Geld verdienen, ohne dass man was dafür tun muss. Ich glaube, wenn wir alle ganz ehrlich sind, dann würden das nur wenige ablehnen. Es klingt viel zu schön, um wahr zu sein, aber in der Praxis eher unrealistisch. Oder? Darüber wollen wir heute sprechen. Schön, dass ihr bei uns seid. Genau, herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Berichter und Bellwirtschaft. Einfach und schnell, Etienne. Ich möchte dich nicht neidisch machen, aber ich bin heute mal aus der Ferne zugeschaltet.

Während wir hier reden, ziehen Palmen und Bananenhaine an meinem Fenster vorbei. Ich bin nämlich auf einem Nilschiff unterwegs. Sehr zu empfehlen. Ich wollte gerade sagen, Raimund halluziniert nicht. Er ist tatsächlich im Urlaub. Du schaffst es ja immer wieder, uns die besten Eindrücke zu sammeln. Ich bin mega neidisch. Wie ist es denn bei dir? Sehr schön. Ich glaube, wir können in der nächsten Folge vielleicht mal so ein bisschen auch über Ägypten und den Nil sprechen. Also es gibt ja sehr viele Eindrücke, die ich da mitnehme. und die würde ich auch ganz gerne mit euch da draußen teilen. Aber heute geht es erstmal tatsächlich um ein Einkommen ohne was zu tun. Wir reden nicht über das bedingungslose Grundeinkommen, ganz klar, sondern über was anderes. Wie kann ich mit, wie viel Geld vor allen Dingen brauche ich, um einen gewissen Betrag pro Monat rauszukriegen? Und wir haben einen spannenden Gesprächspartner, Edjen stellt den gleich vor. Da geht es auch darum, wie viel Geld man braucht, um vielleicht zum Beispiel 2.000 Euro pro Monat zu bekommen, ohne dass das Grundgeld, also das Grundvermögen.

Weniger wird. Und das ist eine spannende Frage, der wir nachher nachgehen. Hört sich super an. Raimund macht ja genau das gerade. Er verdient Geld, ohne was zu tun und liegt auf dem Rücken, auf dem Stuhl und chillt. Kann man genauso machen. Das ist ja dann quasi der Ertrag, den man sich dann gönnt und reinholt, wenn man es denn richtig gemacht hat. Aber ihr alle macht natürlich auch Urlaub und dann können wir das so ein bisschen vom Gefühl her zumindest erahnen, worüber wir sprechen wollen. Also, wenn ihr uns regelmäßig zuhört, dann wisst ihr natürlich... Nur um es mal klarzustellen, Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung, Entschuldigung. Ich muss es klarstellen. Dieses Geld habe ich hier mit Arbeit verdient, was ich hier ausgebe und nicht passiv. Ja, okay.

Nun gut, da wollte ich natürlich auch überhaupt nichts unterstellen. Aber ihr wisst, worüber wir sprechen wollen. Natürlich geht es um Geld, mit dem man Geld verdient. Man kann es für sich arbeiten lassen oder für uns oder ihr, für euch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten und welche das genau sind und welche für wen geeignet sind, darüber sprechen wir heute. Und Raimund hat es gesagt, wir haben uns einen Gast eingeladen, den Handelsblatt-Kollegen Markus Hinterberger. Markus, erstmal schön, dass Sie bei uns sind. Premiere heute, auch Kooperationen im Handelsblatt haben wir in der Form bei uns im Podcast zumindest noch nicht gehabt. Erstmal willkommen. Ja, hallo. Bevor wir über die Möglichkeiten im Detail sprechen, vielleicht mal diese Grundsatzfrage. Die Mehrheit der Deutschen, das ist kein Geheimnis, lässt Ihr Geld immer noch nicht für sich arbeiten? Woran liegt das aus Ihrer Sicht? Tja, das liegt zum einen daran, dass wir Deutschen regelrechte Aktienmuffel sind. Also wir könnten ja auch hergehen und könnten unser Geld vom Sparkonto, sehr viele haben es ja sogar auf dem Girokonto liegen und da gibt es ja bei den allerwenigsten Angeboten Zinsen, könnten das Geld ja zunächst mal irgendwo in einen Bereich bringen, wo es denn auch Rendite abwirft. Und das kann dann, meinetwegen darf es ein Festgeld sein, aber wer wirklich richtig große Sprünge machen will und auch, und das ist jetzt so ein kleiner Spoiler vorweg.

Auch die Inflation ausgleichen will, der kommt eigentlich um Aktieninvestments nicht herum. Darüber reden wir auch jetzt nochmal ausführlich, aber Aktien propagieren wir ja auch schon hier seit langem. Aber ich glaube, Sie haben auch eine tolle Verteilung ausgeguckt, mit der man tatsächlich aus Ihrer Sicht 2000 Euro pro Monat bekommen kann, ohne dass das Vermögen weniger wird. Gleich am Anfang, wie viel Grundkapital brauche ich dazu? Tja, das kommt halt ganz darauf an, wie lange die 2000 Euro fließen sollen. Ich hatte jetzt mal spaßeshalber, weil es so eine schöne runde Summe ist, jetzt auch bitte nicht erschrecken, mit einer Million gerechnet. Und wenn man diese Million...

Eben entsprechend erstmal A hat und wenn man die B anlegt, dann kann man, ohne dass das Grundkapital merklich nach unten geht, kann man damit 30 Jahre lang ohne weiteres sich jeden Monat 2000 Euro inflationsbereinigt auszahlen lassen. Also sprich, ich habe angenommen, dass die Inflation jedes Jahr im Schnitt bei 2,5% liegt. Also das heißt, die 2.000 Euro, da werden nach Ende jeden Jahres, werden aus den 2.000 Euro werden da 2,5 Prozent draufgeschlagen und immer wieder und immer wieder. Also das heißt dann auch, in 25 Jahren haben die 2.500 Euro, die 2.000 Euro sind dann inzwischen auf, muss ich ganz kurz rechnen, die sind dann inzwischen auf gute 5.500 bis 6.000 Euro angewachsen. Gut, ich glaube eine Million als Einsatz haben die allerwenigsten, die uns zuhören und haben wir alle wahrscheinlich auch eher nicht. Wobei man sich ja denkt, die, die es haben, die würden im Zweifel gar nicht auf diese 2000 Euro im Monat schielen, sondern die würden es vielleicht einmalig irgendwo reinpacken, um eine höhere Rendite im Zweifel direkt erzielen zu können. Aber das ist nochmal ein anderes Thema. Uns interessiert natürlich im Detail jetzt, wie genau müsste man vorgehen, um das so umzusetzen? Im Zweifel kann man es ja auch noch runterbrechen.

Muss ja jetzt nicht die Millionen sein, kann ja auch, weiß ich nicht, können 10.000 sein oder 5.000 Euro. Also aber wie geht man vor? Was muss man machen? Wo muss das Geld reinfließen? Ja, also ich würde glaube ich da ein, zwei Schritte zurückgehen. Ich würde zunächst einmal auch für mich überhaupt überlegen, wenn ich mir sozusagen ein passives Einkommen generieren will, dass ich mir erstmal sage, was ist denn mein Bedarf? Also was brauche ich oder wie viel brauche ich? Es gibt ja Menschen, die sagen, ich habe jetzt brav gespart, habe meinetwegen einen ETF-Sparplan gehabt und jetzt gehe ich aufs Rentenalter zu und mit 67 gehe ich in Rente und dann habe ich meinetwegen jetzt schon in meinem Depot meinetwegen 100.000 Euro liegen. Und die Menschen sagen sich dann, ich würde gerne aus den 100.000 Euro, würde ich mir sozusagen so ein Rentenextra bauen. Meinetwegen irgendwie ein Tausender. Und dann kann ich natürlich schauen, die 100.000 Euro, die habe ich und dann würde ich mir immer, würde ich zum Beispiel hergehen und würde, das ist eine Möglichkeit, kann ich sagen, ich nehme 100.000 Euro, teile die in zwei Hälften und dann nehme ich 50.000 Euro. Das ist sozusagen das Geld, was ich jetzt in den ersten zehn Jahren verzehren will. Und dann gehe ich her und...

Moment, jetzt habe ich mich gerade vergaloppiert, weil wir wollen ja von 1000 Euro ausgehen. 1000 Euro im Monat bedeuten ja 12.000 Euro im Jahr. Das heißt, wenn ich davon 10 Jahre lang leben will, bräuchte ich 120.000 Euro. Das ist ja wiederum mehr, als ich 100.000 Euro habe. Das heißt, ich komme ja dann eigentlich nur so 8 Jahre weit ungefähr. Dann sind 96.000 Euro verbrannt. Wenn ich allerdings es schaffe, zum Beispiel das Geld weiter für mich arbeiten zu lassen, sprich einen Teil des Geldes, und zwar einen relativ großen Teil des Geldes, weiterhin zu investieren.

Dann kann natürlich diese Stromanzahlung weiter laufen. Also wenn man zum Beispiel dann sagt, man investiert weiterhin ungefähr drei Viertel des Geldes, dann kann das relativ lang laufen. Wobei bei einer so kleinen Summe wie 100.000 Euro und 1.000 Euro monatlicher Auszahlung, da ist das natürlich dann sehr schwer. Ich muss ja immer auch im Hinterkopf behalten, dass ich, sobald ich mein Geld in Aktien investiere, brauche ich eigentlich mindestens zehn Jahre Anlagehorizont. Weil wenn ich sage, ich brauche das Geld in fünf Jahren, dann darf ich es eigentlich nicht in Aktien investieren. Selbst wenn jemand sagen würde, ich brauche das Geld in neun Jahren, würde ich auch sagen, boah, nur einen kleinen Teil in Aktien. Und das ist natürlich dann die Schwierigkeit.

Aber vielleicht warum, kurz nachgefragt, warum dieser Anlagezeitraumhorizont, weil das zu riskant ist, dass zu dem Zeitpunkt, wo man es braucht, die Kurse dann genau im Keller sind? Richtig, richtig. Also wenn man sich jetzt zum Beispiel mal die sogenannten Rendite-Dreiecke anschaut, da kann man sehr klar erkennen, dass man, wenn man einen Anlagehorizont von mehr als zehn Jahren hat, man eigentlich immer im Plus ist.

Und wenn man einen kürzeren Anlagehorizont nimmt, meinetwegen fünf Jahre, dann ist die Möglichkeit schon, na, jetzt nicht mehr 50-50, aber es gibt ein gewisses Risiko, dass man da mit einem Minus rausgeht. Und das kann natürlich dann ein Problem werden. Von daher wäre mein Tipp auch immer, dass man beim Aktieninvestieren immer Dinge finanziert mit diesem Geld, die in zehn Jahren in der Zukunft liegen. Idealerweise noch länger in der Zukunft. Okay, dann lassen Sie uns doch mal konkret werden. Sie können gerne wählen, welchen Ausgangsbetrag Sie nehmen, ob Sie eine Million nehmen, 500.000 oder 100.000, das ist ja uns egal. Aber Sie haben, finde ich, eine coole Aufteilung da sich ausgeguckt. Die wollen wir jetzt mit dem Einzelnen durchgehen. Wenn ich von diesem Ausgangsbetrag, wie viel in jede dieser Abteilungen stecke? Es sind vier Abteilungen. Ich nehme mal Stichworte Anleihen, Dividendenaktien, ausschüttende ETFs oder aktive Fonds. Und dann kommt noch was ganz Merkwürdiges, zumindest auf den ersten Blick, nämlich Call-Optionen auf die eigenen Aktien. Die wollen wir mal in Einzelnen durchgehen. Fangen wir mit den Anleihen an. Also wie viel stecke ich vom Ausgangsbetrag in Anleihen und in welche? Ja, also Anleihen sind das sichere Vermögen, also das Geld, was man zum Beispiel in den nächsten Jahren verzehren kann.

Da könnte man zum Beispiel hergehen, wenn ich jetzt, ich halte mich jetzt mal an den 1000 Euro fest und ich breche jetzt mal eins von unseren Rechenbeispielen runter, weil dann könnte ich nämlich sagen, wenn ich eine halbe Million habe und mir jeden Monat inflationsindexiert, also mit den 2,5 Prozent obendrauf jedes Jahr, Wenn ich mir da jeden Monat ein Tausender auszahlen lassen will, komme ich eben auf diese halben Million und das sollte ich dann idealerweise so aufteilen, dass ich ein Viertel in festverzinsliche Papiere habe und da wären wir jetzt bei den Anleihen zum Beispiel.

Und die übrigen drei Viertel, dass die dann kapitalmarktnah angelegt sind. Also sprich, da wären wir dann bei Dividendenaktien, da wären wir dann auch bei ausschüttenden ETFs, da wären wir aber auch bei Covered Calls. Wobei da ist, muss man ganz ehrlich sagen, das ist dann schon auch was eher für die Feinschmecker auf Deutsch gesagt. Also für Menschen, die wissen, was ein Optionsschein ist, die auch wissen, wie man das Auf und Ab der Märkte auch ein Stück weit, ich nenne jetzt mal ein wahrscheinlich etwas schräges Bild, reitet. Also von daher bei Covered Calls, da gibt es auch ETFs, wäre ich aber ein bisschen, wie soll ich sagen, ein bisschen zurückhaltender. Da kommen wir auch gleich noch drauf, aber ich möchte gerne nochmal im Einzelnen die Position durchgehen. Anleihen die ersten. Wie viel, das haben Sie gesagt, ein Viertel ungefähr. Welche Anleihen wähle ich? Also da wäre es natürlich die super sichere Variante sind Bundesanleihen. Die rentieren momentan, wenn man Zehnjährige wählt, rentieren die mit 2,9 Prozent. Das ist alles wunderbar.

Bei Firmenanleihen habe ich das Problem, die werden ja oft nur in großer Stückelung verkauft. Das heißt also, da müsste ich dann wieder mit einem Anleihe-ETF behelfen, damit ich dann die mit abbilden kann. Und da muss ich dann auch darauf achten, dass das ein endfälliger Anleihe-ETF ist. Es wird jetzt alles schon ein bisschen kompliziert. Aber am Ende des Tages, wenn man es einfach haben will, könnte man zum Beispiel sagen, man baut sich so ein Körbchen zusammen aus Bundesanleihen. Da können dann zum Beispiel Fünfjährige drin sein, die rentieren natürlich ein bisschen weniger. Und auch Zehnjährige können drin sein. Dann habe ich sozusagen immer einen stabilen Cashflow, über den ich mich dann natürlich freuen kann. Und wenn die Anleihen ausgelaufen sind, dann kaufe ich wieder erneut. Wenn die Anleihen ausgelaufen sind, dann kaufe ich wiederum erneut, weil idealerweise haben die übrigen drei Viertel meines kompletten Vermögens inzwischen schon wieder so viel verdient, dass ich da Geld rausziehen kann, um das wiederum in Anleihen zu investieren.

Aber wenn die Anleihen auslaufen, bekomme ich doch Geld zurück, dann brauche ich doch nur reinvestieren. Dann bekommt man Geld zurück, allerdings sollte man da dann auch natürlich wiederum schauen, dass man das auch wieder dann entsprechend, das kann ich natürlich dann auch wiederum anlegen, wobei ich muss immer noch was zuschießen, weil inzwischen haben wir ja die Inflation zehn Jahre lang zum Beispiel laufen gehabt, wenn ich Bundesanleihen gezeichnet habe. Also das heißt, da muss ich immer auch gucken, dass ich mindestens die Inflation ausgleiche auf der anderen Seite, also bei diesem Dreiviertel, was eben am Aktienmarkt investiert ist. Kurzer Einwand, Anleihen gelten als risikoarm. Jetzt haben wir aber natürlich die Situation in den USA, US-Staatsanleihen, ein dänischer Pensionsfonds, der will jetzt alle seine Staatsanleihen abstoßen im Wert von 100 Millionen US-Dollar. Was passiert denn, wenn das demnächst immer mehr machen? Also wie viel Risiko steckt womöglich in dieser sich ändernden geopolitischen Zeit doch im Thema Anleihen drin? Oder sehen Sie das gar nicht?

Das kann natürlich schon stimmen. Auf der anderen Seite, ich bin da immer so ein bisschen, wie soll ich sagen, Anleihe-gläubig oder, um es mal so auszudrücken, ich stelle mir immer die Frage, wem würde es denn, wem würde denn eine Kernschmelze des weltweiten Bondmarktes, also wo alle Anleihen gehandelt werden, wem würde das nützen? Also es würde, glaube ich, eine solche Schockwelle auslösen, dass eigentlich fast alle Menschen, die auf dieser Welt mit Geld hantieren und auch zum Beispiel große Pensionskassen, große Unternehmen und auch große Investoren in die Bredouille geraten werden.

An sich ist es an sich sogar gar nicht schlecht, wenn die Verzinsung von Anleihen sogar auch ein bisschen steigt. Stichwort Schuldenaufnahme, Stichwort auch höhere Zinsen auf US-Staatsanleihen, weil das bedeutet ja für mich, dass ich eine höhere Ausschüttung dann haben kann. Wenn man sich anschaut, es gab, das ist noch gar nicht so lange her, so fünf, sechs Jahre, da hat man eigentlich Geld zahlen müssen, um eine deutsche Bundesanleihe zu kaufen. Also da konnte der Bund sich zum Nulltarif refinanzieren und hat sogar von den Gläubigern noch Geld bekommen, dass sie eine Bundesanleihe kaufen dürften. Und noch ein Punkt zum Thema Bundesanleihen. Noch hat Deutschland eine Topbonität und da dürfte zumindest in den nächsten fünf bis zehn Jahren, dürfte da glaube ich jetzt erstmal nichts anbrennen. Aber wie gesagt, es kann immer ein schwarzer Schwan daherkommen oder ein Donald Trump und dann kann das anders werden. Also alles, was wir ja hier sagen, das betrifft ja mögliche Investitionen in der Zukunft und das kann dann immer unsicher werden, weil die Welt wird von Menschen regiert und gemacht und wir neigen eben zu irrationalen Entscheidungen und Aussagen. So ist es, okay.

Part 1 haben wir jetzt, die Anleihen, ein Viertel Bundesanleihen, möglichst 2,8 bis 2,9 Prozent zur Zeit pro Jahr. Was mache ich mit dem Rest? Dividendenaktien sind Ihre zweite Sektion. Wie viel und welche Dividendenaktien? Da muss ich ganz ehrlich sagen, hängt ein Stück weit vom persönlichen Geschmack ab. Und es gibt Menschen, für die bilden Dividendenaktien sozusagen das Rückgrat von ihrem Aktieninvestment. Und da kann man natürlich auch sagen, ich suche mir einen Korb von 20, 30 guten Dividendenaktien. Da sollte man natürlich immer darauf achten, dass die nicht erst seit gestern eine Dividende zahlen, sondern dass die da eine gewisse Tradition in den Ausschüttungen haben, dass die Ausschüttungen in der Regel auch steigen. Die Amerikaner haben den schönen Begriff Dividendenaristokraten geprägt, dass man sich solche Unternehmen aussucht. Das sind dann meistens so Pharmafirmen wie zum Beispiel Sanofi oder Novartis, Coca-Cola gehört da dazu, oder in Deutschland SAP. Und daraus kann man sich da was bauen, also wie gesagt, das ist eine...

Eine Möglichkeit, man kann natürlich auch sagen, nee, das ist mir zu riskant, nur 20 oder 30 einzelne Aktien zu haben. Ich kann mir auch einen ETF holen, der in Dividendenaktien investiert und der garantiert mir dann auch regelmäßige Ausschüttung. Wobei ich da auch da wieder Donald Trump ins Spiel bringe, der hat ja jetzt damit gedroht, Rüstungsfirmen die Dividendenzahlung zu untersagen. Also auch das könnte eventuell in der Zukunft gar nicht mehr so ein sicheres Ding sein, oder? Das kann natürlich auch immer mit reinspielen. Nichtsdestoweniger, wenn ich Aktien habe und wenn ich die, das ist ja immer auch der Tipp, Aktieninvestments, so breit es geht streuen, also sich nie auf ein Land konzentrieren, sich nie auf einen Sektor konzentrieren, also auf eine Branche, wenn ich da breit genug gestreut bin, dann werde ich das merken, aber es wird meine Strategie nicht aus den Angeln heben. Und wenn ich in einen ETF investiere, der sich auf Dividendenaktien konzentriert, dann macht der für mich ja auch die Arbeit, im Prinzip, wenn es mal bei einigen Aktien schlechter läuft, wenn sie weniger Dividende zahlen, dass er den automatisch austauscht, ohne dass ich das als ETF-Halter merken muss. Aber die Frage wäre natürlich noch, wie viel jetzt? Ein Viertel haben wir in Anleihen, wie viel jetzt in diese Dividendenaktien? Ja, da habe ich, wie gesagt, das ist jetzt eine wenig zufriedenstellende Antwort, das hängt auch ein Stück weit vom persönlichen Geschmack ab.

Wenn ich jetzt, das ist aber wirklich meine Privatmeinung, da würde ich nach wie vor sagen, das kann man, Dividendenaktien kann man, wenn man von seinen Erträgen leben will, dann können die gemeinsam mit den Anleihen, können die vielleicht ein weiteres Viertel, also ein Viertel ausmachen, sozusagen. Dann habe ich jetzt Anleihenviertel, Dividendenaktienviertel habe ich jetzt gut die Hälfte. Ich kann da aber auch ein bisschen was mehr machen, Das ist immer meinem persönlichen Geschmack geschuldet. Okay, wie geht es dann weiter? Ja, dann könnte ich zum Beispiel auch mit ausschüttenden ETFs arbeiten, wobei da ist natürlich die Grenze zum Dividenden-ETF fließend, weil da stellt sich ja die Frage, woraus schüttet der aus? Dann kann ich natürlich auch mir anschauen, ob es vielleicht, da wären wir jetzt im Bereich der Anleihen, aber eher auch der riskanteren Anleihen, dass ich mit Hochrisiko-Anleihen herumtue. Also das heißt, das sind dann die Anleihen von Unternehmen, die jetzt nicht die allerbeste Bonität haben. Da sind dann immerhin auch dann Renditen von 5,5 bis 6 Prozent drin.

Da ist allerdings, muss man auch sagen, jetzt kommt der Beipackzettel, je höher die Rendite, desto höher auch das potenzielle Risiko. Natürlich streue ich über einen ETF schön breit, aber das kann auch natürlich dann mal schief gehen. Also das heißt, wenn sozusagen in einem ETF eine Branche ein großes Gewicht hat, nehmen wir mal an, IT-Branche, die momentan ja durch die sogenannten Magnificent Seven, also Apple und Microsoft und so weiter. Wenn da natürlich diese ganze Branche runterrauscht, dann kann es natürlich auch eng werden. Wobei da auch wieder, muss man sagen, die großen Big Techs gehören jetzt nicht unbedingt mit ihren Anleihen zum Hochrisikobereich. Die sind eher näher bei den Staatsanleihen. Also es kann, das ist natürlich, dann wird es natürlich ein Stück weit riskanter. Aber wer konservativ unterwegs ist, der holt sich eben einen ausschüttenden ETF. Könnte man die beiden letzten Positionen, um es einfacher zu machen, vielleicht auch zusammenfassen, nämlich Dividendenaktien und ausschüttende Fonds, dass ich, Sie haben ja gesagt, Dividendenaktien wären dann auch nochmal ein Viertel, dass ich die beiden Positionen nochmal zusammenfasse und hätte dann jeweils ein Viertel, also die Hälfte nochmal, ein Viertel Anleihen, ganz am Anfang, dann ein Halb-Dividendenaktien.

Inklusive ausschüttende ETFs. Das kann man zum Beispiel auch machen. Wie gesagt, hängt auch wieder vom eigenen Geschmack ab oder beziehungsweise von der eigenen Risikotragfähigkeit. Also wenn ich nachts wach liege und sage, ich habe jetzt ein ETF in meinem Portfolio, der auf japanische Dividendenaktien setzt, und dann habe ich am Tag vorher gehört, dass es der japanischen Wirtschaft so wahnsinnig schlecht geht.

Dann ist das natürlich nichts für mich. Alle Menschen, die da ein bisschen mehr Ruhe brauchen, die sollten so breit wie möglich investieren. Und das gilt sowohl für Anleihen als auch für Aktien. Und dann ist man da einigermaßen gesichert. Aber wie Sie gerade angetönt haben, kann man natürlich gut machen, wenn man ein Viertel anleihen und dann eben die Hälfte des Vermögens dann eben auch in Aktien-ETFs. Vielleicht sogar auch noch ein bisschen mehr, weil wir kommen ja gleich noch zu den Covert-Calls. Das ist ja wirklich was, da kann ich richtig Rendite machen, aber das wäre für mich das Zuckerl für alle, die sagen, ja, ich bin da dabei, ich bin auch entsprechend aktienaffin und ich kann auch mal, ich werde auch nicht narrisch, wenn ich in meinem Depot sehe, dass ich jetzt mal kurzfristig 20% unter Wasser bin.

Ja, dann nehmen wir das Zuckerl doch direkt, weil das Ganze haben wir noch nicht voll, Sie haben es gesagt. Also, was hat es da auf sich mit diesen Call-Optionen auf Aktien? Die, die uns zuhören, das ist tatsächlich auch eine breite Streuung gefühlt von Menschen, die gerade anfangen, bis zu Leuten, die schon lange am Aktienmarkt investiert sind. Also ich glaube, das ist genau das Richtige, was wir jetzt brauchen, um mal drüber zu sprechen. Was versteht man darunter? Wie geht man da vor? Ja, also Covered Calls sind im Endeffekt auch Kaufoptionen und das setzen oder haben in der Vergangenheit häufig Profis eingesetzt, wenn die gesagt haben, ich rechne mit eher seitwärts laufenden Kursen oder ich habe Aktien in meinem Portfolio, wo ich nicht genau weiß, ob ich die jetzt auf kurz oder lang loswerden will. Das heißt also, ich kann dann mit relativ kleinen Bewegungen, mit einem einigermaßen Hebel dann auch noch Geld verdienen.

Für Normalos, wie zum Beispiel mich, da wäre es sinnvoller, dass man sagt, man holt sich da einen entsprechenden ETF auf Covered Calls. Und da wird einem sozusagen diese Arbeit, dass man da immer hinterher ist, abgenommen. Und das bringt dann eben natürlich etwas niedrigere Renditen. Normalerweise kann man mithilfe, wenn man es richtig einsetzt und wenn man auch die nötige Zeit damit aufwendet, mit Covered Calls bis zu 9 oder 10 Prozent Rendite machen.

Aber es ist eben zeitaufwendig. Man muss auch entsprechend die Nerven dafür haben. Und man muss sich ein Stück weit auskennen und auch einen richtigen Broker an der Hand haben. Wenn man das alles nicht will, aber trotzdem sagt, ach, das klingt spannend, dann kann man zum Beispiel einen ETF, der Covered Calls abbildet, den kann man sich kaufen. Da ist man dann wahrscheinlich renditemäßig.

Ich lege jetzt meine Hand dafür nicht ins Feuer und nageln Sie mich nicht darauf fest, da ist man wahrscheinlich auch dann so bei 5 bis 6 Prozent und hat die ganze Arbeit nicht. Das wäre für mich aber, wie ich schon gesagt habe, das Zuckerl für oben drauf. Das ist dann für die Leute, die sagen, in dem Dreiviertel, was sich kapitalmarktnah anlegt, da bin ich dann eher mal, davon von diesen Dreivierteln mache ich vielleicht nochmal so 10, 15 Prozent. Die kann ich dann noch mit reinnehmen. Und für alle, die wenig risikoavers sind, die sollten es am besten lassen. Also das ist dann die kleinste Position und wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, normalerweise würde ich, Sie haben es Covered Calls genannt, normalerweise würde ich Kaufoptionen verkaufen.

Und das ist wahrscheinlich nicht jedermanns Sache, wie Sie richtig sagen und deswegen kaufe ich ETFs, die das für mich machen, dieses Geschäft, richtig? Genau, genau deswegen, weil die meisten von uns sind ja jetzt, es gibt viele Menschen, die haben Spaß am Geld anlegen. Es gibt aber auch viele Menschen, die sagen, ja, ich will da dabei sein, aber ich will mir nicht so viel Arbeit damit machen. Und das ist ja, glaube ich, auch eine der wesentlichen Botschaften, die wir auch immer wieder erbringen müssen, um den Menschen zu sagen, ja, ihr könnt da mitmachen und ihr könnt, ihr müsst aber da nicht so viel Zeit aufwenden. Und deswegen finde ich persönlich sind ETFs, jetzt rede ich schon fast wie ein Lobbyist, sind eine wahnsinnig gute Erfindung, weil da auch Kleinanleger und Kleinanlegerinnen mit verhältnismäßig wenig Zeitaufwand und auch sogar mit kleinem Geld arbeiten.

Im Rahmen zum Beispiel eines Sparplans kann ich ja jeden Monat zum Teil ab einem Euro besparen. Muss ich auch wieder zur richtigen Bank oder zum richtigen Broker gehen. Sind das super Dinge, um eben Rendite zu machen. Also wir haben jetzt einiges gelernt, was wir wie einsetzen können und wie unser Geld passiv für uns arbeitet und wir am Ende des Monats mehr davon haben. Ich würde sagen, wir machen an dem Punkt, weil wir die vier Punkte ja auch durch haben, Ein Schlussstrich, ein Ausrufezeichen dahinter. Herr Hinterberger, erstmal ganz herzlichen Dank an Sie für diese Erläuterung, für die Gedanken, für die Zahlen und für die ganzen Tipps. Das war, glaube ich, sehr interessant. Also das war definitiv interessant und ich glaube, es war sehr hilfreich. Dankeschön an der Stelle. Gerne, gerne. Und ich mache jetzt auch noch einen klitzekleinen Werbeblock im Handelsblatt. Kann man das alles dann auch nochmal nachlesen? Weil ich weiß nicht, ob ich das jetzt in der Kürze der Zeit, in den dürren Worten, die ich da losgeworden bin, auch wirklich so verständlich gemacht habe. Also von daher freue ich mich, wenn da nochmal nachgelesen wird. Ich glaube schon, dass es verständlich war, aber natürlich ein bisschen Eigenwerbung darf sein. Handelsblatt lesen hat noch nie geschadet.

Ich bedanke mich auch bei Ihnen ganz herzlich, Herr Hinterberger. Und ich entschuldige mich jetzt nochmal bei Christian. Christian hatte nämlich für die letzte Folge des vergangenen Jahres noch zwei Fragen gestellt, die sehr interessant waren. Ich hatte in der letzten Folge gesagt, Wir werden sie in dieser Folge beantworten. Schaffen wir jetzt leider nicht mehr, weil es noch Termine hintendran gibt. Also, lieber Christian, nächste Woche aber dann garantiert. Ciao, ciao, bis nächste Woche. Und ihr wisst ja, schreibt uns gerne unter brichterundbell.gmail.com, wenn ihr Fragen, Anregungen oder sonstige Kommentare habt.