Bevor es losgeht, noch einmal der Hinweis. Dies ist Folge 4 von Hilal. Ab Folge 5 ist der Podcast nur noch im Abo bei Sternplus, RTLplus oder in der App campfire.fm zu hören. So finanzieren wir unsere Arbeit. Unterstützt uns doch gern. Versprochen, ein Stern-Abo lohnt sich, auch für andere Podcasts. Und noch etwas. Hier geht es um schlimme Verbrechen an Kindern. Das ist für uns schwer zu erzählen und für euch an dieser Stelle wichtig zu wissen. Wo es möglich ist, lassen wir Details weg. Ein Mädchen, das geht von der Schule nach Hause. Es ist Viertel vor eins, Mittagszeit. Und das Mädchen, das ist elf Jahre alt. Es läuft an einem Einkaufszentrum vorbei, in Hamburg. Und dann? Dann hat neben ihr ein Auto gehalten. Das war ein roter Ford Galaxy. Der Fahrer parkt seinen roten Ford Galaxy neben dem Gehweg und beobachtet, wie das Mädchen näher kommt. Dann öffnet er die Autotür. Und zwar so, dass das Mädchen nicht mehr vorbeikommt. Der Mann, der steigt jetzt aus und plötzlich hat er einen Schraubenzieher in der Hand. Mit dem bedroht er das Mädchen. Und dann zerrt das ins Auto. Das Mädchen schreit und schlägt um sich voller Angst. Es gibt jemanden, der diese Szene beobachtet. Von einem Parkplatz aus vor dem Einkaufszentrum. Und zwar ein anderer Mann. Er sitzt ebenfalls in einem Auto. Er kann aber aus seiner Perspektive aus nicht alles sehen. Und ist deshalb unsicher, wie schlimm diese Situation wirklich ist. Vielleicht ist es nur ein Streit zwischen Vater und Tochter. Vielleicht sieht es schlimmer aus, als es ist. Er weiß nur, irgendwas war da komisch in dieser Szene. Dieses Kind ist nicht freiwillig mit. Die wurde da reingezerrt in dieses Auto. Das ist Doris Brückner, Journalistin. Wer sie genau ist und woher sie weiß, was an diesem Tag passiert ist, dazu kommen wir gleich. Zurück auf dem Gehweg vor dem Einkaufszentrum. Der Mann, der vermutet, dass vielleicht hier etwas nicht ganz stimmt, greift nach einem Stift. Er schreibt das Kennzeichen von dem roten Ford Galaxy auf. Falls sich herausstellen sollte, dass hier wirklich gerade ein Mädchen entführt wird. Was er aber nicht macht, er steigt halt nicht aus, um nachzugucken, ob das Mädchen Hilfe braucht. Und so fährt der andere Mann in seinem roten Ford Galaxy ungehindert los. Mit dem Mädchen. Sie sitzt jetzt im Auto mit diesem Mann, den sie nicht kennt. Über die Autobahn fährt der Mann Richtung Osten, raus aus Hamburg. Ziemlich weit, etwa 20 Kilometer. Dann fährt der Mann auf einen Feldweg. Und jetzt hält er an. An einem Waldstück. Die beiden steigen aus dem Auto. Das Mädchen sieht einen Graben und plötzlich denkt sie, jetzt bringt er mich um. Und hat dieses arme, verängstigte Kind mit einem Schraubendreher bedroht, hat ihr gesagt, dass er sie absticht, wenn sie sich rührt und sie war natürlich total verängstigt. Zwischen dem Mann und dem Mädchen soll es zu folgender Unterhaltung gekommen sein. Das Mädchen fragt, muss ich jetzt sterben? Der Mann antwortet Nein. Sie fragt, wann darf ich wieder nach Hause? Er sagt, heute noch, wenn du alles tust, was ich dir sage. Besonders perfide finde ich, er hat ihr den Pulli übers Gesicht gezogen, weil er wollte nicht, dass sie ihn dabei anguckt, wie er sie betatscht und er hat sich dann selbst befriedigt. Als der Mann fertig ist, muss sie wieder ins Auto. Er verbindet ihr die Augen und fährt mit ihr eine Weile durch die Gegend. Dann hält er an. Er fesselt das Mädchen an einen Baum mit Mullbinden. Allein die Vorstellung, ein elfjähriges, verstörtes, verängstigtes, missbrauchtes Kind auszusetzen, zu fesseln, also das ist eigentlich unbegreiflich. Der Mann fährt weg, er lässt das Mädchen zurück. Es weint und es ist völlig aufgelöst. Aber es ist am Leben. Es kann sich befreien und irrt herum. Ein Anwohner bringt es in Sicherheit. Später kommt die Polizei. Schon kurz darauf umarmt dieses Mädchen zu Hause wieder seine Eltern. Es ist absolut geschockt und erschüttert und traumatisiert. Aber es ist zu Hause. Das Mädchen heißt nicht Hilal. Es heißt Mia. Zumindest hier bei uns. Ihren richtigen Namen nennen wir nicht. 1,48 Meter groß. Lange blonde Haare. Und was hier passiert ist, verändert alles. Für Mia. Und vielleicht auch für den Fall Hilal. Die Medien berichten darüber, wie Mia im Hamburger Stadtteil Lobrücke entführt wurde. Der Mann, der sich das Kennzeichen notiert hat, meldet sich bei der Polizei. Und die fährt ins Hamburger Umland, zu einer Doppelhaushälfte. Ganz in der Nähe von dem Ort, an dem Mia gefunden wurde. Die Polizisten klingeln. Der Mann öffnet. Sie sagen ihm, worum es geht. Da haben sie ja den Richtigen, das sagt er. Die Polizisten sind erleichtert. Sie haben den Täter. Es ist Mai 1999. Aber plötzlich steht da noch eine ganz andere Frage mit dem Raum. Eine viel größere. Denn vor vier Monaten ist Hilal verschwunden. Zehn Jahre alt. Mittags. Auf dem Nachhauseweg. Auch sie verschwindet mitten in Hamburg. Auch bei ihr verliert sich die Spur an einem Einkaufszentrum. Ist das Zufall? So viel ähnelt sich. Und das innerhalb weniger Monate. Was, wenn der Mann, der Mia entführt hat, auch etwas mit Hilals Verschwinden zu tun hat? Hat die Polizei nicht nur den Täter im Fall Mia gefunden, sondern vielleicht auch den Mann, nachdem sie im Fall Hilal seit Monaten sucht? Ihr hört Hilal. Einen Podcast von Stern und RTL. Es kann wirklich sein, dass er der Täter war oder ist. Den eigentlichen Missbrauchsort, den hat er uns bis heute nicht genannt. Ich bin Annalena Anza. Und ich bin Nikolaus Büchse. Und das ist Folge 4. Red Flags. Der Richtige, wie er sich damals selbst nennt, heißt Hans-Joachim Kuh. Er ist in einer festen Beziehung und hat zwei Kinder aus geschiedener Ehe. Er arbeitet 1999 in einem Bekleidungsunternehmen als Computerfachmann. Kuh ist groß und hat eine kräftige Statur und braune Haare. Was er nicht hat, ist ein Alibi für den Tag, an dem Hilal verschwindet. Am 27. Januar 1999, da hat er sich krank gemeldet. Schwindel und Bluthochdruck. Und offenbar steht Hans-Joachim Kuh auch sonst unter Druck. Weil es gibt Streit in seiner Firma. Und Probleme in seiner Beziehung. Menschen, die ihn kennen, die beschreiben ihn später als sehr gestresst an diesem Tag. Für sich genommen sind das noch keine Beweise. Aber es sind womöglich Indizien. Bei denen denken wir, Red Flags, Warnsignale. Wir wollen mehr über Hans-Joachim Kuh erfahren und machen uns deshalb auf den Weg zu Doris Brückner. Die habt ihr ja am Anfang schon gehört. Heute ist sie Chefredakteurin der Zeitschrift Gala. 1999 aber, da war sie Gerichtsreporterin bei der Hamburger Morgenpost. Und da hat sie sich so richtig mit dem Fall befasst. Wir laufen deshalb also vom Sternbüro in der Hamburger HafenCity zur Galaredaktion. Dann sitzt Doris Brückner vor uns. Und sie beginnt zu erzählen. Davon, wie sie Hans-Joachim Kuh erlebt hat. Und plötzlich sind wir nicht mehr im Jahr 2026, sondern im Jahr 1999. Also zurück. Erst klingelt die Polizei bei Hans-Joachim Kuh. Und dann wird er, der Richtige, wie er sagt, festgenommen und landet in U-Haft. Aber dann ist er auf freien Fuß gekommen. Hans-Joachim Kuh kommt frei, weil von der zuständigen Richterin gab es, keinen Hinweis auf Verdunkelungsgefahr oder auf Fluchtgefahr. Als Doris Brückner das damals hört, ist sie überrascht. Natürlich ist das einfach hochemotional für jeden, aber natürlich besonders für Eltern. Und viele, viele, viele Eltern in Hamburg sind einfach auf die Straße gegangen und haben protestiert. Dagegen, dass dieser Mensch, der eine Gefahr, eine potenzielle Gefahr für ihre Kinder ist, auf freiem Fuß sein sollte, bleiben sollte bis zum Prozess. Der Skandal ist da, bevor der Prozess überhaupt begonnen hat. Eltern stehen vor der Hamburger Justizbehörde. Sie halten Plakate in den Händen und auf allen steht dasselbe. Opferschutz statt Täterschutz. Das sehe ich auf Fernsehaufnahmen, die wir im Archiv recherchiert haben. Hans-Joachim Kuh ist also erstmal weiter auf freiem Fuß. Aber dann ändert die Richterin doch ihre Meinung. Sie ordnet an, Hans-Joachim Kuh muss doch in U-Haft. Im Oktober 1999 ist es soweit. Der Prozess beginnt. Hans-Joachim Kuh, der sagt erstmal nicht aus. Er beantwortet keine Fragen der Richterin, sondern er schweigt. Andere schweigen nicht. Zum Beispiel seine Ex-Frau. Was sie sagt, ist intim. Und als ich ihre Aussage das erste Mal lese, da bin ich ehrlicherweise ganz schön geschockt. Sie erzählt dann nämlich, dass sie beim Sex mit ihm ein kleines Mädchen spielen sollte. Und er habe sie dann immer gefragt, na meine Kleine, wie alt bist du denn? Zehn oder elf? Nachbarn sagen auch aus. Sie beschreiben Kuh als arrogant, als jemanden, der sich für etwas Besseres hält. Einer sagt, er hat immer wegen Kleinigkeiten die Kontrolle verloren. Er hat geschrien ohne erkennbaren Grund. Der Zeuge vom Parkplatz sagt auch aus, was er beobachtet hat. Und Mia auch. Sie erzählt der Richterin, was passiert ist. Wie Kuh sie bedroht hat. Wie sie in das Auto steigen musste. Wie sie über die Autobahn gefahren sind, wie sie dann an dem verlassenen Waldstück angehalten haben und was dann passiert ist. Die Wahrheit darüber, wer Hans-Joachim Kuh ist und was er getan hat, das ist wie ein Puzzle und das wird jetzt Stück für Stück zusammengesetzt. Während des Prozesses kam plötzlich der unglaubliche Verdacht, dass Hans-Joachim Kuh vielleicht etwas auch mit dem Verschwinden der kleinen Hilal zu tun hat. Und genau das fragen sich auch die Ermittler. Könnte dieser Mann etwas mit dem Fall Hilal zu tun haben? Denn wie gesagt, der Fall Hilal und der Fall Mia sind einfach zu ähnlich. Beide passieren in Hamburg, innerhalb kurzer Zeit. Deshalb geht es nicht mehr nur um Mia, sondern auch um Hilal. Reinhard Zedor, der Ermittler im Fall Hilal, der nimmt Kuh jetzt ins Visier und besucht deshalb auch Familie Erjan. Er bringt ihnen ein Foto mit, erzählt uns Abbas, Hilals Bruder. Und darauf sieht Abbas einen Mann, groß, kräftig, braune Haare, Hans-Joachim Kuh. Es wurde halt, sag ich mal so, so erzählt, dass er der mögliche Täter sein könnte. Und wie gesagt, für mich hat auch sehr viel gepasst damals, ja. Ist Hans-Joachim Kuh wirklich der Täter im Fall Hilal? Kann er ihnen sagen, was mit Hilal passiert ist? Ist er womöglich ihr Mörder? Für die Erdschans, die seit Monaten nicht wissen, was mit Hilal passiert ist, ist das jetzt ein echter Ansatzpunkt. Die Hoffnung auf Gewissheit, sie ist endlich da. Mein Vater wollte auch mitgehen und dann, ich glaube, meine Mutter hat gesagt, nein, ich gehe dann, weil wenn wir wissen, dass er der Täter ist, Natürlich ist man da ein bisschen Adrenalin-haft. Deshalb geht Ayla Ercan allein zum Prozess. Sie will Hans-Joachim Kuh in die Augen schauen. Abbas ist zu diesem Zeitpunkt 13 Jahre alt. Ich wollte auch mit. Ich habe auch damals gesagt, ich will unbedingt gehen. Und sie meinte, nein, die Männer bleiben zu Hause und ich gebe. Ayla möchte sich selbst ein Bild von dem Mann machen, der vielleicht etwas mit Hilals Verschwinden zu tun haben könnte. Vielleicht bricht er im Prozess ja sein Schweigen. Mitte November 1999 ist der Prozess bereits voll im Gange. Menschen dringen sich vor dem Landgericht. Drinnen füllt sich langsam der Saal, Reihe für Reihe. Darunter sind auch Doris Brückner und Ayla Erjan. Alle schauen nach vorne, auf den Mann, um den sich hier alles dreht, Hans-Joachim Kuh, den Angeklagten. Ayla Erjan beobachtet ihn, jede Bewegung, sie fixiert ihn richtig. So wird es auch in der Berichterstattung über den Prozess beschrieben. Eine Mutter, die jede Bewegung, jede Gestik und Mimik des Angeklagten ganz genau verfolgt. Ganz kalt, also keine Empathie oder einfach kalt, kaltes Gesicht. Doris Brückner, die sitzt ja auch auf der Zuschauerbank. Und die nimmt Hans-Joachim Kuh ein bisschen anders wahr. Hans-Joachim Kuh sieht ganz normal, erschreckend normal aus. Also es ist ja nicht, dass ein Täter, der Schlimmes tut, eine Fratze hat oder. Was man sich so klassisch vorstellt. Das war halt ein großer, kräftiger Mann, der normal aussah, einfach normal. Und es fällt einfach schwer, das in Verbindung zu bringen. Ich schaue mir diesen Mann, den Doris Brückner für so erschreckend normal hält, auf einem alten Foto aus dem Zeitungsartikel an. Und ich finde, Doris hat recht. Ich sehe einen Mann in Jeans, mit einem blau-grau gestreiften Pullover und er trägt eine Brille. Den Blick hat er gesenkt und seine Hände sind in Handschellen. Für Doris Brückner geht nach diesem Prozestag ein Arbeitstag zu Ende. Für Ayla Erjan geht es nach Hause. Sie tritt durch die Tür und ihre Familie bombardiert sie mit Fragen. Und sie meinte, es kann sein, ja. Ich meinte, was sagt denn deine Mutters Herzgefühl? Weil ich habe gefragt, du kannst es ja besser vielleicht einschätzen und so weiter. Sie meinte, mein Sohn ab warst, ja, es kann wirklich sein, dass er der Täter war oder ist. Von Hilal fehlt zu diesem Zeitpunkt seit zehn Monaten jede Spur. Zum Ende des Prozesses äußert sich Kuh dann doch noch. Hans-Joachim Kuh gesteht seine Tat an Mia. Er hat gesagt, ich wollte ihr nicht wehtun, auch nicht seelisch. Also er hat sich eingelassen und man dachte, er erklärt sich und hat aber eigentlich, dann doch nur Ausreden gefunden. Also als Entschuldigung für seine Taten. Er hätte keinen klaren Gedanken fassen können. Und das Mädchen hätte halt ständig Fragen gestellt. Und nach der Tat hätte er gedacht, das kann nur ein Traum sein, das darf alles nicht angehen. Also als ob dieser Mensch mit ihm als Mensch nichts zu tun gehabt hätte. Und ich finde, was er dann vor Gericht sagt, das ist echt schwer zu ertragen. Mia sei doch selbst schuld. Sie hätte doch die Straßenseite wechseln können. Und außerdem versucht er sich dann auch noch rauszureden, er habe doch gar keinen Geschlechtsverkehr mit dem Mädchen gehabt. Als die Richterin ihn dann fragt, warum er mir bedroht, entführt und missbraucht hat, spricht Hans-Joachim Kuh von beruflichem Stress. Beruflicher Stress, das haben ja auch Bekannte gesagt, dass er den hatte am 27. Januar 1999, also an dem Tag, an dem Hilal verschwand. Das ist wieder so eine Red Flagg. Im November 1999 fällt das Urteil. Hans-Joachim Kuh muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Wegen Geiselnahme und des sexuellen Missbrauchs an Mia. Und Cedor hört nicht auf, gegen Hans-Joachim Kuh zu ermitteln. Kuh wird offiziell verdächtigt, etwas mit Hileids Verschwinden zu tun zu haben. Cedor und sein Ermittlerteam schauen genauer hin. In Kuhs Auto. In sein Umfeld. In sein Leben. In Kuhs Auto finden die Ermittler Spuren. Blut. Unbekanntes Blut. Doch der Abgleich mit DNA von Hilal ist negativ. Dafür stoßen sie auf etwas anderes. Er hatte kurz vorher dann auch erzählt, dass er eine türkische Prostituierte aufgesucht hat. Das sind alles so Sachen für uns. Die Psychologin hat immer gesagt, so rote Flaggen, um die müssen wir uns näher kümmern. Und von den roten Flaggen, davon gibt es viele. Man könnte sagen, die flattern jetzt wild im Wind. Aber es sind Indizien und keine Beweise. Eine Red Flag beschäftigt die Ermittler besonders. Der Ort, an dem Q Mia missbraucht. Das ist nicht der Ort, an dem er Mia zurückgelassen hat. Den eigentlichen Missbrauchsort, den hat er uns bis heute nicht genannt. Und das ist echt auffällig. Er kennt sich in der Örtlichkeit absolut gut aus. Q müsste den Ort also genau zeigen können. Aber er verrät Sedo nicht, wo er Mia missbraucht hat. Und mir selbst kann es nicht sagen. Er hat irgendwas erzählt von, ja, das muss gewesen sein in der Nähe einer Kiesgrube. Die Sache ist nur, da gibt es keine Kiesgruben. Und dann stellt sich natürlich die Frage, ja, warum sagt er denn diesen Punkt nicht? Warum? Das ist die Frage. Warum verrät Hans-Joachim Kuh den Ort nicht? Hat er an diesem Ort vielleicht auch Hilal etwas angetan? Könnte er dort womöglich sogar Hilals Leiche versteckt haben? Für mich ist diese Sache mit der Kiesgrube die größte Red Flag. Hans-Joachim Kuh selbst sagt, mit dem Fall Hilal hat er nichts zu tun. Er sagt, dass die Tat an Mia ein einmaliger Ausrutscher gewesen sei. Wir halten mal fest. Zum damaligen Zeitpunkt spricht für Hans-Joachim Kuh als Verdächtigen im Fall Hilal die Tat an Mia. Also genauer gesagt der Ablauf der Tat. Ein Kind mitten am Tag, am Einkaufszentrum. Und Kuh nennt bis heute nicht den Ort, an dem er Mia missbraucht hat. Außerdem steht fest, er hat sich an dem Tag, als Hilal verschwindet, krank gemeldet. Und er hat kein Alibi. Details wie diese setzen wir aus vielen Quellen zusammen. Aus Dokumenten, Zeitungsartikeln, Fernseharchiven und auch aus Gesprächen mit Menschen, die den Fall damals begleitet haben und tiefen Einblick in die Ermittlungsakten haben. An diesem Punkt haben wir echt geglaubt, dass wir so langsam alles über den Fall Hilal wissen. Aber in Wirklichkeit ist das erst der Anfang. Denn je tiefer wir eintauchen, desto mehr stoßen wir auf Dinge, mit denen wir nie gerechnet hätten. In den nächsten Wochen werden Menschen mit uns sprechen, obwohl sie Angst haben. Zeugen, die sagen, sie haben Hill als Entführung beobachtet. Und wir treffen jemanden, der uns von möglichen Ermittlungsfehlern erzählt, die den Fall bis heute, also 27 Jahre danach, immer noch prägen sollen. Aber vorher ist da diese eine Sache. Denn da ist ja dieser Satz, den Q sagt, als die Polizei vor seiner Tür steht. Er sagt, da haben sie ja den Richtigen. Und über diesen Satz grübeln die Ermittlerinnen und Ermittler lange. Meint Q womöglich, sie haben den Täter? Nicht nur von mir, sondern auch von Hilal? Reicht ein Satz? Reicht ein Gefühl? Reichen Parallelen? Wir beginnen zu recherchieren und wir finden die Adresse von Hans-Joachim Kuraus und wir fahren hin. Seine Stimme ist hier nachgesprochen. Guter Wachhund. So, komm, ab. Hallo, guten Tag. Wir sind vom Stern. Wir machen hier gerade eine Podcast-Ausnahme. Und, ähm, Frank, sind Sie der Eigentümer hier von denen? Ja, meine Frau. Ja, aber Sie sind hier mit dabei? Ja. In der nächsten Folge von Hila. Wir hören uns von jetzt an im Stern Plus oder RTL Plus Abo. Kommt doch mit. Dort hört ihr die weiteren fünf Folgen von Hilal. Ein Abo-Abschluss ist für uns das Zeichen, dass die monatelange journalistische Arbeit an diesem Podcast euch was wert ist. Im Stern Plus Abo bekommt ihr auch den Crime-Podcast Luchterhand oder den Investigativ-Podcast Der Untergang der Sea-Story. In der App Campfire können wir uns auch direkt treffen und chatten. Über Hilal, über den Fall und über Fragen, die ihr dazu habt. Dort gibt es auch unsere Fotos und Infografiken. Hilal ist eine Produktion von Sternplus und RTLplus. Konzipiert, geschrieben, gehostet und produziert von Adrian Breder, Isa von Heil und uns, Annalena Anza und Nikolaus Büchse. Postproduktion Veitjön und Andolin Sonnen. Die Titelmusik kommt von Paul Eisenach. Wenn ihr etwas wisst, wenn ihr wirklich einen Hinweis zu Hilals Verschwinden habt, dann meldet euch. Aber bitte keine Spekulationen. Es helfen nur konkrete Hinweise. Die Kontakte findet ihr in der Folgenbeschreibung.