzeit keinen Putsch. Wir planen derzeit keinen Putsch. Das ist ja das Verrückte. Der Kanzlerposten ist inzwischen so schlecht angesehen, so runtergerockt, niemand will diesen Job machen. Denn wenn man ihn jetzt übernehme, zu dem jetzigen Zeitpunkt, müsste man, das ist so wie eine Baustelle, wo irgendwie so die eine Truppe haut ab und lässt das Ding irgendwie so halbfertig und dann muss die andere irgendwie rein und versuchen das sozusagen zu Ende zu bringen. Das ist natürlich ein wahnsinnig undankbarer Job. Die Frage ist, ich glaube übrigens, ich weiß nicht, ob Sie jetzt Lust und Zeit haben darüber zu sprechen, aber ich glaube, das eigentliche Problem ist, dass dieses Reformpaket, dieses sogenannte, was ja wahnsinnig kompliziert ist, und was wir im Detail in Einzelheiten hier manchmal schon besprochen haben, ich glaube, das eigentliche Problem ist dieses Reformpaket. Und das merkt man jetzt. Auf das hat diese Regierung ihr gesamtes politisches Kapital, ihre Zukunft gesetzt. Das ganze Land hat darauf gehofft. Und ich glaube, dass man jetzt schon absehen kann, dass dieses Reformpaket nichts Halbes und nichts Ganzes ist. Es ist eben nicht wirklich ein SPD-Paket und nicht richtig die Träume der CDU. Und es löst sozusagen die strukturellen Probleme, die Deutschland definitiv hat, in einem viel zu geringen Ausmaß. Das ist eigentlich das Thema und die Tragik dieses Bundeskanzlers Merz. Augstein, an der Stelle stimme ich Ihnen zu. Zumindest an dem Punkt, dass das Wohl und Wehe dieses Bundeskanzlers ein bisschen an Mecklenburg-Vorpommern, aber vor allem an den Reformen hängt. An seinen Reformen, die, wenn Sie so wollen, der Rest seiner in Anführung geistigen, Geschäftsgrundlage, seiner Kanzlerschaft sind. Wenn das nicht kommt, ist er auch weg. Wenn das aufgeribbelt wird, wird er aufgeribbelt. Insofern ist das schon eine Einheit. Und ich finde, wenn wir uns auf das bisschen Reformen nicht mehr einigen können, denn aufgeribbelt werden sie ja von links, wenn überhaupt. Wenn wir uns auf das bisschen Reformen nicht mehr einigen können in diesem Land, dann gibt es wirklich ein echtes, objektives Problem. Denn wer soll es denn dann machen? Und dass sie den Sozialstaat retten durch noch mehr Sozialstaatsausgaben und noch mehr Sozialstaatsbürokratie, das wird doch wohl niemand glauben, außer der SPD, die blöderweise mitregiert und die Frau, um jetzt den Bogen nochmal zu Mecklenburg zu spannen, die Frau, die gerade mit einem Anti-Reform-Kurs-Wahlkampf ziemlich gut abschneidet für die SPD. Wird nachher die starke Frau in der SPD und den Raum für Friedrich Merz noch weiter einhängen. Das ist die eigentliche Gefahr. Die Reformen sind der Dreh- und Angelpunkt und die SPD ist kurz davor, sie aufzukündigen. Ich weiß nicht. Und das verstehe ich nicht. Verstehen Sie das? Warum machen die das? Das ist alles schon verabredet und jetzt gehen sie zurück. Nein, diese Bundesregierung guckt zu, wie die industrielle Basis Deutschlands langsam zerbröselt und hat darauf keine richtige Antwort, weil sie die wegen ihres ideologischen Korsetts nicht haben kann. Wir haben es hier neulich schon besprochen, wo ich in der merkwürdigen Situation war zu sagen, irgendwie so von China lernen heißt Strukturwandel planen lernen und die deutsche Bundesregierung macht viel Industriepolitik. Wir dürfen es nicht falsch verstehen, die sind jetzt keineswegs, haben die irgendwie so einen altmodischen Hands-off-Approach, dass sie sich da nicht einmischen. Sie machen schon wahnsinnig viel, aber ihre Idee ist immer, man muss den Markt hier ein bisschen korrigieren und da so ein bisschen ergänzen und so das so begleiten praktisch und so Rahmenbedingungen schaffen. Was sie aber nicht tun, ist sozusagen eine aktive Planung dieses Strukturwandels für die Zukunft, um eben unsere Arbeitsplätze hier und die industrielle Basis meinetwegen auch aus strategischen und geopolitischen Gründen zu sichern. Das können sie nicht und das wollen sie nicht. Der einzige Bereich, in dem das tatsächlich passiert, ist ja interessanterweise der Rüstungsbereich. Das heißt, wir haben ja die perverse Situation, dass jetzt VW-Arbeiter dann umgeschult werden zu so Rüstungsarbeitern und darüber alle froh sind. Und das kann es ja nun nicht sein. Aber dabei ist der Approach, den sie in der Rüstung machen, den sollten sie sozusagen in den anderen Industrien auch... Naja, und da, Entschuldigung, das ist aber ganz kurz, weil manchmal fragen ja die Leute... Herr Augstein, Sie reden immer mit dem Kollegen Blome. Sind diese Streitereien, die Sie da mit ihm machen, sind die eigentlich echt. Oder denken Sie sich das irgendwie so aus, ist das nur gespielt? Und hier haben wir, und dann sage ich immer, nein, das ist nicht gespielt, weil es wäre nämlich langweilig. Und hier, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, haben Sie mal einen Punkt, wo wir uns einfach fundamental unterscheiden. Ich glaube tatsächlich, linke Wirtschaftspolitik wäre für dieses Land gut, weil sie eine planerische Komponente reinbringt, dort wo der Markt versagt. Und der Markt versagt gerade, denn unsere Arbeitsplätze gehen hier alle gerade verloren. Ich gebe Ihnen nochmal recht, lieber Kollege Augstein. Da ist jetzt auch was schiefgelaufen. Nein, wir haben wirklich unterschiedliche Auffassungen. Wirklich sehr fundamental unterschiedliche Auffassungen. Nein, dass Arbeitsplätze verloren gehen, beweist nicht, dass der Markt versagt. Man könnte sogar sagen, ein bisschen kühl, das gehört zum Markt dazu. Das ist Strukturwandel. Deutschland hat in ganz vielen Jahrzehnten davon profitiert, dass es selber Arbeit geschaffen hat, Produkte hatte, die gut gegangen sind, und das hat Arbeitsplätze nach Deutschland gezogen und in anderen Ländern vielleicht Industrien in Gefahr gebracht, die dann nicht mehr so gut waren wie die Deutsche, zum Beispiel nach dem Zweiten Weltkrieg, zum Beispiel in Teilen Europas sogar. Aber was wir sehen, ist also eine Veränderung der deutschen Wirtschaft. Und jetzt wächst sie übrigens. Sie wächst im Moment in den ersten beiden Quartalen, wächst sie in Summe schneller als in den USA. Naja, sie wächst, sie wissen auch warum. Weil wir irgendwie so Milliarden, wirklich hunderte von Milliarden an Schuldengeld da reinmachen. Das ist das berühmte Strohfeuer. Das ist sozusagen linke Wirtschaftspolitik auf die aller, aller schlechteste Art und Weise. Also egal, wir müssen auch bei diesem Punkt uns gar nicht festhalten. Wir können auch andere Aspekte, sozusagen dieses sogenannten Reformpakets durchgehen und werden dann feststellen, das ist ja nicht nur aus linker Sicht, das ist ja unbefriedigend. Fragen Sie doch mal die die-hard-redneck-Konservativen in der CDU, die sich von Merz richtige, echte CDU-Politik versprochen haben. Die sind ja auch alle unzufrieden mit ihm. Das meine ich doch. Dieser Kanzler hat sich sozusagen zwischen alle Stühle gesetzt. Er macht keine richtig linke Wirtschaftspolitik, aber keine richtig konservative macht er auch nicht. Ja gut, aber es ist halt, ich meine, wovon träumen sie denn? Das wird ja immer schlimmer. In Gefahr und Not ist der Mittelweg der Tod. Das macht er hier halt. Genau. Wir brauchen einen, der durchgreift. Wir brauchen jetzt einen, der durchgreift, lieber Kollege Ausstein, so einen Anführer. Und dann streichen wir das an weg und dann sind wir da. Mann, das ist halt eine Kompromisskoalition, wie jede einzelne Koalition eine wäre. Weswegen übrigens die AfD nochmal nach Sachsen-Anhalt geguckt, keine will. Die wollen nämlich keine Kompromisse machen. Jetzt stellt sich heraus, sie haben selbst in Sachsen-Anhalt keine absolute Mehrheit gemacht. Dann sind sie also regierungsunfähig und nehmen fast 44 Prozent der Wählerstimmen aus dem Spiel. In Sachsen-Anhalt. Weil sie keine Kompromisse machen wollen. Und sie verteufeln jetzt Kompromisse. Das geht so nicht. Dann können wir den Laden zusperren. Ernsthaft. Und natürlich müsste man, würde ich sagen... Die SPD begreifen, dass sie diesem Bundeskanzler mehr Luft lassen soll, weil es wahrscheinlich der Letzte ist, der aus der bürgerlichen Mitte kommt, wenn der jetzt hier vom Hof gejagt wird, beziehungsweise diese Regierung zerbricht. Diese staatspolitische Verantwortung vermisse ich bei der SPD, obwohl ich auch der Meinung bin, dass Friedrich Merz jetzt auch als Kanzlerperson, nicht allen Erwartungen, die ich hatte, entsprochen hat. Und Blume, ich teile die Weltuntergangsstimmung im Angesicht des Aufstiegs der AfD nicht. Ich glaube, dass dieses Land die AfD aushalten muss und aushalten wird und auch hinter sich lassen wird. Und ich glaube, dass die Sachen, die wir im Ausland gesehen haben, wo demokratische Staaten zeitweise in die Hände von autokratischen Figuren, Institutionen, Parteien usw. Geraten sind und sich dann auch daraus wieder befreien konnten. Ich glaube, dass diese Entwicklungen uns auch Mut geben können. Diesen demokratischen Prozess sozusagen durchzuhalten. Das finde ich erstmal wichtig. Also ich finde das ein wichtiges Plädoyer, weil es bedeutet, man muss nicht jede unsinnige Verrenkung machen. Man muss nicht eine Koalition von der CDU bis zum BSW machen, nur um die AfD zu verhindern. Ad eins. Aber ich glaube, das funktioniert nur, wenn man Good Governance vorfindet als Wähler und Wählerin. Ich glaube, man muss, gute Regierungskunst ist der größte Feind des Populismus, egal ob Rechts- oder Linkspopulismus. Wobei ich sagen würde, wie gesagt, ich würde mir ein bisschen mehr Linkspopulismus wünschen, aber egal. Gute Regierungskunst, davon haben wir halt so wenig. Wir haben halt so viel, Pfuscherei, halbes Handwerk, irgendwie unklare Sachen, die keiner versteht, die zu kompliziert sind, wo die Botschaft irgendwie unterwegs verloren geht, die widersprüchlich sind, die dann wieder eingefangen werden. Und das liegt nicht am komplizierten deutschen System. Das liegt nicht am Prinzip des Kompromisses, gegen das ich mich überhaupt nicht ausspreche, sondern es liegt daran. Schwer zu sagen. Ehrlich gesagt, weiß ich, kann ich es Ihnen nicht sagen. Ich glaube, es liegt einfach daran, dass handwerklich Merz es zum Beispiel nicht kann. Er kann es nicht. Und natürlich wäre es besser, wenn jemand, der in Nordrhein-Westfalen gezeigt hat, dass er ein 16 Millionen Bundesland steuern kann, den Laden übernehmen würde. Na klar, natürlich wäre das besser, weil er es wahrscheinlich einfach besser könnte als Merz zum Beispiel. Ich meine, seine Personalpolitik in der CDU haben wir jetzt alle mitbekommen, wie ihm da ein oder andere Mal irgendwie das alles scheitert und um die Ohren fliegt, weil die Leute auch ihm offensichtlich gar nicht mehr gehorchen, weil er gar keine Autorität mehr hat. Natürlich sollte Herr Wüst das übernehmen. Besser wäre es auf jeden Fall. Also kann sein, dass Schrödinger Merz über den Punkt hinaus ist, wo irgendjemand oder irgendetwas ihn noch retten kann und man sagen muss, das ist jetzt unrettbar verloren, von dem niedrigen, super niedrigen Niveau seiner persönlichen Werte. Kommt er nie wieder weg, der Mann ist nicht zu retten. Aber. Die Kosten dieser Operation Kanzlertausch sind in vielfältigster Weise bis hin zu Herrn Wüst, der natürlich einer der gottgegebenen Kandidaten, dann wäre so viele, hat die CDU da ja nicht mehr. Bis hin zu Herrn Wüst, wären die Kosten dieser Operation so hoch, nochmal wieder ein paar Monate Stillstand. Wer weiß, ob die Regierung überhaupt zusammenbleibt, dann Neuwahlen. Das heißt, auf der Reformuhr läuft ja auch die Zeit, Und selbst wenn die Reformen nicht weit genug gehen, sind sie doch die richtige Richtung. Und es muss ja irgendwann mal anfangen, ein paar Dinge aufgeräumt zu werden. Und wollen sie das wirklich riskieren, das jetzt auch noch aufs Spiel zu setzen in einem Wahlkampf, wo sich dann alle wieder eingraben und dann mühsam da wieder raus müssen und am Ende wahrscheinlich beim selben Programm rauskommen, nur in einer Dreier-Koalition. Denn dass die AfD im Bund die absolute Mehrheit macht, das glauben sie auch selber nicht. Gut, wenn ich Ihnen zuhöre, habe ich den Eindruck, der einzige Grund, warum Merz nicht weg soll, ist, dass er nicht weg darf und nicht weg kann und kein anderer kann kommen. Und das ist eben das Ende von Politikblume. Das ist die Kapitulation von Politik, dass man sagt, wir lassen einen, von dem wir im Grunde wissen, dass er es nicht kann, weitermachen, weil wir, glauben, dass das System schon so angeknackselt ist, dass es den Transitionsprozess nicht überlebt. Das ist doch Gaga. Augstein, es ist Hegel. Klassisch Hegel. Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit. Und die Notwendigkeit sind diese Reformen. Wenn Sie das begriffen haben, sind Sie frei. Und dann können Sie auch mit Friedrich Merz leben, der immerhin ein ganz glaubwürdiger Reformer ist. Anders als viele andere. Anders auch ehrlich gesagt als Herr Wüst, wo ich nie ganz genau weiß, was ich in ihn reinprojizieren soll. Außer irgendwelche Hoffnungen. Aber für was und welche Politik genau steht der? Außer für geräuschlos. Das finde ich so großartig. dass das Top-Lob an Herrn Wüst, für Herrn Wüst und seine schwarz-grüne Koalition in dem großen Land Nordrhein-Westfalen immer ist. Er regiert geräuschlos. Ja super, vielleicht ist es einfach auch ideenlos und reibungslos und fruchtlos. Geräuschlos, Augstein. Wollen Sie auch geräuschlos? Also soll man über Sie hinterher sagen... Er hat wirklich gut funktioniert. Er war ein geräuschloser Kollege. Was man über mich nachher sagen sollte, ist, dass ich richtig zitieren kann. Denn anders als Sie glauben, ist der Satz Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit nicht von Hegel, sondern von Friedrich Engels. Was aber auch wiederum ganz lustig ist. Passt ja vielleicht auch später für Hegel, Engels. Ich glaube auch schon in meinem Wikipedia Google-Dingsbums-Schnick-Schnack steht, Herr Engels hat gesagt, Herr Hegel hat es gesagt. Also hat es Hegel gesagt, laut Herrn Engels. Okay, wie gesagt, lassen wir mal, macht nichts. Pass auf, neues Thema, was mir gute Laune gemacht hat in dieser Woche. Wir sollen ja hier auch ein bisschen positive, constructive journalism, dass man auch praktisch den Leuten gute Laune macht, dass man auch Nachrichten verbreitet, die positiv sind, wo die Menschen das Gefühl haben, es geht nach vorne. Für mich die gute Laune-Nachricht dieser Woche war, dass von den Freiwilligen, die sich für den neuen Wehrdienst bei der Bundeswehr gemeldet haben, ungefähr ein Viertel für die Truppe körperlich nicht fit genug ist. Das finde ich bemerkenswert, das erinnert mich an den Film Alice's Restaurant, wo der Mann zur Musterung geht und dann praktisch mit dem Shrink, also mit dem I want to kill, kill, kill, kill und dann, hüpft der Shrink auch kill, kill und dann wird er ausgemustert, weil das war dann doch nicht so eine gute Idee. Also vielleicht ist das, sagt das irgendwas aus, über die Leute, die sich freiwillig zum Bund melden, ein Viertel sind körperlich für den Dienst nicht in der Lage. Ich finde, das ist ein gutes Signal für die Zukunft Deutschlands und der Bundeswehr. Was meinen Sie, Blome? Das heißt aber dann auch, wenn Sie die Zuckersteuer einführen, ist das ein Beitrag zur Wehrhaftigkeit der Bevölkerung. Sowieso, ja gut, das ist ja eh klar, das wissen Sie ja. Ja, aber das wollen Sie doch nicht. Sie wollen doch keine wehrhafte Bevölkerung haben. Jetzt müssten Sie logischerweise gegen die Zuckersteuer sein. Die Bevölkerung ist nicht so wehrhaft. Ich habe noch ein anderes Fun-Fact. Ich habe noch einen. Hinweis aus der Welt der Vernunft. Des praktischen Denkens. Also wenn da wirklich ein Viertel, der Interessenten in einem Zustand ans Kasernentor tritt, der den dauerhaften Verbleib hinter dem Kasernentor in der Armee infrage stellt, dann würde ich sagen, hat die Bundeswehr eine Aufgabe. Da hat sie eine Aufgabe. Aus diesen Leuten richtige Männer zu machen? Nein, aber zumindest Leute zu machen, die eine Uniform und eine Waffe gleichzeitig tragen können. Toll. Gut, also zweiter... Aber das war im Ernst. Wofür ist denn die Grundausbildung da? Sie müssen halt erstmal tauglich sein, um die Grundausbildung überhaupt mitmachen zu können. Konnten Sie beim Eintritt in die Bundeswehr mit schwerem Gepäck 20 Kilometer laufen? Ich konnte das nicht, aber am Ende meiner Grundausbildung konnte ich das. Sie waren das schwere Gepäck, weil Sie praktisch von einem Kameraden auf dem Rücken getragen werden mussten oder wie. Blume, die Bundeswehr hat sich verpflichtet, in Litauen eine ganze Brigade. Aufzustellen. Ja, praktisch, ich weiß nicht was, 5000 Mann, die müssen da hin, das sind alles mögliche, die da gebraucht werden. Und jetzt stellt sich raus, es gibt gar nicht genug Freiwillige. Und damit meine ich jetzt nicht Leute, die sich jetzt freiwillig melden bei der Bundeswehr, sondern auch in der Bundeswehr lassen sich sozusagen diese Posten gar nicht besetzen. Naja, Moment, das ist aber schon wichtig. Was ist das? Ist das eine Waldorfschule? Nein, aber es ist... Ein Kirchenstuhlkreis? Aber die Leute haben offensichtlich auf diesen ganzen Quatsch nicht in dem Umfang Lust, wie Herr Pistorius und Herr Merz und ich weiß nicht was und Frau... Wie heißt die nochmal von der FDP? Danke, Frau Strack-Zimmermann und so. Die Leute sind viel klüger als Frau Strack-Zimmermann. Die Leute wissen, dass es keine gute Idee ist an der sogenannten Ostflanke. Ostflanke, früher sagte man Ostfrauen, Ostflanke, sich irgendwie so die Gliedmaßen wegschießen zu lassen von irgendwelchen ukrainischen oder russischen Drohnen. Die Leute sind nicht so doof. Augstein, das ist jetzt wirklich crazy, was Sie jetzt erzählen. Jeder von denen, die nicht so gerne freiwillig dahin gehen würden und derzeit das vielleicht ablehnen, würden natürlich ganz allgemein sagen, das muss aber sein, das ist eine sehr, sehr gute Sache. Ich würde glauben, jeder sagt, tolle Sache mit der Brigade in Litauen, aber mir passt das jetzt nicht ganz so sehr. Also ich habe gerade, also Sie müssen verstehen, mein Fußballverein, mein Kind wird gerade eingeschult. Ich weiß nicht was. Da kann ich nur sagen, Augen auf bei der Berufswahl. Diese Leute sind in eine Armee eingetreten. Und was ist der Kern von Armeen? Unter anderem... Landesverteidigung. Ja, Befehle und Gehorsam. Landesverteidigung. Landesverteidigung. Und nicht am Hindukusch. Sie lenken ab. Es ist eine politische Entscheidung. Die Armee folgt dem Parlament. Das Parlament möchte das gerne so haben mit Mehrheit. Gibt vielleicht irgendwann mal eine andere. Dann können die ja die Zelte wieder abschlagen. Aber so lange gilt, die Bundeswehr hat diese Brigade dahin zu stellen. Und ansonsten gilt auch Befehl und Gehorsam. Das kann doch wohl nicht wahr sein, dass eine ganze Armee sagen kann, ah ja, nee, es passt heute nicht. Könnt ihr, 16 Uhr ist Schluss hier. Könnt ihr morgen wieder kommen oder am besten gar nicht und woanders suchen gehen? Das verstehe ich nicht. Und Herr Pistorius, der der knorrige Verteidigungsminister sein möchte oder vielleicht auch nur der Darsteller eines knorrigen Verteidigungsministers, der lässt das einfach sich bieten? Geht's noch? Nö, aber ich meine, das ist natürlich auch die Art von Politik, wo man, wenn man möchte, sagen kann, das geht eben offensichtlich über die Köpfe der Menschen hinweg, hier auch über die Bediensteten der Bundeswehr. Die wollen das vielleicht alles in dem Umfang gar nicht, wie ihre Oberen das wollen, wie die Politiker das wollen, wie vielleicht sie in ihrer Redaktionsstube den Leuten beibiegen sollen, dass sie es wollen sollen und so. Also das finde ich ja ganz interessant, dass hier eben die Schere aufgeht zwischen dem, was sozusagen, ich sag mal, der breite Mann auf der Straße möchte und was irgendwelche Leute in den. Also jetzt metaphorisch in den glitzernden Bürotürmen von Berlin, obwohl die gibt es ja hier gar nicht, aber egal. Ja, das ist schon interessant und ich finde es interessant, dass sie dann sagen, ja gut, Schnauze, Arschbacken zusammen, Kittenriemen enger schnallen und mal noch ostwärts hier Jungs und so. Ich weiß nicht, ob sie mit dieser Haltung, das ist genau das gleiche wie mit den Reformen vorher. Wie wollen sie eigentlich, wenn die Leute von den Reformen nicht überzeugt sind, das Volk mitnehmen, die Reformen irgendwie so zu tragen und zu ertragen. Wie wollen Sie mit einer Bundeswehr, die offensichtlich nicht im ausreichenden Maße überzeugt ist, dass dieser Dienst in Litauen irgendwie sinnvoll und richtig ist, den dann eigentlich richtig machen? Wie wollen Sie mit Wehrpflichtigen, die erstens sich nicht im ausreichenden Umfang melden und dann, wenn sie sich melden, praktisch irgendwie so zu dick und zu nerdig sind, um irgendwie die Knarre tragen zu können, diese ganze Zeitenwende überhaupt hinbekommen? Merken Sie nicht, worauf ich hinaus will. Ehrlich gesagt, Sie da oben, die Politiker, die Medien und so, wollen den Leuten einen Kurs vorgeben, den die Leute gar nicht wollen. Ja, wenn Volkes Stimme so einfach zu lesen und zu hören wäre. Denn alle weite, große Mehrheiten bei Befragungen sagen, ja doch, doch, dieses Land braucht Reformen, richtig kräftige Reformen. Ja, aber nur nicht jetzt beim, da wo es mich angeht. Dieses Land braucht eine feste, sichere Landesverteidigung und irgendwie haben wir da vielleicht ein bisschen viel gespart. Kriegen sie eine Riesenmehrheit für in Umfragen. Aber ja, und dann fehlen halt 200 bis 300 Leute, um diese Brigade mit 5000 Leuten insgesamt voll zu kriegen. Also im Großen und Ganzen, glaube ich, stehen die Leute voll hinter diesen Entscheidungen, oder hinter dem großen Ziel dieser Entscheidung. Nur wenn es ins Einzelne geht, wenn es konkret wird, dann haben sie irgendwie Bedenken. Dann möge man doch bitte Nachbarshaus anzünden. Das nennt man, glaube ich, das Floriansprinzip. Und ich will den Leuten jetzt gar nichts unterstellen oder gar nicht irgendwie ihnen die ganze Schuld zu schieben. Es ist auch eine Frage von Vermittlung und Mitnehmen, ja. Aber für den Fall, nehmen wir mal für eine Sekunde an, die Reformen wären objektiv richtig. Sie wären einfach objektiv richtig und hätten trotzdem im Moment nicht die vollständige, ausreichende Zustimmung. Müsste man sie dann versuchen mit einer parlamentarischen Mehrheit, die sich diesen Reformen verpflichtet hat oder meinetwegen auch der Brigade in Litauen verpflichtet hat, sie dann mit dieser parlamentarischen Mehrheit durchsetzen, obwohl es eine Umfragemehrheit, zeitweilig, phasenweise dagegen gibt? Weiß ich nicht. Sie können diese Frage rhetorisch stellen, um allen Leuten schlechte Laune zu machen. Sie sollten sich bloß selber fragen, wie weit sie die Politik in einem Land entfernen wollen von der Stimmung im Land. Ich würde das für keine gute Idee halten. Und wenn ich jetzt lese, dass dieser Fragebogen, der verschickt wurde an die, wertdienstfähigen, also theoretisch, die in Frage kommen, jungen Männer, da wurden 83.483 von diesen Bögen irgendwie ausgefüllt, und zurückgeschickt. Und dann hat sich herausgestellt bei so Anfragen von den Linken im Bundestag, in Wahrheit haben mehr als 55.000 Männer und Frauen, also die weitaus überwiegende Mehrheit angekreuzt, dass sie kein Interesse daran haben zur Bundeswehr zu gehen. Das müssen sie dann einfach mal zur Kenntnis nehmen. Das heißt, dass sie haben nicht die Hälfte, sondern im Prinzip zwei Drittel so eines Jahrgangs, der ganz deutlich sagt, wir halten das für keine gute Idee. Und damit, das ist, weiß nicht, sie können natürlich sagen, faule Jungs, die nehmen wir mal richtig ran. Erstmal ein bisschen Formaldienst hieß es, Formaldienst. Was ist das? Formaldienst war das, was sie nicht konnten. Was heißt das? Was mir aber, ja, was Ihnen gut bekommen hat. Links, rechts, links, rechts, links, Marsch. Also worauf ich hinaus will, ist, wie weit wollen Sie quasi, Entschuldigung, am Volk vorbeiregieren, Blomme? Ja, gute Frage. Gute Frage. Die Wehrpflicht, glaube ich, war nie richtig beliebt. Also ich würde glauben, dass auch in Zeiten, als es sie gab, als wir beide bei der Bundeswehr waren und, glaube ich, 480.000, Leute unter Waffen waren, nur bei der Bundeswehr, also nur in Westdeutschland, in der alten Bundesrepublik, dass, wenn man so gefragt hätte, ach, wenn ihr das vermeiden könntet, würdet ihr das vermeiden? Also wenn es keine Wehrpflicht gibt, würdet ihr dann trotzdem zur Bundeswehr gehen? Da hätte im Zweifel auch ich gesagt, nee, muss ich nicht. Also so dringend habe ich es jetzt auch nicht. Aber da gab es halt die Wehrpflicht. Und vielleicht braucht es solche Streben, in so einer Gesellschaft, an denen sich dann immer mal wieder die Mehrheit in Umfragen abarbeiten kann, die aber trotzdem sicher stehen, weil sie halt objektiv notwendig sind. Ich glaube, dass das heute nicht mehr funktioniert. Ich kann mir vorstellen, und ich weiß, dass das früher ging und früher auch in der Unbeliebtheit es eine Akzeptanz gab für diesen Mechanismus. Ich glaube aber, dass diese Verbindung gerissen ist und die das bei den Leuten so nicht mehr herstellen können und sie eigentlich setzen müssten auf. Eine intrinsische Motivation, um jetzt mal dieses furchtbare Wort zu benutzen und eben nicht auf äußeren Zwang, sondern auf so eine Einsicht in die Notwendigkeit, vielleicht auch, das Gefühl, dass man davon selber irgendwie profitieren kann, dass man da irgendwas mitnehmen kann, dass es einem irgendwas gibt. Vielleicht auch nur, dass es einem etwas gibt, weil man das Gefühl hat, man gibt jemand anderem etwas. All das ist ja durchaus vorstellbar. Völlig jetzt ohne Sarkasmus. Das sind ja alles Möglichkeiten, wie man sowas empfinden kann und wie das zur Motivation beitragen kann. Tatsache ist aber, dass das zum Beispiel, was jetzt hier diese möglichen Rekruten angeht, im Moment offensichtlich nicht der Fall ist. Und dann sollte vielleicht der knorrige Pistorius sich mal überlegen, wie er das ändern kann. Anstatt einfach jetzt nur zu sagen, wenn du dich nicht freiwillig beugst, dann zwinge ich dich halt mit Gewalt. Du linke Zecke. Linke Zecke. Sie wissen Blume, ja? Die linke Zecke, was das ist, ja? Wissen Sie, was eine Zecke ist? Das wissen Sie gar nicht. Bei uns waren Zecken ungediente. Das waren Zecken. Wo kommen Sie denn her? Ja, naja gut, was meinen Sie, was ich alles erlebt habe? Das können Sie sich gar nicht vorstellen. Dann aber vielleicht nächste Woche mehr hier. Nein, bitte nicht, lieber Kollege Augstein. Das war jetzt eine Exkurs. Ich habe Sie reden lassen, aber ich weiß nicht. Ob ich Ihnen damit was Gutes getan habe. Mein Großvater von der Ostflanke erzählt. Mein Großvater von seiner Ostflanke erzählt. Wenn wir uns das nächste Mal treffen, Kollege Augstein, ist die Mecklenburg-Vorpommern-Wahl. Schon Geschichte, denn dann kommen wir mit einem Sonderpodcast am Montag nach dieser Wahl und können das Loch, den Krater, die Vertiefung, die Erdvertiefung in der CDU ausmessen, die dieses Wahlergebnis womöglich wahrscheinlich ziemlich sicher hinterlassen wird und der Frage nachgehen, ob der Bundeskanzler dann von einer Art Tsunami weggerissen wird, der kein Halten mehr kennt, weil er von ganz unten alles, was oben ist, wegschwemmt in dieser Partei namens CDU. In diesem Sinne bis nächste Woche. Danke, Blumen und Tschüss.