Die US-Notenbank hat einen neuen Chef. Jedenfalls in der Theorie, Donald Trump hat einen Namen in den Ring geworfen, einen Vorschlag gemacht. Kevin Walsh soll es werden, wenn es nach Trump geht. Wir wissen, der Senat muss das Ganze noch absegnen, also kann man doch nicht sagen, dass wir einen neuen Notenbank-Chef auf dem Papier faktisch auch haben. Aber wenn der US-Präsident in diesen Zeiten diesen Vorschlag macht, dann ist es auch sehr wahrscheinlich, dass der durchgeht. Und damit erstmal herzlich willkommen zu Brichter und Bellwirtschaft einfach und schnell. Ihr seht, wir sind ein bisschen spät dran in dieser Woche. Aber Raimund, ist ja klar, wir mussten ja erst mal abwarten, was da aus Washington kommt. Also wir mussten vielleicht nicht, aber wir haben es uns vorgenommen. Wir wollten in dieser Folge auf jeden Fall den neuen FED-Chef. Besprechen. Und dann war es halt so, dann hat er gesagt, Herr Donald Trump, naja, vielleicht nach der Zinssitzung am Mittwoch, aber dann kam er nicht zu Potte und dann hat er erst gesagt, nächste Woche. Und dann plötzlich, schwupps, war es dann doch schon am Freitag der Fall. Jetzt wissen wir es also, Kevin Walsh ist es geworden. Und ich sage mal vorweg, die Märkte, die Finanzmärkte scheinen damit recht zufrieden zu sein.
Kein Unbekannter, Kevin Walsh, ehemaliger FED-Gouverneur, und der war damals, wo Jerome Powell ins Amt gekommen ist, auch schon ein ganz heißer Kandidat, ist es dann aber nicht geworden. Jetzt ist natürlich die Fragereim. Und wir haben ja viel darüber geredet, Trump will niedrigere Zinsen, obwohl die FED ja die Zinsen gesenkt hat. Reicht ihm aber nicht aus, deswegen gab es immer die Kritik und die Beleidigung in Richtung von Jerome Powell. Jetzt also Kevin Walsh, aber ist das wirklich der Mann, den Trump eigentlich will? Steht er für sinkende Zinsen? Steht er für eine lockere Geldpolitik? Ich gehe tatsächlich davon aus, daran zweifelt auch niemand.
Natürlich, Kevin Walsh war mal eher ein Hardliner, die man ja im Notenbank-Sprech Falken nennt. Also eher einer, der für eine straffe Geldpolitik steht, nicht zu locker, also nicht zu niedrige Zinsen. Aber das ist auch nichts auf Lebenszeit im Moment. Und das war ja wohl auch in den Vorgesprächen mit Donald Trump dann sicherlich ein Hauptthema, obwohl wir da gerne mal ein Mäuschen gewesen wären. Wir waren es nicht, aber das werden die besprochen haben, dass Kevin Walsh auf jeden Fall auch dafür sorgen wird, so weit das kann. Er hat ja nur eine Stimme im Notenbankrat, darauf kommen wir ja gleich noch zu sprechen vielleicht. So weit das kann, auf niedrige Zinsen und eine lockere Geldpolitik hinzuwirken. Wobei spannend, habe ich gelesen, als Reaktion ist Gold ja direkt in den Keller gegangen. Im Vorfeld konnte man ja bei Polymarket, wir haben darüber geredet, schon sehen, was jetzt wahrscheinlich ist. Der Name Kevin Walsh war auf einmal ganz oben an der Spitze über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit in diesem Wettbüro bei den Buchmachern, dass er das auch wird. Und dann ist Gold richtig abgesagt. Jetzt haben wir natürlich auch schon gesehen, bei all dem, was da an Prozenten draufgekommen ist im letzten Jahr und auch in diesem Jahr zweistelliges Plus.
Auch wahrscheinlich einfach eine ganz notwendige Korrektur. Trotzdem hieß es, und du hast das Wort Falke benutzt, stünde eher dafür und deswegen ist es beim Gold erstmal abwärts gegangen. Alles nur irgendwelche zusammengereimten Argumente aus deiner Sicht oder ist da vielleicht doch was dran? Völliger Quatsch. Wir kennen das natürlich. Die Kurse fallen und dann sucht man sich eine passende Erklärung dazu. Nein, wir haben darüber ja auch schon gesprochen über den Goldpreis. Wir werden nächste Woche, soweit es klappt, wieder über Gold und Silber reden. Da ist einiges im Gange zurzeit. Und wir haben ja diese Fahnenstange besprochen. Da hat sich eine Fahnenstange ausgebildet. Die Kurse sind ganz steil nach oben gegangen. Auch noch mal seit dem Jahreswechsel. Und es ist immer so, es war noch nie anders, dass solche Fahnenstangen dazu führen, dass die Kurse an der einen Seite nach oben klettern und dann erst mal auf der anderen Seite wieder nach unten sacken.
Und das war bei Gold der Fall. Und zwar schon am Donnerstagnachmittag, bevor Kevin Walsch als Kandidat gehandelt wurde. Damals war ja noch der Rick Reader Hauptkandidat. Und da hat der Goldpreis schon angefangen zu korrigieren. Und zwar heftig. Am Donnerstagabend waren es dann schon über 4-5%. Und dann ging das Ganze am Freitagmorgen weiter mit dem fallenden Goldpreis. Völlig normal, weil ein überhitzter Markt muss sich so abkühlen und dann hat man einfach geguckt, ja was ist denn, ah da gab es eine Vorabmeldung von CNN, die haben nämlich schon, gewusst, dass Kevin Walsh es wird die haben zwei Insider da befragt im Umfeld von Donald Trump und die haben es denen gesteckt, haben die Meldung veröffentlicht und dann hat man geguckt, aha Kevin Walsh, aha, galt ja früher mal als Falke, das ist der Grund warum der Goldpreis fällt, weil der natürlich eher bei steigenden Zinsen Probleme hat, der Goldpreis. Und man sagt eben bei fallenden Zinsen, das ist besser für ein Gold. Aber das war eine nachgeschobene Erklärung. Die ist auch völlig irrelevant.
Der Goldpreis ist in den letzten Jahren gestiegen, auch als die Zinsen gestiegen waren. Ich halte auch das für völlig übertrieben zu sagen, bei steigenden Zinsen fällt der Goldpreis und umgekehrt. Das ist nicht der Fall. Kurzfristig ja, langfristig spielt das keine Rolle.
Also der Goldpreis übrigens hat, nachdem dann es offiziell wurde, dass Kevin Walsh es wird, hat dann sogar ein bisschen nach oben reagiert, hat also einen Teil seiner Verluste wieder abgebaut. Also diesen Zusammenhang herzustellen, halte ich für abstrus. So, jetzt ist aber natürlich die Frage, wie geht es weiter? Also die US-Notenbank hat ja die Zinsen gesenkt, jetzt gab es erstmal wieder eine Zinspause. Trump hat wahrscheinlich wieder getobt im Weißen Haus. Aber sollte Walsh jetzt im Mai dann ins Amt kommen, dann endet ja die Amtszeit von Paul, wenn er denn so lange bleiben darf und das alles regulär jetzt seiner Wege geht. Womit rechnest du dann? Gibt es dann eine Zinssenkung nach der anderen komplett irrational von dem eigentlich wirtschaftlichen Szenario oder womit ist da zu rechnen? Trump selber hat ja auch gesagt, die ändern alle ihre Meinung. Also im Vorfeld sagen sie niedrige Zinsen und wenn sie dann Fettchef werden, dann ändern die sich alle. Das hat er ja in Davos gesagt zu der ganzen Thematik. Ja, es gibt ja auch schon Leute, die sagen, vielleicht ist es ja wie bei Paul, der ist ja auch auf Empfehlung von Trump ins Amt gekommen und danach hat er ihn nicht mehr gemocht, hat ihn verstoßen. Möglicherweise läuft es bei Walsch genauso, macht erst ein gut Kind mit Trump und wenn er dann im Amt ist, arbeitet er gegen ihn. Nein, glaube ich im Moment noch nicht. Stand jetzt halte ich das für unwahrscheinlich. Ich halte das aber auch für unwahrscheinlich, dass Walsch jetzt die Zinsen gleich um einen Prozentpunkt senken wird. Nein, also die Märkte gehen nach wie vor davon aus, dass es zwei Zinssenkungen noch in diesem Jahr geben wird. Es können auch drei sein in den USA.
Leitzinssenkungen warten wir mal ab. Vielleicht sind es dann auch noch ein paar mehr. Das hängt dann tatsächlich auch von der weiteren Entwicklung ab. Aber, und das ist ja auch klar, die Märkte selbst finden sinkende Zinsen gut, die Finanzmärkte. Also sinkende Zinsen werden auf keinen Fall zu größeren Schäden führen. Bevor wir jetzt nochmal über das große Ganze sprechen und die Unabhängigkeit der Notenbank, über die ja viel geredet wurde in den letzten Wochen. Kurzes Wort, du hast es schon angedeutet, Walsh selbst wird ja jetzt nicht den Zins alleine senken können, er ist eine Stimme von vielen. Also vielleicht nochmal zur Bedeutung des Notenbankchefs, was genau kann er machen? Und vielleicht auch noch ein Wort zu Trump selbst, warum will der niedrige Zinsen? Was steckt dahinter? Also nochmal eins nach dem anderen, vielleicht erstmal ein bisschen zur US-Notenbank. Das ist ja der sogenannte Offenmarktausschuss, das ist das entscheidende Gremium, das über die Zinsen abstimmt.
Vergleichbar in Europa mit dem EZB-Rat, dem Notenbankrat bei uns. Und dieser Offenmarktausschuss, der hat zwölf Mitglieder, zwölf stimmberechtigte Mitglieder, muss man sagen. Davon sind immer sieben aus den Reihen des Notenbankdirektoriums, genannt Federal Reserve Board, und fünf im Wechsel, das sind die Präsidenten der jeweiligen Landeszentralbanken, die sich abwechseln als stimmberechtigte Mitglieder. Also zwölf Stimmen gibt es und da hat dann auch ein Kevin Walsh nur eine Stimme davon. Muss ja immer noch andere auf seine Seite ziehen. Natürlich, da ändert sich im Moment auch einiges. Da gibt es vielleicht auch wieder demnächst vakante Posten und dann wird Donald Trump auch dafür sorgen, dass dann die Vakantenposten eher mit Leuten aus seiner Entourage, sag ich mal, obwohl es vielleicht ein bisschen flapsig formuliert ist, eingesetzt werden. Aber das war übrigens immer schon so. Auch Trumps Vorgänger Biden hat auch Leute vorgeschlagen, die eher seiner Richtung entgegenkamen. Also das ist nichts Besonderes und das wird dann der Trump eben auch tun. Aber dieser Walsh hat eben nur eine Stimme und kann jetzt auch nicht da hineinregieren und sagen, ich mache jetzt, was ich will. Das ist ganz klar.
Okay, das ist ganz klar. Aber warum will Trump niedrige Zinsen? Das war meine zweite Frage. Was steckt dahinter? Ja, das ist auch so eine Art Mantra von ihm, denke ich. Sinkende Zinsen sind natürlich immer gut für das Wirtschaftsgeschehen, niedrige Zinsen. Er hat mal früher gesagt, er will, dass die Zinsen weiter sinken, damit auch junge Leute noch sich Wohnhäuser leisten können, Wohnungen kaufen können. Wenn die Zinsen niedrig sind, dann sind auch die Kredite für den Wohnungsbau günstiger. Wobei er da wohl übersehen hat, dass auch in den USA der Bauzins davon abhängt, von der Entwicklung am langfristigen Zinsmarkt, also eher am Anleihemarkt, dort wo sich der Zehnjahreszins bestimmt und weniger im kurzfristigen Bereich. Aber egal, da hat die Notenbank, können wir auch gerne nochmal drüber reden, auch Einflussmöglichkeiten drauf.
Jetzt hat er kurzem erst gesagt, naja, er will deshalb niedrige Zinsen, weil so viel Geld jetzt ins Land kommt durch die vielen Zölle, die da erhoben werden. Da können wir sich die Zinsen jetzt, die niedrigen Zinsen leisten. Er hat dann die Schweiz als Beispiel genommen, die haben 0% Zinsen, könnte man auch in den USA einführen. Dabei hat er natürlich völlig verkannt, die Schweiz haben auch deshalb 0% Zins, weil der Franken so stark ist. Davon kann man ja beim Dollar im Moment nicht reden. Der Dollar ist im Moment eher schwächlich und nicht so stark. Aber egal, Trump nimmt sich die Begründung ja, wie er will. Vielleicht liegt es auch nur daran, wir wissen ja, Trump ist Immobilienmagnat, wenn er auch im Moment vielleicht im Ruhestand ist oder es mal aussetzt, keine Immobiliengeschäfte macht. Aber vom Typus her ist er nach wie vor Immobilienhändler, Immobilienmogul. Und für einen solchen ist es natürlich auch immer günstig, wenn die Zinsen niedrig sind, weil dann sich die Immobilienzinsen auch eben in die richtige Richtung bewegen.
Ich glaube, Trump macht mittlerweile ganz andere Geschäfte auf ganz anderem Niveau mit Kryptos und Co. Auch, auch, ja, ja, auch, aber Immobilien sicherlich auch noch, denke ich mal. Ist ein Faible von ihm, ne? Wahrscheinlich, ein bisschen Leidenschaft steckt da drin. Okay, aber lass uns mal zu dem Grundsatzgedanken kommen, der so ein bisschen über all dem schwebt. Jetzt ist ja der Name raus, jetzt wird schon wieder fleißig über das Für und Wenn diskutiert und was Kevin Walsh denn jetzt überhaupt mitbringt oder vielleicht dann auch eben nicht. Aber es gab ja immer diese Überschrift, Unabhängigkeit der Notenbank in Gefahr. Trump will seinen Einfluss ausweiten, Trump fordert niedrige Zinsen und will das entsprechend mit seinen Personalien durchsetzen und die Notenbank kann nicht mehr frei entscheiden. Viele waren davor, du bist deutlich entspannter, sagst, das ist alles Panikmache, vielleicht sagst du uns mal warum. Ja, viel ist zumindest aus meiner Sicht Panikmacher. Aber grundsätzlich, man muss hier aus meiner Sicht wirklich trennen. Auf der einen Seite zwischen der durchaus berechtigten Empörung über den Umgang, den Trump mit Jerome Powell pflegt. Das ist wirklich unter aller Kanone. Das ist unter der Gürtellinie und gehört sich nicht. Und da kann man zu Recht drüber empört sein. Aber, und jetzt kommt das große Aber.
Über die Empörung hinaus muss man sich doch gerade als Anleger und als Anlegerin überlegen, hat das denn Konsequenzen für mich, für die Geldanlage? Und da gab es ja die Panikmacher und Panikmacherinnen, die gesagt haben, ja, wenn Trump so weitermacht und die Unabhängigkeit der Notenbank infrage stellt und dann ihr Knabber, dann wird es zu weltweiten Verwerfungen an den Finanzmärkten führen, zu crashartigen Situationen und so weiter und so weiter. Das halte ich für Quatsch. Im Gegenteil, wir haben ja auch gesehen jetzt, Trump wird nie, und wir kennen Donald Trump, er ist zwar unberechenbar, aber in einer Sache ist er doch berechenbar. Trump guckt sehr, sehr stark auf die Finanzmärkte. Und er wird nie etwas unternehmen, was den Finanzmärkten nachhaltig Schaden zufügt.
Da bin ich vollkommen sicher und ich glaube, das können die meisten auch unterschreiben. Er kann mal in die eine oder andere Richtung erratisch sein, wie mit der Zollpolitik im vergangenen Jahr. Aber er macht dann, und das ist Kalkül, er macht dann auf jeden Fall rechtzeitig Rückzieher. und sorgt dafür, dass die Märkte wieder zufrieden sind mit ihm. Und genau das wird passieren. Und deswegen halte ich es für übertrieben und auch für Panikmache zu sagen, das, was da Trump gerade veranstaltet, ist ganz, ganz schlimm für die Weltfinanzmärkte. Und wir müssen da mit ganz, ganz schlimmen Dingen rechnen. Nein, müssen wir nicht.
Gut, dann lass uns mal ein paar Argumente nehmen, die da vorgebracht werden. Die Sorge ist ja, dass im Prinzip die Zinspolitik irrational stattfindet. Also nicht basierend auf Fakten, sondern eben politisch motiviert.
Politisch erkämpfte niedrige Zinsen können kurzfristig Wachstum und Börsenkurse stützen, aber langfristig zu höherer Inflation höheren langfristigen Zinsen und auch Vertrauensverlust in den Dollar führen, sagen viele Beobachter, Raimund. Gehst du da mit? Zinsen zu niedrig, gleichzeitig steigende Inflation? Nein, also dass die Zinsen, die sind ja auch schon gesenkt worden, dass die Zinsen in den USA durchaus noch Potenzial nach unten hatten, was ja schon ausgeschöpft worden ist, können noch ein bisschen weiter runtergehen. Das ist klar, die Inflationsrate liegt zwar noch über den ominösen 2%, die die Notenbanken sich auch ein bisschen als Mantra vor sich her tragen, aber sie liegt nicht stark darüber, letzte Zahl im Dezember 2,7. Und die Zinsen liegen ja noch weit über dreieinhalb Prozent. Also da gibt es auch noch Spielraum, wenn man die Inflation mit dem aktuellen Leitzins vergleicht. Und wenn man sie mit dem Zins am Anleihmarkt vergleicht, liegt der sogar deutlich drüber. Der liegt ja bei 4,20 Prozent im zehnjährigen Bereich und die Inflationsrate nur bei 2,7 Prozent. Also auch da ist im Prinzip noch durchaus Luft nach unten. Und was dazu kommt.
Ich halte es für verwegen, anzunehmen mit einer Zinserhöhung oder einer Zinssenkung oder auch mehreren Zinserhöhungen und Zinssenkungen, könne man die Inflation beeinflussen. Das ist Quatsch. Guck dir die Inflationsraten und die Zinsentwicklungen an der letzten Jahre und Jahrzehnte. Gerade seit der Finanzkrise im Jahr 2008 waren die Zinsen sehr niedrig, immer und gingen auch tendenziell nach unten, unter Schwankungen zwar tendenziell nach unten, sogar auf Null oder teilweise in den Minusbereich.
Inflation, zumindest eine Inflation, wie sie im allgemeinen Sprachgebrauch verstanden wird, nämlich steigende Verbraucherpreise, sag ich mal, die gab es trotzdem nicht, trotz der niedrigen Zinsen. Dann gab es eine Inflation nach der Corona-Krise. Auch da waren die Zinsen niedrig, aber sie waren nicht das hauptausschlaggebende Argument. Nein, die Notenbankpolitik, die war sicherlich daran beteiligt, aber im Verein mit der Politik der Regierungen, die haben nämlich das Notenbankgeld, die Notenbanken haben Geld gedruckt wie verrückt und haben das verteilt überall in der Wirtschaft. Und das war der Unterschied zur Finanzkrise 2008. Da mussten ja Banken gerettet werden und andere Finanzinstitute, wie du weißt. Da blieb das Geld das zusätzliche im Finanzkreislauf und hat eben überhaupt keine schädlichen Auswirkungen auf die Inflation gehabt.
Da hatte es die dann und dann haben die Notenbanken die Zinsen erhöht und haben dann gesagt, oh und jetzt seht mal, die Inflation geht tatsächlich zurück, haben wir doch Erfolg gehabt mit unserer Politik. Nein, war auch eigentlich irrelevant, denn guck nach Japan, die hatten auch steigende Inflationsraten und die Inflationsraten sind dort ebenfalls zurückgegangen, obwohl die Notenbank dort nicht die Zinsen erhöht hatte. Die hat sie nämlich erst jetzt in den letzten Monaten leicht angehoben und die Inflationsrate war seit 2023 trotzdem zurückgegangen. Also, was lange Rede kurzer Sinn, Zinspolitik mag psychologisch interessant sein, ja guck mal die Notenbanken erhöhen jetzt um einen Viertelprozentpunkt oder einen halben, die werden was gegen Inflation machen, aber das ist nur Psychologie.
Tatsächliche Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben die Notenbanken damit nicht. Und das kann ich sagen, weil ich mich seit Jahrzehnten mit den Notenbanken und der Notenbankpolitik und vor allen Dingen mit der Geldpolitik beschäftige. Aber es gibt ja Anleger, die die Sorge haben, wenn das Ganze jetzt nicht mehr faktenbasiert ist, also auf Zahlen beruht, was da entschieden wird, sondern politisch motiviert, weil Donald Trump sagt, runter mit den Zinsen und zwar noch weiter und entgegen der eigentlichen Zahlenlage, dass Anleger dann zweifeln, ob die FED im Zweifel tatsächlich dann auch hart gegen die Inflation vorgehen würde. Und das könnte wiederum das Vertrauen in den US-Staatsanleihen und auch den Dollar schwächen. Was sagst du dazu? Also faktenbasiert, da möchte ich auch mal was zu sagen. Was ist denn diese Faktenbasiertheit?
Also da werden immer irgendwelche Zahlen rumgereicht. Ja, Arbeitsmarkt oder bei der EZB zum Beispiel spielt der Arbeitsmarkt gar keine Rolle. Bei der US-Notbank spielt da eine Rolle. Da werden Inflationsdaten rumgereicht. Aber die sind ja auch irrelevant. Erstens ... Haben wir ja gerade gesagt, die Zinsen wirken sich eh nicht auf die Inflationsrate aus und wenn überhaupt, eher langfristig. Das heißt, die aktuelle Inflationsrate spielt überhaupt keine Rolle für das aktuelle Zinsniveau. Also diese Faktenbasiertheit, das ist auch so eine Mantra, was die Notenbanken vor sich her tragen und im Prinzip stehen die auch oft da wie der Ochs vorm Berg und wissen nicht, was zu tun ist. Nein, sie müssen natürlich so tun, als ob sie genau den Durchblick hätten. Und da kommt es auch eher auf die Psychologie an. Da gab es ja einen US-Notenbanker, Alan Greenspan, vor Jahrzehnten war der im Amt. Und der war sowas von genial. Der hat auch nicht viel mehr gewusst als alle anderen. Aber er hat Show gemacht. Ich glaube, darüber haben wir auch schon mal geredet. Karl Otto Pöhl von der Bundesbank war auch mal so einer. Die machen Show, die sagen, wir haben alles im Griff und die Märkte folgen ihnen. Das ist das Entscheidende. Und von wegen Faktenbasiertheit und Zahlen und Daten, die ändern sich auch so rasch. Und dann sind ja auch die Quellen dieser Daten so unsicher.
Alleine wenn du überlegst, wie werden die Inflationsdaten erhoben, gerade in den USA mit Schätzungen und was da alles unsicher ist. Also ich würde so viel Wert auf die Faktenbasiertheit und diese Datenrelevanz und werde ich so viel Wert nicht legen. Auch wenn es immer wieder von den Notenbanken, das ist wie so ein Mantra, auch immer wiederholt wird, ja, wir werden fakten- und datenbasiert handeln. Und das ist eine Floskel, mehr nicht. Aber du hattest noch Nachfragen dazu. Das war jetzt der Punkt Fakten- und Datenbasiertheit. Ja, genau, das war der Punkt Fakten- und Datenbasiertheit. Und dann hattest du aber noch eine zweite Frage, eine zweite Teilfrage, soweit ich das weiß. Möchtest du noch mal gucken? Ja, nee, also daran anschließend im Prinzip, wie könnte das Vertrauen in die US-Staatsanleihen und den Dollar am Ende aussprechen. Genau, richtig. Okay, ja, also sagen wir mal so, Staatsanleihen, Dollar, wieder zwei verschiedene Paar Schuhe. Staatsanleihen sind natürlich ein wichtiger Faktor, Da dürfen die Zinsen nicht so stark steigen, haben wir schon oft drüber geredet, auch gerade wegen der hohen Verschuldung der USA. Und das muss dann letztendlich auch die Notenbank regeln oder sie kann es auch regeln.
Die Notenbank hat auch Einfluss nicht nur auf den kurzfristigen Zins, indem sie eben die Leitzinsen hoch oder runter setzt. Sie hat auch Einflussmöglichkeiten auf den langfristigen Zins am Anleihemarkt. Zum Beispiel durch Anleihekaufprogramme, die ja auch seit der Finanzkrise noch und nöcher ins Leben gerufen wurden. Teilweise am Ende wieder ein bisschen zurückgefahren, aber nur so zum Teil. Insgesamt sind die noch vollgepumpt mit Staatsanleihen und die Notenbanken, gerade auch der Herr Paul, also der jetzige Notenbankchef, hat ja sogar schon angefangen wieder, dieses Abbauprogramm für die Staatsanleihen zurückzufahren. Nicht nur zurückzufahren, zu stoppen und wieder neue Staatstitel zu kaufen. Zwar zunächst nur im kurzfristigen Bereich, so ein kleines Anleihkaufprogramm. Aber ich will damit sagen, wenn es tatsächlich drohen sollte, dass die langfristigen Zinsen in den USA, wir reden jetzt über die USA, steigen in Richtung 5% wieder. Da waren sie ja übrigens schon mal vor zwei Jahren. Da hat man noch drüber geredet. Und sie sind inzwischen ja wieder kräftig gefallen auf 4%, also rund ein Prozentpunkt runter. Wenn das also wieder droht zu steigen, kann dann letztendlich die Notenbank dafür sorgen, indem sie Staatsanleihen wieder kauft, die Nachfrage nach Anleihen damit zunimmt. Dass die Zinsen auch tendenziell wieder sinken bzw. nicht ins Unermessliche steigen. Da gibt es also Möglichkeiten.
Schwacher Dollar, weiterer Punkt. Klar, die Notenbanken haben keinen direkten Einfluss auf den Dollarkurs, auf die Wechselkursentwicklung, aber indirekt natürlich schon, weil auch die von den Zinsen abhängen, die Wechselkurse, Und zwar von den Zinsdifferenzen zwischen zum Beispiel den Zinsen im Euroraum und den Zinsen im amerikanischen Raum. Ja, wenn die Zinsdifferenzen zugunsten des Euroraums, also wir höhere Zinsen haben als die USA, dann kann es auch weiterhin so sein, dass der Dollar schwächelt. Weil man sagt, in den USA ist der Zins niedrig, es lohnt sich mehr in anderen Ländern anzulegen. Okay, und wir wissen auch, Donald Trump ist eher dafür, dass der Dollar schwächer geht, weil dann das Handelsdefizit in den USA vielleicht kleiner wird, weil die Leute nicht mehr so viel im Ausland kaufen, die Amerikaner und Amerikanerinnen, weil dann die Waren durch den schwachen Dollar, wer im Ausland kauft, muss dann in Euro mehr bezahlen, weil die dann teurer werden. Das kommt ja dann zusätzlich noch zu irgendwelchen Zöllen dazu.
Deswegen ist Donald Trump durchaus an einem schwachen Dollar interessiert. Aber auch hier warne ich vor Panikmache. Der Dollar liegt jetzt bei etwa 1,20 beziehungsweise der Eurokurs zum Dollar. Für einen Euro bekommt man 1,20 Dollar. Wir wissen auch, wie stark es schwankt hier in diesem Wechselkurs. Der Euro lag schon mal bei einem Dollar.
Also hatte man für einen Euro nur einen Dollar bekommen. Da war der Dollar sehr stark. Jetzt wird der Dollar schwächer. Jetzt bekommt man 1,20 dafür. Aber er war sogar noch schwächer. Er war schon bei 1,50, seit es den Euro gibt. Also liegen wir da jetzt irgendwo in der Mitte. Auch da war nicht einfach vor Panik zu sagen, jetzt wird der Dollar schwach. Das Vertrauen der Anleger weltweit in die USA nimmt ab. Das hört man ja immer wieder. Ich halte das auch für Panikmache. Ein Beispiel nochmal aus Trams erster Amtszeit.
Während seiner ersten Amtszeit hat der Dollar 12% verloren, also auch da hat er schon für einen schwächeren Dollar gesorgt. Aber der S&P 500 Index hat in der gleichen Zeit, also der amerikanische Leitindex, um 60% zugenommen. Da sind die 12% Dollar Schwäche auch aus Sicht eines deutschen Anlegers vergrafbar gewesen. Es gab immerhin noch einen Plus, wenn man in amerikanischen Aktien anlegte, von über 50%. Der DAX zum Beispiel hat in diesem Zeitraum nur 20 Prozent zugelegt gehabt. Ja, aber jetzt ist natürlich die Frage, und das ist ja schon ein Punkt, schwächerer Dollar hast du angesprochen. Volatile US-Zinsen, alles klar. Was heißt das für uns zum Beispiel in Deutschland? Exportorientiertes Land, schwierige Planbarkeit bei Handel, Finanzierung und Investitionen. Oder das ist doch schon eine Auswirkung. Ja, die Situation und Rahmenbedingungen sind immer schwierig. Frag mal Unternehmenschefs. Ich bin jetzt auch schon seit Jahrzehnten im Geschäft und noch nie hat ein Unternehmensgeschäft gesagt, alles ist easy, alles ist in Butter. Klar, gibt es immer Herausforderungen und Schwierigkeiten und dazu gehören auch zum Beispiel Wechselkursschwankungen. Klar, mit denen muss man zurechtkommen. Man kann sich zum Teil sogar gegen solche, Wechselkursschwankungen absichern.
Andererseits muss man dann auch mit dem Leben. Es gibt andere Unbill. Jemand, der viel Öl braucht, kann der Ölpreis stark schwanken. Ja klar, es gibt Unsicherheiten und die wird es auch weiterhin geben. Die werden mit Donald Trump, Ja, ob sie jetzt so viel zunehmen mit Donald Trump, vom Gerede her, ja, diese Zollpolitik auf jeden Fall, die hat es ein bisschen unsicherer gemacht. Aber letztendlich kommt es doch für uns Anleger darauf an, was kommt dann am Ende bei raus, bei all diesen Unsicherheiten und Schwierigkeiten. Und guckt ihr, trotz der Unsicherheiten, trotz der Trumpschen Zollpolitik im letzten Jahr hat der DAX über 20 Prozent zugelegt und der S&P 500 hat auch kräftig zugelegt. Was will man denn mehr? Was will man sich mit diesen Unsicherheiten beschäftigen? Ja, die gibt es und die wird es auch weiterhin geben. So viel ist sicher. Okay, Ramon, ich würde sagen, an der Stelle Punkt und Strich unter die FED-Debatte. Dein Punkt ist, glaube ich, deutlich geworden.
Jetzt können wir erst mal warten. Noch mal ein Zusatz. Ich bin keiner, der hier Recht haben will oder sowas, wenn das vielleicht so klang. Es ist meine Erkenntnis der Geldpolitik und der Zusammenhänge. Ich rufe euch alle da draußen auf. Wenn ihr andere Erkenntnisse habt, andere Meinungen, gerne uns das mitzuteilen. Wir diskutieren gerne auch zusammen. Ich bestehe nicht darauf, dass ich in allen Punkten recht haben will. Ich habe nur gesagt, was ich erwarte, was ich denke und wie ich es einschätze. Also bitte nicht, im Gegenteil, ich finde es sogar gut, wenn es Widerspruch gibt, wenn ihr da draußen sagt, der Brichter redet doch wieder mal Mist, das ist doch so und so. Gerne, bitte schreibt uns unter brichter-on-bell-at-gmail.de, kommt. Das war jetzt nur eine Zwischeneinwand. Aber der bringt uns ja hervorragend zu dem, was wir eigentlich auf jeden Fall auch noch besprechen wollten, denn es haben sich ja schon Leute an uns gewandt. Es gibt ja auch übrigens noch die ntv.de-Adresse, die könnt ihr auch gerne noch nutzen. Und Christian hat uns damals geschrieben, zwei Fragen gestellt und wir haben es tatsächlich bis jetzt noch nicht geschafft zu antworten. Deswegen, das wollen wir jetzt an der Stelle machen. Erstmal sorry Christian, dass das so lang gedauert hat. Also Raimund, ich habe hier die Mail nochmal extra ausgedruckt und er schreibt, er hat zur letzten Folge vom 18. Dezember und da sehen wir schon, dass es schon über einen Monat her ist, noch zwei Fragen.
Die erste richte sich an das Thema Stablecoins. Da schreibt er, in der letzten Folge wurde gesagt, dass man als Privatanleger nicht wirklich an der Entwicklung der Stablecoins partizipieren kann. Und er sagt, er hat das aber irgendwie anders verstanden, in der Folge mit Markus Miller, dass es doch irgendwie möglich ist, da teilzuhaben und vielleicht auch, Gewinne mitzunehmen oder Gewinne zu machen. Spricht in dem Fall konkret von Ethereum. Vielleicht können wir darauf nochmal eingehen. Wie ist da genau der Stand und kann ich tatsächlich partizipieren? Ja, sorry nochmal, lieber Christian, auch von meiner Seite, dass es so lange gedauert hat. Wir hatten es uns mehrfach vorgenommen, die Frage zu beantworten, aber es hat nie geklappt, weil schon so viel anderes davor war. Okay, also du hast es völlig richtig erkannt. Die Stablecoins selbst, da haben wir auch drauf hingewiesen am 18. Und auch glaube ich in der ersten Folge dieses Jahres nochmal. Die Stemcoins selbst sind ja immer gleich im Vergleich zum Euro oder zum Dollar, je nachdem auf welcher Währung sie basieren.
Zwar an der Entwicklung partizipieren schon, aber die ist immer eins zu eins. Also wenn ich jetzt einen Stablecoin, also einen Euro in Stablecoin auf Euro-Basis tausche und den dann nach einem Jahr zurücktausche, kriege ich wieder das gleiche zurück wie vorher. Da ist also keine Spekulation oder auch kein Anlagegesichtspunkt, auch kein Zinsgesichtspunkt. Was Markus Miller meint, ist ja was anderes, dass man an der Blockchain-Technologie, und die Stablecoins sind ja eine Anwendungsmöglichkeit dieser Blockchain-Technologie.
Dass man dort, und du hast es hier auch als Betriebssoftware bezeichnet, mit dieser Anwendung kann man natürlich Geld verdienen. Auch die Betreiber dieser Stablecoin-Plattformen, die werden da bestimmt Geld verdienen. Das ist unbestritten, zumindest wenn sie gut wirtschaften. Aber es geht ja hier um die Frage, ob man als Anleger da partizipieren kann. Wenn du also an der Entwicklung der Blockchain-Technik partizipieren willst, dann bieten sich natürlich die Kryptowährungen an oder Kryptoassets, manche sagen es sind gar keine Kryptowährungen, Kryptoassets oder Kryptovermögenswerte, die dafür genutzt werden. Und das sind nämlich Ethereum, Solana und Co. Klar, dann partizipierst du tatsächlich daran. Und Markus Miller, den hast du ja genannt, den Experten, der bei uns auch schon in der Folge war, den Krypto-Experten, der hat das ganze Jahr mal als digitales Öl bezeichnet, also diese Ethereums und Solanas und Ripples. Digitales Öl deshalb, weil mit denen wird was gemacht. Okay, aber...
Das ist dann vergleichbar, wenn du in Ethereum, Ripple und Solana investierst, als wenn du in analoges Öl investierst. Auch das wird ja im Wirtschaftsbetrieb für vielerlei Anwendungen genutzt. Okay, das ist aber etwas völlig anderes als der Bitcoin.
Der hat diese Anwendungsmöglichkeiten nicht. Der ist ja tatsächlich nur für die Anlage und für die Spekulation. Als Zahlungsmittel taugt da nichts. Da sind wir uns hoffentlich einig. So, wenn du jetzt also mal vergleichst mit dem Öl, hier haben wir digitales Öl auf der einen Seite, also Ethereum und Co. Dann haben wir Öl auf der anderen Seite. Ja, kannst du gerne investieren. Guck dir mal den Ölpreis an, was er in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Der hat häufigst geschwankt. Der stieg ja mal bis auf 150 Dollar, das Fass. Dann ging er runter bis 0 Dollar in der Corona-Krise, sogar tagelang war er sogar im Minus. Und jetzt wieder, dann ist er im Zuge des Krieges in der Ukraine wieder gestiegen, dann wieder gefallen. Jetzt liegt er bei ungefähr 70 Dollar, also vielleicht in der Mitte.
Ja, die Frage ist, ist das ein langfristiges Investment? Ich weiß es nicht. Es könnte mit Ethereum und Solana genauso passieren. Nicht, dass die auf 0 fallen werden, das glaube ich nicht. Aber das sind so viele... Faktoren verantwortlich für deren Preisentwicklung, auf die ich keinen Einfluss oder auch die ich nicht durchschaue, dass ich mich von solchen Investments ganz einfach fernhalte, du kannst gerne in diese digitalen Ölformen investieren, ich tue es halt nicht, ich investiere halt nur in das, was ich verstehe und das ist eben der Bitcoin, da weiß ich, wozu er gut ist und das ist alles. Aber ja, und dann wendest du dich aber bitte auch nicht an mich, weil ich bin nicht der Experte, der jetzt genau weiß, wie die Blockchain-Technologie jetzt zukunftsträchtig umgesetzt wird. Ich glaube, sie wird zukunftsträchtig umgesetzt, aber Öl wird ja auch umgesetzt und wird auch benutzt. Aber trotzdem hat der Ölpreis immer eine Grenze gehabt. Und ich befürchte, möglicherweise ist das bei den anderen genauso. Bei Bitcoin sehe ich erstmal keine Grenze nach oben. Ja und jetzt sagt Christian, er weiß nicht genau, ob er das jetzt in diesem Jahr dann in sein Portfolio aufnehmen möchte, Kryptowährung generell, deswegen hatte er diese Frage gestellt, also schreib uns gerne nochmal, ob das jetzt bei dir 226 mittlerweile auch Teil des Portfolios ist. Du hast noch eine zweite Frage und da sind Kryptos auch ein Thema.
Es ging da um den Reset, den von Raimund skizzierten Fall einer Art Währungsreform oder eines generellen Systemresets. Da hatten wir auch noch eine Frage von Alois, die wir gleich im Anschluss noch stellen an die zweite Frage von Christian. Aber da hatte Christian gefragt, wenn ich das richtig verstehe, dann werden Werte wie Gold oder eben Kryptowährungen nach dem Reset nicht mehr so einen Wert haben wie davor. Also was mache ich jetzt, sagt er. Wenn ich jetzt Gold und Kryptos habe.
Verkaufe ich die, habe dann Fiat-Geld, das ist aber nach der Währungsreform oder nach dem Reset auch weniger wert. Oder behalte ich alles, verkaufe es nach dem Reset, hat aber dann auch eine andere Wertigkeit. Also Raimund, was würdest du empfehlen? Ja, dein zentraler Satz, Christian, den du da schreibst, ist, dass Werte wie Gold und Kryptowährungen nach dem Reset nicht mehr die Wertigkeit haben wie zuvor.
Das würde ich ein bisschen einschränken. Sie haben natürlich noch eine Wertigkeit, auch die Wertigkeit wie davor. Sie haben dann nach dem Reset einen Wert in der neuen Währung, die es dann gibt, was auch immer das sein mag. Was ich meinte ist, dass danach die Fantasie auf weitere Kursgewinne, Kurssteigerungen nicht mehr dieselbe ist wie vor dem Reset. Jetzt sind ja Gold- und Kryptowährungen eindeutig eine Versicherung gegen den Reset.
Danach macht es ja wenig Sinn, wenn der Reset gerade vonstatten ging, sich zu versichern gegen den übernächsten Reset, der dann kommen wird, aus heutiger Sicht, der vielleicht dann in 100 Jahren kommt. Und das meinte ich damit, die Fantasie auf weitere Steigerung des Goldpreises und auch des Bitcoins, die ist dann vorbei. Was man jetzt machen soll im Umfeld eines solchen Resets, wenn er denn kommt, manche oder viele bezweifeln ja überhaupt, dass er kommt. Ich bin ja, ich gehöre ja zu den wenigen, die das hier immer wieder postulieren, dass wir ein Reset brauchen oder dass er irgendwann kommt, eine Art Währungsreform. Was man im Umfeld einer solchen Reform macht darüber reden wir dann tatsächlich wenn es soweit ist, das ist jetzt nicht alles im Vorhinein schon abzuschätzen bis dahin gilt jedenfalls aus meiner Sicht ja, Gold und Silber, also Edelmetalle und der Bitcoin sind eine Art Versicherung gegen diesen Reset das heißt, ihr Wert wird tendenziell weiter steigen je mehr.
Der Währungen, die wir sonst kennen, eben Dollar, Yen, Pfund und Euro in Umlauf gebracht werden und sie werden zusätzlich in Umlauf gebracht, da kannst du dir sicher sein, das geht gar nicht anders.
So lange werden auch die Werte in der Tendenz, natürlich Schwankungen immer drin, wir reden nächste Woche über den Goldpreis, wie er jetzt auch gerade, während wir hier aufzeichnen, stark korrigiert, das wird immer sein, aber von der Tendenz her muss er weiter steigen.
Ähnlich übrigens wie Aktien, also Aktien-ETFs und auch Immobilien. Das sind für mich die vier Anlagevehikel, die einigermaßen uns einen kommenden Reset ja nicht mehr so furchtsam erscheinen lassen. Also Gold, Silber als erstes, Aktien, ETFs als zweites oder auch Aktien direkt, als drittes Bitcoin, das digitale Gold und als viertes Immobilien selbst genutzt bis zu einem Reset. Und was dann kommt, da freue ich mich schon drauf, wenn wir dann in den Folgen im Umfeld des Resets darüber reden. Schön, dass du dich darauf freust. Ich glaube, viele haben große Sorgen vor diesem Szenario. Aber da du das ja propagierst, bist du wahrscheinlich auch ganz entspannt, weil du da schon ein genaues Bild im Kopf hast. Und das bringt uns zur nächsten Frage von Alois, der auch genau darauf abzielt. Er schreibt, also in dieser Folge vom 15. Januar, das war dieses Jahr, sprachen Sie von einer Katastrophenhoss, die am Ende dieser Dekade ihr Ende finden soll. Könnten Sie das Wort Katastrophe nochmal näher erklären oder erläutern? Steht am Ende dieser Hoss ein schwerer Crash an oder kommt es zu einem System-Reset? Und vor allem, das will er wissen, das wollen glaube ich viele wissen, welches Ereignis könnte das denn auslösen, diesen System-Reset? Ja, spannende Fragen, lieber Alois. Also vier Stück habe ich jetzt gezählt.
Einmal fragst du zu Recht nach der etwas ausführlicheren Beschreibung, was ich unter Katastrophen-Hoss verstehe. Andere sagen dazu ein Fremdwort, Crack-up-Boom. Das hat man Wissenschaftler vor Jahrzehnten kreiert, dieses Wort. Gemeint ist das Gleiche. Eine HOS heißt immer ein Boom der Markt, vor allen Dingen ein Boom der Aktienmarkt, aber ich sage mal boomende Finanzmärkte generell, die dann besonders stark boomen in einer Katastrophen-HOS münden, also in einem Crack-up-Boom, in einer Spirale nach oben. Das alles immer mehr im Wert, im Preis steigt, bis es dann tatsächlich, und das wäre dann die zweite Frage, zu einem Crash kommt, den ich auch erwarte.
Zeitlich kann ich das natürlich nicht vorhersehen, ich habe keine Glaskugel, aber ich sage immer, ein solcher Crash wäre jetzt, wir sind mitten in einer solchen Katastrophenhoss, ich habe ja auch beschrieben, was die Anzeichen sind, dass zum Beispiel die Bewertungen der Aktien immer weiter steigen und das tun sie ja auch. Gerade auch die Bewertungen im DAX haben wir gesehen. Im letzten Jahr sind die gestiegen. Nicht nur der DAX ist gestiegen. Wenn die Gewinne gleichzeitig im gleichen Ausmaß gestiegen werden, wäre der DAX nicht teurer geworden. Hätte sich die Bewertung nicht erhöht. Ist aber nicht so gewesen. Im Gegenteil, im vergangenen Jahr sind die Gewinne der DAX-Unternehmen insgesamt sogar gesunken. Der DAX ist trotzdem um 20% gestiegen. Dann weiß jeder, auch der nicht die Rechnungen einzeln nachvollzieht, Der DAX ist teurer geworden und das wird weiter passieren. Das heißt, die Bewertungen steigen weiter im Laufe dieser Katastrophenhaus. Ich sage mal, roundabout rechne ich damit bis Ende des Jahrzehnts. Das wären jetzt noch knapp fünf Jahre, solange könnte diese Katastrophenhaus noch dauern. Und ich hatte auch gesagt, dazu gehören auch kleine Zwischencrashs zwischendurch. Ja, da kann der Aktienmarkt nochmal 40 Prozent fallen. Das muss auch nicht unbedingt das Ende dieser Katastrophennoss sein.
Ich nehme mal ein Beispiel. Wir hatten so eine Art Katastrophennoss, das war nicht ganz vergleichbar, in den 90er Jahren bis zum Jahrtausendwechsel. Auch da gab es einen heftigen Crash zwischendrin. Zum Jahr 1998, da kann ich mich noch sehr genau erinnern, da gab es der DAX um 40 Prozent verloren, um dann aber sich relativ rasch wieder zu erholen. Ähnlich wie es jetzt auch in der Corona-Krise gewesen ist. Also sowas ist immer möglich, das ist aber nicht der finale Crash. Okay, also Alois fragt ja konkret nach dem Crash, aber er fragt auch, oder Systemreset, also ist das dasselbe oder gibt es da eine Differenzierung? Ich denke schon, hat Alois sehr gut differenziert. Ein schwerer Crash...
Der kann auch ohne Systemreset kommen. Vergleichbar etwa mit der großen Finanzkrise von 2008, 2009. Gut, da war es jetzt kein Crash in dem Sinne, dass die Aktien in kürzester Zeit sich halbiert haben, sondern da hat es schon ein bisschen länger gedauert im Lauf dieser Finanzkrise. Das war dann insgesamt über ein Jahr lang. Aber das ist was anderes. Danach ging es ja wieder weiter. Da haben die Notenbanken eben den Systemreset nochmal verhindert, indem sie Geld in die Märkte gepunkt haben. Ein Systemreset muss nicht gleich sein. Er kann, dieser Crash kann tatsächlich der Anlass sein, beziehungsweise das Anzeichen, dass es jetzt dazu kommt zu diesem Systemreset, muss aber nicht. Es kann dann noch einmal bis zu einem Systemreset, also zu einer Währungsreform, noch einmal dauern. Woran würde ich das festmachen ob es soweit ist oder nicht.
Und zwar daran, weil ganz klar, bei einem solchen Crash werden die Notenbanken wieder Geld in die Märkte pumpen, auf Teufel komm raus.
Wenn sich die Finanzmärkte danach beruhigen, wie das ja in den letzten Fällen der Fall war, also zum Beispiel in der Finanzkrise und in der Corona-Krise, dann wird der Systemreset wieder verhindert. Der Systemreset wird dann nötig sein, wenn das Vertrauen in die Notenbanken geschwunden ist, dass sie es nämlich nicht mehr schaffen, uns jetzt aus dem Schlamassel zu ziehen. Das heißt, wenn die Kurse trotzdem weiterfallen, und zwar nachhaltig weiterfallen, obwohl die Notenbanken die Zinsen auf Null gesenkt haben und Geld in die Märkte pumpen, auf Teufel komm raus. Wenn das passiert, dann ist der System Reset nah, aus meiner Sicht. So weit ist es jetzt noch nicht. Okay, dann bleibt noch die letzte Frage. Nach dem auslösenden Ereignis, gibt es dieses eine Ereignis oder ist das eine Verkettung von ganz vielem, was passiert? Ja, der Auslöser sind im Prinzip die Jahrzehnte davor. Denn der System Reset ist ja dann nötig, wenn es eine exorbitant gestiegene Geld- und Schuldenmenge gibt. Exorbitant gestiegene Geld- und Schuldenmenge. Die Geld- und Schuldenmengen steigen exorbitant und irgendwann muss das zurückgeführt werden auf ein Normalniveau.
Das ist also kein einzelnes Ereignis, sondern das baut sich langsam über Jahre und Jahrzehnte auf. Und wenn es dann nicht mehr tragbar ist, dann kommt es zu diesem Systemreset. Und dann gibt es natürlich auch Ereignisse. Die Finanzkrise wäre ein mögliches Ereignis gewesen, aber es war noch viel zu früh. Das System war noch widerstandsfähig. Es war noch nicht so weit. Ein solches Ereignis wird den Systemreset auslösen, das ist klar. Aber welches Ereignis das dann im Einzelnen ist, weiß ich nicht. Und auch hier der Hinweis.
Uns wird es bestimmt auch zu einem oder möglicherweise auch zu einem Systemreset noch geben. Mit uns meine ich mich als Lebender und uns auch als Brichter und Bell. Auch das werden wir dann ausgiebig besprechen, ausführlich. Ja, beruhigendes Szenario, was du da aufmachst. Immerhin, da bin ich erleichtert. Also ihr seht, und da könnt ihr auch erleichtert sein, wir nehmen eure Fragen immer rein. Ob es ein bisschen dauert oder nicht. Aber wir sind sehr, sehr froh darüber, dass ihr uns schreibt und eure Gedanken mit uns teilt. Deswegen macht das weiter gerne. Brichterundbellet.ntv.de oder gmail.com. Das ist unsere E-Mail-Adresse oder unsere E-Mail-Adressen. Schreibt uns weiter gerne. Wir machen für heute erstmal einen Punkt drunter. Sagen, schön, dass ihr dabei wart. Und bis nächste Woche, oder, Raimund? Ja, bis nächste Woche. Und das ist eigentlich ein Stichwort. Noch ein kleiner Spoiler vielleicht hintendran. Auch da gibt es einen Eckart, der sich gemeldet hat aus Bremen. Hallo Eckart, du hast vorgeschlagen, wir sollten doch wieder mal eine Folge machen zur Frage, ob die Bundesbank ihr Gold aus den Tresoren der FED, also der New Yorker Zentralbank, zurückholen sollte. Gibt es ein Risiko dabei? Fragezeichen. Genau das nehmen wir. Kleiner Spoiler also in der nächsten Folge auf. Freu dich also drauf. Dann geht es um Gold und Silber, aktuelles Marktgeschehen. Heftig was los und auch um diese Frage. Ciao, ciao, macht's gut. Bis nächste Woche.