Hallo Blome, schönen guten Abend ins Hauptstadtstudio von RTL. Ich bin zu Hause, wie es sich gehört, vor dem Fernseher. Sie sind bei der Arbeit. Wir werden gleich über diesen Wahlabend reden. Kleiner Hinweis für unsere Hörerinnen und Hörer zu Hause. Wir nehmen dieses Gespräch am Sonntagabend, dem 20. September, 20.35 Uhr auf. Es ist der erste Tag vom Anfang des Endes der alten Bundesrepublik, aber dazu mehr gleich nach dem Intro. Ja, lieber Kollege Augschein, ich melde mich hier aus dem Fernseher quasi, derweil Sie vor dem Fernseher sitzen und habe zunächst einmal eine Frage, viele Fragen. Und zwar 48 Prozent der 24- bis 35-Jährigen haben in Berlin die Partei Die Linke gewählt. Meine Kinder befinden sich alle drei in dieser Altersgabel und ich habe Fragen. Ich habe Fragen. Ich habe Fragen. Gut, ich bin aus dieser Altersgruppe raus, das wissen Sie. Ich bin zwar jünger als Sie, aber so viele Jünger dann doch nicht. Okay, das ist interessant. Das ist das Erste, womit Sie anfangen wollen. Sie wollen nicht damit anfangen, dass der Bundeskanzler gesagt hat, es ist ein Desaster. Sie wollen nicht damit anfangen, dass ich eben gesagt habe, das ist der Anfang des Endes der alten Bundesrepublik. Sie wollen jetzt anfangen damit, dass in Berlin die jungen Leute links sind. Sie wissen schon, dass Churchill gesagt hat, wer mit 18 nicht links ist, hat kein Herz und wer mit 19 immer noch ist, hat keinen Verstand oder so. Ja, was soll ich denn sagen? Meine Kinder haben alle links gewählt, so wie es sich gehört. Jawohl. Die durften auch die 15- und 16-Jährigen wählen. Aber na klar, es geht um den Bundeskanzler und sein Schicksal. Und in Mecklenburg-Vorpommern sind die letzten Hochrechnungen, in dem Augenblick, wo wir hier sprechen, gerade wieder so, dass die CDU mit 5,0 auf der Netzkante liegt. Also das ist offenkundig alles noch nicht so ganz gegessen. Aber es ist schon beinahe egal, ob die CDU aus dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern fliegt oder nicht. Und das beschreibt ja die Tiefe des Einschlages, die der Bundeskanzler versucht hat aufzufangen. Indem er sich sofort um 18.05 Uhr, also unmittelbar so ungefähr nach der ersten Prognose, 18.10 Uhr hingestellt hat und so eine Art Rede gehalten hat. Ich weiß gar nicht an wen, aber es war eine Rede, wo er sein persönliches politisches Schicksal eins zu eins mit den Reformen verbunden hat und versucht hat, die Reformen, zu überhöhen als den wahren Kampf gegen das Autoritäre und sich damit auch selbst ein bisschen zu erhöhen, nämlich mindestens mal über diese garstigen Niederungen, der beiden Landtagswahlen, die ja beide sehr schlecht ausgegangen sind für die CDU. Glauben Sie, das funktioniert? Ich fand diese Rede beeindruckend, weil sie so ehrlich war und auch so verzweifelt und irgendwie hatte sie so was Churchill-haftes, ja, we shall never surrender, we will fight them on the beaches, landing grounds in fields, in streets and on the hills, praktisch so, das war so ein bisschen so der Tenor. Aber er konnte auch entweder nur diese Rede halten oder die andere, die ja auch denkbar gewesen wäre, okay Leute, mit mir geht es nicht mehr und ich glaube, ich haue jetzt meinen Sack und das muss ein anderer weitermachen. Darf ich vielleicht eins ganz kurz einschieben, nur aus der Perspektive des Nachrichtenflusses am Nachmittag. Also als, naja, man so ahnte, das wird jetzt aber doch ganz schön schlimm ausgehen und dann plötzlich es hieß am Nachmittag, am späteren, der Bundeskanzler kommt sofort nach der ersten Prognose so ungefähr raus und sagt was. Das haben wir alle gedacht, habe ich auch echt einen Moment lang gedacht, oh wow, wenn etwas Präpariertem kommt, dann tritt er von einem der beiden Ämter oder gar von beiden zurück. Ich hätte auf den Parteivorsitz Rücktritt gewettet, habe mich geirrt, er hat mit beidem festgehalten, aber so weit waren wir hier alle schon. Na gut, ich meine, ich fand es interessant, der Spiegel hat das als Eilmeldung für wichtig gehalten, Merz will Kanzler und CDU-Chef bleiben. Also offensichtlich war die Stimmung so, dass man auch eins von beiden, Stand zur Debatte vielleicht beides. Also wie gesagt, Merz hat gesagt, Kinnriemen enger schnallen, Arschbacken zusammenkneifen und weiter, weil wir keine andere Alternative haben. Ich finde, das ist aus seiner Position richtig und nachvollziehbar. Ich fürchte nur, dafür ist es zu spät. Ich meinte das vorhin nicht als polemischen. Aufreger und Kleinschlagzeile. Das hier ist der Anfang des Endes der alten Bundesrepublik. Die Volkspartei SPD gibt es schon nicht mehr. Also Leute wie ich sagen schon seit vielen Jahren, dass die SPD dabei ist, sich als Volkspartei aufzulösen und abzuschaffen. Und sie wird eben abgelöst durch eine andere neue Volkspartei. Und der CDU droht jetzt das gleiche Schicksal. Das ist eine Entwicklung, glaube ich, deren ganze Tragweite noch nicht so richtig erkannt ist. Am Wochenende war in der FAS ein wirklich fantastischer Leitartikel, der versucht hat, das einmal zusammenzuschreiben, was das eigentlich bedeutet für Deutschland, wenn in der Mitte eben ein Loch klafft, und die Volksparteien keine Bindung mehr haben in ihre sogenannten Stammwählerschaften, weil es gibt keine mehr. Es gibt diese Stammwählerschaften nicht mehr. Bei der CDU sind es nur noch die über 70-Jährigen und bei der SPD die letzten Boomer-Leute, die noch das Aufstiegsversprechen des alten Sozialstaats genießen konnten. Dieses Land ist im Umbruch, nicht nur wirtschaftlich, nicht nur die Geopolitik, die Zeitenwende ist nicht nur in der Verteidigungspolitik, sie ist eben auch in der politischen Politik und das erleben wir jetzt. Und was ich so irre finde daran, Entschuldigung, da gebe ich dann jetzt auch gleich an Sie weiter, dass die sogenannten arrivierten Medien die allergrößte Mühe haben, mit diesem relativ klar zu Tage liegenden Umstand zurecht zu kommen. Man merkt das an der ganzen Art, wie Ihre Kolleginnen, Entschuldigung, auch heute Abend wieder sich dieses Themas annehmen. Also bei Medienkritik finde ich immer ein bisschen vorsichtig. Das ist Wohlfall für jemanden, der sehr bequem am Sofa sitzt und dann klüge Sprüche macht, um das jetzt mal zurückzugeben. Machen Sie das nicht? Erleben wir das Ende der Volksparteien als Modell? Oder erleben wir. Eine Veränderung der Form und Art und Weise, Wahlkampf zu machen gegen Populismus von rechts, den wir bislang nicht kannten? Dass es eine Umwälzung ist, glaube ich, so weit waren wir schon, lieber Kollege Augstein, dass es sich massiv was verändert, kommend aus dem Osten... Ich glaube immer noch nicht, dass es in dieser Form auch den Westen erreicht, aber das wird man erleben, dass sich was verändert, wenn eine Partei, die mit niemandem koalieren will, also nicht regieren kann, an die 40, gar über 40 Prozent in Landtagswahlen macht. Ist doch klar, aber ich finde, der interessantere Ausfluss des heutigen Abends ist doch, wenn man so will, die interessantere Botschaft und die auch viel relevantere Botschaft als das Gemöhre Nachgedenke über Volksparteien, ist doch, dass es zweimal eine linke Mehrheit gegeben hat. Eine klassische linke Mehrheit aus SPD, Linken und Grünen und zwar in unterschiedlicher Reihenfolge in den verschiedenen beiden Wahlen und was heißt das jetzt für einen Reformkurs des Bundeskanzlers? Wie weit muss er oder kann er dem entgegenkommen? Das ist doch ein Missverständnis. Entschuldigung, auch das ist doch wieder altes. Denken aus dem Springer Verlag, dass die SPD eine linke Partei ist. Das glauben sie doch wirklich selber nicht. Ich meine das jetzt wirklich nicht böse, aber die SPD ist keine linke Partei. Die SPD gehört nicht zum linken politischen Lager. Das stimmt einfach nicht. Vielleicht ist das schlecht, vielleicht nicht. Vielleicht wollen die das auch gar nicht. Aber die jetzt mit dazu zu rechnen, ist wirklich ein echter Unsinn, wenn sie sich sozusagen den Track Record der SPD in den letzten 25 Jahren angucken. Also wenn ich, ja... Dann formulieren wir es anders, wenn Sie mit dem Begriff links nicht mehr können, was mich überrascht, weil Sie ja eigentlich immer ein Linker sind. Okay, aber dann sagen wir Anti-Reform-Kurs. Also diese Art von Politik, die diese Bundesregierung eingeschlagen hat, ist in diesen beiden Wahlen abgestraft worden. In Berlin durch die Linke und im Beiboot dann ein bisschen nach SPD, kann man gleich vergessen. Aber das wird ja eine Mehrheit ergeben müssen. Und in Mecklenburg-Vorpommern ist dieser Kurs von Friedrich Merz und der Koalition in Berlin abgestraft worden durch die SPD selber, durch Manuela Schwesig, die früh erkannt hat, die einzige Chance in diesem Bundesland, zu gewinnen oder zumindest nicht krachend zu verlieren, ist sich gegen die Bundesregierung, gegen Friedrich Merz, gegen die Reformen zu stellen. Und das ist der gemeinsame Nenner. Wir haben zweimal die Botschaft, wir wollen diese Reform nicht. Nicht in dieser Form und nicht von diesem Mann. Und was bedeutet das jetzt? Was bedeutet das für die CDU und diesen Mann? Und die Reformen vor allen Dingen. Blume, ich verstehe Sie gar nicht. Sie brauchen keine linke Mehrheit, um gegen diese Reform zu sein. Sie müssen sich klar machen, dass alle AfD-Wähler gegen diese Reform sind. Die müssten Sie ja noch dazunehmen. Dann bleiben echt nicht mehr viele Leute, die sozusagen im Moment an den Wahlurnen, wenn sie das so interpretieren wollen, diesen Reformen ihr Okay gegeben haben. Das ist natürlich, da brauchen sie die Linken nicht. Die AfD ist auch gegen diese Reform. Deshalb fand ich ja Merzens Rede wirklich beeindruckend und richtig, weil er im Prinzip gesagt hat, und mein Churchill vergleicht, der, habe ich jetzt auch nicht aus Spaß gesagt, weil er wirklich im Grunde gesagt hat, okay Leute, das ist jetzt hier ernst, das ist jetzt hier wie Krieg, wir ziehen das jetzt durch, scheißegal, was es uns kostet. Wir müssen das durchziehen, es ist wichtig, wir haben keine Wahl, sondern wir ziehen es jetzt durch. Und im Grunde sagt er, ist ja eh klar, dass er beim nächsten Mal nicht mehr antritt und dann ihn auch keiner mehr wählen will und so. Er schmeißt jetzt sein politisches Gewicht, wie groß auch immer das ist, in die Waagschale, um diese Reform, die er für richtig hält, durchzuziehen. Da muss ich sagen, Respekt, Herr Bundeskanzler, finde ich echt. Also weil, wenn schon, denn schon. Das ist jetzt so sein Motto. Angesichts dieses Desasters, Oton Merz. Ja, aber es liegt eben nicht mehr in seiner Kraft. Also wenn wir jetzt Churchill nochmal weiter bemühen, konnte Churchill ja sagen, ich regiere hier mit einer Mehrheit. Und solange das der Fall ist, wird nicht aufgegeben. Und solange ich das Königshaus hinter mir habe, und was man dafür alles so brauchte. Das ist nicht die Rolle von Friedrich Merz. Er kann eine Schweißblut und ich weiß nicht was Tränenrede halten oder wie jetzt heute Abend geschehen, sehr ernst vor die Leute treten und sagen, das muss sein, das ist richtig, es ist das beste Mittel gegen die Autoritären, aber er hat halt einen Koalitionspartner. Und der ist jetzt gerade Teil von zweimal einer linken Mehrheit geworden, die es anders haben will. In Berlin ganz anders und ich bin sehr froh, dass ich das jetzt nicht als Bürger der Stadt, sondern nur als Beobachter der Stadt erleben darf oder muss. Und in Mecklenburg-Vorpommern eben mit Frau Schwesig, die das Kommando in der SPD jetzt übernehmen wird. Ob sie jetzt im Koalitionsausschuss sitzt oder nicht, die beiden anderen Vorsitzenden der SPD, Deberbel Baas und insbesondere Lars Klingbeil, der mehr Schröder wagen wollte, sind jetzt in die zweite oder in den fünften Rang zurückgestuft. Und jetzt hat Manuela Schwesig das Sagen. Und an dieser SPD, die ja, wenn man ehrlich ist, im Bund so weit wohnt ist, wie ganz lange nicht mehr, hängt es jetzt, ob Friedrich Merz seine Reformen durchsetzen kann. Und das ist jetzt das System, und da bin ich jetzt bei Ihnen, Entschuldigung, unter dem Eindruck dieses Wahlabends, der noch ganz schön volatil zu werden scheint. Muss man sagen, jetzt kommt das Kompromiss- und Konsenssystem parlamentarischer Art in Deutschland tatsächlich an seine Grenzen. Ganz lustig, wie Sie eben gesagt haben, Sie sind froh, dass Sie dieses Berliner Ergebnis nicht als Bürger dieser Stadt miterleben müssen. Sie wohnen im Speckgürt dieser Stadt, Sie arbeiten in dieser Stadt. Jeder Tag führt Sie sozusagen Ihr Arbeitsweg durch diese Stadt. Also wenn die roten enteignenden Horden durch die Stadt ziehen, werden Sie davon auch nicht unbescholten sein. Man wird auch Ihren Fiat 500 dann dem Volksvermögen hinzufügen, lieber Kollege Blume. Ja, aber das steigert das Volksvermögen, möchte ich sagen, nicht in dem Maße, wie es nötig sein wird, um mehrere hunderttausend Wohnungen zu enteignen und dabei ja dann bezahlen zu müssen. Das geht so in die zweistelligen, deutlich zweistelligen Milliardenbetrag. Macht aber nichts, auch die Linken können zaubern, ist doch klar. Und ein Wort noch, lieber Kollege Blome, zu Manuela Schwesig, die sich auch heute Abend wieder von der CDU so schlecht gelaunt muffelige Vorwürfe, das ist ein personalisierter Wahlkampf, und kein Wunder, dass wir so verloren haben, wenn die Schwesig das so personalisiert, wo man sagt, Leute, seid ihr eigentlich nicht mehr ganz dicht. So geht es halt, das ist hier kein Kindergarten. So ist es dann halt. Die hat halt einen richtig guten Wahlkampf geführt. Die Frau, die ist halt wirklich wie so eine Löwin, hat sie sich da in dieses Gefecht gestürzt. Politik ist, ich interessiere mich ja gar nicht so doll für Politik. Aber das war wirklich eine echte Show. Das war eine Politik-Show. Und eine Sache, die hier völlig untergeht, die kein Mensch bisher gesagt hat, finde ich, und Sie auch nicht und ich bisher auch nicht. Das hier war ein Festtag der Demokratie. Die Wahlbeteiligung ist in Mecklenburg-Vorpommern noch nie so groß gewesen wie jetzt. Sie ist auch in Berlin wieder gestiegen. Nicht-Wähler, die in Scharen zu Hause geblieben sind bei den letzten Wahlen, sind zur Wahl gekommen. Das ist gelebte demokratie und natürlich haben viele von den afd gewählt ja aber so was das ist halt auch demokratie und all diese leute die immer sagen die afd ist der feind der demokratie da kann ich nur sagen verdammt und zugenäht demokratie ist halt nicht nur das was euch gefällt leute naja aber jetzt, sie haben recht und das sage ich auch immer und mache mir damit wirklich nicht nur freunde. Ein Nichtwähler ist schlechter als ein AfD-Wähler. Bin ich vollkommen dabei. Alle am besten 100 Prozent. Ich war sowieso immer für eine Wahlpflicht, aber sei es drum, 100 Prozent wäre noch besser. Aber natürlich, beide Lager, glaube ich, haben mobilisiert, sowohl die SPD und andere Parteien als auch eben die AfD, die sehr, sehr gut ist im Mobilisieren. Und das ist toll, das ist wunderbar. Ob deswegen automatisch die AfD demokratische Dinge möchte, das wage ich dann mal zu bezweifeln, aber das ist ein anderes Kapitel und das reden wir ein anderes Mal, was die da wirklich vor hätten und wirklich machen würden. Wir können es ja in Sachsen-Anhalt vielleicht demnächst beobachten. Aber ja, Frau Schwesig ist jetzt die AfD-Besiegerin. Gefühlt, sie hat zwar nicht Platz 1 gemacht, aber irgendwie sind alle so fürchterlich erleichtert, dass sie in die Nähe der AfD gekommen ist. Das ist ja auch schon beinahe rührend. Aber als AfD-Besiegerin wird natürlich geguckt, wie hat sie das denn gemacht? Okay, sie hat alle anderen Parteien hinter sich gesogen, beziehungsweise deren Wähler. Und das ist dann eben so, hat Herr Haselhoff vor vier oder fünf Jahren in Sachsen-Anhalt für die CDU ganz genauso gemacht als Ministerpräsident. Und kam dann bei 39 Prozent raus, da wäre die SPD fast rausgekippt aus dem damaligen Landtag. Das ist alles vollkommen okay, aber was passiert? Bedeutet es für Wahlkämpfe gegen die AfD, muss das jetzt immer so gehen? Und kein Wunder, dass die SPD das in Berlin nicht geschafft hat. Ehrlich gesagt, wer war da nochmal der Kandidat? Herr Krach, außer dass er jetzt irgendwie eine Hausdurchsuchung hatte, wegen irgendwelcher Sachen, die er in Hannover gemacht hat, im Sünden-Babylon sozusagen, der SPD in Niedersachsen, kannte und kennt kein Mensch diesen Menschen. Diese Idee der SPD, möglichst funktionärsgenehme. KandidatInnen, mit Gottes Schlag versehene KandidatInnen aufzustellen, die praktisch in den Gremien ganz toll zurechtkommen, weil sie sich da irgendwie so bewegen wie Fische im Wasser. Aber das ist toll für die Institution, aber ehrlich gesagt für die Wähler nicht so toll. Und dass Manuela Schwesig das begriffen hat und ausgeschert ist aus diesem Cordon, ist klug. Und es zeigt, dass sie eine richtige Politikerin ist. Und ehrlich gesagt, falls sie die SPD jetzt irgendwie übernehmen sollte, würde ich sagen, à la Bonheur. Ich meine, wir verlieren mit Herrn Klingbeil und Frau Baas wirklich nichts, dem man hinterher trauern würde. Aber darauf wollte ich ja hinaus, lieber Kollege Augstein. Sie wird die SPD als vermeintliche oder tatsächliche AfD-Besiegerin, als die Frau gegen Blau übernehmen. Sie wird auch die nächste Kanzlerkandidatin werden, wenn sie gerne einen weiten Blick nach vorne nehmen möchten. Aber was wäre es. Wenn die Reformen, von denen der Bundeskanzler sprach, und das haben sie ja so ernst genommen und gut gefunden irgendwie, wenn diese Reformen wirklich wichtig sind? Wie viele Kompromisse kann die CDU, kann dieser Kanzler noch machen, einer SPD, die sich jetzt unter dem Eindruck dieser Wahlergebnisse auf einen anderen Pfad macht? Das meinte ich eben mit, wir kommen an die Grenze der Koalitions- und Konsens. Demokratie, weil diese Art Kompromisse. Die von der SPD mutmaßlich jetzt gefordert werden unter dem Eindruck von Frau Schwesig und ihrem Wahlsieg oder Wahlerfolg, Sieg ist es ja nicht, diese Kompromisse kann die CDU nicht mehr machen. Obwohl ja eigentlich doch die alten Volksparteien eben genau die sind, die Kompromisse machen müssen und können. Die Antwort liegt doch auf der Hand. Die Antwort, lieber Kollege Blum, liegt doch auf der Hand. Diese Reformen sind nicht das Papierwert, auf den sie geschrieben sind. Sie sind für die Linken zu sozialstaatsfeindlich und für die konservativeren wirtschaftsfreundlichen CDU-Leute zu wenig wirtschaftsfreundlich. Sie sind eben nichts Halbes und nichts Ganzes und sie überzeugen nicht mal die Parteien, die sie tragen und geschweige denn die Menschen im Land, die sie erdulden und umsetzen müssen. Wie soll das funktionieren? Völlig egal, ob in irgendeiner idealen Welt, die sich Friedrich Merz ausdenken kann auf seinem Papier, ob sie da richtig oder falsch werden, das spielt gar keine Rolle. In der Realität werden sie nicht funktionieren, weil niemand sie wirklich will, weil niemand wirklich dran glaubt. Ich habe eben gesagt, Respekt für den Bundeskanzler, dass er sich jetzt mit diesem Verzweiflungsmut dahinstellt. Das ist als Position, als Positionierung sehr respektgebietend. Ich halte es inhaltlich, wird uns das gar nirgendwo hinführen. Was wir brauchen in dem Land, ist das, was Merz versprochen hat, einen Stimmungswechsel. Den konnte er aber nicht herbeiführen und er wird ihn auch nicht mehr herbeiführen können. Vielleicht kann Frau Schwesig das schaffen, was sie in Mecklenburg-Vorpommern geschafft hat, Leute zu begeistern, hinter sich zu versammeln und zu sagen, hier lang, ich weiß, wo es lang geht. Ja, aber dann würde der Satz des Bundeskanzlers von heute Abend, Deutschland ist reformfähig, nicht mehr stimmen. Denn Frau Schwesig, noch einmal, hat Teile ihrer Gefolgschaft ja gesammelt, nicht nur mit dem Kampf gegen die AfD, die Frau gegen Blau, sondern in Wahrheit auch mit dem Kampf gegen Merz, gegen diese Reform. Und meinetwegen, wenn es dafür eine Mehrheit gibt, dann gibt es auch keine Reform. Aber wenn das das Ergebnis ist, dann kommen wir hier wirklich ans Ende. Dann bin ich dabei, mit Ihnen zu glauben, das wird die ganz große Zeitenwende. Denn dann verfrühstücken wir noch das frisch aufgenommene Schuldenvermögen in Anführungsstrichen und dann ist irgendwann Essig, weil dann ersticken wir an den Zinslasten, aber es hat kein Wachstum gegeben, weil es diese Reform nicht gegeben hat. Kann es sein, noch einmal ein letzter Versuch und dann machen wir Schluss für heute Abend. Kann es sein, dass es objektiv notwendig ist, diese Reformen zu machen, so wie eine Zeit lang ja ganz viele Leute argumentierten, es ist objektiv notwendig, viel mehr Klimaschutz zu machen und dann ist das aber in eine Sperre gelaufen. Der Unterschied ist, dass Sie beim Klimaschutz wissen, alles was CO2-Ausstoß verringert, ist gut. Hier ist es aber anders. Hier ist das, was Sie eine Reform nennen, für jemand anderen unzureichendes Flickwerk und für wieder jemand anderen eine sozialstaatsfeindliche, weiß ich nicht was, Manchester-Kapitalistentat. Das Problem ist, sie operieren mit dem Wort Reformen so, als handelt es sich um einen objektiven Begriff und als seien die Reformen, die Merz verspricht, objektiv irgendwie für das Land richtig und unverzichtbar. Das ist natürlich totaler Unsinnblume. Sie merken doch an der Debatte über die Reformen, dass der Weg. Umstritten ist. Er ist strittig und er wird in der Bevölkerung nicht mitgetragen. Wie wollen Sie denn, die Frage, ob das Land reformfähig ist oder nicht, entscheidet sich doch nicht danach, ob man die Märzreformen durchziehen will, sondern ob man vielleicht irgendwelche anderen Reformen durchziehen wird. Wie wollen Sie die Leute mitnehmen auf einem Reformweg, an den die Leute ganz offensichtlich nicht glauben? Diese Antwort bleiben Sie leider schuldig, lieber Kollege Blome. Naja, die Antwort könnte lauten, man muss eine Zeit lang diese Wahlniederlagen ertragen, es ins Werk setzen und dann hoffen, dass es schnell genug so sehr wirkt, dass rückwirkend mindestens die Menschen überzeugt werden. So wie die Agenda 2010 Massendemonstrationen auf den Straßen ausgelöst hat, Anfang der Nullerjahre, die SPD in eine Wahlniederlage nach der anderen führte. Im Nachhinein muss man sagen, das hat dem Land schon ganz gut getan, alles in allem. Und darauf will ich hinaus, vielleicht gibt es eben doch so etwas wie objektive Notwendigkeiten, an denen am Ende des Tages sowieso niemand vorbeikommt. Das ist nur die Frage, wann. Aber es kann eben nur Kissinger nach China gehen, lieber Blume. Und Merz ist nicht Kissinger. Nein, Frau Schwesig ist Kissinger in diesem Bild. Und das ist meine These. Es wird an der SPD hängen, ob man diese auf den ersten Blick, nicht linken, sondern eher liberalen Reformen durchsetzen kann. Es wird daran hängen, ob Frau Schwesig den Schröder Pfad gehen will oder lieber, sagt, naja, noch reichen die Schulden ja und nach mir die sind Flut. Aber Sie haben eben gesagt, Sie wollen jetzt schon Schluss machen. Wahrscheinlich haben Sie noch wahnsinnig wichtige Fernsehtermine und müssen noch mit dem Bundeskanzler persönlich praktisch im Kanzleromnibus irgendwo hinfahren und so. Aber was denn jetzt mit Berlin? Wir haben jetzt eine linke Bürgermeisterin in Berlin. Ich habe mir die heute angeguckt, die Frau. Sie ist wahnsinnig sympathisch, sie ist genau das klassische Beispiel. Wir haben in einer unserer letzten Sendungen über den Gen-Z-Socialism geredet, der in vielen Metropolen des Westens wächst. New York ist ein allfälliges Beispiel, aber es gibt auch andere Gegenden in Amerika und andere Städte im Westen, wo moderne Sozialisten sich anschicken, Stadtregierungen zu übernehmen. Das finde ich eine so spannende und bemerkenswerte Entwicklung, weil alle alten roten Sockenkampagnen verfangen natürlich bei diesen Leuten überhaupt nicht. Alle alten Stasi-Hate-Kampagnen gehen natürlich bei Frau Eralb vollkommen ins Leere. Ich finde das wirklich toll und ich freue mich für Berlin. Ich wohne übrigens in Berlin und ich freue mich für diese Stadt, dass jetzt dieses Experiment, das ist natürlich ein Experiment, beginnen kann. Ich würde wesentlich besser mit diesem Experiment leben können, wenn nicht, Mit diesem Wahlerfolg, der ja absolut unbestritten ist und es gibt ein ganz klares Mandat, eine Regierung zu bilden links der Mitte, also da müssen wir uns jetzt nichts vormachen, mache ich mir auch nichts vor. Mit in das hiesige Abgeordnetenhaus, in das hiesige Landesparlament werden aber auch ganz viele Leute geschwemmt werden mit dieser linken Fraktion, die es jetzt mit Israel wirklich ganz anders halten möchten in Zukunft, auch staatlicherseits, städtischerseits als bislang, um es mal ganz, ganz vorsichtig auszudrücken. Mit Israel? Ja, mit Israel. Ich wusste gar nicht, dass es bei der Berlin-Wahl um Israel ging. Nein, ich glaube nicht, dass es bei der Berlin-Wahl um Israel gegangen ist. Aber diese Leute, die jetzt auf die Mandate kommen, über die Liste oder über direkt gewählt, werden die Stimmung in der Staat, in der politischen Stadt zumindest, gegenüber Israel massiv verändern und ich finde nicht zum Besten. Das ist aber nur eine Randbemerkung. Ja wirklich, ich muss ganz kurz unterbrechen. Ich kann das nicht mehr hören. Und es ist eine Folklore, die mir so auf die Nerven geht. Ich habe noch mal geguckt, was man Vanessa Emde vorwirft. Bei Lanz und Robin Alexander und überall in der Welt. Und so wird Frau Emde aus Neukölln dargestellt als große Antisemitin. Es ist echt, ich will das jetzt hier nicht alles, weil es ist zu langweilig. Aber es ist wirklich Hanebüchen. Es gehört zu ihrer Folklore, Blome offensichtlich eben auch, Folklore, diese Leute, die diese Politik des Ministerpräsidenten, der übrigens per Haftbefehl gesucht wird, nicht mehr mitzutragen, als antisemitisch zu geißeln. Ich glaube, das ist echt, das hört, da holen sie auch keine Katze mehr hinterm Ofen vor. Naja, sorry, aber... Ja, Augstein, aber dann müssten sie die Augen aufmachen, was in dieser Partei passiert, was und wie in dieser Partei über Israel diskutiert wird, über Palästina, über die Frage, wem das Land dort eigentlich gehört und wer dort vertrieben werden sollte. Das müssten sie dann auch zur Kenntnis nehmen und nicht nur Talkshows gucken. Tatsächlich, sie hat gesagt, wo dann auch noch sich die falschen Leute setzen. Sie hat gesagt, gleiche Rechte für alle Menschen. Das ist wirklich ein echt krasser antisemitischer Satz. Also sagen wir mal so, jetzt warten wir doch einfach ab, welche Leute da in den Landtag, in das Abgeordnetenhaus kommen und dann können wir ja in sechs Monaten mal Kasse stürzen. Was dabei schön ist, rausgekommen ist, mal unabhängig von der Frage, was eine linke Regierung unter Führung von Frau Ehralb dann mit der Flüchtlingspolitik macht, die nämlich nicht mehr abschieben wollen, die mehr Aufnahmeprogramme machen wollen, die schneller einbürgern wollen. Und die möchten eigentlich sofort einbürgern. Und ich hatte es das letzte Mal schon zitiert. Entwürgediegende Prozesse wie ein Sprachtest vor einer Einbürgerung. Kann sie das denn? Kann sie das? Wahrscheinlich kann sie das. Genauso wie die AfD das ja viel stärker verschärfen kann in ihrem Landesvollzug. Ob es bis zu den Sprachtests reicht, weiß ich nicht. Aber es geht ja auch um die Haltung, mit der man da rangeht. Jetzt haben wir viel zu viel über die Linke in Berlin geredet. Denn das Interessante ist ja der Gen-Z-Socialism. Das ist wirklich interessant. Damit kommen wir quasi auf den Anfang. Dass diese Partei in der Gruppe der, was hatte ich gesagt, 25-34-Jährigen, 24-35-Jährigen so unfassbaren Erfolg gehabt hat. 48% der abgegebenen Stimmen. Das ist schon krass. Und man wird sehen, und das freut mich jetzt so ein bisschen, dass ich das auch hier mit Blick auf Berlin sagen kann, man wird sehen, was so eine Wahl für Konsequenzen hat. So wie wir sehen werden, was eine Wahl der AfD in Sachsen-Anhalt für Konsequenzen hat. Als ich das für AfD und Sachsen-Anhalt vorausgesagt habe, hieß es, ah, du willst den Wähler bestrafen, der darf gar nicht mehr frei wählen und nur weil er AfD gewählt hat, wird er jetzt kritisiert. Alles worauf ich damals hingewiesen hatte und jetzt noch einmal Hinweise ist, sowas kommt von sowas, Wahlen haben Konsequenzen. Und wenn in dieser Stadt keiner mehr bauen möchte, weil er Schiss hat enteignet zu werden, dann wird eben das die Konsequenz sein. Nicht weniger Wohnungsnot, sondern mehr. Man wird es erleben. Vielleicht finden die auch irgendeinen Wundertrick, wie sie Leuten sagen können, großen Baukonzern baut, wir entweignen alle, aber euch nicht. Und darum könnt ihr jetzt bauen. Und wenn die das glauben, die Baukonzern, dann machen die das. Aber Blumen. Kurz jetzt nochmal eben Temperatur rausnehmen. Der Umstand, den jetzt die sogenannten Mitte-Politiker oder auch Mitte-Journalisten so beklagen, dass die Parteien an den Extremen so stark geworden sind, dieser Umstand ist doch einzig und allein zu verdanken dem Versagen dieser Mitte-Parteien. Die Wohnungsnot in Berlin ist eklatant. Und man kann jetzt nicht sagen, dass die Linken daran schuld sind mit ihrer sozialistischen Wohnungsbaupolitik, sondern es sind irgendwelche tausend Dinge daran schuld, die aber am Ende aufs Konto der hier regierenden Parteien gehen. Das sind nun mal CDU und SPD und deshalb sind die beiden Parteien zu Recht abgestraft worden, denn das Problem ist absolut real und man kann auch, das geht jetzt gegen meine politische Couleur auch sagen, die Leute empfinden das Problem der Migration als real. Sie haben das Gefühl, dass da ein nicht adressiertes Problem ist. Und wenn ich sage Zeitenwende, dann glaube ich, die besteht darin, dass die Wählerinnen und Wähler haben den, klassischen Medien und den klassischen Parteien, und ich muss die immer zusammennehmen, weil die sind ehrlich gesagt ein zusammenwirkendes System, ein Signal gegeben, wir wollen das so nicht mehr. Ihr habt euch in den letzten 25 Jahren irgendwie zusammengerauft und gesagt, wir sind die Mitte und wir bestimmen, wie es läuft. Und auf der einen Seite ist das Migrationsproblem entstanden und auf der anderen Seite ist das Wohnungsproblem entstanden und das Problem von mangelnden Zukunftschancen und ich weiß nicht und so weiter und so weiter. Und diese Probleme werden jetzt adressiert. Und das ist Demokratie. Und das finde ich ehrlich gesagt ein gutes Zeichen, auch wenn das jetzt vielleicht irgendwie der eine oder andere frewoll findet. Aber Augstein, Mann, Sie wollten doch den Druck rausnehmen. Sie haben halt keine Emotionen mehr, ich habe aber noch Emotionen. Nein, nein, nein, stopp. Die älteren Parteien, CDU, SPD zuvorderst, haben diese Probleme nicht gut genug gelöst. Gar keine Frage. Das heißt jetzt aber noch nicht, jenen Kurzschluss vornehmen zu müssen, den Sie gerade vorgenommen haben, um zu sagen, darum muss die Lösung der Linkspartei die richtige sein, weil die anderen ja keine richtigen hatten oder ihre richtigen Lösungen nicht richtig umgesetzt gekriegt haben. Deswegen also muss die Lösung der AfD bei der Migration die richtige sein oder aber die Lösung der Linkspartei bei der Wohnungsnot namens Enteignung die richtige sein. Das ist doch viel zu kurz gedacht. Ich glaube, es gibt objektive Lösungen. Sie haben nur die Altparteien, wenn man sie einmal so nennen darf, haben es nicht geschafft, sie umzusetzen. Und das hat auch tausend Gründe, die keine guten sind. Aber deswegen muss man doch nicht automatisch AfD wählen bei der Migration oder automatisch Linkspartei wählen bei der Wohnungsnot. Naja, gut, das ist jetzt offensichtlich, sehen Sie das so, die Leute draußen im Land haben das aber anders gesehen, weil sie sich wahrscheinlich gedacht haben, warum soll ich jetzt meine, Stimme nochmal SPD oder CDU geben, die in den letzten 35 Jahren diese Probleme nicht in den Griff gekriegt haben. Da müssen Sie doch auch als Journalist oder als Politikbeobachter sagen, ja sowas kommt halt von sowas. Haben Sie ja gerade gesagt, wenn man halt versagt, wird man eben abgestraft. Ob dann das, was dann kommt, besser oder schlechter ist, hat damit gar nichts zu tun. Ehrlich gesagt, Entschuldigung, ehrlich gesagt ist es auch nicht die Verantwortung des Wählers. Der Wähler ist nicht verantwortlich jetzt dafür, dass ob die AfD oder die Linken oder sonst wer eine bessere oder schlechtere Politik machen werden, sondern dafür sind dann diese Parteien schon selbst verantwortlich. Das ist nicht der Wähler. Der Wähler muss nur nicht dauernd aufgefordert sein, seine Stimmen in der sogenannten Mitte zu poolen, wenn sich diese Mitte als große Versagerunion herausgestellt hat und das hat sie. Aber jetzt haben sie wirklich jetzt, also jetzt wird es, ich glaube es ist ein bisschen spät und das merkt man auch an manchen Äußerungen. Der Wähler ist nicht dafür verantwortlich, was die Parteien, die er wählt, tun. Hä? Das ist doch keine Blackbox. Diese Menschen haben, die so in großer Zahl Linksparteien, die Linke hier gewählt haben oder die AfD in Mecklenburg-Vorpommern, denen unterstelle ich zumindest, dass sie nicht aus Versehen ihr Kreuzteil gemacht haben oder weil sie mal was anderes machen wollen, sondern weil sie das Gefühl hatten, mit denen fahre ich jetzt besser, das ist für mich die bessere Wahl. Und nun wird man sehen, ob sich das in ein besseres Berlin, ein besseres Mecklenburg-Vorpommern zu übersetzen versteht. Ich glaube, das ist jetzt noch nicht so ganz, aber man wird es ja erleben. Nur, wenn es schief geht, dann möchte ich nicht hören, das konnte ja keiner ahnen. Es konnte ja keiner ahnen, dass die Linke die Stadt an die Wand setzt. Doch, das konnte man ahnen. Sekunde mal. Warum ist die Linke jetzt in einem höheren Rechtfertigungsdruck als die CDU? CDU und SPD haben ganz offensichtlich den Wohnungsmarkt in Berlin an die Wand gesetzt. Das ist bereits ein Faktum. Warum müssen die sich dafür weniger verantworten jetzt als die Linke? Warum steht die jetzt unter einer besonderen Beobachtung? Das verstehe ich jetzt nicht. Weil sie eine gänzlich andere Lösung vorschlägt, vor der ganz viele Leute warnen und sie möchte es trotzdem tun. Man wird sehen, ob sie sich damit durchsetzen kann, weil sie muss ja auch eine Regierung bilden, beziehungsweise eine Mehrheit zusammenschrauben. Die Grünen sind dabei, die SPD noch nicht. Mal gucken, wie das ausgeht. Blume, ich lasse mir von Ihnen die gute Laune heute Abend nicht verderben. Für mich war das ein Fest der Demokratie, auch wenn mir manche Ergebnisse nicht gefallen. Aber ich finde, als Demokrat muss man das aushalten können und das kann ich. Und in diesem Sinne gehe ich jetzt feiern und tschüss. Dann feiern Sie mal schön und wir werden sehen, wie lange der Bundeskanzler sich mit seinen Durchhalteparolen durchhalten kann.